Fidelity CIO- und Makro-Ausblick 2016: Innovationen werden Aktienmärkte transformieren

Dominic Rossi, Global Chief Investment Officer Aktien bei Fidelity International:

„2016 verspricht ein besseres Jahr für Aktien zu werden als 2015. Im kommenden Jahr dürfte der Konsum in den Industrieländern und gerade in den USA kräftig anziehen. Gründe sind nicht nur die positive Lohn- und Beschäftigungsentwicklung, sondern auch sinkende Preise für viele Waren und Dienstleistungen. Damit ist der Ausblick für das Wirtschaftswachstum 2016 vor allem in den Industrieländern deutlich rosiger als zu Beginn dieses Jahres. Für Aktien – insbesondere aus den USA – verheißt das Gutes.
Für Europa bessern sich die Aussichten allmählich. Wenn auch weiterhin zaghaft, scheint die Erholung der europäischen Binnennachfrage doch Fuß gefasst zu haben. Und entgegen der landläufigen Meinung dürfte Europa zum Erstaunen vieler von der Flüchtlingswelle profitieren. Unverändert schwierig präsentiert sich der Ausblick für die Schwellenländer. Allerdings muss zwischen der Entwicklung der Aktienmärkte und der Wirtschaft unterschieden werden, deren Wege sich trennen könnten. Die massive Kurskorrektur an den Aktienmärkten der Schwellenländer könnte nun zu Ende gehen. Viele Anleger scheinen inzwischen die Hoffnung für die Schwellenländer aufgegeben zu haben. Das ist der Zeitpunkt, an dem es sich für umsichtige Anleger lohnen könnte, wieder die Fühler nach attraktiven Chancen auszustrecken. Wir favorisieren weiterhin die reformbereiten Schwellenländer. Länder, die sich Reformen verschließen, werden dagegen das Nachsehen haben.
Innovation ist eines der zentralen Themen für Anleger im kommenden Jahr. Bahnbrechende Neuerungen werden die Märkte in vielen Branchen grundlegend verändern. Im Technologiesektor beobachten wir dies bei sozialen Medien, in der Pharmabranche in Form des Durchbruchs bei neuen Behandlungsmethoden, etwa in der Onkologie. Innovationen werden die weltweiten Aktienmärkte transformieren und ein Umfeld schaffen, in dem US-Aktien ihre Führungsposition ausbauen. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht die Technologiebörse NASDAQ, die bestens positioniert ist, um von den disruptiven Kräften zu profitieren. Es wird meines Erachtens nicht mehr lange dauern, bis Anleger wieder von Aktien der „alten“ und der „neuen“ Wirtschaft sprechen, ähnlich wie Ende der 1990er Jahre.“

Andrew Wells, Global Chief Investment Officer für Anleihen bei Fidelity International:

„Der Ausblick für Staatsanleihen im kommenden Jahr wird nicht nur durch die Fed, sondern auch die Politik der anderen Notenbanken bestimmt. Etwas anderes als ein langsames Herantasten an eine Normalisierung ist kaum vorstellbar. Behalten die Märkte Recht, wäre dies der bis dato langsamste Straffungszyklus. Denn rund um den Globus müssen die politischen Entscheidungsträger mit geringerem Wachstum und Preisauftrieb zurechtkommen als in früheren Konjunkturzyklen. Alles in allem wird die Geldpolitik daher auch 2016 locker bleiben und sich die Ausweitung der Zentralbankbilanzen fortsetzen. Für die Anleihemärkte wären das äußerst günstige Rahmenbedingungen.
Unternehmensanleihen steht 2016 aus meiner Sicht ein starkes Jahr bevor. So dürften ihre Risikoaufschläge schrumpfen, während die Weltwirtschaft in die Schlussphase des aktuellen Zyklus eintritt. In diesem Jahr haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmensanleihen gerade in den USA verschlechtert. Die damit einhergehenden weiteren Spreads und günstigen Bewertungen eröffnen Anlegern Chancen. Tatsächlich tendieren die Spreads in allen Anlageklassen gegenwärtig unweit ihres 3-Jahreshochs. Der daraus resultierende positive Ausblick gilt für das gesamte Kreditspektrum: Investment-Grade-, Hochzins- und Schwellenländeranleihen. Der Zinsanstieg in den USA könnte Anleger vorsichtig werden lassen, allerdings sind die Risikoaufschläge heute höher als zu Beginn früherer Straffungszyklen. Den Märkten verschafft das ein Polster, um die Folgen der langsam steigenden US-Zinsen abzufedern.
Was die absoluten Renditen angeht, favorisieren wir im Segment der Unternehmensanleihen Hochzins- vor Investment-Grade-Anleihen. Im Bereich der Schwellenländeranleihen sehen wir Aufwärtspotenzial für Lokalwährungspapiere. Auch Hybridanleihen, d.h. Schuldverschreibungen mit aktienähnlichen Merkmalen, gehören 2016 zu unseren Favoriten. Gründe sind ihr Carry und Potenzial für engere Spreads, denn das Interesse der Anleger an dieser neuen Anlageklasse nimmt zu. Was die verschiedenen Anlageregionen anbelangt, haben sich vor allem die Fundamentaldaten für US-Unternehmensanleihen verschlechtert. Im Unterschied dazu sind ihre Pendants in Europa günstiger positioniert.“

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity International:

„Auch im nächsten Jahr wird die Weltwirtschaft wohl nur langsam wachsen. Die Gefahr einer Rezession halte ich jedoch für gering, da die Industrieländer auf Wachstumskurs bleiben. Vermutlich wird das weltweit schwache Wachstum auch 2016 den Handel und das verarbeitende Gewerbe belasten. Als wichtiger Wachstumsmotor dürfte sich aber einmal mehr der Konsum in den Industrieländern erweisen, denn die bessere Beschäftigungslage und die niedrige Inflation stärken die Kaufkraft. Für die USA wird im kommenden Jahr mit einem ähnlich hohen Wachstum wie in diesem Jahr gerechnet. In Europa und Japan könnte sich der Aufwärtstrend sogar etwas beschleunigen.
Mit Blick auf den gegenwärtigen geldpolitischen Zyklus ist entscheidend, dass die Zinsen 2016 aller Voraussicht nach nur in sehr kleinen Schritten und nur langsam angehoben werden. So sollte sichergestellt sein, dass man der Erholung nicht das Wasser abgräbt und gleichzeitig die Inflation in Schach hält, die nach meiner Einschätzung auch im nächsten Jahr kaum anziehen wird.
An den schwierigen Bedingungen für die Schwellenländer wird sich 2016 wenig ändern. Die geringere Nachfrage aus China lastet insbesondere auf solchen Schwellenländern, die sich auf den Export von Gütern oder Dienstleistungen für die Industriezweige der „alten Wirtschaft“ im Reich der Mitte spezialisiert haben. In den rohstoffexportierenden Ländern haben die niedrigeren Rohstoffpreise tiefe Spuren in den Außenbilanzen und Staatshaushalten hinterlassen, oft verschlimmert durch die Abwertung der Landeswährung. Zu guter Letzt wirken sich die weltweit angespannteren Finanzierungsbedingungen nachteilig auf jene Schwellenländer aus, deren Zugang zu den internationalen Finanzmärkten sich 2015 verschlechtert hat. Diese Rahmenbedingungen machen es wichtiger denn je, zwischen den Ländern, die am stärksten unter den Negativfaktoren leiden, und solchen mit besseren wirtschaftlichen und finanziellen Fundamentaldaten zu unterscheiden.“

Kiwi recovery to subside

Since mid-August, global dairy prices have staged a strong recovery as concerns over future production have lifted prices from historical lows. With New Zealand being the world’s largest exporter of milk, the surge has helped the NZD to rise by 3% against the US Dollar over the same period (see Figure 1) and has delivered a boost to consumer and business confidence. Despite this, we believe that the recent NZD rebound will be short lived and at its next meeting (10th Dec) the Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) will cut benchmark rates for the third time this year. Volatility in dairy prices, growing unemployment and depressed inflation will all press the RBNZ to act, which offers a good opportunity for investors with a short to medium term time horizon to build short exposure to the NZD against the US Dollar.

Rebound to fade 

The rebound in dairy prices was instigated by an announcement from New Zealand’s multinational dairy giant, Fonterra Co- operative Group Limited, that it would be reducing the volumes of milk on offer at global dairy trade (GDT) auctions. The cut comes as Fonterra has reduced forecasts of future milk production due to “unknown weather impacts”. While the rebound bodes well for the economic situation in New Zealand it has already showed signs of waning, with milk prices falling considerably in recent auctions (falling 17% from their October peak, Source: Bloomberg). If dairy prices continue on their current downward trajectory, support for the NZD is likely to evaporate and push the currency lower, particularly against the US Dollar. Furthermore, the RBNZ would find itself under increased pressure to ease monetary conditions as farm incomes are compromised.

Unemployment and inflation outlook bleak 

The plunge in its primary export price has severely hampered New Zealand’s economic progress. The unemployment rate has climbed since the beginning of 2014 (currently sitting at 6%) while headline inflation has dropped to the lowest level in over 15 years (see Figure 2). RBNZ Governor, Graeme Wheeler, has also recently cited the potential deflationary impact that a continuation of recent NZD appreciation could have on inflation. We therefore believe that this economic context will encourage the RBNZ to cut benchmark rates at its upcoming meeting, despite the rampant house price inflation in Auckland. The very recent implementation of minimum deposit levels and the addition of more stringent capital gains rules suggest that the issue of soaring house prices will likely be tackled through regulation as opposed to interest rates.

Please find the full foreign exchange trade idea from ETF Securities with charts attached on the left.

Anschläge kein Vorwand, um Senkung von Frankreichs Staatsausgaben zu verschieben

Die Terroranschläge vom 13. November in Paris könnten sich kurzfristig negativ in der wirtschaftlichen Entwicklung Frankreichs bemerkbar machen, schreibt Bruno Cavalier, Chefvolkswirt bei Oddo Securities, in seinem jüngsten makroökonomischen Research. Angesichts nicht auszuschließender Folgen für Aktivität und Vertrauen sei ein Nullwachstum im Schlussquartal möglich. Langfristig, so der Ökonom, blieben solche Ereignisse jedoch ohne nachhaltige volkswirtschaftliche Konsequenzen. Und ein Vorwand, um die dringend nötige Reduzierung und Reorganisation der Staatsausgaben in Frankreich abermals zu verschieben, seien die Terroranschläge ebenfalls nicht. Ein Land müsse in der Lage sein, seine Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen, ohne gleichzeitig seine öffentlichen Haushalte zu beeinträchtigen.

Ein Blick auf Nachbarländer mit sehr ähnlichen Gesellschaftsmodellen zeige, dass die Staatsausgaben mit 57,2% des Bruttoinlandsprodukts ungerechtfertigt hoch seien. Deutschland beispielsweise komme lediglich auf 43,5%. Darüber hinaus sei das hohe Niveau in Frankreich nur zu einem unwesentlichen Teil mit höheren Verteidigungsausgaben zu erklären. Zwar gebe das Land als Nuklearmacht zugegebenermaßen mehr Geld in diesem Bereich aus, liege jedoch auch in allen anderen Kategorien, besonders dem Sozialtransfer, über dem Durchschnitt im Euroraum.

Die Details entnehmen Sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

Reformtempo in Indien nimmt zu

von Avinash Vazirani, Fondsmanager des Jupiter India Select SICAV. Der indische Aktienmarkt hat sich von den heftigen Turbulenzen an den globalen Schwellenmärkten in den letzten Monaten relativ unbeeindruckt gezeigt.(1) Die Dynamik nimmt infolge der richtungweisenden Reformen, die Indien zu einem Wachstumsschub verholfen haben, weiter zu. Dies wird in Verbindung mit einem äußerst positiven Geschäftsumfeld die nächste Wachstumsphase der indischen Wirtschaft tragen. Treffen mit Regierungsvertretern haben uns zudem davon überzeugt, dass die Regierung alles daran setzen wird, fiskal- und geldpolitische Maßnahmen aufeinander abzustimmen, um Indiens Niedriginflations- und -zinsphase beizubehalten.

Eine der wichtigsten Reformen der Modi Regierung ist die Einführung eines allgemeinen sozialen Sicherungssystems, mit dem Ziel Abermillionen von Indern aus der Armut zu holen. Zum ersten Mal sollen Mindestlebensstandards festgeschrieben werden, um breite Bevölkerungsteile aus der Schattenwirtschaft in das reguläre Bankensystem zu führen. Über ein System zur Erfassung biometrischer Daten, das mit Bank- und Mobilfunkkonten verbunden ist, soll die Bevölkerung eine grundlegende Kranken- und Lebensversicherung sowie Sozialleistungen erhalten. Dadurch dürften sich der Verwaltungsaufwand und die Ineffizienz bei der Auszahlung von staatlicher Unterstützung dramatisch verringern. 

Geschwindigkeit und Erfolg dieses Programms sind atemberaubend. Seit Einführung im September 2014 wurden 190 Millionen Bankkonten eröffnet und 165 Millionen Bankkarten ausgestellt. Da diese Bankkonten teilweise von mehr als einer Person genutzt werden, umfasst diese Zahl bereits einen Großteil der geschätzten 600 Millionen Inder, die vor Beginn des Programms keinen Zugang zu einem Bankkonto hatten. Infolge der vielen Kontoneueröffnungen – ca. 2 Millionen pro Woche – nimmt die Anzahl der 200 bis 300 Millionen Inder ohne Zugang zu einem Bankkonto rapide ab.

In Anbetracht dieser Zahlen wird leicht übersehen, dass auch andere Regierungsinitiativen zu einem starken Aufschwung am Arbeitsmarkt geführt haben. Das Programm „Make in India“, das ausländische Unternehmen zu einer Produktion in Indien bewegen soll, kann bereits erste Erfolge vorweisen. So entschloss sich der taiwanesische Elektronikgigant Foxconn, fünf Milliarden US-Dollar in den Bau einer Fertigungsanlage im Bundesstaat Maharashtra zu investieren. Außerdem wurde das Programm „Skill India“ ins Leben gerufen, das vier Millionen Indern Kompetenzen vermittelt, die der wachsenden indischen Wirtschaft weiter Auftrieb geben dürften. Auch das MUDRA-Programm zur Kreditvergabe an Kleinstunternehmen, das vor einigen Monaten noch in der Planungsphase schien, ist mittlerweile angelaufen und hat bereits 3,5 Milliarden US-Dollar an Krediten ausgeben. Im Rahmen dieses Programms vergeben Banken Darlehen an Kleinstunternehmen, wobei eine staatliche Behörde als Bürge fungiert. Nach Regierungsangaben wurden mindestens eine halbe Million neuer Arbeitsplätze geschaffen. Gleichzeitig ist klar, dass sich aus der zusätzlichen, von diesen neu gegründeten Unternehmen generierten Wirtschaftsaktivität ein Schub für das BIP ergibt. 

Die Landwirtschaft ist ein weiterer Bereich, in dem die Regierung umfassende Reformen zur Produktivitätssteigerung eingeleitet hat. Diese soll durch eine Reihe von Maßnahmen erreicht werden. Als erster Schritt wird die Sicherstellung der Bewässerung von Feldern genannt. Bislang hatten Bauern sich nur auf den unberechenbaren natürlichen Niederschlag verlassen können. Die Finanzierung erfolgt über die landwirtschaftliche Kreditanstalt NABARD. Darüber hinaus wurde eine Ernteausfallversicherung in Pilotprojekten in ganz Indien getestet, die nächstes Jahr landesweit eingeführt werden soll. Im Rahmen dieses Programms können Bauern ihre Ernte versichern, sodass sie bei Trockenheit oder Schädlingsbefall eine Entschädigung erhalten. Des Weiteren wurde die „Soil Health Card“ eingeführt, eine Art Bodenausweis, der Bauern bei der Wahl der richtigen Düngemittel hilft und bereits von 60 Prozent aller Bauern genutzt wird. Alle diese Initiativen integrieren weitere ländliche Bevölkerungsteile in das formale Banken- und Sozialsystem und die reguläre Wirtschaft. Dies sorgt nicht nur für einen besseren Schutz ihrer Existenzgrundlage, sondern stellt aus Anlegersicht einen starken langfristigen Geschäftszuwachs für Banken und Versicherungen dar. Wir werden diesen Bereich daher weiter beobachten. 

Nach Jahren der Stagnation hat auch der Infrastrukturausbau unter der Regierung von Narendra Modi wieder Fahrt aufgenommen. Momentan werden in Indien pro Tag 18 neue Autobahnkilometer gebaut. Ein zuvor gestopptes Projekt zur Weiterentwicklung indischer Häfen wurde wieder aufgenommen und neue Verträge an Baufirmen vergeben. Die größten Infrastrukturprojekte in Indien betreffen den Schienenverkehr. Hierfür hat die Regierung den immensen Betrag von 8,5 Billionen Rupien (ca. 150 Milliarden US-Dollar) vorgesehen. Zum ersten Mal in der Geschichte Indiens wird diese Summe einen festen Anteil an staatlichen Haushaltsmitteln beinhalten. Die Verträge für den Schienenausbau wurden bereits vergeben und die Modernisierung des indischen Verkehrssystems ist in vollem Gange.

Was die öffentlichen Finanzen betrifft, hat sich die neue Regierung vorgenommen, Investitionsgelder an die Bundesstaaten zu vergeben, welche die indische Republik bilden. Infolge neuer Gesetze werden nun ca. 42 Prozent der Bundessteuern direkt an die Bundesstaaten weitergegeben – zuvor waren es nur 32 Prozent.  Das neue Gesetz zur Einführung einer Steuer auf Güter und Dienstleistungen soll die unterschiedlichen Umsatzsteuerregelungen in den einzelnen indischen Bundesstaaten zugunsten einer einzigen nationalen Umsatzsteuer ersetzen. Dies dürfte sich aufgrund der somit geringeren Betriebsaufwendungen überaus positiv auf die Unternehmensumsätze auswirken. Der Gesetzesentwurf stößt bei der parlamentarischen Opposition jedoch auf erbitterten Widerstand und liegt daher momentan auf Eis. Auch hier sind wir der Ansicht, dass es sich um eine Reform handelt, deren Vorteile für beide Seiten eindeutig sein sollten. Selbst für jene Abgeordneten, die die Verabschiedung des Gesetzes momentan noch blockieren. Immerhin besteht kein Zweifel daran, dass dies ein weiterer Schritt ist, der sich äußerst vorteilhaft auf den Staatshaushalt auswirken und somit zur Reduzierung der Inflation beitragen wird. Es herrscht lediglich etwas Unklarheit, welchen Anteil die einzelnen Bundesstaaten auf diese Steuer aufschlagen und welchen sie für sich behalten dürfen – tatsächlich können sie 1 Prozent zusätzlich über einen begrenzten Zeitraum von zwei Jahren verlangen.

Indes hat die Regierung wenig Spielraum, um Einfluss auf Änderungen der Geldpolitik oder die Inflationsziele der unabhängigen Zentralbank auszuüben. Dennoch sehen wir uns durch jüngste Gespräche mit Regierungsvertretern darin bestätigt, dass die Regierung alles Notwendige unternehmen wird, um fiskalpolitische Maßnahmen auf die Geldpolitik abzustimmen. Damit kann sie sicherzustellen, dass Risiken für Indiens derzeitiges, von niedriger Inflation und geringen Zinsen geprägtes Marktumfeld angemessen und rasch begegnet wird. 

Die Regierung konnte allerdings in der Tat eine Reform im geldpolitischen Bereich durchsetzen – eine Neustrukturierung des indischen Bankensektors. Die Ausgabe von 21 neuen Lizenzen – elf an Zahlungsbanken und zehn an kleine Finanzierungsbanken – sind Teil einer Umstrukturierung eines Sektors, dem man eine risikoscheue Kreditvergabepolitik, Handlungsschwäche beim Umgang mit notleidenden Krediten und unzureichende Autonomie bei der Vergabe von Positionen in Vorstand und Geschäftsführung vorwirft. Die neuen Mitbewerber im Bankensektor sind ein positives Zeichen. Ein neues Insolvenzgesetz wird den bestehenden Marktteilnehmern ein Instrument zur Bekämpfung fauler Kredite geben, die ihnen zuvor nicht zur Verfügung standen, und es wird sogar über die Einführung eines Abwicklungsfonds diskutiert, der einige dieser Vermögenswerte aufnehmen könnte. 

