ETF Securities Marktüberblick KW18

Die Krise im Osten der Ukraine zeigt keine Anzeichen von einer Deeskalation, weshalb defensive Anlagen wie Gold sowie eine Reihe von „Sicherer Hafen“-Währungen am Ende der Woche stiegen, während die Unsicherheit die Aktienmärkte belastete. Die USA beschuldigten Russland in einem klaren Statement der "Ablenkung, Täuschung und Destabilisierung" im Osten der Ukraine, mit dem Aufruf, Russland solle zu einer Entschärfung beitragen oder weitere Sanktionen würden folgen. Die anhaltende politische Unruhe ließ die Preise für einige Exportgüter aus der Region Russland/Ukraine, wie z.B. Nickel und Mais, steigen. Eine wichtige Woche liegt vor uns, mit den Abschlüssen der konzeptionellen Tagungen der US-Fed und der Bank of Japan am Mittwoch.  

Rohstoffe

Industriemetalle und Agrarrohstoffe steigen am stärksten. Die Androhung von Sanktionen gegen Russland, das 13% der weltweiten Nickel-Produktion liefert, führte zu einer Kurssteigerung von 2,4%. Darüber hinaus stiegen die Preise der Agrarrohstoffe mit der steigenden Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Wetterereignisses. Obwohl ein schwacher bis mittelschwerer El Niño prognostiziert wird, (was in der Vergangenheit gut für Kaffeeanbau war), sind die Kaffeepreise um 5,2% gestiegen, was aus unserer Sicht zu einer überreifen Korrektur führt. Zucker ist um 2,4% gestiegen, da eine anhaltende Trockenheit die Produktion aus Asien reduzieren dürfte. Platinmetallpreise hingegen fielen, als Marktteilnehmer ein Ende des 13-Wochen-langen Streiks zwischen südafrikanischen Bergleuten und ihren Mitarbeitern erwarteten. In einer spät am Donnerstag veröffentlichten Erklärungen haben Amplats, Implats und Lonmin jedoch mitgeteilt, dass keine Lösung erreicht wurde. PGM Preise sahen eine weitere gewisse Erholung in Anbetracht dieser Enttäuschung verbucht.  

Aktien

Globale Aktien schlossen aufgrund anhaltender Unruhen in der Ukraine mit einem Minus; besser als erwartete PMI Wirtschaftsdaten stärkten hingegen europäische Aktien. US-Aktienmärkte verblieben nach dem Osterwochenende relativ ruhig, wenn auch der Fokus verstärkt auf die Ukraine gerichtet wurde. Inzwischen ist der DAXglobal ® Alternative Energy Index um 1,4% gestiegen, da er von besseren Aussichten für erneuerbare Energien wie First Solar (+4,4%) und Vestas Wind (+4%) profitierte. Goldminen liefen ebenfalls gut und sind mit einem Plus von 0,9% in der vergangenen Woche aus dem Handel gegangen, als die Anleger auf günstige Bewertungen einer Stabilisierung des Goldpreises reagierten.

Währungen

Die niedrigste Volatilität in 15 Monaten im GBP könnte eine scharfe Abwärtsbewegung signalisieren. GBP ist rund um die Widerstandsmarke von 1,68 gegenüber dem USD in den letzten Wochen trotz der Inversion der Zinsdifferenz mehrfach abgeprallt. Da die Volatilität sich dem niedrigsten Niveau seit sechs Jahren annähert, erwarten wir nur begrenzten Raum für weitere Rückgange in eben dieser, wodurch es zu einem kritischen Ausbruchspunkt für GBP kommen kann. Volatilität und die GBP/USD-Richtung sind negativ korreliert, so dass wirtschaftliche Überraschungen die Volatilität zurück zu längerfristigen Durchschnittsniveaus führen könnten, wodurch wiederum eine scharfe Abwärtsbewegung in GBP/USD folgen würde. Die Veröffentlichung der Q1 Wirtschaftswachstums-Daten für Großbritannien wird somit für sein Anzeichen einer Abkühlung der wirtschaftlichen Dynamik überprüft und wird daher entscheidend für die Beibehaltung der Wechselkurs über dem 1,68 Niveau gesehen. Da Aufwärtsbewegungen im GBP vom aktuellen Niveau aus begrenzt waren, sind die Risiken im Sterling nach unten hin verzerrt.

Candriam: High-Yield: Antwort auf das Ende des billigen Geldes?

Die Konjunktur zieht wieder an, das Marktumfeld beruhigt sich und die Zentralbanken fahren ihre Liquiditätsprogramme zurück. Die Zinsen haben allmählich die Talsohle durchschritten und damit normalisieren sich auch die Spreads an den Rentenmärkten. Ist die Hausse jetzt zu Ende? 

In der neuesten Analyse „The end of cheap money“ untersucht Candriams Alternative-Credit-Team, wie Investoren in der neuen Fixed Income-Ära ihr Risiko-Ertrags-Profil optimieren können und welche Strategien am besten geeignet sind, die Chancen an den Kreditmärkten zu nutzen und die Risiken zu managen. Patrick Zeenni, Deputy Head of High Yield & Credit Arbitrage, sagt: „Mit dem Ende des billigen Geldes stehen Investoren vor zwei Herausforderungen: den Auswirkungen steigender Zinsen auf ihre Portfolios und der Suche nach attraktiv bewerteten höherrentierlichen Titeln. Um darauf zu reagieren, werden neue Fixed Income Strategien nötig. Denn die Portfolio-Performance hängt jetzt davon ab, Alpha zu generieren.“ 

Anleger sollten daher alternative Credit-Investments für ihre internationalen Portfolios in Betracht ziehen, beispielsweise High-Yield. Diese Asset-Klasse reagiert nur wenig auf Zinsänderungen und bietet attraktive Renditen. Entscheidend für High-Yield ist auch ein flexibles und dynamisches Management, um die wichtigsten Risiken zu begrenzen.

High-Yield-Märkte: Europa wächst 

Weltweit liegt das Marktvolumen des High-Yield-Segments bei 1.300 Milliarden Euro. Der europäische High-Yield-Markt ist mit 280 Milliarden Euro zwar nur etwa ein Viertel so groß wie der amerikanische, aber die Zahl der Emittenten wächst und der Markt dehnt sich geographisch und nach Sektoren aus. 2014 soll dadurch ein Emissions-Rekordlevel von 110 Milliarden Euro in Europa erreicht werden. Auch in der europäischen Peripherie und den Emerging Markets steigt die Emissionstätigkeit. „Die Zuversicht bei der Asset-Klasse wächst, weil der Refinanzierungsbedarf der Unternehmen hoch bleibt. Geschätzt werden High-Yield-Anleihen auch wegen ihrer Diversifikationsvorteile“, so Zeenni. 

Für alle Anlegergruppen entscheidend sind vor allem stabile Erträge bei sorgfältigem Risikomanagement. High-Yield-Strategien können dafür grundsätzlich genutzt werden. Je nach Risikoprofil des Investors sind aber verschiedene Ansätze denkbar. Candriam nutzt drei unterschiedliche alternative Credit-Strategien: Die High-Spread-Strategie zielt auf mittlere Volatilität ab und besteht aus einem Short-Duration-Portfolio sowie einem taktischen Portfolio, bei dem Extremrisiken abgesichert werden. Die Long-Short-Credit-Strategie mit einer geringen Volatilität hat ein nur geringes Nettoengagement in High-Yield. Und die High-Yield-Strategie hat eine hohe Volatilität bei einem aktiven, auf Überzeugung basierenden Ansatz. Sie setzt dabei auf Einzelwertauswahl nach intensiver Länderanalyse. 

