Zugang zu Expertenwissen

Zu jeder eigenständigen thematischen Strategie existiert ein dediziertes Beratungsgremium, dass die Portfoliomanager dabei unterstützt, die langfristige Outperformance zu liefern, die Anleger erwarten, erklärt Philippe Rohner, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management, mit einer Handreichung zu den Thematic Advisory Boards von Pictet AM.

Was sind die Pictet Thematic Advisory Boards?

Philippe Rohner: Sie sind eine wichtige Säule unseres thematischen Angebots und unterstützen unsere Portfoliomanager dabei, die langfristige Outperformance zu liefern, die unsere Anleger von uns erwarten.

Zu jeder unserer eigenständigen thematischen Strategien existiert ein dediziertes Beratungsgremium, das idealerweise aus drei externen Beratern mit nachgewiesener Erfolgsbilanz in einer relevanten Funktion in einer Regierungsbehörde, umfassender Branchenkompetenz und/oder einer entsprechenden akademischen Position besteht.

“Durch die Advisory Boards ist der Zugang zu profundem Fachwissen für unsere Plattform für thematische Aktienanlagen gesichert.” – Philippe Rohner

Was den fachlichen Hintergrund der Beraterinnen und Berater betrifft, so arbeiten wir nicht nur mit bekannten Koryphäen zusammen. Das ist nicht zuletzt so, weil sie zumeist sehr sichtbar und ihre Ansichten entsprechend frei verfügbar sind. Wir suchen vielmehr nach Experten, die uns auf der Basis nachgewiesener Erfolge in der Branche oder als Unternehmer neue Einsichten vermitteln können, oder nach Wissenschaftlern, die eine innovative konzeptionelle Denkweise zeigen.

Zusammen mit den jeweiligen Portfoliomanagern bilden sie das Advisory Board, das zweimal jährlich formell zusammentritt. An diesen Sitzungen nehmen ausserdem die Produktspezialisten zu dem jeweiligen Thema und abhängig von der Tagesordnung gelegentlich noch weitere Experten teil. Ich bin auf diesen Sitzungen für die Organisation und den Vorsitz zuständig.

Warum setzen wir Beratungsgremien ein?

PR: Wir sind davon überzeugt, dass das externe Fachwissen unseren Anlageteams dabei hilft, die Entwicklung unserer Themen besser zu verfolgen und zu managen.

Die Aufgabe des Advisory Boards ist nicht, sich an den Anlageentscheidungen als solchen zu beteiligen oder Titel für das Portfolio auszusuchen, sondern die Investmentmanager zu unterstützen.

“Die Advisory Boards helfen uns dabei, den Verlauf eines Anlagethemas langfristig im Blick zu behalten.”

Die Advisory Boards helfen dabei, den Verlauf eines Anlagethemas langfristig im Blick zu behalten und liefern spezifische Erkenntnisse zu kurzfristigeren Entwicklungen des Themas. Das hat den Vorteil, dass unsere Investmentmanager sich  ganz auf die Aspekte der Portfoliokonstruktion wie zum Beispiel die Titelselektion konzentrieren können, denn sie können darauf vertrauen, dass keine übergeordnete Entwicklung des „Big Picture“ unbemerkt an ihnen vorbeigeht.

Auf welche Weise konnten die Advisory Boards schon einmal dabei helfen, ein Thema neu zu positionieren?

PR: Ich kann mich an mehrere Fälle erinnern, in denen die Advisory Boards uns geholfen haben, unsere Haltung entweder zu bestätigen oder weiterzuentwickeln und unsere Themen neu zu positionieren. Jüngste Beispiele waren die Bestätigung der Strategien „Water“ und „Security“ und die letzte Neupositionierung unserer Strategie „Pictet Agriculture“ zu „Pictet Nutrition“ im Jahr 2017.

Damals hielten wir einen Workshop ab, an dem neben den Mitgliedern des Advisory Boards auch Experten des Copenhagen Institute of Future Studies (CIFS) teilnahmen. Die folgenden Gespräche trugen entscheidend zu der Erkenntnis bei, dass der Komplex der globalen Nahrungsmittelproduktion sich von der Frage der „Quantität“ (können wir genug Nahrung für die Welt produzieren?) zu einem eher konsumgesteuerten Fokus der „Qualität“ bewegte (wie können wir bessere Nahrungsmittel produzieren?).

Mitglied des Advisory Boards: Professor Asit K. Biswas

 

Wo treffen sich die Advisory Boards?

PR: Normalerweise werden die Sitzungen der Advisory Boards in unseren Genfer Büros anberaumt, aber nicht immer. Zum Beispiel fand das letzte Advisory Board Meeting zu unserer Strategie „Timber“ in Shanghai statt, sodass wir außerdem an einer globalen Konferenz der Forstwirtschaft teilnehmen und einige lokale Standorte der Holzindustrie besuchen konnten.

Wie erwähnt halten wir gelegentlich Workshops ab, bei denen das Advisory Board mit Experten des CIFS zusammentrifft, dessen Megatrend-Rahmen unsere Perspektive zur Beobachtung und Überwachung der langfristigen säkularen Wachstumstreiber eines Themas bestimmt.

Mitglied des Advisory Boards: Vaclav Smil

Warum arbeitet Sie mit dem Copenhagen Institute zusammen?

PR: Erstmal möchte ich hervorheben, dass es durchaus auch andere anerkannte Megatrend-Rahmen gibt, die sicher ebenso geeignet wären. Dies vorausgeschickt  schätzen wir am CIFS besonders, dass der Megatrends-Rahmen tatsächlich der Grund für die Existenz des Instituts ist. Es handelt sich also nicht einfach um eine  allgemeine Forschungsgesellschaft. Wir sind außerdem der Überzeugung, dass aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine kommerzielle Non-Profit-Organisation handelt, ein gewisses Mass an Objektivität gewährleistet ist.

Mitglied des Advisory Boards: Sandrine Zerbib

Weil der Auftrag des Instituts nicht anlageorientiert ist, denken wir, dass das CIFS uns eine gewisse Komplementarität bietet. Eine besondere Stärke des CIFS ist nachzuverfolgen, wie die Treiber und Auslöser von Megatrends sich entwickeln. Als Mitglieder des CIFS haben wir außerdem Zugriff auf proprietäre Forschungsergebnisse und Inhalte.

Was ist Ihre Aufgabe?

PR: Meine Aufgabe ist, das Zusammenwirken des Advisory Boards zu organisieren, zu moderieren und zu managen und, was vielleicht das Wichtigste ist, die Ergebnisse zu steuern.

Das ist eine Aufgabe, in die ich meine umfangreiche Branchenkompetenz und meine Anlageerfahrung zusammen einbringen kann. Als ich vor vierzig Jahren meine Laufbahn als Chemieingenieur begonnen habe, entschied ich mich dafür, mich auf die Umweltfragen zu konzentrieren, die mit der Wassernutzung durch eine große Ölgesellschaft verbunden waren. Damals hatte ich natürlich keine Vorstellung davon, dass ich einmal in meiner jetzigen Position landen würde.

Typische Agenda des Advisory Board

Im Rückblick betrachte ich meine Laufbahn bei Pictet als eine natürliche Entwicklung, die als Aktienanalyst auf der Verkaufsseite vor zwanzig Jahren ihren Anfang nahm. Im Jahr 2002 wurde ich Portfoliomanager für die Wasserstrategie von Pictet bei Hans Peter Portner. In den letzten Jahren konnte ich zu meiner großen Freude  einen eigenen Beitrag  zur erfolgreichen Expansion unserer Thematic Equity-Plattform leisten.


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Über den Autor

Philippe Rohner kam 2002 als Senior Investment Manager zu Pictet Asset Management. Er ist mitverantwortlicher Manager des Pictet Water Fund. Zuvor arbeitete er ab 1998 als Aktienanalyst im Bereich Institutional Brokerage Services (inzwischen Helvea AG) von Pictet. Seine berufliche Laufbahn begann Philippe Rohner als Chemie-Ingenieur bei Texaco Port Arthur Research Labs (Air & Water Conservation Dept.). Danach wechselte er zu Ciba-Geigy, wo er leitende Positionen in den Bereichen F&E und Produktion in der Schweiz und in Grossbritannien innehatte. Bei der erfolgreichen Ausgliederung und Börseneinführung der Sparte Spezialitätenchemie im Rahmen der Fusion von Ciba-Geigy mit Sandoz war er als Investor Relations Manager Mitglied der Task Force. Philippe Rohner erwarb an der Eidg. Technischen Hochschule (ETH) Zürich einen Doktortitel, nachdem er an der Universität Strathclyde einen MBA und an der Universität Texas ein Diplom als Umweltingenieur erworben hatte.

