Europäische Aktien nach dem Kursrutsch bei Anleihen

Henderson Global Investors Commentary - Tim Stevenson: Europäische Aktien nach dem Kursrutsch bei Anleihen

London – Der jüngste Kurseinbruch bei Anleihen, mit dem die Renditen deutscher Bundesanleihen am 13. Mai 2015 mit 0,72% den höchsten Stand seit sechs Monaten markierten, löste die lang erwartete Konsolidierung an den europäischen Aktienmärkten aus. Zugleich verhalf er dem Euro zu einem Anstieg und brachte trotz anhaltender Unsicherheiten mit Blick auf Griechenland den US-Dollar-Höhenflug zum Erliegen.

Parallel dazu stiegen die Ölpreise, und viele Aktien, die sich seit Jahresbeginn überdurchschnittlich gut entwickelt hatten, traten den Rückzug an. Warnungen vor einem möglichen Ende der Aktienrally machten daraufhin die Runde. Diesen Warnungen schließe ich mich jedoch nicht an. Nach meiner Einschätzung haben wir es mit einer längst überfälligen Verschnaufpause zu tun, bevor in den nächsten Monaten mit weiteren positiven Nachrichten zur Konjunktur und den Unternehmensgewinnen zu rechnen ist.

Die Rückkehr der Preissetzungsmacht

Inzwischen gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Inflation wieder steigt. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, legte bei der Sitzung des EZB-Rates am 15. April dar, dass seine Experten „ein Anziehen der Inflation im Spätjahr sowie eine weitere Beschleunigung des Preisauftriebs in 2016 und 2017“ erwarten. Das ist eine gute Nachricht für Aktien, lässt sie doch auf eine Rückkehr der Preissetzungsmacht hoffen. Zugleich verheißt sie Gutes für die Volkswirtschaften, denn eine moderate Inflation ist für die Länder in Europa wohl die bequemste Möglichkeit, einen Teil ihrer in den letzten 25 Jahren aufgebauten riesigen Schuldenberge abzutragen.

Keine gute Nachricht ist der Inflationsanstieg für Anleger, die sich, getrieben von Deflationsangst, eine der zahlreichen Anleihen mit mittlerweile negativer Rendite ins Depot gelegt haben. Diese überlaufenen Positionen, auch „Crowded Trades“ genannt, bei denen eine Short- oder Long-Position von einer sehr großen Anzahl von Anlegern gehalten wird, sind solange kein Problem, bis die Flucht aus ihnen einsetzt. Vielleicht waren die jüngsten Bewegungen unter anderem darauf zurückzuführen.

Wirtschaftsindikatoren bleiben eine Stütze

Für Anleger mit mittel- und langfristigem Horizont könnte es indes wichtiger sein, sich jenseits kurzfristiger Entwicklungen mit der Frage zu beschäftigen, ob die allmähliche Konjunkturerholung in Europa weitergeht. Jüngste Daten lassen auf eine, wenn auch langsame Besserung der Lage in den europäischen Volkswirtschaften hoffen. Wegen des schwachen Jahresauftakts in den USA, verschärft durch Hafenarbeiterstreiks und das schlechte Wetter, könnte zudem die erwartete Zinswende erneut verschoben werden. Dies dürfte verunsicherte Anleger beruhigen, dass die Zinspolitik der US-Notenbank weiterhin expansiv ausgerichtet bleibt.

Klar ist aber auch, dass die Bewertungen europäischer Aktien kräftig gestiegen sind. So liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der Gewinne der nächsten zwölf Monate im MSCI Europe Index mit fast 16 über dem langjährigen Durchschnitt – was kein Grund zur Besorgnis ist, solange die KGVs in den USA weiter darüber liegen. Zudem hat die Erholung der Unternehmensgewinne in Europa gerade erst begonnen. Selbst wenn die Inflation in den kommenden Jahren bis auf 2% steigt und die „20er-Regel“ Bestand haben sollte, haben die europäischen Aktienmärkte in punkto KGV noch Luft nach oben. Nach dieser Regel ist ein Aktienmarkt angemessen bewertet, wenn sich das durchschnittliche KGV plus Inflationsrate auf einen Wert von 20 summiert. Auch was die Dividendenrendite angeht, lassen europäische Aktien 10-jährige deutsche Bundesanleihen weit hinter sich. So beläuft sich die Dividendenrendite im MSCI Europe Index auf durchschnittlich 3,1% (Stand: 30. April 2015) gegenüber einer Rendite von 0,6% bei Bundesanleihen (Stand: 15. Mai 2015).

Politik in Europa: Sicherheit und Unsicherheit

Mit der Wahl einer konservativen Regierung wurde in Großbritannien der Status quo beibehalten. Nun besteht die Gefahr, dass die neue Regierung von einigen ihrer Mitglieder, die im Wahlkampf auf einen Anti-Europa- und Anti-Wohlfahrtskurs gesetzt hatten, nach rechts gezogen wird. Ich vermute jedoch, dass David Cameron und seine Verbündeten genau wissen, dass die Wahlen in Großbritannien in der Mitte und nicht an den Rändern der politischen Landschaft gewonnen bzw. verloren werden. Sicher besteht die Möglichkeit, dass das für 2017 geplante Referendum über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union für die Märkte schlecht ausgeht, d.h. die Wähler für einen Ausstieg votieren. Ich glaube aber weiterhin, dass Großbritannien in einer gut funktionierenden Europäischen Union besser aufgehoben ist. Gleichzeitig bin ich wie viele führende europäische Politiker der Meinung, dass Europa weitere ernsthafte Reformen in Angriff nehmen und erfolgreich umsetzen muss.

Griechenland bleibt wie gehabt das Sorgenkind. Aus der Sackgasse, in die sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in den Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds und der EZB hinein manövriert hat, scheint es derzeit keinen Ausweg zu geben. Ersterer lehnt grundlegende Reformen weiter ab, während die Geldgeber zusätzliche finanzielle Hilfen von Reformen abhängig machen. Wenn Griechenland den Euro behalten will, muss es weitere Reformen durchführen und zeigen, dass es sich mit Blick auf die Konsolidierung seines Staatshaushalts in die richtige Richtung bewegt. Unglücklicherweise hat die neue Führung einen Teil der von der Vorgängerregierung erreichten Fortschritte rückgängig gemacht und die Lage für die seit Jahren unter der Rezession leidende griechische Bevölkerung noch verschlimmert.

Die europäische Geschichte geht weiter

Unter dem Strich haben die jüngsten Anzeichen einer Erholung in den europäischen Volkswirtschaften sowie das überraschend schwache Wachstum in China und den USA die Stimmung zugunsten Europas umschlagen lassen. Für weitere gute Nachrichten dürften europäische Aktiengesellschaften nicht zuletzt mit steigenden Fusionen und Übernahmen sorgen, während die EZB entschlossen ihr Anleihekaufprogramm vorantreibt. Darüber hinaus wird wohl auch der aktuelle Trend einer Umschichtung von Kapital aus Anleihen in Aktien anhalten. Angesichts der unterschiedlichen Erwartungen für die beiden Anlageklassen für die kommenden 12 bis 18 Monate ist das nicht weiter verwunderlich.

Nach meiner Einschätzung müssen wir uns jetzt aber noch keine Sorgen wegen einer Rückkehr zu einem normaleren Wirtschaftsumfeld machen. Den „Crowded Trade“-Effekt behalten wir allerdings genau im Auge, denn er könnte immer wieder heftige Marktschwankungen auslösen.

Zur Person:
Tim Stevenson ist Director of European Equities bei Henderson Global Investors. Er kam 1986 als Fondsmanager für Europa, zuständig für Kunden aus dem Ausland, zu Henderson Global Investors. Nach dem Studium begann er als Europa-Analyst bei Savory Milln. 1984 verstärkte er das Team von Aetna Montagu Asset Management Limited, zuständig für Europa-Anlagen im Auftrag von ERISA-Kunden und MIM-Pensionsfonds. Zudem managt er den Henderson EuroTrust plc. Tim Stevenson hat an der Sussex University Wirtschaftswissenschaften und Europastudien studiert und mit einem Bachelor (Hons) abgeschlossen.

Sein Fonds: Henderson Horizon Pan European Equity Fund (ISIN: LU0138821268, WKN: 982670)

Über Henderson:
Henderson Global Investors, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Henderson Group plc, ist eine renommierte internationale Vermögens-verwaltungsgesellschaft, deren Geschichte bis ins Jahr 1934 zurückreicht. Henderson verwaltet ein Anlagevermögen in Höhe von 123,5 Mrd. Euro (Stand: 31. März 2015) für Kunden in Großbritannien, Europa, im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Nordamerika und beschäftigt weltweit über 900 Mitarbeiter. Zu den Kunden zählen sowohl Privatpersonen, Privatbanken und externe Vertriebs-gesellschaften als auch Versicherungen, Pensionskassen, staatliche Organe und Unternehmen. Als reiner Vermögensverwalter bietet Henderson eine Produktpalette, die von Aktien und Anleihen über Multi-Asset-Angebote bis hin zu alternativen Produkten reicht.

Weitere Informationen finden Sie unter www.henderson.com.

Japans Aktienmarkt besonders attraktiv

Der französische Vermögensverwalter Oddo Asset Management hält Japans Aktienmarkt derzeit für besonders attraktiv. So seien zwar die Gewinnprognosen für 2016 in den vergangenen 18 Monaten um 13% gestiegen, trotzdem sei das Bewertungsniveau unverändert geblieben und in absoluten Zahlen weiter niedrig, erklärten Nicolas Chaput, CEO und Co-CIO, und Laurent Denize, CIO bei Oddo Asset Management. So werde der MSCI-Japan-Index aktuell lediglich mit dem 1,5-Fachen des Buchwerts gehandelt, für die Welt liege dieser Wert jedoch bereits bei 2,2, für die USA gar bei 2,7. Hinzu komme, dass japanische Pensionsfonds gemäß den „Wünschen“ der Abe-Regierung massiv in Aktien investierten. Dasselbe Phänomen sei auch in anderen Teilen Asiens zu beobachten, weshalb Aktien aus der Region in den Portfolios von Oddo Asset Management übergewichtet würden. Untergewichtet würde hingegen Amerika. Ein Grund dafür sei die Skepsis, dass die US-Unternehmen das gegenwärtige Tempo ihrer Aktienrückkäufe beibehalten können.

Die Details finden Sie im beigefügten Dokument in englischer Sprache.

NNIP Spotlight - Südafrika: M&A-Geschäft boomt

Robert Holmes, Senior Portfolio Manager der NNIP Emerging Markets Equity Boutique, erläutert, wie es südafrikanischen Unternehmen gelungen ist, durch Fusionen und Übernahmen global zu wachsen.

Offenbar gab es im letzten Quartal die meisten Fusionen und Übernahmen (M&A) seit der Hochphase im Jahr 2007. Es ist natürlich erfreulich, dass endlich wieder etwas Zuversicht auf den Vorstandsetagen einkehrt. Doch das M&A-Geschäft ist alle andere als einfach, und aus Portfoliosicht ist noch nicht einmal klar, ob es – von kurzfristigen Gewinnen abgesehen – langfristig überhaupt einen Mehrwert bringt.

Guter Track Record bei M&A

Insgesamt ist das M&A-Geschäft an den Emerging Markets ebenso durchwachsen wie überall sonst auch – mit einer Ausnahme: Südafrika hat sich in diesem Bereich als ausgesprochen erfolgreich erwiesen. Viele der an der Johannesburg Stock Exchange (JSE) notierten Unternehmen sind in den vergangenen Jahren durch Fusionen und Übernahmen erheblich gewachsen und konnten sich weltweit als multinationale Konzerne etablieren, die auch über die Grenzen Südafrikas hinaus ein Begriff sind.

Obwohl dieser Prozess erst seit etwa einem Jahrzehnt richtig anläuft, machen Auslandserträge bereits 45 % der Gewinne der JSE-Unternehmen aus. Dieser Anteil ist höher als an US-Börsen. Dadurch lässt sich zum Teil die Diskrepanz zwischen dem problematischen volkswirtschaftlichen Rahmen einerseits und der Outperformance von über 82 % ggü. dem MSCI World in den letzten zehn Jahren erklären. Dieser „Knick“ bereitet Fondsmanagern oftmals Kopfzerbrechen.

Wie haben es diese Unternehmen also geschafft, sich international zu positionieren, wenn das Land doch bis zu den ersten freien Wahlen 1994 international weitgehend isoliert war? Zumindest im Bergbausektor liegt die Erklärung auf der Hand, wenn man sich Unternehmen wie BHP Billiton oder Rio Tinto anschaut. Aber wie hat Naspers, ein südafrikanischer Medienkonzern, es geschafft, 48 % von Tencent zu übernehmen? Und wie ist es Bidvest mit Sitz in Johannesburg, 1988 gegründet, gelungen, bereits jetzt rund um den Globus von Neuseeland bis Großbritannien tätig zu sein?*

Diese Liste ließe sich mit Beispielen wie SABMiller, Sanlam, Aspen, Steinhoff, Discovery, Brait und Imperial weiter fortsetzen.* All diesen Unternehmen ist es gelungen, weltweit erfolgreiche Fusionen und Übernahmen durchzuführen, die den Shareholder Value in den meisten Fällen deutlich heben konnten. Welchen Faktoren sind diese Erfolge zu verdanken?

Zunächst sind hier Geschichte und Kultur zu nennen. Südafrika ist wegen seiner engen Bindungen zu Großbritannien und den Niederlanden – zwei traditionellen Handelsnationen – kein typischer Emerging Market. Neben ausgeprägtem Pioniergeist brachten die ersten europäischen Siedler vor allem auch akademische Standards und Rechtssysteme mit, die nunmehr international anerkannt sind. Diese Kombination aus europäischem Know-How und den für Emerging Markets typischen Chancen erwies sich als idealer Nährboden für den aufkeimenden Unternehmergeist. In jüngster Zeit wird auch die Unsicherheit im Hinblick auf das politische Umfeld einer Diversifizierung über die Landesgrenzen hinaus Vorschub geleistet haben. Doch diese Faktoren schaffen lediglich einen günstigen Rahmen, sie erklären nicht das Ausmaß des Erfolgs. Hier also die drei Faktoren, mit denen Südafrika sich deutlich von anderen EM absetzt und die meiner Ansicht nach wohl den entscheidenden Unterschied machen:

 

Höhere Hurdle Rates (Mindestrenditen)

Südafrika mag zwar Weltklasseunternehmen haben, aber es ist immer noch ein Land, das sich mit den typischen Problemen einer aufstrebenden Volkswirtschaft herumschlägt, wie Triple-Defizite, politische und strukturelle Ineffizienzen, Energieengpässe u. Ä. Hinzu kommt, dass das Land während der Apartheid-Periode im Wesentlichen ein abgeschotteter Markt war und so oligopolistische Strukturen herausbildete. Infolgedessen entstand ein recht profitabler Binnenmarkt. Im Ergebnis musste entweder die sogenannte Hurdle Rate bei Investments wirklich außerordentlich attraktiv sein oder die Währung aufwerten. Jeder dieser Faktoren erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer vernünftigen Anlageentscheidung. 

In der modernen Welt des freien Geldhandels, in der eine Rendite, die die Kapitalkosten um 5 Prozentpunkte übersteigt, für multinationale Unternehmen durchaus einen Anreiz darstellt, kann sich dieser Anreiz angesichts der strukturellen Risiken rasch als unzureichend erweisen. Investoren in Nigeria werden dies erst kürzlich schmerzhaft erfahren haben. Wie Donald Trump einst bemerkte: „Mitunter sind die besten Investitionen diejenigen, die man nicht macht.“ Insofern ist eine auskömmliche Hurdle Rate sicherlich eine gute Grundvoraussetzung.

