Statement Nicolas Mackel, Luxembourg for Finance, zum Abkommen-EU-UK

Statement von Nicolas Mackel, CEO von Luxembourg for Finance, zum Abschluss des Abkommens zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich:

„Fast viereinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum haben die EU und das Vereinigte Königreich endlich eine Vereinbarung gefunden, die ihre künftigen Beziehungen regeln wird.

Finanzdienstleistungen sind zwar nie Gegenstand der Verhandlungen gewesen und spielen im Abkommen keine Rolle. Dennoch ist es für die Finanzbranche in Europa gut und wichtig, dass ein Abkommen zustande gekommen ist. Denn die grundsätzliche Fähigkeit von EU und Vereinigtem Königreich, sich schlussendlich doch zu einigen ist ein positives Signal im Hinblick auf die finanzmarktrelevanten Themen, die beide Partner noch zu klären haben; etwa die Äquivalenz-Regeln.

Wir können nun mehr darauf hoffen, dass diese Diskussionen wieder von einem guten Willen beider Seiten getragen werden, der dringend benötigt wird. Denn es ist im Interesse aller Beteiligten, den Zugang zu Kapital nicht zu erschweren – auch und gerade angesichts der großen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und deren Folgen.

Generell gilt: Finanzdienstleister müssen weiter zusammenarbeiten, um die unterschiedliche Expertise aus den verschiedenen Finanzzentren Europas einschließlich Londons zu nutzen. Nur so lassen sich die großen Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, meistern. Hierzu zählen die Digitalisierung, die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie sowie die Förderung eines nachhaltigen Wachstums.“


Hintergrundinformation

Seit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 haben mehr als 60 internationale Finanzdienstleister, unter anderem Banken, Vermögensverwalter, Versicherungen und Zahlungsdienstleister, bekanntgegeben, ihre Geschäftstätigkeiten und -funktionen nach Luxemburg zu verlagern. Über Luxembourg for Finance

Luxembourg for Finance (LFF) ist für die Entwicklung des Finanzzentrums Luxemburg zuständig. LFF wurde 2008 gegründet und agiert als öffentlich-private Partnerschaft zwischen der luxemburgischen Regierung und dem luxemburgischen Verband der Finanzindustrie. Ziel der Vereinigung ist es, die luxemburgische Finanzdienstleistungsbranche weiterzuentwickeln und neue Geschäftsmöglichkeiten zu identifizieren. LFF verbindet internationale Investoren mit den in Luxemburg angebotenen Finanzdienstleistungen, wie zum Beispiel Investmentfonds, Vermögensverwaltung, Kapitalmarktoperationen oder Beratungsdienstleistungen.

EZB und Europa-Parlament bringen Krisenprogramme für 2021 auf Schiene

Die Europäische Zentralbank (EZB) und das Europa-Parlament haben knapp vor Jahresende noch ihre jeweiligen Programme für den Kampf gegen die Krise im kommenden Jahr auf Schiene gebracht. Die EU-Abgeordneten haben zuletzt den rund 1,1 Billionen Euro schweren Gemeinschaftsetat für die kommenden sieben Jahre abgesegnet. Darin enthalten sind Corona-Hilfen im Umfang von 750 Mrd. Euro. Die EZB hat vergangene Woche zur Stützung der Konjunktur in der Krise unter anderem beschlossen, ihr „PEPP“ getauftes Pandemie-Anleihenkaufprogramm um 500 Milliarden Euro auf 1,85 Billionen Euro aufzustocken und die Käufe um neun Monate bis Ende März 2022 zu verlängern.

Gestartet hat die EZB ihr Notfallprogramm knapp nach Eskalation der Pandemie im März mit einem Volumen von damals 750 Milliarden Euro zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Das Anleihekaufprogramm PEPP („Pandemic Emergency Purchase Programme“) soll laut EZB dazu beitragen, dass alle Wirtschaftssektoren von besseren Finanzierungsbedingungen profitieren und damit den Corona-Schock absorbieren können.

Anleihenkaufprogramm soll bei Finanzierung der Krisenprogramme helfen

Konkret werden durch die Anleihenkäufe die Zinssätze am Anleihenmarkt gesenkt, Staaten und auch Unternehmen können sich so in der Krise günstiger refinanzieren. So können etwa Staaten ihre milliardenschweren Rettungsprogramme leichter finanzieren, wenn die EZB selbst als Käufer ihrer Staatsanleihen auftritt.

Während frühere EZB-Anleihenkaufprogramme an einen Kapitalschlüssel gebunden waren, der sich nach Bevölkerungsgröße und Wirtschaftskraft der einzelnen Euro-Länder bemisst, darf die Notenbank bei ihrem Corona-Notfallprogramm von diesem Schlüssel abweichen. Sie ist damit flexibler und kann mehr Anleihen der besonders von der Krise betroffenen Staaten kaufen.

Tatsächlich sanken die Kurse europäischer Staatsanleihen bei Ausbruch der Krise und ihre Renditen schossen kurzfristig nach oben, zeitgleich mit dem Start der PEPP-Anleihenkäufe legten die Anleihenkurse aber wieder zu und die Renditen kamen im Gleichschritt zurück. Nach einer ersten Aufstockung im Juni, hat die EZB nun erneut ihr Pandemie-Anleihenkaufprogramm massiv ausgeweitet.

Mit den Anleihenkäufen kämpft die EZB auch gegen die aktuell negative Inflation und versucht die Teuerungsrate wieder auf das volkswirtschaftlich gewünschte Maß zu heben. Zuletzt lag die Inflationsrate der Eurozone bei minus 0,3 Prozent und ist damit weit entfernt von der EZB-Zielmarke von rund zwei Prozent.

Hinweis: Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Liquiditätsspritzen an Banken verlängert

Zudem sollen bei den „TLTRO III“ genannten großen EZB-Liquiditätsspritzen die Privatbanken nun deutlich länger von günstigeren Bedingungen profitieren. Bei diesen Geldspritzen winkt den Instituten sogar eine Prämie, wenn sie sich die Gelder leihen. Zudem sollen drei weitere dieser Kreditgeschäfte zwischen Juni und Dezember 2021 aufgelegt werden.

Der EZB-Rat beschloss zugleich auch eine neue Serie von Notfallkrediten für Banken, sogenannte „Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations“ (PELTRO). Im nächsten Jahr soll es davon vier Tranchen geben. Die Käufe im Rahmen des älteren Anleihenprogramms APP sollen darüber hinaus in einem monatlichen Umfang von 20 Milliarden Euro fortgesetzt werden.

Ihren Leitzins beließ die Notenbank hingegen wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, auf dem er bereits seit März 2016 liegt. Auch der Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent. Das bedeutet, dass Banken derzeit Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken.

Auch der Beschluss des EU-Budgets war diesmal mit besonderer Spannung erwartet worden. Ungarn und Polen wollten ursprünglich mit einem Veto verhindern, dass die Auszahlung von EU-Geld künftig an die Einhaltung von Rechtsstaatsprinzipien geknüpft wird. Deshalb blockierten sie zunächst das 1,1 Billionen Euro schwere EU-Budgetpaket. Ohne eine Lösung hätte damit gedroht, dass die EU mit einem Notbudget ins Jahr 2021 starten muss und auch das Corona-Hilfspaket nicht starten kann.

Nach Veto von Ungarn und Polen macht Kompromiss den Weg frei für das EU-Budget

Die Staats- und Regierungschefs einigten sich aber zuletzt auf ihrem Gipfel-Treffen auf einen Kompromiss. Dieser sieht vor, dass das neue Verfahren zur Ahndung von Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit durch eine Zusatzerklärung ergänzt wird. Darin ist unter anderem festgelegt, welche Möglichkeiten Ungarn und Polen haben, sich gegen die Anwendung der Regelung zu wehren. Eine davon ist eine Überprüfung der Verordnung für das Verfahren durch den Europäischen Gerichtshof.

Damit ist das im Budget vorgesehene Corona-Konjunkturprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro auf Schiene und soll den Aufschwung nach der Krise nun stützen. Der schnelle Einsatz von Corona-Impfstoffen könnte aus Sicht der EU-Kommission die wirtschaftliche Erholung dabei beschleunigen. „Wir könnten schneller als erwartet eine Rückkehr zum Bruttoinlandsprodukt auf dem Niveau vor der Krise sehen“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni zuletzt. Im ersten Quartal 2021 seien erste positive Zeichen zu erwarten. Davor würde aber ein schwieriger Winter vor uns liegen, so Gentiloni.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Zum Jahreswechsel

Mit 2020 geht ein Jahr zu Ende, das in vielerlei Hinsicht historisch war und das wohl für die meisten von uns mit großen Einschränkungen – insbesondere, was den sozialen Austausch mit Familie und Freunden betrifft – verbunden war. Es war ein Jahr, das uns viel abverlangt hat, das uns aber auch vor Augen geführt hat, wie wichtig nachhaltige Strukturen und vertrauensvolle Beziehungen für unsere Gesellschaft sind.

Auch für die Kapitalmärkte war 2020 ein prägendes Jahr, das im März – mit den ersten Lockdowns in Europa und den USA – historische Verluste insbesondere bei Aktieninvestments brachte. Auch unsere Fonds konnten sich den Verwerfungen an den Kapitalmärkten in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie nicht entziehen. Doch anders als in anderen Krisen haben die allermeisten unserer Anlegerinnen und Anleger Ruhe bewahrt und darauf vertraut, dass ihr Investment mit größtmöglicher Sorgfalt verwaltet wird. Mehr noch, viele unserer Kundinnen und Kunden haben die niedrigen Einstiegspreise genutzt, weitere Fondsanteile zuzukaufen oder haben überhaupt erstmals in eines unserer Produkte Kapital investiert. Für dieses Vertrauen sind wir sehr dankbar und es freut uns, dass es auch belohnt wurde. Was sich im Frühjahr noch dramatisch dargestellt hat, hat sich inzwischen wieder normalisiert. Der Großteil aller Assetklassen hat die Verluste wieder aufgeholt (siehe Grafik im PDF links). Und auch unsere Produkte haben sich wieder erholt. Bei nicht wenigen unserer Fonds steht – zumindest aus heutiger Sicht – mit Jahresende ein Plus vor der (teilweise sogar zweistelligen) Wertentwicklung. Wobei die Performance der Vergangenheit natürlich keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung eines Investments zulässt.

Apropos Wertentwicklung...

Die Corona-Krise hat auch eines klar gezeigt: Verantwortliches Investieren geht nicht auf Kosten der Performance. Viele nachhaltig gemanagte Produkte sind aufgrund ihrer Anlagestruktur und ihres detaillierten Risikomanagements wesentlich besser durch die kritische Zeit gekommen – selbst wenn natürlich auch nachhaltige Investments den Kapitalmarktschwankungen und der damit verbundenen möglichen Verluste, ausgesetzt sind. Die Fonds von Raiffeisen Capital Management1 zählen hinsichtlich ihres Investmentansatzes konstant zu den besten Nachhaltigkeitsfonds im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Das hat sich auch am Jahresende 2020 nochmals gezeigt. Bei der diesjährigen Vergabe der begehrten FNG-Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlagen wurden alle eingereichten Fonds – insgesamt 14 Produkte unterschiedlicher Assetklassen – mit der Höchstnote „3 Sterne“ auszeichnet. Raiffeisen Capital Management war somit der erfolgreichste Asset Manager aller 15 teilnehmenden Länder.

Nachhaltigkeit ist Programm...

Auch wir als Unternehmen sind mit unserer nachhaltigen Unternehmens- und Produktstrategie gut durch die Krise gekommen. Verglichen mit dem Gesamtmarkt haben wir in dieser Phase deutlich besser performt und konnten nicht nur Fondsvolumen (per Ende November insgesamt 39,8 Milliarden Euro), sondern auch Marktanteile (insgesamt 19,6 %) dazugewinnen. Unser breites Angebot an nachhaltigen Investments war für diese positive Entwicklung mitentscheidend.

...und wird weiter forciert

In den letzten Jahren haben wir es geschafft, Raiffeisen Capital Management nicht nur in Österreich, sondern auch international – insbesondere in Italien und Deutschland – als glaubwürdigen und bedeutenden Player bei nachhaltigen Investments zu etablieren. Gemeinsam mit den Netzwerkbanken unserer Eigentümerin, der Raiffeisenbank International AG, möchten wir nachhaltiges Investieren nun auch in Zentral- und Osteuropa konsequent vorantreiben und in guter Tradition dort als „First Mover“ dieses Segment besetzen. Parallel dazu arbeiten wir in Wien mit vollem Einsatz daran, unser Produktangebot noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit zu transformieren. 2020 haben wir mit dem Raiffeisen-SmartEnergy-ESG-Aktien ein innovatives Produkt im Energiebereich lanciert. Auch der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Europa-Aktien (zuvor Raiffeisen-Europa-Aktien) ist seit einiger Zeit ein streng nach ESG-Kriterien2 gemanagter Fonds. Grundsätzlich steht mehr oder weniger die gesamte Produktpalette auf dem Prüfstand, denn mittelfristig möchten wir die ESG-Kriterien in sämtliche Investmentprozesse unserer Fonds integrieren. Last but not least, bemühen wir uns, unseren eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Im vergangenen Jahr haben wir erstmals in einem gemeinsamen Projekt mit der BOKU unseren CO2-Verbrauch ausgeglichen und setzen weitere Maßnahmen, diesen möglichst klein zu halten.

Digitale Beziehungspflege

2020 war wohl auch das Jahr der Webinare, Online-Meetings und Videokonferenzen. Covid-19 hat nicht nur der Nachhaltigkeit Schub verliehen, sondern auch der Digitalisierung. An dieser Stelle möchten wir uns bei Ihnen für Ihre Offenheit und Flexibilität bedanken, diese Tools gemeinsam mit uns zu nutzen. Uns war es wichtig, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben, Ihre Anliegen aufnehmen zu können und Ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass unsere Betreuung lückenlos und in gewohnter Qualität weiterläuft. Auch wenn nichts über den persönlichen Austausch geht, so haben uns digitale Formate in dieser schwierigen Zeit geholfen, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben.

Kontinuität gewährleisten

Eine vertrauensvolle Basis ist im Veranlagungsgeschäft unerlässlich und eng mit den handelnden Personen verknüpft. Mit Jahreswechsel (ab 1.1. 2021) wird es an der Spitze des institutionellen Geschäfts von Raiffeisen Capital Management zu einem personellen Wechsel kommen. Wir freuen uns, dass wir für diese Position, die für unser Unternehmen von zentraler Bedeutung ist, Christiane Flehberger (CPM, CEFA) gewinnen konnten, denn damit kann einerseits die Kontinuität in der Betreuung gewährleistet und andererseits ein ebenso wichtiger Generationenwechsel vollzogen werden. Christiane Flehberger ist seit 2011 in der Raiffeisen Bankengruppe verankert und seit 2015 bei Raiffeisen Capital Management beschäftigt. Zuletzt war sie für den Bereich „Institutionelle Kunden & Sektorkunden“ verantwortlich. Darüber hinaus leitete sie das Großkunden-Geschäft in den Märkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein & Frankreich. Als Gesamtverantwortliche für das Institutionelle Kundengeschäft, wird sie auch weiterhin für beide genannten Bereiche zuständig bleiben.