Über Pictet Asset Management 

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 163 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
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Investment opportunities in technology

Technology is by far the best performing stock market sector so far this year – something that many observers have attributed to a handful of megastars, namely Facebook, Apple, Amazon, Netflix and Google (FAANGs). Think the tech sector's fate is in the hands of a few big name stars? Think again, asks Supriya Menon, Senior Multi Asset Strategist at Pictet Asset Management.

HAND IN HAND

Share price performance, % change 2018 to date

Source: Thomson Reuters Datasteam. Data covering period 12.07.2017-01.08.2018

The bad news is that some of the FAANGs are finding the going tougher of late for a number of reasons, including increased scrutiny from regulators, lofty investor expectations and saturated markets.

The good news is that the tech universe’s remarkable performance is more broad-based than many realise; it includes numerous companies with strong earnings and attractive growth potential.

Indeed, although the big stars have certainly contributed to overall tech gains this year, the rest of the sector has also done very well. True, the S&P 500 Information Technology index1– where Apple alone accounts for 15 per cent and the top 10 constituents make up nearly two-thirds of the market capitalisation – gained 12.8 per cent in the first eight months of 2018. But its equally weighted version – where every stock has the same degree of influence – is up 12.3 per cent. If only a few stocks were rallying, we would not see that.

Looking at earnings gives some insight as to why the tech world is now about more than just the top names. While FAANGs comfortably outperformed the rest of the sector in terms of earnings before interest and tax (EBIT) growth 2014-2015, that performance has since evened out (see chart). 

EARNINGS SUCCESS NOT LIMITED TO FAANGS

EBIT, % growth year-on-year* The S&P 500 IT index does not include Amazon or Netflix.
Source: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datasteam, Bloomberg. Data covering period 30.06.2011-30.06.2018 

This pattern isn’t just true for the latest quarterly earnings results, but also about the overall trend. Over 90 per cent of companies in the S&P 500 IT index are seeing improving earnings growth, according to our earnings breadth analysis (see chart).

WIDE-SPREAD PROFIT GROWTH

Earnings breadth for S&P 500 IT index, % of companies above 26-week moving average on 12-month trailing EPSSource: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datastream, Bloomberg. Data covering period 22.01.2009-02.08.2018 

One reason for tech’s success, we believe, is that – unlike many other sectors – it has buyers in both the consumer and corporate markets, meaning it captures a lot of the economic dividend.

Technology companies are able to apply extensive operational leverage: they can leverage intellectual property without the need to significantly expand its fixed costs, like staff or premises. The agility of such low fixed cost business models means tech companies are able to be nimble, and pivot to the fast changing competitive environment. This is critical in the era of disruption. While the biggest companies in a sector can become more encumbered by regulatory burdens and spend much of their time addressing their relationships with society or government, the rest are left to focus on innovation.

If economic growth continues, tech should continue to benefit. And while the FAANGs are likely to remain in the news, the evidence shows that the benefits to sector extend much farther than the headlines suggest.


1) The S&P 500 IT index includes Facebook, Apple and Google’s parent Aphabet, but not Netflix or Amazon.

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Wir lüften das Geheimnis um alternative Anlagen

Alternative Anlagen werden von den Anlegern sehr geschätzt. Und das Angebot ist begrenzt, so Andrew Cole, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Alternative Anlagen werden ebenso sehr geschätzt wie blaue Diamanten. Leider sind sie genauso selten – das, was im Anlageuniversum glitzert, ist nicht mehr als Strass.

Das liegt daran, dass die meisten Anlagen, die sich „alternativ“ auf die Fahne schreiben, trotz ihrer wahrgenommenen Einzigartigkeit oft nur aus normalen Basiswerten bestehen. Meist sind das einzig Einzigartige die höheren Managementgebühren und unzureichende Entschädigung dafür, dass man schwer an sie herankommt und sie alles andere als einfach zu verkaufen sind.

Überraschend ist das nicht. Die meisten Anlagen folgen in der Regel derselben Entwicklung, weil sie durch dieselben Fundamentaldaten beeinflusst sind, wie Zinsbewegungen und Inflation. Daher halten wir uns von den meisten alternativen Anlagen fern.

Echte alternative Anlagen sind schwer zu finden, aber das soll nicht heißen, dass die Suche danach es nicht wert wäre – vor allem heute, wo sich Anleihen und Aktien in ihrer Entwicklung immer ähnlicher werden.

Mit einer separaten Anlagegruppe im Portfolio, die einem eigenen Kurs folgt, können Anleger ihre Anlagen diversifizieren und sind so weniger stark den breiten makroökonomischen Kräften ausgesetzt.

Auch wenn es keine reinen alternativen Anlagen gibt, bieten sich dennoch solche mit dem richtigen Mix von anleihen- und aktienähnlichen Merkmalen an – solange der Preis stimmt. Eine Grundregel bei der Asset-Allocation besagt, dass man nicht zu viel für Diversifizierung ausgeben soll. Teure Anlagen schmälern die Portfoliorenditen, unabhängig davon, ob sie sich im Gleichschritt mit dem breiteren Markt entwickeln oder nicht. 

Mehr Schein als Sein?

Befasst man sich näher mit dem Thema Immobilien als alternative Anlage, werden schnell einige der Probleme deutlich, mit denen die Anleger konfrontiert sind. Es gibt zwei Formen von Immobilieneigentum: das Grundstück und das darauf errichtete Gebäude. Besitzt man ein Grundstück, ist das so, als würde man Aktien eines wachstumsstarken Unternehmens besitzen und mit einer Rendite in Form eines Kapitalgewinns rechnen. Das fertige Gebäude ist dann so etwas wie ein Schuldtitel, nur mit dem Unterschied, dass wir es hier nicht mit Kupons, sondern mit Mieteinnahmen zu tun haben. Es handelt sich also nicht um eine alternative Anlage in dem Sinn, dass sie immun gegen die traditionellen Triebkräfte von Anleihen und Aktien ist.

Das soll aber nicht heißen, dass Anleger mit Immobilien keine Diversifizierung erreichen können. Die Anlageklasse kann gegen Inflation schützen und zeichnet sich durch vertraglich vereinbarte Cashflows aus, die nicht notwendigerweise mit traditionellen Anlageklassen synchron laufen. 

EIN VOLATILES UNIVERSUM

Vergleich der Spanne langfristiger Renditen bei alternativen und traditionellen Anlageklassen

Quelle: Datastream, MSCI, JP Morgan, Prequin, HFRX, NCREIF. Die Renditen sind lediglich Richtwerte und basieren auf Indizes, die hypothetischer Natur sein können. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 20.03.2008–20.03.2018, außer in Bezug auf Gewerbeimmobilien, wo sie mit Stand vom 31.12.2017 angegeben sind. 

Private-Equity ist eine Anlageklasse, die davon profitiert, dass Schuldenmachen steuerliche Vorteile hat. Diese Anlage ist am besten für langfristig konzipierte, stabile institutionelle Kapitalpools wie Stiftungen und Staatsfonds geeignet, die das Vermögen lange Zeit unangetastet lassen können und dafür eine attraktive Rendite kassieren.

Eine weitere Möglichkeit sind Infrastruktur-Investments wie Mautstraßen, Flughäfen oder Wasserkraftanlagen. Da es sich dabei jedoch in der Regel um Verträge mit dem öffentlichen Sektor handelt, bilden sie letztendlich den öffentlichen Anleihenmarkt ab, wenn auch mit niedrigerer Liquidität und höheren Gebühren. Zudem bieten sie nicht die Aussicht auf aktienähnliche Kapitalgewinne.

Teure alternative Anlagen und solche, die noch nicht einmal Vermögenswerte sind

Viele Anleger zieht es zu alternativen Anlagen wie Kunstwerken, Wein, Briefmarken, Diamanten, seltenen Autos usw. Es handelt sich dabei allerdings um spekulative Anlagen. Ausschlaggebend für den Kauf ist meist die Erwartung, dass jemand anderes zu einem späteren Zeitpunkt einen höheren Preis für etwas zahlen wird, das keinen offensichtlichen inneren wirtschaftlichen Wert hat. Hinzu kommt, dass sich das Management solcher Anlagen oftmals recht schwierig darstellt. Der Verkauf eines Bestands mit solchen Vermögenswerten kann sich über mehrere Monate hinziehen und viel Nerven kosten – nicht zu vergessen die hohen Versicherungs- und Lagerkosten.

"Alternative Anlagen wie Kunstwerke, Wein, Briefmarken, Diamanten, seltene Autos usw. sind nichts anderes als spekulative Anlagen."

