Fidelity Jahresausblick 2015 - Teil 2: In Europa geht es den Unternehmen besser als den Volkswirtschaften

Alexandra Hartmann, Fondsmanagerin des Fidelity Euro Blue Chip Fund:

,,Das Hauptproblem in Europa dürfte 2015 ein schwaches Wirtschaftswachstum sein. Am stärksten unter Druck stehen Unternehmen, deren Wachstum von externen Faktoren abhängig ist. So könnten Banken durch ein schwaches Kreditwachstum in Schwierigkeiten geraten. Denn Unternehmen sehen womöglich weiterhin wenig Grund zum Investieren. Zudem sollten Firmen, die sich von der Konkurrenz nicht wirklich abheben, vor dem Hintergrund der niedrigen Inflation eine abnehmende Preissetzungsmacht haben. Viele Unternehmen werden deshalb nicht wachsen, sondern stagnieren. Mit Blick auf das Bewertungsniveau könnten daher viele Aktien in der Eurozone in den kommenden Jahren kein Wachstumspotenzial besitzen. Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass es auch in Europa weiterhin Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten gibt - es geht darum, diese aufzuspüren. Erfolg in einem schwachen Konjunkturumfeld haben Titel, die Wachstum durch interne Treiber generieren können. Diese Firmen können wachsen, weil sie beispielsweise eine interessante Produkt-Pipeline besitzen und ihren Marktanteil vergrößern - ein Beispiel ist Continental. Auch Unternehmen, die ein neues Marktsegment definieren und deren Marktdurchdringung zunimmt, haben Wachstumspotenzial. Insgesamt hat Europa zwar schwache Wachstumsaussichten, jedoch spiegelt das nur den Durchschnitt aller Unternehmen wider - derer, die wachsen können, und derer, die es nicht können." 

 Matthew Siddle, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund:

  • Zyklische Titel aus den Branchen IT und Medien werden profitieren

,,Der konjunkturelle Ausblick für Europa ist zwar nicht allzu optimistisch, dennoch gibt es erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung. In Spanien steigen die Absatzzahlen der Autohersteller und der bewilligten Hypothekendarlehen. Großbritannien ist ein Lichtblick in puncto Wachstum. Durch das günstige Konjunkturumfeld in den USA und anderen Ländern steigt der globale Einkaufsmanagerindex auf ein Niveau, das einen Aufschwung signalisiert. Davon werden die europäischen Exporteure ebenso profitieren wie von der starken Abwertung des Euro. 2015 sind qualitativ gute Unternehmen gefragt, deren Bewertungen auf ein attraktives Niveau gesunken sind - etwa Titel aus dem Gesundheitswesen. Interessante Möglichkeiten sehe ich auch in zyklischen Branchen, insbesondere bei Unternehmen mit defensivem Geschäftsmodell. Beispiele dafür sind Reed Elsevier im Mediensektor oder SAP in der IT-Branche."

Bertrand Puiffe, Fondsmanager des Fidelity Nordic Fund:

  • Nordische Länder wachsen fast doppelt so schnell wie der Rest Europas

,,Der nordische Raum dürfte insgesamt 1,5- bis 2-mal schneller wachsen als das übrige Europa, während die Aktienmärkte einen historisch niedrigen Aufschlag gegenüber dem MSCI Europe aufweisen: 5 Prozent gegenüber 15 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. In Schweden könnte der Trend der Abwertung der schwedischen Krone gegenüber dem US-Dollar die Exporte 2015 in die Höhe treiben. Das schwedische Bruttoinlandsprodukt (BIP), das 50 Prozent des BIP der nordischen Länder ausmacht, wird vermutlich um mehr als 2 Prozent zulegen. Für eine positive Überraschung könnte der Umschwung in Finnland sorgen: Hier sollten die Schwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar, die geringe Körperschaftssteuer und die Normalisierung der Russland-Ukraine-Krise das Land wieder auf den Wachstumspfad zurückführen. Norwegen bleibt das Fragezeichen für 2015, da die Wirtschaft zum Großteil von der Entwicklung des Ölpreises abhängt. Allerdings müsste der Brent-Rohölpreis lange Zeit unter 80 US-Dollar pro Barrel bleiben, ehe er die strukturellen Perspektiven der Wirtschaft beeinträchtigt. Gleichzeitig könnte die Regierung ihren Staatsfonds in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar einsetzen, um die öffentlichen Ausgaben zu erhöhen und die Beschäftigung zu fördern."

Vincent Durel, Fondsmanager des Fidelity France Fund:

  • Frankreich profitiert vom steigenden Binnenkonsum

,,Mit einem prognostizierten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent dürfte das Wachstum in Frankreich 2015 leicht unter dem der Eurozone (1,1 Prozent) liegen. Ein zentraler Treiber ist die Erholung der Binnennachfrage. Ihre Gründe liegen unter anderem im niedrigen Ölpreis, dem schwächeren Euro und stabileren steuerlichen Rahmenbedingungen für französische Haushalte, die die Kaufkraft deutlich stärken. Die Unternehmensinvestitionen dürften im kommenden Jahr leicht zulegen, nachdem sie jahrelang auf historisch niedrigem Niveau lagen. Die Kehrseite sind das hohe französische Haushaltsdefizit und die hohe Arbeitslosenquote. Strukturelle Reformen sind dringend nötig, doch die Regierung zeigt wenig Bereitschaft, diese umzusetzen. Für den Arbeitsmarkt sind allerdings mögliche Reformen zu erwarten, deren Ziel es ist, Unternehmen mehr Flexibilität zu bieten. Würden diese Reformen umgesetzt, wäre das ein klares positives Signal. Vor diesem Hintergrund konzentriere ich mich auf wachstumsstarke Qualitätsunternehmen, die ihr Kapital aktionärsfreundlich einsetzen. Auch zyklische Aktien bieten gute Chancen. Sie profitieren von Faktoren, die in der Eigenverantwortung der Unternehmen liegen."

Fabio Riccelli, Fondsmanager des Fidelity Iberia Fund:

  • Unterbewertete Aktien bieten Chancen im iberischen Markt

,,Eine expansivere Geld- und Fiskalpolitik könnte das Wirtschaftswachstum auf der iberischen Halbinsel 2015 unterstützen. Niedrige Darlehenszinsen dürften dazu beitragen, die Kreditnachfrage und Investitionen von Unternehmen anzukurbeln. Allerdings wird das Tempo der Erholung von den laufenden strukturellen Reformen abhängen - in Spanien lassen sich hier bereits erste Anzeichen für Fortschritte erkennen. Ich bin überzeugt, dass der iberische Markt weiterhin attraktive Chancen bietet, um in Unternehmen zu investieren, die aktuell unter ihrem inneren Wert gehandelt werden - in Qualitätsunternehmen, die gut aufgestellt sind, um langfristig ausgezeichnete Ergebnisse zu liefern. Auch 2015 wird die Einzeltitelauswahl deshalb entscheidend sein."

Alberto Chiandetti, Fondsmanager des Fidelity Italy Fund:

  • In Italien sind die angestoßenen Reformen vom Markt noch nicht berücksichtigt - das könnte sich 2015 positiv auswirken

,,In Italien hat der kürzlich erfolgte Ausverkauf zyklische Titel auf günstige Bewertungen zurückgesetzt. Diese Skepsis nutze ich und investiere verstärkt in prozyklische Branchen, die aktuell günstig bewertet sind - insbesondere in Banken, aber auch in Medien und lokale Versorgungsunternehmen. Die Prognose für das kommende Jahr wird hauptsächlich davon abhängen, wie sich das globale Wachstum weiter gestaltet. Strukturelle Reformen sind auch in Italien dringend notwendig. Derzeit führt die Regierung wichtige Veränderungen bei den Arbeitsmarktgesetzen ein, die den Arbeitgebern größere Freiheiten einräumen. Dies wird gegenwärtig vom Markt nicht berücksichtigt, könnte sich aber 2015 positiv auswirken."

 

Fidelity Jahresausblick 2015 - Teil 1: In Deutschland wird der heimische Konsum zum zentralen Treiber der Wirtschaft

,,Wenn die geopolitischen Risiken in den Hintergrund treten und die Notenbanken die Wirtschaft weiter unterstützen, hat Deutschland beste Voraussetzungen, um 2015 an den moderaten Aufwärtstrend anzuknüpfen. Solide Firmenbilanzen, ein ausgeglichener Staatshaushalt, geringe Inflation, Beschäftigungszahlen auf Rekordniveau und ein beschleunigter Anstieg der Löhne und Gehälter sind die wesentlichen Faktoren, die diesen vielversprechenden Aussichten zugrunde liegen.

Die starke Stellung deutscher Unternehmen in den Wachstumsregionen der Welt - vor allem in den Schwellenländern und den USA - wird der exportorientierten Wirtschaft zugutekommen. Für spürbare zusätzliche Impulse wird der Euro sorgen: Im Hinblick auf den Umrechnungskurs und die Wettbewerbsfähigkeit wird er vom Problem zum Vorteil. Unterdessen sind die deutschen Verbraucher zur eigentlichen Stütze der Konjunktur geworden. Da sich das verfügbare Einkommen bei allen Komponenten in die richtige Richtung entwickelt, dürfte der Konsum weiter an Schwung gewinnen.

Wichtig ist, dass die Notenbanken die Volkswirtschaften im kommenden Jahr dabei unterstützen, auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Das gilt insbesondere für die Europäische Zentralbank, die den Erfolg in den USA vor Augen hat. Das relativ freundliche Konjunkturumfeld wird sich auch in den Gewinnzahlen der deutschen Unternehmen widerspiegeln. Für 2015 sind Ertragssteigerungen im hohen ein- oder niedrigen zweistelligen Bereich wahrscheinlich. Die Gewinne und die solide Finanzlage der Unternehmen ermöglichen außerdem eine Dividendenrendite von circa 3 Prozent. Gleichzeitig sind die Bewertungen niedriger als im langfristigen Durchschnitt. Durch die hohe kurzfristige Volatilität in diesem Jahr haben sich für Anleger Chancen eröffnet, in deutsche Firmen mit steigendem Marktanteil, stabilem Wachstum und erstklassiger Qualität zu investieren."

Christian von Engelbrechten ist Fondsmanager des Fidelity Germany Fund (ISIN: LU0048580004).

ETF Securities Marktüberblick November 25, 2014

Zyklische Anlagen haben in der vergangenen Woche weitgehend eine gute Performance gehabt, da die Zentralbanken wiederholt für wirtschaftliche Unterstützung sorgten. Die Anlegerstimmung wurde in der vergangenen Woche beflügelt, nachdem die europäische Zentralbank erneut versprach alles zu unternehmen was nötig ist („to do whatever it takes“) um die deflationären Risiken abzuwehren. Trotz der Stärke des US Dollars konnte Gold  an Wert zulegen und könnte dies auch weiterhin tun. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Preis nach Wochen der Abwertung aufgrund des schweizerischen Goldreferendums seine Talsohle erreicht hat.
Die EZB hat mit dem Kauf von Asset-Backed-Securities (ABS) begonnen, was eine Ausweitung ihres quantity easing-Programms darstellt, während die Zentralbank in China (People’s Bank of China) die Zinsen senkte, um die schwache Nachfrage zu beleben.

Rohstoffe
Gold im Fokus, da Schweizer Referendum bevorsteht
In der vergangenen Woche konnten Zuflüsse in Gold mit $132 Mio. ihren Höchststand seit Februar 2013 verzeichnen, nachdem der Preis um 2,4% zulegte. Da dieser nahe den Produktionskosten gefallen ist (wir schätzen diese auf $1100/oz), glauben Anleger immer mehr, dass die Minenproduktion in 2015 zurückgefahren wird, um das Angebot zu verknappen. Am Ende dieser Woche wird die Schweizer Bevölkerung darüber abstimmen, ob ihre Zentralbank 20% ihrer Vermögenswerte in Gold halten muss. Während sich lediglich 38% der Bevölkerung für diesen Vorschlag ausspricht, besteht die Gefahr, dass es zu mehr Unterstützung am Tag der Abstimmung kommen könnte. Wenn der Vorschlag angenommen wird, erwarten wir eine deutliche Erholung von Gold. So konnte der Preis für Gold in der vergangenen Woche bereits um 2,4% ansteigen, während Silber um 2,9% an Wert zulegte.
Erdgas erholte sich in der vergangenen Woche um 13,7%, da ein Kälteeinbruch die Gasspeicherbestände verringerte. In Zeiten hoher Nachfrage ist der Transport von Erdgas in New York und Neuengland sehr eingeschränkt. Die kalten Klimabedingungen in der vergangen Woche führten besonders in der nordöstlichen Region in den USA zu einer hohen Nachfrage. 
Sojabohnen und Mais fielen jeweils um 3,2%, da die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines El Nino ein gutes Zeichen für die Anbaubedingungen für die Ernte in Südamerika in den kommenden Monaten  ist. Das Australian Bureau of Meteorology stufte die Möglichkeit eines El Nino von zuvor 50% auf nun 70% ein.
Nickel erholte sich um 6,2%, da Indonesien sein Ausfuhrverbot für Erz bekräftigte. 

Aktien
Goldminen konnten gemeinsam mit Gold an Wert zulegen
Mit einem Kursanstieg von 8,9% in der vergangen Woche konnte der DAXglobal Gold Miners Index seine Erholung von seinem Rekordtief der Woche fortsetzen. Dieser folgte damit der Wertsteigerung von Gold, wenn auch in einem volatileren Pfad. Während Anfang dieses Jahres die Goldminenwerte Gold in der Kursentwicklung noch übertrafen, mussten diese in den jüngsten Monaten nach dem Sturz des Spotpreises von Gold auf das 1,200 $/oz-Niveau ihre Gewinne wieder abgeben. Denn dies verkleinert die Gewinnspannen für Produzenten mit hohem Kostenaufwand. In der Zwischenzeit legten europäische Aktien nach den gemäßigten Kommentaren zum Anleihekaufprogramm der EZB von Mario Draghi zu, welches den Kauf von Staatsanleihen weiter ausweiten wird, wenn die Inflation weiterhin unter den Erwartungen des mittelfristigen Ziels zurückbleiben sollte (= unter, aber nahe 2%). DAX 30 und FTSE MIB stiegen um 2,55% und um 2,27%, da Investoren damit rechnen, dass Konjunkturpakete ausgeweitet werden.

Währungen
Schweizer Gold-Referendum als Haupttreiber der CHF-Stärke
Wir erwarten, dass der Schweizer Franken weiter an Wert zulegen wird. Wenn die Initiative „Save Our Swiss Gold“ Erfolg haben sollte, wird dies die Zusage der Schweizer Nationalbank (SNB) testen, ob Sie Ihren Kurs der Währungspolitik gegenüber dem Euro beibehält. Ein positives Ergebnis des Referendums würde bedeuten, dass der CHF eine stärkere Golddeckung haben würde, was wiederum die Attraktivität für Investoren erhöht, die nach einem Exposure nach realen Vermögensgegenständen in einer unsicheren Zeit der europäischen Volkswirtschaften suchen. Die jüngsten Umfragen haben gezeigt, dass eine Befürwortung des Referendums bei den Wählern schwindet, da die Kampagne der Zentralbank gegen den Vorschlag auf einen großen Anteil von unentschlossenen Wählern abzielt. Dieser große Anteil von unentschlossenen Wählern wird wahrscheinlich der Schlüssel für das Endergebnis sein. Dennoch scheint der Markt die Möglichkeit eines positiven Ergebnisses des Referendums noch nicht eingepreist zu haben. Daher erwarten wir, dass die Risiken und Chancen für den Schweizer Franken (und Gold) deutlich nach oben ausgerichtet sind.

Swiss & Global AM – Luxusgüter profitieren von Weihnachten und chinesischem Neujahr

Frankfurt, 25. November 2014 – Im Feiertagsgeschäft mit Luxusgütern verschieben sich die Gewichte. „Die ehemalige zentrale Stellung des Weihnachtsgeschäft wird relativiert, vor allem da das chinesische Neujahrsfest für die Branche wichtiger wird“, erklärt Scilla Huang Sun, die gemeinsam mit Andrea Gerst den JB Luxury Brands Fund von Swiss & Global Asset Management verwaltet. Dennoch bleiben die einzelnen Anlässe für viele Luxusgüter-Hersteller überdurchschnittlich wichtig: So erziele der Chocolatier Lindt & Sprüngli mehr als 80 Prozent des Gewinns in der zweiten Jahreshälfte; auch für die Schmuck- und Uhrenindustrie sei das Weihnachtsgeschäft sehr wichtig. 

Luxusgüter: Kaufverhalten ändert sich
„Das Kaufverhalten im Weihnachtsgeschäft ändert sich. Zum einen kaufen die Leute später, also kürzer vor dem Fest, zum anderen gewinnt der E-Commerce an Bedeutung“, erklärt Andrea Gerst. „Bereits heute wird rund die Hälfte aller Luxusgüter-Käufe durch Online-Auftritte inspiriert“, so die Expertin weiter. Unter den Luxusgüter-Herstellern sei Burberry bei den digitalen Angeboten derzeit führend, allerdings holten andere Unternehmen auf.