Wie geht es an den Kapitalmärkten weiter?3

Wenn es nach unserer Erwartung für die Aktienmärkte geht, dann wird das Jahr 2021ein gutes werden. Diese Einschätzung basiert zunächst auf der Entwicklung der globalen Konjunktur. Nach beispiellosen Einbrüchen im Jahr 2020 wird im neuen Jahr eine spürbare Erholung eintreten. Diese könnte sogar stärker ausfallen, als es aktuell von den Volkswirten erwartet wird. Hand in Hand mit einer besseren Wirtschaftsdynamik werden sich auch die Unternehmensgewinne erholen – sogar zweistellige Zuwachsraten sind möglich. Wie schon in den letzten Jahren wird eine lockere Geldpolitik als unterstützender Faktor bleiben und auch die Fiskalpolitik wird weiterhin großzügig sein. Was gibt es schöneres, als Geld auszugeben, das man zwar nicht hat, aber freigiebig von der Notenbank zur Verfügung gestellt bekommt – ein Selbstläufer für jeden Politiker. Hier liegt auch ein wesentliches Risiko für das positive Marktszenario begraben. Sollten die Notenbanken gezwungen sein, ihre Liquiditätsinjektionen zu reduzieren oder einstellen zu müssen, hätte das starke Auswirkungen auf viele Marktsegmente. So hat nur die EZB seit Ausbruch der Krise ihre Bilanz um 340 Millionen Euro ausgeweitet – pro Stunde, 24/7. Dieses Geld ist zunächst in Staats- und Unternehmensanleihen geflossen. Kein Wunder, dass wir hier die Renditetiefstände wieder erreicht haben. Aber frei nach dem Motto „Das Wasser findet seinen Weg“ waren natürlich auch Hochzinsanleihen und Aktien begünstigt. Was wäre also dieser „Game-Changer“, der zu einem Umdenken bei den Notenbanken führen würde? Eine solche Entwicklung sähen wir nur im Fall eines starken Anstiegs der Inflation. Das ist nicht unsere Erwartung, aber zweifellos eines der Risikoszenarien für 2021.


1) Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH
2) ESG steht für Umwelt (Environment, E), Soziales (Social, S) und gute Unternehmensführung (Governance, G).
3) Die nachfolgenden Einschätzungen und Positionierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Sie sind keine Prognose für die künftige Entwicklung der Finanzmärkte oder von Produkten.

Von Bitcoin bis Populismus – was bringt das Börsenjahr 2021?

von Olivier de Berranger, CIO bei LFDE.

Weihnachten bedeutet gemeinsame Zeit mit der Familie bei einem guten Festessen. Es ist aber bei manchen auch die bevorzugte Zeit, um Diskussionen über brennende aktuelle Themen loszutreten. Bei jenen, die in diesem Jahr das Glück haben werden, ein Familienmitglied zu treffen, das sich für Finanzen interessiert, besteht ein gewisses Risiko, dass die Gespräche abschweifen: von COVID-19 über Bitcoin bis zur Entkopplung von Finanzmärkten und „Realwirtschaft“.

Bitcoin mal wieder auf Höhenflug

Zuerst zum Bitcoin. Genauso wie wir uns in erster Linie an die verspäteten Züge erinnern, tendieren wir umgekehrt auch dazu, uns auf die Finanzwerte mit außerordentlich starker Wertentwicklung zu konzentrieren. Nachdem sich der Bitcoin seine Einladung zum Festessen an Weihnachten 2017 durch einen Jahresanstieg von +1.375 % verdient hatte, ist er 2020 dank der Verdreifachung seines Kurses wieder mit von der Partie – auch wenn er als Tauschmittel bei weitem noch nicht massenhaft genutzt wird. Das Thema ist so interessant, dass sich auch die Zentralbanken allmählich damit befassen. Aber kann man hier ernsthaft von einer Währung sprechen? Und was ist mit Libra – inzwischen unter dem neuen Namen „Diem“ – der virtuellen Währung von Facebook? Wer bezahlt heutzutage sein Brot mit einer Kryptowährung?

Keine Anzeichen für echte Entkopplung der Finanzmärkte

Neben dem Bitcoin ist das Thema, das für Gesprächsstoff sorgt, die offenkundige Entkopplung zwischen Wirtschaft und Märkten. Es wird wahrscheinlich mit folgenden Worten eingeläutet: „Die Märkte sind verrückt geworden. Die Aktien steigen, während es immer mehr soziale Hilfspakete gibt. Ein Blick in die Zeitung genügt, um das zu verstehen!“ Auch wenn der zweite Teil des Satzes richtig ist, gilt dies für den ersten bei weitem nicht. Die wirtschaftliche Lage ist wirklich komplex. Steigende Arbeitslosigkeit, soziale Ungleichheit, und sinkende Unternehmensrentabilität – die Wirtschaftskrise, die wir derzeit erleben, ist die schwerste der Nachkriegszeit. Doch es gilt zu verstehen, dass sich die zeitliche Dimension der Realwirtschaft und der Kurse von Finanzwerten strukturell unterscheidet. Daher kommt es häufig zu einer vermeintlichen Entkopplung. Die Konjunkturdaten bilden die Vergangenheit ab oder bestenfalls die aktuelle Lage, während die Finanzmärkte die Zukunftserwartungen widerspiegeln. Ihr Zeithorizont wird in der Regel auf rund sechs Monate geschätzt. Genau hierin liegt der ganz entscheidende Unterschied.

Populismus bleibt langfristiges Risiko

Mitte 2021 dürften die Wirtschaftsaussichten viel klarer sein als gegenwärtig. Die Verabreichung der ersten Impfstoffe wird zunächst das Tempo der Ansteckungen verringern und sie dann hoffentlich ganz verhindern. Die Regierungen werden die Wirtschaft in dieser schwierigen Phase weiterhin unterstützen und beispiellose Konjunkturpakete schnüren, um das Tempo der Erholung zu beschleunigen. Die Staatsausgaben werden folglich steigen. Überdies werden die Notenbanken weiterhin Liquidität bereitstellen, damit sich Staaten, Unternehmen und Privathaushalte auf Dauer günstig finanzieren können. Die Fed verkündete jüngst, dass sie die extrem lockeren geldpolitischen Bedingungen noch für längere Zeit beibehalten wird, wie dies auch die EZB kurz zuvor bekanntgegeben hatte. Die Aussichten könnten alleine durch das längerfristige politische Risiko getrübt werden, denn es herrscht ein Misstrauen gegenüber den traditionellen Parteien. Dies könnte sich durch die zunehmenden sozialen Ungleichheiten und einen bisweilen riskanten Umgang mit der Pandemie verstärken. Die nächsten Wahlen werden ein gutes Barometer für den derzeit anschwellenden Populismus sein.


Über LFDE – http://www.lfde.com

LFDE hat sich seit ihrer Gründung 1991 zu einer der bedeutendsten und dynamischsten Fondsgesellschaften Frankreichs entwickelt. Kernkompetenzen: Investments in europäische und internationale börsennotierte Unternehmen. LFDE nutzt ihre überzeugungsbasierte Managementexpertise, um institutionellen Investoren, Vertriebsgesellschaften und Privatanlegern nachhaltige Lösungen anzubieten, die eine Wertsteigerung der Kundeninvestments ermöglichen. LFDE ist in Deutschland, Spanien, Italien, der Schweiz und in den Benelux-Ländern vertreten und verwaltet zum 31.12.2019 Vermögen in Höhe von rund 10 Mrd. Euro. LFDE ist Unterzeichner der UNPRI-Grundsätze und des Carbon Disclosure Project und gehört zur Primonial-Gruppe, dem unabhängigen Marktführer in den Bereichen Entwicklung und Verwaltung von Anlagelösungen und Anlageberatung in Frankreich.

2021: Das Jahr der Erholung für Japan?

von Reiko Mito, Investment Director für japanische Aktien bei GAM Investments.

Mit Blick auf das Jahr 2021 gibt es unseres Erachtens mehrere Gründe, die für eine gute Konjunkturerholung in Japan sprechen. Zum einen haben die Quartalsergebnisse für Q3 2020 die Bodenbildung bei den Gewinnen bestätigt, denn sie haben die Ergebnisse in Q2 und den Konsens deutlich übertroffen. Im Jahresvergleich sind die Gewinne immer noch rückläufig, was bedeutet, dass sich der Aufwärtstrend in 2021 fortsetzen dürfte. Die Fundamentaldaten haben inzwischen begonnen, sich zu erholen, nachdem die Frühindikatoren im Mai ihren Tiefpunkt erreicht hatten.

Zum anderen ist die aktuelle Corona-Lage in Japan besser als in anderen Industrieländern. Zwar erlebt Japan ähnlich wie andere Länder seit Ende November die sogenannte dritte Welle, allerdings gibt es täglich «nur» etwa 3.000 neue Fälle bei einer Bevölkerung von 120 Millionen, weshalb die wirtschaftliche Aktivität weiterhin intakt ist.

Darüber hinaus sorgt der Wahlsieg von Joe Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen für mehr Vorhersehbarkeit und es wird erwartet, dass die Volatilität abnimmt. Eine Reihe von Bidens politischen Maßnahmen sind für japanische Unternehmen förderlich. So dürfte seine Umweltpolitik japanischen Unternehmen zugutekommen, die zu den Vorreitern im Bereich energiesparende Produktion zählen.

Die starke Erholung im benachbarten China ist ebenfalls positiv für Japan. Chinas Stärke – sowohl in der Produktion, als auch im Konsumbereich – trägt zu den Umsätzen vieler japanischer Unternehmen bei. Außerdem kündigte der japanische Premierminister Suga am 8. Dezember ein Konjunkturpaket im Wert von 700 Mrd. US-Dollar an. Auch wenn die Erwartungen an den Märkten gering sind, kommt seine Politik der Deregulierung und den Märkten zugute. So setzt er sich beispielsweise für eine Konsolidierung der Industrie ein, was die Rentabilität der japanischen Unternehmen verbessern sollte. Kurzfristig liegt der Fokus der Regierung insbesondere auf der Bewältigung der Corona-Pandemie. Sugas Politik und ihre Auswirkungen könnten die Märkte im weiteren Verlauf jedoch durchaus überraschen.


Über GAM

GAM ist eine führende unabhängige, reine Vermögensverwaltungsgruppe. Das Unternehmen bietet aktive Anlagelösungen und -produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft wird durch eine Private-Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte umfasst. Per 30. Juni 2020 hat GAM 747 Vollzeitbeschäftigte in 14 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Mailand und Lugano. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.
Die Aktien von GAM (Symbol «GAM») mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert. Per 30. September 2020 verwaltet die Gruppe Vermögen in Höhe von CHF 120.4 Milliarden (USD 131.1 Milliarden).1

1) Einschließlich CHF 0.3 Milliarden Geldmarktfonds per 30. September 2020. Wie mit den H1 2019 Resultaten bekanntgegeben, hat GAM mit der ZKB eine Vereinbarung über deren Verkauf abgeschlossen.

Schwellenländeranleihen: Liquidität, ungleichmäßige Konjunkturerholung und Schuldentragfähigkeit

von Liam Spillane, Head of Emerging Market Debt bei Aviva Investors.

Was die Finanzmärkte betrifft, so zeigen sich die radikalen Veränderungen durch die Pandemie nirgendwo so deutlich wie in den Schwellenländern. Die beispiellose Unterstützung durch die Notenbanken und Staaten hat geholfen, die Märkte zu stabilisieren. Die Impfstoffe lassen zwar eine Konjunkturerholung erwarten, doch die Unterstützung dürfte dennoch nicht übereilt zurückgefahren werden. Vorerst könnte dies dazu führen, dass weitere Risiken eingegangen werden, was zu einer Outperformance von Lokalwährungsanleihen führen könnte. Den Anlegern muss hier jedoch ein Drahtseilakt gelingen. Sie müssen den langfristigen finanziellen Schaden vieler Länder ebenso berücksichtigen wie mögliche Anzeichen dafür, dass die Notenbanken die Liquidität schneller einschränken als erwartet.

1. Schwellenländeranleihen bieten echte Portfoliodiversifizierung

Die Märkte für Schwellenländeranleihen dürften 2020 positive Renditen verzeichnen – trotz des schwierigen Jahresbeginns. Die kontinuierliche und großzügige Bereitstellung von Liquidität durch die Notenbanken lässt hoffen, dass dieser Trend anhält.

Weltweit haben die Notenbanken als Reaktion auf die Corona-Pandemie Rekordmengen an Anleihen und anderen Vermögenswerten aufgekauft und dabei in historischem Ausmaß Liquidität in die Finanzmärkte gepumpt. Die Schwellenländer, in denen manche Notenbanken erstmals seit vielen Jahren auf quantitative Lockerungen und unkonventionelle Maßnahmen gesetzt haben, bildeten hier keine Ausnahme.

Die Folge: Weltweit schwimmen die Anleger in Liquidität. Da festverzinsliche Anlagen in den Industrieländern nur geringe Renditeaussichten bieten, zog die globale Nachfrage nach Schwellenländeranleihen an. Dies gilt insbesondere für Staatsanleihen in Hartwährung.

Die Impfstoffverteilung lässt zwar auf eine dynamischere Konjunkturentwicklung im kommenden Jahr hoffen, doch die Notenbanken dürften dennoch zögern, die Geldpolitik übereilt zu straffen. Dies wird die Nachfrage nach renditestärkeren Anlagen wie Schwellenländeranleihen wohl weiter stützen, nicht zuletzt, da sie eine echte Portfoliodiversifizierung ermöglichen.

2. Hartwährungsanleihen präferiert

In den Volkswirtschaften der Schwellenländer hat sich der Ausbruch des Coronavirus ganz unterschiedlich ausgewirkt. Die asiatischen Länder haben sich insgesamt relativ gut behauptet. Andere Länder, insbesondere in Lateinamerika, wurden sehr viel stärker in Mitleidenschaft gezogen.

Die ökonomischen Aussichten für das Jahr 2021 sind etwas besser, obwohl sich die Anleger wie immer darüber im Klaren sein sollten, dass Schwellenländeranleihen keine einheitliche Anlageklasse bilden. Während einige Länder die Pandemie früher oder später relativ unbeschadet hinter sich lassen dürften, haben andere massiven Schaden genommen.

Die rasante Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds hat zu einer scharfen Abwertung von Schwellenländerwährungen geführt. Dies ist eine Erklärung dafür, dass sich Schwellenländeranleihen in Hartwährungen 2020 mit großem Abstand besser entwickelt haben als ihre Pendants in Lokalwährungen.

Wir ziehen Hartwährungsanleihen weiterhin vor. Lokalwährungsanleihen könnten jedoch zunehmend attraktiver werden, wenn die Lage der Weltwirtschaft sich schneller bessert als wir derzeit erwarten – etwa infolge der Impfkampagnen.

3. Nachhaltigkeit einiger Schwellenländer wird infrage gestellt

Die globale Liquiditätsschwemme hat den Schwellenländern geld- und fiskalpolitische Maßnahmen ermöglicht, die mit Blick auf ihren Umfang und ihre Umsetzung außergewöhnlich waren. Für manche Volkswirtschaften der Schwellenländer besteht nun jedoch ein erhebliches Risiko, dass die Nachhaltigkeit einiger dieser Maßnahmen infrage gestellt wird, sobald die Welt zu einer gewissen Normalität zurückkehrt.

