Big Data als Basis für KI-gesteuertes Asset Management

Der Investorentrend hält an – weiterhin findet eine rapide Verschiebung von aktiven Managern hin zu passiven Vehikeln statt. Die Asset Management-Industrie steht daher vor einer großen Herausforderung.

Es gilt, innovative Konzepte zu entwickeln, die den Entscheidungs- und Investmentprozess auf eine neue Grundlage stellen. Die Catana Capital GmbH ist einer dieser Asset Manager, die sich der Weiterentwicklung und Digitalisierung der aktiven Vermögensverwaltung verschrieben haben. FondsTrends sprach mit Holger Knauer, Geschäftsführer der Catana Capital GmbH, über Herausforderungen und Potential von Big Data und künstlicher Intelligenz in der aktiven Vermögensverwaltung.

FondsTrends: Herr Knauer, die Entwicklung hin zu passiven Geldanlagen schreitet weiter voran. Was spricht überhaupt noch für aktives Fondsmanagement?

Holger Knauer: Wir haben eine Dekade hinter uns, in der fast alle Assetklassen weltweit eine signifikant positive Wertentwicklung verzeichneten. Damit waren auch passive long-only-Produkte besonders attraktiv. Gleichzeitig hatten aktive Manager keine wirklichen Produktinnovationen zu bieten, die diesem Trend entgegenwirken konnten. Aus meiner Sicht steht die Asset Management-Industrie vor der großen Herausforderung, Prozesse im aktiven Management effizienter zu gestalten und mit Hilfe von Digitalisierung Kosten zu senken. Auf diesen beiden Feldern bietet die Digitalisierung daher beträchtliche Möglichkeiten, die unbestrittenen Vorteile des aktiven Managements zu erhöhen.

FondsTrends: Die angesprochene Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran, doch speziell im deutschsprachigen Raum scheint das Asset Management hinterherzuhinken. Wie beobachten Sie diese Veränderungen?

Holger Knauer: Da kann ich zunächst nur einmal zustimmen. Das Asset Management ist nun nicht gerade auf der Überholspur, was das Thema Digitalisierung angeht. Dies gilt aber meinem Empfinden nach für den Großteil des Finanzmarktsektors. Gründungsgedanke der Catana war es daher auch, die höchstmögliche Prozessautomatisierung im Asset Management auf der operativen Seite mit dem Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz bei unseren Investmententscheidungen zu kombinieren.

FondsTrends: Die Schlagwörter Big Data und insbesondere künstliche Intelligenz werden ja zurzeit beinahe inflationär gebraucht. Doch was genau können wir uns unter dem Einsatz von künstlicher Intelligenz vorstellen? Ein Supercomputer, der selbstständig Handelsentscheidungen trifft?

Holger Knauer: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass meiner Meinung nach der Einsatz von künstlicher Intelligenz immer noch in den Kinderschuhen steckt. Dennoch ist sie bereits im Alltag weit verbreitet: sei es im Navigationssystem unseres Handys, bei der digitalen Bilderkennung oder in Assistenten wie Siri und Alexa. KI-Anwendungen eignen sich hervorragend für Mustererkennungen in einem bestimmten Bereich. Ich bin fest überzeugt, dass diese Begriffe im Asset Management hingegen sehr häufig als reines Marketinginstrument gebraucht, aber kaum in der Praxis angewendet werden.

FondsTrends: Wie helfen Ihnen konkret Big Data und künstliche Intelligenz beim Investmentprozess?

Holger Knauer: Fangen wir vorne an. Grundlage unserer Handelsstrategie ist eine Big Data-Datenbank, die täglich um mehr als 2 Millionen Nachrichten, Artikel, Research-Berichte, Blog- & Foreneinträge sowie Tweets erweitert wird. Die gesammelten Artikel sind in Deutsch, Englisch oder Chinesisch verfasst und enthalten Informationen zu mehr als 45.000 Wertpapieren weltweit. Die überwiegende Mehrheit dieser Texte stammt dabei aus nutzergenerierten Inhalten, die es so vor zehn Jahren überhaupt noch nicht gab. Diese Daten stellen die Grundlage für unsere Handelsentscheidungen dar. Meiner Meinung nach liegt gerade in dieser Andersartigkeit der verwendeten Daten ein maßgebliches Unterscheidungskriterium zu traditionellen Asset Managern.

FondsTrends: Und diese Vielzahl an Daten werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet?

Holger Knauer: Richtig. Anders ist das bei 23 Nachrichten in der Sekunde überhaupt nicht möglich. Zunächst werden die Texte mittels Natural Language Processing (NLP) ausgewertet und in einen Stimmungs-Score umgewandelt. Diese Scores werden mit Hilfe etablierter Machine Learning-Verfahren ausgewertet, um abschließend daraus Handelsentscheidungen abzuleiten. Davon versprechen wir uns Informations- und daraus resultierend Wettbewerbsvorteile gegenüber traditionellen Asset Managern.

FondsTrends: Wie setzen sie diese Strategie konkret um?

Holger Knauer: Wir sind vor einigen Wochen mit dem Data Intelligence Fund (ISIN: DE000A2H9A76) an den Markt gegangen, in dem gleichzeitig eine aktive Titelselektion als auch eine Allokationsstrategie kombiniert wird. Unser Ziel ist es, uns mit diesem neuartigen UCITS-Fonds zu etablieren und weitere innovative Produkte zu entwickeln. Ganz bewusst gehen wir vertriebsseitig auch auf die Zielgruppe „Digital Natives“ zu, da dort die Wahrnehmung für ein derartiges Produkt eine andere ist und diese von traditionellen Fondsprodukten sowie deren Marketing nicht angesprochen werden. Wir sind der festen Überzeugung, dass vertrieblich neue Wege notwendig sind, um neue Kundengruppen für Investmentfonds zu interessieren. Daher haben wir in den letzten Wochen an einem Marketingkonzept gearbeitet, Erklärvideos zum Fonds produziert und sind mittlerweile auch auf allen wichtigen Social Media-Plattformen aktiv.

FondsTrends: Herr Knauer, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen viel Erfolg mit dem Data Intelligence und weiteren möglichen Produkten.


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Künstliche Intelligenz im Investment Management

Der Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz bietet Asset Managern ungeahnte Möglichkeiten und dürfte die Branche grundlegend verändern. Die in Frankfurt ansässige Catana Capital GmbH hat ein Fondsprodukt entwickelt, das auf der Realtime-Analyse von Millionen von Onlineinhalten beruht. Dabei werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz redaktionelle und nutzergenerierte Nachrichten ausgewertet, um anschließend daraus Handelsentscheidungen abzuleiten.

Holger Knauer

Holger Knauer ist seit März 2016 Geschäftsführer und Chief Risk Officer der Catana Capital GmbH. Der gelernte Bankkaufmann und Wertpapierhändler startete nach einem BWL-Studium seine Karriere als Assistent der Geschäftsleitung der Universal-Investment GmbH. Danach war er dort lange Jahre als stellvertretender Abteilungsleiter für das institutionelle Geschäft tätig, ehe er 2012 als Vorstand zur Celios Investment AG (vormals Prisma Investment AG) wechselte.

Datenqualität als Herausforderung oder Mehrwert?

von Michael Günther und Pablo Hess, den Fondsmanagern des Tungsten TRYCON Basic Invest HAIG.

Zwei von drei Anlegern (70 Prozent) versprechen sich von der Verarbeitung und Nutzbarmachung großer Datenmengen den größten Wertbeitrag für eine moderne Fondsstrategie. Allerdings erwartet fast die Hälfte (47 Prozent) der Anleger, dass die Qualität der Daten künftig die größte Herausforderung beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Portfoliomanagement sein dürfte. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen qualitativen Umfrage der Frankfurter Asset Management-Gesellschaft Tungsten Capital unter mehr als 50 Anlegern, darunter vornehmlich institutionelle und semi-institutionelle Investoren.

Spannenderweise ist Rendite nicht der wichtigste Faktor, mit dem Anleger den Einsatz neuer KI-Technologien bei der Geldanlage bewerten. Lediglich 26 Prozent der Befragten nennen Performancevorteile als Top-Priorität. Dagegen kommen der Verbesserung des Chance-Risiko-Verhältnisses (51 Prozent) und der Eliminierung des Behavioral Bias (43 Prozent), also emotionaler Einflüsse, jeweils eine deutlich höhere Bedeutung zu (Mehrfachnennungen waren möglich). Schlüsselkriterium ist jedoch die Berücksichtigung einer Vielzahl von Variablen und relevanter Datenquellen (70 Prozent). „Das Thema Daten spielt für Investoren eine wichtige Rolle“, kommentiert Michael Günther, Portfoliomanager von Tungsten TRYCON, die Ergebnisse. „Fortschritte in Hard- und Software ermöglichen es, die Portfolioauswahl mittels maschineller Intelligenz und Analysetechnologien zu unterstützen. Der Aufwand für die Rechenleistung und Datenverknüpfung ist dabei mithin immens“.

Allerdings nimmt ein großer Teil der Anleger (47 Prozent) die Qualität der verfügbaren Daten auch als größte Herausforderung bei der Umsetzung einer von Algorithmen gestützten Investmentstrategie wahr. „Inwieweit die Leistungsfähigkeit von KI den menschlichen Analysten ergänzt und welche Art von Daten dabei zum Einsatz kommen, dies wird die Asset Management-Branche in den nächsten Jahren verstärkt beschäftigen“, führt Pablo Hess, ebenfalls Portfoliomanager von Tungsten TRYCON, weiter an. „Einige Anbieter nutzen bisher vornehmlich strukturierte Finanzinformationen und Zeitreihen, etwa Preis- und Umsatzdaten, andere versprechen sich Erkenntnisse beispielsweise aus Social Media-Nachrichten wie Twitter oder Blogs“.

Hinkt die Finanzindustrie anderen Branchen hinterher?

Während in anderen KI-Anwendungsbereichen – etwa Spracherkennung für Mobiltelefone – eindeutigere Muster vorherrschen, sind die Kapitalmärkte von einem hohen Maß an Ungewissheit geprägt. Fast jeder zweite Teilnehmer (47 Prozent) hält daher neben der Datenqualität die Eigenheiten und Komplexität der Finanzmärkte für die größte Herausforderung in der Praxis. „Künstliche Intelligenz im Fondsmanagement arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt möglicher Szenarien und Kursentwicklungen. Eine Gewissheit über zukünftige Entwicklungen kann auch die KI nicht geben“, bekräftigt Michael Günther. Vorangegangene Umfragen, etwa jüngste Studien des BVI, fokussierten vornehmlich auf administrativen, prozessualen sowie IT- und vertriebsseitigen Einsatzgebieten von KI. „Mit unserer Umfrage verfolgten wir das Ziel, einige qualitative Einschätzungen aus Anlegersicht dezidiert zum Nischenthema KI im Investment Management einzuholen“. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Umfrageteilnehmer die Finanzbranche beim Einsatz von KI im Branchenvergleich nur auf einem der hinteren Plätze verorten. Im Automobilsektor wird KI aus Sicht der befragten Anleger bislang am erfolgreichsten eingesetzt (Platz 1), gefolgt von der Telekommunikations- und Pharmaindustrie. Die Finanzbranche rangiert auf dem letzten Platz, knapp hinter dem Energiesektor. „Die Anwendung von KI in der Finanzbranche ist vermutlich weniger greifbar als in anderen Industrien, denkt man nur an das autonome Fahren. Automatisierungen und Prozesseffizienzen sind nur eine Einsatzmöglichkeit von KI im Finanzbereich, die Identifizierung von Handelsgelegenheiten im Portfoliomanagement bildet eine weitere“, gibt Pablo Hess zu bedenken. „Gleichsam wird das Thema auch innerhalb der Finanzbranche nicht immer trennscharf – zum Beispiel gegenüber Robo-Advisory – behandelt“.

Aufholpotenzial gegenüber USA und China

Fortschrittliche KI-Technologien wurden bisher, so die Ausgangsthese für die Umfrage, vornehmlich mit dem Silicon Valley assoziiert. Die Ergebnisse der Umfrage deuten darauf hin, dass die befragten Anleger Nachholbedarf für Deutschland und Europa sehen. Bei der Frage, welche Länder und Regionen künftig KI-Zukunftstechnologien dominieren werden, konnten die Teilnehmer Schulnoten (1 = sehr gut bis 6 = ungenügend) für die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte vergeben. Den USA und China stellen die Anleger mit der Note 2 jeweils ein gutes Zeugnis aus, Deutschland und Europa schneiden nur mit Note 4 ab.

Inwieweit KI im Fondsmanagement in Deutschland weiter Verbreitung finden wird, dies wird aus Sicht der Autoren nicht nur auf der Angebotsseite entschieden. „Wir gehen davon aus, dass mehr Anbieter die Potenziale von KI erschließen wollen und entsprechende Technologiekenntnisse an Bord holen werden“, so Michael Günther. „Die Umstellung auf einen größeren Anteil der KI im Investmentprozess wird die Branche in den nächsten drei bis fünf Jahren ein Stück weit verändern“. Wichtig sei aber, dass dieser Innovationsschub mit der Nachfrageseite korrespondiert. „Investoren erwarten einen Mehrwert gegenüber einer Anlagelösung, die keine KI einsetzt“. Wenn die Branche ihre Hausaufgaben macht, dann dürfte der Wertbeitrag von KI im Investment Management aus Sicht der befragten Anleger künftig hoch (62 Prozent) oder sogar sehr hoch (13 Prozent) sein. Über drei Viertel der Umfrageteilnehmer (81 Prozent) gehen davon aus, dass die Nachfrage nach KI-basierten Investmentstrategien in den nächsten fünf Jahren (erheblich) zunehmen wird.


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Künstliche Intelligenz im Investment Management

Die Umfrage „Künstliche Intelligenz im Investment Management 2019“ wurde in diesem Jahr erstmals von TRYCON im Zeitraum 6. bis 14. Mai 2019 online durchgeführt. An der Umfrage nahmen 53 Anleger teil, davon ca. 82 Prozent institutionelle Investoren, Vermögensverwalter, Family Offices und Anlageberater sowie ca. 18 Prozent Privatanleger. Die Umfrage ist qualitativ (sie erhebt nicht den Anspruch einer quantitativen Erhebung) und beleuchtet Einschätzungen und Trends zur Wahrnehmung der Vorteile und Herausforderungen beim Einsatz von KI in Fonds und Investmentstrategien.

Michael Günther

Michael Günther ist einer der zwei Fondsmanager des Tungsten TRYCON Basic Invest HAIG. Sein Schwerpunkt ist neben dem Portfolio Management die Programmierung und Weiterentwicklung der proprietären Portfolio- und Risk Management-Software auf Basis von MATLAB. Herr Günther ist außerdem seit 2002 Vorstandsmitglied der TRYCON G.C.M. AG.

Pablo Hess

Pablo Hess ist einer der zwei Fondsmanager des Tungsten TRYCON Basic Invest HAIG. Sein Schwerpunkt ist neben dem Portfolio Management das Research und die (Weiter-)Entwicklung von Multi-Asset-Handelsstrategien insbesondere für börsengelistete Derivate. Im Fokus stehen hierbei hochentwickelte quantitative Modelle. Aber auch Trendfolgemodelle oder Optionshandelsstrategien bilden einen weiteren Schwerpunkt. Herr Hess ist außerdem seit 2002 Vorstandsmitglied der TRYCON G.C.M. AG.

Nachhaltige Investments mit dem Bio-Rohstoff Hanf

Der Gesellschaft wird zusehends die globale klimatische Entwicklung bewusst, sodass nachhaltige und ökologisch korrekte Investments seit Jahren an Priorität gewinnen. Einige Innovationen sind in sich widersprüchlich, wie etwa die Mobilitätsthematik und E-Antriebstechnologien, mit hohem Bedarf an Lithium und Kobalt. Hanf scheint hingegen ein berechtigtes Trendthema zu sein. Richtet man nun den Fokus auf die Pflanze und den daraus entstehenden Bio-Rohstoff entfalten sich facettenreiche Verwendungszwecke, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Ein Bio-Rohstoff sollte schnell wachsen, robust gegen Schädlinge sein, und eine hohe Qualität und vielseitige Nutzung der Bio-Masse bieten.

Hanf wächst hervorragend, ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammend bietet die heutige variantenreiche Genetik optimale Anbaubedingungen nahezu rund um den Globus. Vergleicht man Hanf an dieser Stelle mit anderen Bio-Rohstoffen, entfallen somit potenziell die Transportkosten – gut für den Geldbeutel und den geologischen Fußabdruck. Beim Wuchs entfallen anders als bei nahezu jeder anderen industriellen Feldfrucht der Bedarf an Pestiziden (gegen Schädlinge) und Herbiziden (gegen Pilzbefall). Die Cannabinoide THC und CBD, in der Pharmazie und als Genussmittel bekannt, beinhalten optimale natürliche Schutzmechanismen gegen diesen Schadbefall. Noch besser wird die Öko-Bilanz dadurch, dass Hanf während des Wuchs Agrarböden revitalisiert und durch die schnell wachsende Bio-Masse große Mengen CO2 bindet.

Ist der Hanf nun erntebereit bietet er verschiedene Rohstoffe: Fasern, Schäben, Samen, Blätter und Blüten.

Für die Lebensmittelindustrie gilt: Hanfsamen gehören zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten. Hanföl, gewonnen aus den Hanfsamen, ist besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, hier sind besonderes die essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure zu beachten. Die Omega-3-Fettsäure kommt nur in sehr wenigen Speiseölen in dieser hohen Konzentration vor. Hanfprotein, ein veganes Protein aus den Hanfsamen, enthält alle 8 essenziellen Aminosäuren und ist sogar leichter verdaulich als Sojaprotein. Hanf kann potenziell eine tragende Rolle in der Welt-Ernährungsfrage spielen.

In der Bauindustrie ist Hanf geschätzt, 97% der Pflanze können verarbeitet werden. Die Fasern sind langlebig, leicht, reißfest, diffusionsoffen, auch nach Verarbeitung resistent gegen Schädlinge und Pilzbefall sowie ungeeignet für den Nestbau von Nagetieren. Hanfdämmmatten werden z.B. für Wärme und Schalldämmung verwendet.

Papier aus Hanffasern wurde vor 2000 Jahren in China erfunden und gelang im 13. Jahrhundert nach Europa. Es war über Jahrhunderte der meist verbreitete Rohstoff für die Papierherstellung. In der industriellen Entwicklung wurde es jedoch günstiger, Wälder zur Papierherstellung zu roden. Welche gravierenden folgen die gerodeten Waldflächen auf die klimatische Situation haben muss hier wohl nicht erörtert werden. Hanf wächst um ein Vielfaches schneller als Forst und enthält deutlich mehr Zellstoff. Die Faser muss nicht mit Chemikalien gebleicht werden und ist wesentlich stabiler und reißfester, somit langlebiger als die Holzfasern.

In der Textilindustrie konkurriert Hanf mit Baumwolle. Für die globale Baumwollproduktion werden jährlich 256 Kubikkilometer Wasser benötigt, genügend Süßwasser, um jeden Erdenbürger pro Tag mit 120 Litern Frischwasser zu versorgen. Hanf nimmt im Wuchs das doppelte an CO2 auf und benötigt für eine Tonne Faser ca 500 Liter Wasser, Baumwolle hingegen satte 10.000 Liter. 

In der Chemieindustrie kann Hanf petrochemische Kunststoffarten (Kunststoff auf Grundlage von Erdöl) ersetzen.  Die Hanffasern bestehen aus ca. 77% Zellulose, einem Rohstoff, aus dem sich biologisch abbaubarer Kunststoff herstellen lässt. „Bioplastik“ zersetzt sich weitergehend nicht in Mikroplastikteilchen.

In der Mobilität bietet Hanf daher für die Automobil, Luft- und Raumfahrt optimale Rohstoffstrukturen für den treibstoffsparenden und CO2 neutralen Leichtbau. Der größte Abnehmer von Nutzhanf in Deutschland ist die Automobilbranche.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 7 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Wie modelliert man einen Handelskrieg?

von Christoph V. Schon, CFA, CIPM, Executive Director, Applied Research, Axioma.

“Wie modelliert man einen Handelskrieg?“ ist eine Frage, die uns in den vergangenen 12 Monaten des Öfteren gestellt wurde. Trotz vermeintlicher politischer „Fortschritte“ zu Beginn des Jahres ist das Thema in jüngster Zeit wieder aktueller denn je—insbesondere nach den neuerlichen gegenseitigen Zollerhöhungen seitens der Vereinigten Staaten und China. Auch die Entscheidung über eventuelle Sonderabgaben auf Europäische Autoimporte in die USA liegt nur temporär auf Eis.

In einer kürzlichen Studie untersuchten wir, wie sich eine weitere Ausweitung des Konfliktes zwischen China und den USA auf verschiedene Anlageklassen auswirken könnte. Unter Zuhilfenahme der Stresstest-Funktionalitäten in unserer Axioma Risk™ Portfolioanalyse-Plattform modellierten wir ein Szenario, in dem wir einen simultanen Kursverfall am amerikanischen und chinesischen Aktienmarkt von 15% bzw. 20% unterstellten. Damit einher ging eine durchschnittliche Dollarabwertung von 5% und ein Renditerückgang bei 10-jährigen US-Staatsanleihen von 45 Basispunkten. Als Prognosehorizont nahmen wir einen Dreimonatszeitraum an. Die übrigen Preisfaktorbewegungen schätzten wir basierend auf historischen Wechselwirkungen während verschiedener Phasen des Handelskrieges in den letzten zwei Jahren: Ausbruch, Eskalation, Entspannung und erneute Eskalation.

In allen modellierten Umfeldern zeigte sich ein konsistentes Bild: die deutsche Wirtschaft würde aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von der Automobilindustrie und der Technologiebranche überproportional hart getroffen. Sichere Häfen wie Bundesanleihen, Schweizer Franken, Yen und Gold sollten dagegen von einer Qualitätsflucht profitieren. Aber auch defensivere Anlagen wie Versorgungsbetriebe und Basiskonsumgüter könnten mit geringeren Verlusten rechnen. Am Rentenmarkt sollten in solch einem Umfeld hauptsächlich Hochzinsanleihen und peripherere Emittenten vermieden werden. Italien erscheint dabei aufgrund des erhöhten politischen Risikos besonders anfällig für Erhöhungen der Risikoprämie.

Definition eines Stresstests: Variablenschocks und Präzedenzfälle

Bei der Definition eines Stresstestes sind grundsätzlich zwei Entscheidungen zu treffen: (1) welche Variablen sollen geschockt werden und um wieviel, und (2) welche (historische) Periode eignet sich am besten, um die damit einhergehenden Bewegungen der andere Preisfaktoren zu schätzen? Die letztere Frage stellt sich oft als die schwierigere heraus, insbesondere wenn ein Szenario modelliert werden soll, welches es in dieser Form so noch nicht gab (zum Beispiel ein nuklearer Konflikt auf der koreanischen Halbinsel oder die Zeit vor dem Brexit-Referendum im Juni 2016).

Allerdings waren für ein Handelskriegsszenario ausreichend Präzedenzfälle vorhanden, die zur Kalibrierung der Kovarianzen und Betas herangezogen werden konnten. Der erste war der Ausbruch des Handelskonfliktes im März 2018, als Präsident Trump die ersten Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus China ankündigte. Die nächste Eskalation konnten wir im darauffolgenden Juni beobachten, als die US-Administration Abgaben auf weitere 200 Mrd. Dollar androhte. Dies war auch die Zeit, in der der amerikanische Präsident zum ersten Mal Strafzahlungen auf Automobilimporte aus der Europäischen Union mit der Begründung ins Spiel brachte, dass diese ein potenzielles Sicherheitsrisiko für die Vereinigten Staaten darstellten.

Die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Handelsdelegationen aus China und den USA im 1. Quartal 2019 brachte dann eine temporäre Erleichterung, und die Aktienkurse stiegen zusammen mit Anleiherenditen und dem US-Dollar. Die Erholung hielt bis in den April an, drehte sich dann aber schlagartig wieder um, als der US-Präsident erneute Sonderabgaben ankündigte. Auch die jüngste Entscheidung, die Europäischen Autozölle aufzuschieben, sorgte nur vorübergehend für Entspannung.

Ähnliche Korrelationsmuster für die „Flucht in Qualität“

Was all diesen verschieden Phasen des Handelskrieges gemein war, war das Wechselspiel zwischen den großen Anlageklassen. Nach der ersten Ankündigung der Zölle im März und während der Eskalation im 2. Quartal 2018 kam es zu einer „Flucht in Qualität“ aus riskanten Aktieninvestments und dem US-Dollar heraus und in „sichere Häfen“ wie hochqualitative Staatsanleihen beziehungsweise den Schweizer Franken und den japanischen Yen hinein. Die exakt umgekehrten Flüsse konnten wir dann Anfang 2019 beobachten, als wachsender Optimismus über die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen China und den USA den Risikoappetit der Marktteilnehmer wiederanfachte.

Obwohl die absoluten Marktbewegungen in beiden Szenarien entgegengesetzt verliefen, waren die relativen Ströme und damit die Korrelationen sehr ähnlich; d.h. die Kursverluste oder -gewinne an den Aktienmärkten wurden durch Preisanstiege bzw. -verfälle bei den Rentenpapieren teilweise ausgeglichen. Dadurch ergaben sich, vor allem in den Baissemärkten, gute Diversifikationsmöglichkeiten. Der Effekt der Währungsallokation hing allerdings vom Standort des Anlegers ab. Am günstigsten waren die Bedingungen für US-Investoren, da ihre ausländischen Aktienverluste durch das Aufwerten der Fremdwährung gegenüber dem Dollar abgemildert wurden. Europäische Anleger hingegen mussten aufgrund des schwächeren Umtauschkurses doppelte Verluste hinnehmen.

Länge der Kalibrierungsperiode: weniger ist oft mehr

Aufgrund der konsistenten und erwartungsgemäßen Korrelationsmuster eignen sich die genannten Perioden gut, um die voraussichtlichen Marktbewegungen im Falle einer erneuten Eskalation des Handelskonfliktes zu modellieren. Was die Länge der Kalibrierungsperiode betrifft, ist erfahrungsgemäß weniger oft mehr. In einem Stresstest soll, wie der Name andeutet, ein extremes Szenario—mit oft extremen Korrelationen—modelliert werden. Wählt man die Kalibrierungsperiode zu lang, ist häufig zu beobachten, dass die Betas und Korrelationen geringer ausfallen, was dann zu schwächeren Abhängigkeiten und weniger ausgeprägten Preisveränderungen führt. Auf der anderen Seite sollte man aber auch den Zeitraum nicht zu kurz wählen, da ansonsten nicht genügend Datenpunkte zur Verfügung stehen. Unserer Erfahrung nach stellen tägliche Renditen über einen Zeitraum von 12 Wochen oftmals einen guten Kompromiss dar.

Konkret verwendeten wir die folgenden Zeitfenster zur Kalibrierung der Stresstests:

  • Ausbruch des Konfliktes mit China: 15. Januar bis 6. April 2018
  • Eskalation und Ausweitung auf EU: 9. April bis 29. Juni 2018
  • Entspannung und Verhandlungen: 14. Januar bis 5. April 2019
  • Erneute Re-Eskalation: 8. April 2019 bis 31. Mai 2019

In allen vier Fällen wandten wir die obengenannten Schocks an: US-Aktien -15%, China -20%, Dollar Index -5% und 10-Jahre US-Treasury -45 Basispunkte. Im Entspannungsumfeld waren dabei die modellierten Marktbewegungen entgegengesetzt zu den tatsächlich im 1. Quartal 2019 beobachteten. Dies führte jedoch aufgrund der gleichartigen Korrelationsmuster erwartungsgemäß zu ähnlichen simulierten Renditen wie in den anderen drei Szenarien.

Deutschland wahrscheinlich am stärksten betroffen

Die untenstehende Tabelle zeigt simulierte Renditen von ausgewählten Ländern und Sektoren in Axioma‘s euro-denominierten Multi-Anlageklassen-Portfolio. Die Spalten beziehen sich dabei auf die obengenannten Zeitperioden. Die Ergebnisse zeigen konsistent, dass Deutschland aus allen großen, europäischen Ländern von einem solchen Szenario am stärksten betroffen würde. Ein wichtiger Treiber ist dabei die starke Abhängigkeit von der Automobilindustrie. Aber auch die Technologiebranche und das produzierende Gewerbe—weitere wichtige Standbeine der deutschen Ökonomie—zeigen schwere Verluste. Generell werden zyklische Sektoren wie Nicht-Basiskonsumgüter, zu denen auch die Automobilbranche zählt, stärker betroffen sein als defensivere Anlagen, wie Versorgungsbetriebe oder Basiskonsumgüter.

Hochqualitative Staatsanleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sollten von der Flucht in Qualität profitieren, zusammen mit anderen sicheren Häfen wie Gold, dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen. Periphere Emittenten und Unternehmensanleihen—Hochzinspapiere insbesondere—müssen hingegen mit erhöhten Risikoprämien und damit Verlusten rechnen. Der Ölpreis sollte ebenfalls aufgrund seiner hohen Korrelation mit dem Aktienmarkt fallen.

Simulierte Renditen auf ausgewählte Länder und Sektoren

Anlageklasse

Ausbruch

Eskalation

Entspannung

Re-Eskalation

Aktien

 

 

 

 

Gesamteuropäisch

-15,1

-11,5

-11,1

-14,2

Informationstechnologie

-19,3

-15,4

-17,5

-28,9

Industrie

-16,1

-13,9

-12,8

-19,4

Nicht-Basiskonsumgüter

-14,9

-14,2

-12,9

-18,8

Roh-, Hilfs- & Betriebsstoffe

-15,6

-14,8

-15,4

-18,6

Finanzwesen

-14,7

-13,5

-17,4

-15,8

Gesundheitswesen

-16,4

-12,2

-11,2

-15,8

Telekommunikationsdienste

-13,1

-8,1

-7,2

-9,8

Energie

-15,0

-11,2

-10,6

-9,3

Immobilien

-11,2

-4,5

-2,2

-7,8

Basiskonsumgüter

-13,1

-5,7

-9,6

-5,8

Versorgungsbetriebe

-11,9

-6,6

-5,8

-0,3

Deutschland

-18,4

-13,8

-12,6

-18,7

Automobile & Komponenten

-18,8

-20,1

-18,3

-19,0

Frankreich

-15,8

-10,9

-12,3

-17,0

Niederlande

-17,3

-11,7

-12,3

-14,6

Italien

-14,5

-10,4

-10,6

-13,0

Schweiz

-15,6

-12,0

-9,6

-12,7

Großbritannien

-13,3

-11,9

-13,2

-11,5

Spanien

-14,8

-9,0

-8,8

-9,6

Euro-Staatsanleihen

 

 

 

 

Italien

-0,1

-5,2

-2,8

-0,6

Spanien

0,8

0,3

-0,5

-0,7

Niederlande

1,1

1,7

0,9

0,8

Frankreich

0,6

1,2

0,7

0,9

Deutschland

1,1

1,7

1,0

1,0

Unternehmensanleihen

 

 

 

 

Investment Grade

-1,9

-1,5

0,0

-0,1

High Yield

-8,2

-9,1

-0,9

-5,0

Fremdwährungen ggü. EUR

 

 

 

 

USD

-4,4

-4,0

-1,3

-3,3

GBP

-1,8

-2,0

3,0

-0,7

CHF

1,4

-0,4

0,4

0,9

JPY

3,6

0,8

2,5

3,5

Rohstoffe

 

 

 

 

Gold

7,8

3,0

5,4

11,5

Öl

-11,9

-10,1

-14,6

-18,3

Quelle: Axioma Risk™


Christoph V. Schon, CFA, CIPM

ist seit Mai 2016 als Executive Director für das Applied Research in EMEA bei Axioma in London verantwortlich. Er verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich der Portfoliorisiko- und Performanceanalyse bei verschiedenen Systemanbietern (POINT, UBS Delta) und war davor für 6 Jahre als Rentenanalyst bei der Dresdner Bank tätig. Er besitzt ein Diplom in Wirtschaftsingenieurwesen (ET) von der TU Darmstadt.

Axioma

ist ein weltweit führender Anbieter von innovativen Risiko­management- und Portfoliomanagement­lösungen für Finanzinstitute. Mit Schwerpunkten auf Innovation, Einsatz moderner Technologien und herausragendem Service bietet Axioma seinen Kunden leistungsfähigere Systeme mit mehr Flexibilität für maßgeschneiderte Lösungen. Mit Hauptsitz in New York und Niederlassungen in Europa und Asien hat Axioma eine globale Reichweite und bietet gleichzeitig lokale Unterstützung.

Why ESG trends matter

by François Millet, Head of Strategy, ESG & Innovation – Lyxor ETF.

Spices, silks, and porcelain are just a few of the things people associate with the Dutch East India Company. But the firm was also the first to be targeted by activist shareholders. In the 1600s, its investors filed a petition against the company and lobbied the public to push for better governance and for its finances to be managed more effectively.

Four centuries later, shareholders have become much more active and powerful. The perception is that active managers are the ones taking the activist lead and that passive funds may be “silent” when it comes to tackling firms on governance and ESG factors, but is that fair?

Can passive really be active?

One reason for this perception is that active managers have the power to offload stocks of companies with poor governance or ESG records. However, passive managers lack this exit strategy as they need to invest in the same securities as their benchmarks. Likewise, active managers may prefer stocks of well-governed and responsible companies, which can in turn motivate companies to do more in these fields, so that they are chosen by these funds. But traditional passive managers lack this power, so, in theory, even companies with low ESG ratings could attract investments from these funds, simply by virtue of their inclusion in a benchmark.

Stay on trend

When governance goes bad, portfolios can suffer. One of the most infamous cases of recent times concerns Carlos Ghosn – former Chairman and CEO of the Renault-Nissan-Mitsubishi consortium – and his arrest under suspicion of financial misconduct in November last year. Long perceived as a successful and charismatic business leader, it came as a shock to the business community. Corporate governance and the dangers of leaving too much power unchecked in too few hands have been in the spotlight ever since. So, what can you do to try to get a more rigorous grip on governance in your portfolio?

Putting the G in ESG

If you hold a fund with hundreds – if not thousands – of stocks, you’d be forgiven for not having the time or expertise to carry out a thorough due diligence of each and every one of them based on their ESG metrics. The good news is, there are experts who have that kind of know-how. When choosing the strategy underlying our broad ESG ETFs, we chose to partner with index provider and ESG research specialist, MSCI.

MSCI has over 40 years of experience in collecting, cleaning and standardising data on ESG policies. In building their ‘best-in-class’ ESG Leaders benchmark series, their goal is to include companies with the highest ESG rating in each sector, with a 50% sector representation vs. the broad parent index.

At this level already, neither Nissan nor Mitsubishi Motors made the cut for the ESG Leaders indices. They both had an MSCI ESG Rating of CCC – the worst possible ranking. In Nissan’s case, this was mainly to do with weak governance practices, safety, and emission falsifications. Mitsubishi Motors’ score related to similar issues around poor business ethics, fraud, and a fuel test manipulation controversy.

Why it’s worth going the extra mile

Here’s where things get interesting. Renault, according to MSCI1, still scores well in areas like safety and clean tech. So, while not securing the top AAA rating, it still fares relatively well with an A – which is enough for it to feature in European MSCI ESG Leaders indices.

It is possible to take it further however and adopt the MSCI’s ESG Trend Leaders series. Not only do these benchmarks require a high ESG score, they also take that score’s trend into account. If a company has improved its ESG score over a one-year period, it is more likely to be included in one of these indices. A downward trend reduces that likelihood.

Renault, as we’ve said, has a decent ESG score and was in fact rated AA at one stage, but because of “concerns over potential conflict of interests in the role held by the Chairman, Mr. Carlos Ghosn”, and additional concerns over governance practices linked to its complex ownership structure, MSCI downgraded its rating before news of the scandal actually broke.

The key single risk factor identified by MSCI’s ESG research was corporate governance. The downward trend meant Renault was not present in the MSCI ESG Trend Leaders benchmarks tracked by the Lyxor World ESG and EMU ESG ETFs, meaning they were not exposed to the ensuing share price tumble. That’s not to say using Trend is a perfect way to avoid issues of poor governance and there is always the risk that something could slip through the net. It could however give you a head start.

Engagement is everything

It’s not just about how Lyxor ESG funds operate; we also have a broader duty to the world around us. Unlike most other passive managers, we engage directly with companies to induce them to improve their sustainability practices.

We also look to influence companies to become more responsible by using the voting rights given to us as large shareholders. We are committed to promoting sound governance, so we work in tandem with Institutional Shareholder Services, one of the world’s largest proxy organisations, to make our voice heard more often than we otherwise could.

To date, we have voted on more than 2,600 resolutions and, from an AUM perspective, we have voted on €14bn+ of equity positions. We have cast negative votes in 22% of resolutions and voted “against” at least once in 77% of the general meetings we have attended. Most of those votes have involved executive pay as well as board composition, remuneration and issues of transparency. We plan to become even more activist still2.

To sum up, passive managers don’t have to be silent; far from it. We can be as loud as active managers – if not more so – when it comes to keeping watch over companies and influencing management to act in the best interests of shareholders, society and the environment.


1) Source: MSCI, November 2018. Past results are not a reliable indicator of future results.
2) Source: Lyxor International Asset Management as of 31 December 2018. Included €19.6bn of Assets under Advisory

About François Millet

François Millet is Head of Strategy, ESG & Innovation. He joined Lyxor in 2009 as Head of Index and Quantitative Fund Development. Prior to Lyxor, he was Director of Index Funds & ETF at Societe Generale Asset Management AI, where he developed the index management business including passive funds, ETFs, index-enhanced and alternative beta products since 2004. He introduced in 2005 the first range of structured ETFs in Europe (leveraged, short and capital protected). Prior to this, he worked for 14 years with SG Corporate & Investment Banking, holding various executive and management positions within the Equity Capital Markets business line.

Über Lyxor ETF

Mit dem Listing des ersten ETF an der Pariser Börse im Jahre 2001 bereitete Lyxor ETF vor 18 Jahren den Weg zur Erschließung des europäischen ETF-Marktes und ist heute mit 69,4 Milliarden US-Dollar der drittgrößte ETF-Emittent in Europa (Lyxor, Stand: 31. Dezember 2018). Mit mehr als 200 Fonds, die stringenten Qualitätskriterien hinsichtlich Performance, Risikokontrolle, Liquidität und Transparenz unterliegen, deckt Lyxor ETF alle Anlageklassen und -stile ab. Weitere Informationen unter lyxorETF.de

Die Ruhe vor dem Brexit-Sturm

Die Unruhe in der britischen Investmentbranche wächst: Angesichts eines drohenden „No Deal“-Szenarios halten Spekulationen an, wie hoch die Asset-Abflüsse durch den Brexit ausfallen, welche Firmen Großbritannien verlassen und wie viele Mitarbeiter sie mitnehmen werden. Medien, Investmentmanager und Dachverbände fühlen seit dem Brexit-Votum den Puls der Branche. Sie prophezeien: Besonders hart wird es kleine Investmenthäuser ohne EU-Präsenz treffen.

Die deutsche Fondsbranche gibt sich trotz des drohenden „No Deal“-Brexits – also einem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Vereinbarung über die künftigen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen Großbritanniens zur EU – betont gelassen. Laut einer Umfrage des Dachverbandes BVI fühlen sich drei Viertel der deutschen Gesellschaften von einem ungeordneten Brexit ohne Übergangsfrist „überhaupt nicht“ oder nur „wenig“ betroffen. Schließlich hielten Portfoliomanager aus dem Vereinigten Königreich (United Kingdom, UK) auch nur sieben Prozent des Spezialfonds- und drei Prozent des Publikumsfondsvermögens in Deutschland.1

In Großbritannien steigt, wenige Tage vor dem (bislang noch) offiziellen Austrittsdatum am 29. März 2019, die Unruhe dafür umso mehr. Das liegt zum einen an der britischen Wahrnehmung, wie bedeutend die eigene Fondsbranche ist: Nach Angaben der Investment Association verwalteten ihre 240 Mitgliedsunternehmen zum Ende 2017 mehr als 7,7 Billionen GBP im Vereinigten Königreich, und 1,8 Billionen GBP werden für europäische Kunden gemanagt. Insgesamt entspreche das 35 Prozent der gesamten Assets in Europa.2

Zum anderen fürchtet sich die Finanzbranche davor, dass der Brexit einen Exodus in- und ausländischer Asset Manager in nicht gekanntem Ausmaße mit sich bringen wird. Das, so heißt es  nicht nur in den britischen Medien, würde den Abfluss von (dreistelligen) Milliardenbeträgen an Kundenvermögen, den Abzug Dutzender Investmenthäuser sowie den Abbau von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen mit sich bringen.

Zwei Drittel der UK-Manager sehen Brexit als Wettbewerbsnachteil

Die Furcht ist begründet: In einer Befragung des CFA-Instituts, des weltweiten Verbandes der Investment Professionals, im März 2018 sagten 68 Prozent der in UK ansässigen Investmentfirmen, das Brexit-Votum habe der britischen Wettbewerbsfähigkeit bereits geschadet.3

Bislang profitieren die Asset Manager, wie andere Finanzdienstleister auch, von den EU-Passporting-Rechten, die bei einem „No Deal“ gefährdet sind (s. hierzu auch den Beitrag von Olivier Carré, PwC, auf FondsTrends).4 Derzeit nutzen 244 britische Asset Manager das Passporting, um ihre Produkte in Europa ohne Hürden anzubieten. Im Gegenzug haben 139 EU-Mitgliedsunternehmen einen „Inbound Passport“ für den Vertrieb in Großbritannien.5 Dass britische Finanzmarktteilnehmer bei einem „No Deal“-Szenario wirklich den Zugang zum EU-Markt verlieren würden, hatte der Chef der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, Steven Maijoor, erst kürzlich in Dublin unmissverständlich klar gemacht.6

67 Prozent der britischen CFA-Mitgliedsfirmen gehen davon aus, dass sie wegen des Brexits ihre Präsenz im Vereinigten Königreich reduzieren werden – von den Unternehmen aus der gesamten EU (ohne UK) äußerten das in der Umfrage sogar 76 Prozent. Als größten Verlierer eines Brexits ohne Vereinbarung sehen über vier Fünftel (85 Prozent) den Finanzplatz London. Als Brexit-Gewinner hingegen gelten Frankfurt, Paris, Dublin, Luxemburg und Amsterdam.7

Ein Umzug der Finanzdienstleister im großen Stil würde empfindliche Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte in London, Edinburgh oder Bristol haben. Immerhin stammen zehn Prozent der rund 94.000 Beschäftigten in der britischen Fondsbranche aus Europa.8 Wie kommt es also, dass trotz des Damoklesschwerts Brexit bislang viel weniger Arbeitsplätze ins Ausland verlagert worden sind, als noch vor zwei Jahren befürchtet?

"Gerade kleine britische Asset Manager ohne internationale Präsenz sollten signalisieren: ‚We‘re still open for business!‘"
 

Wann kommen die Umzugswagen?

Damals, im März 2017, kaum neun Monate nach dem Referendum, hatten die Vertreter von Banken, Versicherern und Fondsgesellschaften mit dem Abzug von bis zu 10.000 Jobs, vorrangig aus London, gedroht (s. Infografik 1). Doch laut einer wiederkehrenden Untersuchung der Nachrichtenagentur Reuters sind brexitbedingt bis dato weniger als 2.000 Stellen aus Großbritannien verlagert worden (s. Infografik 2).9

Verfolgt man die britische Presse, dann sind die Gründe für dieses Zögern nicht eindeutig. Liegt es daran, dass die Austrittsverhandlungen auch fast drei Jahre nach dem Referendum noch immer keinen Aufschluss darüber geben, wohin die Reise gehen wird? Scheuen sich CEOs und ihre Vorstandskollegen davor, eine folgenschwere, teure Entscheidung zu treffen? Oder fällt es vielen Asset Managern und Bankern schwer, ihren Familien einen Umzug nach Frankfurt, Paris oder Amsterdam schmackhaft zu machen? Manche Institute sind angeblich bereits dazu übergegangen, ihren Mitarbeitern großzügige Kompensationen anzubieten, wenn sie in einen EU-Staat wechseln.10

Die Ruhe vor dem Sturm darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem die großen Institute ihre Notfallpläne abgeschlossen, Büros in EU-Staaten angemietet und die notwendigen Genehmigungen bei den dortigen Aufsichtsbehörden beantragt haben. So wollen nach Informationen der Financial Times die britischen Asset Manager Columbia Threadneedle, Janus Henderson, Jupiter Asset Management und M&G ihre Niederlassungen in Luxemburg auf- oder ausbauen.11 Die Central Bank of Ireland hatte Ende Januar mehr als 100 Anträge umzugswilliger britischer Finanzinstitute vorliegen.12

Infografik 1: Noch im März 2017 drohten 10.000 Jobs der britischen Finanzindustrie verlagert zu werden; Quelle: Gerle Financial Communications


Infografik 2: Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind hingegen bis März 2019 weniger als 2.000 Stellen wegen des drohenden Brexit verlagert worden; Quelle: Gerle Financial Communications
 

Kunden, Assets und der gute Ruf stehen auf dem Spiel

Besonders hart treffen würde ein „No Deal“-Brexit vor allem britische Investmentboutiquen und spezialisierte Asset Manager, die zwar Kunden auf dem europäischen Festland haben, dort aber bislang noch keine eigene Niederlassung betreiben.

Für manche dieser Spezialisten ist ein Umzug zu teuer oder zu aufwändig. Andere fürchten den administrativen Aufwand, der mit Zulassung und Vertrieb ihrer Produkte als UCITS-Fonds verbunden ist. Und der eine oder andere hofft wohl immer noch, mit einem blauen Brexit-Auge davonzukommen. Doch ein solches Aussitzen kann kleinere Unternehmen viel teurer kommen – für sie stehen Kunden, Assets und ihr guter Ruf auf dem Spiel.

Eine aktive Herangehensweise, die auch professionelle Hilfe beim Vertrieb in der EU nicht ausschließt, sowie offene und ehrliche Kommunikation sollten spätestens in dieser kritischen Phase der Brexit-Verhandlungen Vorrang haben. Letztendlich geht es besonders für kleinere UK-Manager darum, ihren Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern trotz Brexit zu signalisieren: „We’re still open for business!“


1) Quelle: Artikel dpn, 18. Feb. 2019: „Keine Angst vorm Brexit“, 4. Absatz nach Zwischenüberschrift „Herausforderungen: Margendruck und Technisierung“.
2) Quelle: Info Chart The Investment Association, Dez. 2017: “Asset Management in the UK”.
3) Quelle: CFA-Pressemeldung, 21. März 2018: ”Latest CFA Institute Brexit Barometer”, 3. Absatz.
4) Quelle: Beitrag auf FondsTrends, 25. Feb. 2019: „Das Vereinigte Königreich und Luxemburg nach dem BREXIT“.
5) Quelle: White paper The Investment Association, Juni 2018: “Beyond Brexit”, S. 24.
6) Quelle: Meldung Pensions & Investments, 14. Feb. 2019: ʺUK investors will lose EU market access in no-deal Brexit”.
7) Quelle: CFA-Pressemeldung, 21. März 2018: ”Latest CFA Institute Brexit Barometer”, 5. Absatz.
8) Quelle: White paper The Investment Association, Juni 2018:  “Beyond Brexit”, S. 26.
9) Quelle: Reuters Business Report, 6. Feb. 2019: “Brexit and the City”.
10) Quelle: Financial News, 25. Feb. 2019: “Banks tempt London staff to EU with Brexit sweeteners”.
11) Quelle: Financial Times, 16. Juni 2018: “Brexit contingencies: asset managers put plans into action”.
12) Quelle: Reuters, 31. Jan. 2019: “Irish Central Bank clears over half of Brexit applications”.

Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Hagen Gerle

Hagen Gerle ist Spezialist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen aus der Finanzbranche. Der gelernte Tageszeitungsredakteur und ehemalige Kommunikationsmanager von Fidelity Investments berät seit 1994 vorrangig ausländische Fondsgesellschaften. 2002 gründete er sein eigenes Beratungsunternehmen in Frankfurt/Main: Gerle Financial Communications bietet Kunden strategische Beratung, Medienarbeit, Investment writing und Erstellung von Unternehmenspublikationen. 2011 siedelte Hagen Gerle mit Familie und Geschäft in den Südwesten Englands um, von wo er Finanzunternehmen in verschiedenen Ländern betreut.

Der Vermögensverwalter von heute: auch verantwortlich für Anlegervertrauen

Die Herausforderungen für den Vermögensverwalter sind höher als je zuvor: Kostendruck und die Geschwindigkeit technologischer Veränderungen sowie neuer Regularien definieren das Umfeld, so Steffi Schenkewitz, Senior Manager bei KPMG Luxemburg.

Als wenn das nicht schon genug wäre, so ist noch ein weiteres Wettbewerbsfeld hinzugekommen: der Kampf um das Vertrauen der Anleger.

Vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen sind insbesondere in der Vermögensverwaltungsbranche von Bedeutung. Ob direkt mit dem Kunden oder über Vermittler: Die Vertrauensbeziehung zwischen Anleger und Vermögensverwalter ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg auf beiden Seiten.

Eine sich wandelnde Branche

Die Vermögensverwaltung zielte bisher hauptsächlich auf vermögende Privatpersonen ab, die oft Private Banker an ihrer Seite hatten. Dementsprechend passten Fondshäuser ihre Arbeitsweisen, Kostenstrukturen und Marketingmaßnahmen an diese Kundengruppe an und schufen damit eine Branche, die eher im B2B-Bereich angesiedelt war.

Die digitale Transformation hat jedoch zeitgleich in vielerlei Hinsicht eine Revolution der Denkweise ermöglicht bzw. ausgelöst. Eintrittsbarrieren wurden in vielen Bereichen gesenkt, angefangen bei Autoren, die E-Books selbst veröffentlichen, bis hin zu Unternehmern, die digitale Geschäfte einfach ins Leben rufen. Das Anlagegeschäft ist hier keine Ausnahme: Mit einem Markt für Investoren, die weniger Geld investieren wollen (zwischen 1.000 € und 100.000 €), haben Robo-Advisor und Social-Trading-Plattformen an Fahrt gewonnen, indem sie ihre Anleger direkt mit dem verbinden, was sie suchen. Für die Nutzer wird die so gewonnene Form der Selbstbestimmung lebendig, sei es, wenn sie ein Buch selbst veröffentlichen, ein Unternehmen gründen oder in einen Fonds direkt investieren.

Dementsprechend erkennen Vermögensverwalter jetzt, dass es um die Befähigung und Zufriedenheit der Anleger geht. Einige Fondsmanager versuchen sogar, ihre Vermittler zu umgehen, um die Kundenbeziehung direkt zu pflegen und noch mehr zu vereinfachen. Wie auch immer die Taktik aussieht, die Wahrheit ist, dass ein Markt für maßgeschneiderte Dienstleistungen und personalisierte Investitionen entstanden ist. Die Anleger verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, warum der Kauf eines Fonds anders und komplizierter sein sollte als ihr Einkauf bei Amazon. Es liegt nun also an den Fondshäusern, diesen Erwartungen zu entsprechen und relevante Lösungen zu bieten, um damit durchweg positive Erfahrungen bei den Anlegern zu schaffen.

Tricks und Techniken

Im Mittelpunkt des Anlegervertrauens steht die sogenannte Investor Journey („die Reise des Anlegers“), ein Weg mit vielen Interaktionen und Kontaktpunkte zwischen dem Vermögensverwalter und dem Anleger. Bei einem Robo-Advisor läuft diese Reise vollständig über eine klare und digitale Plattform ab: Ein Algorithmus liefert den Anlegern maßgeschneiderte Portfolios, sie erhalten 24-Stunden-Zugang, Telefon- und Tablet-Apps und vieles mehr. Andere Startups haben sich auf das Onboarding von Kunden fokussiert – ein Schlüsselmoment auf der Reise des Anlegers. Dabei wird der traditionelle Ansatz der Kundenannahme vollständig aufgegeben und durch einen technologie-basierten Ablauf ersetzt. Sogenannte Neobanks verstehen sich in diesem neuen Ansatz und bieten eine äußerst einfache Onboarding-Erfahrung für Kunden.

Letztendlich sollte die Reise für den Anleger unkompliziert sein, auch wenn im Hintergrund eher komplexe und vielschichtige Prozesse ablaufen. Einige der komplexen Faktoren, wie etwa regulatorische Anforderungen, können sogar in erfreuliche Erfahrungen umgewandelt werden: intelligente Fragebögen erlauben beispielsweise einen spielerischen Weg zur Einhaltung der MiFID-Regeln.

Insgesamt geht es darum, den Endkunden zu verstehen, zu bedienen und so sein Vertrauen zu gewinnen. Anstatt ihm zu sagen, welche Fonds am besten für ihn sind, werden Anlagen personalisiert und auf einer einfach zu bedienenden Plattform mit minimalen administrativen Hürden angeboten. Nicht zu vergessen: die Transparenz – ein weiterer Faktor, den Kunden sehr schätzen. Fondsmanager versuchen als Antwort darauf, eine stärkere und transparentere Verbindung zwischen der Fondsgesellschaft und dem Anleger aufzubauen. Sie arbeiten an neuen internen Strukturen und Prozessen, um die nachgelagerten Stellen innerhalb der Fondsgesellschaft auf das Bewusstsein für die Anleger und deren Erwartungen zu fokussieren. So können Fondsgesellschaften die Art und Weise, wie all ihre Mitarbeiter das Markenversprechen einhalten und umsetzen, verbessern.

Ausblick in die Zukunft

Aber was bedeuten diese Veränderungen für die Fondsmanager von heute? In erster Linie bieten sich große Möglichkeiten für die Zusammenarbeit. Vor ein paar Jahren noch schürten neue digitale und regulatorische Trends Ängste. Heutzutage werden sie als nützliche Mittel angesehen, um mit Kunden auf wirksame Art und Weise zu interagieren.

Interessante und kreative FinTechs stehen für jeden Teil der Wertschöpfungskette zur Verfügung. Was also bleibt, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein und das Vertrauen des Anlegers von morgen zu gewinnen, ist neben strategischen Partnerschaften auch das Markenversprechen konsequent umzusetzen, positive Erfahrungen für Anleger zu schaffen und sich an dessen Bedürfnisse permanent anzupassen.


Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Steffi Schenkewitz

Steffi Schenkewitz ist Senior Manager bei KPMG Luxemburg. Sie hat mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Prüfung von Banken und Investmentfonds bzw. Fondsgesellschaften gesammelt. Seit drei Jahren ist sie in einer überfunktionalen Rolle tätig und begleitet firmenübergreifende Projekte im Bereich Marktauftritt, Business Development und Markteintrittsstrategien.

„Die Fondsindustrie kann von der Luxusgüterindustrie viel lernen“

Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH in Zürich und seit über 30 Jahren in der Finanzindustrie tätig. Im Interview mit FondsTrends erklärt er, was die Luxusgüterindustrie anders als die Fondsindustrie in der Werbung macht.

FondsTrends: Herr Caduff, Ihr Haus ist jüngst ins Video-Geschäft eingestiegen. Was sind die Gründe und warum gerade jetzt?

Thomas J. Caduff: Das Thema „Videos“ liegt schon lange auf meinem Schreibtisch, ich habe die Papiere immer wieder von einer Seite auf die andere Seite geschoben. In dieser Zeit habe ich bestimmt über 100 Finanz-Videos bis ins letzte Detail angeschaut, und es wurde mir dabei meistens rasch ziemlich langweilig. Auch kann man die Firmen, die damit im deutschsprachigen Raum nachhaltig Geld verdienen, an einer Hand abzählen. Also erlosch immer wieder mein Interesse, gerade dann, als ich das Projekt anschieben wollte.

