Wasserinvestments – eine sinnvolle Assetklasse für institutionelle Investoren?

von Stefan Klaile, CEO, und Ernesto Burzic, Head of Sales, beide XOLARIS Group.

Mit dem SDG 6 wollen die Vereinten Nationen bis zum Jahre 2030 sauberes Wasser und die Sanitärversorgung in allen Ländern dieser Erde gewährleisten. Dabei steht die Verbesserung der Wasserqualität im Fokus, insbesondere die Reduzierung der Verschmutzung von Grund- und Trinkwasser durch gefährliche Chemikalien aus den Produktionsprozessen in der Industrie und Landwirtschaft. Gewässer sollen als natürliche Ökosysteme geschützt und wiederhergestellt werden, denn der Artenverlust in Flüssen, Seen und Feuchtgebieten nimmt an Land wesentlich schneller zu als im Meer. Große Teile der Weltbevölkerung haben keinen ständigen Zugang zu sauberem Trinkwasser aber vielmehr noch keinen Zugang zu sauberen Toiletten, deren Abwässer behandelt und sicher entsorgt werden können. Dabei mangelt es also nicht nur an sauberem Trinkwasser, sondern es ist auch zu stark verschmutzt.

Daher gibt es seit vielen Jahren Bestrebungen von Seiten internationaler Organisationen den hohen Investitionsbedarf in Infrastruktur und Wassertechnologien durch entsprechende Investitionsmöglichkeiten für institutionelle Anleger attraktiver zu machen. Doch was genau verbirgt sich hinter einem „Wasserinvestment“, was ist unter den verschiedenen Investmentstrategien und Durchführungswege zu verstehen?

Als einfachste Form von Wasserinvestments stehen institutionellen Anlegern zunächst ETFs und Publikumsfonds zur Verfügung. Dabei selektieren die meisten Fondsanbieter börsengehandelte Versorgungsunternehmen und überwiegend Unternehmen, welche sich mit Wassertechnologien befassen. Man muss dabei beachten, dass der regionale Fokus oft auf den USA und dem US Dollar Raum liegt. Daher unterliegen diese Fonds den gleichen Schwankungen und Volatilitäten wie den großen Börsenindizes.

Im Bereich der geschlossenen Fonds finden sich Wasserinvestments meistens in Form von globalen Infrastrukturfonds, Fonds welche in Wasserrechten und -lizenzen investieren, sowie regional agierenden Impact Fonds. Bei globalen Infrastrukturfonds stellen Investitionen in Wasseraufbereitung und Wasserversorgung eine Beimischung dar, oftmals erfolgt aufgrund der regulatorischen Bestimmungen eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Behörden und kommunalen Verwaltungen.

Besonders in den USA, Lateinamerika und Australien besteht ein funktionierender Markt für Wasserrechte und -lizenzen. Viele indigene Stämme leben in geschützten Gebieten sowie Reservaten und können sich durch Verkauf von Wasserrechten an Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe neue Einnahmequellen sichern. Einige lokal agierende Asset Management Firmen haben sich auf die Beratung dieser Stämme spezialisiert und bieten entsprechende Investitionsprogramme für institutionelle Anleger an. Trotz hoher Renditen durch den stetig steigenden Bedarf an Wasser für Industrie und die Landwirtschaft, muss beachtet werden, dass diese Wasserrechte und -lizenzen oft an Landrechte gekoppelt sind und eine Trennung von Wasser- und Landrechten nicht immer möglich ist, was die Fungibilität erschwert. Die Investition in geschlossene Fonds für Wasserrechte wird für die meisten europäischen institutionellen Investoren schwierig sein, da diese Fonds regional im US Dollar Raum oder in Emerging Markets investieren und neben der Absicherung des Währungsexposures auch die Zuordnung der Assets in ein regulatorisches Berichtswesen sowie in die Risikomessung erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringt.