Der Markt hat den Schwellenländern bisher einen Vertrauensvorschuss eingeräumt, da die Welt teilweise regelrecht in Liquidität schwimmt. Das Risiko für manche Länder besteht darin, dass die Notenbanken den Hahn zudrehen und sie allmählich auf dem Trockenen sitzen.

Die Renditen auf den Märkten für Industrieländeranleihen sind weiter extrem niedrig. Sollten die Impfkampagnen eine stärkere Konjunkturerholung nach sich ziehen, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen. In einem solchen Szenario dürften Anleger von Schwellenländeranleihen sehr viel wählerischer werden.

Zahlreiche Schwellenländer hatten vor der Corona-Pandemie ein Jahrzehnt schwächeren Wirtschaftswachstums hinter sich, da der internationale Handel stagnierte und strukturelle Reformen ausblieben. Auch wenn die Impfstoffe im Jahr 2021 eine moderate Konjunkturerholung auslösen, dürften die Sorgen angesichts der langfristigen Wachstumsaussichten der Schwellenländer bleiben.

Hierdurch wird es wahrscheinlicher, dass die Anleger früher oder später die Fähigkeit einiger Länder infrage stellen werden, die 2020 stark gestiegene Staatsverschuldung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Auch die Nachhaltigkeit der Geldpolitik könnte in Zweifel gezogen werden.


AVIVA INVESTORS

Aviva Investors ist die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc. Das Unternehmen liefert seinen Kunden weltweit Investmentmanagementlösungen, Dienstleistungen und kundenorientierte Performance. Aviva Investors ist in 14 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, Nordamerika und Großbritannien tätig und verwaltet ein Vermögen von 389 Milliarden Euro per 30. Juni 2020.

Gold: Neues Jahr, neue Chancen?

von Stefan Breintner, stellvertretender Leiter Research & Portfoliomanagement bei der DJE Kapital AG.

Goldanlagen zählen 2020 zu jenen Investments, die insgesamt vom Ausbruch der Covid-19-Pandemie profitierten: trotz eines Einbruchs der historisch gesehen wichtigsten Nachfragekomponente – der Schmuckindustrie – um 40,5 Prozent auf 910,3 Tonnen. In den ersten neun Monaten 2020 konnte der Goldpreis um ca. 20 Prozent auf 1.827 US-Dollar pro Unze (oz) zulegen. In Euro gerechnet lag das Kursplus aufgrund des gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung abwertenden US-Dollar bei ca. 11 Prozent.

2020: Rekordjahr für Gold als Investment

Treiber des Goldpreisanstiegs 2020 war die Investmentnachfrage – vor allem nach mit Gold hinterlegten Indexfonds (ETFs). Von Januar bis November standen trotz eines größeren Abflusses im November insgesamt Zuflüsse von 916 Tonnen zu Buche, ein historischer Rekordwert. Somit kompensierte die ETF-Nachfrage den Rückgang auf der Schmuckseite. Auch die Nachfrage nach Barren und Münzen entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf sehr gut und erreichte mit ca. 627 Tonnen in etwa das Niveau aus dem Jahr 2009, als Gold aufgrund der Finanzkrise stark gefragt war. 2020 stellt damit auf der Gold-Nachfrageseite eine absolute Ausnahmesituation dar. Es ist das Jahr, in dem die Investmentnachfrage erstmals die Schmucknachfrage als traditionell wichtigste Nachfragekomponente deutlich übertreffen sollte, was nicht einmal im Krisenjahr 2009 der Fall war.

Im November 2020 kam es beim Goldpreis zum stärksten Monatsrückgang seit vier Jahren. Der Grund hierfür waren vor allem Nachrichten über die Wirksamkeit von potenziellen Covid-19-Impfstoffen und damit verbundene Hoffnungen über eine Eindämmung der Pandemie im kommenden Jahr. Der Goldpreisrückgang im November ging einher mit ETF-Abflüssen. Nachdem die ETFs zuvor acht Monate hintereinander Zuflüsse verbuchten, kam es im November aufgrund der temporären Impfstoff-Euphorie zu Abflüssen. Die gute Marktstimmung trug dazu bei, dass zyklische Rohstoffe wie Öl und Industriemetalle stärker nachgefragt wurden und Gold als sicherere Anlage dagegen verkauft wurde. Nach Daten des World Gold Councils flossen im November 107 Tonnen mit einem Wert von ca. 6,8 Mrd. US-Dollar ab. Dies war der erste Monatsabfluss seit einem Jahr und in US-Dollar gerechnet der zweithöchste seit Beginn der Datenreihe.

Covid-19 geht, Geldschwemme und Staatsschulden bleiben

Die entscheidende Frage im Hinblick auf die Goldpreisentwicklung im kommenden Jahr dürfte sein, ob die ETF-Nachfrage auf hohem Niveau bleiben wird oder ob Anleger wieder Gold aus den ETFs abziehen. Die ultra-lockere Geldpolitik der Notenbanken dürfte sich auch im Falle eines durchschlagenden Erfolgs der Impfstoffe und einer graduellen Normalisierung der Wirtschaft erst einmal nicht ändern. EZB-Präsidentin Lagarde hat sich bereits dahingehend geäußert, dass ein Impfstoff kein „Game-Changer“ sei. Die Covid-19-Pandemie hat zu einem in der Geschichte beispiellosen Anstieg von Notenbankbilanzsummen und Staatsschulden geführt. So entsprechen beispielsweise seit Ausbruch der Pandemie die Netto-Käufe von Staatsanleihen durch die EZB den Netto-Anleiheemissionen der Euro-Staaten.

Die amerikanische Notenbank hat seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie Anleihen im Umfang von rund 3.000 Mrd. US-Dollar erworben. Die EZB hat mit ihren Anleihekäufen von rund 2.000 Mrd. Euro allein seit dem Frühjahr 2020 die Neuverschuldung der Euro-Staaten voll finanziert. Zum Vergleich: Der Wert der Gold-Jahresproduktion aller weltweiten Minen in Höhe von 3.464 Tonnen entspricht ca. 204 Mrd. US-Dollar. Der insgesamte Wert des jemals geförderten Goldes beträgt aktuell ca. 12.000 Mrd. US-Dollar. Ein Ende des Gelddruckens von EZB und FED ist nicht in Sicht. Noch weniger ist aus heutiger Sicht an eine Rückführung dieser kaum rückzahlbaren Schulden zu denken. Gold sollte hiervon als wertstabile Anlage profitieren und demzufolge dürfte die Investmentnachfrage im kommenden Jahr weiter hoch, aber wohl nicht auf den Rekordniveaus des Jahres 2020 liegen.

Schmucknachfrage dürfte 2021 wieder anziehen

Im kommenden Jahr ist konjunkturbedingt aber mit einer besseren Schmucknachfrage zu rechnen – insbesondere aus den beiden wichtigsten Ländern China und Indien. Beide verzeichneten in den ersten neun Monaten historische Einbrüche von 43 Prozent auf 274 Tonnen bzw. 57 Prozent auf 171 Tonnen. Damit erscheint die Prognose, dass 2021 die zusätzliche Schmucknachfrage einen möglichen Rückgang der Investmentnachfrage kompensieren kann, nicht abwegig. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 fragten die Schmuckverarbeiter Chinas und Indiens 637 bzw. 545 Tonnen nach und machten damit 56 Prozent der weltweiten Goldnachfrage der Schmuckindustrie von 2.107 Tonnen aus. Die jüngst kräftige Erholung der chinesischen Wirtschaft von der Corona-Pandemie spricht auch für eine bevorstehende Erholung der chinesischen Schmucknachfrage. Insgesamt könnte 2021 damit die gesamte Gold-Nachfrage das Angebot durchaus übertreffen – was natürlich vorteilhaft für die Preisentwicklung wäre.

Niedrigzinsen: auch 2021 positiver Treiber für Gold

Die US-Geldmenge M1 wächst aktuell als Folge der ultra-lockeren Geldpolitik der Notenbank gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent. Aus heutiger Sicht wird sich daran vorerst nichts ändern, da die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie weiter bekämpft werden müssen. Angesichts weiterhin hoher Corona-Neuinfektionen, die schärfere Lockdowns zur Folge haben, wächst aktuell der Druck auf die Politik nochmals zusätzliche Stimulierungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Ein Ende des Gelddruckens von EZB und FED ist damit zunächst weiter nicht in Sicht. Gold sollte hiervon als wertstabile Anlage in einer Papiergeldwelt profitieren. Zu einer Änderung der Notenbankpolitik in den USA dürfte es erst dann kommen, wenn die Inflation über einen längeren Zeitraum über zwei Prozent liegt und gleichzeitig Vollbeschäftigung herrscht. Beide Kriterien zusammen waren in den letzten 20 Jahren nur selten erfüllt. Zinserhöhungen erscheinen daher weiter auf absehbare Zeit unrealistisch.

Die Geldschwemme sollte perspektivisch zu mehr Inflation führen und die Realrenditen (Zinsen abzüglich Inflationsrate) von Anleihen weiter in den negativen Bereich drücken. Zusätzliche schuldenfinanzierte Konjunkturhilfen würden die Inflationserwartungen voraussichtlich steigen lassen und die Realzinsen ebenfalls drücken. Negative Realzinsen sind ein sehr starkes Argument für einen steigenden Goldpreis, denn das große Gegenargument gegen die Goldanlage ist, dass sie keinen laufenden Ertrag (Zinsen oder Dividenden) abwirft. Insgesamt sollten die Zinsen in den USA und Europa wohl noch für lange Zeit auf sehr niedrigem Niveau verharren und daher Gold als zinslose Anlage keine Konkurrenz machen. Man muss sich bei dieser Betrachtung auch stets vor Augen halten, dass aktuell laut Bloomberg das Volumen aller ausstehenden Anleihen mit derzeitiger Negativverzinsung bei fast 18.000 Mrd. US-Dollar liegt – also dem 1,5-fachen des Wertes des jemals geförderten Goldes. Solange an den Rentenmärkten solche Konstellationen herrschen, wird auch der Aufwärtstrend bei Gold anhalten.

Goldangebot aus Minenproduktion könnte strukturell fallen

Generell folgt die Preisfindung auch auf den Edelmetall- und Rohstoffmärkten den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Die weltweite Goldminenproduktion steht für ca. 73 Prozent des jährlich neu hinzukommenden Goldangebots – der Rest entfällt auf die Altgoldaufbereitung. Bereits 2018 könnte die Goldminenproduktion mit 3.509 Tonnen (Wert ca. 206 Mrd. US-Dollar) einen Höhepunkt erreicht haben. In den ersten neun Monaten in 2020 fiel die weltweite Goldminenproduktion vor allem aufgrund der zahlreichen Covid-19 bedingten Minenschließungen im 2. Quartal um 5,4 Prozent auf 2.456 Tonnen. Im 2. Quartal lag der Rückgang sogar bei -10 Prozent. 2021 sollte sich die Produktion wieder erholen, aber generell dürfte das Goldangebot aus laufender Produktion in den kommenden Jahren strukturell fallen. Dies ist vor allem auf kaum mehr nennenswerte Goldfunde in den letzten Jahren, den generell abnehmenden Goldgehalt im Gestein, sowie die in den letzten Jahren geringe Explorationstätigkeit zurückzuführen.

Während die Geldmengen also weltweit wegen der Anleihekäufe der Zentralbanken mit einem enormen Tempo steigen, fällt das Goldangebot. Der Wert des in einem Jahr neu hinzukommenden Goldes kann die neu hinzukommenden Schulden in den USA oder im Euroraum keineswegs aufwiegen. Auch das sämtliche in den Gold-ETFs gehaltene Gold hat aktuell nur einen Marktwert von rund 240 Mrd. US-Dollar. Das ist nur ein Bruchteil bzw. ca. 12 Prozent der Marktkapitalisierung von Apple. Von einer zu starken Positionierung der Anleger in Gold kann daher nicht gesprochen werden.

Fazit: Weiteres Aufwärtspotenzial für Goldpreis in 2021

Von dem Anfang August verzeichneten Rekordniveau – 2.075 US-Dollar pro Unze – hat sich Gold in US-Dollar rund 12 Prozent verbilligt. Die Chancen, dass der Goldpreis seinen im Herbst 2020 unterbrochenen Aufwärtstrend in 2021 wieder aufnimmt, sind angesichts der weiter ultra-lockeren Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken und weiterhin tiefen bzw. negativen Realzinsen gegeben. Auf der Nachfrageseite sollte sich die Investment-Komponente in 2021 zwar schwächer entwickeln, aber dies sollte durch eine anziehende Schmucknachfrage und eine wieder bessere Zentralbanknachfrage kompensiert werden. Auf der Angebotsseite ist mit einem weiteren Rückgang zu rechnen und auch die Markttechnik gibt derzeit eher Kauf- als Verkaufssignale.


Über die Dr. Jens Ehrhardt Gruppe

Die DJE Kapital AG ist seit 45 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit rund 150 Mitarbeitern (davon rund 25 Fondsmanager und Analysten) aktuell über 13,4 Milliarden Euro (Stand: 30.09.2020) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Zudem bietet die DJE Kapital AG seit 2017 mit Solidvest eine einzeltitelbasierte Online-Vermögensverwaltung an – als digitale Lösung im Rahmen aktiv gemanagter Depots. Das Online-Konzept basiert auf den breiten Kompetenzen in Vermögensverwaltung und Anlagestrategie der DJE Kapital AG – und ermöglicht ein diversifiziertes Portfolio nach individuellem Rendite-Risiko-Profil mit persönlichen Themenschwerpunkten im Aktienbereich. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. Der Anspruch der DJE Kapital AG ist, ihren Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten. Die DJE Kapital AG gehört zu den Unterzeichnern der „Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren“ der Vereinten Nationen (UNPRI). Dadurch ist die gesamte Vermögensverwaltung und damit auch Solidvest seit 2018 auf die Einhaltung übergreifender Nachhaltigkeitskriterien wie Umweltschutz und die Einhaltung von Menschenrechten sowie Arbeitsstandards ausgerichtet.

Gesundheitsinvestments 2021: „So günstig bewertet wie nie!“

Das vergangene Jahr hat verdeutlicht: Gesundheit gehört zu den wertvollsten Gütern überhaupt. Gleichzeitig ist sie eines der Megatrends unserer Zeit. Günstige Bewertungen, rasante Entwicklungen vor allem im Bereich Digitalisierung und Telemedizin sowie eine ungebrochene Innovationskraft halten für Anleger auch 2021 Chancen bereit.

Die Gesundheitsbranche wird seit Jahren vor allem durch den demografischen und ökonomischen Wandel, die Globalisierung sowie eine enorme Innovationskraft beflügelt. Gesundheit ist dadurch zu einem Megatrend geworden, der ungebrochen und nachhaltig anhält. So profitierten Anleger, die 2021 auf Gesundheitsinvestments setzen, trotz Pandemie erneut von zahlreichen Chancen im Gesundheitsmarkt.

