GAM: Positives Quartal für Hedge Funds endet mit wechselhaftem März

Der März war ein wechselhafter Börsenmonat. Die geopolitischen Risiken, die in der Ukraine aufloderten, und die unerwartet scharfen Töne der US-Notenbank lösten an den Märkten für risikobehaftete Anlagen Reaktionen aus, auf die jedoch gegen Ende des Monats eine allgemeine Erholung folgte.

 

Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM, stellt fest, dass das erste Quartal trotz der leicht negativen Ergebnisse, die viele Hedge Funds im März verbuchten, für drei der vier großen Hedge-Fund-Strategien mit Zuwächsen endete. Die Fondsmanager finden nach wie vor interessante Gelegenheiten, die sich durch die stärkere Performance-Streuung über Anlageklassen und Märkte hinweg eröffnen. „Wir beurteilen die Möglichkeiten, die sich für Hedge Funds bieten, nach wie vor optimistisch. Zum einen wächst die Streuung innerhalb von Anlageklassen wie etwa Aktien, zum anderen divergieren die Konjunkturverläufe in den verschiedenen Teilen der Welt, und auch die Geldpolitik geht unterschiedliche Wege.

 

Bei Aktien ist beispielsweise ein Ausbau titel- und branchenspezifischer Positionen zu beobachten, während bei Anleihen Relative-Value-Trades (etwa Zinskurve in den USA versus Europa) aufgebaut werden. Das Bruttoengagement liegt auf erhöhtem Niveau, was die starke Überzeugung der Fondsmanager unterstreicht. Besonders gilt dies für die Event Driven- und Equity Long/Short-Strategien.“ Der HFRX Global Hedge Fund Index gab im März um 0,2% nach. Er ist damit seit Jahresbeginn um 1,1% gestiegen (auf USD-Basis). Die HFRX-Indizes für die einzelnen Strategien legten seit Jahresbeginn um 2,8% (Event Driven), 1,2% (Equity Hedge) und 0,9% (Relative Value) zu. Der HFRX Macro/CTA Index verlor dagegen 1,0% (jeweils auf USD-Basis).

GAM sieht weiterhin Chancen für Strategien mit Aktienbezug, so Lawler. „Event Driven- und Equity Long/Short-Fonds sind mit den wechselhaften Verhältnissen im März gut zurechtgekommen. Ihr volles Bruttoengagement zeugt von den positiven Erwartungen. Im vergangenen Jahr war das Nettoengagement dieser Fonds höher als jetzt. Entsprechend sind wir auch der Meinung, dass es 2014 ganz wesentlich auf die Relative-Value-Positionierung, die Einzeltitel- und die Branchenselektion ankommt – mit einer einfachen Long-Positionierung im breiten Markt-Beta dürfte es sicher nicht getan sein.“

Laut GAM hat die Nachfrage nach Staats- und Unternehmensanleihen viele Anleger in diesem Quartal überrascht. „Angesichts der starken Performance im vergangenen Jahr und der engen Spreads sah der Markt kein üppiges Kurspotenzial mehr für Unternehmensanleihen in diesem Jahr“, sagt Lawler. „Im ersten Quartal war die Nachfrage nach Zinspapieren bemerkenswert groß, und die Käufe von Unternehmens- und selbst Staatsanleihen bewegten sich auf hohem Niveau. Das starke Interesse führte dazu, dass bei den Konditionen von Neuemissionen auf dem Kreditmarkt übertrieben viel akzeptiert wird. Fed-Chefin Yellen wies auf diese Gefahr hin, als sie die sinkenden Standards bei der Ausgabe von Anleihen kritisierte und vor solchen „Covenant light“-Emissionen warnte. Wir sehen die Perspektiven für Unternehmensanleihen momentan nicht pessimistisch. In Anbetracht der geringen Renditeaufschläge, der für Anleger oft negativen Konditionen und des Risikos, dass dieser Markt im Fall einer Flucht in sichere Häfen nicht sehr liquide ist, üben wir jedoch Zurückhaltung.“

Die Global-Macro-Fonds waren im ersten Quartal mit ihren wichtigsten Trades erfolglos. Einige von ihnen bauten deshalb zusätzliche Positionen in Relative-Value-Trades auf, wie Lawler berichtet. „Zurzeit erhalten Relative-Value-Trades mehr Gewicht in den Portfolios. Das liegt zum Teil daran, dass die direktionalen Trades, von denen sich die Fondsmanager so viel erhofft hatten, im ersten Quartal trotz der guten Argumente nicht das gewünschte Resultat gebracht haben. Später im Jahr könnten einige dieser größeren Trades, wie etwa Long-Positionierung im US-Dollar, Reflation in Japan und möglicher Wachstumsrückgang in China, noch lukrativ werden. Während die Fonds bei solchen direktionalen Trades erst einmal abwarten, sehen sie nun – vor dem Hintergrund der weltweit unterschiedlichen Entwicklung der Geldpolitik – mehr Möglichkeiten für Trades, die Zinskurven, Volatilität und Relative Value an den Anleihenmärkten zum Gegenstand haben.