Green Bonds

Die Akzeptanz nachhaltiger Investments steigt sowohl bei institutionellen als auch bei Privatkunden immer mehr an. Gleichzeitig wächst aber auch die Erwartung an die Investmentprodukte. Die Nachhaltigkeit soll durch mehr als nur einen bloßen Filter, der auf einer Palette von Ausschlusskriterien basiert, dokumentiert sein.

Genau dieser erhöhte Anspruch bedeutet aber auch, dass das Thema des „Impacts“ – d. h. der Wirkung der nachhaltigen Geldanlage – zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Um einen Impact zu erzielen, kann man im Bereich der Aktieninvestments auf Unternehmen direkt zugehen, etwa durch einen aktiven Unternehmensdialog und die Nutzung der Aktionärsrechte – also der Stimm- und Fragerechte – bei den Hauptversammlungen.

Aber auch was festverzinsliche Investments betrifft, tut sich durch die immer mehr an Bedeutung gewinnende Idee der Green Bonds eine neue Möglichkeit auf, Veränderung im Sinne der Nachhaltigkeit herbeizuführen. Denn die Emissionserlöse aus Green Bonds sind zweckgewidmet, und zwar dem Thema Klimaschutz.

Um diese Zweckwidmung sicherzustellen und die Qualität der neuen Assetklasse zu gewährleisten, wurden vor allem in den letzten Monaten weitere Richtlinien und Standards entwickelt. Raiffeisen Capital Management* hat in diesem Zusammenhang einige Emittenten – darunter supranationale Gesellschaften und Unternehmen – zu Details rund um die Begebung von Green Bonds befragt.

Den vollständigen Newsletter von Raiffeisen Capital Management inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

Green Bonds

Green Bonds sind Anleihen, mit denen ökologische Projekte mit Klimarelevanz finanziert werden. Dazu zählen beispielsweise Investitionen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Schadstoffbekämpfung, nachhaltige Abfallwirtschaft, nachhaltige Bodennutzung, sauberer Transport, sauberes Wasser, Wasserversorgung und nachhaltiges Bauen.

Das aktuelle Marktvolumen an Green-Bond- Emissionen liegt bei rund 50 Mrd. US-Dollar und ist während der letzten Monate dynamisch angestiegen. Bis zum Ende des Jahres kann man von bis zu einer Verdoppelung des aktuellen Volumens ausgehen.

Um eine Standardisierung des Begriffs Green Bond voranzutreiben, haben sich 2014 einige Finanzmarktakteure zusammengefunden und ein Rahmenwerk entwickelt. Die damals aufgesetzten „Green Bond Principles“ wurden erst im März 2015 nochmals überarbeitet, aktualisiert und verbindlicher gestaltet. Grundsätzlich sind sie auf vier Komponenten aufgebaut.

Es sind dies an erster Stelle die Verwendung der Mittel aus der Begebung der Anleihe. Hier kommen die bereits genannten Bereiche rund um erneuerbare Energien und andere nachhaltige Themen mit dem Ziel des Klimaschutzes ins Spiel.

An zweiter Stelle steht die Darstellung des Investitionsentscheidungsprozesses, denn jedes Projekt muss auf seine Nachhaltigkeit hin überwacht werden.

Drittens sollten die via Green-Bond-Emissionen aufgenommenen Mittel in einem Subportfolio angelegt werden, auch eine Zweckwidmung ist wünschenswert. Wesentlich ist jedenfalls die Transparenz der Mittelverwendung, eventuell sollte auch eine Kontrolle durch externe Prüfer angedacht werden.

Der vierte und letzte Punkt der „Green Bond Principles“ beschreibt das Reporting. Emittenten sollten mindestens im jährlichen Rhythmus über den Stand ihrer durch Green Bonds finanzierten Projekte berichten. Eine Darstellung des konkreten Effekts der Projekte – also des Impacts – ist anzustreben. Zudem empfehlen die Principles, die Umsetzung der Emission von unabhängigen Dritten begleiten zu lassen. Etwa durch eine „second party consultation“, deren Ergebnisse dann auch veröffentlicht werden.

