ETF Securities Marktüberblick - Anleger weiterhin angespannt aufgrund geopolitischer Risiken

Geopolitische Risiken machten wieder Schlagzeilen nachdem Saudi Arabien am Donnerstag Luftschläge gegen Jemen flog. Anleger griffen daraufhin zu defensiven Portfolioabsicherungen. Öl und Gold konnten solide Kursgewinne verbuchen, während die erhöhte Volatilität zu Verunsicherung bei Anlegern führte in Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Kursgewinne am Aktienmarkt. Diese Woche werden Anleger mit einem Auge auf die beginnende Berichtsaison in den USA schauen. Unternehmensprofitabilität könnte gelitten haben unter dem starken USD. Das andere Auge wird sich auf globale Ereignisse richten, unter anderem ob Griechenlands Regierung es schafft, seinen Gläubigern ein akzeptables Reformpaket vorzulegen, ohne dabei die Wähler zu Hause zu verärgern.

Rohstoffe
Kann Öl seine jüngsten Kursgewinne halten ohne geopolitisches Risiko? Die von Saudi Arabien geführte Koalition leitete Militäraktionen ein gegen die Rebellen im Jemen, woraufhin der WTI Rohölpreis um über 10% anstieg auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Wenn es gelingen sollte, den Rebellenaustand niederzuschlagen und sich Anleger wieder auf das fundamentale Überangebot an Öl fokussieren, erwarten wir einen erneuten, temporären Abfall des Ölpreises. Auf mittelfristige Sicht glauben wir jedoch, dass Öl nahe der Talsohle ist und auf absehbare Zeit wieder aufwerten wird. Edelmetalle profitierten ebenfalls von der geopolitischen Spannung, Silber war dabei der größte Gewinner. Das erhöhte Marktrisiko und das negative Zinsumfeld dürften Edelmetalle weiterhin unterstützen. Der Höhepunkt im Bereich Agrarrohstoffe diese Woche wird der WASDE Erntebericht, welcher Hinweise geben wird zu den Getreideanbauplänen der US Landwirte sowie zur Qualität der Winterweizenernte. Anleger werden dadurch besser Abschätzen können, wie stark die Angebotsseite im Vergleich zur Rekordernte 2014 ausfallen wird

Aktien
Goldminenaktien mit starker Outperformance da US Anleger auf die Berichtssaison warten. In einer Woche, die stark von geopolitischen Problemen geprägt war, hatten Aktienindizes Schwierigkeiten, in der Gewinnzone zu bleiben. Goldminen jedoch konnten sich gegen diesen Trend stellen, der DAXGlobal Gold Minder Index konnte seine Rallye fortsetzen und hat in den letzten 3 Monaten über 12% Performance erzielt. Chinesische Aktien konnten ebenfalls positive Zahlen verzeichnen, Anleger scheinen mit einem sich stabilisierenden Wachstumsausblick und trotz schwächer als erwarteten Industrieindikatoren zufrieden zu sein. Der MSCI China A Index konnte einen Zuwachs von 3% verzeichnen und endetet die Woche auf einem Allzeithoch. In dieser Woche wird der Fokus vieler Investoren auf der Berichtssaison in den USA liegen und auf erste Anzeichen der Auswirkungen des starken US Dollars. Ein Abschwächen des Aktienmarktes wäre die Folge.

Währungen
USD holt vor der Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen (Non-Farm-Payrolls) wieder auf. Das letzte Woche von Fed Vorsitzender Yellen geführte Interview verwies noch einmal auf ein langsames Anziehen der Geldpolitik in 2015. Der USD konnte trotz des Interviews und schwächerer Indikatoren einige der kürzlich erfahrenen Verluste wieder aufholen. Die Arbeitslosenzahlen werden daher ein wichtiger Indikator sein, da sie bisher als Anzeichen für ein starkes Wirtschaftswachstum in den USA galten. Die Inflation hat in vielen Ländern einen Stand um 0% erreicht, nicht nur in den USA, aber auch in England. Europäische Investoren werden diese Woche auf den Konsumentenpreisindex achten sowie auf die Arbeitslosenzahlen. Die EZB hat sicher noch einen weiten Weg vor sich, um die Balance zwischen Inflation und steigender Nachfrage zu erreichen.  

AXA IM aktuell: Übertreibung am Anleihemarkt?

Nick Hayes, Manager des AXA WF Global Strategic Bonds erläutert, warum Anleger in diesem Jahr eher auf Rendite verzichten als nach Zusatzrendite suchen sollten.

25 Prozent der europäischen Staatsanleihen haben negative Renditen. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen rentieren bei 30 Basispunkten. Und auf Britische Pfund lautende Anleihen außerhalb des erstklassigen Staatsanleihesektors hatten im Januar 2015 mit einem Zuwachs von 4,9 Prozent ihr bestes Monatsergebnis aller Zeiten, während die Renditen auf das Rekordtief von 3,3 Prozent sanken. „Wir leben in ungewöhnlichen Zeiten“, kommentiert Nick Hayes, Manager des AXA WF Global Strategic Bonds. „Ich bin mir nicht sicher, welche dieser Tatsachen mich am meisten schockiert. Es besteht offenbar kaum noch ein Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Fundamentaldaten und den Vermögenspreisen, wie insbesondere die Renditen von Staatsanleihen zeigen.“ Während die USA und Großbritannien an der Schwelle einer neuen Ära ohne Quantitative Easing und mit demnächst steigenden Zinsen stünden, hielten die quantitativen Lockerungsprogramme der EZB und Japan die Renditen auf diesen niedrigen Niveaus.

„Das Spiel von Angebot und Nachfrage verzerrt zunehmend die Bewertungen von Zinsinstrumenten, weil eher risikoarme Titel Käufer finden“, erklärt Hayes. „Einige Renditen sind sogar auf das tiefste Niveau seit 500 Jahren gefallen.“ 2014 seien dabei vor allem zwei Faktoren zum Tragen gekommen: Der Markt senkte seine Erwartungen in Bezug auf die Maximalrendite im Zinszyklus, und sehr viele Marktteilnehmer hätten Duration untergewichtet. Dies habe im Zuge der zwischenzeitlichen Renditesteigerungen zu Problemen und weiteren Käufen geführt, als die Anleger ihre Positionen am kurzen Ende der Zinskurve schlossen.


Wieso könnten die Renditen steigen?
„Ich habe mich lange dagegen gewehrt, die Anleiherallye als Übertreibung zu bezeichnen, aber die Situation ist in jedem Falle außergewöhnlich, und so stellt sich die Frage, was hier eigentlich vor sich geht“, so Hayes weiter. „Die Ruhe, mit der Anleger negative Renditen akzeptieren, gibt sicherlich Anlass zur Sorge. Im Übrigen sind wir wahrscheinlich auch Zeugen der so genannten Kapitulationsphase. Ähnliches konnten wir im Jahr 1999 im Technologie-Aktienmarkt beobachten. Damals vollzogen viele, die Technologie ursprünglich untergewichtet hatten, eine Kehrtwende nach dem Motto: Offenbar kann man bei diesen IPOs nur gewinnen, wenn die Aktien selbst bei schlechten Fundamentaldaten immer zulegen.“ Diese Kapitulationsphase ist Hayes zufolge wichtig, weil sie dem Markt hilft, ein Gleichgewicht zu finden. Anders als im Jahr 2014, als wegen der allgegenwärtigen Durationsuntergewichtung praktisch der ganze Markt auf dieselbe Entwicklung setzte, seien die Positionierungen jetzt sehr viel ausgeglichener. Es gebe genügend Marktteilnehmer, die weiter sinkende Anleiherenditen für möglich hielten. „Vielleicht geht die Analogie mit der Nasdaq weiter und der Zinsmarkt implodiert irgendwann einfach. Dann bestünde wenig Widerstand gegen steigende Renditen“, so Hayes.


Wie sollten sich Anleger positionieren?
Das globale Fixed-Income-Segment sei allerdings eine so diverse Anlageklasse, dass es nicht ausreiche, einfach nur eine Übertreibung auszumachen und die Anlageklasse komplett zu ignorieren. „Wir analysieren Anleihen, die sensibel auf Zins- und Bonitätsveränderungen reagieren, lange und kurze Laufzeiten, konventionelle und inflationsindexierte Titel und natürlich achten wir auf regionale Diversifizierung“, erläutert Hayes. „Angesichts der extrem niedrigen Renditen bevorzugen wir Anleihen mit kürzeren Laufzeiten und meiden weiterhin langlaufende Staatsanleihen, die in den letzten Monaten so massiv angezogen haben. Außerdem setzen wir auf Credits besonders im US-High-Yield-Segment.“ Dennoch könne man davon ausgehen, dass eine Korrektur bei US- und anderen wichtigen Staatsanleihen in den meisten Anlageklassen Verkaufswellen auslösen könne.

