Mit künstlicher Intelligenz gegen Wasserverknappung

Die Technologie ist der Schlüssel zur Lösung der weltweit wachsenden Wasserknappheit. Thematische Investoren können die Gelegenheit nutzen, erklären Cédric Lecamp, Senior Investment Manager, und Marc-Olivier Buffle, Senior Product Specialist, beide Pictet Asset Management.

Ein Viertel eines Prozents. So viel Wasser der Welt ist nutzbar. Der Rest ist zu salzig, zu verschmutzt oder gefroren. Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und dem Aufkommen der Mittelklasse nimmt der Druck auf diese lebenswichtige, aber knappe Ressource zu1. Bis 2030 wird unser Planet laut UNESCO mit einer 40-prozentigen Verknappung der Süsswasserversorgung konfrontiert sein. 

WASSERSTRESS

Süsswasserentnahme als Prozentsatz der Wasserreserven

Gesamtwasserentnahme aus Landwirtschaft, Industrie und kommunaler/heimischer Nutzung.
Quelle: UN Food and Agriculture Organization, Our World in Data; Daten für den Zeitraum 2012-2014. 

Wir müssen eindeutig dafür sorgen, dass das Wasser weiter fliesst. Das bedeutet, weniger zu verbrauchen, mehr zu recyceln und die derzeit nicht nutzbaren Reserven zu nutzen. 

Um dies zu erreichen, sind Investitionen sowohl des öffentlichen als auch des privaten Sektors, Bildungsprogramme für alle Altersgruppen erforderlich, und wir brauchen Technologie und Innovation, um die Produktivität der Ressource Wasser zu verbessern. Die Wasserstrategie von Pictet Asset Management konzentriert sich insbesondere auf den Beitrag, den Investitionen und Technologien leisten können.

Weniger verbrauchen

Die Landwirtschaft ist ein Top-Ziel für die Wassertechnologie, da sie bei weitem der grösste Nutzer der Flüssigkeit ist.

WACHSENDER DURST

Globaler Frischwasserverbrauch (in Billionen Kubikmetern)

Quelle: Global International Geosphere-Biosphere Programme (IGB), Our World in Data. Daten für den Zeitraum 01.01.1901-31.01.2014.

Sie macht 70 Prozent des weltweiten Gesamtverbrauchs von rund 5.000 Kubikkilometern pro Jahr aus.

Die Präzisionsbewässerung ist eine der Innovationen, die darauf abzielt, die kostbare Wasserressource zu erhalten, indem sie sowohl den Flüssigkeitsverbrauch der Landwirtschaft reduziert als auch die erforderliche Menge an Fungiziden, Herbiziden und Pestiziden senkt - was wiederum die Wasserverschmutzung reduziert.

So kann beispielsweise die neue sensorgestützte IoT-Technologie genau bestimmen, wann und in welcher Menge Wasser benötigt wird. Dies senkt den Wasserverbrauch und steigert den Ernteertrag.

In kleinerem Massstab können intelligente Sprinkler, die über eine Handy-App gesteuert werden, den Wasserverbrauch in Hausgärten reduzieren. Diese Technologien sind bereits ein grosses Geschäft. Der globale Markt für Mikrobewässerungssysteme wird sich bis 2025 voraussichtlich mehr als verdreifachen und 14,9 Milliarden US-Dollar erreichen2.

Mehr recyclen

Neben dem geringeren Wasserverbrauch müssen wir auch mehr recyceln.  Privatunternehmen sind sich der Herausforderung bewusst, denn der globale Markt für Abwasserrecycling wächst jährlich um 20 Prozent. Das grösste technologische Problem ist hier die Entfernung von Mikroschadstoffen, die Gesundheits- und Umweltprobleme verursachen können. Wenn wir es jedoch reinigen können, wird das Abwasser zu einer grossen Ressource.

Dank der Fortschritte in der analytischen Chemie können wir heute Konzentrationen bis hinunter zu Teilen pro Billion messen - das entspricht einem Tropfen Verunreinigung in 500.000 Barrel Wasser. Das gibt ein viel grösseres Vertrauen in die Qualität des aufbereiteten Wassers und öffnet sogar die Tür zu recyceltem Wasser, das nicht nur für den industriellen, sondern auch für den menschlichen Gebrauch geeignet ist.

Neue Lebensfreude

Innovation ist nicht nur notwendig, um neue Systeme zu schaffen, sondern auch, um alte zu erhalten. Die Alterung der Infrastruktur ist ein grosses Problem. Allein in den USA gehen jährlich 1,7 Billionen Gallonen aufbereitetes Trinkwasser durch Undichtigkeiten verloren, was 2,6 Milliarden US-Dollar kostet.  Technologie kann helfen, Fehlerquellen schneller zu lokalisieren und alten Rohren ein neues Leben einzuhauchen3.

Intelligente Wasserzähler können oft die erste Anlaufstelle sein, da sie Veränderungen in der Wassernutzung aufgreifen. In Barcelona zum Beispiel werden Smart Meter-Kunden per E-Mail oder Telefon benachrichtigt, wenn ein höherer Verbrauch oder Leckagen festgestellt werden. Dies hat der Stadt geholfen, ihren Wasserverbrauch pro Kopf um ein Fünftel zu senken4.

Für eine maximale Wirkung müssen die Daten von intelligenten Zählern zusammengeführt, mit Informationen anderer Sensoren kombiniert und anschliessend analysiert werden, um bestehende oder zukünftige Probleme zu identifizieren. Hier kommen Unternehmen wie die in Singapur ansässige Visenti ins Spiel. Die IoT-Plattform von Visenti kann Daten über Durchflussmengen, Gesamtvolumen, Druck und Wasserqualität verwalten, Echtzeitinformationen liefern und bei Anomalien Warnmeldungen senden.

Roboter-Netzwerkinspektoren, wie sie von Pure Technologies entwickelt wurden, sind eine weitere Verteidigungslinie, insbesondere bei teuren Grossrohren. Das Unternehmen Xylem hat auch den frei schwimmfähigen SmartBall entwickelt, der die akustische Aktivität messen kann, um Lecks zu erkennen5.

Gemeinsam können diese etablierten Technologien - und neue, die sich derzeit in der Entwicklung befinden - dazu beitragen, dass es weltweit genügend sauberes Wasser gibt. Als Investoren haben wir die Möglichkeit, bei dieser neuen und schnell wachsenden Flut an vorderster Front zu stehen.

PICTET-WATER STRATEGIE

Säkulares Wachstum

Ausrichtung auf schnell wachsende Wirtschaftssektoren mit Visibilität von Wachstum und Margen und einem langfristigen Horizont.

Starker Fokus

Konzentration auf reine Geschäftsmodelle in einem konzentrierten thematischen Anlageuniversum, unterstützt durch ein spezialisiertes Investmentteam.

Diversifikation

Uneingeschränktes Portfolio mit geringer Überschneidung mit globalen Aktienindizes.


1) OECD prognostiziert, dass die weltweite Mittelklasse-Bevölkerung bis zum Jahr 2030 auf 4,9 Milliarden Menschen ansteigen wird, von 1,8 Milliarden in 2009.
2) Inkwood Research, 2017
3) US Environmental Protection Agency (EPA)
4) Water demand management strategies for water-scarce cities: The case of Spain, 2018, C.Tojada, F.Gonzalez-Gomez, A.K.Biswas et al
5) Xylem ist eine der Positionen im Pictet-Water Portfolio per 13.03.2019; das Unternehmen besitzt Visenti und Pure Technologies

Das könnte Sie auch interessieren: Wenn es um nachhaltige Wassernutzung geht, ist Singapur weltweit führend. Erfahren Sie, welches Land Singapur dicht auf den Fersen ist.

Über Cédric Lecamp

Cédric Lecamp kam 2007 zu Pictet Asset Management und ist Senior Investment Manager im Thematic Equities Team. Cédric Lecamp erwarb einen Bachelor in Rechtswissenschaften an der Universität Durham (GB) und hat einen Master in Handel und Verwaltung der Wirtschaftshochschule HEC Genf.


Über Marc-Olivier Buffle

Marc-Olivier Buffle kam 2014 zu Pictet Asset Management. Er ist Produktspezialist im Thematic Equities team. Bevor er zu Pictet wechselte, war er bei RobecoSAM nacheinander als Senior-Analyst, Leiter Industriewerte und Leiter SI Research tätig. Davor war er bei Danaher Corporation für die Geschäftsentwicklung verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn fing er bei Trojan Technologies in London, Kanada, als Teamleiter R&D mit Schwerpunkt auf Wasseraufbereitungstechnologien an. Marc-Oliver Buffle erwarb an der ETH Zürich einen MSc als Ingenieur und an der EAWAG den Doktortitel in Umweltchemie. Er ist der Verfasser von Patentschriften, wissenschaftlichen Artikeln und Veröffentlichungen zu Technik und Finanz.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Nachhaltige ETFs – macht das Sinn?

von Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, GLS Bank.

Das Wachstum von ETFs („Exchange-Traded Funds“) scheint unaufhaltsam. Gemäß einer Studie des Datenanbieters Morningstar stieg das Volumen der im europäischen Markt angebotenen ETFs Ende 2017 auf 670 Milliarden Euro. Vier Jahre zuvor waren es erst 284 Milliarden Euro. Weltweit wurden sogar 5,15 Billionen US-Dollar in ETFs verwaltet. Die Rekordzuflüsse erklären sich unter anderem dadurch, dass diese Fonds landläufig als leicht nachvollziehbare und günstige Produkte gelten. Mit nachhaltigen ETFs würden Anleger*innen demnach günstige Fonds erwerben, die gut fürs Gewissen sind. Wer daran zweifelt und überlegt, ob diese Fonds eine ökonomisch sowie sozial-ökologisch sinnvolle Anlagemöglichkeit sind, ist auf dem richtigen Weg.

ETF-Markt weist risikoreiche Strukturen auf

Schaut man sich ETFs genauer an, so stellt sich heraus, dass die Strukturen hinter einem ETF alles andere als leicht nachvollziehbar sind. Der Kauf und Verkauf von ETF-Anteilen erfolgt über die Börse. Im Gegensatz zur einmal täglichen Preisfeststellung bei aktiv gemanagten Publikumsfonds findet bei ETFs eine fortlaufende Preisstellung statt. Dies erfordert eine komplexe Handelsarchitektur. Anleger*innen handeln nicht direkt mit dem ETF-Emittenten. Dazwischen geschaltet ist ein sogenannter Authorized Participant (AP). Er agiert als Mittelsmann zwischen Käufern/Verkäufern, bzw. dem Börsenhandel und dem ETF-Emittent. APs sind typischerweise große Finanzinstitute, wie etwa Bank of America, Barclays, Deutsche Bank, HSBC und weitere, die in vielen Fällen ebenfalls als ETF-Anbieter aktiv sind. Sie ermöglichen in einem mehrstufigen Prozess den Handel und bringen je nach Bedarf neue Anteile („Creation Units“) in Umlauf.

In Stressphasen, wenn es zu heftigen Kursverlusten an den Aktienmärkten kommt, hat diese Konstellation mitunter fatale Folgen. Es besteht das Risiko, dass die Wertverluste von ETFs die Verluste ihres Referenzindizes übersteigen. Auf einen Grund dafür wies das „Financial Stability Board“ 2017 ausdrücklich hin. So seien APs nicht dazu verpflichtet, ETF-Anteile jederzeit auszugeben oder zurückzunehmen. Sie tun dies nur dann, wenn dies in ihrem eigenen Interesse liegt. Kommt es also zu einer Marktsituation, in der wenige oder keine APs mehr bereit sind, ETF-Anteile zu handeln, sind diese nur noch mit deutlichen Abschlägen oder gar nicht mehr verkäuflich.

Dies ist auch deswegen als kritisch anzusehen, weil der Markt mittlerweile oligopolistische Strukturen angenommen hat. Drei Anbieter vereinen den überwiegenden Anteil des globalen Anlagevolumens der ETFs auf sich: Vanguard, BlackRock (iShares) und State Street Global Advisors. Hohe Markteintrittshürden verhindern Wettbewerb. Bei weiter steigenden ETF-Volumina kann dies sogar dazu führen, dass eine Handvoll von ETF-Vermögensmanagern in hohem Maße Stimmrechte großer Aktiengesellschaften ausüben und somit die Kontrolle über diese Unternehmen erlangen könnte – mit unabsehbaren Folgen für die Governance von Unternehmen und Finanzmärkten. Davor warnte nicht irgendwer, sondern John Bogle, der „Erfinder“ von ETFs, in einem kurz vor seinem Tod erschienen Beitrag für das Wall Street Journal.    

Synthetische ETFs ohne positive sozial-ökologische Wirkung

Aus Nachhaltigkeitssicht betrachtet sind die Probleme noch gravierender. Auch wenn es am Markt (bisher) keine allgemein anerkannte Definition gibt, was eine nachhaltige Kapitalanlage ausmacht, so gibt es zumindest einen gemeinsamen Nenner: Projekte und Unternehmen finanzieren, die bestimmte sozial-ökologische Kriterien erfüllen. Um dies zu erreichen, muss Kapital in der realen Wirtschaft allokiert werden. Bereits hier lauert der erste Stolperstein. Denn ETFs unterscheiden sich deutlich voneinander. Auf der einen Seite gibt es replizierende (oder „physische“) ETFs, die einen Fonds durch Kauf bzw. Verkauf der Inhalte des Referenzindex nachbilden. Bei der Vollreplikation geschieht dies zu 100%, (das heißt, der Fonds kauft alle Titel des Indexes in der entsprechenden Indexgewichtung), beim „Sampling“ nur teilweise. So weit, so gut.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch so genannte synthetische ETFs. Dabei handelt es sich um Fonds, die gar nicht direkt in Indextitel investieren. Das Portfolio setzt sich vielmehr aus Swaps, also derivativen Finanzinstrumenten zusammen, mit denen künstlich der Index nachgebildet werden soll.  Eine positive gesellschaftliche Wirkung ist bei diesen ETFs nicht erkennbar. 

Der sozial-ökologische Auswahlprozess vieler ETFs bleibt ohne Wirkung

Doch welche Wirkung haben replizierende ETFs, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen? Die überwiegende Mehrheit der am Markt verfügbaren ETFs bilden die großen Börsenindizes ab (MSCI World, FTSE Russell, etc.). Für diese Börsenindizes haben ETF-Anbieter in den vergangenen Jahren Nachhaltigkeits-ETF-Paletten entwickelt. Die Praxis zeigt, dass Anbieter ihre Referenzindizes vorrangig anhand von Finanzkennzahlen wie der Marktkapitalisierung erstellen. Erst danach spielen Nachhaltigkeitskriterien eine Rolle. Die bekannten Indizes setzen sich demnach aus großen Unternehmen zusammen. Kleine und mittlere Unternehmen, die z.B. in Deutschland die Energiewende vorangetrieben haben und häufig innovative Geschäftsmodelle vorantreiben, finden keine Beachtung. 

Der sozial-ökologische Auswahlprozess orientiert sich dabei in der Regel an der gängigen Branchenaufteilung. Es sollen die Unternehmen jeder Branche mit der besten Nachhaltigkeitsleistung ausgewählt werden (Best-in-Class). Ein Fokus auf Branchen mit positiver nachhaltiger Wirkung wird selten gelegt oder hat nur Einfluss auf die Gewichtung, nicht die Auswahl von Indextiteln. Dadurch bleiben häufig kontroverse Branchen und Unternehmen im Portfolio. Dies hat beispielsweise zur Folge, dass aktuell im FTSE All-World Russell Green Revenues Index ein Ölkonzern, im Dow Jones Sustainability Index World sogar zwei andere Ölkonzerne unter den Top 10-Werten gelistet sind. 

Einzelne aktiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds, darunter diejenigen der GLS Bank, nehmen gezielt an Anleiheemissionen und Kapitalerhöhungen teil, um Unternehmen Kapital direkt zur Verfügung zu stellen. Denn gerade die Direktfinanzierung stellt einen Hebel für eine hohe sozial-ökologische Wirkung dar. Diese Zielsetzung steht bei ETFs aufgrund ihrer Handelsstruktur nicht im Vordergrund. 

Was ein strenger Nachhaltigkeits-ETF leisten sollte

Doch wie könnte dann ein strenger Nachhaltigkeits-ETF aussehen? Die gute Nachricht: viele der genannten Defizite sind kein inhärentes Problem von ETFs. So kann bei der Definition des Ausgangsuniversums bereits sichergestellt werden, dass sozial-ökologische Kriterien eine wesentliche Rolle spielen. Dies ist am Markt bei kleinen Indizes wie dem Natur-Aktien-Index (30 Werte) oder dem Global Challenges Index (50 Werte) der Börsen Hamburg-Hannover der Fall. Auch stellt die Direktfinanzierung von Unternehmen kein unüberwindbares Problem dar. Die schlechte Nachricht: Idealerweise sollte ein wirkungsvolles Nachhaltigkeitsresearch die Qualität der Indextitel überwachen und Mechanismen entwickeln, kontroverse Titel auszuschließen bzw. durch Engagement bzw. Einflussnahme auf die Unternehmen auf eine Verbesserung hinarbeiten. Hier zeigt sich die Kehrseite von ETFs. Denn geringe Kosten führen zu geringen Einnahmen, die diese Mechanismen ggf. nicht finanzierbar machen. 

Fazit: Bei der Auswahl von ETFs müssen Anleger genau hinschauen

So unkompliziert und einleuchtend das Konzept passiv verwalteter Fonds auf den ersten Blick erscheint, so wichtig ist es, sich kritisch mit ETFs auseinanderzusetzen. Bereits die Abwicklung des ETF-Börsenhandels ist hochkomplex. Anleger stoßen auf eine vielschichtige Handelsstruktur, die zum Teil schwer durchschaubare finanzielle Risiken birgt. Um keine Fehlentscheidung zu treffen, müssen Investoren sehr aufmerksam die Fondsbestimmungen durchlesen. Auch aus Nachhaltigkeitssicht weist der derzeitige ETF-Markt klare Defizite aus. Denn passive Fonds bilden die derzeitige Marktentwicklung ab. Für eine nachhaltigere Welt müssen Finanzströme aber bewusst in soziale und ökologische Geschäftsmodelle umgelenkt werden. Daher sollte ein Index strenge Nachhaltigkeitskriterien aufweisen. Dies können am Markt (bisher) noch sehr wenige Indizes leisten.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. Zuvor war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 300 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an.

Die Ruhe vor dem Brexit-Sturm

Die Unruhe in der britischen Investmentbranche wächst: Angesichts eines drohenden „No Deal“-Szenarios halten Spekulationen an, wie hoch die Asset-Abflüsse durch den Brexit ausfallen, welche Firmen Großbritannien verlassen und wie viele Mitarbeiter sie mitnehmen werden. Medien, Investmentmanager und Dachverbände fühlen seit dem Brexit-Votum den Puls der Branche. Sie prophezeien: Besonders hart wird es kleine Investmenthäuser ohne EU-Präsenz treffen.

Die deutsche Fondsbranche gibt sich trotz des drohenden „No Deal“-Brexits – also einem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Vereinbarung über die künftigen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen Großbritanniens zur EU – betont gelassen. Laut einer Umfrage des Dachverbandes BVI fühlen sich drei Viertel der deutschen Gesellschaften von einem ungeordneten Brexit ohne Übergangsfrist „überhaupt nicht“ oder nur „wenig“ betroffen. Schließlich hielten Portfoliomanager aus dem Vereinigten Königreich (United Kingdom, UK) auch nur sieben Prozent des Spezialfonds- und drei Prozent des Publikumsfondsvermögens in Deutschland.1

In Großbritannien steigt, wenige Tage vor dem (bislang noch) offiziellen Austrittsdatum am 29. März 2019, die Unruhe dafür umso mehr. Das liegt zum einen an der britischen Wahrnehmung, wie bedeutend die eigene Fondsbranche ist: Nach Angaben der Investment Association verwalteten ihre 240 Mitgliedsunternehmen zum Ende 2017 mehr als 7,7 Billionen GBP im Vereinigten Königreich, und 1,8 Billionen GBP werden für europäische Kunden gemanagt. Insgesamt entspreche das 35 Prozent der gesamten Assets in Europa.2

Zum anderen fürchtet sich die Finanzbranche davor, dass der Brexit einen Exodus in- und ausländischer Asset Manager in nicht gekanntem Ausmaße mit sich bringen wird. Das, so heißt es  nicht nur in den britischen Medien, würde den Abfluss von (dreistelligen) Milliardenbeträgen an Kundenvermögen, den Abzug Dutzender Investmenthäuser sowie den Abbau von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen mit sich bringen.

Zwei Drittel der UK-Manager sehen Brexit als Wettbewerbsnachteil

Die Furcht ist begründet: In einer Befragung des CFA-Instituts, des weltweiten Verbandes der Investment Professionals, im März 2018 sagten 68 Prozent der in UK ansässigen Investmentfirmen, das Brexit-Votum habe der britischen Wettbewerbsfähigkeit bereits geschadet.3

Bislang profitieren die Asset Manager, wie andere Finanzdienstleister auch, von den EU-Passporting-Rechten, die bei einem „No Deal“ gefährdet sind (s. hierzu auch den Beitrag von Olivier Carré, PwC, auf FondsTrends).4 Derzeit nutzen 244 britische Asset Manager das Passporting, um ihre Produkte in Europa ohne Hürden anzubieten. Im Gegenzug haben 139 EU-Mitgliedsunternehmen einen „Inbound Passport“ für den Vertrieb in Großbritannien.5 Dass britische Finanzmarktteilnehmer bei einem „No Deal“-Szenario wirklich den Zugang zum EU-Markt verlieren würden, hatte der Chef der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, Steven Maijoor, erst kürzlich in Dublin unmissverständlich klar gemacht.6

67 Prozent der britischen CFA-Mitgliedsfirmen gehen davon aus, dass sie wegen des Brexits ihre Präsenz im Vereinigten Königreich reduzieren werden – von den Unternehmen aus der gesamten EU (ohne UK) äußerten das in der Umfrage sogar 76 Prozent. Als größten Verlierer eines Brexits ohne Vereinbarung sehen über vier Fünftel (85 Prozent) den Finanzplatz London. Als Brexit-Gewinner hingegen gelten Frankfurt, Paris, Dublin, Luxemburg und Amsterdam.7

Ein Umzug der Finanzdienstleister im großen Stil würde empfindliche Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte in London, Edinburgh oder Bristol haben. Immerhin stammen zehn Prozent der rund 94.000 Beschäftigten in der britischen Fondsbranche aus Europa.8 Wie kommt es also, dass trotz des Damoklesschwerts Brexit bislang viel weniger Arbeitsplätze ins Ausland verlagert worden sind, als noch vor zwei Jahren befürchtet?

"Gerade kleine britische Asset Manager ohne internationale Präsenz sollten signalisieren: ‚We‘re still open for business!‘"
 

Wann kommen die Umzugswagen?

Damals, im März 2017, kaum neun Monate nach dem Referendum, hatten die Vertreter von Banken, Versicherern und Fondsgesellschaften mit dem Abzug von bis zu 10.000 Jobs, vorrangig aus London, gedroht (s. Infografik 1). Doch laut einer wiederkehrenden Untersuchung der Nachrichtenagentur Reuters sind brexitbedingt bis dato weniger als 2.000 Stellen aus Großbritannien verlagert worden (s. Infografik 2).9

Verfolgt man die britische Presse, dann sind die Gründe für dieses Zögern nicht eindeutig. Liegt es daran, dass die Austrittsverhandlungen auch fast drei Jahre nach dem Referendum noch immer keinen Aufschluss darüber geben, wohin die Reise gehen wird? Scheuen sich CEOs und ihre Vorstandskollegen davor, eine folgenschwere, teure Entscheidung zu treffen? Oder fällt es vielen Asset Managern und Bankern schwer, ihren Familien einen Umzug nach Frankfurt, Paris oder Amsterdam schmackhaft zu machen? Manche Institute sind angeblich bereits dazu übergegangen, ihren Mitarbeitern großzügige Kompensationen anzubieten, wenn sie in einen EU-Staat wechseln.10

Die Ruhe vor dem Sturm darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem die großen Institute ihre Notfallpläne abgeschlossen, Büros in EU-Staaten angemietet und die notwendigen Genehmigungen bei den dortigen Aufsichtsbehörden beantragt haben. So wollen nach Informationen der Financial Times die britischen Asset Manager Columbia Threadneedle, Janus Henderson, Jupiter Asset Management und M&G ihre Niederlassungen in Luxemburg auf- oder ausbauen.11 Die Central Bank of Ireland hatte Ende Januar mehr als 100 Anträge umzugswilliger britischer Finanzinstitute vorliegen.12

Infografik 1: Noch im März 2017 drohten 10.000 Jobs der britischen Finanzindustrie verlagert zu werden; Quelle: Gerle Financial Communications


Infografik 2: Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind hingegen bis März 2019 weniger als 2.000 Stellen wegen des drohenden Brexit verlagert worden; Quelle: Gerle Financial Communications
 

Kunden, Assets und der gute Ruf stehen auf dem Spiel

Besonders hart treffen würde ein „No Deal“-Brexit vor allem britische Investmentboutiquen und spezialisierte Asset Manager, die zwar Kunden auf dem europäischen Festland haben, dort aber bislang noch keine eigene Niederlassung betreiben.

Für manche dieser Spezialisten ist ein Umzug zu teuer oder zu aufwändig. Andere fürchten den administrativen Aufwand, der mit Zulassung und Vertrieb ihrer Produkte als UCITS-Fonds verbunden ist. Und der eine oder andere hofft wohl immer noch, mit einem blauen Brexit-Auge davonzukommen. Doch ein solches Aussitzen kann kleinere Unternehmen viel teurer kommen – für sie stehen Kunden, Assets und ihr guter Ruf auf dem Spiel.

Eine aktive Herangehensweise, die auch professionelle Hilfe beim Vertrieb in der EU nicht ausschließt, sowie offene und ehrliche Kommunikation sollten spätestens in dieser kritischen Phase der Brexit-Verhandlungen Vorrang haben. Letztendlich geht es besonders für kleinere UK-Manager darum, ihren Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern trotz Brexit zu signalisieren: „We’re still open for business!“


1) Quelle: Artikel dpn, 18. Feb. 2019: „Keine Angst vorm Brexit“, 4. Absatz nach Zwischenüberschrift „Herausforderungen: Margendruck und Technisierung“.
2) Quelle: Info Chart The Investment Association, Dez. 2017: “Asset Management in the UK”.
3) Quelle: CFA-Pressemeldung, 21. März 2018: ”Latest CFA Institute Brexit Barometer”, 3. Absatz.
4) Quelle: Beitrag auf FondsTrends, 25. Feb. 2019: „Das Vereinigte Königreich und Luxemburg nach dem BREXIT“.
5) Quelle: White paper The Investment Association, Juni 2018: “Beyond Brexit”, S. 24.
6) Quelle: Meldung Pensions & Investments, 14. Feb. 2019: ʺUK investors will lose EU market access in no-deal Brexit”.
7) Quelle: CFA-Pressemeldung, 21. März 2018: ”Latest CFA Institute Brexit Barometer”, 5. Absatz.
8) Quelle: White paper The Investment Association, Juni 2018:  “Beyond Brexit”, S. 26.
9) Quelle: Reuters Business Report, 6. Feb. 2019: “Brexit and the City”.
10) Quelle: Financial News, 25. Feb. 2019: “Banks tempt London staff to EU with Brexit sweeteners”.
11) Quelle: Financial Times, 16. Juni 2018: “Brexit contingencies: asset managers put plans into action”.
12) Quelle: Reuters, 31. Jan. 2019: “Irish Central Bank clears over half of Brexit applications”.

Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Hagen Gerle

Hagen Gerle ist Spezialist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen aus der Finanzbranche. Der gelernte Tageszeitungsredakteur und ehemalige Kommunikationsmanager von Fidelity Investments berät seit 1994 vorrangig ausländische Fondsgesellschaften. 2002 gründete er sein eigenes Beratungsunternehmen in Frankfurt/Main: Gerle Financial Communications bietet Kunden strategische Beratung, Medienarbeit, Investment writing und Erstellung von Unternehmenspublikationen. 2011 siedelte Hagen Gerle mit Familie und Geschäft in den Südwesten Englands um, von wo er Finanzunternehmen in verschiedenen Ländern betreut.

Der Vermögensverwalter von heute: auch verantwortlich für Anlegervertrauen

Die Herausforderungen für den Vermögensverwalter sind höher als je zuvor: Kostendruck und die Geschwindigkeit technologischer Veränderungen sowie neuer Regularien definieren das Umfeld, so Steffi Schenkewitz, Senior Manager bei KPMG Luxemburg.

Als wenn das nicht schon genug wäre, so ist noch ein weiteres Wettbewerbsfeld hinzugekommen: der Kampf um das Vertrauen der Anleger.

Vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen sind insbesondere in der Vermögensverwaltungsbranche von Bedeutung. Ob direkt mit dem Kunden oder über Vermittler: Die Vertrauensbeziehung zwischen Anleger und Vermögensverwalter ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg auf beiden Seiten.

Eine sich wandelnde Branche

Die Vermögensverwaltung zielte bisher hauptsächlich auf vermögende Privatpersonen ab, die oft Private Banker an ihrer Seite hatten. Dementsprechend passten Fondshäuser ihre Arbeitsweisen, Kostenstrukturen und Marketingmaßnahmen an diese Kundengruppe an und schufen damit eine Branche, die eher im B2B-Bereich angesiedelt war.

Die digitale Transformation hat jedoch zeitgleich in vielerlei Hinsicht eine Revolution der Denkweise ermöglicht bzw. ausgelöst. Eintrittsbarrieren wurden in vielen Bereichen gesenkt, angefangen bei Autoren, die E-Books selbst veröffentlichen, bis hin zu Unternehmern, die digitale Geschäfte einfach ins Leben rufen. Das Anlagegeschäft ist hier keine Ausnahme: Mit einem Markt für Investoren, die weniger Geld investieren wollen (zwischen 1.000 € und 100.000 €), haben Robo-Advisor und Social-Trading-Plattformen an Fahrt gewonnen, indem sie ihre Anleger direkt mit dem verbinden, was sie suchen. Für die Nutzer wird die so gewonnene Form der Selbstbestimmung lebendig, sei es, wenn sie ein Buch selbst veröffentlichen, ein Unternehmen gründen oder in einen Fonds direkt investieren.

Dementsprechend erkennen Vermögensverwalter jetzt, dass es um die Befähigung und Zufriedenheit der Anleger geht. Einige Fondsmanager versuchen sogar, ihre Vermittler zu umgehen, um die Kundenbeziehung direkt zu pflegen und noch mehr zu vereinfachen. Wie auch immer die Taktik aussieht, die Wahrheit ist, dass ein Markt für maßgeschneiderte Dienstleistungen und personalisierte Investitionen entstanden ist. Die Anleger verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, warum der Kauf eines Fonds anders und komplizierter sein sollte als ihr Einkauf bei Amazon. Es liegt nun also an den Fondshäusern, diesen Erwartungen zu entsprechen und relevante Lösungen zu bieten, um damit durchweg positive Erfahrungen bei den Anlegern zu schaffen.

Tricks und Techniken

Im Mittelpunkt des Anlegervertrauens steht die sogenannte Investor Journey („die Reise des Anlegers“), ein Weg mit vielen Interaktionen und Kontaktpunkte zwischen dem Vermögensverwalter und dem Anleger. Bei einem Robo-Advisor läuft diese Reise vollständig über eine klare und digitale Plattform ab: Ein Algorithmus liefert den Anlegern maßgeschneiderte Portfolios, sie erhalten 24-Stunden-Zugang, Telefon- und Tablet-Apps und vieles mehr. Andere Startups haben sich auf das Onboarding von Kunden fokussiert – ein Schlüsselmoment auf der Reise des Anlegers. Dabei wird der traditionelle Ansatz der Kundenannahme vollständig aufgegeben und durch einen technologie-basierten Ablauf ersetzt. Sogenannte Neobanks verstehen sich in diesem neuen Ansatz und bieten eine äußerst einfache Onboarding-Erfahrung für Kunden.

Letztendlich sollte die Reise für den Anleger unkompliziert sein, auch wenn im Hintergrund eher komplexe und vielschichtige Prozesse ablaufen. Einige der komplexen Faktoren, wie etwa regulatorische Anforderungen, können sogar in erfreuliche Erfahrungen umgewandelt werden: intelligente Fragebögen erlauben beispielsweise einen spielerischen Weg zur Einhaltung der MiFID-Regeln.

Insgesamt geht es darum, den Endkunden zu verstehen, zu bedienen und so sein Vertrauen zu gewinnen. Anstatt ihm zu sagen, welche Fonds am besten für ihn sind, werden Anlagen personalisiert und auf einer einfach zu bedienenden Plattform mit minimalen administrativen Hürden angeboten. Nicht zu vergessen: die Transparenz – ein weiterer Faktor, den Kunden sehr schätzen. Fondsmanager versuchen als Antwort darauf, eine stärkere und transparentere Verbindung zwischen der Fondsgesellschaft und dem Anleger aufzubauen. Sie arbeiten an neuen internen Strukturen und Prozessen, um die nachgelagerten Stellen innerhalb der Fondsgesellschaft auf das Bewusstsein für die Anleger und deren Erwartungen zu fokussieren. So können Fondsgesellschaften die Art und Weise, wie all ihre Mitarbeiter das Markenversprechen einhalten und umsetzen, verbessern.

Ausblick in die Zukunft

Aber was bedeuten diese Veränderungen für die Fondsmanager von heute? In erster Linie bieten sich große Möglichkeiten für die Zusammenarbeit. Vor ein paar Jahren noch schürten neue digitale und regulatorische Trends Ängste. Heutzutage werden sie als nützliche Mittel angesehen, um mit Kunden auf wirksame Art und Weise zu interagieren.

Interessante und kreative FinTechs stehen für jeden Teil der Wertschöpfungskette zur Verfügung. Was also bleibt, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein und das Vertrauen des Anlegers von morgen zu gewinnen, ist neben strategischen Partnerschaften auch das Markenversprechen konsequent umzusetzen, positive Erfahrungen für Anleger zu schaffen und sich an dessen Bedürfnisse permanent anzupassen.


Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Steffi Schenkewitz

Steffi Schenkewitz ist Senior Manager bei KPMG Luxemburg. Sie hat mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Prüfung von Banken und Investmentfonds bzw. Fondsgesellschaften gesammelt. Seit drei Jahren ist sie in einer überfunktionalen Rolle tätig und begleitet firmenübergreifende Projekte im Bereich Marktauftritt, Business Development und Markteintrittsstrategien.

Umstrittene Waffen: Appell an die Indexanbieter

Wir appellieren an die Indexanbieter, umstrittene Waffen aus den Hauptindizes auszuschließen, erklärt Laurent Ramsey, Managing Partner and CEO von Pictet Asset Management.

Wir als Vermögensmanager stellen Kapital zur Finanzierung der Realwirtschaft zur Verfügung. Wir haben die Pflicht, dieses Kapital verantwortungsvoll zu verteilen, und müssen dabei die Bedürfnisse zukünftiger Generationen berücksichtigen.

Dazu gehört auch, dass wir nicht in Unternehmen investieren, die an der Herstellung umstrittener Waffen beteiligt sind. Aus diesem Grund appellieren wir gemeinsam mit anderen Vermögenseignern und Vermögensmanagern an die Indexanbieter, die umstrittenen Unternehmen aus ihren Hauptindizes auszuschließen. Die Initiative, die zusammen mit Swiss Sustainable Finance umgesetzt wird, hat bereits über 140 Unterzeichner gefunden – auf die in der Summe ein Vermögen von 6,9 Bio. US-$ entfällt. Jetzt sind die Indexanbieter am Zuge.

Investments in Unternehmen, die mit umstrittenen Waffen wie Streumunition, Antipersonenminen sowie chemischen, biologischen und Atomwaffen zu tun haben, verstoßen bereits gegen viele nationale und internationale Vorschriften und Abkommen wie den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen und das Übereinkommen zum Verbot von Streumunition.

Die Indexanbieter belassen sie aber weiterhin in ihren großen Indizes. Für aktive Anleger hat die Umsetzung der Ausschlüsse einen zusätzlichen Tracking Error gegenüber den Standard-Benchmarks und weitere Kosten zur Konsequenz. Passive Anleger hingegen haben oftmals keine Wahl, weil die große Mehrheit der Strategien traditionelle, ausschlussfreie Indizes nachbildet. Wenn Anleger heutzutage gängige Benchmarks nachbilden, tragen sie unweigerlich zur Finanzierung von Unternehmen bei, die an der Herstellung umstrittener Waffen beteiligt sind.

Das muss sich ändern. Gemäß internationalen Verträgen und Übereinkommen, Investmentpraktiken und der öffentlichen Meinung sollten sich Hersteller umstrittener Waffen nicht mehr so einfach Geld beschaffen können. Dem Konsens zufolge sollten sie aus aktiven und passiven Investments ausgeschlossen werden.

Wir sind der festen Überzeugung, dass die Anlegergemeinschaft eine treibende Kraft für positive Veränderung sein kann, die Verbesserungen bei der Corporate Governance und nachhaltigen Geschäftspraktiken bewirkt und einen Beitrag zur Finanzierung neuer Technologien zum Schutz der Umwelt leistet. Diese Initiative ist eine Chance, einen wirklichen Wandel herbeizuführen.


Nähere Informationen zu der Initiative finden Sie auf der Website von Swiss Sustainable Finance.

Über den Autoren

Laurent Ramsey ist seit dem 1. Januar 2016 geschäftsführender Teilhaber der Gruppe. Er ist CEO und mitverantwortlicher Teilhaber von Pictet Asset Management, dem institutionellen Geschäftsbereich der Pictet-Gruppe. Laurent Ramsey hat 22 Jahre Erfahrung in der Asset-Management-Branche, davon 16 in den Bereichen Pensionsfonds und Vertrieb. Er kam 1993 zu Pictet. Nach zwei Jahren in Genf war er in Asien als Senior Investment Manager in Hongkong und Singapur tätig. Danach wurde er mit der Entwicklung des institutionellen Geschäfts in dieser Region betraut und zum Executive Director von Pictet Asia ernannt. Im Jahr 2000 kam Laurent Ramsey zurück nach Genf, wo er zuerst die Funktion des Head of Marketing & Sales von Pictet Funds innehatte. 2004 wurde er zum CEO dieses Geschäftsbereichs ernannt. Nach der Fusion von Pictet Funds und Pictet Asset Management im Jahr 2010 wurde Laurent Ramsey Global Head of Distribution der neu geschaffenen Geschäftseinheit Pictet Asset Management. Laurent Ramsey hat einen Bachelor und einen Master in internationaler Betriebswirtschaft der Handelshochschule Lausanne (HEC/Unil). Im Jahr 1994 erwarb er überdies das Schweizer AZEK-Diplom für Finanzanalysten und Portfoliomanager.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Yin and yang: how private assets and derivatives can work together

Data suggests that many institutions would benefit from higher allocations to private assets, but that liquidity constraints often limit their use. Jon Exley, Solutions Manager at Schroders, discusses how the use of derivatives can help address the liquidity concerns.

Many studies indicate that private assets offer a significant risk premium above public market comparators, even allowing for higher asset management costs.

The volatility of private assets is also no worse, or sometimes even better, than the volatility of their public market equivalents. This implies that unconstrained portfolio optimisation would result in very high allocations to private assets.

So why are private assets not more widely used?

Concern over portfolio liquidity tends to explain why private asset allocations are generally well below the theoretical optimum. Indeed, the risk premium on private assets is often explained as an “illiquidity premium”, available only to those who can tolerate illiquidity.

The important point to note here is that liquidity constraints are usually met simply by ensuring that the investor has sufficient liquid assets in stressed downside scenarios to fund their liquidity requirement. In other words, we are not usually stressing the liquidity requirement itself – or the illiquid asset - but instead stressing the residual liquid assets.

However, a stressed event in liquid assets is really just a significant fall in their market value. Thus, the capacity to hold illiquid assets can potentially be increased by managing the downside risk of the liquid assets (i.e. the risk of a significant fall in a liquid asset’s value) and one of the most effective ways of doing this is through the use of derivative instruments.

Derivatives can improve downside risk characteristics of liquid assets

We modelled three different approaches to allocating to private assets subject to a liquidity constraint. The base strategy allocated the maximum amount to private assets that can be achieved without breaching the liquidity constraint in the 99thpercentile modelled outcome for liquidity.

We found that a strategy which allocated an additional 10% to private equity combined with put protection meets the liquidity constraint and still captures two thirds of the improvement in portfolio internal rate of return (IRR) seen in the base strategy, after basically spending the remaining one third of the IRR improvement on the put option protection. 

It is worth remembering that the use of protection serves a dual purpose: not only can it facilitate higher investment in illiquid assets to improve overall expected return, it also reduces the downside risk of the overall portfolio. Indeed, the solution could equally be thought of as subsidising the cost of risk management using the illiquidity premium.

An investor concerned about developed market equity valuations could potentially implement the above put strategy to address downside risk and use an allocation to illiquid assets to mitigate the cost impact on expected return. 

Derivatives can also improve the liquidity characteristics of private assets

Furthermore, the put protection doesn’t have to be notionally paired with the public assets; it can also be paired with the private assets. This strategy can then be viewed as improving its liquidity by providing a targeted “liquidity shot” during periods of public market distress rather than managing downside risk of the private asset per se. 

So, we can view derivative based risk management solutions as either improving downside risk characteristics of liquid assets or improving the liquidity characteristics of private assets.

Derivatives can help increase returns, lower risk and enhance liquidity 

In conclusion, there has been significant interest recently in the idea of combining various forms of private assets to provide blended solutions. We would suggest that derivative based risk management strategies should be considered alongside illiquid assets as part of these blended solutions, potentially creating overall strategies with higher return, lower risk and enhanced liquidity. 


To read the full report as a PDF, click here. To find out more about private assets at Schroders, click here.

This article has first been published on schroders.com.

„Die Fondsindustrie kann von der Luxusgüterindustrie viel lernen“

Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH in Zürich und seit über 30 Jahren in der Finanzindustrie tätig. Im Interview mit FondsTrends erklärt er, was die Luxusgüterindustrie anders als die Fondsindustrie in der Werbung macht.

FondsTrends: Herr Caduff, Ihr Haus ist jüngst ins Video-Geschäft eingestiegen. Was sind die Gründe und warum gerade jetzt?

Thomas J. Caduff: Das Thema „Videos“ liegt schon lange auf meinem Schreibtisch, ich habe die Papiere immer wieder von einer Seite auf die andere Seite geschoben. In dieser Zeit habe ich bestimmt über 100 Finanz-Videos bis ins letzte Detail angeschaut, und es wurde mir dabei meistens rasch ziemlich langweilig. Auch kann man die Firmen, die damit im deutschsprachigen Raum nachhaltig Geld verdienen, an einer Hand abzählen. Also erlosch immer wieder mein Interesse, gerade dann, als ich das Projekt anschieben wollte.

Die Initiative, warum gerade jetzt, kam von meiner Frau. Sie designte für einen der beiden grossen deutschen Sportartikelhersteller und nun für zwei bekannte Schweizer Uhrenmarken. Da kam mir bei einer Bergwanderung der Gedanke, mal deren Social-Media-Aktivitäten anzuschauen, im Speziellen, was deren Influencer auf Instagram so alles machen. Und das hat binnen weniger Minuten so gepackt, dass ich mir sagte, das sollte man so auch in der Finanzindustrie machen – natürlich angepasst auf das konservative Umfeld unserer Branche.

FondsTrends: Wie werden dann diese Luxusgüter beworben?

Thomas J. Caduff: Man kann es auf einen Nenner bringen: Story Telling. Sie werden nie eine Schauspielerin, einen Schauspieler oder einen Sportstar sehen, der einem erklärt, wie das Uhrwerk ihrer oder seiner Uhr funktioniert. Aber der Betrachter bekommt augenblicklich das Gefühl, dass die Person das Produkt liebt und es wirklich cool findet.

Bei Finanzanzeigen kommt jedoch immer gleich der Disclaimer mitgeliefert, dass man mit dem Kauf des Produktes ein Teil seines investierten Kapitals verlieren kann. Es leuchtet wohl jedem ein, dass dies nicht gerade viel Freude und Begeisterung beim Betrachter weckt.

FondsTrends: Können Sie das denn anders machen?

Thomas J. Caduff: In unseren Verträgen steht, dass kein Produktname und keine Angaben zum Produkt wie zum Beispiel ISIN-Nummern erwähnt werden dürfen. Auch sind selbstredende Gewinnversprechungen tabu. Es geht schlicht ergreifend ums Branding. Also ganz genau das, was die Modehäuser aus Paris und Mailand in all den Hochglanzheften ständig machen. Wir liefern sozusagen die Speisekarte, essen tun die Interessierten dann auf der Website unserer Kunden. Und ganz wichtig: Es sind Interview-Videos, beinhaltend drei Fragen und der Clip dauert maximal drei Minuten.

FondsTrends: Und wie geht das technisch?

Thomas J. Caduff: Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist heute Realität. Jedermann kann nun sein eigener Video-Produzent sein. Im Büro oder irgendwo auf dem Globus. Wir nutzen dafür die modernste Smartphone-Technologie: schnell, effizient und kostengünstig. Wir sind dafür eine Kooperation mit einem Züricher IT-Unternehmen eingegangen, das in der Finanzindustrie sehr erfolgreich unterwegs ist.

Kurzum: Mit „Experten-Spotlights“ bieten wir ein disruptives komplett neues Finanz-Video-Format in der Schweiz, in Deutschland, Luxemburg und Österreich an. Die Videos gehen innert weniger Minuten online und werden in die wichtigsten Social-Media-Kanäle eingespeist. In Deutschland ist das große Finanzportal ariva.de unser Medienpartner. Sie können natürlich auch fürs eigene Marketing zielgenau verwendet werden. Hier sehen Sie kurz zusammengefasst, um was es geht.

FondsTrends: Können Sie ein paar Worte zu den Kosten sagen?

Thomas J. Caduff: Der Preis pro Video – also Produktion und unser Vertrieb an eine fünfstellige Anzahl an Kontakten – kostet wenige hundert Euro. Das ist unschlagbar tief, insbesondere auch im Vergleich zu Anzeigen. Die sind bekanntlich vergänglich, ein Video bleibt aber beispielsweise auf YouTube.

FondsTrends: Was für Adressen sprechen Sie damit an?

Thomas J. Caduff: Alle Finanzadressen, die mit wenig Geld viel Beachtung bekommen wollen. Aber es ist auch klar, dass die ganz grossen Adressen Videos lieber selbst machen. Ich hatte vor ein paar Tagen ein gemeinsames Lunch mit einem Country Head einer im Markt relevanten Adresse. Er sagte mir, O-Ton: „Thomas, das ist echt cool, eine super Sache, aber ich bekomme dies beim „Legal & Compliance“ in London niemals durch.“ Es werden also vornehmlich Häuser sein, deren Management – und nicht die Rechtsabteilung – Entscheidungsbefugnis hat und dann natürlich die vielen hundert Fondsboutiquen, die es im DACH-Raum gibt. Damit ist der Kreis aber längst nicht geschlossen. Auch zum Beispiel für Service-Anbieter ist unser „Experten-Spotlight“-Angebot von grossem Nutzen.

FondsTrends: Nennen Sie noch ein Beispiel – wie können die Videos ganz konkret in der Akquise genutzt werden?

Thomas J. Caduff: Sehr gerne. Als ich mich jüngst mit einem Sales einer mittelgrossen Fondsboutique unterhielt, merkte ich rasch, dass seine Reisekosten innerhalb Deutschlands beträchtlich sind und die Abschlussquote noch viel Luft nach oben hat. Ich habe seinen Äußerungen entnommen, dass nicht alle seine Besuche wirklich Früchte trugen. Ich habe ihm empfohlen, diesen Kontakten vorgängig ein Video mit seiner dreiminütigen Botschaft zu senden und dann anzufragen, was sie von seinem Angebot halten. Was nämlich auch nie vergessen werden darf, die Person muss dem potenziellen Geschäftspartner sympathisch sein, ansonsten lässt sich auch das beste Produkt nur schwerlich verkaufen. Nebst dem „Story Telling“ kommt dank der Videos auch der „Personal Touch“ rüber. Das wird niemand auf dieser Welt nur mit PowerPoint-Präsentationen und Factsheets erreichen.


Das Interview wurde geführt von FondsTrends und erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Thomas J. Caduff

Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH in Zürich. Er ist seit über 30 Jahren in der Finanzindustrie tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehörten das Börsenkommissariat des Kantons Zürich, die Bank Vontobel, die Credit Suisse und die UBS. Thomas J. Caduff diente ferner drei Jahrzehnte lang in einer Division und mehreren Brigaden der Schweizer Armee als Kommunikations- und Medienoffizier. Herrn Caduff finden Sie auf:

Entwicklungschancen durch Bildung

von Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management.

Die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben sowie die Beherrschung der Grundrechnungsarten sind eine Basisvoraussetzung, um die eigenen Potenziale entfalten zu können. Fehlende Selbstbestimmung und mangelnde Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen führen zu einer Einschränkung der persönlichen Freiheit des Menschen. Während die Millennium Development Goals (MDG) der Vereinten Nationen vor zwanzig Jahren mit dem Ziel Nr. 2 lediglich ein Grundwissen anstrebten, gehen die 2015 veröffentlichten Sustainable Development Goals (SDG) deutlich weiter und sprechen im vierten Ziel nicht nur von Bildung, sondern von „Bildung mit Qualität“.

Das Bildungssystem eines Staates hat drei grundlegende Aufgaben. Erstens sollen Werte, Normen und Traditionen vermittelt werden. Mit dieser soziokulturellen Aufgabe ist auch die Integrationsfunktion der Bildung verbunden. Zweitens geht es um die Schaffung geeigneter Qualifikationen durch Bildung. Diese ökonomische Funktion des Bildungssystems umfasst auch Themen wie die finanzielle Allgemeinbildung. Drittens erfüllt das Bildungssystem eine politisch-soziale Aufgabe, wozu die Verringerung der sozialen Ungleichheit zählt. Das Bildungssystem hat zudem das Ziel, Menschen in geeigneter Weise für den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dabei ist der optimale Mittelweg zwischen guter Allgemeinbildung und rein fachbezogener Ausbildung zu suchen.

Eine geeignete und profunde Ausbildung erhöht die Chancen, eine attraktive und gut bezahlte Arbeit zu finden. Innovative und auf komplexe Prozesse spezialisierte Unternehmen liefern sich bereits seit einiger Zeit einen regelrechten Kampf um die besten Köpfe unter den top ausgebildeten Absolventen der Universitäten. Intelligente und hochgebildete High Potentials können sich ihren Arbeitsplatz unter verschiedenen attraktiven Angeboten aussuchen und auch entsprechende Ansprüche an den potenziellen Arbeitgeber stellen.

