Fidelity CIO- und Makro-Ausblick 2016: Innovationen werden Aktienmärkte transformieren

Dominic Rossi, Global Chief Investment Officer Aktien bei Fidelity International:

„2016 verspricht ein besseres Jahr für Aktien zu werden als 2015. Im kommenden Jahr dürfte der Konsum in den Industrieländern und gerade in den USA kräftig anziehen. Gründe sind nicht nur die positive Lohn- und Beschäftigungsentwicklung, sondern auch sinkende Preise für viele Waren und Dienstleistungen. Damit ist der Ausblick für das Wirtschaftswachstum 2016 vor allem in den Industrieländern deutlich rosiger als zu Beginn dieses Jahres. Für Aktien – insbesondere aus den USA – verheißt das Gutes.
Für Europa bessern sich die Aussichten allmählich. Wenn auch weiterhin zaghaft, scheint die Erholung der europäischen Binnennachfrage doch Fuß gefasst zu haben. Und entgegen der landläufigen Meinung dürfte Europa zum Erstaunen vieler von der Flüchtlingswelle profitieren. Unverändert schwierig präsentiert sich der Ausblick für die Schwellenländer. Allerdings muss zwischen der Entwicklung der Aktienmärkte und der Wirtschaft unterschieden werden, deren Wege sich trennen könnten. Die massive Kurskorrektur an den Aktienmärkten der Schwellenländer könnte nun zu Ende gehen. Viele Anleger scheinen inzwischen die Hoffnung für die Schwellenländer aufgegeben zu haben. Das ist der Zeitpunkt, an dem es sich für umsichtige Anleger lohnen könnte, wieder die Fühler nach attraktiven Chancen auszustrecken. Wir favorisieren weiterhin die reformbereiten Schwellenländer. Länder, die sich Reformen verschließen, werden dagegen das Nachsehen haben.
Innovation ist eines der zentralen Themen für Anleger im kommenden Jahr. Bahnbrechende Neuerungen werden die Märkte in vielen Branchen grundlegend verändern. Im Technologiesektor beobachten wir dies bei sozialen Medien, in der Pharmabranche in Form des Durchbruchs bei neuen Behandlungsmethoden, etwa in der Onkologie. Innovationen werden die weltweiten Aktienmärkte transformieren und ein Umfeld schaffen, in dem US-Aktien ihre Führungsposition ausbauen. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht die Technologiebörse NASDAQ, die bestens positioniert ist, um von den disruptiven Kräften zu profitieren. Es wird meines Erachtens nicht mehr lange dauern, bis Anleger wieder von Aktien der „alten“ und der „neuen“ Wirtschaft sprechen, ähnlich wie Ende der 1990er Jahre.“

Andrew Wells, Global Chief Investment Officer für Anleihen bei Fidelity International:

„Der Ausblick für Staatsanleihen im kommenden Jahr wird nicht nur durch die Fed, sondern auch die Politik der anderen Notenbanken bestimmt. Etwas anderes als ein langsames Herantasten an eine Normalisierung ist kaum vorstellbar. Behalten die Märkte Recht, wäre dies der bis dato langsamste Straffungszyklus. Denn rund um den Globus müssen die politischen Entscheidungsträger mit geringerem Wachstum und Preisauftrieb zurechtkommen als in früheren Konjunkturzyklen. Alles in allem wird die Geldpolitik daher auch 2016 locker bleiben und sich die Ausweitung der Zentralbankbilanzen fortsetzen. Für die Anleihemärkte wären das äußerst günstige Rahmenbedingungen.
Unternehmensanleihen steht 2016 aus meiner Sicht ein starkes Jahr bevor. So dürften ihre Risikoaufschläge schrumpfen, während die Weltwirtschaft in die Schlussphase des aktuellen Zyklus eintritt. In diesem Jahr haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmensanleihen gerade in den USA verschlechtert. Die damit einhergehenden weiteren Spreads und günstigen Bewertungen eröffnen Anlegern Chancen. Tatsächlich tendieren die Spreads in allen Anlageklassen gegenwärtig unweit ihres 3-Jahreshochs. Der daraus resultierende positive Ausblick gilt für das gesamte Kreditspektrum: Investment-Grade-, Hochzins- und Schwellenländeranleihen. Der Zinsanstieg in den USA könnte Anleger vorsichtig werden lassen, allerdings sind die Risikoaufschläge heute höher als zu Beginn früherer Straffungszyklen. Den Märkten verschafft das ein Polster, um die Folgen der langsam steigenden US-Zinsen abzufedern.
Was die absoluten Renditen angeht, favorisieren wir im Segment der Unternehmensanleihen Hochzins- vor Investment-Grade-Anleihen. Im Bereich der Schwellenländeranleihen sehen wir Aufwärtspotenzial für Lokalwährungspapiere. Auch Hybridanleihen, d.h. Schuldverschreibungen mit aktienähnlichen Merkmalen, gehören 2016 zu unseren Favoriten. Gründe sind ihr Carry und Potenzial für engere Spreads, denn das Interesse der Anleger an dieser neuen Anlageklasse nimmt zu. Was die verschiedenen Anlageregionen anbelangt, haben sich vor allem die Fundamentaldaten für US-Unternehmensanleihen verschlechtert. Im Unterschied dazu sind ihre Pendants in Europa günstiger positioniert.“

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity International:

„Auch im nächsten Jahr wird die Weltwirtschaft wohl nur langsam wachsen. Die Gefahr einer Rezession halte ich jedoch für gering, da die Industrieländer auf Wachstumskurs bleiben. Vermutlich wird das weltweit schwache Wachstum auch 2016 den Handel und das verarbeitende Gewerbe belasten. Als wichtiger Wachstumsmotor dürfte sich aber einmal mehr der Konsum in den Industrieländern erweisen, denn die bessere Beschäftigungslage und die niedrige Inflation stärken die Kaufkraft. Für die USA wird im kommenden Jahr mit einem ähnlich hohen Wachstum wie in diesem Jahr gerechnet. In Europa und Japan könnte sich der Aufwärtstrend sogar etwas beschleunigen.
Mit Blick auf den gegenwärtigen geldpolitischen Zyklus ist entscheidend, dass die Zinsen 2016 aller Voraussicht nach nur in sehr kleinen Schritten und nur langsam angehoben werden. So sollte sichergestellt sein, dass man der Erholung nicht das Wasser abgräbt und gleichzeitig die Inflation in Schach hält, die nach meiner Einschätzung auch im nächsten Jahr kaum anziehen wird.
An den schwierigen Bedingungen für die Schwellenländer wird sich 2016 wenig ändern. Die geringere Nachfrage aus China lastet insbesondere auf solchen Schwellenländern, die sich auf den Export von Gütern oder Dienstleistungen für die Industriezweige der „alten Wirtschaft“ im Reich der Mitte spezialisiert haben. In den rohstoffexportierenden Ländern haben die niedrigeren Rohstoffpreise tiefe Spuren in den Außenbilanzen und Staatshaushalten hinterlassen, oft verschlimmert durch die Abwertung der Landeswährung. Zu guter Letzt wirken sich die weltweit angespannteren Finanzierungsbedingungen nachteilig auf jene Schwellenländer aus, deren Zugang zu den internationalen Finanzmärkten sich 2015 verschlechtert hat. Diese Rahmenbedingungen machen es wichtiger denn je, zwischen den Ländern, die am stärksten unter den Negativfaktoren leiden, und solchen mit besseren wirtschaftlichen und finanziellen Fundamentaldaten zu unterscheiden.“

Kiwi recovery to subside

Since mid-August, global dairy prices have staged a strong recovery as concerns over future production have lifted prices from historical lows. With New Zealand being the world’s largest exporter of milk, the surge has helped the NZD to rise by 3% against the US Dollar over the same period (see Figure 1) and has delivered a boost to consumer and business confidence. Despite this, we believe that the recent NZD rebound will be short lived and at its next meeting (10th Dec) the Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) will cut benchmark rates for the third time this year. Volatility in dairy prices, growing unemployment and depressed inflation will all press the RBNZ to act, which offers a good opportunity for investors with a short to medium term time horizon to build short exposure to the NZD against the US Dollar.

Rebound to fade 

The rebound in dairy prices was instigated by an announcement from New Zealand’s multinational dairy giant, Fonterra Co- operative Group Limited, that it would be reducing the volumes of milk on offer at global dairy trade (GDT) auctions. The cut comes as Fonterra has reduced forecasts of future milk production due to “unknown weather impacts”. While the rebound bodes well for the economic situation in New Zealand it has already showed signs of waning, with milk prices falling considerably in recent auctions (falling 17% from their October peak, Source: Bloomberg). If dairy prices continue on their current downward trajectory, support for the NZD is likely to evaporate and push the currency lower, particularly against the US Dollar. Furthermore, the RBNZ would find itself under increased pressure to ease monetary conditions as farm incomes are compromised.

Unemployment and inflation outlook bleak 

The plunge in its primary export price has severely hampered New Zealand’s economic progress. The unemployment rate has climbed since the beginning of 2014 (currently sitting at 6%) while headline inflation has dropped to the lowest level in over 15 years (see Figure 2). RBNZ Governor, Graeme Wheeler, has also recently cited the potential deflationary impact that a continuation of recent NZD appreciation could have on inflation. We therefore believe that this economic context will encourage the RBNZ to cut benchmark rates at its upcoming meeting, despite the rampant house price inflation in Auckland. The very recent implementation of minimum deposit levels and the addition of more stringent capital gains rules suggest that the issue of soaring house prices will likely be tackled through regulation as opposed to interest rates.

Please find the full foreign exchange trade idea from ETF Securities with charts attached on the left.

Anschläge kein Vorwand, um Senkung von Frankreichs Staatsausgaben zu verschieben

Die Terroranschläge vom 13. November in Paris könnten sich kurzfristig negativ in der wirtschaftlichen Entwicklung Frankreichs bemerkbar machen, schreibt Bruno Cavalier, Chefvolkswirt bei Oddo Securities, in seinem jüngsten makroökonomischen Research. Angesichts nicht auszuschließender Folgen für Aktivität und Vertrauen sei ein Nullwachstum im Schlussquartal möglich. Langfristig, so der Ökonom, blieben solche Ereignisse jedoch ohne nachhaltige volkswirtschaftliche Konsequenzen. Und ein Vorwand, um die dringend nötige Reduzierung und Reorganisation der Staatsausgaben in Frankreich abermals zu verschieben, seien die Terroranschläge ebenfalls nicht. Ein Land müsse in der Lage sein, seine Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen, ohne gleichzeitig seine öffentlichen Haushalte zu beeinträchtigen.

