ETF Securities Marktüberblick KW 27

Der Irak-Konflikt blieb auch letzte Woche weiter im Fokus, woraufhin Investoren ihre Allokationen in Edelmetalle und Öl als Absicherung gegen eine mögliche Verschlechterung der Situation im Nahen Osten aufgestockt haben. In der Zwischenzeit hat ein stärker als erwarteter HSBC China Einkaufsmanagerindex in der vergangenen Woche darauf schließen lassen, dass die Konjunkturmaßnahmen beginnen,Auswirkungen auf die Wirtschaft zu haben. Investoren zeigten sich entsprechend positiver gegenüber zyklischen Vermögenswerten eingestellt, wie zum Beispiel Industriemetallen, chinesischen Aktien und dem kanadischen Dollar. Wir glauben, dass das Wachstum im 1. Quartal die Talsohle durchschritten hat und für die zweite Jahreshälfte eine gewisse Erholung, und damit ein Wendepunkt nach dreijähriger Wachstumsverlangsamung, ansteht.

ROHSTOFFE

Kaffee steigt aufgrund Angebotssorgen an. Der Preis für Arabica-Kaffee ist in den letzten 6 Monaten aufgrund einer Dürre in Brasilien, dem weltweit größten Produzenten, um fast 50% gestiegen. Während sich die Unsicherheit über die nächste Ernte bereits abzeichnet, behielt die United States Department of Agriculture (USDA) vergangene Woche ihre Prognose von 33.1mn Säcken bei. Sollte ein El Nino-Ereignis in den nächsten Monaten eintreten, könnten wir eine scharfe Korrektur im Arabica-Preis sehen, denn die üblichen Frostschäden an den Sträuchern in Brasilien und Kolumbien wären vermindert und ein trockenes Klima in Mittelamerika würde den Pilz, der Blattrost verursacht, eindämmen.

Die Angst vor einer Verschlechterung der Lage im Irak in der Vorwoche hat zu einer Steigerung von 4,5% im Silberpreis geführt. Während die jüngste Rally wahrscheinlich durch die hohe Korrelation von Silber zu Gold getrieben wurde, dürfte es aufgrund dessen breiter Anwendung in der Industrie von einer Erholung der Weltwirtschaft profitieren. 

AKTIEN

Chinesische Aktien steigen aufgrund positiver Impulse, während europäische Aktien fallen. Letzte Woche stieg der MSCI China-A Index um 1,6%, da sich Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung fortgesetzt haben. Der Eurostoxx 50 rutschte hingegen erstmals nach einer fünfwöchigen Rally um 2,5% ab, als sich Sorgen über die Fähigkeit einer europäischen Erholung breit machten. Die Markit Einkaufsmanagerindizes für Frankreich, Deutschland und die Gesamtregion blieben Anfang letzter Woche unter den Erwartungen zurück und drückten europäischen Aktienindizes ins Minus. Das dem Markt gegenüber gebrachte Misstrauen von vergangenem Freitag dürfte auch die kommende Woche bestimmen.

Die Inbetriebnahme zwei neuer Verarbeitungsanlagen stützte den US-Energieinfrastruktur Solactive MLP Index TR, der trotz des Rückgangs der Ölpreise letzte Woche um 2% stieg.

WÄHRUNGEN

Kanadischer Dollar springt aufgrund Inflationssorgen, US-Dollar rutscht dank schwacher Q1-Daten ab.

Die Erwartung einer Zinssenkung in Kanada hat einen Rückschlag erhalten, nachdem die Inflationsdaten zum ersten Mal in zwei Jahren mit 2,3% oberhalb der Zielvorgaben der kanadischen Zentralbank lagen. Der negativen Korrektur der Q1 US-BIP-Daten folgte die Schwäche des US Dollar, was wiederum den Euro stütze. Sollte die EZB, wie wir es erwarten, diese Woche keine neuen geldpolitischen Impulse geben, dürfte der Euro trotzt Zinsdifferenzen kurzfristig noch weiter profitieren. Während die Inflation der Eurozone gedrückt bleibt, erwarten wir, dass die Notenbank abwarten wird, ob die Stimulierungsmaßnahmen der letzten Monate die erlahmte Wirtschaft angekurbelt haben. Unterdessen stieg der japanische Yen aufgrund geopolitischer Risiken, da die Anleger ihre Short-Positionen aufgelöst haben. Wir erwarten eine Umkehr der jüngsten JPY-Stärke, da Investoren ihren Fokus wieder mehr auf die Lockerungen der Bank of Japan richten werden.

ETF Securities Marktüberblick KW 26

Der eskalierte Konflikt im Irak hat dazu geführt, dass sich Investoren stärker in defensiven Anlagen wie Gold positionieren, um einen möglichen Druck auf die aktuell starke Performance der Aktienmärkte auszugleichen. Die Ölpreise bleiben weiterhin erhöht, nachdem sich die Kämpfe weiter in den Süden, in Richtung des Hauptförderungsgebietes, bewegen und das Angebot gefährden könnten. Während ETF Securities davon ausgeht, dass Gold weiterhin als Absicherung gegen erhöhte geopolitische Risiken eingesetzt wird, behält man den Fokus auch auf zyklische Rohstoffe und Aktien. Denn in China haben sich die aktuellen Wirtschaftsdaten verbessert und die Geldpolitik wurde mittels niedrigeren Kapitalreserveanforderungen weiter gelockert. Die Geldpolitik bleibt weiterhin expansiv und die Gefahr durch Deflation in Japan und der Eurozone sollte den aktuell schwachen US-Dollar unterstützen.

ROHSTOFFE

Der Angriff im nördlichen Irak durch den Islamischen Staat im Irak und der Levante (ISIS) wird eine Steigerung der Ölproduktion dieses Jahr verhindern und es ist unwahrscheinlich, dass Saudi Arabien dieses Defizit wird ausgleichen können, sollte sich die Krise weiter in den Süden verlagern. Brent stieg in der Vorwoche um 1,8%  an und könnte weitere Unterstützung erhalten, sollte sich die Krise im Süden ausbreiten, während die saisonale Nachfrage nach Rohöl erhöht bleibt. ETFS Brent (WKN:  A1N49P) verzeichnete mit 45,8 Mio. USD die höchsten Zuflüsse seit dem Arabischen Frühling in 2011. Auch bei Silber kam es zu Zuflüssen von 25,2 Mio. USD (WKN: A0N62F), nachdem der Preis des Edelmetalls in der Vorwoche um 3,2% angestiegen war. Durch die starke Korrelation zu Gold und die Vielzahl an industriellen Verwendungen, steigt das Interesse der Investoren an Silber. Auch die Positionierung der Investoren in Gold zur Absicherung gegen die geopolitischen Risiken unterstütze den Preis von Silber. Der Preis von Weizen ist auf ein 4-Monatstief  zurückgegangen, nachdem die USDA ihre Prognosen für die globale Weizenernte nach oben berichtigt hatte. Diese Prognosen basieren jedoch auf höheren Produktionszahlen aus Australien und Indien, die jedoch aufgrund des verspäteten Monsuns in Indien niedriger ausfallen könnten. Auch würde ein El Nino Wetterereignis, das mit einer
70% -igen Wahrscheinlichkeit vorausgesagt wird, Dürre in diese Regionen bringen und die Ernte weiter schädigen. Bei ETFS Wheat kam es zu Zuflüssen von 3,5 Mio. USD (WKN: A0KRJ9). Während die Untersuchung von möglicherweise rechtswidrigen Tätigkeiten im Hafen von Qingdao auf die Preise von Kupfer gedrückt haben, führte das FOMC Treffen zu starken Preisanstiegen am Mittwoch und Donnerstag. Auf Basis des steigenden Wachstums der Produktionstätigkeit in China rechnet ETF Securities mit einem Preisanstieg bis zu 7.500 USD/MT, vom aktuellen Preis von 6.736 USD/MT.