Analphabetismus kann als ein wesentlicher Grund für die strukturelle und ökonomische Rückständigkeit eines Staates gesehen werden, allerdings ist dieses Phänomen auf globaler Ebene heutzutage deutlich weniger verbreitet als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Analphabetenquote eines Landes als Indikator für das Bildungsniveau beschreibt denjenigen Anteil der Bevölkerung, der nicht lesen und schreiben kann. Deutliche Ungleichgewichte und Unterschiede bei den länderspezifischen Alphabetisierungsraten sind dabei immer wieder zu beobachten. Sie können sich aufgrund von Aspekten wie Diskriminierung, Migrationshintergrund oder auch Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe ergeben. Im Jahr 2016 lag die Alphabetisierungsrate weltweit bei 86 %. Eine sehr hohe Analphabetenquote ist aktuell in einzelnen Ländern in Zentralafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten zu beobachten. Im Bereich der Länderbewer tung im Nachhaltigkeitsrating nimmt das Thema Bildung – als Qualitätsmerkmal einer Volkswirtschaft – einen wesentlichenTeil im Rahmen der Bewertung der sozialen Strukturen und damit im Sozialrating eines Landes ein. Zwischen den Themen Bildung und Gleichberechtigung besteht ein originärer Zusammenhang.

Unterschied der Alphabetisierung zwischen jungen Männern und Frauen, 2015

Quelle: Weltbank, OurWorldInData.org CC BY-SA

Vermutlich liegen die beiden Ziele „Hochwertige Bildung“ (SDG 4) und „Geschlechtergleichstellung“ (SDG 5) der Vereinten Nationen also nicht zufällig direkt nebeneinander. Auch heute noch ist das Recht auf Bildung in vielen Regionen der Welt dem männlichen Teil der Bevölkerung vorbehalten. Dabei sollte man nicht vergessen, dass Frauen auch im deutschsprachigen Raum den vollständigen Zugang zu Universitäten erst Anfang des 20. Jahrhunderts erhielten. Weltweit gesehen lag die Alphabetisierungsrate im Jahr 2016 für den männlichen Teil der Bevölkerung bei 90 % und für den weiblichen Teil bei 83 %, woraus sich ein geschlechtsspezifischer Unterschied von sieben Prozentpunkten ergibt. Regional bestehen vor allem am afrikanischen Kontinent beträchtliche Unterschiede.

Natürlich hat Bildung nichts mit charakterlichen Eigenschaften oder dem Wesen eines Menschen zu tun. Trotzdem darf man Bildung als einen wesentlichen Aspekt der persönlichen Entwicklung und des individuell erreichten Wohlstandes betrachten. Der sogenannte Index der Menschlichen Entwicklung oder Human Development Index (HDI) wird vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht. Er ist eine Art Wohlstandsindikator und berücksichtigt neben dem Bruttonationaleinkommen auch die Lebenserwartung sowie die Dauer der Ausbildung. Der HDI fokussiert auf Menschen, Chancen und Wahlmöglichkeiten. Insofern ist das Thema Bildung für den Index von größter Bedeutung. Im globalen Trend verbesserte sich dieser Wert zuletzt vor allem durch eine Steigerung der Lebenserwartung. Hervorzuheben ist, dass im untersten Segment zahlreiche Länder die Indexbewertung im Vergleich zu 2010 deutlich steigern konnten. Österreich erreichte 2018 mit einem Wert von 0,908 den zwanzigsten Rang weltweit.

Human Development Index (HDI)

Wert 2017 und jährliche Steigerungsrate in Dekaden Quelle: Human Development Report Office 2018

Eine Studie der WU Wien und des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg zeigt eine interessante Korrelation zwischen Lebenserwartung und Bildung. Gemäß den Aussagen der Wissenschaftler ergab sich in den letzten Jahren ein zunehmender Gleichlauf, der nicht nur auf einer gesünderen Lebensweise basieren könnte. Es scheint ein weiterer Horizont in der Lebensplanung von besser gebildeten Menschen erkennbar – Risiken werden so offenbar besser erkannt und vermieden.

Anteil der Bevölkerung mit tertiärer Bildung, 2017

Quelle: OECD (2018), Adult education level (indicator). doi: 10.1787/36bce3fe-en – accessed on 13 November 2018

Ein hoher Anteil von überdurchschnittlich gebildeten Menschen wird zumeist als Standortvorteil im Wettbewerb um anspruchsvolle und zukunftsträchtige Technologien interpretiert. Die aktuellen Statistiken der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2017 sehen beim Prozentanteil der Bevölkerung mit tertiärer Bildung (Abschluss an Universitäten und Hochschulen) Kanada mit einem Anteil von 57 % in der führenden Position vor Japan und Israel mit je 51 %. Österreich und Deutschland liegen mit 32 und 29 % im unteren Mittelfeld, die Schweiz mit 43 % im Vergleich deutlich höher. Die Vergleichbarkeit der Daten wird allerdings durch national unterschiedliche Bildungssysteme und Definitionen erschwert.

GREEN JOBS

Das Thema Nachhaltigkeit und die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf ein verantwortungsvolles und zukunftsfähiges Wachstum finden immer mehr Eingang in den Bildungsbereich.

Die theoretische Seite einer Kombination von Bildung und Nachhaltigkeit findet Platz an immer mehr Hochschulen, die Ausbildungen im Bereich Nachhaltigkeit anbieten. Auf der praktischen Seite steigt das Angebot an „Green Jobs“ dynamisch an. Im akademischen Bereich wurde in Österreich bereits vor vielen Jahren ein Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien ins Leben gerufen. Außerdem existiert mit der Allianz Nachhaltige Universitäten ein nationaler Zusammenschluss von bis dato 15 österreichischen Universitäten, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen.

Mit entsprechender Bildung und Ausbildung und einem Fokus auf Nachhaltigkeit können immer mehr Menschen vom wachsenden Angebot an sogenannten „Green Jobs“ profitieren. Dahinter stehen die Ziele von Nachhaltigkeit und einem Wachstum, das von ökologischen und sozialen Aspekten unterstützt wird. Laut EU-Definition handelt es sich bei Green Jobs um Arbeitsplätze, die beispielsweise in der Herstellung von Produkten oder dem Angebot von Technologien und Dienstleistungen angesiedelt sind, die nachhaltigen Mehrwert generieren. Konkret geht es bei diesen Jobs darum, Umweltschäden zu vermeiden und natürliche Ressourcen zu erhalten. Green Jobs finden sich in vielen Sektoren der Wirtschaft, sie sind mit unterschiedlichen Qualifikationen verbunden.

Die Definition der International Labor Organisation (ILO) für Green Jobs unterstreicht vor allem die Klimaschutz-Perspektive dieser Berufsalternativen. Erwähnt werden unter anderem die Themenbereiche Energie- und Materialeffizienz, die Absenkung von Treibhausgasemissionen, die Minimierung von Abfall und Schadstoffbelastungen, der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen und die Anpassung an die Effekte des fortschreitenden Klimawandels.

Um die Breite der Möglichkeiten von Green Jobs darzustellen, bietet sich auch ein Abgleich mit den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) an. Auf Basis der SDG-Definitionen können Green Jobs auf acht verschiedenen Ebenen angesiedelt werden. Im SDG Ziel Nr. 1 geht es um die Verbesserung der Belastbarkeit armer Teile der Bevölkerung angesichts negativer Effekte des Klimawandels. Im Zusammenhang mit dem Thema Bildung geht es im SDG Nr. 4 um die Erweiterung individueller Fähigkeiten im Beruf durch die verstärkte Berücksichtigung nachhaltiger Inhalte. In den SDG-Zielen 5 und 6 werden die Aspekte von Nicht-Diskriminierung und Verbesserung der Wasserversorgung und sanitären Versorgung behandelt. Der Ausbau der Produktion von sauberer Energie und die Versorgung mit dieser sind eine wesentliche Basis für Green Jobs, welche ein starkes Wachstum aufweist. Ebenso wichtig, wenn es um ökologisch interessante Jobs geht, ist die Transformation der Wirtschaft in Richtung einer nachhaltigeren Ausrichtung im Ziel 8. Die SDGs 12 und 17 sind von Bedeutung, wenn es um Arbeit in den Bereichen nachhaltiger Konsum, gesundes und sicheres Wohnen sowie die Gestaltung der administrativen und finanziellen Basis für Green Jobs geht.

POSITIVKRITERIUM

Für Nachhaltigkeitsinvestoren ist das Thema Bildung in mehrfacher Hinsicht relevant. Es ist ein Positivkriterium und kein Ausschlusskriterium. Dies gilt sowohl für die Unternehmensebene, wie etwa die Weiterbildung der Arbeitnehmer, als auch für das nationale Bildungssystem. Nachhaltigkeitsanalysen auf Staatenebene ziehen ihre Bewertung der Bildung unter anderem aus Daten zum Analphabetismus und zur durchschnittlichen Länge des Schulbesuchs. Gemeinsam mit dem Thema Gleichberechtigung fließen sie in den Cluster der humanen und sozialen Bedingungen ein. Im Bereich der Bildung auf Unternehmensebene sind neben der Qualifizierung der Arbeitnehmer auch Unternehmen zu erwähnen, deren „Produkt“ bildungsbezogen ist. Mit Unternehmen, die im Verlagswesen tätig sind oder privaten Anbietern von Studienangeboten, können sich für den nachhaltigen Investor interessante Investmentalternativen ergeben.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Bildung“ finden Sie links als PDF.

Three themes for 2019 - and some black swans

Keith Wade, Chief Economist & Strategist at Schroders, discusses three themes that will shape market performance in the coming year, as well as four events that could take investors by surprise.

2018 was a challenging year for investors with US equity and government bond markets both returning less than cash. Two factors were instrumental in delivering this outcome: disappointment with global growth and less cash flowing through the global economy (tighter liquidity).

These factors will continue to influence markets in the year ahead. We have identified three key themes that will prove important for investors in 2019. We also discuss four “black swans” - events which are plausible but not currently being given much weight by markets.

Theme 1. Lower availability of cheap money exposes those reliant on borrowing

In 2019 we expect the volume of money in the global financial system to reduce. The main reason for this is a change in the activities of major central banks. After a period of buying government bonds, the US Federal Reserve (Fed) plans to now sell back some of these investments, withdrawing some cash in circulation. The European Central Bank has said it will stop buying bonds. This leaves the Bank of Japan as the only major central bank still contributing to new money to the financial system (through the purchase of its government bonds).

This matters because when money is easily accessible, and available to borrow cheaply, investors are prepared to take greater risks. In recent years this has helped direct investment into peripheral eurozone markets (e.g. Greece, Portugal, Spain and Italy), some emerging markets and also lower grade corporate credit. As liquidity is withdrawn from the system, an important support for these markets disappears. The early effects of this trend were already being seen in emerging markets in 2018. In 2019 they look set to intensify.   

Theme 2. The return of emerging markets

Given the above discussion it may seem odd but we believe that emerging markets can make a comeback in 2019 – if the US Fed’s policy of interest rate rises comes to a halt. Should this happen - and we forecast one more rate rise in June, taking US rates to 2.50-2.75% - there is good reason to believe the US dollar will lose some of its strength. This would provide a welcome relief to those investors that borrow in dollars –a heavy weight of whom reside in the emerging markets.

The positive effects from this development could more than offset the pressure from the withdrawal of money in the global financial system and escalating trade tensions. Arguably, prices for emerging market assets may already be discounting the worst, with both equities and foreign exchange in those countries having fallen significantly so there is room, following some good news, for a bounce.

Macroeconomic developments will be important as well though and it may need more government spending and/or tax cuts from China before investors’ confidence is more firmly restored. The worry of a US-China trade war remains a looming threat but there is no reason to expect an outright contraction in overall trade as activity should be diverted elsewhere.

Theme 3. Populist pressures mean governments turn to quick fix policies

Without the engine of US or Chinese demand, global growth tends to slow. The US outperformed, in growth terms, in 2018 as a result of President Trump's tax cutting agenda. Other leaders and governments have been taking note. In France, President Macron responded to weekends of riots by meeting populist demands for lower taxes. In the event of a hard exit from the EU, the UK is planning its own fiscal boost. Japan may well be the exception, with an increase in a consumption tax scheduled for October 2019. However, even here measures are being taken to offset the impact.

In any case, the key point is that governments seeking growth are no longer making economic reforms to increase competition or make labour markets more flexible. The approach today is to deliver a quick fix through a tax cut, increased public spending or regulation such as a rise in the minimum wage rate. Some of these measures are warranted and overdue but others are a response by governments to populist pressures.

How are these themes likely to shape market performance in 2019?

Much of the bad news is already priced in by the markets. This of course is no guarantee of positive returns in 2019 but it does mean that markets are better positioned for disappointment and hence potentially more resilient to shocks than they were last year.

Black swans: Thinking the unthinkable

The themes above are reasonably well-known. Black swans are the “unknown unknowns”. By definition, we cannot anticipate them but we have identified four scenarios are plausible. We think they are also worth consideration.

1. Another eurozone crisis

The first eurozone debt crisis began in 2009 and saw several eurozone member states (most notably Greece) become unable to repay (or refinance) their debts. A number of countries were also unable to bail out over-indebted banks. The European Central Bank (ECB) stepped in, effectively printing money to ensure the markets continued to have access to cash, thereby preventing a suspension in activity and possible economic collapse.

Since then, there has been a call, from President Macron in particular, for the creation of a central fund to support growth should such events arise again. This has yet to be formed. A potential new crisis was only narrowly avoided at the end of 2018 when the spending plans of the new populist Italian coalition government tested the strict guidelines of the European Commission. Such drama is likely to play out again in 2019 given the broader rise of populist politics.

2. No Brexit 

This may seem inconceivable given the time and energy currently being poured into sorting a withdrawal agreement. However, “no Brexit” is the only outcome that will not require a vote (apart from "no deal"). As MPs have rejected the current deal on offer, and the EU unlikely to concede anything further, there must be a possibility that the government cancels Article 50 and stays in the EU.

3. Military action 

Sadly, there are plenty of hot spots which could ignite in 2019. The proxy war in the Middle East (being fought in Yemen and Syria) could become an actual war between Saudi Arabia and Iran. China has ambitions for Taiwan and across the region. The recent departure of defence secretary James Mattis indicates a more isolationist US, creating opportunities for others to fill the void. If President Trump’s dismissal of the UN’s function leads to a less co-ordinated international response to territorial skirmishes, Russian ambitions could re-escalate.

4. Trump does not run for re-election in 2020  

Although it is often difficult to read the president's intentions, he appears to be constantly campaigning and setting himself for a second term. However, he will have to see off US Special Counsel Mueller’s investigation into alleged Russian interference in the 2016 election first. Furthermore, he is already the oldest person to be elected president, taking office at the age of 70 and would be 78 if he served a whole second term. Health may be a factor. Or, he could simply decide to do something else: there has been talk of him founding a media empire – Trump TV anyone?


This article has first been published on schroders.com.

Warum es an der Zeit ist, das Konzept „Core“ neu zu erfinden

Da die über marktkapitalisierungsgewichtete Indexstrategien verwalteten Vermögenswerte rapide steigen, hinterfragen die Anleger die Ineffizienzen, die mit Massentrades einhergehen können. Herkömmliche Core ETFs haben bislang nicht in dem Ausmaß auf Änderungen reagiert oder die Führungsrolle eingenommen, wie sich das viele Anleger von ihnen erwartet hätten, erklärt Howie Li, Head of ETFs bei Legal & General Investment Management.

Für uns bedeuten Indexanlagen nicht, dass wir „passive“ Anleger sein sollten. Wir hören unseren Kunden zu, um herauszufinden, welche Ergebnisse sie sich von ihren Anlagen in ETFs erwarten. Fondsmanager müssen aktiver vorgehen, um die Risiken der Massentrades zu mindern und mit Unternehmen für den langfristigen Nutzen ihrer Anleger sowie des Marktes generell zusammenzuarbeiten. Wir haben unsere Palette von Core ETFs mit diesen Grundsätzen als Kernstück konzipiert.

So gibt es bestimmte, von herkömmlichen Core ETFs gehaltene Unternehmen, die unseres Erachtens für Anleger langfristige Risiken darstellen. Wir haben eine aktive Entscheidung getroffen, solche Unternehmen bei unseren Core ETFs auszuschließen. Zugleich verfügen wir als aktive Eigentümer und Verantwortliche für die Anlagen unserer Kunden über den erforderlichen Überzeugungsgrad, um von unserem Stimmrecht auch gegen Beschlüsse der von uns gehaltenen Unternehmen Gebrauch zu machen. Anleger haben nun die Wahl, dass ihre in Kernaktien investierenden ETFs auf das sich ändernde Anlageumfeld proaktiver reagieren.

Von einem Core ETF sollte man sich schließlich weitaus mehr als nur geringe Kosten erwarten. Das End-to-End-Design und fortlaufende Management unserer Palette an Core ETFs spiegelt unsere langfristigen Werte und das Feedback unserer Kunden wider: Wir sind mit ihnen einer Meinung, dass Core ETFs zugunsten der Anleger neu konzipiert werden müssen.

Was sich verändert hat und wie Core ETFs neu erfunden werden sollten

Meidung von Massen

Die große Mehrheit von indexnachbildenden Anlagen zeichnet sich durch Umschichtungen aus, die sich auf nur wenige wichtige Handelstage in jedem Jahr konzentrieren – und zwar in dem Zeitraum, in dem maßgebliche Indizes einer Neugewichtung unterzogen werden. So hatte ein Neugewichtungstag für einen maßgeblichen globalen Aktienindex zum Beispiel einen Anstieg des Handelsvolumens um mehr als das 13-fache des durchschnittlichen Handelsvolumens im Monat davor zur Folge.

Unsere Analysen deuten darauf hin, dass Anleger, die an dem Tag ihre Transaktionen durchführen, an dem ein maßgeblicher Aktienindex neu gewichtet wird, Renditen einbüßen, die sie erwirtschaften könnten, wenn sie sich schon vor diesem Datum neu ausrichten würden. Da Indexfonds (einschließlich ETFs) immer mehr Anlagegelder anziehen, dürfte der auf Portfolios lastende Verdrängungsdruck weiter steigen – genauso wie das Risiko für eine erhöhte Kursvolatilität bei den Aktien, die von Neugewichtungen betroffen sind.

Unsere Core ETFs verfolgen Indizes, die unabhängig von den meisten Mainstream-Indexanbietern Neugewichtungen unterzogen werden. Dabei handelt es sich um eine weitere von uns ergriffene Maßnahme zum Schutz unserer Kunden. Wir meiden damit nämlich die Marktauswirkungen überlaufener Transaktionen in Zeiten, in denen Mainstream-Indizes neu gewichtet werden.

Aktive Schritte unsererseits zur Neukonzeption von Core

Wir sind dafür verantwortlich, auf Unternehmen, in denen unsere Kunden investiert sind, positiv einzuwirken. Als Fondsmanager müssen wir dabei helfen, langfristige Performance und Stabilität zu fördern.

Investieren in Unternehmen, die die minimalen Standards unternehmerischen Handelns einhalten.

Wir sind bestrebt, die Auswirkungen potenzieller Regulierungsmaßnahmen von Regierungsbehörden vorwegzunehmen und die Anforderungen an Unternehmen für die Aufnahme in unsere in Kernaktien investierenden ETFs zu erhöhen. Unseres Erachtens sollten bestimmte Unternehmen vom Anlageuniversum der Kernaktien ausgenommen werden, da ihre Geschäftspraktiken den globalen Mindeststandards nicht gerecht werden und für Indexanleger dadurch ein Anlagerisiko entsteht.

Unsere Future World Protection Liste entspricht einem regelbasierten Ansatz, mit dem sicher gestellt wird,dass die Anforderungen erhöht werden, damit zumindest diese Mindeststandards eingehalten werden. Aktien von Unternehmen, die diese Standards nicht erfüllen, werden nicht in den Core ETFs gehalten. Die Future World Protection Liste wurde so konzipiert, dass sie Änderungen am Geschäftsgebaren widerspiegelt, d. h. sie reagiert auf das Anlageumfeld. Gegenwärtig bestehen folgende Schwerpunktbereiche:

Stimmabgabe für positive Maßnahmen

Aktuell herrscht das Missverständnis vor, dass Indexfondsmanager bei der Verwaltung von Anlagen passiv sein müssen.

Wir wissen, dass unsere Kunden mehr erwarten. Sie haben im Laufe der Jahre darauf vertraut, dass wir uns als Befürworter von Veränderungen engagieren, wenn die Verhaltensweisen von Unternehmen verbesserungswürdig sind. Durch die Verwaltung von über 1,3 Billionen US$ an Vermögenswerten, die der Prüfung durch unser Corporate Governance Team unterliegen, konnten wir uns einen Ruf als aktiver Eigentümer von Unternehmen erarbeiten.1

Lernen Sie unsere Teams kennen

Mit über 30 Jahren Erfahrung sind wir mit der Verwaltung von Indexfonds sehr gut vertraut.

Indexspezialisten

Die Fonds werden von unseren auf ETFs spezialisierten Portfoliomanagern in London verwaltet. Das Global Index Fund Management Team verfügt über eine globale Präsenz mit Fondsmanagern in London, Chicago und Hongkong. Das Team verfolgt einen pragmatischen Ansatz der Replikation, um sicherzustellen, dass jeder Fonds den jeweiligen Index möglichst genau nachbildet und aktiv Schritte unternommen werden, um die Kosten zu senken und potenziell die Renditen zu steigern. Dieser Ansatz erfordert detaillierte Kenntnisse der Finanzmärkte und ein tiefes Verständnis der Komplexität der Indexkonstruktion und -neugewichtung.

Ein Bekenntnis zur Corporate Governance

Das Corporate Governance and Responsible Investment Team innerhalb von LGIM erfüllt eine sehr aktive Funktion bezogen auf die Sachverhalte, die den langfristigen Wert der Vermögen unserer Kunden betreffen. Über alle Fonds von LGIM hinweg vertritt das Team die Interessen unserer Kunden, indem es mit Unternehmensleitungen zusammenarbeitet, ihre Stimmrechte als Aktionäre ausübt und öffentlich höhere Marktstandards einfordert.

Weitere Informationen zu unseren Fonds

Core ETFs

Mainstream-Korrelation

Unsere Backtests zeigen, dass die Solactive Core Indizes, die unsere ETFs verfolgen, eine historische Korrelation von 99,9% mit vergleichbaren Benchmarks eines maßgeblichen Indexanbieters aufweisen.2 Investoren könnten daher möglicherweise von unserem proaktiven Indexfondsmanagement profitieren und zugleich am Kernmarkt engagiert bleiben.

Wie unsere Core ETFs für Vermögensallokationen genutzt werden können

  • Strategische Anlagen: Eingehen eines spezifischen langfristigen Marktrisikos durch unsere diversifizierten Bausteine
  • Taktische Anpassungen: Flexible Anpassung der Vermögensallokation an kurzfristige Marktentwicklungen
  • Diversifikation des Konzentrationsrisikos: Unsere in Kernaktien investierten ETFs sind skalierbar und können einzeln oder in Verbindung mit den bestehenden Bausteinen der Investoren eingesetzt werden, um das Konzentrationsrisiko auf Emittentenbasis zu diversifizieren

Weitere Informationen zu den Core ETFs von Legal & General Investment Management finden Sie links im PDF.


1) Quelle: Interne Daten von LGIM, Stand: 30. Juni 2018. Diese Zahlen beinhalten das von LGIMA, einem bei der SEC registrierten Anlageberater, verwaltete Vermögen. Daten beinhalten Derivatpositionen.
2) Quelle: LGIM, Bloomberg. Die Auflegung der Indizes von Solactive ist auf Ende Mai 2012 datiert, die Angaben zu den Gesamtrenditen verstehen sich nach Gebühren, in GBP für den GB-Index, in EUR für Europa ohne GB, in USD für die übrigen Renditeangaben. Die vergangene Performance lässt keine Schlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu.

Howie Li ist Head of ETFs und leitet die Entwicklung sowie das Wachstum von ETFs bei LGIM. Li war unlängst CEO von Canvas, bevor er nach der erfolgreichen Übernahme von Canvas ETF zu LGIM stieß.

Die Index-Neugewichtung: Zur Vermeidung von Handelsverlusten

Da Indexanlagen immer beliebter werden, wird das Handelsvolumen rund um die Termine, zu denen Indizes neu gewichtet werden, zunehmend erhoeht. Das kann in der Folge zu unvorhersehbaren Kursschwankungen führen, so Howie Li und David Barron, beide Legal & General Investment Management.

Indexfonds gelten häufig als die kostengünstigste und einfachste Art, um Marktengagement aufzubauen. Aber ihr Erfolg bei der Gewinnung von Anlagegeldern geht mit der Gefahr von Renditeschmälerungen für die Anleger einher, wenn die Mittelflüsse nicht proaktiv gemanagt werden.

Legal & General Investment Management (LGIM) bietet diese Investmentlösungen seit mehr als 30 Jahren an und hat sich so zum fünftgrößten Indexmanager weltweit entwickelt.1 In dieser Zeit haben wir verschiedene Risiken und Ineffizienzen beobachtet, die wir zugunsten unserer Anleger auf pragmatische Weise mindern und aus denen wir für sie sogar Vorteile ziehen konnten. Da zum Beispiel die Anlagegelder, mit denen populäre marktkapitalgewichtete Indizes nachgebildet werden, im Laufe der Jahre zugenommen haben, sind laut unseren Studien immer mehr Anleger für die mit den Aktienkursen verbundenen Risiken rund um Neugewichtungsereignisse anfällig geworden.

Diese Ineffizienzen dürften noch weiter zunehmen, da wir für beliebte, auf Kernaktien fokussierte Indizes von einer steigenden Kursvolatilität ausgehen, während immer mehr Anleger an Lösungen mit aus Kernaktien bestehenden Indizes interessiert sind. Aus diesem Grund sind wir bemüht, die Risiken, die mit extremen Handelsereignissen (o.ä) einhergehen, proaktiv zu meistern.

Mehr Vermögen, mehr Risiken?

Es ist kein Geheimnis, dass die Beliebtheit von Indexanlagen in den letzten Jahren explosionsartig gestiegen ist. Anleger interessieren sich für die vielen Vorteile von Indexfonds, darunter die vergleichsweise niedrigeren Gesamtkosten und den breiten Marktzugang. Die große Anzahl an Indexanlagen am Markt – insbesondere Anlagen, die beliebte, marktkapitalisierungsgewichtete Aktienindizes nachbilden – ist in den letzten zehn Jahren weiter gestiegen.

Bank of America Merrill Lynch und Moody’s haben in Studien festgestellt, dass in den USA etwa 38 % aller Aktienanlagen in indexnachbildenden Fonds vorgenommen werden. Sie gehen davon aus, dass der Aktienfondsmarkt in den USA schon ab 2020 zur Hälfte auf aktive und zur Hälfte auf indexbasierte Anlagen entfallen wird. In absoluten Zahlen schätzt PwC, dass sich das verwaltete Vermögen in indexnachbildenden Anlagen 2016 auf 14 Billionen US$ belief. Bis 20252 wird sich diese Zahl laut PwC mehr als verdoppeln.

Der Preis von Popularität

Das Ziel der Indexfondsmanager besteht in erster Linie darin, die Indizes so genau wie möglich nachzubilden. Da jedoch Indexanlagen immer beliebter werden, ist die Kursvolatilität wegen der Transaktionen, die die zahlreichen Indexanleger rund um die Neugewichtungstermine vornehmen, gestiegen. Früher fielen diese Transaktionen kaum ins Gewicht.

Wenn ein Indexanbieter sich entscheidet, eine Aktie in seinen Index aufzunehmen oder daraus zu entfernen, dann wird diese Entscheidung sowohl entsprechend der Regeln des jeweiligen Index getroffen als auch lange im Voraus öffentlich bekannt gegeben. Manager von Indexfonds, die Abbildung 1: Vermögen in Aktienindizes nachbildenden Fonds als %-Anteil des gesamten verwalteten Vermögens aller Aktienfonds die Übereinstimmungs-Differenz zwischen dem Fonds und dem Index auf ein Minimum beschränken möchten, werden diese Änderungen oft erst am letzten Tag vor der Umsetzung der Änderungen in ihren Transaktionen widerspiegeln, um sichsonahwiemöglichanihrenBenchmarksauszurichten. Wie es die Logik von Angebot und Nachfrage vorschreibt, gilt jedoch: Je mehr Nachfrage nach Transaktionen mit den gleichen Aktien – von denen es ein festes Angebot gibt – zu einem bestimmten Zeitpunkt besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs dieser Aktien vorübergehend steigt oder zumindest kurzfristig Schwankungen aufweist.

Abgesehen von diesen Neugewichtungsterminen ist der Umschlag für Indexfonds in der Regel insgesamt recht niedrig. Im Mai 2018 führte eine umfangreiche Überprüfung eines Aktienindex zu folgendem Ergebnis. Rund 50 Aktien wurden neu aufgenommen bzw. schieden aus, was an einem einzigenTag eine Steigerung des Handelsvolumens um mehr als das 13-fache im Vergleich zum Vormonat nach sich zog. Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass je nach Index der dritte Freitag eines jeden Quartals oder der letzte Tag in den Monaten Mai und November das Handelsvolumen wesentlich durch umfangreiche Indexneugewichtungen bestimmt wird.

Wir untersuchten den möglichen Unterschied auf die Performance bei Neugwichtung eines großen globalen Aktienindex wenn am Tag der Bekanntgabe gehandelt wird und nicht bis zum Datum der effektiven Neugewichtung ein paar Wochen später gewartet wird. Im Verlauf von 14 Neugewichtungen von Februar 2015 bis Mai 2018 hätten sich mit einer solchen Strategie laut unserem Research im Durchschnitt 6,5 Basispunkte an jährlicher Performance erzielen lassen. Anders gesagt verloren Anleger, die erst am Tag der Indexneugewichtung Transaktionen vornahmen, potenziell bis zu 6,5 Basispunkte an Performance. Sie hätten diesen Verlust aber eventuell verringern können, wenn sie das hohe Tradingvolumen an den Neugewichtungsterminen vermieden hätten.

Research von Berkeley erläutert, weshalb dies unter Umständen der Fall ist: Viele der von ihnen untersuchten Aktien wurden sowohl nach der Ankündigung ihrer Aufnahme in Kernindizes als auch am Neugewichtungsdatum weit über ihrem durchschnittlichen Kursniveau gehandelt und gaben häufig einige dieser Zugewinne in den darauffolgenden Tagen wieder ab.2 Bei den einzelnen Unternehmen können diese Ereignisse im Vergleich zu den Tagen vor und nach der Neugewichtung zu einem äußerst sprunghaften Anstieg der Handelsvolumina führen, was sich natürlich auf die Kursvolatilität auswirkt.

Ruhige Tage

Die Nachbildung von Indizes, deren Neugewichtungen nicht an Tagen mit hohem. Tradingvolumen erfolgen oder die ganz einfach weniger Neugewichtungen vornehmen als andere Benchmarks, kann ebenfalls helfen, das mit unvorhersehbaren Kursschwankungen einhergehende Risikozumeiden.WieanhanddesNeugewichtungskalenders im Anhang ersichtlich wird, kann ein Index, der an einem anderen Zeitpunkt als dem Quartalsende neu gewichtet wird, die Massen meiden, die durch maßgebliche andere Indexanbieter mobilisiert werden. Anleger können nach wie vor einen breiten Marktzugang erhalten, wenn sie auf indexnachbildende Aktienfonds setzen, bei denen Neugewichtungen im Vergleich zu den beliebten Kernindizes in „ruhigeren“ Zeiten erfolgen.

In unseren in Kernaktien investierenden Exchange Traded Funds (Core ETFs) verfolgen wir beispielsweise die Performance der von Solactive unabhängig verwalteten und berechneten Indizes. Bei Solactive aus Frankfurt am Main handelt es sich um einen globalen Marktführer in der Indexbranche mit mehr als zehn Jahren Erfahrung und Anlagen in Höhe von 200 Milliarden US$ in indexgebundenen Produkten (Stand: Januar 2018). Diese Indizes sind so konzipiert, dass sie neu gewichtet werden, bevor viele der maßgeblichen Indexanbieter Änderungen an ihren Indizes ankündigen. Trotzdem korrelieren sie unseren historischen Analysen zufolge zu 99,9 % mit vergleichbaren Benchmarks maßgeblicher globaler Indexanbieter.

Erfahrene Indexmanager

Natürlich geht es bei der Bewältigung der mit Indexanlagen verbundenen Ineffizienzen nicht nur darum, das Datum der Neugewichtung zu ändern. Das Management von Indexfonds hat den unglücklichen Zusatz „passiv“ erworben. Dabei ist es alles andere als das.

Wir bei LGIM verfolgen einen pragmatischen Ansatz der Indexreplikation, der es uns ermöglicht, die Renditen der Anleger potenziell zu steigern, indem vorhersehbare Performancebelastungen gemindert werden. So kann unser erfahrenes, für das Management von Indexfonds zuständiges Team zum Beispiel versuchen, wahrscheinliche Indexänderungen vorwegzunehmen, oder optimale Handelsstrategien einsetzen, wenn es zu bestimmten Ereignissen in Unternehmen kommt.

Nicht nur Interesse an niedrigen Gebühren

Je stärker sich die Anleger der Ineffizienzen einer „herkömmlichen“ Indexanlage bei Neugewichtungsereignissen bewusst werden, desto anspruchsvoller werden sie gegenüber ihren Indexfondsmanagern. Da die Beliebtheit indexnachbildender Anlagen so bald nicht nachlassen dürfte, liegt es unseres Erachtens an den Managern, die in dieser Publikation aufgeführten Risiken zu steuern, etwa durch Lösungen wie die Nachbildung von Indizes mit alternativen Neugewichtungsterminen.

Darüber hinaus könnte eine pragmatischere Methode der Indexreplikation zur Minderung anderer Indexineffizienzen die Kosten für Anleger senken oder sogar die Renditen steigern. In unserer unlängst aufgelegten Palette an Core ETFs sind wir zugunsten unserer Kunden um beides bemüht und zeigen, dass die wachsende Anzahl an Indexanlegern mehr von ihren Indexfondsmanagern erwarten kann und sollte.

Weitere Informationen sowie eine Auflistung der Termine für die Neugewichtung der wichtigsten Indixes finden Sie links im PDF.


1) Pensions & Investments; Umfrage unter den größten Indexmanagern 2018.
2) Quelle: PWC, Asset & Wealth Management Revolution: Embracing Exponential Change, 2017

Howie Li ist Head of ETFs und leitet die Entwicklung sowie das Wachstum von ETFs bei LGIM. Li war unlängst CEO von Canvas, bevor er nach der erfolgreichen Übernahme von Canvas ETF zu LGIM stieß.

David Barron ist Head of Index Equity and Factor-Based Investing. Er konzentriert sich auf die Bereiche Research und Strategie und führt außerdem das Team, das für Anlagen in Index-Aktien verantwortlich ist.

Zugang zu Expertenwissen

Zu jeder eigenständigen thematischen Strategie existiert ein dediziertes Beratungsgremium, dass die Portfoliomanager dabei unterstützt, die langfristige Outperformance zu liefern, die Anleger erwarten, erklärt Philippe Rohner, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management, mit einer Handreichung zu den Thematic Advisory Boards von Pictet AM.

Was sind die Pictet Thematic Advisory Boards?

Philippe Rohner: Sie sind eine wichtige Säule unseres thematischen Angebots und unterstützen unsere Portfoliomanager dabei, die langfristige Outperformance zu liefern, die unsere Anleger von uns erwarten.

Zu jeder unserer eigenständigen thematischen Strategien existiert ein dediziertes Beratungsgremium, das idealerweise aus drei externen Beratern mit nachgewiesener Erfolgsbilanz in einer relevanten Funktion in einer Regierungsbehörde, umfassender Branchenkompetenz und/oder einer entsprechenden akademischen Position besteht.

“Durch die Advisory Boards ist der Zugang zu profundem Fachwissen für unsere Plattform für thematische Aktienanlagen gesichert.” – Philippe Rohner

Was den fachlichen Hintergrund der Beraterinnen und Berater betrifft, so arbeiten wir nicht nur mit bekannten Koryphäen zusammen. Das ist nicht zuletzt so, weil sie zumeist sehr sichtbar und ihre Ansichten entsprechend frei verfügbar sind. Wir suchen vielmehr nach Experten, die uns auf der Basis nachgewiesener Erfolge in der Branche oder als Unternehmer neue Einsichten vermitteln können, oder nach Wissenschaftlern, die eine innovative konzeptionelle Denkweise zeigen.

Zusammen mit den jeweiligen Portfoliomanagern bilden sie das Advisory Board, das zweimal jährlich formell zusammentritt. An diesen Sitzungen nehmen ausserdem die Produktspezialisten zu dem jeweiligen Thema und abhängig von der Tagesordnung gelegentlich noch weitere Experten teil. Ich bin auf diesen Sitzungen für die Organisation und den Vorsitz zuständig.

Warum setzen wir Beratungsgremien ein?

PR: Wir sind davon überzeugt, dass das externe Fachwissen unseren Anlageteams dabei hilft, die Entwicklung unserer Themen besser zu verfolgen und zu managen.

Die Aufgabe des Advisory Boards ist nicht, sich an den Anlageentscheidungen als solchen zu beteiligen oder Titel für das Portfolio auszusuchen, sondern die Investmentmanager zu unterstützen.

“Die Advisory Boards helfen uns dabei, den Verlauf eines Anlagethemas langfristig im Blick zu behalten.”

Die Advisory Boards helfen dabei, den Verlauf eines Anlagethemas langfristig im Blick zu behalten und liefern spezifische Erkenntnisse zu kurzfristigeren Entwicklungen des Themas. Das hat den Vorteil, dass unsere Investmentmanager sich  ganz auf die Aspekte der Portfoliokonstruktion wie zum Beispiel die Titelselektion konzentrieren können, denn sie können darauf vertrauen, dass keine übergeordnete Entwicklung des „Big Picture“ unbemerkt an ihnen vorbeigeht.

Auf welche Weise konnten die Advisory Boards schon einmal dabei helfen, ein Thema neu zu positionieren?

PR: Ich kann mich an mehrere Fälle erinnern, in denen die Advisory Boards uns geholfen haben, unsere Haltung entweder zu bestätigen oder weiterzuentwickeln und unsere Themen neu zu positionieren. Jüngste Beispiele waren die Bestätigung der Strategien „Water“ und „Security“ und die letzte Neupositionierung unserer Strategie „Pictet Agriculture“ zu „Pictet Nutrition“ im Jahr 2017.

Damals hielten wir einen Workshop ab, an dem neben den Mitgliedern des Advisory Boards auch Experten des Copenhagen Institute of Future Studies (CIFS) teilnahmen. Die folgenden Gespräche trugen entscheidend zu der Erkenntnis bei, dass der Komplex der globalen Nahrungsmittelproduktion sich von der Frage der „Quantität“ (können wir genug Nahrung für die Welt produzieren?) zu einem eher konsumgesteuerten Fokus der „Qualität“ bewegte (wie können wir bessere Nahrungsmittel produzieren?).

Mitglied des Advisory Boards: Professor Asit K. Biswas

 

Wo treffen sich die Advisory Boards?

PR: Normalerweise werden die Sitzungen der Advisory Boards in unseren Genfer Büros anberaumt, aber nicht immer. Zum Beispiel fand das letzte Advisory Board Meeting zu unserer Strategie „Timber“ in Shanghai statt, sodass wir außerdem an einer globalen Konferenz der Forstwirtschaft teilnehmen und einige lokale Standorte der Holzindustrie besuchen konnten.

Wie erwähnt halten wir gelegentlich Workshops ab, bei denen das Advisory Board mit Experten des CIFS zusammentrifft, dessen Megatrend-Rahmen unsere Perspektive zur Beobachtung und Überwachung der langfristigen säkularen Wachstumstreiber eines Themas bestimmt.

Mitglied des Advisory Boards: Vaclav Smil

Warum arbeitet Sie mit dem Copenhagen Institute zusammen?

PR: Erstmal möchte ich hervorheben, dass es durchaus auch andere anerkannte Megatrend-Rahmen gibt, die sicher ebenso geeignet wären. Dies vorausgeschickt  schätzen wir am CIFS besonders, dass der Megatrends-Rahmen tatsächlich der Grund für die Existenz des Instituts ist. Es handelt sich also nicht einfach um eine  allgemeine Forschungsgesellschaft. Wir sind außerdem der Überzeugung, dass aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine kommerzielle Non-Profit-Organisation handelt, ein gewisses Mass an Objektivität gewährleistet ist.

Mitglied des Advisory Boards: Sandrine Zerbib

Weil der Auftrag des Instituts nicht anlageorientiert ist, denken wir, dass das CIFS uns eine gewisse Komplementarität bietet. Eine besondere Stärke des CIFS ist nachzuverfolgen, wie die Treiber und Auslöser von Megatrends sich entwickeln. Als Mitglieder des CIFS haben wir außerdem Zugriff auf proprietäre Forschungsergebnisse und Inhalte.

Was ist Ihre Aufgabe?

PR: Meine Aufgabe ist, das Zusammenwirken des Advisory Boards zu organisieren, zu moderieren und zu managen und, was vielleicht das Wichtigste ist, die Ergebnisse zu steuern.

Das ist eine Aufgabe, in die ich meine umfangreiche Branchenkompetenz und meine Anlageerfahrung zusammen einbringen kann. Als ich vor vierzig Jahren meine Laufbahn als Chemieingenieur begonnen habe, entschied ich mich dafür, mich auf die Umweltfragen zu konzentrieren, die mit der Wassernutzung durch eine große Ölgesellschaft verbunden waren. Damals hatte ich natürlich keine Vorstellung davon, dass ich einmal in meiner jetzigen Position landen würde.

Typische Agenda des Advisory Board

Im Rückblick betrachte ich meine Laufbahn bei Pictet als eine natürliche Entwicklung, die als Aktienanalyst auf der Verkaufsseite vor zwanzig Jahren ihren Anfang nahm. Im Jahr 2002 wurde ich Portfoliomanager für die Wasserstrategie von Pictet bei Hans Peter Portner. In den letzten Jahren konnte ich zu meiner großen Freude  einen eigenen Beitrag  zur erfolgreichen Expansion unserer Thematic Equity-Plattform leisten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Über den Autor

Philippe Rohner kam 2002 als Senior Investment Manager zu Pictet Asset Management. Er ist mitverantwortlicher Manager des Pictet Water Fund. Zuvor arbeitete er ab 1998 als Aktienanalyst im Bereich Institutional Brokerage Services (inzwischen Helvea AG) von Pictet. Seine berufliche Laufbahn begann Philippe Rohner als Chemie-Ingenieur bei Texaco Port Arthur Research Labs (Air & Water Conservation Dept.). Danach wechselte er zu Ciba-Geigy, wo er leitende Positionen in den Bereichen F&E und Produktion in der Schweiz und in Grossbritannien innehatte. Bei der erfolgreichen Ausgliederung und Börseneinführung der Sparte Spezialitätenchemie im Rahmen der Fusion von Ciba-Geigy mit Sandoz war er als Investor Relations Manager Mitglied der Task Force. Philippe Rohner erwarb an der Eidg. Technischen Hochschule (ETH) Zürich einen Doktortitel, nachdem er an der Universität Strathclyde einen MBA und an der Universität Texas ein Diplom als Umweltingenieur erworben hatte.

Über Pictet Asset Management 

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 163 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Inescapable investment truths for the decade ahead

Charles Prideaux, Global Head of Product and Solutions, and Keith Wade, Chief Economist & Strategist, both Schroders, present their inescapable truths as the economic forces and disruptive forces they think will shape the investment landscape over the years to come.

It seems clear to us that the world investors have got used to over the last few years is very different to the one we need to get accustomed to in the years to come.

We have identified a number of economic forces and disruptive forces we think will shape the investment landscape ahead of us. They represent our "inescapable truths".

Our full paper available at the foot of the page explains these "truths" in more detail through a series of telling charts.

This summary captures the argument.

Economic forces

We believe a confluence of factors will set the scene for a slowing global economy in the next decade:

  • Slower growth in the global labour force
  • Poor productivity growth
  • Ageing populations
  • A growing role for China
  • Low inflation
  • Low interest rates

This backdrop is similar to what we’ve seen since the global financial crisis, where equity and bond markets have performed well despite low growth and inflation. However, the big difference for the years to come is that there will no longer be the tailwind of ultra-loose monetary policy, where interest rates have been kept well below inflation.

As interest rates normalise and quantitative easing (QE) unwinds, we think there will be a greater focus on the reliability of corporate earnings as market volatility increases. Just because GDP growth will be lower, it does not necessarily mean that companies’ profit growth will be lower.

Returns from market indices will also be lower, we believe. Investing passively (tracking a market index) is not likely to reap the returns investors have grown to expect.

The implication is simple: there will be greater need for active fund managers who can generate alpha – i.e. who can beat the market – in the period to come.

Disruptive forces

We think disruption will come from a number of angles in the years to come. 

Market disruption

  • Changing patterns of finance. Banks are likely to play a reduced role in financing economic activity and other forms of funding will grow in importance. We expect the corporate bond market to expand along with private equity and alternatives such as peer-to-peer lending and crowdfunding.
  • The end of QE. Other central banks are likely to follow the US’ lead in gradually reducing the assets on their balance sheets. These were assets bought via QE - a measure to ward off the fallout following the financial crisis. This unwinding will increase the supply of government bonds and corporate bonds to the private sector. It should be welcomed given the present shortage of these supposedly “safe” assets and with more retiring savers seeking investments that may offer greater financial security.

Technological disruption

  • Changing business models. Technology creates unique challenges for investors through its tendency to disrupt existing businesses and create winners and losers. Clearly picking those who are on the right side of technological progress will continue to be key for investment performance.
  • Displacement of jobs. Technology can bring greater efficiency in production, but can also increase displacement in the labour market as traditional jobs become obsolete. The increased use of robotics and AI (artificial intelligence) will affect a wider range of professions. This may worsen the problems of inequality and potentially bring even greater political disruption.

Environmental disruption

  • Rapid action needed. Our views of the future are complicated by growing tensions between the real economy and the natural environment - and climate change in particular. The challenge has been centuries in the making, but remedial action will have to be far faster to avoid its worst impacts.
  • Unchecked environmental damage will have severe economic and social consequences. While inaction implies significant long-term risks, steps to avoid the worst effects of climate change will also prove necessarily disruptive.

Political disruption

  • Government finances will come under pressure. The economic outlook will undermine government finances, while ageing populations will increase pension spending and demand for healthcare. The ability of governments to meet voter expectations will become increasingly challenged and may feed further populist unrest.
  • Pressure on individuals will grow. Government challenges will mean people will have to take greater individual responsibility for funding their retirement and healthcare.
  • The rise of populism will increase political complexity. Policies to temper the impact of globalisation through restrictions on trade, immigration and capital flows are increasingly likely to emerge.

In summary, after almost a decade of strong returns many investors have become complacent about the outlook. This assessment suggests that in a more challenging future environment factors such as asset allocation, access to multiple sources of return, active stock selection and risk management will be critical in meeting the goals of investors over the next decade.

As we enter the next phase of the post-global financial crisis era, these inescapable truths can help guide investors through a time of unprecedented disruption.

Please click on the link to download the full report as a PDF.


This article has first been published on schroders.com.

"Nachhaltigkeit ist für alle Anleger interessant"

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien wird in unterschiedlichen Produktlösungen und -ausprägungen angeboten. Auch für nachhaltige Investments ist es wichtig, den richtigen Asset Manager und die für das jeweilige Marktumfeld passende Asset Allocation auszuwählen. Lorne Campbell und Michael Schmidt, beide von der Deka, im altii Interview zu nachhaltigen Investments.

altii: Der Markt für nachhaltige Investments wächst seit Jahren dynamisch, insbesondere bei institutionellen Anlegern. Warum?

Michael Schmidt: Institutionelle Anleger setzen in ihrem Portfoliomanagement nicht nur deshalb verstärkt auf nachhaltige Ansätze, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und ihre Reputation zu schützen oder zu fördern. Zunehmend im Fokus steht die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten als Element eines verbesserten Risikomanagements, so dass insbesondere extreme Ereignisrisiken vermieden werden können.

altii: Welche Dienstleistungen bietet die Deka ihren institutionellen Kunden im Bereich Nachhaltigkeit an?

Lorne Campbell: Wir unterstützen institutionelle Kunden individuell – vom Consulting über die Portfolioallokation und das Management bis hin zum Reporting. Dank gebündeltem Fachwissen und langjähriger Erfahrung mit verschiedenen Investmentprofilen sind unsere Experten in der Lage, die speziellen Anforderungen institutioneller Anleger mit sinnvollen Lösungen zu unterlegen und gleichzeitig die Auswirkungen auf das Portfolio zu überprüfen.

Schmidt: Das Leistungspaket wird abgerundet durch Corporate-Governance-Angebote wie die Stimmrechtsausübung bei Hauptversammlungen von börsenorientierten Unternehmen und unseren weitergehenden Engagement-Ansatz. Dabei nutzen wir unsere ca. 1.600 Unternehmenskontakte pro Jahr, um im direkten Gespräch mit Vorständen und Aufsichtsräten ESG-Themen zu adressieren.

altii: Gibt es Kunden die glauben, dass nachhaltige Investments mit Renditeverzicht einhergehen müssen?

Campbell: Diese Anleger gibt es zwar noch, aber es werden immer weniger. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien, dass nachhaltige Investments und Rendite sich nicht ausschließen müssen. Beispiele finden sich etwa beim Center for Corporate Responsibility and Sustainability an der Universität Zürich oder der Harvard Business School und der London School of Business. Das spricht sich herum. Aber auch für nachhaltige Investments ist wichtig, den richtigen Asset Manager und die für das jeweilige Marktumfeld passende Asset Allocation auszuwählen.

altii: Sind nachhaltige Anlagen nur für Großinvestoren wie Pensionskassen und Versicherungen interessant?

Schmidt: Nachhaltigkeit ist für alle Anleger interessant. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien ist ein wirksames Instrument der Risikosteuerung – und wird in unterschiedlichen Produktlösungen und -ausprägungen angeboten. Das reicht vom Sparplan in einem nachhaltigen Fonds ab 25 Euro im Monat über Publikumsfonds für institutionelle Anleger wie z.B. Stiftungen, wo ab Anlagebeträgen von 25.000 oder 50.000 Euro passende Anlagekonzepte realisiert werden können.

altii: Wie legen institutionelle Investoren in Nachhaltigkeit an? Um welche Produkte geht es dabei?

Campbell: Wir helfen unseren Kunden, den geeigneten Nachhaltigkeitsansatz zu finden und diesen umzusetzen, wobei insbesondere Fonds vielschichtige Gestaltungs-Möglichkeiten eröffnen. Es beginnt mit der Definition dessen, was ein Kunde unter Nachhaltigkeit versteht. Unser Angebot reicht hier von der Beratung bei der Formulierung und reicht über die Operationalisierung einer Nachhaltigkeitsstrategie bis hin zur Umsetzung in Investmentlösungen – seien es Publikums-, Spezialfonds oder aber auch Mandate.