Hayes positioniert sich daher defensiv: „2015 sollte es in meinen Augen um Renditeverzicht statt um Zusatzrendite gehen. In den letzten fünf Jahren hat sich die Renditejagd am Anleihemarkt gelohnt. 2015 werde ich dagegen versuchen, Anleihen mit besonders niedrigen Renditen zu kaufen, die auch nur ein geringes Risiko haben. Mein Kernportfolio besteht aus den Zinsinstrumenten mit dem niedrigsten Beta, also kurzlaufenden Anleihen mit geringem Risiko.“

Fidelity Marktkommentar: In den demografischen Wandel investieren

Kronberg im Taunus, 31. März 2015. Hilary Natoff und Aneta Wynimko, Fondsmanagerinnen des Fidelity Global Demographics Fund:

Hilary Natoff:

„Die demografischen Entwicklungen werden drastische Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzwelt haben. So beeinflussen die sich verändernden globalen Bevölkerungsstrukturen unmittelbar das Konsumverhalten. Unternehmen, die davon profitieren, dürften langfristig steigende Gewinne erzielen, unabhängig von kurzfristigen Faktoren wie Rohstoffpreisen, der Zentralbankpolitik oder Währungsschwankungen. Bei der Auswahl der Titel in unserem Fonds achten wir darauf, dass die demografische Entwicklung der Kerntreiber der langfristigen Ertragsaussichten der Unternehmen ist, in die wir investieren. Denn auf lange Sicht treiben Firmengewinne die Aktienperformance.“

Aneta Wynimko:

„Wir investieren in Aktien, die von drei wesentlichen demografischen Trends profitieren: der weltweit stark wachsenden Mittelschicht, der alternden Bevölkerung und dem Bevölkerungswachstum allgemein. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD schätzt, dass die Zahl der Menschen weltweit von 6,9 Milliarden bis zum Jahr 2050 auf 9,6 Milliarden steigt. Zugleich wird sich der Anteil derer, die älter als 60 Jahre sind, mehr als verdoppeln von 840 Millionen auf rund zwei Milliarden Menschen.

Diese Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur werden sich zwangsläufig im Konsumverhalten niederschlagen. Und nicht zuletzt sorgt auch eine stark wachsende Mittelschicht für einen tiefgreifenden Wandel. Die OECD schätzt, dass sich die Zahl der Menschen, die der Mittelschicht zuzurechnen sind, in den Schwellenländern von heute 1,5 auf 4,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050 verdreifachen wird.

Beispiele für Unternehmen, die von einem der oben genannten Megatrends profitieren, sind Safaricom, und Essilor. Der Mobilnetzbetreiber Safaricom hat eine führende Marktposition in Kenia und betreibt das Bezahlsystems über Mobiltelefon M-Pesa, mit dem bereits rund 108 Milliarden US-Dollar abgerechnet wurden. Das entspricht in etwa einem Drittel des Bruttoinlandprodukts Kenias, dessen Bevölkerung bis zum Jahr 2030 von rund 40 Millionen auf 66 Millionen Menschen steigen wird.

Essilor ist ein Unternehmen, das bei Brillengläsern weltweit einen Marktanteil von 37 Prozent besitzt und besonders in den Schwellenländern führend ist. Der Konzern gibt im Vergleich zu den Mitbewerbern ein Vielfaches für Forschung und Entwicklung aus und bietet hohes Wachstumspotenzial. Bis 2020 werden etwa 4,1 Milliarden Menschen eine Sehhilfe benötigen – gegenüber heute ein Anstieg von 43 Prozent. Das stützt die Nachfrage langfristig.“

Mit einer Investition in die globale demografische Entwicklung können Anleger an einer der wichtigsten Entwicklungen unserer Zeit teilhaben. Deshalb hat Fidelity Mitte März 2012 den Fidelity Global Demographics Fund aufgelegt. In den drei Jahren seit seiner Auflegung hat der Fonds eine Wertsteigerung von 54,3 Prozent erzielt und damit den Vergleichsindex MSCI All Countries World hinter sich gelassen, der im selben Zeitraum 38 Prozent zulegte. Der Fonds zeichnet sich durch einen hohen Active Share von rund 90 Prozent aus. Der Active Share ist der Anteil des Fondsportfolios, der vom Vergleichsindex abweicht und daher einen guten Anhaltspunkt bietet, wie aktiv ein Fonds tatsächlich gemanagt wird.

Folgen des SNB Entscheids – Wo kann der Anleger in CHF jetzt noch positive Erträge erzielen?

Nach der SNB Entscheidung, dem Druck zu einer Aufwertung des Schweizer Franken nachzugegeben und die Wertuntergrenze aufzuheben, ist die Rendite der zehnjährigen Eidgenossen nun praktisch null. Auch EUR-Aggregate Anleihenfonds weisen lediglich noch eine Rendite von etwa 0,7% auf. Nach Abzug der Absicherungskosten (EUR versus CHF) von derzeit etwa 0,8% pro Jahr resultiert bereits vor Gebühren eine negative Rendite. Positive Erträge in CHF (nach Absicherungskosten) zu erwirtschaften ist noch schwieriger geworden. Lediglich mit der Übernahme höherer Risiken kann dieses Ziel noch erreicht werden.

In Dokument im Anhang links stellt ifund Analgen mit höherer erwarteter Rendite, aber auch mit erhöhten Risiken bezüglich Kreditqualität, Liquidität und Marktschwankungen vor.

Von
Thomas Züttel
Head International Fund Research
ifund services AG

GAM Marktkommentar: Am chinesischen Aktienmarkt stehen die Zeichen auf Stock-Picking

Auf dem chinesischen Aktienmarkt werden Fundamentaldaten in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen. Das ist die Erwartung von Kevin Chan, der die Asien- und China-Fonds von GAM zusammen mit Michael Lai verwaltet. „Die Beta-getriebene Rally, die wir seit dem vierten Quartal vergangenen Jahres erlebt haben, hat im März ein Ende gefunden. Hintergrund ist, dass der zukünftig langsamere, aber nachhaltigere Wachstumskurs Chinas beginnt, sich in den Unternehmensergebnissen bemerkbar zu machen“, erläutert er. Besonders Firmen, die zuvor bei Investoren hoch im Kurs standen, etwa aus dem Finanz- und Telekommunikationssektor sowie einige Energietitel, hätten zuletzt enttäuschende Gewinnzahlen vorgelegt. Insgesamt seien die Erwartungen an das Gewinnwachstum im MSCI China Index für 2015 auf fünf Prozent zurückgeschraubt worden. „Die Kursentwicklung der einzelnen Titel dürfte nun wieder stärker divergieren. Für Investoren wird die Einzeltitelauswahl daher wichtiger, und es gilt, anhand der Fundamentaldaten zu differenzieren“, erwartet Chan.

Aufwärtspotenzial sieht der Fondsmanager vor allem bei Technologietiteln, etwa aus dem Onlinehandel. „Dieser Bereich hat bereits in den vergangenen Wochen gut abgeschnitten und im Vergleich das höchste Gewinnwachstum verzeichnet“, sagt er. Auch im Immobiliensektor gebe es Chancen, wobei Investoren zwischen den Sub-Sektoren differenzieren müssten. Privaten Immobilienentwicklern falle es zusehends schwerer, Finanzierungen für ihre Projekte zu finden. „Dagegen erhalten die Unternehmen in Staatshand weiter Bankkredite bzw. sind in der Lage, sich über Anleihen zu relativ niedrigen Zinsen Geld zu beschaffen“, so Chan.

Saxo Bank Rohstoffkommentar: Jemen-Krise treibt Rohstoffpreise

„In der vergangenen Woche ist der Jemen in den Fokus der Rohstoffmärkte gerückt. Dort eskaliert zusehends der Konflikt zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der von Saudi-Arabien angeführten Koalition von sunnitisch geführten Ländern“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Die räumliche Nähe Jemens zu Saudi-Arabien und seine strategischen Lage an der Bab al-Mandab-Meeresstraße, dem viertgrößten Öl-Schifffahrtsweg der Welt, führe zu Sorgen über mögliche Versorgungsstörungen. 

Dies hat dem Energiesektor einen ordentlichen Schub gegeben. Der Konflikt würde die schon bestehenden Spannungen im Nahen Osten zwischen dem schiitischen Lager angeführt vom Iran und Syrien und der sunnitischen Allianz noch weiter verstärken. Hinzu käme, dass die USA und Russland erneut die unterschiedlichen Konfliktparteien unterstützen. „Zwar wurden die Ölpreise, die schon durch den schwachen Dollar angetrieben wurden, dadurch beflügelt. Dennoch haben sie es noch nicht geschafft die Gewinne auch zu halten“, sagt Hansen. Die Sorte WTI hat trotz der weiter steigenden US-Lagerbestände am stärksten profitiert. Dies sei durch die spekulativen Positionen von Hedgefonds auf den Terminmärkten zu erklären.

Auch Edelmetalle haben vergangene Woche zugelegt. Insbesondere die Stimmung gegenüber Gold hat sich zunehmend verbessert, was das Edelmetall wieder über die Marke von 1.200 US-Dollar pro Feinunze steigen ließ. „Das gelbe Metall hat seit November 2014 dreimal die psychologisch wichtige Marke von 1.150 USD pro Feinunze getestet, aber nie unterschritten. Zusätzliche Unterstützung kam sowohl vom letzten Federal Open Market Committee-Meeting als auch vom sinkenden US-Dollar sowie schwächelnden Aktien und Anleihen“, sagt Hansen. Die neugewonnene Stärke könne jedoch auch zu Gewinnmitnahmen führen und den Goldpreis wieder auf 1.172 USD pro Feinunze fallen lassen.


Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie anbei.

AXA IM aktuell: Fulminanter Start für Small Caps

Seit Beginn des Jahres sind europäische Aktien um durchschnittlich rund 14 Prozent gestiegen und haben damit den stärksten Jahresstart seit den späten 1990er Jahren hingelegt. Dabei haben sich Small Caps – also kleinere Unternehmen – noch stärker entwickelt als der Markt insgesamt. 