Die letzte Maßnahme, welche die Ernennung von Vorständen betrifft, ist Teil des erweiterten Plans der Regierung zur Bekämpfung von Korruption auf Vorstandsebene und zur Verbesserung der Corporate Governance von Banken sowie Staatsunternehmen. In diesem Bereich macht die neue Regierung enorme Fortschritte und sendet mit dem Ausschluss von nicht geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern, die sich nicht an die neuen Corporate-Governance-Standards halten, eine klare Botschaft an staatseigene Unternehmen. Die Erfolge dieser Maßnahmen werden sich erst nach einiger Zeit zeigen, die Botschaft ist jedoch eindeutig: Unserer Ansicht nach waren die Aussichten für indische Unternehmen noch nie besser.  

Quelle:
(1) Jahresbeginn bis Ende Oktober: MSCI India Index (GBP) -4.2 %, MSCI Emerging Markets Index -10.5 % (Quelle: Bloomberg)

AXA IM Fokus Small Caps

2015 war bisher kein einfaches Jahr für die Aktienmärkte – aber es war ein sehr gutes Jahr für europäische Small Caps: Der Nebenwerte-Index MSCI Europe Small Cap hat bis Ende Oktober eine Rendite von 11,2 Prozent erzielt (Quelle: MSCI). Noch besser schlug sich der AXA WF Framlington Europe Small Cap, der es auf mehr als 25 Prozent brachte. Wir haben dies zum Anlass genommen, für die aktuelle Ausgabe unseres Themendienstes „Fokus: Small Caps“ mit Fondsmanagerin Isabelle de Gavoty über die Hintergründe der Small-Cap-Rallye zu sprechen – und natürlich über ihre Meinung zu den Aussichten der Anlageklasse für die Zukunft.

Das komplette Interview finden Sie links.

Marktausblick 2016: Jede Renditequelle zählt

Die Suche nach Rendite bleibt auch 2016 anspruchsvoll. „Jede Renditequelle zählt“, meint Jens Wilhelm, im Vorstand der Union Asset Management Holding AG zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien. „Leichter Rückenwind von der Weltkonjunktur wird auch 2016 an den Kapitalmärkten spürbar sein“, fasst der Anlagestratege die Aussichten zusammen. Kurzfristig könnten allerdings mehr Windwechsel auftreten als im laufenden Jahr. Für solche Schwankungen sollten sich Investoren breit aufstellen und die Volatilität durch eine aktive Asset Allocation für sich nutzen.

Eine wesentliche Stütze für die internationalen Börsen erkennt Wilhelm in der globalen Konjunktur. Zwar ist der Aufwärtstrend nach wie vor nur von moderater Stärke. „Die Weltwirtschaft bleibt aber im Wachstumsmodus, und das ist in Anbetracht der Dauer des Konjunkturzyklus keine Selbstverständlichkeit.“ Den wichtigsten Treiber sieht er in der starken US-Binnenwirtschaft. Arbeits- und Häusermarkt laufen in geregelten Bahnen und verleihen der größten Volkswirtschaft der Welt ein hohes Maß an Stabilität. „Wir rechnen mit einem Wachstum von 2,5 Prozent in den USA“, prognostiziert Wilhelm.

Optimistisch ist der Anlagestratege auch für die Eurozone: „Einige Reformen der vergangenen Jahre zahlen sich aus.“ Er erwartet für 2016 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent. Insbesondere die Peripheriestaaten dürften mit Wachstumsimpulsen aufwarten: „Italien entwickelt sich vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger.“

Für den langjährigen Exportweltmeister Deutschland sieht Wilhelm hingegen erste Wolken am Horizont heraufziehen: „Die deutschen Ausfuhren sind weniger regional anfällig als sektoral.“ Herausfordernd wird es, sobald die Nachfrage für eine heimische Schlüsselindustrie wie den Automobilsektor bröckelt: „Der VW-Skandal ist sicherlich nicht hilfreich für das Ansehen unserer Industrie. Darüber hinaus wird in Deutschland zu wenig investiert“, sagt Wilhelm. Demgegenüber gibt es ähnlich wie in den USA positive Nachrichten vom Konsum: „Nach Jahren der Flaute kommt wieder Bewegung in die Binnenkonjunktur. Damit erhält das deutsche Wachstum das lange vermisste zweite Standbein.“ In der Summe rechnet Wilhelm mit einem Plus von 1,8 Prozent beim BIP.

Zu den größten Unwägbarkeiten für die weltweiten Kapitalmärkte zählt er die Schwellenländer, insbesondere China. „Die Regierung in Peking hat die Wende zu einem veränderten Wachstumsmodell eingeleitet – weniger Investitionen, mehr Konsum. Das ist der richtige Schritt“, urteilt Wilhelm. „Allerdings verläuft der Umbau holprig.“ Für 2016 erwartet er eine Wachstumsabschwächung, aber keinen Einbruch der chinesischen Wirtschaftsleistung. „Die geringere wirtschaftliche Dynamik in China wird die Weltkonjunktur nicht aus der Bahn werfen“, ist der Stratege überzeugt.

Auseinanderlaufende Geldpolitik sorgt für Volatilität

Bedingt durch die unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten in den verschiedenen Währungsräumen rechnet Wilhelm mit einer zunehmend gegenläufigen Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken. In den USA sieht er die Federal Reserve (Fed) im Dezember oder spätestens im Frühjahr 2016 auf einen moderaten Zinserhöhungskurs einschwenken. „Fast zehn Jahre nach der letzten Leitzinsanhebung scheint die Fed fest entschlossen, einige geldpolitische Segel einzuholen. Wir werden aber eine eher sanfte Wende erleben.“

Im Gegensatz dazu steht die Eurozone sogar noch vor einer Ausweitung der Lockerung. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat im Herbst eindeutig den Willen zur Bekämpfung niedriger Teuerungsraten bekräftigt. Wilhelm erwartet daher noch in diesem Jahr weitere expansive Maßnahmen von der EZB: „Von einer Verlängerung oder Erhöhung des Ankaufprogramms über eine Ausdehnung auf weitere Anleihen bis zu höheren Strafzinsen auf Einlagen ist alles möglich.“

Für Investoren sieht er darin Chancen, aber auch Risiken. „Die internationalen Kapitalströme reagieren sensibler auf Zentralbankentscheidungen als früher“, erläutert er. Das Jahr 2015 hat dafür einige Kostproben geliefert, erinnert sei nur an Aktionen der Zentralbanken der Schweiz und Chinas. Wilhelm erwartet daher verstärkt geldpolitisches Störfeuer. „Die nachhaltigen Treiber bleiben jedoch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten – für Notenbanken und Börsen gleichermaßen.“

Weiter wenig Inflationsdruck trotz statistisch höherer Teuerungsraten

Im Hinblick auf die Inflation haben sich die Finanzmärkte in den letzten Jahren an niedrige Teuerungsraten gewöhnt. „Aus rein statistischen Gründen wird dieser Trend im Laufe des Jahres nun unterbrochen und kann zu Irritationen führen,“ gibt Wilhelm zu bedenken. Konkret könnten Basiseffekte – etwa beim Ölpreis – einen plötzlichen Anstieg der offiziellen Inflationszahlen verursachen. Eigentlich sollte das Anleger nicht überraschen, die Erfahrung zeigt aber, dass die Märkte darauf trotzdem mit heftigen Preisbewegungen reagieren können. „Die fundamentalen Voraussetzungen für weiterhin niedrige Inflation sind aber unverändert, und wir sehen auf längere Sicht keinen substantiellen Druck aufkommen.“

Niedrigrenditeumfeld verfestigt sich strukturell

Das zukünftige Kapitalmarktumfeld ist gekennzeichnet durch anhaltend langsames Wachstum der Weltwirtschaft, globale Überersparnis und weiterhin geringes Inflationsniveau. Auch die lockere Notenbankpolitik bleibt – trotz der sanften Wende der Fed – ein prägendes Merkmal: „Aus dem Niedrigzins- wird ein strukturelles Niedrigrenditeumfeld, dessen Ende nicht absehbar ist. Dafür müssen sich Anleger richtig positionieren“, sagt Wilhelm.

Zudem weist der Anlagestratege auf die gewachsene Komplexität an den Kapitalmärkten hin: „Komplexe wirtschaftliche und geldpolitische Abhängigkeiten haben das Investieren deutlich anspruchsvoller gemacht. Wenn Menschen dann das Gefühl haben, die Kapitalmärkte würden immer undurchsichtiger, ist das nicht verwunderlich“, analysiert Wilhelm. „Als Antwort darauf ist es im Fondsmanagement heute entscheidend, sich über alle Anlageklassen hinweg zu vernetzen und das Expertenwissen bestmöglich zu verzahnen.“

Bewährter Kurs – breite Diversifikation und aktive Asset Allocation

Aktien hält Wilhelm auch im Jahr 2016 für die aussichtsreichste Anlageklasse. „Ohne Aktien geht es nicht“, ist er sich sicher. Union Investment prognostiziert für die Unternehmensgewinne ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. „Auch eine Ausweitung der Bewertungen dürfte die Kurse unterstützen.“ Gleichwohl hält Wilhelm die Chancen in einigen Segmenten bereits für ausgereizt: „Das Umfeld wird selektiver, einfach breit in den Aktienmarkt zu investieren ist immer weniger Erfolg versprechend. Das aktive Management, die Identifizierung der langfristig erfolgreichen Geschäftsmodelle, gewinnt noch mehr an Bedeutung.“

Investitionen in Unternehmensanleihen – bislang ein beliebtes Ausweichmanöver gegen das niedrige Zinsniveau – sind ebenfalls kein Selbstläufer mehr. Strengere Regulierung, abnehmende Handelsliquidität und sich verschlechternde Kreditprofile mancher Konzerne dürften die Risikoaufschläge ansteigen lassen. Auch hier kommt es also mehr denn je auf gezielte Titelselektion an.

Bei den Renditen sicherer Staatsanleihen erwartet Wilhelm eine Seitwärtsbewegung. Demnach sollten zehnjährige Bundesanleihen im Jahresverlauf weiter unterhalb von einem Prozent notieren. In den USA, wo die Wirtschaft stärker wächst und die Zentralbank die Zinswende einleiten will, werden die Renditeniveaus weiter deutlich höher als im Euroraum liegen. Allerdings rechnet Wilhelm auch hier nicht mit Werten oberhalb von 2,6 Prozent zum Jahresende 2016. Genug jedenfalls, um Investoren zu raten: „Internationalisieren Sie Ihre Kapitalanlage – das ist selbst nach Wechselkurssicherung noch attraktiv.“

Nach Einschätzung des Anlagestrategen steigt die Notwendigkeit für eine breite Streuung und eine aktive Asset Allocation. „Die einfachen Mittel gegen die Renditelosigkeit helfen nicht mehr“, resümiert er. „Gerade bei einer Flaute, nur schwachem Rücken- oder sogar Gegenwind an den Märkten kommt es auf jedes Stück Segel an. Und wenn man schnell und beherzt navigiert, können an den Börsen auch plötzliche Windwechsel Chancen bieten.“ Moderne Multi-Asset- oder Absolute-Return-Lösungen sind laut Wilhelm für dieses Umfeld besonders geeignet.

Drei von fünf Investoren suchen nach Alternativen für herkömmliche Anleihen

Gut drei von fünf institutionellen Investoren (62 Prozent) gaben an, sich nach Alternativen zu dem herkömmlichen Exposure am Anleihemarkt umzuschauen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung1 von NN Investment Partners (NNIP).

Der Umfrage zufolge macht sich fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) Sorge, dass Anleihen nicht mehr das Maß an Kapitalschutz bieten, wie dies früher der Fall war. Über ein Drittel (35 Prozent) der institutionellen Investoren gaben an, sie seien bereit, ein Drittel ihres Aufwärtspotenzials im Tausch für Absicherung nach unten zu opfern, während 27 Prozent ein Viertel und 15 Prozent die Hälfte aufgeben würden. Nur 11 Prozent gaben an, im Gegenzug für Kapitalschutz keine Abstriche beim Aufwärtspotenzial in ihren Portfolios machen zu wollen.

Tarek Saber, Lead Portfolio Manager, NN (L) Global Convertible Opportunities Fund, erklärte dazu: „Die Aussicht auf steigende Zinsen in der nächsten Phase des Kreditzyklus hat bei Investoren zweifellos das Bewusstsein dafür geschärft, dass Alternativen zu herkömmlichen Anleihe-Exposures gebraucht werden.“

„Investoren, die einerseits Volatilität reduzieren, aber andererseits ihr Aufwärtspotenzial nicht zu sehr einschränken wollen, sollten Wandelanleihen in Erwägung ziehen. Wandelanleihen korrelieren zu rund 90 Prozent mit Aktien und zu 60 Prozent mit High Yield. Ihre Renditen sind denen von Aktien vergleichbar, allerdings nur ungefähr halb so volatil. Ein Anteil von 3 bis 10 Prozent im Portfolio würde die risikoadjustierten Erträge in der Tat verbessern.“

Der NN (L) Global Convertible Opportunities geht nach einem konsequent fokussierten Ansatz vor. Seine Fondsmanager identifizieren Themen, die ihrer Ansicht nach – unabhängig von den Marktbedingungen – entscheidend zur Performance bestimmter Titel beitragen werden. Entsprechend zielen sie auf die Wandelanleihen mit den attraktivsten Merkmalen ab. Dieser Ansatz ermöglicht NNIP, Top-down-Ansichten präziser abzubilden, als dies beim herkömmlichen sektororientierten Ansatz der Fall ist, da die Renditetreiber von Sektoren häufig stark fragmentiert sind.

Der Fonds, der ein Vermögen von über 275 Millionen US-Dollar verwaltet,2 wurde im Oktober mit fünf Morningstar-Sternen ausgezeichnet. Diese Auszeichnung beruht auf der Erfolgsbilanz des Fonds der vergangenen drei Jahre. Über Zeiträume von einem bzw. drei Jahren rentierte der Fonds bis zum 8. Oktober 2015 4,36 Prozent bzw. 10,83 Prozent.

NN Investment Partners’ Fixed-Income-Boutiquen verfügen über erfahrene Managementteams aus Portfoliomanagern, Analysten und Strategen. Diese speziellen Teams sind mit Standorten in Den Haag, New York, London und Singapur global präsent. Im Rahmen eines bewährten proprietären Investmentprozesses, führen wir Erfahrung und Expertise des preisgekrönten Teams mit einem kundenzentrischen Ansatz zusammen. So arbeiten wir partnerschaftlich mit unseren Kunden an Lösungen, um ihre Investmentanforderungen über eine Plattform innovativer Produkte zu erfüllen.

  1. Die Umfrageergebnisse stammen aus NN Investment Partners‘ eigenem Research, das von Citigate Dewe Rogerson im Oktober 2015 unter 105 internationalen institutionellen Investoren durchgeführt wurde.
  2. Zahlenangaben per 08.10.2015.

Three in five investors are ‘seeking alternatives’ to traditional fixed income

More than three in five (62%) of institutional investors say they are seeking alternatives to traditional bond market exposure, new research1 from NN Investment Partners reveals.

With the research showing that nearly half (48%) are concerned that bonds no longer offer the capital protection that they did in the past, more than one in three (35%) institutional investors said they would sacrifice a third of the upside performance in their portfolios to achieve protection against the downside, while 27% would sacrifice a quarter and 15% half. Only 11% said they would not sacrifice any of the upside performance in their portfolios to protect against the downside.

Tarek Saber, Lead Portfolio Manager, NN (L) Global Convertible Opportunities fund: “The prospect of rising interest rates in the next stage of the credit cycle has no doubt focused institutional investors’ minds on the need for alternatives to traditional bond exposures.”

“Those investors wishing to reduce volatility without sacrificing too much of the upside in the long term should certainly consider convertible bonds. These provide around 90% correlation to equities and 60% to high yield and have equity like returns with around half the volatility. Exposure to convertibles of between 3% and 10% of portfolios would certainly enhance the risk-adjusted returns of a portfolio.”

The NN (L) Global Convertible Opportunities fund has a focused approach. Its managers identify themes that they believe will drive certain stocks to perform, whatever market conditions, and select the most attractively structured convertibles accordingly. This approach allows NN IP to express top-down views more accurately than a traditional sectoral approach, as sectors often have a very dispersed set of return drivers.

The fund, which has more than USD 275 million in assets under management2, was awarded a five-star rating from Morningstar in October, based on its three-year track record. It has delivered a return of 4.36% and 10.83% over one and three years respectively to 8th October 2015.

NN Investment Partners’ fixed income boutiques have experienced management teams consisting of portfolio managers, analysts and strategists. These dedicated teams have a global presence with locations in The Hague, New York, London and Singapore. With a proven proprietary investment process, the award-winning investment team’s experience and expertise is combined with a client-centric process that forges a partnership with customers to help them meet their investment needs through a platform of innovative products.

  1. Findings revealed in NN Investment Partners’ own research carried out in a survey by Citigate Dewe Rogerson amongst 105 international institutional investors in October 2015
  2. Figure as of 8 October 2015

Klimagipfel in Paris: Weshalb er auch für Investoren relevant ist

Wird die UN-Klimakonferenz in Paris zählbare Resultate bringen? Roberto Cominotto, Manager des JB Energy Transition Fund bei GAM, ist optimistisch: „Es gibt einen wichtigen Unterschied zu den wenig erfolgreichen Vorgängerkonferenzen. Diesmal wurden die teilnehmenden Länder aufgefordert, im Vorfeld Zusagen zum Klimaschutz einzureichen. Einige dieser Vorschläge sind sehr ambitioniert.“  

China schon heute größter Markt für erneuerbare Energien
Insbesondere die Rolle Chinas, des weltweit größten Kohleverbrauchers, wertet Cominotto dabei positiv. Weil China nach wie vor stark wächst, hat das Land sich zum Ziel gesetzt, dass die CO2-Intensität des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2030 60 bis 65 Prozent unter dem Niveau von 2005 liegen und spätestens ab 2030 auch absolut sinken soll. Zudem will die chinesische Führung sich in Paris dafür einsetzen, dass die vereinbarten Ziele alle fünf Jahre kontrolliert werden. „Die chinesischen Pläne für den Ausbau der Solar- und Windenergie sind beeindruckend. China ist bereits jetzt der größte Markt für erneuerbare Energien und wird noch signifikant weiter wachsen“, so Cominotto.

Indien werde sich in den kommenden zehn bis 20 Jahren zu einem weiteren wichtigen Markt für erneuerbare Energien entwickeln, prognostiziert der Experte. „Derzeit ist Indien zu einem hohen Grad von Kohle abhängig und zudem auf Energieimporte angewiesen. Angesichts des eingeschlagenen Wachstumspfads müssen alle verfügbaren Energiequellen angezapft werden – und insbesondere erneuerbare Energieträger.“ Nicht zuletzt fördert auch die staatliche deutsche Bank KfW den Ausbau der dortigen Energieinfrastruktur – im Rahmen der „deutsch-indischen Solarpartnerschaft“ sollen in den nächsten fünf Jahren zinsverbilligte Darlehen in Höhe von rund einer Milliarde Euro fließen.