Die Initiative, warum gerade jetzt, kam von meiner Frau. Sie designte für einen der beiden grossen deutschen Sportartikelhersteller und nun für zwei bekannte Schweizer Uhrenmarken. Da kam mir bei einer Bergwanderung der Gedanke, mal deren Social-Media-Aktivitäten anzuschauen, im Speziellen, was deren Influencer auf Instagram so alles machen. Und das hat binnen weniger Minuten so gepackt, dass ich mir sagte, das sollte man so auch in der Finanzindustrie machen – natürlich angepasst auf das konservative Umfeld unserer Branche.

FondsTrends: Wie werden dann diese Luxusgüter beworben?

Thomas J. Caduff: Man kann es auf einen Nenner bringen: Story Telling. Sie werden nie eine Schauspielerin, einen Schauspieler oder einen Sportstar sehen, der einem erklärt, wie das Uhrwerk ihrer oder seiner Uhr funktioniert. Aber der Betrachter bekommt augenblicklich das Gefühl, dass die Person das Produkt liebt und es wirklich cool findet.

Bei Finanzanzeigen kommt jedoch immer gleich der Disclaimer mitgeliefert, dass man mit dem Kauf des Produktes ein Teil seines investierten Kapitals verlieren kann. Es leuchtet wohl jedem ein, dass dies nicht gerade viel Freude und Begeisterung beim Betrachter weckt.

FondsTrends: Können Sie das denn anders machen?

Thomas J. Caduff: In unseren Verträgen steht, dass kein Produktname und keine Angaben zum Produkt wie zum Beispiel ISIN-Nummern erwähnt werden dürfen. Auch sind selbstredende Gewinnversprechungen tabu. Es geht schlicht ergreifend ums Branding. Also ganz genau das, was die Modehäuser aus Paris und Mailand in all den Hochglanzheften ständig machen. Wir liefern sozusagen die Speisekarte, essen tun die Interessierten dann auf der Website unserer Kunden. Und ganz wichtig: Es sind Interview-Videos, beinhaltend drei Fragen und der Clip dauert maximal drei Minuten.

FondsTrends: Und wie geht das technisch?

Thomas J. Caduff: Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist heute Realität. Jedermann kann nun sein eigener Video-Produzent sein. Im Büro oder irgendwo auf dem Globus. Wir nutzen dafür die modernste Smartphone-Technologie: schnell, effizient und kostengünstig. Wir sind dafür eine Kooperation mit einem Züricher IT-Unternehmen eingegangen, das in der Finanzindustrie sehr erfolgreich unterwegs ist.

Kurzum: Mit „Experten-Spotlights“ bieten wir ein disruptives komplett neues Finanz-Video-Format in der Schweiz, in Deutschland, Luxemburg und Österreich an. Die Videos gehen innert weniger Minuten online und werden in die wichtigsten Social-Media-Kanäle eingespeist. In Deutschland ist das große Finanzportal ariva.de unser Medienpartner. Sie können natürlich auch fürs eigene Marketing zielgenau verwendet werden. Hier sehen Sie kurz zusammengefasst, um was es geht.

FondsTrends: Können Sie ein paar Worte zu den Kosten sagen?

Thomas J. Caduff: Der Preis pro Video – also Produktion und unser Vertrieb an eine fünfstellige Anzahl an Kontakten – kostet wenige hundert Euro. Das ist unschlagbar tief, insbesondere auch im Vergleich zu Anzeigen. Die sind bekanntlich vergänglich, ein Video bleibt aber beispielsweise auf YouTube.

FondsTrends: Was für Adressen sprechen Sie damit an?

Thomas J. Caduff: Alle Finanzadressen, die mit wenig Geld viel Beachtung bekommen wollen. Aber es ist auch klar, dass die ganz grossen Adressen Videos lieber selbst machen. Ich hatte vor ein paar Tagen ein gemeinsames Lunch mit einem Country Head einer im Markt relevanten Adresse. Er sagte mir, O-Ton: „Thomas, das ist echt cool, eine super Sache, aber ich bekomme dies beim „Legal & Compliance“ in London niemals durch.“ Es werden also vornehmlich Häuser sein, deren Management – und nicht die Rechtsabteilung – Entscheidungsbefugnis hat und dann natürlich die vielen hundert Fondsboutiquen, die es im DACH-Raum gibt. Damit ist der Kreis aber längst nicht geschlossen. Auch zum Beispiel für Service-Anbieter ist unser „Experten-Spotlight“-Angebot von grossem Nutzen.

FondsTrends: Nennen Sie noch ein Beispiel – wie können die Videos ganz konkret in der Akquise genutzt werden?

Thomas J. Caduff: Sehr gerne. Als ich mich jüngst mit einem Sales einer mittelgrossen Fondsboutique unterhielt, merkte ich rasch, dass seine Reisekosten innerhalb Deutschlands beträchtlich sind und die Abschlussquote noch viel Luft nach oben hat. Ich habe seinen Äußerungen entnommen, dass nicht alle seine Besuche wirklich Früchte trugen. Ich habe ihm empfohlen, diesen Kontakten vorgängig ein Video mit seiner dreiminütigen Botschaft zu senden und dann anzufragen, was sie von seinem Angebot halten. Was nämlich auch nie vergessen werden darf, die Person muss dem potenziellen Geschäftspartner sympathisch sein, ansonsten lässt sich auch das beste Produkt nur schwerlich verkaufen. Nebst dem „Story Telling“ kommt dank der Videos auch der „Personal Touch“ rüber. Das wird niemand auf dieser Welt nur mit PowerPoint-Präsentationen und Factsheets erreichen.


Das Interview wurde geführt von FondsTrends und erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Thomas J. Caduff

Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH in Zürich. Er ist seit über 30 Jahren in der Finanzindustrie tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehörten das Börsenkommissariat des Kantons Zürich, die Bank Vontobel, die Credit Suisse und die UBS. Thomas J. Caduff diente ferner drei Jahrzehnte lang in einer Division und mehreren Brigaden der Schweizer Armee als Kommunikations- und Medienoffizier. Herrn Caduff finden Sie auf:

"Impact Investing ist weiter gefasst als reine SRI-Projekte!"

Dr. Patrick Scheurle von BlueOrchard im Interview mit altii, warum es beim Impact Investing gegenüber reinen SRI und ESG Strategien, die oftmals durch Anwendung von Ausschlusskriterien gemanaged werden, um ein sehr viel breiteres Thema geht. Beim Impact Investment wird bewußt auf die Entscheidung für ein Engagement abgestellt. Der "Impact" kommt aus dem messbaren konkreten sozialen und ökologischen Nutzen.

altii: Beschreiben Sie bitte BlueOrchard. Was sind Ihre Ziele und welche Strategie verfolgen Sie vor allem in Deutschland und Österreich?

Dr. Patrick Scheurle: BlueOrchard steht für Impact Investing, das effiziente Zusammenspiel eines messbaren sozialen und ökologischen Nutzens und einer gewinnbringenden finanziellen Rendite. Unser Ziel ist es, Menschen durch unternehmerische Initiative den Weg in ein besseres Leben zu ermöglichen und Investoren erstklassige Anlagelösungen anzubieten. Aufgrund unserer Pionierarbeit in der Mikrofinanz haben wir ein einmaliges Verständnis von Entwicklungs- und Schwellenländern. Dieses Verständnis nutzen wir, um einerseits die Bereiche zu identifizieren, die dringend Investitionskapital benötigen, und andererseits Investoren in Form von spezialisierten Anlagefonds Investitionen zu ermöglichen, die ihnen ansonsten schwer zugänglich wären. In Deutschland und Österreich verspüren wir seit einiger Zeit ein zunehmendes Interesse an wirkungsorientiertem Investieren. Insbesondere bei institutionellen Investoren hat die Nachfrage stark zugenommen. Mit unserem zwanzigährigen Track Record und unserer Rolle als etabliertem Partner von professionellen Investoren, sehen wir uns auch in Deutschland und Österreich für dieses Segment als idealen Partner.

altii: Was ist Ihre Definition von Impact Investing und wie grenzen Sie das von anderen SRI/ESG Themen ab?

Scheurle: Leider werden SRI/ESG und Impact Investing oftmals synonym verwendet, obwohl sich diese Anlagestrategien sehr von einander unterscheiden. Während es sich bei der Integration von SRI/ESG-Gesichtspunkten oftmals um die einfache Anwendung von Ausschlusskriterien handelt (z.B. Ausschluss von Unternehmen aus den Bereichen Waffen, Spielkasinios, etc.), geht Impact Investing viel weiter. Es ist die bewusste Entscheidung für ein Engagement, um einen messbaren sozialen und/oder ökologischen Nutzen (sogenannter „Impact“) zu bewirken und gleichzeitig eine attraktive finanzielle Rendite zu generieren. Impact und Rendite sind beides gleichwertige Teile der Investmentstrategie. Der Investmenterfolg wird daher sowohl anhand finanzieller Kriterien als auch anhand gemessenem Impact bewertet.

altii: Welches ist Ihr Flagship Produkt und wie funktioniert es?

Scheurle: Unser Flagship Produkt ist der BlueOrchard Microfinance Fund (BOMF), der weltweit grösste kommerzielle Mikrofinanzfonds mit USD 1.6 Milliarden investiertem Kapital und 20 Jahren Track Record. Die stabile Rendite des Fonds, die geringe Volatilität und Korrelation von Mikrofinanz mit anderen Asset-Klassen sowie die zunehmende Tendenz von Anlegern hin zu mehr verantwortungsvollen, sozialen und ökologischen Investitionen haben in den vergangenen Jahren das Interesse von immer mehr Investoren an den Fonds geweckt. BOMF refinanziert Mikrofinanzinstitutionen in Entwicklungs- und Schwellenländern und hat dadurch bislang 18 Millionen Menschen in 50 Ländern Zugang zu finanziellen Mitteln für eine unternehmerische Tätigkeit ermöglicht. Ein Großteil der erreichten Mikrounternehmenden sind Frauen und knapp 50 Prozent leben in ländlichen Regionen. BlueOrchard wendet in seinem Investitionsprozess nicht nur einen strikten Bottom-up Kredit- und Top-down Portfolio Konstruktionsprozess an, sondern bewertet auch die soziale Performanz jeder Investition. Hierzu hat BlueOrchard eigens eine Software entwickelt: Das „Social Performance Impact Reporting & Intelligence Tool“ (SPIRIT). Im Einklang mit den sogenannten “Universal Standards on Social Performance Management“ bewertet SPIRIT sieben Schlüsselbereiche wie beispielsweise soziale Zielsetzungen der Institution, Umweltschutz und verantwortungsvolle Mitarbeiterführung. Der Fonds addressiert 11 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, der sogenannten „UN-Sustainable Development Goals“, die die ambitionierten Ziele verfolgen, alle Formen der Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und bis Ende 2030 Wohlstand für alle zu sichern.

altii: Wer sind Ihre Investoren und wen wollen sie zukünftig als Investor gewinnen?

Scheurle: BlueOrchard ist stark verankert bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen und Banken und hat eine breit diversifizierte Investorenbasis von Amerika bis Japan. Wir haben über zwei Jahrzente bewiesen, dass sich finanzielle Renditen und ein messbarer positiver sozialer Impact nicht ausschließen. Auch in Deutschland und Österreich möchten wir Investoren gewinnen, die mit ihren Anlagenentscheidungen sowohl eine finanzielle Rendite verfolgen als auch einen sozialen und ökologischen Nutzen generieren wollen.

altii: Gibt es schon Vehikel oder Strategien, die von institutionellen Investoren in Deutschland erwerbbar sind?

Scheurle: In Deutschland sind für institutionelle Investoren unser Flagship Produkt, der BlueOrchard Microfinance Fund, sowie der InsuResilience Investment Fund (IIF) erwerbbar. Der IIF ist ein von der KfW und dem BMZ im Auftrag der Bundesregierung gegründeter Fonds, der das Ziel verfolgt, Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen sowie einkommensschwachen Haushalten in Entwicklungsländern Zugang zu bezahlbaren Klimaversicherungen zu ermöglichen, um sie auf diesem Weg besser vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Die Gründung des Fonds geht zurück auf die deutsche G7-Präsidentschaft im Jahr 2015, als die „InsuResilience Initiative“ ins Leben gerufen wurde, um besonders verletzliche und arme Menschen in Entwicklungsländern durch verschiedene innovative versicherungsbezogene Instrumente besser gegen Klimaschäden abzusichern.

altii: Wie gehen Sie mit Risiken um. Sichern Sie z.B. Währungsrisiken ab und wie halten Sie es mit der Liquidität?

Scheurle: Wir sichern alle Währungsrisiken systematisch ab und je nach Produkt auch Zinsrisiken. Auf der Investmentseite setzen wir auf Diversifikation, sowohl in Bezug auf Regionen als auch Länder. Was die Liquidität angeht muss vorausgeschickt werden, dass Kredite an Mikrofinanzinstitutionen private Platzierungen sind. Wir gewährleisten jedoch mit einer proaktiven Portfolioverwaltung und dem Vorhalten von liquiden Anlangen eine zu jeder Zeit gegebene angemessene Liquidität unseres Portfolios.

altii: Was erwarten Sie für die nächsten 12 bis 24 Monate?

Scheurle: Immer mehr institutionelle Investoren erkennen, dass sozialer und ökologischer Nutzen und finanzielle Renditen keine Gegensätze sind, sondern Hand in Hand gehen. Wir erwarten deshalb in den nächsten ein bis zwei Jahren eine weiter zunehmende Bedeutung von Impact Investing. Mehr als 750 Millionen Menschen leben noch immer in Armut und der voranschreitende Klimawandel erfordert kaum vorstellbare Investitionssummen. Professionelle Investoren haben den Schlüssel in der Hand, diese Herausforderungen mit Ihren Anlageentscheidungen zu bewältigen.


Über BlueOrchard
BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges, integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 4,7 Mrd. USD in 70 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com.

Über Dr. Patrick Scheurle
Dr. Patrick Scheurle ist Vorstandsvorsitzender des Impact Investment Managers BlueOrchard Finance AG. Dr. Scheurle verfügt über langjährige Erfahrung in leitenden Positionen in der Finanzindustrie, u.a. als CFO und COO von BlueOrchard und Manager bei der Bank Vontobel und der Credit Suisse. Zuvor sammelte er fundierte Investmenterfahrung als Finanzanalyst und Portfolio Manager bei führenden Schweizer Vermögensverwaltern. Dr. Scheurle promovierte am Schweizerischen Institut für Banken und Finanzen der Universität St. Gallen und ist zudem Autor mehrerer Fachbücher. Er publiziert regelmässig Fachbeiträge im Bereich Mikrofinanz und Impact Investing.

Kontakt
David Keel
Head of Business Development
BlueOrchard Finance Ltd
Seefeldstrasse 231 I 8008 Zürich I Switzerland
Tel. +41 79 236 42 18

david.keel@blueorchard.com
www.blueorchard.com 

Mikrofinanz: Tue Gutes und verdiene damit!

Drei Milliarden Menschen auf der Erde müssen mit weniger als 2US$ pro Tag auskommen. Die überwiegende Mehrheit davon sind Frauen. Die Agenda der UN hat sich neben der Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und Klimawandel bis 2030 ein herausforderndes Ziel gesetzt: Schaffung von Autonomie und Selbstbestimmung für alle Mädchen und Frauen, auf Englisch: "Empowerment".

Neben dem Zugang zu Bildung, der teilweisen Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen in diversen Kulturkreisen, Verbesserung ärztlicher Versorgung und gesundheitlicher Fürsorge gehört hierzu auch die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen.

Für große Finanzinstitute erscheinen ländliche Standorte in Entwicklungsgebieten nicht profitabel genug um hier ein „Brot & Butter-Angebot“, also Angebote zum Sparen und Finanzieren, zu etablieren. Daher gibt es eine Reihe von Alternativen, aus denen sich in den vergangenen Jahrzehnten ein eigenes Segment herausgebildet hat: Mikrofinanz.

Vielfach in Verbindung gebracht mit Mohammed Yunus, der mit seinem Konzept der Vergabe von Kleinstkrediten bereits in den 1960er Jahren ein funktionierendes System in Bangladesch etabliert hat und unter anderem auch dafür 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist dieser Finanzsektor zunehmend professionalisiert aufgestellt. Wie in anderen Bereichen der Finanzwelt gibt es auch hier mittlerweile Analysten, Researcher, Anlageberater und sogar Ratingunternehmen, die nach anerkannten Verfahren unterschiedliche Marktteilnehmer bewerten.

Den Großteil der Kärrnerarbeit jedoch übernehmen Mikrofinanzinstitute vor Ort. Die Mitarbeiter der Unternehmen, die unserer jüngsten Erfahrung nach überwiegend von Frauen gegründet und geführt werden, haben die Aufgabe über die Krediterteilung zu entscheiden. Auf der Basis einfachster Cash-Flow-Berechnungen der Haushalte, wird die Höhe der monatlichen (oder auch wöchentlichen) Rückzahlungsfähigkeit festgelegt.

Vielfach kritisierte angebliche Wucherzinsen müssen stets im Kontext zu den ortsüblichen Bankkonditionen bewertet werden. Darüber hinaus ist die Bedienung der Klientel in extrem strukturschwachen Regionen einfach teurer als in der Bankfiliale einer Großstadt. Die Kreditsachbearbeiter der Mikrofinanzinstitute bedienen in der Regel 150 - 200 Kunden und müssen hierfür weite Wege in Kauf nehmen - zur Auszahlung des Darlehens ebenso wie zur Rückzahlung der Kreditraten. Darüber hinaus muss natürlich auch das Kreditausfallrisiko eingepreist werden: physische Sicherheiten gibt es in der Regel selten. A propos Risiko: die Kreditportfolioanalyse enthält stets auch eine Kennzahl bezogen auf das Geschlecht der Kreditnehmer. Eine hohe Frauenquote entspricht landläufig auch einem geringeren Ausfallrisiko - basierend auf jahrzehntelangen Erfahrungen in praktisch allen Kulturkreisen in den Entwicklungsgebieten. In Indien, Süd-Ost-Asien, Afrika, Lateinamerika, Osteuropa und anderen Regionen zählen Frauen zu den bevorzugten Kreditnehmern, die in der Regel mit den Klein- und Mikrokrediten eine geschäftliche Existenz aufbauen und diese erfolgreich, oft mit Folgekrediten erweitern. Erfolgsgeschichten gibt es viele. 

Um den Kapitalbedarf der Mikrofinanzinstitute zu decken, stehen seit geraumer Zeit neben den allgegenwärtigen Wohltätigkeitsorganisationen auch Teilnehmer der internationalen Finanzmärkte bereit: institutionelle Investoren und auch Investmentfonds eröffnen diesen Markt auch Privatinvestoren, die, wie bei Investmentfonds üblich, über einmal- oder regelmäßige Zahlung gleich eine mehrfache Rendite erwirtschaften können: die monetäre Rendite, die bei Investmentfonds derzeit im niedrigen einstelligen Bereich liegt, sowie die soziale Rendite, die auf die oben erwähnten UN-Ziele einzahlt: tue Gutes und verdiene damit! 


Andreas Reiffenstein, Gründer und Geschäftsführer des Start-Ups "UHURU Microfinance Consulting GmbH", ist derzeit vor Ort in Arusha/Tansania. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse von Mikrofinanzinstituten in Sub-Sahara Afrika spezialisiert, um diese im Rahmen von Beratungsprojekten für deutsche und europäische Investoren auf der Basis der bestehenden Regulatorik investierbar zu machen.

web: www.uhuru-microfinance.com
twitter: @uhuru_mf

Beyond Due Diligence

by Michael Stephan, Managing Director of iFunded.

Crowd investments from online platforms are among the fastest growing investment segments in Germany’s real estate industry. This new investment vehicle is taking root as a viable alternative to mutual funds. However, purchasing subordinate always harbours some risk. Just recently, the first developer of a project funded by crowd investment went into insolvency. It is for now unclear whether investors will receive a refund.

While online platforms can only act as brokers, as they are not legally permitted to assume the function of an investment advisor, it is crucial to convey trust in the products being offered. Therefore, developers must be carefully selected and vetted. I will attempt to shed light on some key steps suppliers of online crowd investment opportunities can take to minimize risk, while maintaining a high level of transparency towards clients.

Often, the level of reliability of a planned project will become apparent with an initial check. The developer’s track record is an important measure of competence, giving reference on projects they have completed in the past. Another crucial factor is the individual financial engagement. Only if the developer is prepared to invest their own equity, making them potentially liable, can one be sure of their commitment to the project and reimbursement to investors. There should also be absolute clarity about the legal circumstances of the development firm and its company structure.

In most cases, dubious offers will be combed out almost immediately, be it because of unrealistic scheduling or a lack of knowledge about the project’s prospective type of usage. After all, a record of twenty realised residential projects does not guarantee the professional handling of a retail park modernisation.

Supposing all fundamental factors appear sound: What is to say that a project plan that seems realistic and well thought out will not prove unsustainable eventually? Any platform must therefore check all prospective expenses for plausibility. Building costs will be subject to the same level of inspection as projections of future proceeds. To make sure that any project will suit market requirements, any platform must consult real estate experts and examine whether the developer’s estimates are realistic. In any case, the assessment of projects chosen for the portfolio should lie within company expertise. Cooperation with established property assessment firms is always advisable as they usually have a wealth of research data at their disposal.

Any project should be evaluated according to standards similar to those a bank may consult in the process of lending. Ideally, projects will undergo assessment twice: Once by the platform deciding whether to add them to their portfolio and once by any bank that is approached for credit.

Create transparency for investors

Another crucial step is to clearly and transparently display the information gathered to potential investors. After all, private investors are not privy to project documentation – also, the terminology used may be quite challenging for laymen. While investors are naturally advised to personally research platforms and project developers, platforms themselves must also do their best to present important information in a user-friendly format. When doing so, crowd investment platforms should go beyond conventional forecasting of a project.

One way to present information accessibly would be to use a points-based system which foresees various risk factors. In a renovation project, for example, an established prime location could be presented next to an elevated vacancy rate in the building. In the same way, the development risk of a third-tier location could be offset by the excellent track record of the respective developer. Bringing all these factors together, a platform would be able to display a range of risk categories.

Ongoing assessments, even beyond the funding phase

The success of a crowd investment project is not primarily decided by whether financing is fully realised. Results will only become visible during the reimbursement phase. Even though platforms act as brokers, supervision of a project should therefore continue beyond the funding period. This includes establishing contractual reporting obligations for developers which could help to recognise possible negative results or even insolvency early on. On this basis, platforms can then swiftly act and seek dialogue with developers and investors. 

To date, real estate-related crowd investments have often been associated with subordinated loans. This is, however, not the only possible investment method. Bearer bonds or other securities can also be issued. Due to their clearly defined stipulations, using these bonds can further increase transparency. In the future, equity investment in a project developer could be another alternative.

Investors need a reliable and neutral foundation on which to base their decisions. Despite their intermediary role, platforms should actively communicate that broad diversification remains the most important factor in crowd investment. After all, the unique feature of the digital investment platform is the opportunity to spread one’s funds across a wide range of projects.


Michael Stephan worked for over 15 years in leading positions in the digital industry and venture capital industry. For five of those years, he worked as General Counsel of a leading German venture capital company and directed the capital market part of a bank for two years.

iFunded opens the world of real estate to any interested investor. It is a smart, digital platform, that brings private investors together with leading professional investors in the real estate industry for joint projects. This enables iFunded investors access to exclusive project financing, which was previously reserved for institutional investors. https://ifunded.de/

„Emerging Markets zur Diversifikation von institutionellen Portfolios“

Thomas RutzThomas Rutz ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und verantwortet Anlagen aus Schwellenländern für den MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced und MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund. Er spricht mit altii über Emerging Markets und ordnet Risiken und Chancen vor einem globalen Kontext ein.

altii: Herr Rutz, Emerging Markets sind ein weiter Begriff! Geben Sie uns doch bitte eine Übersicht über die relevanten Märkte.

Thomas Rutz: Da wir eine globale Relative-Value-Strategie verfolgen, verschiebt sich die Ländergewichtung immer wieder. Derzeit sehen wir das grösste Performance-Potential in Lateinamerika und Afrika. In der Vergangenheit waren wir aber auch stark in China investiert. Wo wir in Zukunft investieren, hängt davon ab, welche Märkte laut unseren Analysen das attraktivste Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen.

altii: Eine höhere Rendite in den sich entwickelnden Ländern ist ein Argument, aber sind Investitionen in EM wirklich zur Diversifikation geeignet?

Rutz: Auf jeden Fall. Schwellenländer haben häufig andere Sektorenschwerpunkte als entwickelte Länder. In den Emerging Markets ist das Exposure bei Rohstoffen und Infrastruktur zum Beispiel grösser. Dagegen sind die in den US und Euro High-Yield-Anleihefonds stark vertretenen Finanzunternehmen ein kleineres Gewicht. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Verschuldungsgrad der Unternehmen aus den entwickelten Ländern meistens höher. Unternehmensanleihen von Schwellenländern verfügen hingegen über attraktive Risikoprämien.

altii: Wie sieht es denn mit den Risiken aus? Können Sie bitte auf geopolitische Risiken und Wechselkursschwankungen eingehen.

Rutz: Risiken müssen überall berücksichtigt und berechnet werden. Daher ist die Abschätzung geopolitischer Risiken ein wichtiger Teil unseres mehrstufigen Analyseprozesses. Grundsätzlich versuchen wir diese Risiken in Zusammenhang zu setzen damit, wie sie sich auf die Zahlungsfähigkeit eines Landes und die ansässigen Unternehmen auswirken. Da wir im Fonds ausschliesslich in Hartwährungsanleihen investieren, betreffen uns Wechselkursschwankungen nur indirekt, also über die Bilanz der Unternehmen, und letztere lassen sich recht gut analysieren. Oft bieten Währungsschwankungen auch interessante Investmentmöglichkeiten, z. B. in Export-sektoren, wenn sich eine Währung abschwächt und die Nachfrage dadurch stark steigt. Lokalwährungsschwankungen können aber den Risikoappetit der Investoren stark prägen, da oft leider nicht zwischen dem Sentiment und den Fundamentaldaten unterschieden wird. Stabile bis stärkere Lokalwährungen wirken dagegen immer sehr unterstützend.

altii: Wie verhält es sich denn mit der Liquidität? Können alle bedient werden, wenn etwas Kritisches passiert?

Rutz: Vor allem im High-Yield-Bereich muss die Liquidität gut gemanagt werden. In Zeiten, in denen die Märkte auf der Basis von Sentiments und nicht von Fundamentaldaten handeln, ist ein langer Atem des Investors tatsächlich wichtig. Da wir weltweit mit vielen lokalen Brokern zusammenarbeiten, kann Liquidität eigentlich immer gefunden werden. Eine breite Diversifikation über verschiedenen Achsen (Regionen, Länder und Sektoren) trägt auch viel zur Liquidität bei. Wir limitieren das Exposure pro Unternehmen auf max. 3 Prozent des Portfolios und vermeiden so ungewollte Konzentrationsrisiken. Aktuell sind wir in über 120 Titeln in 39 Ländern investiert.

altii: Wodurch zeichnet sich Ihre Anlagestrategie aus?

Rutz: Wir sind mit einem sehr aktiven und opportunistischen, globalen Relative-Value-Ansatz unterwegs. Viele Investoren bezeichnen uns als Contrarian – wir nennen uns hingegen Early Movers. Wir sind oft relativ früh im Zyklus investiert, was bedeutet, dass nicht alle Titel von der ersten Stunde an Kursraketen sind, aber über einen etwas längeren Zeitraum sehr attraktive Renditen abwerfen können. Wir sind keine Benchmark-Tracker und haben einen hohen Tilt zu Frontier-Märkten. Im aktuellen Portfolio spielen Distressed, High Yield, Rohstoffe und Infrastrukturunternehmen eine grosse Rolle. Wir suchen uns auch gerne kleinere, zweitrangige („second-tier“) Unternehmen aus, bei denen wir gutes Potential für Investitionen sehen. Top-down schauen wir uns die makroökonomischen Daten, das politische Umfeld und die allgemeine Bewertung der verschiedenen Regionen und Länder an. In einem zweiten Schritt überprüfen wir Einzeltitel auf Basis unseres bewährten fünfstufigen Bottom-up-Prozesses. Wir arbeiten seit der Finanzkrise von 2008 sehr erfolgreich mit diesem Ansatz zur Aufteilung der Kreditmarge, um die zukünftigen Outperformers zu identifizieren. Am 12. Oktober feiern wir das 5-jährige Jubiläum unseres MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced. Seit Auflage 2012 hat die institutionelle Tranche in US Dollar (MFEMBCO – USD, ISIN: LU0816909955) über 30 Prozent Rendite und 800 Basispunkte Alpha erreicht. Dabei waren natürlich die Schwankungen im Vergleich zur Periode von 2009-2012 infolge der geopolitischen Ereignisse in Russland, Brasilien und auch der Wahlen in den USA etwas höher.

altii: Spielt Duration dabei eine Rolle?

Rutz: Die Steuerung der Duration ist nicht unser primärer Fokus. Wir haben uns bisher in einer relativ engen Bandbreite um die fünf Jahre herum bewegt, abhängig von unserer Zinserwartung war sie etwas länger oder kürzer. Unser Hauptfokus ist stattdessen die Analyse und die Entwicklung der Kreditrisikoprämien. altii: In welchem Format kommt Ihre Strategie? Rutz: Der MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced ist ein Publikumsfonds, der zum Vertrieb in 16 Ländern registriert ist und Anlageklassen für private und professionelle Investoren bereithält.

altii: Was erwarten Sie in den nächsten 12 bzw. 24 Monaten?

Rutz: Wir gehen davon aus, dass die zyklische Erholung anhalten wird. Daher gehen wir auch weiterhin von hohen einstelligen bis zweistelligen Renditen (8-10 Prozent) auf annualisierter Basis aus.

altii: Danke und weiterhin viel Erfolg.

Über MAINFIRST
MAINFIRST ASSET MANAGEMENT ist eine unabhängige europäische Multi-Boutique mit einem aktiven Managementansatz. Das Unternehmen verwaltet Publikumsfonds und individuelle Spezialmandate und konzentriert sich mit seinem Multi-Boutique-Ansatz auf Investmentstrategien in ausgewählten Asset-Klassen, nämlich Equities, Fixed Income und Multi Asset. Erfahrene Portfoliomanagementteams entwickeln Strategien mit hohem Active Share und individuellen Investmentprozessen. Das Unternehmen verbindet somit die Expertise und Flexibilität fokussierter Investmentteams mit den Stärken und klar definierten Prozessen einer breit aufgestellten internationalen Plattform. MainFirst Asset Management ist Teil der MainFirst Gruppe, welche mit etwa 200 Mitarbeitern an den Standorten Frankfurt, London, Luxemburg, Mailand, München, New York, Paris und Zürich tätig ist. Nähere Informationen (inklusive rechtlicher Hinweise) finden Sie unter www.mainfirst.com.

Über Thomas Rutz
THOMAS RUTZ ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und verantwortet Anlagen aus Schwellenländern für den MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced und MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund. Zudem leitet er die MainFirst Affiliated Fund Managers (Schweiz) AG. Zuvor arbeitete Thomas Rutz bei Clariden Leu, wo er zuletzt die Abteilung Emerging Markets, bestehend aus Aktien-, Anleihen- und Währungsteams, mit insgesamt über 1 Milliarde Euro verwaltetem Vermögen leitete und für die Anlagestrategie in Schwellenländern verantwortlich war. Vorherige Positionen waren bei ABB Capital B.V. in Zürich und Singapur als stellvertretender Chefhändler und Leiter Kapitalmarkt der Bank of Bermuda Ltd., Hamilton. Von 1985 bis 1994 arbeitete Thomas Rutz in verschiedenen Positionen im Bereich Eigenhandel der UBS in Zürich, London, New York, Chicago und Hongkong.

Kontakt
Thomas Rutz
+41 43 833 85 88
thomas.rutz@mainfirst.com
http://www.mainfirst.com 

Dauerlauf? Drei Gründe, warum die Steuerung der Duration ein wichtiger Erfolgsfaktor ist

Die durchschnittliche Duration in Anleiheportfolios beeinflusst maßgeblich den Anlageerfolg. Denn entscheidend für die Rendite und das Risiko festverzinslicher Wertpapiere ist auch, wann Investoren ihr eingesetztes Kapital wieder zurückbekommen. Curtis Evans, Head of Fixed Income Investing bei Fidelity, mit drei Gründen für ein aktives Durationsmanagement.

1. Duration ist eine unterschätzte Renditequelle

Wer eine Anleihe zeichnet, verleiht Geld und bekommt dafür Zinsen. Für deren Höhe spielt das Risiko, dass der Schuldner seine Schuld später nicht begleichen kann, eine entscheidende Rolle. Meistens schauen Investoren auf die Wahrscheinlichkeit einer Pleite, anders gesagt auf die Bonität des Schuldners, um dieses Risiko abzuschätzen. Doch hängt das Risiko auch stark davon ab, wie lang das Leihgeschäft dauert. Wer sein Geld schon nach zwei Jahren wieder erhält, geht eben weniger Risiken ein als der, der es für zehn Jahre verleiht. Es ist nur logisch, dass es für das zweite Geschäft deutlich höhere Zinsen gibt. So lag nach Angaben der Bundesbank die Rendite für eine deutsche Staatsanleihe mit zehn Jahren Restlaufzeit Anfang August bei plus 0,53 Prozent, die einer zweijährigen Anleihe dagegen bei minus 0,70 Prozent (Stand: 1.8.2017). Wer also die Duration in seinem Anleiheportfolio verkürzt, verzichtet auf erhebliche Erträge. Umgekehrt bietet eine höhere Duration gerade in Zeiten niedriger Zinsniveaus eine zusätzliche Renditequelle.

2. Die Zinssensitivität von Langläufern wird überschätzt

Obwohl die Rendite darunter leidet, verkürzen derzeit auch viele professionelle Investoren die Duration in ihren Anleiheportfolios. Der Grund: Sie fürchten, dass der Kurs von Anleihen mit längeren Laufzeiten besonders stark leidet, wenn die allgemeinen Marktzinsen steigen. Richtig ist: Je länger die Anleihen laufen, je länger Investoren also mit festen Erträgen rechnen können, desto sensibler reagiert ihr Rentenportfolio auf Zinsänderungen. Schließlich stehen bei Langläufern noch viele Zinszahlungen an die Investoren aus – die bei einem allgemein steigenden Zinsniveau weniger attraktiv werden als jene Zinsen, die eine neue Anleihe bietet. Wer nun allerdings stattdessen Kurzläufer kauft, zahlt dafür den Preis deutlich geringerer und weniger planbarer Zinszahlungen. Das muss man abwägen.

Dabei hilft vor allem die Kennziffer „Modified Duration“. Sie gibt an, um wie viel Prozent der Kurs einer Anleihe sinkt, sollten die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen. Wer diesen Wert kennt, weiß, was im Portfolio passiert, sollten die Zentralbanken hier oder anderswo die Zinsen erhöhen. Sorgen machen müssen Investoren sich auch dann aber nicht direkt. Ein Kursverlust einer Anleihe sieht zwar auf dem Papier nicht schön aus, macht aber nicht viel aus, wenn man den Titel bis zum Ende der Laufzeit behält und der Schuldner alles zurückzahlt. Dann war der Kursverlust bloß virtuell – und die Duration nur der Preis dafür, sein Geld längere Zeit nicht ohne Verlust anderswo zu höheren Zinsen anlegen zu können.

Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Die Kurse von Anleihen schwanken in der Realität nicht immer so stark, wie es die Mathematik vorhersagt. Tatsächlich lag die rechnerische Duration – also die Zinssensitivität von Anleihen – zuletzt vielfach deutlich höher als die tatsächlich gemessene Duration an den Märkten, die immer auch von der Psychologie der Investoren und weiteren Einflussfaktoren abhängt. Auch Anleiheportfolios schwankten im Wert zuletzt signifikant geringer, als es die Berechnungen vorhersagen (siehe Grafik). Professionelle Investoren können den Unterschied zwischen der mathematischen und der empirischen Duration gezielt nutzen.

3. Durationsmanagement erhöht die Diversifikation

Der am meisten unterschätzte Beitrag einer höheren Duration auf ein Anlageportfolio: Investoren können damit die Abhängigkeit vom Aktienmarkt verringern. Kurz laufende Anleihen entwickeln sich in vielen Fällen tatsächlich recht ähnlich wie Aktien, steigen und fallen also im Takt mit den Börsen. Die Korrelation länger laufender Anleihen zum Aktienmarkt ist deutlich geringer. Wer also Rentenpapiere auch nutzen will, um sich gegen Schwankungen am Aktienmarkt abzusichern, der kann dieses Ziel mit einer höheren Duration besser erreichen.

Empirische (beobachtete) vs. mathematische Duration unterscheiden sich erheblich

Quelle: Fidelity International, Bloomberg per 09.06.2017. Die beobachtete Duration basiert auf den wöchentlichen Erträgen (Returns) der Asset Klasse während der vergangenen fünf Jahre verglichen mit den Renditeveränderungen (Yields) der 7- bis 10-jährigen Bundesanleihen – die beobachtete Duration kann sich verändern und dient nur illustrativen Zwecken. Es wurden Barclays, JP Morgan, FTSE, S&P LSTA und Credit Suisse Bond Indizes verwendet. Die Schätzungen für die Finanz CoCos basieren auf Datenreihen, die untergeordnete Finanzindizes nutzen, um eine längere Datenhistorie abzubilden. Es wurden die 7- bis 10-jährigen Staatsanleihe-Indizes verwendet.

Was misst die Modified Duration?

Die sogenannte Modified Duration ist das bekannteste Maß dafür, wie sensibel eine Anleihe auf Zinsänderungen reagiert. Anders als die Duration, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anleihe in Jahren angibt, ist die Modified Duration eine Verhältniszahl, die die relative Wertschwankung einer Anleihe bei einer Zinsänderung angibt. Sie lässt sich berechnen aus der Duration dividiert durch den Zins. Eine Anleihe mit einer Duration von 6,5 Jahren und einem Zins von 4 Prozent hat damit eine Modified Duration von 6,5 / 1,04 = 6,25. Das bedeutet, dass der Kurs dieser Anleihe um ungefähr 6,25 Prozentpunkte sinken wird, wenn der Marktzins um einen Prozentpunkt steigt.

Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands in Hybrid Cities?

Business Wire Expertenbeitrag von Seval Dogan (links), Senior Marketing & Special Project Specialist bei Business Wire und Christine Riedmann-Streitz (rechts).

Als ein innovatives Unternehmen, beschäftigt sich Business Wire ständig mit der digitalen Transformation, den Trends und den Entwicklungen in der Kommunikationsbranche. Diesmal haben wir uns in diesem Zusammenhang mit dem Thema Marke auseinandergesetzt. Unsere Senior Marketing & Project Spezialistin, Seval Dogan, hat dazu ein Interview mit Christine Riedmann-Streitz, geführt, die kürzlich das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ veröffentlicht hat. Die Expertin für Marke, Innovation und Change ist tätig als Hochschul-Dozentin, Trainerin, Referentin und ist die Gründerin der Firma MarkenFactory.

Die Marke wirkt identitätsstiftend in der unternehmensinternen und -externen Kommunikation. Sie ist ein entscheidendes Instrument, um Anbieter und Angebote von Wettbewerbern zu differenzieren und eine Wiedererkennung für Produkte und Leistungen zu schaffen. In unserem Interview beschreibt die Autorin, wie die Digitalisierung die Welt für die Marke verändert und welchen Herausforderungen sie - auch im urbanen Raum - gegenüber steht, um nicht dem "digitalen Burn-out", so die Autorin, zu erliegen.

Seval Dogan: Sie sagen, dass Marken keine Erfindung der Neuzeit sind. Welche Funktion hat sie in Zeiten der Digitalisierung?

C. Riedmann-Streitz: Menschen haben die Marke erfunden, Jahrhunderte vor der Neuzeit, weil es ihnen wichtig war, Dinge, die ihnen bedeutsam waren, signalstark zu kennzeichnen und wiedererkennbar abzugrenzen. Das betraf Produkte (u.a. Ziegelsteine, Werkzeuge), Wirtschaftsbündnisse (wie die Hanse) oder gesellschaftlichen Status (z.B. Adelsfamilien). Die Kernfunktionen der Marke, für definierte Werte zu stehen, Orientierung zu bieten, langfristige Qualitätsversprechen zu geben, rationalen und emotionalen Nutzen zu stiften, sind im digitalen Zeitalter essentiell. Wir leben in einer Zeit, in der vieles volatil, unsicher, komplex, und mehrdeutig ist - auch als VUCA bezeichnet. Digitalisierung ermöglicht weltweiten Zugang zu Informationen und Angeboten mit der Folge multioptionaler Orientierungs­losigkeit. Uns mangelt es nicht an Korrelationen: Wir erfahren sofort, dass Kunden, die dies gekauft auch jenes gekauft haben. Mangel besteht an trag­fähigen Werten, Erkenntnissen, Versprechen. Zudem ist die starke Marke ein robuster Wirtschafts­­faktor mit erheblichem Anteil am Unternehmens­wert. Arbeitgeber spüren die Notwendigkeit einer starken Arbeitgeber-Marke, wenn sie im „War for Talents“ für Wunschkandidaten unattraktiv sind und Talente nicht binden können. Die Bedeutsamkeit der Marke für den Menschen nimmt im digitalen Zeitalter zu.

Seval Dogan: Das digitale Umfeld wirkt disruptiv auf die Marke. Welchen Einfluss übt die digitale Transformation auf die Marke aus?

C. Riedmann-Streitz: Die Auswirkungen sind gravierend. Mit der Konsequenz, dass Unternehmens-, Arbeitgeber-, Produkt-, Service- oder Personen-Marke zukunftsfähig aufgestellt werden müssen. Marken-Erfolg beruht auf der Wahrnehmung des Kunden, auf „Perceived Value“ und „Perceived Quality“. Der Identifikations­­grad mit der Marke entscheidet über den „Brand-Fit“ („die Marke passt zu mir“). Das gilt für B2B wie B2C. Digitalisierung jedoch verändert Kommunikation und Wahrnehmung. Entscheidungs­mechanismen werden durch Bots, Empfehlungsalgorithmen und automatisierte Prozesse auf den Kopf gestellt. Für die Marke wird es zunehmend schwieriger, das Nadelöhr der Aufmerksamkeit zu passieren. Nehmen Sie einen Onlineshop: Das Marken-Produkt wird in seiner Produktkategorie (z.B. Herrenuhren) entkontextualisiert (ohne sein Marken-Umfeld) zigtausenden verfügbaren Produkten gleichgestellt. Filter sind wahlweise Preis (aufsteigend oder absteigend), Neuheitsgrad oder vergebene „Sterne“. Die Marke läuft Gefahr, in ihren Grundfesten erschüttert zu werden.

Seval Dogan: Warum sind Veränderungsfähigkeit und Innovationskraft überlebenswichtig für Marken im digitalen Zeitalter?

C. Riedmann-Streitz: Weil die Marke ansonsten mit ihren Kunden altert, bis diese sich nach etwas Jüngerem, Attraktiverem umschauen. Wir beobachten dies u. a. in der Modebranche. Manche Marke muss sich vollkommen neu erfinden, um der Gleich­gültig­keitsfalle zu entkommen und nicht irrelevant zu werden. Eine starke Marke steht für Kontinuität und Verlässlichkeit mit einem klaren Marken-Versprechen, das auch in Zukunft gilt. Gleichzeitig greift sie den Zeitgeist auf, ist nah an ihren Kunden, kennt deren Bedürfnisse. Diese wandeln sich und so muss sich die Marke verändern und immer wieder überraschen können, will sie nicht aus der Zeit fallen. Die Herausforderung ist eindeutig: Einerseits dürfen Marken sich dem digitalen Wandel nicht verschließen, andererseits müssen sie sich vor dem digitalen Burn-out hüten.

Seval Dogan: In Ihrem Buch weisen Sie darauf hin, dass über 70% der Marken weltweit, über 90% der Marken in Europa, für die Menschen irrelevant sind. Sie würden diese Marken nicht vermissen, wenn es sie morgen nicht mehr gäbe. Wird es in der Zukunft noch Marken geben?

C. Riedmann-Streitz: Ich bin überzeugt, dass dies gelingen kann, wenn fundamentale Voraussetzungen erfüllt sind. Marken müssen die Digitalisierung annehmen, gezielt einsetzen und grundlegende Regeln beachten. Eine Marke kann Kunden nur für sich gewinnen, wenn alle Mitarbeiter von ihr überzeugt sind, doch viele Marken-Verantwortliche glauben nicht mehr an ihre Marke. Die meisten Mittelständler haben sich kaum damit auseinandergesetzt, wie sie ihre Marke für die Zukunft aufstellen müssen. Neue Technologien und Big Data stehen mit Marken im Wettstreit um dieselben Kunden. Die Situation wird verschärft durch zahlreiche Unternehmen, die Technologie in den Vordergrund stellen und Content vernach­lässigen. Doch Technologie ist immer nur Mittel zum Zweck, sie bietet selber keine Inhalte und Werte – auch kein Marken-Erlebnis, das Kunden begeistern, binden und Weiterempfeh­lung schüren kann. Big Data sind Unmengen an Daten, aus denen erst durch die richtigen, von Menschen gezogenen qualitativen Schlussfolgerungen Kunden-Nutzen entsteht.

Seval Dogan: Sie denken, dass sich starke Marken zu ‚Hybrid Brands‘ weiterentwickeln, die die physische Wirklichkeit und die virtuelle Realität bespielen. Was zeichnet ‚Hybrid Brands‘ aus?

C. Riedmann-Streitz: Marken müssen sich, wollen sie überleben zu Hybrid Brands weiterentwickeln. Denn neben der realen existieren die angereicherte (Augmented Reality) und die virtuelle Welt (Virtual Reality, Augmented Virtuality). Diese Welten vermischen sich - nicht nur in technischer Hinsicht, sondern in Wahrnehmung und Verhalten der Menschen. Kunden wollen, so ein Beispiel aus meinem Buch, sich mobil informieren, real shoppen (beraten von Verkäufern, die über zusätzliches Wissen verfügen und Erlebnisse bieten, die online nicht zu haben sind) und mobil bezahlen, der Einkauf gelangt per Delivery-on-Demand an den Bestimmungsort. Hybrid Brands vereinen das Beste aus realen und virtuellen Welten und sorgen für nahtlose Übergänge, da ihre Stakeholder künftig keine Brüche mehr akzeptieren. Die Zukunft ist „seamless“.

Seval Dogan: Sie beschreiben die Zukunft der Marken als ‚Hybrid Brands in Hybrid Cities‘. In welchem Zusammenhang steht dies mit der Urbanisierung.

C. Riedmann-Streitz: Schätzungsweise 2050 leben 70% der Weltbevölkerung in großen Städten. Hier verdichten sich die Herausforderungen künftigen Wirtschaftens, Arbeitens, Lebens. Großstädte und Megacities entwickeln sich zu Hybrid Cities, die sich u.a. „Location-based-Services“ zum Nutzen ihrer Bürger in öffentlichen und kommerziellen urbanen Räumen bedienen. Heute schon sammeln Anbieter im öffentlichen und kommerziellen Raum Daten über Passanten und Kunden per Gesichtserkennung (auch in Deutschland). Allerdings erfolgt dies ungefragt, ungeschützt und intransparent. Generell muss die Marke sich zur Hybrid Brand ausbilden; doch reicht eine unreflektierte Hybridität nicht aus zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

Seval Dogan: Welche Vision liegt Ihrem Buch zugrunde, was möchten Sie gerne Unternehmen und Menschen abschließend weitergeben?

C. Riedmann-Streitz: Die Zukunft beginnt jetzt. Die Frage lautet nicht: Was ist möglich? Sondern: Wie wollen wir künftig wirtschaften, arbeiten, leben? Welche Werte leiten unser Denken und Handeln? Diese Werte, dauerhafte Versprechen und Vertrauen sind Grundfesten erfolgreichen Wirtschaftens und funktionierender Gesellschaften. Die Marke übernimmt hier eine signifikante Rolle. Nur muss sie zusätzlichen Kriterien genügen, um Wirkungskraft zu entfalten und keinen digitalen Burn-out zu erleiden. Vor diesem Hintergrund habe ich in meinem Buch eine Vision entwickelt, was wünschenswert und zu tun wäre. Sie basiert auf einem Verständnis von Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht dem Primat technologischer Gelegenheiten, sondern des Nutzens für uns Menschen, die wir die Technologien erfunden haben, unterliegen. Digitalisierung kann reichlich Fortschritt, wirtschaftliche Effizienz, Komfort und Lebensqualität bringen, wenn sie gezielt ein­gesetzt wird und stets in der Kontrolle des Menschen bleibt. Meine Vision ist, dass Unternehmen und Kunden auch künftig an der Marke festhalten, wenn sie relevante Werte und Inhalte u.a. als Gegenstück zu digital gesteuerten Empfehlungen und Informationen bietet. Brands werden sich zu Hybrid Brands und weiter zu Humane Hybrid Brands entwickeln, um die von mir im Buch detailliert erläuterten Kriterien der Humane Customer Centricity konsequent einzulösen.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf businesswire.com.

Das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ finden Sie beim Springer Gabler Verlag.

Protektionismus – makrostrategische Asset Allokation als Antwort auf steigende Risiken für institutionelle Portfolios

von Koon Chow, Emerging Markets Macro and FX strategist, UBP London.

Protektionismus ist für Investoren ein Thema mit politischen, wirtschaftlichen, soziokulturellen, aber auch religiösen Facetten. Protektionistisch agieren können nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen und einzelne Menschen. Der österreichisch-amerikanische Ökonom Ludwig von Mises (1881-1973) bezeichnete Protektionismus sogar als eine Art „Kriegsführung“. Institutionelle Anleger sehen politischen Isolationismus, wirtschaftlichen Protektionismus und Währungsprotektionismus mit Skepsis, da von all diesen Spielarten einzeln oder in Kombination negative Auswirkungen auf Anlageportfolios ausgehen können. Wir verstehen Protektionismus als ein Paket von Maßnahmen zur Steuerung des Personen-, Waren- und Kapitalverkehrs, und mit der Steuerung des Personenverkehrs auch zur Kontrolle über Kompetenzen und Know-how in einer Volkswirtschaft.

Das Thema Protektionismus betrifft sowohl Schwellenländer als auch Industrieländer. Derzeit leiden viele westliche Länder und die Menschen dort an einer Art „Globalisierungsmüdigkeit“. Die Gründe dafür sind vielfältig. Politiker und Ökonomen weltweit erkennen jedoch langsam, dass die Globalisierung zwar einerseits die kollektive Wirtschaftsleistung steigert, andererseits aber auch eine der Ursachen für wachsende wirtschaftliche Ungleichheit in Industrieländern ist und für einige Schwellenländer den negativen Effekt hat, sie auf ihrem Weg zu durchschnittlichen Wachstumsraten wie in den Industriestaaten auszubremsen. 

Politischer Protektionismus in Reinkultur

In der Politik wird zunehmend die protektionistische Karte gespielt: Das Brexit-Referendum und die Wahl in den USA im letzten Jahr wurden hauptsächlich mit protektionistischer Rhetorik und Versprechen an eine Bevölkerung gewonnen, deren Schutzbedürfnis vor diversen potenziellen Gefahren wächst. Bei den Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich behielten zur Erleichterung der Anleger konservative marktwirtschaftlich orientierte Kräfte die Oberhand, aber auch diese Kandidaten gaben sich nicht als Globalisierungsenthusiasten. Der Brexit hatte für Investoren auch unmittelbar spürbare Währungseffekte: Der Wechselkurs des britischen Pfunds fiel in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung des Abstimmungsergebnisses um durchschnittlich 9% (Quelle: Bloomberg). 

Die subtilen Facetten des wirtschaftlichen Protektionismus

Wirtschaftlicher Protektionismus kann sich auf Anlageportfolios auswirken, da eine protektionistische Politik die Spielregeln für das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen und Staaten neu definiert und damit auch Ertragsströme umlenkt. Die Auswirkungen einer protektionistischen Politik sind jedoch schwer zu quantifizieren, da es mittlerweile sehr subtile protektionistische Strategien gibt und auch neue Freihandelsabkommen mitunter eine protektionistische Stoßrichtung haben. Das von Ex-Präsident Obama vorangetriebene und nun von Donald Trump als neuem US-Präsidenten wieder ad acta gelegte TPP (Trans Pacific Partnership) beispielsweise wurde als Freihandelsabkommen zwischen den USA und elf wichtigen Pazifikländern propagiert. Nach Meinung von Ökonomen des Petersen Institute hätte das Abkommen den USA jährliche Exportsteigerungen von mehr als USD 360 Mrd. bringen und auch bei den anderen Unterzeichnerstaaten für Exportwachstum sorgen können. Doch diese starken positiven Außenhandelsimpulse für die Unterzeichnerstaaten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass China ausdrücklich von TPP ausgenommen war, was darauf schließen lässt, dass damit auch der wirtschaftliche Einfluss Chinas beschnitten werden sollte. Echte Globalisierung sieht anders aus. Klare Beispiele für wirtschaftlichen Protektionismus (die laufenden Brexit-Verhandlungen und die Nafta-Neuverhandlungen) befinden sich noch in einem frühen Stadium. Es wird voraussichtlich noch einige Jahre dauern, bis zu erkennen ist, wie die Neuregelung des Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs in Zukunft aussehen wird. Die volkswirtschaftlichen Kosten von Protektionismus zu bestimmen, ist daher ein schwieriges Unterfangen. 

Währungsprotektionismus und seine Grenzen

Währungsprotektionismus ist eine weitere Form von Kontrolle und Einschränkung des freien Kapitalverkehrs. China ist trotz seiner Freihandelsabkommen verstärkt darum bemüht, den Kapitalverkehr seiner Bürger mit dem Ausland zu kontrollieren. Chinesische Unternehmen und Haushalte haben sich in den vergangenen zehn Jahren verstärkt an internationalen Märkten engagiert und damit begonnen, in erheblichem Umfang in ausländische Aktien, Anleihen und Unternehmen zu investieren (Schätzungen des American Enterprise Institutes zufolge sind aus China zwischen 2005 und 2016 ca. USD 1,5 Bio. an Investitionen in Unternehmen und Bauvorhaben außerhalb des Landes geflossen). Dieser Kapitalabfluss hat den chinesischen Renminbi destabilisiert. Die chinesische Regierung hat daraufhin in den letzten zwei Jahren versucht gegenzusteuern (zum Beispiel durch Anreize für chinesische Unternehmen, weniger im Ausland zu investieren, durch Kontrollen in Bezug auf die Einhaltung der für Privatpersonen geltenden Ausfuhrregelungen für Bargeld und durch verstärkte Überwachung der bestehenden Regelungen für die Kapitalausfuhr durch chinesische Unternehmen). Die Maßnahmen zeigen in diesem Jahr erste Erfolge, ganz stoppen lassen dürfte sich der Kapitalabfluss damit jedoch kaum. 

Neue Wege finden

Doch während in einigen Ländern der Protektionismus auf dem Vormarsch ist, sehen andere Staaten neue Chancen. Dies gilt insbesondere für die Schwellenländer, wo neue Allianzen geschlossen werden, bestimmte Branchen florieren und neue regionale Märkte sondiert werden. Anleger, die protektionistischen Tendenzen trotzen wollen, sollten bei ihren Anlageentscheidungen insbesondere auf die folgenden drei Trends setzen.

Es handelt sich dabei nicht um völlig neue Trends, die sich aber, zumindest in Asien, bereits bewährt haben.

