Smart investieren in die Energiewende

Als der Raiffeisen-SmartEnergy-ESG-Aktien vor einem Jahr aufgelegt werden sollte, krachten unvermittelt die Börsenkurse nach unten und angesichts der hereinbrechenden Coronavirus-Pandemie stand den allermeisten Anlegern kaum der Sinn nach Klimawandel und Energiewende. Trotzdem war das Fondsmanagement überzeugt davon, dass es ein guter Zeitpunkt sei, den Fonds zu starten. Zu Recht, wie sich seither gezeigt hat, nicht zuletzt wegen seiner ausgezeichneten Wertentwicklung, wobei diese natürlich keinerlei Gewähr für die künftige Fondsperformance bietet. Heute hält uns Covid-19 noch immer fest im Griff, doch an den Börsen fokussiert man sich längst auf die Welt nach der Pandemie. Und die Politik verbindet vielerorts Konjunktur- und Wiederaufbauprogramme mit Investitionen, welche die Energiegewinnung klimafreundlicher machen und den Energieverbrauch reduzieren sollen. Das bedeutet anhaltenden, kräftigen Rückenwind für den Fonds. Ein Selbstläufer sind Investments auch in diesem Bereich aber selbstverständlich nicht, sondern den guten Ertragschancen stehen auch erhebliche Risiken gegenüber.

Smarter Zeitpunkt, smartes Fondskonzept

Rückblickend startete der Fonds zu einem sehr günstigen Zeitpunkt, auch wenn sich das vor einem Jahr kaum danach anfühlte. Dass das Fondsmanagement Aktien zu Ausverkaufspreisen einsammeln konnte, erklärt aber nur einen Teil der Wertentwicklung (siehe Chart am Ende des newsflash). Ebenso wichtig war und ist die Investmentstrategie. Und diese wird für die künftigen Ergebnisse natürlich mitentscheidend sein. Eine der großen Stärken des Raiffeisen-SmartEnergy-ESG-Aktien liegt darin, dass er das Thema Energiewende breit gefächert angeht und nicht etwa nur auf eine bestimmte Gruppe von Unternehmen und Technologien setzt. Es sprechen viele Gründe dafür, das Thema auf mehreren verschiedenen Ebenen abzudecken. Zum einen aus Gründen der Risikostreuung. Zum zweiten, weil selten vorhersagbar ist, welche Anbieter und Technologien sich langfristig durchsetzen werden. DEN vermeintlichen Gewinner herauszupicken, ist daher wenig erfolgversprechend. Und schließlich: man würde unnötig Investmentchancen verschenken, wenn man sich nur auf eine relativ kleine Gruppe von Unternehmen oder Themen fokussiert. Nicht zu unterschätzen und von vielen Anlegern oft übersehen: Dasselbe Investmentthema lässt sich mitunter auf ganz verschiedene Arten und zuweilen mit besseren Erfolgsaussichten umsetzen, wenn man dabei ein wenig „ums Eck“ denkt, wie im Abschnitt „Smart investieren in überhypte Trends“ noch gezeigt wird.

Energiewende: Schlüssel im Kampf gegen Klimawandel

Der Energiesektor ist für rund zwei Drittel aller Treibhausgase der Menschheit verantwortlich. Und allen Einsparbemühungen zum Trotz wird der globale Stromverbrauch weiter stark wachsen – in den kommenden 20 Jahren um geschätzte 60 %. Daran wird auch deutlich, wie gewaltig die Aufgabe ist und welch langfristiges hohes Wirtschaftspotenzial sie bietet.

Das Fondsmanagement investiert in rund 50 verschiedene Unternehmen, unterteilt in drei große Bereiche:

  1. Regenerative Stromversorger und Stromerzeuger
  2. Industrieunternehmen mit starkem Bezug zur Energiewende
  3. Technologieunternehmen

Sämtliche Unternehmen müssen dabei selbst auch nachhaltig wirtschaften, also die strengen Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, ohne die es kein Unternehmen in die Palette der Nachhaltigkeitsfonds der Raiffeisen KAG schafft, zu denen der Raiffeisen-SmartEnergy-ESG-Aktien ja gehört. Das bedeutet übrigens auch, dass der Fonds nicht auf Atomstromproduzenten setzt. Nuklearstrom mag zwar eine gute CO2-Bilanz haben, aber nachhaltig ist er ganz und gar nicht!