Die komplette Studie „The end of cheap money?“ mit ausführlichen Informationen steht hier zum Download bereit.

Man on the Month: Schwieriger Monat für fast alle Hedgefonds-Strategien

Die hohe Liquidität wird trotz zunehmender geopolitischer Spannungen auf absehbare Zeit der wesentliche Treiber des Geschehens an den Finanzmärkten bleiben. „Die Märkte haben im März die Krise in der Ukraine ohne nennenswerten Ausverkauf überstanden“, sagt Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM. „Es ist gut möglich, dass Risiko-Assets in der nahen Zukunft sogar noch an Wert gewinnen und neue Höchststände erreichen. Wir glauben, dass die reichlich vorhandene Liquidität die Märkte trotz der bestehenden Ungewissheit weiter antreibt. Daher gehe ich davon aus, dass die Risiken zunehmen.“

Dabei hatten die Märkte im März neben der Krim-Krise noch weitere Negativnachrichten zu verdauen. So verstärkte sich im Monatsverlauf die Skepsis über das künftige Wachstum in China. Dazu trug die Ankündigung des Landes bei, stärkere Schwankungen des Yuan zuzulassen. Experten sehen darin die Absicht, künftig wirtschaftliche Reformen stärker voranzutreiben – auch wenn dies zunächst auf Kosten des Wirtschaftswachstums gehen sollte. Zudem verunsicherten die Äußerungen von Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Federal Reserve, zur Monatsmitte die Märkte. Diese wurden als Andeutung interpretiert, dass Zinserhöhungen eher zügiger als langsamer auf die Tagesordnung rücken könnten.

Schwieriger Monat für fast alle Hedgefonds-Strategien

Trotz der zum Teil erreichten Aktienhöchststände zum Monatsende und der relativen Stabilität der Märkte taten sich Hedgefonds im März schwer. Die meisten Strategien wiesen eine schwache Performance aus. Grund hierfür waren weniger Yellens Äußerungen zu möglichen Zinsanstiegen in der Zukunft, sondern vielmehr ihr Zusammentreffen mit zahlreichen anderen Faktoren. So sorgte der Einbruch der Aktienmärkte zur Monatsmitte für eine V-förmige Entwicklung, die sich oftmals kontraproduktiv auf die Renditen von Hedgefonds auswirkt. Hinzu kamen in vielen Bereichen Trendumkehrungen. Darüber hinaus zeigten sich Korrelationen zwischen üblicherweise nicht korrelierten Strategien wie etwa dem Rohstoff-Handel und chinesischer Intermarket Arbitrage.

In der Folge wiesen Managed Futures eine negative Performance aus, die aus der Entwicklung verschiedener Anlageklassen resultierte. Den größten negativen Einfluss hatten dabei Aktien, die gerade in den ersten drei März-Wochen für Verluste sorgten. Insgesamt scheint es momentan so, als ob sich kaum länger anhaltende Trends an den Märkten herausbilden.

Auch Equity-Long-Short-Manager taten sich im vergangen Monat schwer. Insbesondere in Europa gab es Negativfaktoren, die zusätzlich dafür sorgten, dass die Manager zum Teil schwächer als die Aktienindizes abschnitten. Viele Fonds sahen sich beispielsweise einem so genannten Short Squeeze in kleinkapitalisierten italienischen Aktien ausgesetzt. Darüber hinaus fand eine Rotation statt: Investoren verkauften Small Caps und wendeten sich eher Large Caps zu. Dies wirkte sich für einige Fonds, die angesichts der zuletzt höheren Renditen bei Small Caps bewusst auf dieses Segment gesetzt hatten, negativ aus.

Für Emerging-Markets-Manager bleibt das Umfeld schwierig. Manche von ihnen wiesen im März Verluste im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Allerdings gab es in diesem Bereich durchaus auch erfolgreiche Manager – beispielsweise jene, die sich im Zusammenhang mit der Krim-Krise gut positioniert oder rechtzeitig auf die Erholung der Peripherieländer in der Eurozone gesetzt hatten.

ETF Securities Marktüberblick KW16

Die letzte Woche veröffentlichten Fed-Protokolle zeigten, dass die Entscheidungsträger mit Vorsicht agieren und die Zinsen noch länger auf dem niedrigen Niveau belassen werden. Obwohl sich Inflation und Arbeitslosigkeit normalisiert haben, soll die Niedrigzinspolitik das Wirtschaftswachstum weiter antreiben. Diese Nachrichten drückten auf den US-Dollar und trieben kurzzeitig die breiten US-Aktienindizes nach oben, bevor globale Aktienbenchmarks zum Ende der Woche abschwächten. Edelmetalle konnten vom niedrigeren USD profitieren und die anhaltenden Streiks in Südafrika wirken sich auf das Platinangebot aus. Industriemetalle performten letzte Woche im Umfeld eines positiven, globalen Wirtschaftsausblickes vielversprechender.  

Rohstoffe

Rohstoffinvestoren scheinen sich aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums eher in zyklischen Anlageklassen zu positionieren und laut der Meinung des Research Teams von ETF Securities, haben sich die Preise von Industriemetallen dem erwarteten Angebotszuwachs angepasst. Auch der Wirtschaftsrückgang in China scheint überbewertet. Anhaltende Befürchtungen, dass sich die Lagerbestände von Platinmetallen dem Ende neigen, führten zu den stärksten Zuflüssen bei ETFS Physical Platinum (WKN: A0N62D) von ETF Securities seit September 2012, im Ausmaß von 37,5 Mio. USD. Die Streiks in Südafrika sind nun in der 12. Woche und große Produzenten des Landes haben bereits Force Majeure deklariert, was die möglichen Lieferschwierigkeiten aufzeigt. Die Platin- und Palladiumpreise stiegen um 1,3% bzw. 0,3%. Auch ETFS Nickel (WKN: A0KRJ4) sah starke Zuflüsse von  15,5 Mio. USD aufgrund des indonesischen Exportverbots und zurückgehenden Lagerbeständen in China, da das Land zuletzt 58% des Nickels aus Indonesien importierte. Aufgrund der stärkeren Positionierung in zyklische Anlageklassen kam es zu Abflüssen bei Gold und Silber ETPs, jedoch weist das Research Team von ETF Securities auf die Preisanstiege von 2,8% und 2,1% bei Gold und Silber in der Vorwoche hin und zeigt auf, wie diese Edelmetalle auf schlechte Wirtschaftsnachrichten reagieren. Der Energiesektor lag in der Vorwoche auch im Fokus der Investoren, aufgrund einer stärkeren Erdöl-Nachfrage und wetterbedingten Preisanstiegen bei Erdgas. ETFS Energy (WKN: A0KRKD) verzeichnete Zuflüsse von 7,6 Mio. USD, den stärksten seit August 2012. Der Preis für Arabica Kaffee stieg in der Vorwoche um 18% an, nachdem das National Coffee Council die niedrigsten Ernteerträge seit fünf Jahren prognostiziert hatte.

Aktien

Die Korrektur des US-Aktienmarkts, aufgrund von Sorgen um US-Unternehmensgewinne und hohen Bewertungen, führte zu starken Berichtigungen bei den europäischen Aktienbenchmarks. Der FTSE MIB Super Short Strategy Index und der ShortDax x2 Index stiegen um 5,1% und 3,5%, während der Russell 2000 Index um 4,5% zurückging. Goldminenbetreiber (ETFS DAXglobal Gold Mining, WKN: A0Q8NC) konnten um 3,6% zulegen, nachdem auch der Goldpreis in der Vorwoche angestiegen ist und sich Investoren in defensive Aktientitel positionieren wollten. Da europäische Benchmarks in diesem Jahr bereits Rekordniveaus erreichten, erwarten Investoren starke Fundamentaldaten, welche die Aktienbewertungen und den Aufwärtstrend bekräftigen.

Währungen

Durch die Veröffentlichung der Fed-Protokolle wurde ein Szenario höherer Zinsen kurzfristig unwahrscheinlicher, was den USD auf ein 5-Monatstief abfallen lies. Das Research Team von ETF Securities erwartet eine Erholung des USD, vor allem gegenüber Euro und Japanischen Yen, da sich Investoren weiterhin auf die starken US-Wirtschaftsdaten stützen werden. Die Eurozone steht weiterhin unter Druck durch Deflationsgefahren und steigende Erwartungen, dass die Europäische Zentralbank weitere Maßnahmen setzen wird. Dies sollte sich negativ auf den Euro auswirken. Mittelfristig liegt die erwartete Inflation bei rund 2%, könnte jedoch stark sinken, sollten die Inflationsdaten diese Woche enttäuschen. EZB Präsident Draghi meinte vor kurzem, dass weiterer Stimulus notwendig sei, sollte der Euro stark bleiben. Während die Bank of Japan in der Vorwoche keinen weiteren Stimulus einbrachte, rechnet man mit einer Lockerung der Geldpolitik im 2. Quartal dieses Jahres.

Goldman Sachs Asset Management: Indien - Wegweisende Wahlen

Prashant Khemka, CIO of Emerging Markets Equity, Goldman Sachs Asset Management: Die Parlamentswahlen in Indien von Mitte April bis Mitte Mai könnten erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung Indiens und die verschiedenen Assetklassen haben. 

Mehr als 800 Millionen Wähler sind aufgerufen sich an den indischen Parlamentswahlen zu beteiligen, deren Ergebnisse am 16. Mai bekanntgegeben werden. Die Wahlen finden vor dem Hintergrund eines niedrigeren Wirtschaftswachstums statt, das sich von seinem Höchststand bei 8,9% in 2011 auf 4,7% im letzten Quartal des Jahres 2013 verlangsamt hat. Goldman Sachs Asset Management (GSAM) hält es auf Basis des Durchschnitts der aktuellsten Meinungsumfragen (1) für am wahrscheinlichsten, dass eine Regierung unter Führung der Bharatiya Janata Party (BJP) zum Zuge kommt, die lediglich der Unterstützung einiger regionaler Parteien bedarf (2). Da die BJP unter ihrem Premierministerkandidaten Narendra Damodardas Modi als liberale, wirtschaftsfreundliche Partei gilt, erwartet GSAM, dass die Partei ihren Fokus auf die Wiederbelebung der Investmentnachfrage richten wird.

Wachstum durch Reformen

Auch wenn das Wahlprogramm der BJP noch nicht veröffentlicht wurde, so kann man doch aus den vorangegangenen Programmen, Äußerungen der Parteiführung während des Wahlkampfes und Modis Handlungen als Ministerpräsident des Bundesstaates Gujarat folgern, dass Industrialisierung, Infrastrukturinvestments, Bürokratieabbau, Landbeschaffung für die Wirtschaft und Steuerförderalismus auf der politischen Agenda der BJP stehen. 

Dies nährt die Hoffnungen auf einen Reformschub und damit verbundene höhere Wachstumsraten. GSAM erwartet vor dem Hintergrund einer höheren Außennachfrage und einer allmählichen Belebung der Investmenttätigkeit eine Steigerung des BIP-Wachstums von 4,6% in 2014 auf 5,5% in 2015 (2). Eine stabilere Regierung kann außerdem zu einer Verbesserung der Stimmung unter Anlegern und Unternehmen beitragen. 

Da sich der indische Aktienmarkt in den vergangenen Jahren auf der Basis lokaler Währung kaum nach oben bewegt hat, sollte Potenzial für steigende Kurse vorhanden sein. Auch die Aktienstrategen von Goldman Sachs haben kürzlich eine Empfehlung zur Übergewichtung indischer Aktien ausgesprochen (3). Alle Sektoren, die an die Binnennachfrage gekoppelt sind, sollten von einer stabileren Regierung und höheren Infrastrukturausgaben profitieren. Historische Daten deuten zudem darauf hin, dass indische Aktien in der Zeit vor einer Wahl zu einer zyklischen Erholung tendieren. Das 12-Monats-Ziel der Goldman Sachs Aktienstrategen per März 2014 für den NIFTY beträgt 7600 Punkte – 17% über dem derzeitigen Kursniveau (3). 

Investieren in indische Aktien

Die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Indien können besondere Anlagechancen bieten. Durch die Anlage in attraktiv bewertete Unternehmen zielt das GS India Equity Portfolio von Goldman Sachs Asset Management darauf ab dieses Wachstumspotenzial zu nutzen. Da es keine Einschränkungen in Bezug auf die Börsenkapitalisierung gibt, kann das Portfolio auch in kleinere Unternehmen investieren, die sich noch in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung befinden. Diese Unternehmen haben das Potenzial, ihre Aktienkurse im Laufe ihrer Entwicklung zu etablierten Unternehmen erheblich zu steigern.

Das GSAM Research-Team in Mumbai konzentriert sich dabei ausschließlich auf indische Aktien. Die Investmentstrategen verfügen über hervorragende Kenntnisse indischer Unternehmen und örtlicher Gegebenheiten, können sich direkt mit den Geschäftsleitungen der Unternehmen treffen und unmittelbar auf die lokalen Kapitalmärkte und marktsensible Informationen zugreifen.

Das GS India Equity Portfolio wurde von Morningstar (4) mit 5 Sternen ausgezeichnet und hat ein B-Rating von Feri EuroRating Services.


(1) Quelle: NDTV, Times Now, CNN-IBN, ABP News, Headline Today
(2) Quelle: “EM Macro Daily – India: All eyes on elections”, Goldman Sachs Global Macro Research, 26. März 2014
(3) Quelle: “Upgrading Indianesia: lower risks, better micro, catalysts”, Goldman Sachs Global Investment Research, 14. März 2014
(4) Morningstar Risk-Adjusted Ratings - The Overall Rating is derived from a weighted average of the performance figures associated with its 3-, 5-, and 10-year (if applicable) Morningstar Rating Metrics. Morningstar, Inc. is an independent publisher of mutual fund research and ratings. Ratings reflect a fund’s risk-adjusted 3-, 5, and 10-year total returns, including any sales charge. A Fund is rated against all other funds in its category. 5 stars are assigned to the top 10%; 4 stars to the next 22.5%; 3 stars to the next 35%; 2 stars to the next 22.5%; and 1 star to the bottom 10%. Morningstar only rates funds with at least a 3-year history.

GAM Marktkommentar: Quantitative Easing in der Eurozone zurzeit unwahrscheinlich

Die Europäische Zentralbank (EZB) diskutiert eine weitere Lockerung der Geldpolitik – doch ein Quantitative Easing in der Eurozone steht nicht unmittelbar bevor. Dieser Ansicht ist Sushil Wadhwani, Fondsmanager des GAM Star Keynes Quantitative Strategies. „Es sieht eher so aus, als würde EZB-Präsident Mario Draghi seine Werkzeuge zurechtlegen, statt konkrete Maßnahmen vorzubereiten“, analysiert der Experte. Auch für den Fall, dass die Inflation nicht wie erwartet im April und Mai ansteigt, rechnet er nicht mit einem breit angelegten Anleihenkaufprogramm. „Ein negativer Einlagezins ist die wahrscheinlichere Maßnahme, bevor die EZB zu unkonventionelleren Mitteln greift“, erklärt der Fondsmanager.

Zudem verliefen die Entscheidungsprozesse innerhalb der Zentralbank langsam, und es bestünden signifikante Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des richtigen Zeitpunkts für mögliche geldpolitische Maßnahmen. „Selbst wenn eine Entscheidung gefällt wird, ist eine schnelle Umsetzung unwahrscheinlich“, so Wadhwani.

Den detaillierten Marktkommentar entnehmen Sie bitte dem englischsprachigen Dokument.

ETF Securities Marktüberblick KW15

Zyklische Anlageklassen wie Aktien und Industriemetalle verzeichneten über die Vorwoche Anstiege, was vor allem auf die verbesserte Wirtschaftssituation in China zurückzuführen war. Vor allem die offiziellen chinesischen Produktionsindizes vielen besser aus als erwartet. China ist der größte Verbraucher von Industriemetallen und die Ankündigung der Regierung ein Mini-Stimulus-Programm mit Eisenbahn- und Wohnbauprojekten sollte die Nachfrage weiter unterstützen. Die Diskussion der Europäischen Zentralbank über den Einsatz unkonventioneller Geldpolitik verhalf dazu das Marktvertrauen darüber zu steigern, dass Zentralbanken alles unternehmen können, um Deflation zu bekämpfen und Wachstum zu fördern. Als Resultat kam es zu einem Rückgang des Euro.

Rohstoffe

Vor allem Industriemetalle können von einem Stimulus-Programm Chinas, wie es in der Vorwoche von der chinesischen Regierung angekündigt wurde, profitieren. Die Preise der meisten Industriemetalle stiegen, nachdem bekannt wurde, dass vor allem Eisenbahn- und Wohnbauprojekte gefördert werden sollen. Der Preis von Aluminium stieg in der Vorwoche um 0,6% an und bei ETFS Aluminium von ETF Securities (WKN: A0KRJS) kam es mit 42 Mio. US-Dollar zu den stärksten Zuflüssen seit August 2013. Der Preisanstieg war auf Warteschlangen in LME-Warenlagern und einem Angebotsengpass aufgrund exzessiver Nachfrage Chinas zurückzuführen. Auch bei Kupfer kam es zu Preisanstiegen, nachdem die International Copper Study Group ein Produktionsdefizit im Jahr 2013 bestätigt hatte und zusätzlich davon ausgeht, dass auch die Bestände in chinesischen Zollagern im Vorjahr zurückgegangen sind. Bei ETFS Copper (WKN: A0KRJU) kam es zu Zuflüssen von 28 Mio. USD und laut dem ETF Securities Research sollte sich der Kupferpreis im aktuellen Umfeld und angesichts der Entwicklungen im Vorjahr auf USD 7,500 bewegen. Die größten Platin-Produzenten in Südafrika haben aufgrund des Streiks, der nun bereits in die 11. Woche geht, und den damit verbundenen Zulieferungsproblemen, Force Majeure gegen einige der Versorgungsunternehmen deklariert. Laut dem ETF Securities Research wird es für die Produzenten zunehmend schwieriger ihren vertraglichen Lieferverpflichtungen nachzukommen und, obwohl die Preise von Platinmetallen bisher kaum auf die Entwicklungen reagiert haben, könnten Angebotsengpässe zu starken Preisanstiegen führen.

Aktien

Die europäischen Aktienmärkte stiegen in der Vorwoche aufgrund überraschend positiver Wirtschaftsdaten. So ist die Arbeitslosigkeit in der Eurozone zurückgegangen und die Entwicklungen des Einzelhandels haben die Markterwartungen übertreffen können. Der US-Aktienmarkt musste nach schwächer als erwarteten Beschäftigungszahlen seine Kursgewinne wieder abgeben. Starke Gewinne konnte der DAXglobal Alternative Energy Index (ETFS DAXglobal Alternative Energy GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M9) verzeichnen, nachdem die Aktien der im Index enthaltenen Unternehmen Andarko und Vestas Wind um 19% bzw. 12% angestiegen sind. Andarko konnte ein seit fünf Jahren laufendes Verfahren positiver als erwartet abschließen und Vestas Wind konnte in Q4 2013 nach neun Quartalen mit Verlusten, erstmals wieder Gewinne schreiben.

Währungen

Der Euro verzeichnete in der Vorwoche Kursverluste, nachdem die EZB veröffentlichte Deflationssorgen zu haben und vor den negativen Folgen einer zu starken Währung warnte. Die Treffen der Zentralbanken werden auch in dieser Woche wesentliche Treiber von Währungskursen sein, wobei vor allem die Stellungnahme der Federal Reserve zur US-Wirtschaftsentwicklung im Fokus der Investoren liegt. Obwohl in Großbritannien die Wirtschaftsentwicklung etwas von ihrer Energie verloren hat, kann man davon ausgehen, dass die Bank of England in Anbetracht der Inflation und dem starken Pfund ihre Gelpolitik beibehalten wird. Der Yen scheint seine Kursverluste zum USD fortzusetzen und Investoren rechnen mit der Bekanntgabe von weiterem Stimulus durch die Zentralbank in dieser Woche.

Generali: Ausblick auf südeuropäische Märkte verbessert sich weiter

Die Wachstumsprognosen für Italien, Spanien, Portugal und Griechenland verbessern sich zusehends“, sagt François Gobron, Manager des GENERALI IS European Recovery Equity Fund. "Die Leistungsbilanzen sind nahezu ausgeglichen und die Haushaltsdefizite gehen zurück. Die Renditen der Staatsanleihen sind stabil und der Anstieg der Verbraucherpreise ist gering. Gleichwohl ist keine Gefahr für eine drohende Deflation zu erkennen", so Gobron.

Insbesondere in Spanien und Italien geben die Einkaufsmanagerindizes positive Signale und zeigen eine deutliche Expansion an. Das sollte sich positiv auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne auswirken, die noch immer weit unter dem Niveau von vor der Finanzkrise liegen.

Finanzwerte, die mit 32,4% das größte Gewicht im Fondsportfolio haben, sind zuletzt sehr gut gelaufen. Als Gründe dafür nennt der Fondsmanager unter anderem die sich verbessernden Staatsfinanzen in der Peripherie sowie das abnehmende Länderrisiko. Zudem profitieren Finanztitel aufgrund ihrer prozyklischen Eigenschaft von verbesserten Konjunkturaussichten. Nicht zuletzt konzentrieren sich viele Finanzhäuser auf den Binnenmarkt, was die Abhängigkeit etwa von der Entwicklung der Emerging Markets verringert.

Der Start des GENERALI IS European Recovery Equity Fund (ISIN: LU0997479943) ist sehr positiv verlaufen. Seit Auflegung am 2. Dezember 2013 hat er 12,72 Prozent an Wert gewonnen*, was eine  Outperformance des EURO STOXX Index um 9,87 Prozentpunkte bedeutet.

François Gobron managt den GENERALI IS European Recovery Equity als einen der ersten Fonds, der gezielt in Unternehmen aus den sich erholenden europäischen Peripheriestaaten investiert und diese vielversprechende Anlageregion für Investoren zugänglich macht. Die Investmentstrategie beruht auf drei Kernthemen: Der Neubewertung der südeuropäischen Länder, der Erholung der dortigen Märkte und den Chancen, die sich aus der Restrukturierung der Unternehmen ergeben, die ihre Aktivitäten auf neues Wachstum ausrichten. François Gobron ist seit 2008 bei Generali Investments Europe tätig und verfügt über 13 Jahre Erfahrung im Asset Management – insbesondere im Small-/Mid-Cap-Bereich.

GAM: Positives Quartal für Hedge Funds endet mit wechselhaftem März

Der März war ein wechselhafter Börsenmonat. Die geopolitischen Risiken, die in der Ukraine aufloderten, und die unerwartet scharfen Töne der US-Notenbank lösten an den Märkten für risikobehaftete Anlagen Reaktionen aus, auf die jedoch gegen Ende des Monats eine allgemeine Erholung folgte.

 

Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM, stellt fest, dass das erste Quartal trotz der leicht negativen Ergebnisse, die viele Hedge Funds im März verbuchten, für drei der vier großen Hedge-Fund-Strategien mit Zuwächsen endete. Die Fondsmanager finden nach wie vor interessante Gelegenheiten, die sich durch die stärkere Performance-Streuung über Anlageklassen und Märkte hinweg eröffnen. „Wir beurteilen die Möglichkeiten, die sich für Hedge Funds bieten, nach wie vor optimistisch. Zum einen wächst die Streuung innerhalb von Anlageklassen wie etwa Aktien, zum anderen divergieren die Konjunkturverläufe in den verschiedenen Teilen der Welt, und auch die Geldpolitik geht unterschiedliche Wege.

 

Bei Aktien ist beispielsweise ein Ausbau titel- und branchenspezifischer Positionen zu beobachten, während bei Anleihen Relative-Value-Trades (etwa Zinskurve in den USA versus Europa) aufgebaut werden. Das Bruttoengagement liegt auf erhöhtem Niveau, was die starke Überzeugung der Fondsmanager unterstreicht. Besonders gilt dies für die Event Driven- und Equity Long/Short-Strategien.“ Der HFRX Global Hedge Fund Index gab im März um 0,2% nach. Er ist damit seit Jahresbeginn um 1,1% gestiegen (auf USD-Basis). Die HFRX-Indizes für die einzelnen Strategien legten seit Jahresbeginn um 2,8% (Event Driven), 1,2% (Equity Hedge) und 0,9% (Relative Value) zu. Der HFRX Macro/CTA Index verlor dagegen 1,0% (jeweils auf USD-Basis).

GAM sieht weiterhin Chancen für Strategien mit Aktienbezug, so Lawler. „Event Driven- und Equity Long/Short-Fonds sind mit den wechselhaften Verhältnissen im März gut zurechtgekommen. Ihr volles Bruttoengagement zeugt von den positiven Erwartungen. Im vergangenen Jahr war das Nettoengagement dieser Fonds höher als jetzt. Entsprechend sind wir auch der Meinung, dass es 2014 ganz wesentlich auf die Relative-Value-Positionierung, die Einzeltitel- und die Branchenselektion ankommt – mit einer einfachen Long-Positionierung im breiten Markt-Beta dürfte es sicher nicht getan sein.“

Laut GAM hat die Nachfrage nach Staats- und Unternehmensanleihen viele Anleger in diesem Quartal überrascht. „Angesichts der starken Performance im vergangenen Jahr und der engen Spreads sah der Markt kein üppiges Kurspotenzial mehr für Unternehmensanleihen in diesem Jahr“, sagt Lawler. „Im ersten Quartal war die Nachfrage nach Zinspapieren bemerkenswert groß, und die Käufe von Unternehmens- und selbst Staatsanleihen bewegten sich auf hohem Niveau. Das starke Interesse führte dazu, dass bei den Konditionen von Neuemissionen auf dem Kreditmarkt übertrieben viel akzeptiert wird. Fed-Chefin Yellen wies auf diese Gefahr hin, als sie die sinkenden Standards bei der Ausgabe von Anleihen kritisierte und vor solchen „Covenant light“-Emissionen warnte. Wir sehen die Perspektiven für Unternehmensanleihen momentan nicht pessimistisch. In Anbetracht der geringen Renditeaufschläge, der für Anleger oft negativen Konditionen und des Risikos, dass dieser Markt im Fall einer Flucht in sichere Häfen nicht sehr liquide ist, üben wir jedoch Zurückhaltung.“

Die Global-Macro-Fonds waren im ersten Quartal mit ihren wichtigsten Trades erfolglos. Einige von ihnen bauten deshalb zusätzliche Positionen in Relative-Value-Trades auf, wie Lawler berichtet. „Zurzeit erhalten Relative-Value-Trades mehr Gewicht in den Portfolios. Das liegt zum Teil daran, dass die direktionalen Trades, von denen sich die Fondsmanager so viel erhofft hatten, im ersten Quartal trotz der guten Argumente nicht das gewünschte Resultat gebracht haben. Später im Jahr könnten einige dieser größeren Trades, wie etwa Long-Positionierung im US-Dollar, Reflation in Japan und möglicher Wachstumsrückgang in China, noch lukrativ werden. Während die Fonds bei solchen direktionalen Trades erst einmal abwarten, sehen sie nun – vor dem Hintergrund der weltweit unterschiedlichen Entwicklung der Geldpolitik – mehr Möglichkeiten für Trades, die Zinskurven, Volatilität und Relative Value an den Anleihenmärkten zum Gegenstand haben.

Schwellenländer: Bieten sich trotz Risiken Einstiegschancen?

Peter Marber, Leiter Schwellenländerinvestments bei Loomis, Sayles & Company mit einem Ausblick auf die Entwicklung der Schwellenländer: Bieten sich trotz Risiken Einstiegschancen?

Das konjunkturelle Umfeld sowie das Anlagepotenzial der Schwellenländermärkte werden oftmals durch die öffentliche Politik in dem entsprechenden Land bestimmt. Nehmen wir beispielsweise die koreanische Halbinsel: Vor über 60 Jahren wurde ein ganzes Land einfach in der Mitte geteilt. Der Norden entschied sich für ein abgeschottetes, streng kommunistisches Regime, während der Süden ein auf Bildung, Export und Integration basierendes Modell wählte. Zwei Generationen später verfügt Südkorea über rund 17-mal so viel Kapital wie der Norden. Parallel dazu liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Südkoreaner um zehn Jahre über der ihrer nordkoreanischen Nachbarn. Außerdem stammen prozentual betrachtet die meisten Universitätsabsolventen weltweit aus Südkorea.


Die strategischen Modelle sind unmittelbare Folge der politischen Entwicklungen und 2014 markiert eines der wichtigsten Wahljahre in den Schwellenländern. So werden die Wähler in über 40 Staaten, auf die insgesamt 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entfallen, an die Urnen gerufen. Zu den Kernmärkten zählen: die Türkei (März), Südafrika (April bis Juli), Indien (Mai), Indonesien (Juli) und Brasilien (Oktober). Insgesamt repräsentieren diese Länder rund 40 Prozent der Indizes für Schwellenländeranleihen sowie über 25 Prozent der entsprechenden Aktienindizes. 

Diese Wahlen sind deshalb von so großer Bedeutung, weil sie angesichts der zurzeit schleppenden Tendenz der Weltwirtschaft politische Veränderungen zur Folge haben können.  Diese könnten die künftigen Entwicklungen beeinflussen. Vergleicht man das aktuelle Umfeld mit der Situation von vor zehn Jahren, so haben die meisten Staaten derzeit mit einem heftigeren konjunkturellen Gegenwind zu kämpfen. So ist beispielsweise das BIP von seinen Höchstständen von vor 2008 inzwischen im Allgemeinen um etwa 40 Prozent gesunken. Darüber hinaus sorgen die gestiegenen US-Zinsen, die ausgehend von ihren Tiefs mittlerweile um rund 80 bis 100 Basispunkte nach oben geklettert sind, dafür, dass auch das externe Umfeld aktuell nicht mehr so attraktiv ist. Deshalb scheuen ausländische Investoren inzwischen vor Engagements an den Schwellenländermärkten zurück. Gleichzeitig haben sich die Zinsdifferenzen von Staats- und Unternehmensanleihen gegenüber ihren Nachkrisen-Niveaus um rund 100 Basispunkte ausgeweitet. An den Aktienmärkten der Schwellenländer wiederum kam es bei vielen institutionellen Investoren zuletzt zu einem rasanten Stimmungsumschwung. 

