MFS: Rentenmaerkte in der Warteschleife

Von Robert M. Hall, MFS Institutional Fixed-Income Portfolio ManagerDie Erwartungen vom Jahresbeginn haben sich nicht bestätigt und steigende US-Renditen blieben aus. Anfang dieses Jahres rechneten wir noch damit, dass in den USA das kräftige Wachstum und die anhaltende Normalisierung der Geldpolitik die Renditen steigen lassen und damit ein schwieriges Rentenmarktumfeld schaffen. Wir erwarteten, dass die Zinsstrukturkurve zunächst steiler würde, aber letztlich die kurzfristigen Zinsen stärker anziehen als die langfristigen – wenn die für Mitte 2015 erwartete erste Zinserhöhung Eingang in die Kurse fände.

Stattdessen zogen die amerikanischen Staatsanleihen nach schwachen Januardaten kräftig an und bewegen sich seitdem in einer außerordentlich engen Handelsspanne. Bei niedriger Aktien- und Zinsvolatilität gingen zudem die Spreads zurück. Diese Kombination hat den Rentenmärkten im laufenden Jahr zu höheren Erträgen verholfen, als zu Jahresbeginn erwartet.

Dennoch ist nach wie vor davon auszugehen, dass das Wachstum anzieht und infolgedessen die Zinsen steigen; allerdings nun mit einem etwas geringeren Anstieg der längerfristigen Zinsen. Außerdem sind die US-Konjunkturindikatoren, insbesondere die Arbeitsmarktzahlen, genau zu beobachten. Falls die Konjunkturdaten in den nächsten Monaten anzeigen, dass die Wachstumsschwäche im 1. Quartal nicht nur wetterbedingt war, könnten Marktteilnehmer, die auf höhere Zinsen spekulieren, kapitulieren und ihre Short-Positionen glattstellen.

Gesucht: Renten mit günstiger Bewertung

Außerhalb der USA bleibt abzuwarten, ob Inflationsdifferenzen und Unterschiede in der Geldpolitik weiter zu divergierenden Entwicklungen von Industrieländer-Staatsanleihen führen. Denkbar ist, dass die Renditen amerikanischer und britischer Staatsanleihen steigen, während die ihrer deutschen und japanischen Pendants fallen. Die großen Regionen befinden sich derzeit in unterschiedlichen Konjunkturphasen. Zu den Nachzüglern gehören einige Emerging Markets, deren Wachstum weiter enttäuscht.

Offen ist auch, wie sich die Ukraine-Krise auf die Kapitalmärkte auswirkt. Bisher haben die Credit-Märkte das Extremrisiko negativer wirtschaftlicher Konsequenzen einer möglichen Eskalation weitgehend ignoriert. Dieses Extremrisiko könnte jedoch eine Erklärung dafür sein, warum die Renditen von als sicher geltenden Staatsanleihen so niedrig sind.

Wir halten an den mehr oder weniger teuren Rentenmärkten weiter nach attraktiv bewerteten
Sektoren Ausschau. Dort haben die Anleger nach wie vor allen Grund, Renten zu halten. Sie brauchen ihre laufenden Erträge, ihre Kapitalstabilität und ihr Diversifikationspotenzial. Die Rentenmärkte zu meiden, bis sie durchweg billig sind, kommt für die meisten Anleger wohl nicht infrage.

Attraktiver Rentenmarktsektor: Emerging-Market-Anleihen

Wie so oft sind relativ attraktive Bewertungen in zurückgebliebenen Märkten zu finden. Emerging-Market-Anleihen sind zwar im laufenden Jahr Performancespitzenreiter, bieten aber nach ihrer unterdurchschnittlichen Entwicklung im Vorjahr immer noch einen attraktiven Renditevorteil. Die Assetklasse könnte daher höhere US-Renditen weitgehend verkraften. Voraussetzung ist aber, dass dabei die kurzfristigen Renditen stärker steigen als die langfristigen und nicht umgekehrt, wie zuletzt im Jahr 2013. Dass die Spreads der Emerging-Market-Anleihen wie letztes Jahr gleichauf mit den US-Renditen steigen, ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht auszuschließen. 

Ein erheblicher Teil der Zinsnormalisierung liegt nun hinter uns, und weitere Zinsanstiege scheinen allgemein erwartet zu werden. Das dürfte eine Spreadverengung bei auf Dollar lautenden Emerging-Market-Anleihen möglich machen. Wichtig ist, Emerging-Market-Anleihen nicht als homogene Assetklasse, sondern als heterogene Mischung von Credits mit sehr unterschiedlichen Risiko-Ertrags-Aussichten zu behandeln. Investoren sollten sich daher auf einzelne Länder mit guten Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen konzentrieren, statt in die Assetklasse als Ganzes zu investieren.

Bei Emerging-Market-Anleihen lauern Gefahren im gesamten Renditespektrum: Staatsanleihen mit relativ niedrigen Spreads könnten bei höheren US-Renditen unter Druck geraten. In Hochzinsländern besteht das Risiko in einer Bonitätsverschlechterung wie etwa in Venezuela. Es kommt also auf die Länderauswahl an. Um dabei Erfolg zu haben, müssen Anleger Unterschiede zwischen den Fundamentaldaten und der Bewertung erkennen können. Beispielsweise werden einige der Außenseiter des letzten Jahres (z.B. Indonesien –ein Land der „fragilen Fünf‘‘) attraktiver, da sie ihre außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte weiter abbauen.

Darüber hinaus scheint es vielversprechend zu sein, nach günstig bewerteten Einzeltiteln zu suchen. Viele Emerging-Market-Unternehmensanleihen sind von hoher Kreditqualität und zudem weniger zinssensitiv als Staatsanleihen. Da die Fed in nicht allzu ferner Zukunft den Leitzins erhöhen dürfte, bleiben wir gegenüber Lokalwährungsanleihen strategisch zurückhaltend. Taktisch wollen wir aber bei Ländern mit solider oder sich verbessernder Kapital- und Leistungsbilanz Währungschancen nutzen.

ETF Securities Marktüberblick KW 22

Die Märkte verliefen in der Vorwoche unruhig, da sich Investoren unsicher über das globale Wirtschaftswachstum und die Entwicklung der Ukraine-Krise sind. Auch die Vielzahl an Meldungen der Zentralbank sorgten für Unruhe trotz einer weiterhin vorsichtigen Haltung der Entscheidungsträger und damit expansiven Geldpolitik. Defensive Währungen wie der japanische Yen oder Schweizer Franken profitieren in diesem Umfeld. Die Preise von Agrarprodukten fielen aufgrund erhöhter Ernteerwartungen, während eine gestiegene Nachfrage und geopolitische Risiken zu einem Anstieg des Energiesektors führten.

