Nachhaltigkeitsbewertung des Themas 'Wasser'

Der „Rohstoff“ Wasser ist in seiner Verfügbarkeit eingeschränkt. Der Fokus der Dialoge mit Unternehmen zum Thema sollte daher in der Bewahrung der Ressource Wasser einerseits und in der Qualitätssicherung des Wassers andererseits liegen, so Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management. Im Zusammenhang mit dem Thema Wasser umfasst der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management daher Engagement-Aktivitäten mit einigen Unternehmen der Branchen Wasserversorgung, Abwasser und Wasseranalyse.

Dieser Beitrag ist Teil von Raiffeisen Capital Management's Newsletter "Nachhaltig Investieren". Die vollständige Ausgabe Oktober 2018 mit dem Schwerpunkt "Wasser" finden Sie hier. Weitere Informationen zum nachhaltigen Investmentansatz von Raiffeisen Capital Management finden Sie auf investment-zukunft.at.

1. Inwieweit bilden sich die Schwerpunktthemen Wasser und Wasserknappheit in Ihrer Palette an Produkten und Dienstleistungen ab? Wie sieht die historische Entwicklung Ihres Unternehmens in diesem Zusammenhang aus?

Unternehmen verschiedenster Branchen erarbeiten ihre jeweiligen Strategien, um dem Thema Wasserknappheit oder auch Wasserstress entgegenzuwirken. Dabei handelt es sich beimThemaWasserstress um eine imVergleich zur Wasserknappheit erweiterte Definition, die auch Verfügbarkeit, Qualität und Zugangsmöglichkeiten von Wasser umfasst. Die von uns adressierten Unternehmen haben einen direkten Bezug zum Thema Wasser und Strategien rund um das Thema Wasserknappheit und Wasserstress. Das amerikanische Wasserversorgungsunternehmen „American Water“ etwa sieht sich als Versorger, welcher eine reibungslose Wasserversorgung für seine Kunden sicherstellen möchte. Auf der anderen Seite möchte „Novozymes“, ein dänisches Biotechnologieunternehmen, Konsumenten helfen, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren. Der Einsatz von Enzymen ist dabei eine Möglichkeit den Wasserverbrauch zu reduzieren, die Enzymproduktion selbst gilt aber andererseits als wasserintensiv und erzeugt viel Abwasser. „Acciona“, ein spanischer Mischkonzern, der unter anderem im BereichTrinkwasserversorgung tätig ist, beschäftigt sich in seinem Sustainability Master Plan 2020 aktiv mit dem Thema der Bekämpfung von Wasserstress. Schließlich ist es das Hauptziel des schweizerischen Sanitärprodukteherstellers „Geberit“, Wasserverwendung effizienter zu machen.

2. Welche potenziellen Chancen und Risiken birgt das Thema Wasserknappheit für Ihr Unternehmen?

Prinzipiell sind Risiken im Zusammenhang mit Wasserknappheit und Wasserstress lokal unterschiedlich zu betrachten. Stark betroffene Branchen sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Aber auch andere Branchen entwickeln Konzepte gegen Wasserknappheit. „Suez“, ein französischer Umwelttechnologiekonzern, hat beispielsweise all seine Standorte in den Jahren 2016 und 2017 bezüglich deren Status im Zusammenhang mit Wasserknappheit eingehend untersucht. Generell berichten im Unternehmen lokale, sogenannte „Environmental and Industrial Risk Officers“ über ihre Einschätzung bezüglich potenzieller Wasserknappheitsszenarien.

3. Wie gehen Sie mit dem Status quo und den Potenzialen bezüglich Wasserressourcen in einzelnen Regionen um, in denen Sie tätig sind?