Zur ersten Gruppe, die auch den größten Anteil des Fondsvermögens umfasst, gehören vor allem Stromkonzerne mit Fokus auf regenerative Energien (Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie) und Betreiber von Solar- oder Windkraftwerken. Zur zweiten Gruppe gehören beispielsweise Unternehmen, die Schlüsselkomponenten liefern, um Solar- und Windkraftwerke zu bauen, Elektrofahrzeuge herzustellen, aber auch vermeintlich „langweilige“ Unternehmen, die sich etwa mit der Gebäudesanierung befassen. Letzteres ist einer der Schwerpunkte im „Green New Deal“ der EU und das aus gutem Grund: Drei von vier Gebäuden in der EU gelten als energetisch ineffizient! 275 Milliarden Euro sollen bis 2030 jedes Jahr im Rahmen der „EU-Renovierungsoffensive“ für ihre Sanierung ausgegeben werden. Energie nicht zu verschwenden, ist letztlich immer noch die umweltfreundlichste und nachhaltigste Lösung. In der dritten Gruppe finden sich Technologieunternehmen, die beispielsweise Schlüsseltechnologien für die Energiewende liefern – z. B. Mikrochips für Elektroautos, Geräte zur smarten Steuerung des Energieverbrauchs, Batterietechnologien zur Energiespeicherung u.v.m.

Die Energiewende steht und fällt mit Speichertechnologien

Denn ohne leistungsfähige, langlebige und ressourcenschonend herstellbare Speichertechnologien wird die Energiewende kaum zu bewerkstelligen sein. Wind- und Sonnenenergie sind schließlich nicht durchgehend verfügbar und sie unterliegen oft starken Schwankungen. Als eine Alternative zu herkömmlichen Batterien und den (schon lange betriebenen) Pumpspeicherwerken kristallisiert sich zunehmend Wasserstoff heraus. Das Grundprinzip: Mit überschüssigem Strom (beispielsweise tagsüber durch Solarkraftwerke) wird aus Wasser oder Erdgas Wasserstoff gewonnen und dieser wird gespeichert. Benötigt man die Energie, lässt man den Wasserstoff zum Beispiel mit Sauerstoff reagieren (die vielen noch aus dem Chemieunterricht bekannte Knallgasreaktion). Gerade Wasserstoffaktien und Hersteller von Wasserstoff-Brennstoffzellen für den mobilen Einsatz erlebten im vergangenen Jahr einen regelrechten Hype. Einige davon sind auch im Raiffeisen-SmartEnergy-ESG-Aktien enthalten, doch Wasserstoff ist derzeit noch eine kleine Nische und die Aktienbewertungen in diesem Bereich sind zum Teil nur noch schwer nachzuvollziehen. Das gilt übrigens auch für die meisten Hersteller von Elektrofahrzeugen.

Smart investieren in überhypte Trends

Wer clever investiert, kann dennoch mit guten Risiko-Ertrags-Konstellationen auch vom Elektroauto-Trend profitieren, beispielsweise indem man in Unternehmen investiert, die unverzichtbare Bauteile für die Batterien oder die Elektronik dieser Fahrzeuge liefern. Eine weitere Möglichkeit des smarten Investierens in bereits sehr stark gehypte Trends bietet der bald schon exponentiell wachsende Berg von Solarpanelen, die künftig auch recycelt werden müssen. Mit dem massiven Ausbau der Solarstromerzeugung weltweit tut sich hier ein gewaltiger Wachstumsmarkt für spezialisierte Unternehmen auf. Recyceln mag an den Märkten weniger „in Mode“ sein und für viele Anleger weniger elektrisierend klingen als das Herstellen von Solarpanelen, ist aber möglicherweise sogar das langfristig einträglichere und letztlich auch nachhaltigere Geschäft. Und es berührt ein weiteres Investmentthema des Fonds, das auch medial immer stärkere Beachtung findet: die Kreislaufwirtschaft. So gibt es etwa Unternehmen, die Isoliermaterial für die bereits angesprochene Gebäudesanierung in hohem Umfang aus Plastikabfällen herstellen, von weggeworfenen PET-Flaschen bis hin zu Plastikmüll aus dem Meer.

Fazit

Die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und effizienterem Energieeinsatz ist ein Schlüsselfeld im Kampf gegen Treibhausgase, Umweltverschmutzung und globale Erwärmung. Der Raiffeisen-SmartEnergy-ESG-Aktien investiert in diesen Megatrend breit gefächert auf verschiedenen Gebieten. Dabei sind Investments auch in diesem Bereich natürlich kein Selbstläufer, sondern bedürfen einer sorgfältigen Auswahl, ständigen Beobachtung und gegebenenfalls Anpassung durch das Fondsmanagement. Es wird auch hier Gewinner und Verlierer geben und nicht jedes Investment wird am Ende halten, was sich Anleger davon versprachen. Dementsprechend können sich die Positionierungen des Fonds auch jederzeit ändern. Die mit Aktieninvestments grundsätzlich verbundenen Risiken gelten selbstverständlich auch für die Unternehmen, die sich im Bereich erneuerbarer Energien, effizienterer Energienutzung und den dafür benötigten Technologien und Komponenten engagieren. Dazu gehören beispielsweise hohe Kursschwankungen bis hin zu möglichen Kapitalverlusten.