Rohstoffe

Die Streiks in Südafrika drücken weiterhin auf den Markt für Platinmetalle und trieben in der Vorwoche den Preis von Platin um 1,4% an. ETFS Physical Platinum (WKN: A0N62D) verzeichnete mit 6,1 Mio. US-Dollar die stärksten Zuflüssen der letzten sechs Wochen. Johnson Matthey rechnet in dem aktuell veröffentlichtem Bericht mit einem Defizit von 1,2 Mio. Unzen an Platin und 1,6 Mio. Unzen an Palladium (0,9 bzw. 0,4 Mio. Unzen im Vorjahr). Auch wenn sich die Streiks lösen sollten, wird es dauern bis die Produktion wieder voll anfahren kann. Obwohl die drei größten Produzenten bereits versuchen sich vor dem Arbeitsgericht mit der Association of Mineworkers and Construction Union (AMCU) über die Lohnfragen zu einigen, befürchtet der CEO von Impala eine Weiterführung der Streiks.

Der Preis von WTI Rohöl stieg in der Vorwoche um 2,2% nachdem die US-Lagerbestände entgegen der Analystenerwartungen um 7,2 Mio. Barrel gesunken sind – dem stärksten Rückgang seit Anfang Januar. Laut dem Research Team von ETF Securities könnte dieser Rückgang den saisonalen Beginn der Fahrsaison in den USA eingeleitet haben und eine Basis für den weiteren Preisanstieg  von WTI bilden (ETFS WTI Crude Oil, WKN: A0KRJX).

Die Preise von Mais und Weizen fielen um 1,5% und 2,8% nachdem die USDA bekannt gab für 2014/15 einen Ernteüberschuss für Mais zu erwarten und verstärkter Regen die Weizenproduktion förderte. Dies wurde von Investoren als Investitionsmöglichkeit gesehen wodurch Long Corn ETPs Zuflüsse von 2,5 Mio. USD (ETFS Corn, WKN: A0KRJV) und Long Wheat ETPs Zuflüsse von 3,1 Mio. USD (ETFS Wheat, WKN: A0KRJ9) verzeichneten. Der Preis von Kaffee fiel in der Vorwoche um 6,6% nachdem Informationen von Conab, dass die Schäden durch die Dürre Anfang des Jahres nicht so schwerwiegend waren wie erwartet, weiter vom Markt verarbeitet wurden (ETFS Daily Short Sugar, WKN: A0V9X9).

Aktien

Der DAXglobal Alternative Energy Index stieg in der Vorwoche um 2,5% an, nachdem GCL, einer der größten Anbietern von Solarpanelen, eine Partnerschaft mit China unterzeichnete, Anlagen im Umfang von mehr als 4 Gigawatt über die kommenden Jahre zu errichten (ETFS DAXglobal Alternative Energy GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M9). Der DAXglobal Shipping Index stieg um 1,2% an, da sich das 1. Quartalsergebnis von A.P. Moller-Maersk, einer der führenden Schifffahrtsgesellschaften der Welt, aufgrund gestiegener Nachfrage nach Schifftransport zwischen Europa und Asien, fast verdoppelten (ETFS DAXglobal Shipping GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M4). Während die europäischen Aktienmärkte vor der Wahl des Europäischen Parlaments ruhig blieben, stiegen Aktien Mittelstands-Unternehmen, die z.B. durch den Russell 2000 Index abgebildet werden, stark an und übertrafen den S&P 500 um 33% (ETFS Russell 2000 US Small Cap GO UCITS ETF, WKN: A0Q8NE).


 

Währungen

Die überraschend positive Entwicklung der Wirtschaftsaktivität und geopolitischen Spannungen in der Ukraine/Russland-Krise trieben den Yen in der Vorwoche stark an, da sich Investoren absichern, oder ihre ausländischen Vermögenswerte abbauen. Während die kommenden Zahlen von Einzelhandel und Verbrauchern die aktuelle Wirtschaftslage deutlicher darstellen werden, bleiben die Investoren bei ihrer negativen Haltung. Der Britische Pfund ist von den Jahreshöchstständen zurückgegangen und bleibt  anfällig. Das Research Team von ETF Securities geht davon aus, dass der Großteil an positiven Informationen bereits im Preis enthalten ist und der Markt die Chancen von Zinserhöhungen in 2015 überschätzt. Die Englische Zentralbank hat auf die „erheblichen Kapazitätsreserven“ in Großbritannien hingewiesen, die jeglichen Preisdruck ausgleichen würden. Die Risiken aus dem Immobilienmarkt möchte die Englische Zentralbank scheinbar über die Zinssätze kontrollieren.

ETF Securities Marktüberblick KW21

Die Märkte zeigten sich in der Vorwoche wechselhaft. Einerseits drückte die weitere Anspannung der Situation zwischen Russland und der Ukraine auf den Euro, andererseits wurden zyklische Anlagen durch verbesserte US-Wirtschaftsdaten und weitere Unterstützung des chinesischen Stimulus Programms durch ranghohe Beamte angetrieben. Mit der ukrainischen Präsidentschaftswahl am 25. Mai sollten defensive Anlagen wie Schweizer Franken, Yen und Gold, sowie von Russland dominierte Rohstoffe wie Nickel und Palladium, im aktuellen Umfeld profitieren können.

Rohstoffe

Die bevorstehende Aussaat-Saison veranlasste Investoren dazu, sich verstärkt in Agrarprodukte zu positionieren. So kam es bei ETFS Agriculture (WKN: A0KRKB) mit 5 Mio. US-Dollar zu den stärksten Zuflüssen der letzten fünf Wochen, nachdem sich die Wahrscheinlichkeit eines El Nino Wetterphänomens weiter erhöht hatte. Selbst in Australien rechnet man mit einer 70%igen Wahrscheinlichkeit von diesem Ereignis zum ersten Mal seit vier Jahren wieder betroffen zu sein. Da die Preise der meisten Agrarrohstoffe durch die extremen Wetterbedingungen und damit verbundenen Produktionsschwierigkeiten steigen würden, versuchen sich Investoren diversifiziert zu positionieren. So kam es bei ETFS Corn (WKN: A0KRJV) und ETFS Soybeans (WKN: A0KRJ7) zu Zuflüssen von 2,9 bzw. 3 Mio. USD.

Der Preis von Palladium erreichte in der Vorwoche einen neuen Höchststand seit August 2011, nachdem die Streiks in Südafrika weiterhin andauern und mittlerweile gewaltsam wurden. Die Preise von Platin und Palladium konnten von dieser Situation profitieren, wobei Palladium zusätzlich von möglichen Sanktionen gegen Russland positiv beeinflusst wird, da das Land über 40% des globalen Palladiumangebots erzeugt. Sollten sich die Nachrichten vom letzten Freitag bewahrheiten, dass Russland Palladium zukaufen möchte, würde dies den Preis zusätzlich antreiben.

Der Preis von Nickel erreichte Anfang der Vorwoche, aufgrund von Angebotsbeschränkungen ein 27-Wochen-Hoch, fiel daraufhin jedoch um 11% innerhalb von zwei Tagen. Wegen der indonesischen Exportbeschränkungen und den möglichen Sanktionen gegen Russland war der Nickelpreis seit Jahresbeginn bereits um 35% gestiegen. Der Preissprung Anfang der Vorwoche wurde von vielen Investoren als zu extrem angesehen und der Preis korrigierte sich gegen Ende der Vorwoche.

Aktien

In der Vorwoche zeigten italienische Wirtschaftsdaten einen Rückgang des BIP im ersten Quartal von 0,1%, wodurch es zu einem starken Anstieg des FTSE MIB Super Short Strategy Index von etwa 13% kam. Da auch das französische BIP unter den Erwartungen lag, rechnet der Markt nun verstärkt mit Handlungen seitens der EZB und möglichen Stimuli, um die Eurozone zu unterstützen. Weiters führte die steigende Nachfrage des Transports von Erdölprodukten wie Benzin und Diesel, kurz vor der Fahrsaison im kommenden Sommer der nördlichen Hemisphäre, zu einem Anstieg des Schifffahrtsektors um 3%.

Währungen

Die Indische Rupie stieg, nach dem Wahlsieg von Modi’s Partei BJP und den optimistischen Erwartungen über eine daraus folgende Wirtschaftsentwicklung, stark an. Das Research Team von ETF Securities geht davon aus, dass die Rupie weiter steigen wird, da die BJP durch den Sieg ein Mandat erhalten hat, die Ausgaben für Infrastruktur sowie geschäfts- und investitionsfördernde Maßnahmen erheblich zu erhöhen. Während Japan überraschend positive Wirtschaftsdaten zeigte, geht man weiters davon aus, dass die Japanische Zentralbank an der expansiven Geldpolitik festhält und das USD/JPY Währungspaar mittelfristig gestärkt wird. Außerdem sieht man einen weiteren Rückgang des USD gegen den Britischen Pfund, mit einer zurückhaltenden Stellung der Englischen Nationalbank, die eher mit strafferen makropolitischen Maßnahmen als mit einer Zinserhöhung Sektoren wie den Wohnungsmarkt kontrollieren möchte. Das Problem für eine weitere Aufwertung des USD sind die Spannungen in der Ukraine. Sollten diese eskalieren, würden CHF und JPY profitieren.

Forward Deals? Spezialfonds führend

Welche Investoren kaufen sich wo und in welches Projekt mit einem Forward Deal ein? Diesen Fragen ist HOCHTIEF Projektentwicklung nachgegangen. Bis zurück zum Jahr 2008 hat das Unternehmen das Transaktionsgeschehen auf dem deutschen Immobilienmarkt in Augenschein genommen. Die Antworten, so meint Dr. Christoph Husmann, halten einige Überraschungen parat, geben aber auch ein gutes Bild von den Käufern und ihren jeweiligen Verhaltensmustern ab. Dabei fallen besonders die Spezialfonds auf, die recht beständig die Hauptrolle spielten und sowohl bei Wohnimmobilien als auch in den B-Standorten jeweils die Vorreiterrolle übernahmen.

Deutsche Investoren vorneweg

Zwar interessierten sich seit 2008 auch ausländische Käufer immer mal wieder für einen Forward Deal – sie nutzten für ihr Engagement meistens ein inländisches Investitionsvehikel. Doch überwiegend waren es deutsche Investoren, die sich bedienten.

Spezialfonds nach deutschem Recht für institutionelle Investoren erwiesen sich als die Hauptakteure, gefolgt von Pensionskassen und Versorgungswerken. Privatinvestoren und Stiftungen gelangten mit ihren Einkäufen auf den dritten Platz. Zusammen bringen es diese Investorengruppen im beobachteten Zeitraum auf mehr als 70 Prozent der registrierten Forward Deals.

Über die Jahre hinweg waren Spezialfonds relativ gleich stark aktiv. Pensionskassen und Versorgungswerke hingegen traten ab 2010 offensichtlicher in Erscheinung. Erst ab 2011 interessierten sich Privatinvestoren und Stiftungen deutlich mehr für Forward Deals.

Büro und Wohnen im Fokus

Während in den Jahren 2008 und 2009 über Forward Deals mehrheitlich Büroimmobilien eingekauft wurden, waren es zwischen 2010 und 2012 hauptsächlich Wohnimmobilien – insbesondere unter den Spezialfonds finden sich Vertreter, die nahezu ausschließlich in Wohnhäuser investierten. Im Jahr 2013 rückten dann wieder Bürogebäude stärker in den Fokus der Investoren.

Nach den Beobachtungen von HOCHTIEF Projektentwicklung war in etwa einem Fünftel der Bürohäuser zum Zeitpunkt des Kaufs noch nichts vermietet. Die meisten dieser „Leerkäufe“ fanden in den Jahren 2012 und 2013 statt.

Von den Top 7 in die B-Lagen

Bis zum Jahr 2012 favorisierten die Käufer bei ihren Forward Deals Immobilien an den Top 7-Standorten. Erst 2013 widmeten sich Investoren ein wenig mehr den B-Standorten – besonders gern griffen hier Spezialfonds zu. Zwar erwarben auch Privatinvestoren und Stiftungen dort das eine oder andere Objekt, bevorzugten allerdings die Top 7-Standorte, vor allem Hamburg und München. Pensionskassen und Versorgungswerke hingegen konnten sich in diesen Jahren kaum für B-Standorte erwärmen und verteilten ihre Käufergunst auf alle Top 7.

Ausblick

Angesichts der hohen Liquidität aller Käufergruppen können wir davon ausgehen, dass in diesem Jahr die Zahl der Forward Deals weiter zunehmen wird und sich 2014 beispielsweise auch Versicherungen oder offene Publikumsfonds stärker engagieren werden als bisher. Dabei werden Büroimmobilien tendenziell wieder eine größere Rolle spielen und sicherlich B-Standorte häufiger aufgesucht werden.

Natixis Global AM: Veraltete Infrastruktur eröffnet weltweit Chancen

Riesige Schlaglöcher, einbrechende Brücken und platzende Wasserleitungen auf Hauptgeschäftsstraßen sind in den USA ein alltäglicher Anblick. Angesichts dieser Lage ist es unbestritten, dass hier ein dringender Bedarf besteht, die veraltete Infrastruktur zu erneuern. Und dieser Bedarf ist nicht nur in den USA sichtbar, sondern an vielen Orten weltweit. Eine entsprechende Studie der World Health Organization (WHO) geht davon aus, dass derzeit annähernd 780 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser sind.