Wichtige deutsche Förderpolitik
Damit bleibt Deutschland seiner Rolle als globaler Förderer der erneuerbaren Energien treu, die es seit Ende der 1990-er Jahre innehat. „Wenn die deutschen Verbraucher die Solarindustrie in den vergangenen 15 Jahren nicht subventioniert hätten, wäre die Industrie längst nicht auf dem aktuellen Stand, sondern würde zehn Jahre hinterherhinken“, erklärt Cominotto. Durch die Subventionen hätte sich auch die Windindustrie deutlich schneller entwickelt als ohne Förderung. Nun sieht der Experte allerdings in Deutschland vorerst das Ende des Wachstums erreicht: „Das installierte Volumen ist inzwischen so hoch, dass das Stromnetz zum Flaschenhals wird. Deutschland bleibt ein wichtiger Markt für erneuerbare Energien, ist im Moment aber kein bedeutender Wachstumsmarkt.“

Alternative Energiequellen auch für Anleger relevant
Bei Wind- und Solarinvestments rät der Fondsmanager Anlegern, nicht nur auf die Nachfrageseite zu schauen, sondern auch auf die Entwicklung des Angebots. „Wenn die Angebotskapazitäten bei Windturbinen oder Solarmodulen zu stark wachsen, wie es vor einigen Jahren der Fall war, könnten trotz Nachfragewachstums schwierige Zeiten auf die Branche zukommen.“ Derzeit sei dies allerdings nicht der Fall. Er bewertet denn auch aktuell verschiedene Solar- und Windenergieunternehmen als attraktiv. Dazu zählen das chinesische, an der New York Stock Exchange gelistete Unternehmen Jinko Solar ebenso wie der global aufgestellte US-Modulhersteller Sunpower und das spanische Unternehmen Gamesa, das Windkraftanlagen produziert und vor allem in Lateinamerika und Indien eine starke Marktposition habe. Erst Anfang November hatte Gamesa zwei neue Aufträge für Windparks in Indien mit einer Gesamtkapazität von 200 Megawatt bekannt gegeben. 

Neben den Schlüsselsektoren Solar- und Windenergie hält Cominotto zudem bislang eher übersehene Bereiche wie die Energieeffizienztechnologie für interessant. Und auch Elektroautos könnten von den Bemühungen zur Senkung des Treibhausgasausstoßes profitieren. Hier mahnt Cominotto allerdings zu Geduld: „Ich denke nicht, dass elektrische Fahrzeuge sich vor 2020 zu einem Massenmarkt entwickeln werden.“ Dafür nämlich müssten seiner Ansicht nach zunächst die Preise deutlich sinken – und das werde ohne weitere staatliche Anreize nur langsam vonstattengehen.

Divergierende Mittelzuflüsse nach weiterem Preisverfall

Investoren nutzen die niedrige Preise als Einstiegsmöglichkeiten in Öl und PGMs, während sie bei Gold und Kupfer die Geduld herausfordert. Die anhaltend schwachen Ölpreise setzen Öl- und Erdgasproduzenten weiter unter Druck und fordern weitere Produktions- und Ausgabenkürzungen, was für den globalen Ölmarkt ein gutes Vorzeichen auf eine baldige Erholung wäre. Der Druck auf Edelmetalle bleibt bis zur Federal Reserve Sitzung Mitte Dezember bestehen. Jedoch könnten Edelmetalle aufgrund des typischen Anlegerverhaltens „buy on the rumour, sell on the news" von einer Zinsanhebung profitieren. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Charts.

Mittelzuflüsse in Öl-ETPs summieren sich aufgrund schwacher Preise. Investoren sind nach wie vor an günstigen Einstiegsmöglichkeiten am Ölmarkt interessiert. WTI fiel um 3 Prozent auf 40,5 USD/bbl. und auch Brent konnte vergangene Woche keine Gewinne verzeichnen. Dennoch wurden in Long WTI Öl-ETPs Mittelzuflüsse in Höhe von 64, 7 Mio. USD und in Long Brent Öl-ETPs 15,5 Mio. USD verbucht. Obwohl kein eindeutiger Trend bei CFTC Positionen in nicht kommerzielle Öl-Futures erkennbar war, war die vergangene Woche von anhaltenden Öl-ETP Mittelzuflüssen gekennzeichnet. Dies knüpft an die Mittelzuflüsse der beiden Vorwochen an und unterstreicht das Vertrauen von ETP-Investoren an einen baldigen Wendepunkt am Ölmarkt. ETFS Daily Short WTI Crude Oil (SOIL) verbuchte zeitgleich Mittelabflüsse von 1,2 Mio. USD, was im Einklang mit der allgemeinen Stimmung am ETP-Markt steht. Sieben Wochen lang stiegen US-Öllagerbestände beachtlich schnell an, das Wachstum verlangsamte sich jedoch vergangene Woche auf 252.000 Barrel. Die EIA rechnet in ihrer November-Ausgabe des kurzfristigen Ausblickes am Energiemarkt für kommendes Jahr mit einem anhaltenden weltweiten Überangebot in der Ölversorgung, dies wird sich jedoch auf rund 95,5 Mio. Barrel pro Tag aufgrund der sinkenden Ölproduktion in den USA und Kanada stabilisieren. Das Wachstum der US-Lagerbestände wird sich nächstes Jahr ebenfalls verlangsamen.

Gold und PGM Mittelflüsse in entgegengesetzte Richtung. Eine Fortsetzung der Preisschwäche in Gold übersteigt die Geduld der Anleger. Gold fiel vergangene Woche um weitere 0,4 Prozent und es kam zu den ersten Mittelabflüssen seit 10 Wochen. Gold ETPs verbuchten vergangene Woche signifikante Mittelabflüsse von 70,6 Mio. USD, eine Größenordnung, die wir seit August 2015 nicht mehr erlebt hatten. Obwohl Goldeinfuhren in China auf einem 7 Monatshoch notieren und Diwali Umsätze in Indien die Goldnachfrage im Oktober positiv beeinflussten, sorgt die steigende Erwartung für eine Zinserhöhung in den USA weiterhin für Druck auf den Goldpreis.

Nettomittelzuflüsse wurden unterdessen in Platin und Palladium ETPs verbucht, die ersten Ausgaben seit Anfang August, nachdem Platinpreise ein weiteres Rekordtief von 844 USD./Unze vergangenen Mittwoch erreicht hatten und sich Palladium nach wie vor auf Augustniveau bewegt. Johnson Matthey hat vergangene Woche das Ausmaß der PGM-Defizitprognosen für 2o15 erhöht und ein geringeres Angebot hervorgehoben.

Kupfer leidet weiterhin unter negativer Anlegerstimmung. Der Kupferpreis erreichte vergangene Woche ein weiteres Rekordtief von 4.633 USD/MT. Dies führte zu weiteren 10 Mio. USD Mittelabflüsse aus Kupfer ETPs. Seit 5 Jahren bewegt sich der Kupfermarkt in einem Defizit. Laut der International Copper Study Group (ICSG) wird dieses Jahr voraussichtlich ausgeglichen sein, bevor es in 2016 erneut zu einem Defizit kommen dürfte. Der am vergangenen Freitag veröffentlichte ICSG Novemberbericht zeigt ein Angebotsüberschuss in Höhe von 81.000 Tonnen raffiniertem Kupfer für August, nachdem in den vorherigen 4 Monaten Defizite verbucht wurden.

Den vollständigen Überblick finden Sie links zum Download.

GAM: US-Wirtschaft braucht statt Schmerzmittel etwas Anregenderes

Es ist Zeit für einen Zinsschritt in den USA. Diese Ansicht vertritt Enzo Puntillo, Head of Fixed Income beim Asset Manager GAM in Zürich: „Das Quantitative Easing und die Nullzinspolitik in den USA haben ihre Schuldigkeit getan. Inzwischen ist kein zusätzlicher Nutzen beider Instrumente mehr erkennbar. Die Fed sollte daher aufhören, der US-Wirtschaft Schmerzmittel zu verabreichen und stattdessen auf etwas Anregenderes setzen.“ Eine Zinserhöhung im Dezember ist dann auch sehr wahrscheinlich. Nach der Veröffentlichung des letzten Fed-Protokolls sei an den Märkten eine Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt von zwei Dritteln eingepreist. 

Zinserhöhung dämpft Wirtschaftswachstum nicht zwingend
Zwar sei die Konjunktur in den USA derzeit nicht besonders stark – weder absolut betrachtet noch im Vergleich mit früheren Konjunkturzyklen, erläutert der Experte. Strukturell hänge dies mit dem niedrigeren demographisch bedingten Wachstum und der geringeren Produktivität zusammen. Auf kürzere Sicht entstünde Gegenwind für die Wirtschaft durch die zurückhaltenden Investitionen im Ölsektor, das nachlassende Wachstum der Weltwirtschaft und den starken US-Dollar.

Doch auch vor diesem Hintergrund müsse eine Zinserhöhung das Wirtschaftswachstum nicht unbedingt dämpfen, argumentiert Puntillo. Er empfiehlt, einen oft vernachlässigten Wirtschaftsfaktor in die Betrachtung einzubeziehen: das Zinseinkommen der Privathaushalte. „Wenn man sich den vorigen Zinserhöhungszyklus der Fed anschaut, sieht man, dass dieser zu einem Anstieg der Haushaltseinkommen um 4 bis 4,5 Prozent geführt hat.“ Zwar sei es unwahrscheinlich, dass die Zinsen im aktuellen Zyklus auf ein ähnlich hohes Niveau steigen könnten, so Puntillo weiter. Dennoch würden höhere Zinsen die Haushaltseinkommen erhöhen, ohne dass sich dadurch die Schulden zu stark verteuerten. Insgesamt könne dieser Effekt das Wachstum stützen. 

Die geldpolitische Straffung hat längst begonnen
Darüber hinaus müsse man zwischen dem ersten Zinsschritt der Notenbank und dem Beginn der geldpolitischen Straffung unterscheiden, so Puntillo weiter. Die Reaktion der Märkte auf eine Änderung der Geldpolitik erfolge üblicherweise nicht erst zum Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung, sondern bereits nach deren Ankündigung. „Diesmal hat die Straffung bereits im Jahr 2013 begonnen – und zwar mit der Ankündigung des Tapering im Jahr 2013“, so Puntillo. „Zu dieser Zeit fand bereits eine Anpassung der Terminzinsen um ein bis zwei Prozentpunkte statt." 

In der Vergangenheit habe die erste Zinserhöhung durch die Fed jedoch häufig dazu geführt, dass der US-Dollar an Stärke eingebüßt habe. „Ob der Dollar-Wechselkurs allerdings auch diesmal sinken wird, ist fraglich, denn andere Zentralbanken werden voraussichtlich noch eine Weile brauchen, bis sie die Zinsen anheben.“

„Textilindustrie in Bangladesch macht Fortschritte“

Besserer Brandschutz, striktere Gebäudeinspektionen, Fortschritte in der Gesetzgebung zu Mindestlohn und Gewerkschaften – die Textilindustrie in Bangladesch entwickelt sich in die richtige Richtung. Dieser Ansicht ist Matthias Beer, Associate Director Governance and Sustainable Investment bei BMO Global Asset Management. BMO Global Asset Management hat mit einer internationalen Delegation bereits im zweiten Jahr in Folge Fabriken vor Ort besucht und mit Textilarbeitern, Fabrikbesitzern und staatlichen Vertretern gesprochen. „Nach dem verheerenden Einsturz des Gebäudekomplexes Rana Plaza in Bangladesch vor zwei Jahren scheinen sich die Arbeitsbedingungen von Textilarbeitern langsam zum Besseren zu entwickeln. Die Umsetzung der neuen Vorgaben in den Fabriken hinkt allerdings noch hinterher“, sagt Beer.

Niedrige Herstellungskosten und hohe Produktionskapazitäten sind die Hauptgründe für internationale Modehersteller, ihre Produktion nach Bangladesch auszulagern. Allerdings erkennen immer mehr Unternehmen, dass fehlerhafte rechtsstaatliche Praxis, Korruption in der Regierung und schlechte Arbeitsbedingungen gesellschaftliche Probleme in Bangladesch nähren. „Das wirkt sich auch auf die Qualität, Produktivität und Versorgungssicherheit aus. Die Kosten daraus übersteigen die Ersparnisse, die auf die geringen Arbeitskosten zurückzuführen sind“, so Beer. Es liege daher auch im Eigeninteresse der internationalen Unternehmen, dass die Verhältnisse vor Ort sich verbesserten, auch wenn höhere Arbeitsstandards mit höheren Kosten einhergingen.

Vor allem hinsichtlich der Gebäudesicherheit sind einige positive Entwicklungen zu verzeichnen. Bereits kurz nach der Einsturz-Katastrophe haben sich internationale Modehersteller in zwei Initiativen, der „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ (Accord) und der „Alliance for Bangladesh Worker Safety“ (Alliance), organisiert. Die seit dem Jahr 2013 laufenden Programme sind auf jeweils fünf Jahre ausgerichtet und sollen Brandschutz sowie Gebäudesicherheit verbessern. Zusammen mit staatlichen Maßnahmen der Regierung von Bangladesch sind seitdem bei ungefähr 80 Prozent der exportorientierten Fabriken Inspektionen durchgeführt worden. Dabei wurden teils gravierende Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen festgestellt, wie beispielsweise blockierte Notausgänge, mangelhafte Feuerschutztüren und fehlende Sprinkleranlagen. „Es gibt aber merklich Bestrebungen, Produktionsstätten sicherer zu machen“, fasst Beer zusammen. 

Ein großes Potenzial für Verbesserungen sieht Beer im Bereich der Implementierung von Reformen des Arbeits- und Gewerkschaftsrechts in der Praxis. Fabrikbesitzer müssten stärker animiert werden, internationale Arbeitsstandards umzusetzen, Arbeitern ein Recht zur unabhängigen Gründung von Gewerkschaften einzuräumen und sich generell für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. „In unseren Gesprächen haben lokale Gewerkschaften betont, dass Arbeiter, die versuchen, sich zu organisieren, häufig eingeschüchtert und schikaniert werden“, so Beer. „Daher ist es wichtig, dass internationale Modemarken und Einzelhändler erkennen, dass die Gründung von lokalen Gewerkschaften das beste Mittel bleibt, um die Rechte der Arbeiter nachhaltig zu verbessern.“ Nur so könne ein kontinuierlicher gesellschaftlicher Dialog zwischen Textilarbeitern, Fabrikbesitzern und Regierungsstellen erreicht werden. „Es besteht eine klare Notwendigkeit, dass internationale Modeketten und Fabrikbesitzer in enger Partnerschaft zusammenarbeiten und so eine tragfähige Zulieferkette einrichten, die bessere Arbeitsbedingungen und Produktivitätssteigerungen verbindet“, so Beers Fazit. Beide Seiten, Arbeitnehmer wie Arbeitgeber, würden davon künftig profitieren.

Euro-Dollar-Parität ab Dezember?

„In den USA und Großbritannien könnten die Zinsen zum Jahresende steigen, während sie in Europa auf zu niedrigem Niveau verharren. Folgt im Dezember dann die Euro-Dollar-Parität?“ von Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Nach der vergangenen Offenmarktausschusssitzung der Federal Reserve Bank (Fed) schien eines klar: Im Dezember wird der Leitzins steigen. Aber nicht das Timing der ersten Zinserhöhung sei entscheidend, sondern die Frage, wie oft die Fed die Zinsen im kommenden Jahr noch anhebe, erklärt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM): „Eine Zinserhöhung wäre lediglich das Signal. Wichtiger ist die Tatsache, dass sich der Zins wieder bewegt.“

Der Stratege geht davon aus, dass ein Zinsschritt keine wesentliche Straffung der Geldpolitik in den USA darstellt. Seiner Ansicht nach hat die Fed mit der Ankündigung einer möglichen Zinserhöhung im Dezember versucht, die Marktteilnehmer auf eine sehr langsame und bescheidene Straffung im Jahr 2016 vorzubereiten. „Eine radikalere Nachricht hätte vermutlich die Angst geschürt, dass der US-Dollar wieder aufwertet und die langfristigen Anleiherenditen abrupt steigen. Beide Szenarien könnten sich negativ auf Wachstum und Inflation auswirken“, erklärt Iggo. Ein starker Dollar könnte es der USA schwer machen, ihr Inflationsziel zu erreichen. Europa und Japan hingegen seien so weit von ihrem Inflationsziel entfernt, dass sich laut Iggo so manch einer wünscht, Euro und Yen würden gegenüber dem Dollar an Wert verlieren.

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, zweifelte kürzlich die Effektivität des Quantitative Easing im Hinblick auf die Inflation an. Die logische Schlussfolgerung daraus sei, dass die EZB mehr Asset-Käufe tätigen und auf die Bilanz für September 2016 achten müsse – in der Hoffnung, dass der Wert des Euro sinke und sich die Fremdkapitalkosten in der Eurozone auf einem sehr niedrigem Niveau hielten, so Iggo weiter. Die Bank of Japan habe ihr Wertpapierkaufprogramm bislang nicht weiter ausgedehnt – dennoch sei es schon weit vorgeschritten und eine restriktivere Geldpolitik in weiter Ferne. Seit dem dritten Quartal schrumpfe die Wirtschaft und die Inflation halte sich gerade so über Null. „Investoren sind wahrscheinlich zuversichtlicher, dass die EZB und die Bank of Japan ihre Politik weiterführen, als dass die Politik der Fed restriktiver wird. Ein realistisches Szenario für die kommenden sechs Monate ist aber, dass die Divergenz in der Geldpolitik der Notenbanken zu einer Aufwertung des Dollar führt“, so Iggo. 

Japanese Yen to come under fire

Weekly currency investment views from ETF Securities. In this trade idea, ETF Securities looks at the suffering Japanese economy, short-term yield differences and inflation expectations to guide your investment decisions regarding the Japanese Yen against the Euro. Please find the full report attached on the left.

  • JPY appears overvalued against the Euro as QE rhetoric has placed the common currency under pressure.
  • Real yields suggest upward correction imminent for EURJPY.
  • Inflation expectations in Japan continue to fall, increasing the likelihood of additional easing measures by the Bank of Japan (BoJ).

Unigestion-Index zeigt, welche Länder die China-Flaute besonders trifft

In einer viel beachteten Rede mit dem Titel „Sudoku für Volkswirtschaftler“ zeigte Mervy King, damals Gouverneur der Bank of England, 2010 die Verknüpfung zwischen der durch die exzessive Kreditausreichung an den privaten Sektor ausgelösten Finanzkrise von 2008 und dem schnellen Wachstum der Schwellenländer auf. Er erläuterte, dass der Schuldenabbau in den Industriestaaten eine entsprechende Anpassung der Wachstumsmodelle der Schwellenländer erfordern würde. Mit dieser Aussage bewies er beachtlichen Weitblick.

Seit 2008 haben sich die Triebkräfte des Wirtschaftswachstums verändert. Wichtigste Folge davon war die ausgeprägte Abschwächung des Welthandels, was sich wiederum massgeblich auf China auswirkte.

Sudoku ist ein Zahlenspiel, bei dem es um die Wechselbeziehungen von Zahlen geht wenn man eine Zahl ändert, muss man alle anderen ebenfalls ändern. China und die Weltwirtschaft sind eng miteinander verbunden wie ein Sudoku-Puzzle. In diesem Dokument möchten wir diese Wechselbeziehung beleuchten. 

Das vollständige Dokument finden Sie links.

2016 werden die Märkte unterschiedliche Richtungen einschlagen

Nach Auffassung von NNIP sind die Divergenzen zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern darauf zurückzuführen, dass sich die Kreditzyklen in unterschiedlichen Stadien befinden. Im Verhältnis zwischen den USA einerseits und dem Euroraum und Japan andererseits spielt die Geldpolitik die entscheidende Rolle.

Der unterschiedliche geldpolitische Kurs in den Industrieländern wirkt sich stärker als üblich auf den Wechselkurs des US-Dollar aus. Zugleich stellt der Straffungskurs der Fed – der im Dezember beginnen sollte und danach langsam fortgesetzt werden dürfte – ein Risiko für die Schwellenländer dar.

Die Anleger bleiben vorsichtig und halten weiterhin hohe Bestände an Liquidität. NNIP rechnet mit geringeren Turbulenzen als im Jahr 2015 und geht in seiner Allokation inzwischen moderate Risiken ein, was sich auf die Auffassung stützt, dass Immobilien, Aktien und Fixed-Income-Spread-Produkte im Jahr 2016 besser abschneiden werden als Staatsanleihen und Rohstoffe. NNIP hält die Prämien für Staatsanleihen nicht für übermäßig hoch; die Renditen sind zwar niedrig, aber die Kurven nicht außer-gewöhnlich flach.

Valentijn von Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners erläuterte: „Die Unsicherheit bleibt bestehen und die Makrorisiken sind weiterhin vorhanden, werden jetzt aber realistischer eingepreist. Das globale Wachstum ist relativ solide und wird nicht so volatil sein wie 2015, da die Binnennachfrage in den Industrieländern robust bleibt. Dies ist ein wichtiger Anker.“

„In den Schwellenländern bestehen weiterhin Probleme, die aber geringere Auswirkungen haben dürften als im Jahr 2015.“

Aktien

Nach Auffassung von NNIP läuft die Entwicklung am US-Aktienmarkt einerseits und den Aktienmärkten im Euroraum bzw. in Japan andererseits weiter auseinander. Die USA sind im Gewinn-, geldpolitischen und Kreditzyklus weiter fortgeschritten; der erste Zinsanhebungsschritt der Fed steht in Kürze bevor, was zu Druck auf US-Aktien führen könnte. Zyklische, politische und strukturelle Trends sprechen für Aktienmärkte außerhalb der USA.