Schmidt: Unsere nachhaltigen Wertpapieranlagen für institutionelle Kunden in Mandaten und Spezialfonds basieren häufig noch auf individuellen Ausschlusskriterien, also dem Verbot bestimmter Investments wie Waffen, Arbeits- oder Menschenrechtsverletzungen. Wir nutzen dabei die Ergebnisse renommierter ESG-Research-Anbieter und ergänzen dieses mit Research unserer Analysten. Durch den laufenden Abgleich wird sichergestellt, dass nur Wertpapiere in den Portfolios gehalten werden, die nach den für den Fonds definierten Nachhaltigkeitskriterien investierbar sind. Für alle von uns gemanagten Fonds gilt: Investitionen in Hersteller von Cluster-Munition, Anti-Personen-Minen, Handfeuerwaffen und Grundnahrungsmittel sind verboten.

altii: Müssen sich Unternehmen nicht stärker anpassen? Etwa indem ökologische und soziale Aspekte sowie eine verantwortungsvolle Unternehmensführung stärker im Bewusstsein der Verantwortlichen verankert werden?

Campbell: Unbedingt. Das sich ändernde Umfeld verlangt definitiv Anpassungen bei den Unternehmen. Aber dadurch eröffnen sich auch neue Chancen: Unternehmen, die hier vorbildlich handeln, können nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung punkten und ihre Reputation steigern, sondern auch qualifiziertes Personal gewinnen sowie den Ressourcenverbrauch reduzieren. Darüber hinaus lassen sich ganz konkret Finanzierungskosten senken und neue Investorengruppen erschließen.

altii: Wie geht die Deka damit um bei den Unternehmen, in die sie das Geld der Anleger investiert? Fordert sie Nachhaltigkeit ein, etwa bei Auftritten auf Hauptversammlungen?

Schmidt: Ja. Investoren haben nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Pflicht, Einfluss zu nehmen. Nicht zuletzt deswegen will etwa die Europäische Kommission die langfristige Einbeziehung der Aktionäre fördern – Stichwort: EU-Aktionärsrechterichtlinie. Das Stimmrecht ist eines der wertvollsten Rechte des Aktionärs und verpflichtet zu einem verantwortungsvollen Umgang damit. Dementsprechend ist die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens für Anteilseigner einer der wichtigsten Anlässe, um Kritik zu äußern und Veränderungen zu fordern – gerne mit entsprechender Öffentlichkeitswirkung für das betreffende Unternehmen.

altii: Die „Prinzipien für nachhaltiges und verantwortungsvolles Investieren“ (Principles for Responsible Investment, PRI) ist mittlerweile eine der bedeutendsten Investoreninitiativen. Die Deka war 2012 eine der ersten deutschen Fondsgesellschaften, die sich zu diesen Prinzipien bekannt haben. Was war der Grund?

Schmidt: Mit diesem Abkommen verpflichten sich institutionelle Investoren, nachhaltig und im Sinne der Gesellschaft verantwortungsbewusst zu agieren. Für unsere Kunden werden Themen aus den Bereichen Umwelt und soziale Verantwortung zunehmend wichtiger. Diese gestiegenen Anforderungen haben wir in unseren Prozessen implementiert und wollten mit der Unterzeichnung zeigen, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll zu investieren.

Campbell: Darüber hinaus haben wir als DekaBank unsere Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit von spezialisierten Nachhaltigkeits-Ratingagenturen bewerten lassen. Auf Basis umfassender Kriterienkataloge haben sie der DekaBank auch im jüngsten Berichtsjahr 2017 wieder ein im Branchenvergleich überdurchschnittliches Aktivitätsniveau bescheinigt. Dabei hat etwa die internationale Agentur Sustainalytics ihre Bewertung der Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements der DekaBank im Berichtszeitraum deutlich nach oben gesetzt. Von Sustainalytics erhält die DekaBank im aktuellen Rating 83 von 100 möglichen Punkten und wird von der Agentur erstmals als „Leader“ eingestuft. Damit erreicht sie Rang 11 von 332 insgesamt gerateten Banken weltweit. Unter den nicht-börsennotierten Banken kommt die DekaBank auf einen hervorragenden 2. Platz†.

Schmidt: MSCI ESG, die auf Nachhaltigkeitsrankings spezialisierte Sparte von MSCI, bewertet die Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements mit einem sehr guten AA-Rating. Die DekaBank erreicht damit Rang 10 unter den insgesamt 133 analysierten Banken. Von ISS oekom wird die DekaBank mit dem begehrten oekom Prime-Status ausgezeichnet. Er wird ausschließlich an Banken vergeben, die die strengen Anforderungen der Agentur an die Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements umfassend erfüllen. Mit einem Rating von C+ erreicht die Deka-Gruppe unter den insgesamt 82 analysierten Banken eine Top 10-Platzierung. Imug testierte der DekaBank in ihrem „Sustainability Rating“, welches die Nachhaltigkeitsleistung des Gesamtunternehmens bewertet, im März 2018 mit „positiv / B“, eine Verbesserung um zwei Stufen. Zudem erreicht die Deka-Gruppe im imug-Rating bei unbesicherten Anleihen, öffentlichen Pfandbriefen und Hypothekenpfandbriefen im Branchenvergleich überdurchschnittliche Bewertungen1.

altii: Warum sollten sich heute nicht nur institutionelle, sondern auch Privatanleger eine breitere Sicht bei ihren Anlageentscheidungen haben?

Schmidt: Man kann mit seiner Geldanlage zur Erreichung der Klimaziele oder einer nachhaltigen Entwicklung insgesamt beitragen – und zwar auch ohne Renditeverzicht, denn teilweise ergeben sich sogar Wachstumschancen aus neuen Geschäftsmodellen. Nicht zuletzt sollte man aus der Verantwortung für kommende Generationen heraus einen Beitrag leisten für deren Wohlstand in einer lebenswerten Umwelt. Oder wie es der französische Präsident Emmanuel Macron formulierte: „Make our planet great again!“


1) Stand: MSCI, 12.5.2017; sustainalytics: 12.10. 2017; oekom: 28.02.2018; imug: 28.02.2018 (Öffentliche Pfandbriefe positive B; uncovered bonds neutral CC; Hypothekenpfandbriefe positive BB)

Über DEKA

Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in Höhe von rund 288 Mrd. Euro (per 30.06.2018) sowie rund 4,5 Millionen betreuten Depots ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister und Immobilien-Asset Manager in Deutschland. Sie eröffnet privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu einer breiten Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen. Die DekaBank ist fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe und richtet ihr Angebotsportfolio ganz nach den Anforderungen ihrer Eigentümer und Vertriebspartner im Wert­papiergeschäft aus. 2018 feiert die DekaBank Deutsche Girozentrale ihr 100-jähriges Jubiläum.

Über Michael Schmidt, CFA

Herr Schmidt ist Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investments GmbH. Der Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt leitet den Bereich Asset Servicing & Alternative Investments. Zuvor war er Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Privatfonds GmbH und Leiter Portfoliomanagement Aktien, nachdem er im Asset Management der Deutschen Bank das Portfoliomanagement Aktien für Institutionelle Kunden verantwortete

Über Lorne Campbell

Herr Campbell leitet seit August 2016 den Bereich Vertrieb Institutionelle Kunden der Deka-Gruppe. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung und ist als Partner und Berater institutioneller Investoren im In- und Ausland tätig gewesen. Seine berufliche Laufbahn führte ihn von Schröder Münchmeyer Hengst & Co. über Cheuvreux de Virieu zur Credit Suisse, bei der er zuletzt als Mitglied der Geschäftsführung in Deutschland das Aktiengeschäft leitete.

Kontakt

Frank Salchow
Produktservice Institutionelle Kunden

+49 69 7147 3362

deka-institutionell@deka.de

Die Wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter http://www.deka.de.

Nachhaltigkeitsbewertung des Themas 'Wasser'

Der „Rohstoff“ Wasser ist in seiner Verfügbarkeit eingeschränkt. Der Fokus der Dialoge mit Unternehmen zum Thema sollte daher in der Bewahrung der Ressource Wasser einerseits und in der Qualitätssicherung des Wassers andererseits liegen, so Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management. Im Zusammenhang mit dem Thema Wasser umfasst der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management daher Engagement-Aktivitäten mit einigen Unternehmen der Branchen Wasserversorgung, Abwasser und Wasseranalyse.

Dieser Beitrag ist Teil von Raiffeisen Capital Management's Newsletter "Nachhaltig Investieren". Die vollständige Ausgabe Oktober 2018 mit dem Schwerpunkt "Wasser" finden Sie hier. Weitere Informationen zum nachhaltigen Investmentansatz von Raiffeisen Capital Management finden Sie auf investment-zukunft.at.

1. Inwieweit bilden sich die Schwerpunktthemen Wasser und Wasserknappheit in Ihrer Palette an Produkten und Dienstleistungen ab? Wie sieht die historische Entwicklung Ihres Unternehmens in diesem Zusammenhang aus?

Unternehmen verschiedenster Branchen erarbeiten ihre jeweiligen Strategien, um dem Thema Wasserknappheit oder auch Wasserstress entgegenzuwirken. Dabei handelt es sich beimThemaWasserstress um eine imVergleich zur Wasserknappheit erweiterte Definition, die auch Verfügbarkeit, Qualität und Zugangsmöglichkeiten von Wasser umfasst. Die von uns adressierten Unternehmen haben einen direkten Bezug zum Thema Wasser und Strategien rund um das Thema Wasserknappheit und Wasserstress. Das amerikanische Wasserversorgungsunternehmen „American Water“ etwa sieht sich als Versorger, welcher eine reibungslose Wasserversorgung für seine Kunden sicherstellen möchte. Auf der anderen Seite möchte „Novozymes“, ein dänisches Biotechnologieunternehmen, Konsumenten helfen, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren. Der Einsatz von Enzymen ist dabei eine Möglichkeit den Wasserverbrauch zu reduzieren, die Enzymproduktion selbst gilt aber andererseits als wasserintensiv und erzeugt viel Abwasser. „Acciona“, ein spanischer Mischkonzern, der unter anderem im BereichTrinkwasserversorgung tätig ist, beschäftigt sich in seinem Sustainability Master Plan 2020 aktiv mit dem Thema der Bekämpfung von Wasserstress. Schließlich ist es das Hauptziel des schweizerischen Sanitärprodukteherstellers „Geberit“, Wasserverwendung effizienter zu machen.

2. Welche potenziellen Chancen und Risiken birgt das Thema Wasserknappheit für Ihr Unternehmen?

Prinzipiell sind Risiken im Zusammenhang mit Wasserknappheit und Wasserstress lokal unterschiedlich zu betrachten. Stark betroffene Branchen sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Aber auch andere Branchen entwickeln Konzepte gegen Wasserknappheit. „Suez“, ein französischer Umwelttechnologiekonzern, hat beispielsweise all seine Standorte in den Jahren 2016 und 2017 bezüglich deren Status im Zusammenhang mit Wasserknappheit eingehend untersucht. Generell berichten im Unternehmen lokale, sogenannte „Environmental and Industrial Risk Officers“ über ihre Einschätzung bezüglich potenzieller Wasserknappheitsszenarien.

3. Wie gehen Sie mit dem Status quo und den Potenzialen bezüglich Wasserressourcen in einzelnen Regionen um, in denen Sie tätig sind?

4. Zeichnen sich in Regionen, die von Wasserknappheit bedroht sind,Trends ab, die Ihre Geschäftstätigkeit beeinflussen?

Alternative Ressourcen für Frischwasser sind je nach Verwendungsszenario die Brauchwasser-Wiederverwendung – auch Water-Recycling genannt – und die Meereswasserentsalzung. In beiden Fällen waren die Wachstumsraten zuletzt sehr hoch. Nach „Suez“ erwartet ein Marktwachstum für Meereswasserentsalzung von 10 Milliarden US-Dollar in 2016 auf 23 Milliarden US-Dollar in 2025. Zu den Ländern, die vermehrt auf Meereswasserentsalzung setzen, zählen Australien, Israel und die Golfstaaten. Dürrephasen größten Ausmaßes, die zur Rationierung von Wasser für Haushalte und Industrie geführt haben, betreffen in regelmäßigen Abständen Kapstadt und waren außerdem von 2013 bis 2016 in Kalifornien zu beobachten. Auch Unternehmen können in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die Wasserversorgung für die Bevölkerung nicht mehr sichergestellt werden kann. Beispiele sind in diesem Zusammenhang „Coca-Cola“ oder „Nestlè“, die wegen Problemen bei der regionalen Wasserversorgung bereits Werke – zumindest vorübergehend – schließen mussten.

5. Welcher positive Einfluss auf das Thema Wasserknappheit geht von Produkten und Dienstleistungen Ihres Unternehmens aus?

Produkte und Dienstleistungen, die der Wasserknappheit entgegen wirken, betreffen unter anderem die Themen Wassermanagement und Abwasserreinigung. „Suez“ – im Bereich Wasserversorgung tätig – bietet digitale Lösungen für ein „Realtime Wassermanagement“ an. Bereits 20 % der Kunden des Unternehmens verfügen über sogenannte „Smart Meters“.

6. Wie sieht Ihr Ansatz zur Qualitätssicherung für Wasser aus?

m Bereich Qualitätssicherung setzen einige Unternehmen auf ISO 22000, einen weltweiten Standard für Managementsysteme zur Lebensmittelsicherheit. Was die Verschmutzung von Wasser betrifft, so stellen sogenannte „Emerging Pollutants“ ein neues Problem dar. Dazu gehören Pharmazeutika und endokrine Disruptoren. Endokrine Disruptoren sind Stoffe, die zu Veränderungen im Hormonsystem führen und potenziell gesundheitsschädigend sind.

7. Wie definieren Sie „reines“ Wasser, respektive Trinkwasserqualität?

Reines Wasser oder „Clean Water“ wird von „American Water“ als gesäubertes Abwasser definiert,Trinkwasser hingegen als an die Kunden ausgeliefer tes Wasser. Um zu reinem Wasser zu gelangen ist im Falle der Aufbereitung eine Reduktion der Verschmutzung notwendig, diese betrifft in der Regel organische Substanzen, Stickstoff und Phosphor. Für Trinkwasser existieren eine Reihe von Standards, wie die WHO-Richtlinien, eine Richtlinie der EU sowie weitergehende nationale Richtlinien.

Are short sellers ethical?

It’s a few of the practitioners, rather than the practice, of short selling that can be unethical, argues Duncan Lamont, Head of Research and Analytics at Schroders.

On the face of it, an investment strategy specifically designed to gain in value when companies fall in value might not seem particularly responsible. So-called “short selling” is often associated with lurid headlines predicting corporate failure, market abuse and policymakers’ concerns that the practice undermines financial markets. However, a look past the headlines reveals a more complex reality.

While it undeniably has its more unsavoury side, short-selling can also help manage risk more effectively and contribute to market efficiency. Its reputation is unfairly tarnished by the actions of a few cowboys.

What is short selling?

So, cutting through the jargon, what do we actually mean by short selling? In practical terms, it involves borrowing a stock from an investor then immediately selling it, in the hope that its price will fall and it can be bought back later at a cheaper price. A profit is realised based on the price decline. At that stage it is returned to the original shareholder, who receives a fee for their troubles.

The borrowing involved in this strategy introduces some additional risks (and costs) compared with traditional stock market investing. One implication is that positions tend to only be put in place for relatively short time horizons. Another way to profit from declines is through derivatives known as futures, although these are more commonly used at the overall stock market level than for individual stocks. A so-called “short futures” position will deliver a return if a stock market falls and a loss if it rises.

There are no blanket answers to questions of the ethics of short selling. In our view, the pertinent question is less whether short selling is ethical and more how investors behave, whether in expectation of price rises or falls.

Short selling does not directly undermine the health of a company any more than buying its shares improves its fundamentals. Companies are not deprived of funds when investors sell shares nor do they become financially stronger when investors buy shares in public markets.

Ethical questions arise when investors take additional steps to influence companies’ financial health and value after they have bought or sold shares. To assess the ethics of short selling, we therefore need to consider the actions of different short sellers rather than short selling as a principle. In general, those actions reflect their motivations, which can be broadly split into four categories:

Stock picking on steroids

Traditional so-called long-only investors in the stock market try to identify undervalued stocks, in the expectation that their value will converge on some estimate of fair value. If they don’t like a company they can hold less of it than the benchmark allocation (an underweight position) or not hold any at all.

The stock picker on steroids is no different but they search for overvalued stocks or stocks which are facing structural headwinds that are not yet fully reflected in the price. “Shorting” these companies is a more direct way to position for their anticipated fall in value towards more reasonable levels than would be possible in a long-only portfolio. This can either be done on a stand-alone basis or by taking a long position in (buying) those companies that are expected to do well and a short position in those that are expected to struggle. It’s like the value style of investing but with extra bells on top.

Stock pickers on steroids also help to bring market prices into balance, so contribute to overall market efficiency. This beneficial impact is one reason why the index provider MSCI requires short selling be possible before it will consider a market for inclusion in its developed market benchmarks.

An area of emerging interest is funds with a sustainability focus which short stocks. Some investors prefer to exclude certain sectors from their portfolios such as tobacco stocks, oil and gas companies, and weapons manufacturers. However, a more extreme approach would be to take an outright short position in these sectors, or in companies with poor (or deteriorating) sustainability credentials more generally.

To manage risk, shares in companies or sectors with more favourable (or improving) characteristics could be bought. That would send a very strong signal to the management of the companies being shorted and would earn a profit if their share prices fell relative to those with better (or improving) credentials.

The activist shorter

The activist shorter takes a more extreme approach than the stock picker on steroids. Rather than assuming that the market will eventually price companies fairly, they seek to force the issue.

They often try to maximise publicity on their reasons for believing a company is overvalued. By generating negative coverage they can force a company’s share price down, which can affect the terms that a business can get from its creditors, which can push the company into further difficulty. On one level, this can be applauded. The forensic analysis conducted by some short sellers can unearth previously underappreciated issues (accounting irregularities are a common target) and in making these public, they can force management to deal with them.

However, the more extreme activist shorters are the ones that give the practice a bad name. Some have been guilty of spreading unfounded and malicious rumours in the press, a consequence of which is that they can earn a profit on their trade but push otherwise healthy companies into financial difficulties. Even if these companies manage to prove the accusations false, the short seller may be long gone by that stage, having booked a profit on their trade and left a trail of devastation in their wake.

The concerns are comparable to investors buying long positions in shares before attempting to boost the value of their holdings by spreading dubious suggestions of coming positive news.

Before investing in strategies which take a more activist approach to shorting, investors should ensure they understand the process and tactics that are likely to be employed and, to the extent it is possible, the integrity and ethics of the fund manager.

The risk manager

These people use shorting to control risk in their portfolios and express their views on particular stocks in as pure a way as possible. Let’s say an investor wants to express a positive view on a particular stock relative to the market. One way to do this would be to buy the stock. However, then, if the market falls, that stock could fall too. If it falls by less than the market the original thesis would be proven correct but that would have been somewhat irrelevant as it would have been swamped by the decline in the broader market.

One way to avoid this is to buy the stock while also taking out a short futures position on the market. Then the return would be the difference in return for the individual stock and the market. In our example above, the trade could yield a profit, even in a declining equity market. Shorting allows a cleaner expression of a view on a particular stock or sector while also reducing volatility and risk of loss. The approach does not affect the health of individual companies, is typically low profile and doesn’t raise ethical concerns in our view.

The emotionally-detached trend follower

The trend follower seeks to profit from trends in markets; buying when markets are rising and shorting when they are falling. CTAs (Commodity Trading Advisors, although the name is a misnomer as although they were once focused on commodities, they now cover a much wider range of asset classes and currencies) or managed futures are other names for these types of investment strategy.

These strategies are normally highly quantitative and systematic in nature, powered by powerful computer algorithms. Their emotionally detached nature means they cannot be accused of attempting to drive down prices. It is all about maths.

An unfair reputation

In summary, short selling has an unfairly bad reputation. Rather than avoiding the practice, investors, especially those who are more ethically minded, should ensure they understand its potential uses in a strategy and how its practitioners intend to behave. It can bring about significant benefits, both to investment performance and standards of corporate governance. Some short sellers are unethical, but short selling itself is not.


This article has first been published on schroders.com.

Investmentkonzepte mit Perspektive – für Ihre Anlagebedürfnisse und die Gesellschaft

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sozial, ethisch und ökologisch orientierte Anlagen im Vergleich zu herkömmlichen Portfolios langfristig besser oder zumindest gleich gut abschneiden. Die Deka berät Investoren umfassend – bei der Definition individueller Nachhaltigkeitskriterien und deren Umsetzung in der Wertpapieranlage. Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage baut die Deka ihr Angebot nachhaltiger Publikumsfonds kontinuierlich aus.

Nachhaltigkeit im Portfolio - Den passenden Rahmen finden

Nachhaltig Werte zu schaffen, die den eigenen Überzeugungen entsprechen, ist nicht nur das Credo vieler Unternehmer und Stifter, die sich gesellschaftlich engagieren und über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Auch private Anleger und institutionelle Investoren setzen immer stärker auf das Thema Nachhaltigkeit. Rendite allein reicht ihnen nicht mehr.

Die Deka ist der festen Überzeugung: Nachhaltiges Handeln verringert nicht nur unternehmerische und gesellschaftliche Risiken, sondern eröffnet auch Chancen auf Wachstum und Wertsteigerung.

Neue Chancen auf Wachstum und Wertsteigerung

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sozial, ethisch und ökologisch orientierte Anlagen im Vergleich zu herkömmlichen Portfolios langfristig besser oder zumindest gleich gut abschneiden. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar, hier einige Beispiele:

  • Nachhaltiges Wirtschaften steigert langfristig den Wert des Unternehmens.
  • Gut geführte Mitarbeiter sind motivierter; weniger Arbeitsunfälle erhöhen die Firmenleistung.
  • Soziales Engagement etwa gegen Kinderarbeit stärkt das Image beim Verbraucher.
  • Weniger Energieverbrauch senkt die Kosten.
  • Das Risikomanagement wird durch die Identifizierung und Vermeidung von Risiken verbessert.

Den individuellen Rahmen finden 

Dreh- und Angelpunkt bei der Entscheidung für ein nachhaltiges Portfolio ist das eigene Selbstverständnis des jeweiligen Anlegers. Jeder Investor muss für sich ein passendes Vorgehen wählen. Dies kann z.B. von Impact Investing über Ausschlüsse von bestimmten Sektoren oder Geschäftspraktiken bis zur Ausübung von Stimmrechten oder eine Kombination unterschiedlicher Nachhaltigkeitsansätze sein. 

Die Motive für ein nachhaltiges Investment sind so unterschiedlich wie die Investoren selbst: Ob aus ethischen Gründen, um soziale Aspekte zu betonen, stärker auf die Umwelt zu achten oder Reputationsrisiken zu vermeiden – die Deka hilft dabei, für jeden Bedarf den passenden Umsetzungsweg zu finden.

Individuelle Beratung - Auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten

Wer seine Anlagestrategie auf Nachhaltigkeit ausrichten will, sollte sich den Rat erfahrener Experten suchen. Die Deka berät Investoren umfassend: bei der Definition individueller Nachhaltigkeitskriterien, der Festlegung des Anlageuniversums sowie bei der Optimierung bestehender Portfolios.

Die Deka unterstützt institutionelle Investoren dabei, eine individuelle Nachhaltigkeitslösung zu entwickeln und umzusetzen. Das Dreieck Rendite, Risiko und Liquidität wird durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit zum Viereck.

Vom Kundenwunsch zu den Anlagekriterien

Die wesentlichen Entscheidungskriterien liegen in den Interessen und Präferenzen der Kunden. Die Deka berät und unterstützt Investoren umfassend mit einem Team von über 20 Nachhaltigkeitsexperten. Dank des gebündelten Fachwissens und der langjährigen Beratungs- und Umsetzungserfahrung sind die Experten der Deka in der Lage, die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse institutioneller Investoren mit sinnvollen Anlagelösungen umzusetzen.

Diversifikation erreichen trotz reduzierter Anlageuniversen

Die gewünschten Nachhaltigkeitsfilter verändern das Anlageuniversum – in manchen Fällen marginal, in anderen grundlegend. Deshalb wird nach einer umfassenden Analyse des Nachhaltigkeitsansatzes zunächst das mögliche Investmentuniversum definiert und die erforderlichen Portfolioveränderungen simuliert. Wichtig ist dabei, dass trotz aller Einschränkungen eine ausreichende Diversifikation erreicht wird.

Transparenz und Verantwortung - Die Deka als nachhaltiges Unternehmen

Wer Kunden zu nachhaltigen Investments rät, sollte sie selbst bei diesem Themenkomplex gut aufgestellt sein. Die führenden Ratingagenturen im Bereich Nachhaltigkeit – ISS-oekom, imug oder sustainalytics – bewerten die Deka in dieser Hinsicht überdurchschnittlich positiv.

Nachhaltig aus Überzeugung

Das nachhaltige Handeln der Deka fördert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und schafft damit zusätzlichen Mehrwert für Eigentümer, Kunden und Mitarbeiter. 2012 hat die Deka die Prinzipien der Vereinten Nationen für nachhaltiges und verantwortungsvolles Investieren unterzeichnet (United Nations Principles for Responsible Investment, PRI) und sich damit verpflichtet, nachhaltig und im Sinne der Gesellschaft verantwortungsbewusst zu agieren. 

Selbstbeschränkung in der Produktgestaltung

Generell schließt die Deka für ihre gesamte Produktpalette Investments in Unternehmen aus, die Anti-Personen-Minen oder Cluster-Munition herstellen. Zudem emittiert die Deka keine Produkte, welche die Preisentwicklung von Grundnahrungsmitteln abbilden.

Nachhaltige Publikumsfonds - Gezielt und diversifiziert investieren

Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage baut die Deka ihr Angebot nachhaltigerPublikumsfonds kontinuierlich aus. Mittlerweile umfasst das Produktportfolio ein breit gefächertes Angebot von Aktienfonds, Mischfonds und Rentenfonds, sowie einen ETF. Ob bei Aktien oder Anleihen – die Auswahl der potenzialstarken Einzelwerte aus dem Anlageuniversum ist der maßgebliche Performancetreiber. Das bedeutet: Jeder Einzeltitel hat die Nachhaltigkeitsexperten fundamental überzeugt.

Großes Volumen nachhaltiger Fonds

Bereits seit 2009 bietet die Deka nachhaltig ausgerichtete Fonds für institutionelle und private Anleger an. Per Ende 2017 lag das verwaltete Volumen der Deka Investment GmbH bei knapp 11 Mrd. Euro. 

Seit August 2015 können Investoren mit dem Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit UCITS ETF, dem ersten nachhaltigen ETF der Deka, gezielt in nachhaltige Unternehmen aus dem Euroraum investieren. Der zugrunde liegende Index besteht aus Firmen, die großes Engagement in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance zeigen. Seit Dezember 2015 ergänzt Deka-Kirchen Balance das Produktangebot.


Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.

Investment opportunities in technology

Technology is by far the best performing stock market sector so far this year – something that many observers have attributed to a handful of megastars, namely Facebook, Apple, Amazon, Netflix and Google (FAANGs). Think the tech sector's fate is in the hands of a few big name stars? Think again, asks Supriya Menon, Senior Multi Asset Strategist at Pictet Asset Management.

HAND IN HAND

Share price performance, % change 2018 to date

Source: Thomson Reuters Datasteam. Data covering period 12.07.2017-01.08.2018

The bad news is that some of the FAANGs are finding the going tougher of late for a number of reasons, including increased scrutiny from regulators, lofty investor expectations and saturated markets.

The good news is that the tech universe’s remarkable performance is more broad-based than many realise; it includes numerous companies with strong earnings and attractive growth potential.

Indeed, although the big stars have certainly contributed to overall tech gains this year, the rest of the sector has also done very well. True, the S&P 500 Information Technology index1– where Apple alone accounts for 15 per cent and the top 10 constituents make up nearly two-thirds of the market capitalisation – gained 12.8 per cent in the first eight months of 2018. But its equally weighted version – where every stock has the same degree of influence – is up 12.3 per cent. If only a few stocks were rallying, we would not see that.

Looking at earnings gives some insight as to why the tech world is now about more than just the top names. While FAANGs comfortably outperformed the rest of the sector in terms of earnings before interest and tax (EBIT) growth 2014-2015, that performance has since evened out (see chart). 

EARNINGS SUCCESS NOT LIMITED TO FAANGS

EBIT, % growth year-on-year* The S&P 500 IT index does not include Amazon or Netflix.
Source: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datasteam, Bloomberg. Data covering period 30.06.2011-30.06.2018 

This pattern isn’t just true for the latest quarterly earnings results, but also about the overall trend. Over 90 per cent of companies in the S&P 500 IT index are seeing improving earnings growth, according to our earnings breadth analysis (see chart).

WIDE-SPREAD PROFIT GROWTH

Earnings breadth for S&P 500 IT index, % of companies above 26-week moving average on 12-month trailing EPSSource: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datastream, Bloomberg. Data covering period 22.01.2009-02.08.2018 

One reason for tech’s success, we believe, is that – unlike many other sectors – it has buyers in both the consumer and corporate markets, meaning it captures a lot of the economic dividend.

Technology companies are able to apply extensive operational leverage: they can leverage intellectual property without the need to significantly expand its fixed costs, like staff or premises. The agility of such low fixed cost business models means tech companies are able to be nimble, and pivot to the fast changing competitive environment. This is critical in the era of disruption. While the biggest companies in a sector can become more encumbered by regulatory burdens and spend much of their time addressing their relationships with society or government, the rest are left to focus on innovation.

If economic growth continues, tech should continue to benefit. And while the FAANGs are likely to remain in the news, the evidence shows that the benefits to sector extend much farther than the headlines suggest.


1) The S&P 500 IT index includes Facebook, Apple and Google’s parent Aphabet, but not Netflix or Amazon.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 163 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Where’s the value in value investing?

The past decade has been marked by several unique features that have turned the value style of investing on its head. Sean Markowicz, Strategist at Schroders, explains why this abnormal trend may be coming to an end.

Value investing has a long and illustrious history, championed by none other than Benjamin Graham, the man who arguably invented scientific stock analysis in the 1930s.

The premise is simple: investors tend to overpay for stocks with good news to tell – like growth stocks – and underpay for those with bad – like value stocks. Eventually, though, profits return to their long-term average and the mispricing corrects itself, bringing gains to contrarian investors who have defied conventional wisdom and bought value stocks that have been unfairly marked down.

As well as the value of investments going up and down, it is important to note that investors may not get back the amounts originally invested when investing.

The problem is that, since the Global Financial Crisis (GFC), value stocks have endured their worst period of underperformance on record. The normal bounce-back for value just hasn’t happened. So does this “lost decade” mean there has been a permanent shift away from value?

Probably not. For a start, it looks like an anomaly. One measurement of performance developed by two leading academics, Eugene Fama and Kenneth French (see chart), suggests there have been only three significant periods of underperformance for value in the last 90 years: the Great Depression of the 1930s, the Technology Bubble of the 1990s and the post-GFC period of the last 10 years. But the length and depth of the most recent episode is the most extreme on record.

Value has nearly always outperformed growth – until recently

Source: Kenneth French’s Data Library and Schroders. Data from July 1926 to December 2017.
Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

The last 10 years have been marked by several unique features that have turned value on its head. The most notable has been a prolonged period of slow economic growth following the GFC and accompanying aggressive central bank intervention.

This highly unusual period has radically altered the environment for value stocks. For instance, the abnormally slow recovery in the aftermath of the GFC has meant that the normal “sweet spot” for value, when company earnings rebound after an economic downturn, has been insipid to say the least this time round.

The relative scarcity of earnings growth has also magnified investors’ interest in growth stocks, which are perceived to offer more earnings certainty. This trend has been focused in a handful of tech companies, notably the so-called “FAANG” stocks - Facebook, Apple, Amazon, Netflix and Google (Alphabet). In contrast, value stocks, whose earnings are generally more exposed to economic downturns, have been shunned.

Aggressive central bank intervention has not helped either. This has had the effect of reducing interest rates to historic lows, which has tended to favour growth stocks. Their profits, seen as stretching out into the distant future, are more highly valued by the stock market in these circumstances than when rates are high. Falling interest rates have therefore benefited them far more than value stocks in the recent economic environment.

The combination of minimal growth and low interest rates has fuelled an astounding volume of share buybacks. Since value stocks are typically more cyclical businesses, they tend to have less capacity to return cash to shareholders during bad economic times than growth stocks. In the current economic climate, this has placed value stocks at a significant disadvantage at a time when investors have valued share buybacks.

However, many of these headwinds for value are dying down or reversing. Economic growth is finally picking up, interest rates are rising and buyback activity seems to have peaked.Although nothing is guaranteed, a market rotation in favour of value seems increasingly likely over the coming years.

Furthermore, the valuation difference between value and growth stocks is at its widest level in many years. In the past, differences of this magnitude have heralded significant value outperformance over subsequent years, although past performance is not a guide to future performance.

So big is this gap that our calculations suggest that long-term interest rates would have to fall to zero over the next decade for growth returns to merely equal those from value. If you believe that this scenario is highly unlikely, then betting against value may no longer look like a winning trade.

The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.

The full report targetting professional investors and advisers only is available as a PDF on Schroders.com.


This article has first been published on schroders.com.

Wie wirken sich Rollrenditen auf Ihre Rohstoffrenditen aus?

von Nitesh Shah, Commodity Strategist von ETF Securities by WisdomTree, und Nick Leung, Investment Research Analyst bei WisdomTree.

Dank eines stabilen Wachstums der weltweiten Wirtschaft und zunehmender geopolitischer Spannungen haben Rohstoffinvestoren 2018 allen Grund zur Freude. Diese positive Stimmung spiegelt sich sowohl in den Preisen als auch in den Kapitalflüssen der Investoren wider. Breite Rohstoffkörbe schneiden im bisherigen Jahresverlauf besser ab als der S&P 500, und die Kapitalflüsse globaler Rohstoff-ETFs erreichen mehrjährige Hochs.

Doch wenn Investoren die Renditekomponenten nicht im Auge behalten, die Einfluss auf Rohstoff-ETPs und die nachgebildeten zugrunde liegenden Futures nehmen, könnte die Performance ihres Investments für lange Gesichter sorgen. Aus diesem Grund möchten wir uns die verschiedenen Renditekomponenten von Rohstoff-Futures genauer ansehen, insbesondere die Auswirkungen der Rollrendite.

Wie setzen sich Renditen zusammen?

In der Regel kann nicht in Rohstoff-Spot-Preise investiert werden. Stattdessen bietet der Futures-Markt Investoren eine einfache und effiziente Möglichkeit, um Zugang zu Rohstoffen zu erhalten. Ein Investment in Rohstoff-Futures besteht aus drei Komponenten: der Spot-Rendite, der Rollrendite und der Sicherheitenrendite.

Die Spot-Rendite spiegelt einfach die Preisveränderung eines bestimmten Rohstoffs bei sofortiger Lieferung wider. Ebenso wichtig ist jedoch die Rollrendite – eine Komponente, die häufig unter den Tisch fällt. Sie reflektiert die allgemeinen Kosten (oder auch einen Nutzen), die durch den physischen Besitz von Rohstoffen anfallen, so etwa Lagerkosten, Versicherungskosten und Transportkosten. Je nach Verlauf der Futures-Kurve eines Rohstoffs, kann sich die Rollrendite signifikant auf die Renditen von Investoren auswirken.

Contango-Märkte sind durch eine ansteigende Futures-Kurve gekennzeichnet (d. h. mit dem Halten eines Rohstoffs sind Nettokosten verbunden, weshalb langfristige Futures-Kontrakte teurer sind als kurzfristige Futures-Kontrakte). Die Rollrendite ist deshalb typischerweise negativ, da sich die Futures-Preise mit der Zeit den Spot-Preisen annähern.

Abbildung 1: Die in Rohstoffrenditen enthaltene Rollrendite sollte nicht ignoriert werden

Bloomberg Commodity Index – Aufschlüsselung der Rendite

 

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand der Daten: 31.März 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Tabelle: Zusammensetzung der Renditen im Zeitablauf

 

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand der Daten: 31.März 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Ist die Kurve im umgekehrten Fall abwärtsgerichtet (d. h. mit dem Besitz von Rohstoffen ist jetzt ein Nettonutzen verbunden, weshalb langfristige Kontrakte günstiger sind als kurzfristige Kontrakte), befindet sich der Markt in einer Situation, die Backwardation genannt wird. Da es auf den Rohstoffmärkten in den letzten paar Jahrzehnten allgemein häufiger zu einer Contango-Situation gekommen ist, hat die Rollrendite in breiten Rohstoffkörben, wie dem Bloomberg Commodity Index, die Renditen von Investoren negativ beeinflusst, wie in Abbildung 1 dargestellt. 2016 machte die Belastung der Renditen durch die Rollrendite beispielsweise fast 12 % aus. Darin spiegelte sich ein hohes Überangebot bei Öl und die chinesische Vorratswirtschaft bei Basismetallen wider. Diese Negativwirkung hat seitdem nachgelassen und die Rollrendite könnte Rohstoffinvestoren aus den unten aufgeführten Gründen künftig weniger Kopfzerbrechen bereitet.

Vom strukturellen Contango zur Backwardation

Bei Öl-Futures ist es im Laufe des vergangenen Jahres zu einer dramatischen Verschiebung vom strukturellen Contango zur Backwardation gekommen. Dadurch ist ein Verursacher ausgeschieden, der in breiten Rohstoffindizes, wie dem Bloomberg Commodity Index, für hohe negative Rollrenditen gesorgt hat. Wenn wir uns die Zusammenhänge genauer ansehen, lassen sich diese aktuellen Veränderungen erklären.

Im Zeitraum 2011 bis 2014 nach der globalen Finanzkrise befanden sich Öl-Futures hauptsächlich in einer Backwardation-Situation. Eine hohe weltweite Nachfrage nach Öl wurde von einer starken Kontrolle der Öllieferungen durch die OPEC begleitet. Ihre fortgesetzte Politik eines knappen Angebots machte es möglich, dass sich die kurzfristigen Preise auf einem hohen Niveau hielten.

2014 änderte die OPEC jedoch ihre Strategie, um verlorene Marktanteile von Produzenten mit höheren Förderkosten, wie den USA, zurückzugewinnen, die als Reaktion auf die höheren Preise ihre Fördermengen stetig erhöht hatten. Die sich daraus ergebene Erhöhung der OPEC-Fördermengen überschwemmte die globalen Ölmärkte und führte zu einem Zusammenbruch der Spot-Preise von 100 USD/Barrel im Jahr 2014 auf unter 30 USD/Barrel 2016. Dadurch kam es zu einer vollkommenen Umkehrung der Futures-Kurve für Öl von Backwardation zu Contango und die Sorge um eine Ölknappheit wurde zur Sorge um ein niemals endendes Überangebot. In diesem Zeitraum trug die fortgesetzte Überproduktion und eine Knappheit bei den Lagerstätten zu einer Erhöhung der Lagerkosten bei, wodurch sich die Contango-Situation noch verschärfte. Die negative Rollrendite erreichte in diesem Zeitraum bis zu 3,5 % pro Monat.

2016 änderte die OPEC ihre Strategie ein weiteres Mal und gab eine Drosselung der Fördermengen (mit Beginn im Jahr 2017) bekannt, um die weltweiten Überbestände zu senken. Dies führte dazu, dass sich bei der Futures-Kurve wieder eine Backwardation-Situation ergab. Aufgrund der wiedergewonnenen Glaubwürdigkeit der OPEC, auf die eine ausgedehnte Phase folgte, in der sich die OPEC an ihre gedrosselten Fördermengen hielt, verblieben alle wichtigen Öl-Futures-Kurven seit Mitte 2017 in einer Backwardation-Situation. Da es unwahrscheinlich ist, dass die OPEC von ihrer aktuellen Strategie abrücken wird und keine negativen Nachfrageschocks zu erwarten sind, werden Öl-Futures wahrscheinlich auf absehbare Zeit in dieser Backwardation-Situation verbleiben.

Saisonale Contango-Renditen

Das Rollmuster mancher Futures ist extrem saisonal. Im Gegensatz zu Öl, bei dem es üblicherweise zu langen Phasen kommen kann, in denen sich die gesamte Kurve entweder in Backwardation oder Contango befindet, gibt es andere Rohstoffe, wie Erdgas oder Lebendvieh, bei denen sich manche Abschnitte der Kurve in Backwardation, andere hingegen in Contango befinden. Wann es zu Backwardation bzw. Contango kommt, folgt tendenziell einem festen saisonalen Muster.

Bei Lebendvieh-Futures kommt es beispielsweise zwischen Mai und Juli zu Backwardation. Die Preise der nächstfälligen Kontrakte sind aufgrund der Spitzennachfrage im Sommer tendenziell höher, weiter rechts auf der Kurve sinken die Preise jedoch tendenziell, da das Angebot später im Jahr aufgrund biologischer Faktoren und aufgrund des Wetters steigt.

Abbildung 2: Saisonabhängigkeit der Rollrenditen bei Lebendvieh

Quelle: Bloomberg, ETF Securities, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 4. Mai 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Obwohl sich die saisonalen Muster für Schweine und Rinder leicht unterscheiden, kommt es bei Lebendvieh als Gruppe zu einer konsistenten Saisonalität, wie in Abbildung 2 ersichtlich. Die positiven Rollrenditen betragen im Juli durchschnittlich 2,3 % (1992 bis 2017), während die negativen Rollrenditen im November bei durchschnittlich 4,2 % liegen (1992 bis 2017). Die Sommermonate stehen vor der Tür, weshalb die saisonale Backwardation und die positiven Rollrenditen beim Rohstoff Lebendvieh Rohstoffinvestoren eine zusätzliche Quelle für Renditen eröffnen könnten.

Fazit

Negative Rollrenditen belasten sowohl bei einzelnen Rohstoffen als auch bei breiteren Körben schon seit Langem die Renditen von Rohstoffinvestoren. Wir erwarten jedoch, dass sich dieser Effekt zum einen aufgrund der sich verbessernden Fundamentaldaten für Rohstoffe, beispielsweise durch den Rückgang des Überangebots bei Öl, und zum anderen durch die Saisonalität des Rohstoffs Lebendvieh abschwächen wird – beides führt bei mehreren wichtigen Rohstoffen zwangsläufig zu einer Backwardation-Situation.

Quant-Lösungen nach Maß: Passgenaue Produkte für jeden Investorentyp

Das quantitative Fondsmanagement der Deka bietet institutionellen Investoren vielseitige Möglichkeiten, um ihre Marktmeinungen und Anlagestrategien umzusetzen. Durch die modulare Ausgestaltung der Produkte lassen sich für jede Kundengruppe individuelle Lösungen konzipieren. Das Spektrum reicht von benchmarkorientierten Anlagekonzepten bis hin zu der Globalen taktischen Asset Allocation (GTAA). Dazu kommen fundamental quantitative, trendfolgebasierte oder auch ausschließlich risikosteuernde Strategien zum Einsatz.

VAG-Anleger

Cleverer in globale Anleihen investieren

Speziell für VAG-Anleger sind die vier Deka-MultiFactor Rentenfonds konzipiert. Das Besondere dabei: Der quantitative Ansatz der Deka wird mit einem faktorbasierten Anleihen-Management kombiniert und bietet so einen entscheidenden Mehrwert. Dank einer breiten Streuung über Länder, Regionen, Emittenten, Ratings und Faktoren besteht ein hoher Diversifikationsgrad. Die Fonds sind so ausgestaltet, dass sie den Anforderungen der Anlageverordnung entsprechen (VAG-Konformität). Die Rentenfondsserie richtet sich somit unter anderem an Solvabilität-I-Anleger wie Pensionskassen, Versorgungswerke oder Zusatzversorgungskassen. Alle Fonds sind durch flexible Allokations- und Selektionsentscheidungen gekennzeichnet. Die einzelnen Titel werden anders als bei Anleiheindizes nicht nach der Marktkapitalisierung, sondern nach Faktoren ausgewählt. So entsteht ein Risikomix mit geringeren Drawdowns und die Kapitalseite des Investors kann geschont werden.

Vorsorgeeinrichtungen

Risiko-Overlay schützt vor Drawdowns

Für Vorsorgeeinrichtungen entwickelt das Quant-Team der Deka vor allem modulare, maßgeschneiderte Konzepte, die auf einem risikokontrollierten Investmentprozess basieren. Die Kapitalsammelstellen bevorzugen dabei Lösungen mit wenig Rückschlagpotenzial, der Kapitalerhalt steht im Mittelpunkt. Zumeist geht es darum, für die einzelnen Assetklassen beziehungsweise ein bestehendes Portfolio ein Risiko-Overlay zu entwickeln. Damit können Anleger die Risiken im Portfolio kontrollieren und steuern. Und es bietet die Chance, Diversifikationsvorteile zwischen verschiedenen Anlageklassen und -strategien zu nutzen und so das Risikobudget am Kapitalmarkt effizienter einzusetzen.

Daneben nutzen die Vorsorgeeinrichtungen häufig auch ein quantitatives Rentenkonzept der Deka, das auf einem Total-Return-Ansatz fußt. Der Vorteil: Durch den Total-Return-Ansatz können verschiedene Ertragsquellen risikokontrolliert und benchmarkfrei genutzt werden. Dabei gilt der Grundsatz: Werterhalt vor Liquidität vor Rendite.

Öffentlicher Sektor

Konservativer Mischfonds hat Risiken stets im Blick

Der Deka-Kommunal Euroland Balance hat sich für Anleger aus dem öffentlichen Sektor bewährt. Der Mischfonds, der an die Vorgaben der Gemeindehaushaltsverordnung des Landes Baden-Württemberg angepasst ist, spricht sehr sicherheitsbewusste Anleger an. Die Anlagepolitik ist entsprechend konservativ und auf die restriktiven Vorgaben ausgerichtet. Entscheidend ist auch hier die quantitative Steuerung, die sowohl makro- als auch mikroökonomische Entwicklungen berücksichtigt.

Ziel ist es, unter Berücksichtigung der definierten Risikovorgaben einen maximalen Return zu erzielen und größere Kursschwankungen zu vermeiden. Für alle im Anlageuniversum befindlichen Märkte werden dazu regelmäßig Prognosen für die wahrscheinlichste Wertentwicklung sowie Risiken auf Basis mathematischer Modelle erstellt. Der Fonds wird von den Kölner Wirtschaftsprüfern Rödl & Partner fortlaufend im Hinblick auf seine Transparenz zertifiziert.

Stiftungen

Benchmarkfrei und quantitativ statt einseitige Renten-Ausrichtung

Auch für Stiftungen sind quantitative Investmentlösungen eine gute Alternative für die häufig zu einseitige Ausrichtung des Portfolios auf Renten. Sinnvoller ist eine dynamische Allokationssteuerung, bei der das Verhältnis aus Renten- und Aktieninvestments je nach Marktumfeld gesteuert wird. Die Strategie ist darauf ausgerichtet, Risikoprämien an verschiedenen Kapitalmärkten zu vereinnahmen und gleichzeitig stetige Ausschüttungen sowie eine stabile Wertentwicklung zu ermöglichen. Ein Ergebnis der engen Kooperation der Deka mit den Stifterverbänden ist der Deka Institutionell Stiftungen: eine Vermögensverwaltung in einem Produkt speziell für kleinere Stiftungen. Deka Institutionell Stiftungen ist ein benchmarkfreies, quantitatives Anlagekonzept mit einer aktiven Risikosteuerung. Das Ziel ist eine attraktive Rendite bei gleichzeitiger Einhaltung eines ausgewogenen Risikoprofils und Berücksichtigung der speziellen Anforderungsprofile von Stiftungen. Den Anlageschwerpunkt bilden Renten und je nach Marktlage Aktien, um von Kurssteigerungen und Dividenden zu profitieren.

Family Office

Hohe Transparenz durch aussagekräftiges Reporting

Das Deka-Quant-Team unterstützt Family Offices vor allem in den Kompetenzfeldern Vermögensanlage und Asset Allocation. Anders als Versicherungen oder Versorgungswerke sind Family Offices zwar nicht an regulatorische Vorgaben gebunden. Doch die Regulierung durch MiFID II, unter anderem die Offenlegung der Kostenstruktur, erhöht für die Verantwortlichen den administrativen Aufwand enorm. Eine Lösung sind quantitativ gemanagte Publikumsfonds. Der Deka-GlobalOpportunities Plus1 etwa weist ein ausgewogenes Risikoprofil auf und kann den Family Offices als Aktiensubstitut dienen. Außerdem sind neben Spezialfonds auch zunehmend Nachhaltigkeitsfilter gefragt. Hier besteht die Möglichkeit, über ein fundamental gemanagtes Produkt ein Quant-Overlay aufzusetzen, das gezielt nachhaltige Kriterien berücksichtigt.

Für quantitativ gemanagte Lösungen sprechen gerade bei Family Offices das aussagekräftige Reporting und das detaillierte Performance- und Risikocontrolling, das die gewünschte hohe Transparenz liefert.


Weitere Informationen zu den Deka Quant-Produkten finden Sie hier

Über DEKA
Die DekaBank bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften die Deka-Gruppe. Die Wurzeln der DekaBank reichen bis in das Jahr 1918 zurück, als die Deutsche Girozentrale (DGZ) entstand. 1956 wurde die Deka als Kapitalanlagegesellschaft gegründet. Aus DGZ und Deka entstand 1999 die DekaBank. Mit einem verwalteten Fondsvermögen von mehr als 208 Mrd. Euro und rund vier Millionen betreuten Depots ist die Deka-Gruppe einer der größten Wertpapierdienstleister in Deutschland.
Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen zur erfolgreichen Implementierung von individuellen Anlagestrategien. Mit über 50 Jahren Erfahrung im Asset Management finden wir für jede Investmentherausforderung das passende Konzept. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird unser Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG als Kern des Asset Servicing und Verwahrstelle.