Den vollständigen Text des Spotlight entnehmen Sie bitte dem PDF-Anhang links.

Fidelity Halbjahresausblick - Teil 3: Europas Unternehmensgewinne dürften dieses Jahr noch positiv überraschen

Kronberg im Taunus, 28. Mai 2015 – „Das Anlegerinteresse an Europa hat Anfang 2015 stark zugenommen und einigen Märkten innerhalb weniger Monate Gewinne von über 20 Prozent beschert. Das wirft die Frage auf, wie nachhaltig diese Marktentwicklung ist. Aber auch wenn sich diese hohen Kursgewinne wohl nicht wiederholen werden und die Begeisterung der Anleger über die quantitative Lockerung abebben sollte: Das Zusammenspiel aus Anlegerpositionierung, Markterwartungen und günstigem wirtschaftlichen Umfeld lässt vermuten, dass europäische Aktien ihren Aufwärtstrend für den Rest des Jahres fortsetzen.

Die Anleger sind in europäischen Aktien im Schnitt nach wie vor untergewichtet, auch wenn einige Untergewichtungen inzwischen glattgestellt wurden. Von einer Blase oder Euphorie sind Europas Märkte meilenweit entfernt. Tatsächlich wurden die Kursgewinne in diesem Jahr gleichermaßen von Sorge wie von Gier getrieben. Deutlich wird das daran, dass Aktien von äußerst konservativen Unternehmen besonders gefragt waren. Mit anderen Worten: Der Markt zahlt einen Aufschlag für vergleichsweise geringere Volatilität. Gleichzeitig bietet er all jenen noch Chancen, die bereit sind, eine höhere Volatilität zu akzeptieren. Beispielswese sind die Bewertungen von Unternehmen, die zwar an kurzfristigen operativen Schwierigkeiten leiden aber an sich solide sind und intakte Geschäftsmodelle sowie gute wirtschaftliche Aussichten haben, teilweise sehr niedrig.

Zudem sind die Erwartungen an den Gewinnanstieg europäischer Unternehmen deutlich zurückgegangen. Die Prognosen liegen deutlich unter dem Niveau von Anfang 2014 und Anfang 2013. Mit rund 6-8 Prozent sind sie auch niedriger als der globale Durchschnitt. Einiges deutet jedoch darauf hin, dass die Gewinne europäischer Unternehmen für positive Überraschungen sorgen werden. So beflügelt etwa der schwächere Euro das Gewinnwachstum, denn die Mehrheit der europäischen Unternehmen erwirtschaftet den Löwenanteil ihrer Umsätze und Gewinne außerhalb der Eurozone. Daher profitieren sie unmittelbar von Umrechnungseffekten. Über kurz oder lang verbessert sich mit der Euro-Schwäche aber auch ihre Wettbewerbsposition, was hilft, Marktanteile zu gewinnen und ihre Profitabilität zu steigern.

Zudem befinden sich europäische Unternehmen mitten in einer Phase verstärkter Aktivität, die vor rund 18 Monaten mit einer Zunahme von Zukäufen und Fusionen, Neupositionierungen und gelungenen Restrukturierungen begonnen hat. Die positiven Folgen der bereits abgeschlossenen und noch wahrscheinlichen Aktivitäten werden sich aus meiner Sicht aber erst noch auf die Unternehmensgewinne auswirken. Zu guter Letzt dürften europäische Unternehmen für den Rest des Jahres von geringeren Kosten profitieren. So gehen die Lohnkosten in einigen Märkten zurück. Gefallen sind aber auch die Kosten für Energie und Rohstoffe, was den Margen und dem Gewinnwachstum zugutekommt.“

Positive Ertragsdynamik bestätigt Anlagechancen bei deutschen Aktien

Frankfurt, 28. Mai 2015 – Das erste Mal seit 2012 fällt die Ertragsdynamik in Deutschland positiv aus. Im ersten Quartal 2015 haben die Gewinne über alle Marktbereiche hinweg die Prognosen übertroffen. Trotz der jüngsten Gewinnmitnahmen, die im April und Anfang Mai zu einem Rückgang am deutschen Markt führten, ist die Stärke der Unternehmen des Landes ungebrochen, und kurzfristige Marktkorrekturen stellen laut Baring Asset Management (Barings) eine ausdrückliche Kaufgelegenheit dar.

Robert Smith, Investmentmanager, Baring German Growth Trust, sagte: „Nach einer natürlichen Phase von Gewinnmitnahmen befinden sich die Bewertungen am deutschen Markt wieder auf einem attraktiven Niveau. Seit Anfang Oktober des letzten Jahres war der Markt auf Gesamtertragsbasis um etwa 40% angestiegen (in Euro), demzufolge kam die Korrektur nicht unerwartet. Jene Unternehmen, die in der Aufwärtsphase am meisten profitierten, also die liquideren und besser kapitalisierten Firmen, litten in der Folge wesentlich mehr als kleinere Unternehmen in Deutschland, bei denen wir uns aktuell stärker engagieren.

Ungeachtet dessen sind die Fundamentaldaten des Marktes im Verlauf dieses Jahres stabiler geworden, und in Deutschland wirkt sich die Schwäche des Euro nach wie vor positiv auf das Nischensegment der Exportunternehmen mit hohem Wertschöpfungspotenzial aus. Den Erwartungen nach dürfte die geldpolitische Lockerung die Wettbewerbsfähigkeit des Euro auch längerfristig erhalten.“

In diesem Marktumfeld, mahnt Barings, kommt der aktiven Titelselektion eine überaus hohe Bedeutung zu. Beispielsweise musste der Großkonzern Siemens den Platz unter den Top-10-Positionen im Baring German Growth Trust aufgrund von Sorgen über das Ertragswachstum und die Verbindung zu einem schwächeren Energiemarkt räumen. Hingegen ist der Fonds weiterhin in Daimler investiert, was auf die kontinuierlich starken Umsätze des Konzerns zurückzuführen ist: Mercedes weist für China im April einen Umsatzzuwachs von 18,7% im Vergleich zum Vorjahr aus, womit der gesamte Zuwachs für China seit Jahresbeginn 2015 16,2% beträgt. Insgesamt stiegen im April die weltweiten Umsätze von Mercedes um 11,3% im Vergleich zum Vorjahr und um 13,9% seit Jahresbeginn.

Nach Auffassung von Barings hat der Einfluss von deutschen Small Caps, insbesondere mit Blick auf die Wertschöpfung sowie auf interessante Chancen für Anleger, zugenommen. Der Anteil an Small Caps im Baring German Growth Trust ist aktuell so hoch wie nie zuvor. Per Ende April war der Fonds zu 17,4% in Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von unter $ 1 Mrd. investiert.1

Robert Smith bemerkte: „Ich denke, das Anlagethema rund um Small Caps in Deutschland ist in diesem Jahr bisher eine der größeren Marktentwicklungen und wir haben bereits eine Vielzahl an neuen kleineren Unternehmen identifiziert, die sich für eine Investition eignen würden. Dies trifft insbesondere auf den Technologiesektor zu.

Intelligente Technologien zum Beispiel tragen zur Optimierung des Produktionsprozesses und zur Minderung von Produktionskosten bei und ermöglichen weiterhin eine bessere Kostenkontrolle. Diese Revolution bindet die Informatisierung sowie die digitale Technologie in den Industrieprozess mit ein. Aber auch der 3D-Druck und erneuerbare Energien sind Bereiche, in denen Deutschland führend ist. Der Rückgang der Grenzkosten bietet der Unternehmenslandschaft in Deutschland einen Wettbewerbsvorteil, der in unserem Portfolio angemessen berücksichtigt wird.“

Im Mai dieses Jahres feiert der Baring German Growth Trust sein 25-jähriges Bestehen. Seit Robert Smith am 1. November 2008 das Management übernommen hat, erzielte der Fonds einen annualisierten Ertrag von 16,68%2, verglichen mit dem HDAX, der über den gleichen Zeitraum zum 1. Mai 2015 eine Rendite von 13,4% erwirtschaftete und seit Jahresbeginn ein Ergebnis von 12,25%3 aufweist.


1 Quelle: Barings, Stand 30. April 2015
2 Quelle: Morningstar/Barings, vom 1. November 2008 bis 1. Mai 2015. Die Wertentwicklung des Fonds bezieht sich auf die thesaurierende GBP-Anteilsklasse und versteht sich nach Abzug von Gebühren, bei Wiederanlage der Nettoerträge gegenüber dem HDAX-Index. Quelle für die Indexrenditen: Barings. Indexrenditen dienen lediglich Vergleichszwecken.
3 Quelle: Morningstar/Barings, vom 1. Januar 2015 bis 1. Mai 2015. Die Wertentwicklung des Fonds bezieht sich auf die thesaurierende GBP-Anteilsklasse und versteht sich nach Abzug von Gebühren, bei Wiederanlage der Nettoerträge gegenüber dem HDAX-Index. Quelle für die Indexrenditen: Barings. Indexrenditen dienen lediglich Vergleichszwecken.

Nachhaltiger Vermögensaufbau und Kapitaleinkommen

Während Technologie und Demografie die Arbeitsmärkte verändern, versiegt der für das Alter dringend notwendige Einkommensstrom aus Bankeinlagen und Staatsanleihen. Diese Studie zeigt, wie Arbeits- durch Kapitaleinkommen ergänzt werden kann. Nachhaltig, d.h. durch viele kleine Sparbeiträge, mit denen sich die Beschäftigten am Kapital beteiligen können, auch um von den Dividenden zu profitieren.

Das Dokument von Allianz Global Investors finden Sie links zum Download.

Fidelity Halbjahresausblick – Teil 2: US-Aktienmarkt braucht jetzt steigende Unternehmensgewinne

Stephanie Sutton, Investment Director bei Fidelity Worldwide Investment, gibt ihren Ausblick für US-Aktien für das zweite Halbjahr 2015.

Kronberg im Taunus, 26. Mai 2015 – „Positive Wirtschaftsdaten haben den US-Aktienmarkt in den vergangenen drei Jahren getrieben. Aktuell ist der Markt daher nicht mehr so günstig bewertet wie noch vor einiger Zeit. Allerdings ist er auch noch nicht teuer. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 bis 17 liegt etwa im historischen Durchschnitt. Jetzt sind jedoch steigende Unternehmensgeninne wichtig für eine substanzielle weitere Entwicklung des US-Aktienmarkts. Hingegen dürfte die Politik der US-Notenbank in diesem Jahr kaum Einfluss auf den Aktienmarkt haben, da wir davon ausgehen, dass sie die Zinsen erst Ende dieses Jahres oder Anfang 2016 erhöht.

Für Stock-Picker ergeben sich im aktuellen Umfeld dank der Belebung der Verbrauchernachfrage und der Unternehmenstätigkeit gute Kaufgelegenheiten. Aufgrund niedrigerer Energiepreise und eines verbesserten Arbeitsmarktumfelds haben die Verbraucher mehr Geld in der Tasche. Die Konsumbelebung wird den Unternehmen zugutekommen. Ein anderer wichtiger Treiber für US-Aktien sind meiner Ansicht nach die zunehmenden Aktivitäten hinsichtlich Fusionen und Übernahmen. Sie sind seit dem vergangenen Jahr stark gestiegen, nachdem Unternehmen in den Jahren zuvor ihr Bargeld horteten oder lediglich ihre Aktien zurückkauften. Das spiegelte ein geringes Vertrauen in die Wirtschaftsaussichten wider. Nun ist die Situation jedoch eine andere: Es fanden bereits viele Deals statt, und wir können davon ausgehen, dass in diesem Jahr weitere folgen werden. Die Fusionen und Übernahmen beschränken sich dabei nicht auf eine Branche. Viele der Deals finden im Gesundheitsbereich statt, aber wir haben auch schon eine gewisse Konsolidierung im Konsumsektor und der Technologiebranche gesehen. Vor allem Large-Caps haben hohe Cashbestände. Und anstatt es für Forschung und Entwicklung auszugeben, kaufen sie die Innovation, sprich ein anderes Unternehmen. Der Vorteil dabei: Sie müssen nicht Jahre warten, bis sich die Investition auszahlt.

Insbesondere der Gesundheitssektor in den USA bleibt interessant. In den vergangenen Jahren gab es eine Menge Veränderungen und Innovationen in der Branche. Es wurden mehr Arzneimittel zugelassen und das mit einem höheren Tempo als in der Vergangenheit. Davon hat die Branche profitiert, allen voran Biotech- und Pharmaunternehmen. Hinzu kam Obamacare, also die von US-Präsident Obama initiierte Krankenversicherung, die umgesetzt wurde und sich positiv auf das Wachstum zahlreicher Unternehmen im Gesundheitsbereich ausgewirkt hat.

Nach der starken Outperformance von Large-Caps im vergangenen Jahr denken einige Anleger nun darüber nach, in Small- und Mid-Caps zu investieren. Das hat auch mit der Dollar-Stärke zu tun. Denn Large-Caps erzielen einen größeren Teil ihrer Gewinne in ausländischen Märkten als Mid- und Small-Caps. Ein starker Dollar, beziehungsweise umgekehrt Einnahmen in anderen, schwächeren Währungen, wirken sich da negativ aus. Daher ist es vielleicht ein guter Zeitpunkt, stärker als bislang in Unternehmen zu investieren, deren Umsätze und Gewinne hauptsächlich in den USA liegen. Rund 40 Prozent der Umsätze der S&P 500-Unternehmen stammen von außerhalb der USA. Dagegen sind es bei den Unternehmen des Russel 2000 nur 22 Prozent.“

Saxo Bank Rohstoffkommentar: Steigender US-Dollar setzt Rohstoffe unter Druck

„In der vergangenen Woche hat der Rohstoffsektor zum ersten Mal seit drei Wochen wieder Verluste erlitten. Grund dafür war die starke Erholung des US-Dollars, die nahezu sämtliche Rohstoffsektoren in Mitleidenschaft gezogen hatte“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Auch wenn andere Entwicklungen und Nachrichten für die einzelnen Sektoren von Bedeutung seien, hätte der Dollar die Richtung des ganzen Marktes beeinflusst. Besonders schwer hat es Agrarrohstoffe und Industriemetalle getroffen. 

Auch Edelmetalle mussten zunächst aufgrund des steigenden Dollars einen Rückschlag hinnehmen, konnten sich jedoch schnell stabilisieren, nachdem Gold an der Marke von 1.200 USD pro Feinunze Unterstützung fand. „Dennoch suchen Edelmetalle nach einem neuen Impuls für weitere Kurssteigerungen. Bei Gold konnten wir in den vergangenen Monaten einige Ausbruchsversuche beobachten, die jedoch aus verschiedensten Gründen scheiterten“, sagt Hansen. 

Die Ölpreise bleiben trotz der Dollarstärke weiterhin in einer engen Handelsspanne nahe eines Fünf-Monats-Hochs. In einer verzögerten Reaktion auf den US-Förderanlagen-Abbau Ende vergangenen Jahres, ist die Produktion seit dem Hoch im März um 157.000 Barrel pro Tag gesunken. „Dennoch werden immer noch 800.000 Barrel pro Tag mehr produziert im Vergleich zum vergangenen Jahr. Auch die US-Lagerbestände liegen 100 Million Barrel oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts zu dieser Jahreszeit“, sagt Hansen. Da es unwahrscheinlich sei, dass die OPEC in ihrem Juni-Meeting eine Produktionskürzung beschließt, sei daher das Aufwärtspotenzial bei der Sorte WTI über die Marke von 60 USD pro Barrel stark limitiert. „Sollte der Preis unter 58 USD pro Barrel fallen, könnte es sogar zu einer noch stärken Korrektur kommen“, so Hansen abschließend.


Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Ein Jahr nach den Wahlen in Indien sind wir weiterhin optimistisch für die Aussichten des Landes

Frankfurt, 22. Mai 2015 – Nach einer starken, obgleich volatilen Wertentwicklung infolge der Wahlen im letzten Jahr, mussten Anleger in Indien im vergangenen Monat Kursrückgänge hinnehmen. Das bedeutet keineswegs, dass Indien als Anlageziel unattraktiver wird. Unserer Auffassung nach ergeben sich hierdurch sogar Chancen, da der langfristige positive Ausblick weiter ungetrübt ist. Einzig die Markterwartungen für das Ertragswachstum der Unternehmen stiegen kurzfristig auf unrealistisch hohe Niveaus.

Unserer Einschätzung nach agiert die derzeitige Regierung wesentlich effektiver als die vorhergehende und wir sind zuversichtlich, dass sich das erwartete Ertragsniveau im Unternehmenssektor in den kommenden Quartalen allmählich einstellen wird.

Stetiger legislativer Fortschritt

Unser Vertrauen in den Fortschritt, der von der Regierung unter Herrn Modi erreicht wurde, lässt sich am Regierungsprogramm festmachen, in dessen Rahmen drei von fünf Gesetzentwürfen erfolgreich durch das Parlament gebracht wurden. Das erste dieser Reformgesetze ist die Coal Mines (Special Provisions) Bill 2015, die den Kohlebergbau für private Unternehmen öffnet.

Indem die Versteigerung von Kohle an private Unternehmen für den Eigenverbrauch und die direkte Zuteilung von Bergwerken an öffentliche Unternehmen der Zentralregierung und an Regierungen der Bundesstaaten erlaubt werden, soll die Kohleproduktion des Landes, und im Umkehrschluss die inländische Energieerzeugung, enorm gesteigert werden.

Das zweite Reformgesetz ist die Insurance Laws (Amendment) Bill 2014, durch die ausländische Versicherungsgesellschaften einen Anteil von bis zu 49% an indischen Unternehmen halten dürfen, anstatt wie bisher bis zu 26%. Dies dürfte wiederum ausländische Direktinvestitionen in Indien unterstützen.

Das dritte Gesetz, die Mines and Mineral (Development and Regulations) Amendment Bill 2015, gibt Klarheit über die Entwicklung von Bergwerken und die Zuteilung von neuen Bergwerken, da, im Fall von Kohlebergwerken, die Zentralregierung wettbewerbsfähige Angebote für die Erteilung von Konzessionen einholen darf und den Regierungen der Bundesstaaten Gleiches im Fall von anderen Mineralien zugestanden wird. 

Gar nicht so schlechte Nachrichten

Ein Thema, das den Anlegern Sorgen bereitete, bezieht sich auf die mit Spannung erwartete Goods and Services Tax (India) Bill, die den Weg für einen gemeinsamen Markt in Indien ebnen soll, indem steuerliche Barrieren zwischen den Bundesstaaten abgebaut werden. Dieses Gesetz wurde jedoch vorerst zurückgestellt. Dies führte zu einer Enttäuschung bei den Anlegern, Finanzminister Arun Jaitley legte sich jedoch darauf fest, den Gesetzentwurf im Juli zu verabschieden. Des Weiteren hält die Regierung an der Land Acquisition Bill fest, obgleich deutlich wird, dass hier womöglich Kompromisse notwendig sind, um das Gesetz durch das Parlament zu bringen.

Andere Verbesserungen sind beispielsweise in der Arbeit der staatlichen Verwaltung zu erkennen sowie im gestiegenen Konjunkturoptimismus und Verbrauchervertrauen. Zwar schlägt sich dies noch nicht auf die Investitionsausgaben nieder, wir erkennen jedoch allmählich eine zunehmende Aktivität in Bereichen wie den Auftragseingängen im Straßenbau.

Wie wir bereits nach der Wahl erwähnten, haben Herr Modi und seine Regierung einen Regierungsauftrag über fünf Jahre. In diesem Zusammenhang betrachten wir die vergangenen zwölf Monate als einen guten Anfang. 

Ajay Argal
Head of Indian Equities
Baring Asset Management, Hong Kong

Konjunkturmaßnahmen in China unterstützen Industriemetalle

22. Mai 2015. Trade Idee – Industriemetalle 
von ETF Securities

Wir sind der Ansicht, dass sich der Ausblick für Industriemetalle, speziell Nickel, Zink und Kupfer verbessert hat und Investoren sich nun taktisch positionieren können.

Anhaltend starke Nachfrage aus China, verbunden mit Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Regierung sowie Angebotsengpässe lassen auf eine zukünftige positive Preisbewegung schließen.

Mehr Informationen dazu finden Sie im Anhang links.

Risikobereitschaft der Anleger nimmt weiter zu

Der jüngsten Risk Rotation Index-Umfrage von NN Investment Partners (bisher: ING Investment Management)1 zufolge stieg die Risikobereitschaft der Anleger im vergangenen Quartal weiter an. Insgesamt äußerten 29,6% der befragten internationalen institutionellen Fondsmanager, dass ihre Risikobereitschaft in den vorhergehenden sechs Monaten zugenommen habe. 16,5% sagten, sie sei zurückgegangen.
 
Netto ist die Risikobereitschaft damit im vergangenen Quartal um 13,1% angestiegen, nachdem sie bereits im Januar 2015 um 8,5% zugelegt hatte. Die Risikobereitschaft der Anleger erhöhte sich damit im zweiten Quartal in Folge, nachdem sie im Oktober 2014 geringfügig gesunken war (-0,6%).
 
Valentijn von Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners äußerte sich wie folgt dazu: „Nach einem leichten Rückgang der Risikobereitschaft Ende des vergangenen Jahres scheinen die Anleger nunmehr wieder eher Risiken eingehen zu wollen. Daher rechnen wir in den kommenden Monaten damit, dass beherztere Investmentansätze verfolgt werden. Einige potenzielle Renditerisiken bestehen zwar weiterhin, aber die Anleger scheinen dies eher als Chance denn als Gefahr für die Portfoliorenditen wahrzunehmen.“
 
Auf die Frage, wo sie Risiken für ihre Anlageportfolios sehen, nennen die Anleger weiterhin vor allem eine mögliche Krise im Euroraum. 35% der Befragten halten dies für ein „deutliches“ Risiko. Allerdings zeigt dies auch, dass die Furcht vor eine Krise in Europa seit dem ersten Quartal 2015 etwas abgenommen hat; damals sahen noch 46% der Befragten ein solches Szenario als ein ernsthaftes Risiko für ihr Portfolio an.
 
Sorgen bezüglich einer potenziellen Krise im Euroraum sind wohl auch der Grund dafür, dass nur 4% der Befragten Anleihen aus den Peripherieländern des Euroraums
– die in den vergangenen Jahren in besonderem Maße in den Portfolios übergewichtet wurden – als präferiertes Fixed-Income-Segment bezeichnen.
Als weitere potenzielle Risiken nannten die Anleger ein „Black-Swan“-Ereignis (28%) und eine Konjunkturverlangsamung in China (25%). Dagegen sah nur einer von sechs Anlegern (16%) eine Zinsanhebung der Fed als Risiko an, was darauf hindeutet, dass ein solcher Schritt den Befragten kaum Sorge bereitet – obwohl die Fed mit der Normalisierung des Zinsniveaus möglicherweise bereits im Juni 2015 beginnen wird.
 
Der Anstieg der Risikobereitschaft könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Inflationssorgen in den großen Volkswirtschaften derzeit gering sind. Die Mehrheit der Anleger geht nicht davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden Jahren auf über 3% ansteigt. Nur einer von zehn (10%) rechnet damit, dass die Inflationsrate im Euroraum über 3% klettert, gefolgt von den USA (8%) und Großbritannien (7%). 14% erwarten eine Inflationsrate von über 3% in Japan; allerdings gehen auch 30% der Anleger davon aus, dass die Inflationsrate dort unter 0% liegen könnte.
 
Van Nieuwenhuijzen erläutert: „Im derzeitigen makroökonomischen Marktumfeld sind die Aufwärtsrisiken für die Inflation weiterhin begrenzt. Dies erklärt das Verhalten der globalen Zentralbanken und den Renditehunger der Anleger. Solange sich die Weltwirtschaft gleichzeitig langsam erholt, dienen die niedrigen Inflationsraten als konstruktive Stütze für die globalen Märkte. Dies gilt
insbesondere für andere Segmente als das Staatsanleihesegment, wo das Aufwärtspotenzial inzwischen sehr gering ist.“
 
Fragt man nach den attraktivsten geografischen Regionen, so zieht eine Mehrheit von 69% der Anleger aus Risiko-Ertrags-Sicht inzwischen die Schwellenländer gegenüber den USA vor. Danach folgen die USA (66%), Großbritannien (65%) und der Euroraum (62%). Japan (44%) und China (38%) wurden aus Risiko-Ertrags-Sicht als am wenigsten attraktiv eingestuft.
 
1.            Ergebnisse des eigenen Research von NN Investment Partners auf der Grundlage einer Umfrage von Citigate Dewe Rogerson unter 107 internationalen institutionellen Anlegern im April 2015

Der Showdown in Griechenland steht bevor – Risiken weiter verringern

„Eine Volksabstimmung in Griechenland mit anschließenden Neuwahlen wird immer wahrscheinlicher.“ Das schreiben die Investmentstrategen von AXA Investment Managers in der neuesten Ausgabe ihrer monatlichen Investmentstrategie. Sie rechnen daher mit Kursschwankungen und raten, Positionen in Euroraum-Aktien gegen Verluste abzusichern. „Wenn die Anleger die Geduld verlieren, könnte die Volatilität sprunghaft steigen.“ Langfristig seien europäische Aktien aber weiter attraktiv.

Zur Vorsicht rät AXA IM auch wegen der zu erwartenden Zinserhöhungen in den USA. Sie seien alles in allem zwar eine gute Nachricht, da sie einen Konjunkturaufschwung signalisierten. Kurzfristig könnten sie die Anleger aber verunsichern.

Die steigenden Bewertungen mahnten ebenfalls zur Vorsicht. „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von rund 13 zum Jahreswechsel auf fast 16 gestiegen. Damit sind Euroraum-Aktien nicht nur absolut, sondern auch im internationalen Vergleich recht teuer und deshalb anfälliger“, so Investmentstratege Franz Wenzel. 

Dass Eric Chaney, Chefvolkswirt Euroraum-Aktien dennoch für langfristig attraktiv hält, liegt an der guten Wirtschaftsentwicklung im Euroraum. „Im Gegensatz zu Griechenland gibt es in den andern Ländern echte Zeichen für Fortschritte – nicht nur wegen der stärkeren Konjunktur, sondern auch, weil die Strukturreformen Wirkung zeigen“, so Chaney. Im 1. Quartal 2015 sei das Euroraum-BIP vermutlich um 2 Prozent gestiegen (annualisiert). Die Wachstumserwartungen für Deutschland, Spanien und Irland habe man angehoben. Italien, lange Zeit als Sorgenkind gehandelt, sei dank erfolgreicher Reformen sogar eine echte Trendwende gelungen.

Dennoch rechnet AXA IM mittelfristig nicht mit einem weiteren Anstieg der deutschen Bundesanleiherenditen. Im Gegenteil: „Die EZB wird weiter regelmäßig Anleihen kaufen, das Nettoangebot an Bundesanleihen wird wieder negativ“, so Wenzel. Außerdem bliebe die Inflation niedrig. AXA IM hält den massiven Anstieg der Bundesanleiherenditen in den letzten Wochen für übertrieben und sieht dafür vor allem technische und kurzfristige Gründe. Viel sei zusammengekommen: Verkäufe durch Anleger, denen die Renditen zu niedrig geworden seien, Leerverkäufe, gute Konjunkturdaten und die vielleicht bald enttäuschte Hoffnung, dass die Verhandlungen mit Griechenland erfolgreich abgeschlossen werden. 

Den Renditeanstieg in den USA hält AXA IM hingegen für nachhaltig. „In den USA werden die Renditen tendenziell weiter steigen, da sich die Konjunktur erholt und die Fed die Zinsen wohl wie geplant anhebt“, so Chaney. „Schon bald wird man erkennen, dass die Geldpolitik auf den beiden Seiten des Atlantiks nicht unterschiedlicher sein kann.“ AXA IM zieht daraus die Konsequenz, US-Staatsanleihen klar unterzugewichten. 

Auch bei Unternehmensanleihen raten Chaney und Wenzel zur Vorsicht. Trotz der guten Konjunktur sei eine neutrale Gewichtung angeraten. Dies habe auch, aber nicht nur saisonale Gründe.

Fidelity Halbjahresausblick – Teil 1: Geldpolitik und niedrige Rohstoffpreise treiben globales Wachstum

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity Worldwide Investment, gibt ihren makroökonomischen Ausblick für das zweite Halbjahr 2015.

Kronberg im Taunus, 19. Mai 2015 – „Seit einigen Monaten wird die Konjunktur weltweit von zwei Faktoren getrieben: den niedrigen Energiepreisen und der lockeren Geldpolitik. Sie wirken wie ein Konjunkturprogramm. Das wird sich meines Erachtens in der zweiten Jahreshälfte weltweit stärker positiv auf das Wachstum auswirken. Zugleich gibt es praktisch nirgendwo Anzeichen für eine zunehmende Inflation. Das gibt den Zentralbanken Spielraum, ihre Geldpolitik zu lockern oder den Beginn des Normalisierungsprozesses erneut zu verschieben, etwa in den USA. Ich rechne deshalb rund um den Globus mit einer stärkeren und zunehmend im Gleichschritt verlaufenden Konjunkturbelebung.

Im Euroraum sollte sich nicht zuletzt der schwächere Euro positiv auswirken. Japan profitiert besonders vom günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld, sodass es mit der dortigen Wirtschaft weiter bergauf gehen dürfte. In den USA sollte sich das Wachstum nach der Flaute im ersten Halbjahr auf ein überdurchschnittliches Niveau beschleunigen. Allerdings wird der stärkere Dollar die Exporte und Unternehmensgewinne weiter belasten. In den Schwellenländern wird die Entwicklung weiter auseinanderdriften: Am besten sind die Aussichten für Osteuropa und Asien. Beide Regionen dürften sich gegenüber einer Zinsanhebung in den USA als relativ widerstandsfähig erweisen.

Aus meiner Sicht ist die US-Notenbank Fed jedoch in der Lage, die Zinsen noch länger niedrig zu halten. Mit einer Zinsanhebung ist nicht vor Dezember und vielleicht sogar erst Anfang 2016 zu rechnen. Zwar ist das Verbrauchervertrauen hoch, und der Arbeitsmarkt boomt. Steigende Verbraucherausgaben sind daher wahrscheinlich – was allerdings nur einen allmählichen Anstieg der Inflation und der Löhne bewirken dürfte. Die Fed wird daher wohl auf eindeutige Hinweise auf steigenden Ausgaben der privaten Haushalte warten und auch dann nur vorsichtig an der Zinsschraube drehen.

Ein Bremsfaktor für die weltweite Erholung wäre ein langsameres Wirtschaftswachstum in den USA. Die Folgen für den Rest der Welt könnten sich jedoch in Grenzen halten, da dies die Fed wohl dazu bewegen würde, die erste Zinsstraffung noch weiter hinauszuzögern.“

ETF Securities Marktüberblick: Investoren bevorzugen Gold zur Absicherung

Obwohl Griechenland erfolgreich ihre 750 Mio. EUR an Verbindlichkeiten der IWF zurückzahlen konnten, bleiben Investoren skeptisch, da die Griechen bereits ihre eigenen Reserven bei der IWF in Anspruch nehmen mussten. Mit knappen Bargeldreserven ist das Insolvenzrisiko nicht kleiner geworden. Die schwächer als erwarteten Q1 BIP Daten aus Deutschland, sowie die reduzierte BIP Wachstumsprognose für Großbritannien durch die Bank of England und einer Reihe von schwachen Daten aus China deuten auf weitere geldmarktpolitische Lockerungen durch die globalen Zentralbanken in absehbarer Zukunft hin. Gold reagierte daraufhin bullish und verbuchte ein Plus von 3,2 Prozent vergangene Woche. Silber stieg um bemerkenswerte 6,4 Prozent an.