Erstens sollten Investoren Branchen und ihr künftiges Potenzial genauer analysieren: Rohstoffaktien haben sich im Vergleich zu Industrieaktien in den letzten 12 Monaten bis Mai 2017 sehr gut entwickelt. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Anders als im Technologie- und Finanzsektor gibt es zu Rohstoffen aus anderen Ländern nicht immer eine Alternative vor der Haustür. Wenn die USA seltene Metalle nicht mehr aus China importieren, bekommt Tesla Probleme mit der Herstellung der Motoren und Batterien für seine Fahrzeuge.

Zweitens intensivieren die Schwellenmärkte ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, sowohl untereinander als auch zu China, und sie könnten vor allem auch engere Handelsbeziehungen zu Japan knüpfen. Während China in Afrika bereits führend ist, liegt der Fokus nun auf Lateinamerika, wo es kürzlich verstärkt in eine Reihe von Unternehmen investiert hat (Chinesische Investitionen in Unternehmen und Bauvorhaben in Lateinamerika haben sich laut American Enterprise Institute (Stand 31.12.2016) in den letzten drei Jahren auf ca. USD 20 Mrd. jährlich verdoppelt). Diese Entwicklung steht zwar noch ganz am Anfang, aber China hat sich bereits den Zugriff auf eine Vielzahl halbstaatliche Unternehmen gesichert, die Zugang zu lokaler Ersparnis und internationalen Krediten haben, um ihre Investitionen in Lateinamerika zu finanzieren. Länder, die sich um gute politische Beziehungen zu China und anderen großen Freihandelsbefürwortern (wie Japan oder Europa) bemühen, werden in einem Klima des wachsenden Protektionismus voraussichtlich am besten fahren. 

Drittens hat sich insbesondere in Asien ein Modell bewährt, das darauf abzielt, über die Ankurbelung der Binnennachfrage mit begrenzter staatlicher Wirtschaftsförderung ein höheres BIP-Wachstum zu erzielen und einige positive Beispiele hervorgebracht hat. Staatliche Entwicklungsbanken unterstützen mittlerweile Branchen, die in der Vergangenheit stark importabhängig waren, und China kauft Unternehmen, die Komponenten für bestimmte Industrien herstellen, um sich durch Know-how-Transfer in der Wertschöpfungskette hochzuarbeiten. Das ist nichts Neues – Japan verfolgte in den 1960er-70er Jahren einen ähnlichen Ansatz, wie auch Korea in den 1980er-90er Jahren. Im Elektroniksektor gibt es eine Fülle von Beispielen für internationale Marken, die von anderen übernommen wurden, teilweise mit irgendeiner Form von staatlicher Unterstützung in der Vergangenheit. So hat bei Fernsehgeräten Korea dem lange dominanten Japan mittlerweile den Rang abgelaufen. Auch am Markt für Mobiltelefone hat es ähnliche Entwicklungssprünge gegeben. Nokia war in den1990er Jahren Leidtragende dieses Prozesses, als das Unternehmen von Apple an den Rand gedrängt wurde, dessen Smartphone-Sparte wiederum in den letzten fünf Jahren Marktanteile an koreanische Unternehmen wie Samsung und LG verloren hat, die nun mit Huawei und Xiaomi aus China starke Konkurrenz bekommen haben. Dasselbe Bild bietet sich im Automobilsektor. Das Geschäft verlagert sich von Japan nach Korea und verstärkt nach China. Die Geschichte kennt viele Beispiele von Unternehmen in einem bestimmten Sektor, die mit gewisser staatlicher Unterstützung zunächst den Heimatmarkt erobern, um dann auch international zu expandieren. Natürlich gibt es auch Beispiele, in denen dieses Modell nicht funktioniert hat (man denke an die stahlverarbeitende Industrie Lateinamerikas in den 1970er Jahren). Dabei handelte es sich jedoch um Sektoren mit geringem Technisierungsgrad, in denen Marken keinen großen Wert haben.

Fazit

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat es auf dem diesjährigen World Economic Forum in Davos mit seinen philosophischen Worten vielleicht am besten ausgedrückt: „Protektionismus ist wie sich in einen dunklen Raum einzusperren. Wind und Regen kommen dann zwar nicht herein, aber auch keine Sonne und keine Luft. In einem Handelskrieg gibt es keine Sieger.“ Institutionelle Anleger sind deshalb gut beraten, den verschiedenen Spielarten des Protektionismus im Rahmen der Asset Allokation Rechnung zu tragen. Wie oben ausgeführt, empfiehlt sich dazu ein makrostrategischer Ansatz mit gezielter Ausrichtung auf bestimmte Länder und Branchen.

 

Blockchain: Eine disruptive Technologie oder Hype?

von Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die Blockchain-Technologie hat viel Aufmerksamkeit erhalten, hauptsächlich aufgrund der Bedeutung von Bitcoin, dem zunehmenden Interesse und der steigenden Investitionen in Finanztechnologie, auch „FinTech“ genannt. Viel ist über das Konzept der Distributed-Ledger-Technologie geschrieben worden, wie auch zum Beispiel über ihr Potenzial zur Lösung von Unternehmensproblemen. Zurzeit beläuft sich der Gesamtwert aller Bitcoins in der Blockchain auf schätzungsweise USD 20 Mrd.1 oder nahezu 0,027 % des globalen BIP (USD 74 Bio.). Der Datenumfang der Blockchain liegt bei geschätzten 197 GB.2 Laut einer Umfrage des World Economic Forum (WEF) rechnen 57,9 % der Befragten damit, dass bis 2025 rund 10 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Blockchain gespeichert sein werden.3

Es überrascht nicht, dass die Finanzindustrie darauf erpicht ist, diese Technologie für sich zu erschließen: Banken rechnen damit, dass die Blockchain die Infrastrukturkosten bis 2022 um USD 15–20 Mrd. pro Jahr senken könnte. Hinzu kommt, dass diese Technologie die Möglichkeit bietet, bestehende IT-Infrastrukturen zu überholen, den Zeitaufwand für die Abwicklung von Transaktionen zu verringern und die Wertpapierbörsen zu vereinfachen.

Einige der Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass die Möglichkeiten wesentlich umfassender sind. Die Anwendungen reichen dabei von der Speicherung von Kundenidentitäten über Abwicklung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs bis hin zum Clearing und Settlement von Anleihen- und Aktiengeschäften sowie zur Ausführung von Smart Contracts, wie zum Beispiel Kreditderivaten mit automatischer Auszahlung bei Insolvenz eines Unternehmens oder Anleihen, die regelmäßig Coupons an ihre Inhaber ausschütten.4 Auch gibt es bereits Anwendungsbeispiele auf Grundlage der Blockchain-Technologie außerhalb der Sphäre der Finanzdienstleistungen:

  • Am 4. Oktober 2014 wurde die erste Ehe auf Blockchain-Basis registriert. Der Governance-Service wurde durch Bitnation bereitgestellt, einem dezentralen Governance-Dienstleister5, der seine Dienste grenzenlos und dezentralisiert anbietet.
  • Die Hochschule von Nikosia akzeptiert nicht nur Bitcoins zur Zahlung von Studien- und sonstigen Gebühren, sondern war auch die erste Bildungseinrichtung, die akademische Zeugnisse ausstellt, deren Echtheit per Blockchain überprüft werden kann.6
  • Das Amt für Wirtschaftsentwicklung der Isle of Man kündigte Pläne für ein erstes staatliches Blockchain-Testprojekt an. Das Amt will ein Register aller digitaler Währungsunternehmen entwickeln, die auf der Insel tätig sind.7

Unserer Meinung nach ist die wichtigste Erkenntnis, dass es bei der Blockchain nicht nur um die Umgehung des Intermediärs geht. Vielfach hat sie das Potenzial, dank der Automatisierung von arbeitsintensiven Prozessen Kosteneinsparungen zu ermöglichen. Wir sind außerdem der Auffassung, dass eine robuste IT-Sicherheit von größter Bedeutung ist, da ansonsten das Potenzial dieser Technologie massiv eingeschränkt werden wird.

Wie funktioniert die Blockchain?

Die meisten Menschen nutzen einen vertrauenswürdigen Intermediär, wie zum Beispiel eine Bank, zur Durchführung von Finanztransaktionen. Im Gegensatz dazu können dank der Blockchain Verbraucher und Anbieter direkt miteinander in Verbindung treten, wodurch die Notwendigkeit einer Drittpartei entfällt. Aufgrund der Verschlüsselung des Datenverkehrs stellt die Blockchain eine dezentrale Transaktionsdatenbank („Digital Ledger“) bereit, die für alle Teilnehmer im Netzwerk einsehbar ist.8 Dieses Netzwerk ist im Wesentlichen eine Kette von Computern, die alle eine Transaktion genehmigen müssen, bevor sie bestätigt und erfasst wird. Anders ausgedrückt handelt es sich dabei um ein elektronisches Kontobuch, in dem die Transaktionen kontinuierlich in Form von Datenblöcken aufgezeichnet werden.

Abbildung 1 zeigt anhand einer einfachen Bitcoin-Transaktion, wie die Blockchain funktioniert. Person A möchte Geld an Person B in Form von Bitcoins überweisen. Zur Ausführung dieser Transaktion öffnet A seine digitale Brieftasche und gibt den Betrag und den von B genannten Bestimmungsort ein (1). Wenn A die Zahlung absendet, entsteht ein neuer „Datenblock“, der die Adressen von A und B enthält sowie den zu überweisenden Betrag (2). Dieser „Block“ wird an das Kontobuch geschickt, das „dezentral“ geführt wird, d. h., es ist auf mehrere Teilnehmer verteilt und wird von ihnen gespeichert (3). Verschlüsselung und konsensbasierte

Authentifizierungsverfahren stellen die Richtigkeit der Daten und die Gültigkeit der Transaktion sicher (4). Die Blockchain besteht aus einer Vielzahl von Blöcken, in denen die Transaktionen dauerhaft und transparent aufgezeichnet werden (5). Jeder Block in der Kette ist mit dem vorherigen Block verbunden und die gesamte Kette von Blöcken ist auf mehrere Teilnehmer (oder Knotenpunkte) verteilt. Nachdem diese Schritte ausgeführt wurden, wird der Betrag an Person B überwiesen (6).

Was sind die Auswirkungen?

Schätzungen zufolge gibt es mehr als 400 Blockchain-Startups, die sich auf das Segment der Finanzdienstleistungen spezialisiert haben.9 Wir sind jedoch der Meinung, dass diese Technologie das Potenzial hat, fast jede Branche nachhaltig zu verändern. Sie kann auf fast alle Formen von Transaktionen angewendet werden, wie beispielsweise Geld, Waren oder Immobilien. Die Blockchain könnte ebenfalls dazu beitragen, betrügerische Aktivitäten einzudämmen, da jede Transaktion in einem öffentlichen Kontobuch aufgezeichnet wird, das für alle einsehbar ist. Obwohl die Implikationen der Blockchain- Technologie noch nicht absehbar sind, erwarten wir Folgendes:

  • Die Blockchain wird den Automatisierungsgrad erhöhen und Kosten senken.
  • Diese Technologie wird voraussichtlich neue regulatorische und gesetzliche Protokolle und Normen erfordern.
  • Außerdem könnten bestehende Marktplätze umgangen und neuen Vertriebskanälen zum Durchbruch verholfen werden.
  • Die Zentralbanken könnten Geldflüsse in Echtzeit überwachen und die Geldpolitik mit nachvollziehbaren Argumenten in Echtzeit anpassen oder zumindest mit höherer Genauigkeit.

Es gibt immer mehr Belege dafür, dass die Blockchain in der Lage ist, fast jede Branche tiefgreifend zu verändern. Laut einer Studie von Deloitte entstehen neue Geschäftsmodelle und zahlreichen Branchen stehen im Umbruch.10

Abbildung 2 zeigt die voraussichtlichen Auswirkungen der Blockchain auf verschiedene Wirtschaftsbereiche. Die horizontale Achse misst den wahrscheinlichen Einfluss auf Kosten und Erträge, während die vertikale Achse den wahrscheinlichen Einfluss auf Strategie und Geschäftsprozesse abbildet. Wir können die folgenden Schlüsse ziehen11:

  • „Beobachter“ sind Sektoren, in denen die betrieblichen Auswirkungen der Blockchain-Technologien gering sein dürften. Die Implikationen für diese Unternehmen dürften sich daher in Grenzen halten. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Mitbewerber hierdurch entscheidende Wettbewerbsvorteile erlangen würden. Die Sektoren Tourismus und Baugewerbe werden als Beispiele angeführt, wobei hier die Baubranche am wenigsten betroffen sein wird.
  • Die Gruppe der „Pioniere“ hingegen muss mit erheblichen Auswirkungen rechnen, sowohl aus strategischer als auch operativer Sicht, wie auch im Hinblick auf Kosten und Erträge. Mit Hilfe der Blockchain könnten beträchtliche Wettbewerbsvorteile erzielt und gleichzeitig bessere operative Unternehmensprozesse geschaffen werden. Es ist daher nicht überraschend, dass insbesondere die Finanzdienstleistungsbranche verstärkt in diese Technologie investiert.
  • Bei den „Experimentatoren“ besteht tendenziell wenig Handlungsbedarf, da die kurzfristigen Auswirkungen als verhältnismäßig gering eingeschätzt werden. Allerdings sollten sich diese Unternehmen überlegen, die Technologie zumindest zu evaluieren, um langfristig strategische Wettbewerbsvorteile zu erlangen.
  • Bei den „Opportunisten“ könnte die Blockchain-Technologie sich kurzfristig positiv auswirken, vermutlich aber nur in jenen Bereichen, die nicht zu ihren Kerngeschäften zählen. Eine Möglichkeit wäre eine Partnerschaft mit anderen Unternehmen.

Vorsicht ist geboten

Obwohl es viel Rummel um die Blockchain-Technologie gibt, besteht im Allgemeinen mangelnde Klarheit über ihr Funktionsprinzip und wie sie am effektivsten eingesetzt werden kann. Die Blockchain kann mit Sicherheit dazu beitragen, bestimmte Funktionen in einfachen, transaktionsbezogenen Anwendungsfällen zu automatisieren. Wir glauben jedoch, dass eine Reihe von Fragen und Problemen gelöst werden müssen, bevor diese Anwendungen skaliert und mit spürbarem Nutzen in der Realität eingesetzt werden können. Untenstehend sind einige Beispiele aufgeführt:

  • Die Blockchain-Technologie ist noch in den Kinderschuhen und es fehlt noch eine Standard-Plattform. Unserer Meinung nach ist es wahrscheinlich, dass mehrere Blockchain-Plattformen entstehen werden, um die Vielzahl verschiedener Anwendungen abzudecken. Für den flächendeckenden Einsatz müssen jedoch technische Branchenstandards vereinbart werden, um die Kompatibilität zwischen den verschiedenen Blockchain-Plattformen branchenübergreifend zu gewährleisten.
  • Oft ist eine Blockchain-Datenbank nur so gut, wie die ihr zugrunde liegenden Daten- und Geschäftsprozesse. Darüber hinaus ist eine gewisse kritische Größe unverzichtbar, da Blockchain-basierte Lösungen auf mehrere Nutzer angewiesen sind. Laut dem Metcalfe’schen Gesetz ist der Nutzen eines Netzwerks proportional zur Anzahl der Verbindungen im Netzwerk im Quadrat. Daher ist die breite Nutzung unerlässlich, damit die positiven Netzwerkeffekte der Blockchain zum Tragen kommen.
  • Die Integration der Blockchain-Technologie in bestehende IT-Infrastrukturen stellt ein weiteres Hindernis dar, das nicht unterschätzt werden darf.
  • Das Internet der Dinge wird die Angriffsfläche für das Internet erheblich erweitern. Als Folge davon erhöht sich die manipulierbare Angriffsfläche eines verteilten Netzwerks mit jedem zusätzlichen Knoten. In einer Blockchain-Welt kommt der IT-Sicherheit sogar noch größere Bedeutung zu.
  • In der Finanzbranche bevorzugen Aufsichtsbehörden eine zentrale Anlaufstelle, die sie zur Verantwortung ziehen können, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, wie beispielsweise ein Softwarefehler oder eine Hackerattacke. Darüber hinaus gibt es noch offene Fragen betreffend Compliance sowie Erkennung und Unterbindung betrügerischer Aktivitäten (z. B. Geldwäscherei oder Rechtsrahmen für Krypto-Währungen).
  • Und schließlich stellt sich die Frage, wie wir den Datenschutz regeln können bei gleichzeitiger Sicherstellung von transaktionsübergreifender Transparenz.

Fazit

Blockchain ist ein Phänomen, das sich momentan dynamisch entwickelt. Deshalb ist es unmöglich, mit Gewissheit vorherzusagen, welchen Weg diese Technologie in Zukunft einschlagen wird. Seit 2012 wurde in diesen Bereich Risikokapital in Höhe von USD 1,3 Mrd. investiert12, bedingt durch das Bestreben der Finanzindustrie, sich diese vielversprechende Technologie zunutze zu machen. Wir sind jedoch der Auffassung, dass der Wirbel um die Blockchain noch nicht vergleichbar ist mit dem Internet-Hype, der 1996 seinen Höhepunkt erreichte.

Die Einführung von bahnbrechenden Technologien folgt in der Regel einem Muster, bei dem auf überhöhte Erwartungen kurzfristige Enttäuschungen folgen, wobei die ursprünglichen Erwartungen letzten Endes erfüllt und langfristig übertroffen werden. Wir glauben, dass ein ähnliches Akzeptanzmuster für die Blockchain-Technologie plausibel scheint. Da diese noch relativ jung ist und sich rasant weiterentwickelt, glauben wir, dass die kommerzielle Nutzung erst Jahre später stattfinden wird. Es kann hier ein Vergleich mit dem World Wide Web gezogen werden: Obwohl es in den 1980er-Jahren entwickelt wurde, erlangte das Internet erst fast zwei Jahrzehnte später, nach der Dot-Com-Blase, weitverbreitete Akzeptanz. Nichtsdestotrotz empfehlen wir Anlegern, dieses Thema genau zu verfolgen, um unliebsame Überraschungen oder verpasste Anlagechancen zu vermeiden.

Als langfristig orientierte Anleger sind wir der Auffassung, dass dieses Thema einen attraktiven, langfristigen Wachstumsbereich darstellt, bei dem wir noch ganz am Anfang stehen. Wir glauben, dass die Blockchain das Potenzial hat, verschiedene Bereiche zu automatisieren, indem sie Vermittler überflüssig macht. Wir sind jedoch auch der Meinung, dass diese Technologie ohne entsprechende IT-Sicherheitsprotokolle nicht funktionieren kann, da ansonsten das Vertrauen in dieses Konzept verloren gehen würde. Aus diesem Grund investieren wir in führende Unternehmen, die besonders in den Bereichen Datenschutz, Datenanalyse und Automatisierung sowie Automatisierung von Zahlungsvorgängen und Sicherheit tätig sind.

Den vollständigen Bericht mit Abbildungen finden Sie links als PDF.


Quellen
1) Quelle: Blockchain.info, URL : https://blockchain.info/de/charts/market-cap, 12.4.2017.
2) Quelle: bitinfocharts.com (2017): Statistische Angaben zu Kryptowährungen, URL: https://bitinfocharts.com/, 17.4.2017.
3) Quelle: World Economic Forum (2015): Deep Shift : Technology Tipping Points and Societal Impact, Survey Report, Sept. 2015, S. 24, URL: http://www3.weforum.org/docs/WEF_GAC15_Technological_Tipping_Points_report_2015.pdf, 12.4.2017.
4) Quelle: Oliver Wyman et. al. (2015): The Fintech 2.0 Paper: Rebooting financial services, White Paper, 2015, S. 15, URL: https://www.finextra.com/finextra-downloads/newsdocs/the%20fintech%202%200%20paper.pdf, 12.4.2017. 5 Quelle: Bitcoinmagazine (2014): The First Blockchain Wedding, URL: https://bitcoinmagazine.com/articles/first-blockchain-wedding-2- 1412544247/, 12.4.2014. 6 Quelle: University of Nicosia (2015): Academic Certificates on the Blockchain, URL: http://digitalcurrency.unic.ac.cy/free-introductory- mooc/academic-certificates-on-the-blockchain/, 12.4.2017.
7) Quelle: Coindesk.com (2015): Isle of Man Trials First Government-Run Blockchain Project, Pressemitteilung, 7. Mai 2015, URL: http://www.coindesk.com/isle-of-man-trials-first-government-run-blockchain-project/, 12.4.2017.
8) Ein Kontobuch ist in diesem Sinne eine Sammlung von Datensätzen, die sich auf eine Vielzahl von Objekten beziehen können, wie zum Beispiel Bankguthaben, Abstimmungen, Gesundheitsakten, Zahlungsverkehr usw. Diese Kontobücher sind in der Regel zentral hinterlegt. Banken führen zum Beispiel ein Kontobuch mit den Bankbeständen ihrer Kunden. Krankenversicherungen führen Buch über die Gesundheitsdaten ihrer Patienten. Die Regierung führt ein Wahlregister mit einer Liste der stimmberechtigten Bürger. Im Allgemeinen entscheidet eine zentrale Stelle darüber, welche Daten im Kontobuch erfasst werden, wobei die Nutzer der Datenbank darauf vertrauen können, dass die erfassten Daten korrekt sind. Bei einem verteilten Kontobuch gibt es keine Stammdatenbank, die von einer zentralen Stelle geführt wird. Verschiedene Teilnehmer (bzw. Knotenpunkte, d. h. unabhängige Computer im Blockchain-Netzwerk, die Berechnungen anstellen und das Kontobuch führen) speichern Kopien der gesamten Datenbank. Sie haben ein Interesse am Unterhalt dieser Datenbank und erhalten dafür einen wirtschaftlicher Anreiz in Form von Bitcoins durch Bitcoin-Mining.
9) Quelle: Financial Times (2017): Blockchain entrepreneur hold fast to their vision of tech utopia, in: The Financial Times, 30. Jan. 2017, S. 10.
10) Quelle: Deloitte (2015): Beyond bitcoin: Blockchain is coming to disrupt your industry, White Paper, Deloitte University Press, 2015.
11) Quelle: Deloitte (2017): The Blockchain (R)evolution – The Swiss Perspective, White Paper, Februar 2017, S. 14ff., URL: https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ch/Documents/innovation/ch-en-innovation-blockchain-revolution.pdf, 12.4.2017.
12) Quelle: Fintech Switzerland (2017): Top Worldwide VCs and Investors in Bitcoin and Blockchain, Fintechnews Switzerland, 31. Jan. 2017, URL: http://fintechnews.ch/blockchain_bitcoin/top-vcs-and-investors-in-bitcoin-and-blockchain/9212/, 13.4.2017.

Fintechs in Frankfurt-Rhein-Main: Noch nicht auf der Pole-Position, aber auf der Überholspur.

Die Region Frankfurt-Rhein-Main zeichnet sich im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Metropolregionen in Deutschland durch seine Polyzentralität aus. Kernstädte der Region sind auf hessischem Gebiet Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt. Hinzu kommen die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz sowie das unterfränkische Aschaffenburg. Ca. 5,7 Millionen Menschen leben in dieser Region, mit stetig steigender Tendenz. Assoziieren die Neuankömmlinge die Region zunächst mit Bankentürmen auf weitestgehend versiegelten Flächen, ändert sich der Blickwinkel zumeist schnell. Unter den deutschen Metropolregionen nimmt Frankfurt-Rhein-Main mit nahezu 40 Prozent Waldfläche einen Spitzenplatz ein, Heilbäder, Seen, Weinberge und malerische Altstädte passen erstmal nicht in das vorgeprägte Bild einer glitzernden Bankenwelt.

Trotzdem gilt: Frankfurt-Rhein-Main ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte, sowohl in Deutschland als auch in Europa. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt liegt rund 20 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt, die Kaufkraft liegt in einzelnen Kreisen sogar mehr als 30 Prozent darüber. Wichtigste Arbeitgeber sind die chemie- und pharmazeutische Industrie, die Automobilindustrie und natürlich auch die Finanzindustrie. Deutschlandweit gilt die Main-Metropole als Bankenhauptstadt. Neben Europäischer Zentralbank und Bundesbank befinden sich hier rund 200 Geldhäuser, davon etwa 160 Auslandsbanken, die ihr Deutschland- bzw. Europageschäft von hier aus betreiben.

Trotz der vielfältigen Kompetenzen im Finanzsektor haben es Frankfurt und die Region jedoch lange Zeit versäumt, sich als Standort für Fintech-Startups zu positionieren. Berlin beherbergt noch immer eine höhere Anzahl an jungen Unternehmen der Fintech-Szene und gilt als bevorzugtes Ziel von Neugründungen im Tech-Bereich. Doch Besserung ist in Sicht!

In einer ersten Euphoriephase der Fintech-Branche wurde immer wieder deren disruptiver Charakter angesprochen, welcher die Geschäftsmodelle der traditionellen Geldhäuser bedrohe. Immer mehr kristallisieren sich die Banken jedoch als wichtige Partner der Fintechs heraus - ob als Investoren, Ideengeber oder als Anbieter relevanter Infrastruktur. Dies betrifft sowohl die Geschäftsmodelle des B2B-Bereichs als auch jene, die sich direkt an den Endkunden wenden. Verschiedene Frankfurter Foren bieten Möglichkeiten für die Anbahnung solcher Kooperationen.

Hinzu kommen verschiedene Akteure, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Standort als Fintech-Hub zu etablieren. Ansässige Banken, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt haben verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht. Auch die Deutsche Börse tritt als Akteur auf die Bühne des Geschehens. Neben der Übernahme der Devisenplattform 360T für 725 Millionen Euro stellt sie insgesamt 4 Fintech-Startups vorerst kostenlose Büroflächen zur Verfügung. Ein weiterer Meilenstein ist das vom Hessischen Wirtschaftsministerium und weiteren Partnern initiierte Techquartier, welches seit November 2016 Gründungsimpulse unter anderem für Fintech-Startups bietet.

Weitere Fintech-Center bieten attraktive, günstige Büroflächen und kreative Austauschmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zu den großen Banken. Die Deutsche Bank hat in Frankfurt eine Digitalfabrik gegründet, die bis 2020 mit etwa 750 Millionen Euro ausgestattet wird. Der Standort profitiert nicht nur durch geplante 400 Stellen in der Softwareentwicklung, sondern auch durch weitere 50 Arbeitsplätze, die eingerichtet werden, um mit Partnern aus der Fintech-Branche zu kooperieren.

Einzigartig ist die Etablierung eines Fintech-Studiengangs an der Frankfurt School of Finance. Seit dem Wintersemester 2016/17 haben 20 Studierende die Möglichkeit, in Kooperation mit der in Frankfurt ansässigen Fintech Group AG ein duales Studium zu absolvieren. Nimmt man die mehrfach ausgezeichnete Technologiekompetenz der Technischen Universität Darmstadt hinzu, verfügt die Region Frankfurt-Rhein-Main über einen weiteren essentiellen Standortvorteil.

Was spricht des Weiteren für die Region? In einer neuen digitalen Arbeitswelt gelten neue Standortfaktoren. Gerade Real-time-Anwendungen verlangen verlässliche digitale Infrastrukturen. Frankfurt verfügt mit dem weltweit wichtigsten Internetknoten über das Rückgrat digitaler Prozesse. Datencenter sprießen wie Pilze aus dem Boden. Der Energiebedarf der ansässigen Datencenter übersteigt mittlerweile den des wichtigsten deutschen Flughafens. Eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group belegt die volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekte von Investitionen in Rechenzentren. Die Investitionssumme von einer Million Euro in ein solches entspräche der Gründung eines mittelständischen Unternehmens mit 11 Mitarbeitern, so die Botschaft der Studie.

Einige Früchte haben die bereits implementierten Maßnahmen schon getragen. Eine EY-Studie, die die Fintech-Szenerie der vergangenen Jahre analysiert, sieht erhebliche Erfolge im Aufholprozess, sowohl deutschlandweit als auch in der Rhein-Main-Region. Zudem haben sich in jüngster Vergangenheit einige Fintechs dazu entschieden, von Berlin nach Frankfurt umzuziehen. Weitere Städte des Rhein-Main-Gebiets sind zudem Heimat führender Startup-Unternehmen aus den Bereichen Insuretech, Proptech und E-Health. Eine Übersichtskarte des Inkubators der Goethe-Universität Frankfurt (innovation-map.de) gibt einen ersten Überblick über die Startups der Region, Investoren, Gründungszentren und weiteren relevanten Infrastrukturen für JungunternehmerInnen.

Die ersten Hausaufgaben zur Etablierung eines Gründungsmilieus sind also getan, die handelnden Akteure haben die Relevanz von innovativen Gründungen erkannt und die notwendigen Infrastrukturen geschaffen. Und trotzdem bleibt noch genügend Spielraum, die Region zur ersten Adresse für junge Tech-Unternehmen zu machen. 

Clean energy: Hydro power has lowest carbon footprint of all electricity generation sources

by Huub van der Riet, Lead Portfolio Manager Impact Investing at NN Investment Partners.

The exponential growth in greenhouse gas emissions in the past decades poses a major threat to the habitability of the planet and has prompted an international commitment among the world’s governments to reduce these emissions. This forms an imposing challenge to energy producers and other energy-intensive industries, as well as an opportunity for investors seeking to participate in the innovations in energy production that will be needed to meet reduction targets.

In Paris, on December 12, 2015, the world’s leading nations signed the most ambitious climate agreement since the Kyoto Protocol of 1997. The signatories included the US and China, the two biggest carbon emitters. Though there is no formal enforcement mechanism, the international commitment to ambitious emission reduction targets and the agreement on a long-term framework to review and update these plans shows the prominence the climate change issue has gained on the global stage. Despite the uncertainties caused by the election of Donald Trump as president of the United States, the international community remains strongly committed to this agreement.

The context of clean energy: climate change

The United Nations Framework Conventions on Climate Change (UNFCCC) defines climate change as “a change of climate that is attributed directly or indirectly to human activity that alters the composition of the global atmosphere and that is in addition to natural climate variability observed under comparable time periods.” Human activity from 1750 to 2011 resulted in emissions equivalent to about 2,040 billion tons of carbon dioxide (CO2), according to the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). About 40% of these human-generated, or anthropogenic, emissions have remained in the atmosphere and increased the CO2 concentration from 280 to 400 parts per million. Figure 1 shows anthropogenic greenhouse gas (GHG) emissions from 1970 to 2010.

The potentially catastrophic consequences and the alarming observations related to vital stats of the planet led 195 countries to sign the climate agreement in Paris. At the conference, the international community committed to reduce GHG emissions to achieve the objective of limiting global rise in temperatures to less than 2 degrees Celsius (2oC) above the pre-industrial times. The scientific community sees this limit as the threshold beyond which consequences of climate change become potentially cataclysmic.

Climate change action will change the energy mix dramatically

Analysts forecast that in a 2oC scenario, GHG emissions would peak around 2020 and show a steep decline thereafter. This is going to have a profound impact on our energy use. The largest source of emissions is electricity and heat production. Achieving the objective of the Paris conference will mean that renewable generation has to accelerate rapidly over the next two decades. This presents a great opportunity for investors to invest in innovative industries and generate growth as well as returns, while supporting a cause that diminishes the stress on the ecosystem.

Investing in companies that are part of the global value chain of clean energy technologies requires careful consideration of a number of factors. Investors need to understand the evolution of technologies, their cost competitiveness, the need for regulatory support, the technical challenges related to transmission and geographic suitability, to name a few of these factors.

According to Bloomberg, global energy capacity will continue its strong growth in the coming decades, increasing by an estimated 75% in the period from 2020 to 2040. Renewable energy is expected to grow at an even faster rate and, under this scenario, will make up more than 60% of total capacity. Forecasts are based on market projections driven by policy and project pipeline. No new subsidies are expected and most existing support programs are expected to end by 2020. 

Hydro Power: a mature alternative

Hydro power relies on mature, cost-competitive technology. Hydro power has the lowest carbon footprint of all commercial electricity generation sources and already accounts for about 16% of global electricity generation. Large hydro power projects with output of more than 10MW also provide other benefits, like flood management and drought protection. Going forward, the installed capacity of hydro power is expected to increase from 1,200GW in 2015 to 1,800GW in 2040, implying average annual installation of 24 GW. Non-OECD countries will be driving the expected growth, as nearly all the readily exploitable sites in the OECD economies have already been exploited. However, there are concerns related to hydropower too. The key drawback is high capital costs, long lead times, and significant environmental and social issues. To improve the sustainability of the technology, the sector is incorporating measures to address environmental and climate issues in the project planning stage.

Clean energy is one of the solutions to the problem of climate change, which poses a major challenge to the sustainability of human civilization. The promotion of clean energy is also enshrined in the United Nations’ Sustainable Development Goals (SDGs): SDG 7 aims to “ensure access to affordable, reliable, sustainable and modern energy for all”. In NN Investment Partners’ impact investing approach, clean energy plays a central role. Investments in this sector need to be preceded by thorough analysis of companies’ track records in mitigating environmental and social risks related to hydro projects. For emerging market companies, it is important to look at historical lead times because the emerging markets often have issues related to land acquisition and the resolution of disputes that delay projects regularly.

Die richtige ETF-Auswahl – Der Schlüssel zum Erfolg

von Daniel Hardt, Fondsmanager bei alpha beta asset management.

Als Investmenthaus mit aktivem Management-Stil und regelbasierten, globalen Anlagestrategien sind wir Profiteur eines stetig wachsenden Angebots von Exchange Traded Funds (ETF) in Form von passiv verwalteten Indexfonds. Diese nehmen eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung zahlreicher Investmentstrategien ein, da sie wichtige Grundvoraussetzungen wie z.B. hohe Transparenz, hohe Kosteneffizienz und hohe Liquidität, die für einen aktiven regelbasierten Investmentansatz unverzichtbar sind, erfüllen. In unserem Fall handelt es sich bei regelbasierten Investmentansätzen um Strategien, die nach vordefinierten Regeln investiert werden und damit für Anleger nachvollziehbar sind. Dies alles geschieht auf Basis computergestützter Analyse-Tools mit einer hohen Datenmenge, wobei der Handel und das begleitende Risikomanagement immer in der Hand des Portfoliomanagements verbleiben. Es handelt sich somit nicht um eine Black-Box oder automatisiertes Handeln, sondern regelgebundenes Investieren mit einem abschließenden Plausibilitätscheck durch das Team.

Ein sehr wichtiger, aber oftmals unterschätzter Gesichtspunkt bei einer regelbasierten Anlagestrategie ist die Auswahl des Investmentuniversums. Bevor ein Portfolio zusammengestellt werden kann, muss zunächst klar definiert werden, welche Anlageklassen und –regionen in den Analyseprozess einfließen sollen. Dabei spielen vor allem Kriterien wie Investorenziele und -restriktionen, die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, die Verfügbarkeit und Beschaffenheit von Anlageinstrumenten, Möglichkeiten und Stabilität des Datenzugangs sowie die Datenqualität, die Auswahl der Handelsplätze, die Höhe der Liquidität und vor allem auch Kostenfaktoren eine wichtige Rolle. Die Wertentwicklung, Risiko- und Bewertungskennzahlen und das Verhalten eines Investments im Portfoliokontext sind dagegen bei unseren Strategien Faktoren, die erst im nachfolgenden Schritt des Investmentprozesses anhand unserer Indikatoren ermittelt und anschließend zur Portfoliozusammenstellung verwertet werden.

Einmal pro Quartal befassen wir uns im Portfoliomanagement explizit mit der Zusammensetzung des Investmentuniversums der einzelnen Anlagestrategien, d.h. der dem Analyseprozess prinzipiell zur Verfügung stehenden Anlageklassen und –regionen. Im Gegensatz zur täglichen Überwachung des Portfoliorisikos und der Wertentwicklung werden hierbei auch qualitative Einschätzungen vorgenommen, die eine Automatisierung dieses Prozesses ausschließen. So erhalten wir im Portfoliomanagement die Möglichkeit, Veränderungen in den Rahmenbedingungen einer Anlagestrategie zeitnah zu erkennen und auf diese zu reagieren. Eine dieser Veränderungen ist für uns die kontinuierliche Weiterentwicklung des ETF-Marktes, die uns immer häufiger vor die Wahl mehrerer vergleichbarer ETF innerhalb einer Anlageklasse oder –region stellt. Dies ist in gewissem Maße ein Luxusproblem, dennoch gestaltet sich die Wahl des richtigen Anlageninstruments damit häufig recht komplex.

Offensichtlich wird das Problem bei einer Investition in den chinesischen Aktienmarkt. Hier stehen uns gleich mehrere große, liquide ETF mit hoher Anbieter- und Datenqualität sowie ähnlichen Kostenbelastungen auf verschiedene Indizes zur Verfügung. So ist z.B. der MSCI China ein Benchmarkindex für viele ETF, der vorwiegend Unternehmen umfasst, deren Aktien in Form sogenannter B-Aktien in US-Dollar an der Shanghai Stock Exchange oder in Hongkong-Dollar an der Shenzhen Stock Exchange bzw. in Form von H-Aktien an der Hongkong Stock Exchange notiert sind. Im Index befinden sich aktuell 148 Unternehmen. Der CSI 300 Index beinhaltet dagegen die 300 größten chinesischen Unternehmen, deren Wertpapiere in Renminbi an den Wertpapierbörsen in Shanghai und Shenzhen notieren (A-Aktien). Ein weiterer wichtiger Index ist der FTSE China 50 Index, der einen Zugang zu den 50 größten und liquidesten chinesischen Aktien, die an der Börse in Hongkong notiert sind (H-Shares), bietet.

Gemeinsam haben diese Indizes nur, dass sie die Wertentwicklung chinesischer Unternehmen abbilden. Schon der Blick auf die Namen und die Anzahl der Unternehmen in den einzelnen Indizes deutet auf einen wesentlichen Unterschied im Grad ihrer Diversifikation hin. Darüber hinaus weist die Indexzusammensetzung große Differenzen auf. Während zum Beispiel der Finanzdienstleistungssektor im MSCI China aktuell ein Gewicht von ca. 30% besitzt, liegt dessen Anteil im CSI 300 Index bei ca. 41% und im FTSE China sogar bei fast 50%. Ein weiterer Unterschied ist die Investorenbasis. Während die Geldanlage in A-Aktien ursprünglich nur für chinesische Investoren vorgesehen war, stehen B- und H-Aktien fast ausschließlich ausländischen Investoren zur Verfügung. All dies macht sich in der Wertentwicklung der einzelnen Indizes und der Korrelation (Gleichlauf) untereinander bemerkbar. So entwickelte sich zwar der CSI 300 Index aus der Sicht eines Euro-Investors mit ca. +66% in den letzten 5 Jahren am besten, allerdings weist er mit einer Volatilität von fast 24% p.a. auch die höchste Schwankungsbreite auf. Der FTSE China 50 und der MSCI China gewannen in diesem Zeitraum ca. 45% bzw. 54% hinzu, allerdings bei einer niedrigeren Volatilität von nur ca. 21% bzw. ca. 19%.

Chinesische Aktienindizes (Total Return in Euro)

Unterschiede finden sich auch im Verhalten der Indizes untereinander. Während der FTSE China 50 und MSCI China einen hohen Gleichlauf haben, korrelieren beide Indizes auf wöchentlicher Datenbasis über die letzten 5 Jahre nur mit einem Wert in Höhe von 0,6 mit dem CSI 300. Mit Blick auf die Portfoliokonstruktion kann es daher sinnvoll sein, einen der erstgenannten Indizes und den CSI 300 via ETF ins Investmentuniversum aufzunehmen, da möglichst unkorrelierte Portfoliopositionen positiv zur Diversifikation beitragen. Mit dieser Entscheidung muss sich das Risikomanagement allerdings der Tatsache bewusst sein, dass in einem Worst-Case-Szenario nun zwei chinesische Aktienindizes vom gleichen Marktrisiko direkt betroffen sein könnten.

Der chinesische Aktienmarkt ist sicherlich ein extremes Beispiel für die Unterschiede einzelner Indizes innerhalb eines Landes. Dennoch lassen sich solche Unterschiede auch in anderen Regionen der Welt feststellen. In Indien unterscheiden sich z.B. die beiden für deutsche Anleger via ETF leicht zugänglichen Indizes MSCI India und Nifty 50 ebenfalls durch stark abweichende Sektorenverteilungen. Im MSCI India beträgt der Anteil des Finanzdienstleistungssektors ca. 21%, im Nifty 50 Index hingegen fast 32%. Die Aufgabenstellung der Selektion des geeigneten Investmentindex ist nicht auf die Emerging Markets beschränkt. Auch in Deutschland stehen neben der sehr kostengünstigen Anlagemöglichkeit in den DAX weitere, diversifiziertere Indizes wie z.B. der MSCI Deutschland oder der F.A.Z. Index zur Verfügung, die unter Umständen den Zielen der Investoren besser entsprechen. Eine ähnlich große Auswahl für die größten Unternehmen eines Landes finden sich auch in Japan sowie den USA.

Vergleich: Aktienindizes der größten Firmen in Deutschland, USA und Japan

Darüber hinaus gibt es für viele Weltregionen auch ETF, die zwar mehrere Länder zusammenfassen, aber in einem Land deutlich übergewichtet sind. Auch sie können als Alternative für eine Investition in einen Länderindex in Betracht gezogen werden.

Auswahl regionaler Aktienindizes mit einem beherrschenden Aktienmarkt

Unterschiede in der Zusammensetzung von Indizes finden sich nicht nur für den Aktienmarkt. Auch bei ETF auf Anleihenindizes gibt es teilweise gravierende Unterschiede. Ein prominenter Fall ist das Land Südkorea, das bei manchen Indexanbietern unter Emerging Markets geführt wird und eine Gewichtung von 10% aufweist. Bei anderen Emerging Market Anleihenindizes fehlt das Land dagegen komplett in der Länderauflistung.

Nach erfolgter Auswahl der ETF für die einzelnen Märkte und Anlageklassen, Indizes, wie z.B. zwischen dem Stoxx 600 Europe und dem britischen FTSE 100 Index oder in Form von globalen Unternehmen mit mehreren Börsennotierungen, sind denkbar. Nach Abschluss dieses Prozesses steht unser finales Investmentuniversum. Aus diesem wird anschließend das Portfolio konstruiert, wobei dann die Wertentwicklung der einzelnen Vermögensgegenstände, die Schwankungsbreite oder die Korrelation zum Gesamtportfolio im Fokus stehen. In unserem Fall erfolgt dies, wie anfänglich beschrieben, auf Basis unserer computergestützten Analyse-Tools. Das Ergebnis ist ein breitdiversifiziertes Portfolio vieler, möglichst wenig korrelierter, Märkte auf dem Fundament eines transparenten und stabilen Investmentprozesses sowie des Risikomanagements.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf alpha beta asset management. alpha beta asset management wird in Deutschland durch Active Fund Placement repräsentiert.

The Highs and Lows of a Real Estate Fund

by Axel Kleinefenn, Head of Fund Management, Warburg-HIH Invest Real Estate GmbH.

There’s an old stock-exchange saying which can also be applied to the property market. It goes: “Buy while the cannons are blasting”. This sentence, coined by the banker Carl Mayer von Rothschild, reflects the concept of anticyclical investing; the idea is to buy when the stock market is at its lowest. However, this is easier said than done. In reality, it requires a lot of courage and the absolute trust in one’s own analyses to go against current market trends, but the potential rewards can make all this worthwhile.

The now over ten-year history of one particular big real estate fund for institutional investors highlights this. The fund was issued in February 2007 in, as one can imagine, terrible starting conditions. Only a few months after the conception of the fund, the Subprime-Crisis began, which resulted in the global financial and economic crisis of 2008. The prices on the property market had collapsed, and by 2009 the portfolio suddenly appeared much too expensive.

The fund had reached a crucial juncture. The market was at a low point and in a phase of great uncertainty. Uncertainty is a decisive factor in all markets: If investors feel uncertain, they do not invest. This situation, however, presented an opportunity for the real estate fund. Using particular market turns is essential in order to generate an outstanding performance. If one is successful in selecting the right properties, and manages to invest more during a low-price phase than during a more expensive one, the conditions for beating the market are good. Since the property fund still possessed free capital, it was in the favourable position of being able to continue investing.

But are fund investors today ready to do exactly that? It’s difficult to convince institutional investors concerned with safety of buying in the midst of a crisis. This is why fund managers have to have lengthy discussions detailing their thorough analysis of the targeted properties, their success on the market prior to the crisis and the prospective success going forward. A clear stance towards one’s own strategy and analyses is necessary in order to persuade investors to go down this route.

If this is successful, and a property whose profits have the potential for growth through active management has been chosen, the chances for an outperformance are excellent. However, it won’t show straight away. Time has to pass until the increase in profits, through both active management and a recovering market, will become noticeable. In the case of the previously mentioned fund, a value adjustment had to take place relating to pre-crisis purchases. This meant that the fund had to bridge another difficult phase. A phase in which some properties had to be devalued, and in others, measures to enhance performance hadn’t taken effect yet. In order to overcome a struggle like this, transparent communication with the investor is key.

Using the right strategy, one can make it through the trials and tribulations and reap one’s rewards in a market situation such as our current one. The measures taken to maximise profits have started to take effect in this particular fund, and the market has more than recovered. The current market was used to profitably sell properties which cannot be taken further through management, and to rid portfolios of difficult properties. The financial cushion of this fund has been evaluated as comfortable, meaning that even during a strong market correction, a value adjustment would not become necessary. If the entire portfolio were to be sold today, all investors would receive a double-figure total return over the next ten years. Since the perspective of the fund is long-term, the aim being a stable earning position, the stock is currently being held in a long-term management portfolio.

Even in a market situation like this, the transparent and open communication between fund managers and investors has to be maintained. With a long-term perspective, the fund managers should prepare investors for the fact that a fund will need to continue being managed in a time of crisis. This situation must be overcome in order for management to steer towards a selling phase once the market has recovered. Any other behavioural pattern would harm the performance of a long-term portfolio. The stock-exchange saying quoted from Carl Mayer von Rothschild continues: “Buy while the cannons are blasting, sell when the violins are playing.” Thus, Rothschild suggests that a correction or a crisis is always possible. Consequently, investors have to know: if the markets change, the performance of a fund can change too. A long-term strategy has to encompass all market cycles and a lot of stamina might be needed to succeed.

“We are expecting the unexpected!”

In an ifund fundmanager interview, Iwan Brouwer, Senior Client Portfolio Manager for the Multi-Asset Boutique of NN Investment Partners, explains what differentiates the NN (L) First Class Multi Asset and how investment ideas are generated to respond to changing market environments within a clearly defined risk budget.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Brouwer: NN (L) First Class Multi Asset (FCMA) is a globally diversified strategy aiming for long term capital growth and designed to actively respond to changing market circumstances. In the design of the strategy we have focused a lot on making the strategy as robust as possible in stress periods. This starts with always “expecting the unexpected” and assessing all the exposures in the fund in terms of the risk it brings to the total portfolio, and the aim to keep the overall risk profile of the fund much more stable than in more traditional investment approaches. By taking more risk when deemed appropriate and the possibility to move to a 100% allocation to “relatively safer assets”, the fund aims for a stable pattern of returns. There is for example a clear distinction between “relatively safer assets” and “risky assets” and we make cautious assumptions on correlations.

In the bucket of the relatively safe assets we put high quality government bonds and cash or money market products. The riskier assets are defined as equities, real estate, spread products and we can also tactically use commodities. Also in our analysis on markets we spend time both on fundamental as well as behavioral analysis. The study of behaviour has become even more important than before. Exploring global markets offers amazing opportunities, but understanding both the fundamental and emotional drivers of these markets is crucial in navigating through the uncertainty and therefore we spend a lot of time in our research on both.

This, in my opinion, differentiates us from others.

ifund: How do you add value for your investors?

Brouwer: For smaller clients or investors, it is technically not so easy to have a well-diversified portfolio. With a fund like ours, we offer them a globally diversified investment solution across multiple asset classes such as government bonds, equities, real estate, commodities and spread products like corporate bonds and emerging market debt. As said, we are aiming for long-term capital growth by chasing opportunities and actively responding to changing market environments, all within a clearly defined risk budget. Gross of fees (barring costs on a share-class level), the NN(L) First Class Multi Asset fund delivered a total return of 6.37% p.a. with a volatility of only 4% on average since inception (October 2011 – February 20171).

ifund: How do you generate investment ideas?

Brouwer: We have a clear investment process. We define a strategic allocation with the aim to capture the long-term risk premiums. We arrive to this allocation by equally splitting the risk budget between the relatively safer assets bucket and the risky assets bucket. On top of this we implement our active views. We have an integrated team of portfolio managers and economists/strategists who combine in-depth fundamental analysis of economic trends with extensive behavioural analysis on the psychology of the market and behaviour of other investors. The latter is often very influential on short-term market dynamics and help both to identify shock risks early on and to identify new opportunities before others do. Thereafter we come to the security selection with the most suitable instruments to implement the portfolio. Finally, we monitor the portfolio and take care about the risk management process in a daily process.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Brouwer: The Multi Asset Team consists of 21 professionals headed by Valentijn van Nieuwenhuijzen who is the chief strategist. He runs the business with 3 departments. First the Macro & Strategy team which is lead by Patrick Moonen and key in formulating investment views, second Ewout van Schaick who is responsible for the Mutli-Asset Portfolios and thirdly Willem van Dommelen who leads the Factor Investing & Solutions team. The Multi-Asset boutique is oversighted by the CIO Hans Stoter and supplemented by the Investment Services Team where I am the team leader for Multi-Asset.

FCMA is managed by a team of 3 portfolio managers from Ewout van Schaick’s Multi-Asset Portfolios team: these are Ewout van Schaick, Niels de Visser and Mark Robertson. They are responsible for the final investment decisions. The tactical allocations are in line though with the views we have within the Multi-Asset team that are the result of the on-going discussions between PM’s and strategists and economists

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Brouwer: We try to do well in every market environment. Of course, the performance is expected to be best in situations of stronger economic growth with healthy returns on risky assets and stable interest rates. In a situation of expected rising interest rates, we can, based on our views, lower the duration of the strategy. In those circumstances the return contribution from the relatively safe assets part will be lower.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Brouwer: Currently the macroeconomic support is strong. We are seeing a synchronized economic and corporate earnings recovery in both the US, Europe and Emerging Markets. This is a support for risky asset and an important driver of the reflation trend (higher interest rates, inflation expectations and outperformance of risky assets). That said, there are significant political risks. Most specifically the still unclarity of the specific policies of the Trump administration in the US (particularly the potential for protectionist measures) and in Europe several elections, with specific focus on France. Although not our base case, if these political risks would unfold in a significant negative way, it is could increase the uncertainty among investors and be a risk for the global economic recovery.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Brouwer: Responsible investing has a very long tradition within the NN group and NN Investment Partners (NN IP). In 1999 the group launched business principles and NN IP launched the sustainable equity fund. In 2008 we signed the UNPRI and in 2012 the group signed the UNPSI. Responsible investing is an integrated part of our history.

In the fund we invest in multiple asset classes. For bottom up selection skills that are insourced from other NN IP boutiques, ESG aspects are integrated in the investment process. NN IP specialized teams/boutiques that manage assets for Multi-Asset funds, such as equities,  are incorporating ESG aspects in their research. The range of the ESG integration is of course team specific. Also in our “safe treasury” methodology that we use to select “high quality” government bonds, we look at ESG scores in order to make an assessment of the credit quality of the issuer. 

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Brouwer: I like cycling on my race bike and participate in events throughout Europe. One of my favorites are the Jedermann races in Germany.


1) Past performance is not indicative of future results and shall in no event be deemed as such.

About Iwan Brouwer
Iwan is Senior Client Portfolio Manager for the Multi-Asset Boutique of NN Investment Partners. He is responsible for representing the boutique and contributing to the commercial success of the boutique through attracting and retaining clients in partnership with sales, marketing and product management. As CPM Iwan has a bridging function between the investment engine, clients, client teams and distribution channels.

About NN Investment Partners
NN Investment Partners is the asset manager of NN Group N.V., a publicly traded company listed on Euronext Amsterdam. NN Investment Partners is head-quartered in The Hague, The Netherlands. NN Investment Partners in aggregate manages approximately EUR 195 bln* (USD 205 bln*) in assets for institutions and individual investors worldwide. NN Investment Partners employs over 1,000 staff and is active in 15 countries across Europe, U.S., Latin America, Asia and Middle East.
NN Investment Partners is part of NN Group N.V., a publicly traded corporation.
* Figures as of 31 December 2016

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news, +49 69 57708987 

“Good Prospects for European Senior Secured Loans!”

Michael Craig, Senior Portfolio Manager Bank Loans at Invesco Fixed Income, explains in an altii interview the importance of the European Senior Secured Loans market that allowed investors to generate consistent, low volatility returns for two decades. He outlines the two macro themes that add to the attractiveness of European SSL in 2017 and the risk of defaults.

altii: Why are you investing in European Senior Secured Loans?

Michael Craig: Investors in European Senior Secured loans (EUR SSL) have received consistent, low volatility returns for two decades. The Credit Suisse Western European Leverage Loan Index (CS WELLI), a proxy for the market, has averaged a 5.4% annual return since inception in 1998, with only three negative return years in that 19 year period. The total return for 2016 was 6.5%. Historically the European Loan market has exhibited less volatility than alternative fixed income risk assets such as European High Yield (HY) bonds; the five year average volatility of the CS WELLI was 2.15% vs. 4.91% for the HY market. Accordingly, the loan market has had a higher Sharpe ratio than the CS Euro HY market, 2.77 vs. 1.85, respectively, for the five year period 2012-2016.

altii: Why is now a good moment to invest?

Michael: The Eurozone GDP growth, albeit modest, as well as a healthy, supply and demand balance in the underlying loan market are positives for European SSL. Furthermore, volatility is likely to remain low as European CLO and institutional investors, who tend to invest over the long-term dominate the investor base. This is an advantage over the Fixed Income markets, where retail (ETF, etc.) investors typically have shorter investment horizons are more prevalent. There are two macro themes that add to the attractiveness of European SSL in 2017. Over recent years, long-duration asset classes have benefited tremendously from European Central Bank’s (ECB) stimulus policies. The question has been “when” not “if” the ECB will provide incremental stimulus. We are anticipating a softening in ECB policies, driven primarily by inflation data. The new question that will increasingly be asked will be “when” will the ECB start weaning the market off its accommodative monetary policy, which naturally leads to a rising interest-rates (Euribor) environment. This should lead to more demand for shorter-duration assets such as SSL, which are less sensitive to interest rate changes, than say, high yield bonds for example, as loans provide floating-rate income with coupons based on Euribor + margin. As the majority of European loans are structured with a minimum (i.e. floor) of zero per cent for the Euribor component (as at Dec. 30, 2016, 3 month Euribor was -0.3%) they are therefore insulated from Euribor’s current negative value and investor, coupon income, will increase when Euribor surpasses the zero per cent floor value. In a steeping yield curve environment, the asset class has the potential to outperform longer-duration assets. We also see a repeat of the heightened sensitivity over political events. The lack of reliable predictive tools for election results has led to increased market volatility before and after these events. Against this backdrop, we believe European SSL present a compelling allocation opportunity for investors given their defensive position in the capital structure (high recovery rate) and historically lower volatility than other fixed rate alternatives.

altii: What are the biggest risks?

