ETF Securities Marktüberblick - Anleger weiterhin angespannt aufgrund geopolitischer Risiken

Geopolitische Risiken machten wieder Schlagzeilen nachdem Saudi Arabien am Donnerstag Luftschläge gegen Jemen flog. Anleger griffen daraufhin zu defensiven Portfolioabsicherungen. Öl und Gold konnten solide Kursgewinne verbuchen, während die erhöhte Volatilität zu Verunsicherung bei Anlegern führte in Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Kursgewinne am Aktienmarkt. Diese Woche werden Anleger mit einem Auge auf die beginnende Berichtsaison in den USA schauen. Unternehmensprofitabilität könnte gelitten haben unter dem starken USD. Das andere Auge wird sich auf globale Ereignisse richten, unter anderem ob Griechenlands Regierung es schafft, seinen Gläubigern ein akzeptables Reformpaket vorzulegen, ohne dabei die Wähler zu Hause zu verärgern.

Rohstoffe
Kann Öl seine jüngsten Kursgewinne halten ohne geopolitisches Risiko? Die von Saudi Arabien geführte Koalition leitete Militäraktionen ein gegen die Rebellen im Jemen, woraufhin der WTI Rohölpreis um über 10% anstieg auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Wenn es gelingen sollte, den Rebellenaustand niederzuschlagen und sich Anleger wieder auf das fundamentale Überangebot an Öl fokussieren, erwarten wir einen erneuten, temporären Abfall des Ölpreises. Auf mittelfristige Sicht glauben wir jedoch, dass Öl nahe der Talsohle ist und auf absehbare Zeit wieder aufwerten wird. Edelmetalle profitierten ebenfalls von der geopolitischen Spannung, Silber war dabei der größte Gewinner. Das erhöhte Marktrisiko und das negative Zinsumfeld dürften Edelmetalle weiterhin unterstützen. Der Höhepunkt im Bereich Agrarrohstoffe diese Woche wird der WASDE Erntebericht, welcher Hinweise geben wird zu den Getreideanbauplänen der US Landwirte sowie zur Qualität der Winterweizenernte. Anleger werden dadurch besser Abschätzen können, wie stark die Angebotsseite im Vergleich zur Rekordernte 2014 ausfallen wird

Aktien
Goldminenaktien mit starker Outperformance da US Anleger auf die Berichtssaison warten. In einer Woche, die stark von geopolitischen Problemen geprägt war, hatten Aktienindizes Schwierigkeiten, in der Gewinnzone zu bleiben. Goldminen jedoch konnten sich gegen diesen Trend stellen, der DAXGlobal Gold Minder Index konnte seine Rallye fortsetzen und hat in den letzten 3 Monaten über 12% Performance erzielt. Chinesische Aktien konnten ebenfalls positive Zahlen verzeichnen, Anleger scheinen mit einem sich stabilisierenden Wachstumsausblick und trotz schwächer als erwarteten Industrieindikatoren zufrieden zu sein. Der MSCI China A Index konnte einen Zuwachs von 3% verzeichnen und endetet die Woche auf einem Allzeithoch. In dieser Woche wird der Fokus vieler Investoren auf der Berichtssaison in den USA liegen und auf erste Anzeichen der Auswirkungen des starken US Dollars. Ein Abschwächen des Aktienmarktes wäre die Folge.

Währungen
USD holt vor der Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen (Non-Farm-Payrolls) wieder auf. Das letzte Woche von Fed Vorsitzender Yellen geführte Interview verwies noch einmal auf ein langsames Anziehen der Geldpolitik in 2015. Der USD konnte trotz des Interviews und schwächerer Indikatoren einige der kürzlich erfahrenen Verluste wieder aufholen. Die Arbeitslosenzahlen werden daher ein wichtiger Indikator sein, da sie bisher als Anzeichen für ein starkes Wirtschaftswachstum in den USA galten. Die Inflation hat in vielen Ländern einen Stand um 0% erreicht, nicht nur in den USA, aber auch in England. Europäische Investoren werden diese Woche auf den Konsumentenpreisindex achten sowie auf die Arbeitslosenzahlen. Die EZB hat sicher noch einen weiten Weg vor sich, um die Balance zwischen Inflation und steigender Nachfrage zu erreichen.  

AXA IM aktuell: Übertreibung am Anleihemarkt?

Nick Hayes, Manager des AXA WF Global Strategic Bonds erläutert, warum Anleger in diesem Jahr eher auf Rendite verzichten als nach Zusatzrendite suchen sollten.

25 Prozent der europäischen Staatsanleihen haben negative Renditen. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen rentieren bei 30 Basispunkten. Und auf Britische Pfund lautende Anleihen außerhalb des erstklassigen Staatsanleihesektors hatten im Januar 2015 mit einem Zuwachs von 4,9 Prozent ihr bestes Monatsergebnis aller Zeiten, während die Renditen auf das Rekordtief von 3,3 Prozent sanken. „Wir leben in ungewöhnlichen Zeiten“, kommentiert Nick Hayes, Manager des AXA WF Global Strategic Bonds. „Ich bin mir nicht sicher, welche dieser Tatsachen mich am meisten schockiert. Es besteht offenbar kaum noch ein Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Fundamentaldaten und den Vermögenspreisen, wie insbesondere die Renditen von Staatsanleihen zeigen.“ Während die USA und Großbritannien an der Schwelle einer neuen Ära ohne Quantitative Easing und mit demnächst steigenden Zinsen stünden, hielten die quantitativen Lockerungsprogramme der EZB und Japan die Renditen auf diesen niedrigen Niveaus.

„Das Spiel von Angebot und Nachfrage verzerrt zunehmend die Bewertungen von Zinsinstrumenten, weil eher risikoarme Titel Käufer finden“, erklärt Hayes. „Einige Renditen sind sogar auf das tiefste Niveau seit 500 Jahren gefallen.“ 2014 seien dabei vor allem zwei Faktoren zum Tragen gekommen: Der Markt senkte seine Erwartungen in Bezug auf die Maximalrendite im Zinszyklus, und sehr viele Marktteilnehmer hätten Duration untergewichtet. Dies habe im Zuge der zwischenzeitlichen Renditesteigerungen zu Problemen und weiteren Käufen geführt, als die Anleger ihre Positionen am kurzen Ende der Zinskurve schlossen.


Wieso könnten die Renditen steigen?
„Ich habe mich lange dagegen gewehrt, die Anleiherallye als Übertreibung zu bezeichnen, aber die Situation ist in jedem Falle außergewöhnlich, und so stellt sich die Frage, was hier eigentlich vor sich geht“, so Hayes weiter. „Die Ruhe, mit der Anleger negative Renditen akzeptieren, gibt sicherlich Anlass zur Sorge. Im Übrigen sind wir wahrscheinlich auch Zeugen der so genannten Kapitulationsphase. Ähnliches konnten wir im Jahr 1999 im Technologie-Aktienmarkt beobachten. Damals vollzogen viele, die Technologie ursprünglich untergewichtet hatten, eine Kehrtwende nach dem Motto: Offenbar kann man bei diesen IPOs nur gewinnen, wenn die Aktien selbst bei schlechten Fundamentaldaten immer zulegen.“ Diese Kapitulationsphase ist Hayes zufolge wichtig, weil sie dem Markt hilft, ein Gleichgewicht zu finden. Anders als im Jahr 2014, als wegen der allgegenwärtigen Durationsuntergewichtung praktisch der ganze Markt auf dieselbe Entwicklung setzte, seien die Positionierungen jetzt sehr viel ausgeglichener. Es gebe genügend Marktteilnehmer, die weiter sinkende Anleiherenditen für möglich hielten. „Vielleicht geht die Analogie mit der Nasdaq weiter und der Zinsmarkt implodiert irgendwann einfach. Dann bestünde wenig Widerstand gegen steigende Renditen“, so Hayes.


Wie sollten sich Anleger positionieren?
Das globale Fixed-Income-Segment sei allerdings eine so diverse Anlageklasse, dass es nicht ausreiche, einfach nur eine Übertreibung auszumachen und die Anlageklasse komplett zu ignorieren. „Wir analysieren Anleihen, die sensibel auf Zins- und Bonitätsveränderungen reagieren, lange und kurze Laufzeiten, konventionelle und inflationsindexierte Titel und natürlich achten wir auf regionale Diversifizierung“, erläutert Hayes. „Angesichts der extrem niedrigen Renditen bevorzugen wir Anleihen mit kürzeren Laufzeiten und meiden weiterhin langlaufende Staatsanleihen, die in den letzten Monaten so massiv angezogen haben. Außerdem setzen wir auf Credits besonders im US-High-Yield-Segment.“ Dennoch könne man davon ausgehen, dass eine Korrektur bei US- und anderen wichtigen Staatsanleihen in den meisten Anlageklassen Verkaufswellen auslösen könne.

Hayes positioniert sich daher defensiv: „2015 sollte es in meinen Augen um Renditeverzicht statt um Zusatzrendite gehen. In den letzten fünf Jahren hat sich die Renditejagd am Anleihemarkt gelohnt. 2015 werde ich dagegen versuchen, Anleihen mit besonders niedrigen Renditen zu kaufen, die auch nur ein geringes Risiko haben. Mein Kernportfolio besteht aus den Zinsinstrumenten mit dem niedrigsten Beta, also kurzlaufenden Anleihen mit geringem Risiko.“

Fidelity Marktkommentar: In den demografischen Wandel investieren

Kronberg im Taunus, 31. März 2015. Hilary Natoff und Aneta Wynimko, Fondsmanagerinnen des Fidelity Global Demographics Fund:

Hilary Natoff:

„Die demografischen Entwicklungen werden drastische Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzwelt haben. So beeinflussen die sich verändernden globalen Bevölkerungsstrukturen unmittelbar das Konsumverhalten. Unternehmen, die davon profitieren, dürften langfristig steigende Gewinne erzielen, unabhängig von kurzfristigen Faktoren wie Rohstoffpreisen, der Zentralbankpolitik oder Währungsschwankungen. Bei der Auswahl der Titel in unserem Fonds achten wir darauf, dass die demografische Entwicklung der Kerntreiber der langfristigen Ertragsaussichten der Unternehmen ist, in die wir investieren. Denn auf lange Sicht treiben Firmengewinne die Aktienperformance.“

Aneta Wynimko:

„Wir investieren in Aktien, die von drei wesentlichen demografischen Trends profitieren: der weltweit stark wachsenden Mittelschicht, der alternden Bevölkerung und dem Bevölkerungswachstum allgemein. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD schätzt, dass die Zahl der Menschen weltweit von 6,9 Milliarden bis zum Jahr 2050 auf 9,6 Milliarden steigt. Zugleich wird sich der Anteil derer, die älter als 60 Jahre sind, mehr als verdoppeln von 840 Millionen auf rund zwei Milliarden Menschen.

Diese Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur werden sich zwangsläufig im Konsumverhalten niederschlagen. Und nicht zuletzt sorgt auch eine stark wachsende Mittelschicht für einen tiefgreifenden Wandel. Die OECD schätzt, dass sich die Zahl der Menschen, die der Mittelschicht zuzurechnen sind, in den Schwellenländern von heute 1,5 auf 4,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050 verdreifachen wird.

Beispiele für Unternehmen, die von einem der oben genannten Megatrends profitieren, sind Safaricom, und Essilor. Der Mobilnetzbetreiber Safaricom hat eine führende Marktposition in Kenia und betreibt das Bezahlsystems über Mobiltelefon M-Pesa, mit dem bereits rund 108 Milliarden US-Dollar abgerechnet wurden. Das entspricht in etwa einem Drittel des Bruttoinlandprodukts Kenias, dessen Bevölkerung bis zum Jahr 2030 von rund 40 Millionen auf 66 Millionen Menschen steigen wird.

Essilor ist ein Unternehmen, das bei Brillengläsern weltweit einen Marktanteil von 37 Prozent besitzt und besonders in den Schwellenländern führend ist. Der Konzern gibt im Vergleich zu den Mitbewerbern ein Vielfaches für Forschung und Entwicklung aus und bietet hohes Wachstumspotenzial. Bis 2020 werden etwa 4,1 Milliarden Menschen eine Sehhilfe benötigen – gegenüber heute ein Anstieg von 43 Prozent. Das stützt die Nachfrage langfristig.“

Mit einer Investition in die globale demografische Entwicklung können Anleger an einer der wichtigsten Entwicklungen unserer Zeit teilhaben. Deshalb hat Fidelity Mitte März 2012 den Fidelity Global Demographics Fund aufgelegt. In den drei Jahren seit seiner Auflegung hat der Fonds eine Wertsteigerung von 54,3 Prozent erzielt und damit den Vergleichsindex MSCI All Countries World hinter sich gelassen, der im selben Zeitraum 38 Prozent zulegte. Der Fonds zeichnet sich durch einen hohen Active Share von rund 90 Prozent aus. Der Active Share ist der Anteil des Fondsportfolios, der vom Vergleichsindex abweicht und daher einen guten Anhaltspunkt bietet, wie aktiv ein Fonds tatsächlich gemanagt wird.

Folgen des SNB Entscheids – Wo kann der Anleger in CHF jetzt noch positive Erträge erzielen?

Nach der SNB Entscheidung, dem Druck zu einer Aufwertung des Schweizer Franken nachzugegeben und die Wertuntergrenze aufzuheben, ist die Rendite der zehnjährigen Eidgenossen nun praktisch null. Auch EUR-Aggregate Anleihenfonds weisen lediglich noch eine Rendite von etwa 0,7% auf. Nach Abzug der Absicherungskosten (EUR versus CHF) von derzeit etwa 0,8% pro Jahr resultiert bereits vor Gebühren eine negative Rendite. Positive Erträge in CHF (nach Absicherungskosten) zu erwirtschaften ist noch schwieriger geworden. Lediglich mit der Übernahme höherer Risiken kann dieses Ziel noch erreicht werden.

In Dokument im Anhang links stellt ifund Analgen mit höherer erwarteter Rendite, aber auch mit erhöhten Risiken bezüglich Kreditqualität, Liquidität und Marktschwankungen vor.

Von
Thomas Züttel
Head International Fund Research
ifund services AG

GAM Marktkommentar: Am chinesischen Aktienmarkt stehen die Zeichen auf Stock-Picking

Auf dem chinesischen Aktienmarkt werden Fundamentaldaten in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen. Das ist die Erwartung von Kevin Chan, der die Asien- und China-Fonds von GAM zusammen mit Michael Lai verwaltet. „Die Beta-getriebene Rally, die wir seit dem vierten Quartal vergangenen Jahres erlebt haben, hat im März ein Ende gefunden. Hintergrund ist, dass der zukünftig langsamere, aber nachhaltigere Wachstumskurs Chinas beginnt, sich in den Unternehmensergebnissen bemerkbar zu machen“, erläutert er. Besonders Firmen, die zuvor bei Investoren hoch im Kurs standen, etwa aus dem Finanz- und Telekommunikationssektor sowie einige Energietitel, hätten zuletzt enttäuschende Gewinnzahlen vorgelegt. Insgesamt seien die Erwartungen an das Gewinnwachstum im MSCI China Index für 2015 auf fünf Prozent zurückgeschraubt worden. „Die Kursentwicklung der einzelnen Titel dürfte nun wieder stärker divergieren. Für Investoren wird die Einzeltitelauswahl daher wichtiger, und es gilt, anhand der Fundamentaldaten zu differenzieren“, erwartet Chan.

Aufwärtspotenzial sieht der Fondsmanager vor allem bei Technologietiteln, etwa aus dem Onlinehandel. „Dieser Bereich hat bereits in den vergangenen Wochen gut abgeschnitten und im Vergleich das höchste Gewinnwachstum verzeichnet“, sagt er. Auch im Immobiliensektor gebe es Chancen, wobei Investoren zwischen den Sub-Sektoren differenzieren müssten. Privaten Immobilienentwicklern falle es zusehends schwerer, Finanzierungen für ihre Projekte zu finden. „Dagegen erhalten die Unternehmen in Staatshand weiter Bankkredite bzw. sind in der Lage, sich über Anleihen zu relativ niedrigen Zinsen Geld zu beschaffen“, so Chan.

Saxo Bank Rohstoffkommentar: Jemen-Krise treibt Rohstoffpreise

„In der vergangenen Woche ist der Jemen in den Fokus der Rohstoffmärkte gerückt. Dort eskaliert zusehends der Konflikt zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der von Saudi-Arabien angeführten Koalition von sunnitisch geführten Ländern“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Die räumliche Nähe Jemens zu Saudi-Arabien und seine strategischen Lage an der Bab al-Mandab-Meeresstraße, dem viertgrößten Öl-Schifffahrtsweg der Welt, führe zu Sorgen über mögliche Versorgungsstörungen. 

Dies hat dem Energiesektor einen ordentlichen Schub gegeben. Der Konflikt würde die schon bestehenden Spannungen im Nahen Osten zwischen dem schiitischen Lager angeführt vom Iran und Syrien und der sunnitischen Allianz noch weiter verstärken. Hinzu käme, dass die USA und Russland erneut die unterschiedlichen Konfliktparteien unterstützen. „Zwar wurden die Ölpreise, die schon durch den schwachen Dollar angetrieben wurden, dadurch beflügelt. Dennoch haben sie es noch nicht geschafft die Gewinne auch zu halten“, sagt Hansen. Die Sorte WTI hat trotz der weiter steigenden US-Lagerbestände am stärksten profitiert. Dies sei durch die spekulativen Positionen von Hedgefonds auf den Terminmärkten zu erklären.

Auch Edelmetalle haben vergangene Woche zugelegt. Insbesondere die Stimmung gegenüber Gold hat sich zunehmend verbessert, was das Edelmetall wieder über die Marke von 1.200 US-Dollar pro Feinunze steigen ließ. „Das gelbe Metall hat seit November 2014 dreimal die psychologisch wichtige Marke von 1.150 USD pro Feinunze getestet, aber nie unterschritten. Zusätzliche Unterstützung kam sowohl vom letzten Federal Open Market Committee-Meeting als auch vom sinkenden US-Dollar sowie schwächelnden Aktien und Anleihen“, sagt Hansen. Die neugewonnene Stärke könne jedoch auch zu Gewinnmitnahmen führen und den Goldpreis wieder auf 1.172 USD pro Feinunze fallen lassen.


Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie anbei.

AXA IM aktuell: Fulminanter Start für Small Caps

Seit Beginn des Jahres sind europäische Aktien um durchschnittlich rund 14 Prozent gestiegen und haben damit den stärksten Jahresstart seit den späten 1990er Jahren hingelegt. Dabei haben sich Small Caps – also kleinere Unternehmen – noch stärker entwickelt als der Markt insgesamt. 

Die derzeitige Rally der Nebenwerte kann nach Ansicht der Strategen von AXA Framlington  noch mehr Fahrt aufnehmen. In den Jahren nach der Finanzkrise hatten Small Caps die Performance von Large Caps deutlich übertroffen. Im vergangenen Jahr allerdings hatten sie eine Pause eingelegt. Nun sehen die Experten aber wieder neues Potenzial. Als Gründe dafür nennen sie die derzeitige vorteilhafte Konstellation wie zum Beispiel ein stärkeres Gewinnwachstum, eine attraktive relative Bewertung und unternehmensspezifische Wachstumsstorys von Nebenwerten. Aber auch makroökonomisch getriebene Katalysatoren wie das Quantative Easing der Europäischen Zentralbank (EZB), die niedrigen Ölpreise, die verbesserten Bedingungen auf den Kreditmärkten und der schwächere Euro, der dem Vertrauen von Wirtschaft und Konsumenten einen gehörigen Schub verpasst hat, wirken sich nach Meinung der Experten positiv auf die Entwicklung der Small Caps aus. „Nebenwerte sind von ihrer Struktur her attraktiv: Mit ihnen können Investoren gezielt auf Wachstum setzen. Small Caps sind oft Nischenanbieter, die von Veränderungen profitieren, wie zum Beispiel der demografischen Entwicklung, neuen technologischen und regulatorischen Entwicklungen, und sie sind natürliche Ziele für Übernahmen“, erklärt Uwe Diehl, Head of Client Group Germany & Austria bei AXA Investment Managers (AXA IM).

Darüber hinaus ist die Bewertung der Small Caps in Relation zum Wachstum ansehnlich: Small Caps werden derzeit mit einem leichten Aufschlag gegenüber Large Caps gehandelt, aber im historischen Langzeit-Durchschnitt sind sie nach Einschätzung von AXA Framlington sehr attraktiv bewertet. Zudem seien die Umsätze der Nebenwerte in einem schwachen Umfeld in den vergangenen Jahren deutlich schneller gewachsen als die der großen Unternehmen. Während bei Large Caps mit einem Wachstum des Ergebnisses je Aktie von 4,8 Prozent in diesem Jahr  und von durchschnittlich 10 Prozent über die nächsten drei Jahre gerechnet werde, erwarten die Analysten für europäische Small Caps 2015 ein EPS-Wachstum nahe bei 20 Prozent. Für die nächsten drei Jahre rechnen sie mit durchschnittlich 15 Prozent. 

Die Entwicklung des Euro sei ein weiterer Aspekt, der sich positiv auf die Entwicklung der Nebenwerte auswirke. Kurzfristig werde der gesunkene Außenwert der Währung zwar zunächst größeren und international aufgestellten Unternehmen helfen, mittelfristig werde davon aber wahrscheinlich auch das nominale Produktionswachstum angekurbelt – und davon profitiere auch das Small-Cap-Universum.

Zwei knappe Güter: Wachstum und Ertrag – Entwicklung eines Anlagethemas

London / Frankfurt am Main. John Bennett, Head of European EquitiesHenderson Global Investors– Aktuell sind zwei Güter an den Finanzmärkten Mangelware: Wachstum und Ertrag. Als Thema identifizierten wir dies erstmals im Sommer 2014, als sich an den weltweiten Rentenmärkten eine Wachstums- und Nachfrageschwäche sowie eine drohende Deflation abzeichneten. In diesem Umfeld gingen wir davon aus, dass es an zwei Dingen mangeln würde: an Wachstum, definiert als Umfeld mit „niedrigem bzw. keinem Wachstum“, und an Ertrag vor dem Hintergrund fallender und in einigen Fällen sogar negativer Renditen. Aufgrund dieser Erwartungen galt es nun, bestimmte Risiken, aber auch eine Reihe möglicher Chancen, im Auge zu behalten. 

Knappes Gut Wachstum 

Nach unserer Einschätzung sind Aktien aus Europa absolut gesehen nicht mehr günstig, auch wenn sie verglichen mit anderen Märkten mit einem Abschlag gehandelt werden. Dennoch gehen wir davon aus, dass die Kurse einzelner Aktien weiter steigen werden. 

Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns zunächst bewusst machen, an welchem Punkt des Zyklus wir uns gerade befinden. Nach der Finanzkrise hatten viele Unternehmen zunächst erfolgreich ihre Kosten gesenkt. Anschließend sanierten sie geschickt ihre Bilanzen, indem sie die niedrigen Anleihezinsen nutzten, um ihre Finanzierungskosten zu senken. Mithilfe von Aktienrückkäufen konnten sie zudem ihren Gewinn je Aktie erhöhen. Auffällig war jedoch das nach wie vor unzureichende Umsatzwachstum. So gab und gibt es nur wenige Unternehmen, denen es gelingt, ihre Umsätze und Gewinnmargen kontinuierlich zu steigern. Für solche Unternehmen sind Anleger bereit, einen Aufschlag zu zahlen. 

Knappes Gut Ertrag

Wegen des schleppenden und in einigen Ländern der Eurozone sogar rückläufigen Wachstums hat der Abwärtsdruck auf die ohnehin niedrigen Anleiherenditen weiter zugenommen. Noch verschärft wird die Lage durch die Entscheidung der EZB, ein quantitatives Lockerungsprogramm aufzulegen. An den Aktienmärkten in Europa verharren die Dividendenrenditen unterdessen unweit ihres 10-Jahres-Durchschnitts. Dies macht die folgende Grafik deutlich.

Dividendenrenditen in Europa tendieren weiter fest – im Unterschied zu anderen Anlageklassen

Quelle: UBS, Thomson Reuters Datastream, Stand: Februar 2015

Unterdessen hatten die Renditen von Schweizer Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit im Januar 2015 ins Minus gedreht. Auf diesen Zug springen nun auch Unternehmen wie Nestlé auf, die Anleihen emittieren, deren Rendite nicht an die Dividendenrendite ihrer Aktie heranreicht. Viele Anleger legen sich daher lieber die Aktien dieser Firmen ins Portfolio, die noch dazu einen gewissen Schutz vor Geldentwertung bieten, was bei Anleihen nur selten der Fall ist.

Ein Thema aufbauen

In Erwartung einer weiteren Entwicklung dieses Themas richteten wir unsere Strategie im dritten Quartal 2014 über Namen wie Atlas Copco, Legrand, Fresenius und Wärtsilä stärker auf wachstumsstarke Qualitäts- und Dividendenaktien aus. Zudem bauten wir ein Engagement bei ausgewählten europäischen Banken auf. Aber statt auf globale Bankenriesen wie Deutsche Bank oder Santander konzentrierten wir uns auf regionale inländische Banken wie KBC, Danske Bank, DNB und Nordea Bank, die aus unserer Sicht besser positioniert sind, um Gewinne zu erwirtschaften und diese an ihre Aktionäre auszuschütten.

Positionierung verstärkt

Wie von uns erwartet, kam es im dritten Quartal 2014 zu einem allgemeinen Kursanstieg. Seit Januar beobachten wir eine gewisse Marktrotation, ausgelöst durch die verstärkte Jagd der Anleger nach Beta. Und trotz der Gefahr eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone setzen Aktien aus Europa ihren steilen Anstieg fort. Rückenwind erhalten sie neben dem stetigen Strom besserer Konjunkturdaten auch vom quantitativen Lockerungsprogramm der EZB, für das der Startschuss im März fiel. Angesichts dieser Rahmenbedingungen wenden sich Anleger nun zunehmend den konjunkturempfindlicheren Bereichen wie dem Industriesektor zu. 

Wir halten das für einen Fehler, denn wir glauben, dass die für Wachstum gezahlte Prämie inzwischen zu hoch ist. Wirklich günstige Gelegenheiten sind kaum noch zu finden. Deshalb haben wir im Februar beschlossen, das Portfolio neu auszurichten und das Engagement bei Verbrauchsgütern zu reduzieren. Im Gegenzug verstärkten wir unsere Position bei inländischen Banken, vor allem bei solchen aus den Benelux-Ländern und aus Skandinavien. Auch diesmal konzentrierten wir uns auf Kreditinstitute, die vor allem auf ihrem Heimatmarkt aktiv sind und ausreichend Gewinn erwirtschaften, um eine Dividende auszuschütten. Um Mega-Banken auf der Suche nach Wachstum machten wir einen Bogen. Neben KBC, Danske Bank, DNB und Nordea Bank investierten wir in Svenska Handelsbanken und ING sowie in die italienische Intesa Sanpaolo und die Bank of Ireland. Dieses Thema hat seinen Zenit aus unserer Sicht noch nicht überschritten. Aber wie immer sind wir bereit, unsere Portfolios neu zu gewichten, sollte es die aktuelle Lage erfordern.

Zum Thema gehörende Bestände:

* In Großbritannien notierte und ausschließlich im Henderson Gartmore Pan European Fund enthaltene Aktien.

Fidelity Marktkommentar: Hohe Dividenden sind nicht alles

Kronberg im Taunus, 26. März 2015. Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund, erläutert, warum sich Anleger auch in der anstehenden Dividendensaison nicht alleine von hohen Ausschüttungen leiten lassen sollten:

„Die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken macht Dividendenaktien zu Anlegers Liebling. Kein Wunder: Eine durchschnittliche Dividendenrendite der DAX-Unternehmen von 2,5 Prozent ist eine starke Alternative zur zehnjährigen Bundesanleihe, die vor kurzem für 0,25 Prozent platziert wurde. Anleger sollten sich allerdings nicht nur von einer hohen Dividendenrendite leiten lassen. Wichtig ist, dass die Cashflows und deutlich entschuldeten Bilanzen der Unternehmen die hohen Dividendenausschüttungen nachhaltig rechtfertigen.

Nach der bevorstehenden Dividendensaison dürften zunehmend qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen in den Fokus rücken. Die verbesserte Konjunkturlage weltweit, der Rückenwind durch Währung und Rohstoffe sowie Kostensenkungsmaßnahmen und Innovationen der Unternehmen werden über die nächsten 12 Monate zu einem zweistelligen Gewinnwachstum führen. Langfristig sind in etwa 7 Prozent Rendite vom Aktienmarkt zu erwarten. Selbst die dividendenstärksten Titel in Deutschland erreichen diese Rendite gegenwärtig nicht durch die Dividendenrendite allein. Mit anderen Worten: Auf eine aktuell hohe Dividendenrendite alleine kommt es nicht an. Es muss auch die Aussicht auf steigende Gewinne und daran gekoppelt steigende Ausschüttungen bestehen.

Ein Beispiel für eine Aktie, bei der ich genau aus diesem Grund eine schwächere Entwicklung erwarte, ist das DAX-Schwergewicht Allianz. Zwar ist die Dividendenrendite mit 4,4 Prozent vergleichsweise hoch, aber es besteht kaum Aussicht auf Gewinnsteigerungen und damit auf signifikante Erhöhungen der Ausschüttungen.

Eine hohe Dividendenrendite ist oft auch ein Ausdruck dessen, dass ein Unternehmen nur wenig renditeträchtige Investitionsprojekte hat. Dass das Management dann die Auszahlungen an die Anteilseigner erhöht, ist Ausdruck einer guten Unternehmensführung. Langfristig muss es aber darum gehen, das Unternehmen weiterzuentwickeln und Gewinne zu steigern, um mittels Dividenden plus Gewinnwachstum eine überdurchschnittliche Aktienperformance erzielen zu können.

Interessant sind Unternehmen, die zunächst eine niedrigere Dividendenrendite bieten, aber durch die Aussicht auf zukünftiges Wachstum bestechen. Einer meiner Favoriten ist United Internet: Das Unternehmen investiert seit vielen Jahren in Kunden und Innovationen und hat mit dieser Strategie die meisten dividendenstarken Titel mittelfristig deutlich hinter sich gelassen.

Eine gute Kombination aus einer nachhaltig attraktiven Dividendenrendite von fast 4 Prozent und gutem Gewinnwachstum ist der Medienkonzern Pro Sieben Sat.1, der durch Innovationen wie My Video oder Maxdome Wachstumsperspektiven geschaffen hat. Weitere interessante Aktien sind momentan vor allem bei den Nebenwerten zu finden. Diese hinken dem DAX seit Jahresanfang 2015 deutlich hinterher, obwohl die Qualität der Unternehmen nicht schlechter ist. Hervorheben würde ich zum Beispiel Sixt. Das Unternehmen bietet eine Dividendenrendite von knapp 3 Prozent und steigert gleichzeitig die Gewinne kontinuierlich im hohen einstelligen Prozentbereich.“

Aktuell lebhafte Wirtschaftstätigkeit eröffnet weitere Renditechancen

Frankfurt, 24. März 2015 – Häufig werden wir um unsere Einschätzung zu den diversen Daten gebeten, die über den deutschen Markt veröffentlicht werden. Die jüngsten BIP-Daten für das vierte Quartal 2014 fielen mit 0,7% im Vergleich zum Vorquartal beispielsweise durchaus robust aus und überraschten den Markt positiv. 

Uns hingegen überrascht die lebhafte Geschäftstätigkeit nicht. Sie deckt sich mit unseren Analysen und unseren Gesprächen mit den Geschäftsführungen vor Ort. In den letzten Monaten haben wir sogar eine noch optimistischere Haltung eingenommen, obwohl wichtige Daten wie Geschäftsklimaumfragen und gesamtwirtschaftliche Daten schwächer ausfielen.

Solche Unterschiede sind uns bereits in der Vergangenheit aufgefallen, weshalb wir die entsprechenden Wirtschaftsdaten mit einem gewissen Vorbehalt betrachten. Dennoch werden sie trotzdem von uns berücksichtigt. Diese Daten sind treibende Faktoren für die Aktivität am Markt, sie können jedoch auch schwanken und sollten kritisch betrachtet und überprüft werden, wie wir unlängst am Beispiel der Industrieproduktionszahlen vom Dezember gesehen haben. 

Vor allem aber entstehen unsere Einschätzungen durch eine tiefgründige Analyse nach dem Bottom-up-Ansatz jener Unternehmen, die wir abdecken. Sollte eine Ungleichheit zwischen unseren Unternehmensanalysen sowie den Erkenntnissen unserer Gespräche aus erster Hand einerseits und den datengetriebenen Entwicklungen am Markt andererseits herrschen, dann unterziehen wir diese Ergebnisse einer genauen Prüfung, um die entsprechenden  Abweichungen nachvollziehen und daraus einen Vorteil für unsere Anleger ziehen zu können.

Erkenntnisse über Inflation und QE

Die Deutung von Inflationsentwicklungen ist ein weiterer Bereich, der eine genaue Überprüfung erfordert. Auf der einen Seite fielen die BIP-Daten des vierten Quartals robust aus und auf der anderen Seite drohte eine Deflation. In den meisten Situationen ist dies eine seltsame Kombination. In diesem Fall können wir den Effekt des fallenden Ölpreises auf die Aktienkurse nicht außer Acht lassen. Die Frage ist nun, ob sich der Druck der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing - QE) gegen die hartnäckig niedrigen Preise durchsetzen kann und welche Auswirkungen dies auf die Aktienkurse der Unternehmen haben wird.

Ausschlaggebend ist natürlich, wohin das Geld fließt. In Großbritannien sehen wir auch nach der Einführung des QE-Programms im Umfang von 375 Mrd. GBP noch einen schwachen Inflationsdruck. Unserer Ansicht nach werden sich die Auswirkungen der geldpolitischen Lockerung durch die EZB auf die Finanzmärkte beschränken und Anleihen- und Aktienkurse begünstigen, ohne jedoch das beabsichtigte Ziel zu erreichen, die Preise in der Gesamtwirtschaft nach oben zu treiben:

Kurzfristig verfügt der deutsche Staat aber über einen ausgeglichenen Haushalt, weshalb wir nicht von einer Nettoneuemission von Bundesanleihen ausgehen. Und mit der EZB als neuer Käufer am Markt dürften die Anleihenkurse steigen, was das Interesse der Anleger für höher verzinsliche Rentenanlagen und Aktien stärken wird.

Mittelfristig gibt es einen weiteren wichtigen Punkt, der bei der Inflationsdiskussion anscheinend beinahe vollständig übersehen wird: Die Produktionsgrenzkosten. Bei unserer Analyse der verschiedenen von uns betrachteten Unternehmen bewegen sich die Produktionsgrenzkosten im Zuge des großen technologischen Fortschritts einer Industrie immer weiter Richtung Null. Intelligente Technologien tragen zur Optimierung des Produktionsprozesses und zur Minderung von Produktionskosten bei und ermöglichen bessere Kostenkontrollen.

In Deutschland wird dies als Industrie 4.0 bezeichnet, also die vierte industrielle Revolution. Diese Revolution bindet die Informatisierung sowie die digitale Technologie in den Industrieprozess mit ein. Aber auch der 3D-Druck und erneuerbare Energien sind Bereiche, in denen Deutschland führend ist. Der Rückgang der Grenzkosten bietet der Unternehmenslandschaft in Deutschland einen Wettbewerbsvorteil, der im Portfolio eine angemessene Berücksichtigung findet.

Raum für Bewertungssteigerungen

Ausgehend von den Tiefständen im Oktober ist der deutsche Aktienmarkt laut Thomson Reuters Datastream auf einer Gesamtertragsebene um fast 40% auf Euro-Basis gestiegen. Nach einem solch rasanten Anstieg innerhalb kürzester Zeit kann der Markt nach allen gängigen Maßstäben nicht mehr als günstig bezeichnet werden.

Trotz dieser Tatsache sind wir der Auffassung, dass am Markt weiterhin Wertschöpfungsmöglichkeiten bestehen. Im Verhältnis betrachtet sind deutsche Aktien günstiger als der breitere europäische Markt. Mit Blick auf die prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnisse wird Deutschland im Vergleich zu Europa immer noch mit einem Abschlag gehandelt und zwar trotz der überdurchschnittlichen Erträge von deutschen Unternehmen.

Ausblick

Kurzfristig gehen wir davon aus, dass die quantitative Lockerung die Wettbewerbsfähigkeit des Euro aufrechterhalten wird und infolgedessen das Nischensegment in Form von Exportunternehmen mit hoher Wertschöpfung in Deutschland unterstützt wird. Das riesige Anreizprogramm wird außerdem für Kapitalzuflüsse am Aktienmarkt sorgen. Insgesamt betrachtet können unserer Einschätzung nach alle kurzfristigen Marktkorrekturen als eine Kaufgelegenheit angesehen werden.

Das oben erwähnte Thema der industriellen Digitalisierung wird im Baring German Growth Trust durch Unternehmen wie die Cancom AG, die Cloud-Computing-Lösungen ermöglicht, bis zur Softing AG, ein Anbieter von industriellen Kommunikationsprodukten, angemessen abgedeckt.

Basierend auf den Investitionen der vergangenen Jahre wird das Portfolio, so glauben wir, mittel- bis langfristig signifikante Gewinne für Anleger erwirtschaften. 

Robert Smith
Investment Manager,
Baring German Growth Trust
Baring Asset Management, London
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„Europäische Aktien sind im Vergleich zu europäischen Renten billig und auch gegenüber anderen Regionen sind europäische Aktien günstig bewertet“

Im folgenden Interview kommentiert Mark Nichols, Manager des F&C European Growth & Income Fund, die aktuelle Lage am europäischen Aktienmarkt.

Sie investieren in europäische Aktien – sind Sie mit der Marktentwicklung zufrieden?
Als Fondsmanager für europäische Aktien verbringe ich die meiste Zeit damit, Unternehmen zu analysieren und – hoffentlich – zu verstehen. Mich interessiert, wie sie Cashflows erwirtschaften, ob sie Potenzial haben, was sie investieren müssen, um ihre Gewinne zu steigern, und wieviel ich als Aktionär bezahlen muss, um von diesen Cashflows zu profitieren. Natürlich stelle ich auch noch andere Überlegungen an, aber das ist der Kern meiner Investitionsentscheidung. Allerdings verzichte ich normalerweise auf Kaffeesatzleserei und den Versuch, die Marktrichtung vorherzusagen. Vielleicht bin ich nur neidisch auf Leute, die damit Erfolg haben, aber ich kenne meine Grenzen und kann gut mit ihnen leben.

Und was sagen Sie Leuten, die eine Marktmeinung von Ihnen verlangen?
Ich versuche Investoren immer zu erklären, wie mein Team und ich unsere Analysen angehen, und muss dann regelmäßig Fragen nach dem Konjunkturausblick für Europa beantworten. Ich spreche immer mit Unbehagen über die Konjunktur. Warren Buffet hat mal über die Märkte gesagt: „Für mich existiert der Aktienmarkt gar nicht. Er dient nur dazu, nachzusehen, ob irgendwer irgendeine Dummheit macht.“ Buffet ist nicht der einzige Skeptiker. In seinem Buch „One Up on Wall Street“ überschreibt Peter Lynch das fünfte Kapitel mit der Frage „Ist der Markt günstig? Da dürfen Sie mich nicht fragen.“ Hinzu kommt, dass ich als Manager europäischer Aktien ein grundsätzliches Problem habe: Wenn ich davon überzeugt wäre, dass der Markt dauerhaft fällt, sollte ich mir einen neuen Job suchen und vielleicht Körbe flechten oder etwas Ähnliches tun. Da ich das bislang noch nicht getan habe, darf man getrost annehmen, dass ich ausgewählte europäische Aktien auf sehr lange Sicht für vielversprechend halte. Schließlich gibt es in Europa einige sehr beeindruckende Unternehmen. 

Aber was spricht denn nun aus Sicht eines erklärten Stockpickers für den europäischen Aktienmarkt?
In den USA sind die Gewinne erheblich kräftiger gestiegen als im Euroraum – die US-Wirtschaft ist stärker und hat sich schon mehr erholt. Deshalb sind amerikanische Aktien stärker gestiegen als europäische Dividendentitel. Europäische Aktien sind also anhand unterschiedlicher Kennzahlen billiger als amerikanische – und das schon länger. Die relativen Erwartungen für Europa und die USA entfernen sich immer weiter von den Fundamentaldaten.

Sollte man also heute Aktien kaufen?
Ich bin versucht zu sagen, dass Sie mich das nicht fragen dürfen, weil ich Fondsmanager für europäische Aktien bin. Ich besitze aber auch selbst Anteile am F&C European Growth & Income Fund, und das nicht ohne Grund. Ja, vielleicht bin ich da nicht ganz objektiv, aber ich halte die aktuelle Marktlage tatsächlich für ziemlich überzeugend. Europäische Aktien sind im Vergleich zu europäischen Renten billig – jedenfalls dann, wenn wir die letzten 95 Jahre als Maßstab nehmen. Und auch gegenüber anderen Regionen sind europäische Aktien günstig bewertet.

ETF Securities Marktüberblick 23.03.2015

Heute finden Gespräche zwischen Angela Merkel und Alex Tsipras statt, dem griechischen Premier Minister, in einem Versuch, die Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu verbessern und die Zukunft Griechenlands in der Eurozone zu sichern. Das Treffen folgt dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen über die Bedingungen eines Rettungspaketes für Griechenland, welche die öffentliche Meinung und die angespannten politischen Beziehungen gespaltet haben. An anderer Stelle wird eine Reihe von Produktions- und Häuserverkaufsdaten diese Woche Anlegern einen Einblick in die Nachhaltigkeit der Gesundung der globalen Volkswirtschaften geben. Inflationsdaten aus den USA und Großbritannien werden Schlüsse über die Auswirkungen der niedrigen Energie- und Nahrungsmittelpreise auf die Inflation, und damit auf eine potentielle Zinserhöhung geben.

Rohstoffe
Kaffee erholt sich nach Aufwertung des Brasilianischen Real. Kaffeepreise kamen in diesem Jahr stark unter Druck und fielen seit Jahresbeginn um 24% auf US $ 1,26 pro Pfund. Dieser Abwärtstrend wurde von Regenfällen und einer deutlichen Abwertung des brasilianischen Real getrieben. Ein schwächerer Real ermöglicht es brasilianischen Herstellern den Kaffee international zu niedrigeren Preisen (gemessen in US-Dollar) zu exportieren, ohne deswegen geringere Einkünfte in ihrer Landeswährung zu erhalten. Die Rückkehr von trockener Witterung in der letzten Woche hat gemeinsam mit einer vorübergehenden Aufwertung des Real am Dienstag eine Umkehr des jüngsten Trends im Kaffee verursacht. Dieser beendete die Woche 8,7% höher. US-Rohöl fiel auf ein Sechs-Jahres-Tief, da sich die Lagerbestände weiter ansammeln und Schieferproduktion keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. US-Schieferproduzenten haben den Fokus auf Effizienz- und Kostensenkungen der Förderanlagen gerichtet, um das derzeitige Förderniveau halten zu können. Die Beschneidung von Explorationsausgaben zusammen mit dem Rückgang der Anzahl an Förderanlagen sollte die US-Rohölproduktion mäßigen und damit die Preise anziehen lassen. 

Aktien          
Weitere Impulse lassen chinesische Aktien jubeln. Am Sonntag gab der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang bekannt, die Wirtschaft weiter unterstützen zu wollen, um sicherzustellen, dass das 7% Wachstumsziel erfüllt werde. Der chinesische Aktienmarkt begrüßte diese Aussage als Hinweis auf weitere Konjunkturmaßnahmen in Form von Mindestreservesenkungen und Zinssenkungen. Der MSCI China A Index beendete die Woche bei einem Allzeithoch 7,4% höher. Der FTSE 100 stieg um 3,0%, nachdem der Kanzler der Schatzämter Großbritanniens den Haushalt vor den Wahlen bekannt gab. Das Haushaltsbudget sendete Energie- und Immobilienaktien in die Höhe, nachdem der Schatzamtskanzler Maßnahmen zur Reduzierung von Steuer auf Nordseeöl & Gasunternehmen, sowie die Unterstützung von erstmaligen Hauskäufern ankündigte. 

Währungen
Sterling wegen Inflationssorgen unter Druck. Im Anschluss an das Federal Open Market Committee Meeting letzte Woche verursachte eine zurückhaltende Presseerklärung, dass der Sterling gegenüber dem Dollar um 1,5% zulegte, was dem größten Sprung innerhalb eines Tages in den vergangenen fünfeinhalb Jahren entsprach. Diese Gewinne erwiesen sich jedoch als kurzlebig, da der Dollar die Vortagesverluste gegenüber den meisten wichtigen Währungen wieder wettmachte. Das jüngste Sitzungsprotokoll der BOE betonte, dass die Teuerungsrate wahrscheinlich unter null fallen wird und dort vorerst verweilen könnte, wenn Energie- und Nahrungsmittelpreise keinen Inflationsdruck aufbauen würden. Der britische Sterling wird wahrscheinlich in den kommenden Monaten weiterer Volatilität ausgesetzt sein, da es weiterhin keinen klaren Favoriten in den kommenden Parlamentswahlen gibt und sich Randparteien wachsender Popularität erfreuen. 

