Rentenmärkte: Zu Jahresbeginn etwas schwächer

Die Rentenmärkte tendierten in den ersten Wochen des neuen Jahres etwas schwächer, so Raiffeisen Capital Management in der neusten Ausgabe von märkte | unter uns. Verhältnismäßig stärker waren von dieser Entwicklung US-Staatsanleihen betroffen. Hier ist die Rendite der zehnjährigen Anleihe um über 0,1 % angestiegen, was entsprechende Kursverluste zur Folge hatte. Nicht zuletzt deshalb haben auch Schwellenländeranleihen in Hartwährung etwas gelitten, weil diese stark von den Entwicklungen am US-Markt beeinflusst werden. In geringerem Ausmaß sind auch die Renditen deutscher und österreichischer Staatsanleihen gestiegen. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone waren etwas höhere Inflationserwartungen hauptverantwortlich für die leichte Marktschwäche. Unterdessen gab es in Italien – wie so oft – politische Turbulenzen. Die negativen Auswirkungen auf italienische Staatsanleihen waren zwar spürbar, hielten sich jedoch in Grenzen. Positiver Ausreißer an den Rentenmärkten waren Hochzinsanleihen. Dieses Segment wurde von der guten Stimmung an den Aktienmärkten unterstützt und konnte daher seit Jahresbeginn eine positive Wertentwicklung erzielen.

Geld-/Kapitalmarkt: Inflation weiterhin unter EZB-Zielwert

Wie sensibel die Märkte in Bezug auf Aussagen der Notenbanken sind, sieht man an der jüngsten Reaktion auf die Pressekonferenz der EZB-Präsidentin Lagarde. In der Nuance war sie nicht so „taubenhaft“, wie der Markt sich das erwartet hatte, und schon gingen die Anleihekurse in die Knie.

Die Befürchtungen sind aber unbegründet, denn die Notenbanken werden ihren Aussagen zufolge noch für sehr lange Zeit am Nullzins festhalten. Sie wollen zum einen nicht durch voreiliges Handeln die Wirtschaftserholung, die noch nicht einmal richtig begonnen hat, abwürgen, zum anderen auch die guten Finanzierungsbedingungen für Staaten und Unternehmen aufrechterhalten. Nur ein schneller Anstieg der Inflation über die Zielwerte könnte hier ein Umdenken auslösen. Ein Blick auf die gepreisten Inflationserwartungen in der Eurozone zeigt jedoch, dass eine solche Entwicklung wohl nicht ansteht.

Staats- und Unternehmensanleihen: Die Luft wird dünn

Die Renditen von Euro-Staats- und Unternehmensanleihen haben das Niveau von vor Covid-19 wieder erreicht. Das bedeutet, dass Euro-Staat im Schnitt über die Länder und Laufzeiten an der Nulllinie schrammt und Unternehmensanleihen nicht wesentlich darüber rentieren.

Für den Ertragsausblick bedeutet das: die Luft wird dünn. Soll heißen, dass heuer aus diesen Kategorien nicht viel zu erwarten ist. Dies gilt umso mehr, weil Wirtschaftserholung und leicht steigende Inflation für etwas höhere Renditen sprechen. Etwas besser sieht es im Hochzinsbereich aus. Hier liegt die Rendite aber auch schon wieder unter 3 %, was für die schlechte Qualität dieser Schuldner sehr wenig ist. Genau genommen wird man fürs Risiko nicht mehr ausreichend belohnt. Trotzdem könnte sich dieses Segment im Jahr 2021 noch gut entwickeln, weil Konjunkturerholung, positive Aktienmärkte sowie die anhaltende Suche nach positiven Renditen als Unterstützungsfaktoren dienen können.

Emerging Markets: Anleihen attraktiv

Schwellenländeranleihen gehören zu jenem Marktsegment, in dem auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld noch positive Renditen zu finden sind. Dies gilt sowohl für Anleihen in Lokalwährung als auch für Papiere in Hartwährung. Der Ausblick für diese Marktsegmente ist aber nicht nur aufgrund des positiven laufenden Ertrages konstruktiv. Wirtschaftsausblick und das erwartete Marktumfeld, in dem ertragreiche Anlagekategorien begünstigt sein werden, sprechen auch für Emerging-Market-Anleihen.