Wir betrachten diese genauso wenig wie Rohstoffe als alternative Anlagen, für uns sind es nicht einmal langfristige Vermögenswerte. Es gibt keinen Beleg, dass Rohstoffpreise mit der Zeit steigen. Im Gegenteil: Technologische Verbesserungen – effizientere Maschinen, bessere Prozesse oder so etwas wie die Grüne Revolution Mitte des 20. Jahrhunderts, als dank wissenschaftlicher Innovation und Technologie die Produktivität in der Landwirtschaft nach oben geschnellt ist – haben in der langfristigen Perspektive in der Regel einen Abwärtstrend bei Rohstoffpreisen ausgelöst.

Zudem sind Rohstoffe oftmals Verbindlichkeiten. Nehmen wir zum Beispiel Nutzholz. Es bringt keine Einnahmen, es entstehen Kosten für die Lagerung, es muss versichert werden und mit der Zeit verrottet es. Wälder hingegen sind Vermögenswerte. Die Anleger können entscheiden, wann Bäume gefällt und gepflanzt werden, ebenso über den Artenmix, d. h. langsam wachsende Laubhölzer oder schnell wachsende immergrüne Bäume.

Glitzerndes Gold

Gold ist ebenfalls eine interessante Anlageform. Nicht aufgrund seiner Eigenschaft als Rohstoff, sondern weil Gold eine alte Währung ist. So wie andere Rohstoffe bringt auch Gold keine Einnahmen und es entstehen Lager- und Versicherungskosten. Aber es nutzt sich nicht ab, es verliert nicht seinen Glanz und in der Vergangenheit hat es sich als Wertanlage bewährt. Und in einer Zeit, wo die Renditen bei allen Anlageklassen in der Regel hauchdünn sind oder sich sogar im negativen Bereich bewegen, fällt es kaum ins Gewicht, dass kein Gold keine sprudelnde Einnahmequelle ist.

EDELMETALL-MILLIONÄRE

Goldpreis, Dollar pro Unze

Quelle: Bloomberg. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.1979–22.03.2018. 

Gold kommt dann ins Spiel, wenn die Leute sich Sorgen machen, dass die Zentralbanken die Gelddruckmaschine anwerfen, um Währungen abzuwerten, sowie in Zeiten politischer Unsicherheit und Krieg. Gekauft wird Gold als sicherer Hafen. Die aktuelle Sorge im Zusammenhang mit Nordkorea, Trumps unberechenbare Politik und die aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken machen Gold als langfristige Anlage attraktiv.

Studien zufolge funktioniert Gold unter normalen Marktbedingungen auch als Absicherung gegen Kurseinbrüche bei Aktien1. Das bedeutet in der logischen Konsequenz, dass es als diversifizierende Portfoliokomponente gut geeignet ist.

Bewertung alternativer Anlagen

Grundsätzlich sind die meisten Anlagen, die sich „alternativ“ auf die Fahne schreiben, bei näherem Hinsehen alles andere als das – vielmehr verhalten sie sich genauso wie herkömmliche Anlagen. Es gibt aber auch Anlagemöglichkeiten, die sich lohnen. Die große Frage, die sich Anleger stellen müssen, ist, ob die Renditen ausreichen, um den Mangel an Liquidität auszugleichen, der mit diesen Anlagen typischerweise einhergeht. Und woran Sie immer denken sollten, egal ob Sie eine herkömmliche oder „alternative“ Anlage kaufen: Der Preis, den Sie für ein Anlageinstrument zahlen, hat erheblichen Einfluss auf Ihre Rendite.


Quellen:
1) “Is Gold a Hedge or a Safe Haven? An Analysis of Stocks, Bonds and Gold” Dirk Baur and Brian Lucey, The Financial Review 45 (2010), S. 217

Über den Autor
Andrew Cole kam 2014 zu Pictet. Heute ist er Senior Investment Manager im International Multi Asset & Strategy Team. Bevor er zu Pictet kam, arbeitete er 17 Jahre bei Baring Asset Management, zuerst als Portfoliomanager für Anleihen Welt und dann für ein Multi-Asset-Portfolio. Davor war er als Manager eines passiven Fonds für britische Staatsanleihen bei Barlow Clowes and Partners. Andrew Cole begann seine Laufbahn 1979 bei Montague Loeble Stanley als britischer Händler für Staatsanleihen.

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Technologietrends für 2018

Der Technologiesektor war im Jahr 2017 der Sektor mit der stärksten Wertentwicklung. Für Pictet sind die "technologieaffinen" Themenstrategien - Security, Digital und Robotics - wichtig, erklärt Frank Böhmer von Pictet Asset Management im Interview mit altii zu Künstlicher Intelligenz, Cloud-Lösungen, Blockchain und Cybersecurity

altii: Warum ist der Technologiesektor so wichtig für die Investmententscheidungen von Pictet Asset Management?

Frank Böhmer: Der Technologiesektor war im Jahr 2017 mit einem Kursplus von 38,7% (in USD per 29.12.2017) der Sektor mit der stärksten Wertentwicklung. Unsere drei thematischen Strategien mit Bezug zu technologischer Innovation haben von diesem Umfeld sehr profitiert und konnten ebenfalls starke Ergebnisse liefern:

  • Pictet Security +25%
  • Pictet Digital +38%
  • Pictet Robotics +41%

Wir haben im abgelaufenen Jahr wiederholt darauf hingewiesen, dass der aktuelle Technologie-Bullenmarkt durch gute Fundamentaldaten unterstützt wurde. Das sind starke Umsatz- und Gewinn­steigerungen, bessere Profitabilität und Ausbau der Marktanteile. Diese Situation kann keinesfalls mit der Technologieblase zu Beginn des neuen Jahrtausends verglichen werden, die viel eher eine Hoffnungsrally war.

altii: Welches sind die am viel versprechendsten Entwicklungen in den Technologiebereichen?

Böhmer: Für uns sind die "technologieaffinen" Themenstrategien wichtig. Das sind die so genannten SDR Themen - Security, Digital und Robotics. Darunter fallen Innovationsschwerpunkte wie z.B. Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, Cloud-Lösungen, die Blockchain, Augmented und Virtual Reality, die so genannte Industrie 4.0, ganz besonders Cybersecurity, E-Commerce und zu guter letzt das aus all diesen Themen resultierende M&A Geschäft.

altii: Geben Sie uns bitte einen Überblick über Ihre Sichtweise zu Künstlicher Intelligenz.

Böhmer: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen durchdringen quasi alle Bereiche unseres Lebens. In 2018 wird Big Data entscheidend dazu beitragen, die laufenden IT-Kosten zu senken und neue Datenanalysetechniken einzusetzen. KI-Technologien werden Unternehmen dabei helfen, Datenbestände - seien sie strukturiert oder unstrukturiert - besser auszuwerten und damit zu nutzen. Sie werden die Erkenntnisse umsetzen in einen höheren Nutzen für die Kunden und eine Optimierung ihrer Geschäftsprozesse. Nach Ansicht von PwC (Sizing the Price, Juli 2017) könnte Künstliche Intelligenz bis 2030 bis zu $15,7 Billionen zur Weltwirtschaft beitragen, was einem Anteil von 14% des globalen BIP entspricht: $6,6 Billionen werden voraussichtlich aus Produktivitätssteigerungen kommen und $9,1 Billionen werden von der Konsumseite beigesteuert.

Produktivitätsgewinne werden durch Automatisierungsprozesse getrieben, z.B. durch den Einsatz von Robotern und Autonomen Fahrzeugen, aber auch indem die bestehende Belegschaft KI-Technologien in ihren Arbeitsalltag integriert, ohne von Maschinen gänzlich ersetzt zu werden. Konkret bedeutet das einen Einfluss für unsere Strategien Pictet-Digital und Robotics.

altii: Welchen Stellenwert und Einfluss haben Cloud-Lösungen für Sie?

Böhmer: Die Umsätze der weltweiten öffentlichen Cloud-Dienstleistungen werden im abgelaufenen Jahr 2017 um schätzungsweise 18,5% gewachsen sein und ein Niveau von $260 Mrd. erreicht haben, was sich mit $219 Mrd. im Jahr 2016 vergleicht. Bis 2020 sollte dieser Markt sogar auf $411 Mrd. pro Jahr wachsen.

Der am schnellsten wachsende Teilbereich aller Cloud-Servicekategorien sollte IaaS (Infrastructure as a Service) sein und mit 36,6% im Jahr 2018 wachsen.