HGI: Rahmenbedingungen begünstigen europäische Hochzinsanleihen

London / Frankfurt am Main – Chris Bullock erläutert die Faktoren, die sich unterstützend auf europäische Hochzinsanleihen auswirken. Besonders wichtig ist dabei der Kaskadeneffekt, der daraus resultiert, dass Anleger auf der Suche nach attraktiver Rendite zunehmend in das untere Kreditspektrum ausweichen.

Auswirkungen der EZB-Maßnahmen 

Europäische Hochzinspapiere sind stark in das neue Jahr gestartet. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres verbesserte sich der Bank of America Merrill Lynch European Currency High Yield Index um 3,1% bezogen auf den Euro. Dabei ist der Anstieg nahezu ausschließlich den engeren Spreads zu verdanken, ausgelöst durch die stärkere Nachfrage nach Bekanntgabe des quantitativen Lockerungsprogramms (Quantitative Easing, QE) der EZB. Dadurch werden immer mehr Anleger in die unteren Ratingkategorien drängt, wenn sie eine attraktivere Rendite erzielen wollen.

Für bessere Stimmung gegenüber der Anlageklasse sorgt auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld mit stabileren Rohölpreisen, starken Kursgewinnen an den Aktienmärkten und einer Zwischenlösung für Griechenland mit Verlängerung des Hilfsprogramms. Denn anders als an den US-Hochzinsmärkten machen Emittenten aus der Energiebranche mit hohem Fremdkapitalanteil nur einen kleinen Teil des europäischen Universums aus. Bei den Gewinnen der High-Yield-Emittenten aus Europa dürften die niedrigeren Ölpreise und der schwächere Euro unterm Strich positiv zu Buche schlagen. 

Hohe Nachfrage lässt Risikoappetit steigen

Das gleich zu Jahresbeginn hohe Neuemissionsvolumen reichte indes nicht aus, die deutlich gestiegene Nachfrage zu befriedigen. Dies geht aus Kapitalflussdaten deutlich hervor, die einen positiven Nettomittelzufluss belegen. Bei den neu an den Markt gebrachten Hochzinsanleihen dominieren bislang Papiere mit vergleichsweise höherem BB-Rating, die auf eine starke Nachfrage bei Anlegern treffen. Inzwischen tummeln sich in diesem Segment zahlreiche Investment-Grade-Anleger auf der Jagd nach höheren Renditen.

Auswirkungen hat die steigende Nachfrage auch auf die unteren Kreditsegmente. So weichen traditionelle High-Yield-Investoren zunehmend in B- und CCC-Kategorien aus, in denen attraktivere Renditen locken. Allerdings hält das Angebot derzeit mit der enormen Nachfrage nicht Schritt, was aus unserer Sicht in den nächsten Monaten zu einem erheblichen Engpass bei höher verzinsten Papieren führen könnte.

Bantleon: QE der EZB – nutzlos und gefährlich

Kommentar von Dr. Daniel Hartmann, Senior Analyst Economics bei Batleon: Ende des 20 Jahrhunderts bestand ein breiter Konsens in der Geldpolitik: Großvolumige Käufe von Staatsanleihen sind Tabu für Notenbanken. Schließlich hat dies früher oder später immer zu Hyperinflation geführt. Genau deshalb findet sich das Verbot der Staatsfinanzierung durch Notenbanken auch in vielen Verfassungen. Seit der Lehman-Pleite ist aber nichts mehr wie früher. Inflation gilt als passé und großvolumige Assetkaufprogramme von Zentralbanken – neudeutsch »Quantitative Easing« – sind zum Standardinstrument der Geldpolitik avanciert. Viele sehen in QE sogar den Schlüssel zur Überwindung der Finanzmarktkrise. Auch die EZB konnte letztendlich den Verlockungen der neuen Wunderwaffe nicht widerstehen – sie wird in den nächsten 19 Monaten für mehr als 1.000 Mrd. EUR Wertpapiere kaufen. Der Löwenanteil entfällt auf Staatsanleihen.

Befürworter von QE verweisen gerne auf die USA und Großbritannien. Die Angelsachsen haben als erste entsprechende Programme lanciert (bereits 2008/2009) und waren damit offensichtlich sehr erfolgreich. Beide Länder haben sich recht schnell aus der Rezession befreit und weisen seit 2010 durchschnittliche Wachstumsraten von knapp (Großbritannien) oder mehr (USA) als 2,0% p.a. auf, während die Eurozone kaum über die Nulllinie kommt. Für das Hinterherhinken der Währungsunion machen nicht wenige die anfangs zögerliche Geldpolitik der EZB verantwortlich. 

Aber stimmt das auch? Nicht ganz in das Bild der QE-Enthusiasten passt die Entwicklung in Japan. Dort ist es mithilfe von QE im Jahr 2013 zwar ebenfalls zu einer Wachstumsbelebung gekommen, die ebbte aber schnell wieder ab. Auch die Aufstockung des QE-Programms im Oktober 2014 hat bislang nicht den gewünschten Effekt gebracht. 

Nicht zuletzt wegen der enttäuschten Hoffnungen in Japan lohnt es sich, nach anderen Gründen für die Wachstumsdifferenz zwischen der Eurozone und den USA beziehungsweise Großbritannien zu suchen. Ins Blickfeld geraten dabei schnell die demografischen Unterschiede. So ist Japan seit Jahren mit einer schrumpfenden und die Eurozone mit einer stagnierenden Erwerbsbevölkerung konfrontiert. In den USA und Großbritannien wächst die Erwerbsbevölkerung hingegen immer noch um knapp 1,0% p.a. Mit anderen Worten: Allein aufgrund der Demografie liegt das Potentialwachstum in den USA und Großbritannien um 1,0 bis 1,5 %-Punkte höher als in Japan und der Eurozone. Die jüngsten Wachstumserfolge der Angelsachsen sind daher schnell entzaubert, wenn man statt dem absoluten BIP-Wachstum das BIP-Wachstum pro Kopf heranzieht. Seit dem Tiefpunkt 2009 weisen hier Deutschland (9,3%) und Japan (8,5%) eine dynamischere Entwicklung auf als die USA (7,6%) und Großbritannien (4,4%).

Der seit Jahren höhere Wachstumspfad in den USA und Großbritannien lässt sich daher ganz einfach mit der Demografie erklären und hat mit der Geldpolitik nichts zu tun. Mithin wäre die Konjunktur in den angelsächsischen Ländern vermutlich auch ohne Assetkäufe der Notenbanken wieder auf die Beine gekommen. Man sollte daher auch in der Eurozone keine zu großen Hoffnungen in QE setzen. Der Wachstumsausblick für das laufende Jahr fällt zwar freundlich aus. Das Wertpapierkaufprogramm der EZB ist dabei aber nur einer von vielen stimulierenden Faktoren – neben dem Ölpreisverfall, der Stabilisierung der Bankenbranche, der weniger restriktiven Fiskalpolitik, den Nachholeffekten, den rückläufigen Risikoprämien etc. Bereits 2016/2017, wenn der zyklische Rückenwind nachlässt, dürfte erneut Ernüchterung beim Wachstum einkehren. Denn das Potentialwachstum in der Eurozone liegt derzeit aufgrund der Demografie und des bestenfalls mäßigen Investitionsklimas bei maximal 1,0%. Um auf einen höheren Wachstumspfad zu gelangen, bleibt der Eurozone weiterhin nichts anderes übrig, als auf Zuwanderung, eine steigende Erwerbsquote und Strukturreformen zu setzen. 

QE wird sich also im besten Fall langfristig als nutzlos für die Eurozone erweisen. Zu befürchten ist allerdings, dass man sich damit ganz neue Probleme einhandelt. So ist das Assetkaufprogramm explizit auf kräftige Steigerungen der Vermögenspreise ausgerichtet. Der Börsenboom seit Anfang Januar dürfte in dieser Hinsicht lediglich einen Vorgeschmack darstellen. Mithin ist im kommenden Jahr folgendes Szenario wahrscheinlich: Die Aktienkurse werden sich in ganz Europa auf Allzeithöchstständen befinden, während gleichzeitig die Risikoaufschläge auf ein Minimum abgeschmolzen sind. Wenn in dieser Situation der konjunkturelle Schwung nachlässt, wovon wir ausgehen, sind scharfe Einbrüche in allen Marktsegmenten – mit Ausnahme der sicheren Häfen deutscher Bundesanleihen und Schweizer Eidgenossen – vorprogrammiert. Als Folge droht die nächste Deflationswelle, die natürlich bekämpft werden muss: mit einem »QE 2.0« der EZB.

Zitat der Woche: Die geldpolitische Flut hebt alle Boote

„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schwierig es für die Federal Reserve und die Bank of England ist, sich von den Krisen-Zinssätzen zu lösen, wenn der Rest der Welt inmitten von Sorgen wegen Disinflation und lauem Wirtschaftswachstum eine Politik der Lockerung betreibt.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Für eine kurze Zeit – zwischen Anfang Februar und Anfang März – waren die langfristigen Zinsen in den USA und Großbritannien gestiegen. Dann allerdings begann die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Quantitative Easing. Die Anleihekäufe drückten die Renditen europäischer Anleihen auf noch niedrigere Niveaus als zuvor – und ließen auch die Renditen von US-Staatsanleihen und britischen Gilts wieder sinken. Diese Ansicht vertritt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers. Er stellt einen direkten Zusammenhang zwischen der lockeren Geldpolitik in Europa und Japan und der Entwicklung an den Anleihemärkten der USA und Großbritanniens her: „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schwierig es für die Federal Reserve und die Bank of England ist, sich von den Krisen-Zinssätzen zu lösen, wenn der Rest der Welt inmitten von Sorgen wegen Disinflation und lauem Wirtschaftswachstum eine Politik der Lockerung betreibt.“ Als die Renditen italienischer Staatsanleihen auf ein Niveau fielen, das einen ganzen Prozentpunkt unter dem von US-Staatsanleihen lag, reagierten die Anleger seiner Ansicht nach schnell – und investierten mehr Mittel in den Märkten, die höhere Renditen boten. „Die geldpolitische Flut des Quantitative Easing hebt weiterhin alle Boote“, so der Experte.

Dafür spricht Iggo zufolge schon das schiere Volumen der EZB-Anleihekäufe: Als die Fed und die Bank of England ihre Quantitative-Easing-Programme betrieben, hätten sie rund die Hälfte des Neuemissionsvolumens ihrer Regierungen aufgekauft. „Für das EZB-Programm wird dagegen erwartet, dass sein Volumen mehr als doppelt so hoch wie das der Neuemissionen im Euroraum ist“, erläutert Iggo. „Damit wird der Gesamtwert der außerhalb der Eurozone gehaltenen Euro-Staatsanleihen sogar sinken.“ Dadurch könnten die Renditen eines immer größeren Teils der Euro-Anleihen künftig auf ein Niveau unterhalb der Nulllinie fallen. Ein weiteres Abflachen der Zinsstrukturkurve wäre die Folge.

„Man kann nun der Ansicht sein, dass diese Bewegungen eine völlig normale technische Reaktion sind, getrieben von Angebot und Nachfrage“, so Iggo. „Oder man kann sie rationalisieren, indem man darauf verweist, dass eine Laufzeitprämie bei Euro-Anleihen unnötig ist – schließlich könnte es sein, dass die EZB die Zinsen eine ganze Generation lang nicht anhebt.“ Darüber hinaus gebe es aber auch keinen Bedarf mehr für eine Risikoprämie für Anleihen weniger solider Staaten, denn das Quantitative Easing bedeute, dass die Eurozone nie auseinanderbrechen werde und die Staatsverschuldung innerhalb des Währungsraumes de facto sozialisiert werde. „Um es deutlich zu sagen: Das Kreditrisiko Italiens ist genauso hoch wie das von Deutschland“, erklärt Iggo.

Europäischer Immobilienmarkt im Aufwärtstrend

Guy Barnard, stellvertretender Leiter des Bereichs Global Property Equities bei Henderson Global Investors, London:

London / Frankfurt am Main – Zahlreiche wirtschaftliche und marktspezifische Faktoren, darunter die Maßnahmen der Zentralbanken, veranlassen Anleger, in anderen als den klassischen Bereichen nach ertragsstarken Investments zu suchen. Europäische Immobilienaktiengesellschaften sind gut aufgestellt, um in den kommenden Jahren weiter zu wachsen. Dass ihre Ertragspotenziale als attraktiv angesehen werden, spiegelt sich im steigenden Anlegerinteresse wider.

Attraktives Renditepotenzial 
Durch ein „noch längeres und noch niedrigeres“ Zinsumfeld sind Ertrag generierende Anlageinstrumente noch gefragtere Investments geworden. Von dieser Entwicklung dürften Immobilien als Anlageklasse profitieren, denn der Renditeunterschied zwischen ihnen und anderen Anlageklassen ist größer geworden. So erzielen deutsche Bundesanleihen mit 10 Jahren Laufzeit eine Rendite von 0,2%, während Immobilienaktien in Deutschland mehr als 6% Rendite bieten. Das bestätigt unsere Einschätzung, dass der Aufwärtstrend der Anlageklasse weitergehen wird. Darüber hinaus können die Erträge aus Immobilien ähnlich wie bei Aktien steigen, wenn sich die Wirtschaftslage bessert. Das ist einer der zentralen Vorteile von Immobilien, den Anleihen nicht bieten.

Besserung der Fundamentaldaten von Immobilien in Europa
Als Anlageklasse befinden sich Immobilien weiter im Aufwind. Die Kurse der börsennotierten Immobilienunternehmen sind 2014 sowie seit Beginn dieses Jahres kräftig gestiegen. Beflügelt werden Immobilienaktien derzeit vor allem durch das von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Januar angekündigte Anleihekaufprogramm mit einem Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro.
Nach Angaben von EPRA (European Public Real Estate Association) und MSCI befinden sich die Kurse von Immobilienaktien seit dieser Ankündigung in einem stetigen Aufwärtstrend und lassen damit auch den europäischen Aktienmarkt als Ganzes hinter sich (siehe Grafik). Aufgrund dieser positiven Entwicklung, die schon vor dem offiziellen Start des Anleihekaufprogramms begann, sollten Anleger ein Investment in europäische Immobilienaktien aus unserer Sicht in Betracht ziehen.

Die Bedeutung steigender Mieten
Bei unseren Anlagen bevorzugen wir Immobiliengesellschaften, deren Erträge größtenteils aus Mieteinnahmen stammen. Auf lange Sicht wirken sich steigende Mieten auch auf den Wert einer Immobilie positiv aus. Dass die Mieten in den nächsten Jahren weiter steigen werden, dafür sprechen aus unserer Sicht sinkende Leerstände, ein begrenztes Neuangebot und die wieder anziehende Nachfrage seitens der Mieter. Was die einzelnen Märkte anbelangt, bleibt London der dynamischste Mietmarkt in Europa. In den nächsten beiden Jahren wird für ihn ein Wachstum von 5 bis 10% erwartet.
Im übrigen Europa sehen wir Wachstumsnischen in einzelnen Märkten wie zum Beispiel in Schweden und ganz besonders in Deutschland. In der größten Volkswirtschaft Europas wächst die Wirtschaft schneller als in anderen Ländern der Eurozone, auch wenn die lockere Geldpolitik für den gesamten Währungsraum gilt. Darüber hinaus erwarten wir in den kommenden Jahren eine stetigere Erholung auch in anderen Regionen, in denen die Wirtschaftsdynamik, ausgehend von niedrigen Niveaus, wieder Fahrt aufnimmt. 

Gute Gründe für eine Anlage in Immobilienaktien
Nach unserer Einschätzung sind europäische Immobilien als Anlageklasse gut aufgestellt, um trotz des schwachen Wirtschaftswachstums und der unsicheren politischen Aussichten für die Region auf Wachstumskurs zu bleiben. Die Nachfrage seitens der Anleger nimmt weiter zu und institutionelle Investoren weiten ihre historisch niedrige Allokation in diese Anlageklasse inzwischen wieder aus. Hinzu kommt, dass historisch niedrige Staatsanleiherenditen und die lockere Geldpolitik der EZB Erträge aus Immobilien attraktiver machen. Ferner dürften der Mangel an Projektentwicklungen und niedrige Leerstandsquoten dazu beitragen, dass die Mieten voraussichtlich im Fahrwasser einer nachhaltigeren Belebung der Wirtschaftsaktivität steigen werden. Angesichts angemessener Bewertungen, attraktiver Dividendenrenditen und des guten Zugangs zu den Kapitalmärkten sind die Unternehmen in unseren Portfolios kurz- bis mittelfristig weiterhin gut aufgestellt.

AXA IM aktuell: Konsum und Liquidität geben Auftrieb

Ein anhaltendes Wachstum über dem langfristigen Trend spricht weiter für risikoreiche Anlagen. Die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM) empfehlen zudem, inflationsindexierte US-Anleihen aufzustocken. 

„Unsere Erwartungen für das Weltwirtschaftswachstum sind noch bescheiden, dürften aber bald steigen, da die Disinflation die Kaufkraft der Verbraucher weltweit erheblich stärkt“, erklärt das Team für Research und Investmentstrategie in einer aktuellen Publikation. „Gleichzeitig führt das billige Öl zunächst auch zu geringeren Investitionen. Die Konsumbelebung und die steigende Beschäftigung können die Investitionsschwäche jedoch wettmachen.“ Der stark gefallene Ölpreis habe sich mittlerweile auf einem niedrigen Niveau in der Nähe von 60 US-Dollar je Barrel Brent eingependelt. Da die Lagerbestände in den USA aber deutlich höher seien als saisonal üblich, werde der Preis vermutlich weiter gedrückt. Das zu erwartende Weltwirtschaftswachstum liege weiterhin bei etwa 3,7 Prozent. „Die Liquidität bleibt eine starke Stütze und die aktuelle Konjunkturschwäche dürfte vorübergehen“, erklären die Ökonomen.

Für die USA prognostizieren die Strategen von AXA IM ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,1 Prozent im ersten Quartal 2015: „Das ist eine wesentlich bessere Basis für den Rest des Jahres als letztes Jahr.“ Auch das von der National Federation of Independent Business gemessene Geschäftsklima bei kleinen Unternehmen und das Verbrauchervertrauen seien weiter gestiegen. „Wir rechnen für die USA mit einem kräftigen Wachstumsschub durch den Ölpreisrückgang. Dieser Schub dürfte sich in den kommenden Quartalen zunehmend entfalten“, prognostizieren die Experten von AXA IM. Der starke Dollar hingegen bremse die amerikanische Wirtschaft, auch wenn diese eine Währungsaufwertung besser verkrafte als stärker exportierende Volkswirtschaften. Trotzdem gehen die Strategen davon aus, dass sich das Wachstum der US-Wirtschaft 2015 auf 3,2 Prozent beschleunigen wird. 

„Angesichts des Wachstums und der steigenden Beschäftigung wird auch eine Leitzinserhöhung zum Ende des Jahres immer wahrscheinlicher“, so die Experten weiter. Damit sorge die Federal Reserve Bank (Fed) vermutlich für einen Ausgleich, da die meisten Industrie- und Schwellenländer weiterhin eine expansive Geldpolitik betreiben werden. Mittelfristig dürfte eine weniger expansive Politik die Anleiherenditen aber steigen lassen. Zudem sorgten die Dollarstabilisierung, die Erholung des Ölpreises und die guten Ergebnisse der US-Unternehmen dafür, dass der amerikanische Aktienmarkt nach einem enttäuschenden Jahresanfang auf neue Höchststände gestiegen ist. Dennoch habe sich das Umfeld für amerikanische Aktien nicht grundlegend geändert: „Die höheren Arbeitskosten, der stärkere Dollar und die niedrigen Ölpreise begrenzen unseres Erachtens das Aufwärtspotenzial. Daher sind wir gegenüber amerikanischen Aktien vorsichtig. Stattdessen empfehlen wir inflationsindexierte US-Anleihen aufzustocken.“ Die Experten raten zudem dazu, Aktien aus dem Euroraum, aus Japan sowie aus den asiatischen Schwellenländern überzugewichten.

Die vollständige Investmentstrategie finden Sie im angehängten PDF links.

Fidelity Marktkommentar: Japans Unternehmen dürften Gewinnausblicke nach oben korrigieren

„Der mittelfristige Ausblick für den japanischen Aktienmarkt ist positiv. Zwar hat der Nikkei-Index erst vor kurzem ein 15-Jahreshoch markiert, doch gleich mehrere Faktoren sprechen dafür, dass der jüngste Aufwärtstrend anhält. So zeigt die japanische Wirtschaft nach dem Dämpfer durch die Mehrwertsteuererhöhung im April 2014 wieder Zeichen der Erholung. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Schlussquartal 2014 nach zwei negativen Quartalen wieder gestiegen.

Auch die Stimmung bei den Unternehmen ist positiv, die Ertragsentwicklung stabil. Ich gehe davon aus, dass die Gewinnausblicke vieler Unternehmen nach oben korrigiert werden. Japans Unternehmen konzentrieren sich zudem stärker als bisher auf ihre Kapitaleffizienz und die Interessen der Aktionäre. Die Dividendenzahlungen werden dieses Jahr ein neues Rekordhoch erreichen und die Aktienrückkäufe haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Auch die Bewertung spricht aktuell für Japans Aktien. Verglichen mit dem historischen Kurs-Gewinn-Verhältnis, sind japanische Aktien derzeit günstig. Gegenüber dem US-Markt weisen Japans Unternehmen aktuell einen Bewertungsabschlag auf.

Auf der Unternehmensebene machen sich langsam strukturelle Reformen bemerkbar. So sind deutliche Verbesserungen in Bezug auf die Corporate Governance zu beobachten. Alte Unternehmen wie Hitachi fokussieren sich wieder auf ihr Kerngeschäft, während sich neue Wirtschaftszweige, wie der Tourismus, langsam etablieren.

Insgesamt favorisiere ich aktuell Mid-Cap-Unternehmen, die im Durchschnitt höhere Eigenkapitalrenditen und solidere Geschäftsmodelle aufweisen als viele große Konzerne. Zu den aussichtsreichen Sektoren zählen Dienstleistungen, Elektronik, Maschinenbau und Immobilien. Diese Branchen kombinieren Gewinnwachstumspotenzial mit attraktiven Bewertungen. Besonders interessant ist meiner Ansicht nach der Bereich Internetdienstleistungen. Japan ist der weltweit viertgrößte Markt für E-Commerce. Angesichts der Tatsache, dass die Branche im vergangenen Jahrzehnt konstant ein zweistelliges Wachstum aufwies und E-Commerce in Japan lediglich 6 Prozent des gesamten Handels ausmacht, versprechen die Unternehmen der Branche bemerkenswertes Wachstumspotenzial.