Die derzeitige Rally der Nebenwerte kann nach Ansicht der Strategen von AXA Framlington  noch mehr Fahrt aufnehmen. In den Jahren nach der Finanzkrise hatten Small Caps die Performance von Large Caps deutlich übertroffen. Im vergangenen Jahr allerdings hatten sie eine Pause eingelegt. Nun sehen die Experten aber wieder neues Potenzial. Als Gründe dafür nennen sie die derzeitige vorteilhafte Konstellation wie zum Beispiel ein stärkeres Gewinnwachstum, eine attraktive relative Bewertung und unternehmensspezifische Wachstumsstorys von Nebenwerten. Aber auch makroökonomisch getriebene Katalysatoren wie das Quantative Easing der Europäischen Zentralbank (EZB), die niedrigen Ölpreise, die verbesserten Bedingungen auf den Kreditmärkten und der schwächere Euro, der dem Vertrauen von Wirtschaft und Konsumenten einen gehörigen Schub verpasst hat, wirken sich nach Meinung der Experten positiv auf die Entwicklung der Small Caps aus. „Nebenwerte sind von ihrer Struktur her attraktiv: Mit ihnen können Investoren gezielt auf Wachstum setzen. Small Caps sind oft Nischenanbieter, die von Veränderungen profitieren, wie zum Beispiel der demografischen Entwicklung, neuen technologischen und regulatorischen Entwicklungen, und sie sind natürliche Ziele für Übernahmen“, erklärt Uwe Diehl, Head of Client Group Germany & Austria bei AXA Investment Managers (AXA IM).

Darüber hinaus ist die Bewertung der Small Caps in Relation zum Wachstum ansehnlich: Small Caps werden derzeit mit einem leichten Aufschlag gegenüber Large Caps gehandelt, aber im historischen Langzeit-Durchschnitt sind sie nach Einschätzung von AXA Framlington sehr attraktiv bewertet. Zudem seien die Umsätze der Nebenwerte in einem schwachen Umfeld in den vergangenen Jahren deutlich schneller gewachsen als die der großen Unternehmen. Während bei Large Caps mit einem Wachstum des Ergebnisses je Aktie von 4,8 Prozent in diesem Jahr  und von durchschnittlich 10 Prozent über die nächsten drei Jahre gerechnet werde, erwarten die Analysten für europäische Small Caps 2015 ein EPS-Wachstum nahe bei 20 Prozent. Für die nächsten drei Jahre rechnen sie mit durchschnittlich 15 Prozent. 

Die Entwicklung des Euro sei ein weiterer Aspekt, der sich positiv auf die Entwicklung der Nebenwerte auswirke. Kurzfristig werde der gesunkene Außenwert der Währung zwar zunächst größeren und international aufgestellten Unternehmen helfen, mittelfristig werde davon aber wahrscheinlich auch das nominale Produktionswachstum angekurbelt – und davon profitiere auch das Small-Cap-Universum.

Zwei knappe Güter: Wachstum und Ertrag – Entwicklung eines Anlagethemas

London / Frankfurt am Main. John Bennett, Head of European EquitiesHenderson Global Investors– Aktuell sind zwei Güter an den Finanzmärkten Mangelware: Wachstum und Ertrag. Als Thema identifizierten wir dies erstmals im Sommer 2014, als sich an den weltweiten Rentenmärkten eine Wachstums- und Nachfrageschwäche sowie eine drohende Deflation abzeichneten. In diesem Umfeld gingen wir davon aus, dass es an zwei Dingen mangeln würde: an Wachstum, definiert als Umfeld mit „niedrigem bzw. keinem Wachstum“, und an Ertrag vor dem Hintergrund fallender und in einigen Fällen sogar negativer Renditen. Aufgrund dieser Erwartungen galt es nun, bestimmte Risiken, aber auch eine Reihe möglicher Chancen, im Auge zu behalten. 

Knappes Gut Wachstum 

Nach unserer Einschätzung sind Aktien aus Europa absolut gesehen nicht mehr günstig, auch wenn sie verglichen mit anderen Märkten mit einem Abschlag gehandelt werden. Dennoch gehen wir davon aus, dass die Kurse einzelner Aktien weiter steigen werden. 

Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns zunächst bewusst machen, an welchem Punkt des Zyklus wir uns gerade befinden. Nach der Finanzkrise hatten viele Unternehmen zunächst erfolgreich ihre Kosten gesenkt. Anschließend sanierten sie geschickt ihre Bilanzen, indem sie die niedrigen Anleihezinsen nutzten, um ihre Finanzierungskosten zu senken. Mithilfe von Aktienrückkäufen konnten sie zudem ihren Gewinn je Aktie erhöhen. Auffällig war jedoch das nach wie vor unzureichende Umsatzwachstum. So gab und gibt es nur wenige Unternehmen, denen es gelingt, ihre Umsätze und Gewinnmargen kontinuierlich zu steigern. Für solche Unternehmen sind Anleger bereit, einen Aufschlag zu zahlen. 

Knappes Gut Ertrag

Wegen des schleppenden und in einigen Ländern der Eurozone sogar rückläufigen Wachstums hat der Abwärtsdruck auf die ohnehin niedrigen Anleiherenditen weiter zugenommen. Noch verschärft wird die Lage durch die Entscheidung der EZB, ein quantitatives Lockerungsprogramm aufzulegen. An den Aktienmärkten in Europa verharren die Dividendenrenditen unterdessen unweit ihres 10-Jahres-Durchschnitts. Dies macht die folgende Grafik deutlich.

Dividendenrenditen in Europa tendieren weiter fest – im Unterschied zu anderen Anlageklassen

Quelle: UBS, Thomson Reuters Datastream, Stand: Februar 2015

Unterdessen hatten die Renditen von Schweizer Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit im Januar 2015 ins Minus gedreht. Auf diesen Zug springen nun auch Unternehmen wie Nestlé auf, die Anleihen emittieren, deren Rendite nicht an die Dividendenrendite ihrer Aktie heranreicht. Viele Anleger legen sich daher lieber die Aktien dieser Firmen ins Portfolio, die noch dazu einen gewissen Schutz vor Geldentwertung bieten, was bei Anleihen nur selten der Fall ist.

Ein Thema aufbauen

In Erwartung einer weiteren Entwicklung dieses Themas richteten wir unsere Strategie im dritten Quartal 2014 über Namen wie Atlas Copco, Legrand, Fresenius und Wärtsilä stärker auf wachstumsstarke Qualitäts- und Dividendenaktien aus. Zudem bauten wir ein Engagement bei ausgewählten europäischen Banken auf. Aber statt auf globale Bankenriesen wie Deutsche Bank oder Santander konzentrierten wir uns auf regionale inländische Banken wie KBC, Danske Bank, DNB und Nordea Bank, die aus unserer Sicht besser positioniert sind, um Gewinne zu erwirtschaften und diese an ihre Aktionäre auszuschütten.

Positionierung verstärkt

Wie von uns erwartet, kam es im dritten Quartal 2014 zu einem allgemeinen Kursanstieg. Seit Januar beobachten wir eine gewisse Marktrotation, ausgelöst durch die verstärkte Jagd der Anleger nach Beta. Und trotz der Gefahr eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone setzen Aktien aus Europa ihren steilen Anstieg fort. Rückenwind erhalten sie neben dem stetigen Strom besserer Konjunkturdaten auch vom quantitativen Lockerungsprogramm der EZB, für das der Startschuss im März fiel. Angesichts dieser Rahmenbedingungen wenden sich Anleger nun zunehmend den konjunkturempfindlicheren Bereichen wie dem Industriesektor zu. 

Wir halten das für einen Fehler, denn wir glauben, dass die für Wachstum gezahlte Prämie inzwischen zu hoch ist. Wirklich günstige Gelegenheiten sind kaum noch zu finden. Deshalb haben wir im Februar beschlossen, das Portfolio neu auszurichten und das Engagement bei Verbrauchsgütern zu reduzieren. Im Gegenzug verstärkten wir unsere Position bei inländischen Banken, vor allem bei solchen aus den Benelux-Ländern und aus Skandinavien. Auch diesmal konzentrierten wir uns auf Kreditinstitute, die vor allem auf ihrem Heimatmarkt aktiv sind und ausreichend Gewinn erwirtschaften, um eine Dividende auszuschütten. Um Mega-Banken auf der Suche nach Wachstum machten wir einen Bogen. Neben KBC, Danske Bank, DNB und Nordea Bank investierten wir in Svenska Handelsbanken und ING sowie in die italienische Intesa Sanpaolo und die Bank of Ireland. Dieses Thema hat seinen Zenit aus unserer Sicht noch nicht überschritten. Aber wie immer sind wir bereit, unsere Portfolios neu zu gewichten, sollte es die aktuelle Lage erfordern.

Zum Thema gehörende Bestände:

* In Großbritannien notierte und ausschließlich im Henderson Gartmore Pan European Fund enthaltene Aktien.

Fidelity Marktkommentar: Hohe Dividenden sind nicht alles

Kronberg im Taunus, 26. März 2015. Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund, erläutert, warum sich Anleger auch in der anstehenden Dividendensaison nicht alleine von hohen Ausschüttungen leiten lassen sollten:

„Die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken macht Dividendenaktien zu Anlegers Liebling. Kein Wunder: Eine durchschnittliche Dividendenrendite der DAX-Unternehmen von 2,5 Prozent ist eine starke Alternative zur zehnjährigen Bundesanleihe, die vor kurzem für 0,25 Prozent platziert wurde. Anleger sollten sich allerdings nicht nur von einer hohen Dividendenrendite leiten lassen. Wichtig ist, dass die Cashflows und deutlich entschuldeten Bilanzen der Unternehmen die hohen Dividendenausschüttungen nachhaltig rechtfertigen.

Nach der bevorstehenden Dividendensaison dürften zunehmend qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen in den Fokus rücken. Die verbesserte Konjunkturlage weltweit, der Rückenwind durch Währung und Rohstoffe sowie Kostensenkungsmaßnahmen und Innovationen der Unternehmen werden über die nächsten 12 Monate zu einem zweistelligen Gewinnwachstum führen. Langfristig sind in etwa 7 Prozent Rendite vom Aktienmarkt zu erwarten. Selbst die dividendenstärksten Titel in Deutschland erreichen diese Rendite gegenwärtig nicht durch die Dividendenrendite allein. Mit anderen Worten: Auf eine aktuell hohe Dividendenrendite alleine kommt es nicht an. Es muss auch die Aussicht auf steigende Gewinne und daran gekoppelt steigende Ausschüttungen bestehen.

