ETF Securities Marktüberblick November 25, 2014

Zyklische Anlagen haben in der vergangenen Woche weitgehend eine gute Performance gehabt, da die Zentralbanken wiederholt für wirtschaftliche Unterstützung sorgten. Die Anlegerstimmung wurde in der vergangenen Woche beflügelt, nachdem die europäische Zentralbank erneut versprach alles zu unternehmen was nötig ist („to do whatever it takes“) um die deflationären Risiken abzuwehren. Trotz der Stärke des US Dollars konnte Gold  an Wert zulegen und könnte dies auch weiterhin tun. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Preis nach Wochen der Abwertung aufgrund des schweizerischen Goldreferendums seine Talsohle erreicht hat.
Die EZB hat mit dem Kauf von Asset-Backed-Securities (ABS) begonnen, was eine Ausweitung ihres quantity easing-Programms darstellt, während die Zentralbank in China (People’s Bank of China) die Zinsen senkte, um die schwache Nachfrage zu beleben.

Rohstoffe
Gold im Fokus, da Schweizer Referendum bevorsteht
In der vergangenen Woche konnten Zuflüsse in Gold mit $132 Mio. ihren Höchststand seit Februar 2013 verzeichnen, nachdem der Preis um 2,4% zulegte. Da dieser nahe den Produktionskosten gefallen ist (wir schätzen diese auf $1100/oz), glauben Anleger immer mehr, dass die Minenproduktion in 2015 zurückgefahren wird, um das Angebot zu verknappen. Am Ende dieser Woche wird die Schweizer Bevölkerung darüber abstimmen, ob ihre Zentralbank 20% ihrer Vermögenswerte in Gold halten muss. Während sich lediglich 38% der Bevölkerung für diesen Vorschlag ausspricht, besteht die Gefahr, dass es zu mehr Unterstützung am Tag der Abstimmung kommen könnte. Wenn der Vorschlag angenommen wird, erwarten wir eine deutliche Erholung von Gold. So konnte der Preis für Gold in der vergangenen Woche bereits um 2,4% ansteigen, während Silber um 2,9% an Wert zulegte.
Erdgas erholte sich in der vergangenen Woche um 13,7%, da ein Kälteeinbruch die Gasspeicherbestände verringerte. In Zeiten hoher Nachfrage ist der Transport von Erdgas in New York und Neuengland sehr eingeschränkt. Die kalten Klimabedingungen in der vergangen Woche führten besonders in der nordöstlichen Region in den USA zu einer hohen Nachfrage. 
Sojabohnen und Mais fielen jeweils um 3,2%, da die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines El Nino ein gutes Zeichen für die Anbaubedingungen für die Ernte in Südamerika in den kommenden Monaten  ist. Das Australian Bureau of Meteorology stufte die Möglichkeit eines El Nino von zuvor 50% auf nun 70% ein.
Nickel erholte sich um 6,2%, da Indonesien sein Ausfuhrverbot für Erz bekräftigte. 

Aktien
Goldminen konnten gemeinsam mit Gold an Wert zulegen
Mit einem Kursanstieg von 8,9% in der vergangen Woche konnte der DAXglobal Gold Miners Index seine Erholung von seinem Rekordtief der Woche fortsetzen. Dieser folgte damit der Wertsteigerung von Gold, wenn auch in einem volatileren Pfad. Während Anfang dieses Jahres die Goldminenwerte Gold in der Kursentwicklung noch übertrafen, mussten diese in den jüngsten Monaten nach dem Sturz des Spotpreises von Gold auf das 1,200 $/oz-Niveau ihre Gewinne wieder abgeben. Denn dies verkleinert die Gewinnspannen für Produzenten mit hohem Kostenaufwand. In der Zwischenzeit legten europäische Aktien nach den gemäßigten Kommentaren zum Anleihekaufprogramm der EZB von Mario Draghi zu, welches den Kauf von Staatsanleihen weiter ausweiten wird, wenn die Inflation weiterhin unter den Erwartungen des mittelfristigen Ziels zurückbleiben sollte (= unter, aber nahe 2%). DAX 30 und FTSE MIB stiegen um 2,55% und um 2,27%, da Investoren damit rechnen, dass Konjunkturpakete ausgeweitet werden.

Währungen
Schweizer Gold-Referendum als Haupttreiber der CHF-Stärke
Wir erwarten, dass der Schweizer Franken weiter an Wert zulegen wird. Wenn die Initiative „Save Our Swiss Gold“ Erfolg haben sollte, wird dies die Zusage der Schweizer Nationalbank (SNB) testen, ob Sie Ihren Kurs der Währungspolitik gegenüber dem Euro beibehält. Ein positives Ergebnis des Referendums würde bedeuten, dass der CHF eine stärkere Golddeckung haben würde, was wiederum die Attraktivität für Investoren erhöht, die nach einem Exposure nach realen Vermögensgegenständen in einer unsicheren Zeit der europäischen Volkswirtschaften suchen. Die jüngsten Umfragen haben gezeigt, dass eine Befürwortung des Referendums bei den Wählern schwindet, da die Kampagne der Zentralbank gegen den Vorschlag auf einen großen Anteil von unentschlossenen Wählern abzielt. Dieser große Anteil von unentschlossenen Wählern wird wahrscheinlich der Schlüssel für das Endergebnis sein. Dennoch scheint der Markt die Möglichkeit eines positiven Ergebnisses des Referendums noch nicht eingepreist zu haben. Daher erwarten wir, dass die Risiken und Chancen für den Schweizer Franken (und Gold) deutlich nach oben ausgerichtet sind.