Dazu zählt beispielsweise Rakuten, der führende E-Commerce-Konzern in Japan, der nicht nur Online-Shopping anbietet, sondern auch Kreditkarten-Dienstleistungen, Bank- und Wertpapiergeschäfte sowie Online-Reisebuchungen. Das Unternehmen hat mehr als 40.000 Händler und rund 150 Millionen Verkaufsartikel und ist damit gut aufgestellt, um vom stark wachsenden Markt zu profitieren. Gleiches gilt für das Online-Vergleichsportal Kakaku.com.

Kao ist ein weiteres Unternehmen, das ich schätze. Der auf Kosmetik- und Haushaltsprodukte spezialisierte Konzern verfügt über eine sehr starke Stellung in Japan und plant nun, ins Ausland zu expandieren. So könnte Kao zu einer asiatischen Wachstumsstory werden.

Zu meinen Favoriten gehört außerdem Hitachi. In der Vergangenheit verkörperte der Konzern das alte Japan. Die Gewinnmargen lagen unter denen der internationalen Konkurrenten und waren aus Anlegersicht inakzeptabel. Die Unternehmensführung verfolgt jedoch einen klaren Reformprozess und verkauft Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Das steigert die Margen deutlich. Setzt sich der Prozess fort, wird sich das positiv auf die Eigenkapitalrendite und den Aktienkurs auswirken.“

Swiss & Global AM – Luxusmarken profitieren von kauffreudigen chinesischen Touristen und der Euroabwertung

Frankfurt, 19. März 2015 – Der Konsum von edlen Handtaschen, Designeraccessoires und Markenschmuck wird derzeit vor allem von reisefreudigen Chinesen angekurbelt. „Touristen haben eine Schlüsselstellung – sie machen mittlerweile 30 bis 40 Prozent des weltweiten Marktes für Luxusgüter aus“, erklärt Scilla Huang Sun, die gemeinsam mit Andrea Gerst den JB Luxury Brands Fund von Swiss & Global Asset Management verwaltet. Tendenz steigend: Bis 2020 wird jeder zweite Chinese zur kaufkräftigen Mittelschicht gehören. „Für die wachsende chinesische Mittelschicht ist ein Shopping-Trip ins Ausland schick“, sagt Huang Sun. Aktuell heißen die bevorzugten Reise- und damit auch Einkaufsziele Tokio, Seoul und Taiwan. Doch für die Attraktivität des Reiseziels spielen auch die Wechselkurse momentan eine entscheidende Rolle – Europa ist aus dem fernöstlichen Blickwinkel günstig, die USA nicht. Seit der Abwertung des Euros verzeichnen vor allem Modemetropolen wie Mailand und Paris mehr Touristen aus dem Reich der Mitte. Vom schwachen Euro profitieren deshalb vor allem europäische Luxusgüterhersteller. Der erstarkte US-Dollar hemmte die Kauflust der Chinesen, die die USA bereisen, ein wenig: Das Modeunternehmen Ralph Lauren sowie der Luxusschmuckhersteller Tiffany haben in den USA weniger Touristen verzeichnet.

Schweizer Luxusuhren nutzen ihr Image – Applewatch kaum Gefahr für Luxusuhren-Segment
Die Aufwertung des Schweizer Franken trifft das Exportgeschäft von Schweizer Luxusuhrenherstellern weniger hart als andere Branchen. Denn starke Marken haben eine Preismacht und können deswegen Währungseffekte durch höhere Preise ausgleichen. „Nach der Aufwertung des Schweizer Franken im Januar haben Richemont und Swatch Preisanstiege von fünf bis zehn Prozent für ihre Uhrenexporte angekündigt. Dadurch können sie zum Teil den Druck auf ihre Gewinnmargen, den die erstarkte Schweizer Währung verursacht hat, wieder ausgleichen“, sagt Huang Sun. Auch die Applewatch dürfte das Luxusuhren-Segment bis auf Weiteres nicht gefährden. „Ein hinderliches Element ist sicherlich die Batterielaufzeit von kaum 24 Stunden. Ein Erfolg der Uhr darf aber nicht ausgeschlossen werden, da Apple in der Vergangenheit schon oft seine Fähigkeit für erfolgreiche Produktlancierungen bewiesen hat“, sagt Huang Sun.

Luxusgüter-Unternehmen bieten attraktive und konstante Dividendenausschüttungen
Auch aus fundamentaler Sicht spricht vieles für Luxusgüterhersteller. „Die meisten Unternehmen haben starke Cash-Flow-Überschüsse. Zudem haben viele von ihnen für das vergangene Jahr ihre Dividendenausschüttungen erhöht“, sagt Gerst. Der Modekonzern Kering und der Kosmetikhersteller L´Oréal haben ihre Dividenden um acht Prozent, der Brillenhersteller Luxottica hob sie um elf Prozent an und zahlte zudem eine Sonderdividende. Die Luxusgüterbranche zeichnet sich zudem durch Beständigkeit aus: Firmen wie LVMH, Hermès, Lindt, Estée Lauder und Tiffany haben über die vergangenen zehn Jahre nicht einmal ihre Dividendenausschüttungen gekürzt.

Global aufgestellte Unternehmen profitieren von Tourismus
Mit Blick auf den Einfluss des Tourismus auf den Absatz von Luxusgütern sind vor allem die Unternehmen am besten aufgestellt, die weltweit Filialen unterhalten. Der JB Luxury Brands Fund diversifiziert deswegen nach Regionen und Subsektoren und fokussiert sich auf gut geführte Unternehmen mit einer weltweiten Reichweite. Denn diese haben ein besseres Risiko-Ertrags-Profil als regional ausgerichtete Unternehmen. Obwohl zum Beispiel die chinesische Vorliebe für das Luxussegment  ungebrochen ist und das Reich der Mitte schon jetzt 55 Prozent des globalen Wachstums ausmacht, sind Niederlassungen in China nicht entscheidend. „Wegen der E-Commerce-Welle und der Präferenz der Chinesen, im Ausland einzukaufen, werden einige Unternehmen wahrscheinlich ihr Einzelhandelsnetzwerk in China zusammenlegen“, Gerst.

Luxusgüter: Absatzzahlen entwickeln sich 2015 positiv
Für 2015 erwartet Swiss & Global AM einen Anstieg der Verkaufsraten für Luxusgüter von sechs bis acht Prozent (ohne Währungseffekte). „Wir sind der Ansicht, dass die Wachstumsraten 2014 ihren Tiefpunkt erreicht und mittlerweile überwunden haben“, sagt Gerst. Die Verkaufszahlen in Europa ziehen wieder an und die Zahl der Luxusgüterkonsumenten aus den Schwellenländern, die jetzt schon die Hälfe des globalen Verbrauchs ausmacht, wächst weiter. Obwohl 2014 wegen der erlahmten Konjunktur in Europa, dem Fehlen konsumfreudiger russischer Touristen und den strengeren Regeln für Geschäftskundengeschenke in China der Luxusindustrie einen Dämpfer verpasst haben, sind die Absatzzahlen immerhin um durchschnittlich fünf Prozent gewachsen. Der Konsum in den USA konnte einiges kompensieren und zudem gab es bereits Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung in Südeuropa. Außerdem haben die Chinesen trotz schärferer Regulierung 2014 ihren Luxuskonsum im Ausland um mehr als 20 Prozent gesteigert.

Oddo Asset Management: Dollar hat Großteil der Aufwertung hinter sich

Sehr geehrte Damen und Herren,

Investoren aus dem Gemeinsamen Währungsgebiet haben 2015 bislang prächtig an ihren Dollar-Anlagen verdient. So ist der Dow-Jones-Index von Jahresanfang bis zum 16. März in Greenback gerechnet gerade einmal um 0,4% gestiegen, auf Euro-Basis hat der US-Blue-Chip-Index hingegen um satte 14,6% zugelegt. Der Grund für diesen Performance-Unterschied liegt in der Aufwertung des Dollar um mehr als 10% gegenüber der Gemeinschaftswährung seit Beginn 2015. Doch nunmehr dürfte der Greenback den Großteil seiner Rally gegenüber dem Euro hinter sich haben, glauben Nicolas Chaput, CEO und Co-CIO, und Laurent Denize, CIO beim französischen Vermögensverwalter Oddo Asset Management. Daher kaufen die beiden Strategen keine weiteren in Dollar denominierten Vermögenswerte für ihre Portfolios, sondern greifen wieder auf eine weniger riskante Optionsstrategie zurück.

Details entnehmen Sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

ETF Securities Marktüberblick 16.03.2015

Notenbanken werden diese Woche wieder im Fokus der Märkte stehen. Das US Federal Open Market Committee (FOMC) wird in dieser Woche eine Pressekonferenz nach dem jüngsten Meeting einberufen. Sollte das Versprechen, ruhig abzuwarten, wie sich die Wirtschaft entwickelt, aus dem Protokoll nicht länger hervorgehen, könnte dies als Auslöser für eine für Juni erwartete Zinsanhebung ausgelegt werden. Die Schweizer Nationalbank, die die Märkte gerne einmal überrascht, hat für diese Woche auch eine Zinsentscheidung angekündigt. Die Entfernung des Bodens gegenüber dem EUR im Januar hat die Deflation vertieft und eine weitere Zinssenkung damit wahrscheinlich gemacht. Derweil wird die Bank of England das Sitzungsprotokoll der letzten Sitzung veröffentlichen und damit einen Einblick in die Ansichten der Zentralbank zulassen. 

Rohstoffe
Anhaltend anwachsende Rohöllagerbestände und mangelnde Lagerstätten revidieren die Gewinne der Vorwoche. Obwohl US-Ölförderanlagen mit einer beispiellosen Geschwindigkeit geschlossen werden, wachsen die Ölvorräte weiterhin an. Da die WTI-Kurve in Contango ist, haben sich viele Händler bemüht, Öl in den Speicherstätten zu lagern und so von einem eventuellen Aufschwung im Spotpreis zu profitieren. Das hatte bisher zu einer Bodenbildung im WTI beigetragen. Da sich die Lagerstätten aber nun allmählich der Kapazität annähern, wird weiteres Überangebot an Öl wahrscheinlich in den Markt eintreten und die Preise nach unten ziehen. Die IEA rechnet damit, dass die US Ölvorräte auch in den kommenden Monaten weiterhin ansteigen werden. Produktionskürzungen müssen schneller vorangetrieben werden um merkliche Auswirkungen auf das Angebot zu haben. Die Preise für WTI und Brent fielen daraufhin in der vergangenen Woche 7,3% und 5,6%, sodass die Gewinne der Vorwoche revidiert wurden. Der Bericht über weltweite Agrarangebots- und Nachfrageschätzungen der USDA hat überraschend die für dieses Jahr erwarteten Weizenbestände um 1 Millionen Scheffel herabgestuft, woraufhin sich der Weizenpreis um fast 6% verteuerte.

Aktien          
Schere zwischen englischer und kontinentaleuropäischen Börsen geht weiter auseinander. Der DAX Index wie auch der italienische FTSE MIB Index konnten ihren Höhenflug dank des beispiellosen QE Programms der Europäischen Zentralbank weiter fortsetzen. Der Minen- und Energie starke englische FTSE 100 Index wurde jedoch aufgrund schwacher Rohstoffpreise nach unten gezogen. Debatten aus der Politik aufgrund der bevorstehenden englischen landesweiten Wahlen im Mai und des diesjährigen Budgetvorschlages haben ein weiteres dazu beigetragen.  Der englische Finanzminister will weiterhin an seinem Sparkurs festhalten und den Wählern keine Steuergeschenke vor den Wahlen zugestehen. Ein stärker als erwartet wachsender Kreditmarkt in China und steigende Exportzahlen haben den chinesischen Aktienmarkt, gemessen an dem MSCI China A Share Index, um 2,4% steigen lassen. Diese Woche wird vor allem durch das amerikanische FOMC Treffen geprägt werden. Jegliche Anzeichen, dass der lockeren Geldmarktpolitik ein Ende gesetzt wird, sollten einen „Sell-Off“ auslösen.

Währungen
Abwartende Haltung könnte das Ende der USD Rallye einläuten. Der USD Index hat letzte Woche den Höchststand von vor 12 Jahren übertroffen, zusammen mit rekordverdächtigen Long-Positionen. Investoren erwarten, dass die FED die solide wirtschaftliche Erholung mit einer engeren Geldmarktpolitik unterstützen wird. Das Treffen des FOMCs diese Woche wird dabei ausschlaggebend sein, sollte sich das FOMC zu keinen merklichen Maßnahmen zur Zinssteigerung bereit erklären. Retailverkaufszahlen sowie Produktionsindikatoren haben leicht nachgelassen, sodass wir erwarten, dass der USD zumindest eine Pause einlegen wird nach der Rallye von 11% in 2015. Europäische Investoren werden diese Woche eher auf die Schweizer Nationalbank achten. Mit drohender Deflation ist die SNB zur Handlung fast gezwungen, Investoren könnten weitere Überraschungen von der SNB erwarten.

Saxo Bank Rohstoffkommentar: US-Lagerbestaende und Iran-Spekulationen belasten Oelpreise

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Der steigende US-Dollar ist zu einem der größten Treiber für die meisten Asset Klassen geworden“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Innerhalb des vergangenen Monats ist der Dollar um nahezu fünf Prozent gegenüber den zehn weltweit wichtigsten Währungen gestiegen. „Der negative Einfluss des starken Dollars hat jedoch insbesondere den Rohstoffsektor erwischt. Der Bloomberg-Rohstoffindex ist um 2,3 Prozent gefallen und hat damit ein 12-Jahres-Tief erreicht“, sagt Hansen. Weizen hingegen erlebte die größte Wochensteigerung seit vier Monaten. Grund dafür seien nach unten korrigierte Prognosen der Lagerbestände.

Industriemetalle erlebten eine gemischte Woche mit Verlusten bei Nickel und Aluminium und Gewinne beim Kupferpreis. „Da sich die Wachstumsprognosen für China verschlechtern und gleichzeitig die Lagerbestände steigen, ist der Ausblick auf weiter steigende Preise bei Industriemetallen zurzeit limitiert“, sagt Hansen. Gold habe dem steigenden Dollar nichts entgegensetzen können und ist neun Tage in Folge gefallen - was zuletzt 1973 passierte. „Der einzige Trost ist, dass Gold weniger gefallen als der Dollar gestiegen ist. Dadurch war es zumindest auf Eurobasis eine positive Woche für Gold“, sagt Hansen. Das nächste Federal Open Market Committee-Meeting in dieser Woche werde ein Schlüsselereignis für Edelmetalle werden, da die Märkte nach Anhaltspunkten für die US-Zinswende suchen.

Der Energiesektor habe weiterhin mit steigenden Lagerbeständen zu kämpfen. Die Ölsorte WTI ist erneut unter die Marke von 50 USD pro Barrel gefallen und steht somit wieder in der Defensive. „Die US-Produktion und Lagerbestände sind trotz einer Reduktion der in Betrieb befindlichen Förderanlagen weiter gestiegen“, sagt Hansen. Abgesehen von den US-Lagerbeständen hat auch der Iran einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es wurde berichtet, dass das Land seine Ölproduktion erhöhen würde, sollten die Sanktionen seitens der USA und anderen westlichen Nationen aufgehoben werden.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie im Anhang links.

Europäische High-Yield-Unternehmensanleihen bleiben eine interessante Beimischung

»Europäische High-Yield-Unternehmensanleihen sind auch im Jahr 2015 eine interessante Beimischung für Anleihenportfolios«, meint Gregor Taraszow, Senior Portfoliomanager und Analyst High Yield Corporates des Anleihemanagers Bantleon. »Dafür sprechen die attraktiven Kupons und die Chance auf Kursgewinne als Folge des konjunkturellen Aufschwungs in der Eurozone.« Eine Performance von 9 bis 10 Prozent erscheine durchaus realistisch. Derzeit empfiehlt er eine Übergewichtung 3- bis 5-jähriger Anleihen mit »B« Rating – verstärkt aus den Bereichen Telekommunikation, Konsumgüter & Services sowie Unterhaltung.

Herr Taraszow, europäische High-Yield-Unternehmensanleihen haben 2014 trotz einiger Turbulenzen eine Performance von 5,5 Prozent erzielt. Welches Potential haben High-Yield-Anleihen im Jahr 2015?

Gregor Taraszow: Mit ihren attraktiven Kupons sind europäische High-Yield-Unternehmensanleihen auch im Jahr 2015 eine interessante Beimischung für Anleihenportfolios. Seit Jahresanfang summiert sich der Ertrag bereits auf 3,3 Prozent. Im Gesamtjahr scheint sogar ein Niveau von 9 bis 10 Prozent möglich zu sein. Derzeit empfehlen wir eine Übergewichtung 3- bis 5-jähriger Anleihen sowie sehr kurzer Laufzeiten der Ratingkategorie »B«. Aber auch Anleihen der etwas besseren Ratingkategorie »BB« sollten sich gut entwickeln. Hierbei handelt es sich oft um »Fallen Angels« aus dem Bereich »Investment Grade«, also um renommierte Unternehmen, die aufgrund der Herabstufung in den Bereich »Non-investment Grade« eine höhere Rendite als Unternehmensanleihen mit dem Rating »BBB« bieten. Sie entwickeln sich in konjunkturellen Aufschwungphasen besser, sollten entsprechend vom aktuellen Aufschwung in der Eurozone stärker profitieren.

Wie beurteilen Sie das technische Umfeld?

Taraszow: Der europäische High-Yield-Markt scheint endgültig den Kinderschuhen entwachsen zu sein. Ein erneutes Rekordjahr sorgte 2014 mit 84 Mrd. Euro neu emittierten Anleihen für weiteres Marktwachstum und für 2015 erwarten wir eine abermalige Steigerung, denn der Start war mit 14,6 Mrd. Euro bis Ende Februar bereits sehr verheißungsvoll. Nachdem High-Yield-Unternehmensanleihenfonds vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2014 mit massiven Abflüssen zu kämpfen hatten, gibt es jetzt wieder starke Zuflüsse. Allein in der letzten Januarwoche flossen der Assetklasse über 1 Mrd. Euro zu. Ein knappes Angebot trifft somit auf eine starke Nachfrage. Im Zuge der Liquiditätsschwemme der EZB ist zudem damit zu rechnen, dass Investment-Grade-Fonds verstärkt High-Yield-Unternehmensanleihen beimischen werden. Das technische Umfeld ist unserer Meinung nach damit klar positiv zu bewerten. 

Nach welchen Kriterien wählen Sie derzeit High-Yield-Unternehmensanleihen aus?

Taraszow: Wir bevorzugen die sogenannten Ameisen des High-Yield-Universums. Das sind Unternehmen mit stabilen Cashflows, deren Geschäft von exogenen Schocks kaum beeinflusst wird. Dazu gehören vor allem Marktführer oder Unternehmen, die eine Nische besetzen sowie ein spezielles Know-how haben und hohe Margen erwirtschaften. Bei den Branchen konzentrieren wir uns auf die Bereiche Telekommunikation, Konsumgüter & Services sowie Unterhaltung. Der Emittent der Anleihen muss seinen Sitz in einem OECD-Land haben und das ausstehende Volumen mindestens 200 Mio. Euro betragen. Damit sind Mittelstandsanleihen ausgeschlossen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Payment-in-kind-Anleihen, Finanzanleihen und Anleihen mit unbegrenzter Laufzeit. Bei diesen Anleihen sind uns die Risiken zu groß.

Wie lässt sich angesichts der starken Kursschwankungen von High-Yield-Unternehmensanleihen das Risiko überwachen?

Taraszow: Zunächst nehmen wir für die Bewertung einer High-Yield-Anleihe immer deren schlechtestes Rating, sofern sie von Ratingagenturen unterschiedlich bewertet wird. Das schafft einen Sicherheitspuffer. Dann wird die Entwicklung aller Anleihen in einem Analysetool permanent überwacht. Steigen oder fallen die Risikoprämien innerhalb eines Tages oder eines Monats stark, dann kann das ein Warnsignal sein. Zudem nehmen wir zum Abgleich die Veränderungen von Aktienkursen und Aktienkursvolatilitäten der Unternehmen, von denen die High-Yield-Anleihen emittiert wurden.

Was sollten Anleger beachten?

Taraszow: Investoren müssen sich bewusst sein, dass bei High-Yield-Anleihen in Extremphasen Verluste bis zu 40 Prozent möglich sind. Deshalb sollte man in diese Anleihen nur dann investieren, wenn sie aktiv bewirtschaftet werden.

Kontakt:
Dominik Runkel
Telefon +49.511.288 798-33
dominik.runkel@bantleon.com 

Über Bantleon:
Der Anleihemanager Bantleon, im Dezember 1991 von Jörg Bantleon in Hannover gegründet, ist ein Spezialist für sicherheitsorientierte Kapitalanlagen. Dazu gehören Investment-Grade-Anleihenfonds, Absolute-Return-Fonds und vermögensverwaltende Fonds für institutionelle und private Anleger sowie Spezialfonds und Outsourcing-Mandate für institutionelle Anleger. Insgesamt verwaltet Bantleon mit 40 Mitarbeitern über 10 Milliarden Euro für Kunden in Deutschland, Österreich, Spanien, Italien, Belgien, Luxemburg und der Schweiz. Zu den über 150 institutionellen Kunden gehören Banken und Sparkassen, Hypothekenbanken und Bausparkassen, Erst- und Rückversicherungen, Altersversorgungswerke, Pensionskassen, DAX-Industrieunternehmen, Vermögensverwalter und Dachfondsmanager. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bantleon.com.

Fixed Income Fonds im altii Produktbereich.

Paul McNamara: „Steigende Güternachfrage und niedrige Rohstoffpreise eröffnen Chancen bei Lokalwährungsanleihen“

Frankfurt, 16. März 2015. Anleihen aus Schwellenländern mit starker Exportorientierung bieten 2015 außergewöhnliche Investmentchancen. Dieser Ansicht ist Paul McNamara, Fondsmanager des JB Local Emerging Bond Fund von Swiss & Global Asset Management. „Nettoexporteure von Gütern und Dienstleistungen wie Indien, die Türkei oder Mexiko profitieren derzeit von zwei globalen Trends: Einerseits lässt die konjunkturelle Erholung in den Industriestaaten die Nachfrage steigen, andererseits sorgt das niedrige Preisniveau an den Rohstoffmärkten für Entlastung“, erklärt der Experte. Innerhalb des Marktes für Lokalwährungsanleihen dürften mit Papieren dieser Staaten daher deutliche Überrenditen zu erwirtschaften sein. Dagegen könnten Anleihen von Staaten, die in hohem Maße von Rohstoffexporten abhängig sind, weiter unter Druck geraten, erwartet McNamara, dessen Fonds jüngst mit dem Morningstar Award Deutschland im Segment Schwellenländeranleihen ausgezeichnet wurde. Für die gesamte Asset-Klasse rechnet McNamara mit einer Rendite zwischen fünf bis zehn Prozent für das laufende Jahr. 