Patrick Moonen, Senior Strategist, Multi-Asset bei NNIP, sagte: „Der globale Gewinnzyklus hat 2015 die Talsohle erreicht, aber es bestehen derzeit beträchtliche Unterschiede zwischen den Regionen. Der US-Gewinnzyklus befindet sich bereits in einem späteren Stadium und hat sich von demjenigen im Euroraum und in Japan abgekoppelt. In den USA wird die Geldpolitik gestrafft, in den anderen beiden Regionen weiter gelockert. Geldpolitik und Gewinnentwicklung sind wichtige Faktoren für Investitionen, und daher ziehen wir Aktien aus dem Euroraum und aus Japan vor.“

NNIP geht davon aus, dass sich die Ausgabenpolitik der Unternehmen verändern wird: weniger Aktienrückkäufe, eine stärkere Fusions- und Übernahmeaktivität und höhere Investitionen. Zyklische Sektoren könnten defensive Sektoren endlich schlagen, und bei steigenden Zinsen könnte der Finanzsektor allmählich von allen Sektoren am besten abschneiden.

NNIP ist der Meinung, dass der Euroraum im Jahr 2016 mit 8 % die höchsten Gewinne von allen drei genannten Regionen verzeichnen wird; Japan bzw. die USA dürften sich mit 7 % bzw. 5 % begnügen müssen.

Schwellenländer

In den Schwellenländern bestehen die Risiken fort, steigen aber laut NNIP nicht weiter an. Es gibt erste Anzeichen für eine Stabilisierung des Wachstumsmomentums in den Schwellenländern, und die Risiken scheinen besser ausgeglichen zu sein.

Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Strategist bei NNIP, erklärte: „Nach der beträchtlichen Korrektur in den Schwellenländern im Jahr 2015 sind die Erwartungen jetzt realistischer. Dadurch entsteht Raum für positive Überraschungen.“

„Allerdings wird das Wachstum weiterhin durch verschiedene Faktoren gedämpft, z.B. durch das schwache Wachstum des Welthandels, den übermäßigen Anstieg der Verschuldung, die Normalisierung der US-Geldpolitik, die zu Kapitalabflüssen führt, und das ungünstigere Investitionsklima. Als größte Herausforderungen sind die Verschuldung Brasiliens, die Konjunkturverlangsamung in China und die Furcht vor umfangreichen Zahlungsausfällen von Unternehmen zu nennen.“

„Der Anpassungsprozess hält an, verläuft aber geordnet. Allerdings bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen den Ländern, die auf einen unterschiedlich kräftigen Anstieg der Verschuldung, eine unter-schiedliche Anpassungs-/Reformfähigkeit und eine jeweils unterschiedliche Abhängigkeit von der Nach-frage aus China zurückzuführen sind. Unseres Erachtens dürfte der Schuldenabbau vor allem in Brasilien, der Türkei, Malaysia und Thailand zu Problemen führen. Nach Reformen sind die Wachstumsaus-sichten in Indien, den Philippinen und Polen am besten, was auf die guten Fundamentaldaten zurückzuführen ist.“

Himmlische Anlagechancen in der Cloud

Der Technologiesektor ist aus Anlegersicht enorm breit. Es lohnt sich vor allem, jene spezifischen Teilbereiche genauer anzusehen, die das stärkste zukünftige Wachstum versprechen – etwa die Anbieter von Cloud-Lösungen. Mark Hawtin, Fondsmanager des GAM Star Technology, ist überzeugt, dass die Nachfrage danach in den kommenden Jahren enorm steigen wird. Die sogenannte „Public Cloud“ könnte langfristig eine Billion US-Dollar an Umsatz für die Anbieter dieser Dienstleistungen generieren. Hawtin geht davon aus, dass sich die Cloud-Dienste ähnlich zur Online-Werbung entwickeln werden. „Noch vor 15 Jahren sprach niemand über Online-Werbung. Jetzt wird Facebook dank erfolgreicher digitaler Werbestrategie mit fast 300 Milliarden und Google mit 500 Milliarden US-Dollar bewertet“, so der Fondsmanager.

Amazon und Microsoft führen die Cloud-Dienste an

Amazon und Microsoft seien die wichtigsten Akteure. Allerdings waren sie bereits groß und erfolgreich bevor sie den Markt für Cloud-Dienste betraten – ein Hauptunterscheidungsmerkmal zu den Unternehmen aus der Online-Werbebranche. Amazon sei Marktführer, mit einem Cloud-Service-Umsatz von rund acht Milliarden US-Dollar. „Das Geschäft mit Cloud-Technologie ist im vergangenen Jahr um fast 80 Prozent gewachsen. Damit sind Cloud-Dienste einer der weltweit am schnellsten wachsenden Softwarebereiche“, so Hawtin. Microsoft ist laut dem Fondsmanager die Nummer zwei im Cloud-Markt und generiere derzeit Erträge von zwei Milliarden US-Dollar in diesem Bereich. „Bekanntlich hatten wir in den vergangenen Jahren eine eher negative Sicht auf Microsoft aufgrund der fortwährenden Verschlechterungen in ihrem traditionellen Geschäft mit Software für PCs. Aber jetzt scheint der Wendepunkt gekommen zu sein“, prognostiziert er. Neue Geschäftsbereiche wie die Cloud seien in der Lage die rückläufigen Umsätze der traditionellen Software-Produkte abzufedern.

Noch Luft nach oben für Facebook und Google

Mit Blick auf die Internetgiganten Facebook und Google ist Hawtin der Ansicht, dass deren Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. „Das Internet folgt dem Prinzip ‚the winner takes it all‘. Das bedeutet, dass Google und Facebook wohl auch langfristig den Löwenanteil an der digitalen Werbung halten werden“, so der Fondsmanager. Die Möglichkeiten der Unternehmen seien enorm – es gebe daher keinen Grund, warum beispielsweise Facebook seinen Umsatz nicht noch verdoppeln oder verdreifachen könne. „Die Margen in der Online-Werbung sind riesig. Jeder Anstieg der Einnahmen wird direkte Auswirkungen auf die Profite haben und damit auch auf den Aktienkurs“, erklärt Hawtin.

Apple hat kaum noch Wachstumschancen

Apple steht der Fondsmanager hingegen kritisch gegenüber: „Obwohl sich das Unternehmen derzeit gut entwickelt, passt es nicht zu unserer Investmentstrategie, die sich auf Unternehmen mit starkem Wachstumspotenzial fokussiert.“ Apple sei bereits so sehr gewachsen, dass das Unternehmen außerhalb des Geschäftes mit Smartphones kaum noch Wachstumsmöglichkeiten findet, die groß genug sind, etwas zu bewegen. Ein Beispiel: Selbst wenn Apples Zahlungssystem künftig sämtliche Kreditkartentransaktionen in den USA verarbeitet, würde dies Apples Betriebsergebnis um höchstens drei Prozent erhöhen.

Starker US Dollar lastet auf Rohstoffen

Rohstoffe
Günstige Einstiegsmöglichkeiten bei Öl lassen Brent-ETP Mittelzuflüsse auf ein 11 Wochenhoch ansteigen. Vergangene Woche wurden Mittelzuflüsse von 10,9 Mio. USD in Long Brent Öl-ETPs und 46,4 Mio. USD in Long WTI Öl- ETPs verbucht. Während die Ölpreise auf ihr niedrigstes Niveau seit August 2015 korrigierten, nutzten Investoren die günstigen Einstiegsmöglichkeiten und investierten über die vergangenen 5 Wochen 174,3 Mio. USD in Öl-ETPs. Grund für die tiefen Ölpreise ist nach wie vor das Überangebot am Markt. Die International Energy Association (IEA) berichtet von OECD Rekordlagerbeständen von 3 Mrd. Barrel. Einziges Trostpflaster für den Markt sind derzeit rückläufige Raffineriekapazitäten infolge der saisonalen Wartungsarbeiten. Obwohl die IEA von einem schwächeren Nachfragewachstum im nächsten Jahr ausgeht, erwartet man für US-Schieferöl ebenfalls einen Rückgang im Jahr 2016. Dennoch bleiben ETP Investoren am Ölmarkt interessiert und bewerten den Sektor als weiterhin attraktiv.
Während einige Investoren bereits nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten suchen, erwarten andere einen weiteren Preisrückgang. Mittelzuflüsse in ETFS Daily Short WTI Crude Oil (SOIL) notieren vergangene Woche mit 13,5 Mio. USD auf dem höchsten Stand seit 2011.

Gold glänzt die 9. Woche in Folge. Obwohl es zu weiteren Preiskorrekturen bei Gold kam, erhöhten Investoren ihre Portfolio Allokation. Eine steigende Erwartung hinsichtlich der geplanten Zinserhöhung in den USA hat den Goldpreis weiter unter Druck gesetzt und auf ein Niveau von August 2015 gedrückt. Als solide Anlageklasse erweist sich jedoch das Edelmetall in Euro gepreist. Immer deutlicher lässt die Europäische Zentralbank erkennen, dass sie ihr Konjunkturprogramm bis Dezember erweitern ggf. sogar aufstocken wird. Wir glauben, dass Gold als Währungssicherung ein Hauptgrund für die jüngsten Mittelzuflüsse ist, denn Gold (in Euro) stieg in diesem Jahr um 3,6 Prozent. Weitere geldpolitische Impulse führen wahrscheinlich zu weiteren Schwächen im Euro, was wiederum positiv für europäische Gold-Investoren wäre.

Mittelabflüsse aus Landwirtschafts-ETPs erreichen mit 14,1 Mio. USD ein 17 Wochenhoch. Aufgrund sinkender Preise kam es bei ETPs aus dem Landwirtschaftssektor die dritte Woche in Folge zu Mittelabflüssen. Mit 11,8 Mio USD erfuhr ETFS Agriculture (AIGA) die größten Mittelabflüsse. Bei mehr als 60 Prozent der Indexkomponenten breiter Landwirtschafts-Indizes gingen vergangene Woche Preisrückgänge hervor, allen voran Weizen und Kaffee.

Aktien
Chinesische Aktien profitieren von starken Tagesumsätzen. Aktien aus Industrieländern gaben letzte Woche etwas nach. Die am vergangenen Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten in den USA unterstützten den S&P 500 nicht, sodass dieser nach enttäuschenden US-Einzelhandelsumsätzen um 2,5 Prozent  korrigierte. Chinesische Importe und Daten zur industriellen Produktion und dem Kreditwachstum fielen unter den Erwartungen zurück und übertrafen die Zahlen aus dem Vormonat nicht. Der MSCI China A Index konnte vergangene Woche um 3,1 Prozent auf Basis der besser als erwarteten chinesischen Einzelhandelsumsätze jedoch steigen und profitierte vergangenen Mittwoch von starken Tagesumsätzen. Während die Industrieproduktion in Europa um 1,7 Prozent auf Jahressicht im September gestiegen ist, fiel die deutsche Industrieproduktion den dritten Monat in Folge. Die wirtschaftliche Erholung in Großbritannien bleibt unausgeglichen und drückte den DAX-30 und FTSE 100 um jeweils 1 Prozent und 2,8 Prozent tiefer. Der Druck auf die Europäische Zentralbank für weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen wächst mit den jüngsten Veröffentlichungen.

Währungen
USD und GBP profitieren von verbessertem Arbeitsmarkt. Nach starken US-Arbeitsmarktdaten am vergangenen Freitag stieg der US-Dollar (USD) weiter, obwohl die Chancen für eine Zinserhöhung im Dezember vergangene Woche von 68% auf 64% gesunken sind. Im Gegensatz zu den USA unterstützten starke Arbeitsmarktdaten in Australien den AUD kaum, dieser bewegte sich nach wie vor seitwärts. Nachdem die Bank of England sich dafür entschieden hat, den Leitzinsen unverändert beizubehalten, gab das britisch Pfund etwas nach. Die besser als erwartete Arbeitslosenquote sorgte jedoch wieder für positive Impulse, wonach das Pfund mit einem Plus von 1,2 Prozent auf Wochenschluss aus dem Handel ging. In der Zwischenzeit deutete die Europäische Zentralbank (EZB) an, dass ihr Anleihenkaufprogramm im kommenden Monat auf bis zu 1,1 Mrd.  Euro ausgedehnt werden könnte, was auf dem Euro lastet. Der Japanische Yen sank um 0,7 Prozent, da die Bank von Japan in naher Zukunft ein Ende ihrer Lockerungsmaßnahmen einleiten könnte. 

Jubiläum der Shanghai-Hongkong Stock Connect: Die Kooperation kann Investoren bisher nicht überzeugen

Als die Shanghai-Hongkong Stock Connect November des vergangenen Jahres ihren Betrieb aufnahm, waren die Erwartungen immens. Nach einem Jahr fällt die Bilanz nicht sonderlich positiv aus. „Das Handelsvolumen liegt weit hinter den Erwartungen zurück. Es stellt sich die Frage, ob das Geschäftsmodell den Bedürfnissen der Investoren entspricht“, sagt Jian Shi Cortesi, die bei GAM den JB China Evolution Fund verwaltet. So sei das Volumen der gehandelten Titel lediglich im Frühjahr 2015 nennenswert angestiegen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte allerdings sowohl am Markt für chinesische A-Shares als auch an der Börse in Hongkong eine gewisse Euphorie.

Begrenztes Interesse von internationalen Anlegern

Die Schwierigkeiten des Programms sieht Cortesi vor allem in den gravierenden Unterschieden zwischen dem schnell wachsenden, aber unreifen A-Shares-Markt in Shanghai und der hoch entwickelten Börse in Hongkong. „Internationale Investoren, die A-Shares über die neue Plattform erwerben können, hatten anfänglich ein sehr großes Interesse an der Börsenkooperation. Das hat allerdings schnell nachgelassen – unabhängig von den Turbulenzen an den Börsen im Sommer“, so Cortesi. Die größte Problematik aus Sicht ausländischer Anleger betreffe die Liquidität am A-Shares-Markt: Fällt oder sinkt der Kurs einer Aktie innerhalb eines Tages um 10 Prozent, wird der Handel für den betroffenen Titel ausgesetzt. Außerdem kann ein Unternehmen, das A-Shares ausgegeben hat, aus eigenem Ermessen den Handel mit seinen Aktien aussetzen und dafür eine ganze Reihe von Gründen ins Feld führen. Die Handelsaussetzungen können monatelang bestehen bleiben, was es für Investoren unmöglich macht, Positionen abzustoßen. Cortesi erklärt: „Für Investmentfonds, die täglich mit Zu- und Abflüssen von Mitteln konfrontiert sind, stellt dies ein großes Problem dar, weil sie unter Umständen für längere Zeit unfreiwillig an bestimmten Positionen festhalten müssen“. Daher agieren ausländische Investoren bisher äußerst zurückhaltend.

Liquidität des Marktes als Voraussetzung für Erfolg

Dabei hatte die Kooperation zwischen den Börsen in Shanghai und Hongkong verheißungsvoll begonnen. Erstmalig erlaubte es die Stock Connect Teilnehmern eines Marktes, auf dem jeweils anderen Markt zu handeln. Internationale Investoren bekamen auf diese Weise einen Zugang zu Chinas größtem Aktienmarkt in Shanghai und den dort gelisteten A-Shares, der weit weniger restriktiv war als zuvor. Dadurch sollte sich – so zumindest die Theorie – eine Vielzahl neuer Investitionsmöglichkeiten zwischen dem chinesischen Inland und dem Rest der Welt ergeben. Es gab sogar Befürchtungen, dass die festgelegten täglichen Handelsquoten nicht hoch genug seien, um das tatsächliche Handelsinteresse der Investoren zu befriedigen. 

Die Realität sieht hingegen anders aus. „Der grenzübergreifende Aktienhandel hat weiterhin Entwicklungspotenzial – aber nur, wenn weitreichende Modifikationen des aktuellen Setups vorgenommen werden“, meint Cortesi. Um die Mittel von internationalen Investoren für chinesische A-Shares zu gewinnen, müssten die Mechanismen zur Aussetzung des Handels grundlegend geändert werden, sodass zu jederzeit die Liquidität des Marktes gesichert ist. Würden diese Barrieren nicht abgebaut, bliebe die Zurückhaltung ausländischer Investoren im Hinblick auf einen Markteintritt weiterhin bestehen.

Gute Aussichten für USA – Rezession ist nicht in Sicht

Man könnte das Verhalten der Märkte und der Kommentatoren in den letzten zwei Monaten als schizophren bezeichnen.

Anleger zeigten sich besorgt aufgrund der schlechten Kommunikation bestimmter Zentralbanken, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckerten. Ihre Vorgehensweise ließ Zweifel aufkommen. Sah man sie einst als allmächtig, sind sie nun scheinbar nicht in der Lage, den Märkten die benötigte Klarheit zu verschaffen. So fehlte in der Stellungnahme der Fed vom Oktober jeglicher Bezug zu globalen und internationalen Entwicklungen (über die man sich Ende September noch besorgt zeigte). Welchen Unterschied doch ein Monat ausmacht!

Diese Unsicherheit spiegelt sich auch an anderer Stelle wider. Der bekannte Stratege Ed Yardeni stellte ironischerweise fest, dass auf einen kürzlichen Artikel des Wirtschaftsportals Business Insider, in dem behauptet wurde: „Es ist an der Zeit, allmählich über eine Rezession in den USA zu sprechen“, eine Woche später der Beitrag folgte: „Sechs Anzeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft nicht annähernd auf Rezessionskurs befindet“.

Von der Einschätzung einer bereits stattfindenden Rezession dahin überzugehen, dass eine solche nicht einmal in Sicht ist, ist schon eine ziemliche Positionsänderung. Was ist also los mit der US-Wirtschaft? Unserer Ansicht nach nicht viel.

Vor ein paar Jahrzehnten, als ich mit der Verwaltung von Hochzinsanleiheportfolios begann, herrschte an den Märkten das Mantra von 1,5%. Wenn sich das reale Wachstum in den USA auf dieses Niveau verlangsamte, gingen wir von einem schnellen Wertverfall unserer Investitionen aus, da die Ausfallraten exponentiell ansteigen würden.

Dasselbe Konzept, obgleich in einer intellektuell eleganteren Form, wurde auch von der US-Notenbank Fed erörtert (in einer Rede von Dennis Lockhart und in einem Informationsschreiben von Jeremy Nalewaik1 jeweils im Jahr 2011). Ebenso wie ein Flugzeug, das nach einem Geschwindigkeitsabriss irgendwann abstürzen wird, würde die US-Wirtschaft bei einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auf unter 2% ins Trudeln geraten.

Eine Konjunktur durchläuft Zyklen, und es ist der natürliche Lauf der Dinge, dass eine Wirtschaft hin und wieder in eine Rezession gerät. Allerdings trifft dies unserer Ansicht nach aktuell nicht auf die USA zu.

Wir konnten mehrfach bestimmte positive Faktoren beobachten (Konsum, Dienstleistungen, Kreditvergabe), die sich unterstützend auf die US-Wirtschaft auswirken. Allerdings gibt es insbesondere drei Punkte, die die Wirtschaft und die Ertragslage in den vergangenen zwölf Monaten belasteten. Diese waren der steigende Wert des US-Dollar (was zu Turbulenzen in Schwellenländern führte und Unternehmenserträge belastete), der Einbruch des Ölpreises sowie eine allgemeine Verschärfung der Finanzlage 

Diese Probleme scheinen zu schwinden und wir gehen daher in der ersten Jahreshälfte 2016 von einer besseren Wachstumsentwicklung sowie von einer Erholung des Gewinns je Aktie aus. Im Ergebnis handelt es sich eventuell lediglich um eine Rückkehr zum Mittelmaß, es dürfte aber ausreichen, um nicht unter die „Abrissgeschwindigkeit“ von 2% zu fallen.

