Man on the Month - Störfaktoren lassen die Märkte vorerst kalt

Im Februar mussten die Märkte zahlreiche politische und makroökonomische Störfaktoren verdauen – aus dem Tritt sind sie dennoch nicht gekommen. „Es ist die massive Liquiditätsschöpfung der wesentlichen Notenbanken, die die Märkte weiter treibt“, sagt Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM. „Wertüberlegungen oder die Nachrichtenlage spielen momentan eine weniger wichtige Rolle. Positive Entwicklungen werden hingegen als Bestätigung der allgemeinen Zuversicht interpretiert. Die daraus resultierenden Rallys sind jedoch deutlich weniger stabil. Vor allem aber verschärfen sich die Probleme, sollte der Geldhahn in Zukunft abgedreht werden. Dieses Spiel kann noch eine Weile weiterlaufen – wir werden jedoch zunehmend wachsamer.“ 

Tatsächlich setzten Investoren im Februar stärker auf risikoreiche Anlageklassen – obwohl es zuhauf negative Nachrichten gab. So fielen beispielsweise in den USA mehrere Wirtschaftsindikatoren wie der ISM Manufacturing Report oder die Arbeitslosenzahlen schlechter als erwartet aus. In Italien wechselte binnen kurzer Zeit erneut die Staatsspitze und in der Türkei wurden neue Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung laut. Zugleich wachsen die Zweifel an der Solidität der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas weiter. Das sicherlich einschneidendste Ereignis jedoch war die Besetzung der ukrainischen Schwarzmeer-Insel Krim durch Russland – sie hat eine schwerwiegende politische Krise weit über die Region hinaus ausgelöst.

Trotzdem schloss der S&P 500 Index den Februar mit einem Plus von 4,3 Prozent ab und erreichte damit ein Rekordhoch. Auch der deutsche Dax konnte vier Prozent zulegen und notierte zum Monatsende nur 51 Zähler unter seinem historischen Höchststand. 

Zuwächse bei fast allen Hedgefonds-Strategien 

Hedgefonds lieferten in diesem Umfeld im vergangenen Monat unabhängig von der jeweiligen Strategie fast durchgängig positive Zahlen. Der HFRX Global Hedge Fund Index legte im Februar um 1,59 Prozent zu. Am stärksten schnitten Equity-Long-Short-Manager ab, die von einer hohen Streuung einzelner Werte sowie dem hohen Nachrichtenfluss im Zusammenhang mit neuen Geschäftszahlen profitierten. Insgesamt lässt sich für die Long- Short-Fonds im Aktienbereich festhalten, dass sie sowohl im Januar als auch im Februar zulegen konnten – und das, obwohl sich die Märkte im Januar abwärts entwickelten und im Februar deutlich stiegen. 

Schwierigkeiten im Equity-Long-Short-Bereich hatten im Februar nur japanische Manager. Ihre Performance lag deutlich im Minus. Sie litten darunter, dass sich die Aktien von Nebenwerten im relativen Vergleich zu Blue Chips nicht wie im Vormonat auch besser entwickelten. Zum anderen hatten viele Fonds Finanztitel in ihren Portfolios übergewichtet und mussten hier Verluste hinnehmen. Credit-Long-Short-Manager schnitten trotz der veränderten Entwicklung an den Märkten ebenfalls sowohl im Januar als auch im Februar positiv ab. Hierzu trugen unter anderem Long-Positionen bei Vorzugsaktien der beiden US-Finanzkonzerne Freddie Mac und Fannie Mae bei.

Managed Futures mit positiver Performance 

Managed Futures konnten nach einem schwachen Start im Januar Boden gut machen und verzeichneten eine positive Wertentwicklung. Hier zahlte sich aus, dass die meisten Fonds trotz der Verluste im Vormonat ihre Aktienpositionen kaum reduziert hatten. In der Folge sorgten genau diese Positionen im Februar angesichts steigender Aktienkurse für kräftige Gewinne. 

Für Emerging-Markets-Manager bleibt das Umfeld herausfordernd. Einige große Fonds kündigten im Februar sogar ihre Schließung an. Dennoch gab es attraktive Gelegenheiten für Manager, sich zu positionieren. Am deutlichsten wurde dies im Zusammenhang mit der Entwicklung in der Ukraine, die bei einigen Häusern zu einer klaren Outperformance führte. Aktuell beobachten viele Emerging-Markets-Manager die Situation in China. Eine weitere Abwertung der Landeswährung wäre für viele asiatische Volkswirtschaften schlecht, könnte aber bei geschickter Positionierung zu Gewinnen für Manager führen.