Um dem wachsenden Bedarf einer Modernisierung  gerecht zu werden, investieren Regierungen und Investoren weltweit verstärkt in unterschiedliche Infrastrukturprojekte. China beispielsweise wird im Rahmen seines Urbanisierungsplans in den kommenden zehn Jahren etwa sechs Billionen US-Dollar ausgeben. Großbritannien wird bis 2030 ebenfalls seine marode Infrastruktur erneuern müssen, was voraussichtlich durch öffentliche und private Investitionen in Höhe von 375 Mrd. US-Dollar bestritten wird. Brasilien verfolgt zur Vorbereitung der bevorstehenden Fußball-WM sowie der Olympischen Spiele im Jahr 2016 einen ehrgeizigen Fünfjahresplan: dieser veranschlagt Ausgaben in Höhe von 500 Mrd. US-Dollar für die Erneuerung. In den USA liegt ein Plan über 302 Mrd. US-Dollar für die nächsten vier Jahre vor, um Transportwege und Infrastruktur zu modernisieren. Zwei Experten von NGAM zeigen nachfolgend auf, in welchen Sektoren und Regionen sie den größten Bedarf einer moderneren Infrastruktur und gleichzeitig Chancen für Anleger ausmachen können.

Jörg Knaf, Managing Director Nordeuropa, Natixis Global Asset Management

Mit zunehmender Korrelation unter traditionellen Asset-Klassen ist es dringend notwendig, neue Ertragsquellen zu eruieren. Infrastrukturanlagen führen aufgrund des langfristigen Werterhalts nicht nur zu einem ausgewogenen Portfolio, sondern sind derzeit renditeträchtiger als Anleihen. Zusätzlich sorgen sie langfristig für einen stabileren Zahlungsstrom und agieren sogar als Inflations-Hedge.  

Stephen McCabe, Global Equity Analyst, Loomis, Sayles & Company 

Der weltweite Bedarf an einer neuen und verbesserten Infrastruktur bedeutet für viele Unternehmen auf der Welt vielversprechende Chancen. Von diesem Jahr an bis 2017 dürften etwa 7,5 Billionen US-Dollar in Infrastruktur-Projekte fließen. Die Ausgaben in diesem Bereich dürften 2017 schätzungsweise etwa um 50% höher liegen als 2012. (1.2 Billionen US-Dollar). Die Schwerpunkte werden dabei auf der Wasseraufbereitung, der Energiegewinnung sowie der Transportinfrastruktur liegen. Die meisten Projekte dürften in den USA, in China, dem nahen Osten sowie in Indien durchgeführt werden. Der US-Präsident Barack Obama plädierte erst kürzlich für notwendige Investitionen in Höhe von 302 Mrd. US-Dollar für Reparaturen der brüchigen US-Highways. Indien legt in seinem mittlerweile zwölften Fünfjahresplan fest, dass 1 Billion US-Dollar in Infrastruktur investiert werden sollen, mit einem hohen Anteil bei der Erneuerung des Transport-Netzwerks. Der nahe Osten will 80 Mrd. US-Dollar für Elektrizitätskapazitäten ausgeben und zusätzliche 185 Milliarden US-Dollar für das Transportnetzwerk. 

China hat wegen der Kohlenutzung mit einer starken Luftverschmutzung zu kämpfen. Die durch Kohlenutzung generierte Luftverschmutzung zwingt die Industrie zum Nachbessern. Die chinesische Regierung hat im letzten Jahr für den Umweltschutz 49 Mrd. US-Dollar ausgegeben. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die auch für 2014 vorgesehen ist. 

Raphaël Lance, Leiter erneuerbare Energien, Mirova

Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Segment Infrastruktur für den Sektor erneuerbare Energien in Europa zu einem wirklich bedeutsamen Industriezweig entwickelt. Diese Branche hat in erster Linie von dem Umstand profitiert, dass sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) verbindlich darauf verständigt haben, dass bis 2020 insgesamt 20% der Stromproduktion auf erneuerbaren Energien basieren soll, um so gegen den Klimawandel anzugehen. Dieser Anteil soll einem Vorschlag der EU-Kommission zufolge, der im Januar 2014 vorgelegt wurde, bis 2030 auf 27% steigen. Derartige Mandate haben dazu geführt, dass die Anlagechancen im Segment Infrastruktur für den Sektor erneuerbare Energien in Europa zuletzt zugenommen haben.

Die daraus resultierenden Subventionierungsprogramme wurden in den einzelnen EU-Staaten eingeführt, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Diese haben zudem die Kosten für Photovoltaik- und Windkraftanlagen aufgrund von Skaleneffekten sinken lassen. In der Folge ist dann erfreulicherweise auch der Bedarf an staatlichen Subventionen zurückgegangen. In immer mehr Segmenten können inzwischen sogar Projekte gänzlich ohne zusätzliche Fördergelder realisiert werden.

Aus unserer Sicht dürften Anleger, die in erneuerbare Energien-Projekte investiert haben, letzlich einen realen Vermögenswert mit einem attraktiven Risiko-/Ertragsprofil erzielen. Ein solches Investment ist eine Alternative zu Immobilieninvestments und weist gleichzeitig eine begrenzte Korrelation zu anderen alternativen Anlageformen auf.

Finanzierungs-Pipeline bei erneuerbaren Energien-Projekten

Laut dem Fachmagazin „Clean Energy Pipeline“ stiegen die Finanzierungsaktivitäten im Segment saubere Energien in Europa im Jahr 2013 um 4% auf insgesamt 35,2 Mrd. US-Dollar.(2012: 33,7 Mrd. US-Dollar). Dieser moderate Anstieg der Finanzierungsaktivitäten war auch auf einen 9%-igen Zuwachs bei den Finanzierungen von Onshore-Windanlagen zurückzuführen, die auf 12,1 Mrd. US-Dollar nach oben kletterten. Der Hauptgrund dafür waren kräftige Anstiege in Schweden (+48%) und Frankreich (+158%) sowie stabile Investitionen an den beiden größten Märkten für Onshore-Windprojekte in Europa – Großbritannien und Deutschland. 

Auch im Jahr 2014 werden Frankreich und Schweden für den Onshore-Windsektor sehr attraktive Märkte bleiben. Im Gegensatz dazu gingen die Finanzierungen für Solarprojekte im Jahr 2013 um 32% auf 7,4 Mrd. US-Dollar und damit auf das niedrigste Niveau seit 2010 zurück. Dieses Minus ist den historisch niedrigen Investitionen in Deutschland und Italien geschuldet, die auf Basis der installierten Anlagen die beiden größten europäischen Märkte für Photovoltaik-Projekte sind. In Deutschland haben sich die Finanzierungen für Solarprojekte im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Darin spiegeln sich auch die deutlichen Kürzungen bei den Vergütungen von eingespeistem Strom wider, die 2012 und 2013 in Deutschland vorgenommen wurden. In Italien sind diese Vergütungen ebenfalls massiv gesenkt worden, um so dem starken Rückgang der Projektkosten Rechnung zu tragen. Darüber hinaus war man in Italien besonders bestrebt, die Entwicklung großer Projekte seitens marktbeherrschender Versorger zu bremsen. Für die kommenden Monate rechnen wir damit, dass der Solarmarkt hauptsächlich dank privater Projekte wachsen wird. 

Eine Zusammenarbeit zwischen lokalen Unternehmen und führenden Industriekonzernen beim flächendeckenden Ausbau der Versorgung mit erneuerbaren Energien in Europa, könnte zu attraktiven Anlagechancen bei den erneuerbaren Energien führen. Es hat durchaus Vorteile für einen Investor, von Anfang an in den Bau eines Projekts involviert zu sein. So kann dieser etwa ein Aufgeld für das Errichtungsrisiko - und damit einen höheren Ertrag als allein aus dem Betrieb einer Anlage – vereinnahmen. Risiken  können durch vertragliche Garantien seitens der Anbieter sowie einen sorgfältigen Abgleich der Interessen mit denen des ursprünglichen Entwicklers begrenzt werden. Das daraus resultierende Risikoniveau kann im Vergleich zu den erzielten Erträgen dann durchaus sehr zufriedenstellend ausfallen.

Gute Anlagechancen in Frankreich und Skandinavien 

Die spannendsten Projekte findet man derzeit in Frankreich sowie in Skandinavien. Begünstigt werden sie durch positive Bedingungen, wie hohes Sonnenaufkommen im Süden Frankreichs, gute Windbedingungen in beiden Regionen, ein gut ausgebautes Stromnetz, die Nähe zum Verbraucher sowie Vorteile durch derzeit niedrige Strompreise, den politischen Druck, Atomkraftwerke nicht mehr zu fördern und einen sehr niedrigen Kohlepreis. 

In den letzten zwei Jahren fanden wir neben Frankreich insbesondere Schweden interessant. Ein erwähnenswertes Projekt ist der Windpark in Jadraas, Schweden. Dieser gehört zu den größten Onshore-Windparks Europas und die Finanzierungsstruktur war eine sehr innovative. Nach einer Klage in Frankreich gegen den bestehenden Einfütterungstarif waren die Errichtung neuer Windkraftprojekte 2012 und 2013 eingeschränkt. Das wird auch noch 2014 ein Thema bleiben. Wir rechnen damit, dass die Bereiche Solar in Frankreich und Wind in Skandinavien schneller wachsen werden, als der Gesamtmarkt Erneuerbare Energien.

MFS Konjunkturausblick: Globaler Ausfschwung unsicher

Im letzten Jahr deutete steigende Aktienmärkte und Anleiherenditen klar auf einen weltweiten Konjunkturaufschwung in diesem Jahr hin. Doch nach dem ersten Drittel des Jahres 2014 ist die Sache nicht mehr so eindeutig, meint Robert Spector, CFA, Institutional Portfolio Manager bei MFS Investment Management.

Der MSCI All Country World Index hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres 2,2 % zugelegt, was annualisiert immerhin einen hohen einstelligen Gewinn ergibt. Zudem haben sich an den Rentenmärkten Credits weiter überdurchschnittlich entwickelt. Das spricht auf den ersten Blick für einen weltweiten Konjunkturaufschwung. Doch Vorsicht: Der wahre Star sind die 30-jährigen US-Staatsanleihen. Sie liegen im laufenden Jahr mit 11 % im Plus – das sind annualisiert über 30 %. Genau das lässt Zweifel am Aufschwungszenario aufkommen, denn steigende Kurse amerikanischer Staatsanleihen gehen normalerweise mit Deflationsdruck und langsamerem Wachstum einher.

Wir erwarten nach wie vor, dass die Weltkonjunktur anzieht und die Wirtschaftspolitik risikoreichere Wertpapiere wie Credits und Aktien weiter stützt, aber auch die Anleiherenditen steigen lässt. Doch dieser Ausblick ist nicht sicher, weshalb bei einigen Fragen mehr Klarheit nötig ist. Fünf Punkte, auf die es ankommt:

Amerikas Aufschwung

Wir warten ab, ob sich die zuletzt besseren US-Konjunkturdaten weiter gut entwickeln. Im 1. Quartal stagnierte die Wirtschaft mehr oder weniger, was enttäuschte, aber teilweise am Wetter lag. Im März und April fielen die Daten besser aus. Besonders erfreulich war, dass im April 288.000 Stellen geschaffen wurden und die Arbeitslosenquote auf 6,3 % fiel.

Die Fed dürfte sich weder von der Konjunkturdelle im 1. Quartal noch von den besseren Arbeitsmarktzahlen beirren lassen und ihr Quantitative Easing (QE) wie geplant zurückfahren. Da der Beschäftigungsanstieg die Preise und Löhne offenbar nicht in die Höhe treibt, wird die Fed ihren Zinsausblick wohl nicht ändern. Die Finanzmärkte scheinen ihrer Ankündigung zu glauben, erst deutlich nach dem Ende von QE den Leitzins zu erhöhen, und erwarten den ersten Schritt Mitte 2015. Wenn es so weit ist, dürfte der Leitzins langsamer und auf ein niedrigeres Niveau angehoben werden als in der Vergangenheit. Falls aber der Arbeitsmarkt und die übrige Wirtschaft auf breiter Front anziehen und die Inflation steigt, könnten die Märkte am Zinsausblick der Fed zweifeln und eine vorzeitige Zinserhöhung erwarten.

Europas Inflation

Wir warten auch den nächsten Schritt der Europäischen Zentralbank ab. Sie ist für ein Währungsgebiet zuständig, das konjunkturell echte Fortschritte macht, aber noch mit Überschuldung kämpft. Gemessen an der außergewöhnlich niedrigen Jahresteuerung von 0,7 % (per 30. 04.2014) und der rückläufigen Kreditvergabe ist die Geldpolitik immer noch restriktiv. Die EZB hat zwar weitere Zinssenkungen und unkonventionelle Maßnahmen angedeutet, die die Konjunktur beleben und den Euro schwächen würden. Es ist aber zu befürchten, dass sie sich hierfür hohe Hürden setzt.

Japans Konsumsteuer

Wir beobachten, wie die japanische Wirtschaft auf die Mehrwertsteuererhöhung im April reagiert. Man muss mit einem Inflationsschub rechnen, der die Reallöhne unter Druck setzt. Sollte daraufhin das Wachstum nachlassen, würde die japanische Notenbank nach Meinung vieler Beobachter die Geldpolitik weiter lockern, was den Yen schwächen und die Aktienkurse beflügeln könnte. Wenn sich die japanischen Währungshüter jedoch mit Liquiditätsspritzen Zeit lassen – und vielleicht selbst eine abwartende Haltung einnehmen –könnte das die Finanzmärkte enttäuschen.

Chinas nächste Schritte

China muss genau beobachtet werden, zumal das BIP-Wachstum aufgrund schwacher Exporte und der verzögerten Wirkung vergangener Straffungsmaßnahmen unter 7,5 % zurückgegangen ist. Die Politik befindet sich offenbar in einem Dilemma. Mit aggressiven Konjunkturmaßnahmen könnte sie genau den Sektoren Auftrieb geben, in denen sie mit Strukturreformen Blasen bekämpft. Zuletzt hat man daher nur vorsichtig Wachstumsimpulse gesetzt, um ein noch schwächeres Wachstum zu verhindern. Die sanfte Unterstützung könnte dazu beigetragen haben, dass sich das Wachstum stabilisiert hat, was den Rohstoffpreisen zugutekam. Doch was tut China bei einem Wachstumseinbruch.

Russland und die Ukraine

Schließlich ist da noch der russisch-ukrainische Konflikt, der sich verschärfte, noch bevor die Tinte auf der Genfer Deeskalationsvereinbarung trocken war. Russland scheint immer mehr darauf aus zu sein, sich die Ukraine einzuverleiben, doch die Sanktionen der USA und der EU blieben halbherzig. Die Haltung der westlichen Regierungen zu den Aktivisten in der Ukraine bleibt ambivalent. Ein Krieg ist nicht auszuschließen – auch wenn er nur Verlierer haben wird.

Man on the Month: Japanische Notenbank könnte zum entscheidenden Impulsgeber werden

Seit Jahresbeginn scheinen sich die Finanzmärkte nicht für eine klare Richtung entscheiden zu können. Daran ändert auch die umfangreiche Liquidität, die die Notenbanken zur Verfügung stellen, bislang nichts. Aus Sicht von Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM, könnte jedoch die japanische Notenbank mittelfristig zum entscheidenden Impulsgeber werden. „Möglicherweise verfehlt Japan trotz des immensen monetären Stimulus des vergangenen Jahres das erwartete Inflationsziel von zwei Prozent. Dann stehen die Chancen gut, dass die japanische Notenbank ein weiteres Mal versuchen wird, die Wirtschaft mit einer Geldspritze anzukurbeln. Es ist davon auszugehen, dass der Euro in der Folge aufwerten würde. Wenn dann auch noch die Inflation in Europa weiter nahe dem Nullpunkt bleibt, dürfte sich die Europäische Zentralbank veranlasst sehen, ebenfalls unorthodoxe geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Ich gehe davon aus, dass auf ein derartiges Szenario wiederum die Märkte positiv reagieren werden.“

Kurzfristig dürfte die laufende Berichtssaison eine Rolle für die Aktienmärkte spielen. Denn Investoren werden wohl in Anbetracht der derzeit herrschenden Unsicherheit einen noch intensiveren Blick auf die Fundamentaldaten werfen. Das könnte zu einer generellen Veränderung der Risikowahrnehmung führen und eine stärkere Nachfrage nach defensiveren Werten erzeugen.

Besonders Equity Long-Short Manager hatten einige Schwierigkeiten im April

Insgesamt wies der HFRX Global Hedge Fund Index am Ende des Monats ein Minus von 0,73 Prozent auf. Dazu trugen hauptsächlich Equity Long-Short Manager bei. Dabei schlossen in Europa viele Fonds im Minus ab, während in den USA hauptsächlich jene betroffen waren, die auf Technologiewerte und auf Growth-Titel setzten. US-Manager, die in Value-Aktien investierten, zeigten eine gute Performance. Trotz des schwierigen Monats schlagen weiterhin zahlreiche Manager auf Jahressicht die Aktienindizes.

Managed Futures lagen leicht im Plus. Wesentliche positive Faktoren waren hier Erdgas und Agrarrohstoffe sowie Zinsen, während gerade die Aktienmärkte wenig zur Performance beitragen konnten.

Commodities Manager hatten einen wechselhaften Monat. Gut schnitten diejenigen ab, die auf das Thema Energie setzen, während es bei Managern mit dem Schwerpunkt Basismetalle aufgrund der wirtschaftlichen Daten aus China nicht ganz so gut lief.

Auch Credit Manager waren leicht positiv. Hier profitierten besonders die Long-Short Manager von Wertzuwächsen einzelner Positionen. Nicht zuletzt die Konstellation Fannie Mae und Freddie Mac, die schon seit Monaten für eine gute Performance sorgt, erfreut sich bei vielen Managern weiterhin großer Beliebtheit. 

ETF Securities Marktüberblick KW20

Die Krise in der Ukraine lag auch in der Vorwoche im Fokus der Investoren. Die illegale Volksbefragung im Osten der Ukraine, die über das Wochenende abgehalten wurde, könnte die Situation in der Region weiter zuspitzen und die Nachfrage für defensive Anlagen, wie Schweizer Franken, Japanischen Yen und Gold antreiben. Zusätzlich könnte sich auch der Preis für Palladium, Nickel, Weizen und Mais (wesentliche Exportprodukte der ehemaligen Sowjetunion) erhöhen, da mögliche Sanktionen und Unterbrechungen des Transports zu Angebotsengpässen führen könnten.

Rohstoffe

Die Krise in der Ukraine verleitet Investoren weiterhin dazu, Schutz in defensiven Anlagen wie Gold zu suchen. So verzeichneten Long Gold ETPs von ETF Securities (u.a. WKN: A0LP78) über die Vorwoche Zuflüsse von 36 Mio. US-Dollar. Laut dem Research Team von ETF Securities wird die ukrainische Präsidentschaftswahl am 25. Mai als erster Schritt in die richtige Richtung gesehen, während sich die ohnehin angespannte Situation in der Region weiter verschlechtert. Palladium und Nickel sollten am stärksten von einem möglichen Krieg zwischen der Ukraine und Russland profitieren, und auch Gold könnte sich als Absicherungsinvestment positiv entwickeln. Die Preise von Platinmetallen sind Anfang der Vorwoche, aufgrund der Krise in der Ukraine und den anhaltenden Streiks in Südafrika, stark angestiegen. Zum Ende der Woche korrigierten die Metalle nach Ankündigung von Truppenabzügen wieder tiefer. In Südafrika werden mittlerweile direkte Gespräche zwischen Minenbetreibern und Arbeitern geführt und man ist zuversichtlich, dass der Streik, der nun bereits in der 16. Woche ist, bald zu einem Ende kommen wird. Nachdem Vale, der weltweit zweitgrößte Nickelproduzent, in der Vorwoche seine Produktion in Neukaledonien aussetzen musste, stieg der Nickelpreis stark an und bei ETFS Nickel (WKN: A0KRJ4) kam es zu Zuflüssen von 5,6 Mio. USD. Nickel ist das Industriemetall mit der besten Performance seit Jahresbeginn (+ 40%). Gründe liegen vor allem im indonesischen Exportverbot und sinkenden Lagerbeständen in China. Trotz der bisherigen Entwicklung könnte eine weitere Anspannung der Situation in der Ukraine den Nickelpreis weiter antreiben. Darüber hinaus positionieren sich Investoren zurzeit stärker im Energiebereich, so kam es bei ETFS Longer Dated Energy (WKN: A0SVX4) zu Zuflüssen von 6 Mio. USD.