Ein Blick auf Nachbarländer mit sehr ähnlichen Gesellschaftsmodellen zeige, dass die Staatsausgaben mit 57,2% des Bruttoinlandsprodukts ungerechtfertigt hoch seien. Deutschland beispielsweise komme lediglich auf 43,5%. Darüber hinaus sei das hohe Niveau in Frankreich nur zu einem unwesentlichen Teil mit höheren Verteidigungsausgaben zu erklären. Zwar gebe das Land als Nuklearmacht zugegebenermaßen mehr Geld in diesem Bereich aus, liege jedoch auch in allen anderen Kategorien, besonders dem Sozialtransfer, über dem Durchschnitt im Euroraum.

Die Details entnehmen Sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

Reformtempo in Indien nimmt zu

von Avinash Vazirani, Fondsmanager des Jupiter India Select SICAV. Der indische Aktienmarkt hat sich von den heftigen Turbulenzen an den globalen Schwellenmärkten in den letzten Monaten relativ unbeeindruckt gezeigt.(1) Die Dynamik nimmt infolge der richtungweisenden Reformen, die Indien zu einem Wachstumsschub verholfen haben, weiter zu. Dies wird in Verbindung mit einem äußerst positiven Geschäftsumfeld die nächste Wachstumsphase der indischen Wirtschaft tragen. Treffen mit Regierungsvertretern haben uns zudem davon überzeugt, dass die Regierung alles daran setzen wird, fiskal- und geldpolitische Maßnahmen aufeinander abzustimmen, um Indiens Niedriginflations- und -zinsphase beizubehalten.

Eine der wichtigsten Reformen der Modi Regierung ist die Einführung eines allgemeinen sozialen Sicherungssystems, mit dem Ziel Abermillionen von Indern aus der Armut zu holen. Zum ersten Mal sollen Mindestlebensstandards festgeschrieben werden, um breite Bevölkerungsteile aus der Schattenwirtschaft in das reguläre Bankensystem zu führen. Über ein System zur Erfassung biometrischer Daten, das mit Bank- und Mobilfunkkonten verbunden ist, soll die Bevölkerung eine grundlegende Kranken- und Lebensversicherung sowie Sozialleistungen erhalten. Dadurch dürften sich der Verwaltungsaufwand und die Ineffizienz bei der Auszahlung von staatlicher Unterstützung dramatisch verringern. 

Geschwindigkeit und Erfolg dieses Programms sind atemberaubend. Seit Einführung im September 2014 wurden 190 Millionen Bankkonten eröffnet und 165 Millionen Bankkarten ausgestellt. Da diese Bankkonten teilweise von mehr als einer Person genutzt werden, umfasst diese Zahl bereits einen Großteil der geschätzten 600 Millionen Inder, die vor Beginn des Programms keinen Zugang zu einem Bankkonto hatten. Infolge der vielen Kontoneueröffnungen – ca. 2 Millionen pro Woche – nimmt die Anzahl der 200 bis 300 Millionen Inder ohne Zugang zu einem Bankkonto rapide ab.

In Anbetracht dieser Zahlen wird leicht übersehen, dass auch andere Regierungsinitiativen zu einem starken Aufschwung am Arbeitsmarkt geführt haben. Das Programm „Make in India“, das ausländische Unternehmen zu einer Produktion in Indien bewegen soll, kann bereits erste Erfolge vorweisen. So entschloss sich der taiwanesische Elektronikgigant Foxconn, fünf Milliarden US-Dollar in den Bau einer Fertigungsanlage im Bundesstaat Maharashtra zu investieren. Außerdem wurde das Programm „Skill India“ ins Leben gerufen, das vier Millionen Indern Kompetenzen vermittelt, die der wachsenden indischen Wirtschaft weiter Auftrieb geben dürften. Auch das MUDRA-Programm zur Kreditvergabe an Kleinstunternehmen, das vor einigen Monaten noch in der Planungsphase schien, ist mittlerweile angelaufen und hat bereits 3,5 Milliarden US-Dollar an Krediten ausgeben. Im Rahmen dieses Programms vergeben Banken Darlehen an Kleinstunternehmen, wobei eine staatliche Behörde als Bürge fungiert. Nach Regierungsangaben wurden mindestens eine halbe Million neuer Arbeitsplätze geschaffen. Gleichzeitig ist klar, dass sich aus der zusätzlichen, von diesen neu gegründeten Unternehmen generierten Wirtschaftsaktivität ein Schub für das BIP ergibt. 

Die Landwirtschaft ist ein weiterer Bereich, in dem die Regierung umfassende Reformen zur Produktivitätssteigerung eingeleitet hat. Diese soll durch eine Reihe von Maßnahmen erreicht werden. Als erster Schritt wird die Sicherstellung der Bewässerung von Feldern genannt. Bislang hatten Bauern sich nur auf den unberechenbaren natürlichen Niederschlag verlassen können. Die Finanzierung erfolgt über die landwirtschaftliche Kreditanstalt NABARD. Darüber hinaus wurde eine Ernteausfallversicherung in Pilotprojekten in ganz Indien getestet, die nächstes Jahr landesweit eingeführt werden soll. Im Rahmen dieses Programms können Bauern ihre Ernte versichern, sodass sie bei Trockenheit oder Schädlingsbefall eine Entschädigung erhalten. Des Weiteren wurde die „Soil Health Card“ eingeführt, eine Art Bodenausweis, der Bauern bei der Wahl der richtigen Düngemittel hilft und bereits von 60 Prozent aller Bauern genutzt wird. Alle diese Initiativen integrieren weitere ländliche Bevölkerungsteile in das formale Banken- und Sozialsystem und die reguläre Wirtschaft. Dies sorgt nicht nur für einen besseren Schutz ihrer Existenzgrundlage, sondern stellt aus Anlegersicht einen starken langfristigen Geschäftszuwachs für Banken und Versicherungen dar. Wir werden diesen Bereich daher weiter beobachten. 

Nach Jahren der Stagnation hat auch der Infrastrukturausbau unter der Regierung von Narendra Modi wieder Fahrt aufgenommen. Momentan werden in Indien pro Tag 18 neue Autobahnkilometer gebaut. Ein zuvor gestopptes Projekt zur Weiterentwicklung indischer Häfen wurde wieder aufgenommen und neue Verträge an Baufirmen vergeben. Die größten Infrastrukturprojekte in Indien betreffen den Schienenverkehr. Hierfür hat die Regierung den immensen Betrag von 8,5 Billionen Rupien (ca. 150 Milliarden US-Dollar) vorgesehen. Zum ersten Mal in der Geschichte Indiens wird diese Summe einen festen Anteil an staatlichen Haushaltsmitteln beinhalten. Die Verträge für den Schienenausbau wurden bereits vergeben und die Modernisierung des indischen Verkehrssystems ist in vollem Gange.

Was die öffentlichen Finanzen betrifft, hat sich die neue Regierung vorgenommen, Investitionsgelder an die Bundesstaaten zu vergeben, welche die indische Republik bilden. Infolge neuer Gesetze werden nun ca. 42 Prozent der Bundessteuern direkt an die Bundesstaaten weitergegeben – zuvor waren es nur 32 Prozent.  Das neue Gesetz zur Einführung einer Steuer auf Güter und Dienstleistungen soll die unterschiedlichen Umsatzsteuerregelungen in den einzelnen indischen Bundesstaaten zugunsten einer einzigen nationalen Umsatzsteuer ersetzen. Dies dürfte sich aufgrund der somit geringeren Betriebsaufwendungen überaus positiv auf die Unternehmensumsätze auswirken. Der Gesetzesentwurf stößt bei der parlamentarischen Opposition jedoch auf erbitterten Widerstand und liegt daher momentan auf Eis. Auch hier sind wir der Ansicht, dass es sich um eine Reform handelt, deren Vorteile für beide Seiten eindeutig sein sollten. Selbst für jene Abgeordneten, die die Verabschiedung des Gesetzes momentan noch blockieren. Immerhin besteht kein Zweifel daran, dass dies ein weiterer Schritt ist, der sich äußerst vorteilhaft auf den Staatshaushalt auswirken und somit zur Reduzierung der Inflation beitragen wird. Es herrscht lediglich etwas Unklarheit, welchen Anteil die einzelnen Bundesstaaten auf diese Steuer aufschlagen und welchen sie für sich behalten dürfen – tatsächlich können sie 1 Prozent zusätzlich über einen begrenzten Zeitraum von zwei Jahren verlangen.

Indes hat die Regierung wenig Spielraum, um Einfluss auf Änderungen der Geldpolitik oder die Inflationsziele der unabhängigen Zentralbank auszuüben. Dennoch sehen wir uns durch jüngste Gespräche mit Regierungsvertretern darin bestätigt, dass die Regierung alles Notwendige unternehmen wird, um fiskalpolitische Maßnahmen auf die Geldpolitik abzustimmen. Damit kann sie sicherzustellen, dass Risiken für Indiens derzeitiges, von niedriger Inflation und geringen Zinsen geprägtes Marktumfeld angemessen und rasch begegnet wird. 

Die Regierung konnte allerdings in der Tat eine Reform im geldpolitischen Bereich durchsetzen – eine Neustrukturierung des indischen Bankensektors. Die Ausgabe von 21 neuen Lizenzen – elf an Zahlungsbanken und zehn an kleine Finanzierungsbanken – sind Teil einer Umstrukturierung eines Sektors, dem man eine risikoscheue Kreditvergabepolitik, Handlungsschwäche beim Umgang mit notleidenden Krediten und unzureichende Autonomie bei der Vergabe von Positionen in Vorstand und Geschäftsführung vorwirft. Die neuen Mitbewerber im Bankensektor sind ein positives Zeichen. Ein neues Insolvenzgesetz wird den bestehenden Marktteilnehmern ein Instrument zur Bekämpfung fauler Kredite geben, die ihnen zuvor nicht zur Verfügung standen, und es wird sogar über die Einführung eines Abwicklungsfonds diskutiert, der einige dieser Vermögenswerte aufnehmen könnte. 

Die letzte Maßnahme, welche die Ernennung von Vorständen betrifft, ist Teil des erweiterten Plans der Regierung zur Bekämpfung von Korruption auf Vorstandsebene und zur Verbesserung der Corporate Governance von Banken sowie Staatsunternehmen. In diesem Bereich macht die neue Regierung enorme Fortschritte und sendet mit dem Ausschluss von nicht geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern, die sich nicht an die neuen Corporate-Governance-Standards halten, eine klare Botschaft an staatseigene Unternehmen. Die Erfolge dieser Maßnahmen werden sich erst nach einiger Zeit zeigen, die Botschaft ist jedoch eindeutig: Unserer Ansicht nach waren die Aussichten für indische Unternehmen noch nie besser.  