AKTIEN

Besonders nach dem letzten FOMC Treffen hat sich der Goldpreis zur vorherigen Woche positiv entwickelt. Durch den anhaltenden Konflikt im Irak und damit verbundenen Anstieg des Goldpreises hat sich der DAXglobal Gold Miners Index um bis zu 7.3 % (ETFS DAXglobal Gold Mining GO UCITS ETF, WKN: A0Q8NC) positiv entwickelt. Die Möglichkeit, dass die ISIS Truppen ihre Kontrolle über den nördlichen und westlichen Irak ausbauen könnten, führte auch zu einer Steigerung des Ölpreises. In der letzten Woche haben daher die Ölpreise ihr 9-Wochen-Hoch erreicht. Dies hat wiederum dem Solactive US Energy Infrastructure MLP Index zu einem Anstieg von 2,1 % verholfen (ETFS US Energy Infrastructure MLP GO UCITS ETF, WKN: A1XE2Q).

WÄHRUNGEN

Nach der Ankündigung von Gouverneur Kuroda bei der Bank of Japan, über die weiterhin  starke Bekämpfung des deflationären Drucks auf die japanische Wirtschaft, wird die Inflation weiterhin der Schlüsselindikator für die zusätzlichen Stimulusmassnahmen sein und ein Auftrieb des USD/JPY Währungspaars nach sich ziehen. Aufgrund der schwächeren Umsatzzahlen des Handels und der sehr gemäßigten Interpretation des FOMC Treffens, wird sich das GBP/USD Währungspaar weiter abschwächen (Ende der Woche über 1,7 $/£). Aufgrund der von Gouverneur Carney gehaltenen aggressiven Rede hat sich das britische Pfund erneut nach oben bewegt. Auf der ökonomischen Front herrscht aber weiterhin Enttäuschung und ein Wechsel in den rhetorischen parlamentarischen Inflationsaussagen wird wahrscheinlich diese positive Bewegung aufhalten. Trotz `Tapering` hat die FOMC in ihrem Treffen die Schwäche des Dollars auf die Sprünge geholfen. Die FED korrigierte ihre Hochrechnungen für 2014 nach unten, was sie wiederum an niedrige Zinssätze über einen längeren Zeitraum bindet.

BlackRock Weekly Investment Commentary June 23, 2014

This weeks BlackRock Investment Commentary with a view of stock markets in general and a focus on the Iraq crisis and M&A transactions. The version of June 23, 2014.

http://www.blackrock.com/investing/literature/market-commentary/weekly-investment-commentary-en-us.pdf

MFS Globaler Konjunkturausblick: Niedrigzinspolitik koennte folgenreich sein

Die Niedrigzinspolitik könnte folgenreich sein, meint Robert Spector, CFA, Institutional Portfolio Manager bei MFS Investment Management. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist noch immer von mäßigem aber kontinuierlichem Wachstum bei niedriger Inflation und extrem expansiver Geldpolitik geprägt – ungeachtet der täglichen Kursschwankungen und Diskussionen über die Auswirkungen des schlechten Wetters und des Taperings in den USA. 

Traditionell ist das für Aktien, Unternehmensanleihen und Staatsanleihen gleichermaßen gut. Auffällig sind auch die geringen Konjunkturschwankungen. So ist die Standardabweichung von BIP-Wachstum und Inflation zuletzt zurückgegangen.

Die Konjunktur ist stabil und es gibt kaum Finanzierungsprobleme. Dies zeigt sich im VIX-Index und im MOVE-Index. Die beiden viel beachteten Indikatoren für die Aktien- und Rentenmarktvolatilität sind fast auf Allzeittiefs gefallen. Stabile Konjunktur und Finanzen plus expansive Geldpolitik bedeuten negative Realrenditen. Deshalb machen sich Investoren erneut auf die Suche nach Anlagen, die höhere Erträge bieten. Die Peripherieländer- und die Spreads bei Unternehmensanleihen sind zurückgegangen. Überall auf der Welt sind die Zinsstrukturkurven flacher geworden und Aktien aus zinssensitiven Sektoren wie Versorger und Immobilien haben sich überdurchschnittlich entwickelt.

Ein weiteres Merkmal der niedrigen Volatilität ist das grenzenlose Vertrauen der Marktteilnehmer in die Prognosen der Zentralbanken, insbesondere der Federal Reserve. Die heftige Reaktion auf die Ankündigung des Taperings im letzten Jahr scheint vergessen. Jetzt glauben Investoren an die Zauberformel der „für längere Zeit niedrigen Zinsen‘‘. Das ist wichtig, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass die Volatilität steigt und risikoreichere Wertpapiere unter Druck geraten, wenn die Geldpolitik restriktiv wird. Wenn die Anleger der Fed glauben, dass es bei einer expansiven Geldpolitik bleibt, ist es auch nur zu natürlich, dass sie sich nach renditestärkeren Anlagen umsehen. Schließlich ist die Inflation noch immer niedrig, und die Konjunktur zeigt kaum spätzyklische Exzesse. Die Lagerbestände steigen, sind aber noch nicht übermäßig hoch. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Kreditmenge angesichts des allgemeinen Schuldenabbaus extrem steigt und auch der Kostendruck auf Gewinnmargen hält sich weiter in Grenzen.

Anders gesagt: Wenn nur eine restriktivere Geldpolitik die Volatilität steigern und die Suche nach höheren Renditen beenden kann – die Konjunktur dagegen keine restriktivere Politik rechtfertigt –, dann spricht kaum etwas für eine baldige Ausweitung der Credit-Spreads oder einen Einbruch der Aktienkurse. Was könnte diese schöne Welt erschüttern? Vier mögliche Risiken:

Deflationsschock

Irgendwo auf der Welt gibt es immer ein Problem. Politische Spannungen könnten einen Deflationsschock auslösen. Auch könnte China zu einer harten Landung ansetzen oder der blutleere Aufschwung in Europa wegen der Bankenstresstests einen weiteren Rückschlag erleiden. Oder das US-Wachstum könnte sich anders als erwartet nicht von seiner langen wetterbedingen Schwächephase im 1. Quartal erholen. Dann würden die Gewinn- und die BIP-Erwartungen möglicherweise gesenkt und die Anleger könnten – frustriert, weil das Quantitative Easing an seine Grenzen gerät – das Handtuch werfen.

Inflationsüberraschung

Einiges weist darauf hin, dass die Inflation in den USA ihren Tiefpunkt erreicht hat. Die Gesamt- und die Kerninflation sind nicht mehr extrem niedrig und dürften dieses Jahr noch etwas steigen. Das entspricht dem wegen der stagnierenden Erwerbspersonenzahl etwas schwächeren Potenzialwachstum. Ein schneller Anstieg der Inflation wäre eine Überraschung.

Zwar scheint sich die Fed über dieses Risiko zurzeit wenig Sorgen zu machen, aber der Arbeitsmarkt könnte enger sein als er scheint. Die Erstanträge auf Arbeitslosengeld haben ein Tief erreicht und in einigen Branchen ist es schwierig, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Wenn dies anhält, könnte es zu Lohndruck kommen und die Finanzmärkte könnten negativ reagieren.

Anhebung der Zinsen über null Prozent

Auf die Ankündigung des Taperings im Mai 2013 haben die Märkte heftig reagiert. Deshalb könnte die Volatilität auch dann steigen, wenn die Fed eine Anhebung der Zinsen über Null in Aussicht stellt. Wie sich der Übergang zu einer restriktiveren Geldpolitik gestalten wird, ist unklar. Die Fed bleibt vage. Die neuen Instrumente für eine Straffung sind nicht erprobt. Das Risiko geldpolitischer Fehlentscheidungen ist erheblich.

