Nach US-Wahl - Marktvolatilitäten steigen

Nach kurzfristigen Ausschlägen an den Börsen kehrt dort nach der US-Wahl wieder weitgehend Ruhe ein. Allerdings dürften die Märkte weiterhin von Unsicherheit geprägt bleiben, solange noch nicht genau bekannt ist, welche Politik der neue US-Präsident Donald Trump fahren wird. Arnd Sieben, CIO der BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH: „Zukünftig erwarten wir deutlich höhere politische Unsicherheiten und steigende Marktvolatilitäten.“

Leitzinsen könnten deutlich schneller steigen

Die tatsächlichen Auswirkungen der Präsidentschaft Trumps hängen nun also vom Umfang der Umsetzung seiner propagierten Maßnahmen ab. Sollte er seine Steuerpläne umsetzen, so werden die immensen Steuerkürzungen den Staatshaushalt belasten und die Staatsverschuldung antreiben. In der mittleren Frist werden Ausgabenkürzungen die Folge sein. Sollte die FED regelgebundener agieren (müssen), so werden die Leitzinsen deutlich schneller steigen und die Treasuries leiden. Die mit Trump verbundene Unsicherheit wird die EZB dazu veranlassen, von Tapering-Überlegungen zunächst Abstand zu nehmen. Wichtige Handelspartner wie China und Deutschland werden unter dem Protektionismus der USA leiden.

Multi Asset-Strategien gewinnen an Bedeutung

An den Aktienmärkten rechnet die BayernInvest dennoch mit einer Jahresend-Ralley. Aktien aus den Bereichen Infrastruktur, Waffen und fossile Brennstoffe sollten zu den Gewinnern des US-Wahlausgangs zählen. Für institutionelle Investoren gewinnen Multi Asset-Strategien weiter an Bedeutung. Sie ermöglichen flexible taktische Allokationsentscheidungen aufgrund zunehmender Unsicher-heiten an den Kapitalmärkten.