Attraktive Bewertung

Wie in anderen Krisenzeiten war die Branche dabei nicht nur ein sicherer Hafen, sondern auch ein Wachstumsmotor. Den Experten der Apo Asset Management GmbH (apoAsset) zufolge wird sich dies auch 2021 nicht ändern. „Zudem ist der Gesundheitssektor mit einem Abschlag von derzeit 23 % gegenüber dem breiten Markt, der nach wie vor in einem unsicheren Umfeld schwebt, so günstig bewertet wie nie“, erklärt Dr. Heiko Opfer, Mitglied der Geschäftsführung der apoAsset.

Symbiose von Technik und Gesundheit setzt sich fort

Einige Entwicklungen, allen voran die Digitalisierung, haben in 2020 an Fahrt gewonnen und werden sich 2021 fortsetzen. Die Pandemie verhalf der Telemedizin zu einem unerwartet schnellen Durchbruch. „Digitalisierung verbessert die medizinische Versorgung ungemein und ist eng mit Effizienzsteigerung sowie Kostensenkungen verknüpft, was im vor uns liegendem Jahr positiv zu Buche schlagen wird“, so Opfer.

Ungebrochene Innovationskraft

Gleichzeitig sieht Opfer in diesem Jahr eine ungebrochene Innovationskraft der Branche: Das meiste Geld der Forschung bei klinischen Entwicklungen fließt in die Onkologie. „Im Impfstoffbereich jenseits von Covid-19-Präparaten tut sich sehr viel, wie bei der Erforschung des mRNA-Impfstoffes gegen Krebszellen.“ Ein Blick auf kleine Unternehmen kann sich lohnen: „Innovationstreiber sind oftmals kleinere Unternehmen, wie die prominenten Beispiele BioNTech und Curavec illustrieren.“ Hinsichtlich Neuzulassungen geht Opfer davon aus, dass 2021 das gute Niveau vom Vorjahr gehalten wird. Für den M&A-Bereich ist er zuversichtlich, dass Übernahmen wieder attraktiver werden.

Mehrwert für das Depot

Für das Anleger-Portfolio kann die Beimischung von Gesundheits-Aktien einen erheblichen Mehrwert bedeuten. Ein Weg für Anleger, am Megatrend „Gesundheit“ teilzuhaben, führt über Unternehmen mit Schwerpunkt Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik, Digital Health und Dienstleistungen. „Ein Investment in den Gesundheitssektor ist allerdings kein Selbstläufer“, betont Opfer. Vielmehr käme es darauf an, sinnvoll und breit zu diversifizieren. „Ein aktiv von Spezialisten verwaltetes globales Fondsportfolio, das die aussichtsreichsten Aktien der vielfältigen Subsektoren umfasst, unterscheidet sich grundlegend von Lösungen, die passiv einen Healthcare-Index abbilden.“


Apo Asset Management GmbH

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) wurde 1999 gegründet und verwaltet ein Anlagevermögen von rund 3,5 Milliarden Euro. Ihre Schwerpunkte sind globale Gesundheitsfonds und Multi-Asset-Fonds. Das Unternehmen verfügt über ein europaweit einzigartiges Netzwerk für Gesundheits-Investments. Dazu gehören neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung am Biotech-Investment-Spezialisten Medical Strategy GmbH und ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat. Die Gesellschafter sind die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG. Weitere Informationen unter www.apoasset.de.

Immobilien auch in Zeiten der Pandemie bei Investoren gefragt

Auch in der Corona-Krise hält die Nachfrage der Investoren nach Immobilien an. Durch die Hilfsaktionen der Notenbanken und der Staaten ist viel Kapital im Umlauf und die Zinsen werden noch längere Zeit auf den niedrigen Niveaus verharren. Die Volumina der in Österreich angebotenen offenen Immobilienfonds sind folglich auch 2020 gestiegen. Laut Statistik der Vereinigung Österreichischer Investmentfondsgesellschaften (VÖIG) lag das in offenen Immobilienfonds veranlagte Volumen Ende November bei 9,6 Milliarden Euro – ein Zuwachs um 4,7 Prozent verglichen mit Jahresbeginn. Neuerlich ein Rekordwert!

ERSTE Immobilien KAG steigert Anlage-Volumen auf rund 2,4 Milliarden Euro

Die ERSTE Immobilien KAG – sie steht für die Entwicklung, Auflage und Verwaltung von soliden Immobilieninvestments konnte mit den beiden Publikumsfonds ERSTE IMMOBILIENFONDS und ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS das Fondsvolumen noch deutlicher auf 2,48 Milliarden Euro erhöhen – ein Zuwachs von 10,7 Prozent verglichen mit dem Jahresende 2019 (Quelle VÖIG/OeKB per 30.11.2020). Für den ERSTE IMMOBILIENFONDS, der zu seinem „Geburtstag“ im Mai die 2 Milliarden Marke überschritten hatte, wurde im Juni eine Tranche von 100 Millionen Euro zur Zeichnung aufgelegt. Die Tranche war binnen weniger Wochen „ausverkauft“. Weitere Tranchen für beide Fonds sind für 2021 in Planung.

Wohnungsmarkt blieb von COVID-19 weitgehend verschont

Traditionellerweise ist die ERSTE Immobilien KAG mit ihren Immobilienfonds auf den Schwerpunkt Wohnen konzentriert. Die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie waren kaum zu spüren, wie Geschäftsführer Peter Karl betont. Was die Geschäfts- und Büroflächen anbelangt sei der überwiegende Teil nicht von den Covid-19 bedingten Schließungen betroffen gewesen. Karl sagte mir: „Unsere Investmentstrategie hat sich bei beiden Fonds auch in unruhigen Zeiten bewährt. Daher werden wir weiterhin daran festhalten.“

Mietwohnungen im Stadtgebiet weiterhin gefragt

Die Vermietungstätigkeit ist nach der Lockdown-Zeit deutlich angesprungen. Seit März wurden 8 Objekte (5 in Wien, 1 in Schwechat, 1 in Fischamend und 1 Büroobjekt in Hamburg – siehe Objektdetails) mit einem Volumen von rund 292 Millionen Euro in die Portfolios der beiden Fonds übernommen. Die Vermietungen laufen „erfreulich“, wie Karl berichtet: „Die Mieten sind marktüblich, wir können unsere Wohnungen erfolgreich am Markt platzieren.“ In der Planung wird auf Wohnungsgrößen, Grundrisse und Ausstattung Einfluss genommen. Was zählt ist die Lage, die Ausstattung und gut durchdachte Grundrisse mit Größen zwischen 40 und 60 Quadratmetern. Jede der neu übernommenen Wohnungen verfügt über Freiflächen wie Garten, Terrassen, Balkone oder Loggien, die in Zeiten von Corona noch mehr an Bedeutung gewonnen haben.

Wohnen zählt zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Die demografische Entwicklung ist dabei ausschlaggebend. Die Menschen ziehen vor allem im letzten Jahrzehnt verstärkt in Städte und städtische Ballungszentren. „Und wir investieren dort, wo Wohnraum nachgefragt wird bzw. in zunehmendem Ausmaß Pflegebedürfnisse gegeben sind“, betont ERSTE Immobilien-Geschäftsführer Karl.

Nachhaltige Objekte sind noch rar

Einen immer größeren Stellenwert am Immobilienmarkt bekommt das Thema Nachhaltigkeit. Beim ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS sind die klimaaktiv Basis- beziehungsweise Muss-Kriterien die Grundvoraussetzung für ein Investment. Außerdem sind ökologische und soziale Aspekte entscheidend. Der Fonds kann diese Ansprüche erfüllen und wurde letztes Jahr mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. „Das Angebot am Markt für Objekte, die unseren Kriterien entsprechen, ist allerdings noch überschaubar“, bedauert Karl. „Umso mehr freut es uns, dass wir gerade in jüngster Zeit unser Portfolio um 3 Objekte erweitern konnten“. Auch für 2021 hat ERSTE Immobilien interessante Objekte im Visier und sieht einer positiven Realisierung zuversichtlich entgegen.

Details zu den neuen Objekten, die 2020 erworben wurden

Area 5.0 – ERSTE IMMOBILIENFONDS
Deelbögenkamp 4; 22297 Hamburg

Im Oktober hat der ERSTE IMMOBILIENFONDS das größte Einzelinvestment der Unternehmensgeschichte eingebucht. Die Büroimmobilie „Area 5.0“ befindet sich im Norden von Hamburg und wurde in den letzten Monaten umfangreich modernisiert. Das Objekt beherbergt moderne Büros aller Größenordnungen mit Meeting-Räumen und vielseitigen voll flexiblen Bereichen. Die Büroimmobilie verfügt über rd. 32.000 m² Nutzfläche und ist zu 100% vermietet. Die bonitätsstarken Unternehmen kommen unter anderem aus der Telekommunikationsbranche, dem Rundfunk sowie dem Technologie- und Internetbereich.

Favoritenstraße 92; 1010 Wien – ERSTE IMMOBILIENFONDS 

Das in Bau befindliche Wohnprojekt liegt unweit des Wiener Hauptbahnhofes und des Sonnwendviertels in der Fußgängerzone unweit des Columbuscenters. Neben Geschäftsflächen im EG und Büroräumlichkeiten im 1. OG sind 99 Wohnungen in Errichtung. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2022 geplant.

Schichtgründe 3B – ERSTE IMMOBILIENFONDS
Hans-Cermak-Gasse / Erna-Musikgasse, 1210 Wien

Die Schichtgründe (benannt nach der früheren Sodafabrik von Georg Schicht) liegen in einem größeren Entwicklungsgebiet im 21. Wiener Gemeindebezirk, nahe der Veterinärmedizinischen Universität. Die Wohnimmobilie verfügt über 200 Wohneinheiten, die sich auf 4 Gebäudekomplexe aufteilen. Die Wohnungen, mit 2 bis 4 Zimmern, sind mit Eichenparkett, modernen Fliesen sowie hochwertigen sanitären Einrichtungen ausgestattet. Die Immobilie besticht mit großzügig begrünten Freiflächen und einem Kinderspielplatz. Vor wenigen Tagen wurde das von dem Architekten Markt Gilbert konzipierte Gebäude mit dem Architecture Masterprize 2020 ausgezeichnet.

„Stages – Wohnen wo Unterhaltung zu Hause ist“ – ERSTE IMMOBILIENFONDS
Paragonstraße 2; 1030 Wien

Eine Wohnimmobilie über 11 Stockwerke mit insgesamt 115 Wohnungen und einem Kindergarten im Erdgeschoss. Wohnungen zwischen 49m² und 119 m², mit Freiflächen (Garten, Balkon oder Terrasse), hochwertige Ausstattung mit Parkettböden, Fußbodenheizung und Komplettküche, Nähe U3 Station Gasometer, bereits voll vermietet vor der Übergabe.

„Der Markhof“ – ERSTE IMMOBILIENFONDS 
Mautner Markhof-Strasse 6; 2320 Schwechat

Eine Wohnimmobilie mit 101 Wohnungen auf 2 Baukörper aufgeteilt, nahe der Wiener Stadtgrenze. Alle Wohnungen sind mit Parkettböden, kontrollierter Wohnraumlüftung sowie Küche mit hochwertigen Geräten ausgestattet. Es gibt eine große allgemeine Dachterrasse und einen Innenhof. Hauseigene Tiefgarage mit 160 PKW- und Motorrad-Stellplätzen, E-Car Ladestation.

Schichtgründe 4A – ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS
Hans-Cermak-Gasse / Angyalföldstraße, 1210 Wien

Weiteres Gebäude nahe der Veterinärmedizinischen Universität für studentisches Wohnen mit 69 Wohneinheiten, Gemeinschaftsküchen, Aufenthaltsräumen sowie Waschküche. Voll möblierte Zimmer, hochwertig ausgestattet mit komplettem Medienzugang (A1, UPC und SAT-Anschluss). Darüber hinaus befinden sich im Gebäude weitere 97 Wohnungen sowie eine Bäckerei und ein Kindergarten im Erdgeschoss. Die Wohnungen, mit 2 bis 4 Zimmern und einer Größe zwischen 39 und 100 m², verfügen mehrheitlich über individuelle Freiflächen wie Gärten, Terrassen oder Balkone. Die Immobilie ist klimaaktiv-zertifiziert mit dem Bronze Status.

Donaufelder Straße 95, 1210 Wien – ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS

Eine Wohnhausanlage mit 50 Wohnungen und Größen zwischen 40 und 74 Quadratmetern. Die Wohnungen verfügen Freiflächen wie Eigengärten, Terrassen, Balkone und Loggien. Schulen und Kindergärten befinden sich in der Nähe. Die Wohnhausanlage wird gerade errichtet und im Juni 2022 fertiggestellt. Das Gebäude ist klimaaktiv – Bronze Standard zertifiziert.

Seniorenresidenz Fischamend – ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS
Hainburger Straße 17-19, 2401 Fischamend

Ein Wohnheim mit Wohnräumen auf die Bedürfnisse der Bewohner/innen abgestimmt – in einer familiären und häuslichen Umgebung. Das Heim wird von HUMANOCARE betrieben. Das Unternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich betreut seit über 20 Jahren Seniorenwohnheime in ganz Österreich. Mit seiner Erfahrung und Kompetenz unterstützt es ältere Menschen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Rehabilitation. Das Gebäude ist klimaaktiv ausgezeichnet.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Zyklische Sektoren, die 2020 gelitten haben, sollten 2021 einen deutlichen Gewinnsprung erleben“

Francesco Sedati, Head of Fundamental Research bei Eurizon, blickt überaus optimistisch ins neue Jahr. Einerseits bezeichnet er die langfristigen Wachstumschancen für den Technologiesektor als intakt, andererseits erwartet er bei zyklischen Sektoren einen Gewinnsprung. Auch bei britischen Aktien sieht er, ungeachtet der Unsicherheiten hinsichtlich des Brexit, Chancen. Gleichwohl betont er, dass Stockpicking in seinem Investmentansatz „King“ sei.

Das folgende Interview mit Francesco Sedati ist zu Ihrer freien Verwendung, ein Foto in Druckqualität schicken wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.

Francesco, die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und die Hoffnung auf einen Impfstoff zeigen auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte. In einer ersten Reaktion haben die Anleger Geld aus dem Technologiesektor in zyklischere Aktien umgeschichtet. Halten Sie diese Entwicklung für nachhaltig?

Francesco Sedati: Die langfristige Wachstumschance für den Technologiesektor ist ohne Zweifel intakt und in vielerlei Hinsicht durch die Pandemie begünstigt. Einige Gewohnheiten bei Arbeit und Konsum haben sich nachhaltig verändert, und dieser Wandel wurde durch Technologie ermöglicht – Stichwort Smart Working oder E-Commerce. Allerdings wird 2021 – hoffentlich – ein Jahr des Neubeginns sein, und viele zyklische Sektoren, die 2020 gelitten haben, sollten einen deutlichen Gewinnsprung erleben, was letztlich eine bessere Wertentwicklung im Vergleich zur Technologieindustrie unterstützen könnte.

In diesem Zusammenhang ist die alte Diskussion über Value vs. Growth wieder aufgekommen. Was halten Sie grundsätzlich von diesen beiden Begriffen zur Kategorisierung von Aktien?

