Das nachhaltige Fondsangebot beim Pionier der sozial­ökologischen Banken

Karsten Kührlings hat in den vergangenen fünf Jahren das Investmentfondsgeschäft der GLS Bank, der ersten sozial-ökologischen Bank der Welt, aufgebaut. Im Interview mit altii erklärt er, wie die vier Fonds mit 330 Mio. Fondsvolumen sozial-ökologische Wirkung erzielen und zugleich eine marktangemessene Rendite erwirtschaften sollen.

altiiBeschreiben Sie bitte die GLS Bank. Was sind Ihre Ziele und welche Strategie verfolgen Sie und Ihr Bereich? 

Karsten Kührlings: Gegründet 1974 ist die GLS Bank die erste sozial-ökologische Bank der Welt. Wir wollen eine positive Gesellschaftsentwicklung fördern – das haben wir auch in unser Leitbild geschrieben. Dafür bieten wir vielfältige Dienstleistungen und Produkte an: vom Girokonto, über Beteiligungen, Kreditfinanzierung bis hin zu Stiftungsangeboten oder Crowdfunding. Und das alles ausschließlich in Branchen, die unseren sozial-ökologischen Standards entsprechen.

Seit 2013 haben wir ein eigenes Investmentfondsgeschäft aufgebaut, in dem wir derzeit ein Fondsvolumen in Höhe von 330 Mio. Euro verwalten. Dabei übernehmen wir die gesamte Fondsentwicklung und -verwaltung, das Nachhaltigkeitsresearch sowie das Portfolio Advisory unserer Wertpapierfonds. 

Seit 2013 haben wir vier Fonds initiiert, den GLS Bank Aktienfonds (Dezember 2013), den GLS AI – Mikrofinanzfonds (Dezember 2015), den GLS Bank Klimafonds (August 2017) sowie seit Oktober 2018 den B.A.U.M. Fair Future Fonds (Aktienfonds). Darüber hinaus haben wir bereits 2010 die Auflage des FairWorldFonds mitbegleitet, der im vergangenen Jahr die Volumengrenze von 1 Mrd. Euro überschritten hat.

altii: Welche Fondsstrategien haben Sie dazu im Angebot?

Kührlings: Ziel aller Fonds ist es, eine sozial-ökologische Wirkung zu erzielen und zugleich eine marktangemessene Rendite zu erwirtschaften. Wir verfolgen eine langfristig angelegte buy-and-hold-Strategie. Der Portfolioumschlag beträgt zum Beispiel beim Aktienfonds nur rund 20% pro Jahr. Vor jeder Investition schauen wir uns im Detail an, ob der Titel sowohl sozial-ökologisch als auch fundamental attraktiv ist.

Jeder Fonds weist dabei einen klaren inhaltlichen Schwerpunkt auf. Der GLS Bank Aktienfonds investiert in die Nachhaltigkeitsvorreiter weltweit. Der GLS AI – Mikrofinanzfonds verfolgt einen entwicklungspolitischen Ansatz und will die finanzielle Teilhabe von Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern fördern. Mit dem GLS Bank Klimafonds, einem Mischfonds (70% Renten/30% Aktien) wollen wir in Unternehmen und Staaten investieren, die einen nachweislichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Und der B.A.U.M. Fair Future Fonds legt seinen Fokus auf mittelständische Unternehmen mit einem hohen Nachhaltigkeitspotenzial.

altii: Welche Performance haben die GLS-Fonds seit Auflage verzeichnet?

Kührlings: Angesichts des herausfordernden Marktumfeldes haben wir zuletzt sehr konservativ agiert. Wir haben defensive, antizyklische und dividendenstarke Titel übergewichtet sowie eine hohe Cashquote gehalten. Ökonomisch betrachtet haben sich unsere Fonds damit gut geschlagen: Der GLS Bank Aktienfonds hat seit Auflage vor fünf Jahren eine Gesamtperformance von rund 30 % erzielt und dabei eine im Marktdurchschnitt signifikant niedrigere Volatilität aufgewiesen. Er schüttet regelmäßig aus. Der GLS AI – Mikrofinanzfonds liegt seit Auflage Ende 2015 rund 5% im Plus und schüttet ebenfalls aus.

altii: Was zeichnet Sie zum Thema Nachhaltigkeit aus und wie unterscheiden Sie sich von anderen Anbietern?