Quelle:
(1) Jahresbeginn bis Ende Oktober: MSCI India Index (GBP) -4.2 %, MSCI Emerging Markets Index -10.5 % (Quelle: Bloomberg)

AXA IM Fokus Small Caps

2015 war bisher kein einfaches Jahr für die Aktienmärkte – aber es war ein sehr gutes Jahr für europäische Small Caps: Der Nebenwerte-Index MSCI Europe Small Cap hat bis Ende Oktober eine Rendite von 11,2 Prozent erzielt (Quelle: MSCI). Noch besser schlug sich der AXA WF Framlington Europe Small Cap, der es auf mehr als 25 Prozent brachte. Wir haben dies zum Anlass genommen, für die aktuelle Ausgabe unseres Themendienstes „Fokus: Small Caps“ mit Fondsmanagerin Isabelle de Gavoty über die Hintergründe der Small-Cap-Rallye zu sprechen – und natürlich über ihre Meinung zu den Aussichten der Anlageklasse für die Zukunft.

Das komplette Interview finden Sie links.

Marktausblick 2016: Jede Renditequelle zählt

Die Suche nach Rendite bleibt auch 2016 anspruchsvoll. „Jede Renditequelle zählt“, meint Jens Wilhelm, im Vorstand der Union Asset Management Holding AG zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien. „Leichter Rückenwind von der Weltkonjunktur wird auch 2016 an den Kapitalmärkten spürbar sein“, fasst der Anlagestratege die Aussichten zusammen. Kurzfristig könnten allerdings mehr Windwechsel auftreten als im laufenden Jahr. Für solche Schwankungen sollten sich Investoren breit aufstellen und die Volatilität durch eine aktive Asset Allocation für sich nutzen.

Eine wesentliche Stütze für die internationalen Börsen erkennt Wilhelm in der globalen Konjunktur. Zwar ist der Aufwärtstrend nach wie vor nur von moderater Stärke. „Die Weltwirtschaft bleibt aber im Wachstumsmodus, und das ist in Anbetracht der Dauer des Konjunkturzyklus keine Selbstverständlichkeit.“ Den wichtigsten Treiber sieht er in der starken US-Binnenwirtschaft. Arbeits- und Häusermarkt laufen in geregelten Bahnen und verleihen der größten Volkswirtschaft der Welt ein hohes Maß an Stabilität. „Wir rechnen mit einem Wachstum von 2,5 Prozent in den USA“, prognostiziert Wilhelm.

Optimistisch ist der Anlagestratege auch für die Eurozone: „Einige Reformen der vergangenen Jahre zahlen sich aus.“ Er erwartet für 2016 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent. Insbesondere die Peripheriestaaten dürften mit Wachstumsimpulsen aufwarten: „Italien entwickelt sich vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger.“

Für den langjährigen Exportweltmeister Deutschland sieht Wilhelm hingegen erste Wolken am Horizont heraufziehen: „Die deutschen Ausfuhren sind weniger regional anfällig als sektoral.“ Herausfordernd wird es, sobald die Nachfrage für eine heimische Schlüsselindustrie wie den Automobilsektor bröckelt: „Der VW-Skandal ist sicherlich nicht hilfreich für das Ansehen unserer Industrie. Darüber hinaus wird in Deutschland zu wenig investiert“, sagt Wilhelm. Demgegenüber gibt es ähnlich wie in den USA positive Nachrichten vom Konsum: „Nach Jahren der Flaute kommt wieder Bewegung in die Binnenkonjunktur. Damit erhält das deutsche Wachstum das lange vermisste zweite Standbein.“ In der Summe rechnet Wilhelm mit einem Plus von 1,8 Prozent beim BIP.

Zu den größten Unwägbarkeiten für die weltweiten Kapitalmärkte zählt er die Schwellenländer, insbesondere China. „Die Regierung in Peking hat die Wende zu einem veränderten Wachstumsmodell eingeleitet – weniger Investitionen, mehr Konsum. Das ist der richtige Schritt“, urteilt Wilhelm. „Allerdings verläuft der Umbau holprig.“ Für 2016 erwartet er eine Wachstumsabschwächung, aber keinen Einbruch der chinesischen Wirtschaftsleistung. „Die geringere wirtschaftliche Dynamik in China wird die Weltkonjunktur nicht aus der Bahn werfen“, ist der Stratege überzeugt.

Auseinanderlaufende Geldpolitik sorgt für Volatilität

Bedingt durch die unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten in den verschiedenen Währungsräumen rechnet Wilhelm mit einer zunehmend gegenläufigen Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken. In den USA sieht er die Federal Reserve (Fed) im Dezember oder spätestens im Frühjahr 2016 auf einen moderaten Zinserhöhungskurs einschwenken. „Fast zehn Jahre nach der letzten Leitzinsanhebung scheint die Fed fest entschlossen, einige geldpolitische Segel einzuholen. Wir werden aber eine eher sanfte Wende erleben.“

Im Gegensatz dazu steht die Eurozone sogar noch vor einer Ausweitung der Lockerung. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat im Herbst eindeutig den Willen zur Bekämpfung niedriger Teuerungsraten bekräftigt. Wilhelm erwartet daher noch in diesem Jahr weitere expansive Maßnahmen von der EZB: „Von einer Verlängerung oder Erhöhung des Ankaufprogramms über eine Ausdehnung auf weitere Anleihen bis zu höheren Strafzinsen auf Einlagen ist alles möglich.“

Für Investoren sieht er darin Chancen, aber auch Risiken. „Die internationalen Kapitalströme reagieren sensibler auf Zentralbankentscheidungen als früher“, erläutert er. Das Jahr 2015 hat dafür einige Kostproben geliefert, erinnert sei nur an Aktionen der Zentralbanken der Schweiz und Chinas. Wilhelm erwartet daher verstärkt geldpolitisches Störfeuer. „Die nachhaltigen Treiber bleiben jedoch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten – für Notenbanken und Börsen gleichermaßen.“

Weiter wenig Inflationsdruck trotz statistisch höherer Teuerungsraten

Im Hinblick auf die Inflation haben sich die Finanzmärkte in den letzten Jahren an niedrige Teuerungsraten gewöhnt. „Aus rein statistischen Gründen wird dieser Trend im Laufe des Jahres nun unterbrochen und kann zu Irritationen führen,“ gibt Wilhelm zu bedenken. Konkret könnten Basiseffekte – etwa beim Ölpreis – einen plötzlichen Anstieg der offiziellen Inflationszahlen verursachen. Eigentlich sollte das Anleger nicht überraschen, die Erfahrung zeigt aber, dass die Märkte darauf trotzdem mit heftigen Preisbewegungen reagieren können. „Die fundamentalen Voraussetzungen für weiterhin niedrige Inflation sind aber unverändert, und wir sehen auf längere Sicht keinen substantiellen Druck aufkommen.“

Niedrigrenditeumfeld verfestigt sich strukturell

Das zukünftige Kapitalmarktumfeld ist gekennzeichnet durch anhaltend langsames Wachstum der Weltwirtschaft, globale Überersparnis und weiterhin geringes Inflationsniveau. Auch die lockere Notenbankpolitik bleibt – trotz der sanften Wende der Fed – ein prägendes Merkmal: „Aus dem Niedrigzins- wird ein strukturelles Niedrigrenditeumfeld, dessen Ende nicht absehbar ist. Dafür müssen sich Anleger richtig positionieren“, sagt Wilhelm.

Zudem weist der Anlagestratege auf die gewachsene Komplexität an den Kapitalmärkten hin: „Komplexe wirtschaftliche und geldpolitische Abhängigkeiten haben das Investieren deutlich anspruchsvoller gemacht. Wenn Menschen dann das Gefühl haben, die Kapitalmärkte würden immer undurchsichtiger, ist das nicht verwunderlich“, analysiert Wilhelm. „Als Antwort darauf ist es im Fondsmanagement heute entscheidend, sich über alle Anlageklassen hinweg zu vernetzen und das Expertenwissen bestmöglich zu verzahnen.“

Bewährter Kurs – breite Diversifikation und aktive Asset Allocation

Aktien hält Wilhelm auch im Jahr 2016 für die aussichtsreichste Anlageklasse. „Ohne Aktien geht es nicht“, ist er sich sicher. Union Investment prognostiziert für die Unternehmensgewinne ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. „Auch eine Ausweitung der Bewertungen dürfte die Kurse unterstützen.“ Gleichwohl hält Wilhelm die Chancen in einigen Segmenten bereits für ausgereizt: „Das Umfeld wird selektiver, einfach breit in den Aktienmarkt zu investieren ist immer weniger Erfolg versprechend. Das aktive Management, die Identifizierung der langfristig erfolgreichen Geschäftsmodelle, gewinnt noch mehr an Bedeutung.“

Investitionen in Unternehmensanleihen – bislang ein beliebtes Ausweichmanöver gegen das niedrige Zinsniveau – sind ebenfalls kein Selbstläufer mehr. Strengere Regulierung, abnehmende Handelsliquidität und sich verschlechternde Kreditprofile mancher Konzerne dürften die Risikoaufschläge ansteigen lassen. Auch hier kommt es also mehr denn je auf gezielte Titelselektion an.

Bei den Renditen sicherer Staatsanleihen erwartet Wilhelm eine Seitwärtsbewegung. Demnach sollten zehnjährige Bundesanleihen im Jahresverlauf weiter unterhalb von einem Prozent notieren. In den USA, wo die Wirtschaft stärker wächst und die Zentralbank die Zinswende einleiten will, werden die Renditeniveaus weiter deutlich höher als im Euroraum liegen. Allerdings rechnet Wilhelm auch hier nicht mit Werten oberhalb von 2,6 Prozent zum Jahresende 2016. Genug jedenfalls, um Investoren zu raten: „Internationalisieren Sie Ihre Kapitalanlage – das ist selbst nach Wechselkurssicherung noch attraktiv.“

Nach Einschätzung des Anlagestrategen steigt die Notwendigkeit für eine breite Streuung und eine aktive Asset Allocation. „Die einfachen Mittel gegen die Renditelosigkeit helfen nicht mehr“, resümiert er. „Gerade bei einer Flaute, nur schwachem Rücken- oder sogar Gegenwind an den Märkten kommt es auf jedes Stück Segel an. Und wenn man schnell und beherzt navigiert, können an den Börsen auch plötzliche Windwechsel Chancen bieten.“ Moderne Multi-Asset- oder Absolute-Return-Lösungen sind laut Wilhelm für dieses Umfeld besonders geeignet.

Drei von fünf Investoren suchen nach Alternativen für herkömmliche Anleihen

Gut drei von fünf institutionellen Investoren (62 Prozent) gaben an, sich nach Alternativen zu dem herkömmlichen Exposure am Anleihemarkt umzuschauen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung1 von NN Investment Partners (NNIP).