Michael: The investor concern is often focused on the risk that a macro shock could lead to an increase in defaults. While loan volatility is relatively low, the risk of contagion from other asset classes and macro events does exist. Heading into 2017 credit fundamentals remain stable, with no clear catalyst for a spike in default rates – the macro-economic environment is supportive of risky assets with the Eurozone benefiting from the same trends seen in 2016: private sector demand and supportive government spending. At the borrower level, credit metrics look robust – particularly in terms of interest coverage, a measure of a company’s ability to meet its interest obligations, with coverage-ratios improving as several borrowers were able to their lower cost of debt and/or extend maturities throughout 2016. The European loan market has limited systemic risk given it’s the minimal exposure to the Oil and Gas sector. Nevertheless, there are likely to some pockets of weakness. For example, some retailers and food manufacturers are exposed to softer demand (channel shift, macro-uncertainty and / change in consumer habits) and dollar-denominated sourcing costs (cotton and food commodities) are vulnerable. We expect a default rate of around 2% by principal amount - which remains well below the 4.6% historical average between 2009 and 2015.

altii: Why is Invesco a good partner for such strategies?

Michael: Invesco has been in the senior bank loan market for over 27 years – we launched our first European bank loan product in 2001. With $37.9 billion in bank loan assets under management, Invesco is one of the largest managers of the asset class. Our investment process is built on fundamental bottom-up credit analysis with a top-down macroeconomic overlay. Importantly, we view our investment process as full cycle. The investment horizon always looks across a full credit cycle with the belief that returns are maximised over the long run for all private, credit-sensitive assets such as senior bank loans. This long-term perspective is augmented by an active management approach that includes well-defined buy-sell disciplines and the application of several proprietary models which help us exploit shorter-term relative value opportunities during different phases of the cycle. Our key credit consideration is twofold: (1) What is the risk of credit deterioration, or default, and (2) What is the recovery in the event of that credit deterioration? At Invesco, we employ 29 senior secured bank loan credit professionals focused on minimising credit risk. We perform due diligence on every issuer in our portfolio, focusing on key factors such as management quality, base case and downside cash flow projections, industry position and dynamics, sponsors and arrangers, the issuer’s capital structure, the asset quality and divisibility of the underlying security, the recovery rate, loan-to-value and relative value.

About Invesco

At Invesco, we're dedicated to delivering an investment experience that helps people get more out of life. This means our employees as well as our clients, shareholders and the communities we serve. We strive to achieve this through our: Pure focus on investment: We are independent and solely focused on investment management for the benefit of clients. Diversity of thought: includes our comprehensive range of investment capabilities and geographies. It also reflects our collegial culture and collaborative decision-making style. Passion to exceed – our culture of high performance and not settling for average in everything we do. We are privileged to manage assets on behalf of retail and institutional clients around the world by providing a comprehensive range of high-conviction investment capabilities designed to help clients achieve their investment objectives.

About Invesco
At Invesco, we're dedicated to delivering an investment experience that helps people get more out of life. This means our employees as well as our clients, shareholders and the communities we serve. We strive to achieve this through our: Pure focus on investment: We are independent and solely focused on investment management for the benefit of clients.
Diversity of thought: includes our comprehensive range of investment capabilities and geographies. It also reflects our collegial culture and collaborative decision-making style.
Passion to exceed – our culture of high performance and not settling for average in everything we do.
We are privileged to manage assets on behalf of retail and institutional clients around the world by providing a comprehensive range of high-conviction investment capabilities designed to help clients achieve their investment objectives.

About altii
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Robotik und Automatisierung: günstiger und leistungsfähiger

von Angus Muirhead, CFA, Fondsmanager, Credit Suisse.

Mit dem technologischen Fortschritt entsteht ein neues Zeitalter der Automatisierung, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Bereichen in Fabriken und in der Gesellschaft allgemein eingesetzt werden. Unternehmen, Konsumenten und Staaten erkennen zunehmend die Vorteile der Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz, und so ist es wahrscheinlich, dass die Branche weiter expandieren wird und die Wachstumsraten von Unternehmen mit gut differenzierten, kritischen Technologien weiter steigen werden. Da Robotik und Automatisierung in unserem Alltag zunehmend allgegenwärtig, verknüpft und von zentraler Bedeutung sind, gewinnen auch die Auswirkungen in den Bereichen Schutz und Sicherheit an Bedeutung. Zwischen Robotik und Sicherheit besteht eine symbiotische Beziehung: Mehr automatisierte Systeme erfordern mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen, und mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen benötigen wiederum mehr automatisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstrumente, um die Sicherheitssysteme effizient betreiben zu können.

„Die Automatisierung ist nicht unser Feind. Unsere Feinde sind Unwissenheit, Gleichgültigkeit und Trägheit. Die Automatisierung kann der Verbündete unseres Wohlstands sein, wenn wir einfach nach vorne schauen, wenn wir begreifen, was auf uns zukommt ...“
Lyndon B. Johnson, 36. Präsident der USA1

Das Zeitalter der preisgünstigen Computer

In den 1970er-Jahren waren Computer teuer und meist nur in den Büros von Blue-Chip-Unternehmen zu finden. Ein Gerät der HP-Serie 3000 kostete im Jahr 1972 USD 95 0002 – dies entspricht heute inflationsbereinigt USD 541 000. Heute liegt der durchschnittliche Verkaufspreis eines Desktop-Computers bei USD 540, der eines Notebooks bei USD690.3 Infolge dieses drastischen Preisrückgangs, der enormen Ausweitung der Anwendungsmöglichkeiten von Computern und der zunehmenden Vertrautheit der Konsumenten mit Technologie sind Computer nicht mehr der Elite vorbehalten, sondern zählen zu den am meisten verbreiteten Technologien der Welt. 2015 wurden weltweit rund 114 Millionen Desktop-PCs, 163 Millionen Notebooks, 208 Millionen Tablets und unglaubliche 1,4 Milliarden Smartphones verkauft.2

Das Aufkommen der Robotik

Auch auf dem Gebiet der Robotik sinken die Kosten, während die Leistungsfähigkeit steigt. Verantwortlich hierfür sind das Mooresche Gesetz, die Verfügbarkeit von Open-Source-Software und die allmähliche Standardisierung von Teilen und Komponenten.

Laut einer Schätzung der Boston Consulting Group (BCG) sanken die durchschnittlichen Kosten eines Punkt- Schweißroboters von USD 182 000 im Jahr 2005 auf nur USD 132 000 im Jahr 2013.4 Die BCG prognostiziert einen weiteren Rückgang der Kosten und erwartet für 2025 einen Listenpreis im Bereich von USD 103 000. Wie die nachstehende Grafik zeigt, schätzt die BCG, dass die Kosten von Hard- und Software („Roboter, einschließlich Software“) um ca. 40 % gesunken sind, während die Kosten für Programmierung, Installation und Integration („Systems engineering“ – Systemtechnik) dank verbesserter „Intelligenz“ des Systems sogar noch stärker gesunken sind.

Der Stundenlohn eines Roboters

Je schwerer ein Roboter, desto höher in der Regel sein Preis. Größere Maschinen, die darauf ausgelegt sind, größere Objekte oder Nutzlasten zu heben und zu handhaben, benötigen mehr Leistung, größere Motoren und robustere Getriebe und Mechanik, um der Belastung standhalten zu können. Genau genommen ist die Anwendung eines Roboters der größte ausschlaggebende Faktor für seinen Preis, denn die Anwendung bestimmt die Größe des Roboters, das Gewicht der Nutzlast, das Niveau der Sicherheitsausrüstung, die Komplexität der Aufgabe sowie die Geschwindigkeit und die Qualität, mit der diese ausgeführt werden kann.

Ein neuer Industrieroboter kostet samt Steuereinheiten und Programmierhandgeräten in der Regel zwischen USD 50 000 und USD 80 000.5 Der oben erwähnte Punkt-Schweißroboter ist teurer, doch Punkt- und Lichtbogenschweißen sind zwei der teuersten Anwendungen, die von Industrierobotern ausgeführt werden. Rechnet man die Arbeitszelle, Peripheriegeräte und die „Effektoren“ für die konkrete Anwendung in der Fabrik sowie die Kosten für die Integration in die Fertigungslinie hinzu, können die Gesamtkosten auf USD 100 000 bis USD 150 000 steigen.4

Schätzungen der Robotics Industry Association (RIA) zufolge hat ein durchschnittlicher Industrieroboter eine Nutzungsdauer von 10 - 15 Jahren. Dies ergäbe für einen USD 150 000 teuren Fabrikroboter, der zwei 8- Stunden-Schichten an fünf Tagen die Woche, 50 Wochen im Jahr über einen Zeitraum von 10 Jahren im Einsatz ist, eine Laufzeit von 40 000 Stunden. Ron Potter, Leiter des Bereichs Robotics Technology bei Factory Automation Systems in Atlanta, schätzt, dass mittelgroße Industrieroboter, die Nutzlasten von 100 kg bewegen, USD 0,75 an Elektrizität pro Stunde verbrauchen (ausgehend von 7,35 kW zu 10 Cent je kWh).6 Nach Hinzurechnen der Energiekosten zu den Investitionskosten des Roboters ergeben sich für ihn Arbeitskosten von USD 4,50 pro Stunde (bei einem angenommenen Restwert von null).

Die großen Autohersteller fahren ihre Fertigungslinien meist deutlich aggressiver. Ein extremeres Szenario sieht folgendermaßen aus: Ein Einsatz von 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 48 Wochen im Jahr über einen Zeitraum von 15 Jahren ergäbe 120 960 Betriebsstunden, Energiekosten von USD 90 720 und effektive Gesamtkosten von nur USD 1,99 pro Stunde. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stundenlohn eines Fabrikarbeiters beträgt USD 2,70 (ohne Sozialleistungen).7

Entscheidend ist nicht das Was, sondern das Wie

Dank der höheren Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und der leichteren Programmierung ist die Produktivität von Industrierobotern und industriellen Automatisierungslösungen um ca. 5% jährlich gestiegen.3 Unter Berücksichtigung des niedrigeren Preises würde eine Investition in einen USD 100 000 teuren Roboter heute etwa die doppelte Produktivität eines USD 100 000 teuren Roboters vor 10 Jahren erzielen. RobotWorx, ein in Ohio ansässiger führender Anbieter im Bereich Instandsetzung und Wiederverkauf von Industrierobotern, weist darauf hin, dass Produktivitätssteigerungen für die wirtschaftliche Gleichung oft wichtiger sind als die Kosteneinsparungen pro Stunde. Das Unternehmen schätzt, dass ein einzelner Roboter dieselbe Rate an Teilen wie vier Arbeiter herstellt und dass die Ausschussquote meist geringer ist.4

Angesichts anhaltender Fortschritte bei Sensoren, Halbleitern sowie Open-Source-Software und -Algorithmen dürften sich die Verbesserungen bei Preis und Leistung in absehbarer Zukunft fortsetzen. Einer Schätzung von McKinsey zufolge könnten Robotik und Automatisierung infolgedessen das Produktivitätswachstum weltweit um 0,8 % bis 1,4 % jährlich steigern.8

Reale Zwänge

Während Robotik und Automatisierung erschwinglicher werden und zunehmend in der Lage sind, Aufgaben in vielen Bereichen ebenso gut wie oder besser als menschliche Arbeitskräfte auszuführen, steigen die Lohnkosten und werden Vorschriften rund um Qualität und Sicherheit verschärft. In den letzten vier Jahren sind die Löhne gering qualifizierter Arbeitskräfte in Entwicklungs- wie auch in Schwellenländern real gestiegen.

Chinas Aufstieg zum weltweit größten Produzenten im Jahr 2010 (ein Titel, den die USA seit dem Jahr 1895 innehatten) ist ein gutes Beispiel für die Lohninflation bei geringer qualifizierten Fabrikarbeitern. Gordon Orr von McKinsey Asia stellt folgende Entwicklung fest:
„Die überwältigende Mehrheit der Wirtschaft hat in den letzten zehn Jahren ein zweistelliges Lohnwachstum verzeichnet, und der Mindestlohn hat sich in vielen Städten in weniger als fünf Jahren verdoppelt.“9

Und die steigenden Lohnkosten sind nicht das einzige Problem. Vor dem Hintergrund der wachsenden Wirtschaft sind viele Beschäftigte in der Fertigung überdrüssig und hegen Erwartungen und Ansprüche, die allmählich zu einem Mangel an Arbeitskräften in Fabriken führen. Terry Gou, der Gründer des größten Elektronikherstellers der Welt, Foxconn, stellte in der Financial Times fest:
„Die junge Generation möchte nicht in Fabriken arbeiten, sie möchte in der Dienstleistungs- oder Internetbranche arbeiten oder einer anderen leichteren und entspannteren Tätigkeit nachgehen.“10

Einige Unternehmen haben bereits begonnen, ihre Produktion an kostengünstigere Standorte wie Vietnam, Indien oder Mexiko zu verlagern. Da jedoch ein Drittel des chinesischen BIP und 15 % der Arbeitskräfte auf den Fertigungssektor entfallen, ist der chinesische Staat stark motiviert, die Produktion in China zu halten. Er subventioniert die einheimische Robotikbranche und regt damit Unternehmen an, in die Automatisierung zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben und entlang der Wertschöpfungskette nach oben zu rücken – hin zur Fertigung von Präzisionselektronik, deren Produktion hochentwickelte Robotiksysteme erfordert.

Foxconn unterhält bereits Produktionsstätten in Vietnam, Brasilien und Mexiko und hat einen dreistufigen Plan aufgelegt. Im März2016 gab das Unternehmen den ersten Schritt von Phase1 des Plans bekannt: 60 000 Fabrikarbeiter werden durch 40 000 von Foxconn gebaute Roboter – so genannte „Foxbots“ – ersetzt, die gefährliche oder repetitive Aufgaben erledigen werden. Phase 2 sind vollautomatisierte Fertigungslinien, Phase 3 vollautomatisierte Fabriken.

Trotz dieser Anstrengungen, die Automatisierung zu erhöhen, hinkt China auf diesem Gebiet Japan, Südkorea, Deutschland und den USA deutlich hinterher: Pro 10 000 Beschäftigte in der Fertigungsbranche gibt es in China im Durchschnitt lediglich 36 Roboter. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 66 Robotern pro 10 000 Beschäftige. Die Länder mit der höchsten „Roboter-Dichte“ sind Südkorea und Japan, deren Automobil- und Halbleiterbranche einen hohen Grad an Automatisierung erreicht hat; dort gibt es 478 bzw. 315 Roboter pro 10 000 Beschäftigte.11

Klein, flexibel und sehr freundlich

Mit steigender Rechenleistung von Halbleiterchips und zunehmender Standardisierung von Hardwarekomponenten wird es leichter, kleine und mittelgroße Roboter nahezu vollständig auf der Grundlage von Drittkomponenten zu entwickeln und zu bauen. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Unternehmen damit begonnen, kollaborative Roboter, sogenannte „Cobots“, zu bauen, beispielsweise den „Foxbot“ von Foxconn, die auf sichere Weise Seite an Seite mit menschlichen Arbeitskräften arbeiten sollen, meist in der Kleinserienproduktion oder in Bereichen mit begrenzten Platzverhältnissen.

Unternehmen wie Rethink Robotics, Precise Automation, F&P Robotics und Universal Robots bieten Roboter bereits ab USD 10 000 - 30 000 an. Damit sie sicher Seite an Seite mit Menschen arbeiten können, verfügen diese Roboter meist über eine Funktion zur „Leistungs- und Kraftbegrenzung“, sodass sie sofort stoppen, wenn sie einen Widerstand spüren, z. B. bei der Berührung eines Menschen oder eines anderen Roboters. Dieses Sicherheitsmerkmal begrenzt jedoch ihre Ladekapazität und verringert ihre Arbeitsgeschwindigkeit. Um die Kosten niedrig zu halten, werden diese Roboter zudem so konstruiert, dass sie nur die Hälfte der Lebenserwartung traditioneller Industrieroboter haben. Aus diesen Gründen stehen sie nicht im direkten Wettbewerb mit den teureren und produktiveren Modellen von Fanuc, ABB, Yaskawa und KUKA. Mit diesen jungen Cobots gelangen jedoch einige interessante Innovationen in die Branche, etwa Programming by Example (PbE), die den Markt für Roboter über Großproduktionsanlagen hinaus erweitern könnten: Adressiert könnten kleinere Betriebe, vielleicht Hersteller mit nicht-automatisierten Fertigungslinien werden, oder möglicherweise sogar Konsumenten und gewerbliche Anwendungsgebiete komplett ausserhalb der Fabrik. So ist der Roboter „P-Rob“ von F&P Robotics versiert darin, Speisen für die Gastronomie zuzubereiten, Nespresso-Kaffeemaschinen zu bedienen und Gästen Kaffee zu servieren.

Unruhe unter den Arbeitnehmern

Was bedeutet die zunehmende Automatisierung am Arbeitsplatz für die Beschäftigung, für Arbeitsplätze und die Zukunft der „Arbeit“ selbst? Laut einer aktuellen McKinsey-Publikation reicht die Furcht vor der Vernichtung von Arbeitsplätzen und der Verdrängung von Arbeitnehmern durch technologische Entwicklungen mehrere Hundert Jahre zurück und ist noch älter als die Bewegung der Maschinenstürmer, die in Großbritannien während der Industriellen Revolution entstand. Doch die Lehren aus der Geschichte sind eindeutig. Obgleich neue Technologien wiederholt Phasen der Unruhe am Arbeitsmarkt verursachten, da neue Geräte und Werkzeuge effizientere Produktionsprozesse ermöglichen und auf kurze Sicht unvermeidlich zum Verlust von Arbeitsplätzen führen, haben neue Technologien den Menschen langfristig gezwungen, sich anzupassen und sich neue, wertvollere Fähigkeiten anzueignen. Der technologische Fortschritt schafft auch neue Arbeitsformen und neue Arten der Beschäftigung in der Entwicklung, Konstruktion, Instandhaltung und Wartung der Roboter selbst sowie der digitalen Ökosysteme, denen sie angehören.
„In den USA fiel der Anteil der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft von 40 % im Jahr 1900 auf 2 % im Jahr 2000. Ähnlich fiel der Anteil in der Fertigungsindustrie von 25 % im Jahr 1950 auf weniger als 10 % im Jahr 2010.“12

Abschließend sei noch erwähnt, dass Robotik und Automatisierung möglicherweise nicht nur gering qualifizierte Arbeitsplätze in Fabriken bedrohen, sondern dass im Zuge von Fortschritten im Bereich künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen auch kognitive Tätigkeiten und der Bereich professioneller Dienstleistungen betroffen sein könnten. Schätzungen von McKinsey zufolge sind zwar weltweit weniger als 5 % aller Arbeitsplätze vollständig automatisierbar, doch mehr als 60 % aller Arbeitsplätze beinhalten einen Anteil von ca. 30 %, der theoretisch automatisiert werden könnte.13

Fazit

Mit dem technologischen Fortschritt entsteht ein neues Zeitalter der Automatisierung, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Bereichen in Fabriken und in der Gesellschaft allgemein eingesetzt werden. Unternehmen, Konsumenten und Staaten erkennen zunehmend die Vorteile der Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz, und so ist es wahrscheinlich, dass die Branche weiter expandieren wird und die Wachstumsraten von Unternehmen mit gut differenzierten, kritischen Technologien weiter steigen werden. Da Robotik und Automatisierung in unserem Alltag zunehmend allgegenwärtig, verknüpft und von zentraler Bedeutung sind, gewinnen auch die Auswirkungen in den Bereichen Schutz und Sicherheit an Bedeutung. Zwischen Robotik und Sicherheit besteht eine symbiotische Beziehung: Mehr automatisierte Systeme erfordern mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen, und mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen benötigen wiederum mehr automatisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstrumente, um die Sicherheitssysteme effizient betreiben zu können. Wir haben zwei Strategien entwickelt, um Kunden ein „Pure Play“-Engagement in diesen überzeugenden und miteinander verknüpften langfristigen Wachstumsthemen zu bieten: Robotik und Automation sowie Schutz und Sicherheit.


1) Auszug aus Johnsons Rede vor dem Kongress anlässlich der Unterzeichnung des Gesetzes zur Schaffung einer „Nationalen Kommission für Technologie, Automatisierung und wirtschaftlichen Fortschritt“, 19. August 1964.
2) Computerworld Magazine, 26. Januar 1981.
3) Quelle: vierteljährliche PC-Datenreihen der IDC (tatsächliche Daten: durchschnittlicher Verkaufspreis 2015 weltweit: Desktop USD 544; Notebook USD 692).
4) Publikation der Boston Consulting Group: „The Robotics Revolution“, September 2015.
5) Homepage von RobotWorx: „How much do industrial robots cost“.
6) Homepage von Factory Automation Systems, Inc.: „ROI Calculator“.
7) The Economist, „The future factory of Asia: a tightening grip“, 14. März 2015 (ausgehend von einer 10-Stunden-Schicht pro Tag).
8) McKinsey Global Institute, „A future that works: automation, employment and productivity“, Seite 15, Januar 2017.
9) McKinsey & Company, „Would could happen in 2015“, Dezember 2014, Gordon Orr, Director bei McKinsey & Company in Shanghai.
10) The Financial Times, „Young Chinese shunning factory jobs“, 8. Oktober 2013.
11) International Federation of Robotics, „World Robotics 2016 Industrial Robots“; Auszug aus Executive Summary on www.IFR.org.
12) McKinsey Global Institute auf der Grundlage von Daten aus Stanley Lebergotts Publikation, „Output, employment and productivity in the US after 1800“, 1966, und Daten der Weltbank (worldbank.org).
13) McKinsey Global Institute, „A future that works: automation, employment and productivity“, Seite 32, Januar 2017.

Now investors can avoid getting burned by an over-heated market

by Jürgen F. Kelber, Managing Partner, Dr. Lübke & Kelber GmbH.

Buy? Or sell quickly? Prices on the German real estate market have risen so high that some voices in the industry are already suggesting an exit. Buyers, for one are running out of ideas. Not necessarily because they see a bubble forming or because they fear a sudden price drop. Returns are simply too low. For core properties, initial yields have settled at about two, or at most three per cent. Under these conditions, some are bound to ask themselves: Is it still worth investing?

Unfortunately, this question is always applied to the whole market, to find out whether it is overbought or whether there is still room for improvement. That is the wrong angle, too wide. Whether an investment will be profitable is not decided by the whole market but by the choice of property. That goes for real estate as well as shares. There is often talk on the stock market – some say stocks are over-heated, some say corrections are immanent. But even in market conditions such as these, there will always be profitable shares. The trick is to find, and to analyse them.

The same is true for real estate investments. On a market with such low interest rates, short supply and high demand, it has of course become more difficult to invest profitably. Less appealing even, a return rate of two per cent is anything but enticing. Do not let first impressions fool you, however: with good management, an initial yield of two percent can in many cases become a solid four or five per cent.

Identifying chances is a crucial skill. That means you enter a building, an apartment, and you first thought has to be: where can I raise the value? For possibilities are plenty. Can I convert the loft? Add a balcony? Renovate the bathroom? Can I raise the rent? Could I convert empty office space into residential property?

This is the real craft in the real estate business; this is what sorts the wheat from the chaff. Anyone can buy property with high initial yields. For a long time, everyone did, that is why there are not many left. The real art is to recognise and realise potential for growth in low-return properties.

Whether small investor, or large, whether it is a single apartment, an apartment building or an entire portfolio, this is what makes the difference. In any case, the business plan has to include every individual property, every single unit. At that point it does not matter whether the market is running hot or not. An initial yield of two per cent will not exclude a property if the investor is unimpressed by meta-topics. One can leave those for the market philosophers and diviners. It is more important for a successful investment to have a solid, well-calculated concept.

Smart Mobility – A Disruption of our Housing market

by Till Schmiedeknecht, Managing Director BGP Asset Management.

Urban life is about to be disrupted. Soon, the first driverless cars will be put on sale: interconnected robots with a taxi license. “The technology is essentially here”, Barack Obama told Wired in October 2016. According to recent studies by the General German Automobile Club ADAC (equivalent to the UK’s Automobile Association), three quarters of Germans consider it likely for human drivers to be replaced by robots in the future. A strong statement, coming from a nation of driving enthusiasts.

These new automobiles, truly deserving of the name will initially exist parallel to “analogue cars”. Eventually, the move from owning ones’ personal car to a share in individual mobility concepts will prevail: It’s more cost effective, efficient and finally, more practical. Even today, there are early signs for this trend on the market: Be it chauffeur services like Uber or Lyft, be it car sharing companies like DriveNow or Car2go, all of them already offer successful concepts of mobility beyond owning ones’ own vehicle. The next step is already foreseeable: What if the car starts at the push of a button and goes to pick up its next passenger after dropping the last one off? This concept saves space, time, money and brings with it some extra amenities: Finally, that second glass of wine again becomes what it should be – a matter of taste – not a question of road safety.

Driverless cars will significantly change the face of our cities and therefore, our living arrangements. Even more importantly, they will change our living possibilities. The inner cities will be much less dominated by metal, exhaust fumes and status – consequently, fewer parking spaces will be needed. Do you know what a car’s principal activity is today? Being parked. Cars spend almost 90 per cent of their time unused; over 30 per cent of overall ground space in cities is reserved for transportation. The potential uses, especially in times where there is a shortage of residential space, are quite obvious. Formerly wide roads will become lawns, multi-storey carparks will disappear and parking spaces will fall into disuse. 

Smart mobility concepts will directly influence our way of living. Still we sacrifice too much land for our cars, instead of putting it to use for peoples’ growing need for modern housing. The areas freed up by the new style of mobility would then be reassigned and used for sustainable projects. Society needs to recognize these changes and prepare for this immanent disruption. Incidentally, some small steps have already been taken to that effect: Since the German reform of federalism, the Länder (states) can individually vote on their regulations regarding the planning for car parking spaces with urban building projects. Once they are amended to reflect modern reqirements, a lot of land could be reclaimed for housing and the rental market could be eased.

Mission und Portfolio

von Thomas Meyer, Vorstand, WERTGRUND Immobilien AG.

Was für die meisten Anleger gilt, gilt für Stiftungen doppelt: Stabilität und Sicherheit stehen ganz oben auf der Prioritätenliste, wenn sie das ihnen anvertraute Geld investieren. Denn Stiftungen planen oft über längere Zeiträume von zehn bis zwanzig Jahren. Aber auch die Rendite muss stimmen. Klassische Anlageformen wie die Staatsanleihen sicherer Länder scheiden deshalb mittlerweile aus.

Viele börsennotierte Produkte sind für Stiftungen wiederum zu volatil, andere zu undurchsichtig. Komplexe Anlageformen wie Smart-Beta-ETFs, die mit mehreren tausend Parametern operieren, sind hier ein Beispiel. Zumal es oft Quereinsteiger sind, die in Stiftungen die Entscheidungen treffen – das gilt auch für den Finanzbereich.

Viele Stiftungen orientieren sich deshalb lieber am Wohnimmobilienmarkt. Das Prinzip einer Wohnung, die jährlich Gewinn durch Mieteinnahmen erzielt, ist leicht darstellbar. Dies trifft nicht nur auf Direktinvestments zu, sondern auch auf Fondslösungen. Bei gutem Management und ausreichender Streuung der Fondsimmobilien sind attraktive Renditen bei vergleichsweise geringem Risiko möglich – vor allem, wenn Portfolios im konstant nachgefragten mittleren Wohnpreissegment aufgestellt sind.

Bei institutionellen Investoren mag man hier zunächst an geschlossene Fonds denken. Gerade für kleinere Stiftungen aber, die nur geringe Investitionsvolumina aufbringen können, sind offene Fonds oft die bessere Alternative. Denn sie ermöglichen Risikostreuung und eine gewisse Liquidität der Anlage, ohne die Hürden und Risiken eines geschlossenen Fonds.

Fondsgesellschaften wiederum profitieren von den Stiftungen als verlässliche Investitionspartner. Der beiderseitige Vorteil wird in der Praxis von Fondsbetreibern meist unterschätzt. Sie sollten sich auf die (Weiter-)Entwicklung von Produkten fokussieren, damit sie noch besser auf die Bedürfnisse der Stiftungen zugeschnitten sind. Das Stichwort lautet Mission Investing: Wenn ein Fonds Assetklassen aufnimmt, die den Zielen der einzelnen Stiftungstypen entgegenkommen, können sich diese besser mit dem Produkt identifizieren. Denkbar wären zum Beispiel Fonds mit hohem Anteil an Green Buildings für Stiftungen im Bereich Umweltschutz. Oder Fonds mit barrierefreien Wohneinheiten für den Bereich Behindertenhilfe. Studien zeigen, dass Investoren sogar geringere Renditen akzeptieren, wenn ihre Mission und das Immobilienportfolio eines Fonds zueinander passen.

Unterschätzte letzte Meile

von Hendrik von Paepcke, Geschäftsführer der APOprojekt GmbH.

Was im E-Commerce die berühmte letzte Meile ist, ist für Büroimmobilien der Mieterausbau: Oft entscheidet sich genau hier für den Kunden (Eigentümer), ob die erhoffte Leistung (vermietbares Büro) rechtzeitig zur Verfügung steht. Wie gut die letzte Hürde genommen wird, hat somit entscheidenden Einfluss auf die Performance der Immobilie. Verzögert sich der Einzug, hat dies Auswirkungen auf den Cash-Flow. Davor noch entscheidet sich anhand der projektierten Ausbauzeit und -qualität, ob eine Fläche überhaupt für einen bestimmten Mieter in Frage kommt.

So nehmen ein Teil aller Immobilieneigentümer, die eigentlich passende Flächen für einen bestimmten Büromieter im Portfolio haben, überhaupt nicht am Wettbewerb um besagten Mieter teil – weil sie nicht in der Lage sind, bis zum gewünschten Einzugstermin die letzte Meile so zu gehen, dass die Fläche den Wünschen und Anforderungen des Mieters entspricht. Anders gesagt: Sie sind im Ausbau zu langsam oder können die spezifischen Anforderungen des Mietinteressenten nicht mehr in die Planung aufnehmen. Ein Grund liegt in der Kleinteiligkeit der Aufgabe und der Tatsache, dass die Abstimmung mit dem Mieter aufwändig ist. Gerade für die großen Generalunternehmer, die eine Immobilie errichten, ist die letzte Meile wirtschaftlich oft nicht mehr sonderlich attraktiv. 

Dabei hat alles, was hinter der Mietbereichszugangstür liegt, aus Sicht der bauausführenden Unternehmen eigentlich ein vergleichsweise geringes Risiko. Ob Großraum-Loft oder Einzelbüro, ob edles Parkett oder rauer Industriecharme: Die gängigen Termin- und Kostenunsicherheiten finden sich im Bestand natürlich auch – andererseits sind hier Festpreismodelle oder das Prinzip des garantierten Maximalpreises durchaus häufiger zu finden als generell im Bau. Das spricht dafür, dass die bauausführenden Unternehmen eine höhere Sicherheit in der Kalkulation des Mieterausbaus sehen. Zumindest manche scheinen diese Sicherheit an die Eigentümer via Festpreis weiterzugeben und sind bereit, das verbleibende Risiko selbst zu tragen.

Insgesamt gilt also, dass der Mieterausbau für die Eigentümer in doppelter Hinsicht Chancen bietet. Zum einen bietet er die Möglichkeit, überhaupt am Wettbewerb um Mieter teilzunehmen; zum anderen bringt er die Aussicht auf Kostensicherheit, sofern das bauausführende Unternehmen das entsprechende Modell mitgeht. In der Kombination kann dies erheblichen Einfluss auf die Cash-Flow-Rendite haben.

Über den Autor
Hendrik von Paepcke ist seit über 10 Jahren in der Immobilienbranche tätig. Gemeinsam mit Alexander Knälmann gründete er 2007 die APOprojekt GmbH, um Mieterausbauleistungen auf die Bedürfnisse professioneller Immobilienbestandshalter auszurichten. Weitere Informationen finden Sie auf apoprojekt.de.

So much for the risk!

von Torsten C. Wesch, Managing Director, redos institutional.

General opinion seems to be that increasingly, core real estate property is scarce or simply too expensive. In addition it is said, pressure to invest remains high on institutional investors, who are therefore taking ever higher risks. I have not observed this development, at least not to the extent often suggested.

In my opinion, the rule especially for domestic institutional investors is: the existing set of risk parameters is not likely to get watered down. Let us take a look at retail properties for example. In this case, the risk parameters contain all kinds of factors for success, such as the composition of the portfolio – uniform versus non-homogenous – or the asset-management strategy on an individual property level, again containing anything from construction law on changing or extending utilization to the rental concept and utilization mix. Each one of these factors has the power and individual weight to thwart a sale. Therefore, portfolios often contain varying location qualities, building types and formats. If the offer is not sufficiently homogenous, it will likely be discarded.

These parameters have changed little and have been used for years. Offers still have to pass significant hurdles in order to get considered. Only after that will the return be assessed, which is in itself determined by the above parameters. Different approaches are of course equally legitimate, however the current course of action for a typical German insurance company or pension fund with an investment horizon of 10 years or more still follows the traditional path. Choosing a new approach might get one labelled as an opportunistic investor or one with at least some of the characteristics.  In my opinion, truly security-oriented investors generally remain that way. I make this observation regardless of utilization, even though I chose to use the example of retail property.

Naturally, investment patterns have changed somewhat over the last few years. Especially long-term investors take their time to perfect a portfolio. With successful asset management, a non-core property can absolutely be transformed into a core property, as has been shown in the field again and again. The know-how and willingness to work on existing properties is there, always making sure of course – and I am happy to reiterate my point – not to infringe any of the risk parameters.

About the author
Torsten C. Wesch is managing director of the redos institutional GmbH, a subsidiary of the redos real estate GmbH, and has more than 20 years of management experience in the real estate industry. redos real estate is an asset manager, investor and developer specialised in German retail assets.

A Change in Trends – East German cities on the rise

 by Jakob Mähren – CEO Mähren AG. 

„Grow large and prosper“ – that seems to be the current trend in many East German cities, and their appeal to real estate investors is certainly growing in response. For the first time since German reunification 25 years ago, there has been more movement from the West to the East than the other way around, as shown by statistics from the Federal Institute for Population Research. In the early 1990s, approximately 200,000 people from Eastern Germany relocated to the West every year. That number even grew at the beginning of the 2000s. On the other hand, the number of people moving from the West to the East barely reached half that amount, only climbing above 100,000 for the first time in 2014. Today, after years of haemorrhaging citizens, population numbers in East Germany are climbing again. But which regions benefit most from this influx? Population growth is mostly happening in attractive urban areas, featuring outstanding universities low cost of living and relatively low rent.

This change in development of the East German population was already starting to become evident in 2012: At that time, the five new states of the republic noticed an influx of people both from other parts of Germany as well as from other countries. This was shown by a study of the Berlin Institute titled “On the move in the East”. The Institute documented all in- and out-migration in 2,695 East German communities from 2008 to 2013 and analysed its effect on the demographic situation in both urban and rural areas. The study further shows that the benefits of these changes are mainly felt in medium to large-sized cities. Particularly young people between the ages of 18 to 24 seem to gravitate towards East German cities but even so‑called Best-Agers are keen to make a fresh start there. Some individual rural areas in Brandenburg, Mecklenburg-West Pomerania and Saxony also enjoy great popularity. 

Particularly the significantly lower cost of living and rent in the East provide incentive for a move – especially for the older generation hoping for a larger share of their pension once all the bills are payed. This is also supported by the latest F+B rent index. Where the average rent in large German cities was 6.39 Euro, the figures in East German cities stayed well below that. However, the index also shows a steady increase in rent prices even outside greater metropolitan areas in the East. Buying prices on real estate are still relatively low, giving high potential for future value gain.

Considering both the population growth and favourable conditions for both buying and renting properties in East Germany, and given the overcrowded Top-Cities in West Germany, property investments in the East are very promising.

When business experts need technical expertise

 by Markus Reinert, Chairman Executive Board, IC Immobilien Holding AG.

Typically, shopping centre managers are commercial business graduates. In all likelihood, they initially applied for jobs involving a range of commercial tasks and requiring experience in marketing, retail and customer acquisition. Demonstrating enough business expertise, these jobs would be theirs for the taking. However, in modern shopping centre management, there is one major problem – this long-established job description has long since been overtaken by reality.

It is a leftover from an antiquated idea of how large-scale retail real estate works: Bricks are laid upon bricks, a few pipes and cables are installed and, to put it simply, there you have it –the centre is complete. All you then need is the commercial expert, who comes in and makes sure that tenants come, and stay. The only place you’ll find this model now is in the history books. Today’s shopping centres have technically complex digital structures, around which actual buildings are designed and built. And this poses very different – technical – challenges.

A centre’s management still has to take care of the commercial side of things: the leases, the effective marketing, delivering the right retail mix and building relationships with retailers. But this is no longer all that is required to run a shopping centre and generate attractive returns year in, year out. The continuous optimisation of operating costs, for example, is certainly a highly-relevant topic when it comes to delivering long-term success. It’s a simple equation: A reduction in operating costs means that even an increase in basic rents will be met with acceptance by tenants. And if a centre’s owner decides to put any rental increases on hold, even after having achieved a reduction in operating costs, then that’s a significant competitive advantage for the centre and its management. The technical optimisation of the building’s structural elements offers a variety of ways to increase profitability. In contrast, the commercial approach, which involves the optimisation of leases, is far more one-sided and a much harder sell.

On the one hand, there are more than enough electronic administration systems that can help commercial property managers to reduce both personnel requirements and costs. On the other hand, it has so far proved almost impossible to manage the technical side of things via IT systems, which, in this respect, certainly have a great deal of catching up to do. Even though the technical optimisation of a shopping centre has a crucial role to play in a centre’s success in the commercial property market, there is no structural assistance that managers can call upon. This proves: Personal technical expertise is indispensable in the field of shopping centre management.

Die Rolle von Aktienrückkäufen und deren Auswirkungen auf die Aktienmärkte

„Die derzeitige Zuwachsrate der Aktienrückkäufe ist nicht nachhaltig“, befindet Marino Valensise, Head of Global Multi Asset Group bei Barings in London. „Wie eine Decke, die zu kurz ist, um uns vom Hals bis zu unseren Fußzehen zu bedecken, reichen Gewinne und Cashflows nicht aus, um die Aufwendungen eines Unternehmens für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe zu decken. In diesem Artikel untersucht Marino Valensise die Rolle von Aktienrückkäufen und betrachtet deren Auswirkungen auf die Aktienmärkte."

Gewinn und Cashflow

Kürzlich erhielt ich einen Research-Kommentar von John Mauldin, in dem er schreibt, dass „der Gewinn die Muttermilch für das Wirtschafts-, Aktienmarkt- und Portfoliowachstum ist“ und dass „ohne Gewinn, und zwar einen hohen Gewinn, nichts Gutes passiert“. Dieses Zitat eignet sich meiner Ansicht nach hervorragend, um mit dem Kommentar für diesen Monat zu beginnen. Eine hohe Rentabilität sowie ein nachhaltiger operativer Cashflow sind für eine Kapitalausschüttung an die Aktionäre ebenso wie für eine positive Entwicklung am entsprechenden Anlagemarkt absolut entscheidend.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurden die Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 veröffentlicht, für das mehr als die Hälfte der Unternehmen im S&P 500 Index ihre Ergebnisse bereits bekanntgegeben hat. Im Anschluss an eine ziemlich negative Phase fallen die jüngsten Ergebnisse wieder besser aus. Die Wachstumsprognose für den Gewinn je Aktie ist, wenn auch nur leicht, positiv (+1% im Vergleich zum Vorjahr). Die veröffentlichten Daten sind wichtig, da die Gesamtrentabilität und die Cashflow-Generierung die beiden Haupteinflussfaktoren für die Indexrenditen darstellen.

Wofür sollte der Cashflow ausgegeben werden?

Wenn wir uns Daten im Vergleich zu den Nicht-Finanztiteln im S&P 500 anschauen, können wir bestimmen, wofür Firmen ihren Cashflow aufwenden.

In den letzten zwölf Monaten generierten US-Unternehmen einen operativen Cashflow von circa 1,3 Billionen US-Dollar. Dieser Cashflow wurde auf zwei herkömmliche Arten verwendet: Wiederanlage in das Unternehmen (circa 1,0 Billionen US-Dollar) und Dividenden an Aktionäre (circa 0,3 Billionen US-Dollar). So weit, so gut. Wichtig zu wissen ist auch, dass weitere 0,4 Billionen US-Dollar über Anleihen und Darlehen aufgenommen und für Aktienrückkäufe ausgegeben wurden. Die Verfahrensweise, dass ein Unternehmen seine eigenen Aktien am freien Markt erwirbt, ist zwar nicht neu, erfreut sich aber steigender Beliebtheit.

Warum Aktienrückkäufe?

Aus welchem Grund ziehen Unternehmen einen Rückkauf ihrer Aktien einer Wiederanlage in das eigene Unternehmen vor?

Aktienrückkäufe waren für Unternehmen schon immer eine Option zur Kapitalverwendung, wenn keine Geschäftsprojekte anstanden, die über das Potenzial verfügten, eine ausreichend attraktive Kapitalrendite zu erzielen. In den letzten 20 Jahren kauften Unternehmen ihre Aktien auch aus dem Grund zurück, um im Zuge aktienbasierter Vergütungspakete die Emission neuer Aktien auszugleichen. Ein dritter Grund bezieht sich auf die Optimierung der Kapitalstruktur des jeweiligen Unternehmens. Es ist möglicherweise günstiger, einen größeren Anteil des Unternehmens über günstiges Fremdkapital anstatt durch Eigenkapital zu finanzieren. Auf diese Weise wird auch eine übermäßige Verwässerung für Aktionäre vermieden. Ein vierter Grund – wohl weniger ehrenwert, stärker eigennützig und mit der zunehmend kurzfristigen Natur der Kapitalmärkte verbunden – hängt damit zusammen, dass Unternehmensführungen „tun, was auch immer nötig ist“, um Performanceziele zu erreichen. Tatsächlich hat durch die Aktienrückkäufe ein Prozess der Verringerung des Aktienbestandes eingesetzt. Heute beträgt der Wert der sich im Umlauf befindenden Aktien im S&P 500 8,6 Mrd. US-Dollar, vor zehn Jahren waren es noch 9,3 Mrd. US-Dollar. Dadurch ergibt sich ein besseres Ergebnis „je Aktie“, da die Geschäftsführung so einen höheren Gewinn je Aktie für die Aktionäre erzielen kann. Der umfangreiche Kauf der eigenen Aktien könnte darüber hinaus zu einer besseren Aktienmarktentwicklung führen, vor allem wenn man bedenkt, dass bei den aktuell niedrigen Renditen jede Ausschüttungssteigerung eines Unternehmens den Aktienkurs unterstützen dürfte.

Gut, schlecht oder hässlich?

Mit Blick auf unsere aktuellste Statistik zeigt sich, dass die Unternehmen des S&P 500 beachtliche 450 Mrd. US-Dollar (nach Abzug der Neuemissionen) für Aktienrückkäufe ausgaben. Wirken sich Aktienrückkäufe, die mit Investitionsausgaben und Dividenden als Kapitalverwendung konkurrieren, negativ auf diese Unternehmen aus? Muss man den Umfang der Aktienrückkäufe als überhöht ansehen? Ist Fremdkapital ein nachhaltiger Finanzierungskanal für diese Methode?

Erstens gibt es keinen Nachweis dafür, dass Aktienrückkäufe andere Arten der Kapitalverwendung wie Investitionen oder Dividenden verdrängen. In den USA liegt der prozentuale Anteil der Investitionsausgaben am Cashflow bei knapp über 50%, was historischen Trends entspricht. Der prozentuale Anteil vom Cashflow, der für Dividenden verwendet wird, liegt bei knapp über 20%, was ebenfalls dem Trend entspricht. Unser Fazit ist, dass sowohl Investitionen als auch Dividenden bisher nicht von den vermehrten Aktienrückkäufen beeinträchtigt wurden.

Eine weitere Frage ergibt sich aus dem Volumen der Aktienrückkäufe. Aus historischer Perspektive ist der Betrag von 450 Mrd. US-Dollar, der in den vergangenen zwölf Monaten für Aktienrückkäufe aufgewendet wurde, absolut betrachtet sehr hoch. Im vierten Quartal 2007 erreichten die Kurse den vorherigen Höchststand, bevor sie im zweiten Quartal 2009 auf den niedrigsten Wert absanken. Damit war das Market Timing der Firmenchefs alles andere als optimal, schien es doch so, als würden sie prozyklisch kaufen, anstatt antizyklisch.

Eine dritte Überlegung bezieht sich auf die Finanzierungsquelle für die Aktienrückkäufe, die für viele Unternehmen Fremdkapital ist. Ein Unternehmen sollte grundsätzlich kein Kapital an die Aktionäre ausschütten, das es nicht selbst generiert hat. Wenn also für Investitionen und Dividenden die gesamten vom Unternehmen generierten Erträge / der gesamte Cashflow absorbiert wird, sollte demzufolge kein zusätzliches Kapital ausgeschüttet werden. Nach heutigem Stand liegen die Ausgaben von US-Unternehmen insgesamt so deutlich über dem generierten Cashflow wie nie zuvor. Das ist weder gesund noch nachhaltig. Anfang 2009 und Mitte 1999 wurden die vorherigen Höhepunkte erreicht und in beiden Fällen ging eine wirtschaftliche Rezession sowie ein starker Markteinbruch voraus. Sicherlich kein gutes Omen.

Die Finanzierung von Aktienrückkäufen mittels Fremdkapital könnte zu einem überhöhten Verschuldungsgrad führen. Die Emission von Schuldtiteln nimmt hochgerechnet jährlich um 20% zu, gleichzeitig stagniert die Rentabilität, weshalb sich wichtige Kennzahlen wie Debt / EBITDA sowie die Zinsdeckung in den letzten Jahren verschlechterten (der Verschuldungsgrad stieg von 2 auf 2,5 und der Zinsdeckungsgrad von 10 auf 8). Da bestimmte Grenzwerte erreicht sind und so die Bonität von Unternehmen im S&P-Index ohnehin strapaziert wird, kann der Verschuldungsgrad nicht weiter ausgedehnt werden. Die Situation ist auf lange Sicht nicht tragbar – Alles geht nicht. Entweder muss sich die Ertragslage der Unternehmen verbessern oder die Aktienrückkaufprogramme müssen reduziert werden. Außerdem sind die Rückkaufprogramme aufgrund der Schuldenfinanzierung anfällig für eine Straffung der Kreditbedingungen im Fall von Rezessionssorgen oder aufgrund einer Straffung der Geldpolitik. Auch in einem solchen Szenario müssten die Aktienrückkaufprogramme reduziert werden.

Wenn Aktienrückkäufe aufgrund bilanzieller Aspekte oder eines Anstiegs der Finanzierungskosten zurückgingen, würde man die Auswirkungen an den Aktienmärkten spüren. Für das Jahr 2016 werden Aktienrückkäufe die größte Quelle der Aktiennachfrage für US-Aktien darstellen. Wir konnten über mehrere Jahre hinweg beobachten, in wie weit sich Veränderungen im Volumen der Aktienrückkäufe nachfolgend auf die Aktienmärkte auswirkten.

Liquiditätsstarke Unternehmen

Auch wenn sich hier ein düsteres Bild zeichnet, sollten wir noch nicht verzweifeln. Nicht alle Unternehmen haben mit den von mir genannten Problemen zu kämpfen.

Mit Blick auf die Marktkapitalisierung ist ein übermäßiger Verschuldungsgrad vor allem bei kleineren Unternehmen zu beobachten. Bei größeren Unternehmen, die sich aufgrund ihrer meist hohen Liquidität in der besten Ausgangslage befinden, um ihre Aktienrückkaufprogramme aufrechtzuerhalten, gibt es hingegen kaum Probleme. Auf Ebene der Sektoren kommen schwerwiegende Cashflow-Probleme in der Energie- und Industriebranche sowie bei zyklischen Konsumgütern vor. Bei den Sektoren Gesundheitswesen und IT handelt es sich um liquiditätsstarke Branchen, denen das Aufrechterhalten des aktuellen Rückkaufniveaus weniger Schwierigkeiten bereiten dürfte.

Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang, dass große Unternehmen im Gesundheits- und IT-Sektor erhebliche Summen in ihren Bilanzen haben, die im Ausland gehalten werden und die, entsprechend der vorangegangenen Ausführungen, aktuell im Ausland gebunden sind. Da sich beide US-Präsidentschaftskandidaten für Initiativen aussprechen, die solche Beträge freigeben und repatriieren würden, sollte man das Potenzial dieser Gelder zum Zweck von US-Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufen nicht unterschätzen.

„It’s the profits, Dummkopf!“

Unternehmensrentabilität und Cashflow-Generierung bestimmen die zukünftigen Trends. Zwei kurzfristige Faktoren sollten beobachtet werden: Der Rohölpreis sowie der Wert des US-Dollar.

Vor allem in den USA können Explorations- und Produktionsgesellschaften durch Verbesserungen in der Förderungstechnik Öl zu immer geringeren Kosten produzieren. Diese niedrigeren Angebotskosten setzen einer weiteren Ölpreisrally eine Obergrenze. Allerdings lässt das Unvermögen von OPEC- und nicht-OPEC-Ländern, zu einer Einigung im Hinblick auf einen Plan zur Angebotsreduzierung zu kommen, das Öl weiter fließen. In Nordamerika fördern viele notleidende Produzenten, einschließlich solcher, die Gläubigerschutz nach Chapter 11 der amerikanischen Insolvenzordnung beantragt haben, nachweislich weiter Öl für Bares aus dem Boden. Aus diesem Grund ist es höchst unwahrscheinlich, insofern es nicht zu einem Schock kommt, dass der Ölpreis höher als 55 US-Dollar bis 60 US-Dollar je Barrel steigen wird. All diese Überlegungen machen eine Erholung der Rentabilität im Energiesektor immer noch möglich, sie deckeln jedoch das zukünftige Wachstum des Gewinns je Aktie.

Ein stärkerer US-Dollar hätte negative Auswirkungen auf die Ertragslage von Unternehmen im S&P 500. Diese würden sowohl unter den in Fremdwährungen generierten Erträgen als auch unter einer verminderten internationalen Wettbewerbsfähigkeit leiden. Es versteht sich von selbst, dass aus diesem Grund zukünftige Trends in der geldpolitischen Vorgehensweise eine entscheidende Rolle spielen werden.

Zusätzlich zu diesen kurzfristigen Treibern sollten auch einige langfristige Trends berücksichtigt werden. Erstens haben die US- Gewinnspannen aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Höchststand erreicht und könnten allmählich sinken. Hierbei handelt es sich um eine dezente aber dennoch unvermeidliche Entwicklung. Bestimmt wird dieser Trend von Aspekten wie höheren Lohnkosten, einer höheren effektiven Besteuerung sowie höheren Zinsbelastungen. Obwohl sie langsam und schrittweise vonstattengehen, werden diese Erhöhungen nicht zum Gewinnwachstum beitragen, sondern es eher bremsen. Denkbar ist außerdem, dass wir bereits den Höhepunkt der Globalisierung erlebt haben. Die Welt scheint sich immer stärker auf nationale Interessen und protektionistische Maßnahmen zu konzentrieren. Der Welthandel, den globalen Gewinnen bisher zuträglich, könnte sich dann als Hemmnis erweisen.

Thomas Jefferson

Die derzeitige Zuwachsrate der Aktienrückkäufe ist nicht nachhaltig. In dem Szenario, das sich gegenwärtig abzuzeichnen scheint, könnte sich das für hohe Gewinne und günstige Finanzierungen vorteilhafte Umfeld verschlechtern. Vielen Unternehmen mangelt es möglicherweise an verfügbaren Finanzmitteln oder günstigen Finanzierungsquellen für Aktienrückkäufe. Wie eine Decke, die zu kurz ist, um uns vom Hals bis zu unseren Fußzehen zu bedecken, reichen Gewinne und Cashflows nicht aus, um die Aufwendungen eines Unternehmens für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe zu decken. Alles geht eben nicht.

In Anbetracht der Präsidentschaftswahlen in den USA möchte ich Thomas Jefferson Anerkennung zollen und, nachdem ich nun bei meinem Fazit zu den Aktienrückkäufen in den USA angelangt bin, eines seiner Zitate wiedergeben: „Verfüge nie über Geld, ehe du es hast.“

Anlagestrategie

Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Ausführungen behalten wir unsere neutrale und vorsichtige Positionierung im Aktiensegment bei. Innerhalb der Anlageklasse bevorzugen wir EM Asien und Japan.

Darüber hinaus bestätigten wir im Aktiensegment unlängst erneut unsere positive Haltung zu „Value-Investitionen“ als Anlagestil. Im Rahmen unserer Multi-Asset-Strategien drückt sich dies durch eine Position in europäischen und japanischen Banktiteln aus. Wir erachten „Qualitätswachstum“ und viele „Bond Proxys“ nach wie vor als zu teuer.

US-Hochzinsanlagen gehören weiterhin zu unseren bevorzugten Positionen, um auf konservative Weise von der positiven, wenn auch moderaten, Wachstumsdynamik in den USA zu profitieren.

Risikostandort Frankfurt am Main?

von Tobias Kotz, Leiter Institutionelle Kunden bei der Real I.S. AG.

Frankfurt ist das neue London – obwohl die Folgen des Brexit einige Monate nach dem Votum der Briten noch immer nicht absehbar sind, setzen einige Investoren und Marktbeobachter große Erwartungen in den Immobilienmarkt der Mainmetropole. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) befeuert diesen Optimismus zusätzlich. Ich halte das für eine Fehleinschätzung.

Dass Frankfurt laut IW-Ökonomen „wahrscheinlich [...] am meisten“ vom Brexit profitieren wird, ist kein valides Investitionsargument. Zwar könnten laut Schätzungen 60.000 bis 80.000 Jobs aus der Londoner Finanzbranche verlagert werden. Ob es tatsächlich so viele werden und wie viele sich tatsächlich Richtung Frankfurt bewegen werden, ist jedoch ungewiss. Immerhin finden sich unter den konkurrierenden europäischen Finanzzentren Standorte wie Luxemburg, Zürich oder auch Paris. Dennoch suchen viele Investoren ihr Heil auf dem Frankfurter Markt. Im ersten Halbjahr 2016 ist die Spitzenrendite für Büroimmobilien laut CBRE auf ein neues Rekordtief von 4,2 Prozent gesunken.

Der vielerorts beklagte Mangel an Core- und Core-Plus-Immobilien lässt inzwischen auch am Main Ausweichreaktionen hin zu risikoreicheren Segmenten erkennen. Dabei sollte sich selbst bei Frankfurter Core-Objekten kein Investor der Illusion hingeben, dass die geringe Rendite das Risiko adäquat abbildet und der Cashflow langfristig gesichert ist. Die Entwicklung des Marktes hängt wesentlich vom Banken- und Finanzdienstleistungssektor ab. Wie labil dieser ist, zeigen unter anderem die Negativschlagzeilen um vermeintliche deutsche Branchenführer wie Deutsche Bank und Commerzbank. Nach den Kursverlusten von Bankaktien in den vergangenen Monaten und nach den Erfahrungen von 2008 bedarf es nicht viel Fantasie, um sich ein Krisenszenario vorzustellen.

Wer heute in Frankfurter Immobilien investiert, geht in jedem Fall das Risiko ein, in einen Standort zu investieren, welcher eine weniger hohe Branchendiversifikation aufweist als andere Standorte wie München oder Hamburg. Erfüllen sich die Erwartungen des IW Köln und anderer Frankfurt-Optimisten, erfährt der Standort eine noch stärkere Konzentration auf die Finanzbranche als ohnehin schon – mit allen damit verbundenen Risiken. Bleibt der Zustrom aus London aus, bleibt die Herausforderung die Flächen in einem dann von weniger Nachfrage geprägten Umfeld wieder zu vermieten.