Kührlings: Bei uns ist Nachhaltigkeit der Kern unserer Geschäftsaktivität. Wir haben keine konventionellen, sondern bieten ausschließlich nachhaltige Fonds an. Was für uns Nachhaltigkeit bedeutet, haben wir in Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen definiert. Potentielle Investments durchlaufen einen strengen, mehrstufigen Prozess, in dem sie auf klar definierte Positiv- und Ausschlusskriterien geprüft werden. Gezielt nehmen wir zudem an Neuemissionen von Green Bonds und Projektanleihen teil, um Kapital direkt den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Auch dazu haben wir einen eigenen Prüfprozess ins Leben gerufen. Interne Analysten und externe Experten stellen sicher, dass ausschließlich Titel ins Portfolio kommen, die dem GLS Nachhaltigkeitsverständnis entsprechen. 

Es gibt dabei übrigens kein Schwarz oder Weiß. Wichtig ist die kritische Auseinandersetzung mit jedem Titel. Statt mechanischer Bewertungsschema oder Scoring-Modelle, setzen wir auf Einzelfallentscheidungen. Denn diese bilden die Wirklichkeit viel besser ab. 

altii: Wer sind Ihre aktuellen Investoren und wen wollen sie zukünftig als Investor gewinnen?

Kührlings: Die Anlegerstruktur der Fonds ist sehr granular. Besonders hoch ist die Nachfrage bei den Kunden der GLS Bank. Dabei handelt es sich vor allem um Privatanleger sowie Stiftungen. 

Die positive Entwicklung und kontinuierlichen Zuflüsse unserer Fonds bestärkt uns darin, unsere Angebote einer breiteren Zielgruppe bekannt zu machen. Impact Investing ist das Stichwort. Stiftungen suchen vermehrt nach Investitionsmöglichkeiten, die ihren Werten entsprechen. Und auch andere institutionelle Investoren ziehen ihre Gelder aus z.B. CO2-intensiven Branchen zurück und suchen Alternativen. Möchten sie die Gelder nachhaltig und zudem langfristig anlegen, sind wir ein interessierter Partner. Ebenfalls können wir uns vorstellen, mit Akteuren am Markt zusammenzuarbeiten, die ihr Fondsangebot ernsthaft und bewusst um eine Nachhaltigkeitssparte ergänzen wollen.

altii: Gibt es schon Vehikel und Strategien, die von institutionellen Investoren in Deutschland erworben wurden?

Kührlings: Alle unsere Fondsangebote haben eine Anteilklasse, die sich speziell an institutionelle Anleger richtet und ein attraktives Kostenprofil aufweist. Die Mindestanlage beträgt 200.000 Euro beim Aktienfonds, Klimafonds sowie B.A.U.M. Fair Future Fonds, 500.000 Euro beim Mikrofinanzfonds. Alle unsere Strategien sind auch als Spezialfondsmandat darstellbar.

altii: Wie stehen Sie zum Thema “Greenwashing” und wie schützen Sie die Investoren davor?

Kührlings: Wir halten dies für eine ernste Gefahr, der sich die Branche stellen muss. Insbesondere den neuesten Trend am Markt, viele ESG-Fonds jetzt in sogenannte SDG- oder Impact-Fonds umzufirmieren, sehen wir kritisch. Aus unserer Sicht ist eine tatsächliche nachhaltige Wirkung häufig sehr schwer festzustellen. Hier kann es zur Irreführung des Anlegers kommen. 

Um sich davor zu schützen, sollte ein Investor die Glaubwürdigkeit der Anbieter hinterfragen: Seit wann beschäftigt sich der Anbieter mit Nachhaltigkeit? Gibt es allgemeine Anlagegrundsätze, z.B. Ausschluss von Waffen oder Tabak? Gelten diese für alle Anlageprodukte? Und natürlich: Wie wichtig ist dem Anbieter Transparenz? Ist der Auswahlprozess nachvollziehbar?

Insbesondere der letzte Punkt ist für uns entscheidend. So machen wir als GLS Bank alle unsere Investments umfassend transparent. Einmal im Jahr veröffentlichen wir für jeden Fonds einen Investitionsbericht, in dem alle Interessierten nachlesen können, aus welchen Gründen wir investiert – oder devestiert - haben. Ebenfalls haben wir als Bank ein Pilotprojekt gestartet, mit dem wir die Wirkung unserer Kreditfinanzierungen und Kapitalanlagen ganzheitlich erfassen wollen.

altii: Was erwarten Sie für die nächsten 12 bis 24 Monate?

Kührlings: So volatil die Kapitalmärkte aus unserer Sicht bleiben werden, so dynamisch wird sich das Feld nachhaltiger Kapitalanlagen entwickeln. Der Druck des Gesetzgebers, Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen, wird für Versicherungen und Pensionsfonds immer größer. Das EU-Ausland ist dabei häufig schon mehrere Schritte weiter als wir. 