Kontakt
Deka Institutionell – Vertriebsservice
+49 (0) 69 71 47 - 11 17
deka-institutionell@deka.de

Die wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank. Oder von der DekaBank, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de 

„Quantitative Rentenstrategien sorgen für disziplinierte Entscheidungen.“

Im Interview mit altii erklärt Dr. Michael Wegener, Leiter der Abteilung Quantitative Renten / Aktien der Deka Investment, den Mehrwert von quantitativem Asset Management als einen alternativen, diversifizierenden Investmentstil, der das Risiko eines institutionellen Rentenportfolios reduzieren kann.

altii: Herr Dr. Wegener, was zeichnet Ihre quantitativen Rentenstrategien aus und wie eigenen diese sich im aktuellen Marktumfeld

Dr. Michael Wegener: Uns ist wichtig, dass unsere auf Langfristigkeit angelegten Strategien möglichst unabhängig vom aktuellen Marktumfeld funktionieren und vor allem auch dann, wenn es anspruchsvoller wird. Aktuell liegt die besondere Herausforderung darin, dass wir mit vielen widersprüchlichen Signalen von Seiten der Politik und der Zentralbanken umgehen müssen. Das erfordert einen besonders disziplinierten Investmentansatz, der keinen Raum lässt für diskretionäre oder gar affektive Entscheidungen. Genau darin liegt eine der Stärken des quantitativen Rentenmanagements: Es ermöglicht, Renditechancen flächendeckend und systematisch effektiv zu erschließen, indem der gesamte Markt analytisch abgedeckt wird. Dafür kommen Algorithmen zum Einsatz, die in der Lage sind, hohe Datenmengen auszuwerten.

altii: Was genau berechnen diese mathematischen Modelle?

Dr. Michael Wegener: In unserem quantitativen Investmentprozess kommen Faktoren zum Einsatz: bei der strategischen Allokation, der Einzeltitelauswahl, der Risikosteuerung, dem Liquiditätsmanagement, den Handelskostenmodellen. Faktoren sind ausgewählte Kennzahlen, die in Gruppen gebündelt werden, um bestimmte Risiko- oder Ertragseigenschaften eines Unternehmens und seiner Emissionen zu analysieren und zu bewerten. Das geht in dieser Form nur mit quantitativen Modellen: Allein das von uns abgedeckte weltweite Universum der Unternehmensanleihen umfasst mehr als 3.000 Emittenten aus 70 Ländern mit über 15.000 Emissionen.

altii: Können Sie uns bitte einige Ihrer Strategien beschreiben und warum gerade ein Investment in diese interessant sein könnte.ein Investment in diese interessant sein könnte.

Wegener: Bleiben wir bei den globalen Unternehmensanleihen: Im Vergleich zu Staatsanleihen bester Bonität bietet dieses Segment im Bereich Investment Grade in der Regel eine höhere Renditechance. Gerade in Zeiten niedriger Zinsniveaus können die Renditechancen dieser Unternehmen eine interessante Anlagealternative darstellen. Aber die Bedürfnisse der Investoren sind sehr unterschiedlich. Wir bieten deshalb auch Strategien für globale High Yield Anleihen und für Emerging Markets Corporates, aber selbstverständlich auch für Staatsanleihen. Der quantitative Prozess aller dieser Strategien ist darauf ausgelegt, ein möglichst breites Portfolio abzubilden. Große, globale Mandate können mehr als 400 Emittenten mit bis zu 1.000 Emissionen umfassen. Anders als bei klassische Ansätze verfolgen wir in unseren Portfolien dabei einen Multifaktoransatz, der sich stark von der Idee der Marktkapitalisierung absetzt. Diese hochdiversifizierten Portfolien sind darauf ausgerichtet im Vergleich zum breiten Markt gute Ertragschancen bei deutlich weniger Klumpenrisiken aufzuweisen. Gleichwohl sollten Anleger beachten, dass eine Anlage in Investmentfonds Kursschwankungen unterliegen kann, die sich auch negativ auf den Wert der Anlage auswirken kann. 

altii: Worin liegen die Vorteile, dem Portfolio keine Benchmark zugrunde zu legen – die Investoren brauchen doch einen Vergleichsmaßstab?

Vergleichsmaßstäbe für die Rendite bieten wir unseren Anlegern schon an. Für die Zusammensetzung des Portfolios spielt dieser Index jedoch nur insofern eine Rolle, als er das Investmentuniversum definiert, nicht aber Gewichtungen vorgibt. Nehmen wir beispielsweise globale Staatsanleihen. In vielen Benchmarks machen allein die USA ein Drittel des Portfolios aus. In anderen Segmenten ist die Situation ähnlich. Das ist aus unserer Sicht wenig ausgewogen. Wir wollen mit unseren Strategien eine Alternative bieten. Entsprechend erfolgt die Portfoliogewichtung bei uns nach Faktor-Eigenschaften und nicht nach Marktkapitalisierung.

altii: Was ist denn wenn die nächste Krise kommt – wie geht es dem Investor dann mit Ihren Strategien?

Wegener: Es gibt immer wieder Krisen an den Finanzmärkten die auch nur schwer zu prognostizieren sind. Letztlich hängt die Robustheit eines Portfolios an einem stringenten, risikokontrollierten Investmentprozess. Kurzfristige Marktschwankungen sind normal, aber es sollten möglichst keine bleibenden Verluste entstehen. Zudem ist es uns sehr wichtig, Drawdowns zu minimieren. Das ist wesentlich für die Rendite und schont die Nerven der Investoren. Um das zu erreichen, setzen wir bei der Auswahl der Emittenten sehr stark auf Qualität und hohe Diversifikation. Wichtig für uns ist, dass ein Emittent in der Lage ist, über den Konjunkturzyklus hinweg seinen Schuldendienst zu leisten.

altii: Was passiert, wenn wie in 2008 die Korrelation der Märkte nahe 100 Prozent steigen –können Ihre Strategien adäquat darauf reagieren?

Wegener: Wir optimieren unsere quantitativen Rentenstrategien seit 2001 – sie konnten sich also in sämtlichen Krisen der 2000er Jahre beweisen, so dass in die Modelle die Erfahrungen aus Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, anhaltender Niedrigzinsphase und vieler weiterer Marktereignisse eingeflossen sind. Wichtig ist es, das Portfolio hinsichtlich solcher extremen Ereignisse immer wieder zu stressen. Korrelation ist zwar ein hilfreiches Werkzeug, aber man darf sich bei der Investition nicht nur auf die Ergebnisse von kurzfristigen Risikomodellen verlassen.

altii: Viele institutionelle Investoren bevorzugen nach wie vor Investments in Fixed Income Assets und traditionelle Anlagen. Dürfen diese Investoren Ihre Konzepte erwerben?

Wegener: Anlagegrenzen sind seitens der Regulierung in erster Linie bezüglich bestimmter Assetklassen vorgegeben – für quantitative Strategien gibt es solche per se zunächst einmal nicht. Unsere Rentenstrategien bedienen hochliquide, sehr gängige Marktsegmente, deshalb passen sie sehr gut in die Präferenz der Investoren für Fixed Income Assets. Allerdings werden institutionelle Portfolien meist qualitativ oder diskretionär gemanagt. Hier liegt unser Mehrwert, denn quantitatives Asset Management stellt einen alternativen, diversifizierenden Investmentstil dar, der das Risiko eines institutionellen Rentenportfolios reduzieren kann.

altii: Welche Investment-Vehikel werden von den Investoren bevorzugt?

Spezialfondsmandate sind nach wie vor gefragt, aber viele Investoren interessieren sich auch für institutionelle Publikumsfonds – wir bieten beide Formen an und haben gerade erst eine neue Produktpallette UCITS-Fonds mit Fokus auf die globalen Rentenmärkte lanciert. Institutionelle Publikumsfonds können helfen, den oft großen Block an Rentenpapieren im Portfolio breiter aufzustellen und auch mit kleineren Quoten zum Beispiel im High Yield Segment oder in die Emerging Markets zu investieren. Die Strategien sind zudem VAG-konform ausgelegt, inklusive eines VAG-konformen Reportings. Mit dieser Ausstattung eignen sich diese auch für Pensionskassen, Versorgungswerke und ZVKs.

altii: Was sind Ihre Erwartungen an die Märkte für die kommenden 12 bis 24 Monate – und mit welchen Strategien reagieren Sie darauf?

Wegener: Wir gehen weiterhin von einem robusten Wachstum der Weltwirtschaft aus. Das Zinsniveau wird in unserem Basisszenario weiterhin niedrig bleiben und nur moderat steigen. Risiken sehen wir insbesondere von politischer Seite. Gute Anlagemöglichkeiten bieten sich aus meiner Sicht weiterhin im Markt für globale Unternehmensanleihen. Je nach Risikobudget können dazu selektive Beimischungen aus dem High Yield oder auch Emerging Market Segment interessant sein.


Über Dr. Michael Wegener
Dr. Michael Wegener ist seit 2004 für die Deka Investment tätig. 2014 übernahm er die Leitung der Abteilung Quantitative Renten / Aktien nachdem er bereits 7 Jahre die Gruppe Quantitative Renten leitete. Er verantwortet die Entwicklung von Anlagestrategien und Risikomanagement-systemen, deren Umsetzung in Publikums- und Spezialfonds sowie die Betreuung institutioneller Anleger. Dr. Wegener ist Verfasser von wissenschaftlichen Artikeln zu Themen der Kapitalmarkttheorie und Statistik sowie als Referent tätig.

Über DEKA
Die DekaBank bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften die Deka-Gruppe. Die Wurzeln der DekaBank reichen bis in das Jahr 1918 zurück, als die Deutsche Girozentrale (DGZ) entstand. 1956 wurde die Deka als Kapitalanlagegesellschaft gegründet. Aus DGZ und Deka entstand 1999 die DekaBank. Mit einem verwalteten Fondsvermögen von mehr als 208 Mrd. Euro und rund vier Millionen betreuten Depots ist die Deka-Gruppe einer der größten Wertpapierdienstleister in Deutschland.
Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen zur erfolgreichen Implementierung von individuellen Anlagestrategien. Mit über 50 Jahren Erfahrung im Asset Management finden wir für jede Investmentherausforderung das passende Konzept. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird unser Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG als Kern des Asset Servicing und Verwahrstelle.

Kontakt
Frank Salchow
Produktservice Institutionelle Kunden
+49697147-3362
deka-institutionell@deka.de

Die wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank. Oder von der DekaBank, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de

How will climate change impact your investments?

Climate change is no longer something to think about for the future, it is something for investors to consider right now. 

Last week a panel of specialists gathered at Schroders to discuss why climate change is an increasingly important topic for investors. The panel consisted of:

  • Andy Howard, Head of Sustainable Research, Schroders
  • Jillian Reid, Principal, Responsible Investment, Mercer
  • Thomas Fabricius, Senior ESG and Equity Analyst, Danske Bank
  • Simon Webber, Fund Manager, Schroders

Please find a recording of the panel discussion on schroders.com.

A future issue has become a “now” issue

Andy Howard, Head of Sustainable Research, Schroders:

“Climate change is not a new issue; the science behind it and solutions to it really haven't changed that much over the last 10 years. But what's changing now is that we're beginning to see some of those points start to shift from being potential future questions to things that are really beginning to change.

“Whether it’s the regulation we’ve seen on diesel cars or on carbon pricing, or the dramatically-improved economics of clean energy, we're at a very interesting point for climate change and it’s clear it will be a critical issue going forward.”

Has a 4°C rise in temperature been avoided? 

Jillian Reid, Principal, Responsible Investment, Mercer:

“We’ve come a long way since we at Mercer published our report “Investing in a time of climate change” in June 2015.

“We're now in a post-Paris Agreement environment, and it’s now looking very possible that a rise of 4 degrees Celsius will be avoided. We’re more likely to be able to stay below a 3 degree rise. In our original study we debated whether a 2 degree scenario should even be included, whereas now there is optimism that it’s possible.

“The conversation has certainly shifted. I almost never have to have that conversation about whether you believe in climate change anymore, but I think there is still an underestimation of the physical risks.”

Andy Howard, Head of Sustainable Research, Schroders:

“When you look at all the different things going on – whether that’s clean energy investment, oil and gas production, politicians’ statements, or the price of carbon – they can all paint very different pictures. So we’ve built the Schroders Climate Progress Dashboard, to try to make sense of this very complex situation.”

“By putting all of these factors together in one place we get a sense of the way the world is heading. It's currently not a particularly optimistic picture. The outlook is still closer to a rise of four degrees than two degrees, but it is starting to move down towards the two-degree mark.

“So, we think our dashboard is telling us there is still a long way to go. We're moving in the right direction incrementally. But there is a big gap between the level of change and disruption that we're seeing at the moment, and the level that we will need to re-engineer the global economy effectively from fossil fuels, which currently provide 80% of our power, to a more renewable and sustainable form of economic growth.”

What does all this mean for active fund managers?

Simon Webber, Fund Manager, Schroders:

“As an active investor, this whole issue and area is incredibly interesting and powerful, because the markets are very good at assimilating short-term information and very bad at long timeframes and discontinuities.

“If we’re going to get to the middle of this century with a 70% to 90% cut in greenhouse gas emissions, it is a complete transformation in the architecture of our energy industry, as well as automotive transportation, agriculture, heavy industry and chemicals and numerous other sectors.

“As investors we need to be thinking through how these industries may change in structure: which companies are positioned for that, which are not.

"Some companies will just focus on maximising their short-term profits. They won’t think about investing for five to ten years down the line, whether that’s so they have a license to operate, or whether it’s for technology that their customers are going to want. These short-sighted companies will see their business start to shrink.

“For active managers, there is a wealth of opportunity for us from being part of that solution. In my experience, having run a climate change-focused strategy for 10 years now, I am constantly amazed at how markets, investors, analysts, and company management teams struggle with the scope of the change that is likely coming. Therefore, there is a big role for investors and active managers to support those companies that can help us move in the right direction.”


This article has first been published on schroders.com.

Nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns

Mit den „Deka-MultiFactor Rentenfonds“ hat die Deka eine Rentenfondsserie für institutionelle Investoren aufgelegt, die anhand eines quantitativen faktorbasierten Ansatzes gesteuert werden. Die Deka erweitert hiermit ihr quantitativ gemanagtes Produktportfolio für institutionelle Investoren um vier international investierende Rentenfonds: „Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield“ und „Deka-MultiFactor Global Government Bonds”.

Die neu aufgelegten, währungssicheren Produkte kombinieren ein faktorbasiertes Anleihen-Management mit dem bewährten quantitativen Rentenansatz der Deka, bei dem Investitionsentscheidungen auf erprobten mathematisch-statistischen Modellen basieren. Ziel ist es, nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns als der Markt zu erreichen. Gleichwohl können Wertschwankungen, die sich auch negativ auf den Wert des Investments auswirken, nicht ausgeschlossen werden.

Als einer der größten Anbieter in Europa im Bereich des quantitativen Fondsmanagements verwaltet die Deka rund 45 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2017).

Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen von Ausstellern aus Schwellenländern. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens BB- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Government Bonds

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Staatsanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).


Deka-MultiFactor Rentenfonds finden Sie auf deka-institutionell.de>.

Folgen Sie Deka Institutionell:

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen  Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.

"Impact Investing ist weiter gefasst als reine SRI-Projekte!"

Dr. Patrick Scheurle von BlueOrchard im Interview mit altii, warum es beim Impact Investing gegenüber reinen SRI und ESG Strategien, die oftmals durch Anwendung von Ausschlusskriterien gemanaged werden, um ein sehr viel breiteres Thema geht. Beim Impact Investment wird bewußt auf die Entscheidung für ein Engagement abgestellt. Der "Impact" kommt aus dem messbaren konkreten sozialen und ökologischen Nutzen.

altii: Beschreiben Sie bitte BlueOrchard. Was sind Ihre Ziele und welche Strategie verfolgen Sie vor allem in Deutschland und Österreich?

Dr. Patrick Scheurle: BlueOrchard steht für Impact Investing, das effiziente Zusammenspiel eines messbaren sozialen und ökologischen Nutzens und einer gewinnbringenden finanziellen Rendite. Unser Ziel ist es, Menschen durch unternehmerische Initiative den Weg in ein besseres Leben zu ermöglichen und Investoren erstklassige Anlagelösungen anzubieten. Aufgrund unserer Pionierarbeit in der Mikrofinanz haben wir ein einmaliges Verständnis von Entwicklungs- und Schwellenländern. Dieses Verständnis nutzen wir, um einerseits die Bereiche zu identifizieren, die dringend Investitionskapital benötigen, und andererseits Investoren in Form von spezialisierten Anlagefonds Investitionen zu ermöglichen, die ihnen ansonsten schwer zugänglich wären. In Deutschland und Österreich verspüren wir seit einiger Zeit ein zunehmendes Interesse an wirkungsorientiertem Investieren. Insbesondere bei institutionellen Investoren hat die Nachfrage stark zugenommen. Mit unserem zwanzigährigen Track Record und unserer Rolle als etabliertem Partner von professionellen Investoren, sehen wir uns auch in Deutschland und Österreich für dieses Segment als idealen Partner.

altii: Was ist Ihre Definition von Impact Investing und wie grenzen Sie das von anderen SRI/ESG Themen ab?

Scheurle: Leider werden SRI/ESG und Impact Investing oftmals synonym verwendet, obwohl sich diese Anlagestrategien sehr von einander unterscheiden. Während es sich bei der Integration von SRI/ESG-Gesichtspunkten oftmals um die einfache Anwendung von Ausschlusskriterien handelt (z.B. Ausschluss von Unternehmen aus den Bereichen Waffen, Spielkasinios, etc.), geht Impact Investing viel weiter. Es ist die bewusste Entscheidung für ein Engagement, um einen messbaren sozialen und/oder ökologischen Nutzen (sogenannter „Impact“) zu bewirken und gleichzeitig eine attraktive finanzielle Rendite zu generieren. Impact und Rendite sind beides gleichwertige Teile der Investmentstrategie. Der Investmenterfolg wird daher sowohl anhand finanzieller Kriterien als auch anhand gemessenem Impact bewertet.

altii: Welches ist Ihr Flagship Produkt und wie funktioniert es?

Scheurle: Unser Flagship Produkt ist der BlueOrchard Microfinance Fund (BOMF), der weltweit grösste kommerzielle Mikrofinanzfonds mit USD 1.6 Milliarden investiertem Kapital und 20 Jahren Track Record. Die stabile Rendite des Fonds, die geringe Volatilität und Korrelation von Mikrofinanz mit anderen Asset-Klassen sowie die zunehmende Tendenz von Anlegern hin zu mehr verantwortungsvollen, sozialen und ökologischen Investitionen haben in den vergangenen Jahren das Interesse von immer mehr Investoren an den Fonds geweckt. BOMF refinanziert Mikrofinanzinstitutionen in Entwicklungs- und Schwellenländern und hat dadurch bislang 18 Millionen Menschen in 50 Ländern Zugang zu finanziellen Mitteln für eine unternehmerische Tätigkeit ermöglicht. Ein Großteil der erreichten Mikrounternehmenden sind Frauen und knapp 50 Prozent leben in ländlichen Regionen. BlueOrchard wendet in seinem Investitionsprozess nicht nur einen strikten Bottom-up Kredit- und Top-down Portfolio Konstruktionsprozess an, sondern bewertet auch die soziale Performanz jeder Investition. Hierzu hat BlueOrchard eigens eine Software entwickelt: Das „Social Performance Impact Reporting & Intelligence Tool“ (SPIRIT). Im Einklang mit den sogenannten “Universal Standards on Social Performance Management“ bewertet SPIRIT sieben Schlüsselbereiche wie beispielsweise soziale Zielsetzungen der Institution, Umweltschutz und verantwortungsvolle Mitarbeiterführung. Der Fonds addressiert 11 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, der sogenannten „UN-Sustainable Development Goals“, die die ambitionierten Ziele verfolgen, alle Formen der Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und bis Ende 2030 Wohlstand für alle zu sichern.

altii: Wer sind Ihre Investoren und wen wollen sie zukünftig als Investor gewinnen?

Scheurle: BlueOrchard ist stark verankert bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen und Banken und hat eine breit diversifizierte Investorenbasis von Amerika bis Japan. Wir haben über zwei Jahrzente bewiesen, dass sich finanzielle Renditen und ein messbarer positiver sozialer Impact nicht ausschließen. Auch in Deutschland und Österreich möchten wir Investoren gewinnen, die mit ihren Anlagenentscheidungen sowohl eine finanzielle Rendite verfolgen als auch einen sozialen und ökologischen Nutzen generieren wollen.

altii: Gibt es schon Vehikel oder Strategien, die von institutionellen Investoren in Deutschland erwerbbar sind?

Scheurle: In Deutschland sind für institutionelle Investoren unser Flagship Produkt, der BlueOrchard Microfinance Fund, sowie der InsuResilience Investment Fund (IIF) erwerbbar. Der IIF ist ein von der KfW und dem BMZ im Auftrag der Bundesregierung gegründeter Fonds, der das Ziel verfolgt, Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen sowie einkommensschwachen Haushalten in Entwicklungsländern Zugang zu bezahlbaren Klimaversicherungen zu ermöglichen, um sie auf diesem Weg besser vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Die Gründung des Fonds geht zurück auf die deutsche G7-Präsidentschaft im Jahr 2015, als die „InsuResilience Initiative“ ins Leben gerufen wurde, um besonders verletzliche und arme Menschen in Entwicklungsländern durch verschiedene innovative versicherungsbezogene Instrumente besser gegen Klimaschäden abzusichern.

altii: Wie gehen Sie mit Risiken um. Sichern Sie z.B. Währungsrisiken ab und wie halten Sie es mit der Liquidität?

Scheurle: Wir sichern alle Währungsrisiken systematisch ab und je nach Produkt auch Zinsrisiken. Auf der Investmentseite setzen wir auf Diversifikation, sowohl in Bezug auf Regionen als auch Länder. Was die Liquidität angeht muss vorausgeschickt werden, dass Kredite an Mikrofinanzinstitutionen private Platzierungen sind. Wir gewährleisten jedoch mit einer proaktiven Portfolioverwaltung und dem Vorhalten von liquiden Anlangen eine zu jeder Zeit gegebene angemessene Liquidität unseres Portfolios.

altii: Was erwarten Sie für die nächsten 12 bis 24 Monate?

Scheurle: Immer mehr institutionelle Investoren erkennen, dass sozialer und ökologischer Nutzen und finanzielle Renditen keine Gegensätze sind, sondern Hand in Hand gehen. Wir erwarten deshalb in den nächsten ein bis zwei Jahren eine weiter zunehmende Bedeutung von Impact Investing. Mehr als 750 Millionen Menschen leben noch immer in Armut und der voranschreitende Klimawandel erfordert kaum vorstellbare Investitionssummen. Professionelle Investoren haben den Schlüssel in der Hand, diese Herausforderungen mit Ihren Anlageentscheidungen zu bewältigen.


Über BlueOrchard
BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges, integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 4,7 Mrd. USD in 70 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com.

Über Dr. Patrick Scheurle
Dr. Patrick Scheurle ist Vorstandsvorsitzender des Impact Investment Managers BlueOrchard Finance AG. Dr. Scheurle verfügt über langjährige Erfahrung in leitenden Positionen in der Finanzindustrie, u.a. als CFO und COO von BlueOrchard und Manager bei der Bank Vontobel und der Credit Suisse. Zuvor sammelte er fundierte Investmenterfahrung als Finanzanalyst und Portfolio Manager bei führenden Schweizer Vermögensverwaltern. Dr. Scheurle promovierte am Schweizerischen Institut für Banken und Finanzen der Universität St. Gallen und ist zudem Autor mehrerer Fachbücher. Er publiziert regelmässig Fachbeiträge im Bereich Mikrofinanz und Impact Investing.

Kontakt
David Keel
Head of Business Development
BlueOrchard Finance Ltd
Seefeldstrasse 231 I 8008 Zürich I Switzerland
Tel. +41 79 236 42 18

david.keel@blueorchard.com
www.blueorchard.com 

Wie man den Charakter von Managern beurteilen kann

von Mikuláš Splítek, Fondsmanager der Erste Asset Management.

Es ist ein wunderbarer Moment, bei der Aktienauswahl auf einen Faktor zu treffen, der wichtig, kenntlich und unbeachtet ist. Die Beurteilung des Charakters von Managern ist natürlich wichtig. Einerseits geht es um die Vermeidung von Fehlern (Betrug, Diebstahl, desaströse Akquisitionen, toxische Kultur). Andererseits handelt es sich bei Unternehmen um Gemeinschaften von Leuten. Diejenigen, die überleben und florieren sind jene, von denen Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten ein Teil sein wollen. Dies wird oft übersehen. Aufgrund der Tatsache, dass der Charakter von jemandem nur schwer fassbar ist, existiert keine standardisierte Methode um diesen zu beurteilen. Das Thema scheint nur selten in Lehrbüchern oder Lehrgängen auf, und Anleger sind generell pessimistisch, was ihre Fähigkeit der Beurteilung anbelangt. Was uns zum letzten Themenkreis führt: ist die Kenntnis des Charakters möglich? Anders formuliert, gibt es eine verlässliche Art und Weise einen Charakter zu beurteilen?

Viele Investoren erachten dies als unmöglich. Sie vermeiden generell den Kontakt mit dem Management des Unternehmens, um etwaige Beeinflussungen ihrer Urteilskraft hinsichtlich des Unternehmens selbst auszuschalten. Für mich überschätzen diese Personen die Möglichkeit, Finanzzahlen vorherzusagen und unterschätzen die Relevanz des Humanfaktors. Schließlich sind es Menschen, die die Unternehmensergebnisse herbeiführen, nicht umgekehrt. Man denke an Berkshire Hathaway in den 1960ern, als ein neuer CEO das Ruder übernahm – und hier waren es nicht die wirtschaftlichen Gegebenheiten in der Textilindustrie, die das Schicksal bestimmten. In der Tat sagte Warren Buffet, Berkshires CEO, folgendes: „Wenn ein Management-Team mit brillantem Track-Record auf ein Unternehmen mit einem Ruf für schlechte Gebarung trifft, dann bleibt der Ruf des Unternehmens intakt.“ Bis dato sind Menschen die einzige kreative Quelle, die den Weg eines Unternehmens verändern kann (obwohl manchmal die beste Variante die der Liquidation ist – wie im Falle des Textilbereichs von Berkshire).

Das Orakel von Omaha

Die Tatsache, dass die Beurteilung des Management-Charakters zumindest in einigen Fällen möglich ist, sollte aus den Kommentaren hervorgehen, die erfolgreiche Anleger zu dem Thema gemacht haben. „Wir verborgen Geld auf der Basis von Charakter,“ so J.P. Morgans berühmtes Zitat während eines Kongress-Hearings im Jahre 1912. „Er hatte keinen Hintergrund im Versicherungsgeschäft, ich mochte den Typen einfach,“ wie Warren Buffet in seiner Biographie in Bezug auf seinen nunmehrigen Star-Manager Ajit Jain zugab. „Ich glaube, wenn Sie mir diese Frage vor 25 Jahren gestellt hätten, wäre meine Anforderungsliste recht lang gewesen. Heute bin ich absolut überzeugt davon, dass es nichts Wichtigeres gibt, als großartige Leute als Partner zu haben,“ gab Yale Endowment Manager David Swensen auf die Frage hinsichtlich der Eckpfeiler seiner Anlagestrategie als Antwort. All diese Personen scheinen großes Vertrauen in die vorausblickende Beurteilung von Manager-Integrität zu besitzen. Für sie ist diese Beurteilung machbar.

Das bedeutet nicht, dass sie einfach wäre. Manager veröffentlichen nur selten negative Information, wenn sie nicht unbedingt müssen, und es ist schwierig, den Charakter von Managern von ihren geschäftlichen Fähigkeiten zu trennen. Schließlich verfügen wir alle über zumindest ein paar positive Charakteristika, und Manager treffen hinsichtlich ihrer eigenen Eigenschaften als die guten Verkäufer, die sie nun einmal sind, eine Auswahl, was sowohl gut als auch schlecht ist. Es besteht auch ein gesellschaftliches Tabu, negativ über andere zu sprechen. Darüber hinaus neigen Management-Sitzungen dazu, in einer fixen Umgebung einem vorgegebenen Skript zu folgen, was näheren Austausch einschränkt. Kein Wunder daher, dass viele Anleger aufgrund dieser Tatsachen nach wie vor andere Managerfähigkeiten (Führungsqualität, strategische Fähigkeiten, Anpassung etc.) als einfacher zu identifizieren ansehen, wie auch die Grafik zeigt. 

Quelle: Vinall, R. (2017). Identifying Managers with Talent and Integrity. Omaha, 5th May.

So viele Informationsquellen man auch anzapft (Geschäftsberichte über eine Vielzahl von Jahren hinweg, Konferenzgespräche, Management-Sitzungen, frühere Mitarbeiter, Wettbewerber, Zulieferer, Unternehmensbiographien usw.) – bezüglich des Charakters der Manager mag man nach wie vor im Dunklen tappen. In den Medien finden sich immer wieder Fälle von sehr fähigen und intelligenten Leuten (Analysten, Anleger, Geschäftspartner), die von unredlichen Managern betrogen wurden. Diese Fälle befeuern die schon angesprochene Skepsis auf der einen (weit größeren) Seite der Investment-Community hinsichtlich der (Un-)Möglichkeit, den Charakter von Managern zu beurteilen. Auf der anderen Seite sehen wir eine Handvoll an Individuen, die dies nicht nur als machbar ansehen, sondern sogar als beinahe selbstverständlichen Teil des Berufs als Anleger (Buffet verfügt über einen beinahe 100%ig positive Track-Record bei der Auswahl seiner Manager). Woher kommt diese Diskrepanz?

Wie meistert man die Fähigkeit, den richtigen Charakter auszuwählen?

Vielleicht ist die Fähigkeit nicht vermittelbar, da sie schwer zu erlangen ist. Finanzmodelle oder technische Analyse sind recht schnell begreifbar, und sie verlangen einem größtenteils keine Persönlichkeitsveränderung ab. Im Computer-Jargon könnte man von einer neuen „App“ sprechen. Aber die Fähigkeit, den Charakter von jemand anderen zu beurteilen, ist nicht annähernd dasselbe. Hierbei handelt es sich eher um ein Upgrade des Betriebssystems, welches direkt mit der eigenen Persönlichkeit verbunden ist. Man muss entsprechend jenen Werten leben, die man in Managern zu finden hofft, um zu wissen, um welche es sich dabei handelt. Es bedingt eines bestimmten moralischen Verständnisses, um die Moral anderer Leute einschätzen zu können. Wir mögen Menschen, die uns ähnlich sind. Daher können wir nur dann außerordentlich guten oder schlechten Charakter erkennen, wenn wir selbst dem Schatten der moralischen Mittelmäßigkeit entkommen. Nur dann kann man Gefallen oder Missfallen zu seinem Vorteil einsetzen. Anders ausgedrückt muss man seinen eigenen moralischen Anspruch erhöhen, um weiter zu sehen. Dies ist weder schnell noch einfach machbar, und niemand kann es einem beibringen. Tugendhaftigkeit kann nicht gelehrt werden, wie Plato in Menon vor mehr als 2300 Jahren argumentierte. Aber man kann sie lernen. Laut den Worten von Viktor Frankl und Carl Rogers kann sie über echtes und unnachgiebiges Engagement im und mit dem Leben erlernt werden.

Zusammenfassend kann man also festhalten: um den Charakter eines Managers korrekt einschätzen zu können, muss man selbst ein guter Mensch sein (bzw. werden). Da keine universelle Definition von „gut“ in diesem Zusammenhang existiert, liegt es an jedem selbst, sein Bestes zu versuchen. Natürlich weiß man nie, inwieweit man mit seinen Bestrebungen erfolgreich ist, doch ist dies auch nicht notwendig. Ein Fortschritt wird in jedem Fall gemacht. Die meisten Leute werden diese Vorgaben vermutlich als zu vage einstufen um überhaupt einen Versuch zu lancieren. Daher wird derjenige, der hartnäckig bleibt, am Ende mit einem Wettbewerbsvorteil aussteigen. Es mag nicht eingängig erscheinen, dass das Streben nach dem Guten im Menschen in der Finanzwelt hilfreich sein solle, aber ich nehme an, das ist genau der Grund, warum nur eine Handvoll Leute den breiten Markt ständig schlagen.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Wir lüften das Geheimnis um alternative Anlagen

Alternative Anlagen werden von den Anlegern sehr geschätzt. Und das Angebot ist begrenzt, so Andrew Cole, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Alternative Anlagen werden ebenso sehr geschätzt wie blaue Diamanten. Leider sind sie genauso selten – das, was im Anlageuniversum glitzert, ist nicht mehr als Strass.

Das liegt daran, dass die meisten Anlagen, die sich „alternativ“ auf die Fahne schreiben, trotz ihrer wahrgenommenen Einzigartigkeit oft nur aus normalen Basiswerten bestehen. Meist sind das einzig Einzigartige die höheren Managementgebühren und unzureichende Entschädigung dafür, dass man schwer an sie herankommt und sie alles andere als einfach zu verkaufen sind.

Überraschend ist das nicht. Die meisten Anlagen folgen in der Regel derselben Entwicklung, weil sie durch dieselben Fundamentaldaten beeinflusst sind, wie Zinsbewegungen und Inflation. Daher halten wir uns von den meisten alternativen Anlagen fern.

Echte alternative Anlagen sind schwer zu finden, aber das soll nicht heißen, dass die Suche danach es nicht wert wäre – vor allem heute, wo sich Anleihen und Aktien in ihrer Entwicklung immer ähnlicher werden.

Mit einer separaten Anlagegruppe im Portfolio, die einem eigenen Kurs folgt, können Anleger ihre Anlagen diversifizieren und sind so weniger stark den breiten makroökonomischen Kräften ausgesetzt.

Auch wenn es keine reinen alternativen Anlagen gibt, bieten sich dennoch solche mit dem richtigen Mix von anleihen- und aktienähnlichen Merkmalen an – solange der Preis stimmt. Eine Grundregel bei der Asset-Allocation besagt, dass man nicht zu viel für Diversifizierung ausgeben soll. Teure Anlagen schmälern die Portfoliorenditen, unabhängig davon, ob sie sich im Gleichschritt mit dem breiteren Markt entwickeln oder nicht. 

Mehr Schein als Sein?

Befasst man sich näher mit dem Thema Immobilien als alternative Anlage, werden schnell einige der Probleme deutlich, mit denen die Anleger konfrontiert sind. Es gibt zwei Formen von Immobilieneigentum: das Grundstück und das darauf errichtete Gebäude. Besitzt man ein Grundstück, ist das so, als würde man Aktien eines wachstumsstarken Unternehmens besitzen und mit einer Rendite in Form eines Kapitalgewinns rechnen. Das fertige Gebäude ist dann so etwas wie ein Schuldtitel, nur mit dem Unterschied, dass wir es hier nicht mit Kupons, sondern mit Mieteinnahmen zu tun haben. Es handelt sich also nicht um eine alternative Anlage in dem Sinn, dass sie immun gegen die traditionellen Triebkräfte von Anleihen und Aktien ist.

Das soll aber nicht heißen, dass Anleger mit Immobilien keine Diversifizierung erreichen können. Die Anlageklasse kann gegen Inflation schützen und zeichnet sich durch vertraglich vereinbarte Cashflows aus, die nicht notwendigerweise mit traditionellen Anlageklassen synchron laufen. 

EIN VOLATILES UNIVERSUM

Vergleich der Spanne langfristiger Renditen bei alternativen und traditionellen Anlageklassen

Quelle: Datastream, MSCI, JP Morgan, Prequin, HFRX, NCREIF. Die Renditen sind lediglich Richtwerte und basieren auf Indizes, die hypothetischer Natur sein können. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 20.03.2008–20.03.2018, außer in Bezug auf Gewerbeimmobilien, wo sie mit Stand vom 31.12.2017 angegeben sind. 

Private-Equity ist eine Anlageklasse, die davon profitiert, dass Schuldenmachen steuerliche Vorteile hat. Diese Anlage ist am besten für langfristig konzipierte, stabile institutionelle Kapitalpools wie Stiftungen und Staatsfonds geeignet, die das Vermögen lange Zeit unangetastet lassen können und dafür eine attraktive Rendite kassieren.

Eine weitere Möglichkeit sind Infrastruktur-Investments wie Mautstraßen, Flughäfen oder Wasserkraftanlagen. Da es sich dabei jedoch in der Regel um Verträge mit dem öffentlichen Sektor handelt, bilden sie letztendlich den öffentlichen Anleihenmarkt ab, wenn auch mit niedrigerer Liquidität und höheren Gebühren. Zudem bieten sie nicht die Aussicht auf aktienähnliche Kapitalgewinne.

Teure alternative Anlagen und solche, die noch nicht einmal Vermögenswerte sind

Viele Anleger zieht es zu alternativen Anlagen wie Kunstwerken, Wein, Briefmarken, Diamanten, seltenen Autos usw. Es handelt sich dabei allerdings um spekulative Anlagen. Ausschlaggebend für den Kauf ist meist die Erwartung, dass jemand anderes zu einem späteren Zeitpunkt einen höheren Preis für etwas zahlen wird, das keinen offensichtlichen inneren wirtschaftlichen Wert hat. Hinzu kommt, dass sich das Management solcher Anlagen oftmals recht schwierig darstellt. Der Verkauf eines Bestands mit solchen Vermögenswerten kann sich über mehrere Monate hinziehen und viel Nerven kosten – nicht zu vergessen die hohen Versicherungs- und Lagerkosten.

"Alternative Anlagen wie Kunstwerke, Wein, Briefmarken, Diamanten, seltene Autos usw. sind nichts anderes als spekulative Anlagen."

Wir betrachten diese genauso wenig wie Rohstoffe als alternative Anlagen, für uns sind es nicht einmal langfristige Vermögenswerte. Es gibt keinen Beleg, dass Rohstoffpreise mit der Zeit steigen. Im Gegenteil: Technologische Verbesserungen – effizientere Maschinen, bessere Prozesse oder so etwas wie die Grüne Revolution Mitte des 20. Jahrhunderts, als dank wissenschaftlicher Innovation und Technologie die Produktivität in der Landwirtschaft nach oben geschnellt ist – haben in der langfristigen Perspektive in der Regel einen Abwärtstrend bei Rohstoffpreisen ausgelöst.

Zudem sind Rohstoffe oftmals Verbindlichkeiten. Nehmen wir zum Beispiel Nutzholz. Es bringt keine Einnahmen, es entstehen Kosten für die Lagerung, es muss versichert werden und mit der Zeit verrottet es. Wälder hingegen sind Vermögenswerte. Die Anleger können entscheiden, wann Bäume gefällt und gepflanzt werden, ebenso über den Artenmix, d. h. langsam wachsende Laubhölzer oder schnell wachsende immergrüne Bäume.

Glitzerndes Gold

Gold ist ebenfalls eine interessante Anlageform. Nicht aufgrund seiner Eigenschaft als Rohstoff, sondern weil Gold eine alte Währung ist. So wie andere Rohstoffe bringt auch Gold keine Einnahmen und es entstehen Lager- und Versicherungskosten. Aber es nutzt sich nicht ab, es verliert nicht seinen Glanz und in der Vergangenheit hat es sich als Wertanlage bewährt. Und in einer Zeit, wo die Renditen bei allen Anlageklassen in der Regel hauchdünn sind oder sich sogar im negativen Bereich bewegen, fällt es kaum ins Gewicht, dass kein Gold keine sprudelnde Einnahmequelle ist.

EDELMETALL-MILLIONÄRE

Goldpreis, Dollar pro Unze

Quelle: Bloomberg. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.1979–22.03.2018. 

Gold kommt dann ins Spiel, wenn die Leute sich Sorgen machen, dass die Zentralbanken die Gelddruckmaschine anwerfen, um Währungen abzuwerten, sowie in Zeiten politischer Unsicherheit und Krieg. Gekauft wird Gold als sicherer Hafen. Die aktuelle Sorge im Zusammenhang mit Nordkorea, Trumps unberechenbare Politik und die aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken machen Gold als langfristige Anlage attraktiv.

Studien zufolge funktioniert Gold unter normalen Marktbedingungen auch als Absicherung gegen Kurseinbrüche bei Aktien1. Das bedeutet in der logischen Konsequenz, dass es als diversifizierende Portfoliokomponente gut geeignet ist.

Bewertung alternativer Anlagen

Grundsätzlich sind die meisten Anlagen, die sich „alternativ“ auf die Fahne schreiben, bei näherem Hinsehen alles andere als das – vielmehr verhalten sie sich genauso wie herkömmliche Anlagen. Es gibt aber auch Anlagemöglichkeiten, die sich lohnen. Die große Frage, die sich Anleger stellen müssen, ist, ob die Renditen ausreichen, um den Mangel an Liquidität auszugleichen, der mit diesen Anlagen typischerweise einhergeht. Und woran Sie immer denken sollten, egal ob Sie eine herkömmliche oder „alternative“ Anlage kaufen: Der Preis, den Sie für ein Anlageinstrument zahlen, hat erheblichen Einfluss auf Ihre Rendite.


Quellen:
1) “Is Gold a Hedge or a Safe Haven? An Analysis of Stocks, Bonds and Gold” Dirk Baur and Brian Lucey, The Financial Review 45 (2010), S. 217

Über den Autor
Andrew Cole kam 2014 zu Pictet. Heute ist er Senior Investment Manager im International Multi Asset & Strategy Team. Bevor er zu Pictet kam, arbeitete er 17 Jahre bei Baring Asset Management, zuerst als Portfoliomanager für Anleihen Welt und dann für ein Multi-Asset-Portfolio. Davor war er als Manager eines passiven Fonds für britische Staatsanleihen bei Barlow Clowes and Partners. Andrew Cole begann seine Laufbahn 1979 bei Montague Loeble Stanley als britischer Händler für Staatsanleihen.

Ähnliche Artikel:

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Why are investors so optimistic about returns?

With returns likely to be lower in future than they were in the past, investors may need to re-set their expectations or accept higher risks, says Emma Stevenson, Investment Writer at Schroders.

The Global Investor Study carried out by Schroders in 2017 found that investors’ expectations of returns are high. More than a third were looking for a return of 5-9% per annum, over the next five years, while 31% expected 10-19%.

Those investors looking for income have similarly high targets, with our 2016 study finding that 41% of investors were looking for income of at least 8% a year.

With interest rates still at low levels ten years after the global financial crisis, it may seem surprising that investors have not adjusted their expectations downwards. If anything, the opposite has happened, with our study finding that milliennials have the most optimistic return expectations of any age group.

However, a typical trait of human beings is that we take the experience of the past and extrapolate it into the future. That is, we largely expect the future to be much the same as the recent past. And, when it comes to investing, the recent past was an era of high returns.

High returns not such a distant memory

The chart below shows annualised real returns (i.e. adjusted for inflation) for both equities and bonds, as experienced by the baby boomer generation (those born between 1946 and 1964) and Generation X (1964-1980).

The point about real returns is an important one here, given high inflation was experienced during the period, particularly in the late 1970s and early 1980s. The charts show equity returns have been fairly high across every region, and bond returns particularly strong since 1980. 

Chart showing historic returns have been high

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

The future may well be different

However, most forecasts suggest that future returns will be well below these levels. There are several reasons for this. Firstly, inflation is expected to remain low, albeit rising from recent ultra-subdued levels. Low inflation means a smaller yield premium is demanded by bond investors to compensate for the erosion of buying power inflicted by inflation.

Secondly, low inflation also implies low interest rates. Although on the rise from crisis levels, interest rates are widely expected to remain fairly low because global economic growth is forecast to be slower in future than in the post-World War Two era. Again this is due to numerous factors, including moderating expansion in some emerging economies, and demographic changes such as a slowdown in the growth of the working age population.

As a result of these and other factors, returns are expected to be lower in the future.

Lower returns expected on seven- and 30-year view

The chart below compares the high historic returns with the latest long-run returns predicted by the Schroders Economics Group. These indicate that the 6%-plus equity market returns enjoyed in the recent past are not expected to be reached in the US, UK or Europe. It is an even starker picture for bonds, with negative real returns expected in the UK and Europe on a seven-year view. 

Chart showing future returns are forecast to be lower

Not shown on the chart, Schroders Economics Group forecasts Asian equities to outperform most developed equity markets on a 30-year horizon, as a consequence of differences in productivity growth. Even here though, real returns are forecast at 5.4% for the Pacific (excluding Japan) region and 5.9% for emerging markets.

Higher returns still possible, but with higher risk

What does this mean for investors? With interest rates looking set to stay low, cash savings will be eroded by inflation. Investors seeking higher returns may need to save more and/or broaden the asset classes they invest in.

This brings other risks, for example investors in higher-dividend paying equities will need to be mindful of the price they pay for those stocks. Credit (corporate debt) is another option but higher-yielding issuers often carry higher risk of default.

Income-seekers may need to invest over longer timeframes, and keep currency risk in mind if they invest outside their home region.

As a result, investors looking for higher returns and income may need to turn to asset managers for help in achieving their aims while mitigating these risks.

The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.

The forecasts included should not be relied upon, are not guaranteed and are provided only as at the date of issue. Our forecasts are based on our own assumptions which may change. We accept no responsibility for any errors of fact or opinion and assume no obligation to provide you with any changes to our assumptions or forecasts. Forecasts and assumptions may be affected by external economic or other factors.


This article has first been published on schroders.com.

Technologietrends für 2018

Der Technologiesektor war im Jahr 2017 der Sektor mit der stärksten Wertentwicklung. Für Pictet sind die "technologieaffinen" Themenstrategien - Security, Digital und Robotics - wichtig, erklärt Frank Böhmer von Pictet Asset Management im Interview mit altii zu Künstlicher Intelligenz, Cloud-Lösungen, Blockchain und Cybersecurity

altii: Warum ist der Technologiesektor so wichtig für die Investmententscheidungen von Pictet Asset Management?

Frank Böhmer: Der Technologiesektor war im Jahr 2017 mit einem Kursplus von 38,7% (in USD per 29.12.2017) der Sektor mit der stärksten Wertentwicklung. Unsere drei thematischen Strategien mit Bezug zu technologischer Innovation haben von diesem Umfeld sehr profitiert und konnten ebenfalls starke Ergebnisse liefern:

  • Pictet Security +25%
  • Pictet Digital +38%
  • Pictet Robotics +41%

Wir haben im abgelaufenen Jahr wiederholt darauf hingewiesen, dass der aktuelle Technologie-Bullenmarkt durch gute Fundamentaldaten unterstützt wurde. Das sind starke Umsatz- und Gewinn­steigerungen, bessere Profitabilität und Ausbau der Marktanteile. Diese Situation kann keinesfalls mit der Technologieblase zu Beginn des neuen Jahrtausends verglichen werden, die viel eher eine Hoffnungsrally war.

altii: Welches sind die am viel versprechendsten Entwicklungen in den Technologiebereichen?

Böhmer: Für uns sind die "technologieaffinen" Themenstrategien wichtig. Das sind die so genannten SDR Themen - Security, Digital und Robotics. Darunter fallen Innovationsschwerpunkte wie z.B. Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, Cloud-Lösungen, die Blockchain, Augmented und Virtual Reality, die so genannte Industrie 4.0, ganz besonders Cybersecurity, E-Commerce und zu guter letzt das aus all diesen Themen resultierende M&A Geschäft.

altii: Geben Sie uns bitte einen Überblick über Ihre Sichtweise zu Künstlicher Intelligenz.

Böhmer: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen durchdringen quasi alle Bereiche unseres Lebens. In 2018 wird Big Data entscheidend dazu beitragen, die laufenden IT-Kosten zu senken und neue Datenanalysetechniken einzusetzen. KI-Technologien werden Unternehmen dabei helfen, Datenbestände - seien sie strukturiert oder unstrukturiert - besser auszuwerten und damit zu nutzen. Sie werden die Erkenntnisse umsetzen in einen höheren Nutzen für die Kunden und eine Optimierung ihrer Geschäftsprozesse. Nach Ansicht von PwC (Sizing the Price, Juli 2017) könnte Künstliche Intelligenz bis 2030 bis zu $15,7 Billionen zur Weltwirtschaft beitragen, was einem Anteil von 14% des globalen BIP entspricht: $6,6 Billionen werden voraussichtlich aus Produktivitätssteigerungen kommen und $9,1 Billionen werden von der Konsumseite beigesteuert.

Produktivitätsgewinne werden durch Automatisierungsprozesse getrieben, z.B. durch den Einsatz von Robotern und Autonomen Fahrzeugen, aber auch indem die bestehende Belegschaft KI-Technologien in ihren Arbeitsalltag integriert, ohne von Maschinen gänzlich ersetzt zu werden. Konkret bedeutet das einen Einfluss für unsere Strategien Pictet-Digital und Robotics.

altii: Welchen Stellenwert und Einfluss haben Cloud-Lösungen für Sie?

Böhmer: Die Umsätze der weltweiten öffentlichen Cloud-Dienstleistungen werden im abgelaufenen Jahr 2017 um schätzungsweise 18,5% gewachsen sein und ein Niveau von $260 Mrd. erreicht haben, was sich mit $219 Mrd. im Jahr 2016 vergleicht. Bis 2020 sollte dieser Markt sogar auf $411 Mrd. pro Jahr wachsen.

Der am schnellsten wachsende Teilbereich aller Cloud-Servicekategorien sollte IaaS (Infrastructure as a Service) sein und mit 36,6% im Jahr 2018 wachsen.

Dieser Markt konzentriert sich zunehmend. Gartner schätzt, dass bis zum Jahr 2021 etwa 70 Prozent der öffentlichen Cloud-Dienstleistungen von 10 börsennotierten Cloudanbietern dominiert werden. "Im IaaS-Segment haben Amazon, Microsoft und Alibaba bereits jetzt eine starke Marktstellung", mit Marktanteilen in 2016 von 44%, 7% und 3%.

Da Pictet-Digital in die größten Cloud-Infrastrukturanbieter wie Amazon, Microsoft oder Alibaba aber auch in einige web-basierte Softwareanbieter investiert, hat das erheblichen Einfluss.

Der Ausbau der Cloud-Infrastruktur erfordert auch die Entwicklung von Nebenbereichen wie Notfallsicherungssystemen (Disaster Recovery oder Datencenter). Davon profitiert die Pictet-Security Strategie.

altii: Kein Tag ohne fulminante Meldungen über Bitcoins, die über die Blockchain-Technologie gehandelt werden. Was halten Sie vom aktuellen Trendthema?

Böhmer: Blockchain, die Technologie, die das Existieren von Kryptowährungen wie Bitcoin überhaupt ermöglichen, erlebt gerade den Aufmerksamkeitsschub, der dem IoT (Internet of Things) vor einigen Jahren zuteil wurde. Forrester sagt voraus, dass "ein brauchbarer auf Blockchain basierender Markt im Jahr 2018 kommerziell nutzbar sein wird" und dabei in seinen Anwendungsmöglichkeiten über Kryptowährungen weit hinausgehen wird. Jeder Markt, der Vermögenswerte überträgt und der Informationen über Besitzverhältnisse teilt, kann diese Technologie anwenden.

Ähnlich wie die zunehmende Nutzung von Big Data war das Jahr 2017 ein aufregendes Jahr für real existierende Blockchain-Projekte wie die Distributed Ledger Technologie (DLT). Diese bewegen sich nun von einem Hype in eine Phase der "Industrialisierung". Eine Reihe von Organisationen haben im vergangenen Jahr einen sehr reifen und fortgeschrittenen Ansatz zu Blockchainlösungen gezeigt, und wir konnten eine grosse Anzahl an interessanten Projekten beobachten - welche, die wirklichen Wandel bringen: 1) Banken können sie nutzen für Backoffice-Anwendungen, Hypothekenkredite, Zahlungs­vorgänge, etc., 2) die Musikindustrie für Tan­tiemezahlungen und Lizenzen, 3) in Reedereien für Handelslogistik, 4) innerhalb des Gesundheitswesens, um Patientendaten sicher digitalisiert zu verarbeiten und aufzubewahren, 5) innerhalb der Lebensmittelin­­dustrie, um durch bessere Nachverfolgbarkeit die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen, etc..