Drei aufeinanderfolgende Wochen Mittelzuflüsse in Gold. Das Interesse in Gold wurde vor allem durch die jüngste Gold-Rallye sowie die Angst am Markt bezüglich Griechenland und dem europäischen Wirtschaftswachstum verstärkt. Nach den 62,3 Mio. USD Mittelzuflüsse in Gold ETPs über die letzten 3 Wochen wurden letzte Woche weitere 11,1 Mio. USD investiert. Laut den kürzlich veröffentlichten Daten des World Gold Council sank die Nachfrage nach Gold in Q1 2015 nur geringfügig im Vergleich zu den Daten vor einem Jahr. Investitionsnachfragen waren positiv, wobei die meisten Mittelzuflüsse von Gold-ETPs kamen.

Mittelzuflüsse seit drei aufeinanderfolgenden Wochen in Industriemetalle, insbesondere ETFS Copper (COPA). Die Mittelzuflüsse in COPA beliefen sich auf 4,8 Mio. USD, nachdem der Kupferpreis aufgrund sinkender Angebotsvorhersagen um 7,6 Prozent stieg. Die internationale Copper Study Group hat in ihrer Studie eigentlich ein Angebotsüberfluss für die nächsten Jahre vorhergesagt. Die jüngsten Marktdaten hingegen deuten auf ein Angebotsdefizit hin.

Mittelzuflüsse in ETFS Wheat (WEAT) seit fünf Wochen konstant. Nachdem der Weizenpreis vor zwei Wochen ein 5-Jahrestief erreicht hatte, stieg der Rohstoff letzte Woche um 7,7 Prozent. Investoren haben letzte Woche während des Preisrückgangs weiter 3,7 Mio. USD in Weizen investiert. Die US-Landwirtschaftsbetriebe planen dieses Jahr weniger Weizen anzubauen, was zu einem knapperen Angebot führen könnte. Das australische meteorologische Institut bestätigte letzte Woche, dass wir uns derzeit in einer beständig starken El Ninio Wetterlage befinden.

Gewinnmitnahmen aus Öl ETPs die achte Wochen infolge. Sowohl Brent als auch WTI stiegen letzte Woche um weitere 1,6 Prozent, daher ist es nicht verwunderlich, dass sich manche ETP Investoren für Gewinnmitnahmen entschieden, was zu 8,6 Mio. USD an Mittelausflüssen in Öl-Produkten führte. Nachdem die OPEC letzte Woche ankündigte, dass die täglichen Produktionsmengen um weitere 18.000 Barrel pro Tag im April anstiegen und die Internationale Energieagentur behauptete, dass der Kampf um die Marktanteile der OPEC erst gerade begonnen hat, ist eine Preiskorrektur nach der Rallye nun sehr wahrscheinlich. Weiteres kam es zu Gewinnmitnahmen in US-Erdgas ETPs nachdem der Rohstoff letzte Woche um 10 Prozent anstieg.

Aktien
Volatilität beherrscht die steigenden Aktienmärkte in China. Chinas Aktienmärkte legten trotz einer Reihe schwacher Wirtschaftsdaten nochmals kräftig zu, da Investoren davon überzeugt sind, dass Chinas Behörden weitere Impulse gegen die schwächelnde Wirtschaft leisten. Der chinesische Aktienmarkt wurde zuletzt von volatilen Handelsaktivitäten geprägt und wir glauben, dass sich dieses Verhalten so schnell nicht beruhigen wird bis Investoren eine stabilere Fundamentalwirtschaft vorfinden. Zweifellos ist das Verhältnis der Mindestkapitalreserve sowie der Leitzins hoch, daher glauben wir, dass es hier in den kommenden Monaten zu Kürzungen kommen könnte.
Inzwischen haben auch die Aktienmärkte in Europa etwas korrigiert. Das schwächere Q1 Wachstum in Deutschland sowie Griechenlands möglicher Zahlungsverzug an den IWF haben zu einer bärischen Laune am Markt geführt. Die Aktienmärkte in Großbritannien gaben ebenfalls etwas nach, als die Bank of England ihre Wirtschaftsprognosen nach unten korrigierte. Trotz allem glauben wir, dass es zwar kurzfristig zu weiteren Korrekturen kommen könnte, mittelfristig erwarten wir jedoch steigende Aktienmärkte aufgrund einer steigenden Nachfrage durch günstige Finanzierungskosten dank der Niedrigzinspolitik und den niedrigen Energiepreisen. 

Währungen
Eine anhaltende USD-Schwäche ist unwahrscheinlich. Wir gehen davon aus, dass die enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus den USA eher eine kurzfristige Kurrektur als ein neuer Trend darstellen und erwarten einen schrittweise steigenden US-Dollar. Das FOMC Protokoll diese Woche sollte im Einklang mit den vorherigen Sitzungen sein, eine Zinserhöhung bleibt aber nach wie vor auf der Agenda. Die Märkte haben in den letzten Wochen eine anstehende Zinswende wieder etwas aufgeschoben. Die Zentralbanken werden im Fokus bleiben, unter anderem die Sitzungen der Bank of England und der Bank of Japan. Nachdem nur geringfügige Änderungen in der britischen Geldmarktpolitik erwartet werden, könnten enttäuschende Q1 BIP Ergebnisse in Japan zu neuen Impulsen durch die Bank of Japan führen, die das Währungspaar USD/JPY auf unser erwartetes Jahresendziel von 125 ansteigen lassen könnte.

Es kommt häufig anders als die Investoren denken

„Die Zinsen sind in den vergangenen Wochen von ihren Rekordtiefs gestiegen, weil die Märkte zuvor das schlechteste aller möglichen Konjunkturszenarien erwartet haben. Dabei ist der weitere Wirtschaftsausblick positiv: Die Inflation ist unter Kontrolle, die Weltwirtschaft wächst moderat und die Konjunktur in der Eurozone erholt sich. Alles in allem könnte das Konjunkturklima etwas besser sein, aber es bietet den Investoren insgesamt gute Aussichten.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers
Die Märkte haben die Angewohnheit die Erwartungen der Investoren nicht zu erfüllen. Das ist die Ansicht von Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers. Viele Investoren hätten aufgrund der guten Wachstumsaussichten der Weltkonjunktur einfach nicht glauben wollen, dass die Renditen sich so lange Zeit auf einem so niedrigen Level bewegt haben wie in den vergangenen Monaten. „In den vergangenen Jahren waren die Perioden steigender Renditen nur kurzfristig. Sie fielen letztlich sogar auf ein Rekordtief nach dem anderen. Das machte es den Anlegern schwer, die weitere Entwicklung einzuschätzen“, erklärt Iggo. Als die meisten Investoren dachten, dass dem deutschen Anleihemarkt Negativrenditen drohen, kippte der Markt. Die Renditen stiegen im vergangenen Monat um 50 Basispunkte. Obwohl die langfristigen Aussichten auf höhere Zinsen hingewiesen hätten, sei kein Auslöser für den rasanten Anstieg ersichtlich gewesen. „Das ist das Geheimnis der Märkte: Preise bewegen sich nicht immer wie erwartet und es gibt nicht immer einen vernünftige Begründung für die Entwicklungen“, so Iggo. 

Laut dem Anlageexperten können die Veränderungen des Wirtschaftsausblicks Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich die Zinsen in nächster Zeit bewegen werden. Das gilt besonders für den europäischen Raum. „Die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Verbindung mit dem niedrigen Ölpreis, einem schwachen Euro und die Stabilisierung des Bankensektors führen zu besseren Wirtschaftsaussichten im Euroraum“, sagt Iggo. Die aktuellen Daten stützen die positiven Erwartungen: Das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone sei im ersten Quartal um 0,4 Prozent von Quartal zu Quartal und um 1,0 Prozent von Jahr zu Jahr gewachsen. Sollte der positive Trend anhalten und die Prognosen nach oben korrigiert werden, so sei es wahrscheinlich, dass die Erträge europäischer Unternehmen steigen. Die EZB wird nach Einschätzung von Iggo vermutlich bis Ende 2016 an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten. „Die Maßnahmen der EZB werden aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Wachstums- und Inflationsanstieg führen und somit auch zu einem mittelfristigen Anstieg der Zinsen“, prognostiziert Iggo. 

Ein kurzfristiger Zinsanstieg mache zudem Anleihen wieder attraktiver. „Wenn die Anleiherenditen im gleichen Tempo weiter steigen wie in den vergangenen Wochen, dann könnten Aktien und Credit-Spreads negativ beeinflusst werden. Aber das ist zu bezweifeln“, so Iggo. Vielmehr sei eine gewisse Stabilisierung der Renditen überfällig, bis durch die Erholung der US-Wirtschaft oder eine anziehende Geldpolitik der Federal Reserve erneut eine Verschiebung der Markterwartungen eintritt. Der Zinsanstieg biete eine attraktive Wiedereinstiegsmöglichkeit, insbesondere im High-Yield-Bereich und bei Schwellenländeranleihen. „Sollten sich die Zinsen stabilisieren, werden Risikoanlagen in den kommenden Monaten gut performen – ein weiterer Anstieg der Renditen ist dagegen das Zeichen, noch im Mai zu verkaufen“, so Iggo. 

Der schwächere Euro verheißt ertragsorientierten Anlegern ein sehr gutes Jahr, auch wenn ein Rückgang der globalen Dividendenzahlungen auf US-Dollarbasis zu erwarten ist

die weltweiten Dividendenzahlungen verringerten sich im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 6,3% auf USD 218,0 Milliarden. Das geht aus dem aktuellen Henderson Global Dividend Index (HGDI) von Henderson Global Investors hervor. Den vollständigen Report senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.

Die wichtigsten Fakten

  • Die weltweiten Dividendenzahlungen verringerten sich im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 6,3% auf USD 218,0 Milliarden – das war der stärkste Rückgang seit dem 1. Quartal 2010
  • Der Henderson Global Dividend Index fiel dadurch auf 158,2
  • Wesentlich niedrigere Sonderdividenden im Berichtsquartal erklären als Einmaleffekt einen Großteil des ausgewiesenen (unbereinigten) Rückgangs. Eine Bremswirkung hatte jedoch auch der kräftige Anstieg des US-Dollars
  • In Kontinentaleuropa fielen die ausgewiesenen Dividenden um 2,0% auf USD 34,3 Milliarden (zugrunde liegendes Wachstum: +15,2%)
  • Das zugrunde liegende globale Wachstum war mit 10,9% im Vorjahresvergleich ermutigend
  • Ein kraftvolles Dividendenwachstum in den USA leistete einen überproportionalen Beitrag – amerikanische Unternehmen schütteten im 1. Quartal die Rekordsumme von USD 99,4 Milliarden aus
  • Die Dividendenprognose für 2015 wurde auf USD 1,13 Billionen gesenkt. Das entspricht einem unbereinigten Rückgang um 3,0% gegenüber 2014

Das Dokument finden Sie im Anhang links.

Saxo Bank Rohstoffkommentar: Schieferoel beendet Preis-Aera

„Marktbeobachter könnten auf die Idee kommen, dass die kürzliche Ölpreis-Rallye das Preisniveau erneut auf über 100 US-Dollar pro Barrel hieven würde. Dies war die Norm zwischen Ende 2009 und Juli 2014“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Eine Rückkehr in diese Sphäre sei jedoch eher unwahrscheinlich, auch wenn die OPEC und die International Energy Agency für 2016 eine leichte Nachfragesteigerung prognostizieren würden.

Ein Ölpreis von über 100 USD pro Barrel würde eine enorme Reaktion seitens der Schieferölindustrie provozieren. „Dies ist auch der Grund dafür, warum wir einen derartigen Preisanstieg nicht sehen werden“, sagt Hansen. Die Strategie der OPEC, das Produktionsvolumen beizubehalten und somit die Preise niedrig zu halten, habe funktioniert. Die Produktion in den USA wird langsam zurückgefahren und Non-OPEC-Förderprojekte wurden zunächst auf Eis gelegt. „Die Schieferölproduktion in den USA ist seit 2011 jedes Jahr um mehr als eine Million Barrel pro Tag gestiegen. Durch den Preissturz muss die Produktion nun scharf reduziert werden“, sagt Hansen.

Andererseits hätte der Preissturz die Schieferölproduzenten zu Kostensenkungen gezwungen, dies führt wiederum zu einer stärkeren Profitabilität. „Dieser Sektor hat in den vergangenen Jahren kaum auf die Produktionskosten geschaut, solange der Preis stabil über der Marke von 100 USD pro Barrel lag. Aufgrund des Preissturzes mussten die Betreiber umdenken und Kosten sparen. Nun können die meisten US-Schieferölproduzenten ab einem Kurs von rund 70 USD pro Barrel wieder profitabel arbeiten“, sagt Hansen. Sollte der Ölpreis auf über 65 USD pro Barrel steigen, werde der Markt mit enorm viel neuem Öl geflutet. „Dies könnte darauf hinweisen, dass jetzt schon Vorwärtsverkäufe in der Nähe der Marke von 65 USD pro Barrel getätigt werden“, sagt Hansen abschließend.


Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie im Anhang links.

GSAM Aktienmarkt-Serie: Asiens Big-Player entwickeln sich uneinheitlich

von Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management

Während der Bullenmarkt bei Aktien in sein siebtes Jahr geht, nähert sich die Weltwirtschaft gleich mehreren Wendepunkten – und dürfte dabei neue Spitzenreiter an den Aktienmärkten hervorbringen. Geldpolitische Divergenz, der starke US-Dollar, niedrige Ölnotierungen und Strukturreformen beeinflussen die Gewinne und Aktienkurse in besonderer Weise. Daher unterscheiden wir zwischen Aktien und Ländern und kaufen einzelne Titel, nicht den ganzen Markt. In einer dreiteiligen Serie werfen wir daher einen genaueren Blick auf die globalen Aktienmärkte. Nach den USA und der Eurozone folgt heute Asien zum Abschluss der Serie. 


Japan: Erhöhte Unternehmensprofitabilität beflügelt Aktien

Die japanische Wirtschaft stabilisiert sich und könnte angesichts des Rückenwindes, den sie von der anhaltend lockeren Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ), dem schwachen Yen und den niedrigen Ölpreisen erhält, weiter zulegen. Noch spannender sind allerdings die Aussichten für japanische Aktien, deren Treiber sich nicht allein auf makroökonomische Verbesserungen beschränken. 

Die Ankurbelung von Wachstum und Inflation gehört zu den zentralen Initiativen der Abenomics, dem Reformprogramm von Premierminister Abe. Sowohl die Regierung als auch die BoJ haben in diesem Rahmen bereits beträchtliche konjunkturelle Schützenhilfe geleistet. Der Yen hat daher gegenüber dem Dollar und anderen regionalen Währungen wie dem koreanischen Won und dem chinesischen Renminbi abgewertet und hilft so zahlreichen Exportunternehmen wettbewerbsfähiger zu werden. Der Exportanstieg und schwache Ölpreis beginnen sich deutlich positiv auf das japanische Handelsdefizit auszuwirken. 

Doch den größten Auftrieb dürfte der Aktienmarkt durch die erheblich verbesserte Unternehmensprofitabilität und das Gewinnwachstum erfahren, das in diesem Jahr mit 20 Prozent und in 2016 mit 9 Prozent zu Buche schlagen könnte. (1) Die zunehmende Ertragskraft japanischer Unternehmen hat verschiedene Ursachen. Zum einen macht der schwache Yen die heimischen Exporte konkurrenzfähiger, während sich gleichzeitig die Umsätze in Fremdwährungen für viele Unternehmen in höheren Yen-Einnahmen niederschlagen. Zum anderen arbeiten Japans Unternehmen seit Jahren an ihrer Kostenstruktur und sind deshalb mittlerweile gut aufgestellt, um im Zuge steigender Umsätze von entsprechenden Gewinnen zu profitieren. 