2015 zwischen 5 und 7 Prozent organisches Wachstum
„Insgesamt erwarten wir für den Luxus-Sektor im Jahr 2015 ein organisches Umsatzwachstum zwischen fünf und sieben Prozent und eine weitere leichte Verbesserung bei den Margen“, erklärt Huang Sun. „Außerdem dürfte sich die zunehmende Stärke des US-Dollar gegenüber dem Euro im Schlussquartal 2014 sowie im kommenden Jahr für europäische Hersteller von Luxusgütern positiv auswirken“, so Huang Sun weiter. Im laufenden Jahr hatten gleich mehrere Faktoren die Entwicklung des Luxusgüter-Marktes negativ beeinflusst: So führte das insgesamt schwächere Weltwirtschaftswachstum zusammen mit den Krisen in der Ukraine, dem Nahen Osten und in Hongkong zu einem tieferen Wachstum der Luxusgüter-Hersteller. Hinzu kamen die negativen Währungseffekte vor allem in der ersten Jahreshälfte. 

Bedeutung der Schwellenländer nimmt weiter zu
„Die Rolle der Schwellenländer wird für den globalen Luxusgütermarkt zunehmend wichtig“, sagt Huang Sun. Mittlerweile tragen die Schwellenländer 60 Prozent und die Industriestaaten 40 Prozent zum Wachstum der Luxusindustrie bei. Vor allem der Markt im Nahen Osten entwickele sich gut, während sich die Nachfrage in einigen asiatischen Ländern verlangsamt habe. Besonderes Augenmerk legt die Expertin auf die Luxusgüternachfrage von Touristen. Mittlerweile hat die Zahl chinesischer Auslandsreisen die 100-Millionen-Marke überschritten. Vor allem Korea, Japan und die USA zählten mehr chinesische Touristen. „Allein in diesem Jahr haben so manche Luxuskaufhäuser und Duty-Free-Geschäfte in Korea und Japan ihren Umsatz mit Touristen sogar um mehr als 50 Prozent steigern können“, sagt Gerst.

Bewertungen nicht luxuriös
Viele Aktien von Luxusgüter-Herstellern notieren mittlerweile am unteren Ende des relativen Werts. Selbst wenn die Luxus-Aktien per se keine Dividendenjuwelen sind, hat sich die Dividendenrendite im Schnitt auf zwei Prozent erhöht, was im aktuellen Niedrigzinsumfeld ebenfalls interessant sei. „Solide Bilanzen und stabile Cashflows machen im kommenden Jahr höhere Dividenden wahrscheinlich“, so Gerst. 

Fondsdaten (B-Anteile/akkumulierend, EUR)
Fondsname                              Julius Baer Multistock – Luxury Brands Fund 
ISIN                                          LU0329429897 
Auflegungsdatum                     31.01.2008
Fondsdomizil                           Luxemburg
Rechtliche Struktur                   SICAV nach Luxemburger Recht / UCITS IV
Anlageverwalter                        Swiss & Global Asset Management AG
Verwaltungsgesellschaft           Swiss & Global Asset Management (Luxembourg) S.A.
Basiswährung                           EUR
Verfügbare Währungen             EUR; CHF, GBP, USD
Benchmark                               keine Benchmark
Verwaltungsgebühr                   1,60 % p.a. 

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Klaus Spanke                           Tel +49 221 912 887 28
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 Über Swiss & Global Asset Management
Swiss & Global Asset Management ist Teil der GAM Holding AG, einer unabhängigen, auf das Asset Management spezialisierten Gruppe. Im Oktober 2009 aus dem Julius Bär Asset Management hervorgegangen, ist Swiss & Global Asset Management der exklusive Anbieter von Julius Bär Fonds. Das Angebot umfasst neben Investmentfonds auch maßgeschneiderte Lösungen für institutionelle Anleger und individuelle Private-Labelling-Lösungen. Swiss & Global Asset Management kombiniert Schweizer Wurzeln – in Form von langjährigen Kundenbeziehungen und hohem Qualitätsbewusstsein – und ein weltumspannendes Netzwerk mit über 1.000 Vertriebsverträgen in rund 30 Ländern.
GAM Holding AG ist an der SIX Swiss Exchange notiert. Die Gruppe verwaltet Vermögen von insgesamt CHF 124.1 Milliarden (per 30. September 2014) und beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter an ihren Standorten in elf Ländern. Mehr Informationen finden Sie unter www.swissglobal-am.com.

GAM Marktkommentar: Die Rally des US-Dollar ist noch lange nicht zu Ende

Der US-Dollar dürfte in den nächsten zwölf bis 18 Monaten weiter kräftig an Wert gewinnen. Dieser Ansicht ist Adrian Owens, Fondsmanager des GAM Star Global Rates und des GAM Star Discretionary FX. „Der US-Dollar hat zwar in diesem Jahr aufgewertet. Er hat aber insbesondere im Vergleich zum Euro noch viel Luft nach oben“, ist der Experte überzeugt. Owens verdeutlicht dies anhand des realen, handelsgewichteten US-Dollar-Kurses, der die relative Inflation zwischen den Währungsräumen berücksichtigt und bislang nur relativ verhalten gestiegen sei. „Der Dollar hatte bislang mit Gegenwind aus der Geldpolitik, aber auch mit der schwierigen Wetterlage zu Jahresbeginn zu kämpfen. Beide Faktoren haben die Aufwertung verzögert. Wenn sie wegfallen, werden die Kurse weiter steigen“, erwartet er.

Unterstützung erwartet Owens auch mit Blick auf die Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte. So habe der Dow Jones gegenüber dem Euro Stoxx 50 in den letzten fünf Jahren eine Outperformance von über 60 Prozent erzielt, und die Renditen von Bundesanleihen seien gegenüber US-Treasuries in den letzten drei Jahren um 170 Basispunkte gesunken. Dagegen habe sich der Euro-US-Dollar-Kurs bis vor drei bis vier Monaten noch in der Nähe seines Fünfjahresmittels bewegt.

Allerdings hält der Fondsmanager eine kurzfristige Gegenbewegung für möglich. Angesichts der Zugewinne der jüngsten Zeit und der Positionierung der Marktteilnehmer sei es gut möglich, dass sich der Kurs in der nächsten Zeit leicht abschwächt. „Das wäre jedoch keine Trendwende, sondern vielmehr eine Atempause und eine Gelegenheit, in der Schwächephase erneut einzusteigen“, betont Owens.

Den detaillierten Marktkommentar entnehmen Sie bitte dem angehängten englischsprachigen Dokument. 

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F&C Investments: „Japan befindet sich auf dem Weg der Besserung“

Die Wirtschaftspolitik von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe beginnt zu wirken. Das ist die Einschätzung von Steven Bell, Chefvolkswirt von F&C Investments. „Die Wirtschaftsentwicklung in Japan war 2014 fraglos enttäuschend – aber es mehren sich die Zeichen, dass das Blatt sich gewendet hat. Bereits im laufenden Quartal dürfte das Wachstum zurückkehren“, erklärt er. Am 18. November hatte Abe vorgezogene Neuwahlen angekündigt, nachdem Japans Wirtschaft überraschend in die Rezession abgerutscht war. Die Indikatoren deuten laut Bell allerdings darauf hin, dass die lockere Geldpolitik und die staatlichen Konjunkturprogramme zu wirken beginnen. So hätten sich die Haushaltseinkommen infolge gestiegener Beschäftigungszahlen und Löhne verbessert, und auch das Volumen der Maschinenbestellungen habe angezogen. Die schwache Konjunktur im dritten Quartal sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen ihre Warenbestände reduziert hätten. „Nach den Wahlen dürfte auch das Potenzial für strukturelle Reformen steigen und somit auch der dritte Pfeil der ‚Abenomics‘ genannten Wirtschaftspolitik treffen“, so Bell.

Märkte haben Sieg Abes bei den kommenden Neuwahlen eingepreist
Ein Sieg Shinzo Abes bei den kommenden Wahlen dürfte sich positiv auf den globalen Risikoappetit auswirken. Allerdings rechnet Bell für diesen Fall nicht mit einer starken Reaktion der Märkte, da diese den Sieg größtenteils bereits eingepreist hätten. „Eine Niederlage Abes wäre natürlich ein herber Rückschlag für Japans Reformkurs. Es besteht eine gewisse Gefahr, dass Japan wieder tiefer in Rezession und Deflation abrutscht. Allerdings sollte man nicht übersehen, dass die bereits eingeleiteten Maßnahmen auch dann weiterhin ihre positive Wirkung entfalten werden“, betont er. Japanische Aktien seien hinsichtlich der meisten Kriterien günstig bewertet. Anders als in den meisten anderen Märkten hätten die Unternehmen in Japan ihre Gewinne in diesem Jahr steigern können. Zudem sieht Bell Anzeichen für echte Veränderungen innerhalb der Unternehmen. „Viele dieser Entwicklungen sind durch die ‚Abenomics‘ angestoßen worden, aber einige der positiven Trends haben tiefere und langfristigere Wurzeln“, analysiert der Experte.

Japan kann Kapitalabflüsse verkraften
Auch für den Fall, dass Investoren nun Geld aus Japan abziehen, sieht Bell das Land besser gewappnet als in den Jahren zuvor. In der Vergangenheit seien heimische Investoren wenig aktiv gewesen. „Ausländische Investoren haben eine wichtige Rolle gespielt und waren auch der zentrale Treiber hinter der Rally des vergangenen Jahres. Jetzt engagieren sich sowohl private Sparer als auch der staatliche Pensionsfonds stärker, so dass der japanische Markt aus eigener Kraft Zugewinne verzeichnen kann“, erklärt er. Eine mögliche starke Abwertung des Yen berge vor allem politische Risiken. So könnten andere Länder der Region oder auch die USA versucht sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zudem könne die politische Unterstützung Abes im eigenen Land nachlassen, wenn die Kaufkraft der Konsumenten geschwächt würde. „Da Japan jedoch zu den weltweite größten Gläubigern gehört, dürfte das Land nicht ernsthaft in Schwierigkeiten geraten“, schließt Bell.

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ETF Securities Marktüberblick November 18, 2014

Mit Ausnahme der amerikanischen Wirtschaft bleibt das Marktwachstum in den Industrieländern schwach. Am Wochenende haben sich die G20-Länder dazu verpflichtet, das Wachstum zu fördern und die Arbeitsmarktsituation zu festigen. Da es danach aussieht, dass das Wachstum in vielen Regionen hinter den Erwartungen zurück bleibt, sind verschiedene Maßnahmen von Seiten der Regierungen von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft. Bis 2018 wollen die politischen Entscheidungsträger das Wachstum um 2,1% anheben. Die Entwicklung der Infrastruktur ist einer der wichtigen Bestandteile dieser Maßnahmen.

Rohstoffe
Hausse im Weizen aufgrund Prognosen über Produktionskürzungen
Der World Agricultural Supply and Demand Estimates Report (WASDE) der USDA erwies sich als bullisch gegenüber Weizen und Mais, welche mit 5,4% und 3,9% zulegten, da die Schätzungen der US Produktion nach unten revidiert wurden. Ebenso wurden Schätzungen des weltweiten Angebots aufgrund des trockenen Wetters in Australien nach unten korrigiert.
Die Auswirkungen von höheren Futterkosten haben sich in höheren Preisen für Schwein und Lebendvieh bemerkbar gemacht.
Die Preise des Henry Hub-Erdgases fielen um 8,9%, wodurch der Sprung um 15% aus der vorherigen Woche teilweise wieder abgegeben wurden. Der Grund hierfür waren die verbesserten Wetterbedingungen in den USA.
Da der Markt Zweifel an einer Vereinbarung von Produktionskürzungen der OPEC auf ihrem Treffen Ende dieses Monats hat, fiel Brent-Öl um weitere 7,2%, was ein 4-Jahres-Tief darstellt. Der Fall von Rohöl-Preisen hat Benzin, Petroleum und andere Destillate ebenfalls nach unten gezogen. Der Preis für WTI Öl wird mit $74/bbl nun nahe seinem geringsten Niveau seit 4 Jahren gehandelt. Obwohl die OPEC historisch gesehen eine fundamentale Rolle in der Preisstabilität von Öl gespielt hat, waren die Preise zuletzt unter Druck geraten, weil die OPEC Mitglieder ihr Öl vergünstigt verkauften, um ihre Marktanteile in Asien und in den USA zu erhöhen. Da die meisten OPEC Mitglieder mit einem Preis von unter $90/bbl ihren Haushalt nicht ausgleichen können, erscheint es nur eine Frage der Zeit, wann es zu einer Produktionskürzung kommen wird. Das könnte schon auf dem nächsten Treffen der OPEC am 27. November passieren.
Seit fünf Wochen konnten alle Edelmetalle erstmals wieder in der vergangenen Woche Gewinne verzeichnen. Nach übertriebenen Verlusten in den vorherigen Wochen konnten Gold, Silber und Platin um 1,5%, 3,0% und 2,1% zulegen.
Ein günstiger Einstieg in Rohstoffe ist eindeutig ein wiederkehrendes Thema, wobei die Korrektur in den Rohstoffpreisen im nächsten Jahr wahrscheinlich eine Angebotsreaktion auslösen könnte. 

Aktien
Aussicht auf Erholung lassen Aktien auseinandergehen
In der vergangenen Woche fielen europäische Aktien erneut, geführt von italienischen Börsen. Der FTSE MIB sowie der DAX 30 fielen um 2,6% und 1,4%, da die negative Stimmung innerhalb der Eurozone hinsichtlich der Wachstumsaussichten die Aktienentwicklung noch vor Bekanntgabe der Q3 BIP-Daten am Freitag dominierte. Jegliches Anzeichen von Schwäche wird Draghis Kurs der monetären Konjunkturprogramme weiter stärken, sowie die Pläne über eine Ausweitung der EZB-Bilanz auf das Niveau von 2012 stützen. Im Gegensatz hierzu haben starke Unternehmensgewinne Aktienwerte in den USA und in den UK zu Rekordwerten verholfen. Der Russell 2000 konnte so um 1,3% zulegen. Die Aktien in UK könnten von einer schwachen Inflation Unterstützung erfahren, da dann Ängste vor einer vorzeitigen Zinserhöhung ausgeräumt werden könnten. In der vergangenen Woche hat der gemäßigte Inflationsbericht der Bank of England die Ansicht verstärkt, dass die Zentralbank weiter diese Daten verfolgen wird und auf Inflationsdaten rasch reagieren wird. 

Währungen
Kein Kampf des US Dollars in den weltweiten Währungskriegen
Trotz der positiven Rhetorik der G20erwarten wir für das kurzfristige Wachstum keine große Änderung - die erholende US Wirtschaft wird den Rest der industrialisierten Welt übertreffen und der US Dollar die kürzlich erzielten Gewinne weiter ausbauen.
Von den wichtigsten Zentralbanken erwarten wir einen gemäßigteren Ton (außer der amerikanischen FED) in dieser Woche. Nachdem der vierteljährliche Inflationsbericht der Bank of England ein schwächeres Wachstum und eine geringere Inflation prognostizierte, könnte dies eine Änderung in der letzten Abstimmung in diesem Jahr zur Folge haben, da zwei der politischen Entscheidungsträger, die sich für eine Zinserhöhung aussprachen, möglicherweise von der nachlassenden britischen Wirtschaft beruhigt werden. In der Zwischenzeit wird der japanische Yen nach den schlechten wirtschaftlichen Neuigkeiten unter Druck bleiben. Die japanische Wirtschaft geriet in Q3 in eine Rezession, was das Konjunkturprogramm der Bank of Japan weiter im Fokus hält.

AXA IM aktuell: Wachstumssorgen ertrinken in Liquidität

Auch nach dem Ende des Quantitative Easing (QE) in den USA fehlt es den Märkten nicht an Liquidität. Grund dafür sind die Entscheidungen von EZB und Bank of Japan (BoJ), die Märkte weiterhin finanziell zu stützen. Und diese scheinen sich daran zu gewöhnen. „Mittlerweile sind die Märkte schon fast süchtig nach Liquidität“, so Franz Wenzel, Leiter Anlagestrategie bei AXA IM, und das Team für Research und Strategie in der aktuellen Publikation „Investmentstrategie“. Allerdings, so geben die Experten zu bedenken, sei zusätzliche Liquidität in Yen oder in Euro nicht mit einer Dollarschwemme gleichzusetzen. Von der Yen-Liquidität profitiere vor allem Japan, und in Euroland sei die Marktliquidität begrenzt.

Derweil spricht in den USA alles für eine Normalisierung der Konjunktur. Der starke Arbeitsmarkt, das wachsende Verbrauchervertrauen und die sinkenden Gas- und Benzinpreise beflügeln das BIP-Wachstum. „Wir rechnen für 2015 weiterhin mit einem Wachstum von 2,7 Prozent, sagt Wenzel. Der Euroraum hat sich zumindest leicht erholt und die ersten Länderzahlen ermutigen: So ist die spanische Wirtschaft gegenüber dem vorherigen Quartal um 0,5 Prozent gewachsen, die belgische um 0,2 Prozent, und auch in Deutschland und Frankreich erwarten die Experten ein leichtes Wachstum. Einzig Italien dürfte eines der wichtigeren Länder mit einem BIP-Rückgang sein. Zudem signalisieren Frühindikatoren wie Einkaufsmanager- und Geschäftsklimaindizes für das vierte Quartal Verbesserungen. Dabei dürfte nach Ansicht Wenzels und seines Teams vor allem der Konsum eine treibende Rolle spielen.

Die japanischen Zahlen für das dritte Quartal enttäuschen dagegen. „Der Konsum hat sich nicht erholt, die Bautätigkeit bleibt schwach und die Industrieproduktion ist weiter gesunken.“ Die Entscheidung der BoJ, ihr Quantitative und Qualitative Easing (QQE) auszuweiten, sei zwar von den Märkten begrüßt worden, sie unterstreiche aber auch, wie sehr die Abenomics zurzeit von der Zentralbank abhingen.

Positiv überrascht hat die Entwicklung der Unternehmensgewinne: „Das Gewinnwachstum war mit 5 Prozent in den USA beziehungsweise 4,5 Prozent in Europa besser als erwartet und der Umsatz von 60 Prozent aller Unternehmen in beiden Regionen höher als gedacht.“ Die Experten von AXA IM gehen davon aus, dass in Zukunft wieder die Unternehmensgewinne marktbestimmende Größe sein werden. Trotz des schwachen Wachstums der Gesamtwirtschaft erwarten sie ein Wachstum der Gewinne je Aktie um 5 bis 10 Prozent. 

Grundsätzlich dürften sich die Aktien aus den USA und dem Euroraum ähnlich entwickeln, mittelfristig sind die AXA-IM-Strategen jedoch vor allem für den Euroraum optimistisch. Zudem empfehlen Wenzel und sein Team eine Übergewichtung von japanischen Aktien. „Die Unternehmensgewinne steigen, die Bewertungen sind attraktiv und der Yen ist schwach.“ Dagegen sollten Investoren die Emerging Markets außerhalb Asiens aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise und der Aussicht auf eine restriktive Geldpolitik in den USA untergewichten.


Kontakt
Daniela Hamann
daniela.hamann@axa-im.com   
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Dr. Holger Handstein
holger.handstein@ergo-komm.de
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AXA Investment Managers
AXA Investment Managers Paris SA (AXA IM) ist ein Multi-Experte in der Vermögensverwaltung und gehört zur AXA-Gruppe, einer der größten internationalen Versicherungsgruppen und bedeutendsten Vermögensmanager der Welt. AXA IM ist mit rund 582 Mrd. Euro (Stand: Juni 2014) verwaltetem Vermögen einer der größten in Europa ansässigen Asset Manager. Mit gut 2.500 Mitarbeitern ist AXA IM weltweit in 21 Ländern tätig.

Multi-Experte
Als Multi-Experte im Asset Management ist AXA IM in der Lage, Investmentlösungen in allen Assetklassen optimal gemäß den Kundenbedürfnissen zu kombinieren und damit einen signifikanten Mehrwert zu erzielen. Das Ziel von AXA IM ist es, in jedem Bereich Marktstandards zu setzen und eine führende Position einzunehmen. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass Spezialisierung, Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit der Fondsmanager für eine nachhaltige Performance unerlässlich sind. Deshalb entwickelt das Unternehmen überall dort Expertenteams, wo es über klare Wettbewerbsvorteile verfügt.

Weitere Informationen zu AXA Investment Managers unter www.axa-im.de

Allgemeine Hinweise: Die hier von AXA Investment Managers Deutschland GmbH bereitgestellten Informationen stellen kein Angebot zum Kauf, Verkauf oder zur Zeichnung von Fondsanteilen bzw. Finanzinstrumenten oder ein Angebot für Finanzdienstleistungen dar. Ein Kauf von Fondsanteilen erfolgt ausschließlich auf Basis der jeweils gültigen Verkaufsprospekte und den darin enthaltenen Informationen. Die Verkaufsprospekte, wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) und Jahres- und Halbjahresberichte erhalten Sie kostenlos für Deutschland bei AXA Investment Managers Deutschland GmbH, Bleichstraße 2-4, 60313 Frankfurt/Main oder unseren Vertriebspartnern sowie unter www.axa-im.de bzw. für Österreich bei der jeweiligen Zahl- und Informationsstelle sowie unter www.axa-im.at. Verwendung: Dieses Dokument dient ausschließlich der Presseinformation. Wir weisen dringend darauf hin, dass diese Pressemitteilung nicht den Anforderungen der Richtlinie 2004/39/EG (MiFID) und der zu dieser ergangenen Richtlinien und Verordnungen sowie des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) und der Wertpapierdienstleistungs- Verhaltens- und Organisationsverordnung (WpDVerOV) entspricht. Das Dokument ist damit für jegliche Form des Vertriebs, der Beratung oder der Finanzdienstleistung, insbesondere durch Wertpapierdienstleistungsunternehmen, nicht geeignet. Haftungsausschluss: Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen, Daten und Zahlen beruhen auf unserem Sach- und Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen wird nicht übernommen.

AXA IM aktuell: Warum China-Aktien jetzt ein Kauf sind

Christina Böck, CIO Switzerland & Head Solution Strategists Central Europe bei AXA Investment Managers, erklärt, warum chinesische Aktien – insbesondere Banken- und Immobilientitel – wieder attraktiv sind. 

Ein schwaches, wenn nicht gar rückläufiges Gewinnwachstum sowie die Sorge um die finanzielle Stabilität waren die beiden wichtigsten Gründe, warum wir bisher gegenüber chinesischen Aktien eher skeptisch eingestellt waren. Diese Bedenken haben besonders auf den Finanzwerten gelastet und tatsächlich zu einer allgemeinen Abwertung chinesischer Aktien geführt, so dass diese heute ein Abschlag von rund 40 Prozent gegenüber den Weltmärkten aufweisen – basierend auf vorausschauenden Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV).

Dominanz staatseigener Betriebe
Drei Faktoren führten zu einem geringen Gewinnwachstum in den letzten Jahren. Erstens haben sich die Margen von privaten Firmen stark verschlechtert. Grund dafür war die Dominanz der staatseigenen Betriebe. Das schlug sich negativ auf den Wettbewerb nieder, und es fehlten Anreize, die Profitabilität zu verbessern. Zudem stiegen die Lohnkosten schneller als die Produktivität. Zweitens haben chinesische Firmen hohe Fixkosten. Sie brauchen hohe Verkaufszahlen, um profitabel zu sein und sind darum extrem anfällig für eine leicht schwächere Konjunktur.

Starkes Kreditwachstum
Drittens hat die hohe Emissionstätigkeit von Aktien die Gewinnbeteiligung stark verwässert – dies liegt insbesondere an der geringen Größe des Anleihenmarktes als Alternative zur Refinanzierung der Firmen.

Besonders pessimistisch waren wir für chinesische Finanzwerte, also Banken und Immobilienentwickler. Tatsächlich musste das starke Kreditwachstum einen Anstieg der notleidenden Kredite fürchten lassen. Und der Immobilienmarkt war ebenfalls alles andere als vertrauenerweckend.

Viele Sorgen sind heute nicht mehr präsent
Doch was hat sich nun so positiv geändert, dass wir uns heute chinesische Aktien gerne ansehen und in ein globales Aktienportfolio aufnehmen? Ein wichtiger Aspekt ist, dass viele dieser Sorgen inzwischen Realität wurden, heute also nicht mehr vor uns stehen, und in den Preisen zum allergrößten Teil enthalten sind. 

Zügel gelockert
Die Regierung unternimmt außerdem ernsthafte Schritte, um den Unternehmenssektor zu reformieren: Bei staatseigenen Firmen sind dies insbesondere gemischte Eignerstrukturen sowie ein reduzierter politischer Einfluss und besseres Management mit dem klaren Ziel, die Praktiken in diesen Firmen den Marktstandards anzupassen.

Den privaten Firmen werden die Zügel entschieden gelockert: Mehr als 600 Einzelregeln sind schon eliminiert worden. Dadurch ist die Anzahl neu registrierter Unternehmen extrem angestiegen. Die Bedingungen für private und öffentliche Unternehmen sollen auf vielen Niveaus angeglichen werden: Zugang zu Finanzierung, Marktzugang zu bisherigen Staatsmonopolen, Initiativen für die Stärkung von Forschung und Innovation sollen China helfen, in der Wertschöpfungskette zu steigen und somit die Fixkosten zu senken.

Stabilere Banken
Was den Aktienmarkt selbst angeht, gibt es auch hier sehr positive Zeichen. Die schrittweise Liberalisierung der Kapitalbilanz ermöglicht eine höhere Liquidität der A-Aktien. Die Sorge um die Bankenstabilität wird geringer, wenn man ihre Bemühungen beobachtet, die Schattenbankenexposition zu reduzieren, die Kapitalbasis zu stärken und das Problem der notleidenden Kredite ernsthaft anzugehen.

Für die nächsten zwölf Monate erwarten wir wegen dieser positiven Entwicklungen eine gute Performance von chinesischen Aktien über zwei Kanäle: Einerseits sollten die Risikoprämien nun sinken, andererseits besteht wieder Aussicht auf Gewinnwachstum.

In den vergangenen drei Monaten haben zahlreiche Analysten ihre Gewinnprognosen erhöht – ein weiteres Zeichen dafür, dass der Konsens zuvor wohl zu pessimistisch war.

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AXA Investment Managers
AXA Investment Managers Paris SA (AXA IM) ist ein Multi-Experte in der Vermögensverwaltung und gehört zur AXA-Gruppe, einer der größten internationalen Versicherungsgruppen und bedeutendsten Vermögensmanager der Welt. AXA IM ist mit rund 582 Mrd. Euro (Stand: Juni 2014) verwaltetem Vermögen einer der größten in Europa ansässigen Asset Manager. Mit gut 2.500 Mitarbeitern ist AXA IM weltweit in 21 Ländern tätig.

Multi-Experte
Als Multi-Experte im Asset Management ist AXA IM in der Lage, Investmentlösungen in allen Assetklassen optimal gemäß den Kundenbedürfnissen zu kombinieren und damit einen signifikanten Mehrwert zu erzielen. Das Ziel von AXA IM ist es, in jedem Bereich Marktstandards zu setzen und eine führende Position einzunehmen. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass Spezialisierung, Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit der Fondsmanager für eine nachhaltige Performance unerlässlich sind. Deshalb entwickelt das Unternehmen überall dort Expertenteams, wo es über klare Wettbewerbsvorteile verfügt.

Weitere Informationen zu AXA Investment Managers unter www.axa-im.de

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Fidelity Marktkommentar: In Europa haben zyklische Aktien die besseren Aussichten

Matthew Siddle, Manager des Fidelity European Growth Fund:

,,Gut drei Jahre ist es her, dass die Schuldenkrise in der Eurozone die Aktienmärkte erschütterte. Von den Tiefstständen im September 2011 haben sich Europas Aktien längst deutlich erholt. Die Bewertungen sind wieder nahe dem historischen Durchschnitt. Welche europäischen Aktien sind jetzt ein Investment wert - vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass die Wirtschaftsdaten in Europa sehr gemischt ausfallen?

Ich suche attraktiv bewertete Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen und Erträgen sowie starken Cashflows, die sie reinvestieren und so für Wachstum sorgen. Die historische Erfahrung zeigt, dass Aktien solcher Unternehmen den breiten Aktienmarkt langfristig schlagen.

In diesem Jahr haben sich defensive Sektoren wie Versorger, Telekom und Gesundheit besser entwickelt als zyklische Werte - und das, obwohl letztere bessere Gewinnerwartungen aufweisen. Eine Ursache für das gute Abschneiden defensiver Branchen ist der gesunkene Risikoappetit der Anleger, weil die erhoffte Erholung in Europa hinter den Erwartungen zurückbleibt. Allerdings erzielen europäische Unternehmen rund 50 Prozent ihrer Profite außerhalb Europas. Das Wachstum in den USA wird, genauso wie die deutliche Abwertung des Euro, exportorientierte Unternehmen stärken.

In diesem Umfeld finde ich vor allem in zyklischen Sektoren interessante Aktien, deren Bewertungen wieder auf ein attraktives Niveau gesunken sind. Hier sind bereits nach unten korrigierte Erwartungen bei Unternehmensgewinnen eingepreist. Zykliker werden im Vergleich zu defensiven Titeln mit dem größten Abschlag seit 2008 gehandelt.

Dagegen habe ich eine Reihe traditioneller defensiver Aktien wie Versorger- und Telekomwerte untergewichtet. Eine Ausnahme sind Gesundheitstitel. Ein Beispiel hierfür ist Novo Nordisk: Das dänische Gesundheitsunternehmen erscheint zwar auf den ersten Blick teuer, wenn man sich nur das Kurs-Gewinn-Verhältnis anschaut. Allerdings ist es auf Basis des freien Cashflows attraktiv bewertet. SAP ist aktuell ein Beispiel für ein qualitativ hochwertiges Unternehmen zu einem attraktiven Preis. Volkswagen dagegen sehe ich derzeit als taktische Chance, die sich bei Aktien nicht ganz so hoher Qualität ergeben kann, wenn sie sehr günstig bewertet sind."

ETF Securities Marktüberblick November 10, 2014

In der vergangenen Woche gewann die amerikanische Wirtschaft weiter an Schwung, was durch die amerikanischen Arbeitsmarktdaten (Beschäftigte außerhalb der Landwirtschaft) und den starken Zahlen des US ISM-Einkaufsmanagerindex bestätigt wurde. So konnten in den USA im Oktober 214.000 neue Jobs verzeichnet werden.
Aufgrund der verkürzten Woche von den amerikanischen Märkten werden Anleger besonders die europäischen Schlagzeilen dieser Woche verfolgen, welche unter anderem die BIP-Daten der Eurozone für Q3 und den vierteljährlichen Inflationsbericht der Bank of England miteinschließen werden. 

Rohstoffe
Preiskorrektur treibt Mittelzuflüsse in Edelmetallen auf acht-Wochen-Hoch
Während die Preise für Edelmetalle in der vergangenen Woche stark gefallen sind, konnten deutliche Kapitalzuflüsse in Platin, Palladium und Silber verbucht werden. Da sich der weltweite Konjunkturzyklus weiter verbessert, wird die Nachfrage nach mehr industriel genutzten Edelmetallen wahrscheinlich auch wieder anziehen, was dabei helfen sollte die erlittenen Verluste dieser Metalle (die aufgrund der Korrelation zu Gold entstanden sind) wieder wett zu machen. Da alle Edelmetalle nahe oder unter ihren Produktionsgrenzkosten gehandelt werden, gehen wir davon aus, dass Minen den Metallabbau zurückfahren werden. Damit wird das Angebot gemindert, was wiederum die Preise unterstützen sollte.
Nach den gestiegenen Nachfrageerwartungen aufgrund des ersten Wintereinbruchs in den USA, ist der Henry Hub Preis um beinahe 15% auf über 4 USD gestiegen. Da die Lagervorräte derzeit 8% unter dem 5-Jahresdurchschnitt sind, fürchten Investoren eine Angebotsverknappung für Gas. Nichtsdestotrotz geht die National Oceanic and Atmospheric Administration für die Wintersaison in 2014/15 von wärmeren Temperaturen als im Durchschnitt aus. Im Rahmen dieser Prognose wird mit einem wärmeren Wetter im Westen und in Neu-England, sowie mit kälteren Temperaturen im mittleren Süden und im Südosten der USA gerechnet. Obwohl die EIA für das verbleibende Jahr einen geringeren Konsum als noch im letzten Jahr prognostiziert (4,5 bcf/d weniger als die durchschnittliche Nachfrage), wächst die Produktion weiter an. Zusammen mit einer geringeren Nachfrage könnte die gestiegene Produktion von Erdgas die Vorräte in den Lagern weiter ansteigen lassen, was sich negativ auf die Preisentwicklung auswirken sollte.
In der Zwischenzeit hat das Verhältnis von Gold zu Silber in der Vorwoche ein 5-Jahreshoch erreicht, da der Silberpreis um beinahe 9% auf 15 USD die Unze fiel.
Da sich die Silberpreise nun auf dem Produktionsgrenzkostenniveau befinden, denken wir, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann Silber wieder seinen Glanz zurück erhält.

Aktien
Weltweite Aktienwerte bauen ihre Gewinne aus
Obwohl die europäische Kommission ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone nach unten revidierte, konnte der DAX weiter an Wert zulegen. Während der Bericht davon ausgeht, dass die Inflation in der Eurozone weiter unterhalb des angestrebten Ziels bleibt und die Arbeitslosigkeit weiterhin erhöht bleibt, sollten irgendwann die Konjunkturprogramme der EZB ihre Wirkung auf die Realwirtschaft entfalten können.
Ebenso konnte der FTSE100 Index in der vergangenen Woche zulegen. Unter den Industrieländern konnte das Vereinigte Königreich im vergangenen Jahr am besten abschneiden und wir erwarten, dass sich diese starke Performance zunehmend auf die Kursentwicklung des Aktienmarktes in 2015 widerspiegeln sollte.
Die anhaltende Stärke des amerikanischen Arbeitsmarktes beflügelten Aktienwerte in den USA in der vergangenen Woche. Der Russell 2000 small caps index und der ROBO-STOX® Global Robotics and Automation Index TR konnten so um 1,4% und um 1,2% ansteigen.

Währungen
Anhaltender Währungskrieg
Die heimlichen Währungskriege werden der EZB und der japanischen Zentralbank werden mittels riesigen Mengen an Konjunkturpaketen geführt, welche wiederum zu einer Abwertung der jeweiligen Währung führen. Obwohl eine schwächere Währung sich wahrscheinlich nur am Rande auf die Wirtschaftstätigkeit eines Landes auswirkt, ist eine importierte Inflation kritisch, da beide Wirtschaften Energie-Importeure sind. Denn ein geringerer Öl-Preis kann sich nur negativ auf die Inflation auswirken. Mit deflationären Tendenzen haben beide Wirtschaften jedoch bereits seit Jahren zu kämpfen. Sowohl der Euro, als auch der Yen werden für viele Jahre hinweg die weltweiten Finanzierungswährungen bleiben. Da von der Eurozone kein Wirtschaftswachstum in Q3 erwartet wird, wird es der Euro schwer haben Fortschritte gegen die geplanten Konjunkturpakete der europäischen Zentralbank zu machen. Dementsprechend werden die Zinssätze in der Eurozone in 2015 niedrig bleiben oder sogar negativ erwartet. Als Kontrast hierzu gehen wir von einer Zinserhöhung der FED im Q2 im nächsten Jahr aus.

Bantleon: Sind Covered Bonds weiterhin eine attraktive Alternative zu Staatsanleihen?

Bei ihrem dritten Covered-Bond-Ankaufprogramm hat die EZB einen fulminanten Start hingelegt. Mit einem Kaufvolumen von 4,8 Mrd. EUR in den ersten zwei Wochen hat sie die Markterwartungen übertroffen und die Liquidität des Segmentes weiter belastet. Zudem hat die EU-Kommission neue Regeln zur Liquiditätsdeckungsquote (LCR) beschlossen. Welchen Einfluss hat das Kaufprogramm der EZB auf die ohnehin sehr tiefen Risikoprämien in dem Segment und wie sind die regulatorischen Entscheidungen der EU-Kommission in Bezug auf die Liquiditätsdeckungsquote zu beurteilen? »Höher rentierliche und von ihrem Risikoprofil ähnlich einzustufende Covered Bonds sind für Anleger nach wie vor eine attraktive Alternative zu Staatsanleihen«, erklärt Uwe Pyde, Senior Analyst Covered Bonds und Portfoliomanager des Anleihemanagers Bantleon. »Dies gilt allerdings nicht mehr für alle Covered-Bond-Märkte. Es gibt mittlerweile mehrere Emittenten – vor allem in den Südländern der Eurozone –, die sich zu Zinssätzen deutlich unterhalb ihrer Staatsanleihenkurve refinanzieren.« 

Herr Pyde, sind Covered Bonds auf den aktuellen Bewertungsniveaus noch attraktiv?
Uwe Pyde: Der gesamte Anleihenmarkt hat von der ultra-expansiven Geldpolitik der weltweit führenden Notenbanken profitiert und rentiert auf historischen Renditetiefständen. Zudem haben weitere Faktoren wie die geopolitischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, die Ausbreitung von Ebola und die sich abschwächende Konjunktur in der Eurozone die Nachfrage nach sicheren Anleihensegmenten erhöht. Hiervon konnten Covered Bonds profitieren, deren Risikoprämien weiter sanken. Die anhaltende Verteuerung gedeckter Schuldverschreibungen hat in Teilbereichen des Segmentes dazu geführt, dass sich die Renditen von Covered Bonds unterhalb ihres Staatsanleihenmarktes befinden. Dies gilt für einzelne Emittenten ebenso wie für bestimmte Laufzeitbänder, im Extrem sogar für das gesamte Ländersegment. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Covered Bonds mit attraktiver Bewertung und einer Mehrrendite gegenüber Staatsanleihen. Aus Gesamtmarktsicht positiv ist das jüngst gestartete Kaufprogramm der EZB zu sehen: Mit einem dauerhaft aktiven und risikoindifferenten Käufer im Markt werden die erreichten Spreadniveaus gestützt und Anleger können den Carry im Zeitverlauf vereinnahmen. Zudem besitzt die regulatorische Bevorzugung auf mehreren Ebenen einen nachhaltigen Wert für Covered Bonds, der das Unterschreiten der Vorkrisen-Spreadniveaus rechtfertigt.

Wie ist die aktuelle Liquiditätssituation bei Covered Bonds, nachdem die EZB als Käufer in den Markt getreten ist?
Pyde: Die bereits seit längerer Zeit schwache Sekundärmarktliquidität von Covered Bonds hat vielfältige Ursachen. Emittenten aus der Peripherie arbeiten weiter an ihrer Entschuldung und Bilanzverkürzung. Die während der Finanzkrise verstaatlichten Banken befinden sich im Abwicklungsmodus und betreiben ebenfalls kein Neugeschäft. Das hat den Refinanzierungsbedarf insgesamt deutlich reduziert und bereits 2013 zu Rückflüssen aus Fälligkeiten geführt, die fast 50 Mrd. EUR über den Neuemissionen lagen. In diesem Jahr setzt sich die Entwicklung fort und das ausstehende EUR-Gesamtmarktvolumen ist bisher um über 30 Mrd. EUR geschrumpft. Dem knappen Angebot stehen Banken, Asset Manager, Versicherungen, Pensionskassen und Zentralbanken als wichtigste Käufergruppen gegenüber. Das hat zum einen die Handelsbestände der Broker verringert, zum anderen hat es zu einer Ausweitung der Geld-Brief-Spannen geführt. Selbst Neuemissionen im Benchmark-Format werden in einer Spanne zwischen 15 und 20 EUR-Cent offeriert. Mit einem Kaufvolumen von 4,8 Mrd. EUR in den ersten zwei Wochen hat die EZB einen fulminanten Start hingelegt und die Markterwartungen übertroffen. Auch wenn sie betont, marktschonend zu investieren, hat ihre Aktivität die Liquidität des Segmentes zusätzlich belastet. Ohnehin agieren viele Covered-Bond-Käufer mittlerweile aus Mangel an Alternativen als Buy-and-hold-Investoren. Die endplatzierten Anleihen und die schwache Liquidität haben jedoch auch einen Vorteil: In Risk-Off-Marktphasen verhalten sich die Spreads von Covered Bonds relativ stabil und outperformen ihre jeweiligen Staatsanleihen. 

Welche Auswirkungen haben die jetzt von der EU-Kommission beschlossenen LCR-Regeln sowie die Ergebnisse der Bilanzprüfung für Emittenten und Investoren im Covered-Bond-Markt?
Pyde: Was bereits Mitte des Jahres als Gerücht durchgesickert ist, hat sich nun bestätigt. Die EU-Kommission ist von der Empfehlung der Europäischen Bankenaufsicht abgewichen und hat Covered Bonds unter bestimmten Voraussetzungen als Level-1-Assets innerhalb der Liquiditätsdeckungsquote aufgenommen. Zusätzlich können sich auch Covered Bonds ohne Rating als Level-2-Assets qualifizieren. Damit hat die EU das Universum geeigneter LCR-Anleihen vergrößert und den Handlungsspielraum für die Treasury-Abteilungen der Banken erweitert. Sie können jetzt in höher rentierliche Nischenmärkte investieren sowie bis zu 70% des gesamten Liquiditätspuffers in mindestens AA-gerateten Anleihen halten. Für Emittenten von Covered Bonds ist die Entscheidung ebenfalls positiv, da sich hierdurch der Kreis potentieller Investoren erhöht. Dies gilt auch für Emittenten außerhalb der EU, sofern ihre Schuldverschreibungen nach nationalem Recht begeben wurden und sie einer öffentlichen Aufsicht zum Schutz der Gläubiger unterliegen. Die von der EZB durchgeführten Bilanzprüfungen und Stresstests unterstreichen die gute Verfassung des Covered-Bond-Marktes. Unter den durchgefallenen Banken befinden sich nur acht Kreditinstitute, die mit Emissionen im »iBoxx € Covered« vertreten sind. Lediglich drei davon haben jedoch aktuell noch eine zu schließende Kapitallücke. Den größten Kapitalbedarf hat die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena mit 2,1 Mrd. EUR. Die gute Qualität des Deckungsstocks (Collateral Score von 7,5%) mit ausschließlich wohnwirtschaftlichen Darlehen und eine nominale Übersicherung von 58% verdeutlichen jedoch die hohen Sicherheitsreserven. Die fast unveränderte Risikoprämie im Handel zeigt, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer die Sichtweise teilt.