Gartner schätzt, dass in 2016 $226 Millionen von Unternehmen für Blockchainprojekte ausgegeben wurden; bis zum Jahr 2020 wird dieser Wert auf mehr als $1 Milliarde ansteigen, um dann in 2023 den Betrag von $5 Mrd. zu übertreffen (was ein exponentielles Wachstum bedeutet).

altii: Warum soll die Blockchain Technologie eigentlich eine neue Quelle für "Vertrauen" sein?

Böhmer: Blockchain operiert über ein breit verzweigtes Transaktionsverzeichnis, in dem jede Transaktion verkettet ist mit mehreren verwandten Transaktionen und zudem verschlüsselt wird. Um sie zu hacken, müsste der Eindringling auch alle danebenliegenden Transaktionen und die Einträge in allen Speicherpunkten verändern, die bereits die aktuelle Struktur des Transaktionsverzeichnisses besitzen (was praktisch unmöglich ist angesichts Tausender Speicherplätze, die auf der ganzen Welt verstreut sind). Heutzutage basieren die Gesellschaft und die globale Ökonomie auf dem Vertrauen in starke Intermediäre wie z.B. Regierungen, Banken und neuerdings auch große Internetfirmen wie Google und Facebook. In der Geschäftswelt entstehen einige der größten Unternehmen und Vermögen dadurch, dass sich diese Akteure als vertrauensvolle Vermittler in die Mitte einer Transaktion stellen und sich dann aus dieser Transaktion einen kleinen Profit herausziehen. Blockchain besitzt eine andere Art von Vertrauen, basierend auf der Tatsache, dass die Einträge dezentral und damit schwer zu manipulieren sind. Ausserdem sind die Verzeichnisse öffentlich, so dass nicht eine Institution (oder ein Staat) sie manipulieren oder kontrollieren kann.

altii: Welchen Stellenwert hat Cybersecurity?

Böhmer: 2017 war ein Jahr, das von Nachrichten über Datenschutzverletzungen und neue Cyber-Sicherheitsbedrohungen bestimmt war. Dies erstreckte sich von großen "Hacks" bei Unternehmen wie Equifax und Verizon bis hin zu Erpressersoftware-Attacken (sog. "Ransomware") wie der weltweite WannaCry-Angriff.

Es steht zu erwarten, dass wir im Jahr 2018 noch mehr davon erleben werden, wobei Unternehmen, Regierungen, öffentliche Einrichtungen und sogar politische Kampagnen ein mögliches Ziel abgeben. Sicherlich werden Cyberattacken in Umfang und Ausgereiftheit zunehmen, so dass Regierungen, Unternehmen oder Privatpersonen, die es versäumt haben, sich frühzeitig und ausreichend zu schützen, zur Zielscheibe werden.

Die Strategie Pictet-Security hat Exposure zu reinen Cybersecurity-Unternehmen, die versuchen, durch innovative Lösungen die Bedrohung der Cybersicherheit zurückzudrängen.

altii: Was wird das alles für den M&A Markt bedeuten?

Böhmer: Deals im Hightechbereich nahmen beinahe 30% der insgesamt $2,5 Billionen der abgeschlossenen M&A-Transaktionen des Jahres 2016 ein. Etwa 70% aller Technologiedeals in 2016 - 9 Prozentpunkte mehr als in 2012 - involvierten Käufer außerhalb des Technologiesektors.

Die globale M&A-Aktivität hat ihr Momentum beibehalten, mit beinahe $1,3 Billionen an angekündigten Transaktionen im ersten Halbjahr, was deutlich über dem historischen Durchschnitt von $1,2 Billionen liegt. Die Anzahl der Transaktionen lag mit mehr als 22.000 angekündigten Fusions- und Übernahmetransaktionen in jeweils der ersten Hälfte der letzten drei Jahre ebenfalls über dem Durchschnitt.

Wenn man die jüngsten Deals analysiert, fallen die folgenden Trends auf:

China ist auf Shoppingtour. China hat sich im Jahr zu einer veritablen Shoppingtour aufgemacht, indem sie mit fast $200 Milliarden an Transaktionen den entsprechenden Wert aus 2015 mehr als verdoppelten. Etwa zwei Drittel von Chinas M&A-Aktivitäten zielen auf Unternehmen im Ausland, wobei Europa und Nordamerika als die attraktivsten Destinationen angesehen werden. Mehrere Faktoren befeuern diesen Reigen an Transaktionen, unter anderem der zunehmende Konsum einer wachsenden Mittelschicht in China sowie die Umsetzung des jüngsten Fünfjahresplans. Dieser erkennt in Fusionen und Übernahmen ein probates Mittel, um Zugang zu strategisch bedeutsamen Technologien zu erhalten und damit die wirtschaftlichen Perspektiven des Landes zu verbessern. Mideas Akquisition des deutschen Roboterherstellers KUKA beispielsweise brachte wichtige Robotik-Expertise zu Chinas (und weltweit) größtem Hausgerätehersteller - aber öffnete KUKA im Gegenzug auch einen besseren Marktzugang zum weltweit wichtigsten Automobil-Produktionsstandort.

Technologie M&A boomt. "Digitale Disruption" hat sich im vergangenen Jahr von einem Tekki-Fachbegriff zu einem vielzitierten Wort in den Vorstandsetagen in immer mehr Industriesparten entwickelt. Während die Geschwindigkeit der tech­nologiegetriebenen Veränderung rasant zunimmt, ist für das Topmanagement vieler Unternehmen (aus dem Techbereich, aber auch in "traditionellen" Industrien) die Frage verbreitet: Wie positionieren wir uns in einem sehr disruptiven Marktumfeld? Immer häufiger ist die Übernahme von technologiegetriebenen, speziell digitalen Unternehmen, das Mittel der Wahl um dringend benötigte Technologien, Fertigkeiten und Produkte zu erwerben und die bestehenden Innovationslücke zu schließen.

altii: Wir konnten jetzt nicht alle Themen besprechen. Wo finden unsere Leser weiter führende Informationen?

Böhmer: Im Internet unter https://www.am.pictet/de/germany/institutional oder rufen Sie uns doch einfach an.

altii: Danke für das Gespräch


Über Frank Böhmer
Frank Böhmer kam 2007 zu Pictet Asset Management in Frankfurt und ist für den institutionellen Vertrieb in Deutschland und Österreich zuständig. Zuvor war Frank Böhmer neun Jahre für ABN AMRO Asset Management und Schroder Investment Management tätig. Dort war er jeweils für die Entwicklung des institutionellen Geschäfts in Deutschland und Österreich verantwortlich. Seine Investmentkarriere begann er bei der Deutsche Bank AG, wo er 14 Jahre an mehreren Standorten in verschiedenen Funktionen arbeitete, zuletzt als Senior­ Anlageberater für Privat­ und Geschäftskunden.

Kontakt: Frank Böhmer, +49 69 795009 0, fbohmer@pictet.com

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Kryptowährungen: Modeerscheinung oder Zukunft?

Die Pictet Strategy Unit beschäftigt sich mit der Frage, welche wirtschaftliche und finanzielle Bedeutung Bitcoin und andere Kryptowährungen haben könnten. 

Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, haben in den letzten Monaten für jede Menge Aufsehen in den Medien gesorgt. Ihr sensationeller Aufstieg und Fall machte überall von sich reden, egal ob in der Klatschpresse oder in renommierten Wirtschaftszeitungen. Die Berichterstattung hat insgesamt  aber mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Sind Kryptowährungen wirklich die Währungen der Zukunft? Kann man sie als Anlageform betrachten? Werden sie Bestand haben oder sind sie nur eine Modeerscheinung und Blase?

Wir glauben, dass Kryptowährungen noch einen weiten Weg vor sich haben, bis sie ein zukunftsfähiger Ersatz für die bestehenden Währungen sein werden. Als Anlage eignen sie sich aufgrund ihrer besonderen Merkmale nicht wirklich. Es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass sie eine Blase sind und der Hype genauso schnell abflauen wird, wie er aufgezogen ist.

Dennoch sollten Kryptowährungen nicht gänzlich abgetan werden. Ihre Entstehung dürfte die Entwicklungen an den Finanzmärkten beschleunigen, nicht zuletzt das Wachstum von Distributed-Ledger-Technologien wie Blockchain. Gleichzeitig regen sie zum Nachdenken über die herkömmliche Geldpolitik und den Ausblick für die traditionellen Währungen an.

Währungen oder nicht?

Mittlerweile haben die meisten Menschen eine grobe Vorstellung von Kryptowährungen wie Bitcoin – Detailwissen haben allerdings nur Spezialisten auf diesem Gebiet. Eine der großen Fragen ist, inwiefern sie tatsächlich Währungen sind.

Währungen haben drei Funktionen: Sie dienen als Zahlungsmittel, Rechnungseinheit und Wertanlage. Es ist fraglich, ob Bitcoin überhaupt irgendeine dieser Funktionen erfüllt.

Zunächst einmal kann man mit Bitcoin nicht viel kaufen. Die Kryptowährung ist teuer und umständlich einzusetzen. Die Transaktionskosten sind hoch und die Abrechnung dauert lange – so dass die Kryptowährung vor kurzem noch nicht einmal für die Anmeldung zu einer Konferenz zum Thema Bitcoin als Zahlungsmittel für die Tickets akzeptiert wurde.1 Nur wenige Waren sind in Bitcoin ausgepreist. Zudem ist keine Investition in Bitcoin als Basiswert möglich.

Hinzu kommt, dass die Regierungen die Nutzbarkeit ihrer Währungen garantieren – und sei es nur, damit die Bürger damit ihre Steuern bezahlen können. Hingegen gibt es keine Instanz, die hinter Bitcoin steht. Befürworter argumentieren, dass genau das der große Vorteil von Kryptowährungen ist – keine Regierung und keine Institution kann sie weginflationieren und die verfügbare Menge richtet sich nach eigenen Spielregeln. Aber diese Argumente  sind nicht so hieb- und stichfest, wie oftmals suggeriert wird.

Bitcoins können von jedem untergraben werden, der es schafft, mindestens 51 % der Rechenleistung von Bitcoin zu stellen, mit dem sogenannten 51-Prozent-Angriff. Dadurch lässt sich die feste maximale Menge an Bitcoins erhöhen, die bei 21 Millionen liegt – genau hierauf basieren viele Argumente, warum die Kryptowährung vorgeblich werthaltiger ist als Fiatwährungen.

Abb. 1 Zu gross, um übersehen zu werden
Wert von Bitcoin in %
 
Quelle: Pictet Asset Management, World Gold Council, Bloomberg, Daten vom 01.02.2018

Vor dem Hintergrund, dass rund 79 % der Bitcoin-Rechenleistung (Mining) aus China stammt und dass die Chinesen zu den größten Bitcoin-Besitzern gehören2, besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass die Behörden in Peking einen Weg finden, die Kryptowährung unter ihre Kontrolle zu bringen.3

Dass sich eine Regierung einmischen könnte, ist die größte Gefahr für Bitcoin und andere digitale Währungen. Die Aufsichtsbehörden machen sich Sorgen, dass Kryptowährungen dem Schwarzmarkt in die Hände arbeiten könnten, und darüber, dass der ohnehin schon enorme Stromverbrauch für das Mining – allein im November stieg der Energieverbrauch für Bitcoin-Mining um rund 30 Prozent und machte 0,13 Prozent des weltweiten Energiebedarfs aus. Bedenken bestehen auch hinsichtlich ihres Potenzials, systemische Bankingprobleme auszulösen, weil die Leute Schulden machen, um die Kryptowährung kaufen zu können4. Die südkoreanische Regierung zum Beispiel dachte bereits darüber nach, den Bitcoin-Handel zu verbieten5, was vor dem Hintergrund, dass das Land einer der größten Bitcoin-Märkte ist, recht bedenklich wäre; sie machte dann aber einen Rückzieher.

Das Potenzial systemischer Probleme betrifft nicht nur die Tatsache, dass Privatpersonen Kreditkarten für den Kauf von Bitcoins nutzen. Berücksichtigt man die aktuellen Marktpreise, liegt der Wert der in Umlauf befindlichen Bitcoins bei 170 Mrd. USD, was 4,2 % der Geldmenge in den USA, 2,1 % der weltweiten Goldvorräte und 0,8 % der weltweiten Geldmenge entspricht. Wir schätzen, dass dem Bitcoin-Mining 11 % des Wachstums der weltweiten Geldmenge zuzuschreiben ist.

Interessant ist unter anderem auch, dass – wenngleich Kryptowährungen eine Absicherung gegen Seigniorage, d. h. die Möglichkeit der Regierungen, ihre Währungen abzuwerten, sein sollen – die Währungshüter auf diese Macht nicht verzichten wollen und sicherlich alles dafür tun werden, um diesen Tendenzen entgegen zu wirken.

Eine Anlageform auf Achterbahnfahrt

Wenn Kryptowährungen keine echten Währungen sind, was sind sie dann? Eine Zeitlang erschienen sie aufgrund ihrer schwindelerregenden Bewertungen (im traditionellen Sinne einer Währung) wie eine spektakuläre Anlageform. Bitcoin startete 2017 bei 985 USD. Im August hatte sich der Wert bereits vervierfacht und kletterte dann Anfang Dezember erneut um das Vierfache auf über 19.000 USD. Aber wie gewonnen, so zerronnen. Die Preise liegen nach den ständigen negativen Meldungen wieder unter 10.000 USD. Da Bitcoin von nichts anderem lebt als der Begeisterung der Anleger, gibt es keinen Grund, warum die Bewertungen nicht weiter auf den Wert fallen sollten, den sie Anfang letzten Jahres hatten. Als Anlageform haben Kryptowährungen gezeigt, dass sich mit ihnen spektakuläre Renditen erzielen lassen – aber auch spektakuläre Verluste.

Bitcoin als Anlage ist nur für Personen mit hoher Risikotoleranz geeignet. Die annualisierte Volatilität liegt bei 90 % – das bringt vielleicht den Puls zum Rasen, ist an sich aber nichts Ungewöhnliches. Denken wir nur daran, dass Gold in den Jahren 1979/80, die durch einen starken Anstieg der Inflation geprägt waren, eine annualisierte Volatilität von 70 % hatte.

Kryptowährungen werden nicht umsonst häufig mit Gold verglichen – die US Commodity Futures Trading Commission hat Bitcoin-Futures als Ware eingestuft.6 So wie Gold generiert Bitcoin keine Rendite und der Preis richtet sich nach der Wahrnehmung der Anleger. Aber digitale Währungen schreiben eine andere Geschichte als Gold. Wie lange sie sich des Vertrauens der Anleger sicher sein können, steht in den Sternen. Hinzu kommt, dass Bitcoin keine physische Form hat. Die digitalen Börsen, an denen die Kryptowährung gehandelt wird, wurden in der Vergangenheit bereits gehackt. Digitale Geldbörsen wurden geplündert. Und Computerabstürze und -ausfälle haben Bitcoin-Vermögen einfach ausgelöscht.

Abb. 2 Einmal zum Mond (und wieder zurück)
Bitcoin-Preis in USD
 
Quelle: Bloomberg, Daten vom 01.02.2018

Anleger sollten sich vor allem Sorgen wegen des jüngsten Begeisterungswahns für Kryptowährungen machen – ein wichtiges Signal, dass wir es mit einer Blase zu tun haben, schauen wir uns nur den Verlauf des Bitcoin-Preises an. Könnte der Preis weiter steigen? Ganz sicher. Wenn es sich um eine Blase handelt, dann ist die engste Parallele zu Bitcoin sicherlich das Tulpenfieber in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden. 

Bitcoin scheint besonders attraktiv für Anleger zu sein, die sich nicht mehr an die Dotcom-Blase erinnern, nämlich die Millennials.7 Eine aktuelle Umfrage hat ergeben, dass zwei Prozent der Amerikaner Bitcoins besitzen und dieser Anteil bei den zwischen Anfang der 1980er und Anfang der 1990er geborenen Personen doppelt so hoch ist.

Sind Kryptowährungen zukunftsfähig?

Wenn Bitcoin als Währung und als Anlageform sehr fragwürdig ist, warum sollte man der Kryptowährung überhaupt Aufmerksamkeit schenken?

Zunächst einmal, weil damit die Entwicklung einer Basistechnologie vorangetrieben wird: Distributed-Ledger-Systeme wie Blockchain. Distributed-Ledger sind im Wesentlichen ein Mittel, mit dem sichergestellt wird, dass keine Behörde die Kontrolle über Transaktionsdaten hat. Es handelt sich um eine Datenbank, die von allen Akteuren im Netzwerk genutzt und laufend aktualisiert wird. Lange Zeit waren Bitcoin und Blockchain in den Köpfen der Menschen untrennbar miteinander verbunden. Während aber Bitcoin auf Blockchain angewiesen ist, um Transaktionen zu verifizieren, kann Blockchain auf eine beliebige Anzahl an Rechnungseinheiten angewendet werden.

Die jüngsten massiven Investitionen in Rechenleistung durch Bitcoin-Miner und in die Entwicklung anderer Kryptowährungen sind vergleichbar mit den enormen Ausgaben für die Telekommunikationsinfrastruktur während des Tech-Booms Ende der 1990er Jahre. Viele Unternehmen, die damals involviert waren, gingen pleite, als die Tech-Blase 2001 platzte. Die Infrastruktur aber blieb und bildete das Fundament für die Internetrevolution der letzten beiden Jahrzehnte.

Bitcoin könnte sich in analoger Weise als Baustein für die nächste Generation von Finanztechnologie erweisen, nicht zuletzt im Bereich Distributed-Ledger. Es gibt Anleger, die Bitcoin als Aktienanlage in Blockchain betrachten – der Besitz von Bitcoin wäre dann vergleichbar mit einer Beteiligung an einem Blockchain-Unternehmen.

“Bitcoin könnte sich als Baustein für die nächste Generation von Finanztechnologie erweisen.”

Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass Kryptowährungen ganz von der Bildfläche verschwinden. In einer Welt, in der massiv geldpolitisch experimentiert wird, ist ein schwerwiegender Fehler seitens der Notenbanken nicht auszuschließen. Selbst die Reservewährungen sind potenziell durch Hyperinflation gefährdet, eine Währungskrise, die das bestehende System mit fatalen Folgen unterwandern könnte.

Das mag weit hergeholt sein, aber Währungssysteme haben nun einmal eine begrenzte Lebensdauer. Das aktuelle System, das nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems eingeführt wurde, gibt es erst seit rund 40 Jahren. Bevor das bestehende System abgeschafft werden könnte, müsste zunächst ein Ersatz gefunden werden, wie beispielsweise Kryptowährungen. Das ist auch der Grund, warum ihr Entstehen der erste Pinselstrich eines Systemwandels sein könnte.

Die massenhafte Verbreitung von Kryptowährungen würde die Notenbanken ihres Monopols zur Ausgabe von Banknoten und somit der geldpolitischen Steuerung berauben. Eine auf Bitcoin gestützte Wirtschaft wäre sehr viel volatiler. Kein Wunder also, dass die Notenbanken darüber grübeln, wie sie ihre eigenen digitalen Währungen erfinden können.

Egal, was in naher Zukunft mit Bitcoin passieren wird, irgendeine Form von Kryptowährung wird bleiben.


Quellen:
1) The North American Bitcoin Conference, 18.-19. Januar, Berichterstattung in Bitcoin.com News https://news.bitcoin.com/miami-bitcoin-conference-stops-accepting-bitcoin-due-to-fees-and-congestion/
2) Chao Deng, “China Quietly Orders Closing of Bitcoin Mining Operations”, Wall Street Journal, 11.01.2018 https://www.wsj.com/articles/china-quietly-orders-closing-of-bitcoin-mining-operations-1515594021
3) “Chinese money dominates bitcoin, now its companies are gunning for blockchain tech,” Quartz 01.10.2017 https://qz.com/1072907/why-china-is-so-hot-on-bitcoin/
4) Annie Nova, “Desperate to get into bitcoin, investors slip into debt” CNBC, 11.01.2018 https://www.cnbc.com/2018/01/11/taking-on-debt-to-buy-bitcoin-is-a-bad-idea.html?__source=twitter%7Cmain
5) Cynthia Kim, Dahee Kim, “South Korea plans to ban cryptocurrency trading, rattles market”, Reuters 11.01.2018 https://www.reuters.com/article/us-southkorea-bitcoin/south-korea-plans-to-ban-cryptocurrency-trading-rattles-market-idUSKBN1F002B
6) http://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/pr7654-17
7) Roula Khalaf, “A bitcoin bubble made in millennial heaven,” Financial Times, 10.01.2018 https://www.ft.com/content/48265e56-f55d-11e7-8715-e94187b3017e

Über den Autor
Patrick Zweifel kam 1997 zu Pictet. Er ist als Chef-Ökonom von Pictet Asset Management tätig. Bevor er 2009 in diese Funktion wechselte, leitete er das Macro Research Team von Pictet Private Wealth Management. Dort war er insbesondere für Schwellenländer und Japan sowie die Entwicklung quantitativer Modelle für die wichtigsten Anlagekategorien, hauptsächlich Wechselkursmodelle, zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Forschungsassistent der Fachrichtung Ökonometrie und Geldmarkttheorie und beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten der Weltbank und der Europäischen Union. Patrick Zweifel hat einen Doktortitel im Fachgebiet Ökonometrie von der Universität Lausanne.

Über die Pictet Strategy Unit
Die PSU (Pictet Strategy Unit) ist eine firmeneigene Investmentgruppe, die unseren Investmentteams und Kunden Empfehlungen für die Vermögensallokation von Aktien, Anleihen, liquide Mittel und Rohstoffen ausarbeitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Risikomanagement bei Immobilienfonds

Im Immobilienfondsrisikomanagement gelten eigene Spielregeln. Es prallen zwei unterschiedliche Welten aufeinander: der Immobilienmarkt und der Kapitalmarkt. Zusätzlich wurden durch neue gesetzliche Anforderungen strikte Regelungen für den Anlegerschutz definiert. Dieser Beitrag zeigt, wie die ERSTE Immobilien KAG gemeinsam mit KPMG diese Aufgaben löst.

Die Anforderungen an das Risk Management von Immobilien haben sich durch Erfahrungen aus der Finanzkrise, gestiegene Erwartungen der Investoren und nicht zuletzt aufgrund einschneidender gesetzlicher Anforderungen entscheidend geändert. Die Auswirkungen der zunehmenden Regulierungen sind für alle Immobilienunternehmen spürbar.

Ausgangslage

Die spezifische Herausforderung beim Management eines Immobilienfonds besteht darin, ein liquides Produkt (= Fonds) mit vorwiegend illiquiden Assets (= Immobilien) erfolgreich und effektiv zu managen. Die Rückgabe von Anteilsscheinen ist für den Anteilseigner in Österreich täglich möglich, die Liquidation einer Immobilie divergiert aufgrund der zu erwartenden Verwertungsdauer erheblich, abhängig vom Volumen im Durchschnitt sechs bis 18 Monate. Dies erfordert eine genaue Beobachtung der Anteilsscheinbewegungen und entsprechende Risk Tools, um dem Liquiditätsrisiko angemessen Rechnung zu tragen. Die Kapitalmarktrisiken (zB Zinsentwicklungen) sind relevant für Veranlagungsentscheidungen der liquiden Mittel des Fonds.

Der Ankauf von Immobilien ist ein Core-Prozess eines Immobilienportfolioverwalters. Um ein nachhaltiges und ertragreiches Immobilienportfolio aufzubauen, gilt es die damit verbundenen Risiken richtig einzuschätzen und zu steuern.

Im Immobilienfondsrisikomanagement prallen zwei unterschiedliche Welten aufeinander: einerseits der Immobilienmarkt, andererseits der Kapitalmarkt. Zusätzlich hat der Regulator strikte Regelungen mit Einführung des AIMFG (Alternatives Investmentfonds-Manager Gesetz) etabliert, um den Anleger entsprechend zu schützen. Dies stellt die Marktteilnehmer vor neue Aufgaben, bietet aber auch wesentliche Orientierungspunkte für alle mit dem Management von Immobilien befasste Unternehmen.

Nachstehend zeigen wir einige Lösungsansätze der ERSTE Immobilien KAG als einem der größten Immobilienportfolioverwalter auf, die sich in der Praxis bewährt haben. Diese wurden gemeinsam mit KPMG erarbeitet und werden seit nunmehr vier Jahren kontinuierlich weiterentwickelt.

First Steps

Grundsätzlich wird von der Unternehmensstrategie die Risikostrategie abgeleitet, entsprechend werden die Risikoprofile der einzelnen Fonds festgelegt. Nach Festlegung der Risikostrategie wird die Identifizierung und Klassifizierung der Risiken vorgenommen.

Eine mögliche Systematik, Risiken in Form eines Risikokatalogs zu unterteilen ist die Unterteilung in

  • Financial Risk: Marktrisiko, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko
  • Non-Financial Risk: Operationelles Risiko, Compliance Risiko

Die wichtigste Aufgabe ist die möglichst präzise Definition der einzelnen Immobilienrisiken bzw deren Risikoparameter.

Weiters ist eine Abgrenzung zwischen dem Risk Management und dem Risk Owner zu definieren, um eine klare Aufgabenverteilung festzulegen. In den meisten Fällen ist der Risk Owner (First Line of Defense) im operativen Bereich angesiedelt und das Risk Management (Second Line of Defense) als Risikocontrolling-Funktion anzusehen. Das Risikomanagement stellt die Systematik und die Tools für eine standardisierte Erfassung und Bewertung der Risiken zur Verfügung.

Bei der Analyse, Bewertung, Steuerung und Begrenzung der Risiken gibt es naturgemäß unterschiedliche Methoden zwischen Financial und Non-Financial Risks.

Financial Risk

Die Anwendung von qualitativen Messverfahren ist abhängig von der Komplexität der jeweiligen Investmentstrategie.

Für AIFs (Alternative Investment Funds) mit alternativen Investmentanlagen in Form von Immobilien kommt die im weiteren beschriebene Scoring-Methodologie mit folgenden grundsätzlichen Risikokategorien zur Anwendung:

  • Marktrisiken
  • Kreditrisiken
  • Liquiditätsrisiken

Non-Financial Risks werden mittels einer eigens entwickelten Methodologie separat gesteuert und danach aggregiert.

Das Scoring wurde auf Basis von Scorecards für diese Risikokategorien aufgesetzt. Hierbei werden drei Scorecards für die Risikokategorien „Marktrisiken“, „Kreditrisiken“ und „Liquiditätsrisiken“ definiert. 

Marktrisiko

Das Marktrisikomanagement der ERSTE Immobilien KAG basiert auf einem Scoring-Modell, das die Ermittlung, Messung, Steuerung und Überwachung aller Risiken ermöglicht, denen die Immobilienfonds ausgesetzt sind bzw ausgesetzt sein könnten. Kategorien dafür umfassen ua Zinsänderungsrisiko, Mietpreisrisiko, Preisänderungsrisiko der Immobilien.

Durch den Prozess des Scorings wird dem Marktrisiko und den in dieser Risikokategorie befindlichen Risikoklassen ein Wert („Score“) zwischen 0 und 9 zugewiesen. Ein Score von 0 bedeutet, dass kein Risiko existiert, ein Score von 9 geht mit einem sehr hohen Risiko einher. Durch geeignete Limitsetzung bzw Eskalationsprozesse und ständige Beobachtung der Scores und Limits wird sowohl eine Steuerung als auch eine Überwachung der Risiken sichergestellt.

Das Scoring wird regelmäßig durchgeführt. In diesem Zusammenhang werden für jeden Risikofaktor spezifische Stresstests durchgeführt. Diese Stresstests basieren auf der Annahme der Erhöhung der Volatilität der einzelnen Risikofaktoren.

Kreditrisiko

Unter „Kreditrisiken“ werden alle Risikoklassen berücksichtigt, die nicht in einer der anderen Risikokategorien erfasst wurden. Dabei handelt sich im Wesentlichen um das Bonitätsrisiko (Gegenpartei), das Konzentrationsrisiko, das Gegenparteiausfallrisiko und das Asset Allocation Risiko, die in der Scorecard Kreditrisiko dargestellt werden.

Mittels des Scoring-Modells ist auch für die Kategorie „Kreditrisiko“ jederzeit eine Messung der entsprechenden Risikoklassen gewährleistet. Analog zu der Risikokategorie „Marktrisiko“ wird auch hier im Rahmen des Scoring-Prozesses für jede Risikoklasse ein Wert ermittelt, der den entsprechenden Risikograd identifiziert.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisikomanagement-System für die Fonds der ERSTE Immobilien KAG basiert ebenso auf einem Scoring-Modell, welches die Anlagestrategie, das Liquiditätsprofil sowie die Rücknahmegrundsätze der Immobilienfonds berücksichtigt.

Hier wird zwischen zwei Risikoevaluierungsansätzen unterschieden. Dem „Going Concern“ und dem „Gone Concern“. Ersterer geht von einer Fortführung des Fonds aus und letzterer von dessen Liquidation.

  • Going Concern-Ansatz
    Im Going Concern werden die liquiden Mittel des Fonds den laufenden Verbindlichkeiten gegenübergestellt. Es wird ermittelt, wie lange die liquiden Mittel ausreichen, um die laufenden Verbindlichkeiten zu decken. Unter die liquiden Mittel fallen beispielsweise Mieterträge, Erträge aus Anteilsscheinabsätzen und Erträgen aus liquidierten Veranlagungen. Es werden explizit keine Vermögensgegenstände zum Liquiditätserhalt veräußert. Die Ableitung der Verbindlichkeiten erfolgt aus einer Projektion historischer Rücknahmen und sonstiger Verbindlichkeiten (Prüfungskosten, Verwaltungsgebühren, Kaufpreisverbindlichkeiten etc).
    Der ermittelte Deckungsgrad zum Zeitpunkt t wird anschließend verwendet, um die Kennzahl Distance-to-Illiquidity (DTI) darzustellen. Hierbei gibt die DTI die Anzahl der NAV-Berechnungszeitpunkte bzw Monate an, an dem der Deckungsgrad erstmalig die Grenze von 100 Prozent (Deckungsgrad) unterschreitet. Zu diesem Zeitpunkt reichen die liquiden Mittel nicht mehr aus, um die Anteilscheinrückgaben zu bedienen, der AIF wäre somit illiquide. Die ermittelte DTI, die den Score-Indikator repräsentiert, wird auf die Score-Skala übertragen. Je höher der DTI-Wert zum Betrachtungsstichtag ist, umso kleiner ist der Score-Wert.
  • Gone Concern-Ansatz
    Im Gone Concern-Ansatz wird die Liquidation aller Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten simuliert. Auch in diesem Fall werden die liquiden Mittel den Geldmittelabflüssen gegenübergestellt. Hierbei wird gemessen, über welchen Zeitraum sich die Liquidation erstreckt und wie hoch der Wertverlust ist, den ein Investor im Zuge der Liquidation voraussichtlich tragen muss.
    Die ermittelte Kennzahl in diesem Fall ist die „Distance-to-Dissolution“ (DtD). Diese gibt den Zeitpunkt in Monaten an, zu welchen der Fonds theoretisch aufgelöst werden kann (dh nach Liquidation aller Assets).

Die zweite Kennzahl, „Contribution-Loss-Ratio“ (CLR), gibt in Prozent an, wie hoch der durchschnittliche potenzielle Verlust der Anleger im Laufe einer Liquidation voraussichtlich ist.

Maßnahmen im Falle normaler als auch außergewöhnlicher Umstände sind im Rahmen des Liquiditätsmanagements durch Stresstests im Scoring-Modell implementiert. Diese Stresstests werden sowohl auf Grundlage historischer als auch aktueller Daten aufgebaut und durch Stress-Szenarien ergänzt.

Prinzipien eines zuverlässigen Scoring Modells

Entscheidend für die Zuverlässigkeit der Risikobewertung sind objektive und verlässliche Daten und Informationen. Insofern sind im Allgemeinen verlässliche Markt- (zB Zinssätze) und Vertragsdaten die primären Quellen für die Ermittlung von Risikoindikatoren und entsprechenden Scores. Werden Expertenschätzungen dem Scoring zu Grunde gelegt oder in wesentlichem Umfang berücksichtigt, so sollten diese den nachfolgenden Qualitätsanforderungen genügen:

  • Verlässlichkeit
  • Überprüfbarkeit
  • Wiederholbarkeit der Bewertung und Ergebnisse
  • Nachvollziehbarkeit

Scorings, die auf Basis qualitativer Informationen wie zB Expertenschätzungen erstellt werden, sind in einem weiteren Schritt bzgl ihrer Zuverlässigkeit zu klassifizieren, um dem Risikomanager sowie den weiteren Entscheidungsträgern die Verlässlichkeit der Informationen klar erkenntlich zu machen. Hierbei sind die oa Qualitätsanforderungen maßgebliche Kriterien für eine derartige Beurteilung.

Auf Basis des Scoring-Modells werden Stresstestprogramme, Limits sowie die interne Berichterstattung festgelegt. Anforderungen aus der externen Berichterstattung, wie zB Reporting an Aufsichtsbehörden, werden soweit wie möglich und entsprechend der Relevanz für das Risikomanagement im Scoring-Modell berücksichtigt.

Mindestens einmal jährlich oder ad hoc (zB bei wesentlichen Änderungen der Risikomanagement-Grundsätze oder der Anlagestrategie der AIFs) wird durch den Manager eine Prüfung durchgeführt, welche die Adäquanz der Scoring-Methodologie validiert und rückblickend überprüft.

Non-Financial Risks

Die Identifikation und Evaluierung der Non-Financial Risks (Op Risk, AML und Compliance Risks) findet in der ERSTE Immobilien KAG im Rahmen der implementierten RSAs (Risk Self Assessments) statt. Es handelt sich dabei um eine strukturierte, regelmäßige Selbsteinschätzung der Non-Financial Risks, die mit Hilfe eines vom Risikomanagement entwickelten Tools dezentral in den jeweiligen Abteilungen durchgeführt wird. Innerhalb der RSAs identifizieren, evaluieren und ggf ergänzen die Risk Owner die jeweilige Risikorelevanz. Die Bewertung der Risikorelevanz der einzelnen Risikoevents wird durch das Risikomanagement überprüft und gemeinsam mit dem Risk Owner einer Qualitätssicherung unterzogen. Ziel ist es dabei, potenzielle Risiken im Detail darzustellen und Risikoevents zu definieren.

Brutto- und Nettorisiko

Den als relevant identifizierten Risikoevents wird ein Wert betreffend die potenzielle Schadenshöhe und die Schadenshäufigkeit zugeordnet. Dies dient der Ermittlung des Bruttorisikos, was bedeutet, dass bei dieser Zuordnung etwaige Kontrollen oder ein vorhandener Versicherungsschutz nicht miteinzubeziehen ist. Nach der Bewertung der potenziellen Schadenshöhe und -häufigkeit werden durch den Risk Owner, pro signifikantem Risiko, die implementierten Key Controls evaluiert und ggf ergänzt. Ziel ist es, alle wesentlichen Risiken durch eine effektive und inhaltlich entsprechend ausgestaltete Kontrolle zu begrenzen und somit das ermittelte Bruttorisiko zu senken.

Nach der Befüllung der RSAs ist Risk Management für die Qualitätssicherung der erhaltenen Information zuständig.

Das Nettorisiko ergibt sich aus dem Bruttorisiko nach Berücksichtigung der implementierten Kontrollen und abgeschlossenen Versicherungen im Falle des Operationellen Risikos. Analog zu den Financial Risks sind bei den Non-Financial Risks für die ermittelten Score-Werte Schwellenwerte und Limits implementiert, ab denen ein Eskalationsprozess startet. Die Ergebnisse der Risikobewertung und -steuerung werden in detaillierten Berichten, je nach Berichtsempfänger, zusammengefasst.

Benefit für das Management

Die erweiterten Risk Reportings und Kennzahlen ermöglichen dem Management eine bessere Übersicht über die Gesamtrisikosituation und Limitauslastung. Zudem tragen die zusätzlichen Informationen zu einer verbesserten Entscheidungsgrundlage bei. Einerseits ermöglicht dies, nachhaltigere Managemententscheidungen treffen zu können und unterstützt andererseits zB die Eigentümervertreter (Aufsichtsrat) in der Wahrnehmung ihrer Kontrollfunktion. Diese Maßnahmen stärken die Idee des modernen Anlegerschutzes.

Trends und Herausforderungen

  1. Automatisierung
    Die Automatisierung ist und bleibt ein zentrales Thema von Immobilienfondsmanagern im Allgemeinen und Immobilien KAGs im Speziellen. Geschuldet den hohen Anforderungen der Aufsichtsbehörden, der Investoren und internen Vorgaben, wird der Dokumentations- und Verarbeitungsaufwand weiter steigen. Eine manuelle Umsetzung ist in den meisten Fällen eine Notlösung und wird auf Dauer keinen Bestand haben. Daher ist es wichtig, schon heute die Schritte für die Zukunft zu setzen. Die automatisierte Verarbeitung von Standardprozessen sowie die automatisierte Anlieferung diverser Daten ist unseres Erachtens unumgänglich.
  1. Wichtigkeit des Risk Management Systems
    Aus Anlegerschutzgründen prüft die Aufsicht sehr genau, ob die Risk Management Systeme valide und effektiv sind. Die erhöhten Anforderungen treffen nicht nur die Investoren, sondern auch deren Partner (zB Projektentwickler, Generalunternehmer, Totalunternehmer).
    In Zukunft wird die Komponente professionelles Risikomanagement an Relevanz gewinnen, nicht nur für Immobilienfonds, sondern für die gesamte Immobilienbranche. Die derzeitige Marktsituation macht den professionellen Umgang mit und die Steuerung von Risiken zu einem Wettbewerbsvorteil, um in der Branche zu bestehen.
  1. Immobilienmarktdaten
    Die zunehmende Transparenz des Immobilienmarktes bietet neue Möglichkeiten. Die Datenverfügbarkeit wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Bei der Auswahl des richtigen Datenlieferanten ist jedoch mit der gebotenen Sorgfalt vorzugehen. Es muss hinterfragt werden, welche Daten gesammelt werden, wie diese verarbeitet und aufbereitet werden und ob diese den Markt objektiv abbilden. Die Risk Modelle profitieren von dieser Entwicklung, nicht zuletzt durch die steigende Reliabilität und Effizienz bedingt durch die höhere Qualität der Inputdaten.

Die Kombination aus qualitativ hochwertigen Risikomodellen (-tools) und vorhandenen Erfahrungswerten der Immobilienmanager wird in Zukunft den Ausschlag über den Erfolg eines Unternehmers geben.


Die Autoren:
Elisabeth Lucius ist Direktor beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG und spezialisiert auf die Bereiche Investment und Risk Management.
Stefan Süschetz ist Leiter der Abteilung Risk Management & Compliance bei der ERSTE Immobilien KAG.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Die möglichen Vorteile von Sachwerten für ein Portfolio

Dass die Inflation in den USA ab Ende 2015 um 1,4 Prozent anzog, kam den Rohstoffen am stärksten zugute. Diese verteuerten sich im Schnitt um 16,3 Prozent, gefolgt von den natürlichen Ressourcen, die um 6,2 Prozent zulegten.

Nach der Rally 2017 ist fraglich, welches Aufwärtspotenzial Aktien 2018 noch haben. Unser simuliertes Sachwertportfolio erhöht die Diversifizierung und mindert das Abwärtsrisiko, so ETF Securities. Wie historische Simulationen zeigen, sorgt eine Sachwertallokation von 20 Prozent, die einem aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen bestehendem Portfolio hinzugefügt wird, gegenüber der 60/40-Benchmark, für eine Verbesserung der Sharpe-Ratio von 0,54 auf 0,58.

Im November 2016 zeigten wir in einem Artikel, wie ein Sachwertportfolio von steigender Inflation profitieren kann und die Sharpe-Ratio eines traditionellen Aktien- und Anleiheportfolios verbessert. Hier wollen wir einen Blick auf die Entwicklung des simulierten Portfolios werfen. Außerdem untersuchen wir die Inflationsentwicklung für den weiteren Jahresverlauf.

Inflationsentwicklung in den letzten zwei Jahren

In den USA, Großbritannien und der EU stieg die Gesamtinflation seit Ende 2015 im Schnitt um 1,8 Prozent sprunghaft an, wobei der Höchststand von 3 Prozent im Dezember 2017 in Großbritannien erreicht wurde. Die Kerninflation hingegen entwickelte sich uneinheitlich. In Großbritannien kletterte sie seit Dezember 2015 um 1,1 Prozent, während sie in der EU unverändert blieb und in den USA sogar fiel. Dies unterstreicht die erhebliche Bedeutung der Energie- und Lebensmittelkomponenten für die Rally der Gesamtinflation. In Großbritannien und den USA trugen sie 1,7 Prozent und in der EU 1,2 Prozent zur Gesamtinflation bei.

Bisher hat von den großen Notenbanken nur die Fed mit der Straffung der Geldpolitik begonnen und die Zinsen angehoben. Die Europäische Zentralbank und die Bank of England nehmen eine abwartende Haltung ein, da ihre jeweiligen Volkswirtschaften aufgrund des Brexit mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Die Märkte haben die drei Zinsanhebungen der Fed für 2018 eingepreist. Wir bleiben allerdings bei unserer Überzeugung, dass sie die Möglichkeit eines geldpolitischen Fehlers unterschätzen, insbesondere für den Fall, dass in den USA die Inflation überschießt und die Konjunktur heiß läuft. Da die Inflationsraten in den USA, Großbritannien und der EU stark miteinander korreliert sind, wird sich die Gesamtinflation 2018 wahrscheinlich auf ihrem aktuellen Niveau stabilisieren.

Interessanterweise handelt es sich bei den zwanzig Gewinnern seit Ende 2015 zur einen Hälfte um Aktien und zur anderen Hälfte, von einer Ausnahme abgesehen, um Rohstoffe, genauer gesagt, hauptsächlich um Metalle. Bergbauaktien schnitten mit 133 Prozent (nicht-annualisiert) am besten ab, gefolgt von Palladium (90 Prozent) und dem Korb der Industriemetalle (56 Prozent). Die Bergbauunternehmen verzeichnen seit Mitte 2016 wieder steigende Gewinne. Auch das Investitionswachstum fiel erstmals wieder positiv aus, was eventuell den Beginn eines neuen Konjunkturzyklus signalisiert, der die nächsten zwei bis drei Jahre andauern könnte.

Daten seit 1991 legen aber nahe, dass...

die Sachwerte, die sich in Phasen steigender Inflation (USA, GB, EU) am besten entwickeln, im Schnitt zu 40 Prozent dem Rohstoffbereich, zu 30 Prozent dem Infrastrukturbereich und zu 17 Prozent dem Immobilienbereich angehören. Aktien im Bereich der natürlichen Ressourcen und inflationsgebundene Anleihen stellen die übrigen 13 Prozent.

Folgendes sollte nicht unerwähnt bleiben: Legt man dieser Analyse nur die EU-Inflation zugrunde, so profitieren hauptsächlich Infrastruktur- und Immobilienwerte, während ein Anstieg der Inflation in Großbritannien inflationsgebundene Anleihen auf die ersten fünf Plätze hieven würde.

Das simulierte Sachwertportfolio

Das Sachwertportfolio, das wir im November 2016 erstellten, hat zehn gleichgewichtete Bestandteile: 3 Rohstoffkörbe (allgemein, Energie und Landwirtschaft), ferner Gold, Platin, globale REITs und globale Immobilienaktien, US-Energieinfrastrukturtitel, globale Infrastrukturaktien und Barmittel.

Seit November 2016 läuft das simulierte Sachwertportfolio der Inflation wie nachfolgend dargelegt voraus. Blickt man auf den aktuellen Trend der Portfoliorenditen, so liegt die Vermutung nahe, dass die Inflationsrally vorbei ist und die Inflation kurzfristig auf ihrem aktuellen Niveau verharren wird.

Aktien als Anlageklasse profitierten 2017 von den weltweit positiven Wirtschaftsdaten und verbuchten ein starkes Jahr. Mehrere Vertrauensindikatoren zeigen an, dass der Markt an eine Fortsetzung glaubt. Der MSCI World Index, der als Stellvertreter für Aktien gilt, legte seit Ende 2015 um 33 Prozent zu, verglichen mit dem Anleihenindex Barclays Capital Global Bond, der um 7,7 Prozent stieg, und dem simulierten Sachwertportfolio, das 17 Prozent hinzugewann. Allerdings stellen wir fest, dass das Sachwertportfolio insgesamt weniger volatil als der MSCI World Index ist und daher mit 0,34 eine bessere risikoadjustierte Rendite als der Aktienindex (0,30) aufweist.

Seit Januar 2018 ersetzen wir den Landwirtschaftskorb mit einem Korb aus Industriemetallen, um unserer optimistischen Haltung gegenüber dem Sektor für 2018 Ausdruck zu verleihen. Wir lagen mit unserer Prognose für 2017 richtig und sind der Auffassung, dass Metalle für die industrielle Anwendung weiterhin von den zunehmenden Wirtschaftsaktivitäten auf der ganzen Welt und insbesondere in den Schwellenmärkten profitieren werden.

Beitrag der Sachwerte zum simulierten Aktien- und Anleiheportfolio

Zur Erinnerung: Wenn man in einem zu 60 Prozent aus Aktien und zu 40 Prozent aus Anleihen bestehendem Portfolio eine 20-prozentige Allokation des simulierten Sachwertportfolios vornimmt, enthält das entstehende simulierte Portfolio 50 Prozent Aktien, 30 Prozent Anleihen, 10 Prozent Rohstoffe, 4 Prozent Immobilien, 4 Prozent Infrastrukturtitel und 2 Prozent Barmittel. Beide Portfolios werden einmal jährlich im Januar wieder auf die Anfangsgewichte gesetzt.

Nach der jüngsten Aktienrally schneidet das simulierte Portfolio mit Sachwerten seit 2006 jährlich um 0,2 Prozent schlechter als die 60/40-Benchmark ab. Es ist jedoch weniger volatil, bietet besseren Schutz vor Abwärtsrisiken und kehrt schneller zum früheren Hoch zurück. Im Ergebnis ist das simulierte Portfolio mit dem 20-prozentigen Anteil von Sachwerten besser diversifiziert als die Benchmark, sodass sich die Sharpe-Ratio der 60/40-Benchmark von 0,54 auf 0,58 verbessert.

What has driven stockmarket returns and what will drive them in future?

While the equity markets of various countries and regions have performed very similarly over the past three years, the components of returns have been very different, shows Duncan Lamont, Head of Research and Analytics at Schroders.

When we look back over the past three years, investors have earned remarkably similar returns in local currency terms in very different parts of the world.

UK, eurozone, Japanese and emerging market equities have all returned close to 9.5% a year1. The US, as is well known, has been the outlier and star performer, delivering closer to 11.5% a year.

However, when we look behind the numbers at what has been driving that performance, we find an altogether different and more diverse set of circumstances. The chart below decomposes returns over the 2015-2017 period into their key components:

  • Income (blue bar) – dividends2
  • Earnings (green bar) – how fast have companies grown their earnings?
  • Valuations (red bar) – how has price/earnings multiple changed? Does the market now value companies more or less, for a given level of earnings

The sum of these components approximates the return on the stockmarket, which is shown with a black diamond.

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. 

Three key features stand out:

  • US returns have been driven predominantly by increasing valuations. Earnings growth has been next to nothing.
  • Japanese and eurozone equities have been powered by a combination of strong earnings growth and dividends. The market has failed to reflect these better fundamentals in valuations, which have stagnated.
  • UK equities have had a rollercoaster ride. The decline in commodity prices contributed to a collapse in earnings over the past three years, given the market has a large allocation to this sector. However, investors have been prepared to value companies higher relative to those depressed earnings, which has softened the blow. One explanation for this is that investors have priced in a sustained recovery in commodity prices.

When we look at 2017 in isolation we find a different set of drivers. Synchronised and strong earnings growth everywhere has been the main engine of returns in all markets.

So, as investors, what should we make of this? Firstly, the fact that US returns have been so poorly underpinned by fundamentals is a concern. Stellar returns have been built on shaky foundations. This can only go so far but reassuringly, 2017 saw strong earnings growth in the US and 2018 is also shaping up for more of the same. The necessary rebalancing in the drivers of returns is underway, which suggests the rally may yet have legs.

Unloved markets

Elsewhere, it pays to have an eye on those markets that have been somewhat unloved. Despite generating the strongest earnings growth of all markets shown, the valuations of Japanese equities have languished relative to the rest of the world. They are lower at the end of 2017 than a decade earlier. After decades of poor growth, investors have remained somewhat untrusting of the recovery. Should this hold out, then there is more potential here than just about anywhere else for increasing valuations to boost returns.

European equities have also not been hugely rewarded for the earnings recovery that has commenced. Valuations have hardly changed since 2013. Given their earlier stage of the economic cycle, earnings growth is likely to drive returns in 2018 with potential support from valuations.

The UK equity market has been the worst place to be invested from an earnings standpoint. Earnings rebounded sharply in 2017 but remain over 40% lower than their 2007 peak and even 30% lower than after their mini recovery which fizzled out in 2011.

A chunky dividend yield of close to 4% provides a solid base for returns but unless earnings recover, this is unlikely to be sustainable. UK companies paid out 80% of their earnings in 2017 to cover dividends, way above the long-term average of around 50%. Commodity prices have rebounded and both dividends and earnings have a lot riding on that holding out.

The drivers of emerging market equity returns have been reasonably well balanced over the past three years. Valuations have risen but are not as extended as in some other markets and earnings stand to benefit from the synchronised global recovery and weakness in the US dollar. The potential for positive contributions from all factors remains on the cards in 2018.

Earnings growth – a positive driver

At a very high level, the supportive economic backdrop suggests that earnings growth should positively contribute to all markets in 2018.

Dividends are also well supported in all markets other than the UK, which is beholden to commodity prices.

The big differences could arise from valuations. No market is immune to falling valuations but that does not mean returns have to be negative, if the other two drivers contribute enough. A year of solid, if not spectacular, returns could be on the cards.


1) Emerging market equities represent a basket of different currencies. Local currency for emerging markets has been taken to be USD.
2) Technically, the income return has been calculated as the difference between the change in the share price and the total return earned on an investment

This article has first been published on schroders.com.