Dass die Profitabilität steigt, ist aber nicht zuletzt auch den von Abenomics angeregten Unternehmensreformen zu verdanken. Jetzt, da die Unternehmen verstärkt eine Wachstumsmentalität mit Fokus auf den Gewinn und die Aktionäre entwickeln, geben sie auch bereitwilliger einen Teil der hohen Barbestände für ihre Bilanzen aus. Bereits im vergangenen Jahr kamen die Aktionäre dabei in den Genuss von Dividenden, die am Ende um 33 Prozent höher ausfielen sowie einer 93-prozentigen Wertsteigerung bei Aktienrückkäufen. (2) 

Ein zunehmendes Engagement in japanischen Dividendenpapieren könnte bedeutende Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben. Die wirtschaftliche Enttäuschung und die jahrelange Deflation haben Aktien bei Privatanlegern recht unbeliebt gemacht. Sofern sich jedoch inflationäre Kräfte und Unternehmensreformen durchsetzen, könnten die Anleger wieder verstärkt in Aktien investieren. Deren Bewertungen sind dabei immer noch relativ günstig – sowohl im Vergleich zu ihrer eigenen Historie als auch gemessen an anderen Märkten. Teilweise verantwortlich dafür ist die recht durchwachsene Bilanz, die Japan hinsichtlich der Durchsetzung von Reformen und der Wiederbelebung seiner Wirtschaft vorzuweisen hat. Zudem muss sich das Land mit längerfristigen strukturellen Problemen wie der rapiden Bevölkerungsalterung und der hohen öffentlichen Verschuldung auseinandersetzen. Kurzfristig erhöhen wir unser Engagement in Japan durch Unternehmen, die aktionärsorientiert sind und gewinnbringend wirtschaften dürften.

Indien: Der Musterschüler 

Vor einem Jahr betrieb die mittlerweile regierende BJP-Partei Wahlkampf mit dem Slogan „Gute Zeiten liegen vor uns“. Allein die Vorstellung, dass eine neue, reformorientierte Regierung die indische Wirtschaft in Gang bringen könnte genügte, um den Aktienmarkt zu beflügeln. Fast ein Jahr später wirkt die Regierung reformentschlossener denn je. Dies spiegelt sich auch in dem Ende Februar dieses Jahres vorgestellten Staatshaushalt wider, der einer der progressivsten seit den weitreichenden Änderungsvorschlägen von 1991 ist. Zudem legt Indien sehr viel Wert auf Reformen, die auf eine Erleichterung der Geschäftstätigkeit abzielen. Solche Reformen sind strukturell notwendig, um die Wirtschaft und die Unternehmensinvestitionen anzukurbeln. Andere Initiativen legen den Schwerpunkt auf Investitionen in Infrastruktur- und Industrieprojekte, was ebenfalls dazu beitragen sollte, den Investitionszyklus nach dem Tiefpunkt im vergangenen Jahr anzuschieben. 

Das indische BIP dürfte 2015 und 2016 kräftig zulegen. Die erwarteten rund 8-9 Prozent (3) gehören zu den höchsten Wachstumsraten weltweit. Als viertgrößter Ölkonsument und -importeur der Welt (4) ist Indien ein maßgeblicher Nutznießer der niedrigeren Ölpreise. Diese helfen auch die hohe Inflation des Landes zu zügeln. Durch die rückläufige Teuerung konnte die Notenbank bereits erste Zinssenkungen vornehmen, um das Wirtschaftswachstum zu stützen. In diesem sich aufhellenden Konjunkturumfeld verfügen gerade binnenwirtschaftlich orientierte Unternehmen – zum Beispiel aus den Bereichen Industrie, Nicht-Basiskonsum und Finanzen – über gute Aussichten. 

Nach der starken Rally im vergangenen Jahr notiert der Aktienmarkt inzwischen leicht über seinem historischen Durchschnitt. Allerdings könnte sich das Gewinnwachstum in den nächsten Jahren bis auf rund 20 Prozent beschleunigen. Dieser Zuwachs ist einer der stärksten unter allen Märkten und liegt deutlich über Indiens langfristigem Durchschnitt von 14 Prozent. (5) Vor diesem Hintergrund wirken die Bewertungen noch hinreichend attraktiv, sodass wir für indische Aktien weiter optimistisch bleiben. 

China: Ernüchterung macht sich breit 

In China schwächt sich das Wirtschaftswachstum weiter ab und das offizielle BIP-Ziel liegt mittlerweile bei unter 7 Prozent. Zwar steht die Wirtschaft nicht am Rande einer Krise, doch hat es zuletzt einige Entwicklungen gegeben, die uns vorsichtiger stimmen. So deuten erstens Bottom-up-Signale wie der Energie- und Dieselverbrauch sowie der Immobilienmarkt auf ein geringeres Wachstum hin, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Zweitens haben wir aus Gesprächen mit Banken herausgehört, dass die staatlichen Maßnahmen zur Stimulierung der Kreditvergabe möglicherweise gar nicht funktionieren, da sich die Kreditbereitschaft der Institute nur auf staatseigene Unternehmen zu beschränken scheint. Drittens herrscht am Immobilienmarkt nach wie vor ein Überangebot, wobei die fallenden Preise noch dazu die Dringlichkeit eines Kaufs mindern. 

Angesichts unserer Sorgen um die Wirtschaft - und hier insbesondere das Finanzsystem - stehen wir dem chinesischen Aktienmarkt zunehmend vorsichtig gegenüber und sind entsprechend selektiv positioniert. Bei Banken und Staatsbetrieben halten wir uns generell zurück, aus Zweifel an der Ertragskraft und den schwachen Fundamentaldaten. Folglich engagieren wir uns in einem geringeren Umfang in der Industriewirtschaft. Ein recht hohes Exposure unterhalten wir indes gegenüber konsumorientierten Aktien aus dem Basis- und Nicht-Basiskonsumgüterbereich sowie des Gesundheits- und IT-Sektors. Ferner überzeugen uns Titel außerhalb Chinas, die vom chinesischen Konsumboom profitieren. Wir denken dabei beispielsweise an Körperpflege- und Reiseunternehmen in Ländern wie Korea, Taiwan oder Thailand.


Quellen:

(1) Goldman Sachs Global Investment Research: Japan Weekly Kickstart, 27. März 2015
(2) Dividendenrevisionen bei Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Quelle: Thematic Ideas Japan Capital Management, 4. März 2015
(3) Schätzungen der indischen Regierung im Rahmen des Staatshaushalts vom 28. Februar 2015
(4) US-Energiebehörde EIA, Daten per Ende 2013 (aktuellste Daten)
(5) GSAM-Schätzungen per März 2015

Barings: Chinas Reformen beschleunigen den Weg in Richtung Marktwirtschaft

Kommentar von Laura Luo, Head of Hong Kong China Equities bei Baring Asset Management, Hong Kong.

Kursrückgänge bieten Chancen

Nachdem der MSCI China Index mit einem Ertrag von 22,8% (in USD) in den letzten vier Monaten bis zum 6. Mai 2015 das Jahr sehr stark begonnen hatte, sehen wir die jüngsten Kursrückgänge als attraktive Chance. 

Kurzfristig könnte die Kombination aus Gewinnmitnahmen zum Zweck der Wiederanlage in Neuemissionen nach der starken Rally und potenziell strengeren Kontrollen bei der Margenfinanzierung weiterhin zu Marktschwankungen führen, wie wir sie auch in den letzten Wochen erlebt haben.

Mittel- bis langfristig bleibt China für uns jedoch eine attraktive Anlageregion. Insbesondere ermutigen uns die Maßnahmen der Regierung zur politischen Lockerung und zur Beschleunigung der Reformen, was sowohl die zyklischen als auch die strukturellen Wachstumsaussichten unterstützen sollte.

Stimulusmaßnahmen und Reformen verlaufen nach Plan

Die Pläne der Politik, die aus dem jährlichen Treffen des Nationalen Volkskongresses im März hervorgingen, bekundeten ein abermaliges Bekenntnis zum Wirtschaftswachstum und zur Neuausrichtung der Wirtschaft.

Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum insgesamt verlangsamen könnte, gewinnen die Reformen zunehmend an Bedeutung und werden unseres Erachtens nach deutliche Auswirkungen auf Chinas Wirtschaft und den chinesischen Markt haben. Mit den Worten von Premierminister Li Keqiang ausgedrückt: „Wir werden den Wettbewerb am Markt darüber bestimmen lassen, welche Unternehmen überleben.“

Wir gehen davon aus, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalrendite von staatlich geführten Betrieben bei gleichzeitiger Öffnung dieser Unternehmen für Reformen, zur Unterstützung des Privatsektors und zur Förderung einer weiteren Liberalisierung des Finanzsektors, langfristig nachhaltige Auswirkungen auf China haben werden und bei den Vorbereitungen auf eine mögliche Anerkennung als Marktwirtschaft durch die Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2016 helfen werden. Wenn man dann noch die jüngsten Maßnahmen zur Verbesserung der Marktliquidität hinzurechnet, sind die Anlagebedingungen in China unserer Meinung nach äußerst vorteilhaft.

Identifizieren von langfristigem Wachstumspotenzial 

Wenn wir uns den chinesischen Markt anschauen, müssen die von uns favorisierten Unternehmen drei Kriterien erfüllen. Ihre Geschäftsleitung, ihr Geschäftsfeld und ihre Bilanzen müssen von Qualität zeugen. Sie müssen vielversprechende Aussichten auf langfristiges Gewinnwachstum haben. Und letztendlich muss der Aktienkurs noch Raum nach oben haben, damit wir für unsere Anleger eine angemessene Rendite erzielen können.

Unternehmen, die diese Kriterien erfüllen, finden wir zweifellos unter den Nutznießern der zuvor erwähnten Initiativen zur Reformierung und Modernisierung der Staatsbetriebe und des Bankensektors. Wir sehen auch Anlagepotenzial bei Unternehmen, die an der Entwicklung der  Infrastruktur zur Unterstützung der Urbanisierung in China beteiligt sind, und bei Firmen, die sich mit der Reduzierung der Umweltverschmutzung befassen.

Ein weiterer und für uns interessanter Bereich ist der Binnenkonsum, wo die Menschen zur Verbesserung der Lebensqualität ihre Ausgaben leicht erhöhen. In diesem Bereich finden die  Veränderungen zwar lediglich schrittweise statt, sie sind zusammengenommen jedoch von großer Bedeutung, da das Durchschnittseinkommen steigt. In diese Kategorie fallen Ausgaben für Reisen und Gesundheit sowie Bildung. Der Inlandsverbrauch ist also nach wie vor ein maßgebliches Wachstumssegment.

Zu guter Letzt konzentrieren wir uns weiterhin auf Unternehmen, die sowohl in der Geschäftswelt als auch bei Privatpersonen für eine Produktivitätssteigerung sorgen. Dies beinhaltet Anbieter von industriellen Automatisierungslösungen sowie einige von Chinas dynamischsten Unternehmen, deren Absatzmarkt das bevölkerungsreichste Land der Welt ist.

In diesen Bereichen konnten wir Unternehmen mit einem hervorragenden langfristigen Gewinnwachstumspotenzial ausfindig machen, und wir sind unserer Ansicht nach gut aufgestellt, um künftig am Wachstum und der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und des chinesischen Marktes zu partizipieren.

GS&P Markt-Monitor: M&A-Aktivitaeten: Qualitaet wird bevorzugt – und bezahlt

Düsseldorf, 13. Mai 2015 - Übernahmen und Transkationen, sog. M&As (Mergers & Acquisitions), sind im Wirtschaftsleben üblich. Immer wieder werden zwecks Expansion Konkurrenten übernommen oder Firmen als Ergänzung des eigenen Produktportfolios akquiriert – wie zuletzt die angekündigte Mega-Übernahme des britischen Gas-Unternehmens BG Group durch Royal Dutch Shell für rund 73 Milliarden Euro.  

Solch große Geschäfte sind in letzter Zeit das Resultat einer Kombination aus der extremen Niedrigzinspolitik der vergangen Jahre und legalen Steuervermeidungsstrategien internationaler Konzerne, aus denen vereinzelt enorme Liquiditätspositionen in den Unternehmensbilanzen resultieren. Diese beiden Aspekte machen etwaige Übernahmefinanzierungen im Moment sehr günstig. Vor allem außereuropäische Firmen können aufgrund des günstigen Euros in Europa billig ´einkaufen gehen`. Gleichzeitig stehen alle Unternehmen unter einem hohen Erwartungsdruck, Umsatz und Gewinn zu erhöhen, da die Aktienmärkte dies in ihren Kursen teilweise schon vorweg genommen und in die Kurse eingepreist haben. Das sind für so manchen Anleger interessante Zeiten – erhoffen sich doch viele durch rechtzeitigen Kauf der Aktien eines potentiellen Übernahmekandidaten oder Akquisiteurs große Kursgewinne. Doch: Geht diese Strategie tatsächlich auf?  

Gerüchte nur als Ergänzung in der Kaufentscheidung

Die Antwort: ja, dies kann funktionieren. Die Einschränkung: Übernahmegerüchte dürfen nur einer von mehreren Gründen zum Kauf einer Aktie sein – nicht der Einzige. Ein sehr aktuelles Beispiel zeigt dies: H.J. Heinz, unter anderem bekannt für `Heinz Ketchup´, kündigte an, Kraft Foods für rund 55 Mrd. US-Dollar übernehmen zu wollen. Dadurch entsteht der am Umsatz gemessen fünftgrößte Lebensmittelkonzern der Welt – The Kraft Heinz Company. Dieser Gigant war schon lange geplant. Bereits im Februar 2013 erwarben Warren Buffet´s Berkshire Hathaway und 3G Capital die Aktiengesellschaft H.J. Heinz mit damals noch 20% Aufschlag zum aktuellen Börsenwert. Kurz darauf wurde Heinz von der Börse genommen. Der nächste Schritt war dann zwei Jahre später die Ankündigung der Übernahme von Kraft Foods durch Heinz. Also: Wer noch vor Februar 2013 bei Heinz eingestiegen war, hätte allein durch den Kauf der Investoren um Warren Buffet rund 20% verdienen können. Wer die Kraft-Übernahme gewittert hatte, noch mehr. 

Traditionell ist die Lebensmittelbranche stark durch Konzentrationsprozesse geprägt. Dabei sind die Summen, die in der Branche gezahlt werden, keineswegs gering. Teils liegen die Aufschläge auf die jeweiligen Marktpreise bei bis zu 50%. Das gilt auch für andere Branchen: aktuell stehen die Telekom- und Pharmabranche unter Konsolidierungsdruck, so dass auch dort mit erhöhten Aktivitäten zu rechnen ist. Immer wieder als potentielle M&A-Kandidaten werden der Bierbrauer SABMiller und das Pharmaunternehmen AstraZeneca – beide aus England – gehandelt. Zu beachten ist: Übernahmegerüchte bzw. eine gute Ausgangsposition für eine potenzielle Übernahme sollte man aus unserer Sicht immer nur als ergänzenden Faktor in eine Kaufentscheidung mit einbeziehen. Zentral bleiben die Kennzahlen des Unternehmens und die Geschäftsaussichten. 

Viele M&A-Aktivitäten in kommenden Monaten, wenig in Deutschland

In Deutschland ist das Pharmaunternehmen Stada aufgrund seiner vergleichsweise niedrigen Bewertung ins Blickfeld geraten. Darüber hinaus sehen wir wenig Übernahmekandidaten. Dies liegt auch daran, dass viele attraktive Unternehmen aus dem Bereich der Familienunternehmen stammen und die starken Anker-Aktionäre ein gewisses Schutzschild gegen feindliche Übernahmen darstellen. 

Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Welle der großen Fusionen und Übernahmen noch nicht abgeschlossen und noch so lange akut ist, wie die Zinsen niedrig und die Liquidität vorhanden sind. Daher macht es durchaus Sinn, etwaige Übernahmekandidaten in den jeweiligen Branchen zu identifizieren und bei entsprechender Qualität in die Portfolios aufzunehmen. Der Maßstab: Die Bewertung muss für den Übernehmenden attraktiv sein, die Akquisition zur vorhandenen Geschäftsstrategie passen. Das können sowohl Ergänzungen zum bisherigen Produktportfolio des Unternehmens – auch geografischer Natur –, eine Diversifikation bestehender Strukturen oder auch eine Vergrößerung der Wertschöpfungskette sein. 

Denn eine Regel gilt trotz Kaufrausch nach wie vor: Qualität wird bevorzugt und bezahlt.


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GS&P Grossbötzl, Schmitz & Partner ist einer der traditionsreichsten und größten unabhängigen, inhabergeführten Vermögensverwalter in Deutschland. Gegründet im Jahr 1986, verwaltet das Unternehmen mit rund 25 Mitarbeitern heute ein Vermögen von insgesamt ca. 1,8 Mrd. Euro. Am Stammsitz Düsseldorf werden vermögende Privatkunden in klassischer Vermögensverwaltung sowie institutionelle Kunden betreut, die Fonds des Unternehmens werden in Luxemburg verwaltet. Um dem Ansatz eines langfristig-orientierten und risikobewussten Vermögensmanagements Rechnung zu tragen, bietet GS&P Grossbötzl, Schmitz und Partner seinen Kunden nur eine fokussierte Produktpalette in den Anlageklassen Aktien, Renten sowie Geldmarktprodukte an und verzichtet vollständig auf komplizierte bzw. unverständliche Finanzprodukte.  

GSAM Aktienmarkt-Serie: EZB und schwacher Euro treiben Wirtschaftswachstum

GSAM Aktienmarkt-Serie: EZB und schwacher Euro treiben Wirtschaftswachstum
von Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management

Während der Bullenmarkt bei Aktien in sein siebtes Jahr geht, nähert sich die Weltwirtschaft gleich mehreren Wendepunkten – und dürfte dabei neue Spitzenreiter an den Aktienmärkten hervorbringen. Geldpolitische Divergenz, der starke US-Dollar, niedrige Ölnotierungen und Strukturreformen beeinflussen die Gewinne und Aktienkurse in besonderer Weise. Daher unterscheiden wir zwischen Aktien und Ländern und kaufen einzelne Titel, nicht den ganzen Markt. In einer dreiteiligen Serie werfen wir daher einen genaueren Blick auf die globalen Aktienmärkte. Heute ist die Eurozone an der Reihe, bevor ein Ausblick auf Asien folgt. 

Für europäische Aktien sind wir weiterhin bullish, bedingt durch mehrere positive Entwicklungen. Allen voran steht hier die an Dynamik gewinnende Konjunktur. Nach dem Wachstum von rund 0,8 Prozent im Vorjahr (1) und der Kontraktion 2013 wird erwartet, dass die europäische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,1 Prozent anzieht. Dieses moderate Wachstum könnte eine verstärkte Wirkung auf das Gewinnwachstum der Unternehmen haben, da steigende Umsätze Potenzial für einen operativen Hebel bewirken. 

Die lockere Geldpolitik der EZB sollte derweil das Wirtschaftswachstum und die Inflation fördern sowie gleichzeitig einen schwachen Euro garantieren – alles, was Europa zur Erholung braucht. Das angelegte Ankaufprogramm von Staatsanleihen hat es geschafft, die hohen Konsenserwartungen zu übertreffen sowie die Peripherieländer zu unterstützen. Auch die bisherigen Maßnahmen der EZB zur Sanierung des Bankensystems scheinen erfolgreich gewesen zu sein. Immerhin sind Europas Banken nach den umfangreichen Asset Quality Review Stresstests und den gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTROs) jetzt angemessen kapitalisiert. Außerdem verzeichneten ihre Kreditbücher nach Jahren des Schuldenabbaus im vierten Quartal 2014 erstmals wieder eine Zunahme. Die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe und eine hinreichend hohe Kreditnachfrage der Unternehmen sind wichtig für das Wachstum. Entscheidend für die Aktienmärkte ist indes die Tatsache, dass das Gewinnwachstum bereits an Fahrt gewinnt. So konnten die Unternehmen (ohne Finanzinstitute) im vierten Quartal 2014 ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 11 Prozent steigern (zusammen mit dem Finanzsektor betrug der Zuwachs 32 Prozent). Zudem haben das zweite Quartal in Folge mehr Unternehmen die Gewinn- und Umsatzprognosen übertroffen, als sie zu verfehlen. (2) 

Teilweise hängt dies mit dem niedrigen Ausgangsniveau der Gewinne und einer geringen Erwartungshaltung zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr profitieren die Unternehmen jedoch mittlerweile enorm von der Schwäche des Euros, der seit Anfang 2014 mehr als 20 Prozent gegenüber dem Dollar eingebüßt hat. (3) 

Doch auch Europa ist nicht risikolos. In der Politik gewinnen populistische Kräfte zunehmend an Zulauf, da viele Wähler aus Frustration über den schleppenden Wirtschaftsaufschwung sowohl nach links als auch nach rechts abdriften. Die Wahl der Oppositionspartei in Griechenland hat bereits eine erneute Debatte über das Schicksal der Europäischen Union (EU) ausgelöst. Nach Großbritannien wird in diesem Jahr auch noch in Spanien gewählt. Dies könnte die Gerüchteküche befeuern und so für volatilere Märkte sorgen. Darüber hinaus zeichnen sich für Europa längerfristige strukturelle Probleme ab, die den Zustand der EU, das Wirtschaftswachstum und die teuren Sozialsysteme betreffen.

Quellen:
(1) Bloomberg-Konsensschätzung 
(2) Morgan Stanley European Strategy: Earnings Season Summary 4Q 2014, 9. März 2015
(3) Factset, Stand: 25. März 2015

GAM Insight: Performance Update April 2015

Global Macro- und Trend-Following-Strategien leiden im April unter Gegenbewegungen an den Märkten, andere Strategien erzielen hingegen Zuwächse

Kommentar von Anthony Lawler, Portfoliomanager und Mitglied des Investment-Komitees von GAM Alternative Investments Solutions, zur Performance von alternativen und Absolute-Return-Strategien im April 2015.

Die anfänglichen Zuwächse an verschiedenen Märkten gingen wieder verloren, als die Konjunkturdaten in den USA die Erwartungen verfehlten. Der US-Dollar gab nach, und kontinentaleuropäische Aktien mussten ihre zuvor erzielten Gewinne wieder abgeben. Zudem erlitten vermeintlich sichere Staatsanleihen starke Verluste und der Ölpreis zog deutlich an.

Der US-Dollar-Index fiel um 3,8%, der DAX verlor auf Eurobasis 4,3%, deutsche Bundesanleihen standen ebenso wie US-Treasurys und britische Gilts unter Druck, und Terminkontrakte auf WTI-Rohöl legten um stolze 20,9% zu. Diese Umkehrbewegungen an wichtigen Märkten stellten die Global Macro-Strategien im April vor erhebliche Probleme. Die Fondsmanager erwarten jedoch, dass viele der thematischen Trends künftig wieder wirksam werden, sagt Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM.

Trotz des turbulenten Marktumfelds verzeichneten die Hedge Funds im April insgesamt ein Plus von 0,2%, gemessen am HFRX Global Hedge Fund Index. Nach Strategien aufgeschlüsselt ergab sich folgendes Bild: Während der HFRX Macro/CTA Index um 2,7% fiel, stiegen der HFRX Equity Hedge Index um 1,2%, der HFRX Relative Value Index um 1,0% und der HFRX Event Driven Index um 0,5% (jeweils auf USD-Basis).

„Die Ansichten vieler Hedge-Fund-Manager über die Gelegenheiten, die sich mittelfristig bieten, haben sich trotz der Umkehrbewegungen an einigen Märkten nicht geändert“, so Lawler. „Die Global Macro-Fonds waren im April so positioniert, dass sie von einem starken US-Dollar profitieren würden. Des Weiteren waren europäische, japanische und chinesische Aktien gegenüber US-Aktien übergewichtet, hinzu kamen Long-Positionen in Anleihen. Ob der US-Dollar kurzfristig erneut fester tendieren wird, ist noch die Frage, aber von den anderen Trades bleiben die Fondsmanager im Großen und Ganzen überzeugt und betrachten sie als langfristige Positionen. Die Rally der Energiepreise überraschte die Trendmodelle, die auf Short-Positionen im Energiesektor gesetzt hatten und damit einige Verluste verursachten. Bis zum Monatsende wurden die Allokationen in dem Sektor verringert.“

Für die anderen großen Hedge-Fund-Strategien verlief der Monat positiv. Die Trading-Fonds bleiben in Themen investiert, die von der Erwartung unterstützt werden, dass eine breitere Performance-Streuung innerhalb von Anlageklassen, Ländern und Regionen bevorsteht, fährt Lawler fort. „Das Thema Streuung spielt weiter eine beherrschende Rolle. Die Trading-Fonds beurteilen die Chancen, die sich bei europäischen und japanischen gegenüber US-amerikanischen Aktien bieten, nach wie vor positiv. Schwache Konjunkturdaten aus den USA haben allerdings dazu geführt, dass die Nettopositionen in internationalen Aktien leicht reduziert worden sind. Im Branchenvergleich zeigt sich, dass an Long-Positionen in globalen Gesundheits- sowie europäischen Luxus- und Basiskonsumtiteln festgehalten wird. Relative-Value-Fonds sehen weiter Gelegenheiten bei Staats- und Unternehmensanleihen, da das Wachstum regional und nach Branchen unterschiedlich ist und die Geldpolitiker auf divergierendem Kurs sind. Bei den strukturierten Anleihen gab es im April einen Lichtblick für hypothekengesicherte Papiere, als in den USA gemeldet wurde, die Hauspreise seien kräftiger gestiegen als erwartet (Case Shiller). Schließlich ist noch mit Blick auf die Event-Driven-Fonds zu erwähnen, dass die angekündigten Fusionen und Übernahmen sowie sonstigen Restrukturierungsmaßnahmen weiter ein sehr hohes Volumen haben. Die Märkte erwarten, dass sich daran bis zum Jahresende wenig ändern wird, sofern die Anleihemärkte weiter wie zurzeit die Bereitschaft zur Finanzierung solcher Deals zeigen.“

Quelle: GAM, Bloomberg, Bloomberg CLA, MSCI, Thomson Reuters

UBS informiert: Anleger erhöhen den Risikopuffer

Frankfurt, 12. Mai 2015 – Die Anleger haben im April den Risikopuffer deutlich erhöht. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des UBS Sentiment Index – er misst die Risikobereitschaft der Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX. Im April notierte der durchschnittliche Cap der gewählten Papiere 19,13 Prozent unter dem jeweils aktuellen Niveau des deutschen Leitindex. Im Vergleich zum Vormonat ist das Sicherheitsbedürfnis der Anleger damit gestiegen. Im März hatte der Durchschnittscap nur 15,44 Prozent unter dem DAX gelegen.

Der UBS Investor Sentiment Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX gewählt haben, und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus beziehungsweise Pessimismus der Anleger. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt also die Risikobereitschaft der Anleger wider.

Im ganzen April war die Skepsis der Anleger relativ groß. So lag der Cap sowohl am Monatsanfang als auch zur Monatsmitte und zum Monatsende mehr als 19 Prozent unter dem DAX-Stand. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Cap der vergangenen zwölf Monate notierte Ende April 13,98 Prozent unter dem DAX. Der durchschnittliche April-Wert liegt mit 19,13 Prozent rund fünf Prozentpunkte tiefer.

Ein Blick auf die historische DAX-Entwicklung zeigt, dass die Anleger nach dem bisherigen DAX-Rekordstand vom 10. April 2015 bei rund 12.391 Punkten bemüht waren, ihr Risiko zu reduzieren und den Cap entsprechend nach unten anzupassen. „Die Anleger gehen offenbar derzeit davon aus, dass es nach den starken Kursanstiegen in den letzten Wochen zu Rücksetzern kommt“, erklärt Steffen Kapraun, Zertifikate-Experte bei UBS. Die Kursentwicklung habe ihnen Recht gegeben. Bis zum Monatsende habe der DAX nachgegeben und auch in den vergangenen Mai-Tagen Kursverluste verzeichnet. „Mit der Wahl der niedrigen Caps haben die Anleger schnell auf die neue Situation reagiert“, sagt Kapraun.

GSAM Aktienmarkt-Serie: Aussichten für USA weiter positiv, aber...

von Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management

Während der Bullenmarkt bei Aktien in sein siebtes Jahr geht, nähert sich die Weltwirtschaft gleich mehreren Wendepunkten – und dürfte dabei neue Spitzenreiter an den Aktienmärkten hervorbringen. Geldpolitische Divergenz, der starke US-Dollar, niedrige Ölnotierungen und Strukturreformen beeinflussen die Gewinne und Aktienkurse in besonderer Weise. Daher unterscheiden wir zwischen Aktien und Ländern und kaufen einzelne Titel, nicht den ganzen Markt. In einer dreiteiligen Serie werfen wir daher einen genaueren Blick auf die globalen Aktienmärkte. Den Anfang machen heute die USA, gefolgt von der Eurozone und Asien. 


Die Aussichten für das amerikanische Wirtschaftswachstum sind zwar weiter positiv, dennoch sind wir mittlerweile so wenig optimistisch für US-Aktien gestimmt wie seit Jahren nicht mehr. Die Wirtschaft legte in 2014 durchgehend zu. Das BIP wuchs dabei um 2,4 Prozent (1) und somit deutlich stärker als in den meisten anderen Industrienationen. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,5 Prozent, den niedrigsten Stand seit 2008. (2) Auch die Aktien entwickelten sich im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gut und der S&P 500 markiert immer noch neue Höchststände. Aktuell notiert der Index am oberen Ende seiner historischen Bewertungsspanne, wobei wir einige Teile des Marktes für massiv überbewertet halten. Gleichzeitig sind die Gewinnschätzungen für den US-Markt insgesamt gesunken, weil der starke Dollar und das billigere Öl den global agierenden Unternehmen beziehungsweise der Energiebranche zu schaffen machen. 

Die Fundamentaldaten sind unverändert solide und der Aktienmarkt kann sich weiter auf verschiedene Impulsgeber stützen. Allerdings ist es Zeit, verstärkt selektiv vorzugehen. Da wir mit keiner weiteren Expansion der Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) rechnen, liegt der Schwerpunkt unserer Portfolios jetzt auf Unternehmen mit Gewinnwachstum. Ferner investieren wir in Titel, die von steigenden Zinsen, einem starken Dollar und niedrigen Ölpreisen profitieren könnten - oder zumindest dagegen immun sind. Die lockere Geldpolitik war kein großer Segen für Banken, die in der Regel dann Geld verdienen, wenn die Zinsen und Nettozinsmargen steigen. Nun hat aber die US-Notenbank für den kommenden Juni oder September eine erste Leitzinserhöhung signalisiert. Hiervon sollten jene Aktien von Großbanken profitieren, die in dem ansonsten relativ ausgereizten Markt noch attraktiv bewertet wirken.