Der Umfrage zufolge macht sich fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) Sorge, dass Anleihen nicht mehr das Maß an Kapitalschutz bieten, wie dies früher der Fall war. Über ein Drittel (35 Prozent) der institutionellen Investoren gaben an, sie seien bereit, ein Drittel ihres Aufwärtspotenzials im Tausch für Absicherung nach unten zu opfern, während 27 Prozent ein Viertel und 15 Prozent die Hälfte aufgeben würden. Nur 11 Prozent gaben an, im Gegenzug für Kapitalschutz keine Abstriche beim Aufwärtspotenzial in ihren Portfolios machen zu wollen.

Tarek Saber, Lead Portfolio Manager, NN (L) Global Convertible Opportunities Fund, erklärte dazu: „Die Aussicht auf steigende Zinsen in der nächsten Phase des Kreditzyklus hat bei Investoren zweifellos das Bewusstsein dafür geschärft, dass Alternativen zu herkömmlichen Anleihe-Exposures gebraucht werden.“

„Investoren, die einerseits Volatilität reduzieren, aber andererseits ihr Aufwärtspotenzial nicht zu sehr einschränken wollen, sollten Wandelanleihen in Erwägung ziehen. Wandelanleihen korrelieren zu rund 90 Prozent mit Aktien und zu 60 Prozent mit High Yield. Ihre Renditen sind denen von Aktien vergleichbar, allerdings nur ungefähr halb so volatil. Ein Anteil von 3 bis 10 Prozent im Portfolio würde die risikoadjustierten Erträge in der Tat verbessern.“

Der NN (L) Global Convertible Opportunities geht nach einem konsequent fokussierten Ansatz vor. Seine Fondsmanager identifizieren Themen, die ihrer Ansicht nach – unabhängig von den Marktbedingungen – entscheidend zur Performance bestimmter Titel beitragen werden. Entsprechend zielen sie auf die Wandelanleihen mit den attraktivsten Merkmalen ab. Dieser Ansatz ermöglicht NNIP, Top-down-Ansichten präziser abzubilden, als dies beim herkömmlichen sektororientierten Ansatz der Fall ist, da die Renditetreiber von Sektoren häufig stark fragmentiert sind.

Der Fonds, der ein Vermögen von über 275 Millionen US-Dollar verwaltet,2 wurde im Oktober mit fünf Morningstar-Sternen ausgezeichnet. Diese Auszeichnung beruht auf der Erfolgsbilanz des Fonds der vergangenen drei Jahre. Über Zeiträume von einem bzw. drei Jahren rentierte der Fonds bis zum 8. Oktober 2015 4,36 Prozent bzw. 10,83 Prozent.

NN Investment Partners’ Fixed-Income-Boutiquen verfügen über erfahrene Managementteams aus Portfoliomanagern, Analysten und Strategen. Diese speziellen Teams sind mit Standorten in Den Haag, New York, London und Singapur global präsent. Im Rahmen eines bewährten proprietären Investmentprozesses, führen wir Erfahrung und Expertise des preisgekrönten Teams mit einem kundenzentrischen Ansatz zusammen. So arbeiten wir partnerschaftlich mit unseren Kunden an Lösungen, um ihre Investmentanforderungen über eine Plattform innovativer Produkte zu erfüllen.

  1. Die Umfrageergebnisse stammen aus NN Investment Partners‘ eigenem Research, das von Citigate Dewe Rogerson im Oktober 2015 unter 105 internationalen institutionellen Investoren durchgeführt wurde.
  2. Zahlenangaben per 08.10.2015.

Three in five investors are ‘seeking alternatives’ to traditional fixed income

More than three in five (62%) of institutional investors say they are seeking alternatives to traditional bond market exposure, new research1 from NN Investment Partners reveals.

With the research showing that nearly half (48%) are concerned that bonds no longer offer the capital protection that they did in the past, more than one in three (35%) institutional investors said they would sacrifice a third of the upside performance in their portfolios to achieve protection against the downside, while 27% would sacrifice a quarter and 15% half. Only 11% said they would not sacrifice any of the upside performance in their portfolios to protect against the downside.

Tarek Saber, Lead Portfolio Manager, NN (L) Global Convertible Opportunities fund: “The prospect of rising interest rates in the next stage of the credit cycle has no doubt focused institutional investors’ minds on the need for alternatives to traditional bond exposures.”

“Those investors wishing to reduce volatility without sacrificing too much of the upside in the long term should certainly consider convertible bonds. These provide around 90% correlation to equities and 60% to high yield and have equity like returns with around half the volatility. Exposure to convertibles of between 3% and 10% of portfolios would certainly enhance the risk-adjusted returns of a portfolio.”

The NN (L) Global Convertible Opportunities fund has a focused approach. Its managers identify themes that they believe will drive certain stocks to perform, whatever market conditions, and select the most attractively structured convertibles accordingly. This approach allows NN IP to express top-down views more accurately than a traditional sectoral approach, as sectors often have a very dispersed set of return drivers.

The fund, which has more than USD 275 million in assets under management2, was awarded a five-star rating from Morningstar in October, based on its three-year track record. It has delivered a return of 4.36% and 10.83% over one and three years respectively to 8th October 2015.

NN Investment Partners’ fixed income boutiques have experienced management teams consisting of portfolio managers, analysts and strategists. These dedicated teams have a global presence with locations in The Hague, New York, London and Singapore. With a proven proprietary investment process, the award-winning investment team’s experience and expertise is combined with a client-centric process that forges a partnership with customers to help them meet their investment needs through a platform of innovative products.

  1. Findings revealed in NN Investment Partners’ own research carried out in a survey by Citigate Dewe Rogerson amongst 105 international institutional investors in October 2015
  2. Figure as of 8 October 2015

Klimagipfel in Paris: Weshalb er auch für Investoren relevant ist

Wird die UN-Klimakonferenz in Paris zählbare Resultate bringen? Roberto Cominotto, Manager des JB Energy Transition Fund bei GAM, ist optimistisch: „Es gibt einen wichtigen Unterschied zu den wenig erfolgreichen Vorgängerkonferenzen. Diesmal wurden die teilnehmenden Länder aufgefordert, im Vorfeld Zusagen zum Klimaschutz einzureichen. Einige dieser Vorschläge sind sehr ambitioniert.“  

China schon heute größter Markt für erneuerbare Energien
Insbesondere die Rolle Chinas, des weltweit größten Kohleverbrauchers, wertet Cominotto dabei positiv. Weil China nach wie vor stark wächst, hat das Land sich zum Ziel gesetzt, dass die CO2-Intensität des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2030 60 bis 65 Prozent unter dem Niveau von 2005 liegen und spätestens ab 2030 auch absolut sinken soll. Zudem will die chinesische Führung sich in Paris dafür einsetzen, dass die vereinbarten Ziele alle fünf Jahre kontrolliert werden. „Die chinesischen Pläne für den Ausbau der Solar- und Windenergie sind beeindruckend. China ist bereits jetzt der größte Markt für erneuerbare Energien und wird noch signifikant weiter wachsen“, so Cominotto.

Indien werde sich in den kommenden zehn bis 20 Jahren zu einem weiteren wichtigen Markt für erneuerbare Energien entwickeln, prognostiziert der Experte. „Derzeit ist Indien zu einem hohen Grad von Kohle abhängig und zudem auf Energieimporte angewiesen. Angesichts des eingeschlagenen Wachstumspfads müssen alle verfügbaren Energiequellen angezapft werden – und insbesondere erneuerbare Energieträger.“ Nicht zuletzt fördert auch die staatliche deutsche Bank KfW den Ausbau der dortigen Energieinfrastruktur – im Rahmen der „deutsch-indischen Solarpartnerschaft“ sollen in den nächsten fünf Jahren zinsverbilligte Darlehen in Höhe von rund einer Milliarde Euro fließen.

Wichtige deutsche Förderpolitik
Damit bleibt Deutschland seiner Rolle als globaler Förderer der erneuerbaren Energien treu, die es seit Ende der 1990-er Jahre innehat. „Wenn die deutschen Verbraucher die Solarindustrie in den vergangenen 15 Jahren nicht subventioniert hätten, wäre die Industrie längst nicht auf dem aktuellen Stand, sondern würde zehn Jahre hinterherhinken“, erklärt Cominotto. Durch die Subventionen hätte sich auch die Windindustrie deutlich schneller entwickelt als ohne Förderung. Nun sieht der Experte allerdings in Deutschland vorerst das Ende des Wachstums erreicht: „Das installierte Volumen ist inzwischen so hoch, dass das Stromnetz zum Flaschenhals wird. Deutschland bleibt ein wichtiger Markt für erneuerbare Energien, ist im Moment aber kein bedeutender Wachstumsmarkt.“

Alternative Energiequellen auch für Anleger relevant
Bei Wind- und Solarinvestments rät der Fondsmanager Anlegern, nicht nur auf die Nachfrageseite zu schauen, sondern auch auf die Entwicklung des Angebots. „Wenn die Angebotskapazitäten bei Windturbinen oder Solarmodulen zu stark wachsen, wie es vor einigen Jahren der Fall war, könnten trotz Nachfragewachstums schwierige Zeiten auf die Branche zukommen.“ Derzeit sei dies allerdings nicht der Fall. Er bewertet denn auch aktuell verschiedene Solar- und Windenergieunternehmen als attraktiv. Dazu zählen das chinesische, an der New York Stock Exchange gelistete Unternehmen Jinko Solar ebenso wie der global aufgestellte US-Modulhersteller Sunpower und das spanische Unternehmen Gamesa, das Windkraftanlagen produziert und vor allem in Lateinamerika und Indien eine starke Marktposition habe. Erst Anfang November hatte Gamesa zwei neue Aufträge für Windparks in Indien mit einer Gesamtkapazität von 200 Megawatt bekannt gegeben. 

Neben den Schlüsselsektoren Solar- und Windenergie hält Cominotto zudem bislang eher übersehene Bereiche wie die Energieeffizienztechnologie für interessant. Und auch Elektroautos könnten von den Bemühungen zur Senkung des Treibhausgasausstoßes profitieren. Hier mahnt Cominotto allerdings zu Geduld: „Ich denke nicht, dass elektrische Fahrzeuge sich vor 2020 zu einem Massenmarkt entwickeln werden.“ Dafür nämlich müssten seiner Ansicht nach zunächst die Preise deutlich sinken – und das werde ohne weitere staatliche Anreize nur langsam vonstattengehen.

Divergierende Mittelzuflüsse nach weiterem Preisverfall

Investoren nutzen die niedrige Preise als Einstiegsmöglichkeiten in Öl und PGMs, während sie bei Gold und Kupfer die Geduld herausfordert. Die anhaltend schwachen Ölpreise setzen Öl- und Erdgasproduzenten weiter unter Druck und fordern weitere Produktions- und Ausgabenkürzungen, was für den globalen Ölmarkt ein gutes Vorzeichen auf eine baldige Erholung wäre. Der Druck auf Edelmetalle bleibt bis zur Federal Reserve Sitzung Mitte Dezember bestehen. Jedoch könnten Edelmetalle aufgrund des typischen Anlegerverhaltens „buy on the rumour, sell on the news" von einer Zinsanhebung profitieren. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Charts.

Mittelzuflüsse in Öl-ETPs summieren sich aufgrund schwacher Preise. Investoren sind nach wie vor an günstigen Einstiegsmöglichkeiten am Ölmarkt interessiert. WTI fiel um 3 Prozent auf 40,5 USD/bbl. und auch Brent konnte vergangene Woche keine Gewinne verzeichnen. Dennoch wurden in Long WTI Öl-ETPs Mittelzuflüsse in Höhe von 64, 7 Mio. USD und in Long Brent Öl-ETPs 15,5 Mio. USD verbucht. Obwohl kein eindeutiger Trend bei CFTC Positionen in nicht kommerzielle Öl-Futures erkennbar war, war die vergangene Woche von anhaltenden Öl-ETP Mittelzuflüssen gekennzeichnet. Dies knüpft an die Mittelzuflüsse der beiden Vorwochen an und unterstreicht das Vertrauen von ETP-Investoren an einen baldigen Wendepunkt am Ölmarkt. ETFS Daily Short WTI Crude Oil (SOIL) verbuchte zeitgleich Mittelabflüsse von 1,2 Mio. USD, was im Einklang mit der allgemeinen Stimmung am ETP-Markt steht. Sieben Wochen lang stiegen US-Öllagerbestände beachtlich schnell an, das Wachstum verlangsamte sich jedoch vergangene Woche auf 252.000 Barrel. Die EIA rechnet in ihrer November-Ausgabe des kurzfristigen Ausblickes am Energiemarkt für kommendes Jahr mit einem anhaltenden weltweiten Überangebot in der Ölversorgung, dies wird sich jedoch auf rund 95,5 Mio. Barrel pro Tag aufgrund der sinkenden Ölproduktion in den USA und Kanada stabilisieren. Das Wachstum der US-Lagerbestände wird sich nächstes Jahr ebenfalls verlangsamen.

Gold und PGM Mittelflüsse in entgegengesetzte Richtung. Eine Fortsetzung der Preisschwäche in Gold übersteigt die Geduld der Anleger. Gold fiel vergangene Woche um weitere 0,4 Prozent und es kam zu den ersten Mittelabflüssen seit 10 Wochen. Gold ETPs verbuchten vergangene Woche signifikante Mittelabflüsse von 70,6 Mio. USD, eine Größenordnung, die wir seit August 2015 nicht mehr erlebt hatten. Obwohl Goldeinfuhren in China auf einem 7 Monatshoch notieren und Diwali Umsätze in Indien die Goldnachfrage im Oktober positiv beeinflussten, sorgt die steigende Erwartung für eine Zinserhöhung in den USA weiterhin für Druck auf den Goldpreis.

Nettomittelzuflüsse wurden unterdessen in Platin und Palladium ETPs verbucht, die ersten Ausgaben seit Anfang August, nachdem Platinpreise ein weiteres Rekordtief von 844 USD./Unze vergangenen Mittwoch erreicht hatten und sich Palladium nach wie vor auf Augustniveau bewegt. Johnson Matthey hat vergangene Woche das Ausmaß der PGM-Defizitprognosen für 2o15 erhöht und ein geringeres Angebot hervorgehoben.

Kupfer leidet weiterhin unter negativer Anlegerstimmung. Der Kupferpreis erreichte vergangene Woche ein weiteres Rekordtief von 4.633 USD/MT. Dies führte zu weiteren 10 Mio. USD Mittelabflüsse aus Kupfer ETPs. Seit 5 Jahren bewegt sich der Kupfermarkt in einem Defizit. Laut der International Copper Study Group (ICSG) wird dieses Jahr voraussichtlich ausgeglichen sein, bevor es in 2016 erneut zu einem Defizit kommen dürfte. Der am vergangenen Freitag veröffentlichte ICSG Novemberbericht zeigt ein Angebotsüberschuss in Höhe von 81.000 Tonnen raffiniertem Kupfer für August, nachdem in den vorherigen 4 Monaten Defizite verbucht wurden.

Den vollständigen Überblick finden Sie links zum Download.

GAM: US-Wirtschaft braucht statt Schmerzmittel etwas Anregenderes

Es ist Zeit für einen Zinsschritt in den USA. Diese Ansicht vertritt Enzo Puntillo, Head of Fixed Income beim Asset Manager GAM in Zürich: „Das Quantitative Easing und die Nullzinspolitik in den USA haben ihre Schuldigkeit getan. Inzwischen ist kein zusätzlicher Nutzen beider Instrumente mehr erkennbar. Die Fed sollte daher aufhören, der US-Wirtschaft Schmerzmittel zu verabreichen und stattdessen auf etwas Anregenderes setzen.“ Eine Zinserhöhung im Dezember ist dann auch sehr wahrscheinlich. Nach der Veröffentlichung des letzten Fed-Protokolls sei an den Märkten eine Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt von zwei Dritteln eingepreist. 

Zinserhöhung dämpft Wirtschaftswachstum nicht zwingend
Zwar sei die Konjunktur in den USA derzeit nicht besonders stark – weder absolut betrachtet noch im Vergleich mit früheren Konjunkturzyklen, erläutert der Experte. Strukturell hänge dies mit dem niedrigeren demographisch bedingten Wachstum und der geringeren Produktivität zusammen. Auf kürzere Sicht entstünde Gegenwind für die Wirtschaft durch die zurückhaltenden Investitionen im Ölsektor, das nachlassende Wachstum der Weltwirtschaft und den starken US-Dollar.

Doch auch vor diesem Hintergrund müsse eine Zinserhöhung das Wirtschaftswachstum nicht unbedingt dämpfen, argumentiert Puntillo. Er empfiehlt, einen oft vernachlässigten Wirtschaftsfaktor in die Betrachtung einzubeziehen: das Zinseinkommen der Privathaushalte. „Wenn man sich den vorigen Zinserhöhungszyklus der Fed anschaut, sieht man, dass dieser zu einem Anstieg der Haushaltseinkommen um 4 bis 4,5 Prozent geführt hat.“ Zwar sei es unwahrscheinlich, dass die Zinsen im aktuellen Zyklus auf ein ähnlich hohes Niveau steigen könnten, so Puntillo weiter. Dennoch würden höhere Zinsen die Haushaltseinkommen erhöhen, ohne dass sich dadurch die Schulden zu stark verteuerten. Insgesamt könne dieser Effekt das Wachstum stützen. 

Die geldpolitische Straffung hat längst begonnen
Darüber hinaus müsse man zwischen dem ersten Zinsschritt der Notenbank und dem Beginn der geldpolitischen Straffung unterscheiden, so Puntillo weiter. Die Reaktion der Märkte auf eine Änderung der Geldpolitik erfolge üblicherweise nicht erst zum Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung, sondern bereits nach deren Ankündigung. „Diesmal hat die Straffung bereits im Jahr 2013 begonnen – und zwar mit der Ankündigung des Tapering im Jahr 2013“, so Puntillo. „Zu dieser Zeit fand bereits eine Anpassung der Terminzinsen um ein bis zwei Prozentpunkte statt." 

In der Vergangenheit habe die erste Zinserhöhung durch die Fed jedoch häufig dazu geführt, dass der US-Dollar an Stärke eingebüßt habe. „Ob der Dollar-Wechselkurs allerdings auch diesmal sinken wird, ist fraglich, denn andere Zentralbanken werden voraussichtlich noch eine Weile brauchen, bis sie die Zinsen anheben.“

„Textilindustrie in Bangladesch macht Fortschritte“

Besserer Brandschutz, striktere Gebäudeinspektionen, Fortschritte in der Gesetzgebung zu Mindestlohn und Gewerkschaften – die Textilindustrie in Bangladesch entwickelt sich in die richtige Richtung. Dieser Ansicht ist Matthias Beer, Associate Director Governance and Sustainable Investment bei BMO Global Asset Management. BMO Global Asset Management hat mit einer internationalen Delegation bereits im zweiten Jahr in Folge Fabriken vor Ort besucht und mit Textilarbeitern, Fabrikbesitzern und staatlichen Vertretern gesprochen. „Nach dem verheerenden Einsturz des Gebäudekomplexes Rana Plaza in Bangladesch vor zwei Jahren scheinen sich die Arbeitsbedingungen von Textilarbeitern langsam zum Besseren zu entwickeln. Die Umsetzung der neuen Vorgaben in den Fabriken hinkt allerdings noch hinterher“, sagt Beer.

Niedrige Herstellungskosten und hohe Produktionskapazitäten sind die Hauptgründe für internationale Modehersteller, ihre Produktion nach Bangladesch auszulagern. Allerdings erkennen immer mehr Unternehmen, dass fehlerhafte rechtsstaatliche Praxis, Korruption in der Regierung und schlechte Arbeitsbedingungen gesellschaftliche Probleme in Bangladesch nähren. „Das wirkt sich auch auf die Qualität, Produktivität und Versorgungssicherheit aus. Die Kosten daraus übersteigen die Ersparnisse, die auf die geringen Arbeitskosten zurückzuführen sind“, so Beer. Es liege daher auch im Eigeninteresse der internationalen Unternehmen, dass die Verhältnisse vor Ort sich verbesserten, auch wenn höhere Arbeitsstandards mit höheren Kosten einhergingen.

Vor allem hinsichtlich der Gebäudesicherheit sind einige positive Entwicklungen zu verzeichnen. Bereits kurz nach der Einsturz-Katastrophe haben sich internationale Modehersteller in zwei Initiativen, der „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ (Accord) und der „Alliance for Bangladesh Worker Safety“ (Alliance), organisiert. Die seit dem Jahr 2013 laufenden Programme sind auf jeweils fünf Jahre ausgerichtet und sollen Brandschutz sowie Gebäudesicherheit verbessern. Zusammen mit staatlichen Maßnahmen der Regierung von Bangladesch sind seitdem bei ungefähr 80 Prozent der exportorientierten Fabriken Inspektionen durchgeführt worden. Dabei wurden teils gravierende Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen festgestellt, wie beispielsweise blockierte Notausgänge, mangelhafte Feuerschutztüren und fehlende Sprinkleranlagen. „Es gibt aber merklich Bestrebungen, Produktionsstätten sicherer zu machen“, fasst Beer zusammen. 

Ein großes Potenzial für Verbesserungen sieht Beer im Bereich der Implementierung von Reformen des Arbeits- und Gewerkschaftsrechts in der Praxis. Fabrikbesitzer müssten stärker animiert werden, internationale Arbeitsstandards umzusetzen, Arbeitern ein Recht zur unabhängigen Gründung von Gewerkschaften einzuräumen und sich generell für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. „In unseren Gesprächen haben lokale Gewerkschaften betont, dass Arbeiter, die versuchen, sich zu organisieren, häufig eingeschüchtert und schikaniert werden“, so Beer. „Daher ist es wichtig, dass internationale Modemarken und Einzelhändler erkennen, dass die Gründung von lokalen Gewerkschaften das beste Mittel bleibt, um die Rechte der Arbeiter nachhaltig zu verbessern.“ Nur so könne ein kontinuierlicher gesellschaftlicher Dialog zwischen Textilarbeitern, Fabrikbesitzern und Regierungsstellen erreicht werden. „Es besteht eine klare Notwendigkeit, dass internationale Modeketten und Fabrikbesitzer in enger Partnerschaft zusammenarbeiten und so eine tragfähige Zulieferkette einrichten, die bessere Arbeitsbedingungen und Produktivitätssteigerungen verbindet“, so Beers Fazit. Beide Seiten, Arbeitnehmer wie Arbeitgeber, würden davon künftig profitieren.

Euro-Dollar-Parität ab Dezember?

„In den USA und Großbritannien könnten die Zinsen zum Jahresende steigen, während sie in Europa auf zu niedrigem Niveau verharren. Folgt im Dezember dann die Euro-Dollar-Parität?“ von Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Nach der vergangenen Offenmarktausschusssitzung der Federal Reserve Bank (Fed) schien eines klar: Im Dezember wird der Leitzins steigen. Aber nicht das Timing der ersten Zinserhöhung sei entscheidend, sondern die Frage, wie oft die Fed die Zinsen im kommenden Jahr noch anhebe, erklärt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM): „Eine Zinserhöhung wäre lediglich das Signal. Wichtiger ist die Tatsache, dass sich der Zins wieder bewegt.“

Der Stratege geht davon aus, dass ein Zinsschritt keine wesentliche Straffung der Geldpolitik in den USA darstellt. Seiner Ansicht nach hat die Fed mit der Ankündigung einer möglichen Zinserhöhung im Dezember versucht, die Marktteilnehmer auf eine sehr langsame und bescheidene Straffung im Jahr 2016 vorzubereiten. „Eine radikalere Nachricht hätte vermutlich die Angst geschürt, dass der US-Dollar wieder aufwertet und die langfristigen Anleiherenditen abrupt steigen. Beide Szenarien könnten sich negativ auf Wachstum und Inflation auswirken“, erklärt Iggo. Ein starker Dollar könnte es der USA schwer machen, ihr Inflationsziel zu erreichen. Europa und Japan hingegen seien so weit von ihrem Inflationsziel entfernt, dass sich laut Iggo so manch einer wünscht, Euro und Yen würden gegenüber dem Dollar an Wert verlieren.

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, zweifelte kürzlich die Effektivität des Quantitative Easing im Hinblick auf die Inflation an. Die logische Schlussfolgerung daraus sei, dass die EZB mehr Asset-Käufe tätigen und auf die Bilanz für September 2016 achten müsse – in der Hoffnung, dass der Wert des Euro sinke und sich die Fremdkapitalkosten in der Eurozone auf einem sehr niedrigem Niveau hielten, so Iggo weiter. Die Bank of Japan habe ihr Wertpapierkaufprogramm bislang nicht weiter ausgedehnt – dennoch sei es schon weit vorgeschritten und eine restriktivere Geldpolitik in weiter Ferne. Seit dem dritten Quartal schrumpfe die Wirtschaft und die Inflation halte sich gerade so über Null. „Investoren sind wahrscheinlich zuversichtlicher, dass die EZB und die Bank of Japan ihre Politik weiterführen, als dass die Politik der Fed restriktiver wird. Ein realistisches Szenario für die kommenden sechs Monate ist aber, dass die Divergenz in der Geldpolitik der Notenbanken zu einer Aufwertung des Dollar führt“, so Iggo. 

Japanese Yen to come under fire

Weekly currency investment views from ETF Securities. In this trade idea, ETF Securities looks at the suffering Japanese economy, short-term yield differences and inflation expectations to guide your investment decisions regarding the Japanese Yen against the Euro. Please find the full report attached on the left.

  • JPY appears overvalued against the Euro as QE rhetoric has placed the common currency under pressure.
  • Real yields suggest upward correction imminent for EURJPY.
  • Inflation expectations in Japan continue to fall, increasing the likelihood of additional easing measures by the Bank of Japan (BoJ).

Unigestion-Index zeigt, welche Länder die China-Flaute besonders trifft

In einer viel beachteten Rede mit dem Titel „Sudoku für Volkswirtschaftler“ zeigte Mervy King, damals Gouverneur der Bank of England, 2010 die Verknüpfung zwischen der durch die exzessive Kreditausreichung an den privaten Sektor ausgelösten Finanzkrise von 2008 und dem schnellen Wachstum der Schwellenländer auf. Er erläuterte, dass der Schuldenabbau in den Industriestaaten eine entsprechende Anpassung der Wachstumsmodelle der Schwellenländer erfordern würde. Mit dieser Aussage bewies er beachtlichen Weitblick.

Seit 2008 haben sich die Triebkräfte des Wirtschaftswachstums verändert. Wichtigste Folge davon war die ausgeprägte Abschwächung des Welthandels, was sich wiederum massgeblich auf China auswirkte.

Sudoku ist ein Zahlenspiel, bei dem es um die Wechselbeziehungen von Zahlen geht wenn man eine Zahl ändert, muss man alle anderen ebenfalls ändern. China und die Weltwirtschaft sind eng miteinander verbunden wie ein Sudoku-Puzzle. In diesem Dokument möchten wir diese Wechselbeziehung beleuchten. 

Das vollständige Dokument finden Sie links.

2016 werden die Märkte unterschiedliche Richtungen einschlagen

Nach Auffassung von NNIP sind die Divergenzen zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern darauf zurückzuführen, dass sich die Kreditzyklen in unterschiedlichen Stadien befinden. Im Verhältnis zwischen den USA einerseits und dem Euroraum und Japan andererseits spielt die Geldpolitik die entscheidende Rolle.

Der unterschiedliche geldpolitische Kurs in den Industrieländern wirkt sich stärker als üblich auf den Wechselkurs des US-Dollar aus. Zugleich stellt der Straffungskurs der Fed – der im Dezember beginnen sollte und danach langsam fortgesetzt werden dürfte – ein Risiko für die Schwellenländer dar.

Die Anleger bleiben vorsichtig und halten weiterhin hohe Bestände an Liquidität. NNIP rechnet mit geringeren Turbulenzen als im Jahr 2015 und geht in seiner Allokation inzwischen moderate Risiken ein, was sich auf die Auffassung stützt, dass Immobilien, Aktien und Fixed-Income-Spread-Produkte im Jahr 2016 besser abschneiden werden als Staatsanleihen und Rohstoffe. NNIP hält die Prämien für Staatsanleihen nicht für übermäßig hoch; die Renditen sind zwar niedrig, aber die Kurven nicht außer-gewöhnlich flach.

Valentijn von Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners erläuterte: „Die Unsicherheit bleibt bestehen und die Makrorisiken sind weiterhin vorhanden, werden jetzt aber realistischer eingepreist. Das globale Wachstum ist relativ solide und wird nicht so volatil sein wie 2015, da die Binnennachfrage in den Industrieländern robust bleibt. Dies ist ein wichtiger Anker.“

„In den Schwellenländern bestehen weiterhin Probleme, die aber geringere Auswirkungen haben dürften als im Jahr 2015.“

Aktien

Nach Auffassung von NNIP läuft die Entwicklung am US-Aktienmarkt einerseits und den Aktienmärkten im Euroraum bzw. in Japan andererseits weiter auseinander. Die USA sind im Gewinn-, geldpolitischen und Kreditzyklus weiter fortgeschritten; der erste Zinsanhebungsschritt der Fed steht in Kürze bevor, was zu Druck auf US-Aktien führen könnte. Zyklische, politische und strukturelle Trends sprechen für Aktienmärkte außerhalb der USA.

Patrick Moonen, Senior Strategist, Multi-Asset bei NNIP, sagte: „Der globale Gewinnzyklus hat 2015 die Talsohle erreicht, aber es bestehen derzeit beträchtliche Unterschiede zwischen den Regionen. Der US-Gewinnzyklus befindet sich bereits in einem späteren Stadium und hat sich von demjenigen im Euroraum und in Japan abgekoppelt. In den USA wird die Geldpolitik gestrafft, in den anderen beiden Regionen weiter gelockert. Geldpolitik und Gewinnentwicklung sind wichtige Faktoren für Investitionen, und daher ziehen wir Aktien aus dem Euroraum und aus Japan vor.“

NNIP geht davon aus, dass sich die Ausgabenpolitik der Unternehmen verändern wird: weniger Aktienrückkäufe, eine stärkere Fusions- und Übernahmeaktivität und höhere Investitionen. Zyklische Sektoren könnten defensive Sektoren endlich schlagen, und bei steigenden Zinsen könnte der Finanzsektor allmählich von allen Sektoren am besten abschneiden.

NNIP ist der Meinung, dass der Euroraum im Jahr 2016 mit 8 % die höchsten Gewinne von allen drei genannten Regionen verzeichnen wird; Japan bzw. die USA dürften sich mit 7 % bzw. 5 % begnügen müssen.

Schwellenländer

In den Schwellenländern bestehen die Risiken fort, steigen aber laut NNIP nicht weiter an. Es gibt erste Anzeichen für eine Stabilisierung des Wachstumsmomentums in den Schwellenländern, und die Risiken scheinen besser ausgeglichen zu sein.

Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Strategist bei NNIP, erklärte: „Nach der beträchtlichen Korrektur in den Schwellenländern im Jahr 2015 sind die Erwartungen jetzt realistischer. Dadurch entsteht Raum für positive Überraschungen.“

„Allerdings wird das Wachstum weiterhin durch verschiedene Faktoren gedämpft, z.B. durch das schwache Wachstum des Welthandels, den übermäßigen Anstieg der Verschuldung, die Normalisierung der US-Geldpolitik, die zu Kapitalabflüssen führt, und das ungünstigere Investitionsklima. Als größte Herausforderungen sind die Verschuldung Brasiliens, die Konjunkturverlangsamung in China und die Furcht vor umfangreichen Zahlungsausfällen von Unternehmen zu nennen.“

„Der Anpassungsprozess hält an, verläuft aber geordnet. Allerdings bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen den Ländern, die auf einen unterschiedlich kräftigen Anstieg der Verschuldung, eine unter-schiedliche Anpassungs-/Reformfähigkeit und eine jeweils unterschiedliche Abhängigkeit von der Nach-frage aus China zurückzuführen sind. Unseres Erachtens dürfte der Schuldenabbau vor allem in Brasilien, der Türkei, Malaysia und Thailand zu Problemen führen. Nach Reformen sind die Wachstumsaus-sichten in Indien, den Philippinen und Polen am besten, was auf die guten Fundamentaldaten zurückzuführen ist.“

Himmlische Anlagechancen in der Cloud

Der Technologiesektor ist aus Anlegersicht enorm breit. Es lohnt sich vor allem, jene spezifischen Teilbereiche genauer anzusehen, die das stärkste zukünftige Wachstum versprechen – etwa die Anbieter von Cloud-Lösungen. Mark Hawtin, Fondsmanager des GAM Star Technology, ist überzeugt, dass die Nachfrage danach in den kommenden Jahren enorm steigen wird. Die sogenannte „Public Cloud“ könnte langfristig eine Billion US-Dollar an Umsatz für die Anbieter dieser Dienstleistungen generieren. Hawtin geht davon aus, dass sich die Cloud-Dienste ähnlich zur Online-Werbung entwickeln werden. „Noch vor 15 Jahren sprach niemand über Online-Werbung. Jetzt wird Facebook dank erfolgreicher digitaler Werbestrategie mit fast 300 Milliarden und Google mit 500 Milliarden US-Dollar bewertet“, so der Fondsmanager.

Amazon und Microsoft führen die Cloud-Dienste an

Amazon und Microsoft seien die wichtigsten Akteure. Allerdings waren sie bereits groß und erfolgreich bevor sie den Markt für Cloud-Dienste betraten – ein Hauptunterscheidungsmerkmal zu den Unternehmen aus der Online-Werbebranche. Amazon sei Marktführer, mit einem Cloud-Service-Umsatz von rund acht Milliarden US-Dollar. „Das Geschäft mit Cloud-Technologie ist im vergangenen Jahr um fast 80 Prozent gewachsen. Damit sind Cloud-Dienste einer der weltweit am schnellsten wachsenden Softwarebereiche“, so Hawtin. Microsoft ist laut dem Fondsmanager die Nummer zwei im Cloud-Markt und generiere derzeit Erträge von zwei Milliarden US-Dollar in diesem Bereich. „Bekanntlich hatten wir in den vergangenen Jahren eine eher negative Sicht auf Microsoft aufgrund der fortwährenden Verschlechterungen in ihrem traditionellen Geschäft mit Software für PCs. Aber jetzt scheint der Wendepunkt gekommen zu sein“, prognostiziert er. Neue Geschäftsbereiche wie die Cloud seien in der Lage die rückläufigen Umsätze der traditionellen Software-Produkte abzufedern.

Noch Luft nach oben für Facebook und Google

Mit Blick auf die Internetgiganten Facebook und Google ist Hawtin der Ansicht, dass deren Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. „Das Internet folgt dem Prinzip ‚the winner takes it all‘. Das bedeutet, dass Google und Facebook wohl auch langfristig den Löwenanteil an der digitalen Werbung halten werden“, so der Fondsmanager. Die Möglichkeiten der Unternehmen seien enorm – es gebe daher keinen Grund, warum beispielsweise Facebook seinen Umsatz nicht noch verdoppeln oder verdreifachen könne. „Die Margen in der Online-Werbung sind riesig. Jeder Anstieg der Einnahmen wird direkte Auswirkungen auf die Profite haben und damit auch auf den Aktienkurs“, erklärt Hawtin.

Apple hat kaum noch Wachstumschancen

Apple steht der Fondsmanager hingegen kritisch gegenüber: „Obwohl sich das Unternehmen derzeit gut entwickelt, passt es nicht zu unserer Investmentstrategie, die sich auf Unternehmen mit starkem Wachstumspotenzial fokussiert.“ Apple sei bereits so sehr gewachsen, dass das Unternehmen außerhalb des Geschäftes mit Smartphones kaum noch Wachstumsmöglichkeiten findet, die groß genug sind, etwas zu bewegen. Ein Beispiel: Selbst wenn Apples Zahlungssystem künftig sämtliche Kreditkartentransaktionen in den USA verarbeitet, würde dies Apples Betriebsergebnis um höchstens drei Prozent erhöhen.

Starker US Dollar lastet auf Rohstoffen

Rohstoffe
Günstige Einstiegsmöglichkeiten bei Öl lassen Brent-ETP Mittelzuflüsse auf ein 11 Wochenhoch ansteigen. Vergangene Woche wurden Mittelzuflüsse von 10,9 Mio. USD in Long Brent Öl-ETPs und 46,4 Mio. USD in Long WTI Öl- ETPs verbucht. Während die Ölpreise auf ihr niedrigstes Niveau seit August 2015 korrigierten, nutzten Investoren die günstigen Einstiegsmöglichkeiten und investierten über die vergangenen 5 Wochen 174,3 Mio. USD in Öl-ETPs. Grund für die tiefen Ölpreise ist nach wie vor das Überangebot am Markt. Die International Energy Association (IEA) berichtet von OECD Rekordlagerbeständen von 3 Mrd. Barrel. Einziges Trostpflaster für den Markt sind derzeit rückläufige Raffineriekapazitäten infolge der saisonalen Wartungsarbeiten. Obwohl die IEA von einem schwächeren Nachfragewachstum im nächsten Jahr ausgeht, erwartet man für US-Schieferöl ebenfalls einen Rückgang im Jahr 2016. Dennoch bleiben ETP Investoren am Ölmarkt interessiert und bewerten den Sektor als weiterhin attraktiv.
Während einige Investoren bereits nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten suchen, erwarten andere einen weiteren Preisrückgang. Mittelzuflüsse in ETFS Daily Short WTI Crude Oil (SOIL) notieren vergangene Woche mit 13,5 Mio. USD auf dem höchsten Stand seit 2011.

Gold glänzt die 9. Woche in Folge. Obwohl es zu weiteren Preiskorrekturen bei Gold kam, erhöhten Investoren ihre Portfolio Allokation. Eine steigende Erwartung hinsichtlich der geplanten Zinserhöhung in den USA hat den Goldpreis weiter unter Druck gesetzt und auf ein Niveau von August 2015 gedrückt. Als solide Anlageklasse erweist sich jedoch das Edelmetall in Euro gepreist. Immer deutlicher lässt die Europäische Zentralbank erkennen, dass sie ihr Konjunkturprogramm bis Dezember erweitern ggf. sogar aufstocken wird. Wir glauben, dass Gold als Währungssicherung ein Hauptgrund für die jüngsten Mittelzuflüsse ist, denn Gold (in Euro) stieg in diesem Jahr um 3,6 Prozent. Weitere geldpolitische Impulse führen wahrscheinlich zu weiteren Schwächen im Euro, was wiederum positiv für europäische Gold-Investoren wäre.

Mittelabflüsse aus Landwirtschafts-ETPs erreichen mit 14,1 Mio. USD ein 17 Wochenhoch. Aufgrund sinkender Preise kam es bei ETPs aus dem Landwirtschaftssektor die dritte Woche in Folge zu Mittelabflüssen. Mit 11,8 Mio USD erfuhr ETFS Agriculture (AIGA) die größten Mittelabflüsse. Bei mehr als 60 Prozent der Indexkomponenten breiter Landwirtschafts-Indizes gingen vergangene Woche Preisrückgänge hervor, allen voran Weizen und Kaffee.

Aktien
Chinesische Aktien profitieren von starken Tagesumsätzen. Aktien aus Industrieländern gaben letzte Woche etwas nach. Die am vergangenen Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten in den USA unterstützten den S&P 500 nicht, sodass dieser nach enttäuschenden US-Einzelhandelsumsätzen um 2,5 Prozent  korrigierte. Chinesische Importe und Daten zur industriellen Produktion und dem Kreditwachstum fielen unter den Erwartungen zurück und übertrafen die Zahlen aus dem Vormonat nicht. Der MSCI China A Index konnte vergangene Woche um 3,1 Prozent auf Basis der besser als erwarteten chinesischen Einzelhandelsumsätze jedoch steigen und profitierte vergangenen Mittwoch von starken Tagesumsätzen. Während die Industrieproduktion in Europa um 1,7 Prozent auf Jahressicht im September gestiegen ist, fiel die deutsche Industrieproduktion den dritten Monat in Folge. Die wirtschaftliche Erholung in Großbritannien bleibt unausgeglichen und drückte den DAX-30 und FTSE 100 um jeweils 1 Prozent und 2,8 Prozent tiefer. Der Druck auf die Europäische Zentralbank für weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen wächst mit den jüngsten Veröffentlichungen.

Währungen
USD und GBP profitieren von verbessertem Arbeitsmarkt. Nach starken US-Arbeitsmarktdaten am vergangenen Freitag stieg der US-Dollar (USD) weiter, obwohl die Chancen für eine Zinserhöhung im Dezember vergangene Woche von 68% auf 64% gesunken sind. Im Gegensatz zu den USA unterstützten starke Arbeitsmarktdaten in Australien den AUD kaum, dieser bewegte sich nach wie vor seitwärts. Nachdem die Bank of England sich dafür entschieden hat, den Leitzinsen unverändert beizubehalten, gab das britisch Pfund etwas nach. Die besser als erwartete Arbeitslosenquote sorgte jedoch wieder für positive Impulse, wonach das Pfund mit einem Plus von 1,2 Prozent auf Wochenschluss aus dem Handel ging. In der Zwischenzeit deutete die Europäische Zentralbank (EZB) an, dass ihr Anleihenkaufprogramm im kommenden Monat auf bis zu 1,1 Mrd.  Euro ausgedehnt werden könnte, was auf dem Euro lastet. Der Japanische Yen sank um 0,7 Prozent, da die Bank von Japan in naher Zukunft ein Ende ihrer Lockerungsmaßnahmen einleiten könnte. 

Jubiläum der Shanghai-Hongkong Stock Connect: Die Kooperation kann Investoren bisher nicht überzeugen

Als die Shanghai-Hongkong Stock Connect November des vergangenen Jahres ihren Betrieb aufnahm, waren die Erwartungen immens. Nach einem Jahr fällt die Bilanz nicht sonderlich positiv aus. „Das Handelsvolumen liegt weit hinter den Erwartungen zurück. Es stellt sich die Frage, ob das Geschäftsmodell den Bedürfnissen der Investoren entspricht“, sagt Jian Shi Cortesi, die bei GAM den JB China Evolution Fund verwaltet. So sei das Volumen der gehandelten Titel lediglich im Frühjahr 2015 nennenswert angestiegen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte allerdings sowohl am Markt für chinesische A-Shares als auch an der Börse in Hongkong eine gewisse Euphorie.

Begrenztes Interesse von internationalen Anlegern

Die Schwierigkeiten des Programms sieht Cortesi vor allem in den gravierenden Unterschieden zwischen dem schnell wachsenden, aber unreifen A-Shares-Markt in Shanghai und der hoch entwickelten Börse in Hongkong. „Internationale Investoren, die A-Shares über die neue Plattform erwerben können, hatten anfänglich ein sehr großes Interesse an der Börsenkooperation. Das hat allerdings schnell nachgelassen – unabhängig von den Turbulenzen an den Börsen im Sommer“, so Cortesi. Die größte Problematik aus Sicht ausländischer Anleger betreffe die Liquidität am A-Shares-Markt: Fällt oder sinkt der Kurs einer Aktie innerhalb eines Tages um 10 Prozent, wird der Handel für den betroffenen Titel ausgesetzt. Außerdem kann ein Unternehmen, das A-Shares ausgegeben hat, aus eigenem Ermessen den Handel mit seinen Aktien aussetzen und dafür eine ganze Reihe von Gründen ins Feld führen. Die Handelsaussetzungen können monatelang bestehen bleiben, was es für Investoren unmöglich macht, Positionen abzustoßen. Cortesi erklärt: „Für Investmentfonds, die täglich mit Zu- und Abflüssen von Mitteln konfrontiert sind, stellt dies ein großes Problem dar, weil sie unter Umständen für längere Zeit unfreiwillig an bestimmten Positionen festhalten müssen“. Daher agieren ausländische Investoren bisher äußerst zurückhaltend.

Liquidität des Marktes als Voraussetzung für Erfolg

Dabei hatte die Kooperation zwischen den Börsen in Shanghai und Hongkong verheißungsvoll begonnen. Erstmalig erlaubte es die Stock Connect Teilnehmern eines Marktes, auf dem jeweils anderen Markt zu handeln. Internationale Investoren bekamen auf diese Weise einen Zugang zu Chinas größtem Aktienmarkt in Shanghai und den dort gelisteten A-Shares, der weit weniger restriktiv war als zuvor. Dadurch sollte sich – so zumindest die Theorie – eine Vielzahl neuer Investitionsmöglichkeiten zwischen dem chinesischen Inland und dem Rest der Welt ergeben. Es gab sogar Befürchtungen, dass die festgelegten täglichen Handelsquoten nicht hoch genug seien, um das tatsächliche Handelsinteresse der Investoren zu befriedigen. 

Die Realität sieht hingegen anders aus. „Der grenzübergreifende Aktienhandel hat weiterhin Entwicklungspotenzial – aber nur, wenn weitreichende Modifikationen des aktuellen Setups vorgenommen werden“, meint Cortesi. Um die Mittel von internationalen Investoren für chinesische A-Shares zu gewinnen, müssten die Mechanismen zur Aussetzung des Handels grundlegend geändert werden, sodass zu jederzeit die Liquidität des Marktes gesichert ist. Würden diese Barrieren nicht abgebaut, bliebe die Zurückhaltung ausländischer Investoren im Hinblick auf einen Markteintritt weiterhin bestehen.

Gute Aussichten für USA – Rezession ist nicht in Sicht

Man könnte das Verhalten der Märkte und der Kommentatoren in den letzten zwei Monaten als schizophren bezeichnen.

Anleger zeigten sich besorgt aufgrund der schlechten Kommunikation bestimmter Zentralbanken, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckerten. Ihre Vorgehensweise ließ Zweifel aufkommen. Sah man sie einst als allmächtig, sind sie nun scheinbar nicht in der Lage, den Märkten die benötigte Klarheit zu verschaffen. So fehlte in der Stellungnahme der Fed vom Oktober jeglicher Bezug zu globalen und internationalen Entwicklungen (über die man sich Ende September noch besorgt zeigte). Welchen Unterschied doch ein Monat ausmacht!

Diese Unsicherheit spiegelt sich auch an anderer Stelle wider. Der bekannte Stratege Ed Yardeni stellte ironischerweise fest, dass auf einen kürzlichen Artikel des Wirtschaftsportals Business Insider, in dem behauptet wurde: „Es ist an der Zeit, allmählich über eine Rezession in den USA zu sprechen“, eine Woche später der Beitrag folgte: „Sechs Anzeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft nicht annähernd auf Rezessionskurs befindet“.

Von der Einschätzung einer bereits stattfindenden Rezession dahin überzugehen, dass eine solche nicht einmal in Sicht ist, ist schon eine ziemliche Positionsänderung. Was ist also los mit der US-Wirtschaft? Unserer Ansicht nach nicht viel.

Vor ein paar Jahrzehnten, als ich mit der Verwaltung von Hochzinsanleiheportfolios begann, herrschte an den Märkten das Mantra von 1,5%. Wenn sich das reale Wachstum in den USA auf dieses Niveau verlangsamte, gingen wir von einem schnellen Wertverfall unserer Investitionen aus, da die Ausfallraten exponentiell ansteigen würden.

Dasselbe Konzept, obgleich in einer intellektuell eleganteren Form, wurde auch von der US-Notenbank Fed erörtert (in einer Rede von Dennis Lockhart und in einem Informationsschreiben von Jeremy Nalewaik1 jeweils im Jahr 2011). Ebenso wie ein Flugzeug, das nach einem Geschwindigkeitsabriss irgendwann abstürzen wird, würde die US-Wirtschaft bei einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf unter 2% ins Trudeln geraten.

Eine Konjunktur durchläuft Zyklen, und es ist der natürliche Lauf der Dinge, dass eine Wirtschaft hin und wieder in eine Rezession gerät. Allerdings trifft dies unserer Ansicht nach aktuell nicht auf die USA zu.

Wir konnten mehrfach bestimmte positive Faktoren beobachten (Konsum, Dienstleistungen, Kreditvergabe), die sich unterstützend auf die US-Wirtschaft auswirken. Allerdings gibt es insbesondere drei Punkte, die die Wirtschaft und die Ertragslage in den vergangenen zwölf Monaten belasteten. Diese waren der steigende Wert des US-Dollar (was zu Turbulenzen in Schwellenländern führte und Unternehmenserträge belastete), der Einbruch des Ölpreises sowie eine allgemeine Verschärfung der Finanzlage 

Diese Probleme scheinen zu schwinden und wir gehen daher in der ersten Jahreshälfte 2016 von einer besseren Wachstumsentwicklung sowie von einer Erholung des Gewinns je Aktie aus. Im Ergebnis handelt es sich eventuell lediglich um eine Rückkehr zum Mittelmaß, es dürfte aber ausreichen, um nicht unter die „Abrissgeschwindigkeit“ von 2% zu fallen.

Wahrscheinlich stimmen Wirtschafts- und Marktpessimisten aufgrund zweier großer Aspekte nicht mit uns überein.

Erstens stellen sie wahrscheinlich einen Einbruch im verarbeitenden Gewerbe sowie im internationalen Handel fest. In den vergangenen Jahrzehnten betrachteten wir die Weltwirtschaft hauptsächlich aus Sicht des internationalen Handels, des verarbeitenden Gewerbes und der Investitionen.  Doch der Charakter des Wirtschaftswachstums hat sich verändert und wir müssen unsere Betrachtungsweise ändern. Binnenwirtschaftliche Aktivitäten, Dienstleistungssektor und Konsum werden immer wichtiger. In all diesen Bereichen gibt es Wachstum und wahrscheinlich werden diese Segmente die Wirtschaft in den kommenden Quartalen anführen.

Zweitens dürften die Pessimisten zu bedenken geben, dass die Effekte der Geldpolitik mit Blick auf die quantitative Lockerung abnehmen und zukünftig keine Auswirkungen mehr haben werden. Es ist richtig, dass eine geldpolitische Lockerung nicht die einzige Antwort auf ein Wirtschaftswachstum sein kann, das niedriger ausfällt als erhofft. Sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht wird die Fiskalpolitik weiterhin eine Rolle spielen.

Positiv zu berichten ist, dass offenbar eine parteiübergreifende Vereinbarung über die US-Schuldenobergrenze getroffen wurde, die sich über die kommenden 18 Monate leicht expansiv und positiv auswirken dürfte.

Langfristig betrachtet braucht die Welt einen kreativen Finanzplan. Beispielsweise könnten multilaterale Organisationen wie die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die Europäische Investitionsbank, die Asiatische Entwicklungsbank und die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank günstiges Geld in Form umfassender, langfristiger Anleiheemissionen über beispielsweise 50 Jahre zu einem Zinssatz zwischen 1,5% und 3% aufnehmen. Die Erlöse könnten für schnelle Maßnahmen eingesetzt werden, die unmittelbar die Nachfrage ankurbeln und Vorteile für das Wachstum freisetzen würden. Wenn richtig strukturiert, würde der entstandene Nutzen von Wachstum und Besteuerung die Kreditkosten übertreffen.

In der Zwischenzeit wird uns die Geldpolitik am Rande auch weiterhin unterstützen. Die Europäische Zentralbank kommt offenbar zu Hilfe, die Bank of Japan ist zur Unterstützung der Wirtschaft bereit und die People’s Bank of China steht in den Startlöchern für eine Reihe von Zinssenkungen und Reduzierungen des Mindestreservesatzes. Solche Strategien helfen der Wirtschaft, der Unternehmensrentabilität und den Börsenkursen, zumindest für eine gewisse Zeit.

Seit der Krise vom 24. August erwies sich unsere Haltung zu den Märkten als richtig und wir betrachten das Glas weiterhin als halb voll.

In dem aktuellen Kampf zwischen den Bullen und den Bären gehen wir von einem allmählichen Übergang in eine Phase der höheren Volatilität aus, die die Standfestigkeit der Anleger herausfordern und einen sehr disziplinierten Investitionsansatz verlangen wird.

Wie sonst auch werden Ertragswachstum und Bewertungsniveau den Weg für die Märkte im Jahr 2016 bestimmen. Manche Aktienmärkte sind fair bewertet, andere bieten weiterhin ein attraktives Potenzial.

Werden wir eine Rezession sehen? Irgendwann in der Zukunft ganz sicher – aber nicht jetzt.

1Jeremy J. Nalewaik, Forecasting Recessions Using Stall Speeds, Finance and Economics Discussion Series, Divisions of Research & Statistics and Monetary Affairs, Federal Reserve Board, Washington, D.C.