Dieser Markt konzentriert sich zunehmend. Gartner schätzt, dass bis zum Jahr 2021 etwa 70 Prozent der öffentlichen Cloud-Dienstleistungen von 10 börsennotierten Cloudanbietern dominiert werden. "Im IaaS-Segment haben Amazon, Microsoft und Alibaba bereits jetzt eine starke Marktstellung", mit Marktanteilen in 2016 von 44%, 7% und 3%.

Da Pictet-Digital in die größten Cloud-Infrastrukturanbieter wie Amazon, Microsoft oder Alibaba aber auch in einige web-basierte Softwareanbieter investiert, hat das erheblichen Einfluss.

Der Ausbau der Cloud-Infrastruktur erfordert auch die Entwicklung von Nebenbereichen wie Notfallsicherungssystemen (Disaster Recovery oder Datencenter). Davon profitiert die Pictet-Security Strategie.

altii: Kein Tag ohne fulminante Meldungen über Bitcoins, die über die Blockchain-Technologie gehandelt werden. Was halten Sie vom aktuellen Trendthema?

Böhmer: Blockchain, die Technologie, die das Existieren von Kryptowährungen wie Bitcoin überhaupt ermöglichen, erlebt gerade den Aufmerksamkeitsschub, der dem IoT (Internet of Things) vor einigen Jahren zuteil wurde. Forrester sagt voraus, dass "ein brauchbarer auf Blockchain basierender Markt im Jahr 2018 kommerziell nutzbar sein wird" und dabei in seinen Anwendungsmöglichkeiten über Kryptowährungen weit hinausgehen wird. Jeder Markt, der Vermögenswerte überträgt und der Informationen über Besitzverhältnisse teilt, kann diese Technologie anwenden.

Ähnlich wie die zunehmende Nutzung von Big Data war das Jahr 2017 ein aufregendes Jahr für real existierende Blockchain-Projekte wie die Distributed Ledger Technologie (DLT). Diese bewegen sich nun von einem Hype in eine Phase der "Industrialisierung". Eine Reihe von Organisationen haben im vergangenen Jahr einen sehr reifen und fortgeschrittenen Ansatz zu Blockchainlösungen gezeigt, und wir konnten eine grosse Anzahl an interessanten Projekten beobachten - welche, die wirklichen Wandel bringen: 1) Banken können sie nutzen für Backoffice-Anwendungen, Hypothekenkredite, Zahlungs­vorgänge, etc., 2) die Musikindustrie für Tan­tiemezahlungen und Lizenzen, 3) in Reedereien für Handelslogistik, 4) innerhalb des Gesundheitswesens, um Patientendaten sicher digitalisiert zu verarbeiten und aufzubewahren, 5) innerhalb der Lebensmittelin­­dustrie, um durch bessere Nachverfolgbarkeit die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen, etc..

Gartner schätzt, dass in 2016 $226 Millionen von Unternehmen für Blockchainprojekte ausgegeben wurden; bis zum Jahr 2020 wird dieser Wert auf mehr als $1 Milliarde ansteigen, um dann in 2023 den Betrag von $5 Mrd. zu übertreffen (was ein exponentielles Wachstum bedeutet).

altii: Warum soll die Blockchain Technologie eigentlich eine neue Quelle für "Vertrauen" sein?

Böhmer: Blockchain operiert über ein breit verzweigtes Transaktionsverzeichnis, in dem jede Transaktion verkettet ist mit mehreren verwandten Transaktionen und zudem verschlüsselt wird. Um sie zu hacken, müsste der Eindringling auch alle danebenliegenden Transaktionen und die Einträge in allen Speicherpunkten verändern, die bereits die aktuelle Struktur des Transaktionsverzeichnisses besitzen (was praktisch unmöglich ist angesichts Tausender Speicherplätze, die auf der ganzen Welt verstreut sind). Heutzutage basieren die Gesellschaft und die globale Ökonomie auf dem Vertrauen in starke Intermediäre wie z.B. Regierungen, Banken und neuerdings auch große Internetfirmen wie Google und Facebook. In der Geschäftswelt entstehen einige der größten Unternehmen und Vermögen dadurch, dass sich diese Akteure als vertrauensvolle Vermittler in die Mitte einer Transaktion stellen und sich dann aus dieser Transaktion einen kleinen Profit herausziehen. Blockchain besitzt eine andere Art von Vertrauen, basierend auf der Tatsache, dass die Einträge dezentral und damit schwer zu manipulieren sind. Ausserdem sind die Verzeichnisse öffentlich, so dass nicht eine Institution (oder ein Staat) sie manipulieren oder kontrollieren kann.

altii: Welchen Stellenwert hat Cybersecurity?

Böhmer: 2017 war ein Jahr, das von Nachrichten über Datenschutzverletzungen und neue Cyber-Sicherheitsbedrohungen bestimmt war. Dies erstreckte sich von großen "Hacks" bei Unternehmen wie Equifax und Verizon bis hin zu Erpressersoftware-Attacken (sog. "Ransomware") wie der weltweite WannaCry-Angriff.

Es steht zu erwarten, dass wir im Jahr 2018 noch mehr davon erleben werden, wobei Unternehmen, Regierungen, öffentliche Einrichtungen und sogar politische Kampagnen ein mögliches Ziel abgeben. Sicherlich werden Cyberattacken in Umfang und Ausgereiftheit zunehmen, so dass Regierungen, Unternehmen oder Privatpersonen, die es versäumt haben, sich frühzeitig und ausreichend zu schützen, zur Zielscheibe werden.

Die Strategie Pictet-Security hat Exposure zu reinen Cybersecurity-Unternehmen, die versuchen, durch innovative Lösungen die Bedrohung der Cybersicherheit zurückzudrängen.

altii: Was wird das alles für den M&A Markt bedeuten?

Böhmer: Deals im Hightechbereich nahmen beinahe 30% der insgesamt $2,5 Billionen der abgeschlossenen M&A-Transaktionen des Jahres 2016 ein. Etwa 70% aller Technologiedeals in 2016 - 9 Prozentpunkte mehr als in 2012 - involvierten Käufer außerhalb des Technologiesektors.

Die globale M&A-Aktivität hat ihr Momentum beibehalten, mit beinahe $1,3 Billionen an angekündigten Transaktionen im ersten Halbjahr, was deutlich über dem historischen Durchschnitt von $1,2 Billionen liegt. Die Anzahl der Transaktionen lag mit mehr als 22.000 angekündigten Fusions- und Übernahmetransaktionen in jeweils der ersten Hälfte der letzten drei Jahre ebenfalls über dem Durchschnitt.

Wenn man die jüngsten Deals analysiert, fallen die folgenden Trends auf:

China ist auf Shoppingtour. China hat sich im Jahr zu einer veritablen Shoppingtour aufgemacht, indem sie mit fast $200 Milliarden an Transaktionen den entsprechenden Wert aus 2015 mehr als verdoppelten. Etwa zwei Drittel von Chinas M&A-Aktivitäten zielen auf Unternehmen im Ausland, wobei Europa und Nordamerika als die attraktivsten Destinationen angesehen werden. Mehrere Faktoren befeuern diesen Reigen an Transaktionen, unter anderem der zunehmende Konsum einer wachsenden Mittelschicht in China sowie die Umsetzung des jüngsten Fünfjahresplans. Dieser erkennt in Fusionen und Übernahmen ein probates Mittel, um Zugang zu strategisch bedeutsamen Technologien zu erhalten und damit die wirtschaftlichen Perspektiven des Landes zu verbessern. Mideas Akquisition des deutschen Roboterherstellers KUKA beispielsweise brachte wichtige Robotik-Expertise zu Chinas (und weltweit) größtem Hausgerätehersteller - aber öffnete KUKA im Gegenzug auch einen besseren Marktzugang zum weltweit wichtigsten Automobil-Produktionsstandort.

Technologie M&A boomt. "Digitale Disruption" hat sich im vergangenen Jahr von einem Tekki-Fachbegriff zu einem vielzitierten Wort in den Vorstandsetagen in immer mehr Industriesparten entwickelt. Während die Geschwindigkeit der tech­nologiegetriebenen Veränderung rasant zunimmt, ist für das Topmanagement vieler Unternehmen (aus dem Techbereich, aber auch in "traditionellen" Industrien) die Frage verbreitet: Wie positionieren wir uns in einem sehr disruptiven Marktumfeld? Immer häufiger ist die Übernahme von technologiegetriebenen, speziell digitalen Unternehmen, das Mittel der Wahl um dringend benötigte Technologien, Fertigkeiten und Produkte zu erwerben und die bestehenden Innovationslücke zu schließen.

altii: Wir konnten jetzt nicht alle Themen besprechen. Wo finden unsere Leser weiter führende Informationen?