Jeder institutionelle Investor muss sich in Zukunft daher nicht mehr die Frage stellen, ob Nachhaltigkeit wichtig ist, sondern wie er sie am besten umsetzt. Will er die höchsten sozialen und ökologischen Risiken lindern, um Ruf- und Performanceschäden vorzubeugen? Oder will er eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen, die glaubwürdig ist und eine positive Rendite bringt? Für die zweite Wahl haben wir ein gutes Angebot.

altii: Danke für das Interview.


Über Karsten Kührlings

Karsten Kührlings hat in den vergangenen fünf Jahren das Investmentfondsgeschäft der GLS Bank aufgebaut. Der gelernte Diplom-Kaufmann (FH) ist seit 2013 bei der GLS Bank tätig. Zuvor hat er bei der Sparkasse Mülheim das Wertpapiergeschäft geleitet. Er sitzt in mehreren Gremien (Anlageausschüssen) und ist Vorsitzender des Verwaltungsrates des GLS AI – Mikrofinanzfonds. Herrn Kührlings finden Sie auf Xing und LinkedIn.

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 300 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an.

Kontakt

Karsten Kührlings
+49 234 5797 100
investmentfonds@gls.de

Three themes for 2019 - and some black swans

Keith Wade, Chief Economist & Strategist at Schroders, discusses three themes that will shape market performance in the coming year, as well as four events that could take investors by surprise.

2018 was a challenging year for investors with US equity and government bond markets both returning less than cash. Two factors were instrumental in delivering this outcome: disappointment with global growth and less cash flowing through the global economy (tighter liquidity).

These factors will continue to influence markets in the year ahead. We have identified three key themes that will prove important for investors in 2019. We also discuss four “black swans” - events which are plausible but not currently being given much weight by markets.

Theme 1. Lower availability of cheap money exposes those reliant on borrowing

In 2019 we expect the volume of money in the global financial system to reduce. The main reason for this is a change in the activities of major central banks. After a period of buying government bonds, the US Federal Reserve (Fed) plans to now sell back some of these investments, withdrawing some cash in circulation. The European Central Bank has said it will stop buying bonds. This leaves the Bank of Japan as the only major central bank still contributing to new money to the financial system (through the purchase of its government bonds).

This matters because when money is easily accessible, and available to borrow cheaply, investors are prepared to take greater risks. In recent years this has helped direct investment into peripheral eurozone markets (e.g. Greece, Portugal, Spain and Italy), some emerging markets and also lower grade corporate credit. As liquidity is withdrawn from the system, an important support for these markets disappears. The early effects of this trend were already being seen in emerging markets in 2018. In 2019 they look set to intensify.   

Theme 2. The return of emerging markets

Given the above discussion it may seem odd but we believe that emerging markets can make a comeback in 2019 – if the US Fed’s policy of interest rate rises comes to a halt. Should this happen - and we forecast one more rate rise in June, taking US rates to 2.50-2.75% - there is good reason to believe the US dollar will lose some of its strength. This would provide a welcome relief to those investors that borrow in dollars –a heavy weight of whom reside in the emerging markets.

The positive effects from this development could more than offset the pressure from the withdrawal of money in the global financial system and escalating trade tensions. Arguably, prices for emerging market assets may already be discounting the worst, with both equities and foreign exchange in those countries having fallen significantly so there is room, following some good news, for a bounce.

Macroeconomic developments will be important as well though and it may need more government spending and/or tax cuts from China before investors’ confidence is more firmly restored. The worry of a US-China trade war remains a looming threat but there is no reason to expect an outright contraction in overall trade as activity should be diverted elsewhere.

Theme 3. Populist pressures mean governments turn to quick fix policies

Without the engine of US or Chinese demand, global growth tends to slow. The US outperformed, in growth terms, in 2018 as a result of President Trump's tax cutting agenda. Other leaders and governments have been taking note. In France, President Macron responded to weekends of riots by meeting populist demands for lower taxes. In the event of a hard exit from the EU, the UK is planning its own fiscal boost. Japan may well be the exception, with an increase in a consumption tax scheduled for October 2019. However, even here measures are being taken to offset the impact.

In any case, the key point is that governments seeking growth are no longer making economic reforms to increase competition or make labour markets more flexible. The approach today is to deliver a quick fix through a tax cut, increased public spending or regulation such as a rise in the minimum wage rate. Some of these measures are warranted and overdue but others are a response by governments to populist pressures.

How are these themes likely to shape market performance in 2019?

Much of the bad news is already priced in by the markets. This of course is no guarantee of positive returns in 2019 but it does mean that markets are better positioned for disappointment and hence potentially more resilient to shocks than they were last year.