Eine solche „second opinion“ ist für Green- Bond-Emissionen mittlerweile fast schon zum Standard geworden. Dafür ist eine neutrale und objektive Sichtweise der beurteilenden Partei Grundvoraussetzung. Der Investor kann auf diese Weise eine Reihe von Details zur Emission und zu den Projekten ablesen.

Nachhaltigkeitsbewertung und Green Bonds

Die drohende Klimaerwärmung zählt heute auch an den Finanzmärkten zu den wesentlichen Herausforderungen. Green Bonds mit dem Hintergrund der Finanzierung von Klimaschutzprojekten zielen genau auf dieses Thema ab.

Im Rahmen seines thematischen Engagement- Prozesses hat sich das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management diesmal mit verschiedenen Emittenten zu Details des Themas Green-Bond-Emissionen ausgetauscht. Der Hintergrund dabei ist der Versuch, bei derartigen Emissionen den Vorwurf des „greenwashings“ (Grünfärberei) von Beginn an zu entkräften. Der von Raiffeisen Capital Management an die relevanten Emittenten versendete Fragebogen umfasst folgende Punkte:

  • Sind Ihnen Green-Bond-Emissionen bekannt, die Sie persönlich als „greenwashing“ betrachten würden?
  • Wie sieht der Prozess rund um die Emission eines Green Bonds in Ihrem Haus aus?
  • Wie beurteilen Sie das Reputationsrisiko, das mit einer Green-Bond-Emission verbunden ist, wenn es zu externer Kritik, etwa durch NGOs, kommt?
  • Erwarten Sie ein unterschiedliches Pricing bei der Emission eines Green Bonds durch seine Zertifizierung in ebendieser Kategorie?
  • Was wären aus Ihrer Sicht die theoretischen Konsequenzen, wenn die Mittel aus der Emission eines Green Bonds nicht entsprechend den ursprünglichen Commitments durch den Emittenten erfolgen?

Von den im Zuge unseres Engagement-Prozesses kontaktierten Emittenten haben uns mit einer Ausnahme alle Feedback gegeben.

Die erzielbaren Renditen sind bei Green Bonds annähernd gleich im Vergleich zu herkömmlichen Anleiheplatzierungen. Im Hintergrund steht für den Emittenten allerdings der Mehraufwand für den Aufbau interner Strukturen – wie Projektmonitoring – und für die „second opinion“. Das Unternehmen Verbund könnte sich bei einer weiteren positiven Entwicklung des Green-Bond-Markets vorstellen, dass die Preisgestaltung bei Green Bonds für den Emittenten attraktiver werden könnte. So würde der Emittent für seine Anstrengungen im Bereich Klimaschutz quasi „belohnt“. „Second opinions“ sollten nicht als Gefälligkeitsgutachten abgetan werden, da das in einem solchen Fall entstehende Reputationsrisiko nicht zu unterschätzen sei.

Im Fall von KfW wird zusätzlich zur „second opinion“ auch die Umweltwirkung der Emission zertifiziert. In Bezug auf mögliche Kritikpunkte von Investoren oder NGOs an Green-Bond- Emissionen sehen KfW, die Weltbank und Verbund die Transparenz der Transaktion als wesentlichste Möglichkeit, der Kritik zu entgegnen.

Generell haben Emittenten, die keine wirklich einwandfreien respektive den aktuellen Qualitätsansprüchen entsprechenden Green- Bond-Emissionen begeben, mit steigenden Reputationsrisiken zu kämpfen. Die Finanzierung von aus Umwelt- und Nachhaltigkeitssicht umstrittenen Projekten ist kaum mehr möglich.

Die Transparenzerfordernisse steigen, Investoren verlangen eine immer höhere nachhaltige Qualität. Unter andrem haben sich zuletzt auch NGOs wie der WWF des Themas Green Bonds angenommen


Den vollständigen Newsletter von RCM inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

* Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH

Momentum for short-term tactical play, CAPE for the longer run

We found the CAPE ratio gives a good signal for predicting longer-term equity returns in a model where we assume it will mean revert to its long-term average, says Edith Southammakosane, Multi-Asset Strategist at ETF Securities. However, it is not the best fit for investment periods shorter than four years. Instead, we found that a portfolio that uses the CAPE ratio as a momentum indicator has better chance to outperform. Shortening the average period used for earnings in calculating the CAPE ratio improves the performance of the short-term momentum model slightly.