Schwellenländerwährungen sind günstig bewertet
Die größte Gefahr für Schwellenländeranleihen sei weiterhin ein starker US-Dollar. „Die starke Aufwertung des Greenbacks im vergangenen Jahr war jedoch vor allem auf die relative Outperformance der US-Wirtschaft zurückzuführen. Und während die US-Dollar-Stärke auch 2015 anhalten dürfte, ist diese Entwicklung mittlerweile größtenteils eingepreist“, so der Fondsmanager. Vom Kursverfall der Schwellenländerwährungen im vierten Quartal 2014 seien auch die Währungen der Nettoexporteure betroffen gewesen. Nun, da es stärker auf die länderspezifischen Faktoren ankomme, seien diese Währungen, zu denen McNamara auch den polnischen Zloty und den rumänischen Leu zählt, so günstig wie zuletzt 2006. „Dieses tiefe Bewertungsniveau, kombiniert mit den guten fundamentalen Aussichten, wird unserer Ansicht nach 2015 das Schlüsselthema für die Lokalwährungsmärkte sein“, betont er.

Düstere Aussichten für Rohstoffexporteure
Für die rohstoffexportierenden Länder wie Kolumbien, Peru, Südafrika oder Brasilien erwartet Paul McNamara ein weiteres schweres Jahr, denn viele dieser Volkswirtschaften hätten sich noch nicht vollständig an das globale Umfeld niedriger Rohstoffpreise angepasst. „Das dürfte sich in sinkenden Wachstumsraten oder steigenden Leistungsbilanzdefiziten niederschlagen und sich negativ auf die Landeswährungen auswirken“, analysiert er. Wenn die Inlandsnachfrage nachlasse und die Importe zurückgingen, könnte schließlich auch die Inflation stark nachgeben. Dann könnte im Laufe des Jahres der Moment kommen, in dem auch die Währungen dieser Länder attraktiv bewertet erscheinen. „Allerdings sollten Investoren vorsichtig bleiben, denn zu niedrige Inflationsraten könnten die Zentralbanken veranlassen, der drohenden Deflation durch eine weitere Abwertung der Währungen zu begegnen“, schließt McNamara. 

Fondsdaten JB Local Emerging Bond Fund (B-Anteile/akkumulierend)
ISIN: LU0256064774
Fondsname: Julius Baer Multibond - Local Emerging Bond Fund
Auflegungsdatum: 31.05.2006
Fondsdomizil: Luxemburg
Rechtliche Struktur: SICAV nach Luxemburger Recht
Fondsleitung: Swiss & Global Asset Management (Luxembourg) S.A.
Anlageverwalter: Swiss & Global Asset Management AG
Basiswährung: USD
Benchmark: JPM ELMI+ (Composite) / Hedged in EUR
Verwaltungsgebühr: 1,40% p.a.

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MFS Global Markets Outlook: The Data tell the Story

MFS Institutional Advisors und MFS Investment Managers aus Boston fassen ihren Ausblick für Europa und die Vereinigten Staaten kurz zusammen und bewerten zukünftige Schritte der Fed. Wie wirkt sich dies auf Währungen, Aktien und Fixed Income Produkte aus?

MFS geht dabei im Ausblick auf folgende Fragen ein:

  • Die globalen Makrodaten für die Finanzmärkte entwickeln sich zunehmend positiv.
  • MFS erwartet, dass Währungseinflüsse die Aktienmärkte in diesem Jahr stärker bestimmen werden.
  • Fixed-Income: MFS bevorzugt US-High-Yield-Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen.

Im Anhang links finden Sie den ausführlichen Global Macro Outlook in englischer Sprache.

Negative Zinsen: Ursachen und Strategien für Anleger

In einer Volkswirtschaft sind Zinsen gleichbedeutend mit Kapitalkosten. Die derzeit zu beobachtenden niedrigen Zinsen bzw. negativen Renditen signalisieren, dass, gemessen an der Nachfrage, ein Überangebot an Kapital besteht. In diesem Artikel analysieren Unigestion die Auswirkungen dieser „neuen Normalität“ und gehen auf folgende Fragen ein: 

(I) Warum Anleger noch immer in negativ rentierende Anlagen investieren
(II) Wo der Abwärtstrend der Negativzinsen enden wird
(III) Was sind die Auswirkungen und Lösungen für die Asset-Allokation
(IV) Wie sich diese Situation ändern könnte

TIAA Henderson Real Estate hat europäische Städte untersucht

Sehr geehrte Damen und Herren,

TIAA Henderson Real Estate (TH Real Estate) hat in seinem aktuellem Research mehr als 200 europäische Städte untersucht und mit Blick auf die Investmentchancen kategorisiert. Die wichtigsten Erkenntnisse des Researchs auf einen Blick:

  • Die fünf globalen Megatrends, die das Unternehmen auf der Expo im vergangenen Jahr vorgestellt hat, werden die Immobilienmärkte besonders auf Städteebene beeinflussen: Im Vergleich zum jeweiligen nationalen Durchschnitt sind einzelne Städte produktiver – weisen also ein deutlich höheres Bruttoinlandsprodukt auf. Zudem leben dort vergleichsweise weniger Menschen unter 40, weshalb die Altersstruktur der Städte im nationalen Vergleich jünger ist. Deshalb ist der vielversprechendste Investmentansatz im Immobiliensegment eher städte- als länderbasiert.
  • Aus diesem Grund hat TH Real Estate mehr als 200 europäische Städte untersucht und bewertet. Dabei wurde ein zweigleisiger Ansatz verfolgt, der sowohl die strukturellen Megatrends als auch die sinnvolle Kriterien für Immobilieninvestments berücksichtigt, um zukunftssichere Städte für Investments zu identifizieren. Im Ergebnis wurden knapp 50 Städte herausgefiltert, die heute und auch in Zukunft vielversprechende Investmentopportunitäten für Investoren darstellen.
  • Abseits der Top-Märkte, die auch heute bereits im Fokus der Investoren stehen, sind auch die sogenannten „Wachstumsstädte“, für die in den kommenden 15 Jahren das größte Wirtschaftswachstum erwartet wird, einen Blick wert: Das starke Wachstums dieserStädte resultiert demnach voraussichtlich auch in steigenden Mieten und Renditen. Das größte Wachstum werden drei türkische Städte aufweisen – Istanbul, Izmir und Ankara – gefolgt von Bukarest und Sofia.

Das vollständige englische Research Paper finden Sie anbei links im Anhang.

Carmignac`s Note "Variationen zum Thema Mangel" von Didier Saint-Georges

Sehr geehrte Damen und Herren,

in seiner neuesten Ausgabe der „Carmignac´s Note“ beleuchtet Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees, die derzeitigen makroökonomischen Entwicklungen sowie die aktuelle Anlagestrategie von Carmignac.

Seine Kernaussagen sind:

Märkte allgemein:

- Die Analyse der langfristigen Tendenzen der Weltwirtschaft lässt uns an unserer Überzeugung festhalten, dass die Entwicklung der Märkte von Mangel bei Wachstum, Rendite, Reformen, politischer Führung und Inflation geprägt ist. Das Gegenstück dieses Mangels liegt in einer enormen Verschuldung und einer unermesslichen von den Zentralbanken ausgeschütteten Liquidität. 

Europa:

- Das Wachstum der Eurozone wird in einer globalisierten Welt von der Weltwirtschaft bestimmt. Versuche einer Ankurbelung der Wirtschaft durch eine Abwertung der Währung laufen auf ein Nullsummenspiel hinaus. Ein starker Fall des Euro durch das ‚Quantitative Easing’ der EZB wäre eine Form des Exports des Deflationsdrucks aus der Eurozone zulasten des Wachstums der Weltwirtschaft.

- Die Eurozone dürfte 2015 von einer Wachstumsbeschleunigung dank einer schwächeren Währung, niedrigerer Kosten für Energie und Bankkredite sowie einer gelockerten Haushaltsdisziplin profitieren.

- Angesichts der verstärkten geldpolitischen Unterstützung durch die EZB sind Anleger wieder investierfreudig.


USA:

- In den USA ist das Unbehagen der Fed spürbar, die sich auf die Straffung ihrer Geldpolitik einstellt, während diese in der übrigen Welt gelockert wird.


China:

- Das Wachstum Chinas stabilisiert sich bestenfalls auf einem Niveau, das um die Hälfte unter dem von vor fünf Jahren liegt. Die seit 2014 vorrangig betriebene Korruptionsbekämpfung hat für Verspätung bei den Reformprogrammen gesorgt.


Im Anhang finden Sie die ausführliche "Carmignac´s Note" sowie ein Foto von Didier Saint-Georges. 



Über Carmignac

Carmignac wurde 1989 von Edouard Carmignac gegründet und zählt heute zu den größten Vermögensverwaltern in Europa. Das Kapital der Gesellschaft wird zu 100% von der Unternehmensführung und den Mitarbeitern gehalten, das heißt von einem stabilen Aktionärsstamm, der den Fortbestand und die Unabhängigkeit der Gesellschaft gewährleistet. Dieser grundlegende Wert garantiert die Freiheit, die für ein auf lange Sicht erfolgreiches Fondsmanagement wesentlich ist.
Mit mehr als 50 Mrd. Assets under Management hat Carmignac eine breite Fondspalette von 23 Fonds entwickelt, die  alle Anlageklassen - Aktien, Anleihen und Mischfonds – abdeckt; mit dem Ziel einer konsequenten Erfolgsbilanz der Erträge, bei geringer Volatilität für die Anleger. Vor allem das Flaggschiff von Carmignac, der Carmignac Patrimoine, erzielte in den Jahren 2000, 2002 und 2008, während des Zusammenbruchs der Märkte, positive Renditen. Seit der Auflegung im Jahr 1989 verbucht der Mischfonds nach Abzug der Gebühren eine annualisierte Jahresperformance von 9% (1). Derzeit werden unsere Fonds aktiv in 12 europäischen Ländern vertrieben: Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Belgien, Italien, Deutschland, Spanien, Niederlande, Österreich, Schweden, Großbritannien und Irland. Auf internationaler Ebene verfügt Carmignac über Büros in Luxembourg, Frankfurt, Mailand, Madrid und London. Zudem sind alle Carmignac-Fonds in Singapur für professionelle Anleger zugelassen.

(1) Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu, diese ist über die Zeit nicht konstant. Der Fonds stellt ein Risiko des Kapitalverlusts dar. Die Wertentwicklung berücksichtigt den Ausgabeaufschlag und evtl. Verwaltungsgebühren und kann geringer ausfallen. Performance per Ende Februar 2015.



Pressekontakt:

CARMIGNAC GESTION
Marie Vanbremeersch
Tel.: +33 1 70 92 33 85
mvanbremeersch@carmignac.com

INSTINCTIF PARTNERS
Benedikt Nesselhauf
Tel.: +49 69 13 38 96 23
benedikt.nesselhauf@instinctif.com


http://www.instinctif.de/

Handelsregister des Amtsgerichts Köln (HRB 50 319)
Ust.-Id. DE 227 065 314
Geschäftsführer: Carsten Böhme

Oddo Asset Management: Zu früh für Gewinnmitnahmen an Europas Börsen

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahresbeginn sind die Kurse an den europäischen Aktienmärkten um rund 15% gestiegen. Für manchen Anleger ist da die Versuchung groß, einfach mal „Danke“ zu sagen und Gewinne mitzunehmen. Keine gute Idee, finden Nicolas Chaput, CEO und Co-CIO, und Laurent Denize, CIO beim französischen Vermögensverwalter Oddo Asset Management. Für sie gibt es eine Reihe guter Gründe, in europäischen Aktien investiert zu bleiben oder sogar wieder einzusteigen.

So hätten sich die Frühindikatoren für den Euroraum angesichts von niedrigerem Ölpreis und schwächerem Euro weiter verbessert, schreiben die beiden in ihrer jüngsten Markteinschätzung. Darüber hinaus habe die EZB ihr Kaufprogramm für Staatsanleihen zu einem Zeitpunkt gestartet, zu dem bereits ein Drittel dieser Schuldtitel negative Renditen aufwies. Dies werde Anleger aus Staatsanleihen vertreiben und High-Yield-Anleihen sowie zyklischen Aktien mit starker Abhängigkeit vom Zinsniveau zugutekommen. Zu Letzteren zählen Chaput und Denize die Papiere von Banken und Immobilienunternehmen. Gleichzeitig schienen die Krisenherde wie Griechenland und Osteuropa aktuell unter Kontrolle.

Details entnehmen Sie bitte dem beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

GS&P Markt-Monitor: Negativzinsumfeld – Was ist Cash mittlerweile ’wert’?

Düsseldorf, 11. März 2015 - Derart niedrige Zinsen wie aktuell gab es noch nie in der Geschichte für eine so lange Zeit. Besonders bitter ist diese Pille für all diejenigen Anleger, die in festverzinsliche Papiere investieren (müssen). Sogar negative Zinsen, die bisher nur bei ausgewählten Staatsanleihen auftraten, waren kurzzeitig ebenfalls schon bei Unternehmensanleihen zu finden (z.B. Nestlé). 

Auf absehbare Zeit wird sich diese Situation an den Zinsmärkten nicht bessern. Solange die Preise nicht signifikant steigen oder die Wirtschaft nicht einen Gang zulegt, gibt es für die Zentralbanken keinen Druck von Ihrer expansiven Geldpolitik abzukehren. Im Gegenteil, die Zinsen könnten noch weiter sinken. Denn gerade diejenigen Investoren, die auf regelmäßige Zinszahlungen angewiesen sind, wie beispielsweise Versicherungen, sind gezwungen weiterhin zu kaufen. 

Hinzu kommen auch noch die Staatsanleihenkäufe der EZB, die für zusätzliche Nachfrage und damit weiter sinkende Zinsen sorgen. Eine Verlängerung der Laufzeiten bietet bei alledem kaum noch einen signifikanten Zusatzertrag gegenüber kurzlaufenden Anleihen. Auch wenn die Kursgewinne bei weiter sinkenden Zinsen in längeren Laufzeiten stärker ausfallen, ist das Risiko bei einem marginalen aber unerwarteten Zinsanstieg auch nicht außer Acht zu lassen.

Man muss sich als Investor also genau überlegen welches Risiko man eingeht, sollten Investitionen auf der festverzinsten Seite nichts mehr abwerfen oder sollte man vielleicht sogar drauf zahlen müssen. Es wäre das Spiel mit dem heißen Eisen, würde man die Risiken erhöhen und Anleihen von Schuldnern kaufen, die eine schlechte Bonität aufweisen oder die Laufzeiten erhöhen. Vielleicht sogar beides gleichzeitig... 

Alternativ ist eine vorübergehende Cashposition möglicherweise in der aktuellen Situation nicht mehr die schlechteste Alternative (sofern man keine Zinsen für Kontoguthaben zu zahlen hat). Die Begründung liegt darin, dass der Anlagedruck bei einer Inflation von unter Null um einiges geringer ist, als in Zeiten höherer Geldentwertung. Vor allem hat Liquidität auf dem Konto als Alternative zu negativ verzinsten Anleihen den großen Vorteil, dass sie sofort zur Verfügung steht wenn sich Kaufgelegenheiten bieten. Muss erst Liquidität für solche Chancen geschaffen werden, ist es in der aktuellen Renditejagd manchmal schon zu spät. Liquidität auf dem Konto muss also nicht mehr zwangsläufig nur als ’totes Kapital’ betrachtet werden.


Über GS&P Grossbötzl, Schmitz & Partner

GS&P Grossbötzl, Schmitz & Partner ist einer der traditionsreichsten und größten unabhängigen, inhabergeführten Vermögensverwalter in Deutschland. Gegründet im Jahr 1986, verwaltet das Unternehmen mit rund 25 Mitarbeitern heute ein Vermögen von insgesamt ca. 1,8 Mrd. Euro. Am Stammsitz Düsseldorf werden vermögende Privatkunden in klassischer Vermögensverwaltung sowie institutionelle Kunden betreut, die Fonds des Unternehmens werden in Luxemburg verwaltet. Um dem Ansatz eines langfristig-orientierten und risikobewussten Vermögensmanagements Rechnung zu tragen, bietet GS&P Grossbötzl, Schmitz und Partner seinen Kunden nur eine fokussierte Produktpalette in den Anlageklassen Aktien, Renten sowie Geldmarktprodukte an und verzichtet vollständig auf komplizierte bzw. unverständliche Finanzprodukte.  


Pressekontakt

Instinctif Partners
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+49 (0)69 133 896-23 // +49 (0)221 4 20 75-25
benedikt.nesselhauf@instinctif.com // christina.gehlen@instinctif.com
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Geschäftsführer: Carsten Böhme

NGAM: Wie geht es mit der Weltwirtschaft weiter?

FRANKFURT, 11. MÄRZ 2015 – Bereits im zweiten Halbjahr 2014 waren erste Anzeichen eines Aufwärtstrends der US-Wirtschaft sowie des US-Dollars erkennbar. Zur Belebung der Wirtschaft in der Eurozone setzt die Europäische Zentralbank (EZB) auf neue Ankurbelungsmaßnahmen. In China hat sich das Wachstum auf etwa 7% abgeschwächt, nachdem es zwischen 1989 und 2014 noch bei etwa 9,1% gelegen hatte. Japan befindet sich in einer Rezession, und die Schwellenländer müssen in diesem Jahr mit einem stärkeren US-Dollar zurechtkommen. Was bedeutet all dies nun für das weltwirtschaftliche Umfeld?

Im Folgenden erläutern Investmentexperten von Natixis Global Asset Management, ob die Weltwirtschaft in diesem Jahr anzieht oder sich eher abschwächt. Darüber hinaus gehen sie der Frage nach, ob eine Rückkehr der Währungskriege zu einer Destabilisierung der weltwirtschaftlichen Lage führen könnte.


Jörg Knaf, Executive Managing Director
Natixis Global Asset Management

Im Moment führen die Griechen ganz Europa an der Nase herum. Aber die Märkte scheint es nicht zu kümmern. Im Gegenteil, selbst vor einem Grexit scheut der Anleger nicht zurück. Die aktuelle Debatte zeigt klar, dass reformunwillige Länder zurückfallen werden und die Konkurrenz unter den Wirtschaftsblöcken bzw. Währungsregionen zunimmt. Die Strömung der Kapitalflüsse wird sich zugunsten der USA wenden. Anleger mit einer Allokation zu Schwellenländern – allen voran zu solchen, die von Rohstoffexporten abhängen – sollten sich warm anziehen. Es gilt daher, das Risiko bewusst zu streuen, denn der Markt hat sich zum Jahresbeginn alles andere als rational gezeigt.


David Lafferty, Chief Market Strategist
Natixis Global Asset Management

Auf den ersten Blick scheint alles auf eine schrumpfende Weltwirtschaft hinzudeuten. So steckt die Eurozone tief in einer Disinflation bzw. einer Deflation. Es gibt keine Garantie dafür, dass das neue Wertpapieraufkaufprogramm der EZB dieses Problem lösen wird. Parallel dazu verzeichnet China momentan einen Konjunkturabschwung, während der dreigleisige Ansatz der „Abenomics“ in Japan ebenfalls bisher noch keine nachhaltigen Früchte getragen hat. Ein Blick hinter die Schlagzeilen fördert jedoch eine Reihe positiver Faktoren zutage, die derzeit womöglich noch unterschätzt werden. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Seitwärtstendenz  der Weltwirtschaft demnächst zu Ende gehen wird und stattdessen ein zwar moderater, aber insgesamt ausgewogenerer Aufwärtstrend einsetzen könnte. Die auf regionaler Ebene wichtigsten Themen sind:

- Die US-Wirtschaft zieht weiter an: Angesichts der längerfristigen demografischen Entwicklungen sind die Aktivitäten am Wohnimmobilienmarkt immer noch lediglich mäßig. Gleichzeitig hat die Automobilproduktion wieder angezogen, während die Arbeitslosigkeit auf ein wieder „normaleres“ Niveau gesunken ist.

- China wächst nach wie vor: Obwohl die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiter an Fahrt verliert, wird sie im Jahr 2015 den Erwartungen zufolge um 7% wachsen, und auch für die nächsten Jahre geht man von einem Wachstum von deutlich über 6% aus. Damit wächst die chinesische Wirtschaft immer noch kräftig, wenn auch etwas moderater als noch in den letzten Jahren.

- Die Konjunktur in Indien nimmt Fahrt auf. Während sich die chinesische Wirtschaft leicht abschwächt, scheint Indien auf dem besten Weg zu sein, diese Wachstumslücke zu füllen. So erwartet der IWF, dass das BIP-Wachstum in Indien von derzeit rund 5% auf fast 7% ansteigen wird. Damit dürfte Indien China im Jahr 2016 wohl als die am schnellsten wachsende bedeutende Volkswirtschaft ablösen.


Gesunkene Ölpreise sind kein Signal für Deflation

Die Preisrückgänge beim Öl sind kein Anzeichen für eine Deflation. Die weltweit geringere Nachfrage ist einer der Gründe für den jüngsten Einbruch der Ölpreise. Einen wesentlich größeren Einfluss haben jedoch das langfristig gestiegene Angebot sowie der stärkere US-Dollar. Darüber hinaus profitieren die meisten Volkswirtschaften weltweit von den gesunkenen Ölpreisen, in denen der Energieverbrauch ebenso hoch ist wie die entsprechenden Importe. Preiswerteres Öl führt deshalb also zu einem wesentlich ausgewogeneren Wachstum der Weltwirtschaft. Schließlich wird das dadurch „eingesparte“ Geld dann anderweitig ausgegeben und kommt der Wirtschaft letztlich auf vielfältigere Art und Weise zugute. Obwohl Europa von den quantitativen Lockerungsmaßnahmen der EZB wohl letztlich profitieren wird, dürften das preiswertere Öl sowie der schwächere Euro noch stärker zu einer Ankurbelung des Wachstums in Europa beitragen.


Währungsscharmützel könnten Wertschwankungen auslösen

Den Ausbruch von handfesten „Währungskriegen“ halten wir zwar für unwahrscheinlich, wir gehen aber von regelmäßigen „Scharmützeln“ aus. Kurzfristig wird dies wohl zu Wertschwankungen führen, wie es auch nach der überraschenden Zinssenkung in Kanada am 21. Januar der Fall war. Auf lange Sicht trägt eine geordnete Abwertung von Währungen aber zu einer Neujustierung der lokalen Märkte bei. Deren Wettbewerbsfähigkeit steigt nämlich, weil ihre Güter dadurch dann preiswerter werden. In Ländern, deren Währungen momentan noch zu stark sind, sollte dies letztlich den dringend benötigten Inflationsdruck auslösen.


Philippe Waechter, Chief Economist
Natixis Asset Management

Im Jahr 2015 dürfte die Weltwirtschaft sehr unausgewogen wachsen. So werden Länder mit einem höheren Ölverbrauch von den gesunkenen Ölpreisen profitieren, was das Wachstum in diesen Staaten antreiben sollte. Das gilt jedoch nicht für die Schwellenländer und China.

Die aktuelle Lage in China unterscheidet sich ziemlich deutlich von jenem Szenario, mit dem wir es im ersten Jahrzehnt der 2000er Jahre zu tun hatten. Seinerzeit war China – gefolgt von den übrigen Schwellenländern – der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Mittlerweile ist die Rolle Chinas jedoch eine andere. So spiegelt sich im dortigen Wachstumstrend inzwischen eine Reallokation der Ressourcen weg von einem exportbestimmten und hin zu einem eher konsumbasierten Wirtschaftsmodell wider.

Diese Übergangsphase dürfte allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen, da die Bevölkerung und die Unternehmen in China heute andere Ziele als früher verfolgen und daher umdenken müssen. Derartige Phasen des Wandels lassen sich nur schwer steuern. Aufgrund der wirtschaftlichen Ungleichgewichte ist dies mittlerweile aber noch schwieriger geworden. Zu diesen zählen niedrige und noch weiter sinkende Immobilienpreise, eine hohe Verschuldung staatlicher Unternehmen sowie Überschusskapazitäten im produzierenden Sektor. Zudem wird China für die meisten Schwellenländer in Zukunft keine große Stütze mehr sein können, da der Handelstrend Chinas mit Blick auf das Jahr 2015 ebenso nachgelassen hat wie die chinesische Nachfrage nach Ressourcen aus rohstoffproduzierenden Ländern.


US-Konjunkturerholung zieht an

In den USA lässt sich derweil ein ganz anderer Wachstumstrend beobachten. Dort hat bereits im letzten Frühjahr eine kräftige Erholungstendenz eingesetzt. Dieses Wachstum beruht in erster Linie auf der internen Nachfrage im US-Privatsektor, also auf Konsum und Investitionen. Gleichzeitig ist die Abhängigkeit von Energieimporten dank des Ölschiefer-Booms inzwischen geringer als vorher. Das US-Wachstum profitiert demnach von seiner neuen Autonomie. Zwar beeinflusst der positive Trend in den USA nach wie vor die globale Konjunktur, ist aber nicht mehr die Triebfeder wie früher. Im Übrigen macht das US-Wirtschaftswachstum einen nachhaltigen Eindruck, da es immer noch keine Anzeichen für eine steigende Inflation gibt. Aufgrund der niedrigen Teuerungsrate sollte die US-Notenbank auch 2015 in der Lage sein, sich mit ihren Zinsanhebungen noch Zeit zu lassen.


Europa wird wettbewerbsfähiger

Der Euroraum könnte 2015 für eine große Überraschung sorgen. Ein niedrigerer Euro-Wechselkurs sollte die Wettbewerbsfähigkeit dieser Region steigern. Nachdem die EZB ihr quantitatives Lockerungspaket (QE) bzw. ihre geplanten Anleihenkäufe vorgestellt hatte, fiel der Euro gegenüber dem US-Dollar am 22. Januar auf ein Elfjahrestief. Darüber hinaus sollten die gesunkenen Ölpreise der Kaufkraft der Privathaushalte ebenso zugutekommen wie den Gewinnmargen der Unternehmen. Die sehr lockere Geldmarktpolitik der EZB dürfte das Wirtschaftswachstum im weiteren Verlauf dieses Jahres ebenfalls beflügeln.

Das neue QE-Programm der EZB, das bis September 2016 den Aufkauf von Anleihen im Wert von 60 Mrd. Euro pro Monat vorsieht, zielt darauf ab, der Konjunktur einen kräftigen und nachhaltigen Schub zu geben. Derweil werden die Zinsen wohl noch längere Zeit niedrig bleiben, während die EZB auch weiterhin als „letzte Gläubigerinstanz“ fungieren wird und deshalb ausreichend Liquidität zur Verfügung stehen sollte. Diese Maßnahmen sind wirksame Instrumente zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung. Zwar bedarf es offensichtlich auch noch struktureller Reformen zur Senkung der Staatsverschuldung, doch diese müssen vorerst warten. Was Großbritannien betrifft, so scheint die Wirtschaft dieses Landes ihre zwar schleppende, aber sich verbessernde Erholungstendenz auch im Jahr 2015 fortzusetzen.


Alternde Bevölkerung für japanische Wirtschaft problematisch

In Japan, der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, bleibt das Wachstumsumfeld sehr schwierig. Die Erholungstendenz aus dem Jahr 2013 geriet 2014, als die Umsatzsteuer angehoben wurde, ins Stocken. Und wie die Maßnahmen der so- genannten „Abenomics“ von Premierminister Shinzo Abe – zu denen ja auch eine bereits jetzt sehr lockere Geldmarktpolitik zählt – die Wirtschaft wieder auf den Erholungspfad zurückführen können, erschließt sich mir nicht. Das größte Problem für das japanische Wachstum ist die immer älter werdende Bevölkerung dieses Landes. Die Erwerbsbevölkerung schrumpft, während die Zahl der Rentnerinnen und Rentner gleichzeitig rasant ansteigt. Dieses wirtschaftliche Problem kann jedoch nicht allein durch eine kurzfristige Anpassung der Geldmarkt- und Fiskalpolitik gelöst werden.


James Balfour, Global Macro Economist
Loomis, Sayles & Company   

Die Weltwirtschaft dürfte im Laufe dieses Jahres moderat anziehen. Die gesunkenen Ölpreise werden das Wachstum zwar insgesamt beflügeln, doch der Aufwärtstrend beim globalen Wachstum dürfte sehr uneinheitlich verlaufen. Das diesjährige Investmentumfeld wird sich verändern, da die US-Notenbank weiterhin auf eine Normalisierung des Zinsniveaus zusteuert, nachdem sie die Kreditkosten fast sieben Jahre lang bei nahezu 0% behalten hat. Der Wachstumstrend könnte sich zugunsten der etablierten Volkswirtschaften entwickeln. Bei den Schwellenländern sind wir in diesem Kontext skeptischer.

Ich beobachte die Kreditzyklen weltweit und halte es für sinnvoll, die Welt in eine „Kreditnehmerseite“ und eine „Sparerseite“ zu unterteilen. Jene Staaten, die infolge der globalen Finanzkrise am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurden, wie die USA, Großbritannien und die meisten europäischen Länder, hatten sich im Vorfeld der Krise massiv verschuldet. Nach der Krise hielten die Notenbanken dieser Staaten die Zinsen dann auf Rekordtiefs, und der Privatsektor nutzte die niedrigen Kreditkosten. Im Gegensatz dazu erhielten jene Länder, die während der Krise dem Schlimmsten aus dem Weg gegangen waren, Zugang zu billigem Geld und haben seit der Krise deshalb mehr Kredite aufgenommen. Diese übermäßige Verschuldung hat inzwischen aber größtenteils ihren Zenit erreicht. So versuchen Staaten wie China, die Türkei und Brasilien mittlerweile, ihre Volkswirtschaften wieder mit weniger Fremdkapital zu steuern, weil die hohe Verschuldung ein effizientes Wachstum verhindert.

Der jüngste Einbruch der Öl- und Rohstoffpreise hängt aus unserer Sicht mit diesem Wachstumszenit in den Schwellenländer-Volkswirtschaften zusammen und könnte dazu führen, dass sich die Rotation zugunsten der Industrienationen noch beschleunigt. Sicherlich profitieren auch einige Schwellenländer von diesem Preisverfall. Dazu zählen die meisten asiatischen Schwellenländer, einige Staaten Osteuropas, Südafrika und die Türkei. Doch viele andere Staaten werden mit den Folgen einer zu schnellen Kreditaufnahme zu kämpfen haben.

Ein weltweit größtenteils nachlassender Inflationsdruck belastet vor allem Europa momentan stark. Die Deflationsgefahr hat das Fass in Europa zum Überlaufen gebracht und die EZB dazu veranlasst, jetzt ihr umfassendes quantitatives Lockerungsprogramm durchzuführen. Deshalb wird die Nachfrage nach Anleihen hoch bleiben, während die Renditen europäischer Anleihen niedrig bleiben dürften. Dies könnte schließlich auch die Renditen in den USA sowie anderswo belasten.


Über Natixis Global Asset Management, S.A

Bei Natixis Global Asset Management, S.A. handelt es sich um eine Gesellschaft mit diversen Tochterfirmen, die einen gebündelten Zugang zu mehr als 20 spezialisierten Investmentgesellschaften in den Vereinigten Staaten, in Europa und in Asien bietet. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Asset Managern.1 Im Rahmen seiner Durable-Portfolio-Construction®-Philosophie setzt das Unternehmen auf die Entwicklung innovativer Ideen für die Asset Allocation und das Risikomanagement. Diese können institutionellen Investoren, Beratern und Privatanlegern dabei helfen, mit den Herausforderungen des modernen Marktes fertigzuwerden. Im Rahmen des jährlichen Fondsfamilien-Rankings von Barron’s/Lipper2 wurde Natixis Global Asset Management, S.A. im Hinblick auf seine Wertentwicklungsergebnisse für das Jahr 2013 als führender US-Investmentfonds-Anbieter ausgezeichnet. Das Unternehmen vereint das Fachwissen spezialisierter, in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien ansässiger Anlageverwalter, die ein breites Spektrum an Aktien-, Renten- und alternativen Anlagestrategien anbieten.

Mit Firmenzentralen in Paris und Boston verwaltete Natixis Global Asset Management, S.A. zum 30. Dezember 2014 ein Vermögen von insgesamt 890 Milliarden USD (735.5 Milliarden EUR)3. Natixis Global Asset Management, S.A. gehört zu Natixis, einer in Paris börsennotierten Tochtergesellschaft von BPCE, der zweitgrößten Bankengruppe Frankreichs. Mit Natixis Global Asset Management, S.A. verbundene Anlageverwaltungs-, Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaften sind namentlich: Absolute Asia Asset Management, AEW Capital Management, AEW Europe, AlphaSimplex Group, Aurora Investment Management, Capital Growth Management, Darius Capital Partners, Gateway Investment Advisers, H2O Asset Management, Hansberger Global Investors, Harris Associates, IDFC Asset Management Company, Loomis, Sayles & Company, McDonnell Investment Management, Mirova Asset Management, Natixis Asset Management, Natixis Environnement & Infrastructure Luxembourg, Ossiam, Reich & Tang Asset Management, Snyder Capital Management, Vaughan Nelson Investment Management, Vega Investment Managers sowie Natixis Global Asset Management Private Equity (einschließlich Seventure Partners, Naxicap Partners, Alliance Entreprendre, Euro Private Equity, Caspian Private Equity und Eagle Asia Partners). Weitere Informationen finden Sie unter http://ngam.natixis.com.

Zum weltweiten Vertriebsnetz von Natixis Global Asset Management S.A. gehört die NGAM S.A., eine durch die CSSF zugelassene Luxemburger Verwaltungsgesellschaft mit einer Zweigniederlassung in Deutschland (HRB-Nummer 88541; WestendCarree, 7. Stock, Im Trutz Frankfurt 55, 60322 Frankfurt am Main).

Die hier genannten Informationen sind ausschließlich zu Informationszwecken publiziert und beinhalten kein Angebot für Finanzdienstleistungen oder Anlageberatung.



(1) Im Rahmen des Cerulli Quantitative Update: Global Markets 2014 wurde Natixis Global Asset Management, S.A. auf Basis des verwalteten Vermögens als die Nr. 16 unter den größten Vermögensverwaltern der Welt eingestuft (Stand: 31. Dezember 2013).
(2) Das verwaltete Kundenvermögen kann auch Gelder umfassen, für die nicht regulierte Vermögensverwaltungsdienstleistungen erbracht werden. Zu diesen nicht regulierten Geldern zählen jene Vermögen, auf welche die Definition der SEC von „regulierten Anlagegeldern“ im Sinne von Teil 1 des ADV-Formulars nicht zutrifft.
(3) Eine Abteilung von NGAM Advisors, L.P.
(4) Ein an Natixis Asset Management angeschlossenes Unternehmen.
(5) Eine Tochtergesellschaft von Natixis Asset Management.
(6) Eine globale Investmenteinheit der Natixis Asset Management-Gruppe, die in den USA unter dem Namen Natixis Asset Management U.S., LLC geschäftlich tätig ist.



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Indien entwicklet sich zum Wachstumsmotor Asiens

Frankfurt, 11. März 2015 – Indien befindet sich aktuell in einer beeindruckenden Investitions- und Wachstumsphase, die durch die gegenwärtige reformorientierte Regierungspolitik noch weiter verstärkt wird, so Baring Asset Management (Barings), die internationale Investmentgesellschaft. Die Entwicklung Indiens gehört mittlerweile zu den besten innerhalb der Schwellenländer. Seit Jahresbeginn liegt der Aktienmarkt mit 10% im Plus1, was nicht zuletzt auf eine positive Reaktion auf die gute Haushaltskonsolidierung, die günstigen Inflationszahlen sowie die strukturellen Reformen zurückzuführen ist, die im Rahmen des letzten Haushaltsplans angekündigt wurden.

Ajay Argal, Head of Indian Equities, Baring Asset Management, sagte: „Obwohl die Erwartungshaltung einiger Marktteilnehmer an die Haushaltserklärung vom 28. Februar zu hoch war, wurden dennoch die vielen strukturellen Maßnahmen hervorgehoben, die von der indischen Regierung durchgeführt wurden. Die staatliche Planung für den Straßensektor wurde beispielsweise von 300 Milliarden INR auf 827 Milliarden INR angehoben [EUR 4,45 Mrd. / EUR 12,26 Mrd.] und die geplanten Ausgaben für das Schienennetz wurden um mehr als 50% von 640 auf 984 Milliarden INR erhöht, was eine deutliche Verschiebung hin zu Investitionsausgaben darstellt.“

Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene stellte man bei Barings darüber hinaus fest, dass das Leistungsbilanzdefizit über die vergangenen 18 Monate, ausgehend von etwa 5% auf nun 1,5% des BIP, signifikant zurückgegangen ist. Auch der anhaltend niedrige Ölpreis wirkt sich positiv auf die Bilanz des Landes aus, da Indien in hohem Maße von einem niedrigen Ölpreis profitiert. Das Land ist stark binnenwirtschaftlich getrieben und so kommt außerdem der Art und Weise der Umsetzung von Reformen und Neuregelungen durch die Regierung eine entscheidende Bedeutung zu. Bei Barings ist man der Auffassung, dass der Markt insbesondere mit Spannung drauf wartet, ob die Steuer auf Waren und Dienstleistung in den kommenden Monaten im Parlament verabschiedet wird und am 1. April 2016 in Kraft tritt.

Ajay Argal sagte weiterhin: „Indien ist ein Schwellenland mit einer überdurchschnittlichen Entwicklung, und die Reserve Bank of India senkte am 4. März bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 7,5%. Im Zuge der gedämpften Inflation gehen wir davon aus, dass die Unternehmensgewinne steigen werden, was wiederum den Ertragszuwächsen des Gesamtmarktes Auftrieb verleihen dürfte. Es ist offensichtlich noch Raum für weitere Zinssenkungen vorhanden, diese hängen jedoch von Faktoren wie beispielsweise dem Ölpreis und großen Währungsbewegungen ab.“

Der Baring India Fund, der Ende 2014 sein dreijähriges Bestehen feierte, profitierte bisher von einer starken Fokussierung auf hochwertige, wachstumsorientierte Unternehmen. Der Fonds, der 2014 einen Ertrag von mehr als 57,2% erwirtschaftete2, verfügt aktuell über ein konzentriertes Portfolio bestehend aus etwa 35 Aktien. Die bevorzugten Sektoren umfassen nach wie vor das Finanzwesen, die Industrie sowie zyklische Konsumgüter.

Ajay Argal sagte: „Der Bankensektor ist einer der primären Sektoren in Indien und wir gehen davon aus, dass sich dieser Bereich zukünftig ausweiten wird, vor allem, weil effiziente Unternehmen des privaten Sektors Marktanteile zulasten von öffentlichen Einrichtungen gewinnen. Über die kommenden drei bis fünf Jahre erwarten wir ein Wachstum in Höhe von etwa 20%. Diese Art des Wachstums ist in anderen Aktien nicht verfügbar, weshalb wir den Finanzsektor übergewichtet haben. Aktive Fondspositionen in hochwertigen Bankentiteln des privaten Sektors umfassen die HDFC Bank, die Axis Bank und die Indusind Bank.

Ähnlich sieht es im Bereich des zyklischen Konsums aus. Über die kommenden drei bis fünf Jahre betragen die erwarteten Volumenzuwächse für Automobilhersteller wie Maruti Suzuki India mehr als 10%. In dieser Aktiensparte fielen die Erträge in den letzten Jahren schwach aus, wir gehen jedoch im Zuge der gegenwärtigen wirtschaftlichen Erholung, die zu einem Anstieg der Nachfrage führen dürfte, davon aus, dass das Mengenwachstum wieder zunehmen wird.“

1 Quelle: MSCI India, brutto seit Jahresbeginn, Stand 4.3.2015

2 Alle Performancedaten: Barings, Morningstar, Stand 31. Januar 2015, in EUR. Die Wertentwicklung des Fonds bezieht sich auf die thesaurierende Anteilsklasse A USD und versteht sich nach Abzug von Kosten und Gebühren in EUR auf Basis des NIW je Anteil, bei Wiederanlage der Bruttoerträge.

“QE” – A starting signal for euro area investments?

The European Central Bank (ECB) has “delivered” – and the attention of investors seems increasingly to be directed towards the “old” continent. Is a renaissance in Eurozone equities around the corner? There seems to be increasing evidence to this end. Time for a voyage of discovery to Europe.

Please find the document in the appendix on the left.

ETF Securities Marktüberblick 09.03.2015

Alle Augen richten sich diese Woche auf den Beginn des lange erwarteten Quantitative Easing Programmes der EZB. Die starken US Arbeitsmarktzahlen am vergangenen Freitag verdeutlichten nochmal die unterschiedlichen Ausgangslagen der US Notenbank und der Europäischen Zentralbank. Wie sich Freitag gezeigt hat, dürfte sich die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Regionen weiterhin im Einklang mit der Finanzmarktpolitik auseinanderbewegen. Nachdem China sein Wachstumsziel nach unten revidiert hat, könnte sich die Aufmerksamkeit nächste Woche auch auf Daten am chinesischen Kreditmarkt richten.

Rohstoffe
Eisiges Wetter treibt Preis für Erdgas. Schneefall und kalte Temperaturen im Osten der USA führten zu erhöhter Nachfrage nach Erdgas zum heizen. Der Preis für Henry Hub beendete die Woche 5,3% höher, nachdem die Lagerbestände stärker als erwartet gesunken waren. Berichte, das WTI Lagerbestände auf einen Rekordwert von 444,4 Mio Fässer geklettert seien, vermochten nicht, einen Preisanstieg bei WTI zu verhindern. Die US Rohölsorte wurde gestützt durch Meldungen aus dem Beige-Book der US Notenbank, welche Kürzungen bei den Investitionsausgaben von US Rohölproduzenten in 2015 prognostizieren aufgrund des fallenden Rohölpreises. Der Preis für CO2 Emissionszertifikate fiel um 4,4%, weil Mitglieder des europäischen Parlamentes, welche auf Kohle angewiesen sind, die Gespräche über eine Verknappung der  Emissionsrechte in Europa zu blockieren drohten.

Aktien          
Beginn von QE belastet Goldminenbetreiber. Nach der Bestätigung von QE gab EZB Präsident Draghi einen positiven Ausblick zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone. Der optimistische Grundton verhalf europäischen Aktienmärkten nach oben, der DAX und der FTSE MIB kletterten um jeweils 1,6% und 1,1% höher. Der anstehende Stimulus beflügelte die Erwartungen der Anleger und schadete der Nachfrage nach Gold, dessen Preis unter die psychologisch wichtige Marke von US$1200/oz  fiel. Daraufhin fiel der DAXglobal® Gold Miners Index um 4,8%. Der MSCI China A Index fiel 0,9% nachdem der chinesische Premierminister Li Keqiang das offizielle Wachstumsziel für die chinesische Wirtschaft von 7,5% auf 7,0% senkte, damit das Land Strukturreformen umsetzen kann.

Währungen
Unterschiedliche Finanzmarktpolitik belastet Euro. Der anstehende Start des QE Programmes in Europa ließ den Euro auf ein elfeinhalb Jahrestief fallen gegenüber dem US Dollar. Die Verluste beim Euro stiegen weiter am Freitag als starke US Arbeitsmarktdaten die Erwartung erhöhten, dass die FED bereits im Juni mit dem Zinserhöhungszyklus beginnen könnte. Die jüngsten Anzeichen einer weiteren Erholung der US Wirtschaft lassen den Zeitpunkt einer Zinserhöhung näher rücken. Im Gegensatz dazu plant die EZB in Europa eine weitere Lockerung der Zinspolitik, andere Zentralbanken haben bereits negative Zinsen eingeführt um Deflation zu bekämpfen. Diese unterschiedlichen Ausblicke führten zu einer entgegengesetzten Entwicklung von USD und Euro gegenüber anderen globalen Währungen. Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen.

Klub der negativen Zinsen

Der "Klub der negativen Zinsen" wuchs weiter. Noch (?) haben nicht alle Industrieländer negative Zinsen, aber kein Markt bleibt von dem Liquiditätsdruck, der von den Zentralbanken ausgeht, verschont. Und es spricht für sich, wenn circa 60 % der umlaufenden deutschen Staatsanleihen eine negative Rendite aufweisen, 45 % der französischen, 80 % (!) der schweizerischen und 30 % der japanischen.

Das Dukoment finden Sie im Anhang.

Oddo: Magere Zwischenbilanz von François Hollandes neuer Wirtschaftspolitik

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einem Jahr hat Frankreichs Staatspräsident François Hollande einen wirtschaftspolitischen Schwenk vollführt. Dieser Richtungswechsel sei der Einsicht eines als Sozialist gewählten Staatsoberhaupts geschuldet, dass der Sozialismus nicht funktioniere, schreibt Bruno Cavalier, Chefvolkswirt von Oddo & Cie in Paris, in seiner jüngsten Analyse. Wachstum lasse sich eben nicht durch das steuerliche Zertrümmern des Mittelstands stimulieren. Arbeitsplätze würden nicht durch das Stigmatisieren der Unternehmer geschaffen. Haushaltsdefizite ließen sich nicht durch die Pflege eines verknöcherten öffentlichen Sektors verringern. Doch die Zwischenbilanz der neuen Wirtschaftspolitik Hollandes falle nach einem Jahr mager aus, urteilt Cavalier. Was sich nicht nur geändert, sondern auch verbessert habe, sei lediglich das Umfeld mit schwachem Euro, gesunkenem Ölpreis und niedrigen Zinsen.

