ETF Securities Marktüberblick November 10, 2014

In der vergangenen Woche gewann die amerikanische Wirtschaft weiter an Schwung, was durch die amerikanischen Arbeitsmarktdaten (Beschäftigte außerhalb der Landwirtschaft) und den starken Zahlen des US ISM-Einkaufsmanagerindex bestätigt wurde. So konnten in den USA im Oktober 214.000 neue Jobs verzeichnet werden.
Aufgrund der verkürzten Woche von den amerikanischen Märkten werden Anleger besonders die europäischen Schlagzeilen dieser Woche verfolgen, welche unter anderem die BIP-Daten der Eurozone für Q3 und den vierteljährlichen Inflationsbericht der Bank of England miteinschließen werden. 

Rohstoffe
Preiskorrektur treibt Mittelzuflüsse in Edelmetallen auf acht-Wochen-Hoch
Während die Preise für Edelmetalle in der vergangenen Woche stark gefallen sind, konnten deutliche Kapitalzuflüsse in Platin, Palladium und Silber verbucht werden. Da sich der weltweite Konjunkturzyklus weiter verbessert, wird die Nachfrage nach mehr industriel genutzten Edelmetallen wahrscheinlich auch wieder anziehen, was dabei helfen sollte die erlittenen Verluste dieser Metalle (die aufgrund der Korrelation zu Gold entstanden sind) wieder wett zu machen. Da alle Edelmetalle nahe oder unter ihren Produktionsgrenzkosten gehandelt werden, gehen wir davon aus, dass Minen den Metallabbau zurückfahren werden. Damit wird das Angebot gemindert, was wiederum die Preise unterstützen sollte.
Nach den gestiegenen Nachfrageerwartungen aufgrund des ersten Wintereinbruchs in den USA, ist der Henry Hub Preis um beinahe 15% auf über 4 USD gestiegen. Da die Lagervorräte derzeit 8% unter dem 5-Jahresdurchschnitt sind, fürchten Investoren eine Angebotsverknappung für Gas. Nichtsdestotrotz geht die National Oceanic and Atmospheric Administration für die Wintersaison in 2014/15 von wärmeren Temperaturen als im Durchschnitt aus. Im Rahmen dieser Prognose wird mit einem wärmeren Wetter im Westen und in Neu-England, sowie mit kälteren Temperaturen im mittleren Süden und im Südosten der USA gerechnet. Obwohl die EIA für das verbleibende Jahr einen geringeren Konsum als noch im letzten Jahr prognostiziert (4,5 bcf/d weniger als die durchschnittliche Nachfrage), wächst die Produktion weiter an. Zusammen mit einer geringeren Nachfrage könnte die gestiegene Produktion von Erdgas die Vorräte in den Lagern weiter ansteigen lassen, was sich negativ auf die Preisentwicklung auswirken sollte.
In der Zwischenzeit hat das Verhältnis von Gold zu Silber in der Vorwoche ein 5-Jahreshoch erreicht, da der Silberpreis um beinahe 9% auf 15 USD die Unze fiel.
Da sich die Silberpreise nun auf dem Produktionsgrenzkostenniveau befinden, denken wir, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann Silber wieder seinen Glanz zurück erhält.

Aktien
Weltweite Aktienwerte bauen ihre Gewinne aus
Obwohl die europäische Kommission ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone nach unten revidierte, konnte der DAX weiter an Wert zulegen. Während der Bericht davon ausgeht, dass die Inflation in der Eurozone weiter unterhalb des angestrebten Ziels bleibt und die Arbeitslosigkeit weiterhin erhöht bleibt, sollten irgendwann die Konjunkturprogramme der EZB ihre Wirkung auf die Realwirtschaft entfalten können.
Ebenso konnte der FTSE100 Index in der vergangenen Woche zulegen. Unter den Industrieländern konnte das Vereinigte Königreich im vergangenen Jahr am besten abschneiden und wir erwarten, dass sich diese starke Performance zunehmend auf die Kursentwicklung des Aktienmarktes in 2015 widerspiegeln sollte.
Die anhaltende Stärke des amerikanischen Arbeitsmarktes beflügelten Aktienwerte in den USA in der vergangenen Woche. Der Russell 2000 small caps index und der ROBO-STOX® Global Robotics and Automation Index TR konnten so um 1,4% und um 1,2% ansteigen.

Währungen
Anhaltender Währungskrieg
Die heimlichen Währungskriege werden der EZB und der japanischen Zentralbank werden mittels riesigen Mengen an Konjunkturpaketen geführt, welche wiederum zu einer Abwertung der jeweiligen Währung führen. Obwohl eine schwächere Währung sich wahrscheinlich nur am Rande auf die Wirtschaftstätigkeit eines Landes auswirkt, ist eine importierte Inflation kritisch, da beide Wirtschaften Energie-Importeure sind. Denn ein geringerer Öl-Preis kann sich nur negativ auf die Inflation auswirken. Mit deflationären Tendenzen haben beide Wirtschaften jedoch bereits seit Jahren zu kämpfen. Sowohl der Euro, als auch der Yen werden für viele Jahre hinweg die weltweiten Finanzierungswährungen bleiben. Da von der Eurozone kein Wirtschaftswachstum in Q3 erwartet wird, wird es der Euro schwer haben Fortschritte gegen die geplanten Konjunkturpakete der europäischen Zentralbank zu machen. Dementsprechend werden die Zinssätze in der Eurozone in 2015 niedrig bleiben oder sogar negativ erwartet. Als Kontrast hierzu gehen wir von einer Zinserhöhung der FED im Q2 im nächsten Jahr aus.