Steuerung politischer Risiken in Investmentportfolios

Was steht für Investoren in den kommenden Monaten auf der politischen Agenda? Ist die Europäische Union, in den Ländern wie Italien derzeit von den Marktteilnehmern mit Argusaugen beobachtet werden, im Auge des Zyklons, oder sind es die USA, wo der Ausgang der Präsidentschaftswahlen darüber entscheiden wird, ob ein warmer Regen in Form von Konjunkturpaketen über dem Land niedergehen wird? Die zunehmende Ungleichheit der Einkommen und der Rückgang des Pro-Kopf-BIPs in der westlichen Hemisphäre erklären zum Teil das Verhalten der Wähler. Wie können Investoren ihre Portfolios gegen diese politische Risiken absichern? Die meisten dieser Faktoren können ein gewisses Maß an Volatilität generieren. Aber was geschieht, wenn ein erklärter Gegner der freien Marktwirtschaft in einem großen westlichen Land an die Macht kommt? Mit diesen Fragen möchten sich Stéphane Dutu, Jérémy Gatto und Florian Ielpo, alle Unigestion, im Folgenden auseinandersetzen. Die Analyse mit Grafiken finden Sie links als PDF.

Politische Risiken lauern derzeit überall: Man denke nur an die Brexit-Schlagzeilen, die Kontroversen um die US-Wahlen oder das Drama um die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. Das Wiederaufflammen der politischen Risiken resultiert wahrscheinlich aus einer völlig veränderten Wahrnehmung der Konsequenzen, welche die Globalisierung für die Welt hat. Die Globalisierung ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unaufhaltsam auf dem Vormarsch und hat sich seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) 2000 weiter beschleunigt. Sie hat die Spielregeln in der Weltwirtschaft revolutioniert: China wies zweistellige Wachstumsraten auf in einer Zeit in der sich diese in den westlichen Volkswirtschaften strukturell verlangsamt hatte. Die Menschen sind zunehmend frustriert: Was zuvor als notwendiges Übel erachtet wurde und das Räderwerk der Weltwirtschaft am Laufen hielt, gilt mittlerweile als „Abzocke“, wie Donald Trump es im ersten TV-Duell mit der Gegenkandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, formulierte. Über die theoretische Debatte um den Freihandel hinaus befeuert der mutmaßliche Verlust der wirtschaftlichen Souveränität in den Industrieländern den Aufstieg von Anti- Establishment-Parteien. Erstmals kristallisierte sich dieses Anti-Establishment-Gefühl im britischen „Ja“ zum Brexit deutlich heraus und wird im restlichen Verlauf des Jahres 2016 wie auch 2017 ein wichtiger Punkt auf der überladenen politischen Agenda sein. Wir denken, dass das politische Risiko – der Aufstieg politischer Parteien, welche die ökonomischen Lösungen des 20. Jahrhunderts in Abrede stellen – eng überwacht werden muss, da es sich aller Voraussicht nach auf die Wertentwicklung etlicher Anlagen auswirken wird.

Das politische Risiko ist in der EU unaufhaltsam gestiegen

Die Wahlen in der Europäischen Union und in den USA zeigen, dass Anti-Establishment- Parteien und -Kandidaten in der Gunst der Wähler weiter steigen. Diese Kräfte sind keine Randparteien mehr, sondern könnten schon bald über ausreichende Unterstützung verfügen, um erheblichen Einfluss auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik auszuüben. Auch ohne direkte Regierungsbeteiligung stoßen sie in großen Teilen der wahlberechtigten Bevölkerung auf eine so hohe Resonanz, dass es sich die etablierten Parteien nicht mehr leisten können, ihre Forderungen einfach zu ignorieren, so wie es früher der Fall war.

Keinem westlichen Land ist es in den letzten Jahren gelungen, sich der zunehmenden Beliebtheit von Protestparteien und -kampagnen entgegen zu stemmen. Grafik 1 zeigt ihren Vormarsch bei Wahlen in westeuropäischen Ländern. Die ständig steigende Zahl der Wähler, die für radikale Oppositionsparteien stimmen, welche die Errungenschaften der Globalisierung, des Kapitalismus, des Freihandels, der Einwanderung und des Multikulturalismus abstreiten, stellt für Investoren ein Risiko dar. Dadurch erhält zum Einen die politische Instabilität Nahrung. Zum Andern könnten – was für die Finanzmärkte noch gravierender ist – bei einem Anhalten dieser Tendenz über die kommenden 12 Monate Politiker an die Macht kommen, die Gegner der freien Marktwirtschaft sind, so dass die Gewinne, die global agierende Unternehmen dank des freien Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs erzielen können, erheblich geschmälert würden.

Erstmals kristallisierte sich dieses Risiko im überraschenden Ausgang der Brexit- Abstimmung vom 23. Juni 2016 heraus, der das weit verbreitete Misstrauen der Briten gegenüber der EU sowie sonstigen Institutionen zum Ausdruck brachte, die eine stärkere Teilung der Souveränität und mehr Einwanderung in Europa befürworten. Weitere politische Gewitter dieser Art könnten in den kommenden 12 Monaten über der EU niedergehen.

Europäische Länder, die es zu beobachten gilt, sind Italien, Österreich, die Niederlande und Frankreich

In Italien ist für den 4. Dezember ein Referendum über eine Verfassungsreform zur Abschaffung des Zwei-Kammern-Systems und zur Straffung des Gesetzgebungsprozesses anberaumt. Matteo Renzi, Führer der italienischen Mitte-Links-Regierung, der 2013 Pier Luigi Bersani an der Spitze der Demokratischen Partei (PD) ablöste und 2014 Enrico Letta als Premierminister nachfolgte, möchte mit diesem Referendum seine aktuelle Position als Premierminister, die er erlangte, ohne gewählt worden zu sein, demokratisch legitimieren. Renzi war so zuversichtlich, dieses Referendum zu gewinnen, dass er für den Fall einer Ablehnung der Verfassungsänderung durch seine Landsleute seinen Rücktritt ankündigte. Dieser Anfall von Hochmut kann seine politische Karriere schwer beschädigen und in Italien eine neue Phase der Unsicherheit einläuten. Aktuellen Umfragen zufolge kann Renzi das Referendum durchaus verlieren, da sich seine politischen Gegner die Verdrossenheit der Italiener über die stockende Wirtschaft, die hohe Arbeitslosigkeit und das durch die Flüchtlingskrise hervorgerufene Chaos zunutze machen. Verliert er das Votum und tritt zurück, kann der italienische Staatspräsident das Unterhaus auflösen und für das kommende Jahr Neuwahlen ansetzen. Durch die rückläufigen Zustimmungsquoten der Regierung und den Aufstieg von Protestparteien wie der EU-skeptischen Fünf-Sterne- Bewegung und der immigrationsfeindlichen Lega Nord könnte für den Fall, dass im Unterhaus und dem immer noch mächtigen Senat keine Mehrheit gefunden wird, eine Koalition aus Anti-Establishment-Parteien an die Macht kommen oder eine neue Phase politischen Stillstands oder Reformstaus eingeläutet werden. Aber selbst wenn Renzi als Sieger aus dem Referendum hervorgeht, bei einer Niederlage als Premierminister durch einen anderen PD-Politiker abgelöst oder wortbrüchig wird und nicht zurücktritt – Szenarien, die allesamt Neuwahlen im Jahr 2017 ausschließen –, werden die finanziellen und politischen Risiken in Italien aus den folgenden Gründen auf mittlere Sicht hoch bleiben:

  • Für das Problem der gravierenden Unterkapitalisierung der italienischen Banken, wodurch die Vergabe von Krediten an die Wirtschaft schwer beeinträchtigt wird, ist noch keine Lösung in Sicht.
  • Das neue Wahlgesetz, das durch das Referendum zur Verfassungsreform bestätigt werden und der Partei mit den meisten Stimmen zusätzliche Sitze verschaffen wird, ist so ausgelegt, dass es die PD begünstigt. Jedoch könnte dieser Schuss bei den nächsten allgemeinen Wahlen 2018 für Renzis Partei nach hinten losgehen. So hat sich die Fünf-Sterne-Bewegung auf nationaler Ebene als stärkste politische Kraft etabliert und dürfte durch das neue Gesetz im Parlament noch stärker repräsentiert werden.

In Österreich ist für den 4. Dezember die dritte Runde der Präsidentschaftswahlen anberaumt, bei der ein Sieg von Norbert Hofer von der EU-skeptischen und immigrationsfeindlichen FPÖ möglich ist. Bei einem Wahlsieg könnte er die Regierung auflösen und damit Neuwahlen ansetzen, aus denen eine Koalitionsregierung aus seiner Partei und der rechten ÖVP hervorgehen könnte. Als Ursache des tief empfundenen Anti- Establishment-Gefühls vieler Österreicher gilt die Flüchtlingskrise. Ausgedrückt in Prozent der Bevölkerung hatte Österreich einen Flüchtlingsstrom zu bewältigen, der hinsichtlich Stärke und Geschwindigkeit mit Deutschland vergleichbar ist.

Im Frühjahr des kommenden Jahres stehen in den Niederlanden Parlamentswahlen an. Den jüngsten Umfragen zufolge könnte die nationalistische und ausländerfeindliche PVV- Partei die Wahlen gewinnen, so dass ihr Führer Geert Wilders eine Koalitionsregierung vorschlagen dürfte. Wie in Österreich gilt als Hauptgrund für die rasant zunehmende Beliebtheit der PVV die europäische Flüchtlingskrise.

In Frankreich wird erwartet, dass der immigrations- und EU-feindliche Front National die erste Runde der Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr problemlos schaffen wird. Obwohl damit gerechnet wird, dass Marine Le Pen in der zweiten Runde dem Kandidaten der republikanischen Mitte-Rechts-Partei (LR, Les Républicains) unterliegen wird, könnte ihre Partei rund 60 Sitze im Parlament erobern und damit verhindern, dass der nächste Präsident die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung erlangt. Aufgrund fehlender Abgeordnetenmandate könnte die LR-Partei zu einem politischen Kurs gezwungen sein, der entweder dem Front National oder der Linken zusagt. Dies könnte den Gesetzgebungsprozess erheblich erschweren.

In Deutschland sind für September 2017 Bundestagswahlen angesetzt. Eine mögliche Spaltung zwischen der CDU und ihrer bayrischen Schwesterpartei CSU aufgrund konträrer Meinungen zum Thema Einwanderung sowie die zunehmende Beliebtheit der EU- und einwanderungsfeindlichen AfD und der populistischen Partei Die Linke könnten die derzeitige CDU-SPD-Koalition die absolute Mehrheit im Bundestag kosten. Damit könnte Deutschland dem Club der EU-Länder beitreten, in denen politisches Tauziehen herrscht.

Und der Gigant jenseits des Atlantiks: die Vereinigten Staaten

In den USA hat der populistische Kandidat Trump gegenüber der Status quo-Kandidatin Clinton in den vergangenen Monaten an Boden gewonnen und konnte in den Umfragen deutlich aufholen. Allerdings wird ein Sieg über die Kandidatin der Demokraten für den aufbrausenden Immobilienmilliardär schwer zu erringen sein, zumal er während der TV- Duelle zumeist keine gute Figur machte. Jedoch scheuen sich wohl viele Trump-Fans, in Umfragen offen zuzugeben, dass sie für ihn stimmen werden, so dass seine Beliebtheit in Wirklichkeit größer sein dürfte als aus den Umfragen hervorgeht. Die Erfahrung mit dem Brexit-Votum hat uns gelehrt, dass viele Wähler Angst haben, für politische Meinungen, die in den Medien verpönt werden, stigmatisiert zu werden. Durch diese „zugeknöpften“, mit ihrer Meinung hinter dem Berg haltenden Wähler sinkt die Aussage- bzw. Prognosekraft von Umfragen.

Der Prozentsatz der Wähler, die wirklich unentschlossen sind, ist noch immer hoch, so dass der Ausgang der Wahlen zum Weißen Haus des Jahres 2016 höchst unklar ist. Für den Fall, dass Trump am 8. November zum nächsten US-Präsidenten gewählt wird, halten wir das politische, geopolitische oder wirtschaftliche Risiko für geringer als generell angenommen. Viele der Sorgen um die Konsequenzen einer Wahl Trumps sind aus folgenden Gründen übertrieben: 1. Obwohl im Repräsentantenhaus aller Voraussicht nach die Republikaner die Mehrheit behalten werden, könnte der Senat bei den Wahlen Anfang November an die Demokraten zurückfallen, wodurch der Machtfülle des republikanischen Lagers Grenzen gesetzt würden. 2. Die republikanische Mehrheit im Kongress scheint von Vorteil für Trump, aber viele republikanische Senatoren und Abgeordnete dürften seinen unkonventionellen und beängstigenden Wahlversprechen ablehnend gegenüber stehen. 3. Wie in der Politik üblich, mäßigen selbst radikale Kandidaten bei der Konfrontation mit der echten politischen Verantwortung ihren Ton. 4. Auch wenn der US-Präsident Anordnungen („executive orders“) erteilen kann, so ist er nicht der allmächtige Oberkommandierende, sondern eher ein „bevollmächtigter Geschäftsführer“ („capable caretaker“), der die vom Kongress verabschiedeten Gesetze ausführt. Die US-Verfassung schreibt vor, dass der Kongress die Gesetze erlässt, der Präsident sie – auch wenn er mit ihnen nicht einverstanden ist – ausführt, und der Oberste Gerichtshof sie auslegt. Der Kongress kann das Veto des Präsidenten mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Häusern überstimmen. Nicht der Präsident, sondern nur der Kongress allein ist berechtigt, einen Krieg zu erklären. Auch hat der Kongress das Recht, den Präsidenten seines Amtes zu entheben, falls dieser sich weigert, vom Kongress verabschiedete Gesetze auszuführen.

Selbst wenn ein Präsident Trump zunächst genauso aufbrausend, provokant und unrealistisch wie der Kandidat Trump aufträte, würden die weitreichenden Vollmachten des Kongresses seine Machtfülle eindämmen und potenzielle Spannungen im In- oder Ausland entschärfen bzw. Imageschäden vom Präsidentenamt abwenden. Würde Trump der Möglichkeit beraubt, weiterhin die Rolle des aggressiven und unberechenbaren Außenseiters zu spielen, besteht die Chance, dass er sich im Lauf der Zeit zu einem disziplinierten und konstruktiven Leader entwickelt. Dies könnte den Kongress letztendlich davon überzeugen, über einige seiner besseren Vorschläge nachzudenken und im Interesse des Gemeinwohls mit ihm zu kooperieren, um die in den USA vorhandenen sozialen Spannungen abzubauen.

Ein politisches Risiko ist per definitionem ein vorübergehender Schock mit längerfristigen potenziellen Auswirkungen: Eine beispielhafte Illustration dessen ist das Brexit- Referendum. Die wirtschaftliche Lage Großbritanniens wird zwei Jahre nach der offiziellen Aktivierung der EU-Ausstiegsklausel eine andere sein. Das Brexit-Votum verursachte an den Finanzmärkten zunächst ein spürbares Beben, gefolgt von einer raschen Erholung mit der Währung als einziger Ausnahme. Die längerfristigen Folgen sind schwieriger zu prognostizieren und haben sich in den Preisen der meisten Finanzaktiva, die üblicherweise zur Absicherung von Risiken dienen, bislang kaum niedergeschlagen. Politische Unsicherheit ist somit für die Märkte nicht problematisch, weil sie mit Veränderungen einhergeht, sondern weil Veränderungen häufig eine Phase der Unsicherheit vorausgeht. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Märkte sind je nach den globalen Folgen dieses politischen Risikos unterschiedlich stark. Jedoch sind sie in den meisten Fällen überschaubar und von kurzer Dauer – zumindest bislang.

Bei potenziellen Absicherungen gegen politische Risiken denken Investoren typischerweise an Gold, Devisen, Aktienvolatilität, Anleihen und den US-Dollar. Grafik 2 zeigt die durchschnittliche Entwicklung einen Monat vor bis einen Monat nach jeder der letzten sechs US-Wahlen im Zeitraum von 1992 bis 2013. Im Durchschnitt beschreiben die impliziten Volatilitäten ein zeltförmiges Muster um den Zeitpunkt der US-Wahlen und steigen im Monat vor den Wahlen zusammen mit der Zunahme der Erwartungen an, um danach rasch wieder in dem Maß zu sinken, in dem das Ereignis eingepreist oder vorbei ist. Somit wäre eine Longposition in Volatilität in jedem risikoorientierten Portfolio als Stoßdämpfer sinnvoll. Sichere Anlagen boten im Durchschnitt kaum Schutz. So beschreibt Gold eine umgekehrte Zeltform und verbuchte vor und nach Wahlen jeweils negative Renditen: Für solche vorübergehende Phasen scheint Volatilität die beste Absicherung darzustellen.

Grafik 3 zeigt die gleichen Berechnungen zum Zeitpunkt des Brexit-Votums, mit einer angepassten Liste potenzieller Absicherungen. Erstaunlicherweise wiederholt sich das Muster: Aktien- und Wechselkursvolatilitäten reagierten während der Dauer des Ereignisses, während möglicherweise aufgebaute Absicherungen stark durch das Ereignis beeinflusst wurden und enttäuschten. Auch hier erwies sich Gold als ineffizient, während die Renditen von Anleihen während der Dauer des Ereignisses konsequent sanken. Einmal mehr bot Volatilität interessante Absicherungsmerkmale.

Ein Opfer erhöhter politischer Unsicherheit ist häufig die Liquidität. In Extremfällen (wie dem Brexit) kann der Markt in eine Liquiditätsfalle geraten, wie es bei Devisenoptionen auf GBP-denominierte Währungspaare der Fall war, die am Tag des Referendums verfielen. Somit kann sich vor solchen Phasen auch ein Deleveraging auszahlen.

Mit Blick auf die bevorstehenden US-Wahlen scheinen nur wenige Märkte das Risiko eines überraschenden Wahlausgangs einzupreisen. Aktuellen Umfragen zufolge liegt Clinton mit Abstand in Führung. Aber der Brexit hat gezeigt, dass Umfragen falsch liegen können. Zudem zeichnet sich kurz vor dem Urnengang in den Umfragen häufig ein Kopf-an- Kopf-Rennen der Kandidaten ab. Bei den aktuellen Marktpreisen könnten Absicherungsstrategien in Form von Longpositionen in Volatilität derzeit ein attraktives Risiko-Rendite-Profil bieten.

Globalisierung und Ungleichheit: die Wurzel allen Übels?

Anti-Establishment-Parteien kritisieren vor allem die früheren Entscheidungen der etablierten Parteien. Die Staatsausgaben sind in den vergangenen 20 Jahren förmlich explodiert, so dass die Schuldenquoten (in Prozent des BIP) immer neue Rekordwerte erklimmen. Aber das in den einzelnen Volkswirtschaften investierte Geld der Steuerzahler konnte den Lebensstandard kaum steigern. Die nunmehr erforderlichen Ausgabenkürzungen, die zu einer Zeit drohen, da die Bevölkerung die zunehmende Ungleichheit und eine Verschlechterung des Lebensstandards beklagt, erklären die aktuelle politische Situation zum Teil.

Messung des Versagens der Regierungen

Nach der Großen Rezession wurden in massivem Umfang öffentliche Gelder sowohl zur Stützung des Wachstums als auch zur Rettung angeschlagener Finanzinstitute verwendet. Dadurch stieg die durchschnittliche Schuldenquote (in Prozent des BIP) (Grafik 4) von 65% auf knapp 100%. Natürlich bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. So beträgt die Staatsschuldenquote in Italien 130%, während sie in der Schweiz gerade einmal bei 45% liegt, aber die durchschnittliche Quote ist gestiegen, da das nominale BIP-Wachstum mit dem steilen Anstieg der Staatsausgaben nicht Schritt halten konnte. Auf vorherige Rezessionsphasen folgte stets eine Zunahme der Verschuldung, aber dieses Mal hatten die Regierungen ihre Ausgaben noch weniger unter Kontrolle als sonst.

Diese Zunahme der Staatsverschuldung hat dazu geführt, dass etliche Länder – vor allem in Europa – Ausgabenkürzungen beschlossen haben und damit Unzufriedenheit in der Bevölkerung schaffen. Die Sanierung der Staatsfinanzen erfolgt normalerweise nicht zu Lasten der wohlhabendsten Bevölkerungsgruppen, so dass in vielen demokratischen Ländern mittlerweile ein hohes Maß an Verdrossenheit zutage tritt. Der Aufstieg der Syriza-Partei in Griechenland reflektiert vor allem die durch die Haushaltspolitik der früheren Regierung ausgelöste Verdrossenheit der Bevölkerung.

Viele populistische Strömungen sehen in diesen fiskalischen Maßnahmen einen der Hauptgründe für den jüngsten Rückgang des Pro-Kopf-BIP: Grafik 5 zeigt, dass sich dieser Wert im Zeitraum 2008-2014 kaum verbessert hat und sich seit einiger Zeit wieder nach unten bewegt. Dabei handelt es sich lediglich um Durchschnittswerte, wobei die Streuung um dieselben zeigt, dass die Menschen mit den niedrigsten Einkommen dabei benachteiligt sind. Dieses Thema wurde von den Anti-Establishment-Parteien mit Begeisterung instrumentalisiert. Der politische Status quo wird in zunehmendem Maß mit einem wirtschaftlichen Kontrollverlust gleichgesetzt, der bei kommenden Wahlen eventuell seinen Tribut fordern wird.

Reaktion der Märkte

Credit Default Swaps (CDS) und Wechselkursvolatilität dienen seit langem als Maßstab für das politische und das Länderrisiko. Wie genau reflektieren sie heute dieses Phänomen? Grafiken 6 bzw. 7 zeigen den CDS und die reale Volatilität des Wechselkurses für die USA, Großbritannien sowie eine Reihe von Ländern der Eurozone. Aus beiden Grafiken sind der Ausbruch der Griechenland-Krise und der europäischen Krise 2011 sowie der Ausgang des Brexit-Votums klar ersichtlich. Der Brexit ist in der Wechselkursvolatilität deutlicher zu erkennen als in den CDS-Spreads. Allerdings vermitteln beide Grafiken die gleiche Botschaft: Eine Zunahme des politischen Risikos schlägt sich an den europäischen und US-amerikanischen Märkten kaum nieder. Das politische Risiko ist in beiden Regionen preislich schwer zu quantifizieren, so dass Vorsicht umso angebrachter ist. Der Hauptgrund für diesen augenscheinlichen Mangel an Risikoaversion ist wahrscheinlich der Aktionismus der Zentralbanken: Das erklärte Ziel der quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) ist die Eindämmung der Risikoaversion an den Finanzmärkten, was seit 2009 hervorragend gelungen ist. Die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben es geschafft, die Risikoprämie in den vergangenen 8 Jahren zu senken, senden jetzt aber Signale für einen geldpolitischen Kurswechsel. Weitere QE-Pakete der EZB und der Fed sind nunmehr eher unwahrscheinlich, so dass das Repricing des politischen Risikos alsbald drastisch ausfallen könnte: Dieses Risiko wird in den kommenden Quartalen mit Sicherheit breiten Raum einnehmen.

Fazit

Das politische Risiko nimmt zu, aber die Märkte scheinen dem kaum Rechnung zu tragen. Sein Anstieg erklärt sich teilweise durch Fundamentaldaten, die zum Großteil dauerhaft Bestand haben werden: Globalisierung, sinkende Lebensstandards und begrenzter staatlicher Spielraum zu ihrer Beeinflussung, so dass die Verdrossenheit der Bevölkerung wächst. Die US-Wahlen und das anschließende Referendum in Italien sind die beiden nächsten Ereignisse, auf die Investoren ihr Augenmerk richten sollten, zumal im kommenden Jahr eventuell Anti-Establishment-Parteien an die Macht kommen werden. Zur Absicherung dieser Risiken empfehlen wir den Einsatz von Wechselkurs- und Aktienvolatilität, da diese Instrumente für derartige Phasen erhöhter Volatilität und des Austrocknens der Liquidität am besten geeignet sind. Voraussetzung für den Erfolg dieser Ansätze ist jedoch, dass das politische Risiko keine langfristigen Verwerfungen an den Märkten, sondern lediglich vorübergehende Schocks erzeugt.

Blick in die Zukunft: Alternatives Investieren 2.0

von Fiona Frick, Chief Executive Officer von Unigestion.

In einem Umfeld bestenfalls schwachen Konjunkturwachstums und anhaltend niedriger Zinsen gibt es einen zunehmenden Konsens, dass die Renditen der traditionellen Anlageklassen in den nächsten Jahren unter Druck geraten werden.

Viele Investoren setzen deshalb auf alternative Anlagen, die noch immer ein attraktives risikoadjustiertes Renditepotenzial aufweisen und ein wertvolles Instrument zur Portfoliodiversifikation darstellen. Infolge des Niedrigzinsumfelds sind aber auch die Renditen vieler Hedgefonds-Strategien stark gesunken und haben die Gebührenproblematik ins Blickfeld gerückt.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass fähige Hedgefonds-Manager auch weiterhin eine wichtige Quelle für die Generierung von unkorreliertem Alpha für langfristig orientierte Investoren sind. Fortschritte bei der quantitativen Modellierung haben die traditionellen Definitionen von Alpha jedoch auf den Prüfstand gestellt und die Möglichkeit für einen kostengünstigeren Zugang zu alternativen Anlagen eröffnet.

Unser Research zeigt, dass eine robuste alternative Anlagelösung anhand eines Core- Exposures in alternativen Risikoprämien entwickelt werden kann, damit Investoren Zugang zum gleichen, breit gefächerten und gut diversifizierten Risikospektrum erhalten, das von vielen Hedgefonds-Strategien genutzt wird. Dies allerdings mit höherer Liquidität, Flexibilität und Transparenz und niedrigeren Kosten.

Diese Lösung kann dann durch ein Exposure zu mehreren sorgfältig ausgewählten Hedgefonds-Managern ergänzt werden, die ein mit diesen Risikofaktoren nicht korreliertes Alpha erzielen können.

Auf das Risikomanagement kommt es an, wenn man in einem derart schwierigen Umfeld Renditen erzielen und die Volatilität effizient steuern will. Entscheidend ist außerdem die Expertise in den einzelnen alternativen Risikoprämien und der leistungsfähigen Allokation in diese Risikoprämien. Letztere sollen auch dem Wechsel der Wirtschaftsphasen Rechnung tragen. Weiter ist die Fähigkeit zur Identifikation und der Zugang zu den kompetentesten Hedgefonds-Managern ein weiteres wichtiges Element.

Hedgefonds-Renditen unter der Lupe

In den vergangenen zehn Jahren haben sich zahlreiche wissenschaftliche Studien mit der These beschäftigt, dass Hedgefonds-Renditen auf das Markt-Beta und -Alpha abzüglich Kosten zurückzuführen sei.

Wissenschaftliche Studien in der vergangenen Dekade haben die Idee hinterfragt, dass Hedgefonds-Erträge aus dem Markt-Beta und –alpha abzüglich Kosten abgeleitet werden kann.

Die Realität ist jedoch differenzierter: Viele Elemente des ursprünglichen Alpha-Konzepts beruhen de facto auf der Existenz differenzierter Risikoprämien, die mit liquiden Anlagestrategien genutzt werden können. Echtes Alpha stellt nach wie vor eine wichtige Komponente dar. Dennoch sollte man neue Wege für die Bewertung alternativer Klammert man das Markt-Beta aus, kann man alternative Anlagerenditen leichter erzielen, wenn man auf eine Kombination folgender Elemente setzt:

  • alternative Risikoprämien durch liquide Anlagestrategien und
  • Alpha durch sorgfältig ausgewählte Hedgefonds mit nachweislicher Managerkompetenz.

Erkenntnisse über die Komponenten von Hedgefonds-Renditen ermöglichen den Aufbau eines optimal diversifizierten Portfolios mit einem Core-Exposure in alternativen Risikoprämien. Dieses wird ergänzt durch einzelne Hedgefonds-Manager, die in der Lage sind, echtes unkorreliertes Alpha für das Portfolio zu generieren.

Im Mittelpunkt von Anlagen in Risikoprämien steht der Gedanke, dass Investoren nicht für die Anlagen vergütet werden, die sie halten, sondern für die Risiken, die sie in Kauf nehmen. Letztere umfassen das Markt-Beta (z.B. die Rendite für das übernommene Aktienmarktrisiko) und alternative Risikoprämien, die eine systematische Erklärung für die Renditen liefern, die ursprünglich als Alpha bezeichnet wurden.

Dank der Einführung komplexerer quantitativer Methoden und Modellen für die Faktoranalyse kann die Theorie inzwischen in die Praxis umgesetzt werden. Darüber hinaus hat die Finanzkrise von 2008 zu neuen Erkenntnissen und Sichtweisen geführt. Die Grenzen zwischen traditionellen und alternativen Anlageklassen verschwimmen zusehends, und immer mehr Investoren wissen inzwischen, dass Diversifikation nicht durch Anlagen in verschiedene Anlageklassen, sondern durch Investments in unterschiedliche Risikofaktoren entsteht, die diesen Anlageklassen zugrunde liegen.

Kombination von Risikoprämie mit Exposure von Hedgefonds

Wir glauben, dass die Nutzung von Risikoprämien und die Generierung von Alpha als unterschiedliche Ansätze zu betrachten sind, die völlig verschiedenen Liquiditätsbedingungen und Preisstrukturen Rechnung tragen.

Investoren sollten eine direkte Allokation zu alternativen Risikoprämien mit mehreren sorgfältig ausgewählten externen Hedgefonds kombinieren, die sich durch ihre Erfolgsbilanz in der Generierung unkorrelierten Alphas ausgezeichnet haben.

So entsteht eine integrierte Lösung für alternative Investments mit Merkmalen, die bei Investoren gefragt sind und viele der Probleme traditioneller Ansätze – hohe Kosten, geringe Liquidität und mangelnde Transparenz – lösen können.

Dies bietet Investoren einen dritten Weg, indem sie nicht einfach von Hedgefonds- Managern abhängen, die alternative Risikoprämien als Alpha betrachten und deshalb eine sehr unterschiedliche Portfoliostruktur produzieren, oder von rein quantitativen Managern, derren Modelle auf historischen Korrelationen beruhen und sich bei Trendwenden an den Märkten als wenig zuverlässig erweisen können.

(i) Aufbau der Core-Exposure in alternativen Risikoprämien

Nicht jedes Risiko wird mit einer Prämie vergütet, so dass erhebliches Research erforderlich ist, wenn man herausfinden will, welche Risikofaktoren nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Risikoprämien ermöglichen. Unser derzeitiger Kenntnisstand plädiert für Long/Short Equity-Faktoren, Trend-Following- und Carry-Strategien. Allerdings stellen wir diese Schwerpunkte ständig auf den Prüfstand.

Es ist ebenso wichtig, liquide investierbare Portfolios mit attraktiven Risikoeigenschaften zu strukturieren. Da alternative Risikoprämien mit spezifischen Risiken verbunden sind, die für Long/Short-Strategien typisch sind, und Risiken nicht allein durch die Volatilität abgebildet werden können, messen unsere Risikomodelle auch die Asymmetrie sowie das Extrem- und Liquiditätsrisiko. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass Risikomanagement der entscheidende Faktor für nachhaltige langfristige Performance ist.

Ausgehend von unserer Einschätzung des derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und der Sensitivitäten alternativer Risikoprämien zum jeweiligen Wirtschaftszyklus legen wir die effizienteste Kapitalallokation für ein ausgewogenes Exposure zu allen makroökonomischen Konstellationen fest und steuern diese dynamisch.

(ii) Unkorreliertes Alpha durch Hedgefonds hinzufügen

Obwohl dieser Ansatz eine optimale Nutzung alternativer Risikoprämien ermöglicht, bleibt das echte Alpha, das sich nicht durch gängige Risikofaktoren erklären lässt, eine wichtige Quelle für die Generierung unkorrelierter Renditen.

Wir sind der festen Überzeugung, dass Spitzen-Hedgefonds-Manager ein hohes Alpha generieren können. Deshalb ist die Auswahl der Manager ausschlaggebend.

Ausgangsbasis ist die umfassende Analyse der Renditequellen jedes einzelnen Managers anhand von hochentwickelten Modellierungstools. Das Ziel ist dabei eine möglichst niedrige Korrelation mit alternativen Risikoprämien und eine niedrige Korrelation zwischen den einzelnen Managern anzustreben, die für einen robusten Portfolioaufbau im Einzelfall ausgewählt werden.

Die Vergangenheit ist nicht immer eine gute Hilfe für die Zukunft. In einer Welt, wo traditionelle Anlage unter Druck kommen könnten, ist aktives Risikomanagement nötig, um im Marktgeschehen richtig zu navigieren. Das Interesse an alternativen Anlagen wird stark bleiben. Aber es sind neue Wege zu beschreiten, um diese Erträge zu erreichen.

Sorgfältig ausgewählte Hedgefonds-Investments ergänzen ein Core-Exposure in liquiden alternativen Risikoprämien.

"Obtain the higher returns on offer, for the same default risk"

With nearly 40 years of experience, boutique manager Atlanticomnium S.A. approaches bond investing from a different angle than most others. Anthony Smouha, fund manager of the GAM Star Credit Opportunities EUR, describes his approach of investing in quality companies that are unlikely to default and generating returns by investing lower down the capital structure.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

The fund is a bond fund and is all about safety and income. Safety from investing in mainly investment grade companies, a steady high income deriving from investing across the capital structure of high quality companies including investing in their junior debt, which pays a higher income. Their junior debt is often sub-investment grade, but what matters to us is the rating of the issuer as reflected by their investment grade ratings. As such, we don’t have to extend the credit risk nor the interest risk. Many of these companies are recognisable national champions with low sensitivity to economic or credit cycles. This is also why we are buy-and-hold investors. We are very selective in terms of the issuers that we have exposure to and don’t need to trade in and out of companies or markets. We are not trying to make capital gains from trading interest rate curves, guessing the five year forward or shorting interest derivatives. The longer we own the securities the better as what matters over time is the predictable and steady carry that the fund captures. As an indication, the fund captures ca. 50bps coupon payments per month or an income of 6% per annum – despite the low interest rate environment. We are what bond investing used to be: invest in a strong company, collect the income and get our money back. The wonderful thing about a bond is that it is predictable. Our performance is driven by the predictable income we earn each month. 

Where we differentiate ourselves is that we are extremely selective in terms of the issuers that we are exposed to as well as the exposure within the capital structure. For example, we have only 10% exposure to AT1 Cocos. We may like the issuers but are cautious on these new securities as their coupons are discretionary and non-cumulative. We prefer to invest selectively within securities issued under Basel II, in securities where coupon has to be paid or in case where deferability is cumulative. The safety comes from the assessment of companies’ fundamentals and investing mainly in Investment Grade companies, which by their nature have a very low default risk. Having managed the fund since 1985, we learned to test the strategy in different market conditions and have learned to stay extremely focused, disciplined and conservative – which are necessary attributes for fixed income investors. There are not many competitors that do what we do. We are not trying to achieve a high return by investing in the bonds of risky companies. By participating in junior or subordinated issues of quality companies, we can obtain the higher returns on offer, for the same default risk.

How do you add value for your investors? 

While many investors seeking high income will find it in the bonds of riskier companies or riskier countries, we invest in safe companies and will invest lower down the capital structure to obtain the higher yield. So the alpha that we bring is not only the issuer selection but also the bond selection.
Issuer selection is bottom-up driven. We want to make sure to invest in safe companies, with strong corporate governance that have the ability and willingness to pay coupon and principal. Junior debt is a non-harmonized market, so bond selection means understanding the contractual obligation set in the prospectus. It is also about understanding how regulatory changes impact these conditions.
Alpha also derives from our suppliers:  we have more than 30 counterparties that we trade with, so we have extremely good access in terms of sourcing and selling securities. Recent regulatory reforms increasing minimum ticket sizes to 100k has made investing bonds less accessible to private individuals. So the fund also gives access to private investors to an extraordinary and diversified pool of issuers and securities which may not be available to many.
The fund has been managed by the same manager for 25 years and the investment management team is capitalizing on their specialist skills. Experience itself adds value in many areas, enabling us to obtain the higher yields often attached to junior or subordinated issues, or those with more complex features, as well as capturing the capital appreciation as the bonds realize their true value.

How do you generate investment ideas?

Our investment universe is very broad and while we invest a high proportion in subordinated debt of financial institutions the strategy also allocates into corporate and corporate hybrid bonds, some high yields and some emerging markets. The determination of regulators to make the financial system safer has resulted in a strong bias to the structurally improving financial sector, but understanding regulatory changes is an important theme. For example, the implementation of Basel III meant that securities issued under Basel II would become a very inefficient form of regulatory capital for issuers since losing over time their eligibility as regulatory capital. So by selecting the right securities, we are not only capturing the higher income, but also should benefit from additional capital gains in case of liability management exercises, when companies buy back their own bonds. As there is for example no new supply, we are also capturing a rarity-premium. Regulatory changes are on-going and as such create on-going opportunities. For example, the Swiss Regulator grandfathered low trigger AT1-Cocos last year, meaning that it would only recognize them as regulatory capital until first call date. As there is no extension risk, one could price these securities to call instead to maturity. So we have perpetual securities that de-facto became dated one, creating interesting opportunities.
At the end of the day, ideas generation are bottom-up driven – meaning that we first need conviction in terms of the issuer. The financial sector comprises hundreds of banks and non-banks ranging from universal banks, to asset managers, real estate companies, brokers, life insurance and non-life insurance companies. In addition to the diversification these provide through their widely divergent business models and balance sheet characteristics, the sophistication and depth of the subordinated universe means a rich and continuously refreshed opportunity set for the strategy.

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Our team is experienced heavy and focused with two co-managers working closely together to manage the funds. Decisions therefore are made quickly and brokers like that. Hence, they actively approach us with issues that are either too small for the big houses or too intricate for mainstream investors. Prospectuses are dense documents – I started my career 40 years ago writing prospectuses, and spent an important part of my career as a market maker. Understanding the technical aspects of prospectuses and the ebb and flow of markets provides alpha. For example, when there is some turmoil in markets – and we have seen that numerous times in the past five years – we are able to benefit from the high volatility and can snap up some top-quality bonds with very attractive coupons when they briefly drop significantly in price for just a few hours.

 GAM provides us with full support in terms of operations and distribution. It allows us as managers to concentrate most of our time and efforts on seeking performance for our clients with the knowledge that the investment process is supported by GAM´s extremely strong expertise at all levels; middle-office, back office, valuation, regulation, compliance and administration capabilities.

Another key point is to keep it simple. Our funds are not leveraged. We don’t use derivatives to hedge our positions. Instead, if we don’t like a position anymore because we have some doubts about how it might perform, we will simply sell it. In a complex and uncertain world, where you have at the same time in different parts of the world both inflation and deflation, both growth and recession, both loose and tight monetary policy, it is important to follow a clear strategy.

In which market environment does your investment style work best?

We have been managing the fund since 1985 with a compound return of more than 8% per annum, the bulk coming from coupon payments. 

As we are exposed to national champions that are by nature less sensible to economy or credit cycles, we tend to perform in all types of environment. The higher the cost of equity, the higher the income we can capture as issuing junior debt is a cheaper form of equity-like securities. In addition, these fixed income securities are non-permanent with tax-deductibility advantages so very attractive for both the issuers as well as investors.

During systemic crises we do suffer transitory price volatility and the strategy tends to be correlated to other asset classes for a period of 6-9 months. While at the time the prices may decline, these lay the foundations for future good performance and given the quality of the issuers that we have selected and since we invest in fixed-income securities, we tend to benefit from a quick pull-to-par. Coupon income, which accrues slowly day by day, a 6% coupon or .0135% per day can be overwhelmed by daily prices moves. Those who understand that our fund is coupon driven and that prices recover will enjoy the fruits of being patient. In this sense, systemic crises have worked work well for those who had the patience to stay in the fund. But in a traditional bull/bear market, the strategy tends to be very uncorrelated.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Because of coordinated and excessive monetary easing by central banks, assets are in general expensive. In addition, investors have been forced into taking more duration risk. These are some of the two biggest risks.

As explained earlier, we currently have a strong bias towards the financial sector which is structurally improving following the global financial crisis and still contains huge potential. Taking banks for example, they had to simplify their business model, shutting down risky investment banking and trading departments, and have to use more capital to underpin their remaining activities. The implementation of Basel III meant that more than EUR 400bn additional capital has been built by EU banks and GBP 160bn by UK banks since 2008. The regulatory pressure has been on-going and this is one of the only sectors that can surprise us on the upside in terms of on-going capital build up combined with on-going de-risking activities. What is positive for us is that our legacy junior bonds, which had been issued before the crisis, are now classified as senior to this new core capital. Hence, the ongoing process of balance sheet strengthening has given our holdings a strong boost. 

In terms of valuation, we are still buying at spreads that are significantly wider than fair-value – so not everything is expensive. But one has to be selective. Looking at the top 10 of the securities, we are capturing on average more than 450bps, invested in national champions – compared to EU HY that pays around 250bps for BB issuers! In terms of duration risk, we have naturally mitigated this by investing in securities whereby coupon can be fixed-to-floater or even already a floater. This is why the fund has very low sensitivity to rates and for example had a double digit performance in 2013 – despite tapering. But by the same token, we didn’t really benefit from the declining interest rates and as such the bulk of the performance only came from the high steady income.

Most bond investors see rising rates as a risk. We have mitigated this and remain positioned for higher interest rates, as we have been for some time. One key benefit of investing in junior debt is that these securities – despite being perpetual – can have coupon that are either fixed, fixed-to-floater or already floating. During the portfolio construction, we combine these securities in such a way that we are naturally protected against rising rates. For example, we own discounted floating rates note that could generate up to 30 points capital gains should interest rates rise 100bps and capital gains would offset capital losses that we would experience on fixed-dated securities. We are not afraid of rising rates – to the contrary this scenario would benefit our floating rate notes and fixed-to-float bonds, while our high-yielding fixed-rate bonds would prove fairly resilient. If rates remain at current levels, we will be equally content, since we can continue to lock in the around 6% annual yield of our holdings.

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Responsible investing considerations are integrated within the existing investment management research and analyses processes and such findings form part of the investment decision making process applied.

At the sector level, we avoid controversial sectors such as armaments and casinos, as we believe the credit markets are sufficiently deep and diverse that we do not feel compelled to invest where we are not comfortable being associated with the industry or business. When assessing specific issuers, we consider whether the profile of the issuer is suitable for the portfolio in terms of them being comfortable being associated with them. This assessment will take into account E, S and/ or G factors. One of the key aspects we look at is corporate governance, for example the transparency around corporate behaviour and alignment of key executive’s objectives to the company objectives and results. 

How do you invest your own personal assets?

Investors can take comfort from the fact that we have most of our assets invested in the funds – meaning that we have aligned interests. This is also where we find the best returns on a risk-adjusted basis. 

What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Golf as it provides the need for technical skill and the need to balance safety and risk. And as with investing, the more you practice, the luckier you get!

About Atlanticomnium
With nearly 40 years of experience, boutique manager Atlanticomnium S.A. approach bond investing from a different angle than most others. While many investors seeking high income will find it in the bonds of more risky companies or countries, Atlanticomnium invest in quality companies and lower down the capital structure to obtain a higher yield. Their investment thesis is based on the fact that investment grade companies rarely default, hence the junior debt of such companies rarely defaults, yet it delivers a more attractive yield.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

“Our approach has delivered consistent results for many, many years!”

Mark E. Stoeckle, Chief Executive Officer and Senior Portfolio Manager, talks in an interview with altii about the core strategies Adams Funds offers and especially the team and investment approach of the US small cap product, the UBAM Adams small cap fund, that they sub­advise for UBP.

altii: Mark right now you are visiting clients in Europe. Since two weeks you are on travel and today you came to Frankfurt am Main, Germany. Thank you for stopping by for an interview. Please tell us about Adams Funds, your core strategies and the reasons for being here.

Mark E. Stoeckle: Thanks for taking the time to speak to me Christian. Adams Funds is composed of three strategies. We run two closed-end funds, a US large cap fund and an Energy and Materials fund and sub-advise a US small cap fund for UBP. The two closed-end funds, Adams Diversified Equity Fund (ADX) and Adams Natural Resources Fund (PEO), have traded on the New York Stock Exchange since 1929. So we have a very long history of helping our investors reach their investment goals. The US small cap product that we sub-advise for UBP is a very exciting opportunity. Shortly after I joined Adams, I was contacted by a former investor in the small cap fund I ran at BNP Paribas. He was looking for a US small cap product that was run the same way that we ran the BNP product. He was so interested in our philosophy, process and performance that he offered to provide seed funding for the fund. The only catch was he needed to invest in a UCITS fund so we needed to find a company to sponsor the fund. I quickly called an old colleague at UBP looking for some advice and he stated that, because he was very familiar with me and the product that UBP would be interested in being the fund sponsor. So, on 14 October 2015 we launched the fund with $50 million. Our relationship and support with UBP has been great. We are looking forward to growing the fund throughout Europe and Asia.

altii: Who is in the team with you?

Mark: The UBAM Adams small cap fund has the benefit of having a very experienced portfolio management team. Working with me as portfolio managers on the fund are Jim Haynie and Mike Rega. The three of us ran this same product for nine years at BNP Paribas. In addition to the portfolio managers, we have seven very good analysts working with us. We established a very enviable track record at BNP and have every expectation that will continue with the UBP fund.

altii: What qualifies your investment approach?

Mark: Our core beliefs center on discipline, systematic analysis, sector and industry group neutrality as well as careful attention to risk management. We begin our process by using the Russell 2000 as our investment universe. For risk purposes we eliminate any stock trading below $100 million market cap as well as stocks that are illiquid. We then run our quantitative model on the 1200 stocks that make it through the market cap and liquidity screens. The model is a great tool to reduce the universe to a group of stocks that have fundamental characteristics we admire. That leaves us with about 500 stocks from which we perform our fundamental research. Our fundamental research focuses on a company’s ability to generate sustainable earnings at a fair valuation. Our attention to valuation has, over time, allowed us to put together a portfolio that has similar earnings growth of the Russell 2000 but at a significant valuation discount. Once we’ve found stocks that are well ranked by our quantitative model and have earnings and valuation that are attractive we then evaluate how much risk we want to take in each sector. For this portion of the process we assign a risk score to each stock in a sector. We rank them from least risky to most risky then break them into industry groups. This allows us to know exactly where sector risk resides. We then determine where we want to take risk within the sector. The most important part of this portion of the process is we consciously know where we are taking risk within the sector. This is a unique aspect to our process.

altii: Why should the German Institutional Investor invest into your strategy?

Mark: This product was built to deliver US small cap performance and characteristics by investing in high quality, small cap stocks. Our approach is one that has delivered consistent results for many, many years. We believe there is a strong argument to be made to have a permanent allocation to small cap within a German investors’ US allocation. Over time, small cap stocks outperform large cap stocks. For this reason we believe that the consistency and un-correlated nature of small caps is powerful and should be very carefully considered.

altii: How will you keep the contact to the investors later on?

Mark: I am meeting with you and the investors on my second roadshow this year. We expect to continue to make trips to see our investors in person. We are committed to give access for our investors as well as to provide transparency. Our partner UBP has a great salesforce as well as Investment Specialists. We have a monthly call with UBP to discuss the portfolio so that the sales people and Investment Specialists are well informed for our investors. In addition, we are looking into video conferences and conference calls to keep our investors up-to-date on the fund. The video conferences, conference calls and bi-annual roadshows will allow us to stay close to our investors.

altii: Thank you for the interview.

About Adams Funds
Adams Funds is composed of two of the country's oldest closed­ end equity funds, Adams Diversified Equity Fund (ADX) and Adams Natural Resources Fund (PEO), as well as a US Small Cap sub­advised fund. As closed­end funds, shares of ADX and PEO common stock are listed on the New York Stock Exchange and have traded there since 1929.
For over 85 years, both ADX and PEO have been internally managed and have generated capital growth and income through portfolio performance, dividends, and distributions. All three funds are managed by an experienced team employing a disciplined approach to identify investment opportunities and carefully manage risk.
ADX and PEO have paid dividends for over 80 years and are committed to an annual distribution rate of at least 6%.
adamsfunds.com

About Union Bancaire Privée (UBP)
UBP is one of Switzerland’s leading private banks, and is amongst the best­capitalised, with a Tier 1 ratio of 22.3% as at 30 June 2016. The Bank specialises in wealth management for both private and institutional clients. It is based in Geneva and employs some 1,680 people across twenty­four locations worldwide; as at 30 June 2016, it held CHF 113.5 billion in assets under management. Its asset management business focuses on strategic investment themes across different asset classes including European Equities, Convertibles, Global Fixed Income, Emerging Debt and Equities as well as alternative investments.

Contact details:
Peter Richters
Head of Institutional Business
UBP Zurich Branch
+41 58 819 8337
peter.richters@ubp.ch

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

"Unser Nachhaltigkeits-Investmentprozess setzt Maßstäbe!"

Wolfgang Pinner, Leiter Nachhaltige Investments der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft, spricht im ifund fundmanager interview über das Erzielen einer "doppelten Dividende" durch nachhaltiges Investieren und welche ESG-Kriterien er für die wesentlichsten hält.

Beschreiben Sie kurz ihren Fonds und was ihn von der Konkurrenz unterscheidet?

Mit Nachhaltigkeitsfonds der Raiffeisen KAG lassen sich alle wesentlichen Assetklassen und dementsprechend Kunden- und Risikopräferenzen abbilden. Nachhaltigkeit und nachhaltiges Investment bilden gemeinsam mit der Gründungsidee und den gelebten Werten bei Raiffeisen einen „perfect match“. Raiffeisen steht mit seinen Nachhaltigkeitsfonds für ehrliche Nachhaltigkeit. Einerseits sind die Fonds extern zertifiziert, anderseits konnten wir Auszeichnungen erlangen, wie die des „qualitativ besten globalen Nachhaltigkeits-Aktienfonds“ (TOP 100 ESG-Aktienfonds Rating“ (CSSP, yoursri.com). Unser Nachhaltigkeits-Investmentprozess setzt insofern Maßstäbe, als wir eine optimale Kombination von internen und externen Research-Quellen einsetzen und für alle Unternehmen und Emittenten einen eigenen „Raiffeisen ESG Score“ berechnen, den wir zur Optimierung des Nachhaltigkeitslevels in den Fonds einsetzen. Unser Nachhaltigkeitsansatz basiert auf langjähriger Erfahrung und Know-how. Wir publizieren auf regelmäßiger Basis Nachhaltigkeits-Newsletter zu Spezialthemen. Nicht zu vernachlässigen ist der Dialog mit Unternehmen, der ein wesentlicher Teil unseres Ansatzes ist.

Wie generieren Sie Mehrwert für die Investoren?

Unser Ziel ist die Generierung eines Mehrwertes sowohl auf der Ebene der Wertentwicklung als auch auf jener der Nachhaltigkeit. Wir glauben, dass diese „doppelte Dividende“ tatsächlich erzielbar ist. Die performance-technischen Vorteile unseres Nachhaltigkeitsansatzes ergeben sich aus einer erweiterten Information, einer Risikoreduktion und einem daraus resultierenden positiven Einfluss auf den Ertrag. Mit erweiterter Information meinen wir die Tatsache, dass die Berücksichtigung von nachhaltigen Informationen zu einer erweiterten Grundlage für die Analysen von Unternehmen und Emittenten führt. Außerdem können nachhaltige Analysen das Risikoprofil der Portfolios verbessern. Generell steht sowohl die Verantwortung als auch die Zukunftsfähigkeit der Investments im Mittelpunkt unseres nachhaltigen Ansatzes. Am Ende führt das Investment in die nachhaltig besten Unternehmen und Emittenten zu stabilen, und im Vergleich zu traditionellen Investments zumindest gleichwertigen Erträgen.

Wie finden Sie neue Investmentideen?

Wir generieren neue Investmentideen unter anderem durch das eigene, hauseigene, Research, sowohl auf finanzieller wie nachhaltiger Ebene. Unser Nachhaltigkeitsresearch-Team arbeitet themenbezogen. Die letzten Publikationen waren etwa dem Klimawandel, der Gesundheitsversorgung oder dem Thema Divestment gewidmet. Bei allen Nachhaltigkeits-Newslettern nehmen wir auch Kontakt zu den jeweiligen Unternehmen der betroffenen Branchen auf und gewinnen so interessante neue Einblicke und Informationen (Newsletter Registrierung möglich unter: http://newsletter.rcm.at).

Wie ist das Team strukturiert und wer trifft die Investmententscheide?

Gemäß unserem Team-Ansatz können alle Teammitglieder Investmentideen einbringen. Diskussionen von neuen Ideen finden insbesondere im wöchentlichen Teammeeting statt. Auch der Gedankenaustausch mit anderen Investmenteinheiten innerhalb der Raiffeisen KAG kann Ideen kreieren. Die Letztentscheidung liegt beim verantwortlichen Fondsmanager.

In welchem Marktumfeld kann Ihr Anlagestil vor allem überzeugen?

Unser Investmentstil ist prinzipiell unabhängig vom Marktumfeld. Das Thema Nachhaltigkeit ist jedoch als „Qualitätsmaßstab“ – auch auf Basis einer erweiterten Risikobetrachtung – zu bewerten. Deshalb kann in Phasen schwieriger Märkte gegenüber dem Gesamtmarkt regelmäßig ein Vorteil erzielt werden.

Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen und die größten Risiken im Markt?

Wir sehen, dass einige Megatrends das Thema Nachhaltigkeit stark unterstützen, hierzu zählen wir etwa das Thema gesunde Ernährung – auch den Trend zu Biolebensmittel – und das Thema Gesundheit & Demographie im Allgemeinen.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen Sie in Ihrem Investmentprozess?

Unser Prozess berücksichtigt verschiedenste Aspekte des ESG-Spektrums, sowohl die Ebene „Verantwortung“ als auch die Ebene „Zukunftsfähigkeit“ betreffend. In der Dimension Umwelt gehören Aspekte wie CO2-Fußabdruck, Wasser- und Energieverbrauch sowie Recyclebarkeit und Wiederverwendung zu den dominierenden Themen. Im Bereich Soziales/ Gesellschaft sind uns Gesundheit und Sicherheit, Aus- und Fortbildung sowie Produktsicherheit und -verantwortung sehr wichtig. Auf der Ebene der Corporate Governance zählen die Aspekte Unabhängigkeit von Vorstand und Aufsichtsrat, Mitbestimmung der Share- und Stakeholder sowie das Vergütungssystem für uns zu den wesentlichsten.

Wie investieren Sie ihr privates Vermögen?

Ich habe in Immobilien – sprich meine eigenen vier Wände – investiert. Darüber hinaus lege ich monatlich in unsere Nachhaltigkeitsfonds-Aktien an und halte eine kleine Cash-Reserve.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welches ist Ihr Lieblingshobby und warum?

Ich widme mich gerne meiner Familie samt Haustieren, außerdem interessieren mich Fremdsprachen und ich lese gerne (vor allem Bücher in italienischer und englischer Sprache). Ich gehe gerne ins Kino und besitze eine Sammlung von Kakteen und Sukkulenten. Und schließlich betreibe ich auch Sport (Schwimmen, Laufen, Radfahren, Klettern).