Francesco Sedati: Ich mag es generell nicht, Aktien in diese Kategorien einzuteilen. Sie vereinfachen die Eigenschaften der Unternehmen zu sehr. Letztlich ist eine „billige“ Aktie nicht wirklich „billig“, wenn sie mit sehr negativen strukturellen Trends konfrontiert ist, denn dann wird es keine Gewinnverbesserung geben, die eine Neubewertung rechtfertigt. In ähnlicher Weise kann Wachstum bei jeder Bewertung oft zu großen Verlusten führen, selbst bei einer kleinen Änderung der Konsensschätzungen. Dennoch beobachte ich die Trends in diesen Stilen, denn manchmal überreagiert der Markt und bietet großartige Kaufgelegenheiten – genau wie die, die wir im November gesehen haben. Die Kluft in der Wertentwicklung und der Bewertung zwischen Value und Growth hatte ein derart ausgedehntes Niveau erreicht, das signalisierte, der Markt würde davon ausgehen, dass sich die während der Pandemie beobachteten Trends dauerhaft fortsetzen würden. Das erschien im Kontext früherer Pandemieepisoden und eines möglichen Impfstoffs nicht sinnvoll und signalisierte eine klare Chance bei Value-Titeln.

Welche Sektoren sind in einer Phase, in der sich ein Einstieg jetzt lohnen könnte – und in welchen Sektoren sollten Anleger lieber warten?

Francesco Sedati: Der Reise- und Freizeitsektor hat noch reichlich Spielraum nach oben. Der Markt preist immer noch keine Normalisierung der Gewinne und eine Wiederaufnahme des Wachstums ein. Kurzzyklische Industrie- und Rohstoffwerte sind ebenfalls noch eine gute Möglichkeit, um ein Engagement in der Wiederbelebung zu bekommen. Banken und Energie sind eher umstritten und eigentlich das, was wir als richtige „Deep-Value“-Sektoren bezeichnen können – die Bewertungen sind sehr niedrig und die langfristigen strukturellen Trends sind ziemlich negativ; dennoch denke ich, dass 2021 ein Jahr sein könnte, in dem auch diese Sektoren gut abschneiden könnten, da positive Makroimpulse ihre Gewinne anheben sollten.

Wenn aus Ihrer Sicht die Entscheidung für oder gegen einzelne Sektoren gar nicht so relevant ist – worauf kommt es stattdessen an?

Francesco Sedati: Ungeachtet dessen, was ich zu den Sektoren gesagt habe, ist Stockpicking in meinem Investmentansatz „King“. Es gibt in jedem Sektor Aktien mit starken Aufwärtschancen, sodass es mit einer rigorosen Fundamentalanalyse möglich ist, diese zu identifizieren und Positionen einzugehen, die überzeugen. Diese werden zu den wichtigsten Treibern für die Wertentwicklung meiner Portfolios.

Abschließend gefragt, wie ist Ihre Einschätzung bezüglich der Länderrotation?

Francesco Sedati: Die Wertentwicklung von Ländern spiegelt im Allgemeinen die zugrunde liegende Sektorzusammensetzung wider. In Anbetracht dessen, was über das Jahr 2021 gesagt wurde, bevorzuge ich jene Länder und Regionen, die ein höheres zyklisches Engagement aufweisen, insbesondere die Schwellenländer. Auch der britische Markt sieht auf den aktuellen Niveaus interessant aus; die Benchmark hat ein gutes zyklisches Exposure, aber wegen des Brexit ist sie weiter unter Druck geraten, was ihre Bewertung im Vergleich zur Historie attraktiv macht.


Über Francesco Sedati

Francesco Sedati leitet seit 2019 das Fundamental Research Team bei Eurizon. Er begann seine Karriere 1999 bei Arthur Andersen im Bereich Unternehmensberatung, nachdem er einen Abschluss in Economia e Commercio an der Universität "LUISS - Guido Carli" in Rom erworben hatte. Im Jahr 2000 zog er in die USA, um bei Fayez Sarofim & Co als Research-Analyst für US-Banken zu arbeiten und wechselte 2004 zu Fidelity International. Von 2009 bis 2019 arbeitete er schließlich bei JP Morgan AM als Research-Analyst und Fondsmanager für europäische Banken.

Über Eurizon

Eurizon ist ein bedeutender Akteur in der internationalen Vermögensverwaltungsbranche und bietet eine breite Palette von Produkten an. Eurizon Capital SGR ist Teil der Vermögensverwaltungsabteilung der Gruppe Intesa Sanpaolo. Sie ist in Europa durch ihre Tochtergesellschaften vertreten: Eurizon Capital S.A., eine Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, die sich auf die Entwicklung ausländischer Märkte konzentriert; Epsilon SGR, ein in Italien ansässiges Unternehmen, das auf quantitatives Portfoliomanagement spezialisiert ist; die osteuropäische HUB (Eurizon Asset Management Slovakia, CIB IFM und PBZ Invest); Eurizon Capital Real Asset (51%), die sich auf alternative Anlageklassen konzentriert; und Eurizon SLJ Capital LTD (65%), eine Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Großbritannien, die sich auf makroökonomisches Research und Währungsstrategien konzentriert. Eurizon ist in Asien durch Eurizon Capital Asia Limited und seine 49%ige Beteiligung an dem chinesischen Unternehmen Penghua Fund Management vertreten. Eurizon vertreibt seine Luxemburger Fonds in 25 Ländern und ist in Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz tätig. Eurizon ist mit seiner Minderheitsbeteiligung an Oval Money, einem Start-up-Unternehmen, das in den Bereichen digitale Zahlungsdienste und Sparen tätig ist, im Fintech-Sektor aktiv. Elektrotechnik erworben.

Prognosen 2021: Euro stärker, Yen schwächer

John Vail, Chief Global Strategist bei Nikko Asset Management, erwartet fürs kommende Jahr eine leichte Yen-Abwertung, einen etwas stärkeren Euro und leicht steigende Anleiherenditen in den USA, Japan und Euroland.

Trotz des starken Wirtschaftswachstums sollten die Inflationsdaten, mit Ausnahme der Zahlen fürs zweite Quartal 2021 (aufgrund des niedrigen Niveaus im laufenden Jahr), für Rentenanleger erträglich bleiben. Allerdings wird sich die Preissteigerung verstärkt den Inflationszielen der Zentralbanken annähern, so dass die 10-jährigen Renditen im Jahr 2021 moderat ansteigen dürften. Einen stärkeren Anstieg verhindern die niedrigen Leitzinsen und die fortgesetzten quantitativen Lockerungsprogramm der Zentralbanken, wenn nicht sogar die zunehmend explizite Steuerung der Renditestrukturkurve.

Am Devisenmarkt erwarten wir eine leichte Abschwächung des Yen und einen leichten Anstieg des Euro. Dies entspricht dem allgemeinen Trend, dass der Euro gegenüber dem Yen aufwertet, wenn die globalen Risiken günstig eingeschätzt werden. Es spiegelt aber auch das gestiegene Vertrauen der Märkte in den Zusammenhalt Europas und dessen massiven Handelsüberschuss wider.

 

Jahresmitte 2021 

Jahresende 2021 

10j. US-Staatsanleihen 

1,00 % 

1,10 % 

10j. Bundesanleihen 

-0,45 % 

-0,35 % 

10j. japanische Staatsanleihen 

0,05 % 

0,1 % 

EUR 

1,23 USD / 106 Yen 

1,25 USD / 108 Yen 

Ölpreis (Barrel Brent) 

47 USD 

47 USD 

Verbraucherpreise USA (Kernrate) 

+3,0 % (+2,7 %) 

+2,2 % (+2,2 %) 

Wir glauben, dass die Aussichten auf ein stark steigendes iranisches Ölangebot und der beschleunigte Trend weg vom Öl hin zu alternativen Energiequellen die Ölpreise nach ihrem jüngsten Aufschwung beruhigen sollten. Außerhalb bestimmter Städte dürften die Hauspreise in den USA weiter steigen, aber die Komponenten der Wohnungsmieten in den VPI-Indizes, die auf die Großstädte ausgerichtet sind, dürften sich in Verbindung mit einigen Mietausfalleffekten weiter leicht abschwächen. Die US-Inflationszahlen sollten damit unter Kontrolle bleiben.

In Europa und Japan dürfte es unserer Ansicht nach zu einem ähnlich moderaten Anstieg der Verbraucherpreisindizes kommen. Die globale Erholung wird also zumindest in Bezug auf die Verbraucherpreise nicht inflationär sein, gleichzeitig aber Fortschritte in Richtung der Zentralbankziele machen.


Über Nikko Asset Management

Mit einem verwalteten Vermögen von 249,1 Milliarden US-Dollar* ist Nikko Asset Management (Nikko AM) einer der größten Vermögensverwalter in Asien. Das Unternehmen bietet hochwertiges aktives Fondsmanagement für eine Vielzahl von Aktien-, Renten-, Multi-Asset- und alternativen Strategien. Im passiven Segment deckt Nikko AM mehr als 20 Indizes ab und umfasst einige der größten börsennotierten Fonds (ETFs) in Asien.
Nikko AM ist seit 1959 in Japan ansässig und beschäftigt in 11 Ländern rund 200** Finanzfachleute mit rund 30 Nationalitäten. Weltweit vertreiben mehr als 400 Banken, Broker, Vermögensberater und Lebensversicherer die Produkte von Nikko AM.
Die Investmentstrategie des Hauses verbindet seine asiatische DNA konsequent mit einer globalen Perspektive für eine langfristige und nachhaltige Performance. Nikko AM ist zudem stolz auf seinen fortschrittlichen lösungsorientierten Ansatz, der zu der Auflage zahlreicher innovativer Fonds für seine Kunden geführt hat.

* Assets under Management zusammengefasst einschließlich aller verbundenen Unternehmen von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften zum 30. September 2020.
** Stand 30. September 2020 einschließlich aller Mitarbeiter von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften.

Klimawandel 2021: Nachzügler, Elektrofahrzeuge und Energiespeicherung

von Jaime Ramos Martin, Portfoliomanager für Aviva Investors Climate Transition-Strategien, und Klimaexperte Rick Stathers.

Öl- und Gasunternehmen, die sich mit Netto-Null-Versprechen bisher Zeit gelassen haben, werden 2021 kritischer beobachtet werden. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen dürfte angesichts der sinkenden Kosten anziehen. Zudem werden die positiven Entwicklungen bei der Energiespeicherung die Aussicht auf Netzstabilität aus Erneuerbaren realistischer machen. Diese Themen könnten mit Blick auf Klimawandelstrategien im kommenden Jahr dominieren.

1. Auf Worte müssen Taten folgen

Öl- und Gasunternehmen stehen unter immer stärkerem Druck, ihre Zukunft und Rolle zu definieren, die sie in der Energiewende spielen wollen. Nachdem die globale Klimaagenda zunächst kaum Fortschritte erzielte, könnte das kommende Jahr nun einen bedeutenden Wendepunkt markieren. Die von dem Wetterphänomen La Niña ausgelösten typischen Wettermuster dürften zwar nach den ersten Monaten 2021 nachlassen, doch Meteorologen zufolge könnte darauf ein weiteres Jahr mit neuen Rekordtemperaturen folgen.

Unternehmensseitig wird entscheidend sein, wie Öl- und Gasunternehmen ihre angestrebte Rolle in der Energiewende definieren. Im Jahr 2020 haben weitere Unternehmen entschieden, ihre Karten auf den Tisch zu legen. So haben etwa Unternehmen wie BP angekündigt, ihre absoluten CO2-Emissionen im Rahmen der Öl- und Gasproduktion bis 2050 netto auf null zu senken und die Kohlenstoffintensität ihrer verkauften Produkte zu reduzieren.

Doch die überwiegende Mehrheit ist keine solche Selbstverpflichtung eingegangen – und laut der Internationalen Energieagentur stehen diese Unternehmen für etwa 90 Prozent der Öl- und Gasproduktion. Werden sie sich der Vision der Netto-Null-Emissionen anschließen oder nicht? Man wird künftig genauer auf Worte und Taten schauen. In einer Branche, die der allgemeinen Entwicklung hinterherhinkt, können sich solche Entscheidungen auf die Finanzierungskosten der Unternehmen und das Risiko verlorener Vermögenswerte auswirken.

2. Unterstützung für Elektrofahrzeuge nimmt Fahrt auf

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wächst weiter und die Gesamtbetriebskosten erreichen auf mehr Märkten das Niveau von Verbrennern. Obwohl die Corona-Krise die Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen Anfang 2020 kurzfristig stark einbrechen ließ, wächst die Nachfrage insgesamt weiter. Vor der Pandemie hatte der Verkauf von batteriebetriebenen Elektro- sowie Hybridfahrzeugen angezogen, doch sie machen mit unter drei Prozent weiterhin nur einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts mit Neufahrzeugen aus.

Am stärksten werden allerdings die Verbraucher von den Kosten abgeschreckt: Die Gesamtbetriebskosten eines Elektrofahrzeugs waren bisher meist höher als die eines reinen Verbrenners. Nach unserer Erwartung werden 2021 jedoch weitere Märkte den bedeutenden Wendepunkt erreichen, ab dem der Kostenvorteil bei den Elektrofahrzeugen liegt.

Dies erklärt sich teilweise durch die großzügigeren Subventionen. In Frankreich beispielsweise wurde die Unterstützung für Elektrofahrzeuge im Rahmen des im Juni verkündeten nationalen Corona-Aufbauplans auf 7.000 € erhöht. Zudem ist vorgesehen, konventionelle Fahrzeuge mit hohem Treibstoffverbrauch und hohen Emissionen sehr viel stärker zu besteuern. In Deutschland wird damit gerechnet, dass der Klimaschutzaufschlag auf Fahrzeuge mit hohen Emissionen erheblich angehoben wird.

Unterdessen werden praktische Herausforderungen schrittweise angegangen. Großbritannien hat sich dazu verpflichtet, den Umstieg auf Elektromobilität zu beschleunigen, indem es den Verkauf konventioneller Neuwagen ab 2030 verbietet. Zudem haben mehrere Regierungen angekündigt, im Rahmen ihrer Konjunkturmaßnahmen die Ladeinfrastruktur auszubauen. Die beschriebenen Maßnahmen dürften den Erwerb und Betrieb eines Elektrofahrzeugs erleichtern.

3. Positive Entwicklungen bei der Energiespeicherung fördern Ausbau erneuerbarer Energien

Die Entwicklungen bei der Energiespeicherung zeigen, dass Netzstabilität aus Erneuerbaren realistisch wird. Die fehlende Möglichkeit, Energie zuverlässig im großen Maßstab zu speichern, war lange ein wesentliches Hemmnis für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die jüngsten Entwicklungen bei der Energiespeicherung lassen hoffen, dass dieses Problem überwunden werden könnte, indem die unvermeidlichen Spitzen- und Niedrigzeiten überbrückt werden, die im Tag-Nacht-Zyklus auftreten. Durch die Kombination aus Erneuerbaren mit Speicherlösungen für große Energiemengen kann überschüssige Energie in Spitzenproduktionszeiten aufgenommen, für einen bestimmten Zeitraum gespeichert und dann wieder ins Netz eingespeist werden.

Da die installierte Kapazität der Erneuerbaren steigt, rechnen wir mit weiter anziehender Nachfrage nach Batteriespeicherlösungen. Der Wandel vollzieht sich in rasantem Tempo – so rechnen die Analysten etwa zwischen den Jahren 2021 und 2023 mit einem durchschnittlichen Wachstum von über 30 Prozent. Dies dürfte wiederum mit Blick auf die Steuerung der Einspeiseflüsse ein verbessertes Stromnetz erfordern. Nach unserer Auffassung könnten die Investitionen, die für einen sicheren und effizienten Betrieb des Systems nötig sind, unterschätzt worden sein.