Black swans: Thinking the unthinkable

The themes above are reasonably well-known. Black swans are the “unknown unknowns”. By definition, we cannot anticipate them but we have identified four scenarios are plausible. We think they are also worth consideration.

1. Another eurozone crisis

The first eurozone debt crisis began in 2009 and saw several eurozone member states (most notably Greece) become unable to repay (or refinance) their debts. A number of countries were also unable to bail out over-indebted banks. The European Central Bank (ECB) stepped in, effectively printing money to ensure the markets continued to have access to cash, thereby preventing a suspension in activity and possible economic collapse.

Since then, there has been a call, from President Macron in particular, for the creation of a central fund to support growth should such events arise again. This has yet to be formed. A potential new crisis was only narrowly avoided at the end of 2018 when the spending plans of the new populist Italian coalition government tested the strict guidelines of the European Commission. Such drama is likely to play out again in 2019 given the broader rise of populist politics.

2. No Brexit 

This may seem inconceivable given the time and energy currently being poured into sorting a withdrawal agreement. However, “no Brexit” is the only outcome that will not require a vote (apart from "no deal"). As MPs have rejected the current deal on offer, and the EU unlikely to concede anything further, there must be a possibility that the government cancels Article 50 and stays in the EU.

3. Military action 

Sadly, there are plenty of hot spots which could ignite in 2019. The proxy war in the Middle East (being fought in Yemen and Syria) could become an actual war between Saudi Arabia and Iran. China has ambitions for Taiwan and across the region. The recent departure of defence secretary James Mattis indicates a more isolationist US, creating opportunities for others to fill the void. If President Trump’s dismissal of the UN’s function leads to a less co-ordinated international response to territorial skirmishes, Russian ambitions could re-escalate.

4. Trump does not run for re-election in 2020  

Although it is often difficult to read the president's intentions, he appears to be constantly campaigning and setting himself for a second term. However, he will have to see off US Special Counsel Mueller’s investigation into alleged Russian interference in the 2016 election first. Furthermore, he is already the oldest person to be elected president, taking office at the age of 70 and would be 78 if he served a whole second term. Health may be a factor. Or, he could simply decide to do something else: there has been talk of him founding a media empire – Trump TV anyone?


This article has first been published on schroders.com.

Warum es an der Zeit ist, das Konzept „Core“ neu zu erfinden

Da die über marktkapitalisierungsgewichtete Indexstrategien verwalteten Vermögenswerte rapide steigen, hinterfragen die Anleger die Ineffizienzen, die mit Massentrades einhergehen können. Herkömmliche Core ETFs haben bislang nicht in dem Ausmaß auf Änderungen reagiert oder die Führungsrolle eingenommen, wie sich das viele Anleger von ihnen erwartet hätten, erklärt Howie Li, Head of ETFs bei Legal & General Investment Management.

Für uns bedeuten Indexanlagen nicht, dass wir „passive“ Anleger sein sollten. Wir hören unseren Kunden zu, um herauszufinden, welche Ergebnisse sie sich von ihren Anlagen in ETFs erwarten. Fondsmanager müssen aktiver vorgehen, um die Risiken der Massentrades zu mindern und mit Unternehmen für den langfristigen Nutzen ihrer Anleger sowie des Marktes generell zusammenzuarbeiten. Wir haben unsere Palette von Core ETFs mit diesen Grundsätzen als Kernstück konzipiert.

So gibt es bestimmte, von herkömmlichen Core ETFs gehaltene Unternehmen, die unseres Erachtens für Anleger langfristige Risiken darstellen. Wir haben eine aktive Entscheidung getroffen, solche Unternehmen bei unseren Core ETFs auszuschließen. Zugleich verfügen wir als aktive Eigentümer und Verantwortliche für die Anlagen unserer Kunden über den erforderlichen Überzeugungsgrad, um von unserem Stimmrecht auch gegen Beschlüsse der von uns gehaltenen Unternehmen Gebrauch zu machen. Anleger haben nun die Wahl, dass ihre in Kernaktien investierenden ETFs auf das sich ändernde Anlageumfeld proaktiver reagieren.

Von einem Core ETF sollte man sich schließlich weitaus mehr als nur geringe Kosten erwarten. Das End-to-End-Design und fortlaufende Management unserer Palette an Core ETFs spiegelt unsere langfristigen Werte und das Feedback unserer Kunden wider: Wir sind mit ihnen einer Meinung, dass Core ETFs zugunsten der Anleger neu konzipiert werden müssen.

