5 Gründe sprechen für Japans Aktienmarkt

Mit Blick auf das Jahr 2021 identifiziert das Japan Equity Team von Nikko AM fünf Schlüsselthemen für die Zeit nach der Corona-Pandemie, die sich positiv auf Japans Unternehmen auswirken dürften: 

Chinas Erholung

Japans zweitgrößter Handelspartner erholt sich schnell von den negativen Corona-Auswirkungen. Etwa 20 % der japanischen Exporte fließen dorthin. Das Exportgeschäft mit China hat sich in der Pandemie deutlich stabiler entwickelt das als mit den USA. Die Nachfrage nach japanischen Werkzeugmaschinen ist ein Beispiel für die Rolle, die eine starke chinesische Wirtschaft spielt. Die Aufträge der Branche stiegen im November 2020 im Jahresvergleich um 8 % und markierten damit zum ersten Mal seit 26 Monaten ein positives Wachstum. 

Die Neuwagenverkäufe in China werden voraussichtlich die des Jahres 2020 übertreffen. Darüber hinaus haben China, Südkorea und Japan vor anderen Handelspartnern die Beschränkungen für Geschäftsreisen untereinander gelockert. Das dürfte auch den geschäftlichen Austausch zwischen Japan und China beleben. 

Japan ist gut positioniert, um vom Nachfragewachstum in China zu profitieren, da das Verhältnis zwischen Washington und Peking trotz des Wechsels im Weißen Haus angespannt bleiben dürfte. 

Deregulierung und Digitalisierung

Premierminister Yoshihide Suga, der sein Amt im September 2020 antrat, dürfte seine Position im Jahr 2021 festigen und damit die Basis für eine langfristige Regierung schaffen. Suga steht 2021 vor mehreren Herausforderungen. Die wichtigste ist die Pandemie, die zumindest in der ersten Jahreshälfte ganz oben auf der Agenda der Regierung stehen dürfte.

Der vollgepackte politische Kalender sieht außerdem im September die Präsidentschaftswahlen der regierenden Liberaldemokratischen Partei und die Unterhauswahlen im Oktober vor. Es wird erwartet, dass Suga sich auf populäre Maßnahmen konzentrieren wird, um seine Zustimmungswerte zu erhöhen. Dazu dürften Veränderungen bei der Krankenversicherung ebenso gehören wie der Druck auf die Telekommunikationsunternehmen, ihre Mobilfunkgebühren zu senken.

Ein weiteres Deregulierungsziel betrifft die digitale Technologie. Laut der im Juli veröffentlichten E-Government-Rangliste der Vereinten Nationen lag Japan im Jahr 2020 auf Platz 14, vier Ränge schlechter als im Jahr 2018. Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie sehr die Digitalisierung des öffentlichen Sektors in Japan ins Hintertreffen geraten ist. Suga hat die „digitale Transformation“ (DX) der öffentlichen Verwaltung zu einem seiner wichtigsten politischen Pfeiler gemacht. Bis 2025 soll dieser Prozess abgeschlossen sein; die Investitionen in die entsprechenden Systeme dürften im laufenden Jahr beginnen. Hinzu kommen steuerliche Förderungen für privatwirtschaftliche Investitionen in digitale Lösungen wie z.B. Cloud-basierte Systeme.

Reduktion von CO2-Emissionen

2021 könnte für Japan ein Schlüsseljahr auf dem Weg sein, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird u.a. die Nutzung und Produktion von Wasserstoff gefördert. Auch hier erwägt die Regierung Steuererleichterungen.

Die Regierung hat ihr Ziel für die Wasserstoffnutzung im Jahr 2030 von ursprünglich 300.000 Tonnen auf 10 Millionen Tonnen deutlich erhöht. Dafür möchte sie technologische Durchbrüche in der Wasserstoffproduktion fördern und Veränderungen auf der Nachfrageseite anstoßen. Dieser Vorstoß dürfte einer Vielzahl von Branchen zugutekommen, z.B. den erneuerbaren Energien, den Infrastruktursektoren und den Herstellern von Wasserstoff-Brennstoffzellen.

Japan beheimatet eine Reihe global wettbewerbsfähiger Unternehmen mit Stärken in verschiedenen Technologien rund um das Thema Wasserstoff. Toyota zum Beispiel hat kürzlich die zweite Generation seines wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeugs Mirai vorgestellt. Japans Nähe zu China könnte ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung und der Einführung von Wasserstoff spielen. China hat sich verpflichtet, bis 2060 kohlenstoffneutral zu werden, und die Einführung von erneuerbaren Energien und Wasserstoff könnte ein Weg zu diesem Ziel sein.

Fortgesetzte Governance-Reform

Der 2015 erstmals eingeführte Corporate Governance (CG)-Kodex wird voraussichtlich im Frühjahr 2021 zum zweiten Mal überarbeitet. Die Revisionen bringen die Regelungen ihrem Zweck näher, die Rentabilität japanischer Unternehmen zu verbessern.

Wir hoffen, dass die vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie herausgegebenen „praktischen Richtlinien“ lebhafte Debatten zwischen Investoren und Unternehmen auslösen und letzteren die Möglichkeit geben, ihre Rolle neu zu bewerten. In der Tat werden mehr und mehr „Mutter-Kind-Doppel-Listings“ aufgelöst. Diese japanische Besonderheit ist zunehmend in die Kritik geraten, da solche Arrangements als Untergrabung von Minderheitsinteressen angesehen werden.

Neuausrichtung der Aktienmärkte

Plänen zur Neuausrichtung der Marktsegmente an der Tokioter Börse zufolge werden die fünf aktuellen Marktsegmente in „prime“, „standard“ und „growth“ umgewandelt, wobei Unternehmen im Prime-Segment eine handelbare Marktkapitalisierung von mindestens 10 Mrd. JPY aufweisen müssen.

Derzeit ist noch schwer abzuschätzen, welche Auswirkungen diese Neuordnung haben wird. Dennoch könnten Unternehmen, insbesondere KMUs, darauf abzielen, ihre Marktkapitalisierung (und damit den Shareholder Value) zu steigern und ihre handelbaren Aktien zu erhöhen. Auch der Aktienindex TOPIX wird von diesen Veränderungen tangiert sein und als Investmentvehikel bzw. Benchmark hoffentlich besser werden.


Über Nikko Asset Management

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* Assets under Management zusammengefasst einschließlich aller verbundenen Unternehmen von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften zum 30. September 2020.
** Stand 30. September 2020 einschließlich aller Mitarbeiter von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften.