Aquila erwartet Ausschüttungswelle bei Private-Equity-Fonds

Christian Brezina, Head of Private Equity Investments bei Aquila Capital, geht von einem anhaltend positiven Marktumfeld für Private Equity aus und rechnet mit großen Ausschüttungswellen.
Um das Thema Private Equity für Privatanleger ist es in den vergangenen Jahren ruhig geworden. Nach einem signifikanten Anstieg des Transaktionsvolumens in den Jahren 2005 bis 2007 kam der Buyout-Markt nach der Lehman-Pleite praktisch zum Erliegen. Ist Private Equity tot? Nein, denn von vielen Privatinvestoren unbemerkt fand in den letzten drei Jahren eine Erholung statt. Viele institutionelle Investoren haben ihre Private Equity-Allokationen aufrechterhalten oder sogar ausgebaut. 2012 war laut einer Analyse von Capital Dynamics in mehrfacher Hinsicht sogar ein Rekordjahr: 1.429 Private-Equity-Unternehmen wurden verkauft – das ist der höchste Wert der letzten zehn Jahre. Buyout-Fonds leisteten Ausschüttungen in Höhe von 115 Mrd. USD und das in ihnen gebundene Kapital belief sich auf 738 Mrd. USD – das sind die höchsten Werte der Historie.

Ist dies nur ein kurzes Aufflackern? Wir glauben nein. Denn die Private-Equity-Fonds, die in den Boomjahren massiv Kapital investiert haben, werden sich in den nächsten Jahren von vielen Unternehmensbeteiligungen wieder trennen. 2012 lag die Exit-Pipeline bei über 7.000 Unternehmen, die vier oder mehr Jahre gehalten wurden. Wir erwarten daher eine große Ausschüttungswelle, deren Beginn bereits festzustellen ist. Denn viele Private-Equity-Gesellschaften nutzen die momentan starken Börsen zum gewinnbringenden Ausstieg aus Beteiligungen. So betrug das in den ersten drei Quartalen 2013 über IPOs eingenommene Kapital gemäß einer Analyse von Ernst & Young knapp 30 Mrd. USD. Dieses Volumen beinhaltet jedoch noch nicht die im vierten Quartal stattgefundenen Börsengänge, beispielsweise der Hotelkette Hilton, die der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone gehörte, oder den durch Carlyle und Cinven initiierten IPO des französischen Telekommunikationsanbieters Numericable. Zum Vergleich: 2012 wurden Private-Equity-Unternehmen im Wert von 20 Mrd. USD über die Börse verkauft.

Wie ist die Situation bei Private-Equity-Fonds für Privatanleger in Deutschland? Wir haben 86 Fonds mit einem Volumen von insgesamt 3,5 Mrd. EUR und mehr als 100.000 Anlegern analysiert. Die meisten von ihnen wurden in den Boomjahren 2005 bis 2007 platziert. Über Daten aus Leistungsbilanzen und Pressemeldungen der Initiatoren sowie über Zweitmarktplattformen und die veröffentlichten Jahresabschlüsse der Fondsgesellschaften haben wir die Fonds bewertet und sehen unseren positiven Gesamteindruck der Assetklasse bestätigt: Alle in der fortgeschrittenen Exitphase befindlichen Fonds mit Fokus auf Buyout-Zielfonds wiesen eine positive Gesamtperformance auf. Die erwarteten Gesamtausschüttungen aus diesen Fonds liegen zwischen 102% und 203%. Viele Asset Manager haben ein glückliches Händchen bei der Zielfondsauswahl bewiesen: Von den Top-20-Fondsinvestments ist nur ein Zielfonds unter den Einstandskosten bewertet. Insgesamt gehen wir daher von soliden Rückflüssen aus.

Wir sind überzeugt davon, dass speziell das Segment Buyout in den kommenden Jahren wieder für positive Schlagzeilen sorgen wird. Die zu erwartende große Ausschüttungswelle wird dabei neue Investitionsmöglichkeiten bieten.

GAM: Schutz im steigenden Zinsumfeld durch nachrangige Anleihen

Steigende Zinsen werden die Anleihemärkte weiter unter Druck setzen, doch nachrangige Anleihen bieten Investoren einen guten Schutz. Dieser Ansicht ist Anthony Smouha, Fondsmanager des GAM Star Credit Opportunities und CEO von ATLANTICOMNIUM S. A. Die hohen Kupons vieler Papiere böten einen guten Puffer gegen das steigende Zinsniveau. Anleger sollten sich dabei nicht von den niedrigen Ratings der Papiere in die Irre führen lassen. „Viele nachrangige Anleihen stammen von Unternehmen mit hervorragender Bonität“, betont der Fondsmanager. „Sie bieten Investoren deutlich höhere Verzinsung bei gleichem Ausfallrisiko.“

 Einige nachrangige Papiere, wie etwa sogenannte Floater, dürften vom zukünftigen Umfeld steigender Zinsen sogar profitieren. „Floater verfügen über variable Kupons, die in regelmäßigen Abständen an einen Referenzzins, üblicherweise den Libor, angepasst werden“, erklärt Smouha. „Wenn die Zinsen steigen, werfen auch diese Anleihen mehr Rendite ab.“ Zudem würden Investoren durch die überarbeiteten Regulierungsanforderungen bei zukünftigen Emissionen häufig schlechter gestellt. Dadurch gewönnen ältere Papiere an Attraktivität, was ebenfalls zu steigenden Kursen führen dürfte. Aktuell setzt der Fondsmanager etwa auf nachrangige Anleihen von BNP Paribas, Lloyds Banking Group und Aberdeen Asset Management. Auch außerhalb des Finanzsektors sieht er gute Investmentchancen, etwa bei der italienischen Cir Group oder dem spanischen Telefonanbieter Telefónica.

 Den detaillierten Marktkommentar entnehmen Sie bitte dem angehängten englischsprachigen Dokument.

Man on the Month: Liquidität wird 2014 ein bestimmender Faktor bleiben

Der November war keineswegs arm an Nachrichten. Zum einen senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins. Zum anderen meldeten zahlreiche Industrieländer bessere Makrozahlen. Beides verhalf den meisten Aktienmärkten zu einem weiteren Kurssprung. „Für den Rest des Jahres wie auch die ersten Monate 2014 erwarte ich keine dramatische Veränderung des Umfeldes. Die positiven Vorzeichen überwiegen. Die wichtigsten Zentralbanken werden ihre expansive Politik vorläufig weiterführen. Die üppige Liquidität und die langsame Normalisierung des Wachstums prägen das Marktgeschehen in den Industrieländern stärker als die Sorge vor der Drosselung der lockeren Geldpolitik, dem so genannten Tapering. Anders sieht es in den Emerging Markets aus“, so Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM.

„Grundsätzlich steht die Frage nach dem Auslaufen der monetären Lockerung aber weiterhin auf der Agenda und dürfte schon im Januar wieder am Horizont erscheinen“, so Hurschler. Zwar reagieren die Märkte weiterhin nervös auf alles, was die Tapering-Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mitbeeinflussen könnte. Anders als in der Vergangenheit fallen die Kursbewegungen jedoch geringer aus. Unklar ist weiter, ob die Märkte schon für ein Tapering bereit sind.

Schwellenländer stehen vor Herausforderungen

Hedgefonds-Manager reagierten jüngst skeptisch auf die stärkeren makroökonomischen Daten aus Europa. Auch Unternehmen dämpften zuletzt die Erwartungen fürs erste Quartal. Hinzu kommt, dass der Ausblick für Länder wie Griechenland, Italien, Spanien und sogar Frankreich nicht unbedingt für Freudenstürme sorgt. Sieht man sich dann noch die europäische Bankenlandschaft an, kann es gut sein, dass der Stresstest bei einigen Instituten einen deutlichen Finanzierungsbedarf ortet. „Europa und die USA driften hier langsam aber sicher auseinander. Der Alte Kontinent benötigt wahrscheinlich ein Mehr an Stimulus, während sich die Vereinigten Staaten darauf einstellen, weniger von der beliebten Medizin zu bekommen“, so Hurschler.

Die Schwellenländer wurden bereits in den vergangenen Monaten hart von der Aussicht auf das sich abzeichnende Tapering getroffen – und nicht alle haben sich seither erholt. Angesichts mehrheitlich schwacher Nachfrage könnte eine Serie von Zahlungsbilanz-Krisen bereits angeschlagener Schwellenländer leicht das Momentum der Industrieländer zum Erliegen bringen. „Zwar könnten die Märkte auch im kommenden Jahr von der Liquidität profitieren, aber jedem sollte bewusst sein, dass der Himmel nicht so wolkenlos ist, wie viele Kommentatoren und die derzeitigen Bewertungen glauben machen“, erklärt Hurschler weiter.

Hedgefonds können im November an ihre gute Performance vom Vormonat anknüpfen

Nach einem erfolgreichen Oktober entwickelten sich Hedgefonds auch im November über alle Strategien hinweg positiv. Der HFRX Global Hedge Fund Index legte um 0,55 Prozent zu. Nachdem diskretionäre Makro-Manager in den Monaten zuvor eine eher schwache Performance gezeigt hatten, verlief der November für sie sehr gut. Den Großteil der Gewinne konnten sie einfahren, indem sie auf steigende Aktien aus Industrieländern setzten. Dabei war Japan einer der wichtigsten Treiber ihrer Performance. Neben dem Kurssprung im Nikkei-Index trug auch die Abwertung des Yen maßgeblich zu den Gewinnen bei. Was die entwickelten Märkte angeht, so sind die meisten Makro-Manager weiterhin eher „bullish“ eingestellt. Da das Wirtschaftswachstum weiter voranschreitet, erwarten viele Manager, dass die Einschränkung der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen in den USA eher früher als später stattfinden könnte und haben sich dementsprechend positioniert.

Managed Futures waren wie bereits im Oktober stark und profitierten im November erneut davon, dass sie auf steigende Aktienkurse setzten. In den Währungsmärkten war hingegen der japanische Yen ein Performance-Treiber, da viele Manager hier richtigerweise auf fallende Kurse setzten. Emerging-Markets-Manager schnitten im November neutral ab.

Während aktienbasierte Strategien Schwierigkeiten hatten, konnten die Manager mit Positionen in Anleihen recht gute Ergebnisse erzielen. Es zeigt sich, dass das wirtschaftliche Umfeld für viele Schwellenländer weiter herausfordernd bleibt.

Equity-Long-Short ebenfalls auf der Gewinnerseite

Aktien-Long-Short-Manager konnten vor allem in der zweiten Hälfe des Novembers Gewinne verbuchen. Erfolgreiche Aktienselektion steuerte den Großteil der Performance bei. Auch bei Credit-Long-Short-Managern machten Einzelpositionen den Unterschied. Insbesondere die Ankündigungen von Fannie Mae und Freddie Mac bezüglich ihrer Verbindlichkeiten sorgten für eine positive Wertentwicklung. Event-Driven-Manager hatten mit geringer M&A-Aktivität zu kämpfen, lieferten aber trotzdem eine ordentliche Wertentwicklung ab. Da allerdings die Zahl interessanter Deals, die auf den Markt kommen, deutlich abgenommen hat, dürfte die Wertentwicklung für den Rest des Jahres ruhiger verlaufen.

Immobilienfinanzierung für institutionelle Investoren

Markteinschätzung zur Immobilienfinanzierung von Dr. Christoph Husmann, Sprecher der Geschäftsführung HOCHTIEF Projektentwicklung GmbH.
Allen Unkenrufen zum Trotz sind die befürchteten Finanzierungslücken ausgeblieben. Das Umfeld für Immobilienfinanzierungen zeigte sich im Jahr 2013 stabil. Dr. Christoph Husmann erläutert, warum diese Entwicklung darauf schließen lässt, dass sich daran auch 2014 nichts ändern wird.

Infolge der Finanzmarktkrise sind die klassischen Banken im Kreditgeschäft vorsichtiger geworden. Einige Institute haben sich sogar komplett aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung zurückgezogen, so zum Beispiel die Hypothekenbank Frankfurt als frühere Eurohypo und die Commerzbank.

Die von vielen so befürchtete oder prophezeite Finanzierungslücke ist jedoch ausgeblieben. Andere Akteure sind auf den Plan getreten und haben ihr Engagement hochgefahren – etwa die Sparkassen und Landesbanken sowie die Hypotheken- und Genossenschaftsbanken mit ihren Spitzeninstituten. Auch die Postbank und die Pfandbriefbanken engagieren sich. Sie zeigen deutlich mehr Finanzierungsbereitschaft als so manche Bank.

Einer der Gründe liegt sicherlich darin, dass sich im Rahmen der Euro- und Finanzierungskrise die Anlagenkunden verstärkt den Sparkassen und Genossenschaftsbanken zugewandt haben. Deren gestiegene Einlagen, verbunden mit ihrem regionalen Bezug, machen sie zu starken Partnern für die Immobilienfinanzierung. Einige dieser Institute sind dabei sogar bundesweit aktiv. Die größeren regionalen Sparkassen und Banken, deren Spitzeninstitute sowie Syndikate sind bereit, sogar Tickets ab 30 Mio. Euro aufwärts zu finanzieren.

Kreditfonds werden deutlich aktiver. Sie aber konzentrieren sich eher auf Bestandsimmobilien. Ihre Finanzierung erfolgt – anders als bei einer Projektentwicklung – aus einem einmaligen Kapitalabruf und einem definierten Rückzahlungsplan mit einer großen Schlusstilgung nach vielen Jahren. Die Finanzierung einer Projektentwicklung jedoch erfordert einen sukzessiven Kreditabruf parallel zum Baufortschritt und eine Tilgung bei Verkauf. Der Zeitpunkt dafür ist nicht fest vereinbart, sondern ergibt sich aus dem Markt, und kann zuweilen sehr kurzfristig sein.

Versorgungskassen, Versicherungen, geschlossene Fonds aber auch Private Equities und Family Offices investieren mittlerweile gerne in Projektentwicklungen – durchaus auch im Rahmen eines Forward Deals. Letztere sind jedoch vor allem dann dazu bereit, wenn das fertig entwickelte Projekt einem absoluten Core-Produkt entsprechen wird.

Die meisten Family Offices beschränken sich dabei auf ein Volumen zwischen 30 und 70 Mio. Euro. Für einige wenige allerdings ist kein Projekt per se zu groß. Die geschlossenen Fonds investieren gleichfalls in eher kleinere Tickets mit einer Größenordnung zwischen 50 und 60 Mio. Euro. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Derzeit zeigen sich einzelne Akquisitionsbestrebungen für Investments von mehr als 100 Mio. Euro. Während sich die Versorgungskassen und Versicherungen meist auf 70 bis 100 Mio. Euro und auch schon mal knapp darüber beschränken, investieren die Private Equities gern in Projektentwicklungen mit einem Volumen von deutlich mehr als 100 Mio. Euro. Sowohl deutsche als auch ausländische Investoren tummeln sich auf diesem Feld gleichermaßen.

Ein beträchtlicher Unterschied im Risikoverhalten ist nicht auszumachen. Einzig bei den geschlossen Fonds ist derzeit wegen der AIFM-Richtlinie eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten. Für einen Projektentwickler sind solche Investoren begehrt, mit denen sie bereits für die Realisierungsphase eine baubegleitende Zahlung vereinbaren können. Versorgungskassen, Versicherungen und Family Offices tun sich damit in der Regel nicht schwer. All diese Umstände sorgen also für ein stabiles Finanzierungsumfeld. Und wir können davon ausgehen, dass es bei dieser Tendenz bleibt.

Ausblick: Immobilienmarkt Deutschland 2014

Savills, eines der führenden, weltweit tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmen, wirft in seiner heute vorgelegten Ausgabe der Publikationsreihe „Analyse“ einen Blick auf die prägenden Entwicklungen am deutschen Immobilienmarkt im Jahr 2014. Marcus Lemli, CEO Savills Germany, fasst die vier darin vorgestellten Thesen wie folgt zusammen: „Wir erwarten, dass

der Büroflächenumsatz 2014 das Vorjahresniveau übertreffen wird,

  1. die Preise im Core-Segment weiter steigen,
  2. der Gewerbeinvestmentmarkt auch im nächsten Jahr dynamisch bleibt, der Umsatz mit Wohnungsportfolios mangels Angebot allerdings zurückgeht und
  3. die Aktivität bei Non-Core-Investments zunimmt.“

Die finanz- und realwirtschaftlichen Eckpfeiler dieser Thesen beschreibt Matthias Pink, bei Savills verantwortlich für das Research in Deutschland, wie folgt: „Wir gehen von einer höheren weltwirtschaftlichen Dynamik aus und rechnen damit, dass uns das Niedrigzinsumfeld und die lockere Geldpolitik der EZB erhalten bleiben“. Von diesem Szenario ausgehend stellt Savills die folgenden vier Thesen zum Immobilienmarkt Deutschland 2014 in seinem Research-Bericht dar:

These 1: Der Büroflächenumsatz steigt – vor allem in der zweiten Jahreshälfte

Der wichtigste Treiber für den Büroflächenumsatz ist die realwirtschaftliche Entwicklung, die im nächsten Jahr mit einem prognostizierten Wachstum von knapp 2 % einen deutlich dynamischeren Verlauf nehmen wird als in 2013 (ca. 0,5 %). Dementsprechend wird der Büroflächenumsatz, nachdem er in den vergangenen beiden Jahren jeweils rückläufig war, wieder steigen. „Da sich nicht nur der konjunkturelle Ausblick für Deutschland, sondern auch für Europa und den Rest der Welt aufhellt, dürften auch die internationalen Konzerne wieder anmietungsfreudiger werden und den Umsatz möglicherweise sogar deutlich steigen lassen“, so die Einschätzung von Marcus Mornhart, Managing Director Office Agency. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung zwischen Realwirtschaft und Büromarkt ist für die zweite Jahreshälfte ein höherer Umsatz als in den ersten sechs Monaten zu erwarten.

These 2: Die Spitzenrenditen werden weiter zurückgehen

Nicht erst seit der jüngsten Leitzinssenkung auf 0,25 % ist klar, dass die Europäische Zentralbank ihre lockere Geldpolitik so lange wie nötig beibehalten wird. „Verbunden mit der auch im nächsten Jahr anhaltenden nationalen und internationalen Nachfrage nach deutschen Core-Immobilien stellt das Niedrigzinsumfeld die Basis für weitere Renditerückgänge im Spitzensegment dar“, ist Marcus Lemli, CEO Savills Germany, überzeugt. Denn je länger dieses Niedrigzinsumfeld bestehen bleibt, desto mehr Geld wird aus anderen Anlageklassen in Immobilien umgeschichtet und wird die Preise dort weiter treiben. Dies ist nicht ohne Risiko, denn der Preisschub ist in erster Linie zinsinduziert und beruht nicht auf überdurchschnittlichen Mietwachstumserwartungen. Bei einer auf lange Sicht unvermeidbaren Zinswende dürften die Spitzenrenditen entsprechend sensibel reagieren, sofern sich die Mietwachstumsaussichten bis dahin nicht verbessert haben.

These 3: Der Gewerbeinvestmentmarkt behält sein Tempo bei, das Transaktionsvolumen am Wohninvestmentmarkt geht angebotsbedingt zurück

Nachdem der Wohninvestmentmarkt insbesondere durch große Portfolio-Deals (z. B. LBBW, TLG, DKB, GBW) in den vergangenen Jahren deutliche Umsatzsteigerungen erlebt hat, wird das Transaktionsvolumen im nächten Jahr rückläufig sein. „Der Mangel an großen Wohnungsportfolios, die zuletzt wesentliches Charakteristikum des Marktes waren, limitiert das Transaktionsvolumen im nächsten Jahr“, benennt Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation, die Ursache für den Umsatzrückgang. Vor allem die ganz großen Portfoliotransaktionen ab 10.000 Einheiten werden mangels Angebot kaum noch zu sehen sein.

Auch am Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien wirkt der Mangel an Core-Objekten limitierend, allerdings kommt eine steigende Aktivität im Non-Core-Segment hinzu, so dass auch 2014 ein Transaktionsvolumen von etwa 30 Mrd. Euro erzielt werden kann.

These 4: Die Schere zwischen Core und Non-Core schließt sich – beim Transaktionsvolumen stärker als bei den Renditen

Stabile bis leicht sinkende Umsätze mit Core-Immobilien und steigende Volumina im Non-Core-Segment werden den Anteil von Non-Core-Investments am gesamten Transaktionsvolumen steigen lassen. „Sowohl angebots- als auch nachfrageseitig steht die Ampel für mehr Value-Added- und Opportunistic-Investments im nächsten Jahr auf Grün“, so Andreas Wende, Managing Director Investment. Auf der Angebotsseite dürften vor allem auslaufende Finanzierungen und eine steigende Verkaufsbereitschaft von Banken für mehr Produkt sorgen und auf der Nachfrageseite wird der Wettbewerb um diese Objekte zunehmen. Denn die risikoaversen Investoren dehnen ihr Investitionsspektrum angesichts knapper und teurer Core-Objekte aus. Hinzu kommen die Private-Equity-Investoren, die sich im nächsten Jahr stärker am deutschen Markt engagieren und vor allem für mehr Portfoliotransaktionen sorgen werden. Das größere Engagement der Investoren außerhalb des Core-Segments führt zu leicht sinkenden Renditen von Non-Core-Objekten. 

Die Analyse „Immobilienmarkt 2014: Ein Ausblick in Thesen“ steht auf www.savills.de zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Ausblick 2014 - Fed (erneut) im Fokus der Märkte

Die Finanzmärkte sollten sich nächstes Jahr weiterhin positiv entwickeln“, sagt Klaus Wiener, Chefvolkswirt von Generali Investments Europe, in seinem Wirtschaftsausblick 2014. „Allerdings dürfte die Marktvolatilität deutlich zunehmen, denn die US-Notenbank wird ihren Expansionsgrad im Verlauf des Jahres reduzieren. Insofern wird die Fed erneut im Fokus der Märkte sein“.

Dr. Klaus Wiener erwartet, dass die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank weiter viel Liquidität für die Märkte bereitstellen werden und dass sogar die US-Notenbank die lockere Geldpolitik fortsetzen wird. „Aber ein ,Tapering‘ durch die Fed spätestens im März erscheint nun sehr wahrscheinlich – und die Erfahrungen aus dem letzten Jahr zeigen, dass dies zu einer erhöhten Volatilität an den Märkten führen kann.“ Laut Wiener ist der Fed dies durchaus bewusst und sie wird diesmal versuchen, die Auswirkungen zu mildern. „Aber das wird ihr nur teilweise gelingen“, so Wiener.„Zu den wesentlichen negativen Auswirkungen gehört, dass die Treasury-Kurve steiler wird und dass es periodische Wellen von Gewinnmitnahmen auf den Aktienmärkten geben wird.“

US-WACHSTUM MACHT SINKENDEN BEITRAG DER EMERGING MARKETS WETT

Dank der US-Wirtschaft sollten mögliche Korrekturen nur temporärer Natur sein. „Es wird erwartet, dass die US-Wirtschaft stärker wachsen wird. Unsere Prognose von 2,9 Prozent bedeutet, dass das reale BIP-Wachstum das erste Mal seit sieben Jahren über dem Potenzial liegen wird.“ Im Euroraum sollte 2014 das BIP-Wachstum etwas unter 1 Prozent liegen. „Das ist auch einer der Gründe, warum wir eine Deflation für nicht sehr wahrscheinlich halten, sondern eher einen längeren Zeitraum von geringer Inflation.“, kommentiert Wiener weiter.

Ein Negativfaktor könnte sein, dass die Emerging Markets vielleicht nicht in der Lage sein werden, die guten Ergebnisse der letzten Jahre zu wiederholen: „Die sogenannten BRIC-Länder haben etwas von ihrem Glanz verloren“, so Wiener. „Sie werden weiterhin absolut betrachtet ordentlich wachsen, aber unserer Ansicht nach ist der Rohstoff-Superzyklus zu Ende, was sich nachteilig für Länder wie Russland und Brasilien auswirken wird. Zudem stehen den Ländern aus Zentral- und Osteuropa höhere Steuern und strengere Vorschriften bevor.“ Die gute Nachricht ist, dass das Wachstum in den USA in der Lage sein sollte, den abnehmenden Beitrag der Emerging Marktes zum globalen Wachstum wettzumachen.

Was bedeutet das für Anleger? Wiener: „2014 wird insgesamt ein Jahr sein, in dem die langfristigen Renditen gering bleiben werden und in dem durch das Tapering der Fed eine höhere Volatilität möglich ist. Aber angesichts der guten Performance der US-Konjunktur sollte jeder Markteinbruch eine Gelegenheit zur Rückkehr an die Märkte sein“.

ASSET ALLOCATION

Das Niedrigzinsumfeld in Kombination mit einer ziemlich soliden Prognose für das Wirtschaftswachstum begünstigt Anlagen, die im Vergleich zu Staatsanleihen von Kernländern eine Art von Renditeaufschlag bieten. In diesem Sinne sollte das Engagement in Staatsanleihen aus Kernländern beträchtlich reduziert werden, um eine gewisse Übergewichtung in Bezug auf Aktien und höherrentierlichen Anleihen zu schaffen.

AKTIEN

Der Ausblick 2014 für Aktien sieht immer noch vielversprechend aus. Allgemein wird die Geldpolitik das Wirtschaftswachstum weiter unterstützen. Eine große Ausnahme ist der bevorstehende neue Kurs in der Geldpolitik der Fed in den USA, die die wichtigste Unsicherheit darstellt. Nach Ansicht von Generali Investments Europe werden langfristige Renditen, selbst wenn diese stärker schwanken, nicht wesentlich ansteigen und die Erwartungen übertreffen. Dieses Umfeld sollte weiterhin für eine langsame Umschichtung  von Anleihen zu Aktien sorgen.  Bevorzugt werden zum Beispiel zyklische Titel in Südeuropa. Emerging Markets bleiben untergewichtet.

FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

Die anhaltende Unterstützung durch Zentralbanken und Inflationsraten weit unter dem langfristigen Durchschnitt werden weiter auf die Kernrenditen in Europa und zu einem geringeren Maße in den USA drücken. Daher werden die Kernrenditen 2014 aus Sicht von Generali Investments Europe nur geringfügig steigen. Periphere Anleiherenditen – also Staatsanleihen vor allem aus Italien und Spanien - werden  sich wahrscheinlich von dem moderaten Aufwärtstrend der Kernrenditen abkoppeln. Obwohl die Risikoaufschläge bereits 2012 und 2013  stark gesunken sind, gibt es für engere Spreads noch etwas Spielraum. Jedoch bleiben Vorkrisenniveaus vorerst unerreichbar.

WÄHRUNGEN

Kurzfristig könnten die steigenden Bedenken der EZB über eine weiter rückläufige Inflation den während der letzten Quartale beobachteten Aufwertungstrend des Euro zeitweise unterbrechen. Allerdings sollten sich die starken fundamentalen Kräfte hinter der Euro-Erholung auch im nächsten Jahr fortsetzen. Angesichts der Rückkehr des Anlegervertrauens könnten Kapitalzuflüsse von Leistungsbilanzüberschüssen und privaten Portfolio-Investitionen sogar noch durch die internationale Nachfrage nach dem Euro als Reservewährung ergänzt werden. Die Beendigung des Wertpapier-Kaufprogramms der Fed wird sich nach Ansicht von Generali Investments Europe in erster Linie nachteilig für die anfälligeren Schwellenländer-Währungen auswirken. Der japanische Yen wird weiter schwächer, jedoch etwas langsamer als dies 2013 der Fall war.

Den vollständigen Research-Ausblick 2014 von Generali Investments Europe finden Sie auf der Unternehmens-Website www.generali-investments-europe.com.