Wie wird sich das Segment weiter entwickeln?
Pyde: Die positiven Einflussfaktoren sind bereits in den Risikoprämien enthalten. Dennoch befinden wir uns weiterhin in einem von den Notenbanken herbeigeführten Niedrigzinsumfeld. Die Bank of Japan hat dies gerade wieder eindrücklich bestätigt und auch die EZB hält mit dem wiederholten in Aussicht stellen eines marktbreiten Quantitative Easing (QE) die Zinsentwicklung in ihrem Währungsraum in Schach. Das Auslaufen des dritten QE der Fed unter Beibehaltung des Federal-Funds-Rate-Zielbandes von 0 bis 0,25% ist noch keine Abkehr von dieser Politik. Höher rentierliche und von ihrem Risikoprofil ähnlich einzustufende Covered Bonds sind deshalb für Anleger eine attraktive Alternative zu Staatsanleihen.

Gilt das für alle Covered Bonds? 
Pyde: Nein, dies gilt nicht mehr für alle Covered-Bond-Märkte. Es gibt mittlerweile mehrere Emittenten – vor allem in den Südländern der Eurozone –, die sich zu Zinssätzen deutlich unterhalb ihrer Staatsanleihenkurve refinanzieren. In diesen Fällen wird die deutlich schwächere Liquidität von Covered Bonds gegenüber Staatsanleihen nicht mehr preislich berücksichtigt. Und auch die finanzielle Stärke des Heimatstaates als letzter potentieller Rettungsanker eines Emittenten im Insolvenzfall wird – bei ausschließlich renditeorientierter Betrachtungsweise – außer Kraft gesetzt. Unter diesen Gesichtspunkten bieten die aktuellen Risikoprämien in vielen Teilmärkten keinen weiteren Einengungsspielraum. Die fundamentalen Verbesserungen und die Stabilisierung beziehungsweise Erholung einzelner Immobilienmärkte sind in diesen Ländern ebenso eingepreist wie der anhaltende Nachfrageüberhang. Das Angebot an neuen Covered Bonds sollte im nächsten und übernächsten Jahr zu gering bleiben, um Fälligkeiten zwischen 140 und 150 Mrd. EUR aufzufangen und ein weiteres Schrumpfen des Gesamtmarktes zu verhindern. Das gestartete Kaufprogramm der EZB dürfte den Prozess nicht umkehren können, weil vor allem Banken aus der Peripherie die fast kostenlose Geldversorgung nicht zur Ausweitung ihrer Kreditvergabe nutzen, sondern zur Optimierung ihrer Kreditkosten.

Interview mit Uwe Pyde, Senior Analyst Covered Bonds und Portfoliomanager des Anleihemanagers Bantleon  

Kontakt:
Dominik Runkel
Telefon +49.511.288 798-33
dominik.runkel@bantleon.com

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ETF Securities Marktüberblick November 04, 2014

Auch wenn das Ende des Anleihekaufprogramms bereits erwartet war, reagierten die Preise von Vermögenswerten letztlich stark auf diese Meldung. Die aggressiveren Kommentare, sowie das vergrößerte Augenmerk der FED auf Daten unterstrichen diese Marktreaktion. Gold und Silber, welche unter Anlegern als Alternativwährungen gelten, verloren an Wert, während die besser als erwarteten BIP-Daten aus den USA die Aktienmärkte beflügelten. Die amerikanischen Arbeitsmarktdaten werden in dieser Woche genau verfolgt werden.

 

Rohstoffe
Gold ETPs verzeichnen Zuflüsse
Auf die Ankündigung der FED über die Beendigung ihres Anleiheprogramms reagierten Rohstoffpreise stark, was Gold unter die wichtige Schwelle von 1200 US-Dollar die Unze brachte. Viele ETP Investoren sahen in der Korrektur die Möglichkeit ihre Goldbestände wieder aufzubauen, was zu einem 7-Wochen-Hoch in Goldzuflüssen führte.

In der vergangenen Woche sahen Long Gold ETPs Kapitalzuflüsse von 30 Mio. US-Dollar, wodurch die Nettomittelzuflüsse in Gold nun bei 80 Mio. US-Dollar liegen. Silber wird derzeit unter 16 US-Dollar die Unze gehandelt.

Ebenfalls konnten Long Öl-ETPs weiterhin Zuflüsse verzeichnen, da das niedrige Preisniveau Investoren anlockt. Der  weltweite Angebotsüberschuss von Rohöl hat zusammen mit einer schwachen Nachfrage nach Öl und Destillaten die Preise von Brent  und WTI auf Ihr niedrigstes Niveau geschickt. Während die OPEC historisch gesehen eine große Rolle dabei spielte, die Öl-Preise über 100 US-Dollar zu halten, begannen die OPEC Mitglieder im Oktober hingegen sich mit Preisabschlägen zufrieden zu geben und miteinander zu konkurrieren, um ihre Marktanteile in Asien zu erhöhen. Dies führte zu einem weiteren Abwärtsdruck auf die beiden Öl-Benchmarks. Während die IEA angab, dass es bei einem Preis von $80/Barrel immer noch wirtschaftlich sei Öl zu fördern, liegt der Schlüssel zu steigenden Öl-Preisen immer noch in der Hand der OPEC.

Nach den übertriebenen Verlusten in den vergangenen Monaten konnte Nickel um 4,1% an Wert zulegen. Da Nickel derzeit ca. 15% unter seinen Produktionskosten gehandelt wird, sind weitere Preisrückgänge langfristig unhaltbar und eine neue Hausse realistisch – ebenso wie bei vielen anderen Industriemetallen. Da viele Rohstoffe nahe Ihren Produktionsgrenzkosten gehandelt werden, denken wir, dass die Preise nicht viel tiefer fallen können ohne eine Reaktion auf Seiten des Angebots auszulösen.

Aufgrund einer verzögerten Ernte stieg Mais um 3,9%, da dadurch Ernteschäden entstehen könnten.  Nach der vorerst vermiedenen Verbreitung des Ebola-Virus auf der Elfenbeinküste, dem Hauptproduzent für Kakao, fiel der Preis um 5,4%. Kaffee fiel um 3,0%, da die Preise sich weiter von Ihrem Hoch im September abschwächen.

 

Aktien
Beflügelte Aktienmärkte nach den überraschend starken BIP Daten aus den USA
Die meisten breiten Aktienindizes konnten in der vergangenen Woche an Wert zulegen, da Investoren ihre Einschätzung zur weltweiten Konjunktur nach oben revidiert haben. Der Index für Nebenwerte aus den USA, der Russell 2000 führte diesen Trend mit 3,5% an. Aufgrund von strukturellen Herausforderungen in Italien und in Europa, war der FTSE MIB Index mit einem Verlust von 1,0% die Ausnahme dieser Hausse. Nach dem Pessimismus über die Verzögerung des Hong Kong-Shanghai Connect Programms konnte der MSCI China A-Aktien Index in der vergangenen Woche um 3,0% zulegen. Anleger realisierten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann die Aktienmärkte durch das Hong Kong-Shanghai Connect Programm weiter geöffnet werden. Auch der ROBO-STOX® Global Robotics and Automation Index TR stieg um 1,9%, da die Revolution in der Robotikindustrie an Fahrt gewinnt. Ein Megatrend, welcher mit dem der industriellen Revolution und dem des Internetbooms verglichen wird.

 

Währungen
Konjunkturprogramme der Zentralbanken bleiben ein kritischer Treiber von Währungen
Wie durch die Bewegungen des Euros, des Yens und des US Dollars in den vergangenen Wochen bewiesen werden konnte, bleiben Konjunkturprogramme der Zentralbanken kritische Treiber der Währungsentwicklung. In dieser Woche rücken der australische Dollar und der Euro wieder in den Fokus. Die jeweiligen Zentralbanken werden sich um eine schwächere Währung bemühen, um die Wirtschaft zu stützen. Die australische Zentralbank wird offener in ihrer Signalisierung zu einer schwächeren Währung erwartet. Aufgrund dessen könnte es der AUD in dieser Woche schwer haben Gewinne zu erzielen. Das FOMC hat mit ihrem aggressiveren Ton begonnen, sich in Richtung einer strikteren Zinspolitik zu bewegen, was der Markt jedoch als positives Ergebnis bewertete.

Der Kernsatz im FOMC Treffen wurde entfernt, was darauf schließen lässt, dass die FED ganz klar den Fokus auf die wirtschaftlichen Daten legen wird,  welche in den vergangenen Monaten robust waren.

Unterdessen geht das Komitee derzeit davon aus, dass auch bei Erreichen eines robusten Levels der Arbeitslosigkeit und der Inflation („Mandate consistent level“) es die wirtschaftlichen Bedingungen rechtfertigen werden die Leitzinsen eine Zeit lang niedriger als normal zu halten. Wir bleiben bullisch USD, da die striktere Geldpolitik die Währung gegenüber anderen G10-Währungen weiter stärken wird.