„Multi Asset, ein Ansatz für institutionelle Portfolios!“

Im Interview mit altii spricht Adrian Daniel, der Manager des MAINFIRST - ABSOLUTE RETURN MULTI ASSET,  über einen Multi Asset Ansatz, seine langfristigen Ziele und den Investmentansansatz. Dabei spielen Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, in den zu investierenden Werten durchaus eine Rolle. Der UCITS-Fond verfolgt ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil.

altii: Bitte beschreiben Sie uns Ihren Multi Asset Ansatz Herr Daniel. Welche Asset Klassen haben Sie auf dem Radar?

Adrian Daniel: Wir verfolgen mit dem Multi Asset Ansatz ein langfristiges Ziel von 5 % p.a. bei vertretbarem Risiko. Dafür nutzen wir aktiv die Anlageklassen Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, Fremdwährungen und bis zu 20 % Prozent Rohstoffe. Da unser Fonds insbesondere konservative, institutionelle Investoren anspricht, ist die Aktienquote auf maximal 50 Prozent und das Fremdwährungsrisiko auf 30 Prozent begrenzt.

altii: Wie sieht Ihr Investmentprozess aus und welche Philosophie verfolgen Sie mit dem Fonds?

Daniel: Im Kern des Investmentprozesses stehen strukturelle Wachstumstrends, die es uns erlauben, weniger stark dem üblichen konjunkturellen Auf und Ab ausgesetzt zu sein. Anschließend machen wir uns global auf die Suche nach Geschäftsmodellen, welche von diesen nachhaltigen Trends profitieren. Um uns diese langfristige Haltung bei den Einzeltiteln erlauben zu können, versehen wir das Portfolio mit einer taktischen Risikosteuerung, die kurzfristige Marktschwankungen abfedert.

altii: Können Sie uns anhand eines konkreten Beispiels beschreiben, wie es ein oder mehrerer Titel durch Ihren Prozess geschafft hat?

Daniel: Strukturelle Wachstumstrends, auf die wir seit längerer Zeit setzen, sind z. B. Automatisierung und Elektromobilität. Die Preise von Industrierobotern haben sich in den vergangenen Jahren auf ein Niveau ermäßigt, bei dem Unternehmen einen raschen Kostenvorteil im Vergleich zur manuellen Fertigung darstellen können. Entsprechend ist der Absatz in Stücken dynamisch gewachsen. Unsere Einzeltitelanalyse konnte insbesondere Unternehmen aus Japan wie z. B. Fanuc oder Daifuku identifizieren, welche von diesem Trend profitieren sollten. Der deutliche Zuwachs der Auftragseingänge (im Fall von Daifuku im ersten Halbjahr 2017 ein Plus von 85 %) belegte unsere Erwartungen, sodass wir die Aktien im Vorjahr in den Fonds aufgenommen haben. Innerhalb der Anleihemärkte besteht grundsätzlich ein Chance-Risiko-Profil welches konträr zum Absolute Return Konzept wirkt. Im optimalen Fall erhält der Investor eine Rendite von aktuell über unserem 5 % Anlageziel. Jedoch besteht im Extremfall wie bei allen Anlagen auch ein Totalverlustrisiko. Umso wichtiger ist aus unserer Sicht die Analyse der Bonitätsrisiken und eine hohe Konfidenz im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Cash Flows. Ein Umsetzungsbeispiel aus dem Anleihesegment mit Bezug zum Wachstumstrend der Elektromobilität stellt Valeo dar. Valeo bietet uns mit dem Auftragsbestand von über 23,6 Mrd. Euro zum Ende 2016 und einem Verschuldungsratio von unter 1x Nettoverschuldung / EBITDA eine hohe Visibilität auch im Fall eines massiven Abschwungs des Automobilzyklus auf Rückzahlung der Anleihe.

altii: Was ist für Sie wichtiger, Performance oder Volatilität?

Daniel: Die Mischung macht es, wir zielen insbesondere auf ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil des Fonds ab und haben dies in der Vergangenheit erreicht. So hat die Strategie historisch im Durchschnitt mehr als 6 % Wertzuwachs bei einer Volatilität von knapp über 5 % generiert.

altii: Ein Wort zu Ihren aktuellen Top-Holdings. Was zeichnet Ihre aktuellen Investments aus?

Daniel: Die Kernanlagen des Fonds bilden eine konzentrierte Auswahl attraktiver Möglichkeiten, von nachhaltigen Wachstumstrends zu profitieren. Diese Auswahl ist nicht an einen Benchmark-Index gekoppelt. Somit sind Sektoren mit strukturellem Gegenwind erst gar nicht im Portfolio berücksichtigt.

altii: Stichwort Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Sind das wichtige Themen für den Fonds?

Daniel: Auf jeden Fall, wir haben diese Themen bereits frühzeitig als bedeutend für die Zukunft erachtet. Dementsprechend konnten wir mit Investitionen in Unternehmen wie z. B. Nvidia oder Adobe Systems für unsere Anleger von dem daraus resultierten Wachstum partizipieren.

altii: Wie gehen Sie mit Risiken um. Sichern Sie z.B. Währungsrisiken ab? Wie gehen Sie mit Liquidität um?

Daniel: Für jede Einzelanlage wird fundamental bewertet, ob die dazugehörige Fremdwährung einen Mehrwert mit sich bringt. Übergeordnet begrenzen wir Währungsrisiken auf maximal 30 % des Fondsvermögens. Liquidität ist kein strategischer Bestandteil unserer Asset Allokation. Daher spielt Kassenhaltung lediglich auf taktischer Basis eine Rolle.

altii: In welchem Format kommt Ihre Strategie?

Daniel: Es handelt sich um einen UCITS Fonds, der damit aufgrund seiner hohen Diversifikation und Liquidität auch eine gute Investitionsmöglichkeit für institutionelle Investoren darstellt.

altii: Wer sind Ihre Zielinvestoren und wer ist bereits investiert?

Daniel: Das Konzept hat sich bereits seit mehr als 10 Jahren bei konservativen institutionellen Investoren wie z.B. Versorgungswerken oder Stiftungen bewährt. Folglich ist der Großteil der Anlagegelder auf Basis unserer Strategie in Spezialfonds investiert. Mit dem Publikumsfonds möchten wir dagegen insbesondere Privatanlegern eine interessante Alternative zu dem extrem schwierigen Zinsumfeld bieten.

altii: Was erwarten Sie in den nächsten 12 bzw. 24 Monaten?

Daniel: Die Börse ist keine Einbahnstraße, somit ist der positive Trends nicht unendlich fortzuschreiben. Mit dem soliden Wachstumsumfeld der globalen Wirtschaft und neuen Technologien, die strukturelle Änderungen mit sich bringen, dürften die Kapitalmärkte jedoch weitere Chancen bieten. Unsere Anlagestrategie kann diese Chancen flexibel für sich nutzen und dürfte somit auch in Zukunft eine höhere Rendite im Vergleich zu den üblichen Anleiherenditen bei einem ausgewogenen Risiko erzielen.

altii: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.


Über Adrian Daniel
Adrian Daniel ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und Mitglied des Multi Asset Teams. Er ist der hauptverantwortliche Portfoliomanager des MainFirst Absolute Return Multi Asset und betreut institutionelle Anleger mit absoluten Ertragszielen. Schwerpunkte seiner Arbeit im Team sind die Risikosteuerung, die strategische Asset Allokation, die Beurteilung von Rohstoffen und die Titelselektion bei Aktien. Von 1996 bis 2012 war Adrian Daniel Portfoliomanager bei DB Advisors, Deutsche Bank Gruppe. Er ist Bankfachwirt, Certified European Financial Analyst (CEFA), Certified International Investment Analyst (CIIA) und besitzt zudem ein AAA Rating von Citywire.

Über MAINFIRST
MAINFIRST ASSET MANAGEMENT ist eine unabhängige europäische Multi-Boutique mit einem aktiven Managementansatz. Das Unternehmen verwaltet Publikumsfonds und individuelle Spezialmandate und konzentriert sich mit seinem Multi-Boutique-Ansatz auf Investmentstrategien in ausgewählten Asset-Klassen, nämlich Equities, Fixed Income und Multi Asset. Erfahrene Portfoliomanagementteams entwickeln Strategien mit hohem Active Share und individuellen Investmentprozessen. Das Unternehmen verbindet somit die Expertise und Flexibilität fokussierter Investmentteams mit den Stärken und klar definierten Prozessen einer breit aufgestellten internationalen Plattform. MainFirst Asset Management ist Teil der MainFirst Gruppe, welche mit etwa 200 Mitarbeitern an den Standorten Frankfurt, London, Luxemburg, Mailand, München, New York, Paris und Zürich tätig ist. Nähere Informationen (inklusive rechtlicher Hinweise) finden Sie unter www.mainfirst.com.

Kontakt
Marcus Perschke
Head of Wholesale Business Development Germany
MainFirst Affiliated Fund Managers (Deutschland) GmbH
Kennedyallee 76
D-60596 Frankfurt am Main

www.mainfirst.com
fonds@mainfirst.com
+49 69 78808 144

„Global Equities gehören in institutionelle Portfolios!“

 Im Interview mit altii spricht Frank Schwarz, der Manager des MAINFIRST - GLOBAL EQUITIES FUND, über seine Asset Allokation, den Invetmentprozess und wo er überall international investiert ist. Der UCITS-Fonds ist auf Wachstum ausgerichtet.

altii: Global Equities ist ein weites Mandat. Was bedeutet das für Ihren Fonds?

Frank Schwarz: Wir investieren weltweit in Wachstumsaktien, die im Durchschnitt mehr als 20 % Umsatz- und Gewinnwachstum verzeichnen. Die Aktien im Fonds folgen mittelfristig dieser Entwicklung. Seit Auflage des Fonds vor 5 Jahren hat der Anleger 19 % netto verdient. altii: Wieviele Positionen halten Sie üblicherweise im Portfolio und in welchem Zeithorizont sind Sie eher unterwegs? Bitte beschreiben Sie Ihren Investitionsprozess. Schwarz: Es handelt sich um ein konzentriertes Portfolio mit 40 bis 50 Aktien. Unsere Grundüberlegung ist folgende: Was werden die größten Firmen nach Marktkapitalisierung im Jahr 2025 sein? Wir denken, dass dies Alibaba vor Tencent und Amazon sein wird. Daher investieren wir in diese Firmen plus in Werte, die in diesem Zeitraum in der Rangliste am stärksten aufsteigen werden.

altii: Haben Sie eine Sektorkonzentration oder sind Sie offen für alle Sektoren?

Schwarz: Der Fonds investiert in Themen mit langfristig strukturellem Wachstum. Daher bilden Technologie, Konsum, Industrie und Gesundheit, exklusive Pharma, den Schwerpunkt. Wir halten keine Positionen in Banken, Versicherungen, Versorger, Öl und Telekommunikation. altii: Was sind die wichtigsten Länder für Sie und schauen Sie eher kleine oder große Unternehmen an? Schwarz: Etwa je ein Drittel ist in Asien, Amerika und Europa investiert. Große Unternehmen bilden 90 % des Fondsvolumens, 10 % sind in kleinere Werte in Europa investiert. Hier ist die regionale Nähe von Vorteil, während dies bei den großen Firmen keine Rolle spielt.

altii: Wie gehen Sie mit Risiken um? Sichern Sie z.B. Währungsrisiken ab? Wie gehen Sie mit Liquidität um?

Schwarz: Um die Kursrückgänge in einem Bärenmarkt abzufedern, benutzen wir technische Indikatoren. Werden diese negativ, reduzieren wir das Aktien Exposure durch den Verkauf von Aktienindex Futures.

altii: Wie wichtig sind Benchmarks für Sie? Schwarz: Benchmarks spielen bei unserer Titelauswahl keine Rolle. altii: In welchem Format kommt Ihre Strategie?

Schwarz: Es handelt sich um einen UCITS Fonds, der damit aufgrund seiner hohen Diversifikation und Liquidität auch eine gute Investitionsmöglichkeit für institutionelle Investoren darstellt.

altii: Sie haben aktuell über €200 Mio. AuM. Wo sehen Sie Ihre Wachstumskapazitäten und wer sind Ihre Zielinvestoren? Wer ist bereits investiert?

Schwarz: Da wir überwiegend in große liquide Firmen investieren, gibt es keine Begrenzung. Auf Einjahressicht sind wir bei den globalen Fonds auf Platz 1, auf Dreijahressicht auf Platz 2. Von daher erhoffen wir uns weitere Zuflüsse.

altii: Was erwarten Sie in den nächsten 12 bzw. 24 Monaten?

Schwarz: Wir erwarten, dass sich der Fonds langfristig parallel zu den Wachstumsraten der Unternehmen entwickelt. 20 % Wachstum bei Umsatz und Gewinn sollten zu 20 % Wertzuwachs p.a. im Fonds führen. Seit Auflage des Fonds vor 5 Jahren konnten sich die Anleger über einen Ertrag von 19 % p.a. freuen.

altii: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.


Über Frank Schwarz
Frank Schwarz ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst. Das von ihm geleitete Multi Asset Team verwaltet zwei Publikumsfonds, den MainFirst Global Equities Fund und den MainFirst Absolute Return Multi Asset, sowie diverse Spezialfonds. Er ist der hauptverantwortliche Portfoliomanager für den MainFirst Global Equities Fund. Schwerpunkte seiner Arbeit im Team sind die Identifikation von strukturellen Wachstumstrends und der zugehörigen Titelselektion von Aktien sowie die strategische Asset-Allokation. Von 1992 bis 2012 war Frank Schwarz Portfoliomanager bei DB Advisors, Deutsche Bank Gruppe. Frank Schwarz besitzt ein AAA Rating von Citywire.

Über MAINFIRST
MAINFIRST ASSET MANAGEMENT ist eine unabhängige europäische Multi-Boutique mit einem aktiven Managementansatz. Das Unternehmen verwaltet Publikumsfonds und individuelle Spezialmandate und konzentriert sich mit seinem Multi-Boutique-Ansatz auf Investmentstrategien in ausgewählten Asset-Klassen, nämlich Equities, Fixed Income und Multi Asset. Erfahrene Portfoliomanagementteams entwickeln Strategien mit hohem Active Share und individuellen Investmentprozessen. Das Unternehmen verbindet somit die Expertise und Flexibilität fokussierter Investmentteams mit den Stärken und klar definierten Prozessen einer breit aufgestellten internationalen Plattform. MainFirst Asset Management ist Teil der MainFirst Gruppe, welche mit etwa 200 Mitarbeitern an den Standorten Frankfurt, London, Luxemburg, Mailand, München, New York, Paris und Zürich tätig ist. Nähere Informationen (inklusive rechtlicher Hinweise) finden Sie unter www.mainfirst.com.

Kontakt
Marcus Perschke
Head of Wholesale Business Development Germany
MainFirst Affiliated Fund Managers (Deutschland) GmbH
Kennedyallee 76
D-60596 Frankfurt am Main

www.mainfirst.com
fonds@mainfirst.com
+49 69 78808 144

Alternative Anlagen mit dem antizyklischen Rohstoffmodell

Anleger suchen nach Alternativen zu Aktien und Anleihen, da diese traditionellen Anlageklassen historische Höchststände erreichen, was Sorgen über eine mögliche Korrektur aufkommen lässt. Rohstoffe weisen in der Regel eine niedrige Korrelation mit Aktien und Anleihen auf und spielen bei der Risikodiversifizierung von Multi-Asset-Portfolios eine wesentliche Rolle, so Edith Southammakosane, Multi-Asset Strategist bei ETF Securities. Unsere antizyklische Strategie bietet ein Rohstoffexposure bei gleichzeitig höheren Erträgen und niedrigerer Volatilität, wodurch die Sharpe- Ratio von -0,03 auf 0,23 erhöht wird.

Dieser Beitrag ist Teil von ETF Securities' Ausblick 2018. Hier geht es zum vollständigen Ausblick "Disruptive Faktoren gehören 2018 zum Mainstream".

Die wichtigsten Aktienbenchmarks haben in den vergangenen beiden Jahren eine Rally verbucht und jeden Monat neue Rekordhochs erreicht. Skeptische Marktteilnehmer stellen die Fundamentaldaten hinter dieser Rally in Frage und sind zunehmend davon überzeugt, dass die Blase bald platzt. Analysten und Portfoliomanager besinnen sich wieder auf die Grundlagen der Titelauswahl, um jene Papiere mit dem größten Potenzial ausfindig zu machen. Dasselbe gilt für Anleihen, da die Zentralbanken entweder ihre Geldpolitik bereits straffen oder dies bald tun werden. Dadurch sehen sich Anleger gezwungen, nach alternativen Lösungen zur Steigerung der Portfolioperformance Ausschau zu halten.

Das alte und neue antizyklische Modell

Anfang des letzten Jahres veröffentlichten wir zwei Beiträge, in denen das Konzept einer Rohstoffstrategie behandelt wurde, welche sich auf Fundamentaldaten und technische Indikatoren stützt, die unseres Erachtens den größten Einfluss auf die Preise nehmen: Bestände, Positionierung, Rollrendite und Dynamik.

Liegt der Preis oberhalb des gleitenden 200-Tage- Durchschnitts, sind die Bestände rückläufig, nimmt die nicht- kommerzielle Netto-Positionierung zu oder befindet sich die Futures-Kurve (am kurzen Ende) in einer Backwardation, so lässt dies traditionell auf weiteres Aufwärtspotenzial der Rohstoffpreise schließen.

Dagegen gründet sich unsere Rohstoffstrategie auf der entgegengesetzten Interpretation dieser Indikatoren. Weisen alle vier Indikatoren auf eine deutlich positive oder negative Entwicklung für einen Rohstoff hin, so signalisieren die abgeglichenen Indikatoren unseres Erachtens einen Wendepunkt, an dem die Preisentwicklung auf kurze Sicht drehen dürfte. Wir nennen diese Strategie das antizyklische Modell.

Dieses Jahr haben wir Anpassungen am Modell vorgenommen, um es investierbar zu machen. In den früheren Publikationen waren die Portfoliokomponenten gleich gewichtet, während wir das Modell diesmal auf ein Portfolio angewandt haben, das sich anhand der Gewichtungen unserer Benchmark, dem Bloomberg Commodity Index, zusammensetzt. Diese haben wir anhand etwaiger neuer Signale aus dem Modell angepasst. Darüber hinaus wurden drei der vier in unserer ursprünglichen Version des antizyklischen Modells verwendeten Kennzahlen verbessert, um Wendepunkte besser vorhersagen zu können.

  • Die Änderung der Netto-Positionierung wird nun anhand ihres gleitenden 3-Monatsdurchschnitts gemessen.
  • Die Rollrendite wird ebenfalls anhand ihres gleitenden 3- Monatsdurchschnitts gemessen.
  • Der Momentum-Indikator ergibt sich aus dem Durchschnittspreis der letzten zwei Wochen verglichen mit dem gleitenden 200-Tagesdurchschnitt und dem Rohstoffertrag der letzten sechs Monate.
  • Die Veränderung der Bestände wird wie zuvor bestimmt.

Wir berücksichtigen zudem eine Verzögerung bei den Daten zur Positionierung und den Beständen, um bei der Aktualisierung des Modells die Veröffentlichungstermine der Daten mit einzukalkulieren.

Die nachstehende Tabelle macht deutlich, dass das antizyklische Modell den Bloomberg Commodity Index um 2,4 Prozent pro Jahr hinter sich ließ. Die Volatilität ist beinahe um die Hälfte gesunken, wodurch sich eine Verbesserung der Sharpe-Ratio von -0,03 auf 0,23 ergibt.

Das ETFS Commodity Long/Short Contrarian Portfolio geht je nach den vom Modell ausgegebenen Signalen ein Long- oder Short-Engagement bei den 25 Teilindizes des Bloomberg Commodity Index ein. Fallen alle vier oben erwähnten Signale negativ aus, geht das Portfolio eine Long-Position, im umgekehrten Fall (Signale fallen positiv aus) eine Short- Position bei diesem Rohstoff ein. Die Komponenten werden am Ende jedes Quartals für das Folgequartal neu bewertet.

Andere Long/Short-Rohstoffstrategien

Die Aufnahme von Short-Engagements in ein Portfolio verringert in der Regel dessen Ertragspotenzial, aber auch in stärkerem Maße die Volatilität, wodurch die Sharpe-Ratio gesteigert wird.

Wir vergleichen die Performance des ETFS Commodity Long/Short Contrarian Portfolios mit zwei weiteren Long/Short-Rohstoffindizes: dem Barclays Backwardation Long/Short Index und dem MLM Commodity Long/Short Index. Diese stehen für Anlagen zur Verfügung, legen ihre Indexmethodik aber nicht offen.

Mit Ausnahme des Barclays Backwardation Long/Short Index beläuft sich der durchschnittliche Ertrag von Long/Short-Rohstoffindizes seit 1999 auf beinahe 3,4 Prozent jährlich. Die beeindruckende Wertentwicklung des Barclays Index geht auf die Rally im Vorfeld der großen Finanzkrise zurück, in deren Rahmen der Index davon profitierte, dass sich viele Rohstoffe in einer Backwardation befanden. Durch ein Long-Engagement bei diesen, eine Backwardation aufweisenden Rohstoffen und ein Short-Engagement bei einem Rohstoffindex als Beta- Absicherung partizipiert der Barclays Index am Alpha von Rohstoffen, die sich in einer Backwardation befinden.

Basieren wir die Grafik allerdings auf den Beginn der Rohstoff- Baisse im Januar 2010 um, wird deutlich, dass sich der Barclays Index ähnlich entwickelt hat wie das ETFS Commodity Long/Short Contrarian Portfolio, da die meisten Rohstoffe während der Abschwungphase nach 2010 ein Contango aufwiesen.

Die oben dargestellte Tabelle zeigt die Performance der Rohstoffindizes seit Januar 2010 sowie während der Abschwungphase der Anlageklasse auf. Das ETFS Commodity Long/Short Contrarian Portfolio weist nach wie vor die niedrigste Volatilität auf. Es bietet besseren Schutz vor Abwärtsrisiken und erholt sich zudem schneller auf den früheren Höchststand.

Eine Alternative zu Aktien und Anleihen?

In diesem letzten Abschnitt beleuchten wir die Frage, ob das Commodity Long/Short Contrarian Portfolio als alternative Anlage zu traditionellen Aktien- und Anleihenindizes – zwei Anlageklassen, die ihren Zenit erreicht zu haben scheinen – erachtet werden kann.

Wie aus der obigen Tabelle ersichtlich ist, weist das Commodity Long/Short Contrarian Portfolio zwar eine höhere Volatilität auf als der Anleihenindex. Im Vergleich zum Aktienindex unterliegt es aber gerade mal halb so starken Schwankungen. Dagegen verzeichnet das Portfolio seit 1999 einen geringeren, wenn auch stabilen Ertrag. Somit liegt die Sharpe-Ratio des Portfolios mit 0,23 zwischen der des Anleihen- (0,47) und der des Aktienindex (0,16).

Sollte es an den Aktienmärkten wie während der großen Finanzkrise 2009 zu einem Crash kommen und sollten Anleihen aufgrund der steigenden Zinsen nachgeben, dürften Anleger mit Engagements bei alternativen Anlagen wie Rohstoffen unseres Erachtens besser fahren. Eine Long/Short- Rohstoffstrategie bietet das von den Anlegern gewünschte Alpha, ohne die höhere Volatilität einer Anlage in einen breiten Rohstoffindex. Das ETFS Commodity Long/Short Contrarian Portfolio ist die einzige Strategie, die seit 1999 ein stabiles Wachstum aufweist.


Wir stehen nun an einem Wendepunkt einer neuen Rohstoffgeneration, die geprägt ist von ineinandergreifenden Technologien in den Bereichen Energieeffizienz, Automation und Klimawandel, welche für die Rohstoffnachfrage entscheidend sein dürften. Im Ausblick für 2018 beleuchtet ETF Securities eine ganze Reihe disruptiver Marktfaktoren, angefangen bei Rohstoffen über Bitcoin und Green Bonds bis hin zur Zentralbankpolitik.

Hier geht es zum vollständigen Ausblick "Disruptive Faktoren gehören 2018 zum Mainstream".

Mehrwert durch „ESG Momentum“

Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum zielt auf Unternehmen mit einer positiven Veränderung des ESG Scores ab. Die Kombination der Momentum-Strategie und der fundamentalen Qualität der Unternehmen ist aus Risikogesichtspunkten äußerst interessant. Im altii Interview erklärt Michael Huber, Senior Fondsmanager - Nachhaltige Investments bei Raiffeisen Capital Management, den Mehrwert einer positiven Veränderung des ESG Scores.

altii: Herr Huber, Nachhaltigkeit ist ein weiter Begriff. Bitte definieren Sie Ihren Ansatz.

Michael Huber: Wenn wir über nachhaltiges Investment sprechen, dann sehen wir in der Berücksichtigung extra-finanzieller Faktoren die Möglichkeit, aktives Risikomanagement über den traditionellen Bereich hinaus umzusetzen. Unser Ansatz ermöglicht zum einen die Widerspiegelung des Themas „Verantwortung“ im Fondsmanagement, zum anderen wird der Notwendigkeit der „Zukunftsfähigkeit“ – unter Berücksichtigung verschiedenster langfristiger und ESG-konformer und in diesem Sinn doppelt nachhaltiger Faktoren – Rechnung getragen. Der Nachhaltigkeitsansatz von Raiffeisen Capital Management verbindet auf vier Analyseebenen ESG-Analyse und finanzielle Analyse. Nach einer Überprüfung des Investmentuniversums nach Ausschlusskriterien sowie der Bilanzqualität findet eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Unternehmen oder Emittenten statt. Dabei werden auf der Nachhaltigkeitsebene neben einer Stakeholder-Bewertung zusätzlich ESG-Risikobewertungen und eigene Research-Inputs zum proprietären „Raiffeisen ESG Score“, der gleichzeitig eines unserer wesentlichsten Alleinstellungsmerkmale darstellt, zusammengefügt. Auf der dritten Ebene kommt das innovative Konzept „ESG Momentum“ zu tragen. Dabei wird die Nachhaltigkeitsentwicklung der Unternehmen in den vergangenen Jahren überprüft. Die Basis dieser Berechnung ist der bereits genannte „Raiffeisen-ESG-Score“. Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum zielt auf Unternehmen mit einer positiven Veränderung des ESG Scores ab. Auf der vierten Ebene schließlich wird ein diversifiziertes Portfolio konstruiert, dessen positive Wirkung – also dessen „Impact“ – auch gut messbar ist. Bei den ausgewählten Unternehmen steht natürlich auch die finanzielle Qualität der Unternehmen im Fokus.

altii: Wie spiegelt sich das in Ihrem Fonds wider?

Huber: Der nachhaltige Momentum-Ansatz unseres Hauses basiert auf der Annahme, dass eine Verbesserung der Nachhaltigkeit im Unternehmen, also ein positives „ESG Momentum“, zu einer finanziellen Outperformance in der Zukunft führt. Das Portfolio ist mit 50 Titeln konzentriert aufgestellt und auf europäische Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 250 Mio. Euro und 25 Mrd. Euro fokussiert. 2017 konnte die Strategie mit 19,76 % sowohl den europäischen Mid Cap-Markt (14,91 %) als auch den breiten europäischen Markt (10,70 %) deutlich ausbremsen. Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen allerdings keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.

Nicht nur die finanzielle Performance überzeugt, auch was den „Impact“ betrifft, sind die Zahlen beeindruckend. Betrachtet man den Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum und seine „Wirkung“, so stoßen die dort investierten Unternehmen im Vergleich zum Gesamtmarkt 68 % weniger CO2-Emissionen aus. Ein ebenfalls deutlich positives Bild ergibt sich für zwei andere Umweltdimensionen, Abfallmenge und Wasserverbrauch. Hier liegen die Verbesserungen bei 96 % respektive 91%. Was die soziale Dimension betrifft, so liegt die Rate an Arbeitsunfällen bei Unternehmen im genannten Fonds um 24 % unter dem Wert durchschnittlicher Unternehmen.

altii: Wodurch zeichnet sich Ihre Anlagestrategie aus?

Huber: Die Kombination aus der Momentum-Strategie und der fundamentalen Qualität der Unternehmen ist aus Risikogesichtspunkten äußerst interessant. Zudem werden Unternehmen mit einer bewussten Veränderung in diversen Nachhaltigkeitsagenden mit einem langfristigen Investment in die jeweiligen Unternehmen „belohnt“.

altii: Was kostet Nachhaltigkeit?

Huber: Viele Investoren fragen sich, ob auf Basis nicht-finanzieller Faktoren wirtschaftlicher Ertrag erzielt werden kann, wenn es in der Portfolioauswahl entsprechende Einschränkungen gibt. Ganz generell gesprochen erklärt sich die Idee einer finanziellen Sinnhaftigkeit der nachhaltigen Investments folgendermaßen: Die Berücksichtigung von sogenannten extra-finanziellen Informationen  - also umweltbezogenen, sozialen und Governance-Faktoren – führt zu einer erweiterten Grundlage für die Analysen von Unternehmen und Emittenten gegenüber traditionellen Investments. Weiters bringt die dargestellte Integration von ESG-Faktoren in das Datenset eine breitere Basis für die Auswahlentscheidung und eine erweiterte Risikodefinition. Denn die Berücksichtigung von ökologischen, Stakeholder-relevanten und Governance-Risiken ist ein wichtiger Bestandteil des nachhaltigen Investmentprozesses und wertet das Risikoprofil der Portfolios auf. Dies wiederum führt zu einem positiven Einfluss auf den Ertrag. Denn über die langfristige Perspektive und das Investment in die nachhaltig sehr gut aufgestellte Unternehmen und Emittenten sind meist stabilere, im Vergleich zu traditionellen Portfolios zumindest gleichwertige Erträge mit geringeren Schwankungsbreiten möglich. 

Mit unserer innovativen Momentum-Strategie konnten wir seit Auflage in einem Mandat einen Mehr-Ertrag von über 3,5 % p.a. gegenüber dem relevanten Markt erzielen. Wobei Wertentwicklungen der Vergangenheit keine Rückschlüsse auf die künftige Performance eines Investments zulassen. 

Fazit: Der Preis der Nachhaltigkeit in unserem Fonds ist nicht wie bei anderen Produkten - wie zum Beispiel bei einem biologisch produzierten Konsumprodukt - teurer. Der Investor bekommt eine „doppelte Dividende“: durch die mögliche finanzielle Performance auf der einen Seite und die positive Wirkung auf  Umwelt- und Gesellschaft auf der anderen Seite.

altii:  Können Sie uns bitte ein Beispiel geben für ein Investment, das Ihre Kriterien erfüllt hat?

Huber: Ein positives Beispiel für eine gelungene Implementierung von Nachhaltigkeitsagenden ist der niederländische Biolebensmittelerzeuger Wessanen. Das Unternehmen hat sich vor Jahren entschlossen, sich auf die Produktion von gesünderen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln zu konzentrieren. Das Unternehmen konnte dadurch gegenüber traditionellen Lebensmittelproduzenten durch deutlich höheres Wachstum überzeugen, was sich auch beeindruckend im Preis der Aktie widerspiegelt und die großen Nahrungsmittelkonzerne weit hinter sich lässt.

altii: In welchem Format kommt die Strategie?

Huber: Im November 2016 wurde ein UCITS-konformer Publikumsfonds für die ESG-Momentum Strategie aufgelegt. Mit dem Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum können sowohl Retail- als auch institutionelle Kunden aus Deutschland, Frankreich, Liechtenstein, der Schweiz und Österreich in die Strategie investieren.

altii: Trotz UCITS wie sieht es mit der Liquidität und anderen Risiken aus?

Huber: Die Liquidität der Unternehmen muss wie in jedem anderen Fonds natürlich auch berücksichtigt werden. Dennoch gilt gerade bei einem Fokus auf Small- und Mid Caps, dass die Flexibilität bei einem Fonds mit geringerem Volumen wesentlich höher ist als bei einem Milliarden-Fonds.  Durch die Berücksichtigung von finanziellen als auch nachhaltigen Kriterien wird dem Risikomanagement schon in der Titelselektion hohe Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die Ausschlusskriterien verzichten wir nicht auf Unternehmen, sondern wir reduzieren das Risiko von hohen Strafzahlungen aufgrund von Verstößen oder Umweltkatastrophen.

altii: Wer sind denn Ihre Investoren und wer sollte den Fonds erwerben?

Huber: Das Produkt eignet sich als Beimischung in Dachfonds für jeden institutionellen Kunden, der durch aktiv gemanagte Produkte zusätzliches Alpha generieren möchte. In einer Welt die mittlerweile von Exchange Traded Funds und Index-nahen Produkten beherrscht wird, eigenen sich solche Strategien zur Risiko-Ertragssteuerung. Zum Kundenkreis zählen sowohl Pensions- und Vorsorgekassen also auch klassische Vermögensverwalter mit langfristigem Anlagehorizont.

altii: Was erwarten Sie für die nächsten 12-24 Monate bzgl. der Märkte und Ihres Fonds?

Huber: Wir beschäftigen uns vorwiegend mit der Qualität der Unternehmen und sind so vor einer möglichen Korrektur besser gerüstet, da diese Unternehmen in der Regel besser durch Krisen kommen. Das Umfeld in Europa kann aus heutiger Sicht wohl als stabil bezeichnet werden. Sowohl bei den von der Finanzkrise gebeutelten südeuropäischen Staaten als auch in Osteuropa lichteten sich die dunklen Wolken und das Wachstum kehrt zurück. Davon dürfte die gesamte Euro-Zone profitieren. Aus meiner Sicht sind der Brexit und das Vorgehen der Europäischen Zentralbank in Bezug auf die Zinspolitik und damit die Entwicklung des Euros die großen Unsicherheitsfaktoren.


Kontakt
Oliver Müller
+49 162 2038 883
oliver.mueller@rcm.at
Senior Institutional Sales Manager
Raiffeisen Kapitalanlageges. mbH
Niederlassung Deutschland
Wiesenhüttenplatz 26 • 60329 Frankfurt am Main


Über Michael Huber

Michael Huber ist seit 2010 bei Raiffeisen Capital Management tätig. Bis Juni 2013 war er Fondsanalyst und Portfoliomanager in der Tochtergesellschaft Raiffeisen Vermögensverwaltungsbank AG mit Strategie-Schwerpunkt Analyse und Selektion von Nachhaltigkeitsfonds. Weiters war er für das Management von Dachfonds verantwortlich.
Seit November 2013 ist Michael Huber im Bereich Sustainable and Responsible Investments als Fondsmanager tätig. Er ist verantwortlich für die SRI Analyse und die Ideengenerierung sowie das Management von nachhaltigen Aktienfonds.
Michael Huber hat einen Studienabschluss in Betriebswirtschaft der Wirtschaftsuniversität Wien mit Schwerpunkt Investmentbanking und Unternehmensführung.

Über Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H.
Raiffeisen Capital Management ist mit einem Marktanteil von rund 17,5 % (per Ende Dezember 2017) einer der führenden österreichischen Asset Manager. Das Unternehmen mit Sitz in Wien hält per Ende Dezember 2017 33 Mrd. Euro Assets under Management, wovon ein überwiegender Teil auf institutionelle Kunden entfällt.
Raiffeisen Capital Management verfügt über klar definierte Kernkompetenzen, in denen das hauseigene Fondsmanagement in vielen Jahren besonderes Know-how erworben hat In diesen Bereich fallen Anleihefonds – sowohl klassische Produkte, wie Euro- und internationale Staatsanleihen als auch Fonds mit europäischen Hochzins- oder Unternehmensanleihen bzw. auf Osteuropa-Anleihen spezialisierte Fonds. Eine wichtige Kernkompetenz stellt außerdem der Bereich Multi Asset Strategien dar. Auf der Aktienseite ist Raiffeisen Capital Management nicht nur ein international anerkannter Spezialist für Emerging Markets, sondern auch für die Aktienmärkte Europas.

Raiffeisen Capital Management setzt auf nachhaltige Fondsqualität
Seit 2013 widmet sich Raiffeisen Capital Management sehr intensiv mit nachhaltigen Geldanlagen und hat diese inzwischen klar zu einer Kernkompetenz erklärt. In der Abteilung „nachhaltige Investments“ beschäftigt sich ein eigenes Fondsmanagement-Team rund um den Nachhaltigkeitsexperten Wolfgang Pinner speziell mit der Verwaltung nachhaltiger Investmentfonds. Raiffeisen Capital Management ist Unterzeichner der UN-PRI (United Nations-supported Principles for Responsible Investment). Diese Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment sind Kern einer freiwilligen Selbstverpflichtung von Asset Managern, Asset Ownern und Service Providern. Mit der Unterzeichnung garantiert Raiffeisen Capital Management seinen Anlegern die Berücksichtigung dieser Grundsätze. Seit mehreren Jahren hat sich das Unternehmen aus dem in der öffentlichen Diskussion sehr umstrittenen Geschäft mit Agrarrohstoffen zurückgezogen. Und schließt auch „kontroverse Waffen“ aus seinem Investmentuniversum aus. Auch ein sukzessiver Rückzug aus Kohleinvestment ist im Herbst 2016 eingeleitet worden. Nachhaltiges Investieren bietet nicht nur Großanlegern die Möglichkeit der Einflussnahme auf verantwortliches Handeln der einzelnen Unternehmen, auch Kleinanleger haben mittlerweile eine gediegene Auswahl an nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten. Sie können sich so entsprechend ihrer Risikoneigung für verantwortliches Anlegen in unterschiedlich ausgestalteten Fondsprodukten entscheiden. Zu beachten gilt, dass „nachhaltig“ investieren nicht nur so deklariert wird, sondern es auch ist: nämlich im Sinne von sozial, ökologisch und ethisch. Die Nachhaltigkeits-Produktlinie von Raiffeisen Capital Management umfasst mittlerweile sieben Publikumsfonds unterschiedlicher Risikostufen. Ein Großteil davon ist mit renommierten Gütesiegeln ausgezeichnet.

Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten.

Der veröffentlichte Prospekt sowie das Kundeninformationsdokument (Wesentlichen Anlegerinformationen) des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum stehen unter www.rcm.at in deutscher und gegebenenfalls auch in englischer oder Ihrer Landessprache zur Verfügung. 

Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum weist eine erhöhte Volatilität auf, d.h. die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.

How investors can profit from urbanisation

Europe’s renewed urbanisation and accompanying infrastructure upgrades provide interesting opportunities for real estate investors, says Oliver Kummerfeldt, European Real Estate Analyst at Schroders.

When we think about urbanisation, we often conjure images of newly constructed skyscrapers in Asia or rapidly-growing cities in South America or Africa. Indeed, the proportion of the world’s population living in towns and cities is forecast to increase from just over half today to two thirds by 2050 (source United Nations).

Most of this urbanisation is occurring in Africa and Asia, as people raise their living standards by moving from subsistence agriculture to paid employment in manufacturing and services in city locations.

The current process of renewed urbanisation in Europe is an exciting phenomenon which will impact us all and which sits at the heart of our investment philosophy to focus on “winning cities”.  

Urban renaissance

While Europe’s cities have experienced phases of rapid urbanisation since the industrial revolution in the 18th & 19th centuries, the 70s and 80s saw many people leaving cities to escape congestion, pollution and crime. In recent years, this trend has reversed. The “spatial segregation” of "work, life and play" that prevailed in the 70s and 80s is reversing fast.

Increasing numbers are keen to live in central locations where work, life and play coexist. The UN is estimating that urbanisation in Europe will rise from c. 80% now to c. 87% by 2050. While 7% might not sound much, this represents another 35 million people; four additional cities the size of London.

This creates a huge amount of demand for real estate, and opportunities for investors to develop, reposition or refurbish assets - or adapt their current use - in exciting growth locations. 

However, the population shift to cities also presents a challenge. Development land is scarce in central locations. Providing additional commercial space, homes, schools, hospitals and transport infrastructure is complex and costly. A number of cities in Europe are responding positively to this, providing real opportunities for real estate investors that are able to identify the winning locations.

New lease of life

A major part of urban restructuring has involved former industrial zones, docks and ship yards.

Whilst London Docklands might be one of the earliest examples of this, a number of Nordic cities have witnessed a similar process. Examples include Fjord City in Oslo, the Osterport/Nordhavn area in Copenhagen, the Kalasatama and Western Harbour in Helsinki, the Royal Sea Port in Stockholm and River City in Gothenburg.

The re-use of these areas to create new, mixed-use urban areas fulfils an important role for these cities, not least as some have amongst the fastest growing populations in Europe. Other examples further south include Hamburg’s HafenCity, Rotterdam’s Kop van Zuid, Amsterdam’s IJ-oevers or Marseille’s Euroméditerranée.

What all of these examples have in common are attractive waterfront locations in central locations. Each offers the potential to create areas with a good quality of life and a range of uses, including offices, retail, residential, leisure and public services.

These inner city areas are of particular importance as many governments have taken a tough stance on greenfield developments on the edge of cities. The European Environment Agency has seen cities expanding by 78% in area in the last 50 years, whereas the population has grown by only 33%. Modern policies are hence focused on increasing densities.

Gentrification is a key feature of such regeneration. Former working-class neighbourhoods are being transformed into more affluent areas. Berlin’s Kreuzberg, Prenzlauer Berg or Friedrichshain areas or London’s Bermondsey, Shoreditch or Bethnal Green are amongst the most prominent examples.

“A great city is not to be confounded with a populous one.” 

Of course, urbanisation also puts pressure on infrastructure. As a result, Europe’s cities are seeing a wave of investment into transport infrastructure; both new and existing. Traffic congestion and pollution has a measurable, negative impact on economic growth and well-being. Sustainable and smart mobility is hence a key element of managing further growth.

The majority of infrastructure projects underway principally revolve around increasing mass public transport, predominantly by rail. The largest project by far is the “Grand Paris” project in Greater Paris / Ile-de-France. This will be developed in phases, and upon completion in 2030 will provide over 200km of new track and almost 70 new stations.

The key objective of the project is to connect the various neighbourhoods around Paris directly by rail, ease congestion and better connect central Paris and the suburbs. Real estate investors - including ourselves - are responding to this by investing around the new transport hubs and those areas with greatest growth potential.

No less ambitious is London’s Crossrail, which – in contrast to some other projects – is on track in terms of timing and budget. The new line will run from as far west as Reading to Shenfield in the east and will provide c. 10% additional capacity to public transport in London.

The new North-South metro line in Amsterdam will also have a transformational effect. The areas on the northern bank of the Ij-river at the moment depend very much on ferries and the road tunnels. It is little short of an engineering masterpiece considering the challenges of constructing anything underground in soil conditions such as those found in Amsterdam. The new line will connect the “Station Zuid” at the centre of Amsterdam’s “Zuidas” central business district via the city centre with the northern bank.

The western extension of the Helsinki metro is scheduled for autumn this year. This will provide improved access to the city centre for affluent western suburbs as well as improving access to Aalto University and the Keilaniemi neighbourhood; a popular office submarket with technology and engineering companies. The planners are not stopping there. Having successfully completed rail access to Vantaa airport in 2015 (the “Ring Line”), there are now plans for further light-rail services (“Jokeriline”) and extensions to the tram network as well as a potential rail loop under the city centre.

Elsewhere, cities like Brussels, Barcelona, Stockholm and Copenhagen are also extending their existing metro networks. In Luxembourg, a new tram will hopefully ease road congestion by commuters travelling from the suburbs and neighbouring Germany, France and Belgium by car.

Stay selective

Understanding the changes to Europe’s cities and the city landscape are fundamental for real estate investors. Cities are the centres of economic activity and innovation, and grow much faster then the wider economy. As such, we continue to focus our investment approach on cities, not countries.

Further urbanisation will increase the demand and competition for space. New transport infrastructure will see city geographies change and new submarkets emerge. There is a strong inverse correlation between transport costs and real estate values. This provides opportunity for investors that can anticipate the changes and commit to locations with the right ingredients for long-term growth.

This is the age of the city.


This article has first been published on schroders.com.

Mikrofinanz: Tue Gutes und verdiene damit!

Drei Milliarden Menschen auf der Erde müssen mit weniger als 2US$ pro Tag auskommen. Die überwiegende Mehrheit davon sind Frauen. Die Agenda der UN hat sich neben der Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und Klimawandel bis 2030 ein herausforderndes Ziel gesetzt: Schaffung von Autonomie und Selbstbestimmung für alle Mädchen und Frauen, auf Englisch: "Empowerment".

Neben dem Zugang zu Bildung, der teilweisen Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen in diversen Kulturkreisen, Verbesserung ärztlicher Versorgung und gesundheitlicher Fürsorge gehört hierzu auch die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen.

Für große Finanzinstitute erscheinen ländliche Standorte in Entwicklungsgebieten nicht profitabel genug um hier ein „Brot & Butter-Angebot“, also Angebote zum Sparen und Finanzieren, zu etablieren. Daher gibt es eine Reihe von Alternativen, aus denen sich in den vergangenen Jahrzehnten ein eigenes Segment herausgebildet hat: Mikrofinanz.

Vielfach in Verbindung gebracht mit Mohammed Yunus, der mit seinem Konzept der Vergabe von Kleinstkrediten bereits in den 1960er Jahren ein funktionierendes System in Bangladesch etabliert hat und unter anderem auch dafür 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist dieser Finanzsektor zunehmend professionalisiert aufgestellt. Wie in anderen Bereichen der Finanzwelt gibt es auch hier mittlerweile Analysten, Researcher, Anlageberater und sogar Ratingunternehmen, die nach anerkannten Verfahren unterschiedliche Marktteilnehmer bewerten.

Den Großteil der Kärrnerarbeit jedoch übernehmen Mikrofinanzinstitute vor Ort. Die Mitarbeiter der Unternehmen, die unserer jüngsten Erfahrung nach überwiegend von Frauen gegründet und geführt werden, haben die Aufgabe über die Krediterteilung zu entscheiden. Auf der Basis einfachster Cash-Flow-Berechnungen der Haushalte, wird die Höhe der monatlichen (oder auch wöchentlichen) Rückzahlungsfähigkeit festgelegt.

Vielfach kritisierte angebliche Wucherzinsen müssen stets im Kontext zu den ortsüblichen Bankkonditionen bewertet werden. Darüber hinaus ist die Bedienung der Klientel in extrem strukturschwachen Regionen einfach teurer als in der Bankfiliale einer Großstadt. Die Kreditsachbearbeiter der Mikrofinanzinstitute bedienen in der Regel 150 - 200 Kunden und müssen hierfür weite Wege in Kauf nehmen - zur Auszahlung des Darlehens ebenso wie zur Rückzahlung der Kreditraten. Darüber hinaus muss natürlich auch das Kreditausfallrisiko eingepreist werden: physische Sicherheiten gibt es in der Regel selten. A propos Risiko: die Kreditportfolioanalyse enthält stets auch eine Kennzahl bezogen auf das Geschlecht der Kreditnehmer. Eine hohe Frauenquote entspricht landläufig auch einem geringeren Ausfallrisiko - basierend auf jahrzehntelangen Erfahrungen in praktisch allen Kulturkreisen in den Entwicklungsgebieten. In Indien, Süd-Ost-Asien, Afrika, Lateinamerika, Osteuropa und anderen Regionen zählen Frauen zu den bevorzugten Kreditnehmern, die in der Regel mit den Klein- und Mikrokrediten eine geschäftliche Existenz aufbauen und diese erfolgreich, oft mit Folgekrediten erweitern. Erfolgsgeschichten gibt es viele. 

Um den Kapitalbedarf der Mikrofinanzinstitute zu decken, stehen seit geraumer Zeit neben den allgegenwärtigen Wohltätigkeitsorganisationen auch Teilnehmer der internationalen Finanzmärkte bereit: institutionelle Investoren und auch Investmentfonds eröffnen diesen Markt auch Privatinvestoren, die, wie bei Investmentfonds üblich, über einmal- oder regelmäßige Zahlung gleich eine mehrfache Rendite erwirtschaften können: die monetäre Rendite, die bei Investmentfonds derzeit im niedrigen einstelligen Bereich liegt, sowie die soziale Rendite, die auf die oben erwähnten UN-Ziele einzahlt: tue Gutes und verdiene damit! 


Andreas Reiffenstein, Gründer und Geschäftsführer des Start-Ups "UHURU Microfinance Consulting GmbH", ist derzeit vor Ort in Arusha/Tansania. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse von Mikrofinanzinstituten in Sub-Sahara Afrika spezialisiert, um diese im Rahmen von Beratungsprojekten für deutsche und europäische Investoren auf der Basis der bestehenden Regulatorik investierbar zu machen.

web: www.uhuru-microfinance.com
twitter: @uhuru_mf

Automatisierungsrevolution treibt Nachfrage nach seltenen Metallen

Der abrupte Aufstieg selbstfahrender Autos und der Automatisierungstechnik dürfte die Nachfrage nach Lithium und Kobalt ankurbeln. Demgegenüber könnten sich im kommenden Jahr die Mainstream-Rohstoffe weniger eindrucksvoll entwickeln, so ETF Securities, einer der weltweit führenden, unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETFs).

Im aktuellen Jahresausblick geht das Londoner Investmenthaus davon aus, dass Gold im Jahr 2018 im Großen und Ganzen stagnieren wird und der Zermürbungskrieg zwischen der Opec und den USA die Aufwärtsbewegung des Öls limitieren wird. Hinsichtlich der von der globalen Entwicklung hin zu Automatisierung und selbstfahrenden Autos betroffenen Rohstoffe sind die Erwartungen des Investmenthauses jedoch höher.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities: "Die Rohstoffsektoren tendieren dazu, strukturellen Veränderungen in Technologie und Wachstum zu folgen: Die Landwirtschaft machte im 18. Jahrhundert den Großteil des Rohstoffmarktes aus, Stahl und Kohle während der anschließenden industriellen Revolution. Öl und Petroleum standen im vergangenen 20. Jahrhundert unangefochten an erster Stelle. Wir stehen jetzt an einem Wendepunkt zugunsten einer neuen Rohstoffgeneration, deren Nachfrage durch die Verflechtung von Technologien im Bereich Energieeffizienz, Automatisierung und Klimawandel angetrieben wird

Solche Rohstoffe sind unter anderem Lithium und Kobalt, die beide für die Batterieherstellung unerlässlich sind. Bereits 2017 erfuhren diese beiden Rohstoffe Preiserhöhungen. 

Der Outlook von ETF Securities geht davon aus, dass die höhere Nachfrage nach Metallen dem bislang übersehenen Effekt des Anstiegs der Nutzbarkeit von automatisierten Fahrzeugen zuzuordnen ist. Kupfer, Silber und Gold werden in unzähligen elektronischen und elektrischen Komponenten dieser Fahrzeuge verwendet. Da zukünftige Fahrzeugflotten technologisch abhängiger und autonomer werden, kann es zu einer damit einhergehenden Zunahme der Vernetzung der Aggregate in den Systemen kommen.

ETF Securities zufolge werde die Automatisierungsrevolution auch die Nachfrage nach Seltenen Erden wie Yttrium und Praseodym ankurbeln. Beide Elemente sind mittlerweile zum integralen Bestandteil moderner Technologien geworden.