Fehler sind nicht nur beim Timing, sondern auch bei der Kommunikation des ersten Zinsschritts möglich; insbesondere, da die Märkte mittlerweile von der Fed erwarten über jeden Schritt informiert zu werden. Die Volatilität könnte mit einer überraschend schnellen und ausgeprägten Straffung der Geldpolitik schneller steigen als vermutet.

Assetpreis-Blase?

Wie sich in früheren Phasen mit stabilen Finanzen und stabiler Konjunktur gezeigt hat, kann in einem solchen Umfeld vieles falsch laufen. Das bedeutet: Stabilität scheint früher oder später Turbulenzen auszulösen. Niedrige Inflation, schwaches Wachstum und leichter Zugang zu Liquidität können ausgesprochen günstig für Aktien und Unternehmensanleihen sein. Wenn sich aber die Geldpolitik nicht normalisiert, könnte aus einer fairen Bewertung leicht eine Übertreibung werden. Dann könnte es zu einer neuen Deflationswelle kommen. Aber dieses Mal hätte die Geldpolitik keine Instrumente mehr in der Hand, um dem gegenzusteuern. Es wäre schon paradox, wenn die Niedrigzinspolitik der Fed bei niedriger Volatilität am Ende schlimmere Folgen für die Wirtschaft hätte, als wenn die Volatilität hoch wäre, die Fed ihre Schritte weniger gut kommunizierte, die Zinsen schneller über Null stiegen und das Quantitative Easing schneller beendet würde.

ETF Securities Marktüberblick KW 25

Die Konflikte im Irak brachten in der Vorwoche Gold erneut in den Fokus, da Investoren Schutz vor dem erhöhten Marktrisiko suchten. Auch der Ölpreis stieg aufgrund der möglichen Angebotsstörungen an. ETF Securities geht davon aus, dass Gold weiterhin als Hedge gegen die erhöhten geopolitischen Risiken genutzt wird. Der Ausblick für zyklische Anlagen, Währungen und Aktien bleibt ebenfalls positiv, nachdem aktuelle Wirtschaftsdaten aus China gestiegen sind und die Regierung weiteren Stimulus durch Senkung der gesetzlichen Mindestreserven und eine expansive Geldpolitik einbringt.

ROHSTOFFE

Der Preis von Platin ging letzten Donnerstag stark zurück, nachdem Amplats, Implats und Lonmin verkündet hatten, dass prinzipiell eine Einigung mit der Association of Mineworkers and Construction Union (AMCU) erreicht und damit der 21 Wochen andauernde Streik beendet werden konnte. Laut dem Research Team von ETF Securities beträgt der Produktionsverlust durch den Streik 1 Mio. Unzen an Platin und 0,5 Mio. Unzen an Palladium und es wird einige Zeit dauern, bis die Minen wieder bei voller Kapazität produzieren werden. Da der Platinpreis nunmehr keinen Aufschlag aufgrund von Streiks enthält und die Nachfrage zulegt, rechnet man damit, dass die Preiskorrektur kurzlebig ist. ETFS Physical Platinum (WKN: A0N62D) verzeichnete über die Vorwoche Zuflüsse von 6 Mio. US-Dollar. Der Preis von Nickel ging in der Vorwoche um 5,6% zurück und bei ETFS Nickel (WKN: A0KRJ4) kam es zu Zuflüssen von 5,7 Mio. USD. Chinesische Produzenten hatten mitgeteilt, sie wären nun bereit weniger für Nickel Pig Iron, einer günstigeren Alternative zu purem Nickel, zu zahlen. Die Preise von WTI und Brent Erdöl stiegen über die Vorwoche um über 4%, nachdem die Situation im Irak eskalierte und Angebotsstörungen eine mögliche Folge wären. Trotz der kommenden Fahrsaison in den USA, rechnet das Research Team von ETF Securities damit, dass sich der Preis von WTI kaum über 105 USD/bbl halten wird (ETFS WTI Crude Oil, WKN: A0KRJX / ETFS Brent Crude, WKN: A1N49P). Der Preis von Erdgas stieg um den höchsten Wert seit Februar nachdem die EIA bekanntgegeben hatte, dass die Erdgas Lagerbestände weniger gestiegen sind, als erwartet wurde. Da die schwächere Phase für die Erdgasnachfrage beginnt, rechnet das Research Team von ETF Securities mit einem Rückgang des Henry Hub Erdgas Preises über die kommenden Monate. Zuflüsse verzeichneten auch Long Wheat ETPs, nachdem die USDA ihre Erwartungen für die Erträge der kommenden Ernte um 4,6 Mio. Scheffel anhob. Jedoch stieg auch die erwartete Nachfrage, weshalb der Markt dieses Jahr relativ ausgeglichen sein sollte.

AKTIEN

Der DAXglobal Gold Miners Index stieg über die Vorwoche um 5,8% aufgrund der Beruhigung des Streiks in Südafrika an (ETFS DAXglobal Gold Mining GO UCITS ETF, WKN: A0Q8NC).  Während die Preise von Platin und Palladium an Boden verloren, stieg der Goldpreis um 1,1% an. Zusätzlich profitierte der DJ-UBS Commodity Index TR 3 Month Forward vom Anstieg des Ölpreises, da der Konflikt im Irak in der Vorwoche eskalierte. Zeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung in China unterstützten den MSCI China A Index, der um 1% anstieg. Dieser physisch besicherte Index ermöglicht es, ein direktes Exposure in chinesische Firmen einzugehen, die in Festlandchina gelistet sind und ist gut diversifiziert über die Kernsektoren des chinesischen Wirtschaftswachstums (ETFS-E Fund MSCI China A GO UCITS ETF, WKN: A1XEFE).

WÄHRUNGEN

Das Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) wird diese Woche im Fokus der Investoren liegen, wobei man davon ausgeht, dass die Fed ihre positive Stimmung zur US-Wirtschaftserholung, aufgrund der guten Beschäftigungszahlen, weiterhin beibehalten wird. Der USD sollte Unterstützung erhalten, da die Tapering Aktivitäten Ende des Jahres abgeschlossen sein sollten. Das Britische Pfund hat erstmals seit 2009, aufgrund erwarteter Zinserhöhungen, die Marke von 1,70 USD durchbrochen. Die Berichte der Bank of England werden diese Woche Investoren, die eine restriktive Geldpolitik befürworten, vermutlich enttäuschen und den Anstieg des GBP bremsen. Jegliche Anzeichen einer langsamer werden Haushaltsnachfrage im Einzelhandel würde eine kurzfristige Schwäche des GBP bedeuten. Das Research Team von ETF Securities rechnet mit einem weiteren Rückgang des Euro im Laufe der Woche, ohne größere Anzeichen eines Rückgangs des Deflationsdrucks. Die Wirtschaftsdaten werden Klarheit über die Notwendigkeit weiterer Stimulus Maßnahmen der EZB geben.