Ein Beispiel für eine Aktie, bei der ich genau aus diesem Grund eine schwächere Entwicklung erwarte, ist das DAX-Schwergewicht Allianz. Zwar ist die Dividendenrendite mit 4,4 Prozent vergleichsweise hoch, aber es besteht kaum Aussicht auf Gewinnsteigerungen und damit auf signifikante Erhöhungen der Ausschüttungen.

Eine hohe Dividendenrendite ist oft auch ein Ausdruck dessen, dass ein Unternehmen nur wenig renditeträchtige Investitionsprojekte hat. Dass das Management dann die Auszahlungen an die Anteilseigner erhöht, ist Ausdruck einer guten Unternehmensführung. Langfristig muss es aber darum gehen, das Unternehmen weiterzuentwickeln und Gewinne zu steigern, um mittels Dividenden plus Gewinnwachstum eine überdurchschnittliche Aktienperformance erzielen zu können.

Interessant sind Unternehmen, die zunächst eine niedrigere Dividendenrendite bieten, aber durch die Aussicht auf zukünftiges Wachstum bestechen. Einer meiner Favoriten ist United Internet: Das Unternehmen investiert seit vielen Jahren in Kunden und Innovationen und hat mit dieser Strategie die meisten dividendenstarken Titel mittelfristig deutlich hinter sich gelassen.

Eine gute Kombination aus einer nachhaltig attraktiven Dividendenrendite von fast 4 Prozent und gutem Gewinnwachstum ist der Medienkonzern Pro Sieben Sat.1, der durch Innovationen wie My Video oder Maxdome Wachstumsperspektiven geschaffen hat. Weitere interessante Aktien sind momentan vor allem bei den Nebenwerten zu finden. Diese hinken dem DAX seit Jahresanfang 2015 deutlich hinterher, obwohl die Qualität der Unternehmen nicht schlechter ist. Hervorheben würde ich zum Beispiel Sixt. Das Unternehmen bietet eine Dividendenrendite von knapp 3 Prozent und steigert gleichzeitig die Gewinne kontinuierlich im hohen einstelligen Prozentbereich.“

Aktuell lebhafte Wirtschaftstätigkeit eröffnet weitere Renditechancen

Frankfurt, 24. März 2015 – Häufig werden wir um unsere Einschätzung zu den diversen Daten gebeten, die über den deutschen Markt veröffentlicht werden. Die jüngsten BIP-Daten für das vierte Quartal 2014 fielen mit 0,7% im Vergleich zum Vorquartal beispielsweise durchaus robust aus und überraschten den Markt positiv. 

Uns hingegen überrascht die lebhafte Geschäftstätigkeit nicht. Sie deckt sich mit unseren Analysen und unseren Gesprächen mit den Geschäftsführungen vor Ort. In den letzten Monaten haben wir sogar eine noch optimistischere Haltung eingenommen, obwohl wichtige Daten wie Geschäftsklimaumfragen und gesamtwirtschaftliche Daten schwächer ausfielen.

Solche Unterschiede sind uns bereits in der Vergangenheit aufgefallen, weshalb wir die entsprechenden Wirtschaftsdaten mit einem gewissen Vorbehalt betrachten. Dennoch werden sie trotzdem von uns berücksichtigt. Diese Daten sind treibende Faktoren für die Aktivität am Markt, sie können jedoch auch schwanken und sollten kritisch betrachtet und überprüft werden, wie wir unlängst am Beispiel der Industrieproduktionszahlen vom Dezember gesehen haben. 

Vor allem aber entstehen unsere Einschätzungen durch eine tiefgründige Analyse nach dem Bottom-up-Ansatz jener Unternehmen, die wir abdecken. Sollte eine Ungleichheit zwischen unseren Unternehmensanalysen sowie den Erkenntnissen unserer Gespräche aus erster Hand einerseits und den datengetriebenen Entwicklungen am Markt andererseits herrschen, dann unterziehen wir diese Ergebnisse einer genauen Prüfung, um die entsprechenden  Abweichungen nachvollziehen und daraus einen Vorteil für unsere Anleger ziehen zu können.

Erkenntnisse über Inflation und QE

Die Deutung von Inflationsentwicklungen ist ein weiterer Bereich, der eine genaue Überprüfung erfordert. Auf der einen Seite fielen die BIP-Daten des vierten Quartals robust aus und auf der anderen Seite drohte eine Deflation. In den meisten Situationen ist dies eine seltsame Kombination. In diesem Fall können wir den Effekt des fallenden Ölpreises auf die Aktienkurse nicht außer Acht lassen. Die Frage ist nun, ob sich der Druck der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing - QE) gegen die hartnäckig niedrigen Preise durchsetzen kann und welche Auswirkungen dies auf die Aktienkurse der Unternehmen haben wird.

Ausschlaggebend ist natürlich, wohin das Geld fließt. In Großbritannien sehen wir auch nach der Einführung des QE-Programms im Umfang von 375 Mrd. GBP noch einen schwachen Inflationsdruck. Unserer Ansicht nach werden sich die Auswirkungen der geldpolitischen Lockerung durch die EZB auf die Finanzmärkte beschränken und Anleihen- und Aktienkurse begünstigen, ohne jedoch das beabsichtigte Ziel zu erreichen, die Preise in der Gesamtwirtschaft nach oben zu treiben:

Kurzfristig verfügt der deutsche Staat aber über einen ausgeglichenen Haushalt, weshalb wir nicht von einer Nettoneuemission von Bundesanleihen ausgehen. Und mit der EZB als neuer Käufer am Markt dürften die Anleihenkurse steigen, was das Interesse der Anleger für höher verzinsliche Rentenanlagen und Aktien stärken wird.

Mittelfristig gibt es einen weiteren wichtigen Punkt, der bei der Inflationsdiskussion anscheinend beinahe vollständig übersehen wird: Die Produktionsgrenzkosten. Bei unserer Analyse der verschiedenen von uns betrachteten Unternehmen bewegen sich die Produktionsgrenzkosten im Zuge des großen technologischen Fortschritts einer Industrie immer weiter Richtung Null. Intelligente Technologien tragen zur Optimierung des Produktionsprozesses und zur Minderung von Produktionskosten bei und ermöglichen bessere Kostenkontrollen.

In Deutschland wird dies als Industrie 4.0 bezeichnet, also die vierte industrielle Revolution. Diese Revolution bindet die Informatisierung sowie die digitale Technologie in den Industrieprozess mit ein. Aber auch der 3D-Druck und erneuerbare Energien sind Bereiche, in denen Deutschland führend ist. Der Rückgang der Grenzkosten bietet der Unternehmenslandschaft in Deutschland einen Wettbewerbsvorteil, der im Portfolio eine angemessene Berücksichtigung findet.

Raum für Bewertungssteigerungen

Ausgehend von den Tiefständen im Oktober ist der deutsche Aktienmarkt laut Thomson Reuters Datastream auf einer Gesamtertragsebene um fast 40% auf Euro-Basis gestiegen. Nach einem solch rasanten Anstieg innerhalb kürzester Zeit kann der Markt nach allen gängigen Maßstäben nicht mehr als günstig bezeichnet werden.

Trotz dieser Tatsache sind wir der Auffassung, dass am Markt weiterhin Wertschöpfungsmöglichkeiten bestehen. Im Verhältnis betrachtet sind deutsche Aktien günstiger als der breitere europäische Markt. Mit Blick auf die prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnisse wird Deutschland im Vergleich zu Europa immer noch mit einem Abschlag gehandelt und zwar trotz der überdurchschnittlichen Erträge von deutschen Unternehmen.

Ausblick

Kurzfristig gehen wir davon aus, dass die quantitative Lockerung die Wettbewerbsfähigkeit des Euro aufrechterhalten wird und infolgedessen das Nischensegment in Form von Exportunternehmen mit hoher Wertschöpfung in Deutschland unterstützt wird. Das riesige Anreizprogramm wird außerdem für Kapitalzuflüsse am Aktienmarkt sorgen. Insgesamt betrachtet können unserer Einschätzung nach alle kurzfristigen Marktkorrekturen als eine Kaufgelegenheit angesehen werden.

Das oben erwähnte Thema der industriellen Digitalisierung wird im Baring German Growth Trust durch Unternehmen wie die Cancom AG, die Cloud-Computing-Lösungen ermöglicht, bis zur Softing AG, ein Anbieter von industriellen Kommunikationsprodukten, angemessen abgedeckt.

Basierend auf den Investitionen der vergangenen Jahre wird das Portfolio, so glauben wir, mittel- bis langfristig signifikante Gewinne für Anleger erwirtschaften. 

Robert Smith
Investment Manager,
Baring German Growth Trust
Baring Asset Management, London
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„Europäische Aktien sind im Vergleich zu europäischen Renten billig und auch gegenüber anderen Regionen sind europäische Aktien günstig bewertet“

Im folgenden Interview kommentiert Mark Nichols, Manager des F&C European Growth & Income Fund, die aktuelle Lage am europäischen Aktienmarkt.