AVIVA INVESTORS

Aviva Investors ist die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc. Das Unternehmen liefert seinen Kunden weltweit Investmentmanagementlösungen, Dienstleistungen und kundenorientierte Performance. Aviva Investors ist in 14 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, Nordamerika und Großbritannien tätig und verwaltet ein Vermögen von 389 Milliarden Euro per 30. Juni 2020.

US-Outlook 2021: Bidens Erfolg hängt von drei Dingen ab

Ron Temple, Co-Head von Multi-Asset und Head von US Equity bei Lazard Asset Management, gibt einen Ausblick auf die politische Lage in den USA für das kommende Jahr und beleuchtet, was das für Investoren bedeutet.

„Erfolg oder Misserfolg der Biden-Administration dürfte von drei Dingen abhängen: Covid-19, Klimawandel und China. Die ersten Aufgaben des neuen Präsidenten werden die Pandemie betreffen. Dazu zählen ein weiteres Steuerpaket, Test- und Rückverfolgungsinitiativen sowie Impfstoffverteilung und Logistikmanagement. Sofortige fiskalische Erleichterungen müssen durch längerfristige Investitionen ergänzt werden, um die Erholung nach der Pandemie zu stärken. Außerdem gilt es, Herausforderungen anzugehen, die schon lange vor dem Virus bestanden, insbesondere Einkommensunterschiede und Rassismus. Während Biden wahrscheinlich in der Lage sein wird, parteiübergreifende Unterstützung für ein weiteres Stimuluspaket zu sammeln, könnte die Verzögerung bis zu seinem Amtsantritt am 20. Januar und der Verabschiedung eines Steuerpakets viele im Land teuer zu stehen kommen. Selbst wenn die Demokraten am Ende eine hauchdünne Mehrheit im Senat haben sollten, wird es für die Biden-Administration schwierig sein, ein Gesetz ohne die Unterstützung der Republikaner zu verabschieden. Eine solche parteiübergreifende Unterstützung dürfte sich jedoch eher auf Infrastrukturausgaben konzentrieren, da mehrere Republikaner bei diesem Thema bereits Bereitschaft signalisiert haben.

Biden hat immer wieder betont, wie wichtig das Thema Klima für seine Wirtschaftspläne sei. Ein Infrastrukturpaket könnte daher klimafreundliche Vorschläge enthalten, wie z.B. die Begrünung und energetische Sanierung bestehender Gebäude und die Auflage, dass Neubauten energieeffizient sein müssen. Die Verabschiedung eines Klimapakets, das nur annähernd das Volumen von 2 Billionen US-Dollar erreicht, mit dem Biden im Wahlkampf geworben hatte, wird jedoch aufgrund der allgemeinen Abneigung der Republikaner, den Klimawandel anzugehen, extrem schwierig sein. Um ernsthafte Fortschritte zu erzielen, wird die Biden-Administration hier kreativ sein müssen.

In der Außenpolitik schließlich wird Biden die Chance haben, einige wichtige Beziehungen neu zu gestalten. In Bezug auf China wird sich die US-Politik wahrscheinlich nicht wesentlich ändern, wohl aber der Umgangston. Biden ist dafür bekannt, gegen China einen strengen Kurs anzustreben, sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus humanitären Gründen. Zunächst wird er entscheiden müssen, was mit den milliardenschweren Zöllen auf chinesische Produkte geschehen soll. Statt sie ganz abzuschaffen, wird Bidens Team sie wahrscheinlich als Druckmittel einsetzen, um politische Ziele zu erreichen. Die Biden-Administration dürfte für China als auch für Investoren größere Stabilität und Vorhersehbarkeit bei der Entscheidungsfindung bedeuten.

Die EU wurde in den letzten vier Jahren unter der Trump-Administration hart angegangen, einschließlich bei der Auferlegung von Zöllen. Bidens Umgang mit Europa dürfte viel geradliniger sein. Die Lösung von Handelsstreitigkeiten mit Europa wird wahrscheinlich eine hohe Priorität haben. Der Wiedereintritt in das Pariser Klimaabkommen wird für die USA der erste Schritt sein, um zum Multilateralismus zurückzukehren und die eigene Glaubwürdigkeit im Ausland wiederherzustellen. Genau wie für China dürfte die Berechenbarkeit einer der größten Vorteile einer Präsidentschaft Bidens sein: Entscheidungen werden über traditionelle Kanäle erfolgen und wahrscheinlich nicht auf Twitter verkündet werden.

Wie wirkt sich der Führungswechsel in den USA auf Investments aus?

In den USA erwarten wir vom designierten Präsidenten Biden bedeutende politische Veränderungen, rechnen aber gleichzeitig mit einem Stillstand in der Gesetzgebung. Der EU-Rettungsfonds und die Konjunkturprogramme in China sollten das Wachstum vor Ort ankurbeln, während die USA auf eine zyklische Erholung nach der Pandemie werden warten müssen. Wir gehen davon aus, dass die Zentralbanken weiterhin versuchen werden, das Wachstum zu stimulieren, obwohl sie nur noch wenige Instrumente zur Verfügung haben.

Insgesamt werden Investoren auch im kommenden Jahr vor schwierigen Entscheidungen in Bezug auf eine angemessene und ausgewogene Kapitalanlage stehen. Wir gehen davon aus, dass es für den Erfolg mehr denn je auf die Titelselektion ankommen wird. Wir würden dazu raten, sich auf die Fundamentaldaten jedes einzelnen Wertpapiers zu konzentrieren und gleichzeitig dem Drang zu widerstehen, sich zu großen Risiken auszusetzen. Das vergangene Jahr war turbulent, aber es gibt einen Lichtblick am Horizont. Die Pandemie hat außerdem die Kraft wissenschaftlicher Innovationen unter Beweis gestellt und stimmt uns optimistisch hinsichtlich der Bewältigung anderer großer Herausforderungen wie chronischer Gesundheitsprobleme und des Klimawandels.“


Über Lazard Asset Management LLC

Als indirekte Tochtergesellschaft von Lazard Ltd (NYSE: LAZ) bietet Lazard Asset Management (LAM) weltweit eine breite Palette von Aktien-, Anleihen- und Alternativen Investmentprodukten. LAM und verbundene Vermögensverwaltungsgesellschaften der Lazard-Gruppe verwalten ein Kundenvermögen in der Höhe von 207 Milliarden Euro (Vorläufiges Ergebnis, Stand: 30. November 2020).
Weitere Informationen über Lazard Asset Management finden Sie auf www.lazardassetmanagement.com. Folgen Sie LAM auf Twitter über @LazardAsset.

Starke Nachfrage nach sauberem Wasser: Renditeperlen bei projektbezogenen grünen Anleihen

von Michael Gollits, Vorstand der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds.

Wasser hat für die Weltwirtschaft eine elementare Bedeutung, ob für einen einzelnen privaten Verbraucher oder einen Industriekonzern. Anleger sollten nicht nur auf regionale Versorger und Entsorgungsunternehmen sehen. Im Anlageuniversum aus Wasserinfrastruktur, Aufbereitungssystemen, Pumpen- und Rohrhersteller, Wasseraufbereitung oder Entsalzungstechniken finden sich manche Renditeperlen.

Für Wasser als Anlagesegment spricht zuerst das knappe Angebot. Gemessen an seiner universalen Bedeutung für Ernährung, Hygiene, Landwirtschaft und Industrie dürfte Trinkwasser eines der knappsten Güter weltweit sein. Nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist Frischwasser, von dem aber nur ein Bruchteil direkt genutzt werden kann. Zudem ist nutzbares Wasser sehr ungleich verteilt. Auch die Nachfrage nach sauberem Trinkwasser boomt. Pro Jahr wächst die Weltbevölkerung netto um rund 80 Millionen, fast ausschließlich in den Schwellenländern. Die Menschen ziehen vermehrt in die Städte und fordern bessere Lebensstandards. Als das lässt den Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser steigen. Das sorgt für allem in Asien und Lateinamerika für milliardenschwere Investitionen in Wasser-Infrastruktur.

„Nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist Frischwasser, von dem aber nur ein Bruchteil direkt genutzt werden kann“

Gesucht sind zum Beispiel Lösungen gegen die Wasserknappheit. Singapur hat mit dem Auffangen aufbereiteter Abwässer begonnen. Mit diesem Wasser deckt Singapur bereits 30% der eigenen Wassernachfrage ab. China will den gleichen Weg einschlagen. Unterdessen wurden in den USA Meerwasserentsalzungsanlagen für die Trinkwassergewinnung gebaut. Die Wiederaufbereitung von Wasser ist ein Wachstumsmarkt. Rund 70 Prozent des jährliche Wasserverbrauchs entfällt jedoch auf die Landwirtschaft. Der steigende Lebensstandard lässt die Nachfrage nach wasserintensiveren Lebensmitteln steigen lassen. Gleichzeitig gefährdet dieser Nachfragedruck durch Wasserknappheit die weltweite Getreideproduktion. Chancen, die Situation in den Griff zu bekommen, bieten innovative Technologien. Präzisions-Landwirtschaft, die Wasser bedarfsgerecht und verlustfrei an die Pflanze bringt, ist ein Teil des Lösungsangebots.

Investieren in Wasser umfasst heute weit mehr als Versorgungsunternehmen. Sowohl in Aktien- wie auch Anleiheportfolios ist eine hohe Risikostreuung möglich und es sind Ertragsprofile von defensiv bis offensiv möglich. Kern eines traditionellen Portfolios sind sicherlich die staatlich regulierten Wasserversorger, wie man sie häufig in Großbritannien und den USA findet. Die Staaten tun weiter gut daran, ein günstiges regulatorisches Umfeld für die Unternehmen beizubehalten, weil hier weiter Investitionsbedarf besteht.

„Während die Versorger vor allem durch gesicherte, planbare Erträge bestechen, ist Wasseraufbereitung ein Wachstumsmarkt, der jährlich um 20 Prozent wächst.“

In der Vergangenheit wurde es erreicht, die Wünsche nach Rendite und Stabilität der Investoren, mit einer verlässlichen Versorgung der Bevölkerung unter einen Hut zu bringen. In Europa mag jedem der konzessionierte Wasserversorger Veolia Environnement in den Sinn kommen. Während die Versorger vor allem durch gesicherte, planbare Erträge bestechen, ist Wasseraufbereitung ein Wachstumsmarkt, der jährlich um 20 Prozent wächst. Ein großer Anbieter ist hier Ecolab. Das Unternehmen ist keineswegs ein „Pure-Play“ im Anlagethema Wasser. Dennoch findet sich die Aktie unter den Top-Positionen in vielen Wasser-Fonds. Bei projektbezogene Anleihen ist regelrecht eine grüne Welle an den Kapitalmarkt gebrandet. Projektbezogene Finanzierungen und auch Covered Bonds oder Green Asset Backed Securities von großen Emittenten wie Toyota oder der KfW sind dort ebenso zu finden, wie kleine Renditeperlen. Besonders interessant können Anleihen sein, die gleich ein Portfolio aus mehreren Projekten finanzieren. In Kanada müssen schätzungsweise 40.000 kleinere Wasserwerke erneuert werden. Darunter sind Unternehmen, die meist mit höheren Gewinnspannen als die großen Anbieter wirtschaften.

„Bei projektbezogene Anleihen ist regelrecht eine grüne Welle an den Kapitalmarkt gebrandet.“

Durch die Bündelung dieser einzelnen Finanzierungsprojekte in einer Anleihe erhalten diese Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt. Gleichzeitig können diese dank ihrer überdurchschnittlichen Profitabilität einen höheren Zins zahlen. Beide Seiten gewinnen durch diese Strukturen. Da hier in bereits bestehende Infrastruktur mit ebenso festen Kundenbeziehung investiert wird, bleiben auch die Risiken überschaubar.


Michael Gollits ist Vorstand von der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds. Der Fonds strebt die Erzielung einer attraktiven laufenden Ausschüttung bei möglichst gleichzeitiger Wertstabilität an. Michael Gollits startete seine Karriere bei F&C Management Ltd, in London. 1996 wechselte er zu einer deutschen Privatbank und war dort zuletzt als Bereichsleiter Wertpapiergeschäft verantwortlich für Kapitalmarktresearch, individuelles Vermögensmanagement und verantwortlicher Portfoliomanager einer Fondsfamilie. Von 2005 bis 2013 gestaltete er u.a. den Aufbau einer Privatbank in München und war als Geschäftsführer einer Hamburger Vermögensverwaltung für Kundenportfolios und gemischte Fonds mit Fokus auf Zukunftsthemen zuständig.

Themen-ETFs – eine Wette gegen den Markt?

Themen-ETFs konzentrieren sich per se auf ein Thema, sind dadurch sehr fokussiert und setzen aufgrund der Wachstumsdynamik oft auf kleine und mittelgroße spezialisierte Unternehmen. Ob Anleger damit faktisch eine Wette gegen den Markt eingehen, erklärt Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management (LGIM) für Deutschland und Österreich:

„Jeder Finanzberater sollte berücksichtigen, dass ein Investment in einen Themen-ETF kein Basisinvestment ist. Es ist vielmehr ein Wachstumsbaustein für ein Kundenportfolio. Wir halten eine Aktien-Allokationsquote zwischen 5 und 15 Prozent in Themen-ETFs – je nach Risikoneigung des Kunden – für angemessen.

Wer überdurchschnittliches Wachstum für sein Portfolio erzielen will, muss sich zwangsläufig von einem zunehmend gleichförmigen Markt absetzen. Das angebrochene Zeitalter der „vierten industriellen Revolution“ bietet dafür außergewöhnliche Investitionschancen im Technologie-Segment. Denn neue Technologien stellen alte Geschäftsmodelle und -prozesse in Frage und lassen vollkommen neue entstehen. Diese umwälzende Entwicklung macht vor keiner Branche halt – egal ob Mobilität, Gesundheit, Kommunikation oder Handel. Da Themen-ETFs genau auf diese Marktentwicklung setzen, kann der Eindruck entstehen, dass Themen-ETFs eine Wette gegen den etablierten Markt eingehen. Es ist aber letztendlich eine Frage der Perspektive: Will ich, dass meine Kunden auf die Zukunft oder auf die Vergangenheit setzen?

Kein Nischenmarkt

Ein Themen-ETF sollte Unternehmen umfassen, die langfristig ein zweistelliges durchschnittliches Umsatzwachstum für die nächsten fünf bis zehn Jahre aufweisen. Das Marktpotenzial sollte groß sein, d.h. bei dem Zielmarkt für die Unternehmen eines Themas sollte es sich nicht um einen Nischenmarkt handeln. Es muss also bereits eine Mindestanzahl von liquiden börsennotierten Unternehmen geben – abhängig vom Thema zwischen 50 und 100. Ein Beispiel: Der weltweite Gesundheitsmarkt hat eine Größe von 8,7 Billionen US-Dollar. Der US-amerikanische Markt ist rund 3,5 Billionen US-Dollar groß – das sind rund ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts der USA im Jahr 2017 (Quelle: Weltbank).