Man on the Month: Emerging Markets sind noch nicht aus dem Schneider

Getrieben durch die Liquiditätsspritzen der Notenbanken hat sich die Lage in vielen Schwellenländern verbessert. Doch nach Ansicht von Hans Hurschler, Leiter Portfolio Management der Man-Geschäftseinheit FRM, ist es für eine Entwarnung zu früh: „Emerging Markets haben in den vergangenen zwei Monaten von einer deutlich optimistischeren Stimmung profitiert. Ihnen half, dass riskantere Anlagen und Regionen angesichts historisch niedriger Zinsen und eher schwachem globalen Wirtschaftswachstum zuletzt wieder verstärkt Investoren anzogen. Doch das hier entstandene Gleichgewicht ist überaus wackelig. Vorsicht ist bei Schwellenländern momentan mehr als angebracht.“ 

Hurschler verweist darüber hinaus auf einige fundamentale Defizite, die in unterschiedlichem Maße fast alle Schwellenländer betreffen. Sie leiden oftmals unter einer schwächeren sozialen Infrastruktur und können antizyklische geldpolitische Maßnahmen im Vergleich mit entwickelten Märkten deutlich schwerer umsetzen. Zudem hat das Kreditvergabevolumen an private Haushalte in einigen Ländern ungesunde Ausmaße angenommen. Derzeit profitieren die Schwellenländermärkte von den niedrigen Zinsen und damit dem Geldzufluss aus den entwickelten Regionen. Sollte es jedoch zu einer weiteren Verlangsamung der Weltkonjunktur kommen, dürfte dies auch zu Belastungen in den Schwellenländern führen. 

Managed Futures wieder voll auf Erfolgskurs 

Die Hedgefonds-Industrie hatte im Mai erstmals seit Februar wieder Grund zur Freude und bescherte dem HFRX Global Hedge Fund Index einen Anstieg um ganze 45 Basispunkte. Gewinner dabei waren klar Managed Futures-Strategen, die mit einer Long-Positionierung über diverse Assetklassen hinweg starke Gewinne einfahren konnten. Dabei waren Fixed Income-Engagements an der Spitze und machten zwei Drittel der Profite aus. Währungen und Rohstoffe beendeten den Monat plus/minus Null. 

Auch für diskretionäre Manager war es durchaus ein Wonnemonat. Aktienwerte aus Japan erzielten starke Renditen und wer auf amerikanische und europäische Indizes setzte, konnte auch zufrieden sein. Die aktuell niedrigen Zinsen in den etablierten Märkten spielten Managern, die sich in Schwellenländern engagieren, sehr gut in die Karten. Die Jagd der Anleger nach Rendite trieb sowohl die Bond- als auch die Aktienpreise in den Schwellenländern nach oben und sorgte für starke Umsätze. Bei den Rohstoffmanagern waren diejenigen, die auf Energie setzten, die besten Performer ihrer Sparte. 

Equity Long-Short-Manager können wieder ein wenig aufatmen 

Nachdem das Umfeld in den vergangenen zwei Monaten sowohl für amerikanische als auch für europäische Long-Short-Strategen sehr herausfordernd war, konnten sie ihre Performance im Mai wieder stabilisieren. US-Manager freuten sich über ein Plus von 2,1 Prozent des S&P 500 und konnten insgesamt kleine Gewinne einfahren. Europäische Long- Short-Strategien hatten es dagegen etwas schwerer, auch wenn der Mai besser verlief als der April. Der starke Ausverkauf von Nebenwerteindizes, in denen europäische Hedgefonds stärker engagiert sind, machte Managern zu schaffen.

Kreditmanager beendeten den Monat ohne nennenswerte Verluste oder Gewinne mit nur einigen kleinen Ausreißern. Long-Positionen, etwa in Kommunalanleihen, sorgten für eine positive Performance. Bei den Statistical Arbitrage-Managern waren es vor allem schnellere technische Handelsstrategien, die besonders profitabel waren.

Rückenwind für Hedge Funds durch Rally bei Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen

Anthony Lawler, Portfoliomanager und Mitglied des Investment-Komitees von GAM Alternative Investments Solutions, gibt einen Überblick über die Performance von alternativen und Absolute-Return-Strategien im Mai 2014.

Für die meisten Anlageklassen war der Mai ein erfreulicher Monat. Die internationalen Aktienmärkte legten überwiegend zu, während die Renditen von Staatsanleihen nachgaben und die Kurse von Unternehmensanleihen spürbar anzogen. Vor diesem Hintergrund erzielten Hedge Funds positive Ergebnisse. Der HFRX Global Hedge Fund Index stieg auf US-Dollarbasis um 0,5%.

GAM-Fondsmanager Anthony Lawler rechnet damit, dass auch im Juni die weltweite Jagd auf Rendite einen beherrschenden Einfluss auf die Märkte und die Positionierung der Hedge Funds haben wird. „Das Streben nach ordentlichen Renditen hat bedeutende Auswirkungen auf die Märkte. Pensionsfonds und andere Investoren stellen sich gegenwärtig darauf ein, dass die Zinsen möglicherweise längerfristig niedrig bleiben werden. Durch das anhaltend lebhafte Interesse an Staats- und Unternehmensanleihen eröffnen sich Gelegenheiten für Credit- und Relative-Value-Fonds. Bei Aktien war zu beobachten, wie die Fonds ihr Bruttoengagement bis Ende Mai erhöht haben. Hintergrund waren die Erholung der Märkte nach den Rotationsbewegungen von März und April und die Rückbesinnung auf die Fundamentaldaten. Außerhalb Europas werden Aktien nicht generell als billig angesehen. Manche Fonds erhöhen gezielt ihr Long-Engagement in europäischen ‚Value‘-Titeln, bei gleichzeitigem Ausbau ihrer wichtigsten globalen Long/Short-Positionen. Für die Global Macro-Fonds geht es weiter vornehmlich darum, die erwarteten Bewegungen bei Währungen, Zinsen und Aktienkursen anhand von Unterschieden bei Wachstumsraten und Zinspolitik zu bestimmen. Einstweilen signalisieren diese einen starken US-Dollar, steigende Zinsen in den Industrieländern und ein weiteres Warten auf die Reflation in Japan.“

Auf der Strategieebene sind manche Fonds in diesem Umfeld besser aufgestellt als andere, wobei Lawler zufolge die Event Driven-Fonds seit Jahresbeginn am besten abgeschnitten haben. „Die Event Driven-Fonds liegen weiter im Aufwind. Zugute kommen ihnen die zahlreichen verkündeten Transaktionen, die sehr hohe Verfügbarkeit von Fremdkapital für Übernahmen oder Bilanzneuordnungen sowie die überwiegend freundliche Tendenz an den Aktienmärkten. Die in diesem Bereich tätigen Fonds dürften weiter voll investiert sein und nicht unter Ideenmangel leiden.“

Global Macro war im Mai die erfolgreichste Strategie. Der HFRX Macro/CTA Index stieg auf US-Dollarbasis um 0,8%. Lawler weist darauf hin, dass diese Fonds an ihren wichtigsten Trades das ganze Jahr über keine größeren Änderungen vorgenommen haben. „Für die Makro-Strategien lief der Monat besser. Das war zum Teil der Stärke des US-Dollars besonders gegenüber dem Euro zuzuschreiben, außerdem mehreren Long-Positionen in Zinsinstrumenten sowie taktischen Long-Positionen in Aktien in Europa und auch immer noch in Japan. In diesen Trades sind die Fonds im Großen und Ganzen schon seit Monaten investiert, mit nur wenigen taktischen Änderungen. So wurden gegen Ende des Monats Long-Positionen in europäischen Anleihen aufgebaut. Dahinter stand die Erwartung, dass Draghi und die EZB auf ihrer Zinssitzung im Juni weitere Lockerungsmaßnahmen verkünden werden.“

Die chinesischen Märkte öffnen sich für ausländische Investoren

Es war schon immer schwierig, in China zu investieren, jedoch hat die chinesische Regierung mittlerweile einige Schritte getan, um die Wirtschaft zu öffnen. Qualifizierten ausländischen Investoren ist es nun möglich, direkt in den lokalen Markt zu investieren und dadurch zahlreiche Vorteile zu genießen.