4. Zeichnen sich in Regionen, die von Wasserknappheit bedroht sind,Trends ab, die Ihre Geschäftstätigkeit beeinflussen?

Alternative Ressourcen für Frischwasser sind je nach Verwendungsszenario die Brauchwasser-Wiederverwendung – auch Water-Recycling genannt – und die Meereswasserentsalzung. In beiden Fällen waren die Wachstumsraten zuletzt sehr hoch. Nach „Suez“ erwartet ein Marktwachstum für Meereswasserentsalzung von 10 Milliarden US-Dollar in 2016 auf 23 Milliarden US-Dollar in 2025. Zu den Ländern, die vermehrt auf Meereswasserentsalzung setzen, zählen Australien, Israel und die Golfstaaten. Dürrephasen größten Ausmaßes, die zur Rationierung von Wasser für Haushalte und Industrie geführt haben, betreffen in regelmäßigen Abständen Kapstadt und waren außerdem von 2013 bis 2016 in Kalifornien zu beobachten. Auch Unternehmen können in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die Wasserversorgung für die Bevölkerung nicht mehr sichergestellt werden kann. Beispiele sind in diesem Zusammenhang „Coca-Cola“ oder „Nestlè“, die wegen Problemen bei der regionalen Wasserversorgung bereits Werke – zumindest vorübergehend – schließen mussten.

5. Welcher positive Einfluss auf das Thema Wasserknappheit geht von Produkten und Dienstleistungen Ihres Unternehmens aus?

Produkte und Dienstleistungen, die der Wasserknappheit entgegen wirken, betreffen unter anderem die Themen Wassermanagement und Abwasserreinigung. „Suez“ – im Bereich Wasserversorgung tätig – bietet digitale Lösungen für ein „Realtime Wassermanagement“ an. Bereits 20 % der Kunden des Unternehmens verfügen über sogenannte „Smart Meters“.

6. Wie sieht Ihr Ansatz zur Qualitätssicherung für Wasser aus?

m Bereich Qualitätssicherung setzen einige Unternehmen auf ISO 22000, einen weltweiten Standard für Managementsysteme zur Lebensmittelsicherheit. Was die Verschmutzung von Wasser betrifft, so stellen sogenannte „Emerging Pollutants“ ein neues Problem dar. Dazu gehören Pharmazeutika und endokrine Disruptoren. Endokrine Disruptoren sind Stoffe, die zu Veränderungen im Hormonsystem führen und potenziell gesundheitsschädigend sind.

7. Wie definieren Sie „reines“ Wasser, respektive Trinkwasserqualität?

Reines Wasser oder „Clean Water“ wird von „American Water“ als gesäubertes Abwasser definiert,Trinkwasser hingegen als an die Kunden ausgeliefer tes Wasser. Um zu reinem Wasser zu gelangen ist im Falle der Aufbereitung eine Reduktion der Verschmutzung notwendig, diese betrifft in der Regel organische Substanzen, Stickstoff und Phosphor. Für Trinkwasser existieren eine Reihe von Standards, wie die WHO-Richtlinien, eine Richtlinie der EU sowie weitergehende nationale Richtlinien.

Are short sellers ethical?

It’s a few of the practitioners, rather than the practice, of short selling that can be unethical, argues Duncan Lamont, Head of Research and Analytics at Schroders.

On the face of it, an investment strategy specifically designed to gain in value when companies fall in value might not seem particularly responsible. So-called “short selling” is often associated with lurid headlines predicting corporate failure, market abuse and policymakers’ concerns that the practice undermines financial markets. However, a look past the headlines reveals a more complex reality.

While it undeniably has its more unsavoury side, short-selling can also help manage risk more effectively and contribute to market efficiency. Its reputation is unfairly tarnished by the actions of a few cowboys.

What is short selling?

So, cutting through the jargon, what do we actually mean by short selling? In practical terms, it involves borrowing a stock from an investor then immediately selling it, in the hope that its price will fall and it can be bought back later at a cheaper price. A profit is realised based on the price decline. At that stage it is returned to the original shareholder, who receives a fee for their troubles.

The borrowing involved in this strategy introduces some additional risks (and costs) compared with traditional stock market investing. One implication is that positions tend to only be put in place for relatively short time horizons. Another way to profit from declines is through derivatives known as futures, although these are more commonly used at the overall stock market level than for individual stocks. A so-called “short futures” position will deliver a return if a stock market falls and a loss if it rises.

There are no blanket answers to questions of the ethics of short selling. In our view, the pertinent question is less whether short selling is ethical and more how investors behave, whether in expectation of price rises or falls.

Short selling does not directly undermine the health of a company any more than buying its shares improves its fundamentals. Companies are not deprived of funds when investors sell shares nor do they become financially stronger when investors buy shares in public markets.