GAM: Keine neue Blase im Technologie-Sektor

Auch elf Jahre nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes schreckt noch so mancher Investor vor dem Einstieg in Technologiewerte zurück – aus Angst, die damalige Blase könne sich wiederholen. Und das nicht ohne Grund: Viele Unternehmen haben bei Börsengängen Rekorderlöse erzielt, einige Titel eine Rally hingelegt und Bewertungen erreicht, die mit Fundamentaldaten nicht mehr zu erklären sind. Dennoch sollten Investoren gelassen bleiben, rät Mark Hawtin, Manager des GAM Star Technology Fonds. „Im Vergleich zu der Technologieblase, die wir um die Jahrtausendwende erlebt haben, gibt es entscheidende Unterschiede“, erklärt Hawtin. „Viele der Visionen der Dotcom-Ära wie z.B. Video-Streaming in hoher Qualität sind heute Realität und Grundlage funktionierender Geschäftsmodelle geworden.“

Die Online-Wirtschaft ist erwachsen geworden

In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Geschäftsumfeld im Technologiesektor grundlegend geändert. Heute lebten ganze Wirtschaftszweige vom Netz und profitierten von der unstillbaren Nachfrage nach Diensten wie Video-Streaming, nach mobilen Endgeräten, aber auch von neuen Geschäftsideen in den Bereichen Social Media und Software-on-Demand. Anders als in den neunziger Jahren könnten Investoren die Geschäftsmodelle heute besser einschätzen und den tatsächlichen Wert dieser Unternehmen auf der Grundlage von Einnahmen, Gewinnen oder diskontiertem Cashflow bestimmen.

Lange hätten Branchenbeobachter am Geschäftsmodell von Facebook gezweifelt, seien jedoch nun eines besseren belehrt worden: „Facebook hat unter Beweis gestellt, dass es seine Nutzerbasis durch gezielte Werbung zu Geld machen kann.“ Die Marktkapitalisierung des Netzwerkes sei gerechtfertigt, obwohl sie vielen vor dem Börsengang zu optimistisch erschienen sei. Die Investoren, die Facebooks Pläne verstanden und an ihre erfolgreiche Umsetzung geglaubt hätten, würden nun belohnt. „Selbst auf dem Höhepunkt des Hypes um den Börsengang waren Facebooks Bewertungen stets durch verlässliche Zahlen und realistische kurz- bis mittelfristige Projektionen gerechtfertigt“, bilanziert er.

Silicon Valley nimmt Risiken bei Start-Ups in Kauf

Investoren machten derzeit Jagd auf Wachstumstitel, bevorzugten aber noch immer andere Sektoren wie etwa Konsumgüter, in denen das Wachstum stabiler und sicherer sowie die Geschäftsmodelle einfacher zu verstehen seien. Das führe in diesen Sektoren zu einem überfüllten und überbewerteten Markt. Obwohl auch Technologieaktien von der erhöhten Nachfrage profitierten, schreckten indes noch immer viele Investoren vor der hohen Komplexität des Sektors zurück, so erklärt er: „Technologietitel verlangen den Investoren genaue Kenntnis der jeweiligen Technologien und Märkte ab, um gute Geschäftsmodelle von schlechten zu unterscheiden.“

Ohne Frage seien einige Bereiche des Technologiesektors überbewertet. So nähmen die etablierten Unternehmen aus dem Silicon Valley Milliarden für den Erwerb von Start-Ups in die Hand, die über keinerlei stabile Umsätze, geschweige denn Gewinne verfügten. Auch bei aussichtsreichen Firmen mit spannenden Geschäftsmodellen seien die aktuellen Kurse mitunter durch nichts gerechtfertigt, so zum Beispiel bei der amerikanischen Immobiliendatenbank Zillow. „Solche Übertreibungen gibt es in allen Sektoren“, relativiert Hawtin. „Sie beweisen letztlich nur, dass Investoren die Kennzahlen genau analysieren und Unternehmen meiden sollten, die unrealistisch bewertet sind.“

Deutlich weniger Börsengänge, solidere Kurs-Gewinn-Verhältnisse

Allen, die weitere Beweise suchen, dass sich die Dotcom-Blase so bald nicht wiederholen wird, rät Hawtin, einen Blick in die Statistiken werfen. Das Wall Street Journal berichtete Ende Oktober, dass 1999 insgesamt 368 US-Unternehmen im Tech-Sektor an die Börse gegangen seien – in diesem Jahr jedoch erst 32. Damals vergingen zwischen Gründung und Börsengang etwa vier, heute im Schnitt 13 Jahre. Auch ein Blick auf das durchschnittliche Kurs-Umsatz-Verhältnis mache deutlich, dass die Bewertungen heute weitaus moderater seien: Aktuell liege es bei 5,6, während es sich 1999 auf 26,5 belief.

„Ein Symptom der Übertreibungen der Dotcom-Ära waren die außergewöhnlichen Gewinne, mit denen Investoren bei den Börsengängen belohnt wurden“, erklärt der Fondsmanager. 1999 verdoppelten insgesamt 114 frisch an die Börse gegangene Technologiefirmen ihren Wert noch am ersten Handelstag. „Dieses Kunststück gelang dieses Jahr nur einer Aktie, die mit dem Technologiesektor wenig zu tun hat“, bemerkt Mark Hawtin. Die Aktie von Sprouts Farmers Market, einer amerikanischen Kette kleiner Supermärkte, die auf frische und gesunde Lebensmittel spezialisiert ist, verzeichnete am Tag ihres Börsengangs Gewinne von 102 Prozent, das Kurs-Gewinn-Verhältnis stieg damit auf 84. „Manche würden das eine Blase nennen“, stellt Hawtin fest.

Managed Futures eignen sich zur Absicherung von Depots

von Frank Seidel, amandea Vermögensverwaltung
Glücklich, wer in diesem Jahr auf Aktien gesetzt hat. Der Dax eröffnete zum Jahresbeginn bei 7.689 Punkten und kratzte beim Verfassen dieses Artikels in neuen Höhen an der Marke von 9.200 Punkten. Ein Plus von rund 20 Prozent. Noch glücklicher dürften sich Investoren wähnen, die zu Jahresbeginn auf den breiten amerikanischen Markt setzten, beispielsweise den S&P 500, der mit rund 1.426 Punkten startete und sich derzeit dazu anschickt, die Marke von 1.800 Punkten zu durchbrechen. Ein Plus von 25 Prozent.

Und viele professionelle Marktteilnehmer finden viele gute Gründe, warum es auch 2014 so oder ähnlich weiter gehen könnte: Das weiterhin dauerhaft niedrige Zinsumfeld, der Anlagedruck bei den Investoren, die vielen Investoren, die die Hausse wieder einmal verpasst haben und noch nachlegen müssen, die nach wie vor gute Verfassung der Unternehmen und so weiter.

Börsen haben ein kurzes Gedächtnis. Und mit ihnen so mancher Marktteilnehmer. Verblasst sein dürfte bei so manchem die Erfahrung des Jahres 2008, als alleine der Dax im Zuge der  Subprime-Krise in einem Jahr über 40 Prozent verlor. Und noch weniger Börsianer dürften schon dabei gewesen sein, als die Internetblase zu Beginn des Jahrtausends platzte und der Dax von seinem Hoch am 7. März 2000 bei 8136 Punkten bis zu seinem Tief am 12. März 2003 bei 2188 Punkten über 73 Prozent verloren hat. Ob die Aktienhausse des Jahres 2013 eine Fortsetzung finden wird, weiß niemand. Aber es dürfte klug sein, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich als Investor absichert, ohne Chancen zu verpassen.