China durchläuft eine Metamorphose, in der es seine Wirtschaft um das 15-Fache vergrößern und in nur 20 Jahren zur weltweit zweitgrößten Wirtschaftsmacht ausbauen konnte. Und dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Das Land befindet sich in einer wirtschaftlichen und finanziellen Wandlung, die über die kommenden zehn Jahre Wachstum mit der fünffachen Rate entwickelter Länder generieren wird. Als das bevölkerungsreichste Land der Welt würde eine Verdopplung des durchschnittlichen Wohlstands der Bevölkerung über das nächste Jahrzehnt enorme Möglichkeiten für Chinas schnell wachsenden Privatsektor generieren.

Die in China stattfindenden Reformen wurden durch die dritte Plenarsitzung der 18. Kommunistischen Regierung Chinas bestätigt. Dieses dritte Plenum wird große Auswirkungen auf die Entwicklung von Rohstoffpreisen haben, da das Land zu den größten Abnehmern vieler Rohstoffe zählt. Eine fortschreitende Urbanisierung, gekoppelt mit erhöhter Effizienz und Marktorientierung, sollte die Nachfrage nach Rohmaterialien antreiben.

Der steigende Energiebedarf und strengere Umweltschutznormen werden die Entwicklung von Erdgasfeldern und alternativen Energiequellen vorantreiben, sowie die Nutzung von Platin und Palladium in Fahrzeugkatalysatoren steigern. Gleichzeitig wird das 6,4 Billionen US-Dollar schwere Programm zur Übersiedlung von 400 Millionen Menschen in Städte innerhalb der kommenden zehn Jahre zu erhöhtem Bedarf von Industriemetallen und Rohmaterialien im Allgemeinen führen.

Da die Regierung nun ihren Fokus auf die Reduktion von Überkapazitäten und die Steigerung von Effizienz legt, erwarten wir einen Rückgang von Überproduktionen bei diver­sen Rohstoffen wie Aluminium und dadurch schlussendlich Preissteigerungen. Zusätzlich zu den Anzeichen für steigendes Wachstum sollte die Industrieaktivität eine starke Nachfrage­quelle für industriebezogene Metalle wie Kupfer, Platin, Palladium und auch Energierohstoffe darstellen.

Neben Rohstoffen waren Investoren bereits seit Jahren am chinesischen Aktienmarkt interessiert. Jedoch hatten Investoren bis vor kurzem nur begrenzten Zugang zum heimischen Aktienmarkt Chinas. So konnte meist lediglich in eine begrenzte Anzahl chinesischer Aktientitel investiert werden, die in Übersee, an Börsen wie Hongkong oder New York gelistet wurden. Des Weiteren wurden solche Aktientitel meist mit einem Aufschlag oder Abschlag verglichen zum lokalen chinesischen Markt gehandelt, wodurch das Risiko im Vergleich zum lokalen chinesischen Markt stieg.

Im Jahr 2002 wurde das Qualified Foreign Institutional Investor (QFII) Programm gestartet, das es Asset Managern und anderen großen institutionellen Investoren mit Ablegern in China erlaubte, sich für eine Quote zu bewerben, um in den lokalen chinesischen Markt der A-Aktien zu investieren. Jedoch existieren gewisse operationelle Beschränkungen für das traditionelle QFII-Programm. So gibt es Beschränkungen im Währungsbereich und des Währungs- und Anlagenabzugs aus China, was es für offene Fonds schwierig macht, den lokalen Markt effizient abzubilden.

Mit der Öffnung des Marktes von Aktien die in der lokalen Währung Renminbi (RMB) notiert sind (China A-Aktien), hat die chinesische Regierung diese Beschränkung nun durch ihr Renminbi Qualified Foreign Institutional Investor Program (RQFII) für ausländische Investoren aufgehoben. Dieses Programm wurde 2011 gestartet und macht es nun für qualifizierte Asset Manager möglich, physisch replizierte A-Aktien ETFs zu verwalten, die direkt in lokale chinesische Aktien investieren. Bevor dieses Programm ins Leben gerufen wurde, konnten ETFs, die außerhalb Festlandchinas notiert waren, den chinesischen Markt nur durch synthetische Replikation abbilden, was keine kosteneffiziente Lösung darstellt.

In China wird über die kommenden zehn Jahre eine Verdopplung des Pro-Kopf-Einkommens erwartet, was enorme Möglichkeiten für chinesische Firmen darstellt. Trotz periodischer Ängste einer harten Landung des Konjunkturzyklus und einer möglichen Kreditkrise in China im Jahr 2013 schaffte es das Land, eine gesunde Wachstumsrate von 7,7 Prozent über das Jahr zu halten. Das reale BIP-Wachstum ist von kaum tragbaren 10 bis 12 Prozent während 2009/2010 nun auf ein nachhaltigeres Niveau von 7 bis 8 Prozent zurückgegangen. Die Märkte, inklusive der chinesischen Aktienmärkte, mussten sich an diese niedrigeren Wachstumsraten über die letzten zwei Jahre anpassen, jedoch ist dieser Prozess unserer Meinung nach zum Großteil abgeschlossen. Die meisten Analysten und die chinesische Regierung rechnen mit einem Wachstum im Bereich von 7 bis 8 Prozent im Jahr 2014.

Chinas Aktien erreichten über die letzten Jahre eine schlechtere Performance als Aktien aus entwickelten Ländern und auch deren Bewertung spiegelt dies wider. China A-Aktien, die durch den MSCI China A Index abgebildet werden, sind gemessen am Kurs/Gewinn-Verhältnis seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 am günstigsten bewertet. Durch das Engagement der chinesischen Regierung, die auf dem 3. Parteiplenum im November 2013 die Weichen für eine beschleunigte Wirtschaftsreform und Liberalisierung des Finanzmarktes stellte, sowie durch die Stabilisierung des Wachstums bei nachhaltigen 7 bis 8 Prozent und der im Verhältnis zur Größe und Bedeutung der chinesischen Wirtschaft niedrigen Marktkapitalisierung sehen wir ausgezeichnete Zukunftschancen für China A-Aktien.

Obwohl sich der Markt öffnet, sollten Investoren immer mit Vorsicht entscheiden, welchen Zugang sie nutzen möchten. Als ersten Schritt gilt es einen passenden Index zu finden, der den Erwartungen der Investoren hinsichtlich eines China-Investments entspricht. Diversifizierung und die Erfassung eines möglichst breiten Universums chinesischer Unter­nehmen mit einer A-Aktien-Notierung an den Börsen von Schanghai oder Shenzhen stellen die wesentlichsten Kriterien in diesem Prozess dar. Investoren, die in chinesische Aktien investieren wollen, werden so in die Lage versetzt, einen effizienteren Zugang zu lokalen chinesischen Unternehmen zu finden, deren Aktien nicht in Hongkong oder New York notieren.

Zurzeit entspricht der Markt für China A-Aktien nicht den Standards des MSCI Emerging Market Index, vor allem aufgrund der Marktzugänglichkeitskriterien. So exis­tiert noch eine große Anzahl an Hürden in den Bereichen Kapitalmobilität, Quoten­allokation und Besteuerung, um eine Aufnahme in den MSCI Emerging Markets Index zu gewährleisten. In Anbetracht der Größe des Marktes für China A-Aktien und der Möglichkeit weiterer kurzfristiger Regulierungsreformen wird es interessant sein, nach weiteren Anzeichen für eine Öffnung der chinesischen Wirtschaft und des Finanzmarktes Ausschau zu halten.

