ETF Securities Marktüberblick KW13

Die Spannungen in der Ukraine und die darauffolgenden Sanktionen der USA und mittlerweile auch Europas gegenüber Russland, lagen in der Vorwoche weiterhin im Fokus der Investoren. Bedenken, dass Russland weitere Handelsbeschränkungen auferlegt werden und die Ukraine ihre Exporte beschränkt, führte zu einem starken Preisanstieg bei Weizen, da etwa 16% der globalen Exporte aus dieser Region stammen. Besser als erwartete US-Wirtschaftsdaten und ein positiver Ausblick der US-Fed unterstützten die globalen Aktienmärkte und den US-Dollar, drückten jedoch auf die Preise für Gold und Aktien von Goldminenunternehmen. Dennoch sehen wir im derzeitigen globalen Umfeld und den Spannungen zwischen der Ukraine und Russland, weiter Platz für defensive Anlageklassen.

Rohstoffe

Russland ist der weltweit größte Produzent von Palladium und kommt für 42% des gesamten Angebots auf. Jegliche Handelsbeschränkung würde das ohnehin erwartete Marktdefizit für 2014 weiter vergrößern. Zur selben Zeit gehen die Streiks in Süd-Afrika in die 9. Woche und noch konnte keine branchenweite Lösung gefunden werden. Das Land ist mit 37% des globalen Angebots, weltweit der zweitgrößte Palladium-, und der weltgrößte Platin-Produzent. Bei ETFS Physical Palladium  von ETF Securities (WKN: A0N62E) kam es mit 68 Mio. USD zu den stärksten Zuflüssen seit fast einem Jahr. Auch Weizen steht stark im Einfluß des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, da Russland 10% des globalen Angebots und 16% des globalen Exports stellt. So stieg der Preis für Weizen um 4,4% in der Vorwoche. Milderes Wetter in den USA veranlasste Investoren verstärkt Short-Positionen auf Heizöl einzugehen. So kam es bei ETFS Daily Short Heating Oil (WKN: A0KRJ0) zu Zuflüssen von 9 Mio. USD, neben Abflüssen von Brent ETPs wie ETFS Brent Crude (WKN: A1N49P) von 2,6 Mio. USD. Bernhard Wenger von ETF Securities geht davon aus, „dass sich der WTI/Brent Spread weiter verschmälert, da in den USA die Reisezeit beginnt und die geopolitischen Spannungen in Europa auf den Preis von Brent drücken werden.“ Schweinebauern in Nord-Amerika leiden zurzeit unter Erkrankungen der Tiere und der Preis von schlachtfertigen Schweinen stieg in der Vorwoche um 3,2% auf ein Rekordhoch. Die Long Futures-Positionen scheinen mittlerweile bereits stark ausgedehnt zu sein was einen starken Preisverfalls nach sich ziehen könnte, sollte es Anzeichen geben, dass der Höhepunkt der Krankheit überwunden ist. Der Preis für Kaffee der Sorte Arabica ist in der Vorwoche aufgrund der verbesserten Wettersituation in Brasilien um 16% gefallen. Aufgrund der besser werdenden Bedingungen und der Möglichkeit, dass das El Nino Wetterphänomen die Ernteerträge erhöht, rechnen wir mit einem weiteren Preisrückgang.

Aktien

An den globalen Aktienmärkten kam es in der Vorwoche aufgrund von guten US-Wirtschaftsdaten und verstärkten Käufen aufgrund niedriger Aktienpreise, zu einem Anstieg. Die gestiegene Industrieproduktion in den USA unterstützte den Russell 2000 Index, der in der Vorwoche um 1,9% anstieg, während die niedrigere Inflation in Europa den LevDAX x2 Index und FTSE MIB Leveraged Index um 6,2% bzw. 4,8% ansteigen ließ. Nach sechs aufeinanderfolgenden Wochen mit Anstiegen, fiel Gold um 3,1% trotz weiterer Spannungen zwischen der Ukraine und Russland und drückte den DAXglobal Gold Miners Index um 7,6% nach unten. Dennoch sind wir der Ansicht, dass die Möglichkeit weiterer Sanktionen auf Russland die Nachfrage nach defensiven Anlageklassen weiter ansteigen lassen wird.

 

Währungen

Der überraschend optimistische Ausblick der neuen Fed Vorsitzenden Yellen, sollte den USD kurzfristig unterstützen. Zur selben Zeit verstärkten sowohl die europäische als auch die japanische Zentralbank (ECB bzw. BOJ) ihre Stimulus Rhetorik. Die Möglichkeit negativer Einlagezinssätze  wurde abermals von einem ECB Entscheidungsträger angesprochen und könnte zu weiterem Preisdruck auf den Euro führen. Ein ähnlich schwacher Wirtschaftsausblick und die Gefahr einer Deflation könnten in Japan zu quantitativer geldpolitischer Lockerung durch die BOJ führen. Der BOJ-Präsident deutete an, dass während die Inflation nur bei rund der Hälfte des Ziels von 2% liegt, die Zentralbank alles tun wird, um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Während die geopolitischen Spannungen um die Krim Risikoaversion und defensive Positionierung von Investoren antreiben könnte, sehen wir jede kurzfristige Stärkung des Yen als Möglichkeit Short-Positionen in Yen gegen USD aufzubauen.