Managed-Futures-Fonds sind Anlagevehikel, die nach strengen Regeln Ein- und Ausstiegspunkte an Märkten suchen. Programme steuern Kauf- und Verkaufsorders unabhängig von der Marktmeinung eines Fondsmanagers. Sie versuchen, je nach zugrundeliegenden Algorithmen, Trends in bestimmten Zeitfernstern aufzuspüren und in diesen Trends über viele Märkte und somit über viele Ertragsquellen in der Summe absolute Erträge zu generieren.

Das gelingt nicht in jedem Jahr und auch nicht jedem Fonds gleichermaßen gut. Gibt es, gemessen an den gehandelten Zeitfenstern, viele Trendbrüche, so kommt es zu Fehlsignalen und die Positionen werden oftmals mit Verlust aufgelöst. Jeder Managed-Futures-Fonds ist aufgrund der eingesetzten mathematischen Modelle individuell und sollte von interessierten Investoren genau durchleuchtet werden. Die Summe der Managed-Futures-Fonds kann aber in Indizes zusammengefasst, betrachtet und analysiert werden. Gehen wir zum Jahr 2008 zurück.

Während der Dax über 40 Prozent verlor, gewannen die im Barclay CTA Index zusammen gefassten Fonds über 13 Prozent. Einen ähnlichen Verlust fuhr der Dax im Krisenjahr 2002 mit über 43 Prozent ein, der Barclay CTA Index zeigt für dieses Jahr ein Plus von rund 12 Prozent. Andere Managed-Futures-Indizes wie der Newedge CTA Index zeigen ähnliche Größenordnungen.

Aus der Betrachtung seit 1980 lässt sich ableiten, dass Managed-Futures-Fonds insbesondere in Krisenzeiten die dann bestehenden Trends gut ausnutzen können und dass die entsprechenden seit dieser Zeit existierenden Indices eine Outperformance gegenüber Aktienindizes zeigen. Aus den vielen wissenschaftlichen Untersuchungen, die es inzwischen zu der Anlageklasse der Managed-Futures-Fonds gibt, lassen sich einige herausragende Punkte extrahieren: Managed-Futures-Fonds zeigen starke Performance-Eigenschaften, wenn Aktienmärkte in die Knie gehen. Dies können sie, weil sie sich für jede Marktrichtung passend positionieren können – „long“ bei steigenden und eben auch „short“ bei fallenden Märkten.

Die Fonds eignen sich als Diversifizierer in traditionellen, von Anleihen- und Aktienpositionen dominierten Portfolios. Die Korrelation von Managed-Futures zu Anleihen und Aktien ist schwach ausgeprägt. Als Portfoliodiversifizierer gelingt es Managed-Futures-Fonds die Volatilität des Gesamtportfolios zu senken. Langfristig und strategisch über einen Börsenzyklus eingesetzt sollten Managed Futures somit sowohl die Volatilität des Gesamtportfolios reduzieren helfen und für eine Verstetigung und Erhöhung der Erträge sorgen. Untersuchungen hierzu legen nahe, dass eine Beimischung von rund 15 bis 20 Prozent Managed Futures in einem traditionellen Balanced-Portfolio aus Aktien und Anleihen die größte Wirkung entfalten.

Die Implementierung von Managed Futures in ein Portfolio fängt mit der Auswahl des als geeignet erscheinenden Produktes an. Hier sollten Investoren grundsätzlich prüfen, ob sie zu Off-Shore-Funds greifen oder sich lieber auf Produkten im streng regulierten UCITs-Mantel konzentrieren wollen. Jeder einzelne in Betracht kommende Fonds sollte im Detail analysiert werden.

Eine intensive Due Diligence des Fonds und seines Managements ist ein unabdingbarer Bestandteil des Auswahlprozesses. Dann sollte überprüft werden, welche Auswirkung eine Beimischung des Fonds auf das eigene Portfolio in der Vergangenheit gehabt hätte. Wenn alle diese Fragen geklärt sind und das Investment getätigt ist, freut sich der Investor sicher dennoch über ein erneut starkes Aktienjahr 2014. Kommt es aber anders, ist er gewappnet

Der Artikel erschien als Gastbeitrag  in der Börsenzeitung am 30. November 2013.

GAM: Aktienbezogene Hedge Fund-Strategien profitieren weiter von der lockeren Geldpolitik

Die Fortdauer der Rally an den Aktienmärkten bleibt auch Anfang Dezember ein herausragendes Thema.
Doch für viele Hedge Funds spielen andere Trades ebenfalls eine bedeutende Rolle, weiß Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM.

„Den Managern von Hedge Funds gefallen US-amerikanische und ausgewählte europäische Aktien auf Long- sowie Long/Short-Basis. Dafür haben die US-Notenbank Fed mit ihrer unverändert expansiven Haltung und die EZB mit der überraschenden Leitzinssenkung Anfang November die Voraussetzung geschaffen. An anderen sehr selektiven Trades wird jedoch festgehalten, wie etwa am Thema Reflation in Japan (via Short-Positionen im Yen und in japanischen Staatsanleihen sowie Long-Positionen in japanischen Aktien). Die anhaltenden Sorgen um das Wachstum in den Schwellenländern werden zum Teil durch Short-Positionen im australischen Dollar und in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern ausgedrückt. Wir rechnen damit, dass einige Fonds zum Jahresende hin und im neuen Jahr eine gute Performance zeigen werden, sofern die Aktienmärkte in den USA und Europa dafür weiter eine günstige Konstellation bieten – zum Beispiel, indem sie solide Fundamentaldaten honorieren und schwächere negativ quittieren. Andere Faktoren, die eine positive Wirkung haben könnten: Belebung der Fusionen und Übernahmen im kommenden Jahr (wie schon früher in diesem Jahr), Fortdauer einer glaubwürdigen Reflation in Japan, Abschwächung des Wachstums in den Schwellenländern.“

Nach Lawlers Auffassung zählten die Aktienmärkte im November erneut – wie schon den größten Teil des Jahres – zu den Hauptnutznießern der expansiven Geldpolitik. Das günstige Umfeld verhalf den Equity Hedge- und Event Driven-Fonds weiter zur Outperformance gegenüber den anderen Hedge Fund-Strategien, was an den HFRX Strategy-Indizes deutlich abzulesen war. Der HFRX Equity Hedge Index stieg um 1,0%, und der HFRX Event Driven Index verbesserte sich um 0,6%. Auch die Indizes für Relative Value und Macro/CTA beendeten den Monat mit positiven Ergebnissen. Seit Jahresbeginn verbuchen der Equity Hedge- und der Event Driven-Index somit ein Plus von 9,8% beziehungsweise 13,5%.