Bernhard Wenger
verantwortet den Vertrieb von ETF Securities in Deutschland, Österreich sowie Zentral- und Osteuropa. Er hat über 14 Jahre Erfahrung im Finanzsektor vorzuweisen und war unter anderem für Morgan Stanley, HSBC und BNP Paribas im Derivatebereich tätig. Bernhard Wenger hat den „European Master in Management“ an der European School of Management in Paris, Oxford und Berlin abgeschlossen.

ETF Securities (UK) Limited
ist ein weltweit führender, unabhängiger Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs) und ein Pionier für Rohstoffinvestments. Das Management-Team legte 2003 den weltweit ersten Gold-ETC auf. Heute bietet ETF Securities eines der umfassendsten Produktangebote für börsengehandelte Rohstoffe und verwaltete per 30. April 2014 weltweit ein Vermögen von rund 19,2 Milliarden US-Dollar in seinen Produkten.

ETF Securities Marktüberblick KW 24

Die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank das Wirtschaftswachstum anzutreiben und den Zugang zu Krediten zu verbessern, um deflationären Tendenzen in der Währungsunion entgegenzuwirken, können sich positiv auf zyklische Anlagen auswirken. Auch der Goldpreis stieg infolge der Aktion an, da das Edelmetall oft als alternative Hartwährung gehandelt wird. Den vierten Monat in Folge lagen die neu geschaffenen Jobs außerhalb der Landwirtschaft in den USA über 200.000, was gemeinsam mit einem besser als erwarteten Einkaufsmanagerindex (PMI) der Produktion in China die globalen Aktienbenchmarks unterstützte. Die aktuell veröffentlichte Menge an Wirtschaftsdaten unterstützt den Konsens und die Erwartung von ETF Securities, dass die Wirtschaft in der 2. Jahreshälfte von 2014 einen Aufschwung erleben wird. Auch US- Energieinfrastruktur MLPs konnten auf Basis eines möglichen Nachfrageanstiegs in den USA zulegen.

ROHSTOFFE

Das globale Wirtschaftswachstum wirkt sich positiv auf die Nachfrage nach Silber aus. Das Metall wird in vielen industriellen Verfahren eingesetzt und könnte dieses Jahr, wie im Vorjahr, einem Angebotsdefizit ausgesetzt sein. Long Silver ETPs von ETF Securities (WKN: A0KRJ5 und A0N62F) verzeichneten in der Vorwoche mit 20,9 Mio. US-Dollar die höchsten Zuflüsse seit zehn Wochen, obwohl Silber in der Regel im Schatten von Gold gehandelt wird. Trotz der höheren Tarife der USA auf den Import chinesischer Solarpaneele, könnte sich die neue Klimapolitik, die in der Vorwoche angekündigt wurde, die Nachfrage nach Photovoltaik anheben. Der Markt für Solarmodule stellt mit einem annualisierten Wachstum von rund 20% über das letzte Jahrzehnt den Haupt-Nachfragetreiber für Silber dar. Bei ETFS Copper (WKN: A0KRJU) kam es zu Zuflüssen von 18,1 Mio. USD, nachdem der Kupferpreis auf einen Monatstiefstand zurückgegangen war. Untersuchungen der Lagerstätten im Hafen von Qingdao, China, ob Investoren Finanzierungsgeschäfte, durch die Verwendung des Metalls als Besicherung, auflösen, hat sich negativ auf den Preis ausgewirkt. Das Research Team von ETF Securities sieht weiterhin eine stabile Nachfrage für Kupfer in China und rechnet mit einer Rückkehr der Investoren zum Fokus auf die enger werdende Angebot/Nachfrage-Situation, mit einem Preisziel von rund 7.500 USD/Tonne. Die Ernte von Arabica-Kaffee in Brasilien ist nun in ihrer intensivsten Phase und es ist klar, dass die Dürreschäden weitaus geringer ausgefallen sind, als vom Markt erwartet war. Der Preis von Arabica fiel in der Vorwoche um 7,1%. Zum Höchststand im April rechneten einige Marktteilnehmer mit einem Ernterückgang von 25%, wobei nun Schätzung von Conab und der USDA von 15% ausgehen. Das Research Team von ETF Securities schätzt den gerechtfertigten Preis von Arabica bei 1,70 USD/lb, wobei ein El Nino Wetterereignis den Preis weiter drücken könnte (ETFS Daily Short Coffee, WKN: A0V9XU).

AKTIEN

Während der globale Ölmarkt reichlich versorgt ist, rechnet die International Energy Agency (IEA) langfristig mit einer engeren Marktsituation und schätzt, dass Investitionen von 40 Bio. USD nötig sein werden, um die globale Energieinfrastruktur der steigenden Energienachfrage anpassen zu können. Der Energiemarkt in Nord-Amerika macht zurzeit eine Wandlung durch. Mexiko hat seinen Markt für ausländische Investitionen geöffnet, Kanada plant sein Erdöl nicht nur in die USA zu verkaufen und die USA überarbeiten ihre jahrzehntealte Exportbeschränkung für Erdöl. Der Solactive US Energy Infrastructure MLP Index TR bildet die Performance des Midstream Segments der US-Energieinfrastruktur, die hauptsächlich Vermögenswerte wie Pipelines, Lagerstätten und Terminals umschließt, ab. Teilnehmer der 2014 National Association of Publicly Traded Partnerships (NAPTP) Konferenz rechnen mit einem über die nächsten 3 bis 5 Jahre andauernden Wachstum dieses Sektors (ETFS US Energy Infrastructure MLP GO UCITS ETF, WKN: A1XE2Q). 

WÄHRUNGEN

Die EZB lieferte ein umfassendes Paket an Lockerungsmaßnahmen, mit einem Spielraum für weitere Schritte, sollten deflationäre Wirkungen die Wirtschaft der Eurozone weiter gefährden. Der Euro erholte sich nach einem starken Abverkauf zum Zeitpunkt der Ankündigung, wodurch die Risikofreude gestiegen und der Reiz des USD gesunken war. Die Bank von Japan trifft sich Ende dieser Woche, um die weitere Finanzpolitik festzulegen, wobei man mit keiner unmittelbaren Handlung, jedoch weiterem Stimulus über die kommenden Monate rechnet. Das Research Team von ETF Securities rechnet damit, dass das hohe Geldangebot weiterhin direkt in Verbindung zum schwachen Yen stehen wird. Auch die Reserve Bank of New Zealand trifft sich in der kommenden Woche und wird voraussichtlich die Zinsen anheben. Sollte dies nicht der Fall sein, würde der Neuseeländische Dollar stark korrigiert werden. 

Gecam: EZB mangelt es an dialektischem Denken

Die Zentralbanken machen populistische Politik und erreichen das Gegenteil, meint Daniel Zindstein ist verantwortlich für das Portfoliomanagement der vier Dachfonds des unabhängigen Finanzdienstleisters GECAM AG.

Spätestens seit der Ära Greenspan bestand die Politik der Zentralbanken darin, bei jeder Krise die Märkte mit billigem Geld zu fluten. Früher wurde dies über den Preis für Geld – den Zins – dargestellt. Nachdem dieser aber so weit gefallen war, dass Veränderungen keine realwirtschaftlichen Wirkungen mehr entfalten konnten, wird seit der Finanzkrise versucht, über die Menge des zur Verfügung gestellten Geldes realwirtschaftliche Effekte zu erzielen. 

Betrachten wir zunächst Japan. Nullzinsniveaus und massive Konjunkturprogramme der Regierung haben nicht etwa zu einer Belebung der Wirtschaft geführt, sondern Deflation und Rezession als Normalzustand über Jahrzehnte zementiert. Die Folge war ein Anstieg der Staatsverschuldung auf über 250 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). 