Viele Aktien, die Anlegern hohe Erträge bieten, könnten jedoch durch steigende Zinsen belastet werden. Die niedrigen Zinsen und Anleihenrenditen der letzten Jahre haben viele ertragssuchende Anleger zunehmend in Aktien getrieben und so auch die Bewertungen in die Höhe. Börsennotierte Immobilientrusts (REITs) und Versorger gehören dabei bisher zu den Performance-Spitzenreitern des Marktes und notieren mit einem deutlich höheren KGV, als es solch stark regulierte Unternehmen verdienen. Auch zahlreiche Basiskonsumgüterwerte und Pharmatitel haben aufgrund ihrer relativ hohen Renditen zugelegt. Gemäß unserem Ansatz konzentrieren wir uns auf Unternehmen, die aufgrund einer niedrigeren Ausschüttungsquote und wachsender Geschäfte in der Lage sind, ihre Dividenden zu erhöhen. Bei einer bereits hohen Ausschüttungsquote und begrenzten Wachstumsaussichten sind wir dagegen vorsichtig, weil diese Aktien mittlerweile teuer erscheinen.  

Wenn Anleger nicht gerade nach Renditen gesucht haben, dann mit Sicherheit nach Wachstum. Infolgedessen sind jetzt einige wachstumsstarke Internet- und Biotech-Titel deutlich überbewertet. Hier sind wir nur noch sehr selektiv engagiert. 

Zunehmend sind wir besorgt über die Auswirkungen der Dollar-Stärke auf die Unternehmensgewinne. Abgesehen von kurzfristigen Problemen bedingt durch Wechselkurseffekte, stehen die längerfristigen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit im Fokus. Deshalb suchen wir aktiv nach Wegen, das Währungsrisiko zu mindern und denken strategisch darüber nach, was der starke Dollar neben dem schwachen Euro und Yen längerfristig für die Unternehmen bedeutet. Dabei betrachten wir US-Unternehmen, die stark auf ihren Heimatmarkt fixiert sind – oft sind dies kleine oder mittlere Firmen. Unmittelbare und längerfristige Währungsauswirkungen für Unternehmen sowie die entsprechende Absicherungsstrategie werden sorgfältig analysiert. Teilweise machen wir verstärkt Gebrauch von American Depository Receipts (ADRs), die Anlegern in den USA die Beteiligung am Aktienkapital von Nicht-US-Unternehmen erleichtern.

Edelmetalle profitieren von der Volatilität an den Aktienmärkten

Die Prognose hat sich für zyklische Rohstoffe verbessert nach dem Chinas Zentralbank den Leitzins zum dritten mal in sechs Monaten gesenkt hat um gegen die Konjunkturflaute anzukämpfen. Die Risikobereitschaft von Investoren könnte jedoch eingeschränkt bleiben, da starke Bewegungen in beide Richtungen an den Hauptaktienmärkten auf ein nervöses Verhalten hindeutet. Gold scheint infolgedessen gegen einen fallenden Stimmungsbarometer wieder in den Fokus als sicherer Hafen zu rücken. Die Risikobereitschaft von Investoren wird aufgrund der Verhandlungen zu Griechenlands Staatsverschuldung nicht bemerkenswert ansteigen, daher könnte Gold diese Woche erneut Gewinne einfahren.


Gold mit den höchsten Edelmetall-Inflows von 49 Mio. USD seit 11 Wochen. Investoren konzentrierten sich letzte Woche auf physisches Gold um der starken Volatilität an den globalen Aktienmärkten entgegenzuwirken. Unsere physischen Gold-ETPs verzeichneten die höchsten Mittelzuflüsse seit 12 Wochen mit über 38 Mio. USD. Silber verzeichnete mit 4 Mio. USD, trotz mäßigem Preisniveau, die höchsten Inflows seit vier Wochen.
ETFS Coffee (COFF) verzeichnete die zweithöchsten wöchentlichen Mittelzuflüsse seit Auflage in 2008. Laut Kolumbiens Verband für Kaffeeanbau stieg die Produktion im April um 11,06% im Jahresvergleich. Kolumbiens Marktanteil an Arabica-Kaffee beträgt nur 11 Prozent. Brasilien belegt einen Marktanteil von 45 Prozent und leidet unter den Folgen der Dürre von 2014. Wir gehen davon aus, dass der Preis für Kaffee durch ein knappes Angebot in Brasilien profitieren könnte.
ETFS Aluminium (ALUM) mit den höchsten Mittelzuflüssen seit sechs Monaten. ALUM verzeichnete letzte Woche 72 Mio. USD an Mittelzuflüssen nachdem die chinesische Wirtschaftsprognose wieder positive Impulse erfährt. Chinas Aluminiumimporte stiegen im Jahresvergleich im April über 30 Prozent. Die Investoren nutzten die jüngsten Preisanstiege am Kupfermarkt für Gewinnmitnahmen, weswegen ETFS Copper (COPA) mit 40 Mio. USD die höchsten Mittelzuflüsse seit sieben Monaten verzeichnet.

Aktien
Der FTSE 100 macht seinen Wochenverlust nach dem Wahlergebnis wieder wett. Nachdem sich die Märkte auf ein Chaos vorbereiteten sorgte das Wahlergebnis, bei der eine Mehrheitsregierung zusande kam, für eine Erholungsrallye.
Der MSCI China A-Share Index fiel von seinen 7-jahres Hoch anfangs der Woche um 6,4 Prozent und mäßigte damit seine Gewinne auf Wochenschluss. Der Optimismus am chinesischen Markt wurde von einem enttäuschenden Einkaufsmanagerindex und schwachen Handelszahlen eingetrübt. Diese Enttäuschung führte jedoch zu weiteren Leitzinssenkungen, die den Markt mit Adrenalin beflügeln sollten. Wir rechnen mit einer weiteren Marktliberalisierung dieses Jahr, wovon der lokale Aktienmarkt langfristig profitieren wird. Eine Reihe von Wirtschaftsdaten werden diese Woche in China veröffentlicht, unter anderem Industrieproduktion und Einzelhandlesumsätze, diese werden der Zentralbank und Investoren mehr Klarheit zur mittelfristigen Konjungturstärke liefern. 

Währungen
Anspannungen in Griechenland belasten den Euro. Der Euro ist im Laufe dieses Jahres eine der volatilsten Währungen und dieses Verhalten wird sich auch in den kommenden Wochen nicht ändern. Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen in Griechenland für Druck auf den Euro sorgen werden, speziell gegenüber dem US-Dollar der trotz guten Arbeitsmarktdaten gegenüber dem Euro nicht aufwertete. Wir glauben, dass sich die schwachen Wirtschatfsaktivitäten in den USA verbessern und für eine weitere Rallye im USD sorgen werden. Das britische Pfund behauptete sich aufgrund einer überraschenden Mehrheitsregierung der Konservativen Partei als stärkste Währung der letzten Woche. Investoren warten gespannt auf die Sitzung der Bank of England nächste Woche, wo über Zinsentscheidungen diskutiert werden wird. Wir gehen allerdings davon aus, dass eine straffere Zinspolitik noch weit in der Zukunft liegt und sich das Währungspaar GBP/USD wieder auf das Niveau von vor den Wahlen bei 1,50 einpendelt.

ifund research news: weak performance of emerging market managers in April

Active managers in developed markets showed an average performance in March, emerging market managers disappointed again: net of fees, 40% of US managers, 50% of Europe managers and only 28% of emerging markets managers outperformed their benchmark, gross of fees 43%/59%/29%.

Year-to-date, emerging markets managers are still at the bottom of the table with only 15% net and 18% gross outperforming. US and Europe managers achieved convincing results with 53% and 63% net outperforming, 67% and 78% gross of fees.

Over twelve months the picture for emerging markets managers looks better. 38% net of fees and 48% gross of fees were able to beat their benchmark. The numbers for US and Europe managers are higher with net of fees only 38% and 51% respectively beating their benchmark, gross of fees 56% and 73%.

Please find the full research document attached on the left.

Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern bieten bis zu acht Prozent Ertrag

Zürich, 12. Mai 2015 – „Anders als die meisten Anleihen im heutigen Zinsuniversum sind Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer nicht überteuert“, sagt Paul McNamara, Manager des JB Local Emerging Bond Fund. Damit gehört die Anlageklasse zu den wenigen verbliebenen werthaltigen Anleihemärkten, günstigen Währungen und hohen Renditen. Für 2015 erwartet der Fondsmanager bei Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern Erträge zwischen fünf und acht Prozent. „Die Renditen von US-Staatsanleihen, inflationsgebundenen italienischen Staatsanleihen sowie globalen Hochzins- und Unternehmensanleihen sind derzeit so niedrig, wie ich es während meiner Zeit als Portfoliomanager noch nie erlebt habe“, erklärt McNamara. Die Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer hingegen konnten in den vergangenen Jahren mit stabilen Renditen überzeugen. So liege die Rückzahlungsrendite im Portfolio des JB Local Emerging Bond Fund, der in diesem Jahr seinen 15ten Geburtstag feiert, derzeit bei 6,7 Prozent. 

Wie es 2015 in den Schwellenländern weitergeht, hängt nach Ansicht von McNamara vor allem vom globalen Wachstum und dem Inflationsabbau ab. Besonders die Industriestaaten dürften vermutlich weiter expandieren, und die weltweite Gesamtinflation dürfte infolge sinkender Rohstoffpreise weiter fallen. „Beide Trends sollten den Schwellenländerwährungen zugutekommen. Dabei profitieren vor allem jene Emerging Markets, die Industriegüter und Dienstleistungen vornehmlich in Industrieländer exportieren“, sagt der Experte. „Am attraktivsten sind Länder mit moderater bis hoher Inflation, denn sie haben das geringste Deflationsrisiko. 

Innenpolitik der Schwellenländer entscheidend
Zu berücksichtigen sei aber auch, welche Weichen die einzelnen Länder innenpolitisch stellen. Als Beispiel nennt McNamara die Türkei: Für das Land sollte es als Rohstoffimporteur und Exporteur von Waren für den europäischen Markt eigentlich nur aufwärts gehen. Stattdessen bestimme die Politik die wirtschaftlichen Aussichten des Landes, indem sie die Zentralbank immer stärker zu dauerhaft niedrigen Zinsen drängt, und sich die Zahlungsbilanz ausweitet.

Ölpreis beeinflusst Schwellenländer unterschiedlich
Derzeit haben Rohstoffproduzenten mit dem gesunkenen Ölpreis zu kämpfen, und Länder wie Brasilien und andere Staaten Südamerikas müssen mit einem deutlich langsameren Wachstum und schlechteren Zahlungsbilanzen zurechtkommen. Andere Schwellenländer wiederum profitieren von der schwachen Rohstoffpreisentwicklung: „Für Indien etwa ist der gesunkene Ölpreis ein Geschenk des Himmels“, sagt McNamara. Außerdem habe Indien, anders als etwa die Türkei, sein Leistungsbilanzdefizit erfolgreich in den Griff bekommen, und so stehe einer vernünftigen Erholung des Wachstums nichts mehr im Wege. 

Weitere US-Dollar-Aufwertung ist positiv für Lokalwährungstitel
„Die Frage, die alle Schwellenländerinvestoren bewegt, ist die künftige Entwicklung des US-Dollar“, sagt McNamara. Hier die richtige Prognose zu treffen sei wegen der Unsicherheit um die weitere Entwicklung der US-Geldpolitik eine echte Herausforderung. Die Kurse der Schwellenländeranleihen reagierten in jüngster Zeit nicht auf die fundamentale Entwicklung der jeweiligen Staaten, sondern auf den real starken US-Dollar. „Lokale Schwellenländerwährungen haben sich seit Anfang 2014 besser entwickelt als die Währungen von Industriestaaten außerhalb des Dollar-Währungsraums. Würde der US-Dollar aufwerten, hätte das positive Auswirkungen auf Lokalwährungstitel“, betont McNamara. 

Der JB Local Emerging Bond Fund feiert 15-jähriges Bestehen
Der JB Local Emerging Bond Fund war einer der ersten Fonds für Schwellenländeranleihen und hat heute ein Volumen von 5,3 Mrd. US-Dollar. „Im Auflegungsjahr 2000 steckten die Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer wirklich noch in den Kinderschuhen – der Markt war sehr klein und schwer zugänglich“, sagt Alexander Gerstadt, Vorstandsvorsitzender der Swiss & Global Asset Management Kapital AG. Heute, 15 ereignisreiche Jahre später, ist der JB Local Emerging Bond Fund Teil einer breit diversifizierten Anlageklasse, in der sich Anleger aus aller Welt engagieren. „Der Lokalwährungsmarkt für Schwellenländeranleihen ist die Anlageklasse der Zukunft“, erwartet Gerstadt. Der Grund: Die Schwellenländer wachsen weiter, erhöhen ihren Anteil am Welt-BIP, steigern ihre Exporte und spielen eine zunehmend wichtige Rolle auf den globalen Finanzmärkten. Dazu benötigen sie unabhängige Währungen sowie Lokalwährungsanleihen mit gesunden Zinsertragskurven, die für sie das Mittel der Wahl sind, um sich zu finanzieren.

Bewährter Ansatz
„Dass sich der Fonds in den vergangenen 15 Jahren so gut entwickelt hat, verdankt er einerseits seinem globalen makroökonomischen Ansatz und andererseits dem sehr guten Umgang des Teams mit den Krisen dieser Welt. Um in den Schwellenländern die Nase vorn zu haben, müssen Manager die globalen Makrotrends richtig antizipieren und ihren Blick nicht auf die Mikrothemen der jeweiligen Länder verengen“, erklärt Paul McNamara. So müssten potentielle Krisenherde frühzeitig erkannt werden – das erleichtere im Fall des Falles den Absprung. Genauso frühzeitig müssten aber auch künftige Chancen identifiziert werden, betont McNamara mit Blick auf Russland: „Obwohl wir im vergangenen Jahr skeptisch waren, haben wir etwa unser Engagement in Russland Anfang 2015 mit gutem Erfolg erhöht. Der Ölpreis ist zwar gefallen, fängt sich aber. Die hohen Zinssätze sollten die Zahlungsbilanz stabilisieren und dürften Investoren hohe Erträge bescheren.“

GAM Marktkommentar: Europäischer Anleihemarkt vor weiteren Abverkäufen

Der Ausverkauf an den europäischen Anleihemärkten ist noch nicht zu Ende. „Ende April dürften wir bei den Renditen europäischer Anleihen den Tiefpunkt erreicht haben. Seitdem erleben wir eine Verkaufswelle. Die Renditen steigen wieder und haben unserer Ansicht nach noch einigen Raum nach oben“, erklärt Tim Haywood, Fondsmanager des GAM Star Dynamic Global Bond. Er erwartet, dass die Renditen bis Juli um weitere 20 Basispunkte und bis August um bis zu 100 Basispunkte steigen könnten. Der Fondsmanager verweist auf die Erfahrungen mit den quantitativen Lockerungsmaßnahmen in den USA und Japan: Auch hier seien die Renditen bis kurz nach der Einführung der Programme auf Tiefststände gefallen. Damit habe der Boom seinen Höhepunkt und gleichzeitig sein Ende erreicht, und die Renditen seien wieder gestiegen. Nach einer 16-monatigen Rally sei es zu einem kräftigen Ausverkauf an den Bond-Märkten gekommen. „Natürlich muss sich die Geschichte nicht wiederholen, aber angesichts der offensichtlichen Parallelen dürfte die aktuelle Verkaufswelle europäischer Anleihen anhalten. In dieser Situation erscheint der US-Markt derzeit deutlich attraktiver“, so Haywood.

Mit Blick auf die Schwellenländer setzt der Fondsmanager derzeit eher auf Währungs- statt auf Anleihe-Exposure. Nachdem sich einige Währungen in der Vergangenheit sehr schlecht entwickelt hätten, sieht er nun wieder Aufwärtspotenzial. „Wenn die US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen die Wachstumserwartungen erfüllen kann, können die Währungen der Schwellenländer mit starken Handelsbeziehungen zu den USA profitieren“, sagt Haywood. Zudem gebe es Anzeichen dafür, dass sich einige der wichtigsten Rohstoffpreise stabilisieren.