In one of our previous notes, we created a tactical portfolio and showed how it performed compared to its strategic benchmark based on three rule-based models applied to equities, bonds and commodities respectively.

In this note, we are revisiting our equity model specifically as it has been the least efficient in signalling timely investment opportunities in the equity complex. We first look at the CAPE ratio and examine if it can be improved. We then provide a practical example of its enhanced returns in a portfolio.

The CAPE ratio

One commonly used ratio to assess whether a stock or an equity index is over or undervalued is the price-to-earnings (PE) ratio. In order to make it comparable over time, the price is adjusted for inflation (real price), as is the earnings per share (real earnings), resulting in the real PE ratio.

The CAPE (cyclically adjusted PE) ratio is the result of real price divided by the 10-year average of real earnings. If the CAPE ratio is above the 10-year average of the real PE, the equity index is seen as overvalued and vice versa.

In this note, we have replaced the average real PE by the median real PE to remove unnecessary noise in the data. We then take the difference between the CAPE and the current median real PE as an indicator of over/under valuation. We call this our ‘valuation indicator’.

The previous chart shows a relatively strong correlation between the valuation indicator and the index annual return (here the MSCI US Index). Since January 2014, both lines started to diverge, suggesting that valuation multiples may not be as efficient as they used to be in predicting equity returns.

Shortening the average period of earnings used

In this section, we tested whether using a shorter average earnings period would improve the signal provided by the CAPE. Our analysis shows that using the median earnings over a 5-year period (new valuation indicator) rather than the traditional 10-year period (old valuation indicator) improves the correlation between the valuation indicator and the index return since Janury 2014.

We believe the market has been willing to pay a premium for earnings visibility and therefore willing to re-rate already elevated multiples. We have observed a similar re-rating in the past, between 2005 and 2008, prior to the great financial crisis. In the following sections, we will look at how it translates in terms of performance in a portfolio of 27 equity indices.

The CAPE model for the longer run

In this section, we have created two portfolios based on the previous valuation indicators and compared them to our equity benchmark, a subcomponent of the MSCI AC World with the same index methodology but 27 constituents out of 48. Both portfolios assume that the CAPE ratio will mean revert to its long-term average. In both cases, the model overweights the five cheapest indices and underweights the five most expensive.

Our analysis shows that both portfolios outperform the benchmark if it holds its positions for at least four years as illustrated in the chart below. We observe that the portfolio using the new valuation indicator has a slightly better information ratio than the portfolio using the old valuation indicator (model 1).

The below table shows the performance of portfolios with a holding period of four years. Model 1 outperforms the benchmark by 0.3% with a lower level of volatility, enhancing the Sharpe ratio to 0.14 from 0.12.

In addition to higher returns and lower volatility, model 1 recovers faster to previous peak and provides better protection against the downside risk.

A model for short-term tactical play

In this section, we look for a model that can outperform the benchmark over a holding period shorter than four years. When model 1 is applied to a portfolio that rebalances every month, the Sharpe ratio declines to 0.10 as the annual return deteriorates.

For monthly returns, we find that a momentum strategy using the 5-year CAPE ratio works best. This new model (model 2) overweights the five most expensive indices while underweighting the cheapest five.

The above chart shows that model 2 outperforms model 1 and the benchmark by 0.7% and 0.4% per year, respectively, since January 1970. The Sharpe ratio improves from 0.12 for the benchmark, 0.10 for model 1 to 0.15 for model 2. The below table shows the performance of model 1 and model 2 when rebalancing every month.

Shortening the average period of earnings used from ten to five years in the valuation indicators shows a better correlation with the index annual return. In a portfolio of equity indices, a strategy based on a mean reversion of the CAPE outperforms the benchmark when the positions are hold over a period of four years at least. Using five-year average earnings rather than ten increases the outperformance slightly. Both portfolios based on the old and new valuation indicators enhance the Sharpe ratio from 0.12 for the benchmark to 0.143 on average. However, over a shorter holding period, the CAPE model underperforms and we found that a momentum strategy that actually overweights (underweights) expensive (cheap) markets works best. A portfolio that rebalances monthly using this momentum strategy enhances the Sharpe ratio to 0.15.

Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands in Hybrid Cities?