Sie investieren in europäische Aktien – sind Sie mit der Marktentwicklung zufrieden?
Als Fondsmanager für europäische Aktien verbringe ich die meiste Zeit damit, Unternehmen zu analysieren und – hoffentlich – zu verstehen. Mich interessiert, wie sie Cashflows erwirtschaften, ob sie Potenzial haben, was sie investieren müssen, um ihre Gewinne zu steigern, und wieviel ich als Aktionär bezahlen muss, um von diesen Cashflows zu profitieren. Natürlich stelle ich auch noch andere Überlegungen an, aber das ist der Kern meiner Investitionsentscheidung. Allerdings verzichte ich normalerweise auf Kaffeesatzleserei und den Versuch, die Marktrichtung vorherzusagen. Vielleicht bin ich nur neidisch auf Leute, die damit Erfolg haben, aber ich kenne meine Grenzen und kann gut mit ihnen leben.

Und was sagen Sie Leuten, die eine Marktmeinung von Ihnen verlangen?
Ich versuche Investoren immer zu erklären, wie mein Team und ich unsere Analysen angehen, und muss dann regelmäßig Fragen nach dem Konjunkturausblick für Europa beantworten. Ich spreche immer mit Unbehagen über die Konjunktur. Warren Buffet hat mal über die Märkte gesagt: „Für mich existiert der Aktienmarkt gar nicht. Er dient nur dazu, nachzusehen, ob irgendwer irgendeine Dummheit macht.“ Buffet ist nicht der einzige Skeptiker. In seinem Buch „One Up on Wall Street“ überschreibt Peter Lynch das fünfte Kapitel mit der Frage „Ist der Markt günstig? Da dürfen Sie mich nicht fragen.“ Hinzu kommt, dass ich als Manager europäischer Aktien ein grundsätzliches Problem habe: Wenn ich davon überzeugt wäre, dass der Markt dauerhaft fällt, sollte ich mir einen neuen Job suchen und vielleicht Körbe flechten oder etwas Ähnliches tun. Da ich das bislang noch nicht getan habe, darf man getrost annehmen, dass ich ausgewählte europäische Aktien auf sehr lange Sicht für vielversprechend halte. Schließlich gibt es in Europa einige sehr beeindruckende Unternehmen. 

Aber was spricht denn nun aus Sicht eines erklärten Stockpickers für den europäischen Aktienmarkt?
In den USA sind die Gewinne erheblich kräftiger gestiegen als im Euroraum – die US-Wirtschaft ist stärker und hat sich schon mehr erholt. Deshalb sind amerikanische Aktien stärker gestiegen als europäische Dividendentitel. Europäische Aktien sind also anhand unterschiedlicher Kennzahlen billiger als amerikanische – und das schon länger. Die relativen Erwartungen für Europa und die USA entfernen sich immer weiter von den Fundamentaldaten.

Sollte man also heute Aktien kaufen?
Ich bin versucht zu sagen, dass Sie mich das nicht fragen dürfen, weil ich Fondsmanager für europäische Aktien bin. Ich besitze aber auch selbst Anteile am F&C European Growth & Income Fund, und das nicht ohne Grund. Ja, vielleicht bin ich da nicht ganz objektiv, aber ich halte die aktuelle Marktlage tatsächlich für ziemlich überzeugend. Europäische Aktien sind im Vergleich zu europäischen Renten billig – jedenfalls dann, wenn wir die letzten 95 Jahre als Maßstab nehmen. Und auch gegenüber anderen Regionen sind europäische Aktien günstig bewertet.

ETF Securities Marktüberblick 23.03.2015

Heute finden Gespräche zwischen Angela Merkel und Alex Tsipras statt, dem griechischen Premier Minister, in einem Versuch, die Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu verbessern und die Zukunft Griechenlands in der Eurozone zu sichern. Das Treffen folgt dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen über die Bedingungen eines Rettungspaketes für Griechenland, welche die öffentliche Meinung und die angespannten politischen Beziehungen gespaltet haben. An anderer Stelle wird eine Reihe von Produktions- und Häuserverkaufsdaten diese Woche Anlegern einen Einblick in die Nachhaltigkeit der Gesundung der globalen Volkswirtschaften geben. Inflationsdaten aus den USA und Großbritannien werden Schlüsse über die Auswirkungen der niedrigen Energie- und Nahrungsmittelpreise auf die Inflation, und damit auf eine potentielle Zinserhöhung geben.

Rohstoffe
Kaffee erholt sich nach Aufwertung des Brasilianischen Real. Kaffeepreise kamen in diesem Jahr stark unter Druck und fielen seit Jahresbeginn um 24% auf US $ 1,26 pro Pfund. Dieser Abwärtstrend wurde von Regenfällen und einer deutlichen Abwertung des brasilianischen Real getrieben. Ein schwächerer Real ermöglicht es brasilianischen Herstellern den Kaffee international zu niedrigeren Preisen (gemessen in US-Dollar) zu exportieren, ohne deswegen geringere Einkünfte in ihrer Landeswährung zu erhalten. Die Rückkehr von trockener Witterung in der letzten Woche hat gemeinsam mit einer vorübergehenden Aufwertung des Real am Dienstag eine Umkehr des jüngsten Trends im Kaffee verursacht. Dieser beendete die Woche 8,7% höher. US-Rohöl fiel auf ein Sechs-Jahres-Tief, da sich die Lagerbestände weiter ansammeln und Schieferproduktion keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. US-Schieferproduzenten haben den Fokus auf Effizienz- und Kostensenkungen der Förderanlagen gerichtet, um das derzeitige Förderniveau halten zu können. Die Beschneidung von Explorationsausgaben zusammen mit dem Rückgang der Anzahl an Förderanlagen sollte die US-Rohölproduktion mäßigen und damit die Preise anziehen lassen. 

Aktien          
Weitere Impulse lassen chinesische Aktien jubeln. Am Sonntag gab der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang bekannt, die Wirtschaft weiter unterstützen zu wollen, um sicherzustellen, dass das 7% Wachstumsziel erfüllt werde. Der chinesische Aktienmarkt begrüßte diese Aussage als Hinweis auf weitere Konjunkturmaßnahmen in Form von Mindestreservesenkungen und Zinssenkungen. Der MSCI China A Index beendete die Woche bei einem Allzeithoch 7,4% höher. Der FTSE 100 stieg um 3,0%, nachdem der Kanzler der Schatzämter Großbritanniens den Haushalt vor den Wahlen bekannt gab. Das Haushaltsbudget sendete Energie- und Immobilienaktien in die Höhe, nachdem der Schatzamtskanzler Maßnahmen zur Reduzierung von Steuer auf Nordseeöl & Gasunternehmen, sowie die Unterstützung von erstmaligen Hauskäufern ankündigte. 

Währungen
Sterling wegen Inflationssorgen unter Druck. Im Anschluss an das Federal Open Market Committee Meeting letzte Woche verursachte eine zurückhaltende Presseerklärung, dass der Sterling gegenüber dem Dollar um 1,5% zulegte, was dem größten Sprung innerhalb eines Tages in den vergangenen fünfeinhalb Jahren entsprach. Diese Gewinne erwiesen sich jedoch als kurzlebig, da der Dollar die Vortagesverluste gegenüber den meisten wichtigen Währungen wieder wettmachte. Das jüngste Sitzungsprotokoll der BOE betonte, dass die Teuerungsrate wahrscheinlich unter null fallen wird und dort vorerst verweilen könnte, wenn Energie- und Nahrungsmittelpreise keinen Inflationsdruck aufbauen würden. Der britische Sterling wird wahrscheinlich in den kommenden Monaten weiterer Volatilität ausgesetzt sein, da es weiterhin keinen klaren Favoriten in den kommenden Parlamentswahlen gibt und sich Randparteien wachsender Popularität erfreuen. 

HGI: Rahmenbedingungen begünstigen europäische Hochzinsanleihen

London / Frankfurt am Main – Chris Bullock erläutert die Faktoren, die sich unterstützend auf europäische Hochzinsanleihen auswirken. Besonders wichtig ist dabei der Kaskadeneffekt, der daraus resultiert, dass Anleger auf der Suche nach attraktiver Rendite zunehmend in das untere Kreditspektrum ausweichen.

Auswirkungen der EZB-Maßnahmen 

Europäische Hochzinspapiere sind stark in das neue Jahr gestartet. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres verbesserte sich der Bank of America Merrill Lynch European Currency High Yield Index um 3,1% bezogen auf den Euro. Dabei ist der Anstieg nahezu ausschließlich den engeren Spreads zu verdanken, ausgelöst durch die stärkere Nachfrage nach Bekanntgabe des quantitativen Lockerungsprogramms (Quantitative Easing, QE) der EZB. Dadurch werden immer mehr Anleger in die unteren Ratingkategorien drängt, wenn sie eine attraktivere Rendite erzielen wollen.

Für bessere Stimmung gegenüber der Anlageklasse sorgt auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld mit stabileren Rohölpreisen, starken Kursgewinnen an den Aktienmärkten und einer Zwischenlösung für Griechenland mit Verlängerung des Hilfsprogramms. Denn anders als an den US-Hochzinsmärkten machen Emittenten aus der Energiebranche mit hohem Fremdkapitalanteil nur einen kleinen Teil des europäischen Universums aus. Bei den Gewinnen der High-Yield-Emittenten aus Europa dürften die niedrigeren Ölpreise und der schwächere Euro unterm Strich positiv zu Buche schlagen. 

Hohe Nachfrage lässt Risikoappetit steigen

Das gleich zu Jahresbeginn hohe Neuemissionsvolumen reichte indes nicht aus, die deutlich gestiegene Nachfrage zu befriedigen. Dies geht aus Kapitalflussdaten deutlich hervor, die einen positiven Nettomittelzufluss belegen. Bei den neu an den Markt gebrachten Hochzinsanleihen dominieren bislang Papiere mit vergleichsweise höherem BB-Rating, die auf eine starke Nachfrage bei Anlegern treffen. Inzwischen tummeln sich in diesem Segment zahlreiche Investment-Grade-Anleger auf der Jagd nach höheren Renditen.