James Butterfill fügt hinzu: "Vielleicht ist die interessanteste Gruppe dieser neuen Generation von Rohstoffen die am wenigsten bekannte – nämlich die Seltenen Erden. Obwohl vielen nicht geläufig, ist sie doch integraler Bestandteil der Produktion moderner Technologien in zahlreichen Industriesektoren. Dazu gehören Medizin, Verteidigung, Transport und Energieerzeugung sowie der Dreh- und Angelpunkt unseres täglichen Lebens - die Elektronik und mobile Geräte. Mit einer wachsenden globalen Mittelschicht, gepaart mit dem Aufstieg der Automatisierung, wird eine Litanei schwer auszusprechender Materialien wie Yttrium und Praseodym ihre zentrale Rolle in unserem modernen Lebensstandard weiter festigen.”

Ausblick für Edelmetalle

ETF Securities prognostiziert für das kommende Jahr eine nur geringe Veränderung des Goldpreises, wobei eine mögliche Outperformance von unvorhersehbaren politischen Risiken abhängig sei. Solche hätten die Nachfrage nach Gold bereits  in der Vergangenheit getrieben. Außerdem werde auch die Anzahl der Fed-Zinserhöhungen eine Rolle spielen, da steigende Zinsen normalerweise mit einer schwächeren Goldperformance einhergehen.

"Höhere Nominalzinsen, eine steilere Zinsstrukturkurve und der daraus resultierende stärkere US Dollar sind wahrscheinlich Hindernisse für einen signifikanten Anstieg des Goldpreises”, sagt Nitesh Shah, Director, Commodities Strategy und fügt hinzu: “Wir gehen davon aus, dass die Fed ihre Politik weiter straffen wird, denken aber, dass die Abwärtsrisiken für den Goldpreis trotzdem begrenzt sind, da die Realzinsen aufgrund der zunehmenden Inflation in den USA weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben werden. Per Saldo sehen wir für das kommende Jahr nur eine geringe Veränderung des Goldpreises."

Indes geht ETF Securities davon aus, dass der Silberpreis unter seinem fairen Wert liegt und sich - gestützt durch die industrielle Nachfrage von Solarmodul- und Fahrzeugherstellern - gut entwickeln wird.

Palladium ist im Jahr 2017 um 43 Prozent* gestiegen und war der am besten performendste Rohstoff, der somit zum ersten Mal seit 16 Jahren sogar Platin übertreffen konnte. ETF Securities zufolge wird die Outperformance von Palladium 2018 nicht anhalten, ebenso wenig wie der derzeitige 28 Prozent* Preisabschlag von Platin auf Gold, was zum Teil an den Schmuckkonsumenten liege, die auf das relativ billige Platin umsteigen.

Ausblick für Öl

Das Basisszenario von ETF Securities in puncto Öl ist ebenso eine unspektakuläre Performance. Das Patt zwischen den USA und der OPEC wird keine signifikanten Angebotsreduzierungen zur Folge haben und die derzeitige Überschwemmung am Ölmarkt werde anhalten. 

Dazu Nitesh Shah, Director, Commodities Strategy: "Die Strategie der OPEC, die US-Produktion aus dem Markt zu drängen, ist gescheitert: die US-Produktion wird 2018 voraussichtlich Rekordniveau erreichen und damit den Zyklushöchststand vor dem Preiskampf 2014 und die 10-Millionen-Barrel-Marke von 1970 übertreffen. Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass die Backwardation in den Futures-Kurven die US-Produktion an der Expansion hindern wird. Das OPEC-Compliance-Programm wird weiterhin scheitern.”

Ausblick für Währungen

ETF Securities geht angesichts einer Beschleunigung des Taperings in der Geldpolitik der FED davon aus, dass weiterhin flache globale Ertragskurven den Weg für eine deutliche Stärke des US-Dollars ebnen könnten.

Die vorsichtigen Inflationsperspektiven der Europäischen Zentralbank (EZB) werden den Experten von ETF Securities zufolge den Euro weiterhin unter Abwärtsdruck setzen. Sie gehen davon aus, dass das Pfund Sterling in naher Zukunft auf einem nahezu unveränderten Niveau verharren wird, aber das Potential zum Durchbruch nach oben hat, sobald die Unsicherheit in Bezug auf die Brexit-Verhandlungen positiv gelöst wird.

Weitere Outlook-Themen:

  • Warum traditionelle Rohstoff-Modelle implizieren, dass die aktuellen Bitcoin-Preise korrekt sind. 
  • Wie sich eine konträre Herangehensweise an Rohstoff-Investment seit 2010 ausgezahlt hat. 

* Alle Daten aus dem ETF Securities Outlook, Stand 20. November 2017

Nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns

Mit den „Deka-MultiFactor Rentenfonds“ hat die Deka eine Rentenfondsserie für institutionelle Investoren aufgelegt, die anhand eines quantitativen faktorbasierten Ansatzes gesteuert werden. Die Deka erweitert hiermit ihr quantitativ gemanagtes Produktportfolio für institutionelle Investoren um vier international investierende Rentenfonds: „Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield“ und „Deka-MultiFactor Global Government Bonds”.

Die neu aufgelegten, währungssicheren Produkte kombinieren ein faktorbasiertes Anleihen-Management mit dem bewährten quantitativen Rentenansatz der Deka, bei dem Investitionsentscheidungen auf erprobten mathematisch-statistischen Modellen basieren. Ziel ist es, nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns als der Markt zu erreichen. Gleichwohl können Wertschwankungen, die sich auch negativ auf den Wert des Investments auswirken, nicht ausgeschlossen werden.

Als einer der größten Anbieter in Europa im Bereich des quantitativen Fondsmanagements verwaltet die Deka rund 44 Milliarden Euro (Stand: 30.06.2017). 

Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen von Ausstellern aus Schwellenländern. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens BB- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Government Bonds

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Staatsanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).


Weitere Informationen zu den Deka-MultiFactor Rentenfonds finden Sie auf deka-institutionell.de.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen  Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.

Key considerations in choosing a commodity index

The composition of a commodity index, the liquidity of its underlying contracts and the complexity of its rolling schedule can have an impact on its performance, shows Edith Southammakosane, Multi-Asset Strategist at ETF Securities.

Getting exposure to futures contracts further out on the curve with enhanced commodity strategies, is an easier and more efficient way to improve return than increasing the complexity of the index rolling schedule. Adding enhanced commodity indices to a portfolio of global equities and bonds, improves the Sharpe ratio by 3% on average compared to classic commodity indices.

There are a number of factors that need to be considered when choosing a commodity index to invest in. Historical back-tested performance only presents one part of the picture. The cost of investing in an instrument, such as an Exchange Traded Product (ETP), that tracks commodity returns can vary widely depending on a number of key factors.

The index composition and weighting

The composition and weighting of a commodity index define its level of diversification. The more diversified the index is, the better the investor is protected from the downside risk when the commodity index is added to a multi-asset portfolio.

The composition of major commodity benchmarks can vary significantly as illustrated above. For example, the Bloomberg Commodity Index (BCOM) has 31% in agriculture and 28% in energy while the S&P GSCI and the Deutsche Bank Liquid Commodities Index Optimum Yield (DBLCI-OY) have more than 50% concentrated in the energy sector.

A closer look at the individual commodity level shows that 40% of the S&P GSCI index is only in oil (23% in WTI crude and 16% in Brent crude) while other commodity indices allocate a maximum of 13% to a single commodity. The weightings change marginally over time. The closer the index can get to an equal weighting, the better its level of diversification.

Modifying the composition and weighting of an index while keeping the same rolling methodology tends to increase return, by 2.3% for UBS indices and 0.9% for Deutsche Bank indices since the end of December 2015, as illustrated above.

The index rolling strategy

In this section, we analysed the performance of four commodity indices in order to assess the impact that “enhanced” rolling strategies can have on returns. All four indices are exposed to the same constituents with the same weights as BCOM but apply different rolling strategies.

The next chart shows the additional return of three different enhanced strategies compared to BCOM. The first strategy increases the index average maturity from 2 or 3 months with BCOM to 5 or 6 months with the BCOM 3 Month Forward Index (BCOMF3). Index providers tend to use this strategy to help mitigate the impact of contango (negative roll yield) on the index’s total return. This strategy improved return by 2%.

Applied to the Deutsche Bank Commodity Booster index, the optimum yield strategy is exposed to contracts that expire up to 13 months from now based on the best implied roll yield. This strategy outperforms BCOM by 2.5%. The constant maturity strategy, used by the UBS Bloomberg BCOM Constant Maturity index, rolls a small portion of its exposure every day in order to maintain its average maturity, outperforming BCOM by 2.6%.

Increasing the complexity of the rolling methodology with the optimum yield and constant maturity strategies only adds 0.5% and 0.6% extra return respectively compared to the strategy that simply increases the index average maturity.

The impact on operational costs

The number of contracts an index tracks and the frequency and complexity of the rolling schedule can have an impact not only on performance as seen previously, but also on the operational costs of replicating the index.

We here distinguish between commodity indices with a classic roll methodology: BCOM, S&P GSCI, the Rogers International Commodity Index (RICI) and the Thomson/Reuters CRB index (CRB), and commodity indices that aim to improve the classic strategy, typically called enhanced commodity indices.

The above chart shows the number of transactions in each index, defined as the number of times each constituent has to roll in a year, multiplied by the number of days during each roll. The UBS BCOM CMCI Index has the largest number of transactions as it rolls a small portion of its exposure every day to maintain each constituent’s average maturity over time. The methodology of an investable commodity index needs to be replicable. The more complex the rolling schedule is, the higher the replication costs which may lead to higher tracking errors.

The liquidity of the underlying futures contracts that the index holds is also a key factor to consider, as an illiquid contract can cause disruption in the daily pricing of the commodity index and prevent investors from purchasing or redeeming their funds when they want. The further out on the curve the exposure is, the less liquid the futures contract. The above chart shows how much an investor can buy or redeem from an instrument that tracks the index without disrupting the daily pricing of the underlying futures market.

Commodity indices in a portfolio

In this section, we compare the performance of portfolios with 50% in global equities, 40% in global bonds and 10% in commodities to a standard portfolio of 60% global equities and 40% global bonds, the benchmark, since 1998.

While enhanced commodity indices tend to perform better than classic commodity indices, adding them to a portfolio of equities and bonds improves the Sharpe ratio by just 3% on average: from 0.72 on average for portfolios with 10% in classic commodity benchmarks to 0.75 on average for portfolios with 10% in enhanced commodity indices.

The acid test of active management

Active managers are more likely to outperform in certain market conditions, but our research finds that there is also a group that can outperform whatever the weather. Clement Yong, Strategist, Research and Analytics, at Schroders, on “good” asset managers.

All sailors know that there are environmental conditions that affect their performance, notably wind speed and direction, currents and tides. When conditions are ideal, even average sailors tend to do well, as the favourable conditions carry them along. However, when conditions are challenging, only more skilful sailors will be able to outperform.

In the same way, we have found that active managers add more value in particular market environments than others and only truly skilled managers are able to navigate through more challenging waters. Our research suggests that the two key variables that determine these environments are the extent to which share prices tend to move together (known as “correlation”) and, the distance those prices typically travel relative to each other (known as “dispersion”). This makes sense as it should be much easier to distinguish winning stocks from losing ones when the market’s correlation is low and, once a winning stock has been distinguished, the returns for the holder of those stocks should be that much greater if dispersion is high.

We found this theory borne out in practice when we looked at historical records: when market correlations have been low and dispersion of returns high, active managers have performed the best (see first circled bar in chart below). On the other hand, active managers have performed worst when correlation and dispersion were both high (see second circled bar). This environment mostly occurred during the depths of crises, suggesting the average active manager  possesses insufficient skill to weed out underperformers when all stocks are falling together. Currently, however, conditions have turned favourable for them as correlation continues to stay low.

Average UK managers' monthly excess returns

The picture changes significantly when we analyse the outperformance of “good” managers1 in the various environments. The main conclusion we reached was that they tend to perform well in all environments. Good managers still do best in the low correlation, high dispersion environment but, contrary to the experience of average managers, they do least well in a high correlation, low dispersion world. This is arguably when their stock selection skills are least effective as the difference in returns between winners and losers is minimal. Contrary to the average manager, the “good” manager does much better in the high correlation, high dispersion environment. This may be because good active managers have enough skill to avoid the worst performers when all prices are falling.

Average UK managers' monthly excess returns

It is worth noting that, although what we have discussed applies to the UK market, the pattern of returns and conclusions are virtually identical for the Japanese market, emerging markets and even those in the US, where active performance has been much maligned.

Our definition of “good” managers so far has been rather like a football league: they are not a fixed group but come and go as their performance promotes them or relegates them to or from the top tier over the period investigated. However, a more practical question is whether it is possible to find a group of active managers who consistently outperform in different environments. We believe it is, and that the knowledge of how managers have performed in different environments in the past can be used as a guide to selecting active managers who are well placed to consistently perform in the future.

To show this, we looked at UK funds that have been able to deliver the most consistent  outperformance during both favourable and challenging environments. In each case, we identified the 100 funds that most frequently outperformed. We then looked at how much overlap there was between these lists, i.e. how many of the 100 funds that most persistently outperformed in the favourable environment also featured in the top 100 for the challenging environment. 32 funds passed this test. This suggests that there is a group of skilful fund managers that has been able to persistently outperform its benchmarks in both favourable and challenging conditions.

Why is this important? Because these truly are managers who consistently perform. For instance, we found that these 32 “persistent” managers were able to outperform in consecutive periods more frequently than the average manager. Not only that, the 32 also had a lower chance of consecutiveunderperformance than other managers.

We don’t want to minimise the difficulties facing investors in identifying good. Our research confirms that when looking at past performance, it is vital to contextualise the performance of those managers in both favourable and challenging environments to gain a true picture. And for anyone who feels they have the skill and expertise to do that, the current environment looks favourable for those few active managers who consistently shine.

Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.


1) We define the “average” active manager by calculating the average outperformance achieved by all actively managed funds (including those that have failed to survive over time). We define “good” active managers as those able to achieve the top 25% of returns. This theoretical approach would not necessarily reflect the experience an individual investor would have experienced.

This article has first been published on schroders.com.

Beyond Due Diligence

by Michael Stephan, Managing Director of iFunded.

Crowd investments from online platforms are among the fastest growing investment segments in Germany’s real estate industry. This new investment vehicle is taking root as a viable alternative to mutual funds. However, purchasing subordinate always harbours some risk. Just recently, the first developer of a project funded by crowd investment went into insolvency. It is for now unclear whether investors will receive a refund.

While online platforms can only act as brokers, as they are not legally permitted to assume the function of an investment advisor, it is crucial to convey trust in the products being offered. Therefore, developers must be carefully selected and vetted. I will attempt to shed light on some key steps suppliers of online crowd investment opportunities can take to minimize risk, while maintaining a high level of transparency towards clients.

Often, the level of reliability of a planned project will become apparent with an initial check. The developer’s track record is an important measure of competence, giving reference on projects they have completed in the past. Another crucial factor is the individual financial engagement. Only if the developer is prepared to invest their own equity, making them potentially liable, can one be sure of their commitment to the project and reimbursement to investors. There should also be absolute clarity about the legal circumstances of the development firm and its company structure.

In most cases, dubious offers will be combed out almost immediately, be it because of unrealistic scheduling or a lack of knowledge about the project’s prospective type of usage. After all, a record of twenty realised residential projects does not guarantee the professional handling of a retail park modernisation.

Supposing all fundamental factors appear sound: What is to say that a project plan that seems realistic and well thought out will not prove unsustainable eventually? Any platform must therefore check all prospective expenses for plausibility. Building costs will be subject to the same level of inspection as projections of future proceeds. To make sure that any project will suit market requirements, any platform must consult real estate experts and examine whether the developer’s estimates are realistic. In any case, the assessment of projects chosen for the portfolio should lie within company expertise. Cooperation with established property assessment firms is always advisable as they usually have a wealth of research data at their disposal.

Any project should be evaluated according to standards similar to those a bank may consult in the process of lending. Ideally, projects will undergo assessment twice: Once by the platform deciding whether to add them to their portfolio and once by any bank that is approached for credit.

Create transparency for investors

Another crucial step is to clearly and transparently display the information gathered to potential investors. After all, private investors are not privy to project documentation – also, the terminology used may be quite challenging for laymen. While investors are naturally advised to personally research platforms and project developers, platforms themselves must also do their best to present important information in a user-friendly format. When doing so, crowd investment platforms should go beyond conventional forecasting of a project.

One way to present information accessibly would be to use a points-based system which foresees various risk factors. In a renovation project, for example, an established prime location could be presented next to an elevated vacancy rate in the building. In the same way, the development risk of a third-tier location could be offset by the excellent track record of the respective developer. Bringing all these factors together, a platform would be able to display a range of risk categories.

Ongoing assessments, even beyond the funding phase

The success of a crowd investment project is not primarily decided by whether financing is fully realised. Results will only become visible during the reimbursement phase. Even though platforms act as brokers, supervision of a project should therefore continue beyond the funding period. This includes establishing contractual reporting obligations for developers which could help to recognise possible negative results or even insolvency early on. On this basis, platforms can then swiftly act and seek dialogue with developers and investors. 

To date, real estate-related crowd investments have often been associated with subordinated loans. This is, however, not the only possible investment method. Bearer bonds or other securities can also be issued. Due to their clearly defined stipulations, using these bonds can further increase transparency. In the future, equity investment in a project developer could be another alternative.

Investors need a reliable and neutral foundation on which to base their decisions. Despite their intermediary role, platforms should actively communicate that broad diversification remains the most important factor in crowd investment. After all, the unique feature of the digital investment platform is the opportunity to spread one’s funds across a wide range of projects.


Michael Stephan worked for over 15 years in leading positions in the digital industry and venture capital industry. For five of those years, he worked as General Counsel of a leading German venture capital company and directed the capital market part of a bank for two years.

iFunded opens the world of real estate to any interested investor. It is a smart, digital platform, that brings private investors together with leading professional investors in the real estate industry for joint projects. This enables iFunded investors access to exclusive project financing, which was previously reserved for institutional investors. https://ifunded.de/

„Emerging Markets zur Diversifikation von institutionellen Portfolios“

Thomas RutzThomas Rutz ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und verantwortet Anlagen aus Schwellenländern für den MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced und MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund. Er spricht mit altii über Emerging Markets und ordnet Risiken und Chancen vor einem globalen Kontext ein.

altii: Herr Rutz, Emerging Markets sind ein weiter Begriff! Geben Sie uns doch bitte eine Übersicht über die relevanten Märkte.

Thomas Rutz: Da wir eine globale Relative-Value-Strategie verfolgen, verschiebt sich die Ländergewichtung immer wieder. Derzeit sehen wir das grösste Performance-Potential in Lateinamerika und Afrika. In der Vergangenheit waren wir aber auch stark in China investiert. Wo wir in Zukunft investieren, hängt davon ab, welche Märkte laut unseren Analysen das attraktivste Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen.

altii: Eine höhere Rendite in den sich entwickelnden Ländern ist ein Argument, aber sind Investitionen in EM wirklich zur Diversifikation geeignet?

Rutz: Auf jeden Fall. Schwellenländer haben häufig andere Sektorenschwerpunkte als entwickelte Länder. In den Emerging Markets ist das Exposure bei Rohstoffen und Infrastruktur zum Beispiel grösser. Dagegen sind die in den US und Euro High-Yield-Anleihefonds stark vertretenen Finanzunternehmen ein kleineres Gewicht. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Verschuldungsgrad der Unternehmen aus den entwickelten Ländern meistens höher. Unternehmensanleihen von Schwellenländern verfügen hingegen über attraktive Risikoprämien.

altii: Wie sieht es denn mit den Risiken aus? Können Sie bitte auf geopolitische Risiken und Wechselkursschwankungen eingehen.

Rutz: Risiken müssen überall berücksichtigt und berechnet werden. Daher ist die Abschätzung geopolitischer Risiken ein wichtiger Teil unseres mehrstufigen Analyseprozesses. Grundsätzlich versuchen wir diese Risiken in Zusammenhang zu setzen damit, wie sie sich auf die Zahlungsfähigkeit eines Landes und die ansässigen Unternehmen auswirken. Da wir im Fonds ausschliesslich in Hartwährungsanleihen investieren, betreffen uns Wechselkursschwankungen nur indirekt, also über die Bilanz der Unternehmen, und letztere lassen sich recht gut analysieren. Oft bieten Währungsschwankungen auch interessante Investmentmöglichkeiten, z. B. in Export-sektoren, wenn sich eine Währung abschwächt und die Nachfrage dadurch stark steigt. Lokalwährungsschwankungen können aber den Risikoappetit der Investoren stark prägen, da oft leider nicht zwischen dem Sentiment und den Fundamentaldaten unterschieden wird. Stabile bis stärkere Lokalwährungen wirken dagegen immer sehr unterstützend.

altii: Wie verhält es sich denn mit der Liquidität? Können alle bedient werden, wenn etwas Kritisches passiert?

Rutz: Vor allem im High-Yield-Bereich muss die Liquidität gut gemanagt werden. In Zeiten, in denen die Märkte auf der Basis von Sentiments und nicht von Fundamentaldaten handeln, ist ein langer Atem des Investors tatsächlich wichtig. Da wir weltweit mit vielen lokalen Brokern zusammenarbeiten, kann Liquidität eigentlich immer gefunden werden. Eine breite Diversifikation über verschiedenen Achsen (Regionen, Länder und Sektoren) trägt auch viel zur Liquidität bei. Wir limitieren das Exposure pro Unternehmen auf max. 3 Prozent des Portfolios und vermeiden so ungewollte Konzentrationsrisiken. Aktuell sind wir in über 120 Titeln in 39 Ländern investiert.

altii: Wodurch zeichnet sich Ihre Anlagestrategie aus?

Rutz: Wir sind mit einem sehr aktiven und opportunistischen, globalen Relative-Value-Ansatz unterwegs. Viele Investoren bezeichnen uns als Contrarian – wir nennen uns hingegen Early Movers. Wir sind oft relativ früh im Zyklus investiert, was bedeutet, dass nicht alle Titel von der ersten Stunde an Kursraketen sind, aber über einen etwas längeren Zeitraum sehr attraktive Renditen abwerfen können. Wir sind keine Benchmark-Tracker und haben einen hohen Tilt zu Frontier-Märkten. Im aktuellen Portfolio spielen Distressed, High Yield, Rohstoffe und Infrastrukturunternehmen eine grosse Rolle. Wir suchen uns auch gerne kleinere, zweitrangige („second-tier“) Unternehmen aus, bei denen wir gutes Potential für Investitionen sehen. Top-down schauen wir uns die makroökonomischen Daten, das politische Umfeld und die allgemeine Bewertung der verschiedenen Regionen und Länder an. In einem zweiten Schritt überprüfen wir Einzeltitel auf Basis unseres bewährten fünfstufigen Bottom-up-Prozesses. Wir arbeiten seit der Finanzkrise von 2008 sehr erfolgreich mit diesem Ansatz zur Aufteilung der Kreditmarge, um die zukünftigen Outperformers zu identifizieren. Am 12. Oktober feiern wir das 5-jährige Jubiläum unseres MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced. Seit Auflage 2012 hat die institutionelle Tranche in US Dollar (MFEMBCO – USD, ISIN: LU0816909955) über 30 Prozent Rendite und 800 Basispunkte Alpha erreicht. Dabei waren natürlich die Schwankungen im Vergleich zur Periode von 2009-2012 infolge der geopolitischen Ereignisse in Russland, Brasilien und auch der Wahlen in den USA etwas höher.

altii: Spielt Duration dabei eine Rolle?

Rutz: Die Steuerung der Duration ist nicht unser primärer Fokus. Wir haben uns bisher in einer relativ engen Bandbreite um die fünf Jahre herum bewegt, abhängig von unserer Zinserwartung war sie etwas länger oder kürzer. Unser Hauptfokus ist stattdessen die Analyse und die Entwicklung der Kreditrisikoprämien. altii: In welchem Format kommt Ihre Strategie? Rutz: Der MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced ist ein Publikumsfonds, der zum Vertrieb in 16 Ländern registriert ist und Anlageklassen für private und professionelle Investoren bereithält.

altii: Was erwarten Sie in den nächsten 12 bzw. 24 Monaten?

Rutz: Wir gehen davon aus, dass die zyklische Erholung anhalten wird. Daher gehen wir auch weiterhin von hohen einstelligen bis zweistelligen Renditen (8-10 Prozent) auf annualisierter Basis aus.

altii: Danke und weiterhin viel Erfolg.

Über MAINFIRST
MAINFIRST ASSET MANAGEMENT ist eine unabhängige europäische Multi-Boutique mit einem aktiven Managementansatz. Das Unternehmen verwaltet Publikumsfonds und individuelle Spezialmandate und konzentriert sich mit seinem Multi-Boutique-Ansatz auf Investmentstrategien in ausgewählten Asset-Klassen, nämlich Equities, Fixed Income und Multi Asset. Erfahrene Portfoliomanagementteams entwickeln Strategien mit hohem Active Share und individuellen Investmentprozessen. Das Unternehmen verbindet somit die Expertise und Flexibilität fokussierter Investmentteams mit den Stärken und klar definierten Prozessen einer breit aufgestellten internationalen Plattform. MainFirst Asset Management ist Teil der MainFirst Gruppe, welche mit etwa 200 Mitarbeitern an den Standorten Frankfurt, London, Luxemburg, Mailand, München, New York, Paris und Zürich tätig ist. Nähere Informationen (inklusive rechtlicher Hinweise) finden Sie unter www.mainfirst.com.

Über Thomas Rutz
THOMAS RUTZ ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und verantwortet Anlagen aus Schwellenländern für den MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced und MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund. Zudem leitet er die MainFirst Affiliated Fund Managers (Schweiz) AG. Zuvor arbeitete Thomas Rutz bei Clariden Leu, wo er zuletzt die Abteilung Emerging Markets, bestehend aus Aktien-, Anleihen- und Währungsteams, mit insgesamt über 1 Milliarde Euro verwaltetem Vermögen leitete und für die Anlagestrategie in Schwellenländern verantwortlich war. Vorherige Positionen waren bei ABB Capital B.V. in Zürich und Singapur als stellvertretender Chefhändler und Leiter Kapitalmarkt der Bank of Bermuda Ltd., Hamilton. Von 1985 bis 1994 arbeitete Thomas Rutz in verschiedenen Positionen im Bereich Eigenhandel der UBS in Zürich, London, New York, Chicago und Hongkong.

Kontakt
Thomas Rutz
+41 43 833 85 88
thomas.rutz@mainfirst.com
http://www.mainfirst.com 

The case for active asset management

The debate on whether to use passive or actively-managed funds can sometimes be one-sided. Our research suggests investors should keep an open mind, says Gavin Ralston, Head of Official Institutions and Thought Leadership at Schroders.

Investors seem to be voting with their feet. The scale of the recent shift of money from actively managed funds into those that track market indices has become hard to ignore.

According to data from specialist information provider analyst Broadridge, nearly $2.4 trillion has flowed into passive exchange-traded funds (ETFs) in the US over the last 15 years, while $500 billion has moved out of active funds.

This trend is held up by many commentators as decisive proof of investors’ belief in the superiority of passive investing over the skills of a fund manager. But seemingly unstoppable investment trends have a habit of reversing unexpectedly.

We argue that, before rushing to conclusions, investors should take a long hard look at both the data and what so-called “passive” funds actively offer.

Ultimately, we think both have a place in portfolios, but it’s in the interests of investors to strike a balance between the two and use each method when and where it is most appropriate. The research we have undertaken recently certainly suggests that investors should keep an open mind.

A Sharpe definition of active management

The classic academic view of active management was proposed by Professor William Sharpe, who argued that, “after costs, the return on the average actively managed dollar will be less than the return on the average passively managed dollar”.

In reaching this conclusion, he assumed that the index represented the entire range of investment opportunities, and that all participants were motivated by the same objectives.

In truth, for many investors, an index return may not coincide with the outcomes they are seeking. For instance pensioners needing to create a secure income in retirement.

Since Sharpe, many researchers have demonstrated that markets are less efficient than once thought, and that investors’ behavioural biases and irrational decisions create opportunities for active managers.

Markets have also become distorted by the actions of central banks, buying bonds in quantitative easing programmes, or by governments owning stakes in companies.

Some markets are more efficient than others, but conclusions are often transferred from one to another. We have analysed the data on different markets.

How data is used in the active/passive debate

Data from SPIVA, part of S&P Dow Jones Indices, is often used in the passive-active debate. A recent SPIVA (S&P indices versus active) report stated that over 88% of large cap equity funds in the US underperformed the S&P 500 Index in the latest five-year period.

In the case of large cap US equities, this conclusion is reinforced from other sources, but there are weaknesses in the SPIVA methodology.

It assumes any fund which has closed or been merged into another fund has underperformed. This assumption is not universally valid. We tested UK stockmarket funds that had closed in the past 10 years and found that 20% had outperformed before closure.

SPIVA also picks its own S&P index for each fund comparison rather than the actual index a fund has set out to beat.There is a tendency to extrapolate from the US market the conclusion that other equity markets are hard to beat.

But the US is different – institutional ownership, particularly by home-grown institutions which are more familiar with domestic securities, is significantly higher than in other countries. The US, therefore, is a more efficient market.

We looked at performance in other major markets. But rather than assume passive performance is the same as the market index, we have used a more realistic comparison – ETFs.

These bear real management fees and trading costs, which an index does not. The results, below, suggest that in many markets the argument that most active funds underperform is far from clear cut.

A realistic reflection of investors’ experience shows active in a better light.

ETF cumulative returns vs. benchmark five years to 31 March 2017

Returns are shown in US dollars except for UK equities in sterling. Includes actual performance of funds closed and opened during the period. Source: UK equities - iShares Core FTSE 100 UCITS ETF; Emerging market equities - iShares MSCI Emerging Markets ETF; Eurozone equities - iShares MSCI Eurozone ETF; Japanese equities - iShares MSCI Japan ETF; Global bonds - Vanguard Global Bond Index fund (Institutional hedged – US dollars); US high yield - SPDR® Bloomberg Barclays High Yield Bond ETF; Emerging market bonds - iShares J.P. Morgan USD Emerging Markets Bond ETF. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Drilling down further, we looked at how active performance has varied over time in the UK and emerging markets. We looked at monthly excess returns after fees – in this case against the index.

Unlike previous studies, we included only funds that are benchmarked to a broad index. By doing so, we excluded the funds that are either not benchmarked, or funds that employ a specific strategy, such as sustainability or special situations.

The charts below show the percentage of active funds in the UK and within emerging markets that have outperformed their benchmarks on a rolling five-year basis. Only funds that have a full five years of performance history at a given date were included in the calculation.

Data from the UK shows that the performance of active managers is cyclical, but that there have been several periods, including the present, when well over 60% of active funds have outperformed net of fees.

The second chart shows a similar pattern for emerging markets equities, with active performance improving steadily since 2008.

Active performance has improved in the UK…

UK percentage of funds outperforming (rolling five years)

Investment Association primary retail share class active UK equity funds domiciled in the UK in sterling. Source: Morningstar. Data to March 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

…and among active emerging markets funds

Percentage of emerging markets funds outperforming (rolling 5 years)

Active EM equity funds domiciled in the US denominated in US dollars; retail share class with longest history. Source: Morningstar. Data to March 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

There is also good evidence that managers who perform well over the longer term experience significant periods of underperformance in the short term.

The Vanguard Group published a study in 2015 which showed that, of the 552 active US equity funds that had beaten the index over the previous 15 years, 98% had underperformed in four or more individual years.

The implication is that investors are more likely to achieve good outcomes if they do not abandon a strategy after a short period of underperformance.

Another important consideration when considering passive investing is fees. We measured active performance against indices net of fees, which penalises performance as the index bears no costs.

Assuming a 0.30% average annual passive fee for UK equities over a 26-year period, the passive fund would have trailed the benchmark by 8%. So while many active funds may have underperformed the index, 100% of passive funds have underperformed.

The point about measuring the real cost of passive management is most visible in emerging markets, where the costs of acquiring market exposure have been higher (until recently typically 0.75%) than in developed markets.

Of course, the cost of passive has fallen significantly in the last few years, raising the standard against which active managers will be measured in future, but in many markets passive costs are still material.

The advantages of active in bond investing

A passive bond fund tends to allocate money based on the amount of debt issued.

In the case of a government bond fund, this could result in investors being directed towards governments with debt problems. In developed markets, this could mean investing large amounts in Italian bonds; in emerging markets, Venezuelan bonds. There is little logic to this approach.

In addition, new securities, which typically make up 20% of bond market capitalisation in a year, have to be included in bond market indices. This is far higher than in stockmarkets and will inevitably raise trading costs. As a result, passive bond funds can significantly underperform their indices, as the table below demonstrates.

Two large bond ETFs have consistently underperformed their indices.

The two large bond ETFs that have underperformed

Chart shows annualised returns in US dollars to 30 April 2017, net of fees. The Bloomberg Barclays High Yield Very Liquid Index is the benchmark for the SPDR Bloomberg Barclays High Yield Bond ETF (JNK). The Global Core Index is the EMB fund's benchmark. Source: Bloomberg, iShares, JP Morgan and SSgA. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

The roles for active managers

An increasingly important issue for individual savers and pensioners is the real world outcomes they want. It is questionable to what degree passive can help in this regard.

For example, as discussed earlier, many people simply want stable and reliable income in retirement. For these investors, success is likely to depend on allocating to the right asset classes.

This cannot be done passively. There is no index that can be aligned with a real world outcome, such as growing an investor’s money in line with inflation and still achieving income of 4% a year.

A newer dimension in the debate is the rise of “smart beta”. Instead of following a traditional index, based on market capitalisation, these passive funds select shares based on other criteria, such as yield or volatility.

A mix of these strategies has beaten index returns over the past 15 years and done so more cheaply than traditional active management. Even so, getting the best out of smart beta strategies will require decisions to be made over which ones to use and when.

These are decisions that cannot be taken “passively”. It is an active skill.

The unseen benefits of active management

It is also worth considering the role active investors play in the broader economy and society. Without active managers, asset prices would be based purely on the market size of companies, meaning there would be no mechanism to deploy capital in the best places and maximise returns for the benefit of the whole economy.

There is already evidence that recent large flows into passive funds are leading to distortions in markets.

We would contend that the stewardship activities of active investors raise returns in the capital markets by encouraging higher standards of corporate governance and directing capital into faster-growing industries.

This is a role governments in both Europe and Asia are encouraging. In Japan, in particular, policymakers are keen to see stewardship lead to better capital allocation, and everywhere managers are expected to exercise their voting rights responsibly.

Conclusion

There is a danger that, where active management has not met expectations, investors feel that they should abandon it altogether. But closer analysis of the data suggests many investors in active equity strategies have beaten passive funds after fees.

It is true that the characteristics of the US equity market make this the hardest market to beat. But we believe it is incorrect to extrapolate from the US to other equity markets, where there is no evidence that active performance is on a secular downtrend.

In bond markets capitalisation-weighted indices are both illogical ways to invest, and hard to track. And for investors who need to achieve a particular outcome, passive can be an impractical solution.

Moreover, active performance is cyclical. Active managers fare better in some environments than others, and selling out of a manager with a strong philosophy and process after a short period of underperformance risks locking in underperformance.

Investors need to use all the tools available to them: active, passive and smart beta. We would argue that the potential value added from active management remains critical to maximising the return from a broad portfolio, meaning that active management will in time start to regain share from passive.


This article has first been published on schroders.com.

Bond balloon, not bubble

Artificially low market volatility

Across asset classes, volatility has moderated, and the underlying macro landscape has improved on a global basis, prompting greater investor optimism. Political uncertainty has also moderated, with two key exceptions: the Trump administration and the Brexit negotiations. Risk and the implied complacency of investors that low volatility presumes are key issues in financial markets, the current ‘risk-on’ environment where equity markets are reaching record highs looks increasingly untenable.

At the centre of this low volatility is loose monetary policy and vast central bank bond purchases which have prompted an investor hunt for yield. The first option for yield hunters was in the lowest risk free assets such as investment grade bonds, but it has now also pervaded high yield bonds, equities and the options market, distorting market valuations and driving down perceived risk. Consequently, we believe the ever-falling level of VIX options (market-implied volatility) doesn’t reflect real world uncertainty but market-priced volatility brought about by this hunt for yield.

Lurking behind the apparent market serenity are potential geopolitical flare-ups and the unknown consequences of unwinding loose monetary policy. As is the very nature of risk, timing of unexpected events is unknown but typically lead to sharp spikes upward in volatility. The issues surrounding the Trump administration, not least the North Korean situation have tested the market’s resilience. Other potential instigators of volatility spikes could include a China debt crisis, a central bank policy error, an oil price shock or upcoming debt ceiling negotiations in the US.

Despite our concerns, the global economic environment, in the face of a US tightening cycle, is continuing to improve in both the developed and emerging world, supporting strong corporate earnings results. The most recent earnings season has been very positive for global assets. European corporate revenues were flat, but stripping out foreign revenues reveals continued growth. We continue to see Europe as having the best earnings recovery outlook while being, on a relative basis, attractively valued. The tech sector despite having relatively attractive valuations has suffered from recent poor price performance. We believe the tech sector sell-off is now overdone as delivered results have convincingly beaten analysts’ expectations. Both earnings and revenue growth have been positive, highlighting fundamentals remain intact.

Bond balloon, not bubble

Nonetheless, investors are questioning the underpinnings of the equity rally in the face of what we feel is a misnamed bond ‘bubble’. Although global bond yields are hovering near the lowest levels in history, it is not necessarily a bubble in the traditional sense. Yields are artificially low, driven by extraordinary levels of central banks stimulus. In this framework, we would characterise the situation as a bond balloon, not a bond bubble. The critical difference between a balloon and a bubble is what happens at the end: central bankers are keen to deflate the balloon, rather than burst the bubble. The gradual deflation of the bond balloon is a key aspect of what central banks are keen to achieve with the unwinding of asset purchase programmes.

Communication is crucial to forming investor expectations about the path for tighter monetary policy. Another ‘taper tantrum’ would suggest that policymakers have not achieved the objective of a measured and orderly removal of stimulus, and would also highlight the fragility of investors’ optimism that is currently pervading markets. It seems there is little appetite amongst policymakers for being overly aggressive, even in the face of stronger wages and consequent inflation. Central bankers are aware of the damage volatility spikes and market instability would have on global economic confidence and in turn activity.

It is paradoxical that quantitative easing (QE), the very tool used to alleviate market stress, could be the root of renewed market stress when it unwinds. Policymakers want to avoid a negative feedback loop, whereby they react to this market stress by reversing tighter policy decisions that instigated market volatility. Deviating too far from market expectations on policy could cause this market stress, forward guidance and transparency are therefore essential. Central bank communication is improving and we feel it is unlikely there will be another taper tantrum as was seen in 2013. Nonetheless, we believe that the market has misinterpreted central bank rhetoric in some instances. Along the monetary policy continuum, the US Federal Reserve sits firmly at the ‘tighter’ end of the spectrum, with the Bank of Japan similarly at the ‘looser’ end of the range. In between the two are the Bank of England and the European Central Bank.

Market mispricing the Euro, USD upside

Failure to understand where the central banks are positioned is a source of market mispricing risk, particularly in the FX space. The overcrowded trade that has a clear downside risk is the ‘long Euro’, whereby investors are underestimating the desire of the ECB to engender inflation pressure while supporting the underlying economy.

The strength of the Euro is not a comfortable position for the ECB, as it threatens the firmer footing that inflation had been building - core CPI is at its highest level since 2013. Dovish rhetoric from the ECB could be the catalyst for the near record long futures positioning to unwind quickly.

While we expect the US Dollar to gain ground in H2 2017 against major currencies broadly, lower volatility should see the Japanese Yen move sharply lower as the central bank remains accommodative and investors look offshore for yield. Lastly, we expect uncertainty surrounding Brexit negotiations to overshadow the increasing willingness of the Bank of England to tighten policy against a relatively stable domestic economy. To the extent that deliberations give rise to some clarity surrounding a constructive economic outcome for both the UK and the EU, we feel GBP has upside potential, especially against the Euro. Rising real yields should support the Pound and cooling volatility will allow investors to focus on fundamentals.

Macro environment should buoy commodities

There are two macro issues that stand in the way of significant further upside in commodities in 2017: how aggressive will the US Federal Reserve be in tightening policy and to what extent will geopolitical issues upset recent improvements in global growth? These issues have led to gyrations in gold, conflicted by the threat of rising interest rates but seen as a safe haven when geopolitical issues escalate. We expect the Fed to remain cautious in policy setting, particularly when inflation looks to have cooled-off in the shorter-term and believe the fair value for gold is US$1260 for year end. We continue to see growing demand for commodities at a time when there is a continued lack of investment, particularly in the mining industry. We therefore see industrial metals as the most attractive commodities subsector.


Please find ETF Securities full outlook here.

Der globale „Anleihen-Ballon“ verliert Luft, platzt aber nicht. Das wird Dollar, Pfund und Industriemetalle stärken

Die weltweite Erholung setzt sich schnell fort. Daher erscheint eine geordnete Abschwächung des Booms bei den Anleihenpreisen, der von den unkonventionellen Maßnahmen der Zentralbanken gespeist wurde, wahrscheinlicher als ein plötzliches Abreißen. So die Einschätzung von ETF Securities, einem der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs).

Der jahrelange Kauf von Anleihen durch die Notenbanken führte zu historischen Höchstständen der Aktienpreise, beispiellos niedrigen Bond-Yields und geringer Volatilität wie noch nie. Mittlerweile schrillen bei Anlegern ob der Möglichkeit eines abrupten „Einstichs“ in die Anleihenblase jedoch die Alarmglocken. Ein solcher könnte einen gewaltigen Preissturz sowie einen plötzlichen Anstieg der Volatilität verursachen.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, glaubt allerdings, dass die Abwicklung geordneter erfolgen wird.

Er meint: „Die globalen Bond-Yields bewegen sich nahe an den niedrigsten Levels der Geschichte, wir charakterisieren das allerdings als einen Anleihen-Ballon, nicht als Anleihen-Blase. Der entscheidende Unterschied ist, was am Ende passiert: Die Zentralbanken sind sehr darum bemüht, Luft aus dem Ballon, anstatt die Blase platzen, zu lassen. Die künstlich niedrigen, durch die außergewöhnlich hohen Stimuli der Zentralbanken getriebenen Yields lassen Investoren die Untermauerung der Aktien-Rallye zu Recht in Frage stellen. All das angesichts dessen, was unserer Einschätzung nach fälschlich als Anleihen-‚Blase‘ bezeichnet wird.“

Das aktuell risikobehaftete Umfeld, in dem die Aktienmärkte Rekordhöhen erreichen, wird laut dem Experten von einem sich verbessernden wirtschaftlichen Ausblick und soliden Bewertungen unterstützt. Anleger sind allerdings nervöser als es die niedrige Volatilität suggeriert.

Butterfill: „Sogar angesichts höherer Löhne und daraus resultierender Inflation sind sich die Zentralbanken der Gefahr bewusst, die Ausschläge der Volatilität und Marktinstabilität für die Jobsituation sowie Investitionen hätten. In diesem Kontext sehen wir Möglichkeiten innerhalb einer ganzen Reihe von Asset Klassen, wie etwa Währungen, Europäische Aktien und Industriemetalle.“

ETF Securities zweiter Triannual Outlook für 2017 identifiziert Wachstumschancen für (Zitate von James Butterfill): 

  • Europäische Aktien und Technologie-Titel. „Die Einnahmen europäischer Unternehmen erschienen zuletzt matt. Zieht man die ‚ausländischen‘ Einnahmen ab, zeigt sich jedoch anhaltendes Wachstum. Wir sind weiterhin der Meinung, dass Europa über die besten Aussichten für eine Erholung der Gewinne verfügt, wobei die Bewertungen noch dazu vergleichbar attraktiv sind. Der Technologiesektor hat, trotz der relativ attraktiven Bewertungen, unter der schwachen Kursperformance gelitten. Wir glauben, dass der Ausverkauf der Technologiebranche übertrieben ist. Die veröffentlichten Ergebnisse haben die Erwartungen der Analysten überzeugend geschlagen. Sowohl Gewinn-, als auch Einnahmenwachstum sind positiv ausgefallen. Das streicht hervor, dass die Fundamental Daten intakt bleiben.“
  • US-Dollar: „Wir erwarten, dass der Greenback im zweiten Halbjahr 2017 gegen andere führende Währungen allgemein an Boden gewinnen wird. Bei geringerer Volatilität sollten wir einen japanischen Yen sehen, der sich scharf nach unten bewegt, da die Notenbank weiterhin ihre versorgende Rolle einnimmt, und Investoren außerhalb des Landes nach Rendite suchen.“
  • Pfund Sterling: „Die Unsicherheiten rund um die Brexit-Verhandlungen werden den zunehmenden Willen der Bank of England überschatten, ihre Politik gegenüber einer relativ stabilen Binnenwirtschaft zu straffen. In dem Maße, wie die Verhandlungen gewisse Klarheit zu einem konstruktiven ökonomischen Ergebnis für das Vereinigte Königreich und die EU schaffen, glauben wir an ein Aufwärtspotenzial des Sterling – speziell gegenüber dem Euro. Eine steigende Realverzinsung und niedrigere Volatilität sollten das Pfund unterstützen.“
  • Gold und Industriemetalle: „Wir nehmen an, dass die Fed mit ihren politischen Maßnahmen vorsichtig bleibt, speziell weil es so aussieht, dass sich die Inflation kurzfristig abgekühlt hat. Wir glauben außerdem, dass der Fair Value für Gold zum Jahresende 1.260 US-Dollar beträgt. Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach Rohstoffen, und das in einer Zeit, in der Investitionen in diesem Bereich, insbesondere in der Bergbauindustrie, nach wie vor Mangelware sind. Deshalb betrachten wir Industriemetalle als den attraktivsten Rohstoff-Subsektor.“
  • Emerging Market-Debt, speziell Asien, Lateinamerika und die Türkei: „Emerging Markets-Bonds bleiben unserer Ansicht nach ein Muss, wenn man Investments diversifizieren und höhere Renditen einfahren will.“

ETF Securities sieht außerdem Schwächen beim Euro: „Anleger unterschätzen den Wunsch der EZB, Inflationsdruck zu erzeugen und gleichzeitig die zugrundeliegende Wirtschaft zu unterstützen.“

Die Stärke des Euro ist keine komfortable Position für die EZB, da diese die stabile Inflationsbasis bedroht. Der Kern-CPI (Consumer Price Index) befindet sich auf dem höchsten Niveau seit 2013. Die gemäßigte Rhetorik der EZB könnte der Auslöser dafür sein, dass sich die nahe am Rekord liegende Long-Futures-Positionierung schnell entspannt.

ETF Securities zweiter Triannual Outlook 2017 beleuchtet außerdem: 

  • Die Reduktion des Balance Sheets der Fed scheint begrenzten Einfluss auf die US-Renditen zu haben
  • Chinesischer Volkskongress: Wie ein starker Mann gemacht wird
  • Quanten-Computer – die Apokalypse der Cyber-Security
  • Können digitale/krypto Währungen die Geldpolitik beeinflussen?
  • Wie man in die „Low Carbon Economy“ investiert

ETF Securities – Die intelligente Alternative
Die ETF Securities Group ist ein weltweiter Vorreiter auf dem Gebiet börsengehandelter Produkte Exchange Traded Products (ETPs). Mit unseren spezialisierten Lösungen können internationale Anleger ihre Portfolios auf intelligente Weise konstruieren und diversifizieren.
Wir sind Pioniere auf dem Gebiet innovativer Investmentkonzepte und haben das weltweit erste Gold-ETP aufgelegt. Heute bieten wir eines der innovativsten Produktangebote an spezialisierten ETPs in den Bereichen Rohstoffe, Währungen, Aktien und Anleihen. Dank dieser Vorreiterrolle und unserer umfangreichen Erfahrung, die wir durch die Zusammenarbeit mit den qualifiziertesten Drittanbietern weiter vertiefen, können wir die vielversprechendsten Anlagechancen als smarte Anlagealternativen identifizieren und zugänglich machen.

Über die ETF Securities Triannual Outlook-Serie
Die Triannual Multi Asset Outlooks von ETF Securities sind eine Sammlung von Kurzbeiträgen zu Themengebieten, die unserer Meinung nach für Investoren von besonderer Relevanz sind. Im Rahmen unserer Outlooks bieten wir Expertise und Einblicke in den Bereichen FX, Aktien, Rohstoffe und Fixed Income.
Mehr über ETF Securities finden Sie unter: www.etfsecurities.com

Licht und Schatten der Entwicklung am Markt für Unternehmensanleihen seit der Euro-Einführung 1999

Ein kontinuierlich wachsender Anleihemarkt schafft eine große Auswahl an potentiellen Investments, der stetige Rückgang der Umlaufrenditen schränkt diese Vielfalt bei der Suche nach attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnissen jedoch ein. Mit dem KFM-Scoring gelingt es trotz des schwierigen Marktumfeldes attraktive Investments für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS zu finden!

Der Finanzkrise zum Trotz: Seit 1999 kontinuierliches Wachstum des Anleihevolumens.

Ein Blick in die Datenbank der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich offenbart eine eindeutige Entwicklung: Das Volumen der von inländischen Emittenten ausgegebenen Unternehmensanleihen steigt seit 1999 kontinuierlich bis 2014 und verbleibt seither auf einem Stand von über 300 Mrd. Euro pro Jahr.

Abbildung 1: Volumen von Schuldverschreibungen von Nicht-Finanzunternehmen (inländische Emittenten) nach Quartalen. Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Die positive Entwicklung ist nach unserer Ansicht nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen, sondern ist bedingt durch ein Zusammenwirken vieler Veränderungen. Drei Ereignisse markieren aus Autorensicht wichtige Meilensteine und sollen einen kleinen Einblick in die Vielzahl der Einflussfaktoren geben.

Eine gemeinschaftliche Währung, zunehmende Regulierung vor und nach dem Höhepunkt der Finanzkrise und die Schaffung neuer Börsensegmente – Der Wandel seit 1999.

Die Einführung des Euro als Buchgeldwährung ab dem Jahr 1999 und damit die Ablösung der seit 1978 verwendeten Transfereinheit ECU ist eines dieser Ereignisse. Beobachter gehen davon aus, dass die Euro-Einführung insbesondere im Zusammenwirken mit der seit 1993 geltenden Kapitalfreizügigkeit des EU-Binnenmarktes zu einem erhöhten Kapitalangebot und damit einer verbesserten Attraktivität des Kapitalmarktes für inländische Emittenten geführt hat. Die Finanzkrise, welche ab Herbst 2007 in Deutschland durch erste Probleme bei Banken spürbar wurde, kann als ein weiteres Schlüsselereignis betrachtet werden. 