Böhmer: Im Internet unter https://www.am.pictet/de/germany/institutional oder rufen Sie uns doch einfach an.

altii: Danke für das Gespräch


Über Frank Böhmer
Frank Böhmer kam 2007 zu Pictet Asset Management in Frankfurt und ist für den institutionellen Vertrieb in Deutschland und Österreich zuständig. Zuvor war Frank Böhmer neun Jahre für ABN AMRO Asset Management und Schroder Investment Management tätig. Dort war er jeweils für die Entwicklung des institutionellen Geschäfts in Deutschland und Österreich verantwortlich. Seine Investmentkarriere begann er bei der Deutsche Bank AG, wo er 14 Jahre an mehreren Standorten in verschiedenen Funktionen arbeitete, zuletzt als Senior­ Anlageberater für Privat­ und Geschäftskunden.

Kontakt: Frank Böhmer, +49 69 795009 0, fbohmer@pictet.com

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Kryptowährungen: Modeerscheinung oder Zukunft?

Die Pictet Strategy Unit beschäftigt sich mit der Frage, welche wirtschaftliche und finanzielle Bedeutung Bitcoin und andere Kryptowährungen haben könnten. 

Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, haben in den letzten Monaten für jede Menge Aufsehen in den Medien gesorgt. Ihr sensationeller Aufstieg und Fall machte überall von sich reden, egal ob in der Klatschpresse oder in renommierten Wirtschaftszeitungen. Die Berichterstattung hat insgesamt  aber mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Sind Kryptowährungen wirklich die Währungen der Zukunft? Kann man sie als Anlageform betrachten? Werden sie Bestand haben oder sind sie nur eine Modeerscheinung und Blase?

Wir glauben, dass Kryptowährungen noch einen weiten Weg vor sich haben, bis sie ein zukunftsfähiger Ersatz für die bestehenden Währungen sein werden. Als Anlage eignen sie sich aufgrund ihrer besonderen Merkmale nicht wirklich. Es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass sie eine Blase sind und der Hype genauso schnell abflauen wird, wie er aufgezogen ist.

Dennoch sollten Kryptowährungen nicht gänzlich abgetan werden. Ihre Entstehung dürfte die Entwicklungen an den Finanzmärkten beschleunigen, nicht zuletzt das Wachstum von Distributed-Ledger-Technologien wie Blockchain. Gleichzeitig regen sie zum Nachdenken über die herkömmliche Geldpolitik und den Ausblick für die traditionellen Währungen an.

Währungen oder nicht?

Mittlerweile haben die meisten Menschen eine grobe Vorstellung von Kryptowährungen wie Bitcoin – Detailwissen haben allerdings nur Spezialisten auf diesem Gebiet. Eine der großen Fragen ist, inwiefern sie tatsächlich Währungen sind.

Währungen haben drei Funktionen: Sie dienen als Zahlungsmittel, Rechnungseinheit und Wertanlage. Es ist fraglich, ob Bitcoin überhaupt irgendeine dieser Funktionen erfüllt.

Zunächst einmal kann man mit Bitcoin nicht viel kaufen. Die Kryptowährung ist teuer und umständlich einzusetzen. Die Transaktionskosten sind hoch und die Abrechnung dauert lange – so dass die Kryptowährung vor kurzem noch nicht einmal für die Anmeldung zu einer Konferenz zum Thema Bitcoin als Zahlungsmittel für die Tickets akzeptiert wurde.1 Nur wenige Waren sind in Bitcoin ausgepreist. Zudem ist keine Investition in Bitcoin als Basiswert möglich.

Hinzu kommt, dass die Regierungen die Nutzbarkeit ihrer Währungen garantieren – und sei es nur, damit die Bürger damit ihre Steuern bezahlen können. Hingegen gibt es keine Instanz, die hinter Bitcoin steht. Befürworter argumentieren, dass genau das der große Vorteil von Kryptowährungen ist – keine Regierung und keine Institution kann sie weginflationieren und die verfügbare Menge richtet sich nach eigenen Spielregeln. Aber diese Argumente  sind nicht so hieb- und stichfest, wie oftmals suggeriert wird.

Bitcoins können von jedem untergraben werden, der es schafft, mindestens 51 % der Rechenleistung von Bitcoin zu stellen, mit dem sogenannten 51-Prozent-Angriff. Dadurch lässt sich die feste maximale Menge an Bitcoins erhöhen, die bei 21 Millionen liegt – genau hierauf basieren viele Argumente, warum die Kryptowährung vorgeblich werthaltiger ist als Fiatwährungen.

Abb. 1 Zu gross, um übersehen zu werden
Wert von Bitcoin in %
 
Quelle: Pictet Asset Management, World Gold Council, Bloomberg, Daten vom 01.02.2018

Vor dem Hintergrund, dass rund 79 % der Bitcoin-Rechenleistung (Mining) aus China stammt und dass die Chinesen zu den größten Bitcoin-Besitzern gehören2, besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass die Behörden in Peking einen Weg finden, die Kryptowährung unter ihre Kontrolle zu bringen.3

Dass sich eine Regierung einmischen könnte, ist die größte Gefahr für Bitcoin und andere digitale Währungen. Die Aufsichtsbehörden machen sich Sorgen, dass Kryptowährungen dem Schwarzmarkt in die Hände arbeiten könnten, und darüber, dass der ohnehin schon enorme Stromverbrauch für das Mining – allein im November stieg der Energieverbrauch für Bitcoin-Mining um rund 30 Prozent und machte 0,13 Prozent des weltweiten Energiebedarfs aus. Bedenken bestehen auch hinsichtlich ihres Potenzials, systemische Bankingprobleme auszulösen, weil die Leute Schulden machen, um die Kryptowährung kaufen zu können4. Die südkoreanische Regierung zum Beispiel dachte bereits darüber nach, den Bitcoin-Handel zu verbieten5, was vor dem Hintergrund, dass das Land einer der größten Bitcoin-Märkte ist, recht bedenklich wäre; sie machte dann aber einen Rückzieher.

Das Potenzial systemischer Probleme betrifft nicht nur die Tatsache, dass Privatpersonen Kreditkarten für den Kauf von Bitcoins nutzen. Berücksichtigt man die aktuellen Marktpreise, liegt der Wert der in Umlauf befindlichen Bitcoins bei 170 Mrd. USD, was 4,2 % der Geldmenge in den USA, 2,1 % der weltweiten Goldvorräte und 0,8 % der weltweiten Geldmenge entspricht. Wir schätzen, dass dem Bitcoin-Mining 11 % des Wachstums der weltweiten Geldmenge zuzuschreiben ist.

Interessant ist unter anderem auch, dass – wenngleich Kryptowährungen eine Absicherung gegen Seigniorage, d. h. die Möglichkeit der Regierungen, ihre Währungen abzuwerten, sein sollen – die Währungshüter auf diese Macht nicht verzichten wollen und sicherlich alles dafür tun werden, um diesen Tendenzen entgegen zu wirken.

Eine Anlageform auf Achterbahnfahrt

Wenn Kryptowährungen keine echten Währungen sind, was sind sie dann? Eine Zeitlang erschienen sie aufgrund ihrer schwindelerregenden Bewertungen (im traditionellen Sinne einer Währung) wie eine spektakuläre Anlageform. Bitcoin startete 2017 bei 985 USD. Im August hatte sich der Wert bereits vervierfacht und kletterte dann Anfang Dezember erneut um das Vierfache auf über 19.000 USD. Aber wie gewonnen, so zerronnen. Die Preise liegen nach den ständigen negativen Meldungen wieder unter 10.000 USD. Da Bitcoin von nichts anderem lebt als der Begeisterung der Anleger, gibt es keinen Grund, warum die Bewertungen nicht weiter auf den Wert fallen sollten, den sie Anfang letzten Jahres hatten. Als Anlageform haben Kryptowährungen gezeigt, dass sich mit ihnen spektakuläre Renditen erzielen lassen – aber auch spektakuläre Verluste.

Bitcoin als Anlage ist nur für Personen mit hoher Risikotoleranz geeignet. Die annualisierte Volatilität liegt bei 90 % – das bringt vielleicht den Puls zum Rasen, ist an sich aber nichts Ungewöhnliches. Denken wir nur daran, dass Gold in den Jahren 1979/80, die durch einen starken Anstieg der Inflation geprägt waren, eine annualisierte Volatilität von 70 % hatte.