Auswirkungen hat die steigende Nachfrage auch auf die unteren Kreditsegmente. So weichen traditionelle High-Yield-Investoren zunehmend in B- und CCC-Kategorien aus, in denen attraktivere Renditen locken. Allerdings hält das Angebot derzeit mit der enormen Nachfrage nicht Schritt, was aus unserer Sicht in den nächsten Monaten zu einem erheblichen Engpass bei höher verzinsten Papieren führen könnte.

Bantleon: QE der EZB – nutzlos und gefährlich

Kommentar von Dr. Daniel Hartmann, Senior Analyst Economics bei Batleon: Ende des 20 Jahrhunderts bestand ein breiter Konsens in der Geldpolitik: Großvolumige Käufe von Staatsanleihen sind Tabu für Notenbanken. Schließlich hat dies früher oder später immer zu Hyperinflation geführt. Genau deshalb findet sich das Verbot der Staatsfinanzierung durch Notenbanken auch in vielen Verfassungen. Seit der Lehman-Pleite ist aber nichts mehr wie früher. Inflation gilt als passé und großvolumige Assetkaufprogramme von Zentralbanken – neudeutsch »Quantitative Easing« – sind zum Standardinstrument der Geldpolitik avanciert. Viele sehen in QE sogar den Schlüssel zur Überwindung der Finanzmarktkrise. Auch die EZB konnte letztendlich den Verlockungen der neuen Wunderwaffe nicht widerstehen – sie wird in den nächsten 19 Monaten für mehr als 1.000 Mrd. EUR Wertpapiere kaufen. Der Löwenanteil entfällt auf Staatsanleihen.

Befürworter von QE verweisen gerne auf die USA und Großbritannien. Die Angelsachsen haben als erste entsprechende Programme lanciert (bereits 2008/2009) und waren damit offensichtlich sehr erfolgreich. Beide Länder haben sich recht schnell aus der Rezession befreit und weisen seit 2010 durchschnittliche Wachstumsraten von knapp (Großbritannien) oder mehr (USA) als 2,0% p.a. auf, während die Eurozone kaum über die Nulllinie kommt. Für das Hinterherhinken der Währungsunion machen nicht wenige die anfangs zögerliche Geldpolitik der EZB verantwortlich. 

Aber stimmt das auch? Nicht ganz in das Bild der QE-Enthusiasten passt die Entwicklung in Japan. Dort ist es mithilfe von QE im Jahr 2013 zwar ebenfalls zu einer Wachstumsbelebung gekommen, die ebbte aber schnell wieder ab. Auch die Aufstockung des QE-Programms im Oktober 2014 hat bislang nicht den gewünschten Effekt gebracht. 

Nicht zuletzt wegen der enttäuschten Hoffnungen in Japan lohnt es sich, nach anderen Gründen für die Wachstumsdifferenz zwischen der Eurozone und den USA beziehungsweise Großbritannien zu suchen. Ins Blickfeld geraten dabei schnell die demografischen Unterschiede. So ist Japan seit Jahren mit einer schrumpfenden und die Eurozone mit einer stagnierenden Erwerbsbevölkerung konfrontiert. In den USA und Großbritannien wächst die Erwerbsbevölkerung hingegen immer noch um knapp 1,0% p.a. Mit anderen Worten: Allein aufgrund der Demografie liegt das Potentialwachstum in den USA und Großbritannien um 1,0 bis 1,5 %-Punkte höher als in Japan und der Eurozone. Die jüngsten Wachstumserfolge der Angelsachsen sind daher schnell entzaubert, wenn man statt dem absoluten BIP-Wachstum das BIP-Wachstum pro Kopf heranzieht. Seit dem Tiefpunkt 2009 weisen hier Deutschland (9,3%) und Japan (8,5%) eine dynamischere Entwicklung auf als die USA (7,6%) und Großbritannien (4,4%).

Der seit Jahren höhere Wachstumspfad in den USA und Großbritannien lässt sich daher ganz einfach mit der Demografie erklären und hat mit der Geldpolitik nichts zu tun. Mithin wäre die Konjunktur in den angelsächsischen Ländern vermutlich auch ohne Assetkäufe der Notenbanken wieder auf die Beine gekommen. Man sollte daher auch in der Eurozone keine zu großen Hoffnungen in QE setzen. Der Wachstumsausblick für das laufende Jahr fällt zwar freundlich aus. Das Wertpapierkaufprogramm der EZB ist dabei aber nur einer von vielen stimulierenden Faktoren – neben dem Ölpreisverfall, der Stabilisierung der Bankenbranche, der weniger restriktiven Fiskalpolitik, den Nachholeffekten, den rückläufigen Risikoprämien etc. Bereits 2016/2017, wenn der zyklische Rückenwind nachlässt, dürfte erneut Ernüchterung beim Wachstum einkehren. Denn das Potentialwachstum in der Eurozone liegt derzeit aufgrund der Demografie und des bestenfalls mäßigen Investitionsklimas bei maximal 1,0%. Um auf einen höheren Wachstumspfad zu gelangen, bleibt der Eurozone weiterhin nichts anderes übrig, als auf Zuwanderung, eine steigende Erwerbsquote und Strukturreformen zu setzen. 

QE wird sich also im besten Fall langfristig als nutzlos für die Eurozone erweisen. Zu befürchten ist allerdings, dass man sich damit ganz neue Probleme einhandelt. So ist das Assetkaufprogramm explizit auf kräftige Steigerungen der Vermögenspreise ausgerichtet. Der Börsenboom seit Anfang Januar dürfte in dieser Hinsicht lediglich einen Vorgeschmack darstellen. Mithin ist im kommenden Jahr folgendes Szenario wahrscheinlich: Die Aktienkurse werden sich in ganz Europa auf Allzeithöchstständen befinden, während gleichzeitig die Risikoaufschläge auf ein Minimum abgeschmolzen sind. Wenn in dieser Situation der konjunkturelle Schwung nachlässt, wovon wir ausgehen, sind scharfe Einbrüche in allen Marktsegmenten – mit Ausnahme der sicheren Häfen deutscher Bundesanleihen und Schweizer Eidgenossen – vorprogrammiert. Als Folge droht die nächste Deflationswelle, die natürlich bekämpft werden muss: mit einem »QE 2.0« der EZB.

Zitat der Woche: Die geldpolitische Flut hebt alle Boote

„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schwierig es für die Federal Reserve und die Bank of England ist, sich von den Krisen-Zinssätzen zu lösen, wenn der Rest der Welt inmitten von Sorgen wegen Disinflation und lauem Wirtschaftswachstum eine Politik der Lockerung betreibt.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Für eine kurze Zeit – zwischen Anfang Februar und Anfang März – waren die langfristigen Zinsen in den USA und Großbritannien gestiegen. Dann allerdings begann die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Quantitative Easing. Die Anleihekäufe drückten die Renditen europäischer Anleihen auf noch niedrigere Niveaus als zuvor – und ließen auch die Renditen von US-Staatsanleihen und britischen Gilts wieder sinken. Diese Ansicht vertritt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers. Er stellt einen direkten Zusammenhang zwischen der lockeren Geldpolitik in Europa und Japan und der Entwicklung an den Anleihemärkten der USA und Großbritanniens her: „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schwierig es für die Federal Reserve und die Bank of England ist, sich von den Krisen-Zinssätzen zu lösen, wenn der Rest der Welt inmitten von Sorgen wegen Disinflation und lauem Wirtschaftswachstum eine Politik der Lockerung betreibt.“ Als die Renditen italienischer Staatsanleihen auf ein Niveau fielen, das einen ganzen Prozentpunkt unter dem von US-Staatsanleihen lag, reagierten die Anleger seiner Ansicht nach schnell – und investierten mehr Mittel in den Märkten, die höhere Renditen boten. „Die geldpolitische Flut des Quantitative Easing hebt weiterhin alle Boote“, so der Experte.

Dafür spricht Iggo zufolge schon das schiere Volumen der EZB-Anleihekäufe: Als die Fed und die Bank of England ihre Quantitative-Easing-Programme betrieben, hätten sie rund die Hälfte des Neuemissionsvolumens ihrer Regierungen aufgekauft. „Für das EZB-Programm wird dagegen erwartet, dass sein Volumen mehr als doppelt so hoch wie das der Neuemissionen im Euroraum ist“, erläutert Iggo. „Damit wird der Gesamtwert der außerhalb der Eurozone gehaltenen Euro-Staatsanleihen sogar sinken.“ Dadurch könnten die Renditen eines immer größeren Teils der Euro-Anleihen künftig auf ein Niveau unterhalb der Nulllinie fallen. Ein weiteres Abflachen der Zinsstrukturkurve wäre die Folge.

„Man kann nun der Ansicht sein, dass diese Bewegungen eine völlig normale technische Reaktion sind, getrieben von Angebot und Nachfrage“, so Iggo. „Oder man kann sie rationalisieren, indem man darauf verweist, dass eine Laufzeitprämie bei Euro-Anleihen unnötig ist – schließlich könnte es sein, dass die EZB die Zinsen eine ganze Generation lang nicht anhebt.“ Darüber hinaus gebe es aber auch keinen Bedarf mehr für eine Risikoprämie für Anleihen weniger solider Staaten, denn das Quantitative Easing bedeute, dass die Eurozone nie auseinanderbrechen werde und die Staatsverschuldung innerhalb des Währungsraumes de facto sozialisiert werde. „Um es deutlich zu sagen: Das Kreditrisiko Italiens ist genauso hoch wie das von Deutschland“, erklärt Iggo.