Business Wire Expertenbeitrag von Seval Dogan (links), Senior Marketing & Special Project Specialist bei Business Wire und Christine Riedmann-Streitz (rechts).

Als ein innovatives Unternehmen, beschäftigt sich Business Wire ständig mit der digitalen Transformation, den Trends und den Entwicklungen in der Kommunikationsbranche. Diesmal haben wir uns in diesem Zusammenhang mit dem Thema Marke auseinandergesetzt. Unsere Senior Marketing & Project Spezialistin, Seval Dogan, hat dazu ein Interview mit Christine Riedmann-Streitz, geführt, die kürzlich das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ veröffentlicht hat. Die Expertin für Marke, Innovation und Change ist tätig als Hochschul-Dozentin, Trainerin, Referentin und ist die Gründerin der Firma MarkenFactory.

Die Marke wirkt identitätsstiftend in der unternehmensinternen und -externen Kommunikation. Sie ist ein entscheidendes Instrument, um Anbieter und Angebote von Wettbewerbern zu differenzieren und eine Wiedererkennung für Produkte und Leistungen zu schaffen. In unserem Interview beschreibt die Autorin, wie die Digitalisierung die Welt für die Marke verändert und welchen Herausforderungen sie - auch im urbanen Raum - gegenüber steht, um nicht dem "digitalen Burn-out", so die Autorin, zu erliegen.

Seval Dogan: Sie sagen, dass Marken keine Erfindung der Neuzeit sind. Welche Funktion hat sie in Zeiten der Digitalisierung?

C. Riedmann-Streitz: Menschen haben die Marke erfunden, Jahrhunderte vor der Neuzeit, weil es ihnen wichtig war, Dinge, die ihnen bedeutsam waren, signalstark zu kennzeichnen und wiedererkennbar abzugrenzen. Das betraf Produkte (u.a. Ziegelsteine, Werkzeuge), Wirtschaftsbündnisse (wie die Hanse) oder gesellschaftlichen Status (z.B. Adelsfamilien). Die Kernfunktionen der Marke, für definierte Werte zu stehen, Orientierung zu bieten, langfristige Qualitätsversprechen zu geben, rationalen und emotionalen Nutzen zu stiften, sind im digitalen Zeitalter essentiell. Wir leben in einer Zeit, in der vieles volatil, unsicher, komplex, und mehrdeutig ist - auch als VUCA bezeichnet. Digitalisierung ermöglicht weltweiten Zugang zu Informationen und Angeboten mit der Folge multioptionaler Orientierungs­losigkeit. Uns mangelt es nicht an Korrelationen: Wir erfahren sofort, dass Kunden, die dies gekauft auch jenes gekauft haben. Mangel besteht an trag­fähigen Werten, Erkenntnissen, Versprechen. Zudem ist die starke Marke ein robuster Wirtschafts­­faktor mit erheblichem Anteil am Unternehmens­wert. Arbeitgeber spüren die Notwendigkeit einer starken Arbeitgeber-Marke, wenn sie im „War for Talents“ für Wunschkandidaten unattraktiv sind und Talente nicht binden können. Die Bedeutsamkeit der Marke für den Menschen nimmt im digitalen Zeitalter zu.

Seval Dogan: Das digitale Umfeld wirkt disruptiv auf die Marke. Welchen Einfluss übt die digitale Transformation auf die Marke aus?

C. Riedmann-Streitz: Die Auswirkungen sind gravierend. Mit der Konsequenz, dass Unternehmens-, Arbeitgeber-, Produkt-, Service- oder Personen-Marke zukunftsfähig aufgestellt werden müssen. Marken-Erfolg beruht auf der Wahrnehmung des Kunden, auf „Perceived Value“ und „Perceived Quality“. Der Identifikations­­grad mit der Marke entscheidet über den „Brand-Fit“ („die Marke passt zu mir“). Das gilt für B2B wie B2C. Digitalisierung jedoch verändert Kommunikation und Wahrnehmung. Entscheidungs­mechanismen werden durch Bots, Empfehlungsalgorithmen und automatisierte Prozesse auf den Kopf gestellt. Für die Marke wird es zunehmend schwieriger, das Nadelöhr der Aufmerksamkeit zu passieren. Nehmen Sie einen Onlineshop: Das Marken-Produkt wird in seiner Produktkategorie (z.B. Herrenuhren) entkontextualisiert (ohne sein Marken-Umfeld) zigtausenden verfügbaren Produkten gleichgestellt. Filter sind wahlweise Preis (aufsteigend oder absteigend), Neuheitsgrad oder vergebene „Sterne“. Die Marke läuft Gefahr, in ihren Grundfesten erschüttert zu werden.