Was sich verändert hat und wie Core ETFs neu erfunden werden sollten

Meidung von Massen

Die große Mehrheit von indexnachbildenden Anlagen zeichnet sich durch Umschichtungen aus, die sich auf nur wenige wichtige Handelstage in jedem Jahr konzentrieren – und zwar in dem Zeitraum, in dem maßgebliche Indizes einer Neugewichtung unterzogen werden. So hatte ein Neugewichtungstag für einen maßgeblichen globalen Aktienindex zum Beispiel einen Anstieg des Handelsvolumens um mehr als das 13-fache des durchschnittlichen Handelsvolumens im Monat davor zur Folge.

Unsere Analysen deuten darauf hin, dass Anleger, die an dem Tag ihre Transaktionen durchführen, an dem ein maßgeblicher Aktienindex neu gewichtet wird, Renditen einbüßen, die sie erwirtschaften könnten, wenn sie sich schon vor diesem Datum neu ausrichten würden. Da Indexfonds (einschließlich ETFs) immer mehr Anlagegelder anziehen, dürfte der auf Portfolios lastende Verdrängungsdruck weiter steigen – genauso wie das Risiko für eine erhöhte Kursvolatilität bei den Aktien, die von Neugewichtungen betroffen sind.

Unsere Core ETFs verfolgen Indizes, die unabhängig von den meisten Mainstream-Indexanbietern Neugewichtungen unterzogen werden. Dabei handelt es sich um eine weitere von uns ergriffene Maßnahme zum Schutz unserer Kunden. Wir meiden damit nämlich die Marktauswirkungen überlaufener Transaktionen in Zeiten, in denen Mainstream-Indizes neu gewichtet werden.

Aktive Schritte unsererseits zur Neukonzeption von Core

Wir sind dafür verantwortlich, auf Unternehmen, in denen unsere Kunden investiert sind, positiv einzuwirken. Als Fondsmanager müssen wir dabei helfen, langfristige Performance und Stabilität zu fördern.

Investieren in Unternehmen, die die minimalen Standards unternehmerischen Handelns einhalten.

Wir sind bestrebt, die Auswirkungen potenzieller Regulierungsmaßnahmen von Regierungsbehörden vorwegzunehmen und die Anforderungen an Unternehmen für die Aufnahme in unsere in Kernaktien investierenden ETFs zu erhöhen. Unseres Erachtens sollten bestimmte Unternehmen vom Anlageuniversum der Kernaktien ausgenommen werden, da ihre Geschäftspraktiken den globalen Mindeststandards nicht gerecht werden und für Indexanleger dadurch ein Anlagerisiko entsteht.

Unsere Future World Protection Liste entspricht einem regelbasierten Ansatz, mit dem sicher gestellt wird,dass die Anforderungen erhöht werden, damit zumindest diese Mindeststandards eingehalten werden. Aktien von Unternehmen, die diese Standards nicht erfüllen, werden nicht in den Core ETFs gehalten. Die Future World Protection Liste wurde so konzipiert, dass sie Änderungen am Geschäftsgebaren widerspiegelt, d. h. sie reagiert auf das Anlageumfeld. Gegenwärtig bestehen folgende Schwerpunktbereiche:

Stimmabgabe für positive Maßnahmen

Aktuell herrscht das Missverständnis vor, dass Indexfondsmanager bei der Verwaltung von Anlagen passiv sein müssen.

Wir wissen, dass unsere Kunden mehr erwarten. Sie haben im Laufe der Jahre darauf vertraut, dass wir uns als Befürworter von Veränderungen engagieren, wenn die Verhaltensweisen von Unternehmen verbesserungswürdig sind. Durch die Verwaltung von über 1,3 Billionen US$ an Vermögenswerten, die der Prüfung durch unser Corporate Governance Team unterliegen, konnten wir uns einen Ruf als aktiver Eigentümer von Unternehmen erarbeiten.1

Lernen Sie unsere Teams kennen

Mit über 30 Jahren Erfahrung sind wir mit der Verwaltung von Indexfonds sehr gut vertraut.

Indexspezialisten

Die Fonds werden von unseren auf ETFs spezialisierten Portfoliomanagern in London verwaltet. Das Global Index Fund Management Team verfügt über eine globale Präsenz mit Fondsmanagern in London, Chicago und Hongkong. Das Team verfolgt einen pragmatischen Ansatz der Replikation, um sicherzustellen, dass jeder Fonds den jeweiligen Index möglichst genau nachbildet und aktiv Schritte unternommen werden, um die Kosten zu senken und potenziell die Renditen zu steigern. Dieser Ansatz erfordert detaillierte Kenntnisse der Finanzmärkte und ein tiefes Verständnis der Komplexität der Indexkonstruktion und -neugewichtung.