Sollte ein Themen-ETF nicht die erwartete Wertentwicklung erzielen, kann das entweder daran liegen, dass die zugrunde liegenden Unternehmen das spezifische Thema nur unzureichend abdecken oder dass sie bereits zu groß sind und ihre starke Wachstumsphase hinter sich haben.

Wachstumspotenzial hängt von Lebenszyklus ab

Betrachtet man den Lebenszyklus eines Unternehmens, so werden aus kleinen Unternehmen mittelgroße. Danach tritt in der Regel eine Marktkonsolidierungsphase ein, die durch Übernahmen, Fusionen und Aufkäufe geprägt ist und große Unternehmen hervorbringt, die sich dann in einem weitgehend saturierten Markt befinden. Jedoch Ausnahmen bestätigen die Regel: In manchen Sektoren wie beispielsweise „Batterie“ oder „Künstlicher Intelligenz“ ist der Investitionsaufwand derart hoch, dass nur große Unternehmen sich solche Ausgaben leisten können. Ob klein, mittel oder groß, in jedem Fall gilt: Themen-ETFs sollten Unternehmen enthalten, die am Anfang einer strukturellen Veränderung stehen und noch entsprechend schnell wachsen. 

Kurzum: Wenn Themen-ETFs alle beschriebenen Kriterien berücksichtigen, dann sollte ihre Beimischung das Wachstum im Portfolio des Kunden befeuern.

Im nächsten Kommentar geht Philipp von Königsmarck auf das Thema „Themen-ETFs – ist es zu spät für einen Einstieg?“ ein und erklärt, ob sich ein Investment in Themen-ETFs jetzt noch lohnt.

Schwellenländeranleihen: Reif für den Einstieg – aber Differenzierung bleibt entscheidend

von Alejandro Arevalo, Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei Jupiter Asset Management.

Kurz vor dem Jahreswechsel sind wir optimistisch, was den Ausblick für Schwellenländeranleihen im Jahr 2021 angeht. Viele Investoren scheinen unseren Optimismus zu teilen: Inzwischen verzeichnete diese Anlageklasse in 20 aufeinanderfolgenden Wochen Nettozuflüsse. Nach der kurz bevorstehenden Anwendung wirksamer Covid-19-Impfstoffe rechnen wir mit einer breiteren und tieferen weltweiten Erholung. Für die Schwellenländer, die nicht im gleichen Maße wie viele Industrieländer Kredite aufnehmen und Geld drucken können, ist das besonders wichtig. Die expansive Geldpolitik der globalen Notenbanken und die enormen staatlichen Hilfspakete sollten für gute Unterstützung an den Schwellen- und Rohstoffmärkten sorgen.

Außerdem dürfte der US-Dollar voraussichtlich weiter an Wert verlieren. Die anhaltend expansive Geldpolitik der US-Notenbank dürfte zu noch günstigeren Kreditkonditionen für Kreditnehmer aus den Schwellenländern führen. Wir rechnen mit weiteren Umschichtungen aus den USA in die Schwellenmärkte, die deutlich günstiger bewertet erscheinen und viel höhere Renditen bieten. Gleichzeitig sollte der Regierungswechsel in den USA in diesen Märkten für eine bessere Stimmung sorgen. Von Präsident Biden wird erwartet, dass er eine weniger aggressive und berechenbarere Außenpolitik als sein Vorgänger verfolgen und auf einen multilateralen Ansatz setzen wird. Das sollte sich positiv auf den globalen Handel und die grenzüberschreitenden Investitionen auswirken.

Lernen aus den ‚Sünden‘ der Vergangenheit

Das makroökonomische Umfeld für die Schwellenmärkte erscheint ebenfalls positiv. Die Pandemie hat einige Schwellenländer zwar besonders schwer getroffen, andere haben sich aber bemerkenswert widerstandsfähig gezeigt. Offensichtlich wiederholt sich die Geschichte nicht. Ansonsten hätten wir infolge der Pandemie mit einer Schuldenkrise und einer Massenpanik an den Märkten rechnen müssen. Stattdessen haben sich die Anleger trotz einiger volatiler Phasen seit März relativ zuversichtlich gezeigt.

Wir führen dies in erster Linie auf zwei wesentliche Faktoren zurück. Erstens haben die größten Schwellenländer aus den ‚Sünden‘ der Vergangenheit gelernt: der weitgehenden Refinanzierung in US-Dollar, die zu erheblichen Diskrepanzen zwischen den Vermögenswerten und Verbindlichkeiten führte und einige Länder zu Umschuldungen oder in den Zahlungsausfall zwang. Inzwischen sind die lokalen Märkte deutlich tiefer, sodass diese Länder ihren Finanzierungsbedarf größtenteils in ihrer Heimatwährung decken können. Darüber hinaus haben sich die Wirtschaftsdaten der Schwellenländer deutlich verbessert. In einigen Regionen wie China und Lateinamerika waren die Signale wichtiger Konjunkturindikatoren zuletzt überraschend positiv. Außerdem gab es Fortschritte bei zuvor ausgesetzten und inzwischen wieder aufgenommenen Reformen.

Auf die Differenzierung kommt es an

Jetzt, da die Wahlen in den USA vorbei sind und die ersten Covid-19-Impfstoffe kurz vor der Zulassung stehen, halten wir den Zeitpunkt für eine höhere Allokation in Schwellenländeranleihen für günstig. Nach den hohen Abflüssen aus der Anlageklasse zu Beginn dieses Jahres fließt inzwischen wieder viel Kapital zurück – und mehrere Marktstudien signalisieren, dass Investoren ihre Allokationen in Schwellenländeranleihen im kommenden Jahr ausbauen wollen. Die Anlageklasse ist zwar weltweit immer noch stark unterrepräsentiert, etabliert sich aber zunehmend als fester Bestandteil des Kernportfolios von Investoren: In einem Umfeld, in dem mehr als 90 Prozent der weltweiten Anleihen eine Rendite von nicht einmal drei Prozent abwerfen, sind Schwellenländeranleihen eine der wenigen immer noch ordentlich verzinsten Anleiheklassen.1 Wir rechnen mit einem weiteren Anstieg der Allokationen.

Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Differenzierung bei Anlagen in einer so riesigen und vielfältigen Anlageklasse wie Schwellenländeranleihen entscheidend für den Anlageerfolg ist. Durch einen flexiblen, aktiven Ansatz können wir schnell auf neue Informationen reagieren, von undifferenzierten Ausverkäufen profitieren und das Verlustrisiko mindern. Natürlich ist eine gewisse Marktvolatilität auf kurze Sicht wahrscheinlich. Wir halten das makroökonomische Umfeld aber für förderlich und mithilfe unserer Fundamentalanalysen sollten wir sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen mit überdurchschnittlichem längerfristigem Potenzial identifizieren können.


1) Quelle: JP Morgan Global Aggregate Bond Index (Stand August 2020)

Weltwirtschaft 2021: Erholung wird stärker als erwartet

Die Investmentexperten von Nikko Asset Management erwarten, dass das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr den Marktkonsens übertrifft. Aktien, insbesondere außerhalb der USA, dürften stark anziehen. John Vail, Chief Global Strategist, erläutert die Prognosen:

  • Unser Szenario sagt voraus, dass dank der Impfstoffe bei einer viel größeren Anzahl von Anlegern der Pessimismus in Optimismus umschlagen wird. Geopolitische Risiken werden die wirtschaftliche Aktivität nicht behindern.
  • Letzteres ist besonders in Europa wichtig, wo zuletzt die Befürchtungen rund um den Brexit eine bessere Aktienperformance verhindert haben.
  • Wir gehen zudem davon aus, dass die Republikaner die Mehrheit im US-Senat verteidigen werden. Die Demokraten werden ihre Vorhaben daher nur in abgeschwächter Form umsetzen können.
  • Die wirtschaftliche Erholung wird weltweit eine disinflationäre Tendenz haben.

BIP-Prognosen (zum jeweiligen Vorjahreszeitraum, saisonbereinigt und annualisiert):

 

1. Halbjahr 2021 

2. Halbjahr 2021 

2021 gesamt 

USA 

4,2 % 

4,2 % 

4,2 % 

Eurozone 

2,7 % 

5,2 % 

5,0 % 

Japan 

3,3 % 

3,5 % 

3,5 % 

China 

6,5 % 

6,6 % 

9,0 % 

 

USA: Der private Konsum sollte sich weiter erholen, vor allem da sich die Stimmung der Verbraucher dank der Impfstoffe verbessern wird. Die privaten Investitionsausgaben werden in den meisten Sektoren ansteigen, insbesondere im Technologiebereich. Boeings Flugzeugproduktion dürfte ab dem zweiten Quartal 2021 ein wichtiger positiver Faktor für das Wirtschaftswachstum sein. Die Bauinvestitionen außerhalb des Infrastruktursektors dürften jedoch gedämpft bleiben. Die Staatsausgaben sollten aufgrund der demokratischen Pläne zum Wachstum beitragen, während der Nettoaußenhandel eine zunehmend neutrale Rolle spielen dürfte.

Eurozone und Japan: Das BIP der Eurozone stürzte im Jahr 2020 am stärksten ab und dürfte sich daher im kommenden Jahr stärker erholen als in den USA und Japan. In der Eurozone und in Japan dürfte sich die tiefe Verunsicherung der Verbraucher in Optimismus wandeln. Zusätzlich dürfte ein steigendes Vertrauen der Unternehmen die Investitionen in einem überraschenden Ausmaß ankurbeln. 

Diese BIP-Entwicklungen sollten die Risikomärkte erfreuen, die Rentenmärkte allerdings vor Herausforderungen stellen.

„Es geht um ein ganzheitliches Life-Style-Programm für Menschen in jedem Alter“

Unter dem Motto „hochwertige Lebenswelten, naturnah am Menschen orientiert“ entwickelt die Marke «well be» Immobilien für Menschen mit besonderen Anforderungen. Mit zentralem Fokus auf der Schweiz, Deutschland, Österreich sowie anderen wichtigen europäischen Märkten, betritt der Luxemburger Entwicklungsfonds «WELL BE FUND – Elderly & Healthcare Real Estate Development» als Partner für Architektur und Gesundheit zukunftsweisende Wege für Immobilien. Er trägt insbesondere den, dem demografischen Wandel geschuldeten, neuen Bedürfnissen der 4. Generation Rechnung. Die Bandbreite an Leistungen umfasst die Projektentwicklung, Finanzierung, Architektur, Interieur sowie Ausführung und medizinische Aspekte. Der Architekt und Fondsinitiator Martin Blättler spricht mit FondsTrends über eine Gesundheitskultur im Wandel, einen fluktuierenden Markt mit neuen Nachfragemustern und die besondere Verbindung zwischen Asien und der Schweiz.

FondsTrends: Herr Blättler, Ihr Geschäftsmodell zielt auf Gesundheit und Wohlbefinden ab. Was ist die Philosophie hinter «well be»?

Martin Blättler: Die Marke «well be» hat auch einen philosophischen Hintergrund und basiert auf der 5000-jährigen chinesischen Geschichte. Laotse und Konfuzius waren auch Mediziner. Sie haben Menschen angeleitet, zurück in die Natur zur Kraft zu gehen und Selbstverantwortung übernehmen. Die Marke «well be» soll auch Freude und Spaß machen und zu einer Identifikation mit den Immobilien werden. Der Entwicklungsfonds für Gesundheitsimmobilien soll professionellen Investoren ermöglichen, ihr Geld gezielt, professionell und von der Finanzmarktaufsicht in Luxemburg beaufsichtigt in Grundstücke für Projektentwicklungen von Immobilien für Menschen mit besonderen Anforderungen anzulegen.

Dazu gehören Gesundheitsprojekte, Medical well be Resorts, Kliniken, Seniorenresidenzen und betreutes Wohnen. Der Name «well be» ist für uns mehr als ein Programm: Der Luxemburger Entwicklungsfonds « WELL BE FUND – Elderly & Healthcare Real Estate Development» soll die durch die demografische Entwicklung entstandenen, neuen Bedürfnisse decken. Dazu gehören unter anderem die Bedürfnisse der neuentstandenen, vierten Generation der 65- bis 100-jährigen. Das ist ein neuer Markt mit einer neuen Nachfrage. Daher investiert der Fonds den Bedürfnissen dieser neuen Generation entsprechend in solche Projekte.

FondsTrends: Das Advisory Board des «WELL BE FUND» ist sehr divers aufgestellt. Ist diese Melange aus mehreren Partnern lediglich strategischer Natur oder prägen die einzelnen Philosophien das Gesamtprodukt? Auf welche Art?

Martin Blättler: «well be» konnte ein starkes Team aufbauen, das verschiedene Expertisen in die Entwicklung der Projekte einbringen kann. Wir freuen uns sehr, dass so viele renommierte Experten aus ganz verschiedenen Bereichen unsere Arbeit über das Advisory Board bereichern. Die Auswahl erfolgte sowohl aus strategischer Überlegung für dieses außergewöhnliche Vorhaben als auch für die besondere Philosophie des Fonds. Sie unterstützen unsere Gesellschaft in Fragen der Fondsgesamtsteuerung, Gesamtausrichtung, Projektauswahl als Investitionsziele oder Optimierung der Gesamtabläufe.

FondsTrends: Ihr Fonds zielt unter anderem auf asiatische Investoren ab, zusätzlich sind Sie Vorsitzender der China Desk Association und haben mit Hauck & Aufhäuser einen Partner an Bord, der sich in chinesischer Hand befindet. Woher rührt diese Verbindung zum Reich der Mitte?

Martin Blättler: Meine Frau stammt aus China. Auch mit weiteren Mitgliedern im Advisory Board verfügen wir über eine hohe Affinität zu Asien. «well be» hat die Bank Hauck & Aufhäuser sowie Pictet für den Fonds gewinnen können. Beide Banken sind in Asien bekannt – Hauck & Aufhäuser mit ihrem chinesischen Besitzer, Pictet durch ihre starke Basis und Entwicklung vor Ort. Es sind in Europa große Bewegungen durch asiatische Investoren im Gange und wir glauben, dass wir auch dort Investoren gewinnen werden.

FondsTrends: Sie sind diplomierter Architekt und arbeiten zusätzlich im familieneigenen Architekturbüro. Eine Verbindung zu Immobilien als Investitionsgrundlage liegt da nahe. Worauf beruht die doch sehr spezifische Orientierung in die Richtung von Gesundheitsimmobilien?

Martin Blättler: Die Idee der Marke «well be» spiegelt sich direkt im Zweck: Es geht um Gesundheit und Wohlbefinden, um ein ganzheitliches Life-Style-Programm für Menschen in jedem Alter. «well be» bedeutet Wohlbefinden. Und das sollen sich alle: die älteren Menschen, Projektentwickler und die Investoren. Die Marke ist schon seit 2004 in der Schweiz und in Europa geschützt und kommt gut an, weil sie rasch verstanden wird. Die Marke hat Ausstrahlungskraft. Mit den gesundheitsorientierten, medizinischen Konzepten im Immobilienbereich passt dies daher ausgezeichnet. Die Marke soll sich durch die Betreiberkonzepte weiterentwickeln. Die Immobilien werden zusammen mit Serviceleistungen aufgebaut, die einen holistischen Ansatz verfolgen. Das Gesundheitskonzept wird naturheil-medizinisch integral mit Schul- und Alternativmedizin ausgeführt. Wir glauben, dass sich die Medizin in einem großen Veränderungsprozess befindet. Statt nur Pillen zu schlucken, werden ein neues Bewusstsein und neue Therapiekonzepte angeboten, für welche die entsprechenden Immobilien und Services passgenau dienen können («well be» Medizinkonzept).