Europäischer Immobilienmarkt im Aufwärtstrend

Guy Barnard, stellvertretender Leiter des Bereichs Global Property Equities bei Henderson Global Investors, London:

London / Frankfurt am Main – Zahlreiche wirtschaftliche und marktspezifische Faktoren, darunter die Maßnahmen der Zentralbanken, veranlassen Anleger, in anderen als den klassischen Bereichen nach ertragsstarken Investments zu suchen. Europäische Immobilienaktiengesellschaften sind gut aufgestellt, um in den kommenden Jahren weiter zu wachsen. Dass ihre Ertragspotenziale als attraktiv angesehen werden, spiegelt sich im steigenden Anlegerinteresse wider.

Attraktives Renditepotenzial 
Durch ein „noch längeres und noch niedrigeres“ Zinsumfeld sind Ertrag generierende Anlageinstrumente noch gefragtere Investments geworden. Von dieser Entwicklung dürften Immobilien als Anlageklasse profitieren, denn der Renditeunterschied zwischen ihnen und anderen Anlageklassen ist größer geworden. So erzielen deutsche Bundesanleihen mit 10 Jahren Laufzeit eine Rendite von 0,2%, während Immobilienaktien in Deutschland mehr als 6% Rendite bieten. Das bestätigt unsere Einschätzung, dass der Aufwärtstrend der Anlageklasse weitergehen wird. Darüber hinaus können die Erträge aus Immobilien ähnlich wie bei Aktien steigen, wenn sich die Wirtschaftslage bessert. Das ist einer der zentralen Vorteile von Immobilien, den Anleihen nicht bieten.

Besserung der Fundamentaldaten von Immobilien in Europa
Als Anlageklasse befinden sich Immobilien weiter im Aufwind. Die Kurse der börsennotierten Immobilienunternehmen sind 2014 sowie seit Beginn dieses Jahres kräftig gestiegen. Beflügelt werden Immobilienaktien derzeit vor allem durch das von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Januar angekündigte Anleihekaufprogramm mit einem Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro.
Nach Angaben von EPRA (European Public Real Estate Association) und MSCI befinden sich die Kurse von Immobilienaktien seit dieser Ankündigung in einem stetigen Aufwärtstrend und lassen damit auch den europäischen Aktienmarkt als Ganzes hinter sich (siehe Grafik). Aufgrund dieser positiven Entwicklung, die schon vor dem offiziellen Start des Anleihekaufprogramms begann, sollten Anleger ein Investment in europäische Immobilienaktien aus unserer Sicht in Betracht ziehen.

Die Bedeutung steigender Mieten
Bei unseren Anlagen bevorzugen wir Immobiliengesellschaften, deren Erträge größtenteils aus Mieteinnahmen stammen. Auf lange Sicht wirken sich steigende Mieten auch auf den Wert einer Immobilie positiv aus. Dass die Mieten in den nächsten Jahren weiter steigen werden, dafür sprechen aus unserer Sicht sinkende Leerstände, ein begrenztes Neuangebot und die wieder anziehende Nachfrage seitens der Mieter. Was die einzelnen Märkte anbelangt, bleibt London der dynamischste Mietmarkt in Europa. In den nächsten beiden Jahren wird für ihn ein Wachstum von 5 bis 10% erwartet.
Im übrigen Europa sehen wir Wachstumsnischen in einzelnen Märkten wie zum Beispiel in Schweden und ganz besonders in Deutschland. In der größten Volkswirtschaft Europas wächst die Wirtschaft schneller als in anderen Ländern der Eurozone, auch wenn die lockere Geldpolitik für den gesamten Währungsraum gilt. Darüber hinaus erwarten wir in den kommenden Jahren eine stetigere Erholung auch in anderen Regionen, in denen die Wirtschaftsdynamik, ausgehend von niedrigen Niveaus, wieder Fahrt aufnimmt. 

Gute Gründe für eine Anlage in Immobilienaktien
Nach unserer Einschätzung sind europäische Immobilien als Anlageklasse gut aufgestellt, um trotz des schwachen Wirtschaftswachstums und der unsicheren politischen Aussichten für die Region auf Wachstumskurs zu bleiben. Die Nachfrage seitens der Anleger nimmt weiter zu und institutionelle Investoren weiten ihre historisch niedrige Allokation in diese Anlageklasse inzwischen wieder aus. Hinzu kommt, dass historisch niedrige Staatsanleiherenditen und die lockere Geldpolitik der EZB Erträge aus Immobilien attraktiver machen. Ferner dürften der Mangel an Projektentwicklungen und niedrige Leerstandsquoten dazu beitragen, dass die Mieten voraussichtlich im Fahrwasser einer nachhaltigeren Belebung der Wirtschaftsaktivität steigen werden. Angesichts angemessener Bewertungen, attraktiver Dividendenrenditen und des guten Zugangs zu den Kapitalmärkten sind die Unternehmen in unseren Portfolios kurz- bis mittelfristig weiterhin gut aufgestellt.

AXA IM aktuell: Konsum und Liquidität geben Auftrieb

Ein anhaltendes Wachstum über dem langfristigen Trend spricht weiter für risikoreiche Anlagen. Die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM) empfehlen zudem, inflationsindexierte US-Anleihen aufzustocken. 

„Unsere Erwartungen für das Weltwirtschaftswachstum sind noch bescheiden, dürften aber bald steigen, da die Disinflation die Kaufkraft der Verbraucher weltweit erheblich stärkt“, erklärt das Team für Research und Investmentstrategie in einer aktuellen Publikation. „Gleichzeitig führt das billige Öl zunächst auch zu geringeren Investitionen. Die Konsumbelebung und die steigende Beschäftigung können die Investitionsschwäche jedoch wettmachen.“ Der stark gefallene Ölpreis habe sich mittlerweile auf einem niedrigen Niveau in der Nähe von 60 US-Dollar je Barrel Brent eingependelt. Da die Lagerbestände in den USA aber deutlich höher seien als saisonal üblich, werde der Preis vermutlich weiter gedrückt. Das zu erwartende Weltwirtschaftswachstum liege weiterhin bei etwa 3,7 Prozent. „Die Liquidität bleibt eine starke Stütze und die aktuelle Konjunkturschwäche dürfte vorübergehen“, erklären die Ökonomen.

Für die USA prognostizieren die Strategen von AXA IM ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,1 Prozent im ersten Quartal 2015: „Das ist eine wesentlich bessere Basis für den Rest des Jahres als letztes Jahr.“ Auch das von der National Federation of Independent Business gemessene Geschäftsklima bei kleinen Unternehmen und das Verbrauchervertrauen seien weiter gestiegen. „Wir rechnen für die USA mit einem kräftigen Wachstumsschub durch den Ölpreisrückgang. Dieser Schub dürfte sich in den kommenden Quartalen zunehmend entfalten“, prognostizieren die Experten von AXA IM. Der starke Dollar hingegen bremse die amerikanische Wirtschaft, auch wenn diese eine Währungsaufwertung besser verkrafte als stärker exportierende Volkswirtschaften. Trotzdem gehen die Strategen davon aus, dass sich das Wachstum der US-Wirtschaft 2015 auf 3,2 Prozent beschleunigen wird. 

„Angesichts des Wachstums und der steigenden Beschäftigung wird auch eine Leitzinserhöhung zum Ende des Jahres immer wahrscheinlicher“, so die Experten weiter. Damit sorge die Federal Reserve Bank (Fed) vermutlich für einen Ausgleich, da die meisten Industrie- und Schwellenländer weiterhin eine expansive Geldpolitik betreiben werden. Mittelfristig dürfte eine weniger expansive Politik die Anleiherenditen aber steigen lassen. Zudem sorgten die Dollarstabilisierung, die Erholung des Ölpreises und die guten Ergebnisse der US-Unternehmen dafür, dass der amerikanische Aktienmarkt nach einem enttäuschenden Jahresanfang auf neue Höchststände gestiegen ist. Dennoch habe sich das Umfeld für amerikanische Aktien nicht grundlegend geändert: „Die höheren Arbeitskosten, der stärkere Dollar und die niedrigen Ölpreise begrenzen unseres Erachtens das Aufwärtspotenzial. Daher sind wir gegenüber amerikanischen Aktien vorsichtig. Stattdessen empfehlen wir inflationsindexierte US-Anleihen aufzustocken.“ Die Experten raten zudem dazu, Aktien aus dem Euroraum, aus Japan sowie aus den asiatischen Schwellenländern überzugewichten.

Die vollständige Investmentstrategie finden Sie im angehängten PDF links.

Fidelity Marktkommentar: Japans Unternehmen dürften Gewinnausblicke nach oben korrigieren

„Der mittelfristige Ausblick für den japanischen Aktienmarkt ist positiv. Zwar hat der Nikkei-Index erst vor kurzem ein 15-Jahreshoch markiert, doch gleich mehrere Faktoren sprechen dafür, dass der jüngste Aufwärtstrend anhält. So zeigt die japanische Wirtschaft nach dem Dämpfer durch die Mehrwertsteuererhöhung im April 2014 wieder Zeichen der Erholung. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Schlussquartal 2014 nach zwei negativen Quartalen wieder gestiegen.

Auch die Stimmung bei den Unternehmen ist positiv, die Ertragsentwicklung stabil. Ich gehe davon aus, dass die Gewinnausblicke vieler Unternehmen nach oben korrigiert werden. Japans Unternehmen konzentrieren sich zudem stärker als bisher auf ihre Kapitaleffizienz und die Interessen der Aktionäre. Die Dividendenzahlungen werden dieses Jahr ein neues Rekordhoch erreichen und die Aktienrückkäufe haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Auch die Bewertung spricht aktuell für Japans Aktien. Verglichen mit dem historischen Kurs-Gewinn-Verhältnis, sind japanische Aktien derzeit günstig. Gegenüber dem US-Markt weisen Japans Unternehmen aktuell einen Bewertungsabschlag auf.