Kryptowährungen werden nicht umsonst häufig mit Gold verglichen – die US Commodity Futures Trading Commission hat Bitcoin-Futures als Ware eingestuft.6 So wie Gold generiert Bitcoin keine Rendite und der Preis richtet sich nach der Wahrnehmung der Anleger. Aber digitale Währungen schreiben eine andere Geschichte als Gold. Wie lange sie sich des Vertrauens der Anleger sicher sein können, steht in den Sternen. Hinzu kommt, dass Bitcoin keine physische Form hat. Die digitalen Börsen, an denen die Kryptowährung gehandelt wird, wurden in der Vergangenheit bereits gehackt. Digitale Geldbörsen wurden geplündert. Und Computerabstürze und -ausfälle haben Bitcoin-Vermögen einfach ausgelöscht.

Abb. 2 Einmal zum Mond (und wieder zurück)
Bitcoin-Preis in USD
 
Quelle: Bloomberg, Daten vom 01.02.2018

Anleger sollten sich vor allem Sorgen wegen des jüngsten Begeisterungswahns für Kryptowährungen machen – ein wichtiges Signal, dass wir es mit einer Blase zu tun haben, schauen wir uns nur den Verlauf des Bitcoin-Preises an. Könnte der Preis weiter steigen? Ganz sicher. Wenn es sich um eine Blase handelt, dann ist die engste Parallele zu Bitcoin sicherlich das Tulpenfieber in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden. 

Bitcoin scheint besonders attraktiv für Anleger zu sein, die sich nicht mehr an die Dotcom-Blase erinnern, nämlich die Millennials.7 Eine aktuelle Umfrage hat ergeben, dass zwei Prozent der Amerikaner Bitcoins besitzen und dieser Anteil bei den zwischen Anfang der 1980er und Anfang der 1990er geborenen Personen doppelt so hoch ist.

Sind Kryptowährungen zukunftsfähig?

Wenn Bitcoin als Währung und als Anlageform sehr fragwürdig ist, warum sollte man der Kryptowährung überhaupt Aufmerksamkeit schenken?

Zunächst einmal, weil damit die Entwicklung einer Basistechnologie vorangetrieben wird: Distributed-Ledger-Systeme wie Blockchain. Distributed-Ledger sind im Wesentlichen ein Mittel, mit dem sichergestellt wird, dass keine Behörde die Kontrolle über Transaktionsdaten hat. Es handelt sich um eine Datenbank, die von allen Akteuren im Netzwerk genutzt und laufend aktualisiert wird. Lange Zeit waren Bitcoin und Blockchain in den Köpfen der Menschen untrennbar miteinander verbunden. Während aber Bitcoin auf Blockchain angewiesen ist, um Transaktionen zu verifizieren, kann Blockchain auf eine beliebige Anzahl an Rechnungseinheiten angewendet werden.

Die jüngsten massiven Investitionen in Rechenleistung durch Bitcoin-Miner und in die Entwicklung anderer Kryptowährungen sind vergleichbar mit den enormen Ausgaben für die Telekommunikationsinfrastruktur während des Tech-Booms Ende der 1990er Jahre. Viele Unternehmen, die damals involviert waren, gingen pleite, als die Tech-Blase 2001 platzte. Die Infrastruktur aber blieb und bildete das Fundament für die Internetrevolution der letzten beiden Jahrzehnte.

Bitcoin könnte sich in analoger Weise als Baustein für die nächste Generation von Finanztechnologie erweisen, nicht zuletzt im Bereich Distributed-Ledger. Es gibt Anleger, die Bitcoin als Aktienanlage in Blockchain betrachten – der Besitz von Bitcoin wäre dann vergleichbar mit einer Beteiligung an einem Blockchain-Unternehmen.

“Bitcoin könnte sich als Baustein für die nächste Generation von Finanztechnologie erweisen.”

Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass Kryptowährungen ganz von der Bildfläche verschwinden. In einer Welt, in der massiv geldpolitisch experimentiert wird, ist ein schwerwiegender Fehler seitens der Notenbanken nicht auszuschließen. Selbst die Reservewährungen sind potenziell durch Hyperinflation gefährdet, eine Währungskrise, die das bestehende System mit fatalen Folgen unterwandern könnte.

Das mag weit hergeholt sein, aber Währungssysteme haben nun einmal eine begrenzte Lebensdauer. Das aktuelle System, das nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems eingeführt wurde, gibt es erst seit rund 40 Jahren. Bevor das bestehende System abgeschafft werden könnte, müsste zunächst ein Ersatz gefunden werden, wie beispielsweise Kryptowährungen. Das ist auch der Grund, warum ihr Entstehen der erste Pinselstrich eines Systemwandels sein könnte.

Die massenhafte Verbreitung von Kryptowährungen würde die Notenbanken ihres Monopols zur Ausgabe von Banknoten und somit der geldpolitischen Steuerung berauben. Eine auf Bitcoin gestützte Wirtschaft wäre sehr viel volatiler. Kein Wunder also, dass die Notenbanken darüber grübeln, wie sie ihre eigenen digitalen Währungen erfinden können.

Egal, was in naher Zukunft mit Bitcoin passieren wird, irgendeine Form von Kryptowährung wird bleiben.


Quellen:
1) The North American Bitcoin Conference, 18.-19. Januar, Berichterstattung in Bitcoin.com News https://news.bitcoin.com/miami-bitcoin-conference-stops-accepting-bitcoin-due-to-fees-and-congestion/
2) Chao Deng, “China Quietly Orders Closing of Bitcoin Mining Operations”, Wall Street Journal, 11.01.2018 https://www.wsj.com/articles/china-quietly-orders-closing-of-bitcoin-mining-operations-1515594021
3) “Chinese money dominates bitcoin, now its companies are gunning for blockchain tech,” Quartz 01.10.2017 https://qz.com/1072907/why-china-is-so-hot-on-bitcoin/
4) Annie Nova, “Desperate to get into bitcoin, investors slip into debt” CNBC, 11.01.2018 https://www.cnbc.com/2018/01/11/taking-on-debt-to-buy-bitcoin-is-a-bad-idea.html?__source=twitter%7Cmain
5) Cynthia Kim, Dahee Kim, “South Korea plans to ban cryptocurrency trading, rattles market”, Reuters 11.01.2018 https://www.reuters.com/article/us-southkorea-bitcoin/south-korea-plans-to-ban-cryptocurrency-trading-rattles-market-idUSKBN1F002B
6) http://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/pr7654-17
7) Roula Khalaf, “A bitcoin bubble made in millennial heaven,” Financial Times, 10.01.2018 https://www.ft.com/content/48265e56-f55d-11e7-8715-e94187b3017e

Über den Autor
Patrick Zweifel kam 1997 zu Pictet. Er ist als Chef-Ökonom von Pictet Asset Management tätig. Bevor er 2009 in diese Funktion wechselte, leitete er das Macro Research Team von Pictet Private Wealth Management. Dort war er insbesondere für Schwellenländer und Japan sowie die Entwicklung quantitativer Modelle für die wichtigsten Anlagekategorien, hauptsächlich Wechselkursmodelle, zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Forschungsassistent der Fachrichtung Ökonometrie und Geldmarkttheorie und beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten der Weltbank und der Europäischen Union. Patrick Zweifel hat einen Doktortitel im Fachgebiet Ökonometrie von der Universität Lausanne.

Über die Pictet Strategy Unit
Die PSU (Pictet Strategy Unit) ist eine firmeneigene Investmentgruppe, die unseren Investmentteams und Kunden Empfehlungen für die Vermögensallokation von Aktien, Anleihen, liquide Mittel und Rohstoffen ausarbeitet.

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Blockchain: Eine Revolution in der Finanzwelt

Dem Thema Blockchain wird als technologische Grundlage für die virtuelle Währung Bitcoin große Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Technologie könnte den Finanzsektor grundlegend verändern, zeigen Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management, und Sylvie Sejournet, Investmentmanagerin des Pictet-Digital.

Dank der Einführung des Euro müssen Gulden nicht mehr in Francs oder D-Mark umgetauscht werden, bevor man nach Frankreich oder Deutschland fährt. Trotz einer einheitlichen europäischen Währung gibt es heute mehr Währungen als vor zwanzig Jahren. Das liegt an den Hunderten von neuen Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin. Blockchain ist die treibende Kraft hinter diesen zunehmend beliebten digitalen Währungen. Produktspezialist Alexandre Mouthon beschreibt Blockchain als ein vertrauenswürdiges und öffentliches Kontobuch („Ledger“).