Aktien

Der FTSE 100 erreichte in der Vorwoche ein 10-Wochenhoch, nachdem die Fed-Vorsitzende Yellen eine Weiterführung der expansiven Gelpolitik und der EZB Präsident Draghi eine Bereitschaft für Handlungen des EZB-Rates bekanntgaben. Überraschende Ergebnisse von Vestas, dem weltweit größten Turbinenhersteller, verhalfen dem DAXglobal Alternative Energy Index zu einem Anstieg von 0,6% (ETFS DAXglobal Alt.Energy. WKN: A0Q8M9).

Währungen

Rohstoffwährungen zählten zu den besten Performern in der Vorwoche, nachdem die Korrelationen zu den zugrundeliegenden Rohstoffen aufgrund starker Wirtschaftsdaten und hoher Nachfrage aus China, angestiegen sind. Die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten sollte, zusammen mit den bestehenden geopolitischen Spannungen, Rohstoffe und Rohstoffwährungen in der nächsten Zeit unterstützen. Auch der Schweizer Franken und Japanische Yen sollten weiterhin Unterstützung durch die Situation in der Ukraine erhalten. Dennoch ist eine Erholung des USD, vor allem gegenüber dem Yen, bei einer Beruhigung der Lage wahrscheinlich. Dies auch aufgrund eines stabileren Wirtschaftswachstums und weiterer Reduktion der Stimuli, durch die Fed. Weiter konnten weder Euro noch Britischer Pfund in der Vorwoche die obere technische Barriere durchbrechen, nachdem der Euro nach dem EZB Treffen viel. Deflation und die eher zurückhaltende Haltung der EZB sollten weiteren Druck auf den Euro ausüben.

China Eckpfeiler bei Schwellenländer-Investments

Die große Party an den Emerging Markets scheint vorbei zu sein. Das ist jedoch kein Grund für eine Katerstimmung, findet Giordano Lombardo. Nach Ansicht des Group Chief Investment Officers von Pioneer Investments sind die Schwellenländer krisenresistenter geworden und bieten selektiv weiterhin Kaufgelegenheiten.

Nach einer Phase der Euphorie hat sich bei Investoren zuletzt Ernüchterung über die Entwicklung an den Emerging Markets breit gemacht. Droht erneut ein Zyklus mit hoher Volatilität und enttäuschenden Renditen, so wie es in den 90er Jahren zu beobachten war? Oder haben die Schwellenländer das Potential, in Zukunft gestärkt aus der aktuellen Umbruchphase hervorzugehen?

Kein Rückfall in den Krisenmodus der 90er

Aus heutiger Sicht erscheint eine Wiederholung der Asien- und Lateinamerikakrise der 90er Jahr nicht begründet. Die meisten Schwellenländer stehen derzeit deutlich besser da. Sowohl ihre Volkswirtschaften als auch ihre Finanzmärkte haben sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt und die Krisenanfälligkeit somit verringert.

Was die Finanzmärkte der Schwellenländer angeht, so verfügen diese heute über eine größere Ausgewogenheit und Stabilität. Waren die EM-Kapitalzuflüsse in den 90er Jahren vor allem auf kreditfinanzierte Bankaktivitäten aus den USA und Europa zurückzuführen, so steht die Investorenbasis heute auf einer deutlich breiteren Basis. Neben den Investitionen institutioneller Investoren engagierten sich zuletzt auch Privatanleger stärker in den Schwellenländern. Auch Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen spielen eine wichtige Rolle. Ihr Anteil an den Kapitaltransfers macht nach Angaben des Finanzstabilitätsrat des Internationalen Währungsfonds von April 2014 rund 60 Prozent der Kapitaltransfers aus und ist in den vergangenen zehn Jahren relativ stabil geblieben. Insgesamt führt die Verbreiterung der Investorenbasis zu einer verringerten Anfälligkeit der Finanzmärkte.

Ein weiterer großer Unterschied gegenüber den 90er Jahren liegt in der Verschuldungsstruktur der Schwellenländer. Damals war der Großteil der EM-Schulden in US-Dollar denominiert, was in Krisenzeiten verstärkt zu Instabilitäten führen konnte. Inzwischen hat sich dies grundlegend verändert. Laut JPM Local Market Guide von September 2013 beträgt der Anteil der in lokalen Währungen denominierten Staatsverschuldung rund 80 Prozent. Wenngleich zahlreiche Schwellenländer heute besser dastehen, ist ihre Anfälligkeit gegenüber Krisen natürlich nicht vollständig beseitigt. Dennoch: Gerade wegen der zugenommenen Größe und Tiefe ihrer Finanzmärkte als auch aufgrund einer verbesserten fundamentalen Lage stehen die Emerging Markets heute auf einem deutlich stabileren Fundament.

China als Eckpfeiler für neue Chancen in den EM

Ausgehend von einem Szenario, das sogenannte Risky Assets weiterhin leicht im Vorteil sieht, beurteilt Pioneer Investments die Chancen von EM-Investments auf lange Sicht daher grundsätzlich positiv - sowohl mit Blick auf Aktien als auch auf Renten. Kurz und mittelfristig spielt aber vor allem die weitere Entwicklung Chinas eine herausragende Rolle. In der Tat erweist sich das Reich der Mitte als zentraler Impulsgeber für die Wachstumsaussichten fast des gesamten EM-Universums. Gegenwärtig trägt China mit 45 Prozent zum globalen Wirtschaftswachstum bei. Vor allem für das Gros der Emerging Markets stellt es den größten Exportmarkt dar. Sollte es China gelingen, relativ sanft zu einem weniger verschuldungsgetriebenen Wachstumsmodell ohne eine harte Landung umzuschwenken, dürften die Schwellenländer die gegenwärtige Abkühlung der Konjunktur ohne größere Schocks überstehen. Die Chancen für eine solche Entwicklung sind durchaus gegeben. Gegenwärtig ist jedenfalls zu beobachten, dass die chinesische Staatsführung konkrete Maßnahmen ergreift, um das exzessive Kreditwachstum der vergangenen Jahre einzudämmen.