Wahrscheinlich stimmen Wirtschafts- und Marktpessimisten aufgrund zweier großer Aspekte nicht mit uns überein.

Erstens stellen sie wahrscheinlich einen Einbruch im verarbeitenden Gewerbe sowie im internationalen Handel fest. In den vergangenen Jahrzehnten betrachteten wir die Weltwirtschaft hauptsächlich aus Sicht des internationalen Handels, des verarbeitenden Gewerbes und der Investitionen.  Doch der Charakter des Wirtschaftswachstums hat sich verändert und wir müssen unsere Betrachtungsweise ändern. Binnenwirtschaftliche Aktivitäten, Dienstleistungssektor und Konsum werden immer wichtiger. In all diesen Bereichen gibt es Wachstum und wahrscheinlich werden diese Segmente die Wirtschaft in den kommenden Quartalen anführen.

Zweitens dürften die Pessimisten zu bedenken geben, dass die Effekte der Geldpolitik mit Blick auf die quantitative Lockerung abnehmen und zukünftig keine Auswirkungen mehr haben werden. Es ist richtig, dass eine geldpolitische Lockerung nicht die einzige Antwort auf ein Wirtschaftswachstum sein kann, das niedriger ausfällt als erhofft. Sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht wird die Fiskalpolitik weiterhin eine Rolle spielen.

Positiv zu berichten ist, dass offenbar eine parteiübergreifende Vereinbarung über die US-Schuldenobergrenze getroffen wurde, die sich über die kommenden 18 Monate leicht expansiv und positiv auswirken dürfte.

Langfristig betrachtet braucht die Welt einen kreativen Finanzplan. Beispielsweise könnten multilaterale Organisationen wie die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die Europäische Investitionsbank, die Asiatische Entwicklungsbank und die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank günstiges Geld in Form umfassender, langfristiger Anleiheemissionen über beispielsweise 50 Jahre zu einem Zinssatz zwischen 1,5% und 3% aufnehmen. Die Erlöse könnten für schnelle Maßnahmen eingesetzt werden, die unmittelbar die Nachfrage ankurbeln und Vorteile für das Wachstum freisetzen würden. Wenn richtig strukturiert, würde der entstandene Nutzen von Wachstum und Besteuerung die Kreditkosten übertreffen.

In der Zwischenzeit wird uns die Geldpolitik am Rande auch weiterhin unterstützen. Die Europäische Zentralbank kommt offenbar zu Hilfe, die Bank of Japan ist zur Unterstützung der Wirtschaft bereit und die People’s Bank of China steht in den Startlöchern für eine Reihe von Zinssenkungen und Reduzierungen des Mindestreservesatzes. Solche Strategien helfen der Wirtschaft, der Unternehmensrentabilität und den Börsenkursen, zumindest für eine gewisse Zeit.

Seit der Krise vom 24. August erwies sich unsere Haltung zu den Märkten als richtig und wir betrachten das Glas weiterhin als halb voll.

In dem aktuellen Kampf zwischen den Bullen und den Bären gehen wir von einem allmählichen Übergang in eine Phase der höheren Volatilität aus, die die Standfestigkeit der Anleger herausfordern und einen sehr disziplinierten Investitionsansatz verlangen wird.

Wie sonst auch werden Ertragswachstum und Bewertungsniveau den Weg für die Märkte im Jahr 2016 bestimmen. Manche Aktienmärkte sind fair bewertet, andere bieten weiterhin ein attraktives Potenzial.

Werden wir eine Rezession sehen? Irgendwann in der Zukunft ganz sicher – aber nicht jetzt.

1Jeremy J. Nalewaik, Forecasting Recessions Using Stall Speeds, Finance and Economics Discussion Series, Divisions of Research & Statistics and Monetary Affairs, Federal Reserve Board, Washington, D.C.

Deutsche Wirtschaft: Wolken am Horizont?

Oliver Maslowski, Fondsmanager des JB German Value Stock Fund bei GAM, schätzt die Zahlen zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal als solide ein, sieht aber erhebliche Unsicherheiten für das Gesamtjahr und darüber hinaus.

Die Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland sollten im dritten Quartal keine größeren Überraschungen bergen. Diese Ansicht vertritt Oliver Maslowski, Fondsmanager des JB German Value Stock Fund bei GAM. Er erwartet ein auf das Jahr hochgerechnetes Wachstum von etwas über 2 Prozent. Allerdings mahnt er zur Vorsicht mit Bezug auf die Erwartungen für das vierte Quartal: „Die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen, dass wir das Gesamtwachstum von 2 Prozent für das Jahr 2015 durchaus verfehlen könnten. Die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen liegen deutlich unter einem Prozent und deuten damit auf ein schwaches zukünftiges Wachstum und niedrige Inflationsraten hin.“

Für die Eurozone ist Maslowski vorsichtig optimistisch: „Die jüngsten Daten zeigen, dass sich das Wachstum in Europa auf tiefem Niveau stabilisiert. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone war im Oktober stabil, ebenso wie der vielbeachtete Ifo-Index für Deutschland, der die Stimmung der Unternehmen widerspiegelt.“ Mit Blick auf die Europäische Zentralbank gibt er jedoch zu bedenken: „Diese durchaus soliden Zahlen, die darauf hindeuten, dass das Wachstum im vierten Quartal ähnlich hoch sein dürfte wie im dritten, reichen der EZB anscheinend noch nicht, denn sie betreibt weiter ihre sehr lockere Geldpolitik, auch bekannt als Quantitative Easing.“

Die Geldpolitik sowie das derzeitige Niedrigzinsumfeld begünstigen laut Maslowski Wachstumsaktien im Vergleich zu Substanzwerten. Diese Meinung spiegelt sich auch in seinem  Aktienfonds wider, den er derzeit defensiv positioniert. Insbesondere bei zyklischen Werten ist er untergewichtet, etwa bei Rohstoffen und Finanztiteln. Banken sind im Fonds überhaupt nicht vertreten. Dagegen ist er bei IT, Telekommunikation und Medienwerten übergewichtet. Maslowski erklärt: „Ich bevorzuge Mittelständler, vor allem die sogenannten Hidden Champions, die noch deutlich mehr Kurspotenzial haben als die Large Caps. Dazu zählen Freenet, Sixt, Zooplus und Takkt. Entsprechend habe ich die Großkonzerne wie Siemens, BASF, Allianz und SAP untergewichtet.“

Generell konzentriert sich Maslowski stärker auf unternehmensspezifische Zahlenveröffentlichungen als auf Konjunkturdaten. Er meint: „Trotz der insgesamt positiven Wirtschaftszahlen haben wir in den letzten Monaten stark divergierende Ergebnisse in den unterschiedlichen Branchen gesehen. Banken und Versicherungen sowie rohstoffnahe Branchen lieferten enttäuschende Quartalszahlen, während Technologie, Gesundheit und Telekommunikation gute Ergebnisse zeigten und die Erwartungen übertreffen konnten.“ Auch den VW-Skandal hat der Experte im Auge: „Dieser ist ein zusätzlicher Belastungsfaktor für das Gewinnwachstum des deutschen Gesamtmarktes. Der Gewinnbeitrag von VW am DAX lag letztes Jahr bei immerhin rund 10 Prozent.“

„Bewährte Märkte“ Teil 1: Aktien aus den USA und Europa schlagen den Rest der Welt

Die USA und Europa haben das weltweite Börsengeschehen in den vergangenen Jahrzehnten geprägt. Die Serie „Bewährte Märkte“ von Fidelity International beleuchtet die Fakten dieser Märkte im Detail.

Anleger, die ihr Geld in den vergangenen 25 Jahren in Aktien aus den USA oder Europa investiert haben, konnten sich über eine höhere Rendite bei weniger ausgeprägten Schwankungen freuen als Anleger in Asien und der Pazifikregion. US-Aktien (MSCI USA) erzielten von 1989 bis Ende 2014 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,7 Prozent. Europäische Aktien (MSCI Europa) brachten im gleichen Zeitraum einen jährlichen Durchschnittsertrag von 7,8 Prozent.
Anleger, die in Aktien der Pazifikregion (MSCI Pazifik – Japan, Australien, Hongkong, Singapur, Neuseeland) oder der asiatischen Schwellenländern (MSCI EM Asien) investierten, haben im gleichen Zeitraum dagegen deutlich niedrigere Renditen erzielt. Ein Investment über 25 Jahre erzielte in der Pazifikregion einen Durchschnittsertrag von nur 1,2 Prozent pro Jahr, in den asiatischen Schwellenländern 5,3 Prozent.

Bewährte Märkte sind schwankungsärmer

Und auch in einer zweiten wichtigen Statistik schneiden die Aktienmärkte in den USA und Europa besser ab als die Asien-Pazifik-Region: In den vergangenen 25 Jahren schlossen in den USA und in Europa 18 Jahre mit einem Gewinn an den Börsen ab, in sieben Jahren fielen dagegen Verluste an. In den Gewinnjahren wurden durchschnittlich Erträge von 22,6 bzw. 20,6 Prozent erzielt, in den Verlustjahren entstand eine negative Rendite von durchschnittlich -15,4 bzw. -17,1 Prozent.
Im pazifischen Raum und in den Schwellenländern Asiens wurden in den Gewinnjahren zwar höhere Renditen erzielt als in den USA und Europa, es gab jedoch auch weniger Gewinnjahre. Auffallend sind zudem die hohen Ertragseinbußen in den Verlustjahren des MSCI EM Asien (vgl. nachfolgende Tabelle).

Anzahl der Gewinn- und Verlustjahre mit ihrer durchschnittlichen Jahresrendite (1989-2014, in %)

Von 1989 bis Ende 2014 gab es zahlreiche Auf- und Abschwünge an allen Börsen der Welt. Die maximalen Jahresgewinne und -verluste zeigen, dass die Schwankungsbreite in den bewährten Märkten tendenziell geringer ausgeprägt ist (vgl. nachfolgende Tabelle).

Höchster Jahresgewinn / -verlust (1989-2014, in %)

Convertible Bonds: Ein FI-Vehikel mit Aktien-Exposure

Tarek Saber, Head of Convertible Bonds & Lead Portfolio Manager Convertible Bonds bei NN Investment Partners, London

Im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld wirft die Investition in „sichere“ Fixed-Income-Titel kaum mehr Renditen ab. Andererseits ist das Engagement an den Aktienmärkten aufgrund der hohen Marktvolatilität für viele Investoren zu risikoreich. Vor diesem Hintergrund bieten Wandelanleihen eine attraktive Alternative.

Wandelanleihen (Convertible Bonds) sind Unternehmensanleihen, die vom Inhaber in eine bestimmte Anzahl von Stammaktien des Emittenten umgetauscht werden können. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Kombination aus festverzinslichem Wert und Aktienoption. Dabei begrenzt die Anleihekomponente das Abwärtsrisiko, während die Option Kurssteigerungspotenzial bietet. Steigt der Kurs der Aktie, in Bezug auf die das Wandelrecht besteht, so profitiert der Inhaber der Wandelanleihe. Bei fallenden Märkten kommt es jedoch im Gegensatz zu Aktien nicht zu massiven Kurseinbrüchen: Der Wert der zugrundeliegenden Anleihe stellt eine Untergrenze dar, die vom Wandelanleihekurs nicht unterschritten werden kann. Durch diesen sogenannten Bondfloor bieten Wandelanleihen Schutz bei fallenden Aktienkursen: Der Anleger erhält immer noch die Rendite der reinen Anleihe. Zudem verläuft die Kursentwicklung bei Wandelanleihen nachweislich weniger volatil als bei Aktien. Durch ihre optionsähnlichen Eigenschaften steigt ihr Wert in Zeiten hoher Volatilität an den Aktienmärkten.

Ein gut gehütetes Geheimnis
Und dennoch werden Wandelanleihen von vielen Investoren ignoriert. In den letzten paar Jahren hat sich diese Anlageform zwar deutlich weiterentwickelt, doch unberechtigte Ängste und Missverständnisse bestehen immer noch. Die Sorge, dass es nicht genug Emissionen in diesem Bereich gibt, scheint unbegründet: Jedes Jahr kommen neue Wandelanleihen im Werte von rund 100 Milliarden US-Dollar auf den Markt, das entspricht der normalen Erneuerungsrate. Unsicherheit besteht auch im Hinblick auf die Allokation von Wandelanleihen: Fallen sie unter die Aktien- oder die Anleiheallokation? Tatsächlich sind Wandelanleihen als eine völlig separate Allokation zu sehen, die sozusagen als Bindeglied zwischen den beiden Anlageformen steht. Anleger sollten Wandelanleihen daher vor allem nach dem Beitrag, den sie zum Gesamtportfolio leisten können, gewichten. 

So können beispielsweise Investoren, deren Portfolios auf Fixed Income beschränkt sind, über Wandelanleihen ein gewisses Maß an Aktien-Exposure erzielen. Für Versicherungsgesellschaften und andere Investoren mit strikten Solvenzanforderungen sind Wandelanleihen insofern vorteilhaft, als dass für sie aufgrund ihrer unkorrelierten Erträge günstigere Regelungen nach den Solvency-II-Bestimmungen der EU gelten. Da der weltweite Wandelanleihemarkt in etwa ein Viertel der Größe des globalen High-Yield-Markts ausmacht (der im Übrigen in nahezu allen institutionellen Mandaten mit separater Allokation vertreten ist), spricht sehr viel für eine gesonderte Allokation in Wandelanleihen. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen ihre Anleiheemissionen auf Wandelanleihen beschränken. Würde man Convertibles gänzlich ausgrenzen, so würde man auch diese Unternehmen aus dem eigenen Investmentuniversum ausschließen. Umgekehrt eignen sich Wandelanleihen gut zur Diversifizierung.

Anlagephilosophie
Die Anlagephilosophie von NN Investment Partners beruht auf zwei Überzeugungen: Erstens bieten Wandelanleihen ein asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil – soll heißen: der Kurs der Wandelanleihe steigt bei sich ändernden Kursen der Aktien tendenziell stärker als er fällt – und werfen über den gesamten Konjunkturzyklus bei zugleich geringerer Volatilität aktienähnliche Erträge ab. Zweitens können wir diese Vorteile noch weiter verfeinern und so bessere Ergebnisse erzielen als die Assetklasse der Convertibles im Durchschnitt. Das geschieht, indem wir im Rahmen eines rigorosen vierstufigen Prozesses selektiv in Wandelanleihen investieren. Dabei fokussieren wir auf Titel, die Kapitalbeteiligung bieten. Weitere Kriterien sind Wertsicherung durch researchorientierte Titelauswahl, disziplinierte Portfoliostrukturierung und strenge Risikokontrolle.

Unser Investmentuniversum ist global ausgerichtet. Dabei besteht das Ziel unseres Anlageprozesses darin, unabhängig von Region oder Sektor die besten Anlagevehikel auszumachen, die von den für unsere Anlagethemen interessantesten Unternehmen ausgegeben werden. Indem wir uns an Themen anstatt Sektoren orientieren, nutzen wir dynamische statt feste Aktienklassifikationen. Dadurch entsteht ein klareres Bild, welche Faktoren die Unternehmensbewertungen künftig bestimmen werden. Unser Ziel ist es, ein Portfolio ausgewogener Wandelanleihen aufzubauen, das in puncto Adresse, Sektor und Themen gut diversifiziert ist. In einer idealen Welt würde die Wertentwicklung über den gesamten Zyklus von einer Vielfalt von Themen bestimmt. Zu den Themen, die in der Vergangenheit besonders erfolgreich waren, zählten Memory Chip Cycle, US Consumer Spending, Real Estate Exposure und Health Care Spending. Unsere fünf wichtigsten Themen sind momentan Cloud Computing, Corporate Rationalisation, Healthcare Spending, Bank Deleveraging und Electronic Components.

NN Investment Partners investiert nicht einfach in Wandelanleihen. Wir investieren vielmehr in Unternehmen, wobei wir Convertibles als Zugangsvehikel zu diesen Unternehmen nutzen. Das ist ein wichtiger Unterschied, der die Disziplin widerspiegelt, mit der unser Team an den gesamten Investmentprozess herangeht.
Im Ergebnis ergibt sich daraus ein konzentriertes Portfolio mit rund 30 Titeln.

The fixed income vehicle to equities

Tarek Saber, Head of Convertible Bonds & Lead Portfolio Manager Convertible Bonds at NN Investment Partners 

The current low-yielding investing world has created an environment in which the upside of “safe” fixed income investments has become limited, while market volatility is making equity markets allocations too risky for many investors. Against this landscape, convertible bonds offer an attractive alternative.

Convertible bonds are corporate bonds that may be exchanged by the holder for a fixed number of ordinary shares. They can be regarded as a combination of a fixed income instrument and a stock option, with the bond limiting downside risk and the option providing equity participation. Convertibles increase in value alongside equities in rising markets, while being protected from the inevitable sharp declines -- the value of the underlying bond provides a floor value and prevents the market price from falling with equities past a certain level. This bond-floor “parachute” makes convertibles a less painful way of participating in a company’s equity when things go wrong. Moreover, convertibles have proven that they can perform with a lower volatility than equities, and their option-like characteristics enhance their valuations in times of equity market volatility.

Well-kept secret
Still, convertibles have been overlooked by many investors. The asset class has developed significantly in the recent years but much misplaced fear and confusion persists. Concerns about a lack of convertible issuance appear unfounded; the market for convertibles is renewing itself at a normal rate of about USD100 billion a year. Another issue is whether convertible investments should be treated as an equity or fixed-income allocation. Convertibles should be seen as an entirely separate allocation that bridges the two classes, and investors might best view convertibles in terms of what contribution they can make to a portfolio as a whole.

For example, investors whose portfolios are limited to fixed income can use convertibles to gain equity exposure. For insurers and other investors with solvency constraints, convertibles’ uncorrelated returns has gained them favourable treatment under the European Union’s Solvency II rules. With the size of the global convertible market at about a quarter of that of the global high-yield market – which has a separate allocation in almost all institutional mandates – there is a strong case to be made for a dedicated convertibles allocation. Many companies limit their bond issues to convertibles. By excluding convertibles from their portfolios, bond investors in effect exclude these companies; conversely, convertibles can be seen as adding a dimension of diversification.

Investment philosophy
NN Investment Partners bases its investment philosophy on two convictions. One is that convertible bonds provide asymmetrical returns, as well as equity-like returns with lower volatility over the economic cycle. The second conviction is that we can enhance these benefits and outperform the convertible bond asset class. We do this by selectively investing in convertible bonds with a clear and rigorous four step process that involves investment in convertibles that offer equity participation, combined with research-driven credit selection for capital preservation, disciplined portfolio construction and strict risk control.

The scope of our investment universe is global, and the goal of our investment process is to single out the best investment vehicles issued by the most attractive companies related to our selected themes regardless of their region or sector.  By using themes rather than sectors, we make use of dynamic rather than fixed stock classifications that add clarity to what is driving companies valuations going forward. Our aim is to construct a portfolio of balanced convertible bonds that is well diversified from a name, sector and theme perspective. In an ideal world, performance over the cycle would come from a broad set of themes.  Themes that have worked particularly well in the past are Memory Chip Cycle, US Consumer Spending, Real Estate Exposure and Health Care Spending. Our five biggest themes are currently Cloud computing, Corporate Rationalisation, Healthcare spending, Bank Deleveraging and Electronic Components.

NN Investment Partners does not simply invest in convertible bonds. We invest in companies, using convertibles as the vehicle through which to access them. This distinction should serve to reflect the discipline that our team tries to bring to the investment process as a whole, a process that leads to a concentrated portfolio of around 30 holdings.

Asiens Blick auf die US-Geldpolitik

"Investoren sehen nur wenig Nutzen in den mit hoher Frequenz veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA. Die Devisenhändler dagegen blicken kaum auf etwas anderes."
Mark Tinker, Head of Framlington Equities Asia bei AXA Investment Managers

Statistiken zum Wirtschaftswachstum, Einkaufsmanagerindizes, Erstanmeldungen zur Arbeitslosigkeit, Daten zur Inflationsentwicklung: Die Akteure an den Finanzmärkten haben sich längst daran gewöhnt, dass ein stetiger Strom an Konjunkturdaten aus den USA sie in Atem hält. Entsprechend gering ist die Wertschätzung, die viele Anleger für die Datenflut hegen, hat Mark Tinker, Head of Framlington Equities Asia bei AXA Investment Managers festgestellt. "Investoren sehen nur wenig Nutzen in den mit hoher Frequenz veröffentlichten Konjunkturdaten", schreibt der Experte in einem Kommentar. Allerdings gebe es eine Gruppe von Akteuren am Markt, für die das ganz und gar nicht gelte: "Die Devisenhändler dagegen blicken kaum auf etwas anderes", so Tinker weiter. 