So haben sich die Kapitalströme bei Schwellenländeraktien im letzten Jahr umgekehrt. Eine von der Bank of America Merrill Lynch unter Investoren durchgeführte Umfrage belegte, dass der Trend hin zu einer Übergewichtung in Schwellenländeraktien, der von 2003 bis 2012 über zehn Jahre zu beobachten war, im Jahr 2013 plötzlich abgerissen ist. 

Die Politiker in diesen Staaten stecken in der Zwickmühle: Da wären zum einen die ausländischen Investoren, die oftmals unrealistische Reformen zur Eindämmung der Inflation sowie zur Ankurbelung des Wachstums fordern. Auf der anderen Seite steht die aufstrebende lokale Mittelschicht, die zunehmend bessere staatliche Leistungen verlangt. Zusätzlich verschärft werden diese Probleme vor Ort durch so genannte „Mega-Kräfte“, die von den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – den USA und China – ausgehen. So haben externe Faktoren, wie das schleppende Wirtschaftswachstum in China oder die Reduzierung der quantitativen Lockerung durch die Fed, vielen Investoren die strukturelle Anfälligkeit einiger Staaten vor Augen geführt. Gemeint sind solche Länder, denen es während der bis 2008 anhaltenden Euphorie nicht gelungen ist, grundlegende Reformen umzusetzen. Dies hat aber nun zur Folge, dass die Unzufriedenheit wächst. 

Viel Lärm um nichts?

Mit Blick auf das Jahr 2014 ist besonders interessant, dass die meisten Analysten die Auffassung vertreten, dass sich bei etwa 75 Prozent der in den Schwellenländern anstehenden Wahlen die derzeitigen Amtsinhaber durchsetzen werden. Allerdings dürften viele dieser wiedergewählten Regierungen in ihrer zweiten Amtszeit machttechnisch etwas geschwächt sein und außerdem weiterhin mit konjunkturellen Problemen zu kämpfen haben. Obwohl vor den Wahlen vermutlich einige Versprechen das Wachstum zu fördern gemacht werden, dürften die Gewinner dann aber letztlich über einen nur begrenzten fiskalischen Handlungsspielraum verfügen, um die Forderungen lokaler und internationaler Anleger wirklich zu erfüllen. Aus diesem Grund dürfte sich die Umsetzung grundlegender Reformen als äußerst schwierig erweisen. Darüber hinaus haben wir es trotz der jüngsten Verkaufswellen sowie der politischen Unruhen, die 2014 zu beobachten waren, in keinem führenden Schwellenland mit einer Solvenzkrise zu tun, wie es etwa Mitte der 1990er Jahre der Fall war. Deshalb dürfte vielen Politikern die Dringlichkeit umgehender Reformen auch nicht wirklich bewusst sein, so dass es bei der grundsätzlichen politischen Marschrichtung möglicherweise keine bemerkenswerten Veränderungen geben wird.

Schwellenländermärkte: Günstiger Kaufzeitpunkt?

Derweil machen Wertpapiere aus den Schwellenländern auf Basis ihrer Bewertungen einen attraktiven Eindruck. So bieten die entsprechenden Anleihen- und Devisenmärkte bei einer vergleichsweise besseren Bonität derzeit höhere Renditen als US-Papiere, die per Mitte März relativ teuer bewertet wirkten.

Aus von JP Morgan durchgeführten Erhebungen geht hervor, dass mit BB eingestufte Schwellenländeranleihen momentan höhere Renditen abwerfen als mit B geratete US-Industriepapiere. Gleichzeitig bieten Schwellenländeranleihen mit Investmentstatus etwa doppelt so hohe Renditen wie US-Industriewerte mit vergleichbarer Bonität. So beträgt die Zinsdifferenz der letztgenannten Papiere gegenüber US-Staatsanleihen 130 Basispunkte, während der Credit-Spread von Schwellenländeranleihen mit Investmentstatus rund 260 Basispunkte beträgt. 

Parallel dazu werden Schwellenländeraktien derzeit mit einem Abschlag auf ihr KGV gehandelt, der so hoch ist wie seit 2004/2005 nicht mehr. Denn während das KGV an den Börsenplätzen der USA sowie Europas momentan bei rund 16 liegt, entspricht das KGV der Schwellenländermärkte mit ungefähr 10 weniger als zwei Dritteln dieses Niveaus.

Ein Blick hinter die Kulissen

Bislang war die Nachrichtenlage im Jahr 2014 für die Schwellenländermärkte wirklich miserabel: der plötzliche Konjunkturabschwung in China, die überall aufkommenden Proteste – von Ägypten über die Türkei bis nach Thailand – sowie die Krim-Krise in der Ukraine. Die anstehenden Wahlen befeuern diese Schlagzeilen noch weiter, so dass es Anlegern schwer fallen dürfte, aus dem lauten Grundrauschen die wirklich wichtigen Signale herauszufiltern. Eines muss man aber ganz grundsätzlich im Hinterkopf behalten: Die aktuelle Lage an diesen Märkten unterscheidet sich deutlich von der, mit der wir es noch vor 10 oder 20 Jahren zu tun hatten. Angesichts einer niedrigen Inflation, produktiverer Arbeitskräfte, in Hartwährungen laufender Devisenreserven von 8 Bio. US-Dollar sowie höheren Wachstumsraten, als in den USA und Europa, sind die meisten Schwellenländer günstiger positioniert, mit einem mäßigen Wachstumsumfeld fertig zu werden, als bisher. Anleger, die sich auch dann in risikobehafteten Anlageformen wie Schwellenländerpapieren engagiert haben, wenn diese nicht „en vogue“ waren, wurden im Laufe der Zeit oft großzügig belohnt. Denn mit der Zeit weicht die Stimmungslage den tatsächlichen Fundamentaldaten und Bewertungen. Dieses Jahr könnte daher interessante Möglichkeiten bieten, solche Vermögenswerte zu erwerben. 

Über Loomis Sayles

Seit 1926 ist Loomis, Sayles & Company Spezialist für Vermögensanlagen institutioneller Investoren ebenso wie von in Publikumsfonds investierten Privatanlegern weltweit. Die Investmentteams des Hauses verknüpfen gründliches und unabhängiges Research mit einer systematischen Risikoanalyse, um fundierte Anlageentscheidungen treffen zu können. Ein Team besteht jeweils aus Portfoliomanagern, Researchanalysten und Händlern. Risiken werden strategisch bewertet und nur mit Augenmaß eingegangen. Dadurch identifizieren die Teams günstige Anlagechancen – unabhängig davon, in welchem Bereich sich diese gerade bieten – von traditionellen Anlageklassen bis hin zu einer breiten Palette innovativer, alternativer Anlageinstrumente. Mit Weitblick und Flexibilität identifiziert Loomis Sayles sowohl an breiten Märkten als auch in engen Nischensegmenten Anlagechancen, um für Kunden attraktive Renditen zu erzielen. Das Unternehmen verwaltet mittlerweile Anlagegelder in Höhe von 200 Mrd. US-Dollar. (Stand: 31. Dezember 2013).

Candriam: Russland/ Ukraine - Risiko oder Chance für Anleger?