Blockchain kurz erklärt

„Im Grunde ist Blockchain ein gemeinsam genutztes Kontobuch, das jeder überprüfen kann, aber von keinem einzelnen Nutzer kontrolliert wird“, erklärt Alexandre Mouthon. „Die Teilnehmer des Blockchain-Netzwerks halten das Ledger auf dem neuesten Stand und müssen für dessen Abänderung strikte Regeln einhalten. Eine Blockchain ist eine Kette von aufeinander aufbauenden Transaktionsdaten, den sogenannten Blöcken. Jeder Block ist mit einem Zeitstempel und einem Verweis zum vorangehenden Block versehen. So ist eine nachträgliche Änderung der Daten nicht mehr möglich, ohne auch alle anderen damit verbundenen Blöcke zu ändern.“ In einem dezentralen System wie jenem der Kryptowährungen bedeutet dies, dass die Datensätze, die auf Computern von Tausenden verschiedenen Nutzern weltweit gespeichert sind, geändert werden müssen. Fälschungen oder Betrug sind bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen daher fast unmöglich.

Enormes Potenzial

Da Transaktionen schnell, effizient und ohne Betrugsrisiko abgeglichen werden können, geht das Potenzial von Blockchain weit über die Welt der Kryptowährungen hinaus.

„Blockchain geht weit über die Welt der Kryptowährungen hinaus“

Unabhängige Drittparteien wie Banken oder Notare werden nicht mehr benötigt, um Transaktionen zu protokollieren. Die spanische Bank Santander* prognostizierte, dass bis 2020 zwanzig Milliarden USD durch neue Banktechnologien eingespart werden könnten. David Yermack, Professor für Finanzen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Leonard N. Stern School of Business) der New York University, nannte Blockchain die wichtigste Erfindung in der Finanzwelt seit Einführung der Bilanzbuchführung vor 500 Jahren.

Übergang zur digitalen Technologie

Das Beispiel Blockchain zeigt, wie drastisch neue Technologien unsere Welt verändern, und dass immer mehr Tätigkeiten digital abgewickelt werden. „Online-Zahlungen stellen derzeit weniger als 1% des Gesamtmarkts für weltweite Zahlungen im Wert von über 54 Billionen Dollar dar“, erklärt die Senior-Investmentmanagerin des Fonds Pictet-Digital, Sylvie Sejournet. „Dieser Prozentsatz dürfte in Zukunft deutlich ansteigen. Für Anleger könnte es sinnvoll sein, einen Teil ihres Portfoliovermögens in einen Fonds anzulegen, der sich ausschließlich auf Unternehmen konzentriert, die vom Übergang zur digitalen Technologie profitieren.“


* Quelle: Santander InnoVentures 2015

Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Sylvie Sejournet kam 2005 zu Pictet Asset Management. Sie ist Senior Investment Managerin im Thematic Equities Team, wo sie 2008 den Digital Communication Fund lancierte. Sylvie Sejournet hat 19 Jahre Erfahrung in der Aktienanalyse und mit Anlagen im Technologie- und Mediensektor.

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Das Dilemma der Anleger

von Pictet Asset Management Strategy Unit.

Schrauben Sie Ihre Erwartungen zurück. Oder ändern Sie Ihren Ansatz.

Diese Wahl werden die Anleger in den nächsten fünf Jahren haben. Jene, die sich weiterhin für traditionelle Portfolios mit hohen Anteilen an Industrieländeraktien und -anleihen entscheiden, werden mit einer neuen Realität konfrontiert werden: niedrigeren – vielleicht sogar deutlich niedrigeren – Erträgen als in den letzten Jahren.

Anleihen und Aktien aus wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern werden nicht mehr unbedingt von der grosszügigen Haltung der Zentralbanken profitieren können, sondern dürften mit schleppendem Wachstum, Veränderungen der politischen Landschaft und hartnäckiger öffentlicher Verschuldung zu kämpfen haben. Und als ob das nicht genug wäre, haben die Bewertungen von Industrieländeraktien und -anleihen in vielen Fällen bereits historische Höchstwerte erreicht.

Demgegenüber haben Anleger, die sich in weniger bekannte Gefilde vorwagen, bessere Aussichten. Schwellenmarktanlagen scheinen nach den letzten fünf schwierigen Jahren wieder in besserer Verfassung zu sein als Industriemarktanlagen. Schwellenländer profitieren von besseren Wirtschaftsaussichten, institutionellen Reformen und niedrigeren Bewertungen. Eine Abschwächung des Dollars würde zusätzlichen Auftrieb geben.

Alternative Anlagen wie Hedgefonds und Nicht-Öl-Rohstoffe – deren Erträge wenig mit jenen von Aktien und Anleihen korrelieren – sollten ebenfalls mit einem grösseren Anteil in den Portfolios der Anleger vertreten sein.

In den kommenden fünf Jahren werden die Anleger vor einem Dilemma stehen: entweder weiterhin auf traditionelle Anlagen setzen und niedrigere Erträge in Kauf nehmen oder bekannte Pfade verlassen und höhere Risiken eingehen. Insgesamt erachten wir die zweite Möglichkeit als bessere Wahl.

Bitte füllen Sie das Kurzformular aus, wenn Sie den diesjährigen Langfristigen Ausblick herunterladen wollen des Pictet Asset Management Strategy Units.

Digitale Umwälzung: Anlagen in einer technologie-beherrschten Welt

 Die Digitalisierung der Wirtschaft verspricht neue Anlagemöglichkeiten, so Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management.

Historisch stützte sich die Weltwirtschaft immer schon auf zwei Expansionsmotoren: auf den Anstieg der Erwerbsbevölkerung und auf die Arbeitnehmerproduktivität. Meist gingen beide Hand in Hand. Bisweilen kam der eine Motor ins Stottern, und alle Last lag auf dem anderen. In den kommenden zehn Jahren werden voraussichtlich viele große Industrie- und Schwellenländer einen Rückgang ihrer Erwerbsbevölkerung erfahren. Wir werden uns daher wohl daran gewöhnen müssen, dass der Wirtschaft nur noch ein Antrieb bleibt. Dies muss allerdings kein Problem sein: Die Produktivität dürfte durch eine technologische Revolution beflügelt werden.

Es steht außer Frage, dass die Technologiebranche heute eine Zeit rasanten Fortschritts wie in den 1990er-Jahren erlebt.

So werden nicht nur die Mikroprozessoren laut Moore‘schem Gesetz immer schneller und billiger, auch der Umfang der Computernetze wächst exponentiell. Noch dazu werden Computer und Datenspeicher wesentlich energieeffizienter: Die für eine bestimmte Computerleistung benötigte Strommenge halbiert sich beispielsweise alle 18 Monate.

Dieses Zusammentreffen technologischer Megatrends ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft. Aus Erfahrung wissen wir, dass auf technologische Entwicklungsbooms tendenziell eine langanhaltende Verbesserung der Produktivität folgt. Technologiebezogene Innovation bewirkte in den letzten 20 Jahren etwa 50 Prozent des BIP-Wachstums in OECD-Ländern.1

Eine solche Veränderung bedeutet, dass sich Unternehmen aller Art auf Umwälzungen vorbereiten.

Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Beraterfirma Accenture erwarten in den kommenden drei Jahren neun von zehn Firmenchefs für ihre Branche einen beispiellos schnellen Wandel aufgrund des technologischen Fortschritts.

Für Anleger ist dies jedoch eine gute Nachricht: Wenn diese Umwälzung eintritt, entstehen zahlreiche Anlagemöglichkeiten.

In den letzten Jahren trat eine neue Familie von disruptiven Firmen in Erscheinung, die innovative Ideen in nachhaltige Quellen für Gewinnwachstum verwandelt haben.

Sie nutzen Technologien wie künstliche Intelligenz, Automatisierung, hochentwickelte elektronische Sensoren und 3-D-Druck und haben damit Produkte, Dienstleistungen und Produktionsprozesse entwickelt, die die Wenigsten vor zehn Jahren für möglich gehalten hätten. 

Bei Pictet Asset Management tun unsere Investmentteams alles, um die in unserer Wirtschaft wirkenden technologischen Kräfte zu verstehen. Dadurch konnten wir Unternehmen identifizieren, die positioniert sind, um mit diesen Neuerungen zu florieren.

Unsere Strategien Robotik, Digitalisierung und Sicherheit sind Beispiele dieses Ansatzes – Portfolios, deren Anlagen durch eine Kombination aus sieben umwälzenden technologischen Trends getrieben werden.