Seval Dogan: Warum sind Veränderungsfähigkeit und Innovationskraft überlebenswichtig für Marken im digitalen Zeitalter?

C. Riedmann-Streitz: Weil die Marke ansonsten mit ihren Kunden altert, bis diese sich nach etwas Jüngerem, Attraktiverem umschauen. Wir beobachten dies u. a. in der Modebranche. Manche Marke muss sich vollkommen neu erfinden, um der Gleich­gültig­keitsfalle zu entkommen und nicht irrelevant zu werden. Eine starke Marke steht für Kontinuität und Verlässlichkeit mit einem klaren Marken-Versprechen, das auch in Zukunft gilt. Gleichzeitig greift sie den Zeitgeist auf, ist nah an ihren Kunden, kennt deren Bedürfnisse. Diese wandeln sich und so muss sich die Marke verändern und immer wieder überraschen können, will sie nicht aus der Zeit fallen. Die Herausforderung ist eindeutig: Einerseits dürfen Marken sich dem digitalen Wandel nicht verschließen, andererseits müssen sie sich vor dem digitalen Burn-out hüten.

Seval Dogan: In Ihrem Buch weisen Sie darauf hin, dass über 70% der Marken weltweit, über 90% der Marken in Europa, für die Menschen irrelevant sind. Sie würden diese Marken nicht vermissen, wenn es sie morgen nicht mehr gäbe. Wird es in der Zukunft noch Marken geben?

C. Riedmann-Streitz: Ich bin überzeugt, dass dies gelingen kann, wenn fundamentale Voraussetzungen erfüllt sind. Marken müssen die Digitalisierung annehmen, gezielt einsetzen und grundlegende Regeln beachten. Eine Marke kann Kunden nur für sich gewinnen, wenn alle Mitarbeiter von ihr überzeugt sind, doch viele Marken-Verantwortliche glauben nicht mehr an ihre Marke. Die meisten Mittelständler haben sich kaum damit auseinandergesetzt, wie sie ihre Marke für die Zukunft aufstellen müssen. Neue Technologien und Big Data stehen mit Marken im Wettstreit um dieselben Kunden. Die Situation wird verschärft durch zahlreiche Unternehmen, die Technologie in den Vordergrund stellen und Content vernach­lässigen. Doch Technologie ist immer nur Mittel zum Zweck, sie bietet selber keine Inhalte und Werte – auch kein Marken-Erlebnis, das Kunden begeistern, binden und Weiterempfeh­lung schüren kann. Big Data sind Unmengen an Daten, aus denen erst durch die richtigen, von Menschen gezogenen qualitativen Schlussfolgerungen Kunden-Nutzen entsteht.

Seval Dogan: Sie denken, dass sich starke Marken zu ‚Hybrid Brands‘ weiterentwickeln, die die physische Wirklichkeit und die virtuelle Realität bespielen. Was zeichnet ‚Hybrid Brands‘ aus?

C. Riedmann-Streitz: Marken müssen sich, wollen sie überleben zu Hybrid Brands weiterentwickeln. Denn neben der realen existieren die angereicherte (Augmented Reality) und die virtuelle Welt (Virtual Reality, Augmented Virtuality). Diese Welten vermischen sich - nicht nur in technischer Hinsicht, sondern in Wahrnehmung und Verhalten der Menschen. Kunden wollen, so ein Beispiel aus meinem Buch, sich mobil informieren, real shoppen (beraten von Verkäufern, die über zusätzliches Wissen verfügen und Erlebnisse bieten, die online nicht zu haben sind) und mobil bezahlen, der Einkauf gelangt per Delivery-on-Demand an den Bestimmungsort. Hybrid Brands vereinen das Beste aus realen und virtuellen Welten und sorgen für nahtlose Übergänge, da ihre Stakeholder künftig keine Brüche mehr akzeptieren. Die Zukunft ist „seamless“.