Der Dezember, normalerweise ein eher ruhiger Monat, hat damit begonnen, dass die Fonds ihr Risiko leicht reduziert haben, berichtet Lawler. „Wie wir sehen konnten, wurde Anfang des Monats das Brutto- ebenso wie das Nettoengagement verringert – in dieser Zeit sinken in der Regel die Handelsvolumina. Ein Teil der Fondsmanager geht davon aus, dass sich an den Aktienmärkten im Dezember nicht viel tun wird. Unterdessen haben einige Fonds ihre Währungspositionen unverändert gelassen, um gewappnet zu sein, falls beispielsweise der Yen oder der australische Dollar aus den momentanen Schwankungsspannen ausbrechen sollten.“

Man on Commodities: Spot-Prämien von Industriemetallen könnten sinken

Die Londoner Metallbörse (London Metal Exchange, LME) ändert ab sofort Ihre Regeln zur Lagerbewirtschaftung. Dadurch sollen die Wartezeiten zur Auslieferung von Industriemetallen deutlich geringer ausfallen als bisher. Man-Experte Daniel Höchle erläutert, inwieweit sich diese Maßnahme auf die Prämien am Spot Markt auswirken könnte und wie Kritiker der neuen Regelung der Londoner Metallbörse gegenüberstehen: 

„Anfang November passte die Londoner Metallbörse die Regeln zur Lagerbewirtschaftung an, um die Wartezeiten bei der Auslieferung von Industriemetallen zu verkürzen. Künftig muss die Auslieferungsmenge erhöht werden, wenn es ab Ende der Laufzeit des Futures mehr als 50 Tage bis zur Auslieferung dauert. Dies ist eine radikale Abkehr vom bisherigen Prinzip, das lediglich eine minimale Auslagerungsmenge pro Tag vorschrieb und mitunter zu Wartezeiten von über einem Jahr führte. Diese langen Warteschlangen sind insbesondere für Lagerhäuer attraktiv, da sie mit jedem weiteren Tag Lagerhaltung zusätzliche Gewinne erwirtschaften. 

Aufgrund der langen Wartezeiten kosten sofort verfügbare Industriemetalle am Spot-Markt derzeit deutlich mehr als an der Londoner Metallbörse. Besonders hoch ist der Preisaufschlag bei Aluminium, da hier die Warteschlangen am längsten sind. Befürworter der Regelanpassung sind überzeugt, dass die Prämie von physisch gehandeltem Aluminium sinken wird, da eine Verkürzung der Wartezeiten einer Erhöhung des Angebotes gleich kommt. Kritiker der Regeländerung bestreiten dies und verweisen auf die sogenannten Financing Deals. Dabei kaufen Anleger physisches Metall, lagern es ein und verkaufen es auf Termin zu einem Preis der höher ist als die Anschaffungs- und Lagerkosten. Bleiben Financing Deals auch in Zukunft attraktiv, so ist mit anhaltend hohen Lagerbeständen und nur begrenzt mit einem höheren Angebot zu rechnen. Es bleibt daher abzuwarten, ob die radikale Anpassung der LME Regeln zur Lagerbewirtschaftung tatsächlich tiefere Spot-Prämien zur Folge haben wird.

GAM Marktkommentar: Tapering wird die Märkte 2014 nicht mehr aus der Ruhe bringen

Tapering oder kein Tapering? Diese Frage hat in diesem Jahr die Märkte bewegt, doch die Spekulationen dürften ihren bestimmenden Einfluss nun verlieren. „Mittlerweile haben sich die Märkte gut auf eine kommende Drosselung des Anleihekaufprogramms der US-Notenbank Fed eingestellt“, sagt Adrian Owens, Investment Director des GAM Star Global Rates Fonds. Die Drosselung bedeute zudem nicht das Ende der lockeren Geldpolitik. „Die Fed hat begriffen, dass ihre Kommunikation rund um das Thema Tapering für Unsicherheit gesorgt hat“, erklärt er. „Sie bemüht sich nun, alle Zweifel auszuräumen, dass die Zinsen auch langfristig niedrig bleiben werden.“ Die meisten Marktteilnehmer erwarteten eine Entscheidung der Notenbank im Februar oder März. „Wir glauben aber, dass die Fed bereits etwas früher erste Schritte zur Drosselung unternehmen könnte“, so Owens.

Die Investoren könnten ihren Fokus jetzt wieder auf die Fundamentaldaten legen. So könnten etwa Schwellenländeranleihen und -währungen profitieren, denn die Sorgen vor einer weniger lockeren Geldpolitik seien mittlerweile eingepreist. Das gelte zum Beispiel für Brasilien und Südafrika, besonders aber für Mexiko. Das Land verfüge über einen gesunden Staatshaushalt, eine solide Handelsbilanz und eine derzeit günstige Währung. Zudem gewinne der Reformprozess in Mexiko an Kraft. „Noch vor Jahresende könnte die wichtige Energiereform auf den Weg gebracht werden“, schätzt Owens. „Die Öffnung des Energiesektors könnte ausländische Investoren anlocken und dann auch dem mexikanischen Peso Auftrieb geben.“

Aufwertungspotenzial erkennt der Fondsmanager auch bei der norwegischen Krone. Norwegen habe bereits jetzt das höchste Lohnstückkostenniveau innerhalb der G10 und das Lohnwachstum betrüge rund fünf Prozent. Da Norwegen 2008 keine Rezession erlebt habe, sei es zudem eines der wenigen Länder, die keinen Produktionseinbruch hätten verkraften müssen. „Obwohl die Regierung versucht, den Wechselkurs niedrig zu halten, dürfte die Krone dem Aufwertungsdruck langfristig nachgeben“, so Owens.

Den detaillierten Marktkommentar entnehmen Sie bitte dem angehängten englischsprachigen Dokument.

Ausblick 2014: Optimismus ja, aber mit Augenmaß

Es waren die Sommer- und Herbstmonate der umgedrehten Vorzeichen. Trotz vieler negativer Nachrichten von Syrien-Krise über die Währungen der Schwellenländer bis hin zu US-Budget-Problemen entwickelten sich die Märkte positiv. So legte der Euro Stoxx 50 in diesem Jahr um ca. 22 Prozent zu, und im innenpolitisch aufgewühlten Frankreich stieg der CAC 40 ebenfalls um über 20 Prozent. Der S&P 500 stellt seit April regelmäßig neue Rekorde auf und notiert derzeit über 1.800 Punkten – ebenso wie der DAX mit zuletzt um 9.400 Punkten. Das Kursfeuerwerk an den Börsen wurde im Herbst begleitet von einer Rückkehr der Volumina in weiten Teilen Europas. Gerade Value-Investoren profitierten von dieser „paradoxen“ Situation: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis vom Stoxx Europe 600 liegt mit 14 unter dem S&P 500 mit 17 und bietet somit immer noch genügend Chancen bei gut geführten, ertragreichen Unternehmen in Europa. 

Der positive Trend sollte sich 2014 fortsetzen. Wir erwarten für die Eurozone ein langsames Wachstum von 0,8 Prozent (Gesamteuropa 1,3 Prozent) und kein erneutes Aufflackern der Eurokrise – der EZB sei Dank. Da die europäischen Währungshüter nicht den „Tapering“-Ankündigungen der Fed folgen und die Zinsen weiterhin niedrig halten dürften, wird die Stimmung an den Märkten im nächsten Jahr ebenso günstig bleiben wie die Refinanzierungskosten für europäische Unternehmen. Dennoch gehen wir davon aus, dass sich in Europa auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre kein steiles, sondern nur ein langsames, stetiges Wachstum abzeichnen wird. 