In den USA und Großbritannien wurden nach Zinssenkungen über sogenannte QE-Programme (Quantitative Easing) versucht, langfristige Zinsen zu deckeln und somit die Wirtschaft anzukurbeln. Fakt ist jedoch, dass die USA seit 30 Jahren in der Tendenz fallende Wachstumsraten aufweisen. 

Nun kommt aktuell auch die EZB auf den Geschmack. Sie senkt den ohnehin schon kaum vorhandenen „Leitzins“ von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent und verheißt weitere expansive Maßnahmen mit dem Ziel, die Inflation anzukurbeln und den „zu starken Euro“ zu drücken! Was ist so schlimm an einer Inflationsrate (Mai) von 0,5 Prozent in Europa und 0,7 Prozent in Deutschland, wenn diese vor allem aus notwendigen Preisanpassungen in den Peripherieländern und stagnierenden bis fallenden Rohstoffpreisen resultiert? Beides stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen und beides ist durch die EZB nicht primär zu beeinflussen, vor allem nicht die weltweiten Rohstoffpreise. Auch der angeblich so starke Euro ist aus unserer Sicht nicht zu sehen. Dieser wurde am 01.01.1999 zu einem Kurs von 1,1747 zum US-Dollar eingeführt, fiel dann zunächst auf 0,82, um dann auf knapp 1,60 zu steigen. Aktuell steht er auf seinem langfristigen Durchschnittskurs von 1,36. Der Verdacht drängt sich auf, dass hinter dieser Aussage des EZB-Chefs Mario Draghi eher der politische Druck der notorischen Abwertungsländer Frankreich und Italien steckt, um dort die Exportindustrie zu unterstützen.  

Starker Euro ist gut

Ein starker Euro wäre jedoch gut, denn er erhöht das Wohlstandsniveau der Bevölkerung, indem diese mit einer Währungseinheit mehr Waren in der Welt einkaufen kann, als mit einer an Wert verlierenden Währung. Man denke nur an die Benzinpreise - wenn der Euro bei 1,22 zum Dollar stünde, müsste man wohl rund zehn Prozent mehr bezahlen. Außerdem wundert man sich ohnedies schon, dass sich die Politiker in Frankreich jetzt plötzlich um die Unternehmen sorgen, nachdem sie in nahezu jeder Frage eine investitionsfeindliche Politik an den Tag legen. Unternehmen, die lediglich aufgrund einer schwachen Währung ihre internationale Wettbewerbsposition behaupten können, sind früher oder später ohnehin vom Konkurs bedroht. Aber auch für Unternehmen bietet eine starke Währung Vorteile. Man betrachte, dass über 87 Prozent der größten deutschen Familienunternehmen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Vorleistungsgüter aus dem Ausland beziehen. Eine starke Währung sorgt hier für günstige Einkaufseffekte. 

Niedrige Realzinsen bremsen die Wirtschaft – neue Erkenntnis?

Ziel der „Geldhüter“ ist es auf jeden Fall die Renditen zu drücken und die Inflation anzukurbeln, in der Hoffnung, dass dadurch die Wirtschaft wächst. Das senkt den Realzins (Rendite ./. Inflation). Niedrige Realzinsen gehen aber historisch betrachtet immer mit niedrigem Wirtschaftswachstum einher. Doch genau das wollen die Zentralbanken und Regierungen aber ankurbeln! Warum funktioniert das nicht?

Finanzmärkte funktionieren anders als realwirtschaftliche Märkte. Bei letzteren regeln Angebot und Nachfrage den Preis (solange der Staat nicht die Finger im Spiel hat). Angebot und Nachfrage gleichen sich über den Preis aus, bis der Markt geräumt ist. D.h. sinkt der Preis zieht die Nachfrage an. 

Diesen Mechanismus versuchen die Notenbanken auch auf den Finanzmärkten anzuwenden. Man senkt den Preis für Geld und hofft, dass Konsumenten und Unternehmen sich günstig verschulden und das Kapital investieren. Bei Kapitalanlegern geht man davon aus, dass diese ihr Geld bei Niedrigstzinsen nicht mehr auf dem Sparbuch parken, sondern konsumieren und investieren. 

Das Gegenteil ist jedoch der Fall! Unternehmen halten sich mit Investitionen aufgrund der unsicheren politischen Lage zurück. Es herrscht ja auch kein Zeitdruck. Eine Variante der Zentralbankpolitik ist geradezu die Zusicherung einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase. Warum also heute investieren, wenn es weiter günstig bleibt und die Finanzierungskosten in der Zukunft sogar noch günstiger werden. Im Übrigen: Investitionen, die sich nur aufgrund der niedrigen Finanzierungskosten rechnen, sollte man unterlassen – drittes Semester BWL. 

Niedrige Zinsen und Unsicherheit verstärken Sparanstrengungen

Auch Privatanleger halten sich zurück. Zwar verzeichnen wir in Deutschland aktuell einen Run auf Immobilien. Doch dieser wird abebben, sobald sich sukzessive die Erkenntnis durchsetzt, dass die Mietrenditen unter Berücksichtigung aller Aspekte (steigende Kaufpreise, steigende Nebenkosten, Ärger und Zeit, finanzielle Repression) niedriger werden und dass bei dauerhaft niedrigen Zinsen kein Zeitdruck vorherrscht. Gleichfalls entspricht die Fiktion, dass sich Sparen - auch im Hinblick auf die Altersvorsorge - nicht mehr lohne und die Leute mehr kaufen, in den meisten Ländern nicht der historischen Realität. Im Gegenteil, niedrige Zinsen verstärken den Druck mehr zu sparen und weniger zu konsumieren, da durch niedrigere Zinsen die Sparrate erhöht werden muss, um das gleiche Sparziel zu erreichen. Viele Menschen treffen solche Entscheidungen natürlich nicht rational sondern unbewusst, aber das Gefühl stimmt meistens.  

Auf den Punkt gebracht: Es herrscht Unsicherheit, deshalb sind die Zinsen tief, das fördert die Zukunftsangst, deshalb wird mehr gespart und weniger ausgegeben, das bremst die Wirtschaft, was zu Arbeitsplatzangst führt, was zu Gelddrucken der Notenbanken und Verschuldung der Staaten führt, was wieder zu Unsicherheit führt, etc. etc. – ein Teufelskreis. 

Fazit

Die Notenbanken sollten eine unkonventionelle, dialektische Politik verfolgen, die natürlich nicht in den Lehrbüchern steht: Zinsen nicht mehr senken, langfristige Renditen dem Marktzyklus überlassen, beziehungsweise an höheren Renditen interessiert sein. 

Dadurch würde die Zinsstrukturkurve steiler, die Banken hätten höhere Margen durch die Fristentransformation und dadurch ein hohes Interesse Kredite zu vergeben. Unternehmen könnten nicht automatisch von weiter sinkenden Kreditkonditionen ausgehen und realisierten geplante oder sinnvolle Investitionsentscheidungen - quasi bevor es noch teurer würde. Staaten verhielten sich disziplinierter in ihrer Schuldenpolitik, da die höheren Zinsen eine Belastung darstellten. Niedrigere Staatsquoten wären die Folge, somit mehr Anteil der Privatwirtschaft an der Wirtschaftsleistung und mithin eine höhere Dynamik. Privatanleger erzielten wieder Rendite mit ihren Anlagen und Lebensversicherungen, dadurch herrschte weniger Unsicherheit bezüglich der Zukunft, Sparraten könnten gesenkt werden und es bliebe mehr Geld für Konsum übrig. 

Das ist doch genau das, was die Notenbanken wollen. Warum sie das nicht tun, bleibt für uns ein Rätsel!