Ein Bekenntnis zur Corporate Governance

Das Corporate Governance and Responsible Investment Team innerhalb von LGIM erfüllt eine sehr aktive Funktion bezogen auf die Sachverhalte, die den langfristigen Wert der Vermögen unserer Kunden betreffen. Über alle Fonds von LGIM hinweg vertritt das Team die Interessen unserer Kunden, indem es mit Unternehmensleitungen zusammenarbeitet, ihre Stimmrechte als Aktionäre ausübt und öffentlich höhere Marktstandards einfordert.

Weitere Informationen zu unseren Fonds

Core ETFs

Mainstream-Korrelation

Unsere Backtests zeigen, dass die Solactive Core Indizes, die unsere ETFs verfolgen, eine historische Korrelation von 99,9% mit vergleichbaren Benchmarks eines maßgeblichen Indexanbieters aufweisen.2 Investoren könnten daher möglicherweise von unserem proaktiven Indexfondsmanagement profitieren und zugleich am Kernmarkt engagiert bleiben.

Wie unsere Core ETFs für Vermögensallokationen genutzt werden können

  • Strategische Anlagen: Eingehen eines spezifischen langfristigen Marktrisikos durch unsere diversifizierten Bausteine
  • Taktische Anpassungen: Flexible Anpassung der Vermögensallokation an kurzfristige Marktentwicklungen
  • Diversifikation des Konzentrationsrisikos: Unsere in Kernaktien investierten ETFs sind skalierbar und können einzeln oder in Verbindung mit den bestehenden Bausteinen der Investoren eingesetzt werden, um das Konzentrationsrisiko auf Emittentenbasis zu diversifizieren

Weitere Informationen zu den Core ETFs von Legal & General Investment Management finden Sie links im PDF.


1) Quelle: Interne Daten von LGIM, Stand: 30. Juni 2018. Diese Zahlen beinhalten das von LGIMA, einem bei der SEC registrierten Anlageberater, verwaltete Vermögen. Daten beinhalten Derivatpositionen.
2) Quelle: LGIM, Bloomberg. Die Auflegung der Indizes von Solactive ist auf Ende Mai 2012 datiert, die Angaben zu den Gesamtrenditen verstehen sich nach Gebühren, in GBP für den GB-Index, in EUR für Europa ohne GB, in USD für die übrigen Renditeangaben. Die vergangene Performance lässt keine Schlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu.

Howie Li ist Head of ETFs und leitet die Entwicklung sowie das Wachstum von ETFs bei LGIM. Li war unlängst CEO von Canvas, bevor er nach der erfolgreichen Übernahme von Canvas ETF zu LGIM stieß.

Die Index-Neugewichtung: Zur Vermeidung von Handelsverlusten

Da Indexanlagen immer beliebter werden, wird das Handelsvolumen rund um die Termine, zu denen Indizes neu gewichtet werden, zunehmend erhoeht. Das kann in der Folge zu unvorhersehbaren Kursschwankungen führen, so Howie Li und David Barron, beide Legal & General Investment Management.

Indexfonds gelten häufig als die kostengünstigste und einfachste Art, um Marktengagement aufzubauen. Aber ihr Erfolg bei der Gewinnung von Anlagegeldern geht mit der Gefahr von Renditeschmälerungen für die Anleger einher, wenn die Mittelflüsse nicht proaktiv gemanagt werden.

Legal & General Investment Management (LGIM) bietet diese Investmentlösungen seit mehr als 30 Jahren an und hat sich so zum fünftgrößten Indexmanager weltweit entwickelt.1 In dieser Zeit haben wir verschiedene Risiken und Ineffizienzen beobachtet, die wir zugunsten unserer Anleger auf pragmatische Weise mindern und aus denen wir für sie sogar Vorteile ziehen konnten. Da zum Beispiel die Anlagegelder, mit denen populäre marktkapitalgewichtete Indizes nachgebildet werden, im Laufe der Jahre zugenommen haben, sind laut unseren Studien immer mehr Anleger für die mit den Aktienkursen verbundenen Risiken rund um Neugewichtungsereignisse anfällig geworden.

Diese Ineffizienzen dürften noch weiter zunehmen, da wir für beliebte, auf Kernaktien fokussierte Indizes von einer steigenden Kursvolatilität ausgehen, während immer mehr Anleger an Lösungen mit aus Kernaktien bestehenden Indizes interessiert sind. Aus diesem Grund sind wir bemüht, die Risiken, die mit extremen Handelsereignissen (o.ä) einhergehen, proaktiv zu meistern.

Mehr Vermögen, mehr Risiken?