FondsTrends: Der Immobilienmarkt ist aktuell national wie international hart umkämpft. Kritik an groß angelegten Immobilienspekulationen und Vorverkaufsrechten wird laut. Sehen Sie sich solcher Kritik auch ausgesetzt? Wie begegnen Sie solchen Vorwürfen?

Martin Blättler: Wir erleben das entspannt. Pensionskassen müssen das laufend eingezahlte Geld der Destinatäre anlegen. Da in der Schweiz die Renditen auf Immobilien am Sinken sind oder Investitionen in reine Wohnungsbauten nicht mehr möglich sind, sind sie auf solche Projekte, auch im Ausland angewiesen. Es braucht alternative Investitionsmöglichkeiten. Wir entwickeln unsere Projekte durch unseren Fonds und bieten die fertigen Projekte zusammen mit einem individuellen Medizin- und Betreiberkonzept professionellen Investoren an, die dann das Projekt umsetzen, d.h. bauen und die Bestandsimmobilie langfristig halten wollen. Die Renditen dieser Gesundheitsimmobilien versprechen eine deutlich höhere Bestandsrendite, als die, die man derzeit im Gewerbeimmobilienbereich erzielen kann. Das hat nichts mit Spekulation, sondern mit seriöser Planung zu tun.

FondsTrends: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Welche Veränderungen hat die Corona-Pandemie für Ihren beruflichen wie auch privaten Alltag mit sich gebracht?

Martin Blättler: Selbstverständlich halten wir uns an die Vorschriften der Behörden. Wir nutzen aber auch weiterhin aktiv die Möglichkeiten, die sich uns bieten. So konnten wir Ende August das Launching Event auf dem Zürichsee auf einem eigenen Schiff mit einem guten Schutzkonzept durchführen. Es war ein riesiger Erfolg und der ideale Start, mit unserer Idee an die Öffentlichkeit zu gehen.

FondsTrends: Herr Blättler, wir danken Ihnen für das interessante Interview und wünschen weiterhin alles Gute!


Der Text stammt von FondsTrends – Die Zukunft des Fondsgeschäftes, veröffentlicht am 30. November 2020.

Martin Blättler

Martin Blättler, Jahrgang 1969, ist Gründer der Immobilien- und Finanz-Plattform «well be». Zusätzlich zu seiner Leitungsfunktion als Projektentwickler bei «well be» arbeitet der diplomierte Architekt im familiengeführten Architekturbüro in Zürich und kann mit seinem Unternehmen, der Blättler Architekten AG, auf eine mehr als dreißigjährige Erfahrung zurückgreifen. Seit 2015 ist er zudem Präsident der Schweizer China Desk Association.

Konjunkturerholung, Divergenzen und äußerliche Effekte

von Giles Parkinson, Portfoliomanager Global Equities bei Aviva Investors.

Durch die kommende Impfmöglichkeit dürften die Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen nachlassen. Doch viele langfristige Trends werden sich fortsetzen. Aktienanleger kämpfen seit langem mit Niedrigzinsen, zunehmend überbewerteten Blue-Chip-Aktien und den Konsequenzen der Energiewende. Diese Themen werden 2021 nicht verschwinden und teilweise noch an Dringlichkeit gewinnen.

1. Aktien dürften attraktiver bleiben als Anleihen

Die Volkswirtschaften dürften sich im kommenden Jahr weltweit erholen, sobald die Impfkampagnen begonnen haben und die Corona-Lockdowns wieder gelockert wurden. Doch da die Zinsen wohl niedrig bleiben, werden Aktien auf Relative-Value-Basis wohl attraktiver bleiben als Anleihen.
Hohe Zinsen bedeuten niedrigere Aktienkurse, da sie den Barwert künftiger Cashflows senken, den Aktienanleger erwarten dürfen. Dies gilt auch umgekehrt: Niedrige Zinsen bedeuten höhere Aktienkurse.

Die Zinsen sind 2020 auf Rekordtiefs gefallen. Mitte November hat der Marktwert des Bloomberg Barclays Global Negative Yielding Debt Index mit 17,5 Billionen USD einen neuen Rekord aufgestellt und seinen vorherigen Höchststand von 17 Billionen aus dem August 2019 hinter sich gelassen. Ein Viertel der Investment-Grade-Anleihen weltweit wird mit negativen Renditen gehandelt.

Da kann es nicht überraschen, dass viele Anleger auf der Suche nach Rendite zu dem Schluss kommen, dass es kaum Alternativen zu Aktien gibt. Dies dürfte sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, solange die Zinsen niedrig bleiben.

2. Vorsicht walten lassen bei Nifty Fifty

Diese Attraktivität verteilt sich allerdings nicht gleichmäßig über alle Aktien weltweit. Die Anleger sollten mit Blick auf die neuen vermeintlich sichersten 50 Blue-Chip-Aktien Vorsicht walten lassen – hier zeichnet sich eine Überbewertung ab.

Aktien erscheinen bei anhaltend niedrigen langfristigen Zinsen zwar günstig, doch die attraktiven relativen Bewertungen sind nicht gleichmäßig über den Markt verteilt. Die derzeitige Lage erinnert an die Ära der „Nifty Fifty“ in den 1970ern. Bei den Nifty Fifty handelte es sich um die Gruppe der 50 beliebtesten Blue-Chip-Titel, zu denen unter anderem Disney, McDonald’s und Procter & Gamble zählten. Sie wurden in den 1960ern zu den Lieblingen institutioneller Anleger und erlebten Anfang der 1970er eine Boomzeit, bevor sie im Bärenmarkt von 1973–74 abstürzten.

Diese Titel hatten gewisse Merkmale gemeinsam: Eine Reputation als hochwertig und solide, was die Unternehmen durch Profitabilität in guten wie schlechten Zeiten nachgewiesen hatten, sowie eine erfolgreiche Wachstumsbilanz und kontinuierliche Dividendensteigerungen. Letztlich konnten die Fundamentaldaten der Unternehmen die ambitionierten Bewertungen einholen, doch in der Zwischenzeit waren über zwei Jahrzehnte heftige relative Drawdowns zu verkraften.

Nun stehen die neuen Nifty Fifty in den Startlöchern. Es gibt keine abschließende Liste der Titel, prädestiniert sind aber etablierte Unternehmen mit soliden Wettbewerbsvorteilen, einer Historie profitablen Wachstums und steigenden Kurs-Gewinn-Verhältnissen. 
Doch wie bei den Vorgängern in den 1970ern scheinen auch die Bewertungen der neuen Nifty Fifty auf der Annahme zu gründen, dass die entsprechenden Titel unbegrenzt in ihrem derzeitigen Tempo zulegen werden – ein unwahrscheinliches Szenario in einem auf Wettbewerb basierenden kapitalistischen Wirtschaftssystem, in dem jederzeit ein Disruptionsrisiko durch Obsoleszenz besteht. Aktienanleger sollten Vorsicht walten lassen.

3. Positive und negative äußere Effekte beachten

Der Kampf gegen den Klimawandel wird unter der neuen US-Regierung an Dynamik gewinnen. Die Aktienanleger sollten stets versuchen, im Rahmen einer zukunftsgerichteten qualitativen Analyse die breiteren Auswirkungen eines Unternehmens auf die Gesellschaft einzuschätzen – die positiven und negativen äußeren Effekte. Zu den negativen Externalitäten gehören etwa die durch ein Unternehmen verursachten CO2-Emissionen oder Umweltverschmutzungen. Positive Externalitäten bedeuten Vorteile in einem weiteren Sinne, beispielsweise Bemühungen um eine verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden oder der Versorgungsinfrastruktur.

In diesem Jahr kam es zu politischen Verschiebungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Nachdem die USA unter Präsident Trump den Kampf gegen den Klimawandel vier Jahre lang nach Kräften behindert haben, dürfte unter der neuen Regierung ein anderer Wind wehen. Der designierte Präsident Joe Biden hat versprochen, dass die USA dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten und die heimische Deregulierung im Bereich Umweltschutz wieder zurücknehmen werden. Die Europäische Union hat in Reaktion auf die Corona-Pandemie Konjunkturpakete verabschiedet, die in den European Green Deal eingebettet sind.

Aus Sicht der Aktienanleger sollten diese und weitere Maßnahmen sich positiv auf die Branche der erneuerbaren Energien auswirken. Sie darf in den nächsten Jahren auf weitere Subventionen und steigende Nachfrage hoffen, während starke Emissionsverursacher durch CO2-Steuern belastet werden. Wir haben einen historischen Wendepunkt erreicht, ab dem umweltrelevante äußere Effekte zunehmend angemessen quantifiziert und bepreist werden. Die Anleger müssen sich darauf einstellen.


AVIVA INVESTORS

Aviva Investors ist die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc. Das Unternehmen liefert seinen Kunden weltweit Investmentmanagementlösungen, Dienstleistungen und kundenorientierte Performance. Aviva Investors ist in 14 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, Nordamerika und Großbritannien tätig und verwaltet ein Vermögen von 389 Milliarden Euro per 30. Juni 2020.

Wirtschaftliche Erholung als Treiber für die Kapitalmärkte in 2021

Wir blicken auf ein bewegtes Anlagejahr zurück. Nach dem Einbruch in den Monaten Februar und März kam es in diesem Jahr zu einer starken Erholung an den Märkten mit deutlichen Wertzuwächsen in fast allen Anlageklassen, insbesondere bei Aktienfonds im Technologie- und Umweltbereich. Die AnlegerInnen nützten die vergünstigten Marktpreise zur Aufstockung ihrer Bestände bzw. zu neuen Engagements am Fondsmarkt und profitierten von der positiven Marktentwicklung an den Weltbörsen.

Bei festverzinslichen Anlagen profitierten Staatsanleihen und Unternehmensanleihen unter anderem von den geldpolitischen Maßnahmen, insbesondere den Anleihen-Ankaufprogrammen der Zentralbanken. Auch mit Unternehmensanleihen der Emerging Markets konnte man seit Jahresbeginn überdurchschnittliche Wertanstiege lukrieren.

Anlagevolumen der Erste Asset Management über Niveau 2019

Der Ausgang der US-Wahlen und die Hoffnung auf ein absehbares Ende der Pandemie durch einen Impfstoff ließen die Zuversicht zuletzt weiterwachsen. Dank der überaus positiven Entwicklung nahezu aller Anlageklassen und erfreulicher Neuzuflüsse im gesamten Jahresverlauf liegt das Anlagevolumen der Erste AM nun bei 66,0 Milliarden (per 30.11.2020) und damit um 2,7% über dem Wert zum Jahresende 2019 (64,2 Milliarden Euro per 31.12.2019). Weiter an Bedeutung gewonnen hat mit einem veranlagten Volumen von über 14,0 Milliarden Euro das Segment der nachhaltigen Investmentfonds.

Fondsanleger profitierten von der Börsenentwicklung

„Dass sich die Märkte nach dem Einbruch im Frühjahr so schnell erholten, war in diesem Ausmaß nicht zu erwarten. Das ist umso erfreulicher für alle, die ihre Gelder in Fonds veranlagt und über die letzten Monate ihre Bestände weiter erhöht haben“, betont Heinz Bednar, Vorsitzender der Geschäftsführung der Erste Asset Management. „Wir sind zuversichtlich, dass der Ausblick für 2021 weiterhin Veranlagungen in Fonds begünstigt“.

Rezessionen aufgrund externer Schocks meistens schnell vorbei

Für Anlage-Chef (Chief Investment Officer) Gerold Permoser war vor allem das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Markterholung beeindruckend. „Die Märkte sind schneller und massiver als während der Lehmann-Krise 2008 zurückgekommen“. Rezessionen aufgrund externer Schocks würden meist schnell überwunden, da die Wirtschaft gesund sei. Insofern zeige der „Patient Wirtschaft“ ein Verhaltensmuster, wie es sein solle.

Wendepunkt sei das Stimulus-Paket in den USA gewesen. Regierungen und Notenbanken hätten viel schneller reagiert als 2008/2009. Die Aufmerksamkeit liege daher auch in den kommenden Monaten beim Zusammenspiel zwischen der Fiskal- und Geldpolitik. Die Realzinsen seien derzeit zwar extrem niedrig. Aber selbst bei einer leicht steigenden Inflation würden die realen Renditen 2021 weiter fallen. Dies sei stimulierend für die Wirtschaft und verschaffe den Regierungen weiteren Spielraum in der Fiskalpolitik.

Permoser: 2021 wird „Jahr der Erholung“

Die November-Rallye habe einen Blick ins neue Jahr eröffnet, die dem Sternenbild des Taurus entsprechen würde, also einem „Jahr der Erholung“ mit steigender politischer Stabilität, ausbleibenden Steuererhöhungen und einer effektiveren Bekämpfung der Pandemie. Mit Jahresbeginn 2021 sollte es zumindest 3 sichere Impfstoffe geben. Großbritannien habe bereits mit den Impfungen begonnen. Permoser: „Die Belastungen durch COVID gehen zurück, die politische Situation ist günstiger als vor einem Jahr, und die wirtschaftliche Erholung setzt ein, so Permoser.

Erste AM: Aktien auch 2021 erste Wahl – „Nachzügler“ könnten an Terrain gewinnen

Wirtschaftliche Erholungsphasen seien gut für die Aktienmärkte. Für die Erste AM bleibt diese Anlageklasse daher auch 2021 die erste Wahl. Für die Aktienmärkte sei mit einer Sektorrotation zu rechnen: Zykliker könnten outperformen. Der Fokus bei der Veranlagung in gemischten Fonds sei auf europäische Aktien gerichtet und die „Nachzügler“ aus dem Banken-, Energie und Industriesektor. Hier sei Europa besser aufgestellt als die USA. Wenn Zykliker die Nase vorn haben, dann sei das auch eine gute Voraussetzung für österreichische Aktien, denn im ATX seien viele solcher Aktien vertreten, betont Permoser. Neben Europa würden auch die Börsen Asiens und Japans gute Anlagechancen bieten.

Im Zinsbereich setze die Erste AM auf europäische und US-amerikanische Unternehmensanleihen sowie auf Staats- und Unternehmensanleihen der Emerging Markets, die auch heuer gut gelaufen seien. Euro- und US-Staatsanleihen seien dagegen weitgehend aus den gemischten Fonds verschwunden, da sie im Moment nicht attraktiv seien.

Neben den Zyklikern sieht die Erste AM aufgrund des Ausgangs der US-Wahl und des Klimawandels weiterhin Themenfonds wie den ERSTE FUTURE INVEST und ERSTE GREEN INVEST chancenreich, ebenso wie Mischfonds-Varianten, etwa YOU INVEST progressive. Zur Diversifikation der Portfolios würden sich Immobilienfonds eignen, wie zB der ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS. Bei Anleihenfonds sei gemanagten Varianten wie dem ERSTE FIXED INCOME PLUS der Vorzug zu geben.


Die Aufzeichnung unseres Pressegesprächs finden Sie hier: https://webcast.virtual-events.at/erste-am/ausblick2021/0 

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Warnhinweis Erste Green Invest

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.