Einige Asset Manager konzipieren sogenannte Impact Fonds, welche mit Micro Lending Projekten in Entwicklungsländern bspw. Menschen in entlegenen Ort den Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen. Die Darlehensvergabe ist vergleichbar mit Mikrofinanzfonds. Bei den Impact Fonds sind lokal agierende Spezialisten unabdingbar, institutionelle Investoren sind daher stark auf die Zuverlässigkeit der Berichtserstattung der lokalen Projektbetreiber angewiesen. Auch sind diese Impact Fonds nicht für sehr große Anlagevolumina wie bei den global agierenden Infrastrukturfonds ausgelegt. Oftmals erfolgt eine Darlehensvergabe Im Bereich von einigen hundert bis tausend US Dollar für Filtersysteme oder Wasserpumpen. Für institutionelle Investoren wird eine Beteiligung in Impact Fonds in Hinblick auf die Kosten-/ Nutzenrelation eher nicht in Frage kommen.

Trotz aller guter Intentionen seitens der UN und internationalen Organisationen bringt eine Investition in Wasserprojekte bei der praktischen Umsetzung einige Herausforderungen mit sich, die bei institutionellen Anleger intern strategisch geklärt werden müssen: Wie passt Wasser als Assetklasse in die Gesamtstruktur der Kapitalanlagen, welchen Beitrag zu ordentlichen Erträgen und Ausschüttungen sind aus Wasserinvestitionen zu erwarten und welche aufsichtsrechtliche Problemstellungen und Haftungsfragen sind damit verbunden.

Durch eine globale Präsenz und mit lokalen Niederlassungen kann die XOLARIS AG institutionelle Anleger bei der Umsetzung einer Investitionsstrategie Wasserinvestments über das gesamte Spektrum von Alternative Investments unterstützen. Mit einem Netzwerk von Asset Managern und externen Beratern können sinnvolle Investmentstrategien, Durchführungswege und passgenaue Fondsstrukturen erarbeitet werden, die den jeweiligen aufsichts- und steuerrechtlichen Vorgaben der Anleger entsprechen. Möglich sind die Auflage einer vollumfänglichen Umbrella-Struktur (Investment-AG, SICAV S.A., etc.) mit Teilfonds für diverse Investmentstrategien, oder die Anmietung eines Compartments bzw. Teilfonds innerhalb einer Umbrella-Struktur der XOLARIS AG sofern nur eine schlanke Fondslösung für die Bündelung von Zielinvestments benötigt wird.

Die XOLARIS AG bietet global agierenden Asset Managern zudem eine Fondsplattform über die Niederlassung im Fürstentum Liechtenstein. Es ist bereits seit dem Jahr 1995 Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ist, hat mit den Gesetzen über bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (UCITSG) und über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFMG) die europäischen Richtlinien für OGAW und AIFM auf nationaler Ebene vollumfänglich umgesetzt. Liechtensteinische Fonds, deren Anbieter und deren Verwalter unterliegen somit den identischen Vorgaben auf europäischer Ebene in Form der Rechte und Pflichten, wie diejenigen in den EU-Mitgliedsstaaten bzw. weiteren EWR-Staaten. Darunter fallen neben Restriktionen konstitutiver Dokumentation gleichermaßen wie die ebenbürtige Teilnahme am europäischen Binnenmarkt über das Passporting. Anleger wiederum genießen in sämtlichen Ländern, die sich der Europäischen AIFM Richtlinie angeschlossen haben, den gleichen aufsichtsrechtlichen Schutz.

Die OECD hat Liechtenstein zudem im Rahmen der Länderprüfungen seit 2015 gute Noten ausgestellt. Liechtenstein verfügt nunmehr über dieselbe Einstufung wie z.B. Deutschland und tritt wirksam gegen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung ein. Auch dem AIA-Standard (Austausch bestimmter Informationen über Finanzkonten in Steuersachen) der OECD hat sich Liechtenstein bereits im Jahr 2014 verpflichtet. Einschließlich der EU-Staaten umfasst der AIA in Liechtenstein nunmehr weit über 100 Länder. Auch hiermit sorgt Liechtenstein für mehr Steuertransparenz für ausländische Investoren.