Die Lage auf der Krim wirft viele Fragen auf, vor allem für institutionelle Investoren mit Anlagen in den aufstrebenden europäischen Ländern, meint Philip Scrève, Senior Fund Manager Emerging Markets bei Candriam

Viele internationale Investoren haben sich zurückgezogen, weil zu den wirtschaftlichen noch politische Risiken hinzukamen. Der Westen erwägt aktuell härtere Sanktionen gegen Russland. Am stärksten getroffen wurde bislang der russische Aktienmarkt. Neben russischen Unternehmen verzeichneten auch Firmen Verluste, die in der Ukraine oder in Russland aktiv sind. Sollten Investoren jetzt mutig sein und die Schwäche nutzen? Oder sollten sie abwarten, bis die aktuelle Lage überschaubarer wird?

Die Ukraine: schon immer zwischen Ost und West

Wegen der Vorbehalte gegenüber dem alten Regime, der prekären Finanzlage und dem Bruch zwischen Ost und West gab es seit der Unabhängigkeit 1991 fast keine Investitionen in die Ukraine. Das Vermögen im Land liegt durch die Regierungswechsel und die hohe Korruption in den Händen weniger, während die breite Bevölkerung verarmt. Da überrascht es nicht, dass die Menschen auf die Straßen gegangen sind – angelockt von den Versprechen eines EU-Beitritts und vom Traum einer baldigen Wende zum Besseren.

In der aktuellen Situation sollte man nicht vergessen, wodurch der aktuelle Konflikt entstanden ist: durch die Weigerung oder Unfähigkeit der Ukraine, sich zwischen dem Osten und dem Westen zu entscheiden. Das Land sieht sich selbst als Brücke zwischen West- und Osteuropa. Wenn man die Ukraine jetzt zwingt, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen, wird sie sich zwangsläufig noch weiter spalten. Die Diskussion über den Partnerschaftsvertrag mit der EU war deshalb so langwierig und schwierig, weil das frühere Regime die Vorteile einer solchen Partnerschaft, vor allem die finanziellen, als nicht genügend eingestuft hatte. Aus volkswirtschaftlicher Sicht würde ein Wirtschaftsabkommen zu erhöhten billigen Importen aus dem Westen führen und die veraltete und nicht wettbewerbsfähige ukrainische Industrie schädigen. Als Folge würde auch der russische Markt geschlossen und die Ukraine damit vom billigen russischen Erdgas abgekappt werden.

Der Partnerschaftsvertrag mit der EU steht im direkten Wettbewerb zu Russlands Eurasien-Projekt. Die von Putin angestrebte Eurasische Union soll die wirtschaftliche und strategische Zusammenarbeit von Russland, Belarus, der Ukraine und Zentralasien fördern. Die Idee dazu entstand aus der Enttäuschung über die Expansion der NATO nach Osten heraus und weil Russlands am Westen orientierte Politik unter Jelzin weder wirtschaftlich noch politisch erfolgreich war. Die russische und ukrainische Industrie sind eng verflochten und die Ukraine ist zu einem gewissen Grad von billigem russischen Gas und Exporten nach Russland abhängig. Das gilt insbesondere für den Osten des Landes. Das Angebot Russlands vor dem Sturz von Janukowitsch, 15 Milliarden US-Dollar für den Beitritt der Ukraine zur Eurasischen Union bereitzustellen, zeigt, wie wichtig das Land als wichtigste Transitstrecke für russisches Gas nach Europa und Basis der russischen Schwarzmeerflotte ist.

Russland betrachtet die jüngsten Ereignisse in der Ukraine mit großem Misstrauen: Schon in der Vergangenheit hat der Westen frühere Satellitenstaaten der Sowjetunion „geschluckt“, häufig ohne Rücksicht auf die dort lebenden russischen Minderheiten. Die Entwicklungen auf der Krim zeigen, wie unzufrieden ihre Bewohner mit der neuen Regierung in Kiew sind und dass sie fürchten, bald zu Bürgern zweiter Klasse zu werden. Deshalb haben sie der Abspaltung von der Ukraine zugestimmt. Trotz der großen Worte aus dem Westen und dem Medienrummel um mögliche Sanktionen scheinen die meisten bereits akzeptiert zu haben, dass die Krim wieder Teil von Russland wird. Das Risiko ist, dass die Krim damit einen Präzedenzfall geschaffen hat. In vielen Regionen und Ländern, so zum Beispiel im Osten und Süden der Ukraine, in Transnistrien, Lettland und Estland, gibt es ebenfalls große russische Minderheiten, die der Krim gerne folgen würden. In den größeren Industriestädten in der östlichen Ukraine finden noch immer pro-russische Demonstrationen statt. Transnistrien, eine Enklave zwischen Moldawien und der Ukraine, hat bereits einen Anschluss an Russland beantragt. Das Risiko einer weiteren Eskalation dürfte also auch in Zukunft für turbulente Märkte sorgen.

Die Wahlen am 25. Mai 2014 könnten die Lage etwas entspannen. Dennoch bleibt abzuwarten, ob eine Regierung gebildet wird, die vom Osten und Westen der Ukraine gleichermaßen akzeptiert wird und die einen Weg aus der Krise findet. Damit sich die Ukraine nicht spaltet, werden weitere Verfassungsänderungen notwendig sein, die beiden Landeshälften mehr Autonomie gewähren. Im wirtschaftlich stärkeren Osten liegt der größte Teil der ukrainischen (Schwer)industrie. Und dort gibt es eine große russischsprachige Bevölkerung. Die Ostukraine wird also wohl kaum eine Regierung in Kiew finanzieren, die sie als feindselig betrachtet.

Westliche Sanktionen: ein echtes Risiko für den russischen Aktienmarkt?

Unterdessen dürfte der russische Aktienmarkt von drohenden Sanktionen und einer Isolierung ausgebremst werden. Dennoch ist zweifelhaft, ob Sanktionen in Zeiten der Globalisierung wirklich wirken – zumal Russland in erster Linie Rohstoffe exportiert, von denen der Westen zum Teil abhängig ist. Manchen russischen Unternehmen und Sektoren mögen Sanktionen schaden, weil sie höhere Kosten bedeuten, aber natürlich kann man sie leicht umgehen. Russland ist zwar in einigen Bereichen von westlicher Technologie abhängig, kann aber Alternativen finden. Am Ende dürften Sanktionen beiden Seiten schaden: Das russische Wirtschaftswachstum wird vermutlich leiden, ebenso das westeuropäische, weil lukrative Exportmärkte verlorengehen.

Das Kräfteverhältnis zwischen Russland und dem Westen verschiebt sich allmählich. Ein wiedererstarkendes Russland wird wohl kaum zulassen, dass eine geostrategisch wichtige frühere Sowjetrepublik vollends ins westliche Lager wechselt. Damit wird der Westen leben müssen. Sanktionen und Isolationsversuche werden Russland dazu treiben, sich noch weiter in Richtung Osten zu orientieren, weg von Europa. Europa aber bleibt abhängig vom russischen Gas, erst Recht die Ukraine. Zwar werden oft Schiefergas und Flüssiggas als Lösung dieses Abhängigkeitsproblems angeführt, aber deren Förderung erfordert enorme Investitionen und hohe Gaspreise, um wirtschaftlich sinnvoll zu sein.

Die Bewertungen russischer Aktien sind mittlerweile so niedrig wie zuletzt während des Russland- Georgien-Konflikts im August 2008. Die Angst vor Sanktionen ist vorrangig ein psychologisches Problem. Echte Wirtschaftssanktionen sind unwahrscheinlich, weil sie Westeuropa mehr schadeten als Russland. Aber auch Russland müsste ein schwächeres Wachstum befürchten. Das russische Wachstum war in den letzten Jahren rückläufig und dürfte auch in naher Zukunft schwächeln. Es gibt zwar Reformen, aber sie werden wohl erst langfristig Erfolge zeitigen. Fallende Ölpreise und/oder schwache Emerging Markets könnten das Wachstum noch stärker belasten.

