Aktien: Das Jahr begann, wie das vorige geendet hat...

... nämlich mit steigenden Kursen an den Aktienbörsen, zumindest bis Mitte Jänner. Vor allem Technologiewerte und einige Emerging Markets, wie auch Russland und China, konnten gut zulegen. Die Beilegung des Handelsstreits und die wieder aufkommende Konjunkturhoffnung in China und damit Asien unterstützten diesen guten Start ins neue Jahr.

Dann kam das Coronavirus in die Quere und Börsen reagieren ja bekanntlich recht heftig auf negative Nachrichten, gerade wenn sie sich ohnehin in einer technisch überkauften Lage befinden. Die Volatilität sprang an, es folgte die schwächste Woche seit August 2019. Leidtragend war nicht nur China, sondern auch exportorientierte Märkte wie Europa. Die Auswirkungen treffen kurzfristig vor allem den Dienstleistungssektor (Tourismus) und zyklische Werte. Wie robust die Aktienmärkte dennoch sind, zeigen die USA – vor allem im Technologiesektor – und damit der Welt­Index, der sich kaum erschüttern ließ.

Der schwache Start des ATX hat seine Gründe in der Indexzusammensetzung mit Dominanz von Finanz, Öl und zyklischen Werten.

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Aktien USA und Europa: Gewinnwachstum kann entscheidend werden

Die Entspannung im Handelskonflikt in Kombination mit vereinzelten vorsichtig optimistischeren Konjunkturdaten sorgte generell für eine gute Unterstützung der Aktienmärkte. Im Gegensatz zu 2018 waren im vergangenen Jahr die Unternehmensgewinne kein relevanter Faktor. Das Gewinnwachstum war de facto null, somit erhöhten die Kursgewinne am Aktienmarkt die Bewertung merklich. Dennoch sollten heuer Unternehmensgewinne wieder ein bestimmender fundamentaler Faktor werden.

Die Gewinnqualität – gemessen an der erzielten Marge – war bisher respektabel, zieht man in Betracht, dass sich die Kostenbasis (Löhne, Gehälter, Rohstoffe) für die Unternehmen sukzessive erhöht hat.

Für das Jahr 2020 wird derzeit in den USA mit einem Gewinnwachstum von 9 % gerechnet, wobei die Prognosen vom Jahresbeginn in der Regel in den Folgemonaten nach unten revidiert werden. Trotz einiger kurzfristig warnender Signale setzen wir auf eine weitere Verbesserung bei den Fundamentaldaten und sind daher nun in Aktien übergewichtet.

Der asiatische Raum scheint sich mittlerweile konjunkturell zu erholen. Das findet mittlerweile auch bei der Gewinnentwicklung von Emerging-Market-­Aktien seinen Niederschlag: der Gewinnrückgang, der seit Anfang 2018 angehalten hat, scheint beendet zu sein. Damit konnten sich Schwellenländeraktien im Vergleich zum entwickelten Aktienraum endlich wieder von der etwas freundlicheren Seite zeigen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, zumindest nach der aktuellen Irritation.