Trotz oder - nach Ansicht einer Vielzahl von Finanzmarktteilnehmern - gerade wegen dieser Krise kam es zu einem weiteren positiven Effekt für die deutschen Anleihenmärkte. Das Zusammenwirken der verschärften Eigenkapital-Richtlinien für Banken nach Basel II ab 2007 und Basel III ab 2013 mit dem durch in die Krise verminderten Eigenkapital vieler deutscher Banken, führte zu einer Reduzierung der maximal möglichen Kreditsumme einer Bank. Dieser Effekt machte den Kapitalmarkt zu einer wichtigen weiteren Finanzierungsquelle für Unternehmen. 

Insbesondere für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS ist ein weiteres Schlüsselereignis zu benennen, die Schaffung neuer Börsensegmente. Im Jahr 2010 hat die Börse Stuttgart mit dem Bondm ein eigenes Segment für Unternehmensanleihen mittelständischer Unternehmen geschaffen. 2011 hat dann auch die größte deutsche Börse in Frankfurt das Qualitätssegment Entry Standard im Freiverkehr für Anleihen geöffnet. Diese Veränderungen führten dazu, dass auch private Anleger Zugang zu Anleihen von mittelständischen Unternehmen erhielten. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS bietet Privatanlegern seit 2013 die Möglichkeit, über den Fonds in diese Titel zu investieren. Dies hat den Vorteil, dass Privatanleger vom speziell für mittelständische Unternehmen konzipierten Analyseverfahren KFM-Scoring profitieren.

Trotz des Anstiegs des Volumens am Anleihemarkt und der Verminderung der Umlaufrendite gibt es ausreichend Anleihen mit überdurchschnittlichen Renditen.

Die Umlaufrendite von Anleihen inländischer Emittenten stellt den Durchschnitt der Renditen auf diese Anleihen an den deutschen Börsenplätzen dar. Im Gegensatz zur Emissionsrendite (KFM-Telegramm vom 20. Juli 2017) ist die Umlaufrendite in Deutschland seit ihrem letzten Hoch im Jahr 2009 kontinuierlich fallend. Der starke Ausbruch im Jahr 2009 auf über 7,0% wird Panikreaktionen im Zuge der Finanzkrise zugeschrieben.

Abbildung 2: Umlaufrendite von Inhaberschuldverschreibungen von Unternehmen (Nicht-MFIs, inländische Emittenten) und EZB-Zins für Hauptrefinanzierungsgeschäfte nach Monaten. Quelle: Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank.

Nach Ansicht von Finanzmarktteilnehmern ist dieser sichtbare Trend ebenfalls einer Vielzahl von Effekten zuzuschreiben. Die Effekte lassen sich im Wesentlichen auf eine Ausweitung des Kapitalangebotes und die krisenbedingte Absenkung des EZB-Leitzinses zusammenfassen. Das vorhandene Kapitalangebot hat insbesondere durch die Ausweitung des privaten inländischen Geldvermögens von 3,2 Bill. Euro im Jahr 1999 auf 5,6 Bill. Euro in 2016, das Anleihekauf-Programm der EZB, die „Kapitalflucht“ von Staaten der Euro-Schuldenkrise und Nicht-Krisenstaaten und die bereits angesprochenen Veränderungen auf europäischer Ebene verändert.

Ein schwieriges Marktumfeld, in dem mit Hilfe des KFM-Scoring Anleihen mit einem attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnis identifiziert werden können.

Das Marktumfeld für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS kennzeichnet sich demnach durch ein wachsendes Anleiheuniversum mit konstanten Emissionsrenditen aber fallenden Umlaufrenditen. Mit Hilfe des Analyseverfahrens KFM-Scoring können jedoch kontinuierlich neue Anleihen identifiziert werden, bei denen ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis gewährleistet ist. Dabei profitiert der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS auch davon, dass sich das KFM-Scoring nicht nur mit den bekannten Groß-Emissionen beschäftigt, sondern darüber hinaus auch die Anleihen von aufstrebenden (noch) unbekannten Emittenten in seinem Anleihe-Universum analysiert. Solche Emissionen mit einem Volumen von unter 100 Mio. Euro fallen bei den meisten institutionellen Investoren aufgrund der geringen Größe unter den Radarschirm. Dabei bringen gerade diese Emissionen den Investoren in der Regel eine attraktivere Rendite als die Groß-Emissionen. 

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Wandel-Anleihe der Beno Holding AG, die der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS mit einer Einstiegsrendite von 8,86% p.a. in das Portfolio aufgenommen hatte. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS kann trotz des schwierigen Rendite-Umfeldes sein prospektiertes Renditeziel von 3,0%-Punkten über 5-jähriger Bundesanleihen weiterhin komfortabel erfüllen.

FAZIT

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS profitiert von den Auswirkungen der BASEL III Regeln. Sie führen dazu, dass sich weitere Unternehmen mit Anleihen über den Kapitalmarkt finanzieren müssen. Nach unserer Einschätzung wird damit das Angebot in den kommenden Jahren für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS groß genug bleiben und sogar steigen. Neue Anleihe-Emittenten müssen zur Überwindung der Markteintrittsbarriere einen höheren Kupon anbieten. Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS profitieren von der Überrendite von sorgfältig ausgewählten Neuemissionen. Unternehmensanleihen mit kleineren Emissionsvolumina (i.d.R. unter 100 Mio. Euro) sind darüber hinaus robuster in der Kursentwicklung als große Unternehmensanleihen (Emissionsvolumen über 250 Mio. Euro) bei möglichen Zinsänderungen.

In der Rubrik FONDS TRANSPARENT berichtet Gerhard Mayer über die erfolgreiche Entwicklung des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS und die Änderungen im Portfolio seit dem letzten KFM-Telegramm.

Dieser Artikel erschien zuerst im KFM-Telegramm.

Dauerlauf? Drei Gründe, warum die Steuerung der Duration ein wichtiger Erfolgsfaktor ist

Die durchschnittliche Duration in Anleiheportfolios beeinflusst maßgeblich den Anlageerfolg. Denn entscheidend für die Rendite und das Risiko festverzinslicher Wertpapiere ist auch, wann Investoren ihr eingesetztes Kapital wieder zurückbekommen. Curtis Evans, Head of Fixed Income Investing bei Fidelity, mit drei Gründen für ein aktives Durationsmanagement.

1. Duration ist eine unterschätzte Renditequelle

Wer eine Anleihe zeichnet, verleiht Geld und bekommt dafür Zinsen. Für deren Höhe spielt das Risiko, dass der Schuldner seine Schuld später nicht begleichen kann, eine entscheidende Rolle. Meistens schauen Investoren auf die Wahrscheinlichkeit einer Pleite, anders gesagt auf die Bonität des Schuldners, um dieses Risiko abzuschätzen. Doch hängt das Risiko auch stark davon ab, wie lang das Leihgeschäft dauert. Wer sein Geld schon nach zwei Jahren wieder erhält, geht eben weniger Risiken ein als der, der es für zehn Jahre verleiht. Es ist nur logisch, dass es für das zweite Geschäft deutlich höhere Zinsen gibt. So lag nach Angaben der Bundesbank die Rendite für eine deutsche Staatsanleihe mit zehn Jahren Restlaufzeit Anfang August bei plus 0,53 Prozent, die einer zweijährigen Anleihe dagegen bei minus 0,70 Prozent (Stand: 1.8.2017). Wer also die Duration in seinem Anleiheportfolio verkürzt, verzichtet auf erhebliche Erträge. Umgekehrt bietet eine höhere Duration gerade in Zeiten niedriger Zinsniveaus eine zusätzliche Renditequelle.

2. Die Zinssensitivität von Langläufern wird überschätzt

Obwohl die Rendite darunter leidet, verkürzen derzeit auch viele professionelle Investoren die Duration in ihren Anleiheportfolios. Der Grund: Sie fürchten, dass der Kurs von Anleihen mit längeren Laufzeiten besonders stark leidet, wenn die allgemeinen Marktzinsen steigen. Richtig ist: Je länger die Anleihen laufen, je länger Investoren also mit festen Erträgen rechnen können, desto sensibler reagiert ihr Rentenportfolio auf Zinsänderungen. Schließlich stehen bei Langläufern noch viele Zinszahlungen an die Investoren aus – die bei einem allgemein steigenden Zinsniveau weniger attraktiv werden als jene Zinsen, die eine neue Anleihe bietet. Wer nun allerdings stattdessen Kurzläufer kauft, zahlt dafür den Preis deutlich geringerer und weniger planbarer Zinszahlungen. Das muss man abwägen.

Dabei hilft vor allem die Kennziffer „Modified Duration“. Sie gibt an, um wie viel Prozent der Kurs einer Anleihe sinkt, sollten die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen. Wer diesen Wert kennt, weiß, was im Portfolio passiert, sollten die Zentralbanken hier oder anderswo die Zinsen erhöhen. Sorgen machen müssen Investoren sich auch dann aber nicht direkt. Ein Kursverlust einer Anleihe sieht zwar auf dem Papier nicht schön aus, macht aber nicht viel aus, wenn man den Titel bis zum Ende der Laufzeit behält und der Schuldner alles zurückzahlt. Dann war der Kursverlust bloß virtuell – und die Duration nur der Preis dafür, sein Geld längere Zeit nicht ohne Verlust anderswo zu höheren Zinsen anlegen zu können.

Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Die Kurse von Anleihen schwanken in der Realität nicht immer so stark, wie es die Mathematik vorhersagt. Tatsächlich lag die rechnerische Duration – also die Zinssensitivität von Anleihen – zuletzt vielfach deutlich höher als die tatsächlich gemessene Duration an den Märkten, die immer auch von der Psychologie der Investoren und weiteren Einflussfaktoren abhängt. Auch Anleiheportfolios schwankten im Wert zuletzt signifikant geringer, als es die Berechnungen vorhersagen (siehe Grafik). Professionelle Investoren können den Unterschied zwischen der mathematischen und der empirischen Duration gezielt nutzen.

3. Durationsmanagement erhöht die Diversifikation

Der am meisten unterschätzte Beitrag einer höheren Duration auf ein Anlageportfolio: Investoren können damit die Abhängigkeit vom Aktienmarkt verringern. Kurz laufende Anleihen entwickeln sich in vielen Fällen tatsächlich recht ähnlich wie Aktien, steigen und fallen also im Takt mit den Börsen. Die Korrelation länger laufender Anleihen zum Aktienmarkt ist deutlich geringer. Wer also Rentenpapiere auch nutzen will, um sich gegen Schwankungen am Aktienmarkt abzusichern, der kann dieses Ziel mit einer höheren Duration besser erreichen.

Empirische (beobachtete) vs. mathematische Duration unterscheiden sich erheblich

Quelle: Fidelity International, Bloomberg per 09.06.2017. Die beobachtete Duration basiert auf den wöchentlichen Erträgen (Returns) der Asset Klasse während der vergangenen fünf Jahre verglichen mit den Renditeveränderungen (Yields) der 7- bis 10-jährigen Bundesanleihen – die beobachtete Duration kann sich verändern und dient nur illustrativen Zwecken. Es wurden Barclays, JP Morgan, FTSE, S&P LSTA und Credit Suisse Bond Indizes verwendet. Die Schätzungen für die Finanz CoCos basieren auf Datenreihen, die untergeordnete Finanzindizes nutzen, um eine längere Datenhistorie abzubilden. Es wurden die 7- bis 10-jährigen Staatsanleihe-Indizes verwendet.

Was misst die Modified Duration?

Die sogenannte Modified Duration ist das bekannteste Maß dafür, wie sensibel eine Anleihe auf Zinsänderungen reagiert. Anders als die Duration, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anleihe in Jahren angibt, ist die Modified Duration eine Verhältniszahl, die die relative Wertschwankung einer Anleihe bei einer Zinsänderung angibt. Sie lässt sich berechnen aus der Duration dividiert durch den Zins. Eine Anleihe mit einer Duration von 6,5 Jahren und einem Zins von 4 Prozent hat damit eine Modified Duration von 6,5 / 1,04 = 6,25. Das bedeutet, dass der Kurs dieser Anleihe um ungefähr 6,25 Prozentpunkte sinken wird, wenn der Marktzins um einen Prozentpunkt steigt.

Blockchain: Eine Revolution in der Finanzwelt

Dem Thema Blockchain wird als technologische Grundlage für die virtuelle Währung Bitcoin große Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Technologie könnte den Finanzsektor grundlegend verändern, zeigen Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management, und Sylvie Sejournet, Investmentmanagerin des Pictet-Digital.

Dank der Einführung des Euro müssen Gulden nicht mehr in Francs oder D-Mark umgetauscht werden, bevor man nach Frankreich oder Deutschland fährt. Trotz einer einheitlichen europäischen Währung gibt es heute mehr Währungen als vor zwanzig Jahren. Das liegt an den Hunderten von neuen Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin. Blockchain ist die treibende Kraft hinter diesen zunehmend beliebten digitalen Währungen. Produktspezialist Alexandre Mouthon beschreibt Blockchain als ein vertrauenswürdiges und öffentliches Kontobuch („Ledger“).

Blockchain kurz erklärt

„Im Grunde ist Blockchain ein gemeinsam genutztes Kontobuch, das jeder überprüfen kann, aber von keinem einzelnen Nutzer kontrolliert wird“, erklärt Alexandre Mouthon. „Die Teilnehmer des Blockchain-Netzwerks halten das Ledger auf dem neuesten Stand und müssen für dessen Abänderung strikte Regeln einhalten. Eine Blockchain ist eine Kette von aufeinander aufbauenden Transaktionsdaten, den sogenannten Blöcken. Jeder Block ist mit einem Zeitstempel und einem Verweis zum vorangehenden Block versehen. So ist eine nachträgliche Änderung der Daten nicht mehr möglich, ohne auch alle anderen damit verbundenen Blöcke zu ändern.“ In einem dezentralen System wie jenem der Kryptowährungen bedeutet dies, dass die Datensätze, die auf Computern von Tausenden verschiedenen Nutzern weltweit gespeichert sind, geändert werden müssen. Fälschungen oder Betrug sind bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen daher fast unmöglich.

Enormes Potenzial

Da Transaktionen schnell, effizient und ohne Betrugsrisiko abgeglichen werden können, geht das Potenzial von Blockchain weit über die Welt der Kryptowährungen hinaus.

„Blockchain geht weit über die Welt der Kryptowährungen hinaus“

Unabhängige Drittparteien wie Banken oder Notare werden nicht mehr benötigt, um Transaktionen zu protokollieren. Die spanische Bank Santander* prognostizierte, dass bis 2020 zwanzig Milliarden USD durch neue Banktechnologien eingespart werden könnten. David Yermack, Professor für Finanzen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Leonard N. Stern School of Business) der New York University, nannte Blockchain die wichtigste Erfindung in der Finanzwelt seit Einführung der Bilanzbuchführung vor 500 Jahren.

Übergang zur digitalen Technologie

Das Beispiel Blockchain zeigt, wie drastisch neue Technologien unsere Welt verändern, und dass immer mehr Tätigkeiten digital abgewickelt werden. „Online-Zahlungen stellen derzeit weniger als 1% des Gesamtmarkts für weltweite Zahlungen im Wert von über 54 Billionen Dollar dar“, erklärt die Senior-Investmentmanagerin des Fonds Pictet-Digital, Sylvie Sejournet. „Dieser Prozentsatz dürfte in Zukunft deutlich ansteigen. Für Anleger könnte es sinnvoll sein, einen Teil ihres Portfoliovermögens in einen Fonds anzulegen, der sich ausschließlich auf Unternehmen konzentriert, die vom Übergang zur digitalen Technologie profitieren.“


* Quelle: Santander InnoVentures 2015

Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Sylvie Sejournet kam 2005 zu Pictet Asset Management. Sie ist Senior Investment Managerin im Thematic Equities Team, wo sie 2008 den Digital Communication Fund lancierte. Sylvie Sejournet hat 19 Jahre Erfahrung in der Aktienanalyse und mit Anlagen im Technologie- und Mediensektor.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Green Bonds

Die Akzeptanz nachhaltiger Investments steigt sowohl bei institutionellen als auch bei Privatkunden immer mehr an. Gleichzeitig wächst aber auch die Erwartung an die Investmentprodukte. Die Nachhaltigkeit soll durch mehr als nur einen bloßen Filter, der auf einer Palette von Ausschlusskriterien basiert, dokumentiert sein.

Genau dieser erhöhte Anspruch bedeutet aber auch, dass das Thema des „Impacts“ – d. h. der Wirkung der nachhaltigen Geldanlage – zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Um einen Impact zu erzielen, kann man im Bereich der Aktieninvestments auf Unternehmen direkt zugehen, etwa durch einen aktiven Unternehmensdialog und die Nutzung der Aktionärsrechte – also der Stimm- und Fragerechte – bei den Hauptversammlungen.

Aber auch was festverzinsliche Investments betrifft, tut sich durch die immer mehr an Bedeutung gewinnende Idee der Green Bonds eine neue Möglichkeit auf, Veränderung im Sinne der Nachhaltigkeit herbeizuführen. Denn die Emissionserlöse aus Green Bonds sind zweckgewidmet, und zwar dem Thema Klimaschutz.

Um diese Zweckwidmung sicherzustellen und die Qualität der neuen Assetklasse zu gewährleisten, wurden vor allem in den letzten Monaten weitere Richtlinien und Standards entwickelt. Raiffeisen Capital Management* hat in diesem Zusammenhang einige Emittenten – darunter supranationale Gesellschaften und Unternehmen – zu Details rund um die Begebung von Green Bonds befragt.

Den vollständigen Newsletter von Raiffeisen Capital Management inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

Green Bonds

Green Bonds sind Anleihen, mit denen ökologische Projekte mit Klimarelevanz finanziert werden. Dazu zählen beispielsweise Investitionen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Schadstoffbekämpfung, nachhaltige Abfallwirtschaft, nachhaltige Bodennutzung, sauberer Transport, sauberes Wasser, Wasserversorgung und nachhaltiges Bauen.

Das aktuelle Marktvolumen an Green-Bond- Emissionen liegt bei rund 50 Mrd. US-Dollar und ist während der letzten Monate dynamisch angestiegen. Bis zum Ende des Jahres kann man von bis zu einer Verdoppelung des aktuellen Volumens ausgehen.

Um eine Standardisierung des Begriffs Green Bond voranzutreiben, haben sich 2014 einige Finanzmarktakteure zusammengefunden und ein Rahmenwerk entwickelt. Die damals aufgesetzten „Green Bond Principles“ wurden erst im März 2015 nochmals überarbeitet, aktualisiert und verbindlicher gestaltet. Grundsätzlich sind sie auf vier Komponenten aufgebaut.

Es sind dies an erster Stelle die Verwendung der Mittel aus der Begebung der Anleihe. Hier kommen die bereits genannten Bereiche rund um erneuerbare Energien und andere nachhaltige Themen mit dem Ziel des Klimaschutzes ins Spiel.

An zweiter Stelle steht die Darstellung des Investitionsentscheidungsprozesses, denn jedes Projekt muss auf seine Nachhaltigkeit hin überwacht werden.

Drittens sollten die via Green-Bond-Emissionen aufgenommenen Mittel in einem Subportfolio angelegt werden, auch eine Zweckwidmung ist wünschenswert. Wesentlich ist jedenfalls die Transparenz der Mittelverwendung, eventuell sollte auch eine Kontrolle durch externe Prüfer angedacht werden.

Der vierte und letzte Punkt der „Green Bond Principles“ beschreibt das Reporting. Emittenten sollten mindestens im jährlichen Rhythmus über den Stand ihrer durch Green Bonds finanzierten Projekte berichten. Eine Darstellung des konkreten Effekts der Projekte – also des Impacts – ist anzustreben. Zudem empfehlen die Principles, die Umsetzung der Emission von unabhängigen Dritten begleiten zu lassen. Etwa durch eine „second party consultation“, deren Ergebnisse dann auch veröffentlicht werden.

Eine solche „second opinion“ ist für Green- Bond-Emissionen mittlerweile fast schon zum Standard geworden. Dafür ist eine neutrale und objektive Sichtweise der beurteilenden Partei Grundvoraussetzung. Der Investor kann auf diese Weise eine Reihe von Details zur Emission und zu den Projekten ablesen.

Nachhaltigkeitsbewertung und Green Bonds

Die drohende Klimaerwärmung zählt heute auch an den Finanzmärkten zu den wesentlichen Herausforderungen. Green Bonds mit dem Hintergrund der Finanzierung von Klimaschutzprojekten zielen genau auf dieses Thema ab.

Im Rahmen seines thematischen Engagement- Prozesses hat sich das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management diesmal mit verschiedenen Emittenten zu Details des Themas Green-Bond-Emissionen ausgetauscht. Der Hintergrund dabei ist der Versuch, bei derartigen Emissionen den Vorwurf des „greenwashings“ (Grünfärberei) von Beginn an zu entkräften. Der von Raiffeisen Capital Management an die relevanten Emittenten versendete Fragebogen umfasst folgende Punkte:

  • Sind Ihnen Green-Bond-Emissionen bekannt, die Sie persönlich als „greenwashing“ betrachten würden?
  • Wie sieht der Prozess rund um die Emission eines Green Bonds in Ihrem Haus aus?
  • Wie beurteilen Sie das Reputationsrisiko, das mit einer Green-Bond-Emission verbunden ist, wenn es zu externer Kritik, etwa durch NGOs, kommt?
  • Erwarten Sie ein unterschiedliches Pricing bei der Emission eines Green Bonds durch seine Zertifizierung in ebendieser Kategorie?
  • Was wären aus Ihrer Sicht die theoretischen Konsequenzen, wenn die Mittel aus der Emission eines Green Bonds nicht entsprechend den ursprünglichen Commitments durch den Emittenten erfolgen?

Von den im Zuge unseres Engagement-Prozesses kontaktierten Emittenten haben uns mit einer Ausnahme alle Feedback gegeben.

Die erzielbaren Renditen sind bei Green Bonds annähernd gleich im Vergleich zu herkömmlichen Anleiheplatzierungen. Im Hintergrund steht für den Emittenten allerdings der Mehraufwand für den Aufbau interner Strukturen – wie Projektmonitoring – und für die „second opinion“. Das Unternehmen Verbund könnte sich bei einer weiteren positiven Entwicklung des Green-Bond-Markets vorstellen, dass die Preisgestaltung bei Green Bonds für den Emittenten attraktiver werden könnte. So würde der Emittent für seine Anstrengungen im Bereich Klimaschutz quasi „belohnt“. „Second opinions“ sollten nicht als Gefälligkeitsgutachten abgetan werden, da das in einem solchen Fall entstehende Reputationsrisiko nicht zu unterschätzen sei.

Im Fall von KfW wird zusätzlich zur „second opinion“ auch die Umweltwirkung der Emission zertifiziert. In Bezug auf mögliche Kritikpunkte von Investoren oder NGOs an Green-Bond- Emissionen sehen KfW, die Weltbank und Verbund die Transparenz der Transaktion als wesentlichste Möglichkeit, der Kritik zu entgegnen.

Generell haben Emittenten, die keine wirklich einwandfreien respektive den aktuellen Qualitätsansprüchen entsprechenden Green- Bond-Emissionen begeben, mit steigenden Reputationsrisiken zu kämpfen. Die Finanzierung von aus Umwelt- und Nachhaltigkeitssicht umstrittenen Projekten ist kaum mehr möglich.

Die Transparenzerfordernisse steigen, Investoren verlangen eine immer höhere nachhaltige Qualität. Unter andrem haben sich zuletzt auch NGOs wie der WWF des Themas Green Bonds angenommen


Den vollständigen Newsletter von RCM inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

* Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH

Momentum for short-term tactical play, CAPE for the longer run

We found the CAPE ratio gives a good signal for predicting longer-term equity returns in a model where we assume it will mean revert to its long-term average, says Edith Southammakosane, Multi-Asset Strategist at ETF Securities. However, it is not the best fit for investment periods shorter than four years. Instead, we found that a portfolio that uses the CAPE ratio as a momentum indicator has better chance to outperform. Shortening the average period used for earnings in calculating the CAPE ratio improves the performance of the short-term momentum model slightly.

In one of our previous notes, we created a tactical portfolio and showed how it performed compared to its strategic benchmark based on three rule-based models applied to equities, bonds and commodities respectively.

In this note, we are revisiting our equity model specifically as it has been the least efficient in signalling timely investment opportunities in the equity complex. We first look at the CAPE ratio and examine if it can be improved. We then provide a practical example of its enhanced returns in a portfolio.

The CAPE ratio

One commonly used ratio to assess whether a stock or an equity index is over or undervalued is the price-to-earnings (PE) ratio. In order to make it comparable over time, the price is adjusted for inflation (real price), as is the earnings per share (real earnings), resulting in the real PE ratio.

The CAPE (cyclically adjusted PE) ratio is the result of real price divided by the 10-year average of real earnings. If the CAPE ratio is above the 10-year average of the real PE, the equity index is seen as overvalued and vice versa.

In this note, we have replaced the average real PE by the median real PE to remove unnecessary noise in the data. We then take the difference between the CAPE and the current median real PE as an indicator of over/under valuation. We call this our ‘valuation indicator’.

The previous chart shows a relatively strong correlation between the valuation indicator and the index annual return (here the MSCI US Index). Since January 2014, both lines started to diverge, suggesting that valuation multiples may not be as efficient as they used to be in predicting equity returns.

Shortening the average period of earnings used

In this section, we tested whether using a shorter average earnings period would improve the signal provided by the CAPE. Our analysis shows that using the median earnings over a 5-year period (new valuation indicator) rather than the traditional 10-year period (old valuation indicator) improves the correlation between the valuation indicator and the index return since Janury 2014.

We believe the market has been willing to pay a premium for earnings visibility and therefore willing to re-rate already elevated multiples. We have observed a similar re-rating in the past, between 2005 and 2008, prior to the great financial crisis. In the following sections, we will look at how it translates in terms of performance in a portfolio of 27 equity indices.

The CAPE model for the longer run

In this section, we have created two portfolios based on the previous valuation indicators and compared them to our equity benchmark, a subcomponent of the MSCI AC World with the same index methodology but 27 constituents out of 48. Both portfolios assume that the CAPE ratio will mean revert to its long-term average. In both cases, the model overweights the five cheapest indices and underweights the five most expensive.

Our analysis shows that both portfolios outperform the benchmark if it holds its positions for at least four years as illustrated in the chart below. We observe that the portfolio using the new valuation indicator has a slightly better information ratio than the portfolio using the old valuation indicator (model 1).

The below table shows the performance of portfolios with a holding period of four years. Model 1 outperforms the benchmark by 0.3% with a lower level of volatility, enhancing the Sharpe ratio to 0.14 from 0.12.

In addition to higher returns and lower volatility, model 1 recovers faster to previous peak and provides better protection against the downside risk.

A model for short-term tactical play

In this section, we look for a model that can outperform the benchmark over a holding period shorter than four years. When model 1 is applied to a portfolio that rebalances every month, the Sharpe ratio declines to 0.10 as the annual return deteriorates.

For monthly returns, we find that a momentum strategy using the 5-year CAPE ratio works best. This new model (model 2) overweights the five most expensive indices while underweighting the cheapest five.

The above chart shows that model 2 outperforms model 1 and the benchmark by 0.7% and 0.4% per year, respectively, since January 1970. The Sharpe ratio improves from 0.12 for the benchmark, 0.10 for model 1 to 0.15 for model 2. The below table shows the performance of model 1 and model 2 when rebalancing every month.

Shortening the average period of earnings used from ten to five years in the valuation indicators shows a better correlation with the index annual return. In a portfolio of equity indices, a strategy based on a mean reversion of the CAPE outperforms the benchmark when the positions are hold over a period of four years at least. Using five-year average earnings rather than ten increases the outperformance slightly. Both portfolios based on the old and new valuation indicators enhance the Sharpe ratio from 0.12 for the benchmark to 0.143 on average. However, over a shorter holding period, the CAPE model underperforms and we found that a momentum strategy that actually overweights (underweights) expensive (cheap) markets works best. A portfolio that rebalances monthly using this momentum strategy enhances the Sharpe ratio to 0.15.

Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands in Hybrid Cities?

Business Wire Expertenbeitrag von Seval Dogan (links), Senior Marketing & Special Project Specialist bei Business Wire und Christine Riedmann-Streitz (rechts).

Als ein innovatives Unternehmen, beschäftigt sich Business Wire ständig mit der digitalen Transformation, den Trends und den Entwicklungen in der Kommunikationsbranche. Diesmal haben wir uns in diesem Zusammenhang mit dem Thema Marke auseinandergesetzt. Unsere Senior Marketing & Project Spezialistin, Seval Dogan, hat dazu ein Interview mit Christine Riedmann-Streitz, geführt, die kürzlich das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ veröffentlicht hat. Die Expertin für Marke, Innovation und Change ist tätig als Hochschul-Dozentin, Trainerin, Referentin und ist die Gründerin der Firma MarkenFactory.

Die Marke wirkt identitätsstiftend in der unternehmensinternen und -externen Kommunikation. Sie ist ein entscheidendes Instrument, um Anbieter und Angebote von Wettbewerbern zu differenzieren und eine Wiedererkennung für Produkte und Leistungen zu schaffen. In unserem Interview beschreibt die Autorin, wie die Digitalisierung die Welt für die Marke verändert und welchen Herausforderungen sie - auch im urbanen Raum - gegenüber steht, um nicht dem "digitalen Burn-out", so die Autorin, zu erliegen.

Seval Dogan: Sie sagen, dass Marken keine Erfindung der Neuzeit sind. Welche Funktion hat sie in Zeiten der Digitalisierung?

C. Riedmann-Streitz: Menschen haben die Marke erfunden, Jahrhunderte vor der Neuzeit, weil es ihnen wichtig war, Dinge, die ihnen bedeutsam waren, signalstark zu kennzeichnen und wiedererkennbar abzugrenzen. Das betraf Produkte (u.a. Ziegelsteine, Werkzeuge), Wirtschaftsbündnisse (wie die Hanse) oder gesellschaftlichen Status (z.B. Adelsfamilien). Die Kernfunktionen der Marke, für definierte Werte zu stehen, Orientierung zu bieten, langfristige Qualitätsversprechen zu geben, rationalen und emotionalen Nutzen zu stiften, sind im digitalen Zeitalter essentiell. Wir leben in einer Zeit, in der vieles volatil, unsicher, komplex, und mehrdeutig ist - auch als VUCA bezeichnet. Digitalisierung ermöglicht weltweiten Zugang zu Informationen und Angeboten mit der Folge multioptionaler Orientierungs­losigkeit. Uns mangelt es nicht an Korrelationen: Wir erfahren sofort, dass Kunden, die dies gekauft auch jenes gekauft haben. Mangel besteht an trag­fähigen Werten, Erkenntnissen, Versprechen. Zudem ist die starke Marke ein robuster Wirtschafts­­faktor mit erheblichem Anteil am Unternehmens­wert. Arbeitgeber spüren die Notwendigkeit einer starken Arbeitgeber-Marke, wenn sie im „War for Talents“ für Wunschkandidaten unattraktiv sind und Talente nicht binden können. Die Bedeutsamkeit der Marke für den Menschen nimmt im digitalen Zeitalter zu.

Seval Dogan: Das digitale Umfeld wirkt disruptiv auf die Marke. Welchen Einfluss übt die digitale Transformation auf die Marke aus?

C. Riedmann-Streitz: Die Auswirkungen sind gravierend. Mit der Konsequenz, dass Unternehmens-, Arbeitgeber-, Produkt-, Service- oder Personen-Marke zukunftsfähig aufgestellt werden müssen. Marken-Erfolg beruht auf der Wahrnehmung des Kunden, auf „Perceived Value“ und „Perceived Quality“. Der Identifikations­­grad mit der Marke entscheidet über den „Brand-Fit“ („die Marke passt zu mir“). Das gilt für B2B wie B2C. Digitalisierung jedoch verändert Kommunikation und Wahrnehmung. Entscheidungs­mechanismen werden durch Bots, Empfehlungsalgorithmen und automatisierte Prozesse auf den Kopf gestellt. Für die Marke wird es zunehmend schwieriger, das Nadelöhr der Aufmerksamkeit zu passieren. Nehmen Sie einen Onlineshop: Das Marken-Produkt wird in seiner Produktkategorie (z.B. Herrenuhren) entkontextualisiert (ohne sein Marken-Umfeld) zigtausenden verfügbaren Produkten gleichgestellt. Filter sind wahlweise Preis (aufsteigend oder absteigend), Neuheitsgrad oder vergebene „Sterne“. Die Marke läuft Gefahr, in ihren Grundfesten erschüttert zu werden.

Seval Dogan: Warum sind Veränderungsfähigkeit und Innovationskraft überlebenswichtig für Marken im digitalen Zeitalter?

C. Riedmann-Streitz: Weil die Marke ansonsten mit ihren Kunden altert, bis diese sich nach etwas Jüngerem, Attraktiverem umschauen. Wir beobachten dies u. a. in der Modebranche. Manche Marke muss sich vollkommen neu erfinden, um der Gleich­gültig­keitsfalle zu entkommen und nicht irrelevant zu werden. Eine starke Marke steht für Kontinuität und Verlässlichkeit mit einem klaren Marken-Versprechen, das auch in Zukunft gilt. Gleichzeitig greift sie den Zeitgeist auf, ist nah an ihren Kunden, kennt deren Bedürfnisse. Diese wandeln sich und so muss sich die Marke verändern und immer wieder überraschen können, will sie nicht aus der Zeit fallen. Die Herausforderung ist eindeutig: Einerseits dürfen Marken sich dem digitalen Wandel nicht verschließen, andererseits müssen sie sich vor dem digitalen Burn-out hüten.

Seval Dogan: In Ihrem Buch weisen Sie darauf hin, dass über 70% der Marken weltweit, über 90% der Marken in Europa, für die Menschen irrelevant sind. Sie würden diese Marken nicht vermissen, wenn es sie morgen nicht mehr gäbe. Wird es in der Zukunft noch Marken geben?

C. Riedmann-Streitz: Ich bin überzeugt, dass dies gelingen kann, wenn fundamentale Voraussetzungen erfüllt sind. Marken müssen die Digitalisierung annehmen, gezielt einsetzen und grundlegende Regeln beachten. Eine Marke kann Kunden nur für sich gewinnen, wenn alle Mitarbeiter von ihr überzeugt sind, doch viele Marken-Verantwortliche glauben nicht mehr an ihre Marke. Die meisten Mittelständler haben sich kaum damit auseinandergesetzt, wie sie ihre Marke für die Zukunft aufstellen müssen. Neue Technologien und Big Data stehen mit Marken im Wettstreit um dieselben Kunden. Die Situation wird verschärft durch zahlreiche Unternehmen, die Technologie in den Vordergrund stellen und Content vernach­lässigen. Doch Technologie ist immer nur Mittel zum Zweck, sie bietet selber keine Inhalte und Werte – auch kein Marken-Erlebnis, das Kunden begeistern, binden und Weiterempfeh­lung schüren kann. Big Data sind Unmengen an Daten, aus denen erst durch die richtigen, von Menschen gezogenen qualitativen Schlussfolgerungen Kunden-Nutzen entsteht.

Seval Dogan: Sie denken, dass sich starke Marken zu ‚Hybrid Brands‘ weiterentwickeln, die die physische Wirklichkeit und die virtuelle Realität bespielen. Was zeichnet ‚Hybrid Brands‘ aus?

C. Riedmann-Streitz: Marken müssen sich, wollen sie überleben zu Hybrid Brands weiterentwickeln. Denn neben der realen existieren die angereicherte (Augmented Reality) und die virtuelle Welt (Virtual Reality, Augmented Virtuality). Diese Welten vermischen sich - nicht nur in technischer Hinsicht, sondern in Wahrnehmung und Verhalten der Menschen. Kunden wollen, so ein Beispiel aus meinem Buch, sich mobil informieren, real shoppen (beraten von Verkäufern, die über zusätzliches Wissen verfügen und Erlebnisse bieten, die online nicht zu haben sind) und mobil bezahlen, der Einkauf gelangt per Delivery-on-Demand an den Bestimmungsort. Hybrid Brands vereinen das Beste aus realen und virtuellen Welten und sorgen für nahtlose Übergänge, da ihre Stakeholder künftig keine Brüche mehr akzeptieren. Die Zukunft ist „seamless“.

Seval Dogan: Sie beschreiben die Zukunft der Marken als ‚Hybrid Brands in Hybrid Cities‘. In welchem Zusammenhang steht dies mit der Urbanisierung.

C. Riedmann-Streitz: Schätzungsweise 2050 leben 70% der Weltbevölkerung in großen Städten. Hier verdichten sich die Herausforderungen künftigen Wirtschaftens, Arbeitens, Lebens. Großstädte und Megacities entwickeln sich zu Hybrid Cities, die sich u.a. „Location-based-Services“ zum Nutzen ihrer Bürger in öffentlichen und kommerziellen urbanen Räumen bedienen. Heute schon sammeln Anbieter im öffentlichen und kommerziellen Raum Daten über Passanten und Kunden per Gesichtserkennung (auch in Deutschland). Allerdings erfolgt dies ungefragt, ungeschützt und intransparent. Generell muss die Marke sich zur Hybrid Brand ausbilden; doch reicht eine unreflektierte Hybridität nicht aus zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

Seval Dogan: Welche Vision liegt Ihrem Buch zugrunde, was möchten Sie gerne Unternehmen und Menschen abschließend weitergeben?

C. Riedmann-Streitz: Die Zukunft beginnt jetzt. Die Frage lautet nicht: Was ist möglich? Sondern: Wie wollen wir künftig wirtschaften, arbeiten, leben? Welche Werte leiten unser Denken und Handeln? Diese Werte, dauerhafte Versprechen und Vertrauen sind Grundfesten erfolgreichen Wirtschaftens und funktionierender Gesellschaften. Die Marke übernimmt hier eine signifikante Rolle. Nur muss sie zusätzlichen Kriterien genügen, um Wirkungskraft zu entfalten und keinen digitalen Burn-out zu erleiden. Vor diesem Hintergrund habe ich in meinem Buch eine Vision entwickelt, was wünschenswert und zu tun wäre. Sie basiert auf einem Verständnis von Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht dem Primat technologischer Gelegenheiten, sondern des Nutzens für uns Menschen, die wir die Technologien erfunden haben, unterliegen. Digitalisierung kann reichlich Fortschritt, wirtschaftliche Effizienz, Komfort und Lebensqualität bringen, wenn sie gezielt ein­gesetzt wird und stets in der Kontrolle des Menschen bleibt. Meine Vision ist, dass Unternehmen und Kunden auch künftig an der Marke festhalten, wenn sie relevante Werte und Inhalte u.a. als Gegenstück zu digital gesteuerten Empfehlungen und Informationen bietet. Brands werden sich zu Hybrid Brands und weiter zu Humane Hybrid Brands entwickeln, um die von mir im Buch detailliert erläuterten Kriterien der Humane Customer Centricity konsequent einzulösen.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf businesswire.com.

Das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ finden Sie beim Springer Gabler Verlag.

Seven-year asset class forecast returns

Returns face further compression and investors seeking positive real returns would be advised to look at riskier assets: credit, equities and alternatives. Craig Botham, Emerging Markets Economist, provides a summary of Schroders' 2017 update on asset class returns forecasts.

Our seven-year returns forecast largely builds on the same methodology that has been applied in previous years, as explained in the appendix to this document; and has been updated in line with current market conditions and changes to the forecasts provided by the Global Economics team.

This document compares our current return forecasts to those last published in July 2016.

One key change this year has been a change to our methodology for forecasting credit returns, to incorporate the effects of quantitative easing (QE). A full description can be found in the appendix.

Summary

Table 1 below shows our forecast returns for the 2017–24 period. Cash and bond returns are largely expected to be negative in real terms, unsurprising perhaps given the continued low rate environment.

Investors seeking positive real returns would be advised to look at riskier assets: credit, equities and alternatives.

However, even here it seems positive returns are not assured. European credit and equities, for example, are both expected to yield negative real returns over the forecast horizon.

Table 1: Seven-year asset class forecasts (2017-2024), % per annum

Seven-year asset class forecast returns table

Note: *Thomson Datastream’s indices. Source: Schroders Economics Group, Schroders Property Group, July 2017.


This article has first been published on schroders.com.

Please find the full analysis of asset class returns here.

Protektionismus – makrostrategische Asset Allokation als Antwort auf steigende Risiken für institutionelle Portfolios

von Koon Chow, Emerging Markets Macro and FX strategist, UBP London.

Protektionismus ist für Investoren ein Thema mit politischen, wirtschaftlichen, soziokulturellen, aber auch religiösen Facetten. Protektionistisch agieren können nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen und einzelne Menschen. Der österreichisch-amerikanische Ökonom Ludwig von Mises (1881-1973) bezeichnete Protektionismus sogar als eine Art „Kriegsführung“. Institutionelle Anleger sehen politischen Isolationismus, wirtschaftlichen Protektionismus und Währungsprotektionismus mit Skepsis, da von all diesen Spielarten einzeln oder in Kombination negative Auswirkungen auf Anlageportfolios ausgehen können. Wir verstehen Protektionismus als ein Paket von Maßnahmen zur Steuerung des Personen-, Waren- und Kapitalverkehrs, und mit der Steuerung des Personenverkehrs auch zur Kontrolle über Kompetenzen und Know-how in einer Volkswirtschaft.

Das Thema Protektionismus betrifft sowohl Schwellenländer als auch Industrieländer. Derzeit leiden viele westliche Länder und die Menschen dort an einer Art „Globalisierungsmüdigkeit“. Die Gründe dafür sind vielfältig. Politiker und Ökonomen weltweit erkennen jedoch langsam, dass die Globalisierung zwar einerseits die kollektive Wirtschaftsleistung steigert, andererseits aber auch eine der Ursachen für wachsende wirtschaftliche Ungleichheit in Industrieländern ist und für einige Schwellenländer den negativen Effekt hat, sie auf ihrem Weg zu durchschnittlichen Wachstumsraten wie in den Industriestaaten auszubremsen. 

Politischer Protektionismus in Reinkultur

In der Politik wird zunehmend die protektionistische Karte gespielt: Das Brexit-Referendum und die Wahl in den USA im letzten Jahr wurden hauptsächlich mit protektionistischer Rhetorik und Versprechen an eine Bevölkerung gewonnen, deren Schutzbedürfnis vor diversen potenziellen Gefahren wächst. Bei den Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich behielten zur Erleichterung der Anleger konservative marktwirtschaftlich orientierte Kräfte die Oberhand, aber auch diese Kandidaten gaben sich nicht als Globalisierungsenthusiasten. Der Brexit hatte für Investoren auch unmittelbar spürbare Währungseffekte: Der Wechselkurs des britischen Pfunds fiel in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung des Abstimmungsergebnisses um durchschnittlich 9% (Quelle: Bloomberg). 

Die subtilen Facetten des wirtschaftlichen Protektionismus

Wirtschaftlicher Protektionismus kann sich auf Anlageportfolios auswirken, da eine protektionistische Politik die Spielregeln für das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen und Staaten neu definiert und damit auch Ertragsströme umlenkt. Die Auswirkungen einer protektionistischen Politik sind jedoch schwer zu quantifizieren, da es mittlerweile sehr subtile protektionistische Strategien gibt und auch neue Freihandelsabkommen mitunter eine protektionistische Stoßrichtung haben. Das von Ex-Präsident Obama vorangetriebene und nun von Donald Trump als neuem US-Präsidenten wieder ad acta gelegte TPP (Trans Pacific Partnership) beispielsweise wurde als Freihandelsabkommen zwischen den USA und elf wichtigen Pazifikländern propagiert. Nach Meinung von Ökonomen des Petersen Institute hätte das Abkommen den USA jährliche Exportsteigerungen von mehr als USD 360 Mrd. bringen und auch bei den anderen Unterzeichnerstaaten für Exportwachstum sorgen können. Doch diese starken positiven Außenhandelsimpulse für die Unterzeichnerstaaten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass China ausdrücklich von TPP ausgenommen war, was darauf schließen lässt, dass damit auch der wirtschaftliche Einfluss Chinas beschnitten werden sollte. Echte Globalisierung sieht anders aus. Klare Beispiele für wirtschaftlichen Protektionismus (die laufenden Brexit-Verhandlungen und die Nafta-Neuverhandlungen) befinden sich noch in einem frühen Stadium. Es wird voraussichtlich noch einige Jahre dauern, bis zu erkennen ist, wie die Neuregelung des Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs in Zukunft aussehen wird. Die volkswirtschaftlichen Kosten von Protektionismus zu bestimmen, ist daher ein schwieriges Unterfangen. 

Währungsprotektionismus und seine Grenzen

Währungsprotektionismus ist eine weitere Form von Kontrolle und Einschränkung des freien Kapitalverkehrs. China ist trotz seiner Freihandelsabkommen verstärkt darum bemüht, den Kapitalverkehr seiner Bürger mit dem Ausland zu kontrollieren. Chinesische Unternehmen und Haushalte haben sich in den vergangenen zehn Jahren verstärkt an internationalen Märkten engagiert und damit begonnen, in erheblichem Umfang in ausländische Aktien, Anleihen und Unternehmen zu investieren (Schätzungen des American Enterprise Institutes zufolge sind aus China zwischen 2005 und 2016 ca. USD 1,5 Bio. an Investitionen in Unternehmen und Bauvorhaben außerhalb des Landes geflossen). Dieser Kapitalabfluss hat den chinesischen Renminbi destabilisiert. Die chinesische Regierung hat daraufhin in den letzten zwei Jahren versucht gegenzusteuern (zum Beispiel durch Anreize für chinesische Unternehmen, weniger im Ausland zu investieren, durch Kontrollen in Bezug auf die Einhaltung der für Privatpersonen geltenden Ausfuhrregelungen für Bargeld und durch verstärkte Überwachung der bestehenden Regelungen für die Kapitalausfuhr durch chinesische Unternehmen). Die Maßnahmen zeigen in diesem Jahr erste Erfolge, ganz stoppen lassen dürfte sich der Kapitalabfluss damit jedoch kaum. 

Neue Wege finden

Doch während in einigen Ländern der Protektionismus auf dem Vormarsch ist, sehen andere Staaten neue Chancen. Dies gilt insbesondere für die Schwellenländer, wo neue Allianzen geschlossen werden, bestimmte Branchen florieren und neue regionale Märkte sondiert werden. Anleger, die protektionistischen Tendenzen trotzen wollen, sollten bei ihren Anlageentscheidungen insbesondere auf die folgenden drei Trends setzen.

Es handelt sich dabei nicht um völlig neue Trends, die sich aber, zumindest in Asien, bereits bewährt haben.

Erstens sollten Investoren Branchen und ihr künftiges Potenzial genauer analysieren: Rohstoffaktien haben sich im Vergleich zu Industrieaktien in den letzten 12 Monaten bis Mai 2017 sehr gut entwickelt. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Anders als im Technologie- und Finanzsektor gibt es zu Rohstoffen aus anderen Ländern nicht immer eine Alternative vor der Haustür. Wenn die USA seltene Metalle nicht mehr aus China importieren, bekommt Tesla Probleme mit der Herstellung der Motoren und Batterien für seine Fahrzeuge.

Zweitens intensivieren die Schwellenmärkte ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, sowohl untereinander als auch zu China, und sie könnten vor allem auch engere Handelsbeziehungen zu Japan knüpfen. Während China in Afrika bereits führend ist, liegt der Fokus nun auf Lateinamerika, wo es kürzlich verstärkt in eine Reihe von Unternehmen investiert hat (Chinesische Investitionen in Unternehmen und Bauvorhaben in Lateinamerika haben sich laut American Enterprise Institute (Stand 31.12.2016) in den letzten drei Jahren auf ca. USD 20 Mrd. jährlich verdoppelt). Diese Entwicklung steht zwar noch ganz am Anfang, aber China hat sich bereits den Zugriff auf eine Vielzahl halbstaatliche Unternehmen gesichert, die Zugang zu lokaler Ersparnis und internationalen Krediten haben, um ihre Investitionen in Lateinamerika zu finanzieren. Länder, die sich um gute politische Beziehungen zu China und anderen großen Freihandelsbefürwortern (wie Japan oder Europa) bemühen, werden in einem Klima des wachsenden Protektionismus voraussichtlich am besten fahren. 

Drittens hat sich insbesondere in Asien ein Modell bewährt, das darauf abzielt, über die Ankurbelung der Binnennachfrage mit begrenzter staatlicher Wirtschaftsförderung ein höheres BIP-Wachstum zu erzielen und einige positive Beispiele hervorgebracht hat. Staatliche Entwicklungsbanken unterstützen mittlerweile Branchen, die in der Vergangenheit stark importabhängig waren, und China kauft Unternehmen, die Komponenten für bestimmte Industrien herstellen, um sich durch Know-how-Transfer in der Wertschöpfungskette hochzuarbeiten. Das ist nichts Neues – Japan verfolgte in den 1960er-70er Jahren einen ähnlichen Ansatz, wie auch Korea in den 1980er-90er Jahren. Im Elektroniksektor gibt es eine Fülle von Beispielen für internationale Marken, die von anderen übernommen wurden, teilweise mit irgendeiner Form von staatlicher Unterstützung in der Vergangenheit. So hat bei Fernsehgeräten Korea dem lange dominanten Japan mittlerweile den Rang abgelaufen. Auch am Markt für Mobiltelefone hat es ähnliche Entwicklungssprünge gegeben. Nokia war in den1990er Jahren Leidtragende dieses Prozesses, als das Unternehmen von Apple an den Rand gedrängt wurde, dessen Smartphone-Sparte wiederum in den letzten fünf Jahren Marktanteile an koreanische Unternehmen wie Samsung und LG verloren hat, die nun mit Huawei und Xiaomi aus China starke Konkurrenz bekommen haben. Dasselbe Bild bietet sich im Automobilsektor. Das Geschäft verlagert sich von Japan nach Korea und verstärkt nach China. Die Geschichte kennt viele Beispiele von Unternehmen in einem bestimmten Sektor, die mit gewisser staatlicher Unterstützung zunächst den Heimatmarkt erobern, um dann auch international zu expandieren. Natürlich gibt es auch Beispiele, in denen dieses Modell nicht funktioniert hat (man denke an die stahlverarbeitende Industrie Lateinamerikas in den 1970er Jahren). Dabei handelte es sich jedoch um Sektoren mit geringem Technisierungsgrad, in denen Marken keinen großen Wert haben.

Fazit

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat es auf dem diesjährigen World Economic Forum in Davos mit seinen philosophischen Worten vielleicht am besten ausgedrückt: „Protektionismus ist wie sich in einen dunklen Raum einzusperren. Wind und Regen kommen dann zwar nicht herein, aber auch keine Sonne und keine Luft. In einem Handelskrieg gibt es keine Sieger.“ Institutionelle Anleger sind deshalb gut beraten, den verschiedenen Spielarten des Protektionismus im Rahmen der Asset Allokation Rechnung zu tragen. Wie oben ausgeführt, empfiehlt sich dazu ein makrostrategischer Ansatz mit gezielter Ausrichtung auf bestimmte Länder und Branchen.