Österreich ergreift Maßnahmen für grünere Zukunft

Österreich hat im April sein Rahmenwerk für grüne Bundeswertpapiere veröffentlicht und am 24. Mai 2022 seine ersten grünen Anleihen im Wert von 4 Mrd. EUR emittiert. Mit seinem grünen Finanzierungsprogramm verpflichtet sich Österreich zur Vermeidung von Doppelverwendungen: Die Ausgaben für Österreichs grüne Anleihen sind nur für diesen Zweck vorgesehen und werden sich nicht mit anderen grünen Finanzierungen überschneiden. Diese Zweckbindung ist sehr zu begrüßen, da es immer häufiger vorkommt, dass Staaten grüne Finanzmittel aus verschiedenen grünen Programmen erhalten.

Analog zu anderen staatlichen Green-Bonds-Emittenten wird Österreich den Großteil (über 70 %) der Erlöse für saubere Verkehrsmittel verwenden. Gefolgt von Projekten in den Bereichen Energieeffizienz und nachhaltiges Wasser- und Abwassermanagement. Erneuerbare Energien, ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung lebender natürlicher Ressourcen und Landnutzung, Vermeidung und Kontrolle von Umweltverschmutzung, terrestrische und aquatische Biodiversität sowie Anpassung an den Klimawandel sind ebenfalls Teil der förderfähigen grünen Ausgaben, machen aber zusammen nur etwa 10 % aus.

Österreichs sauberer Verkehr umfasst viele Kategorien, darunter Schienenpersonen- und -güterverkehr, öffentliche Nahverkehrsnetze, Ladeinfrastruktur und Fahrradverkehr. Wenn der Schienengüterverkehr in die Allokation einbezogen wird, erwarten wir vom Emittenten in der Regel eine Bestätigung, dass die Schiene nicht (zu mehr als 10 %) für den Transport fossiler Brennstoffe eingesetzt wird. Daher freuen wir uns über den Nachweis Österreichs, dass etwa 10 % des nationalen Güterverkehrs auf fossile Brennstoffe zurückzuführen sind. Dies liegt innerhalb unseres Schwellenwerts und ist somit eine förderfähige Kategorie für uns.

Kaili Mao, Green Bonds Analyst bei NN Investment Partners, sagt: „Obwohl die meisten förderfähigen grünen Kategorien unsere Green-Bond-Bewertungsmethodik bestanden haben, gibt es immer noch Aktivitäten, bei denen wir einige Bedenken haben. In der Kategorie Energieeffizienz ist das holzbefeuerte Zentralheizungssystem, das Öl- und Gaskessel ersetzt, Teil der Allokation. Zwar ist das Heizen mit Biomasse im Vergleich zu Gas- und Ölkesseln mit geringeren CO2-Emissionen verbunden, aber wir fordern dennoch, dass der Rohstoff die Kohlenstoffsenke nicht ausschöpft oder mit Nahrungsquellen konkurriert. Daher würde ein Heizsystem auf Basis von Frischholz nicht als förderfähig angesehen werden. Außerdem würden wir eine FSC- oder PEFC-Zertifizierung für die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Prüfung des Klimaschutzes für die Infrastrukturen zur Anpassung an den Klimawandel bevorzugen, die im derzeitigen österreichischen Regelwerk nicht vorgeschrieben sind.“

Mao weiter: „Auch wenn es innerhalb der österreichischen Vorschriften immer noch Kategorien gibt, die unsere internen Kriterien nicht erfüllen, werden diese Kategorien bei der Verwendung der Erlöse wahrscheinlich nur einen kleinen Teil ausmachen. Da Österreich als staatlicher Emittent auch unsere Prüfung auf Emittentenebene bestanden hat, haben wir der ersten österreichischen Green-Bonds-Emission als Vertrauensvorschuss ein grünes Siegel verliehen.“