Es ist kein Geheimnis, dass die Beliebtheit von Indexanlagen in den letzten Jahren explosionsartig gestiegen ist. Anleger interessieren sich für die vielen Vorteile von Indexfonds, darunter die vergleichsweise niedrigeren Gesamtkosten und den breiten Marktzugang. Die große Anzahl an Indexanlagen am Markt – insbesondere Anlagen, die beliebte, marktkapitalisierungsgewichtete Aktienindizes nachbilden – ist in den letzten zehn Jahren weiter gestiegen.

Bank of America Merrill Lynch und Moody’s haben in Studien festgestellt, dass in den USA etwa 38 % aller Aktienanlagen in indexnachbildenden Fonds vorgenommen werden. Sie gehen davon aus, dass der Aktienfondsmarkt in den USA schon ab 2020 zur Hälfte auf aktive und zur Hälfte auf indexbasierte Anlagen entfallen wird. In absoluten Zahlen schätzt PwC, dass sich das verwaltete Vermögen in indexnachbildenden Anlagen 2016 auf 14 Billionen US$ belief. Bis 20252 wird sich diese Zahl laut PwC mehr als verdoppeln.

Der Preis von Popularität

Das Ziel der Indexfondsmanager besteht in erster Linie darin, die Indizes so genau wie möglich nachzubilden. Da jedoch Indexanlagen immer beliebter werden, ist die Kursvolatilität wegen der Transaktionen, die die zahlreichen Indexanleger rund um die Neugewichtungstermine vornehmen, gestiegen. Früher fielen diese Transaktionen kaum ins Gewicht.

Wenn ein Indexanbieter sich entscheidet, eine Aktie in seinen Index aufzunehmen oder daraus zu entfernen, dann wird diese Entscheidung sowohl entsprechend der Regeln des jeweiligen Index getroffen als auch lange im Voraus öffentlich bekannt gegeben. Manager von Indexfonds, die Abbildung 1: Vermögen in Aktienindizes nachbildenden Fonds als %-Anteil des gesamten verwalteten Vermögens aller Aktienfonds die Übereinstimmungs-Differenz zwischen dem Fonds und dem Index auf ein Minimum beschränken möchten, werden diese Änderungen oft erst am letzten Tag vor der Umsetzung der Änderungen in ihren Transaktionen widerspiegeln, um sichsonahwiemöglichanihrenBenchmarksauszurichten. Wie es die Logik von Angebot und Nachfrage vorschreibt, gilt jedoch: Je mehr Nachfrage nach Transaktionen mit den gleichen Aktien – von denen es ein festes Angebot gibt – zu einem bestimmten Zeitpunkt besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs dieser Aktien vorübergehend steigt oder zumindest kurzfristig Schwankungen aufweist.

Abgesehen von diesen Neugewichtungsterminen ist der Umschlag für Indexfonds in der Regel insgesamt recht niedrig. Im Mai 2018 führte eine umfangreiche Überprüfung eines Aktienindex zu folgendem Ergebnis. Rund 50 Aktien wurden neu aufgenommen bzw. schieden aus, was an einem einzigenTag eine Steigerung des Handelsvolumens um mehr als das 13-fache im Vergleich zum Vormonat nach sich zog. Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass je nach Index der dritte Freitag eines jeden Quartals oder der letzte Tag in den Monaten Mai und November das Handelsvolumen wesentlich durch umfangreiche Indexneugewichtungen bestimmt wird.

Wir untersuchten den möglichen Unterschied auf die Performance bei Neugwichtung eines großen globalen Aktienindex wenn am Tag der Bekanntgabe gehandelt wird und nicht bis zum Datum der effektiven Neugewichtung ein paar Wochen später gewartet wird. Im Verlauf von 14 Neugewichtungen von Februar 2015 bis Mai 2018 hätten sich mit einer solchen Strategie laut unserem Research im Durchschnitt 6,5 Basispunkte an jährlicher Performance erzielen lassen. Anders gesagt verloren Anleger, die erst am Tag der Indexneugewichtung Transaktionen vornahmen, potenziell bis zu 6,5 Basispunkte an Performance. Sie hätten diesen Verlust aber eventuell verringern können, wenn sie das hohe Tradingvolumen an den Neugewichtungsterminen vermieden hätten.

Research von Berkeley erläutert, weshalb dies unter Umständen der Fall ist: Viele der von ihnen untersuchten Aktien wurden sowohl nach der Ankündigung ihrer Aufnahme in Kernindizes als auch am Neugewichtungsdatum weit über ihrem durchschnittlichen Kursniveau gehandelt und gaben häufig einige dieser Zugewinne in den darauffolgenden Tagen wieder ab.2 Bei den einzelnen Unternehmen können diese Ereignisse im Vergleich zu den Tagen vor und nach der Neugewichtung zu einem äußerst sprunghaften Anstieg der Handelsvolumina führen, was sich natürlich auf die Kursvolatilität auswirkt.