Neben den rechtlichen und steuerlichen Begebenheiten hat das Fürstentum Liechtenstein noch weitere Vorteile, die vor allem in der praktischen Umsetzung angedachter Finanzierungsstrukturen einen deutlichen Mehrwert im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten des EWR bieten. Hervorzuheben ist hierbei insbesondere die Liechtensteinische Finanzmarktaufsicht („FMA“), die nicht nur durch äußerst präzise praktische Kenntnisse und Erfahrungswerte, sowohl markt- als auch anleger- und produktseitig auf sich aufmerksam macht. Auch die für einen Prüfungsprozess auf regulatorischer Ebene vorgegebenen Fristen werden dabei grundsätzlich in hohem Maße unterschritten, was für Produktanbieter und aufsichtsrechtliche Protagonisten in der Verwaltung eine hohe Planungssicherheit erzeugt.

Daneben ist der Liechtensteinische Anlagefondsverband („LAFV“) zu nennen. Dieser ist nicht ausschließlich zu Marketingmaßnahmen für den Fondsstandort Liechtenstein ins Leben gerufen worden, sondern vielmehr auch zur Bündelung der Interessen der Marktteilnehmer und zur Vertretung dieser gegenüber den Regulatoren und weiterer korrespondierender Protagonisten. Ein lohnendes Beispiel für die Sinnhaftigkeit von Synergien ist mit Sicherheit die Standardisierung in den konstituierenden Dokumentationen, die zu einer deutlichen Kosten- und Aufwandsreduktion in der Konzipierung neuer Finanzierungsvorhaben geführt hat. Daneben agiert der LAFV zudem als Publikationsorgan sämtlicher Investmentfondsstrukturen im Land und sorgt dadurch für ein Höchstmaß an Transparenz.

Weitere Vorteile liegen zweifelsohne in den individuellen Strukturierungsmöglichkeiten aufgrund der sehr flexiblen Gesellschaftsstrukturen oder auch den sehr einfachen Zugängen zum Schweizerischen Investorenmarkt, was mit Sicherheit ein Unikum in den Kreisen der EWR-Staaten darstellt. Auch die weitestgehend auf die Bank-to-Bank Kommunikation abgestellte Abwicklung in der Administration von Investmentfondsstrukturen, deren automatisierten Anteilszeichnungs- und Anteilrückgabeprozessen, sowie die Ausgabe von depotfähigen Anteilsscheinen sind nicht nur in Punkto Transparenz und Sicherheit ein Zugewinn für Investoren. 

Dank der aufgeführten Fakten und weiterer vielseitiger Vorteile ist der Standort Liechtenstein bestens gerüstet sich weiterhin sowohl zu einem der attraktivsten vollregulierten Fondsplätze als auch zu einem der führenden Innovationsträger zukünftiger Finanzierungsstrukturen zählen zu dürfen.


XOLARIS Group

Seit 10 Jahren wächst die XOLARIS Group stetig und bündelt Ihre Kompetenzen in einer unabhängigen international tätigen Kapitalverwaltung. Die 2010 gegründete XOLARIS Group steht mit ihren vollregulierten Alternativen Investment Fund Managern („AIFM“) sowie ihren prozessual vollintegrierten Gesellschaften für Administration und Kommunikation für eine unabhängige White Label – Investmentgesellschaft mit Fokus auf Alternative Investmentfonds („AIF“).
Mit Hauptsitz in Liechtenstein und Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, und Asien kann die gesamte Wertschöpfungskette von Alternativen Investmentstrukturen abgebildet werden, stets getreu ihrem Motto: „Investment Quality – Made with Passion.“
Die einzelnen Einheiten der Gruppe bieten Dienstleistungen von der Beratung zur Auflage, der Strukturierung und der Verwaltung über die Buchhaltung bis hin zur Administration Alternativer Investmentvermögen und weiterer Sachwertinvestmentstrukturen.
Als von Produktanbietern rechtlich unabhängiger Dienstleister für die Konzeption, die Verwaltung und die Administration Alternativer Kapitalanlagen, versteht sich die XOLARIS Group in ihrer Gesamtheit als "Enabler" für Initiatoren und Investoren.