Auf der Unternehmensebene machen sich langsam strukturelle Reformen bemerkbar. So sind deutliche Verbesserungen in Bezug auf die Corporate Governance zu beobachten. Alte Unternehmen wie Hitachi fokussieren sich wieder auf ihr Kerngeschäft, während sich neue Wirtschaftszweige, wie der Tourismus, langsam etablieren.

Insgesamt favorisiere ich aktuell Mid-Cap-Unternehmen, die im Durchschnitt höhere Eigenkapitalrenditen und solidere Geschäftsmodelle aufweisen als viele große Konzerne. Zu den aussichtsreichen Sektoren zählen Dienstleistungen, Elektronik, Maschinenbau und Immobilien. Diese Branchen kombinieren Gewinnwachstumspotenzial mit attraktiven Bewertungen. Besonders interessant ist meiner Ansicht nach der Bereich Internetdienstleistungen. Japan ist der weltweit viertgrößte Markt für E-Commerce. Angesichts der Tatsache, dass die Branche im vergangenen Jahrzehnt konstant ein zweistelliges Wachstum aufwies und E-Commerce in Japan lediglich 6 Prozent des gesamten Handels ausmacht, versprechen die Unternehmen der Branche bemerkenswertes Wachstumspotenzial.

Dazu zählt beispielsweise Rakuten, der führende E-Commerce-Konzern in Japan, der nicht nur Online-Shopping anbietet, sondern auch Kreditkarten-Dienstleistungen, Bank- und Wertpapiergeschäfte sowie Online-Reisebuchungen. Das Unternehmen hat mehr als 40.000 Händler und rund 150 Millionen Verkaufsartikel und ist damit gut aufgestellt, um vom stark wachsenden Markt zu profitieren. Gleiches gilt für das Online-Vergleichsportal Kakaku.com.

Kao ist ein weiteres Unternehmen, das ich schätze. Der auf Kosmetik- und Haushaltsprodukte spezialisierte Konzern verfügt über eine sehr starke Stellung in Japan und plant nun, ins Ausland zu expandieren. So könnte Kao zu einer asiatischen Wachstumsstory werden.

Zu meinen Favoriten gehört außerdem Hitachi. In der Vergangenheit verkörperte der Konzern das alte Japan. Die Gewinnmargen lagen unter denen der internationalen Konkurrenten und waren aus Anlegersicht inakzeptabel. Die Unternehmensführung verfolgt jedoch einen klaren Reformprozess und verkauft Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Das steigert die Margen deutlich. Setzt sich der Prozess fort, wird sich das positiv auf die Eigenkapitalrendite und den Aktienkurs auswirken.“

Swiss & Global AM – Luxusmarken profitieren von kauffreudigen chinesischen Touristen und der Euroabwertung

Frankfurt, 19. März 2015 – Der Konsum von edlen Handtaschen, Designeraccessoires und Markenschmuck wird derzeit vor allem von reisefreudigen Chinesen angekurbelt. „Touristen haben eine Schlüsselstellung – sie machen mittlerweile 30 bis 40 Prozent des weltweiten Marktes für Luxusgüter aus“, erklärt Scilla Huang Sun, die gemeinsam mit Andrea Gerst den JB Luxury Brands Fund von Swiss & Global Asset Management verwaltet. Tendenz steigend: Bis 2020 wird jeder zweite Chinese zur kaufkräftigen Mittelschicht gehören. „Für die wachsende chinesische Mittelschicht ist ein Shopping-Trip ins Ausland schick“, sagt Huang Sun. Aktuell heißen die bevorzugten Reise- und damit auch Einkaufsziele Tokio, Seoul und Taiwan. Doch für die Attraktivität des Reiseziels spielen auch die Wechselkurse momentan eine entscheidende Rolle – Europa ist aus dem fernöstlichen Blickwinkel günstig, die USA nicht. Seit der Abwertung des Euros verzeichnen vor allem Modemetropolen wie Mailand und Paris mehr Touristen aus dem Reich der Mitte. Vom schwachen Euro profitieren deshalb vor allem europäische Luxusgüterhersteller. Der erstarkte US-Dollar hemmte die Kauflust der Chinesen, die die USA bereisen, ein wenig: Das Modeunternehmen Ralph Lauren sowie der Luxusschmuckhersteller Tiffany haben in den USA weniger Touristen verzeichnet.

Schweizer Luxusuhren nutzen ihr Image – Applewatch kaum Gefahr für Luxusuhren-Segment
Die Aufwertung des Schweizer Franken trifft das Exportgeschäft von Schweizer Luxusuhrenherstellern weniger hart als andere Branchen. Denn starke Marken haben eine Preismacht und können deswegen Währungseffekte durch höhere Preise ausgleichen. „Nach der Aufwertung des Schweizer Franken im Januar haben Richemont und Swatch Preisanstiege von fünf bis zehn Prozent für ihre Uhrenexporte angekündigt. Dadurch können sie zum Teil den Druck auf ihre Gewinnmargen, den die erstarkte Schweizer Währung verursacht hat, wieder ausgleichen“, sagt Huang Sun. Auch die Applewatch dürfte das Luxusuhren-Segment bis auf Weiteres nicht gefährden. „Ein hinderliches Element ist sicherlich die Batterielaufzeit von kaum 24 Stunden. Ein Erfolg der Uhr darf aber nicht ausgeschlossen werden, da Apple in der Vergangenheit schon oft seine Fähigkeit für erfolgreiche Produktlancierungen bewiesen hat“, sagt Huang Sun.

Luxusgüter-Unternehmen bieten attraktive und konstante Dividendenausschüttungen
Auch aus fundamentaler Sicht spricht vieles für Luxusgüterhersteller. „Die meisten Unternehmen haben starke Cash-Flow-Überschüsse. Zudem haben viele von ihnen für das vergangene Jahr ihre Dividendenausschüttungen erhöht“, sagt Gerst. Der Modekonzern Kering und der Kosmetikhersteller L´Oréal haben ihre Dividenden um acht Prozent, der Brillenhersteller Luxottica hob sie um elf Prozent an und zahlte zudem eine Sonderdividende. Die Luxusgüterbranche zeichnet sich zudem durch Beständigkeit aus: Firmen wie LVMH, Hermès, Lindt, Estée Lauder und Tiffany haben über die vergangenen zehn Jahre nicht einmal ihre Dividendenausschüttungen gekürzt.

Global aufgestellte Unternehmen profitieren von Tourismus
Mit Blick auf den Einfluss des Tourismus auf den Absatz von Luxusgütern sind vor allem die Unternehmen am besten aufgestellt, die weltweit Filialen unterhalten. Der JB Luxury Brands Fund diversifiziert deswegen nach Regionen und Subsektoren und fokussiert sich auf gut geführte Unternehmen mit einer weltweiten Reichweite. Denn diese haben ein besseres Risiko-Ertrags-Profil als regional ausgerichtete Unternehmen. Obwohl zum Beispiel die chinesische Vorliebe für das Luxussegment  ungebrochen ist und das Reich der Mitte schon jetzt 55 Prozent des globalen Wachstums ausmacht, sind Niederlassungen in China nicht entscheidend. „Wegen der E-Commerce-Welle und der Präferenz der Chinesen, im Ausland einzukaufen, werden einige Unternehmen wahrscheinlich ihr Einzelhandelsnetzwerk in China zusammenlegen“, Gerst.

Luxusgüter: Absatzzahlen entwickeln sich 2015 positiv
Für 2015 erwartet Swiss & Global AM einen Anstieg der Verkaufsraten für Luxusgüter von sechs bis acht Prozent (ohne Währungseffekte). „Wir sind der Ansicht, dass die Wachstumsraten 2014 ihren Tiefpunkt erreicht und mittlerweile überwunden haben“, sagt Gerst. Die Verkaufszahlen in Europa ziehen wieder an und die Zahl der Luxusgüterkonsumenten aus den Schwellenländern, die jetzt schon die Hälfe des globalen Verbrauchs ausmacht, wächst weiter. Obwohl 2014 wegen der erlahmten Konjunktur in Europa, dem Fehlen konsumfreudiger russischer Touristen und den strengeren Regeln für Geschäftskundengeschenke in China der Luxusindustrie einen Dämpfer verpasst haben, sind die Absatzzahlen immerhin um durchschnittlich fünf Prozent gewachsen. Der Konsum in den USA konnte einiges kompensieren und zudem gab es bereits Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung in Südeuropa. Außerdem haben die Chinesen trotz schärferer Regulierung 2014 ihren Luxuskonsum im Ausland um mehr als 20 Prozent gesteigert.

Oddo Asset Management: Dollar hat Großteil der Aufwertung hinter sich

Sehr geehrte Damen und Herren,

Investoren aus dem Gemeinsamen Währungsgebiet haben 2015 bislang prächtig an ihren Dollar-Anlagen verdient. So ist der Dow-Jones-Index von Jahresanfang bis zum 16. März in Greenback gerechnet gerade einmal um 0,4% gestiegen, auf Euro-Basis hat der US-Blue-Chip-Index hingegen um satte 14,6% zugelegt. Der Grund für diesen Performance-Unterschied liegt in der Aufwertung des Dollar um mehr als 10% gegenüber der Gemeinschaftswährung seit Beginn 2015. Doch nunmehr dürfte der Greenback den Großteil seiner Rally gegenüber dem Euro hinter sich haben, glauben Nicolas Chaput, CEO und Co-CIO, und Laurent Denize, CIO beim französischen Vermögensverwalter Oddo Asset Management. Daher kaufen die beiden Strategen keine weiteren in Dollar denominierten Vermögenswerte für ihre Portfolios, sondern greifen wieder auf eine weniger riskante Optionsstrategie zurück.

Details entnehmen Sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.