Über Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H.
Die Raiffeisen Capital Management* ist mit einem Marktanteil von 16 Prozent (Stand: August 2016) einer der führenden österreichischen Asset Manager. Das Unternehmen mit Sitz in Wien verwaltet aktuell EUR 29,2 Mrd. (Stand: August 2016) Assets under Management, wovon ein überwiegender Teil auf institutionelle Kunden entfällt. Das Unternehmen verfolgt einen klaren Qualitätsfokus: Investment- und Organisationsprozesse werden laufend optimiert, modernstes Risikomanagement und hohe Transparenz sorgen für Sicherheit. Die Performancequalität der Raiffeisen-Fondsprodukte ist durch kontinuierliche Top-Platzierungen in Konkurrenzvergleichen in unterschiedlichen Kategorien belegt. Raiffeisen Capital Management verfügt über klar definierte Kernkompetenzen, in denen das hauseigene Fondsmanagement in vielen Jahren besonderes Know-how erworben hat. In diesen Bereich fallen Anleihefonds, wie Euro-Anleihen und internationale Anleihen, aber auch Fonds mit europäischen Hochzins- oder Unternehmensanleihen bzw. auf Osteuropa-Anleihen spezialisierte Fonds. Eine wichtige Kernkompetenz stellt außerdem der Bereich Multi Asset Strategien dar. Auf der Aktienseite ist Raiffeisen Capital Management ein international anerkannter Spezialist für CEE und globale Emerging Markets. 2013 hat das Unternehmen seine Kernkompetenzen um den wichtigen und zukunftsweisenden Bereich „nachhaltige Investements“ erweitert. Raiffeisen Capital Management versteht sich als aktiver Manager.

*) Raiffeisen Capital Management ist die Dachmarke der Unternehmen: Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Raiffeisen Immobilien Kapitalanlage GmbH und Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH

Wolfgang Pinner, MBA, Leiter Nachhaltige Investments
Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m. b. H.
Mooslackengasse 12, 1190 Wien, Österreich
Tel. +43 1 711 70-2100, wolfgang.pinner@rcm.at

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

"Anleihen, Aktien, Leverage – Wir machen daraus einen sinnvollen Balanced­ Fonds!"

Im neusten ifund fund manager interview erklärt Lucio Soso, Portfoliomanager von Bellevue's BB Global Macro, wie sich die Absolute-Return-Strategie seines Fonds von anderen unterscheidet und wie er im derzeitigen Niedrigzinsumfeld konsistente positive Renditen von fünf bis sieben Prozent erreichen will.

Beschreiben sie kurz ihren Fonds und was ihn von der Konkurrenz unterscheidet?

Wir verfolgen das Ziel, unabhängig von den Marktphasen konsistente positive Renditen von 5-7% zu erreichen. Um dieses ambitionierte Renditeziel zu erreichen gehen wir vom Ansatz eines Mischfonds aus. Ein klassisches konzentriertes Mischportfolio aus Aktien und Renten ist in der Regel jedoch anfällig auf steigende Zinsen. Das Portfolio Management Team kann deshalb sein Portfolio breit aufstellen und weltweit in sämtliche liquiden Anlageklassen investieren. Hierzu gehören Aktien – besonders in Form von Aktienindices - und Anleihen, aber auch Rohstoffe und Währungen. Zur Bewirtschaftung des Fonds können auch Short-Strategien umgesetzt und Leverage in einem begrenzten Umfang eingegangen werden. Die Ausrichtung des Portfolios an einer klassischen Benchmark entfällt dadurch.

BB Global Macro unterscheidet sich von anderen Fonds, die ebenfalls eine Absolut-Return-Strategie verfolgen, durch seine Einfachheit. Unser neutrales Portfolio besteht zu 75% aus Anleihen und zu 25% aus Aktien, dazu kommt ein Leverage-Grad von 30-50%. Investoren ist es bewusst, dass es heutzutage sinnvoll ist, in einen Balanced-Fonds zu investieren, also ein Produkt, das eine Aktien- sowie eine Anleihekomponente und gegebenenfalls noch andere Anlageklassen miteinander kombiniert. Ebenso ist es sinnvoll, einen Hebel einzusetzen, wie wir es tun. In einer Welt, in der die Zentralbanken die Zinsen künstlich niedrig halten, ist das eine aussichtsreiche Strategie.

Wie generieren sie Mehrwert für die Investoren?

In den neunziger Jahren ließen sich mit Staatsanleihen noch richtig hohe Renditen erzielen. Damals war das Leben schön und einfach, jedoch werden solche Zeiten wohl nicht wieder kommen. Unser Ziel ist es daher mit einem ähnlichen Risikoprofil diese Ertragslücke zu schliessen. Das heißt, wir sind bestrebt mit unserem Absolute Return-Ansatz über alle Asset-Klassen hinweg und ohne effektiven Benchmark eine Rendite von 5-7% zu erwirtschaften ohne dabei das Sharpe-Ratio-Ziel von mindestens 1 aus den Augen zu verlieren. Entsprechend verhält sich die historische Volatilität zwischen 5 und 7%.

Wie finden sie neue Investmentideen?

Das Portfolio besteht aus verschiedenen Strategien. Für jede Strategie erarbeiten wir ein quantitatives Modell, anhand dessen wir Investment-Ideen generieren. Die zwei wichtigsten Modelle beziehen sich auf den weltweiten Markt für Staatsanleihen und die globalen Aktienmärkte, nach Ländern aufgeteilt. Bei der Auswahl von Anleihen achten wir darauf, welche Währungen und Laufzeiten die attraktivsten Renditen bieten. Auf der Aktienseite wiederrum legen wir das Augenmerk auf die Bewertungen des jeweiligen Aktienmarkts und suchen gezielt nach den attraktivsten Ländern und Anlageregionen.

Wie ist das Team strukturiert und wer trifft die Investmententscheide?

Wie bei Bellevue Asset Management üblich, ist ausschliesslich der Lead Portfolio Manager für die Investmententscheidung zuständig. Dies wurde implementiert, damit die Verantwortungen klar geregelt sind und jemand für die Entscheidung gerade steht. Jedoch bekomme ich von Alexandrine Jäcklin als Portfolio Managerin und Markus Peter als Head Products starke Unterstützung. Sie sind beide integraler Bestandteil des Investment Komitees, welches vor allem der Szenarien-Bestimmung wie auch der Ideen-Generierung dient. Alexandrine Jäcklin verantwortet dabei die Selektion der Corporate Bonds.

In welchem Marktumfeld kann Ihr Anlagestil vor allem überzeugen?

Dank unserem flexiblen Ansatz können wir global in alle liquiden Asset-Klassen investieren. Dadurch wählen wir ausschliesslich die besten Investmentideen aus und können somit von jeglichen Benchmarks losgelöst auf die aktuelle Grosswetterlage reagieren. Entsprechend ist es unser Ziel, in allen Marktsituationen positive Ergebnisse zu liefern.

Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen und die größten Risiken im Markt?

Die grössten Risiken sehe ich im nahenden Ende des 30-jährigen Bond-Bullmarket. Sobald der Zyklus der fallenden Zinsen vorüber sein wird, besteht die Gefahr, dass in einem Umfeld von leicht steigenden Zinsen die Bewertungsniveaus denjenigen der 60-iger Jahre entsprechen werden. Somit werden wir einem Paradigmenwechsel gegenüberstehen und die Märkte werden sich völlig anders verhalten. In einem solchen Umfeld werden aktive Asset Allokation und Stock Selection an Wichtigkeit gewinnen.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen Sie in Ihrem Investmentprozess?

Da die Strategie darauf ausgelegt ist, in die attraktivsten Asset-Klassen zu investieren, bilden wir dies über die liquidesten Instrumente ab. Dies sind in der Regel Future-Kontrakte oder ETFs, welche bzgl. eines Nachhaltigkeitsaspekts nicht analysiert werden können.

Wie investieren Sie ihr privates Vermögen?

Ich habe den grössten Teil meines liquiden Vermögens und auch die Ersparnisse meiner Familie in den Fonds investiert, weil ich von dieser Form der Absolute-Return-Strategie überzeugt bin.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welches ist Ihr Lieblingshobby und warum?

Sei es beim entspannten Segeln wie auch beim leidenschaftlichen Gitarre spielen, beruhigen mich die Wellen respektive die wohlklingenden Töne und mein Geist kann sich in seiner vollen Pracht entfalten.

Über Bellevue
Bellevue Asset Management ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Bellevue Group, einer unabhängigen, schweizerischen Finanzgruppe, mit Sitz in Zürich und Listing an der Schweizer Börse SIX. Sie wurde 1993 gegründet und zählt heute mit CHF 6.9 Mrd. zu den führenden Investment-Boutiquen der Schweiz.
Bellevue verfügt über ein breit diversifiziertes Produktangebot im Bereich Healthcare: Seit über 20 Jahren erfolgreich am Markt ist die am Stoxx Europe 600 gelistete Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG. Zusätzlich bietet Bellevue Luxemburger Anlagefonds mit Fokus auf Medizinaltechnik, Biotechnologie, Generika und Healthcare Asien an und ist damit einer der grössten Healthcare-Investoren in Europa.
Weitere Schwerpunkte umfassen Luxemburger Anlagefonds mit Fokus auf strukturelle Wachstumschancen in ausgewählten aufstrebenden Märkten wie etwa Afrika sowie Portfolios, die in börsennotierte familien- bzw. eigentümergeführte Unternehmen investieren. Erfolgreiche Multi-Asset-Strategien runden das Angebot ab.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

Strukturwandel durch E-Commerce: Information statt Fläche

von Jörg Lehnerdt, Niederlassungsleiter der BBE Handelsberatung GmbH in Köln.

Kommunen sind in Sorge, der stationäre Handel erst recht. Der Aufstieg des E-Commerce verursacht einen tiefgreifenden Strukturwandel, Statistiken liefern dazu genügend Hinweise. Schon jetzt ist das Wachstum der bundesweiten Verkaufsfläche Geschichte, während der Online-Handel kräftig weiter wächst. Einer Prognose der Marktforscher von BBE und elaboratum zufolge könnte sich der E-Commerce-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz – sowohl Food als auch Nonfood – bis zum Jahr 2025 auf 19 Prozent erhöhen. 2014 waren es noch 9 Prozent.

Ein solches Wachstum im E-Commerce lässt enorme Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel erwarten – und damit auch auf die Städte. Flächenanpassungen, die auf den aufstrebenden Online-Handel zurückzuführen sind, können bereits seit etwa fünf Jahren beobachtet werden. Die Einzelhandelsfläche wandert ins Internet ab.

Facettenreicher Wettbewerb

Das Einkaufserlebnis vor Ort wird aber weiterhin geschätzt. Nur rund ein Fünftel der Verbraucher versucht ausschließlich über das Internet einzukaufen. Die Mehrzahl der Konsumenten steht dagegen sowohl dem E-Commerce als auch dem stationären Handel aufgeschlossen gegenüber. Ihre Kaufentscheidung ist abhängig vom Sortiment, dem Preis, dem Komfort oder schlichtweg der jeweiligen Laune. Dabei haben beide Kanäle ihre Vor- und Nachteile.

Im Wettbewerb von stationärem Handel und E-Commerce ist eine Vielzahl von Kundenbedürfnissen zu beachten. Nicht zuletzt aus diesem Grund entwickeln immer mehr Handelsunternehmen Multi-Channel-Strategien. Dabei sind es nicht nur stationäre Händler, die in den E-Commerce einsteigen. Auch viele Online-Händler erkennen, dass ihnen Läden in gut frequentierten Lagen beim Wachstum helfen.

Spannende Multi-Channel-Konzepte

So wächst das Interesse an Top-Lagen sogar aufgrund des E-Commerce-Trends. Zum Beispiel eröffnen Unternehmen aus der Online-Welt Showrooms in höchstfrequentierten Einkaufsstraßen. Interessant sind zudem die Connect-Konzepte, die in Top-Lagen entstehen.

Der Elektronikmarkt Saturn hat mit seinen Connect-Läden in Köln und Trier für Aufsehen gesorgt. Mit jeweils 400 Quadratmetern bieten sie nur rund ein Zehntel der sonst in ihren Märkten üblichen Fläche. Stattdessen sind sie voll vernetzt mit den E-Commerce-Angeboten. Sie dienen nicht nur als Verkaufsfläche, sondern auch als Abholstation für Bestellungen (Click & Collect), als Showroom und bieten umfassende Serviceleistungen. Das stark begrenzte Angebot vor Ort wird durch die Verfügbarkeit des kompletten Sortiments im E-Shop kompensiert. Die Sportartikel-Kette Decathlon verfolgt ebenfalls diesen Ansatz. So verbinden Connect-Läden die persönliche Beratung, die Kunden sich vom stationären Handel erhoffen, mit der von Platznöten verschonten unbegrenzten Auswahl eines Online-Shops. Was in der teuren Top-Lage an Fläche eingespart wird, wird durch Information und Service ersetzt.

Für das Connect-Konzept ist eine publikumswirksame Position in einer stark frequentierten Lage unumgänglich. Die klassischen großen Läden mit teils mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche liegen oft eher abseits und sind davon abhängig, dass Kunden sie gezielt aufsuchen. Der Connect-Laden dagegen muss dort stehen, wo sich die Kunden bereits aufhalten.

Für Kommunen, Immobilieneigentümer, Shoppingcenter-Betreiber oder stationäre Händler leiten sich daraus eindeutige Aufgaben ab: Sie müssen in erster Linie für eine hohe Attraktivität ihrer Einkaufslagen sorgen und außerdem flexible Flächengestaltungen möglich machen. Wenn es gelingt, möglichst viele Publikumsmagnete an den Standort zu holen und dort zu binden sowie eine hohe Aufenthaltsqualität zu gewährleisten, dann kann auch die Digitalisierung dem Einkaufsquartier nichts anhaben.

Über die BBE Handelsberatung
Die BBE Handelsberatung mit ihrem Hauptsitz in München und Niederlassungen in Hamburg, Köln, Leipzig und Erfurt berät seit mehr als 60 Jahren Handelsunternehmen aller Betriebsgrößen und Betriebsformen, Einkaufskooperationen, Verbundgruppen und die Konsumgüterindustrie sowie die Immobilienwirtschaft und Kommunen. Im Verbund mit IPH Handelsimmobilien und elaboratum New Commerce Consulting reicht das Beratungsportfolio der über 150 Branchen-, Standort-, E-Commerce- und Immobilien-Experten von Strategieentwicklung, Markt und Standortanalysen, Image- und Kundenforschung bis hin zu Projektentwicklung und Centermanagement.

“Our ideas are driven first by top-down – bottom-up supplements our doing!”

Lars Schickentanz, the lead portfolio manager gives deeper insight about his Anima Star High Potential Europe fund.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Lars Schickentanz: The objective of the Fund is to provide an absolute rate of return and long-term capital appreciation while targeting on an annualized volatility of 6%. The control of risk and the protection of capital during a bear market is a key feature of our investment process. In order to be tactical and dynamic we use a variable bias net equity exposure that is ranging between -10% to +60%. We are able to be neutral vs. market’s direction if volatility require so. Another differentiating feature results from our “top-down” approach. We look into macro-economic variables such as nominal GDP, trade balances, currency movements, inflation, interest rates, central banks policies, commodity prices trends, etc.. . We use them to determine investment themes in the equity market. Bottom up and fundamental analysis are used as a complementary tool in order to pick stocks within investment themes.

ifund: How do you add value for your investors?

Schickentanz: We have three books that contribute to the value of the entire strategy. The Core Book (40% to 60% of the NAV): This allocation comes from the macro view of the Portfolio Managers (PMs) and represents their ideas with the highest conviction. Usually the invested stocks are clustered within 5 to 6 investment themes that are identified through our top down approach. The PMs are using proprietary and independent research. They are meeting with strategist. They do the networking and the companies’ visits to isolate market cycle’s phases and to isolate developing trends. Each theme is usually represented by 5 to 10 ideas. There will be both core longs and core shorts idea. The Dynamic Hedging Book: Within that scope the PMs are using derivatives (mostly listed futures) to tactically hedge the portfolio according to the macro view. Through the dynamic hedging the overall net exposure of the fund is constrained between -10% and +60%. The dynamic hedging book is populated by futures both longs and shorts on market’s indexes, sectors’ indexes and specific stocks. The Pair Trades Book (covers between 10% to 40% of the NAV): This book covers multiple sectors with a basket approach of longs vs. shorts. The exposure is always cash neutral at sub-sector’s level and for the entire book. This book is dedicated to the creation of extra-alpha and actually totally de-correlated from market trends and the rest of the book. There is no replication of ideas between the core book and the pair trades book.

ifund: How do you generate investment ideas?

Schickentanz: The idea generation process for the Core Book is dominated by the top-down process. Thereafter it is accompanied by the classical fundamental bottom-up analysis. The investment universe includes mid and large caps of European listed companies. The filters are on capitalization, risk and liquidity. The team and I rely on external and internal proprietary research, developed together with the fixed income team. That helps us to understand and judge all general macro factors such as business cycle phase, central banks’ policies, developing trends in politics, demographics and culture in order to identify and isolate markets’ themes. The analysis of the market flows and the market sentiment will be used to support or discharge our thesis. For illustration purposes here some portfolio themes’ examples in the past: a) Dollar Strength beneficiary, US-EU differential in monetary policies leads to a strong dollar environment – i.e. European companies with high levels of sales in the US will benefit. b) Corporate releveraging and M&A, companies and private equities are cash rich and might decide to use this cash to expand through M&A. Certain sectors will be most affected by this trend. c) Impact of QE (low negative European interest rates) on the life insurance business, the low yield environment forces the insurance companies to increase the risk of their balance sheets via investing more and more in high yielding and illiquid assets, creating further potential risk for the future. Within each theme the PMs will apply a stock picking process using peer group analysis (through proprietary models), momentum analysis, meeting with management, compliance with top down view and themes identification.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Schickentanz: There are six investment professional dedicated to the strategy. The three co-PMs are having defined responsibilities and three more working as sectors specialist for the pair trade book. I am the leading PM and the final decision maker for the strategy. I work on the top down macro framework which leads to the identification of market investment themes to be invested within the core book. Fabio De Ponti, co-PM, helps me in this task. Lucio Vignati, co-PM and senior trader works on the hedging strategies. The pair trade book is made of sector neutral portfolios and each of the six investment professionals work as sector specialists for each of the sub-portfolios.

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Schickentanz: The fund’s performance is driven by the ability of the PMs to read the macro scenario and invest in the most interesting themes in the market plus using the most effective way a dynamic net and gross exposure works. The exposures to equity of the fund are driven by: Macro indicators - paying particular attention to Central Bank’s activity and banks’ lending activity; Assessment of the relative value of the asset classes; Technical analysis - using both momentum and contrarian indicators as well as inflows and outflows analysis; Bottom up and valuations ratios. Macro indicators are the most important, while the other instruments should be supportive of the “road map” identified by the team. Bottom up analysis serves to populate the sector and the thematic allocation. The portfolio is always very diversified having the top positions a weight below 4%. The strategy is mostly challenged when there are quick changes in market’s direction driven by news flow or even panic rather than macro or fundamental data change.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Schickentanz: Today we think the best opportunities reside in the European stock market. After several months of underperformance vs. global markets we are finally witnessing signs of recovery due to: 1) downside in the banking sector has largely played out, 2) Political risks receding in 2017, 3) Fiscal and monetary policy globally will push investors into equities, more so in Europe. Potential risks’ in the long term, from our perspective, reside into FED’s action in conjunction with development on US growth, potential Trump victory, bond bubble down the road.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Schickentanz: This specific fund does not have a focus on responsible investments.

ifund: How do you invest your own personal assets?

Schickentanz: Parts of my financial assets are invested in the fund.

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Schickentanz: I like tennis and skiing.

About Anima

ANIMA is a leading Italian independent asset management operator. with more than €71 billion of assets under management (as of July 2016). A synthesis of different. complementary paths and specializations. ANIMA nowadays offers one of the largest range of products and services available on the market. ANIMA’s offering is composed of Italian collective investment schemes and foreign SICAVs. The company also offers institutional and private pension funds as well as private wealth and institutional asset management services. For further information please visit www.animaholding.it

The fund’s marketing and distribution activities in Germany are carried out by Hyde Park Investment Ltd. NL Deutschland. Since 2004 Hyde Park Investment – a FCA and BaFin regulated company - provides outsourced capital raising solutions and strategic consultancy for investment managers looking to build an institutional business in Europe. The company is an independent, private limited company, wholly owned by the firm’s directors and employees. For further information, please contact Alexandra von Kalnein, Freiherr-vom-Stein-Str. 7, 60323 Frankfurt, +49 69 3487 924 24, ak@hydeparkinvestment.com.About ifund

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Blockchain-Technologie: Welches sind die Chancen für Anleger in Robotik, Schutz und Sicherheit?

von Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die Blockchain-Technologie und ihr derzeit prominentestes Beispiel Bitcoins gehören zu den umstrittensten Themen und sind Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Ihre alleinige Erwähnung führt oftmals zu hitzigen Debatten. Während frühe Anwender („Early Adopters“) behaupten, dass diese revolutionäre Technologie sie aus der Abhängigkeit von Banken und staatlichen Institutionen befreien wird, sind andere der Meinung, dass es sich dabei um ein überbewertetes, kurzlebiges Phänomen handelt.1

Unserer Ansicht nach wird die Blockchain-Technologie langfristig einen nachhaltigen Einfluss auf unsere Gesellschaft ausüben und sich weit über den klassischen Zahlungsverkehr hinaus auswirken. Die Blockchain- Technologie bietet eine Lösung zur sicheren, transparenten, überprüfbaren und effizienten Erfassung von Transaktionen bzw. jeglichen digitalen Interaktionen mit äußert geringem Ausfallrisiko. Unseres Erachtens bietet diese Technologie eine realistische Chance, den Austausch von Vermögenswerten über das Internet zu revolutionieren und Vermittler überflüssig zu machen.

Blockchain: Worum handelt es sich?

Gemäß der Bank of England handelt es sich bei Blockchain um eine Technologie, die es einander unbekannten Personen ermöglicht, auf einen geteilten Datensatz an Vorgängen zurückzugreifen. Sie basiert auf einer Peer-to- Peer-Verbindung und zeichnet sämtliche Eigentumsübertragungen in einem öffentlichen Kontobuch auf (auch „Decentralized Ledger“ genannt). Ein solches Ledger ist für alle Teilnehmer eines Netzwerks zugänglich, die mittels ihrer Computer die Transaktionen validieren. Das hat den Vorteil, dass hierzu kein vertrauenswürdiger Vermittler (z.B. eine Bank) benötigt wird.2 Wie vorhin erwähnt basieren Bitcoins auf dieser Blockchain-Technologie. Diese ist eine umstrittene Kryptowährung, welche die Blockchain-Technologie als öffentliches Ledger für Bitcoin- Transaktionen benutzt. Jedem Nutzer ist es dabei erlaubt, sich mit dem Netzwerk zu verbinden, neue Transaktionen zu senden und jede Transaktion zu verifizieren.3

Die Blockchain-Technologie wurde 2008 zunächst als reine Peer-to-Peer-Version für den elektronischen Zahlungsverkehr entwickelt. Primäres Ziel war es, Barmittel auszutauschen, ohne dass diese dabei auf ein falsches Konto umgeleitet werden. Zudem kann verhindert werden, dass für dieselbe Transaktion doppelt digital bezahlt wird („Double-Spending“). Mit einer Datenbank, in der die Zahlungshistorie eines jeden sich im Umlauf befindlichen Bitcoins aufgezeichnet wird, kann durch die Blockchain-Technologie nachvollzogen werden, wer was zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzt. Dieses „Distributed Ledger“ verteilt sich auf Tausende von Computern auf der ganzen Welt und ist öffentlich zugänglich.4

Wie oben erwähnt, sind Bitcoins von allen auf Blockchain-Technologie basierenden Systemen nach wie vor das bekannteste. Bitcoins haben derzeit eine „Marktkapitalisierung“ von insgesamt USD 10 Milliarden und ein Tagesvolumen von rund 250.000 Einzeltransaktionen. Der höchste innerhalb eines Tages verzeichnete Transaktionswert lag bei ca. USD 35 Millionen (siehe Abb. 1).5

Die Entwicklung von Blockchain-Technologien nimmt über Branchengrenzen hinweg zu

Der Fokus auf digitale Währungen wie Bitcoin hat zu dem weit verbreiteten Irrtum geführt, dass die Blockchain- Technologie ausschließlich für den Finanzsektor relevant wäre. Ihre Bedeutung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Bitcoins, da sich mit ihr jeglicher Datenaustausch schützen und validieren lässt. Unserer Meinung nach spricht immer mehr dafür, dass eine solche Technologie den globalen Handel maßgeblich verändern kann, indem sie neue Geschäftsmodelle schafft. Horizontale Anwendungen sind ebenfalls auf dem Vormarsch, darunter Smart Contracts zur Senkung von administrativen Kosten oder auf Blockchains basierende Cybersecurity-Tools, mit denen man Datenmanipulationen blitzschnell aufdecken und die Integrität von IT-Systemen überprüfen kann. Ähnlich wie dem Internet, das den Austausch von Informationen demokratisiert hat, könnten Blockchain-Technologien dazu beitragen, den Austausch von Vermögenswerten zu demokratisieren. Die nachfolgende Liste gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Konzepte, Prototypen und Investitionen im Bereich der Blockchain-Technologien:

  • 30 der weltweit größten Banken haben sich zu einem globalen Konsortium zusammengeschlossen, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die Blockchain-Technologie in Finanzmärkten eingesetzt werden kann. Es ist das erste Mal, dass Banken in diesem Technologiebereich zusammenarbeiten.6
  • Börsen erarbeiten bereits Möglichkeiten zur Anwendung von Blockchains: Die US-Börse NASDAQ erprobt einen auf Blockchains basierenden privaten Marktplatz7, die südkoreanische Wertschriftenbörse plant die Schaffung einer Blockchain-gestützten Infrastruktur zur Stärkung ihres außerbörslichen Trading-Marktes8 und der australische Marktbetreiber ASX Ltd. schickt sich an, als erste Börse weltweit die Distributed- Ledger-Technologie für börsenkotierte Unternehmen zu nutzen.9
  • Microsoft und IBM starten unter dem Schlagwort „Blockchain-as-a-Service“ (BaaS) jeweils einen cloudbasierten Blockchain-Marktplatz. Dies geschieht mit dem Ziel, ihren Unternehmenskunden Zugang zu einer cloudbasierten Blockchain-Entwicklungsumgebung zu ermöglichen und den erheblichen Aufwand zu reduzieren, der für Unternehmen mit dem Einrichten von Blockchains verbunden ist.10

Schwachstelle IT-Sicherheit

Gemäß Financial Times hat sich die Blockchain-Technologie, was das Verhindern von „Double-Spending“ oder die Generierung neuer Coins betrifft (Bitcoin-Mining), im Allgemeinen als äußerst robust gezeigt. Dies trifft jedoch nicht auf den gesamten Bitcoin-Markt zu, da Hacking an der Tagesordnung steht. So kam es bereits zu mehreren spektakulären Hacker-Angriffen, wie die nachfolgende Tabelle 1 zeigt:

Das wahre Ausmaß des Hacking-Problems ist schwer abzuschätzen. Mitglieder der Bitcoin-Community vermuten, dass es seit der Einführung der Währung im Jahr 2009 bis zu 60 schwerwiegende Hacking-Vorfälle gegeben hat. Zudem verschweigen viele Bitcoin-Börsen Hacking-Vorfälle aus Angst, Kunden zu verlieren. Sie geben erst dann Auskunft, wenn ein Angriff zu offensichtlich ist, um ihn vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Aus dem gleichen Grund verweigern sich Bitcoin-Börsen auch öffentlichen Audits und halten Informationen über die Höhe und den Umfang ihrer Bitcoin-Reserven unter Verschluss. Daher können sich Nutzer nie sicher sein, ob Verluste auf einen externen Hack oder auf unzureichendes Risikomanagement zurückzuführen sind.11

Fazit

Unserer Ansicht nach befindet sich die Blockchain-Technologie noch in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung. Jedoch besitzt sie laut Experten das Potenzial, unsere Wirtschaft maßgeblich zu verändern. Bis zu einer breiten Kommerzialisierung wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Wir rechnen mit ersten technischen Prototypen innerhalb der nächsten zwei Jahre, begrenzter Marktdurchdringung in 2–5 Jahren und einer breiteren Akzeptanz in 5–10 Jahren. Allerdings sind zunächst einige regulatorische Fragen zu klären (z. B. im Hinblick auf Geldwäschevorschriften, „Know your Clients“ usw.).

Für langfristig orientierte Anleger in Robotik sowie Sicherheit und Schutz stellt dieser Bereich unserer Ansicht nach einen attraktiven Wachstumsbereich dar. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie nicht ohne angemessene IT-Sicherheitsfunktionen umsetzbar ist, da ansonsten das Vertrauen in dieses Konzept schwinden würde. Aus diesem Grund investieren wir in führende Unternehmen mit einem besonderen Fokus auf Datenschutz, Datenanalysen/Automatisierung sowie Zahlungsautomatisierung und IT-Sicherheit.


1) Quelle: Neue Zürcher Zeitung (2015): Blockchain – das überschätzte Wesen, in: Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2015, URL: http://www.nzz.ch/finanzen/blockchain--das-ueberschaetzte-wesen-1.18628334, 7.8.2016.
2) Quelle: Bank of England (2015): Blockchain has the potential to change society, URL: http://blockchain.bankofenglandearlycareers.co.uk/, 7.8.2016.
3) Quelle: Harwood, Trevor et al. (2014): Blockchains and the Internet of Things, URL: http://postscapes.com/blockchains-and-the- internet-of-things/#sidechains, 7.8.2016.
4) Quelle: The Economist (2015): Blockchains: The great chain of being sure about things, in: The Economist, 31.10.2015, URL: http://www.economist.com/news/briefing/21677228-technology-behind-bitcoin-lets-people-who-do-not-know-or-trust-each-other-build- dependable, 7.8.2016.
5) Eine detaillierte Erläuterung der Funktionsweise der Blockchain-Technologie und Bitcoins sowie u. a. Einzelheiten zum Mining von Bitcoins können Sie der folgenden Publikation der Credit Suisse entnehmen: Blockchain – The Trust Disruptor, 3.8.2016.
6) Quelle: Reuters (2015): R3 blockchain group adds 5 banks, brings in technology heavyweights, in: Reuters, 19.11.2015, URL: http://www.reuters.com/article/global-banks-blockchain-idUSL8N13E36B20151119, 13.8.2016.
7) Quelle: Forbes (2015): Nasdaq selects Bitcoin startup chain to run pilot in private market arm, in: Forbes, 24.6.2015, URL: http://www.forbes.com/sites/laurashin/2015/06/24/nasdaq-selects-bitcoin-startup-chain-to-run-pilot-in-private-market- arm/#f8ef76e52d76, 13.8.2016.
8) Quelle: The Korea Times (2016): KRX seeks share trading through blockchain, in: The Korea Times, 29.2.2016, URL: http://www.koreatimes.co.kr/www/news/biz/2016/02/488_199315.html, 14.8.2016.
9) Quelle: Financial Times (2016): Australia is in the vanguard of blockchain’s march to market,in: The Financial Times, 17.2.2016, URL: http://www.ft.com/cms/s/0/b83a0a74-ca8c-11e5-be0b-b7ece4e953a0.html#axzz4HF5lbkEK, 13.8.2016.
10) Quelle: PC Mag (2016): Microsoft and IBM Set Sights on the Next Cloud Frontier: Blockchain-as-a-Service, in: PC Mag, 21.7.2016, URL: http://uk.pcmag.com/microsoft-office-365-home-premium/83154/feature/microsoft-and-ibm-set-sights-on-the-next-cloud-frontier- bloc, 17.8.2016.
11) Quelle: Financial Times (2016): Bitcoin Bitfinex exchange hacked: The unanswered questions, in: The Financial Times, 4.8.2016, URL: http://www.ft.com/cms/s/0/1ea8baf8-5a11-11e6-8d05-4eaa66292c32.html#axzz4HJ0sXDFf, 14.8.2016.

BIG DATA in der Immobilienwirtschaft: Wer hat die größte (und beste) Datenbank?

Zumindest in einer Hinsicht hat BIG DATA schon seit einigen Jahren in der Immobilienwirtschaft Einzug gehalten: Über die Preis- und Mietenentwicklung sind seit mehr als 10 Jahren große Datenmengen verfügbar, die systematisch ausgewertet werden und grundsätzlich beanspruchen, Transparenz zu schaffen über Chancen und Risiken der Vermögensanlage und der Wertentwicklung. Aber welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass tatsächlich eine verlässliche Marktbeobachtung und damit eine Reduzierung des Researchaufwandes erreicht werden? 

Drittverwendung von Daten des Angebotsprozesses

Bei den Objekt- und Marktdatenbanken handelt es sich um die „Drittverwendung“ von Daten, welche bei der Transaktion von Immobilien und den damit in Zusammenhang stehenden Marktprozessen als „Prozessdaten“ anfallen. Ausgewertet werden die Daten für alle öffentlich angebotenen Immobilienobjekte, insbesondere deren Eigenschaften und Preise, der Dauer des Angebots sowie der Preisentwicklung von der Ersteinstellung in den Vermittlungsportalen und Presseveröffentlichungen bis zur Löschung des Angebots. Beim Aufbau, der Pflege und bei der Bereitstellung von Daten müssen die Besonderheiten der Datenquellen und mögliche Fehler beachtet werden. Die Anzahl öffentlicher Angebote verändert sich je nach Marktlage und den gesetzlichen Rahmenbedingungen, Dubletten verzerren die Auswertung, die regionale Zuordnung ist vielfach aus Gründen der Angebotsplatzierung unrichtig, fehlende Angaben zu besonderen Objektmerkmalen beeinträchtigen die Vergleichbarkeit.  Eine sorgfältige Aufbereitung und Kontrolle ist erforderlich, um bundesweit verläßliche Informationen zu gewinnen. 

Wer hat die größte Datenbank?

Kriterium der Wahl von Datenanbietern ist zunächst die Größe der Datenbank, gemessen am Umfang der verwalteten Daten. Als BIG DATA werden diese Datenbanksysteme deshalb bezeichnet, weil große und komplexe Datenmengen über die angebotenen Objekte und über die Marktentwicklung mittels fortschrittlicher digitaler Technologien viel rascher als früher und damit aktueller für die Marktanalyse und die Immobilienbewertung analysiert, ausgewertet und verfügbar gemacht werden. Mehrere Anbieter rechnen sich zu, die größte flächendeckende Datenbank über alle regionalen Teilmärkte bereitzustellen. In der Tat zeigen Vergleiche, dass unter sonst gleichen Bedingungen größere Datenbestände über die Immobilienmärkte auch eine bessere kleinräumige Abdeckung sicherstellen können. Für alle Nutzer, die auf flächendeckende Daten für Deutschland oder für einzelne Bundesländer angewiesen sind, ist deshalb der Umfang der Datenbestände ein „Asset“.

Regionale Repräsentativität des F+B Marktmonitors

F+B hat seit mehr als 10 Jahren mit dem F+B Marktmonitor eine Datenbank aufgebaut, welche den Großteil der ausgewerteten öffentlich angebotenen Objekte (Wohn- und Gewerbeimmobilien) enthält. Derzeit sind rd. 30 Mio. Objekte in der F+B-Datenbank aus mehr als 120 Quellen enthalten. Nach unserem Eindruck zählt diese laufend aktualisierte Datengrundlage zu den größten am Markt flächendeckend für Deutschland verfügbaren Datenbeständen. Damit kann F+B die Immobilienmarktentwicklung auch in kleinen Gemeinden des ländlichen Raums verlässlich abbilden.

Qualität der Daten wichtig

Aber Größe und absoluter Datenumfang sind natürlich nicht alles. Die Datenqualität muss gesichert sein. Schließlich handelt es sich um Prozessdaten, die unter ganz bestimmten Rahmenbedingungen erzeugt werden und die für die Marktanalyse spezifisch aufbereitet werden müssen. Deshalb kontrollieren wir die Daten systematisch auf Fehleingaben (z. B. falsche regionale Zuordnungen), bereinigen die Datenbank von Dubletten, d. h. von die Auswertung verzerrenden Mehrfachangeboten. Damit sichern wir eine verläßliche Datenqualität. Zudem stellen wir sowohl die Zeitdauer der Marktplatzierung als auch möglich Preisänderungen im Angebotsprozeß dar. Auf der Grundlage von Daten über Kaufpreise berechnen wir zudem einen Transaktionsabschlag zu Gewinnung von marktgerechten Preisindikationen. Für die Beschreibung von kleinräumigen Markttrends nutzen wir differenzierte Analyseformen der Predictive Analytics (hedonische Regressionsverfahren, Clusteranalysen). Die Auswertung mit den Instrumenten der beschreibenden Statistik erfolgt für ein differenziertes Teilmarktschema für alle PLZ in Deutschland. 

Jeweils aktueller Gebietsstand

Wichtigster Vorteil der Daten des F+B Marktmonitor ist noch etwas anderes: In Deutschland hat es in den letzten 15 Jahren eine Vielzahl von Änderungen der Gebietsstruktur durch Eingemeindungen und Kreisreformen gegeben. Historische Marktdaten sind in solchen Fällen mit den aktuellen Daten nicht mehr vergleichbar. Wir von F+B halten dagegen: Mit jeder Datenaktualisierung wird auch der Gebietsstand rückwirkend für den gesamten Datenbestand aktualisiert, so dass verläßliche Trendanalysen gesichert möglich bleiben.

Prüfpunkte für Objekt- und Marktdatenbanken

Prüfen Sie uns und andere Anbieter anhand Ihrer Anforderungen und berücksichtigen bei Ihrer Gegenüberstellung diese wichtigen Kriterien:

  • Welche Aggregationsebene benötigen Sie (Vergleichsobjekte oder aggregierte Marktdaten)?
  • Aus welchen Quellen stammen die Objektdaten?
  • Wie hoch ist der Anteil der Objekte mit vollständiger postalischer Anschrift?
  • Werden Angaben aus Exposés auf Objektebene abgebildet und ausgewertet?
  • Für welche Zeiträume sind Daten verfügbar?
  • Eignen sich die Aufbereitungen für Zeitvergleiche?
  • Welche Objektarten werden in welcher sachlichen Differenzierung abgebildet?
  • Wie differenziert werden die regionalen Teilmärkte abgebildet (Strasse, Strassenabschnitt, PLZ, Stadtteil, Gemeinde)?
  • In welcher Weise erfolgt eine Dublettenbereinigung?
  • Welche Angaben sind zu den Objekteigenschaften verfügbar?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf http://www.f-und-b.de.

Ansprechpartner
Dr. Bernd Leutner
bleutner@f-und-b.de
(040) 28 08 10 - 0

 

Über F+B
Die F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH wurde 1992 als unabhängiges Forschungsinstitut gegründet. Die Mitarbeiter verfügen über umfangreiche, langjährige Erfahrungen aus Studien und Gutachten im Bereich der staatlichen Verwaltung, der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, dem Bereich der Finanzdienstlleistungen und ihrer Verbände sowie aus Beratungsaufgaben für Ver- und Entsorgungsunternehmen. Im Auftrag von Banken und Investoren analysiert F+B im Rahmen von Standort- und Regionalstudien die Marktentwicklung in regionalen Teilmärkten, ermittelt die Marktchancen von Projekten, stellt eine marktbezogene Immobilienbewertung sicher und berät bei Portfolioanalysen.

„Autotexting ermöglicht mehr als die Kommunikation zwischen Menschen und Maschinen!“

Anders als Menschen können Computer innerhalb weniger Sekunden enorme Datenmengen auswerten und die wichtigsten Aussagen als Text darstellen. Johannes Bubenzer, Geschäftsführer von 2txt, spricht im Interview mit altii über die Anwendungsfelder von automatischer Textgenerierung im Asset Management. Einen Workshop von Herrn Bubenzer zum Thema "Automatic Content Generation" finden Sie in der altii academy.

altii: Herr Bubenzer, Sie sind Geschäftsführer von 2txt, einem Berliner Start-Up, das sich auf das Feld Textgenerierung spezialisiert hat. Was können wir uns darunter vorstellen?

Johannes Bubenzer: Textgenerierung ist ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz und bezeichnet Software, die in der Lage ist, aus Daten vollautomatisch Texte zu erzeugen. Die dabei entstehenden Texte sind so hochwertig, als hätte sie ein Mensch geschrieben. Nur dass ein Mensch nicht innerhalb von Sekundenbruchteilen gigantische Datenmengen durchsucht, die wichtigsten Themen und Kernaussagen herausfindet und diese in Textform bringt - die Textgenerierungssoftware aber schon. Textgenerierung wird in immer mehr Branchen wie zum Beispiel im E-Commerce, im News- und im Finanzbereich erfolgreich eingesetzt.

altii: Wie könnte eine Anwendung zum Beispiel für den Fondsbereich aussehen?

Bubenzer: Zu den Aufgaben eines Fondsmanagers gehört es monatliche, quartärliche oder auch jährliche Reportings zu erstellen. In diesen Reportings wird die Performance der einzelnen Fondsbestandteile analysiert und in Beziehung zu Referenzwerten gesetzt. Die Arbeit solche Reportings zu erstellen, kann heutzutage leicht von einer Textgenerierungsanwendung übernommen werden. Dadurch gewinnt der Fondsmanager viel Zeit, die er dann stattdessen etwa in die optimale Zusammenstellung seiner Fonds investieren kann.

altii: Haben Sie einen solchen Report-Generator im Einsatz?

Bubenzer: Tatsächlich arbeiten wir aktuell an einer leistungsstarken Lösung für den Finanzbereich. Wir haben ein großes EU-Forschungsprojekt für Innovationstechnologie gewonnen, mit dem wir die nötige Grundlagenarbeit leisten und konkrete Anwendungen entwickeln können. In diesem Projekt geht es unter anderem darum, unsere Software für den Bereich Fonds und Aktien fit zu machen. Aktuell sprechen wir mit verschiedenen Unternehmen aus der Finanzbranche, um ihre konkreten Bedürfnisse und Ideen als Projektpartner in unserem Forschungsprojekt zu berücksichtigen.

altii: Suchen Sie noch weitere Projektpartner?

Bubenzer: Wir freuen uns über jedes Unternehmen, welches das disruptive Potential der Textgenerierung erkennt und mit uns kooperieren möchte. Es gibt gerade in der Finanzbranche noch viele Bereiche, in denen Textgenerierung einen großen Mehrwert stiften kann. Wir sind auch weiterhin immer an gut vernetzten Partnern mit hoher Expertise im Finanzbereich interessiert.

altii: Gibt es Themen, die für eine Partnerschaft besonders interessant sind?

Bubenzer: Inhaltlich sind für uns besonders Bereiche spannend, in denen es um den Vergleich und die Interpretation der Entwicklung von Indizes, Fonds, Währungen oder anderen Werten geht. Interessant sind dabei natürlich besonders Ideen, die mit konkreten Geschäftsmodellen verknüpft sind und ganz konkrete Probleme in der Finanzbranche lösen.

altii: In letzter Zeit hört und liest man immer öfter über Textgenerierung. Wie kommt das gesteigerte Interesse zustande?

Bubenzer: Das Thema wird tatsächlich immer stärker wahrgenommen, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Investorenszene und in den Unternehmen, die ja am Ende von unseren Lösungen profitieren. Begünstigt wird die Entwicklung durch stetig wachsende Datenmengen, die von Menschen per Hand gar nicht mehr interpretiert und analysiert werden können. Ein weiterer Faktor ist die stetig steigende Rechenpower und das Cloud-Computing, welches komplexe Analysen von Daten und Textgenerierung in ansprechender Zeit erst möglich machen. Nicht zu Letzt ist die Textgenerierung auch als ein Teil eines branchenübergreifenden Trends zur Automatisierung wissensbasierter Arbeit zu sehen.

altii: Es gibt unterschiedliche Anbieter und Ansätze bei der Textgenerierung, was sind die Unterschiede?

Bubenzer: Es gibt Unterschiede auf mehreren Ebenen: Zum einen ist da die Frage, wie viel Sprachverständnis die Software tatsächlich mitbringt? Es gibt Ansätze, wo die Maschine tatsächlich so schlau ist, dass sie Sprache in all ihren Facetten selbstständig bilden kann. In einem anderen Ansatz setzt der Generator seine Texte aus Textschnipseln zusammen, die vorher von Redakteuren eingetippt worden sind. Zum anderen gibt es erhebliche Unterschiede dabei, wie tief greifend ein Themengebiet von der Maschine verstanden wird. Auch hier reichen die Ansätze von eher einfachen Ad-hoc-Lösungen bis hin zu einem Detailgrad, der dem Wissensstand eines echten Experten nahekommt.

altii: Und welchen Ansatz verfolgen Sie bei 2txt?

Bubenzer: Wir setzen voll auf „Tiefe Textgenerierung“. Dabei werden sprachliche aber auch inhaltliche Aspekte eines Themas sehr tief gehend bearbeitet. Unsere Texte sind dadurch sprachlich sehr vielfältig und unser Generator ist innerhalb von Themenfeldern sehr flexibel einsetzbar. Er zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass er auf unvorhergesehene, neue und unbekannte Ereignisse reagieren kann und diese korrekt vertextet.

altii: Welche Sprachen unterstützt Ihre Software zurzeit?

Bubenzer: Im Moment kann unsere Software Texte auf Deutsch generieren, Englisch unterstützen wir ebenfalls bald. Der genaue Zeitplan für weitere Sprachen ist noch nicht festgelegt.

altii: Heutzutage wird viel über die Künstliche Intelligenz geredet. Welchen Status hat Textgenerierung innerhalb der Künstlichen Intelligenz?

Bubenzer: Textgenerierung ist ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz. Viele Experten gehen heute ja davon aus, dass wir uns durch die Fortschritte der Künstlichen Intelligenz am Beginn einer neuen industriellen Revolution befinden. Diese Revolution wird die Welt, in der wir leben, vollkommen verändern. Die Fähigkeit von Maschinen, Geräten und digitalen Diensten zu sprechen, um mit Menschen zu kommunizieren, wird ein wichtiger Teil davon sein. Textgenerierung ermöglicht das und ist deswegen eine Schlüsseltechnologie bei der Entwicklung wirklich smarter und intelligenter Systeme.

altii: Danke für das Gespräch.

Kontakt:
Johannes Bubenzer, +49 30 558 765 26, bubenzer@2txt.de, http://2txt.de/

“e-Health als soziale Investionschance.“

SPOTNiQ entwickelt digitale Produkte und Services. Die Firma wurde als Start-up 2015 in Frankfurt am Main gegründet und konzentriert sich auf die Zusammenarbeit mit Krankenhäuser und anderen medizinischen Einrichtungen und Dienstleistungserbringern. Der Gründer Peter Pawelski verfügt über 15 Jahre Erfahrung im komplexen Lösungsgeschäft in der IT und Telekommunikationsindustrie und hat sieben Jahre bei einer gesetzlichen Krankenkassse gearbeitet. Seine Schwerpunkte liegen in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie der Verknüpfung und Etablierung interdisziplinärer Netzwerke.

altii: Peter, wie ist der Name SPOTNiQ entstanden?

Peter Pawelski: Wie so vieles im Leben – Zufall. Fast jeder kennt „Sputnik“, den ersten Satelliten, der die Erdumlaufbahn erreichte. Der Name bedeutet im russischen „Weggefährte“. Daraus wurde bei mir der Kunstbegriff „SPOTNiQ“ und steht für den englischen Begriff „SPOT“ - Fokussieren, „N“ wie Netzwerk und iQ als Synonym für Intelligenz. –  zusammengefasst also in etwa „Fokussierung auf intelligente Netzwerke“.

altii: Da ist ja schon eine Prise Witz enthalten. Funktioniert denn Humor und Digitalisierung?

Pawelski: Unbedingt! Als 2014 der Begriff der Digitalisierung in der breiten Bevölkerung bekannt wurde, lancierte die Industrie negativ besetzte Begriffe wie „Digitale Disruption“ und verunsicherten damit die Menschen.

Dabei liegen in der Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung und des Austausches untereinander. Und das macht sehr viel Spaß.

altii: Dein Unternehmen hat die Vernetzung zur Zielsetzung und zwar Menschen mit Menschen und zusätzlich mit Dingen. Was bedeutet das denn?

Pawelski: Nun, nach meiner Definition der Digitalisierung der Wirtschaft steht der Mensch im Mittelpunkt und die Technik hat die – zugegeben – wichtige Funktion, die Menschen untereinander aber auch mit Maschinen zu verbinden.

Um ein Beispiel zu nennen, ist das die direkte Verknüpfung eines Diabetespatienten mit seinem Arzt über ein intelligentes Blutzuckersystem.

altii: Sicherlich eine große Hilfe für Patient und Arzt. Kann ich das heute schon bei SPOTNiQ bekommen und wie funktioniert es?

Pawelski: Noch nicht heute, aber in naher Zukunft. Momentan schauen wir uns modernste medizinische Systeme an, mit denen der Blutzuckergehalt durch neue Methoden gemessen und punktgenau Insulin injiziert werden kann. Und da gibt es richtig interessante und smarte Produkte.

Bei der Auswahl achten wir insbesondere darauf, dass die Systeme „Internet der Dinge“ fähig sind oder durch uns dazu gemacht werden können.

Parallel dazu analysieren wir, wie die Interessen des Patienten und des behandelnden Arztes sind, übertragen diese in eine Prozessbeschreibung, programmieren eine einfache Software, verknüpfen das Ganze und fertig ist das digitale Produkt.

altii: Und warum sollten das die Patienten und Ärzte nutzen?

Pawelski: Die Patienten wollen durch ihre Krankheit so wenige Einschränkungen im Alltag wie nötig erfahren. Dem gegenüber möchte der Arzt so effektiv wie möglich arbeiten. Und am besten soll der Alltag für Beide so bleiben wie er ist, nur mit weniger Aufgaben.

Unser Ziel ist es, genau diese Anforderungen durch den Einsatz der digitalen SPOTNiQ Produkte zu erfüllen.

altii: Jetzt sind ja Gesundheitsapps und Freizeittracker als Datenkraken in aller Munde. Wie sieht es denn bei SPOTNiQ mit Datenschutz und Datensicherheit aus?

Pawelski: Ein sehr wichtiges Thema. Basis unserer Produktentwicklung bildet der Datenschutz im Zusammenspiel mit Anforderungen der „Cyber Security“ und einer permanenten Zertifizierung der Services. Es reicht  nicht mehr aus, sich einen Status Quo zertifizieren zu lassen, sondern es sollte ein laufender Prozess der Weiterentwicklung der Sicherheitsfunktionen sein, um gegen Angriffe von Außen gewappnet zu sein.

altii: Gibt es denn 100% Sicherheit?

Pawelski: Wie bei vielen anderen Prozessen auch gibt es keine Sicherheit zu 100%. Es ist ein ständiges Abwägen der Vorteile und der Risiken. Wir glauben, dass durch die hochsichere und hochverfügbare Bereitstellung von digitalen Gesundheitsservices, die Gesundheit eines jeden Einzelnen verbessert werden kann.

altii: Der Begriff „Digitalisierung“ verunsichert viele Menschen. Ist es ein Segen oder ein Fluch für die Menschheit?

Pawelski: Meine persönliche Meinung dazu ist klar: Die Digitalisierung ist eine enorme Chance die Welt für jeden Einzelnen besser zu machen. Allerdings benötigen wir den Mut dazu die vielfältigen Möglichkeiten anzunehmen und verantwortungsvoll das Beste daraus zu gestalten.

altii: Was meinst du mit verantwortungsvoll das Beste gestalten?

Pawelski: Der Gesetzgeber hat mit dem Patientensicherheitsgesetz im Zusammenspiel mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung, die 2018 in Kraft tritt, sinnvolle Regeln geschaffen, die Patientenrechte stärken und die Basis bilden, in einem rechtssicheren Raum, ganz neue digitale Produkte und Services zu schaffen.

altii: Was treibt dich an, SPOTNiQ weiterzuentwickeln?

Pawelski: Unser Ziel ist das erste große e-Health Start-up im B2B Markt - Made in Germany – zu werden. Wir arbeiten in sehr sensiblen Bereichen. Es geht um Patientensicherheit und Datenschutz aber auch um die Steigerung der Effektivität. Und dafür wollen wir mit SPOTNiQ unseren Beitrag leisten und suchen Venture Capital.

altii: Dann bleiben wir gespannt, was wir als nächstes von SPOTNiQ hören. Alles Gute!

Pawelski: Danke.

Kontaktinformationen:
Peter Pawelski
pp@spotniq.de
+49 170 384 89 29
www.spotniq.de

“Unser Ziel ist es, Frankfurter Startups investitionsfähig zu machen!“

Maria Pennanen, Mitbegründerin des Accelerator Frankfurt, spricht im Interview mit altii über den Nutzen von Accelerators für Startups, Investoren und etablierte Unternehmen, die Zukunft Frankfurts als FinTech Hub und den Ansatz des Accelerator Frankfurt.

altii: Hallo Maria, bitte beschreibe uns doch wie Du zu dem Projekt Accelerator Frankfurt gekommen bist und was es damit auf sich hat.

Maria Pennanen: Ich habe seit Jahren mit einzelnen Startups gearbeitet und mich immer wieder gefragt, wie man dies effektiv gestalten könnte. Gleichzeitig hat Ram Shoham, Mitgründer von Accelerator Frankfurt, eine Studie über Startup Hubs erstellt und herausgefunden, was für ein erfolgreiches Ökosystem notwendig ist. Frankfurt hat alles, was dazu benötigt wird, außer den Acceleratoren. Daher haben wir uns entschieden, den ersten Accelerator in Frankfurt zu gründen. Accelerator Frankfurt ist ein internationales, viermonatiges Programm, welches Betreuung, Coaching, Büroräume und professionelle Services für Startups im Wert von über 40.000€ je Startup anbietet. Wir akzeptieren Internetunternehmer, die sich bereits jenseits der Ideenphase befinden und über das Potential verfügen, einen internationalen Maßstab zu erreichen. Das Programm konzentriert sich auf Startups aus den Bereichen FinTech, RegTech, InsureTech, Cybersecurity und WebTech. Unser Ziel ist, die teilnehmenden Startups investitionsfähig zu machen.

altii: Wie helft ihr den Startups denn ganz konkret?

Maria: Wir geben den Startups konkrete Hands-on Hilfe, damit diese fokussiert arbeiten können und mit Themen wie Legal, digitales Marketing, UX (user experience), Partnerfindung u.a. keine Zeit verlieren. Die Startups sollen die Chance bekommen sich in dem vier Monate langem Accelerator Programm voll auf ihr Produkt konzentrieren zu können. Zusätzlich bieten wir auch B2B Verkaufsunterstützung und PoC (proof-of-concept) an. Das Programm beschleunigt zwei Jahre Arbeit auf bis zu vier Monate. Das ist aber nur möglich, wenn die Startups hart arbeiten, wobei wir sie bei jedem Schritt unterstützen. Unser Erfolg ist abhängig von dem in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu erfolgendem Exit.

altii: Was ist Euer Business Modell?

Maria: Wir beteiligen uns mit 5 bis 8% an den Startups und arbeiten eng mit Unternehmen und relevante Akteuren zusammen, die das Programm finanzieren. Die Firmen sind interessiert daran, Accelerator Frankfurt zu fördern, weil wir ihnen einen Zugang zu ausgewählten Startups bieten. Wir bieten die Möglichkeit, Innovation mit begrenztem Risiko zu testen. Nicht zu vergessen sind die potentiellen neuen Kunden oder Kooperationspartners nach der Beschleunigungsphase.

altii: Wie kommen die Startups zu Euch. Gibt es einen Bewerbungsprozess?

Maria: Die Startups erreichen uns durch Empfehlungen von Investoren, unsere Mentoren und Geschäftspartnern aber natürlich auch durch unsere Bewerbungsprozesse. Wir haben in den letzten Wochen mehrere Male Vorstellungsgespräche in Helsinki (FiBAN pitching events und Arctic15), in Israel und natürlich auch hier in Frankfurt geführt.

altii: Was sind Eure Erwartungen an den Standort Frankfurt?