Weiterhin selektive Investmentchancen in den EM

Angesichts günstiger Bewertungen erscheint in den Schwellenländern gegenwärtig vor allem der chinesische Aktienmarkt attraktiv. Neue Chancen könnten sich zudem in Indien ergeben, wo ein möglicher politischer Umbruch mit ökonomischen und institutionellen Reformen ein enormes Wirtschaftswachstum entfachen könnte. Insgesamt betrachtet, bietet Asien in Abhängigkeit von der chinesischen Entwicklung in einigen Schwellenländern weiterhin selektiv Potential, wenngleich die Märkte bereits damit begonnen haben, die verbesserten Wirtschaftsaussichten dieser Länder in die Aktienbewertung einfließen zu lassen. Aber auch Russland könnte für Investoren interessant werden, sollte der aktuelle Konflikt um die Ukraine ohne größere Beeinträchtigungen der Wirtschaft verlaufen.

ETF Securities Marktüberblick KW19

Enttäuschende BIP Zahlen der USA für das 1.Quartal wurden durch eine überraschend positive Entwicklung der Beschäftigungszahlen ausgeglichen. So stieg im April die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 288,000 und die Arbeitslosigkeit fiel von 6,7% im Vormonat auf 6,3%.  Aktienmärkte und der US-Dollar wurden hierdurch unterstützt, während defensive Anlageklassen wie Gold unter Druck geraten. Auch die Entscheidung der Fed, das Anleihenkaufprogramm um weitere 10 Mrd. USD zurückzufahren, drückte ebenfalls auf das Edelmetall.

Rohstoffe

Wachsende Erkenntnis, dass die Märkte auf den leicht unter den Erwartungen gelegenen chinesischen PMI überreagiert haben, lies Investoren verstärkt Positionen in Industriemetall-ETPs  wie Aluminium, Kupfer und Nickel aufbauen. Bei ETFS Copper (WKN: A0KRJU) und ATFS Aluminium (WKN: A0KRJS) kam es zu den stärksten Zuflüssen seit einem Monat von 25,9 Mio. USD bzw. 20 Mio. USD, auch aufgrund von Preisrückgängen der Rohstoffe von 1,5% bzw. 5,3%. Das Research Team von ETF Securities rechnet mit einer weitgehend positiven Entwicklung bei Industriemetallen, da das globale Wirtschaftswachstum von dem Mini-Stimulus Programm in China, mit Investitionen in Infrastruktur und Wohnbau, profitieren sollte. Nachdem in der Vorwoche die Verhandlungen der Arbeiterverbände in Südafrika abermals gescheitert sind und die Befürchtungen über Sanktionen gegen Russland wachsen, stiegen die Preise von Platinmetallen und vor allem Investitionen in Palladium weiter an. Neben dem Preisanstieg von Palladium in der Vorwoche um 3,6% und dem von Platin um 1,3%, kam es bei  ETFS Palladium (WKN: A0N62E) mit 77,3 Mio. USD zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit der Erstnotierung des Produktes im Jahr 2007. Während der Streik in Südafrika bereits in der 15. Woche ist und mögliche Sanktionen gegen Russland die Marktsituation weiter verschärfen, stiegen die Automobilverkäufe in den USA, einer Hauptnachfragequelle, im April um 8% an.

Aktienmärkte

Die starken Beschäftigungszahlen und die besser als erwarteten Daten des ISM-Einkaufsmanagerindex aus den USA, unterstützen die globalen Aktienmärkte. Der FTSE 100 stieg um 1,6% aufgrund der ISM Daten, die die leicht unter den Erwartungen gelegenen BIP Daten des 1.Quartals von Großbritannien überwiegen konnten. Der DAXglobal Gold Mining Index legte 0,8% zu, nachdem Goldcorp Inc, einer der größten Indexbestandteile, aufgrund der gesunkenen Kosten besser als erwartete Quartalszahlen vorlegen konnte. Laut dem Research Team von ETF Securities liegen die Aktientitel, die vom DAXglobal Gold Mining Index abgebildet werden, immer noch mehr als 45% unter den Höchstständen des Vorjahres und bieten, aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen und des stabilen Goldpreises, weiteres Steigerungspotential.

Währungen

Die stärkste monatliche Entwicklung des US-Arbeitsmarktes seit über zwei Jahren lässt Zweifel an dem Wirtschaftswachstum schwinden und bestärkt die Fed im Zurückfahren der expansiven Geldpolitik. Das Research Team von ETF Securities rechnet mit einem weiteren Anstieg des USD über die kommende Woche, wobei vor allem die Geldpolitik der EZB, Großbritanniens und Australiens im Fokus der Investoren liegen sollten. Für den britischen Pfund wird kaum noch Steigerungspotential gesehen, nachdem die Barriere bei 1,69 mehrfach nicht durchbrochen wurde. Unterdessen sinken die Inflationserwartungen in der Eurozone, verbleiben jedoch trotz sinkendem Verbraucherpreisindex im Bereich des von der EZB festgelegten Wertes.

GAM Marktkommentar: Leistungsbilanzen in den Schwellenländern verbessern sich

Die Leistungsbilanzdefizite in den Schwellenländern dürften weiter zurückgehen. Dieser Ansicht ist Michael Biggs, Investmentmanager im Team des GAM Star Emerging Market Rates von Paul McNamara. „Die Nachfrage in den entwickelten Volkswirtschaften zieht an, während sie in den Schwellenländern nachlässt“, begründet der Experte seine Erwartung. Zudem seien auch die realen effektiven Wechselkurse zurückgegangen. Schon Ende des vergangenen Jahres hätten sich die Handelsbilanzen in den Emerging Markets signifikant verbessert. Gesündere Leistungsbilanzen und eine Outperformance der Defizitländer seien die Folge gewesen. „Die aktuelle Entwicklung könnte diesen Trend noch weiter beflügeln“, so Biggs.

Die Schwellenländer dürften zudem von steigenden Exporten profitieren: „Wenn sich die Nachfrage aus den USA im zweiten Quartal erholt, dürfte auch das Exportwachstum wieder zunehmen“, sagt der Experte. Er erwartet, dass vor allem Mexiko, Polen und in geringerem Maße auch Korea davon profitieren werden. Vorsichtig ist Biggs dagegen weiterhin bei Rohstoffproduzenten wie Südafrika, Chile, Russland oder Peru.

Die Kupons, gemessen am JP Morgan Government Bond Index – Emerging Markets (GBI-EM), seien nominal auf 7 Prozent gestiegen, nach Abzug der Inflation lägen sie bei etwa 2,5 Prozent. Das entspräche etwa dem langjährigen Durchschnitt, liege aber deutlich über jenen in den entwickelten Ländern. Lokalwährungsanleihen seien zudem attraktiver als Hartwährungsanleihen, da Investoren in den vergangen acht Jahren mit einer zusätzlichen Prämie für das Währungsrisiko von 2 bis 3 Prozent rechnen konnten. „Wir bewegen uns derzeit eher am oberen Ende dieses Spektrums. Damit ist die Assetklasse attraktiv“, analysiert Michael Biggs.

Den detaillierten Marktkommentar entnehmen Sie bitte dem englischsprachigen PDF.