Im derzeitigen Umfeld sind russische Aktien nicht unsere erste Wahl. Dennoch sind russische Unternehmen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern in der Region relativ rentabel und zudem sehr günstig bewertet. Der Rubel und die ukrainische Hrywnja haben seit Jahresanfang um 10 Prozent abgewertet. Und obwohl Russland solide Staatsfinanzen aufweist, haben russische Unternehmen relativ hohe Auslandsschulden. Der schwächere Rubel ist zweifellos gut für Exporteure, die ihre Umsätze in Dollar erzielen und ihre Kosten mit Rubel zahlen. Aber wegen der hohen Grenzsteuersätze dürfte dies vor allem dem Staat zugutekommen. Alles in allem dürfte ein schwächerer Rubel die Wettbewerbsposition Russlands aber stärken und der Inlandsproduktion einen Schub geben.

Einzelwertauswahl: Nasdaq-Unternehmen profitieren von der Abwertung lokaler Währungen

Wer mutig genug ist, könnte einige Unternehmen ins Auge fassen, die sich auch in der zurzeit schwierigen Phase gut entwickeln. Viele an der Nasdaq notierte IT-Unternehmen, wie EPAM Systems oder Luxoft Holding, wachsen weiter stark und erzielen den größten Teil ihrer Umsätze im Westen, während ihre Servicezentren über Zentral- und Osteuropa verteilt sind. Sie profitieren zweifellos von der Abwertung der lokalen Währungen. Interessant könnte auch der sehr rentable und vertikal integrierte Geflügelzüchter MHP sein, dessen Farmen sich zum Teil auf der Krim befinden, was einen besseren Zugang zum russischen Markt bedeuten dürfte. Als letztes wäre vielleicht noch die große russische Einzelhandelskette Magnit zu nennen, deren Aktienkurs analog zum Gesamtmarkt um 20 Prozent gefallen ist. Wer hier investiert, platziert eine relativ defensive Wette auf die Erholung russischer Aktien.

ETF Securities Marktüberblick KW14

Im Fokus der Marktteilnehmer lag über die Vorwoche weiterhin die Krise in der Ukraine. Während die USA und Russland Gespräche führten, um Optionen zu einer nicht-invasiven Krisenlösung zu finden, beruhigte sich die pessimistische Haltung der Investoren. Die Möglichkeit von Versorgungsstörungen in Russland ließ den Weizenpreis weiter ansteigen und niedrige Temperaturen in den USA trieben den Preis für Erdgas und Kohle nach oben. Die US-Wirtschaft scheint sich stetig zu erholen, wobei die schwachen Wirtschaftsdaten vom Jahresbeginn wahrscheinlich nur eine wetterbedingte Abweichung darstellen. Zyklische Anlagen, wie Industriemetalle, etablierte Aktientitel und der US-Dollar, sollten bei andauerndem US-Wirtschaftswachstum positiv performen, wobei Gold eine der besten Möglichkeiten darstellt, sich gegen eine Abweichung dieses Szenarios abzusichern.

Rohstoffe

Industriell genutzte Edelmetalle, vor allem Platin und Silber, standen einer starken Nachfrage gegenüber und Long-ETPs auf diese Rohstoffe verzeichneten Zuflüsse von 41 Mio. USD (ETFS Physical Platinum, WKN: A0N62D; ETFS Physical Silver, WKN: A0N62F). Obwohl die Korrelation zwischen Gold und Silber historisch sehr hoch ist, könnte sich der Silberpreis abkoppeln, sollte die Industrienachfrage weiter stark ansteigen, meint Bernhard Wenger von ETF Securities. Platin und Palladium profitierten dieses Jahr von dem Streik der Minenarbeiter in Südafrika, der nun in die 10. Woche geht und bereits ein Produktionsdefizit von 800,000 Unzen verursacht hat (14% des weltweiten Angebots). Mögliche Versorgungsprobleme Russlands, durch die Krise auf der Krim Halbinsel hervorgerufen, wirken ebenfalls preistreibend. Mit der bevorstehenden Frühjahraussaat nehmen Investoren mehr Agrarrohstoffe in ihre Portfolios auf und bei ETFS Agriculture (WKN: A0KRKB) und ETFS Grains (WKN: A0KRKF) kam es in der Vorwoche zu den stärksten Zuflüssen seit etwa einem Jahr, insgesamt ca. 11,7 Mio. USD. Bernhard Wenger sieht hierbei vor allem die Dürreperioden und außergewöhnliche Wetterlagen für die steigenden Preise von Agrarrohstoffen verantwortlich. Die Situation könnte laut Meteorologen in diesem Jahr durch ein bevorstehendes El Niño Wetterereignis beeinflusst werden. Verstärkt positionierten sich Investoren auch in WTI, auf Basis niedriger US-Lagerbestände und der anstehenden Reisesaison in den USA. Hierbei erreichten die Zuflüsse in Long-WTI ETPs mit 31 Mio. USD ein 5-Monatshoch. Der Preis für Henry Hub Erdgas stieg in der Vorwoche aufgrund von niedrigen Temperaturen im Osten der USA und Hoffnungen, dass Sanktionen der USA gegen Russland die Nachfrage nach LNG antreiben könnte, um 4,2% an. Hierbei kann man jedoch von keiner raschen Entwicklung ausgehen, da die Regierungsbestimmungen und Zeitrahmen, um die dafür benötigte Infrastruktur einzurichten, berücksichtigt werden müssen.

Aktien

Der hohe Heizbedarf aufgrund der niedrigen Temperaturen und der hohe Preis von Erdgas haben die Nachfrage nach Kohle angetrieben und in der Vorwoche zu einem Anstieg von 4% bei Aktientitel auf Kohlenminenbetreiber geführt. Anders war die Entwicklung für Goldminenbetreiber, die unter dem schwachen Goldpreis leiden. Der DAXglobal Alternative Energy Index (ETFS DAXglobal Alternative Energy GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M9) verzeichnete einen Anstieg von 1,5%, nachdem der Aktienpreis von First Solar aufgrund der Bekanntgabe von großen Wachstumsprojekten stark angestiegen ist. Insgesamt kam es zu einer positiven Entwicklung auf den europäischen Aktienmärkten, trotz eher schwachen Wirtschaftsdaten. Die chinesischen Fertigungsdaten stellen weiterhin einen Schlüsselwert für die globalen Aktienmärkte dar.

Währungen

Der Australische- und auch Neuseeländische-Dollar waren die besten G10 Performer in der Vorwoche. Grund dafür sind Anzeichen für steigendes Wirtschaftswachstum in den beiden Ländern. Während die neuseeländische Zentralbank die erste große Zentralbank war, die die Zinsraten aufgrund des steigenden Wirtschaftswachstums erhöhte, wird die Währung vermutlich von den Entscheidungsträgern im Anstieg begrenzt werden, da sie als zu stark angesehen wird und dem Export schaden könnte. Australien wird wahrscheinlich eine ähnliche Richtung bei seiner Währungspolitik einschlagen. Obwohl man davon ausgeht, dass die Europäische Zentralbank keine Änderung ihrer Währungspolitik bekanntgeben wird, scheint eine weitere Abschwächung des Euro wahrscheinlich. Der USD scheint wiederum von der relativen Schwäche der G10 Währungen profitieren zu können und eine positive Entwicklung der US-Beschäftigungsdaten könnte diese Entwicklung weiter vorantreiben.