Maria: Wir glauben Frankfurt hat ein enorme Zukunftspotential. Es kann der Fintech Hub von Europa werden. Das Notwendige ist vorhanden: Finanzierung, Marktreichweite, Talent, Regierungsunterstützung und mit der Zeit auch eine gute Mischung aus Acceleratoren. Die kommende Frankfurter Fintech-Zentrum Initiative vom Hessischen Ministerium unterstützt durch Frankfurt Main Finance ist ein wichtiger Ansatzpunkt in diesen Prozessen. Auch der Accelerator Frankfurt wird seinen Firmensitz in dem neuen Fintech-Zentrum an der Messe beziehen. Die ersten Wochen werden sicherlich spannend verlaufen, denn unser Programm fängt am 19. September an. Nach den letzten Informationen öffnet das Fintech-Zentrum erst am 1. Oktober. Wir machen uns aber keinen Stress, denn wir haben schon mehrere Angebote von Banken und Fintechs für temporäre Büroräume.

altii: Für welche Investorengruppe ist Euer Ansatz interessant?

Maria: Vorrangig  für Risikokapitalgeber wie VCs und Business Angels. Wir wollen besonderes den privaten Business Angels in der Rhein-Main Umgebung eine Möglichkeit geben, sich mit Startups auf einer regulären Basis zu beschäftigen. Auf Dauer ist unser Plan, wie die meisten Acceleratoren in Israel und Finnland, einen Fonds zu lancieren. Der Fonds soll in die Startups investieren, und somit auch für institutionelle Investoren interessant werden.

altii: Wann geht es los?

Maria: Unser Bewerbungsprozess ist jetzt offen. Wir nehmen Bewerbungen bis Ende Juli an, aber die Interviews mit potentiellen Startup-Kandidaten haben schon angefangen. Mit Beginn des Programms am 19. September geht es dann richtig los! Alle ausgewählten Startups und unsere internationalen Mentoren werden dann nach Frankfurt kommen. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf den Start. Frankfurt hat alles, was man braucht um einen Fintech Hub aufzubauen. Jetzt ist es Zeit das gemeinsam dem Rest der Welt zu zeigen.

Über Maria Pennanen:
Maria Pennanen ist Investorin und erfahrene Managerin mit fundierten Erfahrungen im B2B-Vertrieb und Marketing innerhalb von Europa und Asien. Maria Pennanens Leidenschaft ist es Startups und KMUs mit ihren Erfahrungen zu unterstützen, die Geschäftsstrategien umzusetzen und international zu etablieren. Zudem engagiert sie sich in zahlreichen deutschen und finnischen Startups; Savedo, Clark, SolarisBank and Newolo sind einige Beispiele davon. Mit über 18 Jahren Erfahrung in dem Bereich Entrepreneurship, hat Maria Pennanen über hundert Startups begleitet und beraten. 

Über Accelerator Frankfurt:
Accelerator Frankfurt wurde im Herbst 2015 von Ram Shoham gegründet, der eine klare Marktlücke für ein unabhängiges Acceleratorprogramm für das Bankingkapital Europas erkannt hat. Basierend auf seiner Forschung wusste er, was erforderlich sein würde, um ein erfolgreiches Startup-Ökosystem zu erschaffen. Seine Erfahrung aus dem Startup-Land Israel und seine lange Unternehmenserfahrung aus Amsterdam, Hong Kong und Shanghai gaben ihm die Gewissheit, dass Frankfurt über alle Voraussetzungen dafür verfügt zu einem bedeutenden Startup-Knotenpunkt zu werden. Mitbegründerin Maria Pennanen, ein Business Angel und eine Startup-Beraterin, trat 2016 dem Programm bei, um es durch ihr Netzwerk und ihre Erfahrung beim Investieren in und Beraten von MNCs, SMEs und Startups in Deutschland und Finnland zu unterstützen.

Kontaktinformationen:
http://acceleratorfrankfurt.com
Twitter @accelerator_ffm
E-Mail mariapennanen@me.com & ram@acceleratorfrankfurt.com
Phone: +49 162-6183448/ Maria Pennanen +49 162-6183992/ Ram Shoham

Externer Vertrieb als Zukunftsmodell auch für den deutschen Markt

Alexandra von Kalnein, Hyde Park Investment 

Third Party Marketers bieten exklusiven Zugang zu Risiko-optimierten Anlagestrategien von internationalen Asset Managern ohne deutsche Präsenz 

Third Party Marketers sind in angelsächsischen Ländern auch unter dem Namen Country Introducer oder Investment Marketing Services seit vielen Jahren bekannt. In Deutschland hat sich dieser Dienstleistungsbereich bis jetzt noch nicht überzeugend etablieren können und leidet vereinzelt unter dem zweifelhaften Ruf der Placement Agents. Das soll sich ändern, um der generellen Strukturveränderung der Asset Management Branche hin zu einem Aufbrechen der Wertschöpfungskette Rechnung zu tragen! Ursprünglich entwickelte sich diese Art des externen Vertriebs in der Private Equity und Hedgefondsbranche in den 90er Jahren. Den damals relativ kleinen Finanzunternehmen fehlten das Netzwerk und die Kontakte zu institutionellen Investoren, den "Limited Partners", für die Beteiligungen und geschlossene Fonds in Frage kamen. In diese Lücke sprangen unabhängige Berater, oft ehemalige Vertriebsexperten etablierter Fondsgesellschaften oder Investmentbanken. Damit war die Branche des Third Party Marketing geboren. Im Zuge der Finanzkrise suchten Investoren ab 2008 zunehmend nach diversifizierten Produkten abseits der etablierten großen Anbieter und dies nicht nur im Hedge Fonds sondern auch im Long-Only Bereich, so dass sich das Produktangebot und auch die Investoren Basis der Third Party Marketers ausweitete.

Ein Third Party Marketer ist im Hinblick auf das Geschäft hierzulande ein externer Experte, der für eine Reihe ausgewählter, in Deutschland überwiegend ausländischer Fondsgesellschaften die Vertriebs- und Kundenbetreuungsaktivitäten vor Ort übernimmt. Je nach Investoren Profil konzentriert sich der Third Party Marketer dabei auf institutionelle oder private Anleger. Hierzulande hat sich bis jetzt allerdings der institutionelle Vertrieb durch Third Party Marketers nur bedingt und der Retail (bzw. Wholesale) Vertrieb in Nischen-Assetklassen bzw. Produkten etabliert. Insgesamt gibt es rund ein Dutzend Kleinanbieter, die eine Reihe von Gesellschaften vertreten. Ihre öffentliche Präsenz ist gering und eine Vernetzung untereinander findet so gut wie nicht statt. Auf Seiten institutioneller Investoren, wie etwa Pensionskassen, Versicherungsunternehmen im Rahmen des Deckungsstock Vermögens, Depot A Manager von Banken und Sparkassen sowie Investment Consultants wird nur selten ein Third Party Marketer als ernsthafter Ansprechpartner wahrgenommen. Anders in den angelsächsischen Ländern: Mit über 100 Third Party Marketers in den USA und UK hat sich der Bereich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter professionalisiert. Dafür sorgen auch die internationalen Branchenorganisation The Third Party Marketers Association ("3PM") in den Vereinigten Staaten oder Euro-3PM in England, deren Mitglieder sich rigiden Vorschriften und Transparenzregeln verschreiben.

Dabei kann gerade ein Third Party Marketer bei Auswahlprozessen Zugang zu ausländischen Spezialanbietern und "Exoten" bieten, der über die bekannten Branchenteilnehmer und deren Produktangebot hinausgeht. Ein professioneller Third Party Marketer trifft das Portfolio Management des vertretenen Fonds oder Strategien regelmäßig und ist sehr gut mit den Investmentprozessen der von ihm vertriebenen Produkte vertraut. Ein Due-Diligence Prozess wird vor Aufnahme der relevanten Gesellschaft und Produkte durchgeführt. Dieser Prozess ähnelt dem von Investoren und Consultants insofern, dass er über das reine Performance-Reporting hinausgeht und noch eine qualitative Prüfung der Prozesse bei den in Frage kommenden Managern vor Ort durchführt. Hinzu kommt weiterhin eine “Machbarkeits-Analyse”. Hier enden allerdings auch schon die Überschneidungen, denn Third Party Marketers stellen weder ALM-Studien aus, noch gestalten sie einen Manager-Search oder erstellen die Asset-Allokation für ihre Investoren. Im Gegenteil: Consultants gehören zum Kundenstamm und sind bevorzugte Ansprechpartner, mit denen sich regelmäßig über Marktbewegungen und Trends ausgetauscht wird. 

Es lässt sich darüber streiten, ob ein externer Vertriebsexperte über ein umfangreicheres Wissen verfügt als ein angestellter Kollege. Die Unabhängigkeit sowie die vertriebsabhängige Vergütung sind allerdings aussagekräftige Merkmale, die für den Third Party Marketer sprechen. Third Party Marketers werden ausschließlich auf Basis ihres Erfolges (gemessen am akquirierten Fondsvolumen) von der Fondsgesellschaft vergütet. Die Gebühren für Investoren sind die gleichen wie bei Fondsgesellschaften mit hauseigenem Vertrieb.

Generell sind die Akzeptanz und das Ansehen gegenüber Vertriebskollegen in den USA und Großbritannien höher. In Großbritannien ist die Entwicklung ebenfalls weiter fortgeschritten und professionalisiert: Hier verfügt ein nicht geringer Teil der Mitarbeiter von Third Party Marketers über Qualifikationen wie etwa dem Chartered Financial Analyst (CFA) oder setzt sich aus ehemaligen Portfoliomanagern zusammen. Sie werden daher von Investoren als ausgewiesene Kundenberater mit sehr gutem Kenntnisstand wahrgenommen. In Deutschland wird ein Vertriebskollege oft noch geringschätzig als "nur Verkäufer ohne Fach- und Produktkenntnis" oder aber als Placement Agent mit reiner Vermittlungs- und keiner langfristigen Kundenbetreuungsfunktion betrachtet. An dieser Einstellung haben auch einige prominente Wechsel von ehemaligen Portfoliomanagern wie auch Consultants zum Vertrieb von Fondsgesellschaften noch nichts geändert. 

Das hat allerdings auch mit der Größe des und der Investoren Struktur des UK-Marktes zu tun. Hier werden wesentlich größere Volumina in allen Assetklassen (also auch beratungsintensivere Mandate wie Aktien, Hedgefonds oder strukturiere Produkte) angelegt und diese zum großen Teil durch lange etablierte Third Party Marketers akquiriert. Für viele Fondsgesellschaften mit unter zehn Mitarbeitern sowie weniger als fünf Milliarden Euro Assets under Management, lohnen sich die Kosten für den eigenen Vertrieb kaum. In Deutschland sieht die Praxis bisher anders aus – ein hauseigener Vertrieb wird ausdrücklich auch bei kleinen Fondsanbietern präferiert. Darüber hinaus nehmen einige deutsche Consultants nur Häuser mit physischer Präsenz in Auswahllisten für Investoren mit auf. Ob dies in Zeiten der Hyperdigitalisierung und 24-stündiger Vernetzung weiterhin notwendig ist, kann angezweifelt werden. Als Ansprechpartner für Investoren lohnt sich ein Third Party Marketer, wenn das zu veranlagende Investitionsvolumen generell bei über fünfhundert Millionen Euro liegt und eine gezielte Diversifikation aus dem Heimatmarkt – in dem Fall Europa – gesucht wird, die die Präsenz von Nischenanbietern rechtfertigt.

Der Investmenthorizont deutscher institutioneller Investoren ist nach wie vor nicht genügend auf langfristig ausgerichtete Verbindlichkeiten ausgerichtet: Die deutschen Bilanzvorgaben vermeiden weiterhin einen möglichen Kapitalverlust am Jahresende – anders als in den USA oder auch Großbritannien. Weiterhin stellt die Einführung der Solvency II Regeln besonders die Versicherungsindustrie vor besondere Herausforderungen. Im sechsten Jahr der anhaltenden Niedrigzinsphase besteht daher besonders bei deutschen Investoren die Notwendigkeit, höherrentierende Produkte als Satelliten in ihrer Assetallokation zu berücksichtigen, damit Verbindlichkeiten langfristig gedeckt werden können. Der Trend unter jüngeren deutschen Marktteilnehmern gerade im Bereich der Family Offices und Privatbanken aber auch bei einigen Pensionsfonds geht bereits in diese Richtung. Teilweise auch aus der Enttäuschung gegenüber großen etablierten Fondsgesellschaften heraus, denen es im Gegensatz zu Investment-Boutiquen mit ihren schlanken Strukturen und Kosten eindeutig schwerer fällt, höher rentierende Satellitenprodukte anzubieten.

Die umfangreiche Kenntnis des deutschen Fondsmarktes, seiner regulatorischen Gegebenheiten und Feinheiten, die KWG32-Zulassung sowie langjährige Erfahrung in der Betreuung institutioneller als auch Wholesale Portfolien sind für den Third Party Marketer als Ansprechpartner für deutsche Investoren und ausländische Fondsgesellschaften Voraussetzungen für den Erfolg. Eine paneuropäische Präsenz mit einer nachgewiesenen, lokalen Markterfahrung, sowie eine ausreichende Regulierung und damit auch qualitative Erfüllung der Voraussetzungen der jeweiligen Finanzdienstleistungs Aufsichtsbehörden ist für erfolgreiche Third Party Marketer heute zwingend notwendig: Nur mit einer seriösen Investoren-Betreuung in mehreren Ländern lassen sich die besten Spezialanbieter und Investment-Boutiquen auf übergreifende und langfristige Vertriebsverträge ein. Zumal auch durch die Bündelung der Aktivitäten in mehreren Ländern Kostensynergien gehoben werden können. 

Deutsche Investoren sollten daher in der Zukunft auch Third Party Marketers und ihren Nischenprodukten mehr Gehör schenken.

Über Hyde Park Investments:

Hyde Park Investment (HPI) wurde 2004 von Hako Graf von Finckenstein als Third Party Marketer in London gegründet, um institutionellen Investoren Zugang zu Strategien und Produkten ausgewählter erfolgreicher Fondsgesellschaften ohne eigenen europäischen Vertrieb zu gewähren. Seither hat sich das Unternehmen als einer der führenden Vertriebspartner alternativer sowie traditioneller Fonds für Investoren etabliert: HPI ist europaweit an vier Standorten mit Büros in Großbritannien, Deutschland, Malta und der Schweiz vertreten und hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als fünf Milliarden Euro Kapital für Fondsmanagement-Kunden akquiriert.

Über Alexandra von Kalnein:

Alexandra Gräfin von Kalnein (51), leitet als Geschäftsführerin das Deutschlandgeschäft des europäischen Third Party Marketers Hyde Park Investment seit Januar 2015 von Frankfurt aus. Sie ist Partner des ursprünglich 2004 in London gegründeten Unternehmens und verfügt über mehr als 22 Jahre Erfahrung im institutionellen Vertriebsgeschäft in Deutschland, Österreich und Frankreich unter anderem bei JP Morgan Investment Managers, Axa Investment Managers und M.M. Warburg. Sie war neben ihrer Präsenz in Deutschland auch in den USA und Frankreich tätig und ist viersprachig (Englisch, Französisch, Spanisch). In den USA war sie für den Third Party Marketer EMG Selector Capital Management als Director tätig und hat 2012 als Gründungsmitglied der Multi Boutique Marketers Luxemburg aufgebaut. Frau von Kalnein ist studierte Betriebswirtin und hält einen Executive MBA.

Kontakt:

Alexandra von Kalnein
Managing Director
HYDE PARK INVESTMENT
Freiherr vom Stein Str. 7
60323 Frankfurt
T: +49 69 3487 92424
ak@hydeparkinvestment.com

"Our Convertible Bonds mandate is benefitting from higher levels of volatility!"

In the current issue of the ifund manager interview Davide Basile explains how he leads the RWC Global Convertibles Fund. He talks about his risk-adjusted investment approach and how he constructs the portfolio.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Davide Basile: Our fund aims to achieve high risk-adjusted returns from a diversified portfolio of global convertible securities and combines four main sources of return: bottom-up equity security selection; top-down macro and thematic positioning; careful credit analysis; and the blending of the derivative features of convertibles. Our team aims to capture 60-70% of the upside in equity markets but only 20-30% of the downside. We offer our investors a balanced exposure to the best traits of the convertible bond asset class. The fund is long-only, invests globally and is not managed against an index although over the long term it aims to outperform the broad convertible bond indices. We aim for a ‘delta’ (sensitivity to the equity markets) of approximately 30-50% and place a strong emphasis on maximising the convexity of returns, enabling the strategy to outperform over a market cycle and offer superior risk-adjusted returns to its investors. Our main differentiators can be summarized as follows: The discipline of offering clients pure exposure to the Convertible asset class through a global unconstrained fund. We don’t invest in any synthetic structures, equities or straight debt and only employ derivatives to hedge out currency exposure which allows us to provide our investors with the purest exposure to the asset class. The team’s approach to the asset class and discipline regarding implementation and risk management. We have developed a bespoke and unique approach to risk management. Proprietary tools allow us to disaggregate risk from an equity, credit, interest rate and optionality perspective and allows us to provide our clients with a very high level of transparency of information on the fund’s exposures on a monthly basis.

ifund: How do you add value for your investors?

Basile: We follow an active approach to managing convertible bonds and have centered our approach to the asset class around our discipline in regard to implementation and risk management. My team and I are solely dedicated to managing convertible bond portfolios ensuring that we do not have a bias to the bond or equity component and always aim to be objective in the assessment of both individual bonds and the structure of the portfolio. We place a strong emphasis on maximising the convexity of returns, enabling the strategy to outperform over a market cycle and offer superior risk-adjusted returns, placing particular emphasis on analysing convertibles from a fundamental aspect both in relation to the bond component and the equity component. We incorporates the option/volatility aspects of the bond’s payoff enabling them to achieve a broader perspective on convertible valuations. An understanding of this approach is important in identifying how we have generated significant value in the past.

ifund: How do you generate investment ideas?

Basile: We have developed a strong value-based approach which focuses on both the bottom-up fundamentals and the structural dynamics of convertible bonds. We continuously assess the macroeconomic landscape, in terms of return opportunities and the risks to those views. We consider bonds, equities and currencies to build a top-down framework which represents the global environment, in both equity and credit markets. We then incorporate our thematic and sector views, scaling each depending on deviation from fair value, conviction levels and the perceived risk/reward. With this structure established, we look at the equity value component of convertible issuers; we believe that consistent application of value disciplines is key to outperforming over the long-term. Our individual security selection process starts with a rigorous screening of the whole convertible bond universe. We have created models which allow us to analyse companies, without reliance on broker recommendations and earnings projections, across markets and sectors. In this way we can maximise the global opportunity set. These models are a distillation of the whole team’s thinking and long investment experience; they are intuitive and transparent. Our stock selection is therefore based on solid rationale as to why relative value should persist, and not on back-testing.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Basile: Our team is made up of myself as the lead portfolio manager, Esther Watt who supports me with portfolio construction and Michelle Shi who is in charge of research. We are supported by Makeem Asif and Uday Sikand, both of whom provide dedicated analyst resource. As the lead portfolio manager, I have ultimate responsibility for the positioning, sizing and risk management although we tend to reach a common view amongst the team through continuous discussion most of the time. Given the size of our team, it is easy to reflect changes of view rapidly within the portfolio as we are not limited by an investment committee. Before RWC I was responsible for a similar strategy during my tenure at Morgan Stanley where I was the Head of Global Convertibles and the lead manager for the $1bn Global Convertibles fund and responsible for assets of approximately $1.5bn in total (at peak). I have extensive long-only convertible bond portfolio management expertise and a proven track record.

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Basile: The fund targets strong risk-adjusted returns through the full market cycle. The objective is to create a portfolio which captures the upside potential of equities with the downside protection of bonds. We tend to outperform over the full market cycle, however in periods of rapidly rising equity markets we tend to underperform given our bias towards a lower delta range, while we tend to outperform in stable and modestly rising equity markets in addition to declining equity markets given our lower equity sensitivity and higher exposure to volatility.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Basile: As a team we still favour equities over any of the other major asset classes and feel that in the medium-term, markets will go higher, although we expect volatility to remain at heightened levels and therefore it is extremely important to build the right kind of exposure to the asset class. Convertible Bonds, and especially a balanced mandate like ours, can benefit from higher levels of volatility and allows investors to keep some exposure to the equity markets whilst offering protection to the downside. In terms of risks, we consider the current political environment as one of the largest risks in the market today. The upcoming US election and ongoing campaign as well as the strengthening of the fringe parties, both right-wing and left-wing in Europe and the upcoming UK referendum (Brexit) have added to uncertainty and increased volatility in the market. That said, issuance has been stable and valuations have come down this year adding to the attractiveness of the asset class. Our process is bottom-up driven and we do a lot of in-depth work and analysis on individual companies. This allows as to find attractive names and investment ideas even in times when the macro environment adds to uncertainty.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Basile: RWC is not currently a UN PRI signatory however we maintain a cluster munition policy implemented to prohibit investments in securities directly or indirectly related to cluster munitions. The prescribed list of banned investments is coded into the firm’s trading system Longview, thereby preventing trading activity in the securities.

ifund: How do you invest your own personal assets?

Basile: Due to my US citizenship I cannot invest in SICAV funds and hence have no personal assets in my own fund. I am however a large and growing shareholder of RWC and have been increasing my holdings in the company consistently since my arrival in 2010. The remainder of my personal assets are in real estate.

ifund: What do you do in your leisure time?

What is your preferred hobby and why? Basile: I have two young daughters with who I try to spend as much time with as possible. We enjoy going to the local parks and exploring London together. My wife and I also like going to the theatre, trying out new restaurants and travelling. I enjoy sports and try to work out at least three times a week to keep fit.

About RWC

RWC is a multi-disciplined, independent investment manager dedicated to the belief that well-defined investment philosophies, experience and a creative environment are essential ingredients for exceptional long-term returns. Our core principle is that fund managers should be unconstrained in their investment approach, focused on real risks and aiming for strong total returns over the long term. This underpins our goal to maintain a sustainable organisation where our clients have the conviction that our interests are served best by meeting their long-term objectives. RWC’s culture has become its strength. Our people both define the culture and drive its evolution. Based on simple principles of ethics, quality and enjoyment, our culture underpins the overall organisation’s health. Our structure provides an environment in which talented managers can focus on delivering performance and clients can expect the highest fiduciary standards. Our firm AUM was €10bn, as at 31st May 2016. * AUM includes assets managed under discretionary, segregated, and advisory-only mandates.

About ifund

ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii

alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news,+49 69 57708987

 

Investing in hedge funds does not have to be expensive

By Brian Johnson, Head of Investment Solutions, Hedge Funds, at Unigestion.

The high cost structures of hedge funds’ fees are in many respects a remnant of days past. In our view, fees can often be structured in a way that better aligns managers’ interests with those of investors. For those hedge fund investors who are sensitive to relatively high TERs, it is possible to construct more fee-efficient investment solutions, while maintaining the desired risk/return profile.

Unigestion has a long history of working with hedge fund managers, and over time we have seen and invested with expert managers who are able to generate consistent genuine, uncorrelated alpha. We think this is a valuable element of any diversified portfolio, and hence worth paying for. However, a material portion of many hedge fund returns can be explained by market factors, and this is an area where we think it is possible to create fee structures that are more aligned with the value-added by a manager and indeed propose solutions that can deliver market factor exposure in a more fee-efficient manner. Our experience in investing with hedge fund managers enables us to advise clients on the performance profiles that are worth having, as well as how best to structure the fees on such strategies.

In this paper, we offer a case study of a TER-reduction exercise we undertook on behalf of one of our client’s through a two-step approach: making use of lower-cost liquid alternative solutions, and fee transformation discussions with our hedge fund managers.

Please find the full research paper from Unigestion attached on the left.

"A stable development in challenging market environments"

In the new ifund fund manager interview, Markus Pimpl, fund manager of Partners Group Listed Investments SICAV – Listed Infrastructure, explains his approach to investing in listed core infrastructure, the risks of such investments and how to construct an infrastructure portfolio with limited downside risk.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Partners Group Listed Investments SICAV – Listed Infrastructure is a daily liquid fund investing in infrastructure operators globally. The fund targets core infrastructure companies, i.e. the actual owners and operators of core infrastructure assets that exhibit a monopoly-like market situation. Partners Group emphasizes the combination of a top-down and bottom-up approach while most listed infrastructure managers follow a pure bottom-up approach. We believe that regulation, the political environment as well as macro-economic and technological factors can have a major impact on achievable returns and that top-down considerations are therefore of great importance.

How do you add value for your investors?

We believe that active management has the potential to add significant value when investing in listed infrastructure. Consequently we construct our portfolio independently, without reference to infrastructure indices which in our view are overly exposed to certain sectors, geographies and regulatory regimes. Our listed infrastructure portfolios tend to be more diversified both from a sector and geography point of view, which helps to mitigate regulatory or sector-specific risks. For example, our decision to significantly reduce pipeline exposure in late 2014/throughout 2015 meant that the impact of falling oil prices on our portfolio was limited. Partners Group also avoids sectors that do not meet our core infrastructure definition, such as power generation which is heavily exposed to energy prices. We have been investing with the same strategy since 2006, thereby demonstrating one of the longest track records in the industry. Furthermore, the fund benefits from the profound knowledge about the regulatory and political environment of Partners Group's global private infrastructure investment team.

How do you generate investment ideas?

We have been investing in private infrastructure since 2001 and in listed infrastructure since 2005. As a result, we cover a universe of listed core infrastructure companies that we actively follow and decide on sector allocations top-down by analyzing return drivers, regulation, etc. This helps us to identify the most attractive risk-adjusted investment opportunities at a given point in time.

At a portfolio level, we monitor changing demographic, social and technological trends that can help identify long-term investment themes. For example, population growth and the demands this places on transport infrastructure and utilities, or the increase in data consumption and the need for new communications infrastructure. We continue to research new ideas. Finally the overall regulatory attractiveness and potential changes of infrastructure sectors and individual companies play a major role in generating investment ideas.

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

The team consists of seven individuals, based in Zug, London and Singapore. Reto Munz and myself are responsible for the investment decisions.

In which market environment does your investment style work best?

Partners Group Listed Investments SICAV – Listed Infrastructure was launched almost ten years ago and has outperformed broader equity markets. While the fund was able to develop in line with equity markets in upwards trending markets, the portfolio has proven its defensive characteristic with exposure to inelastic demand and steady, typically inflation-linked, cash-flows which resulted in a more stable development in challenging market environments.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

The biggest risk in the market, as always, is market sentiment. Minor events have nowadays the potential to trigger major corrections. That unfortunately also results in drawdowns for companies that are usually not at all affected e.g. defensive infrastructure assets. However, the recovery is usually faster since the fundamentals typically do not change. Negative regulatory changes and deflation are the biggest risks currently. Even though we are still very cautious about emerging markets, they might offer opportunities selectively. Furthermore, we have a positive view on European transportation infrastructure.

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Partners Group implemented responsible investing standards many years back on a firm wide level. Already in 2008, Partners Group became signatory to the United Nations Principles for Responsible Investments (UNPRI). In our listed funds we actually follow two strategies to ensure ESG compliant investment process: passively, like most of our peers, we ensure that we do not invest in companies that are "blacklisted" by various organizations e.g. the Norwegian Government or the World Bank. In addition we apply an active approach that is based on internal assessment and monitoring of potential ESG-risks on company level, the framework of this active process is based on the UNPRI principles. We constantly receive positive feedback in client meetings about the thoroughness of the ESG factors within our investment processes.

How do you invest your own personal assets?

My personal investment philosophy typically matches my professional convictions. Diversification, yield sources outside the "mainstream" and capital protection are key. Private equity and infrastructure obviously plays a major role in this concept. I have also a significant part of my portfolio invested in Partners Group Holding AG shares.

What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

In my leisure time I enjoy running, sailing and skiing.

About Partners Group
Partners Group is a global private markets investment manager, serving over 700 institutional investors worldwide. We have over EUR 46 billion in assets under management, including EUR 5 billion in dedicated infrastructure programs and more than 840 professionals across 18 offices worldwide. We realize potential in private markets by financing and developing great companies, desirable real estate and essential infrastructure. We create value in our investments through active and long-term responsible ownership.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news, +49 69 57708987 

“Our investment style is designed to work well at any market environment!”

In the latest ifund fundmanager interview Kenji Ueno, manager of the UBAM-SNAM Japan Equity Value, talks about identifying undervalued stocks and the skills necessary to do so in all kinds of markets.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

The fund’s strategy is active-managed with bottom-up, aims to outperform the TOPIX® Total Return Index by identifying undervalued stocks in the mid- to long-term. The portfolio is focused, consisting of 40-80 stocks, aims to outperform the market in all conditions.
The stock-picking style identifies stocks that will likely appreciate in value as the market price approaches their intrinsic value. The valuation methodology is the dividend discount model.
The portfolio manager is vigilant in monitoring risks for portfolio construction such as tracking error, single stock limit, liquidity and credit risk requirement. The Buy/Sell discipline is primarily based on expected alpha ranking of the stocks in the universe. The trades should be done in compliance with the best execution practice.

The bullet points below differentiate SNAM’s investment from the competitors.

  • All-native team of Japanese equity analysts provides profound, local fundamental analysis, and investment ideas that drive SNAM portfolios.
  • Sector unbiased research is an important strength of SNAM’s unique research framework. This enables SNAM to invest without sector constraints, comparing investment opportunities across sectors.
  • SNAM’s return analysis approach has proven to be successful. SNAM ranks the investable universe of 700 stocks by expected alpha (intrinsic value / market price = ratio) into quintiles. These quintile rankings have demonstrated strong predictive power for two decades.
  • Four senior analysts have on average 20 years of experience in Japanese equity, and have been together at SNAM for an average of 15 years.
  • The team has successfully followed the same investment style for 20 years. This long-standing experience combined with SNAM’s in-house research has yielded invaluable resources to identify investment opportunities and to avoid value traps in the Japanese equity market.
  • In contrast to our competitors who use DDM for their valuation, SNAM assigns a company specific dividend discount rate for each company in the universe. In SNAM’s valuation system, the dividend discount rate is composed of four elements, real interest rate, expected inflation rate, credit risk premium, and business risk premium. Business risk premium is further broken into 5 criteria being structural change, innovation, market fluctuation, management aggressiveness, and information accessibility. By using this very detailed dividend discount rate, SNAM can adjust and integrate company specific and sector specific risk factors in the discount rate. By using this company specific dividend discount rate, our valuation result can be well fine-tuned.
  • Superior performance and peer ranking of the strategy over an extended period is a testament to the uniqueness and sustainability of SNAM’s intrinsic value/price philosophy, rational investment process, and its fundamental research advantage.

How do you add value for your investors?

In addition to above, please see the bullet points below.

  • UBP publishes regular reports and hosts quarterly conference call.
  • Eleven members of the analyst team have approximately 1500 face-to-face visits with companies every year, which enables the team to understand a company’s financial statements, its business outlook, its corporate governance, etc., in more detail.

How do you generate investment ideas?

The expected alpha rank is assigned to each of the stock in the investable universe. The expected alpha rank is determined by SNAM’s equity valuation system based on analysts’ fundamental research (combination of sector analysis and positioning analysis).
Japanese equity group, including portfolio managers and analysts, shares such basic information and holds regular meetings to discuss more detailed investment assumptions and ideas, stock by stock and sector by sector.

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

The investment team is SNAM’s Japanese Equity Group (“JEG”) based in Tokyo, Japan. The team is composed of 11 long-tenured professionals and experienced senior members, all located in close proximity. SNAM adopts a dual role system in which each portfolio manager also works as an analyst. Each member covers assigned sub-sectors and:

  • performs fundamental analysis on companies (information gathering & analysis)
  • determines company fundamentals (input to equity valuation system)
  • prepares investment theses (feedback to portfolio manager)

Each strategy managed by JEG has a lead portfolio manager, ultimately responsible for the stock selection and portfolio construction.

In which market environment does your investment style work best? 

SNAM’s investment style is designed to work well at any market environment. It works particularly well when the market stabilizes or normalizes after a certain period of extraordinary market (e.g. boom-and-bust market, theme-driven market) and also in the mid- to long-term.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Polarization of cyclical and defensive sectors is currently at historical high and I see the best potential in IT and Financial sectors in terms of valuation. On the flip side, continuous risk averse attitude and widening of valuation between cyclical and defensive is a risk. 

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

SNAM is a signatory of the UNPRI and incorporates ESG (Environmental, Social, Governance) factors in the investment process at different layers as SNAM thinks these factors impact the value of company. In a nutshell, SNAM incorporates ESG factors to determination of intrinsic value. 

How do you invest your own personal assets?

As there are restrictions for SNAM staff to invest directly in stocks, I invest in SNAM’s mutual funds as an alternative for Japanese stock investment. Besides, the Concentrated Strategy which I manage is not offered to retail investors.

What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

I mainly enjoy Kyudo in my leisure time. Kyudo is one of the traditional martial arts of Japan like judo and kendo, and similar to archery of the West. 

Kyudo requires deep mental concentration in addition to physical exercise.This deep-concentrating time brings me mental refreshment and relaxation. In addition, through Kyudo, I can contact with the Japanese traditional culture, such as traditional manners and kimono. That is another reason I am a fan of Kyudo.

About SNAM
Founded in 1986, Sompo Japan Nipponkoa Asset Management Co., Ltd. (SNAM) is an established value strategy manager. Headquartered in Tokyo, it has representative offices in London and New York. SNAM is dedicated to value-biased investment and specialises in Japanese equities. As at 31.12.2015, SNAM manages USD 22.2 billion of assets for clients (including the parent company), of which Japanese equity strategies account for approx. USD 5.5 billion. SNAM has over 140 employees, thereof approx. 60 investment professionals. SNAM’s primary businesses are to provide investment advisory & discretionary asset management for both domestic and overseas institutions, as well as to provide varied investment trust products (mutual funds) for domestic investors.The following asset classes are managed in- house: Japanese Equity, Overseas Equity, Japanese Bonds, Overseas Fixed Income, Balanced/Multi-Asset and Alternative (Ex-Japan Value Equity). UBP and SNAM have well-established relations. SNAM has been known by the CEO of UBP’s Tokyo office for a long period already before UBP has asked SNAM in early 2013, after a thorough due diligence, to team-up in a future and exclusive collaboration, outside of Japan, in Japanese equities. While SNAM brings its long-standing expertise and strength in managing Japanese equities with a unique approach, UBP will add its experience in meeting the requirements from top institutional European clients. The combination of both firm’s strengths has already been implemented successfully, not only for the management of one of UBP’s public funds and investments from institutional clients, but also for a segregated account for a large European pension fund.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news, +49 69 57708987 

Investments zum Wohle der Allgemeinheit: Wie Asset-Manager die Gesellschaft verändern können

Seit der Finanzkrise des Jahres 2008 bringt die Öffentlichkeit dem Finanzsystem erhebliche Skepsis entgegen. Wir sind der Überzeugung, dass Finanzgesellschaften und insbesondere Asset-Manager in diesem schwierigen Umfeld bei der Suche nach Lösungen für etliche Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist, eine wichtige Rolle spielen. In diesem Diskussionspapier erläutert Fiona Frick, CEO von Unigestion, wie Asset-Manager ihrer Auffassung nach zum Wohle der Allgemeinheit investieren können.

Beitrag des Kapitalismus zur Lösung der Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist

In den letzten Jahren wurden die Grenzen des Kapitalismus deutlich sichtbar. 2008 stand das globale Finanzsystem kurz vor den Kollaps, so dass die Regierungen etlicher Länder zu massiven Liquiditätseinschüssen gezwungen waren, deren Rückzahlung Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Nach Auffassung vieler steckt der Kapitalismus in einer Krise.

Das Gute an ihm ist hingegen, dass er ein evolutionäres System und somit eine Art ewige Baustelle ist und daher durch neue Erkenntnisse und Experimente kontinuierlich optimiert wird. In den vergangenen Jahrhunderten hat der Kapitalismus der Menschheit einen rasant steigenden Wohlstand beschert und hunderte Millionen von Menschen aus der Armut befreit. Dieser Prozess ist noch lange nicht an seinem Ende angelangt.

Heute steht die Welt vor neuen Problemen – der Stagnation der Mittelschicht in den Industrieländern, der immer stärkeren Ungleichheit der Einkommen rund um den Globus und einer Fülle ökologischer Probleme. Kann der Kapitalismus zur Lösung dieser Probleme beitragen?

Grundlegende Veränderung der Perspektiven für Unternehmen und Investoren

Noch in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts war das von den meisten Unternehmen verfolgte Hauptziel die Generierung von Shareholder Value durch die Steigerung der Erträge, der Dividenden und des Aktienkurses.

Die Erhebung des Shareholder Value in den Status eines prioritären Ziels führte zu einer kurzsichtigen Fixierung auf Quartalsgewinne und kurzfristige Aktienperformance. Aber eine Erkenntnis aus der Finanzkrise ist die Existenz einer feinen Trennlinie zwischen der nachhaltigen Steigerung des Shareholder Value und der Generierung von Profiten um jeden Preis.

Aber sollte die Steigerung des Shareholder Value überhaupt der Hauptzweck eines Unternehmens sein? Mittlerweile leben wir in einer Welt, in der die Unternehmen andere Ziele als die ausschließliche Bereicherung ihrer Aktionäre verfolgen. So hat sich Google zum allumfassenden Ziel gesetzt, die Informationen, über die die Welt verfügt, zu strukturieren, während Nike den Sportlern in der ganzen Welt Inspiration und Innovation schenken möchte.

Die Finanzkrise hat den Beitrag der Finanzbranche zur Wirtschaft ernsthaft in Frage gestellt. Früher war die Aufgabe des Finanzsystems die Bereitstellung der für das Wachstum der Wirtschaft erforderlichen Kapitalflüsse. Heute müssen wir dafür Sorge tragen, dass das Finanzsystem nicht mehr der Zweck, sondern wieder das Mittel ist. In diesem Diskussionspapier möchten wir aufzeigen, dass Asset-Manager, die zu den Hauptakteuren des Finanzsystems zählen, nicht nur bei der Erzielung von Renditen für ihre Kunden, sondern auch bei der Lösung einiger der dringlichsten Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist, eine wesentliche Rolle spielen.

Eine tragende Rolle spielen dabei auch institutionelle Investoren: einer EFAMA-Studie aus dem Jahr 2014 zufolge stellen sie drei Viertel des Kundenstamms der europäischen Asset- Manager und üben somit einen erheblichen Einfluss aus. Bei den institutionellen Investoren wird immer deutlicher, dass sie sich nicht mehr nur als Treuhänder bei der Erzielung der von ihren Begünstigten/Mitgliedern geforderten Renditen, sondern auch zunehmend als langfristig orientierte Investoren sehen, die auf die Unternehmen, in die sie anlegen, aktiv einwirken und somit einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausüben.

Asset-Manager müssen über ihre Rolle innerhalb der Gesellschaft nachdenken

In diesem veränderten Umfeld stehen Asset-Manager vor der Frage, was sie außer der Erzielung von Renditen für ihre Kunden sonst noch leisten müssen. Wir sind der Überzeugung, dass sie künftig nicht nur an den für ihre Kunden generierten finanziellen Erträgen gemessen werden, sondern auch an ihren Grundwerten, ihrer Ethik und der übergeordneten Rolle, die sie bei der Verbesserung der Gesellschaft, in der wir leben, spielen.

In ihrer Eigenschaft als eine der Säulen des Finanzsystems und als Investoren, die in wirtschaftlich breit diversifizierte Unternehmen sowie in staatliche Emittenten weltweit anlegen, befinden sich Asset-Manager in einer privilegierten Position, um positive Veränderungen zu bewirken. Wir haben vier Schlüsselbereiche identifiziert, in denen Asset-Manager einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten können: diese werden wir in den folgenden Abschnitten nacheinander erörtern.

  1. Unterstützung der alternden Weltbevölkerung bei der Finanzierung ihres Ruhestands
  2. Beitrag zur effizienten Funktion der Finanzmärkte als Transmissionsmechanismus
  3. Finanzierung des langfristigen Bedarfs der Realwirtschaft anstatt Erzielung kurzfristiger Profite
  4. Schaffung der zur Lösung sozialer und ökologischer Probleme erforderlichen Architektur

1. Unterstützung der alternden Weltbevölkerung bei der Finanzierung ihres Ruhestands

Entwicklung optimaler Altersvorsorgelösungen

Die Weltbevölkerung wird älter, so dass die Finanzierung des Ruhestands zu einem drängenden Problem wird. Um einen sorgenlosen Ruhestand genießen zu können, müssen Privatpersonen mehr sparen und länger arbeiten, da die staatlichen Rentensysteme finanziell völlig überfordert sind. An Schärfe gewann das Rentenproblem, als die Pensionspläne von leistungs- auf beitragsorientiert umgestellt wurden.

Welche Hilfe können Asset-Manager dabei leisten? Oberflächlich betrachtet, geht es bei der Vermögensverwaltung zwar darum, den Kunden eine bestimmte Rendite auf ihr Vermögen zu versprechen, aber in Wirklichkeit soll ihre künftige finanzielle Sicherheit gewährleistet werden.

Eine wesentliche Aufgabe der Vermögensverwaltung war seit jeher die Unterstützung der Kunden bei der Finanzierung ihres Ruhestands, aber mittlerweile wird dies angesichts der höheren Lebenserwartung und längeren Rentendauer immer schwieriger. Wenn wir nachweislich Anlagelösungen entwickeln, die diesen Anforderungen Rechnung tragen und die längere Rentendauer finanziell absichern, dann zeigen wir, dass unsere Branche dem Wohle der Gesellschaft dient.

Die wichtigsten Faktoren bei jeder Ruhestandsfinanzierung sind weniger der Marktwert des Portfolios oder sein Wertzuwachs als vielmehr sichere künftige Erträge. Wichtige Bausteine zur Erreichung dieses Ziels sind Risikomanagement und die Minimierung der Verluste. So wäre es nicht gut genug, in einem Jahr 40% zu verlieren und im nächsten Jahr 40% gutzumachen, da sich die Schmälerung der Erträge infolge des anfänglichen Verlusts als verheerend für den Endanleger erweisen könnte. Anstatt also lediglich über die Steigerung des Portfoliowertes nachzudenken, sollten sich Asset-Manager auf die Generierung stetiger Erträge und die Entwicklung von Lösungen konzentrieren, die letztendlich mit Rentenzahlungen vergleichbare regelmäßige Auszahlungen garantieren. Somit wird die Verwaltung des Vermögens von Privatanlegern immer stärker mit dem Management von Portfolios institutioneller Investoren mit langfristigen Verbindlichkeiten konvergieren.

Dieser Prozess wird eine Verlagerung vom einfachen Verkauf von Produkten auf die Implementierung lösungsbasierter Ansätze zur Erfüllung der Anforderungen der einzelnen Kunden umfassen. Somit wird es Aufgabe des Asset-Managers sein, die richtigen Produkte an die richtigen Kunden zu verkaufen und dabei zur Sicherung ihrer finanziellen Sicherheit das entsprechende Risikolevel zu wählen.

Sensibilisierung und Schulung der Anleger

Eine weitere wichtige Aufgabe von Asset-Managern wird sein, breite Öffentlichkeit hinsichtlich Investments, Risikomanagement und der richtigen Entscheidungsfindung zur Alterssicherung zu sensibilisieren und zu schulen.

2. Beitrag zur effizienten Funktion der Finanzmärkte als Transmissionsmechanismus

Die für das Wachstum der Wirtschaft erforderlichen Kapitalflüsse werden von der Finanzbranche zur Verfügung gestellt.

Innerhalb dieses Systems kommt Vermögensverwaltungsgesellschaften eine wichtige Rolle zu: europäische Asset-Manager verwalten einen Aktienbesitz, der rund 40% des Streubesitzes börsennotierter europäischer Gesellschaften entspricht. Eine der Hauptaufgaben der Vermögensverwaltungsbranche besteht darin, das möglichst reibungslose Funktionieren der Finanzmärkte sicherzustellen. Wie bewerkstelligen wir dies?

Gewährleistung einer angemessenen Liquidität

Erstens haben wir zu gewährleisten, dass keine Inkongruenz zwischen der Liquidität der in unseren Anlagelösungen gehaltenen Wertpapieren und den Bedingungen für die Rücknahme von Anteilen entsteht, die wir den Anlegern zugesagt haben. Anders ausgedrückt, darf die Liquidität unserer Investmentfonds nicht attraktiver sein als diejenige der von ihnen gehaltenen Basiswerte.

Besteht eine Inkongruenz hinsichtlich der Liquidität und kann ein Fonds in einem fallenden Markt den Rücknahmeanträgen nicht vollumfänglich entsprechen, kann sich dies erheblich auf die Märkte auswirken, da die Preise nicht mehr dem Wert der Basiswerte entsprechen. Besonders krass war dies 2008 der Fall, als Hedgefonds den Rücknahmeanträgen der Investoren nicht nachkommen konnten.

Ähnliche Sorge bereitet heute der Siegeszug der ETFs. In dieser Hinsicht waren 2015 zwei denkwürdige Zwischenfälle zu vermelden. Zunächst war bei US-Aktien bei Handelseröffnung am 24. August ein massiver Ausverkauf zu konstatieren, so dass die Anteilspreise auf US-amerikanische Aktien spezialisierter ETFs weit unter den Wert der von ihnen getrackten Indizes einbrachen. Im weiteren Jahresverlauf brachte im Dezember ein allmählicher Abverkauf bei High Yield-Bonds auf diese Assetklasse spezialisierte ETFs in Schwierigkeiten. Kurz gesagt, sind ETFs als Triebkraft im Markt noch nicht ausreichend getestet und können somit bei fallenden Märkten den Verkaufsdruck erhöhen.

Fokus auf einem langfristigen Horizont zur Vorbeugung gegen eine exzessive Marktvolatilität

Zweitens kommt Asset-Managern eine wichtige Funktion als langfristigen Buy-and-Hold- Anlegern zu, da sie bei ihren Anlageentscheidungen der Bewertung und dem Wachstumspotenzial der Unternehmen vertrauen. Indes sind alarmierend viele Marktteilnehmer nicht langfristig orientiert, sondern kaufen und verkaufen munter darauf los in der Hoffnung, bei Problemen rechtzeitig vom fahrenden Zug abspringen zu können.

Die von dieser Kurzfristigkeit ausgehende Gefahr ist eine hohe Volatilität der Aktienkurse, die ein Risiko für Anleger darstellt. Hinzu kommt, dass sie Asset-Managern und den Unternehmen, in die sie investieren, keinen Anreiz für langfristige Strategien bietet, da sich deren Erfolg nicht unmittelbar messen lässt. Anstatt Institutionen und (politische) Leader zur Bewältigung komplexer langfristiger Herausforderungen zu ermutigen, belohnen wir sie für das genaue Gegenteil. Häufig scheint es lohnender, mit einer einfachen Wette schnelles Geld zu machen als schwierige Phasen zu überstehen und danach nachhaltige Gewinne zu erzielen, die der ganzen Gesellschaft zugute kommen.

So sollten die Anreize für Asset-Manager auf langfristigen Renditekennzahlen unter Berücksichtigung von Risikomaßen basieren. Anleger wiederum sollten Aktien nicht nur „mieten“ und – sobald ein Gewinn winkt – schnellstmöglich wieder verkaufen bzw. – wenn sie nicht sofort im Kurs steigen – abstoßen. Vielmehr sollten sie sich als deren langfristige Besitzer betrachten.

De facto herrscht in der gesamten Wirtschaft ein zu hohes Maß an Kurzfristigkeit. Unternehmen werden nicht an ihrer langfristigen finanziellen Leistung und an ihre Zukunftspotenzial gemessen, sondern an den Zahlen des abgelaufenen Quartals. Asset- Manager werden von ihren Kunden hauptsächlich anhand ihrer Performance seit Jahresbeginn anstatt anhand ihrer langfristigen Leistung beurteilt.

Aber das muss nicht so sein, und das war früher auch nicht so. Erst seit ungefähr zehn Jahren liegt der Fokus so stark auf Kurzfristigkeit. Zuvor war ein Horizont von drei bis fünf Jahren die Regel. Blickt man zurück in die Zeit, als die Börse noch in den Kinderschuhen steckte, erkennt man, dass die Grundidee von Aktienanlagen die Nutzung des langfristigen Wachstums der emittierenden Gesellschaft war.

Daher ist es wichtig, dass Vermögensverwalter langfristig investieren und vorübergehenden Störgeräuschen am Markt keine allzu große Aufmerksamkeit schenken. Institutionelle Investoren spielen dabei ebenfalls eine Rolle, da sie langfristige Verbindlichkeiten zu honorieren haben und ihre Asset-Manager nicht nur über die letzten Monate, sondern über einen mit ihren Verbindlichkeiten vergleichbaren Zeitraum beurteilen sollten. Auf diesen Punkt werden wir später noch zurückkommen.

Beitrag zur Preisbildung und Vorbeugung gegen Kursblasen

Drittens können Asset-Manager die Effizienz der Märkte gewährleisten, indem sie einen Beitrag zur Preisbildung leisten. Aber dieser Aufgabe, die zu ihren wichtigsten Funktionen zählt, können nur aktive Manager gerecht werden.

Vor einem Jahrzehnt repräsentierten passive Fonds nur rund 5% des an den globalen Aktienmärkten investierten Vermögens. Mittlerweile beträgt ihr Anteil rund 20%. Passive Investments sind das Mittel der Wahl, um die Verwaltungsvergütungen niedrig zu halten und die Liquidität der Märkte zu gewährleisten, aber wenn es um Preisbildung geht, können sie mit aktiven Managern nicht mithalten.

Was bedeutet dies in der Praxis? Einfach ausgedrückt, sammeln aktive Manager so viele Informationen wie möglich über eine Aktie und errechnen aus diesen den von ihnen als korrekt erachteten Aktienkurs, der somit das Abbild ihrer Einschätzung darstellt. Ohne aktive Manager hätten wir keine Vorstellung vom korrekten Preis eines Wertpapiers.

Im Gegensatz dazu sind passive Investoren Trittbrettfahrer, die zu minimalen Kosten am Markt agieren und sich so die hohen, mit einem Researchprozess – dessen Ziel ja die Ermittlung des korrekten Preises ist – verbundenen Kosten sparen.

Zudem erfolgt bei ihnen die Kapital-Allokation nicht anhand des Vertrauens in das Wachstumspotenzial oder die Attraktivität eines Unternehmens, sondern anhand der Zusammensetzung eines Marktindex. Somit könnte man passives Investieren mit einem Blick in den Rückspiegel vergleichen. Ist ein Unternehmen im Index vertreten, sind passive Investoren gezwungen, es auch dann zu halten, wenn seine Bewertung nicht mehr seinen Fundamentaldaten entspricht. Je höher der Anteil des in passive Strategien investierten Kapitals ist, desto höher ist logischerweise die Wahrscheinlichkeit einer Blasenbildung und drastischer Performanceschwankungen.

Damit sollen keineswegs Sinn und Zweck passiver Investments in Frage gestellt werden, aber das rasante Wachstum dieser Anlageform wirft die Frage auf, ob sie mittlerweile den Markt anführt statt ihm zu folgen. Die mit passivem Investieren verbundenen gesellschaftlichen Negativeffekte sind eine höhere Volatilität und eine geringere Effizienz des Aktienmarktes. Würden Investments allesamt passiv gemanagt, würde die Hauptfunktion des Marktes – nämlich die Preisbildung – eliminiert. Zudem sind passive Investments bisweilen mit unangemessenen Risiken verbunden. So waren Anleger, die 2008 in einen passiven Fonds investierten, in einigen höchst riskanten Sektoren (z. B. Finanzdienstleistungen) engagiert, die kurz vor dem Kollaps standen und somit von aktiven Managern weitgehend gemieden wurden. Aktives Management auf der Basis bewährter Risikofaktoren bietet das höchste Potenzial zur Erzielung attraktiver, langfristiger risikoadjustierter Renditen.

3. Langfristige Finanzierung der Wirtschaft

Asset-Manager als ideale Partner für langfristige Finanzierungen

Ein verstärktes Engagement der Asset-Manager für die langfristige Finanzierung der Wirtschaft wäre mit signifikanten Vorteilen verbunden. Im Gegensatz zu Banken, die kurzfristige Gelder zur Kapital-Allokation verwenden, setzen Asset-Manager das von institutionellen Investoren bereitgestellte langfristige Kapital ein (natürlich immer vorausgesetzt, dass diese investiert bleiben) und schlagen somit eine stabile Brücke zwischen Investoren und dem Finanzierungsbedarf der Realwirtschaft. Zudem zeigt die Geschichte, dass nur sehr wenige Asset-Manager in Konkurs gegangen sind oder vom Staat gerettet werden mussten. Aktive Asset-Manager verteilen das verfügbare Kapital auf konkurrierende Segmente/Sektoren/Aktivitäten. Tun sie dies richtig, wird damit das Wirtschaftswachstum angekurbelt, da diejenigen Aktivitäten, welche die höchsten risikoadjustierten Renditen generieren, als Investments am attraktivsten sind.

Somit erfüllen Asset-Manager eine wichtige gesellschaftliche Funktion, was die Kanalisierung des Kapitals zur Finanzierung des Wachstums angeht, aber beileibe nicht jedes beliebigen Wachstums. Ultimatives Ziel sollte eine nachhaltige Expansion der Wirtschaft sein, die das Risiko einer weiteren großen Finanzkrise minimiert.

Wie können wir dieses Ziel erreichen? Auch dabei müssen institutionelle Investoren und Asset-Manager in enger Abstimmung in Unternehmen mit einem nachhaltigen Wachstumsmodell anlegen, anstatt nur auf schnelle Kurszuwächse – sprich Gewinnmitnahmen – zu setzen. In Europa sind rund 75% der Vermögensverwaltungskunden institutionelle Investoren (vor allem Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften), so dass sie federführend dafür Sorge zu tragen haben, dass die Unternehmen, in die sie anlegen, ihrer sozialen Verantwortung als Unternehmen gerecht werden und eine gute Corporate Governance praktizieren.

Da die Verbindlichkeiten unserer größten Kunden – Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften – eher langfristiger Natur sind, empfehlen sich Asset- Manager logischerweise als ideale Partner für eine langfristige Finanzierung der Wirtschaft, vor allem durch Beteiligungen sowie private und staatliche Schuldtitel.

Dies gilt selbstredend auch für Anlagen in Private Equity und an den Aktienmärkten. Die Grundideen von Private Equity sind der Einschuss von Betriebskapital in viel versprechende Unternehmen und die Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Produkte, des operativen Geschäfts oder des Managements bei angemessener Vergütung der damit verbundenen Risiken für die Aktionäre. Da Private Equity-Investments langfristiger Natur sind, bleibt den Investoren noch mehr Zeit, um die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen in ihre Strategien einzubeziehen.

Radikales Umdenken

Aber bisher ist die Implementierung eines langfristigen Ansatzes leichter gesagt als getan. Grund ist die oben bereits erörterte Kurzfristigkeit. Beispielsweise ist die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts von acht Jahren auf ein Jahr gesunken, während die Amtszeit eines CEO gerade einmal drei Jahre beträgt. Was kann Topmanager unter diesen Umständen zur Implementierung einer langfristigen Strategie motivieren? So wie es aussieht, wird ihre Leistung an extrem kurzfristigen Parametern gemessen.