Dies habe sich auch anhand der jüngsten Veröffentlichung von Arbeitsmarktdaten in der vergangenen Woche wieder gezeigt. Der Statistik zufolge wurden im Oktober außerhalb der Landwirtschaft 217.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Zuwachs von 185.000 Stellen gerechnet. "Der Wechselkurs des US-Dollar ist in der Folge der Veröffentlichung prompt gestiegen", erklärt Tinker. "Die Händler an den Devisenmärkten kamen zu der Überzeugung, dass damit eine Zinserhöhung im Dezember noch wahrscheinlicher geworden ist und dass die Unterschiede zwischen der Geldpolitik in den USA und der in anderen wichtigen Währungsräumen zu einem Wiedererstarken des US-Dollar führt." So zeigten sich im Anschluss an die Veröffentlichung der Daten sowohl der Euro als auch das Britische Pfund und der Japanische Yen im Vergleich zum US-Dollar schwach. "Im Vergleich dazu hatten die Währungen der Schwellenländer eine etwas bessere Woche", so Tinker. "Aber wir sollten nicht die Tatsache aus den Augen verlieren, dass diese Länder in vielen Fällen sehr viel anfälliger für die negativen Folgen der Dollarstärke sind, weil sie hoch in US-Dollar verschuldet sind."

Der stark auf die USA fokussierte Blick selbst vieler asiatischer Marktteilnehmer habe sich darüber hinaus auch auf andere Weise gezeigt. So sei China dafür kritisiert worden, dass es gegenüber den Devisenmärkten nicht transparenter agiert habe. Zudem hätten offenbar viele die Notwendigkeit einer chinesischen Form des Quantitative Easing gesehen. "Meiner Ansicht nach muss man sich allerdings fragen, warum China sich darauf einlassen sollte", erläutert Tinker. "Welchem Zweck dient es, den gehebelten Händlern auf den Anleihe- und Devisenmärkten einen Gefallen zu tun? Möglicherweise hat die Wall Street sich so sehr daran gewöhnt, die Geldpolitik in den USA nach ihrem Gusto zu beeinflussen, dass viele Akteure gar nicht mehr verstehen können, warum es anderswo nicht auch funktionieren sollte. China liberalisiert seine Währung und reformiert seine Kapitalmärkte - aber auf seine eigene Art und mit seinem eigenen Zeitplan."

Bessere US-Konjunkturdaten ebnen Weg für Zinserhöhung im Dezember

Market update von Christophe Bernard, Vontobel-Chefstratege:

Nachdem die US-Notenbank Fed an ihrem September-Treffen die Zinssätze unverändert belassen hatte, gingen wir davon aus, dass eine Anhebung der Leitzinsen am Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) im Dezember angekündigt würde (siehe Market update: „Fed verschiebt Zinserhöhung – unveränderte Prognosen und Positionierung bei Vontobel“ vom 18. September). Tatsächlich deutete das FOMC, das für Leitzinsänderungen zuständige Fed-Gremium, im Oktober nahezu unmissverständlich an, dass es im Dezember die Zinsen zu erhöhen gedenke. Noch nie zuvor hat das FOMC eine mögliche Zinsanhebung quasi auf eine konkrete Sitzung hin bekannt gegeben. Der Dezember-Termin wurde auch von der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen in ihrer Berichterstattung an den US-Kongress im November genannt. Sie sagte, dass die Möglichkeit („live possibility“) der ersten Zinserhöhung nach langer Zeit gegeben sei.

Inzwischen haben etliche Wirtschaftsdaten aus den USA die Erwartungen übertroffen. Am wichtigsten dürften dabei die Arbeitsmarktdaten für Oktober gewesen sein: Nach zwei schwächeren Monaten sank die Arbeitslosenquote weiter auf 5 Prozent (siehe Grafik) und es wurden 271.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem stiegen die Stundenlöhne gegenüber Oktober 2014 um 2,5 Prozent, was der höchsten jährlichen Lohninflation seit Juli 2009 entsprach. Die jährliche Wachstumsrate des verfügbaren Realeinkommens sowie des realen Privatkonsums liegt mittlerweile seit zwölf Monaten über 3 Prozent und befeuert somit die Binnennachfrage. Der Automobilabsatz vermochte in den vergangenen beiden Monaten sogar mit einer jährlichen Wachstumsrate von 10 Prozent zuzulegen, was auf eine gute Konsumentenstimmung schließen lässt.

Die größte Sorge galt der schwachen Auslandsnachfrage (speziell in den Schwellenländern), die in Kombination mit einem starken US-Dollar das Wachstum im verarbeitenden Gewerbe bremsen würde. Tatsächlich verlangsamte sich das Produktionswachstum von 4,7 im Januar auf gerade noch 1,6 Prozent im September. Doch der Einkaufsmanagerindex verharrte über dem kritischen Schwellenwert von 50, derweil sich die Produktionszahlen sowie Subindizes für Neuaufträge wieder erholten. Die realen Exporte nahmen zu und erreichten im September die 4-Prozentmarke, nachdem sie in der Zeit von Mai bis August lediglich um 0,9 bis 2,3 Prozent zugenommen hatten.

Nach unserem Dafürhalten wird im Dezember ein erster Schritt des Fed folgen. Die Leitzinsen dürften im nächsten Jahr 2016 nur moderat ansteigen – denn die übrigen Arbeitsmarktindikatoren (abgesehen von der Arbeitslosenrate) deuten immer noch auf eine Arbeitsmarktschwäche hin. So beträgt die Beschäftigungsquote der wichtigsten Altersstufe (25 bis 54 Jahre; siehe Grafik) immer noch 2 Prozentpunkte weniger als vor der Krise – trotz einer Erholung um 2 Prozentpunkte seit dem Tiefpunkt während der Krise.

Grafik: Obwohl einige Indikatoren eine Arbeitsmarktschwäche andeuten, ist die Arbeitslosenrate derzeit sehr niedrig

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Bureau of Labor Statistics, Congressional Budget Office (CBO)

Reaktion der Märkte wie nach Lehrbuch
Angesichts der starken US-Konjunkturdaten und der beinahe gewissen Zinserhöhung im Dezember 2015 reagierten die Märkte wie nach Lehrbuch: generelle Aufwertung des US-Dollar, Anstieg der Renditenkurven von US-Staatsanleihen, Goldpreisschwäche, Outperformance der Aktienmärkte in der Eurozone und in Japan gegenüber US-Aktien sowie global von Finanz- gegenüber defensiven Werten. Die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe ist bisher nicht auf die US-Wirtschaft übergeschwappt. Die Divergenz zwischen der prosperierenden Binnenwirtschaft der USA und der globalen Handelsschwäche dürfte das Fed vor eine Herausforderung stellen, was das Ausmaß der Straffung betrifft. Der US-Dollar bleibt eine Schlüsselvariable in der globalen Anpassungsgleichung, wobei ein anhaltender Aufwärtsdruck das wahrscheinlichste Szenario sein dürfte. Ein starker „Greenback“ wiederum wird das Fed daran hindern, die Zügel zu straff anzuziehen, damit das verarbeitende Gewerbe und Exportindustrie keinen Schaden nimmt. Außerdem könnte die Dollarstärke zu weiteren Abflüssen aus den Schwellenländern führen, was möglicherweise ernsthafte Auswirkungen auf fragile Anleihenemittenten hätte. Umgekehrt dient eine robuste US-Wirtschaft als Katalysator für globales Wachstum, der Europa und Japan auf ihrem Weg zur ökonomischen Erholung unterstützt.

Verkannte Anlagechancen im Energiesektor

Ein realistischer Blick auf das Wachstum

Mit Blick auf den Ölsektor ist der Pessimismus so weit verbreitet, dass der Markt faktisch ein Nullwachstum für den Ölpreis und keine Verbesserungen der Erträge einpreist, die die Ölindustrie in Zukunft generieren kann.1 Die Untergewichtung im Rohstoffsegment in der Allokation von Vermögensverwaltern befindet sich fast auf einem Spitzenniveau, während sich die Short-Positionen von physischen Rohstoffspekulanten auf einem Allzeithoch bewegen.2

Wir sind der Ansicht, dass diese düstere Einschätzung übermäßig pessimistisch ist, und dass viele Marktteilnehmer die mitunter größte potenzielle Chance im Rohstoffaktiensegment der heutigen Zeit übersehen könnten.

Tatsächlich sind viele Unternehmen bereits aktiv geworden. Sie senken Kosten, verschieben kostenintensive Kapitalprojekte, rationalisieren Bestandswerte und konsolidieren. Die Akquisition der BG Group durch Shell ist ein erwähnenswertes Beispiel. Die Transaktion, die noch nicht vollständig abgeschlossen ist, wird zur Realisierung von Kostensynergien beitragen und Shell, mithilfe der Vermögensgegenstände von BG in Brasilien, zu einer effizienteren Produktionsbasis verhelfen.

Kosten senken, Angebot verringern

Manche Ölgiganten haben strengere Ertragskriterien eingeführt. Eine erhebliche Anzahl an Projekten mit prognostizierten Renditen von weniger als 15% zu einem Preis von 70 USD pro Barrel wurden ohnehin bereits zurückgestellt.3 Unseren Analysen zufolge dürften sich daraus zwei bedeutende Konsequenzen ergeben. Erstens zeigt es, dass die Erträge nicht auf den niedrigen Niveaus bleiben werden. Wenn Unternehmen unattraktive Projekte einstellen und Kosten senken, wird die Profitabilität unter sonst gleichen Umständen unweigerlich steigen, sogar bei dem aktuellen Preis von 46 USD pro Barrel für Brent-Rohöl.4

Zweitens wird die Produktionsprognose der Unternehmen für Öl zurückgehen. Unseren Schätzungen zufolge wird die zukünftige globale Produktion über die kommenden 24 bis 36 Monate um 5,5 Mio. bis 6,0 Mio. Barrel pro Tag sinken. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Ölproduktion auf natürliche Weise zurückgeht, wenn die Ausgaben gestoppt werden.

Außerdem sollte man auch die Auswirkungen der Anpassung im US-Festlandsektor berücksichtigen. Die Anzahl der aktiven Förderanlagen ist alleine in diesem Jahr um mehr als die Hälfte auf aktuell 578 zurückgegangen.5 Daher erwarten wir für 2016 einen jährlichen Rückgang der US-Festlandproduktion von möglicherweise 500.000 Barrel pro Tag. Das markiert einen deutlichen Wandel für eine Ölquelle, die in den letzten Jahren den Preistrend maßgeblich beeinflusst hat. Der Ölpreis würde davon eindeutig profitieren.

Der wahre Wendepunkt wird unserer Meinung nach jedoch eintreten, wenn mehr Produzenten die Notwendigkeit von Investitionskürzungen erkennen. Einige Unternehmen haben die Dauer des Ölpreisrückgangs falsch eingeschätzt und ihre Investitionsausgaben beibehalten, um die Fördermenge sogar während des absoluten Tiefstands des Ölpreises aufrechtzuerhalten.

Da nun nach und nach die Ergebnisse eines schwierigen dritten Quartals veröffentlicht werden und die Planung für 2016 im Dezember beginnt, werden diese Unternehmen in den kommenden Monaten unseres Erachtens ihre Ausgaben kürzen und die Ölproduktion für nächstes Jahr zurückfahren.

Internationale Dimensionen

Abgesehen von den Unternehmen hängt die Anpassung des Ölangebots auch von den Maßnahmen der großen OPEC-Produzenten  ab, vor allem von Saudi-Arabien (OPEC ist die Organisation erdölexportierender Länder). 2015 hat Saudi-Arabien die Produktion erhöht und den Markt überflutet, um die Preise zu drücken und neue Wettbewerber, die nicht der OPEC angehören, vom Markt zu drängen. Das Einführen einer größeren Angebotsdisziplin innerhalb der OPEC selbst könnte ein weiteres Hauptziel sein.

Andererseits gehen wir nicht davon aus, dass die Saudis an einer langen Phase mit niedrigen Ölpreisen interessiert sind. Irgendwann sollte sich das Angebotsniveau schrittweise und systematisch normalisieren. Ein solches Szenario würde unserer Meinung nach eine mögliche Gefahr für das Angebot durch iranisches Öl eindämmen. Der iranische Ölminister verkündete bei Aufhebung der Sanktionen eine Ankurbelung der Fördermenge um 1 Mio. Barrel pro Tag. Das ist unserer Ansicht nach nicht genug, um den erwarteten Produktionsrückgang auszugleichen, insbesondere wenn sich die saudische Fördermenge normalisiert.

Strategie

Als Aktienanleger stehen bei uns die Unternehmen im Mittelpunkt. Wir investieren in diejenigen Unternehmen, die gemäß unserer fundamentalen Bottom-up-Analysen am besten positioniert sind, um langfristig attraktive Renditen zu erzielen. Aktuell machen wir viele solcher Anlagechancen am globalen Markt für Rohstoffaktien ausfindig. 

Innerhalb des Energiesektors bevorzugen wir führende Unternehmen, die die notwendigen Schritte einleiten, um ihr Geschäft zu restrukturieren, ihre Kosten zu senken und ihr Gewinnpotenzial zu erhöhen. Ein Beispiel ist Chevron. Dieses Unternehmen, dessen Gewinne im dritten Quartal höher als erwartet ausfielen, hat seine Investitionsaufwendungen für nächstes Jahr im Vergleich zu den geplanten Ausgaben im Jahr 2015 um fast 25% gekürzt.

Shell ist ebenfalls ein geeignetes Beispiel. Nachdem wir zuvor nicht investiert waren, haben wir nun eine Position aufgebaut. Shell unternimmt Schritte, die den langfristigen Ausblick verbessern, z.B. die Übernahme der BG Group und die Streichung einiger kostenintensiven Projekte wie das Ölsandprojekt Carmon Creek in Westkanada. Diese Restrukturierung senkt die Kosten und erhöht gleichzeitig die Chancen für künftiges Wachstum.

Unsere Positionen in Chevron, Shell und BG Group sind sehr umfangreich und machen zusammengenommen 15,6% unseres Portfolios aus. Unser Engagement im Energiesektor insgesamt ist von seinem Tiefpunkt von 35% Ende Februar auf 54% Ende Oktober gestiegen.6

Zusammenfassend sind wir der Meinung, dass der Markt die Aussichten für den Energiesektor zu pessimistisch beurteilt, während wir zunehmend optimistisch gestimmt sind. Wir sehen künftig Aufwärtspotenzial bei den Bewertungen und gehen davon aus, dass die Ölproduzenten, in die wir investiert haben, für eine positive Gewinnüberraschung sorgen werden.

Quelle: HOLT,  BoAML Fund Manager Survey, US Commodity Futures Trading Commission, Barings, September 2015
2 Quelle: US Commodity Futures Trading Commission, NYMEX, BoAML, September 2015
3 Quelle: Citi, Barings, September 2015
4 Quelle: Thomson Reuters Datastream, 3. November 2015
5 Quelle: Baker Hughes, Freitag, 30. Oktober 2015
Quelle: Stand Samstag, 31. Oktober 2015.

Rohstoffe zurück auf der Agenda

Rohstoffe
Zuflüsse in Rohstoffkörbe stiegen auf ein 16-Monatshoch. Nachdem Rohstoffe in den vergangenen Jahren als Anlageklasse vernachlässigt wurden, feiern sie nun ihr Comeback in Anlegerportfolios. So erfuhren vergangene Woche die breiten Rohstoffkörbe vermehrte Mittelzuflüsse; ETFS Longer Dated All Commodities GO UCITS ETF (COMF) mit 26,2 Mio. USD, ETFS EUR Daily Hedged All Commodities DJUBS EDSM (EALL) mit 8,6 Mio. USD und ETFS Ex Agriculture and Livestock (XFRM) mit 5,7 Mio. USD. Damit verbuchten diversifizierte Rohstoffkörbe ihre höchsten Mittelzuflüsse seit Juli 2014. Im Gegensatz zu Einzelrohstoffen sind Rohstoffkörbe bei Investoren mit einem langen bis mittelfristigen, bullischen Anlagehorizont für den gesamten Rohstoffsektor beliebt. Für neuen Optimismus im Rohstoffsektor sorgen Kürzungen der Investitionskürzungen in den Bereichen Bergbau, Bohrungen und Verhüttung von Eisen, was zu einem eingeschränkten Angebot führen könnte und Preise damit positiv unterstützt. Obwohl der ISM-Einkaufsmanagerindex (EMI) in Entwicklungsländern eher einen gedämpften Eindruck hinterlässt, zeigt sich dieser in den Industrieländern zunehmend robust. Die EMI Lesungen vergangene Woche in Deutschland, den USA, im Euroraum und sogar der chinesische Caixin PMI übertrafen allesamt ihre Erwartungen, was überraschend für neues Aufwärtspotenzial in der Rohstoffnachfrage sorgt. Ein starker Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag aus den USA unterstreicht ein ausreichendes Wachstumsumfeld für eine Zinserhöhung. Diese wichtige Voraussetzung könnte die Abwärtsrisiken für Rohstoffe durch steigende Zinsen begrenzen.

Mittelzuflüsse in Gold stiegen auf ein 11-Wochenhoch. Investoren erhöhen weiter ihre Allokation in das Edelmetall, sodass Gold bereits die siebte Woche in Folge Mittelzuflüsse verbuchte. Der Goldpreis fiel vergangene Woche um 4,7 Prozent und die Aussichten für ein ansteigendes Realzinsumfeld legten zu, was in der Regel potentielle Gewinne in Gold deckeln. Dennoch stiegen die Mittelzuflüsse in Gold um 82,6 Mio. USD., was uns zu der Annahme veranlasst, dass Gold ein Comeback als Portfolio- und Währungssicherung wieder erobert. Gold hat als defensive Anlage in Zeiten eines konjunkturellen Aufschwungs oft schlechter abgeschnitten, erweist sich aber als ideale Beimischung während negativer Marktentwicklungen. Der Zeitpunkt der jüngsten Mittelzuflüsse deutet darauf hin, dass sich einige Anleger über die wirtschaftlichen Aussichten sorgen und weitere potentielle geldpolitische Impulse erwarten.

Mittelzuflüsse in ETFS Daily Short Copper (SCOP) erreichen nach weiteren 8,7 Mio. USD ein neues 2-Jahreshoch. Die Sorgen in wie weit Chinas Wirtschaftsaussichten robust sind halten an und drehen das Stimmungsbarometer für Industriemetalle ins Negative. Die Aussichten sind polarisiert, denn auch Long Kupfer-ETPs verbuchten erstmals seit drei Wochen wieder Mittelzuflüsse in Höhe von 5 Mio. USD.

Aktien
Ein positiver US-Arbeitsmarktbericht stärkt das Vertrauen in der größten Volkswirtschaft der Welt. Der am Freitag veröffentlichte und positive überraschende US-Arbeitsmarktbericht hat die allgemeine Tendenz der globalen Indizes nicht ändern können. Diese handelten vergangene Woche Großteils schwächer und waren durch geringe Volumina gekennzeichnet. Die monatlichen Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft übertrafen die Erwartungen mit 271.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen im Oktober. Die Arbeitslosenquote sank auf 5 Prozent und hat sich damit von ihrem Höchststand im Jahr 2009 halbiert, was der Fed für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr entgegen kommt. Eine rückläufige Nachfrage in der Eurozone führte zu einem unerwarteten Rückgang von 1,1 Prozent in der deutschen Industrieproduktion, sowie einem Einbruch der Industrieaufträge um 1,7 Prozent, was die Europäische Zentralbank zu weiteren Lockerungen der Geldpolitik verleiten könnte. Inzwischen stieg der Einkaufsmanagerindex (PMI) in der Eurozone auf 53,9 im Oktober und deutet somit auf eine mögliche Erholung hin.

Währungen
Starker US-Arbeitsmarktbericht beflügelt USD und erhöht die Perspektiven für eine Zinserhöhung in 2015. Zins-Futures preisten die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember auf 70 Prozent ein, nachdem der ausgezeichnete US-Arbeitsmarktbericht FED Präsidentin Janet Yellen’s Aussage für einen Zinsanstieg im Dezember mit "tatsächlich möglich" unterstützte. Mit weniger als einem Monat bis zur Zinsentscheidung in den USA erhöhte sich die  Wahrscheinlichkeit der geldpolitischen Divergenzen zwischen den USA, China, Europa und Japan, die weiterhin eine lockere Geldmarktpolitik verfolgen dürften. Ein taubenhafter Kommentar von Gouverneur Mark Carney von der Bank of England überraschte Anleger und drückte das britische Pfund tiefer. Das Sitzungsprotokoll vom Oktober der Bank of Japan ist optimistisch für die eigene Binnenwirtschaft, während Bedenken über China und den Schwellenländern weiterhin für Unsicherheiten sorgen. Die Europäische Zentralbank äußerte sich inzwischen zu weiteren möglichen geldpolitischen Lockerungen, sofern das wirtschaftliche Umfeld bis zu deren Dezembersitzung weiterhin schwach bleibt.

GSAM - Globaler Fixed Income Kommentar: In der Warteschleife

von Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.

Ungeachtet der jüngsten Entwicklungen halten wir an unserem positiven Ausblick für die Weltwirtschaft fest, sehen jedoch mittlerweile weniger Anlass für Optimismus. So bremst die Abkühlung in den Schwellenmärkten die globale Wirtschaft und in den USA sowie Europa lässt die Wachstumsdynamik nach. Japan hat mit stärkerem Gegenwind zu kämpfen und in China ist weiterhin mit volatilen Märkten zu rechnen. Schließlich ist an den Rohstoffmärkten noch immer kein Ende des Preisverfalls in Sicht, wodurch die Vorteile niedrigerer Ölkurse allmählich schwinden.

USA – Keine Eile mit der Zinswende

Die US-Wirtschaft ist hin und her gerissen zwischen einer starken Binnenkonjunktur einerseits und einem schwächelnden globalen Wachstum andererseits. Eine Zinserhöhung im Dezember halten wir deshalb für keine ausgemachte Sache. Vielmehr sieht es zunehmend danach aus, dass die geldpolitische Wende noch weiter verschoben wird. Zu den wirtschaftlichen Stärken der USA zählen derzeit die verbesserten Arbeitsmarktdaten, die positive Lage am Häusermarkt und die gestiegenen Einzelhandelsumsätze. Die Abwärtsrisiken aufgrund angespannter Finanzbedingungen und einer schwachen globalen Nachfrage sind jedoch gestiegen, außerdem gefährden Produktionskürzungen im Energiesektor Investitionen in diesem Bereich. 

Die Dollar-Rallye dürfte kurzfristig an Schwung verloren haben, sofern die geldpolitische Lockerung außerhalb der USA nicht noch aggressiver betrieben wird. Wir gewichten den Dollar gegenüber ausgewählten G10- und Schwellenländerwährungen daher leicht über.

China – Wachstum im internationalen Visier

China durchläuft derzeit einen Wandel von einem industriegeprägten hin zu einem dienstleistungsorientierten Wirtschaftsmodell. Hierin sehen wir die Gründe, weshalb das Wirtschaftswachstum dort unter die selbst gestellte Zielmarke von 7 Prozent gesunken ist. Unsere Wachstumsprognose lautet hier 6,7 Prozent für dieses Jahr und 6,3 Prozent für 2016. Seitens der People's Bank of China rechnen wir mit weiteren gezielten Stimuli, da die Finanzbedingungen angespannt bleiben und die jüngsten Interventionen gerade einmal die Kapitalabflüsse abdecken.

Wir sind short in einem Bündel asiatischer Währungen mit koreanischem Won, Singapur-Dollar, taiwanischem Dollar und chinesischem Renminbi, die wir durch eine langwierige Wachstumsflaute in China unter Druck geraten sehen.

Eurozone – Die Grenzen des unendlichen Quantitative Easing

Die Wachstumsdynamik in der Eurozone ist abgeebbt und die größte politische Herausforderung geht nicht mehr von einem drohenden Grexit, sondern der gewaltigen Flüchtlingskrise aus. An der geldpolitischen Front ist damit zu rechnen, dass die Europäische Zentralbank Anfang 2016 ihre quantitative Lockerung ausweiten wird. Unsere Wachstumsprognose für die Eurozone liegt für dieses Jahr kaum verändert bei 1,4 Prozent und bei 1,2 Prozent für 2016. Als Wachstumshemnisse betrachten wir die niedrigen Energiepreise, die schwache Preisentwicklung im Dienstleistungssektor, die aufgestaute Deflation bei Warenpreisen und die ungünstige demografische Entwicklung.

Unsere Haltung gegenüber dem Euro ist kurzfristig neutral, da wir aufgrund des Leistungsbilanzüberschusses der Eurozone das Potenzial für weitere deutliche Kursrückgänge als begrenzt erachten.

Japan – Aufstockung der Stimulationsprogramme

Japan ist mit einem möglichen Rückfall in die Rezession konfrontiert, sodass wir in den nächsten sechs Monaten mit einer erneuten quantitativen Lockerung seitens der Bank of Japan rechnen. Wir befürchten, dass die neue Geldschwemme zu einer höheren Volatilität bei japanischen Anleihen führen könnte, und sind daher moderat untergewichtet. Unsere Prognose für das Wachstum in Japan 2015 und 2016 haben wir auf 0,5 Prozent bzw. 1,1 Prozent gesenkt. 

Wir sind im Yen gegenüber dem US-Dollar leicht untergewichtet und halten eine kleine Short-Position in japanischen Zinspapieren.

Großbritannien – Im Windschatten der Fed

Nach unserer Einschätzung wird die britische Wirtschaft 2016 um 3 Prozent wachsen. Die Bank of England könnte daher Anfang 2016 einen ersten Zinsschritt wagen, wobei wir es für unwahrscheinlich halten, dass sie der US-Notenbank zuvorkommt. In diesem Umfeld dürften sich europäische Zinsen allerdings besser entwickeln als der britische Markt. 

Schwellenmärkte – Straffung der US-Geldpolitik als Chance

Die Assets von Schwellenländern haben dem Druck des allgemeinen Rohstoffpreisverfalls nachgegeben, doch sehen wir in einigen Sektoren durchaus Anlagegelegenheiten. Viele Anleihen- und Währungsmärkte in diesen Ländern weisen attraktive Charttechniken sowie Bewertungen auf. Indien kommt beispielsweise langsam mit dringend benötigten Reformen voran, die auf eine Öffnung des Landes für ausländische Investitionen abzielen und Mexiko hat sich bereits zur Liberalisierung seines Energiesektors verpflichtet. 

Bei brasilianischen Anleihen sehen wir Wertpotenzial, sowohl im Nominal- als auch im Realzinsbereich. Wir unterhalten Long-Positionen im chilenischen Peso, kolumbianischen Peso und russischen Rubel – alles rohstoffgetriebene Währungen, die unserer Meinung nach Aufwertungspotenzial gegenüber dem israelischen Schekel haben.


Den vollständigen Ausblick auf Englisch finden Sie links.

„Quartalszahlen zeichnen oft ein falsches Bild vom wirklichen Wert eines Unternehmens“

Gewinn pro Aktie, Berichtssaison, Gewinnmeldungen, Gewinnprognosen, Analystenerwartungen, Konsenserwartungen und unter der Hand abgegebene Einschätzungen, die sogenannten „Whisper Numbers“, sind Unternehmen ebenso vertraut wie den Anlegern. Jedes Quartal präsentieren die meisten börsennotierten Unternehmen ihren Aktionären und der allgemeinen Öffentlichkeit ihre Ergebnisse. Ob diese im Vorjahresvergleich gut oder schlecht ausfallen, hat meist – wenn auch nur kurzfristig – enormen Einfluss auf die Kursentwicklung. Wie viel Aufmerksamkeit langfristig orientierte Anleger diesen Quartalszahlen tatsächlich schenken sollten, erläutert David Moss, Fondsmanager von BMO Global Asset Management, im Interview.

Herr Moss, die Q3-Berichtssaison hat begonnen – wie berücksichtigen Sie diese Zahlen in Ihrer Anlagestrategie?
David Moss: Quartalszahlen beachte ich nicht besonders. Ich halte diese Informationen für ziemlich sinnlos. Und für häufig irreführend, denn allzu oft zeichnen sie ein falsches Bild vom wirklichen Wert und der wahren Qualität eines Unternehmens. Die Veröffentlichung dieser Quartalszahlen beeinflusst auch schnell das Anlegerverhalten, sodass die Kurse in der Regel kurzfristig schwanken.

Dem können Sie sich aber doch nicht entziehen?
Moss: Unser Prozess stellt die detaillierte Analyse der einzelnen Unternehmen in den Vordergrund und ist so gestaltet, dass wir emotionale Komponenten möglichst ausschalten. Denn letztendlich sind es ja nicht die Daten, die die Kursbewegungen verursachen, sondern die Hoffnungen und Ängste der Anleger.

Wie informieren Sie sich denn über den wahren Wert der Unternehmen, die Sie kaufen?
Moss: Wir haben Zugang zu sehr guten Quellen für Finanzmarkt- bzw. Unternehmensdaten. Wir verwenden relativ wenig Zeit und Energie darauf, uns Sorgen über Quartalszahlen oder eben auch die täglichen Kursfluktuationen zu machen. Als langfristige Anleger konzentrieren wir uns lieber auf das Unternehmen und seine Bilanz, seine operativen Margen und seinen freien Cashflow. Die Quartalsergebnisse ändern nichts an unseren unternehmensspezifischen Anlageargumenten. Unsere Anlagephilosophie beruht auf drei Säulen: analysieren, verstehen und investieren. 

Welche Fragen stehen bei Ihrem Investmentprozess im Vordergrund?
Moss: Als langfristige Anleger verwenden wir den Großteil unserer Zeit auf die Beantwortung qualitativer Fragen, damit wir ein Unternehmen, sein Geschäftsmodell und seine Branche im Detail verstehen. Wir arbeiten mit einem fundamentalen Bottom-up-Prozess, denn getreu unserer Philosophie investieren wir in qualitativ hochwertige Unternehmen. Unser Ziel sind Unternehmen mit in Zukunft nachhaltig hohen Kapitalerträgen und soliden Bilanzen auf Grundlage stabiler Cashflows. Diese Unternehmen sollen von erfahrenen Management-Teams geleitet werden, die dieselben Interessen verfolgen wie die Aktionäre. Und sie müssen über ein „stabiles Fundament“ oder Wettbewerbsvorteile verfügen, die für nachhaltig hohe Erträge sorgen.

Aktuelle Meldungen – wie etwa die zum VW-Skandal – spielen für Sie wirklich keine Rolle?
Moss: Die analytische Vorgehensweise ist für uns sehr viel wichtiger als die ständigen Meldungen, ob ein Unternehmen die Konsenserwartungen übertroffen hat. Wir sind davon überzeugt, dass die Rentabilität von Unternehmen generell nur über einen kompletten Geschäftszyklus oder sogar einen noch längeren Zeitraum beurteilt werden kann, sicher aber nicht auf Sicht von drei Monaten. Die Investoren haben schnell reagiert und Volksagen nach dem Bekanntwerden des Skandals und dem düsteren Quartalsbericht abgestraft. Der deutsche Autobauer war allerdings auch vor dem Schuldeingeständnis nicht Teil unseres Portfolios – aufgrund langfristiger Erwägungen und der Tatsache, dass das Unternehmen unsere Qualitätskriterien nicht erfüllt hat.

Können Sie Quartalszahlen wirklich nichts abgewinnen?
Moss: Wir überlassen es den opportunistischen, kurzsichtigen „Händlern“, sich den Kopf über die Quartalszahlen zu zerbrechen. Wie bereits Warren Buffet einst sagte: „Wir sind schon seit langem davon überzeugt, dass Kursgurus nur für eines gut sind: den Ruf der Wahrsagerzunft zu verbessern.“

Über BMO Global Asset Management
BMO Global Asset Management ist ein globaler Investmentmanager, der Kunden auf fünf Kontinenten über 24 Niederlassungen in 14 Ländern einen herausragenden Service bietet. Einschließlich der in Portfolios mit und ohne Verwaltungsmandat betreuten Anlagen verwaltete BMO Global Asset Management per 30. April 2015 ein Vermögen von über 254 Milliarden USD. 
Die Organisation stützt sich auf vier multidisziplinäre Teams an den Firmensitzen in Toronto, Chicago/Milwaukee, London und Hongkong. Diese werden durch ein Netzwerk von Boutique-Managern von Weltformat an strategischen Standorten in aller Welt ergänzt. Hierzu zählen unter anderem die künftige BMO Real Estate Partners, F&C Investments, LGM Investments, Monegy, Inc., Pyrford International Ltd. und Taplin, Canida & Habacht, LLC. Mit Aktivitäten in ganz Nordamerika und Europa sowie in Abu Dhabi, Mumbai, Peking, Schanghai, Hongkong, Melbourne und Sydney wurde BMO Global Asset Management von Pension & Investments als einer der 100 größten Vermögensverwalter der Welt anerkannt. Diese Beurteilung stützt sich auf das insgesamt verwaltete Vermögen per 31. Dezember 2014. Das Unternehmen ist Unterzeichner der von den Vereinten Nationen unterstützten Initiative Principles for Responsible Investment (UNPRI, Grundsätze für verantwortungsbewusste Investments).
BMO Global Asset Management ist ein Teil der BMO Financial Group (NYSE: BMO), einer breit diversifizierten Finanzdienstleistungsorganisation mit einer Bilanzsumme von 633 Milliarden Kanadischen Dollar per 30. April 2015 und über 47.000 Mitarbeitern.

Gesundheitssektor nach Korrektur wieder attraktiv bewertet

Die zurückliegenden Monate waren herausfordernd für Investoren mit Pharmatiteln im Portfolio: Sorgen um Chinas Wirtschaft und die Zinspolitik der Fed lösten im Juli eine Korrektur aus, die angesichts ohnehin vorhandener Sorgen der Investoren über eine zu hohe Bewertung des Sektors kräftig ausfiel. Die Kurse sanken in der Spitze um 16 Prozent, im Subsektor Biotechnologie sogar um 23 Prozent. Anschließend versetzte eine Diskussion um die stärkere Regulierung von Arzneimittelpreisen in den USA die Branche in Aufruhr, befeuert durch die Ankündigung von Hillary Clinton, den übertrieben starken Preiserhöhungen durch Konzerne ein Ende bereiten zu wollen. In der Folge drehten die Kurse von Pharma-Aktien nochmals weiter ins Minus. 

Reaktion von Anlegern auf jüngste Diskussionen übertrieben

Anleger sollten sich von den jüngsten Diskussionen nicht beirren lassen, argumentiert Christophe Eggmann, der bei GAM den JB Health Innovation Fund verwaltet: „Wir halten die Reaktion des Marktes auf die Nachrichten für übertrieben, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der von den Republikanern dominierte Kongress die Branche in Bezug auf die Preissetzung stärker reguliert, erscheint uns niedrig.“ Zudem sei keiner der bisher diskutierten Vorschläge neu. Sämtliche Ideen seien in der Vergangenheit bereits einmal gescheitert, selbst als der Kongress von Demokraten dominiert war. „Initiativen wie die Einrichtung einer vom Staat kontrollierten Krankenversicherung, die direkt mit den Pharmaunternehmen verhandelt, hatten nie eine echte Chance auf Umsetzung“, so Eggmann. Ernste langfristige Konsequenzen für die Branche fürchtet der Experte daher nicht: „Dank ihres freien Gesundheitsmarktes ziehen die USA viele Talente und auch Venture-Kapital im Healthcare-Sektor an. Das macht sie auch weiterhin zum führenden Wirtschaftsraum auf diesem Gebiet." 

Exzellente Gewinne im dritten Quartal, volle Kassen für Übernahmen

Auch der jüngste Skandal um mögliche Manipulationen der Distributionskanäle des kanadischen Pharmakonzerns Valeant kann Eggmanns Optimismus für die Branche nicht wesentlich trüben. Schließlich gebe es genügend attraktive Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell in der Branche. So seien die Gewinne für viele Pharmariesen wie zum Beispiel Pfizer im dritten Quartal exzellent ausgefallen. Das helfe, den Glauben an die Branche wiederherzustellen. Die Entwicklung  der großen Biotech-Konzerne sieht ähnlich positiv aus, beispielsweise lagen die Gewinne von Biogen und Gilead im dritten Quartal über den Erwartungen des Marktes.

Innovation als Haupttreiber für weiteres Wachstum

Darüber hinaus könnten vielversprechende neue Medikamente dem Sektor Auftrieb verleihen. „In den nächsten zwölf Monaten wird der Sektor weiter in hohem Tempo Innovationen liefern“, prognostiziert Eggmann. „Revolutionäre Produkte in der Gentherapie könnten für einen Paradigmenwechsel in der Behandlung bestimmter Erkrankungen sorgen.“ Hinzu komme, dass große Konzerne wie Gilead Sciences und Pfizer üppig mit Barmitteln ausgestattet seien, was die Wahrscheinlichkeit für Fusionen und Übernahmen in der Branche erhöhe. „Welche Dynamik sich daraus entwickeln kann, hat Pfizer in der vergangenen Woche mit der Ankündigung, den Konkurrenten Allergan erwerben zu wollen, bereits bewiesen“, so Eggmann.

Günstiger Einstiegszeitpunkt – trotz absehbar höherer Volatilität am Markt

Zwar könnte im Zuge des Präsidentschaftswahlkampfes die Volatilität von Pharma-Titeln in den kommenden zwölf Monaten wegen möglicher weiterer Diskussionen über die Regulierung von Medikamentenpreisen überdurchschnittlich hoch bleiben. Eggmann sieht dennoch einen günstigen Zeitpunkt für den Einstieg gekommen. Der Gesundheitssektor werde derzeit zum 18-Fachen der für 2016 erwarteten Gewinne gehandelt. Das sei lediglich ein bescheidener Aufschlag im Vergleich zum Gesamtmarkt. „Wir halten diese Bewertung für sehr günstig, wenn man bedenkt, dass die Umsätze im Gesundheitssektor doppelt so stark gewachsen sind wie jene des Gesamtmarktes und dass die Fundamentaldaten weiterhin sehr solide sind“, so Eggmann. „Die kürzeren Entwicklungs- und Bewilligungsphasen, die weltweiten demografischen Trends, die steigenden Vermögen in den Schwellenländern und nicht zuletzt Obamacare beeinflussen das Wachstum des Sektors langfristig positiv.“ Er empfiehlt daher, selektiv Ausschau nach unterbewerteten Titeln zu halten.

Downside Scenario Comes to the Fore

This monthly macroeconomic update co-authored by ETF Securities Research and Roubini Global Economics updates to themes introduced in their Quarterly Outlook, published in October.

  • The global economy continues to be buffeted by the series of financial shocks and knock-on uncertainty since last spring, with China supplanting the Fed’s decision-making as the main source of concern. Recent economic momentum in the U.S. has seemed softer, possibly delaying the Fed’s “lift-off” into 2016.
  • The base case we expressed in our Q4 Quarterly Outlook “What Happens When U.S. Interest Rates Rise implies gains for many risky assets from current levels, but seems less likely to occur than earlier in the year (65% probability, down from 75%). In this monthly update, we take the opportunity to describe the risks around this central scenario, with, in our view, the probability of an adverse global scenario over the medium term now standing at around 30% (up from 15%). Our positive risk scenario, meanwhile, appears to be extremely unlikely (5%, down from 10%).
  • What to watch this month: The ECB publishes its economic bulletin, perhaps providing further clues about the extension of its quantitative easing programme (November 5); Bank of England policy meeting (November 5), for indications about how long it will keep its policy rate at 0.50%; Brazil’s leading party holds its annual convention (November 15)—look for clues about whether the economy’s vital fiscal adjustment will progress.

Please find the full report attached on the left.