„Whatever it takes“: Europa ist nicht Japan – Politik bleibt jedoch Unsicherheitsfaktor

So mancher Augur malt schlimmste Deflationsszenarien an die Wand, wonach Europa das neue Japan sei. Richtig ist: Ein antiinflationäres Umfeld wird uns durch das ganze Jahr 2014 tragen, Deflation ist jedoch nicht zu befürchten. Mario Draghis berühmt-berüchtigtes „Whatever it takes“ ist keine leere Worthülse, sondern klare Richtschnur für alle Marktakteure. Insofern werden wir nicht vor Regalen voller nicht verkaufter Waren stehen, und die im Überfluss vorhandene Liquidität wird weiterhin in Aktien fließen. Das positive ökonomische Umfeld dürfte ein Anziehen der M&A-Transkationen und dadurch zusätzliche Impulse für die Märkte bewirken. 

Es sind aber auch Unsicherheitsfaktoren vorhanden, die nicht zu beschönigen sind: Frankreichs Politik gibt derzeit keinen Grund zu unbegrenztem Vertrauen, dringend nötige Reformen werden aus Angst vor den Bürgern nicht angegangen. Sollten nicht plötzlich die ersehnten Konzepte aus der Pipeline sprudeln, dürfte sich die politische Lage 2014 auf das Wachstum von Europas zweitgrößter Volkswirtschaft direkt auswirken. Trotz aller politischen Unsicherheiten trauen wir Frankreich im nächsten Jahr echte Überraschungen zu: Wird der Druck auf die Entscheider in Paris zu groß, könnte es mit Reformen viel schneller gehen, als aktuell möglich erscheint. Dass viele große französische Unternehmen ihr Geschäft sowieso nur in begrenztem Maße zwischen Ärmelkanal und Mittelmeer tätigen, entkoppelt die wirtschaftliche Entwicklung ein zusätzliches Stück.

Für die kommenden Wahlen zum europäischen Parlament im Mai 2014 prognostizieren Umfragen derzeit eine starke antieuropäische Rechte. Besonders der Wahlkampf wird unter Investoren zu einiger Verunsicherung über die künftige Verlässlichkeit Europas führen. Dennoch glauben wir, dass die Meinungen der Extremisten sich nicht im befürchteten Ausmaß an der Wahlurne zeigen werden – Europas Bürger kennen trotz aller Krisen den Wert des europäischen Gemeinschaftsprojekts und damit auch ihre Verantwortung dafür. 

Auch die griechischen und italienischen EU-Ratspräsidentschaften im nächsten Jahr dürften eher Anlass zu Optimismus geben. Beide Länder müssen Reputation zurückgewinnen, was nur mit einer gehörigen Portion „commitment“ und durchdachter politischer Agenda geschehen kann. 

USA weiter auf Erholungskurs, China bleibt Favorit in Emerging Markets

Die USA werden ihren Erholungskurs fortsetzen und 2014 ein entscheidender Motor der Weltwirtschaft bleiben. Eine sinkende Arbeitslosenquote von prognostizierten 6,9 Prozent und ein erwartetes Wachstum von 2,5 Prozent im ersten Halbjahr 2014 sind die offensichtlichsten Anzeichen dafür. Dennoch sollten Anleger bedenken: Die Budget-Diskussionen zwischen Republikanern und Demokraten im Spätsommer 2013 wurden zwar von den Märkten mit einiger Fassungslosigkeit beobachtet und haben pro Shutdown-Woche 0,2 Prozent Wachstum gekostet, zu großflächigen (Panik-) Reaktionen kam es jedoch nicht. Sollten ähnliche politische Diskussionen in 2014 mit gleicher Kompromisslosigkeit geführt werden oder es sogar zu einem erneuten Shutdown kommen, dürften die Märkte mit deutlicheren Rückschlägen reagieren – jedoch mit nur mäßigen Auswirkungen auf Europa. Im Jahr 2014 steht zudem der wohl bedeutendste Amtsantritt der Weltwirtschaft an: Janet Yellen übernimmt den Vorsitz der Fed. Noch ist nicht absehbar, welche Akzente sie setzen wird. Die Märkte werden jedoch sehr sensibel reagieren, was die grundsätzlich hohe Volatilität nicht mildert. 

Im nächsten Jahr dürften wir auch ein Wiedererstarken der Emerging Markets als Investmentthema beobachten können. Davon profitieren auch europäische Unternehmen, mit entsprechendem Geschäftsanteil in diesen Märkten. Besonders für China sind die Aussichten positiv. Neben vernünftig bewerteten Märkten wird die asiatische Lokomotive von beschleunigten politischen Reformen und steigendem Konsum profitieren. Die Agenda der Machthaber in Peking erscheint vielversprechend – gerade die Ansätze zur Modernisierung des Landes.

Anlagestrategie: Europäische Aktien und Anleihen vielversprechend

Das neue Jahr 2014 bietet alles in allem Grund zu (Anleger-)Optimismus, aber mit Augenmaß: Europa bleibt attraktiv und ist für uns bevorzugte Anlageregion. Auch wenn weiterhin reichlich Liquidität in die Aktienmärkte fließt, sehen wir die Gefahr einer Blase derzeit nicht. Vielmehr gehen wir davon aus, dass die europäischen Indizes etwa acht Prozent im gesamten Jahr 2014 zulegen können. Falls es wider Erwarten doch zu verfestigten deflationären Tendenzen in Europa kommt, sollten Anleger auf Anleihen und europäische Unternehmen mit globalem Geschäft umschichten. Außerhalb Europas bleibt China unser Favorit für 2014. 

Auf Ebene der Einzeltitel ist ein genauer Blick nötig: Bei Wachstumstiteln lohnt zwar ein Einstieg in qualitativ-hochwertige Zykliker. Gerade in Frankreich kommen hier aufgrund ihrer globalen Präsenz einige Titel in Betracht. Wo jedoch gute Zahlen und hohe Bewertungen erreicht sind, können bei entsprechenden Depot-Übergewichtungen Gewinne mitgenommen werden, denn vielfach sind Kurs-Gewinn-Ausweitungen auf breiter Front kaum mehr möglich. Die Rendite wird sich in 2014 bei vielen Titeln mehr denn je aus freiem Cash-flow bzw. Dividenden ergeben, was die Stärken von Value-Aktien ausspielt. Eine Besonderheit sind Werte in Turnaround-Situationen. Haben sich Anleger über einen längeren Zeitraum versichert, dass ein Unternehmen auf dem richtigen Weg ist, können auch vermeintliche Wackelkandidaten eine echte Rendite-Säule im Portfolio sein. 

Für Anleihen wird der alles bestimmende Faktor in 2014 das Tapering-Programm der Fed. Daher halten wir in unseren gemischten Portfolios Corporate-Bonds mit kurzer Duration, die weniger sensitiv auf mögliche Ankündigungen der US-Notenbank reagieren werden. Zur Verbesserung der Rendite bleibt unser Blick auf das „High yield-"  und „Non rated-" Segment gerichtet. Hier sehen wir seit zwei Jahren sinkende Ausfallrisiken, und in einem anziehenden wirtschaftlichen Umfeld wird sich daran nicht allzu viel ändern. 

Autor: Pierre Puybasset, Sprecher des Fondsmanagements bei Financière de l’Echiquier