Autor: Daniel Zindstein ist verantwortlich für das Portfoliomanagement der vier Dachfonds des unabhängigen Finanzdienstleisters GECAM AG. Der GECAM-Marktkommentar erscheint monatlich.

ETF Securities Marktüberblick KW 23

Über die Vorwoche verbesserten Investoren ihre Erwartungen zugunsten einer positiven Wirtschaftsentwicklung und einer friedlichen Lösung der Ukraine-Krise. Zyklische Anlageklassen konnten von dieser Entwicklung profitieren. Obwohl die Renditen von US-Anleihen, aufgrund von unter den Erwartungen liegender US-Wachstumsdaten, gesunken sind, rechnet man für das 2. Quartal mit einer Besserung des Wirtschaftswachstums. Das stärkere US-Wirtschaftswachstum und Anzeichen dafür, dass sich die chinesischen Stimulus-Maßnahmen positiv auf das Wachstum Chinas auswirken (Verbraucherpreisindex erreichte im Mai ein 5-Jahreshoch), unterstützt die Erwartungen von ETF Securities, dass der Aufschwung erhalten bleibt und zyklischen Asset-Klassen wie Rohstoffe, Wachstumswährungen und günstigere Aktienmärkte besser performen können.

ROHSTOFFE

Investoren positionierten sich über die Vorwoche verstärkt in zyklische Anlagen wie Silber und Nickel. ETFS Daily Leveraged Silver (WKN: A0V9Y5) verzeichnete über die Vorwoche Zuflüsse von 9 Mio. US-Dollar, nachdem der Silberpreis aufgrund der erhöhten Industrienachfrage und den sinkenden Lagerbeständen gestiegen ist. Die starke Nachfrage aus China, von Investoren und aus der Fertigungsindustrie trifft auf ein rückläufiges Angebot und schwindende Lagerbestände. Auch Nickel zeigte eine gute Performance über die Vorwoche. ETFS Nickel (WKN: A0KRJ4) verzeichnete Zuflüsse von 17 Mio. USD, nachdem der Preis des Industriemetalls seit Jahresbeginn rund 37% zugelegt hat. ETF Securities rechnet kurzfristig mit weiterem Steigerungspotential, längerfristig jedoch aufgrund erhöhter Lagerbestände mit einer Korrektur nach unten. Die Streiks der Minenarbeiter in Südafrika gehen bereits in die 19. Woche, wobei noch keine Einigung erzielt werden konnte. Ein starker Preisanstieg wird von ETF Securities nicht ausgeschlossen, sollten die Produzenten ihren Lieferverpflichtungen nicht nachkommen können. Das International Grains Council reduzierte in der Vorwoche seine Prognosen für die globale Weizenproduktion, da die Ernte durch das schlechte Wetter behindert wurde. Dennoch kam es zu einem Preisrückgang von 4,1% nachdem man von einer friedlichen Lösung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine ausgeht, die 16% der globalen Weizenexporte erzeugen. ETFS Daily Leveraged Wheat (WKN: A0V9Y9) verzeichnete Zuflüsse von 4,1 Mio. USD.

AKTIEN

Die europäischen Aktienmärkte stiegen nach den Wahlen in Europa. Der italienische FTSE MIB stieg um 6%, nach einer Zustimmung der Wähler zu den Reformen von Premierminister Matteo Renzi in den Europawahlen.  Der DAX stieg um etwa 2% auf einen neuen Rekordwert von 9943 Punkten. Goldminenbetreiber spürten die Auswirkungen des niedrigen Goldpreises, der um 3,2% fiel. So verlor der DAXglobal Gold Mining Index 4,7% in der Vorwoche. Der WNA Global Nuclear Energy Index (ETFS WNA Global Nuclear Energy GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M3) stieg um 2,4%, nachdem der Bericht der Europäischen Kommission zur Energiesicherheit, Atomenergie wieder in den Vordergrund rückte.

WÄHRUNGEN

Die Marktmeinung zu dem Treffen der EZB am kommenden Donnerstag, den 5. Juni 2014, sprechen von einer Lockerung der Geldpolitik. Da die EZB bereits auf die Risiken eines starken Euros hingewiesen hat, würde eine Beibehaltung der Geldpolitik den Euro weiter ansteigen lassen und das Vertrauen in die Entscheidungsträger belasten. Die Englische Zentralbank wird voraussichtlich bei ihrer Niedrigzins-Politik bleiben, was das Britische Pfund weiter unter Druck belassen dürfte. Während die enttäuschenden US-BIP Daten in der Vorwoche vom Markt vernachlässigt wurden, werden die kommenden Beschäftigungszahlen eine bessere Auskunft über den Stand der US-Wirtschaft geben können. ETF Securities rechnet mit einer Stärkung des USD, da sich die Renditen der US-Anleihen nach deren Rückgang nun wieder erholen. Die optimistischeren Marktmeinungen führen auch zu einer Auflösung von Positionen in defensive Anlagen wie den Schweizer Franken.

Quantitative Easing der EZB unwahrscheinlich

Angesichts sinkender Inflationsraten in der Eurozone steht die Europäische Zentralbank (EZB) unter Handlungsdruck. Eine quantitative Lockerung der EZB ist derzeit dennoch nicht in Sicht, findet Tanguy Le Saout, Leiter European Fixed Income bei Pioneer Investments.
 
In ihrem Bemühen um geldpolitische Stimuli zur Erholung der Wirtschaft hat die EZB als einzige der großen Notenbanken bisher auf Quantitative Easing verzichtet. Stattdessen setzten die Notenbanker auf längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (LTRO). Diese Offenmarktgeschäfte sind jedoch befristet und bisher durch keine weiteren Maßnahmen ersetzt worden. Sie laufen bis zur Mitte des nächsten Jahres aus.
 
Ein zusätzlicher Handlungsdruck resultiert aus der gegenwärtig sehr niedrigen Inflation in der Eurozone. Diese lässt die Option einer quantitativen Lockerung der Geldpolitik wieder ins Blickfeld rücken. Vorerst dürfte dieses Instrument allerdings im Werkzeugkasten der Notenbanker bleiben. Zu groß erscheinen die ökonomischen, rechtlichen und politischen Herausforderungen bei der Umsetzung, wie auch das EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch feststellte. Insbesondere Deutschland, wo das Verfassungsgericht sich bereits skeptisch geäußert hat, dürfte für ein solches Vorgehen kaum zu gewinnen sein. Zudem sind auch zahlreiche Verantwortliche der EZB nicht vom ökonomischen Nutzen eines QE-Programms überzeugt. Vor diesem Hintergrund genießt das Instrument der quantitativen Lockerung derzeit keine Priorität in Frankfurt. Eine Änderung dieser Haltung käme bestenfalls dann in Betracht, wenn die ökonomischen Daten in der Eurozone oder die Inflationsraten sich deutlich im Abwärtstrend befänden.  
 
Ein solches Szenario ist gegenwärtig allerdings nicht wirklich in Sicht. Die EZB dürfte stattdessen auf eine Entwicklung setzen, bei der sich das globale Wachstum stabilisiert, die US-Notenbank die Zinsen anhebt, der Euro gegenüber dem US-Dollar abwertet und die Inflation wieder leicht zulegt. In diesem Fall wären weitere und ungewöhnliche geldpolitische Maßnahmen nicht erforderlich. Sollte es anders kommen und das globale Wachstum enttäuschen, der Euro stärker und die Inflation noch schwächer werden, wäre die EZB jedoch zum Handeln gezwungen. Gegenwärtig erscheint es aber wahrscheinlicher, dass die europäischen Notenbanker in Frankfurt dann mit den bereits ins Spiel gebrachten Negativzinsen auf Bankeinlagen reagieren werden.