Ruhige Tage

Die Nachbildung von Indizes, deren Neugewichtungen nicht an Tagen mit hohem. Tradingvolumen erfolgen oder die ganz einfach weniger Neugewichtungen vornehmen als andere Benchmarks, kann ebenfalls helfen, das mit unvorhersehbaren Kursschwankungen einhergehende Risikozumeiden.WieanhanddesNeugewichtungskalenders im Anhang ersichtlich wird, kann ein Index, der an einem anderen Zeitpunkt als dem Quartalsende neu gewichtet wird, die Massen meiden, die durch maßgebliche andere Indexanbieter mobilisiert werden. Anleger können nach wie vor einen breiten Marktzugang erhalten, wenn sie auf indexnachbildende Aktienfonds setzen, bei denen Neugewichtungen im Vergleich zu den beliebten Kernindizes in „ruhigeren“ Zeiten erfolgen.

In unseren in Kernaktien investierenden Exchange Traded Funds (Core ETFs) verfolgen wir beispielsweise die Performance der von Solactive unabhängig verwalteten und berechneten Indizes. Bei Solactive aus Frankfurt am Main handelt es sich um einen globalen Marktführer in der Indexbranche mit mehr als zehn Jahren Erfahrung und Anlagen in Höhe von 200 Milliarden US$ in indexgebundenen Produkten (Stand: Januar 2018). Diese Indizes sind so konzipiert, dass sie neu gewichtet werden, bevor viele der maßgeblichen Indexanbieter Änderungen an ihren Indizes ankündigen. Trotzdem korrelieren sie unseren historischen Analysen zufolge zu 99,9 % mit vergleichbaren Benchmarks maßgeblicher globaler Indexanbieter.

Erfahrene Indexmanager

Natürlich geht es bei der Bewältigung der mit Indexanlagen verbundenen Ineffizienzen nicht nur darum, das Datum der Neugewichtung zu ändern. Das Management von Indexfonds hat den unglücklichen Zusatz „passiv“ erworben. Dabei ist es alles andere als das.

Wir bei LGIM verfolgen einen pragmatischen Ansatz der Indexreplikation, der es uns ermöglicht, die Renditen der Anleger potenziell zu steigern, indem vorhersehbare Performancebelastungen gemindert werden. So kann unser erfahrenes, für das Management von Indexfonds zuständiges Team zum Beispiel versuchen, wahrscheinliche Indexänderungen vorwegzunehmen, oder optimale Handelsstrategien einsetzen, wenn es zu bestimmten Ereignissen in Unternehmen kommt.

Nicht nur Interesse an niedrigen Gebühren

Je stärker sich die Anleger der Ineffizienzen einer „herkömmlichen“ Indexanlage bei Neugewichtungsereignissen bewusst werden, desto anspruchsvoller werden sie gegenüber ihren Indexfondsmanagern. Da die Beliebtheit indexnachbildender Anlagen so bald nicht nachlassen dürfte, liegt es unseres Erachtens an den Managern, die in dieser Publikation aufgeführten Risiken zu steuern, etwa durch Lösungen wie die Nachbildung von Indizes mit alternativen Neugewichtungsterminen.

Darüber hinaus könnte eine pragmatischere Methode der Indexreplikation zur Minderung anderer Indexineffizienzen die Kosten für Anleger senken oder sogar die Renditen steigern. In unserer unlängst aufgelegten Palette an Core ETFs sind wir zugunsten unserer Kunden um beides bemüht und zeigen, dass die wachsende Anzahl an Indexanlegern mehr von ihren Indexfondsmanagern erwarten kann und sollte.

Weitere Informationen sowie eine Auflistung der Termine für die Neugewichtung der wichtigsten Indixes finden Sie links im PDF.


1) Pensions & Investments; Umfrage unter den größten Indexmanagern 2018.
2) Quelle: PWC, Asset & Wealth Management Revolution: Embracing Exponential Change, 2017

Howie Li ist Head of ETFs und leitet die Entwicklung sowie das Wachstum von ETFs bei LGIM. Li war unlängst CEO von Canvas, bevor er nach der erfolgreichen Übernahme von Canvas ETF zu LGIM stieß.

David Barron ist Head of Index Equity and Factor-Based Investing. Er konzentriert sich auf die Bereiche Research und Strategie und führt außerdem das Team, das für Anlagen in Index-Aktien verantwortlich ist.