Seval Dogan: Sie beschreiben die Zukunft der Marken als ‚Hybrid Brands in Hybrid Cities‘. In welchem Zusammenhang steht dies mit der Urbanisierung.

C. Riedmann-Streitz: Schätzungsweise 2050 leben 70% der Weltbevölkerung in großen Städten. Hier verdichten sich die Herausforderungen künftigen Wirtschaftens, Arbeitens, Lebens. Großstädte und Megacities entwickeln sich zu Hybrid Cities, die sich u.a. „Location-based-Services“ zum Nutzen ihrer Bürger in öffentlichen und kommerziellen urbanen Räumen bedienen. Heute schon sammeln Anbieter im öffentlichen und kommerziellen Raum Daten über Passanten und Kunden per Gesichtserkennung (auch in Deutschland). Allerdings erfolgt dies ungefragt, ungeschützt und intransparent. Generell muss die Marke sich zur Hybrid Brand ausbilden; doch reicht eine unreflektierte Hybridität nicht aus zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

Seval Dogan: Welche Vision liegt Ihrem Buch zugrunde, was möchten Sie gerne Unternehmen und Menschen abschließend weitergeben?

C. Riedmann-Streitz: Die Zukunft beginnt jetzt. Die Frage lautet nicht: Was ist möglich? Sondern: Wie wollen wir künftig wirtschaften, arbeiten, leben? Welche Werte leiten unser Denken und Handeln? Diese Werte, dauerhafte Versprechen und Vertrauen sind Grundfesten erfolgreichen Wirtschaftens und funktionierender Gesellschaften. Die Marke übernimmt hier eine signifikante Rolle. Nur muss sie zusätzlichen Kriterien genügen, um Wirkungskraft zu entfalten und keinen digitalen Burn-out zu erleiden. Vor diesem Hintergrund habe ich in meinem Buch eine Vision entwickelt, was wünschenswert und zu tun wäre. Sie basiert auf einem Verständnis von Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht dem Primat technologischer Gelegenheiten, sondern des Nutzens für uns Menschen, die wir die Technologien erfunden haben, unterliegen. Digitalisierung kann reichlich Fortschritt, wirtschaftliche Effizienz, Komfort und Lebensqualität bringen, wenn sie gezielt ein­gesetzt wird und stets in der Kontrolle des Menschen bleibt. Meine Vision ist, dass Unternehmen und Kunden auch künftig an der Marke festhalten, wenn sie relevante Werte und Inhalte u.a. als Gegenstück zu digital gesteuerten Empfehlungen und Informationen bietet. Brands werden sich zu Hybrid Brands und weiter zu Humane Hybrid Brands entwickeln, um die von mir im Buch detailliert erläuterten Kriterien der Humane Customer Centricity konsequent einzulösen.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf businesswire.com.

Das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ finden Sie beim Springer Gabler Verlag.

Seven-year asset class forecast returns

Returns face further compression and investors seeking positive real returns would be advised to look at riskier assets: credit, equities and alternatives. Craig Botham, Emerging Markets Economist, provides a summary of Schroders' 2017 update on asset class returns forecasts.

Our seven-year returns forecast largely builds on the same methodology that has been applied in previous years, as explained in the appendix to this document; and has been updated in line with current market conditions and changes to the forecasts provided by the Global Economics team.

This document compares our current return forecasts to those last published in July 2016.

One key change this year has been a change to our methodology for forecasting credit returns, to incorporate the effects of quantitative easing (QE). A full description can be found in the appendix.

Summary

Table 1 below shows our forecast returns for the 2017–24 period. Cash and bond returns are largely expected to be negative in real terms, unsurprising perhaps given the continued low rate environment.

Investors seeking positive real returns would be advised to look at riskier assets: credit, equities and alternatives.

However, even here it seems positive returns are not assured. European credit and equities, for example, are both expected to yield negative real returns over the forecast horizon.

Table 1: Seven-year asset class forecasts (2017-2024), % per annum

Seven-year asset class forecast returns table

Note: *Thomson Datastream’s indices. Source: Schroders Economics Group, Schroders Property Group, July 2017.


This article has first been published on schroders.com.

Please find the full analysis of asset class returns here.