Details entnehmen Sie bitte dem beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

Ein genauerer Blick auf wichtige IT-Sicherheitstrends: Welche Auswirkungen haben sie?

Liebe Leserinnen und Leser,

2014 nahm nicht nur die Zahl der Datenschutzverletzungen zu, sondern es wurde auch vermehrt in den Medien über derartige Vorfälle berichtet. Schlagzeilen machten zum Beispiel die Datenlecks bei Target, Home Depot, JP Morgan, dem US Postal Service und kürzlich bei Sony. Diese Ereignisse erregten in den USA und Europa viel mediale Aufmerksamkeit, was wiederum die Unternehmen anspornte, ihre Datenschutzrisiken zu verringern, um nicht selbst negativ in die Schlagzeilen zu geraten. Folglich hat das Thema IT-Sicherheit inzwischen eine hohe Priorität bei den Management-Teams eingenommen. Der Vorfall bei Sony hat dazu geführt, dass nun sogar ein Eingreifen der Regierung denkbar ist. Die jüngste Datenschutzverletzung bei Anthem Inc., einem führenden US-Krankenversicherer, unterstrich die potenziellen Risiken, mit denen sich Gesundheitseinrichtungen konfrontiert sehen.

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Weltwirtschaft und der neuen Qualität bei Cyber-Angriffen werden Cyber-Kriminelle voraussichtlich bald in jeden Bereich unseres Lebens eindringen. Wir sehen neue Schwachstellen, wie zum Beispiel bei Krankenhäusern und medizinischen Geräten, mobilen Zahlungssystemen, Unterwasser-Telekommunikationsverbindungen oder Funksensoren für das Internet der Dinge.

Im Folgenden beschreiben wir zunächst die Gegebenheiten in der IT-Sicherheitsbranche. Anschließend zeigen wir auf, dass sich Regierungen zunehmend mit dem Thema Cyber-Sicherheit befassen. Abschließend erörtern wir mögliche Bereiche, in denen wir die IT-Sicherheit als niedrig erachten. 

Den vollständigen Bericht entnehmen Sie bitte dem Anhang.

GAM: „Indische Aktien stehen vor dem Beginn eines mehrjährigen Bullenmarktes“

London, 05. März 2015. Indische Aktien stehen vor dem Beginn eines mehrjährigen Bullenmarktes. Das erwartet Madhav Bhatkuly, Fondsmanager des GAM Star India Equity. „Die Gewinnentwicklung der Unternehmen, die expansive Geldpolitik und der politische Wille der Regierung schaffen beste Voraussetzungen für eine positive Entwicklung am Aktienmarkt“, erklärt er. Hinzu kämen die gefallenen Kosten für Treibstoffe, durch die die Leistungsbilanz Indiens weiter entlastet werde. Der aktuelle Bericht des Finanzministeriums zur ökonomischen Lage Indiens von Ende Februar und die gestrige Leitzinssenkung gäben Anlass zu Optimismus, so der Fondsmanager. So erwarte das Finanzministerium ein Wachstum von acht Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate und rechne danach mit zweistelligen Expansionsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP). „Der Bericht enthält viele positive Nachrichten. Aber noch interessanter als die Konjunkturprognosen ist das politische Programm, das steigende Infrastrukturinvestitionen und eine deutliche Verbesserung des Ordnungsrahmens für unternehmerische Tätigkeit in Indien in Aussicht stellt“, betont Bhatkuly.

Verarbeitendes Gewerbe profitiert von Infrastrukturausbau
Das indische Haushaltsbudget, das am 28. Februar vorgestellt wurde, mache deutlich, dass Indien es mit dem Programm ernst meine. Zwar übe sich die Regierung insgesamt in fiskalischer Disziplin und plane, das Haushaltsdefizit bis 2018 auf drei Prozent des BIP zu senken. Dennoch sehe das neue Budget eine deutliche Ausgabensteigerung für Infrastruktur vor. So sollen die Mittel im Bereich Straßenbau um 40 Prozent erhöht werden, um 100.000 km neue Verkehrswege anzulegen. Beim Schienenverkehr seien sogar Erhöhungen von 50 Prozent geplant. „Von einer verbesserten Logistik erhofft sich die Regierung auch einen Schub für die verarbeitende Industrie“, sagt Bhatkuly.

Erleichterung der Geschäftstätigkeit
Noch wichtiger als steigende Haushaltsmittel seien jedoch die angestrebten qualitativen Verbesserungen. Derzeit müssten die Unternehmen bei ihrer Geschäftstätigkeit umständlich Genehmigungen beantragen. „Nun zeigt die Regierung einen Weg zu einem klaren ordnungsrechtlichen Rahmen auf, der ausdifferenziert, was möglich ist und auf welche Weise. Das ist ein großer Schritt. In Zukunft dürfte es deutlich leichter werden, in Indien unternehmerisch tätig zu sein“, unterstreicht Bhatkuly. Zudem plane die Regierung, die Unternehmenssteuern über die nächsten fünf Jahre um fünf Prozent zu senken und das Steuerrecht zu vereinfachen. 

Neue Insolvenzordnung stärkt indische Kreditmärkte
Die Regierung habe zudem die Einführung einer umfassenden Insolvenzordnung auf die Tagesordnung gesetzt und wolle die juristischen Strukturen stärken, um diese auch durchzusetzen. Die Erholung notleidender Kredite sei in Indien bislang nur sehr schwerfällig verlaufen und viele Schuldner, die absichtlich in Zahlungsverzug geraten sind, hätten davon profitiert. „Die neuen Gesetze werden sowohl für Banken als auch für andere Unternehmen aus dem Finanzsektor gelten. Deshalb dürften sie nicht nur den indischen Banken einen Schub verschaffen, sondern auch die Wirksamkeit investierten Kapitals in der gesamten indischen Volkswirtschaft stärken“, schließt Bhatkuly.

Fidelity Marktkommentar: Sorge vor Überhitzung am US-Aktienmarkt ist unbegründet

Kronberg im Taunus, 5. März 2015. Angel Agudo, Fondsmanager des Fidelity America Fund:

  • US-Unternehmen sind historisch gesehen immer noch fair bewertet
  • Wichtige Bewertungskennziffern verdeutlichen Attraktivität des US-Aktienmarktes
  • Günstige Makro-Daten und strukturelle Gründe treiben Firmengewinne weiter an

„In den vergangenen Jahren haben US-Aktien andere wichtige Märkte outperformed. Seit dem Tief im Jahr 2009 hat sich der S&P 500 mehr als verdreifacht. Die starke Performance spiegelt sowohl die Erholung der US-Konjunktur, die die Unternehmensgewinne angetrieben hat, als auch die verbesserte Anlegerstimmung vor dem Hintergrund der beispiellos lockeren Geldpolitik der US-Notenbank wider.

US-Aktien sind angesichts dieser kräftigen Kursgewinne zwar mittlerweile nicht mehr günstig, historisch betrachtet aber immer noch recht fair bewertet. Von einer Überhitzung oder starken Überbewertung am amerikanischen Aktienmarkt kann daher nicht die Rede sein. So liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der US-Aktien von aktuell 19,2 nur knapp über dem 30-jährigen Durchschnitt von 18,4.

Ähnlich sieht es beim Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) aus. Die Kennziffer liegt mit aktuell 2,6 nur etwas höher als der 30-jährige Durchschnittswert von 2,4. Das KBV sagt aber wenig über den Zustand der Bilanzen der US-Konzerne aus. Dagegen belegt die Kennziffer der Cash Asset Ratio, dass die Bilanzen sehr robust sind. So beträgt die Cash Asset Ratio bei US-Unternehmen ohne Finanzwerte im Durchschnitt 12 Prozent. Sie liegt damit auf einem Rekordniveau und weit über dem langfristigen Durchschnittswert von 6,7 Prozent.

Dividenden sind eine weitere wichtige Bewertungskennziffer. Trotz der starken Kursgewinne liegt die aktuelle Dividendenrendite beim S&P 500 dank des starken Dividendenwachstums bei zwei Prozent. Das ist mehr als zehnjährige US-Treasuries bringen, deren Rendite aktuell bei 1,8 Prozent liegt. Immerhin 239 Unternehmen aus dem S&P 500 schütten derzeit mehr aus als zehnjährige US-Treasuries abwerfen. Und bei 87 Firmen beträgt die Dividendenrendite deutlich über drei Prozent.

Es ist aber auch wichtig, die Aktienbewertungen im Kontext der aktuellen Umstände zu betrachten. So bilden die derzeitige Nullzinspolitik und die sehr niedrigen Anleiherenditen außergewöhnliche Rahmenbedingungen, die die Aktienmärkte entsprechend beeinflusst haben und weiter beeinflussen werden. Dabei sind vor allem zwei Punkte zu beobachten: der realwirtschaftliche und der finanzielle Einfluss.

Die niedrigen Leitzinsen und Anleiherenditen wirken sich zum einen positiv auf die reale Wirtschaft aus, und zwar durch geringere Finanzierungskosten für Konsumenten und Unternehmen. Das ist für die Unternehmensgewinne und -margen positiv und sollte höhere Aktienbewertungen erlauben. Zum anderen hat dieses Umfeld einen finanziellen Einfluss, weil bei der Suche nach attraktiven Erträgen die Nachfrage nach Dividendenpapieren ansteigt, was sich wiederum auf die Bewertungen auswirkt.

Auch strukturelle Gründe sprechen dafür, dass die Profitabilität der US-Konzerne weiter auf hohem Niveau sein wird. So ist der Anteil der Unternehmensgewinne am Bruttoinlandprodukt 2013 auf das höchste je erreichte Niveau gestiegen. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass der Anteil der Löhne und Gehälter am US-Bruttoinlandsprodukt spürbar gesunken ist, was wiederum den Unternehmen zugutekommt.“

GSAM Kommentar: Worauf Anleger bei Emerging Markets Aktien achten sollten

Im aktuellen Emerging Markets Aktienkommentar diskutieren Prashant Khemka, CIO für Emerging Markets Aktien, und das Fundamental Equity Team von Goldman Sachs Asset Management die Kernthemen, die im Jahresverlauf die Märkte beeinflussen könnten.

Aktien der entwickelten Märkte haben 2014 um fast sieben Prozent besser abgeschnitten als ihre Schwellenmarkt-Pendants. In den vergangenen vier Jahren betrug der Performancevorsprung ungefähr 50 Prozent. Da in einigen entwickelten Ländern die Bewertungen jedoch nicht mehr ganz günstig sind, könnten die Emerging Markets (EM) für Anleger zunehmend attraktiver werden.

Wenn wir die Einflussfaktoren für die Unternehmen betrachten, in die wir investiert sind, sehen wir drei Kernthemen, die angesichts der möglichen unterschiedlichen Auswirkungen auf die Schwellenländer von den Anlegern ins Kalkül gezogen werden sollten: billiges Öl, ein Ende der lockeren Geldpolitik und der Einfluss von Reformen.

Auch wenn vielfach angenommen wird, dass die Schwellenmärkte von ölexportierenden Ländern dominiert werden, so machen diese insgesamt lediglich 14 Prozent des MSCI EM Index aus. Für die restlichen 86 Prozent der EM-Marktkapitalisierung, die die Netto-Ölimporteure stellen, können die niedrigeren Ölpreise unterm Strich als positiv angesehen werden (1).

Während in den USA die Liquiditätszufuhr gedrosselt wird, sind die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan sehr darum bemüht, die Märkte weiter mit Liquidität zu fluten. Die Zeit des „billigen Geldes“ ist somit noch nicht vorbei.

Angesichts der bereits vollzogenen Regierungswechsel in einigen EM-Ländern bestehen 2015 hohe Erwartungen, dass notwendige Strukturreformen angegangen werden. Der Fokus auf solche Reformen ist langfristig entscheidend, weil sie den Ländern helfen, wettbewerbsfähig und auf einem soliden Wachstumspfad zu bleiben.


China – Indien – Russland

Chinas Immobilienmarkt schwächelt weiter und der Luxusgüterkonsum präsentiert sich – teilweise reformbedingt – rückläufig. Wir bleiben daher vorsichtig gestimmt, weil es für das Land zunehmend schwierig werden könnte, sein ambitioniertes Wachstumsziel von 7,5 Prozent zu erreichen.

Indien hingegen bietet weiter interessante Anlageideen. Dies gilt vor allem für Unternehmen, die vom binnenwirtschaftlichen Aufschwung profitieren dürften. Dazu zählen insbesondere Industrie-, Zement- und Finanzwerte. Wir beurteilen die Aussichten Indiens nach wie vor sehr positiv und bekräftigen unsere Einschätzung, dass das Land zu einem Wirtschaftswachstum von 7-8 Prozent und einem Gewinnwachstum der Unternehmen in der Größenordnung von 20-22 Prozent zurückkehren kann.

In Russland sind wir uns der historisch niedrigen Bewertungen bewusst und suchen daher dort weiter nach qualitativ hochwertigen Unternehmen, in die wir investieren können.


Brasilien und Mexiko

Brasilien verfügt über sehr hohe Zentralbankreserven, die Präsidentin Rousseff bei der Einführung von Strukturreformen einen beträchtlichen finanziellen Puffer verschaffen würden. Die gut geführten Banken des Privatsektors sind für die brasilianische Wirtschaft ein weiterer wichtiger Stabilitätsfaktor. Allerdings sind wir in Brasilien insbesondere bei Unternehmen vorsichtig, die infolge der staatlichen Interventionen eine unterdurchschnittliche Performance verzeichnen.

Weiter nördlich treibt Mexiko unermüdlich Strukturreformen voran und dürfte dabei auch künftig vom Aufschwung in den USA profitieren. Die Bewertungen sind dort immer noch recht anspruchsvoll, was die Suche nach Anlagechancen schwierig macht. Einige interessante Gelegenheiten bieten uns jedoch nach wie vor der Finanzsektor und zyklische Konsumwerte.


Südkorea – Indonesien – Türkei

In Südkorea konzentriert sich die neue Wirtschaftspolitik intensiver auf Initiativen zur Stärkung der Nachfrageseite. Aber auch in der Produktivität gibt es Nachholbedarf und Strukturreformen sind dafür unerlässlich. Steueranreize für kleine und mittlere Unternehmen sind neben dem Versprechen, die Infrastruktur zu fördern, ein Schritt in die richtige Richtung. Viele der derzeitigen Anlagegelegenheiten sind binnenwirtschaftlich orientiert und dürften vom Inlandskonsum profitieren, sobald dieser wieder anspringt.

Indonesien sollte aufgrund seines enormen demografischen Potenzials, der stabilen politischen Verhältnisse und der anhaltend niedrigen Konsum- und Kreditbasis langfristig 5-6 Prozent Wachstum schaffen. Banken bieten einige attraktive Anlageideen, da die Kreditdurchdringung nach wie vor gering ist und die Wachstumsaussichten attraktiv bleiben. Zu den wichtigsten Risiken zählen kurzfristig eine spürbare Erholung des Ölpreises sowie eine stärker ausfallende Zinserhöhung der US-Notenbank als erwartet.

Was schließlich die Türkei betrifft, sind wir uns der geopolitischen Instabilität in den Nachbarstaaten durchaus bewusst. Insgesamt glauben wir aber, dass das Land weiter von einem starken Bevölkerungswachstum, das den Binnenkonsum stützt, sowie seiner vorteilhaften geografischen Lage als Bindeglied zwischen Ost und West profitieren wird. Nach der starken Performance, die die Aktienmärkte im vergangenen Jahr gezeigt haben, ist die Türkei jedoch nicht mehr besonders günstig, weshalb wir dort sehr selektiv engagiert bleiben.


Den detaillierten Kommentar auf Englisch sowie ein Foto von Prashant Khemka können Sie dem Anhang entnehmen.


Quelle:

(1) Bank of America Merrill Lynch, GEMs Macro Monthly, 30. Oktober 2014

AXA IM aktuell: Investoren können von steigender Volatilität am Anleihemarkt profitieren

Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-amerikanischen Geldpolitik ist groß. Für Anleger kann das dank neuer Finanzinstrumente jedoch auch Vorteile haben.

Wann wird die Fed erstmals den Leitzins anheben? Im Sommer? Im Herbst? Erst im kommenden Jahr? Das Rätselraten um den weiteren Kurs der US-Notenbank hält nicht nur die Finanzmärkte in Atem – es bietet Anlegern auch interessante Chancen. Davon jedenfalls sind AXA-Derivate-Experte Ando Rakotobe und Zinsstrategin Ombretta Signori von AXA Investment Managers überzeugt. „Verschiedene derzeit gehandelte Szenarien könnten zu Bewegung in der Geldpolitik führen – und zu erhöhter Volatilität bei US-Staatsanleihen, ohne dass sich dies notwendigerweise auf andere Anlageklassen auswirkt“, erklären die beiden in einem aktuellen Researchpapier. „Anleger können davon profitieren, indem sie opportunistisch auf einen Anstieg der Volatilität setzen.“

Dafür steht seit wenigen Monaten ein neues Instrument zur Verfügung: Im vergangenen November hat die Derivatebörse Chicago Board Options Exchange/Chicago Board Of Trade (CBOE/CBOT) den ersten kurzlaufenden Futurekontrakt auf den Anleihen-Volatilitätsindex VXTYN lanciert. Der Index misst die für den bevorstehenden Monat erwarteten Kursschwankungen zehnjähriger US-Staatsanleihen und wird auf ähnliche Weise berechnet wie der bekannte Aktienvolatilitäts-Index VIX. „Die Einführung des neuen Futures war ein wichtiger Schritt, denn dadurch können Investoren direkten Zugang zur Volatilität von US-Staatsanleihen gewinnen“, erläutern Rakotobe und Signori.

Ängste vor einer Systemkrise führen zu Flucht in Qualität

Dies eröffne interessante taktische Möglichkeiten, denn die Volatilität des Anleihenmarktes folge einem deutlich anderen Muster als die des Aktienmarktes. Während die Kursschwankungen von Aktien in der Regel immer dann steigen, wenn die Märkte in den Krisenmodus übergehen, haben Anleihen in der Vergangenheit auf unterschiedliche Ursachen mit einem Anstieg der Volatilität reagiert. So kam es zu einem Anleihecrash, als die Fed 1994 unerwartet die Zinsen anhob. 2003 dagegen reagierten die Märkte nervös auf eine Senkung des Leitzinses auf 1 Prozent, weil sie fürchteten, wenige Monate nach diesem Schritt könnten Zinserhöhungen drohen. 2013 schließlich kam ebenfalls vor allem am Anleihemarkt Krisenstimmung auf, als die Marktteilnehmer befürchteten, die Fed könnte ihr Anleihekaufprogramm früher beenden als erwartet. „Bei anderen Gelegenheiten stieg die Volatilität von Anleihe- und Aktienmärkten dagegen im Gleichklang an“, so die beiden AXA-IM-Experten. „In diesen Fällen haben jeweils Ängste vor einer Systemkrise zur Flucht in Qualität geführt. Ablesen lässt sich das etwa an der Lehman-Insolvenz im Jahr 2008 oder der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2011.“ Während die Aktienmarktvolatilität allerdings fast ausschließlich in Krisenzeiten steige, könne die Volatilität von Anleihen sowohl in Bären- als auch in Bullenmärkten zulegen. 

Eine Long-Position in Anleihevolatilität kann daher als Absicherung eines Portfolios aus hochwertigen Staatsanleihen gegen steigende Renditen ebenso genutzt werden wie gegen sinkende Renditen. Darüber hinaus ist es auch möglich, gezielt auf eine steigende Volatilität zu setzen, um die Rendite des Portfolios zu erhöhen. So ist die erwartete Volatilität sowohl am Aktienmarkt als auch am Anleihemarkt in der Regel höher als die tatsächlich realisierten Kursschwankungen. Die Differenz können Investoren als Rendite vereinnahmen. Dies ist die sogenannte Volatilitätsrisikoprämie. „Sowohl die Aktienvolatilitätsprämie als auch die Anleihevolatilitätsprämie sind im Mittel positiv“, erläutern Rakotobe und Signori. „Das gilt allerdings nicht im Fall von Marktverwerfungen, wenn die Volatilität überraschend ansteigt.“

Kontakt
Daniela Hamann
daniela.hamann@axa-im.com  
+49 (0)69 90025 2108 

Dr. Holger Handstein
holger.handstein@ergo-komm.de
+49 (0)221 912887 19      

AXA Investment Managers
AXA Investment Managers Paris SA (AXA IM) ist ein Multi-Experte in der Vermögensverwaltung und gehört zur AXA-Gruppe, einer der größten internationalen Versicherungsgruppen und bedeutendsten Vermögensmanager der Welt. AXA IM ist mit rund 607 Mrd. Euro (Stand: September 2014) verwaltetem Vermögen einer der größten in Europa ansässigen Asset Manager. Mit gut 2.500 Mitarbeitern ist AXA IM weltweit in 21 Ländern tätig.

Multi-Experte
Als Multi-Experte im Asset Management ist AXA IM in der Lage, Investmentlösungen in allen Assetklassen optimal gemäß den Kundenbedürfnissen zu kombinieren und damit einen signifikanten Mehrwert zu erzielen. Das Ziel von AXA IM ist es, in jedem Bereich Marktstandards zu setzen und eine führende Position einzunehmen. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass Spezialisierung, Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit der Fondsmanager für eine nachhaltige Performance unerlässlich sind. Deshalb entwickelt das Unternehmen überall dort Expertenteams, wo es über klare Wettbewerbsvorteile verfügt.

Weitere Informationen zu AXA Investment Managers unter www.axa-im.de 

Allgemeine Hinweise: Die hier von AXA Investment Managers Deutschland GmbH bereitgestellten Informationen stellen kein Angebot zum Kauf, Verkauf oder zur Zeichnung von Fondsanteilen bzw. Finanzinstrumenten oder ein Angebot für Finanzdienstleistungen dar. Ein Kauf von Fondsanteilen erfolgt ausschließlich auf Basis der jeweils gültigen Verkaufsprospekte und den darin enthaltenen Informationen. Die Verkaufsprospekte, wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) und Jahres- und Halbjahresberichte erhalten Sie kostenlos für Deutschland bei AXA Investment Managers Deutschland GmbH, Bleichstraße 2-4, 60313 Frankfurt/Main oder unseren Vertriebspartnern sowie unter www.axa-im.de bzw. für Österreich bei der jeweiligen Zahl- und Informationsstelle sowie unter www.axa-im.at. Verwendung: Dieses Dokument dient ausschließlich der Presseinformation. Wir weisen dringend darauf hin, dass diese Pressemitteilung nicht den Anforderungen der Richtlinie 2004/39/EG (MiFID) und der zu dieser ergangenen Richtlinien und Verordnungen sowie des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) und der Wertpapierdienstleistungs- Verhaltens- und Organisationsverordnung (WpDVerOV) entspricht. Das Dokument ist damit für jegliche Form des Vertriebs, der Beratung oder der Finanzdienstleistung, insbesondere durch Wertpapierdienstleistungsunternehmen, nicht geeignet. Haftungsausschluss: Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen, Daten und Zahlen beruhen auf unserem Sach- und Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen wird nicht übernommen.