Ethical questions arise when investors take additional steps to influence companies’ financial health and value after they have bought or sold shares. To assess the ethics of short selling, we therefore need to consider the actions of different short sellers rather than short selling as a principle. In general, those actions reflect their motivations, which can be broadly split into four categories:

Stock picking on steroids

Traditional so-called long-only investors in the stock market try to identify undervalued stocks, in the expectation that their value will converge on some estimate of fair value. If they don’t like a company they can hold less of it than the benchmark allocation (an underweight position) or not hold any at all.

The stock picker on steroids is no different but they search for overvalued stocks or stocks which are facing structural headwinds that are not yet fully reflected in the price. “Shorting” these companies is a more direct way to position for their anticipated fall in value towards more reasonable levels than would be possible in a long-only portfolio. This can either be done on a stand-alone basis or by taking a long position in (buying) those companies that are expected to do well and a short position in those that are expected to struggle. It’s like the value style of investing but with extra bells on top.

Stock pickers on steroids also help to bring market prices into balance, so contribute to overall market efficiency. This beneficial impact is one reason why the index provider MSCI requires short selling be possible before it will consider a market for inclusion in its developed market benchmarks.

An area of emerging interest is funds with a sustainability focus which short stocks. Some investors prefer to exclude certain sectors from their portfolios such as tobacco stocks, oil and gas companies, and weapons manufacturers. However, a more extreme approach would be to take an outright short position in these sectors, or in companies with poor (or deteriorating) sustainability credentials more generally.

To manage risk, shares in companies or sectors with more favourable (or improving) characteristics could be bought. That would send a very strong signal to the management of the companies being shorted and would earn a profit if their share prices fell relative to those with better (or improving) credentials.

The activist shorter

The activist shorter takes a more extreme approach than the stock picker on steroids. Rather than assuming that the market will eventually price companies fairly, they seek to force the issue.

They often try to maximise publicity on their reasons for believing a company is overvalued. By generating negative coverage they can force a company’s share price down, which can affect the terms that a business can get from its creditors, which can push the company into further difficulty. On one level, this can be applauded. The forensic analysis conducted by some short sellers can unearth previously underappreciated issues (accounting irregularities are a common target) and in making these public, they can force management to deal with them.

However, the more extreme activist shorters are the ones that give the practice a bad name. Some have been guilty of spreading unfounded and malicious rumours in the press, a consequence of which is that they can earn a profit on their trade but push otherwise healthy companies into financial difficulties. Even if these companies manage to prove the accusations false, the short seller may be long gone by that stage, having booked a profit on their trade and left a trail of devastation in their wake.

The concerns are comparable to investors buying long positions in shares before attempting to boost the value of their holdings by spreading dubious suggestions of coming positive news.

Before investing in strategies which take a more activist approach to shorting, investors should ensure they understand the process and tactics that are likely to be employed and, to the extent it is possible, the integrity and ethics of the fund manager.

The risk manager

These people use shorting to control risk in their portfolios and express their views on particular stocks in as pure a way as possible. Let’s say an investor wants to express a positive view on a particular stock relative to the market. One way to do this would be to buy the stock. However, then, if the market falls, that stock could fall too. If it falls by less than the market the original thesis would be proven correct but that would have been somewhat irrelevant as it would have been swamped by the decline in the broader market.

One way to avoid this is to buy the stock while also taking out a short futures position on the market. Then the return would be the difference in return for the individual stock and the market. In our example above, the trade could yield a profit, even in a declining equity market. Shorting allows a cleaner expression of a view on a particular stock or sector while also reducing volatility and risk of loss. The approach does not affect the health of individual companies, is typically low profile and doesn’t raise ethical concerns in our view.

The emotionally-detached trend follower

The trend follower seeks to profit from trends in markets; buying when markets are rising and shorting when they are falling. CTAs (Commodity Trading Advisors, although the name is a misnomer as although they were once focused on commodities, they now cover a much wider range of asset classes and currencies) or managed futures are other names for these types of investment strategy.

These strategies are normally highly quantitative and systematic in nature, powered by powerful computer algorithms. Their emotionally detached nature means they cannot be accused of attempting to drive down prices. It is all about maths.

An unfair reputation

In summary, short selling has an unfairly bad reputation. Rather than avoiding the practice, investors, especially those who are more ethically minded, should ensure they understand its potential uses in a strategy and how its practitioners intend to behave. It can bring about significant benefits, both to investment performance and standards of corporate governance. Some short sellers are unethical, but short selling itself is not.


This article has first been published on schroders.com.