1) Diese Zahl berücksichtigt Direktanlagen in Technologie sowie andere vorteilhafte indirekte Auswirkungen von Innovation wie die entsprechende Zuteilung von Ressourcen von absteigenden zu aufsteigenden Firmen. Quelle: The Innovation Imperative, OECD, 2015

Erfahren Sie mehr zu unseren Strategien, die von diesen Trends profitieren:

Über den Autor
Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Pictet Asset Management ist seit über 20 Jahren ein Pionier im Bereich thematischer Anlagen. Wir erkannten das Potenzial thematischer Strategien bereits während der 1990er Jahre und gehörten zu den ersten Anlageverwaltern, die ein Biotech-Produkt anboten. Darauf folgte unsere Wasserstrategie, die nach wie vor eine der sehr wenigen Strategien ist, die dieser einzigartigen Ressource gewidmet sind und die noch immer vom ursprünglichen Investmentmanager verwaltet wird. Im Laufe der folgenden Jahre haben wir eine umfassende thematische Produktpalette aufgebaut, darunter Branchen wie Gesundheit, Holz und Robotik. Auf diese Weise haben unsere Investoren Zugriff auf eine beliebige Anzahl an Anlagemöglichkeiten, die die verschiedenen Megatrends repräsentieren. Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management.
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"Combining two complementary viewpoints, which provide a more complete picture of investment risks and opportunities"

Laurent Nguyen explains in the latest issue of the ifund fundmanager interview, how he combines financial analysis with multi-dimensional ESG analysis in the Pictet European Sustainable Equities fund. Thereby, he aims at outperforming over the full market cycle but especially in times of high volatility and an uncertain environment.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?
Our philosophy is to select companies by applying a unified view of sustainability in both the financial AND extra-financial dimensions. We believe in blending the respective skills of judgmental, quantitative and ESG analysts to build defensive, diversified, albeit active, portfolios. Since our dual quantitative-ESG expertise dates back to the late 90s, we are convinced that the experience gained over those years coupled with our highly-skilled team members are our most precious assets.

Literally, the word “sustainable” denotes what is able to last or continue for a long time. In-line with this definition, we take a very candid approach to sustainability by investing in companies which, in our view, are more likely to still be there in the future. We are convinced that such companies should have two key features:

  • Financial robustness, in order to generate attractive risk-adjusted returns and face economic downturns.
  • Corporate responsibility, in order to make better long-term decisions 

Our investment objective is to deliver superior risk-adjusted returns by investing in companies that excel in both dimensions. By contrast, we seek to avoid companies that partially meet our investment criteria, for example by generating profits at the expense of society or the natural environment.

We achieve this by combining two complementary viewpoints (financial and extra-financial) which, taken together, provide a more complete picture of investment risks and opportunities.

How do you add value for your investors?
On the financial side, we apply a proprietary framework for assessing companies’ financial robustness. This is our Quality framework developed after the 2008 financial crisis and based on the observation that extra-financial analysis by itself was a necessary but not sufficient condition for generating attractive risk-adjusted returns over a full market cycle.

Our proprietary framework is based on what we call the 4 P’s of “quality”: Profitability, Prudence, Protection and Price.

  • Profitable companies are less-likely to take short-term, potentially counter-productive, measures due to market pressures. The comfort of a wide economic moat should translate in better strategic, value-enhancing, decisions in the long-run.
  • High financial leverage and aggressive M&A policies are double-edged swords. Prudent companies should be less vulnerable than their reckless peers during and after the unavoidable “hangover” phase.
  • Companies having demonstrated their ability to better navigate the economic cycle tend to provide down-market protection which is in-line with our conviction that in the long-run, to gain more, you have to start by losing less.
  • For a given stream of future cash-flows, the higher the price, the higher the riskiness (i.e. duration) of the asset. Moreover, stocks with high expectations embedded in the price are more likely to disappoint than others. Thus, attractively-priced companies are expected to outperform over the long-run.

Quality companies can hence be described as high and stable return businesses that are resilient to economic cycles and attractively priced. We analyze companies along those four axes by using financial indicators which capture the essence of each “P”. 

Similar to our financial analysis, we apply a multi-dimensional approach on the ESG side. We articulate our ESG research framework around four key pillars (Governance, Operations, Products, Controversies). This framework provides us with a strong basis for gaining further insight in corporate responsibility, detecting green washing, and integrating innovative data sources as they become available to the marketplace.

  • Governance is an important factor due to key role of board members in shaping a company’s long-term strategy and managing potential conflicts of interests between principals (shareholders) and agents (senior management). Our assessment includes conventional aspects of corporate governance (e.g. board composition, executive remuneration, auditing and shareholder’s rights) as well as unconventional aspects such as accounting integrity (which aims at detecting potential overstatements of revenues/assets and understatements of expenses/liabilities) and tax citizenship which measures the extent to which companies pay abnormally low corporate tax.
  • Operations focus on measurable environmental and social impacts of a company’s activities, including but not limited to: greenhouse gas (GHG) emissions, energy efficiency, water intensive operations, process and occupational safety. These factors are deployed in sectors where they are most material.
  • Products seek to identify companies that generate positive or negative externalities on society and/or the environment through their product mix. Products and services that we seek to gain exposure to include: zero and low carbon energy sources, energy efficiency solutions, pollution control, water & waste management, life & health insurance, healthy & organic food, healthcare equipment and services, and finance to SMEs. By contrast, products & services that we seek to avoid include: oil and coal, carbonated soft drinks, fast food, pesticides and insecticides, investment banking and high frequency trading. Hard exclusions apply to companies with at least 5% turnover in weapons, nuclear, tobacco, alcohol, gambling, pornography and GMOs.
  • Controversies enable to identify serious and recurrent cases of bribery and corruption, market abuse, supply chain and labor issues, pollution incidents or product scandals. This factor provides a good proxy of company reputation and adherence to universal principles such as the UN Global Compact.

In order to maximize the potential to deliver superior risk-adjusted returns based on financial and extra-financial analysis, we implement a systematic, scalable portfolio construction process, which builds upon our fundamental and quantitative skills.

How do you generate investment ideas?
As managers blending quantitative and fundamental analysis, our process is bottom-up by design. Our positioning reflects our ESG and quality assessment. We do not visit companies. 

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?
Our team is structured around three poles of research: quantitative, financial, ESG. Moreover, as systematic investors we rely on a robust IT infrastructure. The team comprises 7 people with a double-digit year average seniority.

In which market environment does your investment style work best?
Our multi-dimensional quality approach favors companies that tend to outperform the market over a full market cycle while being less risky than their peers. While tending to outperform over a full market cycle, our fund works best in highly volatile, uncertain environments. It is fact based evidence that in a global economy stuck in a climate of low growth and low inflation, the companies that tend to do well are those with stronger balance sheets and greater pricing power. Such stocks are less volatile over the long run, and tend to deliver stronger returns in distressed periods. An equity portfolio composed of financially robust companies can spread risk far more effectively over the course of the economic cycle. 

Beyond the cycle itself, the fund is also set to benefit from the gradual shift to a more sustainable economy driven by changing consumer preferences, technological advances, more stringent regulation and other measures that seek to protect public health and the environment.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Especially after the Brexit vote, Europe is at a crossroad. Uncertainty will be high and markets will be even more dependent on policy responses. In that environment, we are confident that our natural defensive stance should deliver attractive risk-adjusted in the years to come. We consider that the biggest risk lies in the banking system.

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?
Responsible investment is completely embedded in our stock selection criteria and ownership practices.  We only invest in companies that are within the top 50% of our ESG assessment.  We exercise our voting rights systematically and do not lend our shares, which enables us to vote on 100% of shares held in the portfolio. Portfolio companies are closely monitored to provide an early warning in case an accident happens. If the issue is serious and is not properly addressed by management, we will sell off. We also publish the ESG characteristics and composition of the portfolio on a quarterly basis. For example at the end of March, we were invested in companies that are 33% less carbon intensive than the MSCI Europe.

The sustainable nature of the fund is recognized by the German Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) which awarded two stars in 2015. See http://nachhaltigkeitsprofil.forum-ng.org/pictet-european_sustainable_equities-fng_nachhaltigkeitsprofil.pdf.

About Pictet
Founded in Geneva in 1805, the Pictet Group is today one of Europe's leading independent wealth and asset managers, with CHF 424 billion in assets under management or custody at 31 March 2016. The Pictet Group is owned and managed by seven partners ,with principles of ownership and succession that have remained unchanged since foundation.
The Group applies a prudent risk management policy. This policy is expressed in a high liquidity coverage ratio that reflects our conservative balance sheet policies. Furthermore, the Group's equity level is well in excess of the Swiss legal requirements, among the most stringent in the world.
The Pictet Group, headquartered in Geneva, employs more than 3,900 people. It is also present in Amsterdam, Barcelona, Basel, Brussels, Dubai, Florence, Frankfurt, Hong Kong, Lausanne, London, Luxembourg, Madrid, Milan, Montreal, Nassau, Osaka, Paris, Rome, Singapore, Taipei, Tel Aviv, Turin, Tokyo and Zurich.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news,+49 69 57708987