Fidelity Marktkommentar: Indiens neuer Haushalt erfüllt die positiven Erwartungen

Teera Chanpongsang, Manager des Fidelity Emerging Asia Fund

"Indiens Premierminister Narendra Modi hat am vergangenen Samstag seinen Staatshaushalt präsentiert. Er verfolgt einen pragmatischen Ansatz, der die Konsolidierung des Staatshaushalts mit erhöhten Investitionen in die Infrastruktur des Landes verbindet. Zudem hat Modi den Weg aufgezeigt, wie er das indische Steuersystem vereinfachen, Subventionen straffen und die Geldpolitik anpassen will. Insgesamt bewerte ich den neuen Haushalt positiv. Die Regierung hat deutlich gemacht, dass Investitionen in die Infrastruktur eine zentrale Rolle spielen. Das zeigt sich vor allem daran, dass die entsprechenden Ausgaben um ein Drittel erhöht werden und ein nationaler Infrastrukturfonds eingeführt wird. Auch die geplante Einführung einer Steuer auf Waren und Dienstleistungen (Mehrwertsteuer) ist als positiv zu bewerten. Die Kernbotschaft ist, dass sich die Regierung auf Wachstum fokussiert und dabei die finanzielle Disziplin beibehält.

Meiner Ansicht nach können wir von Indien in den kommenden Jahren mit das stärkste Wirtschaftswachstum aller asiatischen Staaten erwarten. Die Erholung wird durch einen starken Binnenkonsum und die Initiativen der Regierung unterstützt, die es Unternehmen künftig erleichtern, in Indien Geschäfte zu machen. Daher bleibe ich mit dem Fidelity Emerging Asia Fund in Indien übergewichtet."

Sandeep Kothari, Portfolio Advisor des Fidelity India Focus Fund

"Mit dem vorgestellten Haushalt bestätigt Premier Modi seine bisherigen Aussagen. Er konzentriert sich auf eine unternehmensfreundliche Politik, einfache Steuerregelungen und Investitionen in die Infrastruktur. Auch die Erwartungen hinsichtlich der Steuereinnahmen, basierend auf 11,5 Prozent Wirtschaftswachstum, sind realistisch. Insgesamt werden die geplanten Reformen die indische Wirtschaft deutlich antreiben. Die gemäßigteren Ziele der Haushaltskonsolidierung bereiten mir keine Sorgen, da es der Regierung darum geht, die Investitionen anzukurbeln.

Die Aktienbewertungen in Indien bewegen sich trotz der in den vergangenen Monaten gestiegenen Märkte immer noch auf dem langfristigen Durchschnittsniveau. Das Portfolio des Fidelity India Focus Fund ist so positioniert, dass es vom langfristigen Trend des steigenden Binnenkonsums profitiert. Indien besitzt in diesem Zusammenhang eine der weltweit spannendsten Wachstumsgeschichten. Die Ursachen dafür liegen in der bisher geringen Durchdringung an zyklischen Konsumgütern und Finanzprodukten, der rasanten Urbanisierung und der Notwendigkeit, die Infrastruktur des Landes auszubauen. Daher haben wir zyklische Konsumgüter, Finanz- und Industriewerte übergewichtet. Zudem setzen wir selektiv auf IT-Unternehmen und in der Pharmabranche auf Generikahersteller, die von der Belebung der weltweiten Nachfrage profitieren."

ETF Securities Marktüberblick 01.03.2015

Der Markt interpretiert die Aussagen von FED-Präsidentin Yellen als taubenhaft, obwohl ihre Kommentare die Tür für eine erste Zinserhöhung im Juni oder September offen ließen. Zyklische Vermögenswerte verbuchten dank der Aussicht auf eine länger anhaltende lockere Geldpolitik Kursgewinne. In dieser Woche werden die Märkte auf die Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft in den USA blicken, da diese einen Einblick in die Stärke und Nachhaltigkeit der US-Wirtschaft, auch in straffere Geldpolitikszenarien geben.

Rohstoffe
Regen treibt Kaffeepreise tiefer. Der Preis für Arabica-Kaffee fiel um 7,9% in der vergangenen Woche, als anhaltender Regen in Brasilien die Kursgewinne nach der ungewöhnlichen Trockenperiode zu Beginn des Jahres aufhob. Doch diejenigen, die deutlich bessere Ernteerträge in diesem Jahr erwarten, dürften enttäuscht werden. Die meisten der Schäden an den Kaffeesträuchern entstanden bereits in der Trockenperiode im Vorjahr. Zuckerpreise fielen um 4,5% nachdem Behörden in Brasilien und Indien ihren Mühlen Zuschuss-Programme gewährten, die es ihnen ermöglichen, den Export auf bis zu 1,4 Millionen Tonnen in die globalen Märkte zu steigern. Palladium stieg um 4,5% nachdem Berichten zufolge Impala Platinum plant, seine Aktivitäten in Südafrika und Simbabwe zurückzufahren. Kupfer stieg um 3,0%, nachdem die International Copper Study Group bis November 2014 ein erweitertes Produktionsdefizit in dem Metall verzeichnete. 

Aktien
Die Aktien Rally geht weiter. Aktienmärkte reagierten positiv auf Mitteilungen der Zentralbanken. Der Kommentar von FED Präsidentin Yellen wurde als taubenhaft eingestuft und der Bericht von EZB Präsident Draghi vor dem Europäischen Parlament bestärkte das Vertrauen in den Erfolg des nächsten Programmes zur quantitativen Lockerung, welches diesen Monat beginnen soll. Die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland viel stärker als erwartet, woraufhin der DAX um 2,4% stieg. Gleichzeitig viel die Volatilität am europäischen Aktienmarkt gemessen am Euro STOXX 50 Volatilitätsindex um 10.9% diesen Monat. Goldminen Aktien stiegen letzte Woche um2,3%, unter anderem Dank eines Anstieg des Goldpreises um 0,2%. Chinesische A-Aktien, welche nach der chinesischen Neujahrswoche wieder in den Handel gingen, legten um 1,2% zu dank besser als erwarteter PMI Daten. Wir erwarten, dass der positive Trend auch diese Woche anhält aufgrund der Zinssenkung der Zentralbank am Wochenende.

Währungen
USD Index erreicht 12-Jahreshoch – potential nach oben. Wir erwarten, dass sich die Zinsunterschiede zu den USA weiter ausweiten werden, sobald die Vereinigten Staaten beginnen, Ihre Finanzpolitik zu straffen Mitte 2015. Obwohl FED Präsidentin Yellen angedeutet hat, dass die Zentralbank in Ruhe abwarten will, bevor sie die Zinsen erhöht, so glauben wir, dass die sich verbessernde ökonomische Lage auch etwas höhere Zinsen rechtfertigt. Der Markt scheint Yellens Äußerungen vor dem Kongress als relativ taubenhaft aufgefasst zu haben. Zusammen mit den jüngst schwächeren Zahlen zum Wirtschaftswachstum, geht der Markt davon aus, dass die FED die erste Zinserhöhung bis August hinausschieben dürfte. Allerdings gehen wir davon aus, dass die FED pragmatisch sein wird. Sollten die Arbeitsmarktzahlen weiterhin robust sein, würde es uns nicht überraschen, wenn die FED bereits zu Jahresmitte die erste Zinserhöhung vornimmt.

Saxo Bank Rohstoffkommentar: Oelpreis-Spread auf 13-Monats-Hoch

„Der Bloomberg-Rohstoffindex hat sich vergangene Woche lediglich seitwärts bewegt. Gewinne bei Industrie- und Edelmetallen wurden von Verlusten im Energiesektor und bei Soft Commodities aufgehoben“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Die Wiederaufnahme der Handelstätigkeiten in China nach dem Neujahrsfest hat insbesondere den Kupferpreis beflügelt. „Grund dafür sind Spekulationen um eine zunehmende Subventionierung der heimischen Wirtschaft seitens der chinesischen Regierung. Experten erwarten dadurch einen Wirtschaftsschub und somit eine steigende Nachfrage nach Industriemetallen“, sagt Hansen.

Nach dem Goldpreissturz von 117 US-Dollar pro Feinunze innerhalb eines Monats hat das gelbe Metall bei 1.190 USD pro Feinunze wieder Unterstützung gefunden. Die Rückkehr der chinesischen Händler aus dem Urlaub hätte den Preis endgültig über die Marke von 1.200 USD pro Feinunze gehoben. „Nachdem der Abwärtstrend nach dem Januar-Hoch nun durchbrochen wurde, kann sich der Goldpreis wieder nach oben orientieren und die Marke von 1.235 USD pro Feinunze anpeilen“, sagt Hansen.

Die Preise für die beiden Ölsorten Brent und WTI weichen immer weiter voneinander ab. „Der Spread zwischen WTI und Brent hat zuletzt mit 12 USD pro Barrel ein neues 13-Monats-Hoch erreicht“, sagt Hansen. Der stetige Anstieg der US-Lagerbestände trotz des Abbaus der bestehenden Förderanlagen hätte die Sorte WTI unter Druck gesetzt, während Brent von der europäischen Raffinerienachfrage und Versorgungsstörungen aus Libyen und dem Irak profitierte. Positive Signale kommen aus Saudi-Arabien und von der International Energy Agency. „Saudi-Arabien berichtete zuletzt von einer anziehenden Nachfrage, während die International Energy Agency mit einer Wiederherstellung des Gleichgewichts auf den Ölmärkten in den nächsten Monaten rechnet“, sagt Hansen abschließend.


Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch finden Sie anbei.


Presseanfragen:

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Über die Saxo Bank
Die auf Online-Multi-Asset-Anlagen spezialisierte Investmentbank Saxo Bank bietet Privatanlegern und institutionellen Kunden eine umfassende Sammlung an Tools für ihre Handels- und Anlagestra-tegien. Ihr Finanz-Community-Portal TradingFloor.com ist die erste Multi-Asset-Social-Handelsplattform. Im Besitz einer europäischen Vollbanklizenz und überwacht durch die dänische Bankenaufsicht FSA, ermöglicht die Saxo Bank privaten und institutionellen Investoren den Handel mit Währungen, CFDs, ETFs, Aktien, Optionen und Futures über ihre preisgekrönte SaxoTrader-Plattform, zugänglich über PC, Tablets oder Smartphones. Die Plattformen sind in mehr als 20 Spra-chen verfügbar. Zudem bietet die Saxo Bank auch professionelles Portfolio- und Fondsmanagement sowie traditionelle Bankdienstleistungen durch die Saxo Privatbank. 1992 in gegründet, verfügt die Saxo Bank neben ihrem Hauptsitz in Kopenhagen über Niederlassungen in 26 Ländern in Europa, Asien, dem Mittleren Osten, Lateinamerika, Afrika und Australien.

AXA IM Zitat der Woche: Negative Kupons sind keine Option

„Die Welt müsste schon sehr hässlich sein, wenn Investoren bereit wären, einen Emittenten dafür zu bezahlen, dass sie ihm Geld zur Verfügung stellen. Sicherlich profitieren die europäischen Regierungen zurzeit davon, dass die Anleihemärkte ins Negative rutschen. So können sie neue Anleihen zu immer niedrigeren Kupons begeben. Aber nicht zu negativen. Da gibt es eine Null-Prozent-Marke.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Aufgrund der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Renditen für europäische Staatsanleihen deutlich gefallen. Deutschland hat mehrere zwei- und fünfjährige Staatsanleihen mit Nullkupons begeben, die bereits negative Renditen ausweisen. Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM) schließt Anleihen mit negativen Kupons jedoch aus: „Man stelle sich das mal vor! Das würde ja bedeuten, dass Anleger Regierungen nicht nur Geld leihen, sie müssten auch noch Zinsen dafür zahlen, dass sie das tun. Sicherlich profitieren die europäischen Regierungen derzeit davon, dass die Anleihemärkte ins Negative rutschen. So können sie neue Anleihen zu immer niedrigeren Kupons begeben. Aber nicht zu negativen. Da gibt es eine Null-Prozent-Marke.“

Angesichts der sehr niedrigen Anleihekupons in ganz Europa komme das Quantitative Easing (QE) der EZB gerade recht, meint Iggo. Denn dieses werde sich positiv auf die Schuldendynamik in Europa auswirken. „Die meisten Länder sind heute in einer viel besseren Situation als noch vor ein paar Jahren. Mit Ausnahme von Griechenland sind die Finanzierungskosten inzwischen deutlich unter dem nominalen BIP-Wachstum. Die zweite gute Nachricht ist, dass das Wachstum steigt und die Haushaltsdefizite der einzelnen Länder sinken.“ Ein weiterer Grund dafür, dass das QE zur rechten Zeit kommt, sei, dass der steigende Refinanzierungsbedarf von Peripheriestaaten wie zum Beispiel Spanien und Italien mit historisch niedrigen Kupons und längeren Laufzeiten gedeckt werden könne. „Damit verbessert sich das Schuldenprofil noch mehr.“ Voraussetzung für eine weitere Erholung in Europa seien jedoch Steuerreformen, finanzielle Anreize für Investitionen und die Senkung der Arbeitslosigkeit. „Wenn das nicht gelingt, könnte uns das historische Tief an den Anleihemärkten noch eine lange Zeit begleiten.“

Positiv entwickeln sich derzeit Aktien- und High-Yield-Märkte, die einen starken Februar hatten: Rekordstände in manchen Aktienmärkten, mehr als zwei Prozent Rendite bei High Yields, kurze Laufzeiten, breitere Gewinnzonen. Iggos Einschätzung: „Wenn, dann kann man derzeit Renditen mit High Yields und Aktiendividenden machen.“

Für Ihre Fragen und zur Interviewvermittlung wenden Sie sich bitte direkt an AXA Investment Managers (Daniela Hamann) oder an ergo Kommunikation.

Bitte teilen Sie uns kurz per E-Mail oder Telefon mit, wenn Sie die wöchentlichen Zitate von AXA IM künftig nicht mehr erhalten möchten.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Hamann                                                                      
daniela.hamann@axa-im.com                                        
+49 (0)69 90025 2108     

Flora Rothe
flora.rothe@ergo-komm.de
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AXA Investment Managers
AXA Investment Managers Paris SA (AXA IM) ist ein Multi-Experte in der Vermögensverwaltung und gehört zur AXA-Gruppe, einer der größten internationalen Versicherungsgruppen und bedeutendsten Vermögensmanager der Welt. AXA IM ist mit rund 607 Mrd. Euro (Stand: September 2014) verwaltetem Vermögen einer der größten in Europa ansässigen Asset Manager. Mit gut 2.500 Mitarbeitern ist AXA IM weltweit in 21 Ländern tätig.

Multi-Experte
Als Multi-Experte im Asset Management ist AXA IM in der Lage, Investmentlösungen in allen Assetklassen optimal gemäß den Kundenbedürfnissen zu kombinieren und damit einen signifikanten Mehrwert zu erzielen. Das Ziel von AXA IM ist es, in jedem Bereich Marktstandards zu setzen und eine führende Position einzunehmen. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass Spezialisierung, Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit der Fondsmanager für eine nachhaltige Performance unerlässlich sind. Deshalb entwickelt das Unternehmen überall dort Expertenteams, wo es über klare Wettbewerbsvorteile verfügt.

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Allgemeine Hinweise: Die hier von AXA Investment Managers Deutschland GmbH bereitgestellten Informationen stellen kein Angebot zum Kauf, Verkauf oder zur Zeichnung von Fondsanteilen bzw. Finanzinstrumenten oder ein Angebot für Finanzdienstleistungen dar. Ein Kauf von Fondsanteilen erfolgt ausschließlich auf Basis der jeweils gültigen Verkaufsprospekte und den darin enthaltenen Informationen. Die Verkaufsprospekte, wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) und Jahres- und Halbjahresberichte erhalten Sie kostenlos für Deutschland bei AXA Investment Managers Deutschland GmbH, Bleichstraße 2-4, 60313 Frankfurt/Main oder unseren Vertriebspartnern sowie unter www.axa-im.de bzw. für Österreich bei der jeweiligen Zahl- und Informationsstelle sowie unter www.axa-im.at. Verwendung: Dieses Dokument dient ausschließlich der Presseinformation. Wir weisen dringend darauf hin, dass diese Pressemitteilung nicht den Anforderungen der Richtlinie 2004/39/EG (MiFID) und der zu dieser ergangenen Richtlinien und Verordnungen sowie des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) und der Wertpapierdienstleistungs- Verhaltens- und Organisationsverordnung (WpDVerOV) entspricht. Das Dokument ist damit für jegliche Form des Vertriebs, der Beratung oder der Finanzdienstleistung, insbesondere durch Wertpapierdienstleistungsunternehmen, nicht geeignet. Haftungsausschluss: Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen, Daten und Zahlen beruhen auf unserem Sach- und Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen wird nicht übernommen.

Europäische Small- und Mid-Caps: Watch your step!

Paris, 2. März 2015 – Europa ist gefragt – zumindest bei Aktieninvestoren. Trotz vieler politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten flossen in den vergangenen Wochen erhebliche Mittel gerade aus den USA in Richtung Europa. Weiter rückläufige Zinsen, das angekündigte QE-Programm der Europäischen Zentralbank, der niedrige Ölpreis sowie der Verfall des Euros gegenüber dem US-Dollar lassen für europäische Unternehmen auf eine Rückkehr zum positiven Wachstumspfad schließen. Diese Kombination hat zu einer Steigerung der Risikobereitschaft bei Investoren geführt und die europäischen Aktienmärkte seit Jahresbeginn beflügelt. Die jüngste Abwendung des Grexit hat den Märkten noch einmal zusätzlichen Rückenwind beschert und die Kurse der europäischen Indizes weiter getrieben. Davon profitierten sowohl Blue Chips als auch Mid- und Small-Caps. Insbesondere in Deutschland kletterten DAX (+16 Prozent) und MDAX (+18 Prozent) zuletzt auf neue Höchststände. Aber auch der französische CAC 40 (+16 Prozent), der Euro Stoxx 50 (+14 Prozent) und der MSCI Europe Small Cap Index (15 Prozent) konnten seit Jahresbeginn deutlich zulegen.

Watch your step – Mid Caps im Höhenrausch

Dieses Kursfeuerwerk sollte jedoch auch zur Vorsicht mahnen. Erste Übertreibungen scheinen im Markt zu sein. Insbesondere die Bewertungsniveaus bei europäischen Mid-Caps sind bereits ziemlich ausgereizt. Hier sehen wir im Moment kaum noch Kurssteigerungspotenzial. Vielmehr erscheint die Zeit reif für gesunde Kurskorrekturen. Bei europäischen Small-Caps dagegen gibt es noch gute Chancen für Kursgewinne, da viele Unternehmen nach wie vor moderat bewertet erscheinen. 

Trotz aller Vorsicht ob bevorstehender Kurskorrekturen: Grundsätzlich dürfte der Aufwärtstrend am europäischen Aktienmarkt gerade für kleine und mittlere Unternehmen weitergehen. Nach mehreren Jahren der Durststrecke werden die Gewinne pro Aktie aufgrund steigender Unternehmensgewinne in den kommenden Monaten deutlich anziehen. Somit werden höhere Kursniveaus auch fundamental unterfüttert. Auf kurze Sicht gilt jedoch die Regel: Watch your step! Wer in europäische Aktien, insbesondere bei Small- und Mid-Caps investieren will, muss nicht nur jetzt echtes Stock Picking betreiben. Denn Nebenwerte stehen naturgemäß weniger im Fokus der Analysten und die Schere zwischen Out- und Underperformern ist im Universum der kleinen und mittleren Werte größer als bei Blue Chips. Die höhere Volatilität in diesem Marktbereich gilt es ebenfalls zu beachten. Wir fokussieren uns in erster Linie auf die Qualität der Firma, in die wir investieren wollen. Um uns etwas unabhängiger gegenüber Marktzyklen aufzustellen, setzten wir stärker auf Growth-Werte. Auch die Sektordiversifikation spielt für uns eine große Rolle.

Deutschland bietet viele attraktive Growth-Werte

In Deutschland finden sich eine Reihe attraktiver Growth-Werte nicht nur aus dem Industriesektor. Uns gefallen beispielsweise TAKKT AG, Carl Zeiss Meditec, MTU Aero Engines und Wirecard. Doch auch in anderen europäischen Ländern lässt sich selektiv viel Potential finden. So trauen wir dem Online-Versandhandel in den nächsten Jahren erhebliche Wachstumsraten zu. Daher haben wir zuletzt eine größere Position beim britischen Unternehmen ASOS aufgebaut, einem der Wegbereiter des Modeversand via Internet. Gleichzeitig haben wir den rasanten Anstieg der letzten Wochen auch genutzt, um in einigen Positionen Gewinne mitzunehmen. Wir halten im Moment lieber eine höhere Cash-Quote, als in die falschen Unternehmen zu investieren. 

Fazit: Das Umfeld für europäische Aktien – insbesondere im Nebenwerte-Segment – bleibt in diesem Jahr attraktiv. Die Gewinne pro Aktie sind höher als im letzten Jahr und können die Kurse bei europäischen Nebenwerten weiter treiben. Gerade bei Small-Caps lassen sich nach wie vor qualitativ gute Unternehmen zu attraktiven Bewertungen finden. Bei Mid-Caps sehen wir das Kurssteigerungspotenzial zumindest auf kurze Sicht ausgereizt, sodass eine gesunde Korrektur hier bevorstehen könnte.    

Autor: Stéphanie Bobtcheff, Fondsmanagerin der europäischen Nebenwerte-Fonds Echiquier Agenor und Echiquier Entrepreneurs. Sie ist seit über 18 Jahren Spezialistin für Anlagen in Titeln mit mittlerer Marktkapitalisierung.


Über Financière de l'Echiquier
Financière de l’Echiquier wurde 1991 von Didier Le Menestrel und Christian Gueugnier gegründet und zählt mittlerweile zu den marktführenden unabhängigen Fondsgesellschaften in Frankreich. In Paris ansässig, ist die Fondsboutique erfolgreich auf Stock Picking spezialisiert. 28 Fondsmanager und Analysten verwalten insgesamt 14 Investmentfonds und ein Vermögen von mehr als 8 Milliarden Euro. In Deutschland vertreibt die Gesellschaft aktuell vier Aktienfonds und zwei Mischfonds. Die erfolgreiche Fondspalette wird privaten und institutionellen Investoren außerdem in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien und Luxemburg angeboten. Das Kapital von Financière de l’Echiquier wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 95 Mitarbeiter. 2004 wurde die Stiftung Financière de l’Echiquier gegründet, die sich in Frankreich für sozial und beruflich benachteiligte Menschen einsetzt. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter www.fondation-echiquier.fr