F&C Investments: „Japan befindet sich auf dem Weg der Besserung“

Die Wirtschaftspolitik von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe beginnt zu wirken. Das ist die Einschätzung von Steven Bell, Chefvolkswirt von F&C Investments. „Die Wirtschaftsentwicklung in Japan war 2014 fraglos enttäuschend – aber es mehren sich die Zeichen, dass das Blatt sich gewendet hat. Bereits im laufenden Quartal dürfte das Wachstum zurückkehren“, erklärt er. Am 18. November hatte Abe vorgezogene Neuwahlen angekündigt, nachdem Japans Wirtschaft überraschend in die Rezession abgerutscht war. Die Indikatoren deuten laut Bell allerdings darauf hin, dass die lockere Geldpolitik und die staatlichen Konjunkturprogramme zu wirken beginnen. So hätten sich die Haushaltseinkommen infolge gestiegener Beschäftigungszahlen und Löhne verbessert, und auch das Volumen der Maschinenbestellungen habe angezogen. Die schwache Konjunktur im dritten Quartal sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen ihre Warenbestände reduziert hätten. „Nach den Wahlen dürfte auch das Potenzial für strukturelle Reformen steigen und somit auch der dritte Pfeil der ‚Abenomics‘ genannten Wirtschaftspolitik treffen“, so Bell.

Märkte haben Sieg Abes bei den kommenden Neuwahlen eingepreist
Ein Sieg Shinzo Abes bei den kommenden Wahlen dürfte sich positiv auf den globalen Risikoappetit auswirken. Allerdings rechnet Bell für diesen Fall nicht mit einer starken Reaktion der Märkte, da diese den Sieg größtenteils bereits eingepreist hätten. „Eine Niederlage Abes wäre natürlich ein herber Rückschlag für Japans Reformkurs. Es besteht eine gewisse Gefahr, dass Japan wieder tiefer in Rezession und Deflation abrutscht. Allerdings sollte man nicht übersehen, dass die bereits eingeleiteten Maßnahmen auch dann weiterhin ihre positive Wirkung entfalten werden“, betont er. Japanische Aktien seien hinsichtlich der meisten Kriterien günstig bewertet. Anders als in den meisten anderen Märkten hätten die Unternehmen in Japan ihre Gewinne in diesem Jahr steigern können. Zudem sieht Bell Anzeichen für echte Veränderungen innerhalb der Unternehmen. „Viele dieser Entwicklungen sind durch die ‚Abenomics‘ angestoßen worden, aber einige der positiven Trends haben tiefere und langfristigere Wurzeln“, analysiert der Experte.

Japan kann Kapitalabflüsse verkraften
Auch für den Fall, dass Investoren nun Geld aus Japan abziehen, sieht Bell das Land besser gewappnet als in den Jahren zuvor. In der Vergangenheit seien heimische Investoren wenig aktiv gewesen. „Ausländische Investoren haben eine wichtige Rolle gespielt und waren auch der zentrale Treiber hinter der Rally des vergangenen Jahres. Jetzt engagieren sich sowohl private Sparer als auch der staatliche Pensionsfonds stärker, so dass der japanische Markt aus eigener Kraft Zugewinne verzeichnen kann“, erklärt er. Eine mögliche starke Abwertung des Yen berge vor allem politische Risiken. So könnten andere Länder der Region oder auch die USA versucht sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zudem könne die politische Unterstützung Abes im eigenen Land nachlassen, wenn die Kaufkraft der Konsumenten geschwächt würde. „Da Japan jedoch zu den weltweite größten Gläubigern gehört, dürfte das Land nicht ernsthaft in Schwierigkeiten geraten“, schließt Bell.

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