Dies wird in den Finanznachrichten mustergültig illustriert. Kurzfristige Financial Engineering-Maßnahmen wie Aktienrückkäufe, Dividenden, Spinoffs und Beteiligungsverkäufe sind auf dem Vormarsch und lassen auf kurze Sicht die Aktienkurse in den meisten Fällen in die Höhe schnellen. Aber auf längere Sicht können derartige Aktivitäten unerwünschte Nebenwirkungen haben und die Finanzlage eines Unternehmens schwächen, vor allem wenn es zum Rückkauf eigener Aktien Kapital aufnimmt. Dies beeinträchtigt die langfristige Wertschöpfung und kann letztendlich dem Unternehmen wie auch seinen Investoren schaden, selbst wenn die Aktienkurse vorübergehend steigen.

Illustriert wird dies in einem 2015 vom McKinsey Global Institute veröffentlichten Bericht, der nachweist, dass die durchschnittliche Schwankung der Investitionsrendite bei nordamerikanischen Unternehmen heute um 60% über den Wert des Zeitraums 1965– 1980 liegt. Hinzu kommt, dass Aktiengesellschaften angesichts der Fixierung auf Kurzfristigkeit eventuell diese Gesellschaftsform aufgeben und in privaten Besitz rücküberführt werden, damit sie eine langfristige Strategie umsetzen können, ohne sich um Quartalszahlen kümmern zu müssen. In den USA hat sich die Zahl börsennotierter Aktiengesellschaften, die 1996 noch 8.000 betrug, seither halbiert.

Um diese Entwicklung einzudämmen, müssen Asset-Manager als langfristig orientierte Anleger agieren und sicherstellen, dass sich die Unternehmen nicht allzu stark auf tägliche Schwankungen des Aktienkurses fixieren, sondern ihre langfristige Zukunft planen und intelligent in diese investieren. So gilt es, CEOs Anreize für Investitionen in Forschung, Innovation sowie Mitarbeiterschulung zu bieten und diejenigen Investitionen zu tätigen, die für die langfristige Sicherung des Wachstums und der Marktposition des Unternehmens angesichts der ständigen Veränderung der Kundenanforderungen relevant sind.

Die Investoren müssen ins Boot geholt werden

Voraussetzung dafür ist, dass die institutionellen Investoren bei der Wahl ihrer Asset- Manager und der Beurteilung ihrer Investmentperformance ebenfalls langfristig denken. Dies könnte man dadurch erreichen, dass man die Vergütungsstruktur an langfristigen Performancezielen ausrichtet, wobei wir einen Horizont von fünf Jahren – die ungefähre Dauer eines Investitionszyklus – für angemessen halten.

Analog dazu sollten interne Manager institutioneller Investoren ebenfalls über längere Zeiträume beurteilt werden. Werden sie an ihrer Performance über ein Jahr gemessen, obwohl der Pensionsfonds langfristige Verbindlichkeiten zu honorieren hat, entfällt für sie jegliche Motivation, die externen Asset-Manager anhand ihrer langfristigen Leistung zu beurteilen.

Obwohl eine Verlagerung auf einen langfristigen Fokus eine einschneidende Veränderung gegenüber der heutigen Praxis darstellen würde, wäre sie im besten Interesse der Investoren selbst. Da die meisten institutionellen Investoren selbst einen langfristigen Anlagehorizont haben, wäre ein nachhaltiges langfristiges Wachstum der Unternehmen, in die sie anlegen, für sie von großem Vorteil.

4. Schaffung der zur Lösung sozialer und ökologischer Probleme erforderlichen Architektur

Investitionen in die Lösung langfristiger Probleme

In seinem Buch Finance and the Good Society versucht der US-amerikanische Ökonom Robert Shiller die Definition einer „guten“ Gesellschaft und des möglichen Beitrags der Finanzbranche zur Verbesserung der Welt, in der wir leben. Im Klartext kann das Finanzsystem, das ja als Transmissionsmechanismus jedwede menschliche Aktivität erleichtern soll, Zwecken dienen, die über die reine Finanzierung der Wirtschaft hinausgehen. So kann es uns bei der Erreichung höherer gesellschaftlicher Ziele – z.B. der Steigerung des Wohlstands aller Menschen oder dem Schutz der Umwelt – helfen.

Das Finanzwesen ist nicht nur eine Maschine zum Geldverdienen, sondern dient höheren Zielen, z.B. der Förderung von Wohlstand, Gleichheit oder finanzieller Sicherheit. Zwischen diesen höheren Zielen und der Erzielung von Gewinnen sollte kein Konflikt bestehen: Gewinne können durchaus Folge höherer Ziele sein. Gewinne sind für jedes Unternehmen lebenswichtig, aber sie müssen nicht unbedingt sein Hauptzweck sein. Gewinne sind für Unternehmen wie Trinkwasser für den Menschen, aber das Leben besteht nicht nur aus Trinkwasser.

Wohlstand definiert sich nicht nur in Bezug auf monetäre Werte wie Einkommen oder Vermögen, sondern als Summe von Lösungen für Probleme, mit denen alle Menschen konfrontiert sind. So gesehen, geht es bei der Vermögensverwaltung nicht nur um die Allokation von Kapital, sondern um die Kanalisierung von Investitionen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme.

Somit sollten Vermögensverwaltungsgesellschaften nicht nur das Vermögen ihrer Kunden mehren, sondern auch positiv auf die Gesellschaft einwirken. In der Vergangenheit dienten Investmentfonds vor allem der Diversifizierung des Vermögens von Privatpersonen, so dass immer mehr Menschen – nicht nur Reiche – ihr Kapital mehren konnten. Seit einiger Zeit soll mit Robo-Advisors Vermögensverwaltung einer breiteren Kundschaft zugänglich gemacht werden.

Dieser Trend zeichnet sich auch bei unseren Kunden ab. Immer mehr unserer Investoren müssen ihren Stakeholdern zeigen, dass ihre Anlagen über den Wertzuwachs hinaus noch weitere positive Auswirkungen haben. Beispielsweise sollen wir nicht nur das Renditepotenzial maximieren und die Volatilität unter Kontrolle halten, sondern auch nachweisen, wie viele Arbeitsplätze durch ihre Investitionen geschaffen oder wie viele Kredite zur Finanzierung des Wirtschaftswachstums gewährt wurden. Vor diesem Hintergrund ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen den Vermögensinhaber und ihren Vermögensverwaltern zu beobachten, wobei die Investoren immer höhere sozial-ethische Anforderungen an ihre Asset-Manager stellen.

So zählen die UN-Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment bereits über 1.400 Unterzeichner, darunter viele Vermögensinhaber und Asset-Manager. Diese Grundsätze fordern Asset-Manager zu einer verantwortungsvollen Aufsicht über die Unternehmenslandschaft auf und haben bereits eine deutliche Verbesserung der Corporate Governance bewirkt. Beispiele hierfür sind die Ausübung von Stimmrechtsvollmachten durch Asset-Manager und ihre aktive Einflussnahme zur Verbesserung der Corporate Governance-Grundsätze.

Kampf gegen den Klimawandel

Emissionsarme Technologien / Unternehmen sind seit einigen Jahren als Investment sehr gefragt. Diese verstärkte Berücksichtigung des CO2- bzw. Klimarisikos in Portfolios ist Folge der Sorge um den Klimawandel und des zunehmenden Drucks durch Regierungen, Universitäten, Religionsgemeinschaften und NGOs. Dies gilt insbesondere für langfristig orientierte Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften oder Staatsfonds.

Es wächst der Druck auf Investoren, insbesondere aber auf die Vermögensinhaber zur Erfüllung ihrer treuhänderischen Verpflichtungen hinsichtlich des Ausweises und der Verringerung von CO2-Emissionen. Jegliches CO2-Risiko ist imageschädigend und wird von den Regulierungsbehörden abgestraft, so dass seine Identifizierung und Minimierung oberstes Gebot ist.

Bei der Umstellung auf eine emissionsarme Wirtschaft können Asset-Manager eine Schlüsselrolle spielen. So können sie ihre Exposure in Unternehmen senken, die fossile Brennstoffe fördern und verarbeiten, sie können Unternehmen mit hohen CO2-Emissionen boykottieren, sie können Projekte im Sektor der erneuerbaren Energien fördern, wobei diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. De facto tendieren Vermögensverwalter seit einigen Jahren verstärkt zu Anlagen in Unternehmen, die alternative Energiequellen erschließen. Die Gründe hierfür sind das hohe Renditepotenzial und die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Zusammenfassung

Angesichts der Nachwehen der Krise des Jahres 2008, die noch immer das Leben von Millionen von Menschen rund um den Globus belasten, überrascht es kaum, dass die Finanzbranche von großen Teilen der Öffentlichkeit nach wie vor mit erheblichem Argwohn betrachtet wird. Aber wir sind der Überzeugung, dass die Finanzbranche auch der Gesellschaft dienlich ist.
So spielen insbesondere Asset-Manager eine wesentliche Rolle bei der Behebung einiger der dringlichsten Probleme, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist. Somit müssen wir nachweisen, dass wir zur Entwicklung sinnvoller Anlagelösungen, die den aktuellen Herausforderungen Rechnung tragen und zur Finanzierung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums beitragen, in der Lage sind.

Als Bindeglied zwischen Kapitalgebern und -nehmern befinden wir uns in einer privilegierten Position. Diese Chance zur Verbesserung der Welt, in der wir leben, gilt es optimal zu nutzen. Dies ist genauso wichtig wie die Mehrung des Vermögens unserer Kunden. Gelingt uns dies, dann wird die skeptische Öffentlichkeit unserer Branche ihre Daseinsberechtigung nicht mehr absprechen können.

Your assets in perfect balance

Not taking risks is still the biggest risk for investors. Inflation tends to eat up the small returns which secure investments offer. Investors will therefore need to take balanced and well-considered risks in order to preserve their purchasing power and their wealth. Diversification is key right now – and multi asset strategies are an obvious solution.

The principle of “avoiding risk at any price” should not be used as a guideline for investments. Indeed, we are in a capital market environment of low real returns. To put it simply, interest on traditional types of investment can no longer compensate for inflation (see chart 1). Here, no government bond or fixed-term deposit will help as a stand-alone investment. The goal is to achieve a positive real return! This really should be the objective in any investment decision.

However, in the wake of the financial and debt crisis, investors appear to be uncertain: uncertain about which future economic scenario will materialize, what kind of investment is appropriate and when is the best time to invest. A navigational aid on the performance of asset classes under various economic scenarios could be helpful here.

Please find the full report from Allianz Global Investors on multi asset strategies attached on the left.

“Talent, Team, Flexibility and Focus, the Elements of our Success!”

ifund fundmanager interview with Eric Bendahan, ELEVA European Selection Fund.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Eric Bendahan: The Eleva European Selection Fund seeks to achieve long term risk adjusted returns and capital growth by investing primarily in European equities and equity related securities. The Fund seeks to outperform the market represented by the STOXX Europe 600 EUR (net return) index and the Fund’s peer group in the medium to long term, through investments primarily in equities listed on the major European exchanges.

The Fund is actively managed, hence no formal ob­jectives have been determined in terms of relative ex­cess return of tracking error. However, we aim for the fund to outperform the universe represented by the STOXX 600 EUR (net return) by an average of 300­-400 bps net of fees per annum over 3 to 5 years, with a tracking error target of c. 6%.

The Eleva European Selection Fund applies a bottom­-up stock picking approach, which is active in nature and conviction­based in its stock selection. We believe that there are four elements of the Fund which ena­ble it to be differentiated from its competitors as follows:

  1. The Fund has a unique investment philosophy. Whilst applying a disciplined investment process, we focus on four strategic themes that have emerged through my experience and constitute an original an­gle on stock­picking, which in turn generate ideas for stock analysis. These are: Family­owned businesses, differentiated business models in mature industries, diverging valuations between equities and credit and companies undergoing significant management or shareholder changes.
  2. The investment talent of our team. I have more than 16 years of investment experience in European Equities, and our team possesses a unique, disciplined and replicable investment process and philosophy.
  3. Being a relatively small investment team, all our analysts exchange ideas on a constant basis. They are encouraged to challenge positions and investment ideas constantly. This constant feedback allows the team to be efficient in identifying new opportunities and enables us to act on any market excess (up or down).
  4. The active, all market cap, style agnostic and opportu­nistic investment style of the fund ensures maximum flexibility.

ifund: How do you add value for your investors?

Bendahan: The investment process and fund mana­gement of the firm as well as the team’s ability to re­plicate the stock picking process adds value for our investors. This is based on three dominant factors: i) the firm’s investment philosophy focusing on four strategic themes mentioned previously and the follow­ up screening performed reducing the investment uni­verse ii) the quality of the fundamental research step and iii) the discipline in portfolio construction.

ifund: How do you generate investment ideas?

Bendahan: From an initial investment universe of c.12,000 European listed companies, we keep only those that have at least EUR2m of daily liquidity, gi­ven that this is a key criteria in constructing our port­folio. For small and mid­caps, screenings are regularly performed to identify opportunities. These screenings are based on very strict criteria. Compa­nies are retained should they have either i) a market capitalization of more than EUR2bn or ii) an historic 5­-year top­line CAGR over 7% and a strong balance sheet (Net debt / EBITDA < 1.5x). The last step in the screening process is to keep companies that tick at least one of our four strategic themes mentioned pre­viously; Family­owned businesses, differentiated business models in mature industries, diverging va­luations between equities and credit and companies undergoing significant management or shareholder changes. This approach narrows the investment uni­verse to c.250 names.

This universe (c. 250 companies) will contribute to c. 80% of the portfolio, with the remaining 20% coming from ideas that only respect the first two criteria.

ifund: How is your team structured and who is re­sponsible for the investment decisions?

Bendahan: The investment team consists of myself, the Portfolio Manager, a senior Analyst or Deputy Portfolio Manager, three Analysts and an internal tra­der. All team members are involved at different levels in the research and management process of the fund and we are all located in the same open-­plan office in London.

Each Analyst from the team covers specific industries:

  • Armand Suchet d’Albufera: Healthcare and Consu­mer Discretionary
  • Benjamin Billiard: Banks, Technology, Telecoms
  • Rabih Freiha: Autos, Industrials, Utilities and Ener­gy
  • Vincent Resillot: Insurance, Real Estate, Consumer Staples and Materials

In order to have a better access and understanding of each country, plus an optimized agenda when visiting companies abroad, each Analyst is also in charge of a specific geographical area.

  • Eric Bendahan: Portugal, Italy, Ireland, Greece and Spain
  • Armand Suchet d’Albufera: Nordics
  • Benjamin Billiard: UK, Russia and Turkey
  • Rabih Freiha: Germany, Austria and Switzerland
  • Vincent Resillot: France and Benelux

As Portfolio Manager, I am the final decision maker and have full discretion for the stock selection and portfolio construction process in the respect of the fund’s investment policy and different investment constraints.

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Bendahan: We expect to outperform most market conditions with a replicable and disciplined invest­ment process. Being style agnostic, we believe that we can outperform when growth or value stocks are in favour. On the other hand, we will tend to under­perform in periods when mega­caps do better. We are stock pickers and hence like to focus on companies with a market cap range of €1.5­25 billion.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Bendahan: China has seen a significant credit and investment bubble over the last 10 years, and we are concerned with their ability to make a transition to­wards a consumption and service related economy. We expect an important downturn to take place at so­me stage so we continue to monitor the region closely. However, we do see a degree of stabilization in the short term. Another concern is the lack of liquidity in the credit market, we can expect wider swings in this asset class than previously seen in the past.

In terms of opportunity, in our view, the volatility in the market and the preference of market participants for growth companies has created significant opportunities on selected value names. In particular, we look for solid franchises with high free cash flow generation and a divergence between equity and credit market perception. At this stage we do not feel we need to ta­ke a cyclical risk to find these opportunities. We see them in the consumer discretionary, materials, telecoms and healthcare sectors in particular.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Bendahan: Prior to considering an investment, we al­ways take into account the stance of a company on environmental, social, and corporate governance stan­dards, using both our own research and specialized databases. In the case where a potential breach of one of the 10 Global compact principles is flagged, the team will engage with companies to encourage practice improvement. The team also sees this stage of the investment process as a risk management tool as it in­sures we have not failed to spot a flaw or potential issues in one of the companies on our radar. The Firm is also a signatory of the United Nations “Principles for Responsible Investment.”

Furthermore, Eleva has a strong collaboration with UNICEF UK. Each year, 9.9% of Eleva Capital’s pro­fits are donated to UNICEF UK via the Eleva Foun­dation. We will allocate this profit to projects run by UNICEF across the globe. The Eleva Foundation has chosen to support two UNICEF projects in 2016. The­se are reducing child malnutrition in Liberia and edu­cating herd boys in Lesotho. More information of each can be found on our website.

ifund: How do you invest your own personal assets?

Bendahan: Given that the company was only recent­ly created, a majority of my personal assets are inves­ted in the two strategies that I run, the Eleva European Selection and Eleva Absolute Return Euro­pe Funds. Not great from a diversification point of view, but at least I know exactly what I am invested in.

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Bendahan: In my leisure time my 4 daughters keep me busy! In any spare time I have, I enjoy cooking, Mediterranean food in particular.

About Eleva Capital
Eleva Capital is an independent London based investment manager, founded in 2014 by Eric Bendahan, currently comprising thirteen experienced professionals. Regulated by the FCA, Eleva Capital launched a Luxembourg based UCITS IV Fund in January 2015 and is 100% focused on actively investing in European equities, with investment solutions to suit different risk profiles. Eleva Capital is proud of its independence and wants to differentiate through its performance, client proximity and integrity. A long term partnership has been signed with UNICEF who are allocated c.10% of the profits of the Firm.

About Eric Bendahan
Eric Bendahan is the CEO of Eleva Capital and Portfolio Manager of the Eleva European Selection and Eleva Absolute Return Europe Funds. Eric has over 17 years’ experience managing European equities and has been responsible for managing this strategy for Luxembourg UCITS since 2002. Prior to founding Eleva Capital, Eric spent nearly nine years at Banque Syz & Co where he was responsible for managing Oyster European Opportunities, Oyster European Selection and Oyster Continental European Selection, three European equity strategies for Oyster Funds, a Luxembourg UCITS. Eric held this position from November 2005 to September 2014 and managed approximately EUR 2.4 billion as at September 2014. From April 1999 to October 2005, Eric held the position of European Equity Fund Manager at AXA investment managers in Paris, where he gained recognition for his performance including being named best manager for European equities by Citywire in 2005 for his risk adjusted returns. Eric is a graduate of ESSEC and a holder of the CFA.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German­speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news, +49 69 57708987 3

"Active Share: Lediglich eins von vielen Instrumenten“

In Anbetracht der zunehmenden Beliebtheit von passiven Strategien sollten aktive Manager mehr als je zuvor aufzeigen, dass sie in ihren Portfolios ein angemessenes hohes Risiko eingehen, um tatsächlich als „aktiv“ angesehen zu werden.

Wir, die Fondsmanager von aktiven Aktienfonds, müssen zeigen, dass wir in der Lage sind Portfolios zu konstruieren, die nachweislich Ertragsströme generieren können, welche die Erwartungen unserer Kunden erfüllen.

Wenn jedoch die Wertentwicklung der Vergangenheit keinen Hinweis auf die aktuelle oder zukünftige Wertentwicklung gibt, wie lassen sich dann am besten jene Fondsmanager ermitteln, die das Potenzial haben solche Erträge zu erwirtschaften?

Eine der entscheidenden Kennzahlen dafür ist unserer Auffassung nach der Active Share. Er zeigt den Grad der Abweichung eines Fonds von seiner Benchmark an und kann als Indikation dafür angesehen werden, wie „aktiv“ ein Portfolio verwaltet wird. In gewisser Weise ist es ein Messwert dafür, wie stark ein Fondsmanager von seinen Positionen überzeugt ist.

Die Tatsache, dass es nur geringfügige Überschneidungen zwischen einem Portfolio und seinem Index gibt, legt nahe, dass das Portfolio unter sonst gleichen Bedingungen zumindest das Potenzial für eine zukünftige Überperformance aufweist. Ein aktiver Fondsmanager kann gegenüber dem Index nur dann einen Mehrwert erzielen, wenn er von ihm abweicht.

Doch trotz der steigenden Beliebtheit der Kennzahl ist sie keinesfalls eine Wunderwaffe. Ein hoher Active Share sagt nichts über die Kompetenzen eines Fondsmanagers oder über seine Fähigkeiten aus, kluge Entscheidungen zur Alphagenerierung zu treffen. Auch hat er keinerlei aufklärenden Charakter über die zukünftige Wertentwicklung oder die Art und Weise, wie das Risiko innerhalb des Portfolios gesteuert wird, abgesehen von der Tatsache, dass es existiert.

Das Ausmaß des Active Share, dass erreichbar oder auch empfehlenswert ist, richtet sich nach dem Anlageziel des jeweiligen Fonds, der gewünschten Kapitalisierung sowie der Zusammensetzung des Index. In einem relativ konzentrierten Markt ist es beispielsweise schwer, einen ebenso hohen Active Share für ein Portfolio zu erreichen, den ein Fonds für Nebenwerte in einem breiteren Universum womöglich erzielt.

Für aktive Manager kann sogar das Risikoniveau eines Portfolios an sich als Zielvorgabe dienen. Ein umsichtiger Fondsmanager wird in volatilen Phasen eventuell das Risiko reduzieren. Insofern das Risikoniveau nach einer Normalisierung der Lage wieder angepasst wird, kann dies eine sinnvolle Möglichkeit zum aktiven Schutz des Anlegerkapitals darstellen.

Aus den vorangegangenen Gründen sollte der Active Share unserer Auffassung nach als nützliche Ergänzung in einem breiteren analytischen Rahmen gesehen werden. Allerdings ist er, ebenso wie der Value at Risk und davor der Tracking Error, lediglich eins von vielen Instrumenten, die Fondsselektoren einsetzen können.

Was ist der Active Share?

Martijn Cremers und Annti Petajisto beschreiben den Active Share in ihrem Artikel in The Review of Financial Studies1 im Jahr 2009 als den Anteil der Portfoliopositionen, der von den Positionen des Benchmarkindex abweicht.

Mathematisch lässt sich dies anhand der folgenden Gleichung darstellen:

Wobei wfund,i und windex,i die Portfoliogewichtungen eines Vermögenswerts i im Fonds und im Index sind und die Summe über das Universum aller Vermögenswerte addiert wird.

Die Summe des absoluten Werts der Differenz zwischen jeder Position im Fonds und im Index geteilt durch zwei ergibt den prozentualen Unterschied zwischen der Zusammensetzung der Anlagen im Fonds und dem Marktindex.

Interpretation – Aktivitätsniveau, Risiko und Wertentwicklung

Einfach zusammengefasst ist der Active Share eine leicht verständliche Maßeinheit dafür, wie aktiv ein Fondsmanager im Vergleich zu seinem Anlageuniversum vorgeht.

Bei einem Active Share von 100% gibt es keine Überlappung zwischen dem Fonds und dem Index. Bei einem Active Share von 0% sind sowohl die Portfoliobestandteile als auch ihre Gewichtungen im Fonds mit denen des Index identisch. Auf der Grundlage, dass ein nah am Index agierendes Portfolio nur schwer eine Outperformance erzielen wird, kann ein hoher Active Share als Indikation dafür angesehen werden, dass der Fonds zumindest das Potenzial für eine Outperformance (oder Underperformance) aufweist.

Die Kennzahl ist somit ein hilfreicher Indikator für das im Verhältnis zum Index eingegangene Anlagerisiko.

Für sich allein genommen sagt der Active Share jedoch nichts über die Kompetenzen eines Fondsmanagers oder über seine Fähigkeiten aus, erfolgreiche Anlageentscheidungen zu treffen. Die Tatsache, dass sich die Unternehmen im Fonds von denen im Index unterscheiden, bedeutet nicht, dass diese Unternehmen erfolgreiche Investitionen darstellen oder sich besser entwickeln werden als der Index.

Im Zuge der immer breiter werdenden Akzeptanz der Kennzahl innerhalb der Branche präsentieren manche Vermögensverwalter einen höheren Active Share als Maßstab für die Fachkompetenz. Mit Blick auf die Anlageperformance warnen wir jedoch davor, Ergebnisse des Active Share als Prognosewerte zu deuten.

Ein kürzlich veröffentlichter Artikel von Frazzini, Friedman und Pomorski2 kommt zu dem Schluss, dass Unterschiede in der Wertentwicklung zwischen Fonds mit hohem und mit niedrigem Active Share durch die starke Korrelation zwischen dem Active Share und der Art der Benchmark entstehen.

Nach Annahme der Autoren haben Fonds, die in Nebenwerte investieren, eine größere Wahrscheinlichkeit für ein höheres Ergebnis, weshalb sie zu dem Schluss gelangen, dass der „Active Share nach Bereinigung um die Benchmark keine Vorhersage über die Wertentwicklung zulässt“.

Faktoren, die den Active Share beeinflussen

Nicht nur die Zusammensetzung des Fonds wirkt sich auf die Berechnung des Active Share aus, auch die Zusammensetzung des Index ist wichtig.

Wenn sich der Index auf wenige sehr große Unternehmen beschränkt oder das Anlageuniversum schlichtweg nicht besonders groß ist, wird der Fondsmanager nur schwer einen hohen Active Share erzielen können.

Anders ausgedrückt vergleicht man Äpfel mit Birnen, wenn man den Active Share eines Fonds, der in einen diversifizierten globalen Index investiert, mit dem eines Fonds vergleicht, der in einen relativ konzentrierten Länderindex oder eine aufstrebende Region investiert.

Für das eine Extrem steht beispielsweise der MSCI All Country World Index, mit 2.484 Unternehmen. Der Euromoney Smaller European Companies (ex UK) Index hat 1.034 Unternehmen und der MSCI Emerging Markets Index hat 835. Bei jedem dieser Indizes können Fondsmanager einen hohen Active Share erzielen.

Beispiele für das andere Extrem sind Länderindizes wie der HDAX der Deutschen Börse mit lediglich 110 Unternehmen sowie der MSCI EM Eastern Europe Index mit nur 49 Positionen. Hier würden sich Überlappungen nur durch ein äußerst konzentriertes Portfolio vermeiden lassen.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein „angemessener“ Wert für einen aktiv verwalteten Nebenwertefonds mit Titelselektion bei 80% bis 90% liegt, während er sich für einen Fonds, der in Deutschland oder dem aufstrebenden Europa investiert, eher bei 40% bis 60% befindet. Ein direkter Vergleich ist somit schwierig. Zwingt man Fondsmanager dazu, vorab festgelegte Werte einzuhalten, kann dies in manchen Fällen zu einer übermäßig hohen Risikoübernahme und möglicherweise schlecht konstruierten Portfolios führen.

Für einen aussagekräftigen Vergleich ist die Verwendung des richtigen Index unabdingbar und auch das jeweilige Anlageziel eines Fonds sollte berücksichtigt werden.

Ebenso kann es vorkommen, dass sich ein Fondsmanager bewusst dafür entscheidet, in besonders volatilen Marktphasen das Risikoniveau des Portfolios insgesamt zu reduzieren oder auch zu erhöhen. Anders ausgedrückt ist auch die aktive Steuerung des Active Share selbst für manche Fondsmanager eine legitime Quelle für Risikomanagement und Ertragsgenerierung.

Der Vergleich des Active Share unter „normalen“ Bedingungen und während Phasen mit reduziertem (oder erhöhtem) Risiko würde sehr unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Das alles macht deutlich, dass der Active Share in keinem Fall isoliert, sondern als Teil eines breiteren analytischen Rahmens betrachtet werden sollte.

Fallstudie: Aktien Asien (ex Japan) versus Aktien Deutschland

Zur Veranschaulichung der genannten Punkte können zwei verschiedene Beispiele herangezogen werden: Unsere Anlagestrategien für Aktien Asien (ex Japan) und für Aktien Deutschland.

Mit 624 Unternehmen (Stand Ende Februar 2016) stellt der MSCI All Country Asia ex Japan Index einen breit diversifizierten Index dar, der sich gut für eine individuelle Aktienauswahl eignet. Unsere Anlagestrategie für Aktien aus Asien ex Japan weist zum Ende Februar 2016 einen Active Share von 88% auf.

Im Gegensatz dazu deckt der HDAX Index 95% des deutschen Aktienmarkts nach Kapitalisierung ab und ist mit lediglich 110 Unternehmen (Stand Ende Februar 2016) wesentlich konzentrierter. Unsere Anlagestrategie für deutsche Aktien weist zum Ende Februar einen Active Share von 56% auf.

Beide Strategien bewegen sich in sehr unterschiedlichen Anlageuniversen und weisen offensichtlich sehr unterschiedliche Active Shares aus. Dennoch erzielten beide Strategien relativ hohe risikoadjustierte Erträge, mit einer Information Ratio von 1,1 beziehungsweise 0,7 über die vergangenen 12 Monate3.

Dies zeigt sowohl die Bedeutung des Kontextes als auch die Gefahren der Annahme auf, dass ein hoher (oder niedriger) Active Share einen prognostizierenden Charakter in Bezug auf die Wertentwicklung hat.

Andere verfügbare Instrumente

Bei der Bewertung, wie ein Portfolio zusammengestellt wurde und bei der Beurteilung von Art und Ausprägung des eingegangenen Risikos, sollten verschiedene Kennzahlen berücksichtigt und ausgewertet werden. Der weiterhin aussagekräftige Tracking Error beispielsweise misst die Standardabweichung der Differenz von Portfolio- und Indexrenditen. Es überrascht kaum, dass zwischen Active Share und Tracking Error tendenziell eine gewisse Korrelation vorherrscht.

Die Analyse von Marktkapitalisierung und Portfoliopositionen außerhalb der Benchmark sowie Merkmale wie die Anzahl der Positionen, Eigenkapitalrendite, Wachstum von Gewinn je Aktie und Bewertungsmethoden stellen weitere hilfreiche Instrumente dar, um den Active Share in einen entsprechenden Zusammenhang zu setzen.

Der vielleicht wichtigste Maßstab ist jedoch, die Investmentphilosophie und den Anlageprozess des jeweiligen Fondsmanagers zu verstehen und im Rahmen dieser qualitativen Faktoren die quantitativen Ziele festzusetzen.

Fazit

Der Active Share ist durchaus ein hilfreicher Maßstab für die Positionierung eines Fondsmanagers im Vergleich zum Index und eine Indikation für das eingegangene Anlagerisiko im Vergleich zur entsprechenden Benchmark.

Er hat keinen prognostizierenden Charakter in Bezug auf die zukünftige Wertentwicklung und sollte immer in einem Kontext beurteilt werden, der das Bewusstsein für den Umfang und die Konzentration des Anlageuniversums sowie die Anlagemerkmale des Fonds an sich mit einbezieht. Aus diesem Grund ist der Vergleich des Active Share von zwei verschiedenen Fonds nur begrenzt aussagekräftig, wenn diese nicht auf die gleiche Weise in demselben Universum von Unternehmen verwaltet werden.

Eine Analyse des Active Share sollte fortlaufend erfolgen, da infolge von Anlageentscheidungen bewusst Veränderungen zur Erhöhung oder Reduzierung des Risikos vorgenommen worden sein könnten.

Die weitverbreitete Berücksichtigung des Active Share zur Bewertung von Fondsmanagern ist unserer Ansicht nach hilfreich bei der Bekämpfung des so genannten „Closet Indexing“, bei dem sich der Manager nicht von der Benchmark löst, sondern sich nah am Referenzindex orientiert. Die Kennzahl trug ohne Zweifel zum Verständnis dafür bei, wie Fondsmanager im Rahmen der Portfoliokonstruktion mit dem Risiko umgehen. Dennoch handelt es sich lediglich um eine einzelne Kennzahl. Eine Bewertung darüber, wie aktiv ein Fondsmanager tatsächlich vorgeht, sollte am besten nach Prüfung eines umfassenderen analytischen Rahmens getroffen werden.

Ken Lambden
Chief Investment Officer
Baring Asset Management

1) K.J Martijn Cremers und Antti Petajisto, How Active is Your Fund Manager?, Review of Financial Studies, Vol. 22, No. 9 (September 2009)
2) Frazzini, Friedman und Pomorski, Deactivating Active Share, Financial Analysts Journal, Vol. 72, No. 2 (März/April 2016)
3) Daten basieren auf der Wertentwicklung der ausschüttenden Anteilsklasse A GBP, Stand Ende Februar 2016. Die Wertentwicklung der Vergangenheit gibt keinen Aufschluss über die aktuelle oder zukünftige Wertentwicklung.

Disruptive Innovationen in der Gesundheitsbranche: Gibt es Chancen für Anleger mit Fokus auf Sicherheit und Schutz?

Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die Gesundheitskosten sind eine zunehmende Belastung für unsere Gesellschaft. Wir sind überzeugt, dass sie langfristig noch weiter ansteigen werden. Ein Blick in die Vereinigten Staaten zeigt, dass die allgemeinen Haushaltsentwicklungen besorgniserregend sind: Das Congressional Budget Office (CBO) der USA veröffentlichte kürzlich die Haushalts- und Wirtschaftsprognose für die Zeitperiode von 2015 bis 2025. Laut den Prognosen des CBO wird sich das US-Haushaltsdefizit im Jahr 2025 auf USD 1,1 Billionen (bzw. 4,0% des BIP) belaufen und die kumulativen Defizite werden im gleichen Zeitraum auf insgesamt USD 7,6 Billionen geschätzt.1 Die wichtigsten Faktoren für dieses anhaltende Defizit sind der Renteneintritt der Baby-Boom-Generation, die steigenden Bundeszuschüsse für die Krankenversicherung, wachsende Gesundheitsausgaben pro Begünstigten und steigende Zinssätze für die Schulden auf Bundesebene. 2025 wird nahezu ein Viertel des US-BIP allein für das Gesundheitswesen ausgegeben werden, dies im Vergleich zum heutigen Stand von etwa 16,4%.2

Es ist klar, langfristige Haushaltsprognosen sind in hohem Maße ungewiss. Entwicklungstrends wie die Alterung der Gesellschaft oder der Anstieg der Gesundheitsausgaben pro Kopf werden die öffentlichen Ausgaben voraussichtlich auch über das Jahr 2025 hinaus erheblich steigen lassen. Wird das aktuelle System beibehalten, wird die Staatsverschuldung auf Bundesebene nach Einschätzung des CBO im Jahr 2039 100 Prozent des BIP übersteigen. Dies entspricht etwa dem Prozentsatz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.3

Wir glauben, dass eine derartige Kostenentwicklung in der langen Frist nicht tragbar ist. Nehmen wir hierzu ein Beispiel aus der Gesundheitsbranche: Im Durchschnitt braucht es derzeit bis zu 12 Jahre und Kosten von bis zu USD 2,5 Milliarden4, um ein neues Medikament zu entwickeln. Nur fünf von 5 000 neuen Medikamenten werden bei Menschen getestet und nur eines von diesen fünf wird schlussendlich von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassen.5 Aus unserer Sicht sind neue technologische Ansätze dringend erforderlich, um diese Kostenentwicklung in der Gesundheitsbranche zu mäßigen.

Kann Technologie den Anstieg der Gesundheitsausgaben eindämmen?

Die Singularity University in San Diego (USA) organisiert jährlich die Exponential Medicine Conference. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Technologie den Gesundheitssektor verbessern kann. Laut den Befürwortern des Ansatzes muss die Branche einen Wechsel vom aktuellen symptom-/gebührenorientierten und reaktiven Modell zu einer prädiktiven und wertebasierten Medizin vollziehen. Wissenschaftler prognostizieren faszinierende Zukunftstrends auf diesem Gebiet und sind überzeugt, dass Technologie die gesamte Gesundheitsbranche revolutionieren wird.6 In diesem Zusammenhang möchten wir auf drei interessante Bereiche hinweisen:

Genomik: Die Kosten der DNA-Sequenzierung sind dreimal schneller gesunken, als es das Mooresche Gesetz7 vorhergesagt hätte: Sie sind drastisch von USD 100 Millionen pro Genom im Jahr 2001 auf heute etwa USD 1’000 pro Genom gefallen (vgl. Abb. 1).8 Es wird erwartet, das bis 2019 mehr als zwei Milliarden Genome, darunter 50 Millionen menschliche Genome, sequenziert werden.9 Wenn das sequenzierte Genom eines Menschen mit Millionen von Genomen anderer Menschen oder mit anderen Gesundheitsdatensätzen analysiert wird, können Big-Data-Technologien wie beispielsweise maschinelles Lernen und Datamining bestimmte Eigenschaften von Gesundheitsrisiken oder Krankheiten untersuchen und mögliche Präventionsmaßnahmen, Behandlungen oder Therapien empfehlen.10

Künstliche Intelligenz: Johnson & Johnson, der weltweit führende Hersteller von Gesundheitsprodukten, arbeitet beispielsweise mit IBM Watson Health, einem von IBM entwickelten Frage-Antwort-Computersystem, zusammen. Dieses IT-System verwendet mehr als 100 verschiedene Techniken, um Quellen und Nachweise zu identifizieren und auszuwerten.11 Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, ein Konzept für das Lesen und Verstehen von wissenschaftlichen Publikationen und Ergebnissen klinischer Studien zu entwickeln.12 Laut dem Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York müsste ein Mediziner jede Woche mindestens 160 Stunden lesen, um mit den neuesten medizinischen Erkenntnissen Schritt halten zu können. IBM Watson Health hat mehr als 2 Millionen Seiten aus medizinischen Fachzeitschriften und 1,5 Millionen Patientendaten verarbeitet. In Tests lag die Erfolgsquote der Lungenkrebsdiagnose von IBM Watson Health bei 90 Prozent (im Vergleich zu 50 Prozent bei den Medizinern aus Fleisch und Blut).13

Robotertechnik: Erhöhte Präzision, Genauigkeit und Mobilität von medizinischen Robotern führen zu besseren Ergebnissen bei chirurgischen Eingriffen und ermöglichen die Behandlung von mehr Patienten. Wir erwarten in Zukunft die Entwicklung einer neuen Generation von chirurgischen Robotern, die Routineeingriffe frei von menschlichen Fehlern und zu niedrigeren Kosten selbstständig durchführen können.

Laut einer Studie der George Mason University könnten bis 2025 die Kosteneinsparungen im Gesundheitssektor weltweit USD 1 Billion übersteigen. Dies sollte hauptsächlich durch Produktivitätssteigerungen in der Verwendung von Big-Data, Machine-to-Machine-Kommunikationstechnologien und der intelligenten Geräteüberwachung ermöglicht werden.14 Berechnungen von McKinsey zufolge könnte die Anwendung von Big- Data-Technologien alleine die Gesundheitsausgaben der USA um bis zu USD 450 Milliarden senken. Insbesondere das individuelle Screening von Patienten in Kombination mit einer Einschätzung der persönlichen Gesundheitsrisiken kann zu einer patientenspezifischen Behandlung führen.15 Darüber hinaus zeigte eine kürzlich von St. Jude Medical, einem Anbieter von kardiovaskulären Produkten, durchgeführte Studie, dass die Fernüberwachung von Herzpatienten zu Kosteneinsparungen von jährlich mehr als USD 370’000 pro 100 Patienten führt. Die Auswertung selbst umfasste 90’000 Patienten mit Herzschrittmachern, implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) oder kardialer Resynchronisationstherapie (CRT). Sie ergab, dass Ausgaben in Höhe von mehr als USD 333 Millionen für nicht notwendige Krankenhauseinweisungen und Krankenhaustage vermieden werden konnten.16

Fazit

Auch wenn der Gesundheitssektor bei der Verwendung von modernen Technologien andere Branchen wie dem Einzelhandel hinterherhinkt (teilweise aus Sorge um die Vertraulichkeit von Patientendaten), glauben wir, dass dieser bald aufholen könnte. Unserer Einschätzung nach wird es in diesem Bereich aufgrund des exponentiellen Datenwachstums (beispielsweise bei medizinischen Unterlagen, klinischer Forschung, digitalisierten Diagnostika, Sensoren oder tragbaren Geräten) zu disruptiven Veränderungen kommen. First Mover verzeichnen in diesem Bereich bereits erste Erfolge, was sicherlich auch ihre Wettbewerber zum Handeln bewegen wird.

Diese Entwicklungen sind für Konsumenten, Patienten und Steuerzahler sicherlich ermutigend, doch sie werfen auch eine wichtige Frage auf: Ist die Gesundheitsbranche bereit, das volle Potenzial dieser Trends auszuschöpfen?

Wir von der Credit Suisse glauben, dass sich das Wachstum disruptiver Technologien im medizinischen Bereich erst in der Anfangsphase befindet. Doch ebenso wie die Financial Times in einem aktuellen Bericht denken auch wir über mögliche Sicherheitsrisiken nach.17 Mit zunehmender Digitalisierung unserer Gesellschaft wachsen auch die Cyber-Risiken (einschließlich das Risiko von Datenschutzverletzungen oder Datenverlusten). Deshalb sind wir überzeugt, dass adäquate Datenschutzbestimmungen und ein optimaler Datenschutz notwendige Voraussetzungen sind, die erfüllt werden müssen – anderenfalls sind die genannten Einsparungsmöglichkeiten tendenziell begrenzt. Aus diesem Grund sind wir langfristige Aktionäre führender Unternehmen mit besonderem Fokus auf Schutz und Sicherheit, wie beispielsweise Big-Data-Analytik, Datenschutz und Verschlüsselung.

1 Quelle: CBO (2015): The Budget and Economic Outlook: 2015 to 2025, S. 15, URL: https://www.cbo.gov/publication/49892, 7.3.2016.
2 Quelle: OECD Health Statistics (2015): Focus on Health Spending, Juli 2015, S. 2, URL: https://www.oecd.org/health/health- systems/Focus-Health-Spending-2015.pdf, 7.3.2016.
3 Quelle: CBO (2015): The Budget and Economic Outlook: 2015 to 2025, S. 26, URL: https://www.cbo.gov/publication/49892, 7.3.2016.
4 Quelle: Scientific American (2014): Cost to Develop New Pharmaceutical Drug Now Exceeds $2.5B, in: Scientific American, 24. Nov. 2014, URL: http://www.scientificamerican.com/article/cost-to-develop-new-pharmaceutical-drug-now-exceeds-2-5b/, 16.3.2016.
5 Quelle: Lipsky et al. (2001): From Idea to Market: The Drug Approval Process, in: Journal of the American Board of Family Medicine, Sept./Okt. 2001, S. 365, URL: http://www.jabfm.org/content/14/5/362.full.pdf+html, 7.3.2016.
6 Quelle: Diamandis (2015): Exponential Medicine: Healthcare Is Broken, Here’s How We’re Going Fix It, URL: http://singularityhub.com/2015/11/10/exponential-medicine-healthcare-is-broken-heres-how-we-are-going-fix-it/, 8.3.2016.
7 Gemäss dem Mooreschen Gesetz verdoppelt sich die Rechenleistung etwa alle zwei Jahre, da immer kleinere Transistoren immer enger in Silizium-Wafers gepackt werden, wodurch die Leistung steigt und die Kosten sinken (Quelle: Moore, G. (1965): Cramming More Components onto Integrated Circuits, in: Electronics, S. 114–117, 19. April 1965)).
8 Quelle: Nature (2014): Technology: The USD 1’000 genome, in: Nature, 19. März 2014, URL: http://www.nature.com/news/technology- the-1-000-genome-1.14901, 11.3.2016.
9 Quelle: ARK Invest (2014): Heading for USD 100: The Declining Costs of Genome Sequencing & The Consequences, 21. Aug. 2014, URL: http://ark-invest.com/genomic-revolution/declining-costs-of-genome-sequencing, 14.3.2016.
10 Quelle: MIT Review (2016): DNA App Store, in: MIT Technology Review: 10 Breakthrough Technologies, Ausgabe 119, Nr. 2, März/April 2016, S. 53.
11 IBM Watson ist ein kognitives System, das den menschlichen Lernprozess nachbilden soll, jedoch ohne die Fehleinschätzungen, die aus dem Gedächtnis oder der zeitlichen Beschränkung resultieren. In einer Welt mit rapide wachsenden Datenmengen ist Letzteres besonders wichtig. Der Mensch alleine kann nicht die Bedeutung aller Informationen, die jeden Tag generiert werden, erfassen (Quelle: IBM (2011): DeepQA-Projekt: FAQ, URL: http://researcher.watson.ibm.com/researcher/view_group_subpage.php?id=2159, 14.3.2016)).
12 Quelle: Johnson & Johnson (2015): Johnson & Johnson and IBM Announce Plans to Collaborate on Advanced Solutions Designed to Transform Healthcare Delivery, Medienmitteilung, 13. April 2015, URL: http://www.jnj.com/news/all/Johnson-Johnson-and-IBM- Announce-Plans-to-Collaborate-on-Advanced-Solutions-Designed-to-Transform-Healthcare-Delivery, 14.3.2016.
13 Quelle: Steadman (2013): IBM's Watson is better at diagnosing cancer than human doctors, in: Wired, 11. Feb. 2013, URL: http://www.wired.co.uk/news/archive/2013-02/11/ibm-watson-medical-doctor, 14.3.2016.
14 Quelle: Thierer/Castillo (2015): Projecting the growth and economic impact of the internet of things, Juni 2015, in: Economic Perspectives, S. 2, URL: http://mercatus.org/publication/projecting-growth-and-economic-impact-internet-things, 8.3.16.
15 Quelle: McKinsey (2013): The big-data revolution in US health care: Accelerating value and innovation, April 2013, URL: http://www.mckinsey.com/industries/healthcare-systems-and-services/our-insights/the-big-data-revolution-in-us-health-care, 11.3.2016.
16 Quelle: Settles (2015): Remote Patient Monitoring in Healthcare, in: TechnologyAdvice, 15. Juni 2015, URL: http://technologyadvice.com/medical/blog/remote-patient-monitoring/, 14.3.2016.
17 Siehe Financial Times (2016): Healthcare sector warned to be alert for hack attacks, in: The Financial Times, The Connected Business, Special Report, 2. März 2016, S. 3.

"Die Attraktivität von Contingent Convertibles gegenüber Aktien dürfte sich zunächst fortsetzen"

Olaf Struckmeier, Fondsmanager des UniInstitutional CoCo-Bonds von Union Investment, spricht im Fundmanager Interview von ifund und altii über die Chancen und Risiken von CoCo-Bonds sowie die Wichtigkeit der Titelauswahl und des Risikomanagements.

Beschreiben Sie kurz Ihren Fonds und was ihn von der Konkurrenz unterscheidet?
Der UniInstitutional CoCo Bonds investiert überwiegend in Contingent Convertibles (sogenannte CoCo-Bonds) internationaler Unternehmen. Daneben mischen wir klassische Nachranganleihen und Unternehmensanleihen bei. In unserem Fonds haben CoCo-Bonds derzeit einen Anteil von rund 70 Prozent. Damit ist der UniInstitutional CoCo-Bonds der bisher einzige Fonds am Markt, der derart stark in diese spezielle Wandelanleihe-Art investiert ist. Als wir den Fonds 2014 aufgelegt haben, waren wir einer der ersten Anbieter solcher Produkte. Unsere ersten Investitionen in Pflichtwandelanleihen haben wir sogar bereits 2011 getätigt.
Wir unterscheiden uns von unseren Mitbewerbern vor allem durch drei Faktoren: unser personell stark aufgestelltes Team mit überdurchschnittlicher Expertise im Management von Contingent Convertibles, unseren risikokontrollierten Investmentansatz und unseren integrierten Investmentprozess. Auch arbeiten wir eng mit unseren Kollegen aus dem Aktien- Portfoliomanagement zusammen, die die Banken aktienseitig durchleuchten und bewerten. Wir haben Research-Tandems zwischen Credit- und Aktienseite gebildet, um die Zusammenarbeit zu professionalisieren und größtmögliche Synergien zu nutzen. Durch diese teamübergreifende Zusammenarbeit können wir im Vergleich zum Wettbewerb einen Informationsvorsprung erzielen.

Wie generieren Sie Mehrwert für die Investoren?
Unser Investmentprozess sichert uns nicht nur einen Informationsvorsprung, sondern generiert auch einen messbaren Mehrwert für unsere Investoren. Innerhalb des Anlageprozesses ist der Portfoliomanager für die gesamte Wertschöpfungskette zuständig – vom Research über die Portfoliokonstruktion bis hin zur Handelsausführung. Dem Research und der Titelselektion kommen dabei eine besondere Bedeutung zu: Uns ist es wichtig, bereits bei der Selektion geeigneter Emittenten Rating-Herabstufungen und potenzielle Ausfälle konsequent zu vermeiden. Hierfür haben wir eine einzigartige Datenbank für CoCo-Bonds und ihre spezifischen Faktoren – wie Kapitalschwelle oder länderspezifische Puffer – entwickelt, mit deren Hilfe wir umfangreiche Risikoanalysen und -bewertungen durchführen. Daneben ermöglicht uns die Datenbank, uns rechtzeitig vor der Verschlechterung der Kreditqualität mit dem entsprechenden Emittenten befassen.

Wie finden Sie neue Investmentideen?
Contingent Convertibles sind komplexe Anlageinstrumente mit spezifischen Chancen und Risiken. Der gezielten Einzeltitelauswahl kommt damit eine noch höhere Bedeutung zu als bei klassischen Anleihen. Unsere Gruppe ist Research-seitig nach Ländern aufgestellt. Der Portfoliomanager ist somit nicht nur für das Management der von ihm verantworteten Portfolios verantwortlich, sondern ist darüber hinaus Experte für die Analyse von Banken in ausgewählten Ländern. Die Identifizierung von Investmentideen liegt in der Verantwortung der Teammitglieder.
Zusätzlich greifen wir auf die Expertise unserer Kollegen im Aktienfondsmanagement zurück, die uns einen Einblick in die Strategie und die Bilanzziele der Unternehmen ermöglichen. Häufig vereinbaren wir gemeinsam mit unseren Aktienexperten einen Gesprächstermin mit dem Management des jeweiligen Unternehmens. Nur so bekommen wir einen Einblick, wie ernsthaft sich das Unternehmen um seine Anleihegläubiger bemüht. Derzeit hat das Portfoliomanagement über 4.000 Unternehmenskontakte im Jahr, die in die Investitionsentscheidung einfließen können.

Wie ist das Team strukturiert und wer trifft die Investmententscheide?
CoCo-Bonds betreffende Kauf- und Verkaufsempfehlungen werden innerhalb unserer Gruppe „Financials“ getroffen – einem Teilbereich der Abteilung Unternehmensanleihen bei Union Investment. Wir besitzen eine umfassende Expertise im Bereich der Nachranganleihen, die seit jeher Bestandteil des Rentenfondsmanagements sind. Dies gilt vor allem für den Finanzsektor, der neben mir von vier weiteren Spezialisten analysiert wird. Als Experten im Bereich Financials obliegt uns die Empfehlung hinsichtlich der Umsetzung und Gewichtung entsprechender Investmentideen. Der verantwortliche Portfoliomanager entscheidet jedoch unter Berücksichtigung der individuellen Anlagerichtlinien über die finale Zusammensetzung des Portfolios.
Die Abteilung Unternehmensanleihen im Haus von Union Investment wird von Stephan Ertz geleitet, der über eine langjährige Erfahrung in diesem Anlagesegment verfügt. Insgesamt tragen die 13 Investmentspezialisten seiner Abteilung mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von rund 13 Jahren mit ihrem Research zu unserer Nachranganleihe- Strategie bei. Unser Investmentteam verantwortet derzeit rund 17,2 Milliarden Euro.

In welchem Marktumfeld kann Ihr Anlagestil vor allem überzeugen?
Das lässt sich nicht pauschal beurteilen. Wir managen den Fonds aktiv – das heißt, wir sind ständig dabei, unser Portfolio zu bewerten, zu kontrollieren und an die Marktgegebenheiten anzupassen. Uns stehen umfangreiche volkswirtschaftliche Analysen zur Verfügung, wir haben also das konjunkturelle Gesamtbild ständig im Blick. So können wir rechtzeitig agieren und reagieren. Aufgrund unseres bottom-up-getriebenen Einzeltitelselektion spielt unsere umfassende Emittenten- und Instrumentenanalyse jedoch eine deutlich wichtigere Rolle. Wir versuchen bereits im Vorfeld nur solche Titel zu selektieren, die über ein optimales Ertrags- Risiko-Profil verfügen und die wenig anfällig gegenüber exogener Störfaktoren sind. Dennoch lassen sich Marktturbulenzen wie zum Jahresbeginn nicht immer punktgenau vorhersehen. Bereits Ende des vergangenen Jahres haben wir das Portfolio aber etwas defensiver positioniert und die Kasseposition durch Verkäufe und Mittelzuflüsse auf bis zu 20 Prozent ausgeweitet. Durch unser aktives Management konnten wir uns der Marktentwicklung zwar nicht gänzlich entziehen, jedoch wies das Portfolio im Vergleich zum Gesamtmarkt deutlich geringere Verluste auf.

Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen und die größten Risiken im Markt?
Der Markt für Contingent Convertibles befindet sich derzeit im Spannungsfeld zwischen einem – regulatorisch bedingtem – steigendem Kapitalbedarf und rückläufigen Gewinnen im Bankensektor. Aus fundamentaler Sicht hat sich die Lage im Finanzsektor merklich verbessert, vor allem im Hinblick auf die Kernkapitalquoten. Solange der Kapitalbedarf der Banken steigt und die Notwendigkeit besteht, aufsichtsrechtliche Vorgaben zur Eigenkapitalausstattung zu erfüllen, dürfte auf mittlere Sicht die Notwendigkeit bestehen, weitere CoCo-Bonds zu emittieren. Derzeit liegen die Bondrendite aber im Bereich der Eigenkapitalkosten. Daher rechnen wir vorerst mit keinen größeren Neuemissionen. Angesichts des derzeit knappen Angebots und der interessanten laufenden Verzinsung dürfte sich die Attraktivität von Contingent Convertibles gegenüber Aktien zunächst fortsetzen. Die größten Risiken liegen in der höheren Volatilität und Illiquidität von Pflichtwandelanleihen gegenüber klassischen Unternehmensanleihen.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen Sie in Ihrem Investmentprozess?
Der UniInstitutional CoCo Bonds ist zwar kein zertifizierter Nachhaltigkeitsfonds. Dennoch hat Union Investment in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um unser Bekenntnis zu ethischem und nachhaltigem Handeln zu untermauern. Hierfür binden wir seit geraumer Zeit verschiedene Nachhaltigkeitskriterien in unseren Investmentprozess ein. Die Anleihen unseres Investmentuniversums werden von unseren Nachhaltigkeitsspezialisten zusätzlich untersucht. Wir kaufen nur solche Titel in unser Portfolio, die gewissen ökologischen, sozialen und ökonomischen Mindestanforderungen genügen. Beispielsweise investieren wir nicht in Emittenten, die in die Herstellung von Streubomben oder Landminen involviert sind.

Über Union Investment: Union Investment wurde 1956 als Kompetenzzentrum für Asset Management in der genossenschaftlichen FinanzGruppe gegründet. Unsere stabile Eigentümerstruktur, mit der Stärke unserer Haupteigner DZ BANK AG und WGZ BANK AG, erlaubt uns eine Fokussierung auf solide, langfristige Kundenbeziehungen, die von gegenseitigem Vertrauen und Offenheit geprägt sind. Mit einem verwalteten Vermögen von EUR 264 Milliarden sind wir einer der größten deutschen und mittlerweile auch europäischen institutionellen Asset Manager (per 29. Februar 2016). Für uns als aktiver Asset Manager stellt die Fundamentalanalyse dabei die Basis für erfolgreiches Portfoliomanagement dar. Das Management von Unternehmensanleihen ist eine unserer Kernkompetenzen.

Über ifund: ifund bietet Fonds-Research, Managerauswahl und Asset Management auf der Grundlage von liquiden Investmentfonds. Zu den Kunden zählen Banken, Vermögensverwalter, Family Offices, Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften in Europa. ifund hat die