Wer den Klimawandel ignoriert, tut dies auf eigene Gefahr

Die Hoffnung ist groß, dass bei der bevorstehenden UNO-Klimakonferenz in Paris ein bahnbrechendes Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen geschlossen wird. Im Vorfeld dieses von Ende November bis Anfang Dezember stattfindenden Gipfels werfen wir einen Blick darauf, welche negativen Folgen Maßnahmen zur Senkung der von Menschen verursachten Emissionen auf Portfolios haben könnten – und wie sich aus Anlegersicht ein Fokus auf innovative Unternehmen, die zur Eindämmung der Emissionen beitragen, lohnen kann.

Über kaum ein Thema wird so viel geschrieben wie über den globalen Klimawandel. Auch Papst Franziskus hat dazu in seiner jüngsten Enzyklika Stellung genommen. Dabei schreibt der Pontifex unter anderem:

"Das Klima ist ein gemeinsames Gut, das allen gehört und für alle da ist. Auf globaler Ebene ist es ein komplexes System, das mit vielen grundlegenden Bedingungen für menschliches Leben verbunden ist. Ein sehr fundierter wissenschaftlicher Konsens besagt, dass wir derzeit eine besorgniserregende Erwärmung des Klimasystems erleben. (…) Die Menschheit ist aufgerufen, sich bewusst zu werden, dass Änderungen in der Lebensweise, in der Produktion und im Konsum notwendig sind, um diese Erwärmung oder zumindest die menschlichen Ursachen, die sie hervorrufen und verschärfen, zu bekämpfen."

Grafik 1: China verursacht weltweit am meisten energiebedingte CO2-Emissionen

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Vontobel Asset Management

Seine Sorgen scheinen mittlerweile auch die beiden weltgrößten Umweltverschmutzer, die USA und China (siehe Grafik 1), zu teilen. Nimmt man deren neuerdings freundlichere Haltung zu Klimafragen als Indikator, so stehen wir an einem Wendepunkt. Die Regierungen beider Länder haben ihre langjährige Abwehrhaltung aufgegeben und eingestanden, dass die durch Menschen verursachten Emissionen wahrscheinlich eine destabilisierende Wirkung auf das Klima haben. Mit diesen Themen wird sich die Klimakonferenz in der französischen Hauptstadt beschäftigen, und "Paris" könnte eine neue Ära ernsthafter Bemühungen zur Verlangsamung des Temperaturanstiegs in den kommenden Jahrzehnten einläuten.

Entscheidend ist, dass Politik und Regulierungsbehörden für "saubere" Technologien eintreten und gegen Kohlendioxidemissionen vorgehen (siehe Grafik 2). Dies wird weitreichende Folgen für die Gesellschaft, für Länder, Wirtschaftssektoren und nicht zuletzt auch für die Investoren haben. Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England, warnte jüngst, dass Investoren durch den Klimawandel mit "enormen potenziellen" Verlusten rechnen müssten. Er nannte das Beispiel von Ölunternehmen, die einen Teil ihrer Energiereserven unter Umständen nicht erschließen werden – eine Möglichkeit, die sich in den Aktienkursen und Bewertungen solcher Firmen laut dem Notenbankchef möglicherweise in unzureichendem Masse widerspiegelt. Dies wäre angesichts der hohen Gewichtung großer Ölkonzerne in den Aktienindizes nicht nur für ExxonMobil, BP, Total oder vergleichbare Unternehmen ein beunruhigendes Szenario, sondern auch für Pensionskassen und private Investoren. Von Einnahmen aus fossilen Brennstoffen abhängige Staaten müssen ebenfalls mit ernsthaften langfristigen Herausforderungen rechnen, die möglicherweise schwerwiegende Folgen für ihre Bonitäts-Ratings und Währungen haben werden – es sei denn, sie entwickeln rechtzeitig eine geeignete Diversifikationsstrategie.

Grafik 2: Der von Menschen verursachte Ausstoß von Kohlendioxid steigt stetig an
(in Gigatonnen CO2-Äquivalent pro Jahr)

Quelle: Intergovernmental Panel on Climate Change, Climate Change 2014 Synthesis Report, Sachstandsbericht für politische Entscheidungsträger

Kohlenstoffarme Wirtschaft als mächtiger Anlagetrend
Eine Wende in der Politik kann eine spürbare Sofortwirkung auf gesamte Sektoren und damit auch auf Portfolios haben. In diesem Sommer belastete ein neuer Klimaplan in den USA unverhofft die Schiefergasindustrie. Das Weiße Haus verabschiedete sich von seiner bisherigen Unterstützung von Erdgas als saubererer Alternative zu Kohle und verlagerte den Schwerpunkt stattdessen auf "erneuerbare" Energien, um die Treibhausgasemissionen der Kraftwerke zu reduzieren. Der Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft dürfte sich zu einem mächtigen Trend entwickeln. Die Internationale Energiebehörde (IEA) schätzt, dass zusätzliche Investitionen in "saubere" Energien in Höhe von etwa einer Billion US-Dollar jährlich erforderlich sein werden, um die globale Erwärmung auf ein akzeptables Maß zu begrenzen. Die Marktteilnehmer sollten ihr Engagement auf Unternehmen ausdehnen, die voraussichtlich von dieser langfristigen Verschiebung profitieren werden. Umgekehrt ist es ratsam, Investitionen in Unternehmen und Sektoren zu überprüfen, die wahrscheinlich zu den Verlierern dieses "Megatrends" gehören werden.

Gewinnmitnahmen inmitten des Marktaufschwungs
In den globalen Märkten haben die expansive Haltung der Europäischen Zentralbank und die weitere Lockerung durch die People’s Bank of China die Aktienkurse nach oben getrieben. Wir haben den jüngsten Kursanstieg für Gewinnmitnahmen genutzt und damit unser Aktien-Engagement auf ein neutrales Niveau reduziert. Einerseits stehen die Unternehmenserträge in allen Regionen unter Druck, besonders bei Unternehmen, die global in Handel und Fertigung tätig sind; andererseits sind die Zentralbanken weiterhin äußerst expansiv eingestellt und unterstützen damit riskante Anlagen. Insgesamt überwiegen weiterhin disinflationäre Kräfte und Risiken für das globale Wachstum, die insbesondere aus den Schwellenländern stammen. Dies zwingt die Notenbanken, ihren Expansionskurs länger als erwartet beizubehalten. Aus diesem Grund haben wir unsere Position in US-Staatsanleihen mit sehr langen Laufzeiten aufgestockt. Unseres Erachtens bieten 30-jährige US-Treasuries nicht nur eine effektive Diversifikation und im Vergleich zu den meisten Alternativen eine positive Rendite, sondern angesichts der Steilheit der Renditekurve auch ein begrenztes Abwärtsrisiko (siehe Grafik 3).

Grafik 3: "Ultra-lange" US-Staatsanleihen bieten attraktive Renditen

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Bloomberg, Vontobel Asset Management

Nahrungs- und Arzneimittelsicherheit – Wo sind die Chancen für Anleger?

In den USA sind seit 2002 die Importe von Lebensmitteln und Arzneimitteln, welche von der Food and Drug Administration (FDA) reguliert werden, um über 13% gestiegen. Gemäß dem Institute of Medicine kommen heute etwa 85% der Meeresfrüchte, 39% der Früchte und Nüsse und 18% des Gemüses auf dem amerikanischen Markt aus dem Ausland. Dasselbe gilt für 80% der pharmazeutischen Wirkstoffe und 40% der pharmazeutischen Fertigerzeugnisse.

Wir glauben daher, dass in Zukunft die Minderung von Risiken für die Nahrungs- und Arzneimittelversorgung aufgrund stetig stringenterer Qualitätsstandards bei der Produktion und Verarbeitung sowie steigender Umweltgefährdung stetig anspruchsvoller wird. Der Transport von Lebensmitteln und Arzneimitteln geschieht über eng verwobene internationale Lieferketten, was zur Komplexitätssteigerung beiträgt. Diese Herausforderung betrifft alle Arten von Nahrungsmitteln und Medizinprodukten, unabhängig davon, ob es sich um verdächtige Frühlingszwiebeln aus Mexiko oder um mit verbotenen Antibiotika behandelten Wels aus China und Vietnam handelt. Wir glauben daher, dass die traditionelle Sicherstellung der Produktsicherheit – wie z. B. durch regelmäßige Inspektionen bei ausländischen Fabriken und Häfen – bei über 20 Millionen Arten von Produkten aus dem Ausland zukünftig nicht mehr praktikabel sein wird.

In dieser Publikation möchten wir das Thema anhand eines Beispiels über einen aktuellen Lebensmittelsicherheitsvorfall in der Eiscrèmebranche erläutern, gefolgt von einem kurzen Überblick über Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit sowie gefälschte Medikamente. Zum Schluss wird ein Fazit gezogen.

Den vollständigen Bericht entnehmen Sie bitte dem Anhang.

GAM zur Parlamentswahl in der Türkei: Wahlsieg der AKP ist positiv für die Finanzmärkte

Erdinc Benli, Co-Head des Global Emerging Markets Equities Team bei GAM, sieht in dem Ergebnis ein Signal für Investoren, sich nach einer langen Phase der politischen Unsicherheit wieder auf Fundamentaldaten türkischer Unternehmen konzentrieren zu können.

Nachdem die türkische Regierungspartei AKP bei den Wahlen im Juni ihre absolute Mehrheit verloren hatte, ging sie das Risiko von Neuwahlen ein – und wurde mit einem klaren Wahlsieg belohnt. Investoren können davon profitieren, erklärt Erdinc Benli, Co-Head des Global Emerging Markets Equities Team bei GAM: „Dieses Ergebnis ist unerwartet, aber positiv für die Finanzmärkte. Die politische Unsicherheit, die mit der Pattsituation im Parlament verbunden war, hatte zuletzt den Aktienmarkt und die türkische Währung belastet.“

Dem vorläufigen Ergebnis zufolge hat die AKP bei den Wahlen knapp 50 Prozent der Stimmen im Parlament gewonnen. Darüber hinaus hat auch die prokurdische Partei HDP die Zehn-Prozent-Hürde genommen und ist somit im Parlament vertreten. Benli hält dies für positiv: „Dadurch sinkt das Risiko innenpolitischer Konflikte. Das ist genau, was die Wähler wollen: Frieden, Stabilität und eine starke Regierung, die wirtschaftliche Prosperität ermöglicht.“ 

Aus Investorensicht werde wichtig sein, wer für die wichtigen Ministerposten nominiert werde. Dies sei zentral, um Vertrauen zurückzugewinnen und die dringend nötigen strukturellen Reformen anzugehen, um die türkische Wirtschaft weiterzuentwickeln. „Insgesamt ist der Wahlausgang aber positiv für den türkischen Aktienmarkt. Dies dürfte kurzfristig für eine Erleichterungsrallye sorgen, auch über den heutigen Tag hinaus“, erklärt Benli.  

Zuletzt hätten sich die Kurse türkischer Aktien – in US-Dollar gerechnet – auf Mehrjahrestiefs bewegt. Investoren hätten ihre Engagements in der Türkei zuletzt zurückgefahren. „Insbesondere der Banken- und der Immobiliensektor könnten von der guten Stimmung profitieren. Doch auch regierungsnahe Unternehmen, die zuletzt besonders gelitten hatten, könnten sich besser entwickeln als der Markt.“

Investoren steigen bei Öl noch vor einem Preisanstieg ein

Rohstoffe
Höchste Mittelzuflüsse in WTI Rohöl in 7 Monaten. WTI Rohöl stieg um 6,3% vergangenen Mittwoch, Grund waren niedrigere Lagerbestände als erwartet. In den 4 Tagen vor der Veröffentlichung der Daten haben Investoren mehr als 86,2 Mio. USD in Öl ETPs investiert, bevor viele den Kurssprung als ideale Profitmitnahme nutzten und sich die Nettomittelzuflüsse am Ende der Woche auf 66,4 Mio. USD beliefen, den höchsten seit März 2015. Viele Investoren gingen korrekterweise davon aus, daß der exzessive Lageraufbau der Vorwoche nicht wiederholt werden würde. Die Anzahl der Bohranlagen ist außerdem seit 9 Wochen in Folge gefallen und liegt damit 63% unter dem Vorjahresniveau. Des Weiteren sind mehr als 200 Mrd. USD an CAPEX Kürzungen bei zukünftigen Projekten eingeplant, was sich über kurz oder lang auf das globale Ölangebot auswirken wird und das Überangebot eindämmen sollte. Die OPEC produziert derweil auf Rekordniveau, was ihrer herkömmlichen Rolle als Helfer im Falle eines anderweitigen Produktionsausfalles nicht mehr entspricht und man angesichts möglicher Krisenherde beachten sollte.

Investoren kaufen Gold bei Preiseinbrüchen. Die recht eindeutig falkenhafte FED-Aussage von Mittwoch hat Gold 2,6% niedriger getrieben und damit 15,8 Mio. USD hinein in Gold ETPs. Über die gesamte Woche hinweg haben wir 31,5 Mio. USD in Nettomittelzuflüssen gesehen, Investoren positionieren sich anscheinend für eine positive Gegenbewegung. Die nächsten beiden US-Arbeitsmarktreports werden wohl ausschlaggeben für eine Zinsanhebung in den USA werden, vor allem, da die FED globale Risiken abtut und mit ihrer Aussage einen Anstieg quasi ankündigt. Allerdings sind die Arbeitsmarktreports mit Vorsicht zu genießen, da sie sehr volatil sind und häufig im Nachgang noch einmal geändert werden müssen. Was bedeutet, daß Gold eventuell verfrüht nachgegeben hat. 

Mittelzuflüsse bei US Erdgas auf 4-Monatshoch. Erdgaspreise stiegen um 11% an, nachdem Lagerbestandsdaten entgegen den Erwartungen nur gering zulegten. Anleger investierten 7,2 Mio. USD in Long Erdgas ETPs, wobei wir erwarten, dass viele Investoren bald ihre Gewinne mitnehmen werden, vor allem, da die Lagerbestände noch immer 1 Standardabweichung über dem 5-Jahresdurchschnittswert liegen und der starke El Nino dieses Jahr eher einen milden Winter für die USA erwarten läßt. 

Aktien
Änderung im Ton der Fed sorgt für volatile Handelswoche in globalen Aktien. Nachdem die Federal Reserve ihre Haltung gegenüber globalen Finanzrisiken lockerte und auf die Möglichkeit einer Zinserhöhung noch in 2015 verwies, handelten globale Aktien höher. Doch eine glanzlose Q3 Berichtssaison, verbunden mit schwächeren US-BIP Daten und sinkendem Vertrauen der Verbraucher, sorgten dafür, dass die Märkte den Großteil ihrer Wochengewinne wieder abgaben. Inflationsdaten der Eurozone und Deutschland kletterten aus dem negativen Bereich und das Verbrauchervertrauen stieg unerwartet an. In den USA waren ExxonMobil und Chevron die jüngsten Opfer der sinkenden Öl- und Gaspreise, sodass sie ein 63% und 47% Rückgang der Gewinne je Aktie für das dritte Quartal berichteten. In Europa kündigte Royal Dutch Shell den schlimmsten Verlust in 16 Jahren an.

Währungen
Falkenhafte Fed erhöht die Aussichten auf eine Zinserhöhung in 2015. Der USD stieg im Anschluss an die Federal Open Market Committee (FOMC) Sitzung, gab aber sämtliche Gewinne nach einer Reihe von schwachen US-Konjunkturdaten wieder ab. Der Oktober-Arbeitsmarktbericht ist jetzt umso wichtiger als Hinweis für eine Zinsanhebung im Dezember seitens der datenabhängigen Fed. Schwedens Riksbank ließ ihren Leitzins unverändert, aber erweiterte das QE Anleihekaufprogramm um weitere SEK 65 Mrd. Die neuseeländische Zentralbank deutete zunächst eine Zinssenkung an, entschied sich schließlich jedoch dagegen. Der chinesische Yuan erzielte seinen größten eintägigen Gewinn in 10 Jahren auf Spekulationen hin, die Zentralbank würde Reformen auf den auf Yuan lautenden Handel für ausländische Firmen fördern. Der 1-prozentige Anstieg der japanischen Industrieproduktion nach einer Kontraktion von 1,2% im Vormonat, verstärkt die Japanische Zentralbank darin, an ihrer Politik fest zu halten, woraufhin der Yen Unterstützung fand. Der Aussie-Dollar blieb niedriger, nachdem die schwächer ausfallende Inflation für Hoffnungen auf eine Zinssenkung in dieser Woche sorgte.

AXA IM aktuell: Jetzt in Hochzinsanleihen mit kurzer Duration investieren

Carl „Pepper“ Whitbeck, Head of US High Yield bei AXA IM, ist der Meinung, dass nun ein guter Zeitpunkt ist, um in High-Yield-Strategien einzusteigen.
Auf den ersten Blick erscheint das Umfeld für US-Hochzinsanleihen derzeit schwierig: Besonders seit Juni dieses Jahres wurden High-Yield-Positionen in großem Umfang abgestoßen, was Whitbeck auf die niedrigen Rohstoffpreise und die Unsicherheit bezüglich der erwarteten, aber immer wieder verschobenen US-Zinswende zurückführt. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte verzeichnete der amerikanische High-Yield-Markt in vier aufeinanderfolgenden Monaten negative Gesamtrenditen. „Aktuell sehen wir aber den Beginn einer Erholung, die Steigerungen in der ersten Oktoberhälfte haben die negativen Erträge der vorangegangenen zwölf Monate beinahe wettgemacht“, sagt Whitbeck, Head of US High Yield bei AXA Investment Managers (AXA IM).

Auf kurze Sicht prognostiziert Whitbeck, dass die Rallye bis zum Jahresende anhält und hauptsächlich von markttechnischen Faktoren angetrieben wird. Die Volatilität an den Märkten bleibe aber weiterhin hoch, da die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), den Leitzins vorerst nicht zu erhöhen, eine Normalisierung der Lage verhindere. Auch der Präsidentschaftswahlkampf in den USA werde die allgemeine Unsicherheit der Marktteilnehmer weiter erhöhen. 
Die Ausfallrate hochverzinslicher US-Anleihen für das kommende Jahr schätzt Whitbeck dennoch auf weniger als 2 Prozent – allerdings ohne Berücksichtigung des Energiesektors. Denn die Energieunternehmen leiden weiterhin stark unter den niedrigen Ölpreisen. „Das Ausfallrisiko im Energiebereich sehen wir für das Jahr 2016 bei 4 bis 4,5 Prozent “, so Whitbeck. „Damit ist es signifikant höher als in den vergangenen Jahren, in denen es bei rund 2 Prozent lag“. 

Trotzdem lohne der Einstieg in High Yield Bonds gerade jetzt. Besonders die Bewertungen von Hochzinsanleihen mit kurzer Duration seien aktuell so gut wie seit 2011 nicht mehr. Die hohe Liquidität und kurze Laufzeit ermögliche gute Renditen auch in einem Umfeld steigender Zinsen. Zwei Entwicklungen stützen Whitbecks optimistische Sicht: Während Ende September der breite Markt für Hochzinsanleihen im Vergleich zum Vorjahr um 2,53 Prozent gesunken war, zeigten die High-Yield-Strategien von AXA IM eine Outperformance gegenüber dem Markt. Im gleichen Zeitraum lag die US-Core-High-Yield-Strategie bei minus 1,85 Prozent und die US-Short-Duration-High-Yield-Strategie bei einem Plus von 1,16 Prozent.

Die Short-Duration-Strategie zielt darauf ab, stabile Renditen bei geringer Volatilität zu erwirtschaften. Mit dieser Strategie konnte AXA IM in den vergangenen zwölf Monaten durchgehend positive Gesamterträge erreichen. Die Core-Strategie investiert in sowohl in lang- als auch in kurzlaufende Hochzinsanleihen. Kurzlaufende Anleihen werden übergewichtet, wenn ihre Bewertungen attraktiv sind. „Die geringere Volatilität und höhere Liquidität von Short Duration Bonds, gibt uns die Möglichkeit, an anderen Stellen höhere Risiken einzugehen, indem wir uns im Marktsegment mit den höchsten Renditen engagieren“, so Whitbeck. „Gleichzeitig werden Anleihen mit niedrigeren Renditen aus einem qualitativ höherwertigen Marktsegment untergewichtet. Das spiegelt unsere Einschätzung eines anhaltend geringen Ausfallrisikos abseits rohstoffabhängiger Sektoren wider.“