GAM: Britisches Pfund steigt nach Wahlausgang in UK, doch SNP und Brexit verunsichern Anleger

James McDaid, Investmentexperte, GAM London.

Die politische Führung Großbritanniens für die nächsten fünf Jahre steht nach einer dramatischen Wahlnacht fest. Umfragen vor den Wahlen deuteten auf ein sehr knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den zwei dominierenden Parteien, der Labour-Partei und den Konservativen, hin. Es gab Spekulationen über verschiedenste Koalitionskonstellationen. Alle haben sich als falsch erwiesen. Die Konservativen um David Cameron überraschten alle mit ihrer Mehrheit im britischen Unterhaus. Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik der letzten fünf Jahre, die zu Wachstum und niedrigeren Arbeitslosenzahlen führte, scheint die Wähler überzeugt zu haben.  

Drei Parteichefs mussten aufgrund schwindender Unterstützung für ihre Parteien ihren Rücktritt erklären: Die Liberal Democrats von Nick Clegg verloren Sitze an die Konservativen; die Labour Party von Ed Miliband verzeichnete herbe Verluste zu Gunsten der Scottish National Party und Nigel Farage, der Chef der euroskeptischen UK Independence Party erlitt einen schmachvolle Niederlage gegen die Konservativen in seinem eigenen Wahlkreis.

Die Märkte haben positiv auf das nun feststehende Ergebnis reagiert. Vor dem Hintergrund zuletzt starker Volatilität legte das Pfund deutlich zu, und auch das Börsenbarometer FTSE 100 stieg über die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten. Die anfängliche Aufregung könnte sich jedoch bald legen, denn einige Faktoren dürften den Anlegern Kopfzerbrechen bereiten, darunter zunächst die Beziehung zwischen den siegreichen Konservativen und der SNP. Vor den Wahlen schien die SNP-Vorsitzende Nicola Sturgeon alles daran zu setzen, David Cameron aus dem Amt zu jagen. Nachdem das Wahlvolk nun entschieden hat, wird sie dieses Vorgehen ändern müssen. Sturgeon hatte vor der Wahl gesagt, dass ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands für sie keine Priorität habe. Angesichts des für Sturgeon überaus positiven Wahlergebnisses scheint es unausweichlich, dass es zu einem neuen schottischen Referendum kommen wird.

Der starke Einfluss der SNP verknüpft sich mit einer weiteren Sorge der konservativen Mehrheit: David Cameron hat ein "In-Out-Referendum“ über die britische Mitgliedschaft in der Europäischen Union versprochen. Dies könnte sich nachteilig auf ausländische Investitionen im Vereinigten Königreich auswirken. Angesichts der Planungsunsicherheiten für Unternehmen, die ein potenzieller Austritt Großbritanniens aus der EU mit sich bringt, könnten auch inländische Investitionen verzögert werden.    

Abgesehen von diesen Bedenken können die Konservativen nun an das anknüpfen, was sie mit ihren Koalitionspartnern seit 2010 aufgebaut haben. Zumindest bis auf weiteres bleibt das Vereinigte Königreich vereint, was die Märkte positiv bewerten. Am Tag der Feier zum Ende des 2. Weltkriegs zeigt sich die politische Landschaft Großbritanniens weniger fragmentiert als befürchtet.

Jupiter AM: Edward Bonham Carter comments on UK General Election

Commentary on UK General Election
by Edward Bonham Carter, Vice Chairman at Jupiter Asset Management

“Investors have been holding back for some time on concerns that the general election in the UK would produce a hung parliament resulting in weeks of uncertainty as political parties engaged in horse trading in their bid to form the next government. The decisive outcome of the election put paid to those fears, sparking an immediate broad-based rally. Gains have been most noticeable in those sectors that might have been hard hit had a Labour government won the day – shares in banks, power companies and housebuilders have all rallied. Inevitably though the euphoria will die down and the question of the UK’s continued membership of the European Union will rear its ugly head. The Conservative Party, in my view, has clearly been given a mandate by the UK people to rethink the way we do business with our European neighbours. Armed with that mandate, I am quietly optimistic Cameron and his team can negotiate the necessary reforms that will prompt the UK electorate to vote in favour of remaining in the EU, and at the same time neutralise if not fatally wound an already weakened UKIP.

In the run-up to the election, mixed economic data fuelled talk that the UK’s impressive growth record over the last two years might be running out of steam. I would argue uncertainty over the election result, with polls suggesting it was too close to call, prompted consumers and businesses alike to defer their spending. We are quite likely now in my view to see a rebound in the UK economy but should economic growth pick up strongly, it will raise questions once more on when the Bank of England will start raising interest rates. For the asset management industry, there is particular relief that the savings and pensions reforms implemented by the outgoing coalition government will remain in place.

In an election period, it is quite easy to become focused on national issues and neglect some of the international developments that equally deserve our attention. The past few days have seen a sustained upward move in bond yields that has been unsettling the equity markets and prompting questions about the outlook for global economic growth – a timely reminder that the UK economy does not operate in a bubble but is subject to global market forces where national politicians may only play a bit part.”

Baring Asset Management: Commenting on the post-election permutations for the UK

Commenting on the post-election permutations for the UK, Alan Wilde, Head of Fixed Income at Baring Asset Management, “There is only one poll that matters and that is the election itself. The result is something of a surprise given the pre-election polls had predicted a hung-Parliament. No single party was forecast to emerge with a majority but as the last votes are tallied the Conservative Party will have the chance to govern with what looks like a slim overall majority. As this was not priced in by markets, sterling has rallied sharply overnight up more than 1.5% versus the US dollar and just over 2% from the 5pm close versus the €uro. Gilts will open stronger but in the context of global bond markets rallying after several days in free-fall.
 
“The upside potential from here for sterling is, in our view, limited but importantly the risk of a lurch lower in the pound is also less likely as financial markets are reassured by continuity and the prospect of further fiscal consolidation. This should ensure interest rates remain lower for longer. The job is clearly not done (in reducing the debt/GDP burden) but this morning that will largely be forgotten in the euphoria of a relief rally. Further down the road the new Government will be anxious about the lack of productivity growth in the UK and dependency on the consumer for growth and a lower exchange rate, particularly against the €uro, may be a means to rebalance the economy and underwrite growth.
 
“For gilts, the recent rout in global bond markets has impacted all markets but the UK bond market has offered some protection against the rise in German bund yields and the 10 year yield pick-up from owning gilts has narrowed from around 1.5% to 1.3% making gilts less compelling at today’s levels but still attractive compared to European bonds. The next movements are likely to be driven by external factors and today the US payroll data will assume massive importance for global bond markets.
 
“Longer term, the next worry for investors will be an In-Out Referendum on continued membership of the European Union which PM Cameron has vowed to hold in 2017. It will be interesting to see if the poor showing of UKIP changes the PM’s determination to hold this ballot. If it goes ahead, the business community will bring strong support to both sides during what could be a long and damaging debate but quoted companies would almost certainly want to avoid a divisive Referendum with all the attached risks it would bring to investment and expenditure plans until resolved.”

Oddo AM Market View - Zeit für den Verkauf von Bundesanleihen?

Von Nicolas Chaput, CEO & Co-CIO  und Laurent Denize, Co-CIO.

Innerhalb von wenigen Tagen haben sich die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen nahezu verzehnfacht. Normalerweise hätte ein solch starker Anstieg zu einem Crash am Anleihenmarkt geführt, doch die Nullzinspolitik der Zentralbanken hat eine „Schadensbegrenzung“ auf 50 Basispunkte ermöglicht – was allerdings immer noch einen Verlust von fast 4% gegenüber den Höchstkursen von 10-jährigen Anleihen und von 14% gegenüber den Höchstkursen von 30-jährigen Anleihen bedeutet.

WIE KAM ES ZU EINER SOLCH HEFTIGEN KORREKTUR?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Entwicklung ihren Anfang nahm, als Positionen – in diesem Fall mit Gewinnmitnahmen – geschlossen wurden, die in Bezug zu Anlagestrategien im Zusammenhang mit dem Quantitative Easing standen. So haben beispielsweise amerikanische Anleger ihre Käufe von europäischen Anleihen und ihre Sicherungsgeschäfte gegen den Rückgang des Euro glattgestellt.

Es scheint, als wäre der Markt einige Monate lang zu selbstgefällig gewesen, als er die Renditen auf ein Niveau trieb, das unter den Einlagenzinssätzen lag. Die Verbesserung der makroökonomischen Bedingungen in der Eurozone und die Tatsache, dass es für die FED eine zwingende Notwendigkeit darstellt, sich für den Fall eines Abschwungs der amerikanischen Wirtschaft mehr Handlungsspielraum zu verschaffen, macht uns bewusst, dass die Zinsen in Zukunft steigen werden, selbst wenn sie noch für einige Monate auf einem niedrigen Niveau verbleiben.

Es ist allerdings davon ausgehen, dass der aktuellen Entwicklung von gegenläufigen technischen Kräften im Zusammenhang mit den Käufen der EZB Einhalt geboten wird. Wir sollten nicht vergessen, dass die Liquiditätsüberschüsse, die heute bei 297 Milliarden Euro liegen, weiter steigen werden: Bei Anleihen mit kurzen Laufzeiten kann es also zu keinen großen Abweichungen kommen.

FAVORISIERUNG VON AKTIEN UND WEITERFÜHRUNG DER ABSICHERUNGSSTRATEGIEN

Europäische Aktien bleiben unsere bevorzugte Anlageklasse, jedoch werden wir auch die drei Faktoren, die den starken Anstieg in den letzten Monaten verursacht haben, genau im Auge behalten: den Rückgang des Euro, der Ölpreise und der Zinsen. Es bleibt festzuhalten, dass die jüngste Entwicklung diese drei Parameter auf den Kopf gestellt hat. Zumindest vorübergehend.

Daher ist den Aktien eine weitere Anlageklasse hinzuzufügen: die Volatilität. In Bezug auf die Renditen beobachten wir diesbezüglich einen starken Abschlag. So kann man beispielsweise eine Volatilität von 4% in Bezug auf 10-jährige Bundesanleihen kaufen. Am 29. April betrug die Volatilität etwa 16%, oder zumindest stellte sich die Situation für Nicht-Spezialisten so dar. Somit besteht die Möglichkeit, eine über dem Kaufpreis liegende Volatilität zu „realisieren“. Um diesen Strategietyp umzusetzen, müssen Futures und Optionen auf Futures eingesetzt werden. Hier handelt es sich jedoch um eine komplexe Angelegenheit, weshalb wir Anlegern raten, Fonds zu nutzen anstatt selbst tätig zu werden.

Wenn es überhaupt eine „Opportunity of a life time“ gibt, so besteht diese eher darin, den Kauf von Zinsoptionen in Betracht zu ziehen als Bundesanleihen auf dem aktuellen Niveau zu verkaufen.

Oddo & Cie: Auf der Zielgeraden seiner Amtszeit wagt François Hollande wohl keine beherzten Reformen mehr

Mit dem Monat Mai sind die beiden letzten Jahre der Amtszeit von Frankreichs Staatspräsident François Hollande angebrochen. Wie wird der Sozialist seine verbleibende Amtszeit nutzen, fragt sich Bruno Cavalier, Chefvolkswirt bei Oddo & Cie in Paris, in seinem jüngsten markroökonomischen Research. Wird er geduldig darauf warten, dass sich die Kennzahlen für die zweitgrößte Volkswirtschaft des Euroraums bis zum nächsten Urnengang 2017 verbessern werden, oder wird er das Tempo der Reformen erhöhen? Zwar stellt Cavalier fest, dass Frankreich dank eines kräftigen Anstiegs des Privaten Verbrauchs und einer Belebung der Kreditvergabe durch die Banken gut in das Jahr 2015 gestartet sei. Auch das in der ersten Phase von Hollandes Amtszeit aufgrund der Kritik an der Austeritätspolitik Berlins gespannte Verhältnis zu Deutschland habe sich mittlerweile wieder normalisiert. Derzeit stimmten er und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den derzeit wichtigen Themen Griechenland und Ukraine überein. Damit sei für Frankreichs Staatspräsident eigentlich ein guter Zeitpunkt gekommen, um beherzter Reformen voranzutreiben. Doch Hollandes persönlicher Track Record deute vielmehr darauf hin, dass er geduldig auf ermutigendere makroökonomische Kennzahlen warten werde, vermutet Cavalier. So werde die seit 2012 versprochene Trendwende am Arbeitsmarkt wahrscheinlich 2016 sichtbar werden, ein Jahr vor den Wahlen…

Details entnehmen Sie bitte dem beigefügten Dokument in englischer Sprache.

Jupiter AM Marktkommentar: Europaeische Aktien - ein guenstiges Umfeld

London, 6. Mai 2015 - Auch wenn das Börsenjahr mit historischen Zuwächsen an den europäischen Märkten einen fulminanten Auftakt hingelegt hat, ist weiterhin Wachsamkeit geboten. Wir bevorzugen Aktien, die vergleichsweise wenig konjunkturabhängig sind, auf solide Bilanzen und die Fähigkeit zur Cashflow-Generierung setzen und dabei ihren Überzeugungen treu bleiben. In jedem Fall verfügen europäische Unternehmen heute über einen operativen Hebel, der ihr Wachstum begünstigen sollte – nämlich ein geringer Lohndruck und der Rückgang der Rohstoffpreise.

Das von niedrigen Zinsen und umfassenden Eingriffen der Zentralbanken geprägte aktuelle Umfeld bestärkt uns in der Überzeugung, dass die einzig wirklich verlässlichen Faktoren für Investoren die Fundamentaldaten der Unternehmen sind. Stock-Picking ist wichtiger denn je – insbesondere bei zyklischen Sektoren.

Schauen wir uns den Automobilsektor an. Der fünftgrößte Automobilzulieferer Continental ist ein positives Aktien-Beispiel. Das Unternehmen ist insbesondere auf elektronische Komponenten spezialisiert, die schon bald die Hälfte des Fahrzeugwerts ausmachen werden. Continental verfügt über Eigenschaften, die es dem Unternehmen erlauben sollten, in einigen Jahren ein beträchtliches Wachstum zu verzeichnen. Wenn auch nur dank einer Erhöhung seiner Durchdringungsrate und der stärkeren Verbreitung elektronischer Komponenten in Fahrzeugen. Ganz im Gegensatz zum Unternehmen Peugeot, das stark konjunkturabhängig ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Cashflow von Unternehmen. Tendenziell haben europäische Unternehmen einen hohen Cashflow und konnten dadurch ihre Bilanzen deutlich verbessern. Auch wenn sie sich mit größeren Investitionen noch zurückhalten, bieten heute mehr als 70 Prozent der europäischen Unternehmen eine Dividendenrendite, die höher als die Rendite ihrer eigenen Unternehmensanleihen ist. (1) Unter Berücksichtigung der Risikoprämie von Aktien ist deren potenzielle Gesamtrendite beträchtlich.

Auch wenn die Volatilität der Märkte in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, erzeugen Veröffentlichungen von Unternehmensergebnissen bisweilen deutliche Kursschwankungen. Es ist wichtig, dass diese Effekte nicht zu einer Überreaktion führen. Nichtdestotrotz gilt die Faustregel des antizyklischen Investmentansatzes.

Viele Anleger zeigen auf der Suche nach Renditemöglichkeiten zunehmend Interesse an Risikopositionen und damit an Aktien. Wir sehen, dass sie hierbei den europäischen Markt bevorzugen und bleiben daher weiter bullish für europäische Aktien.


Quelle:

(1) Datastream, Goldman Sachs Investment Research, März 2015

Wahlen in Großbritannien – ein Schritt ins Ungewisse

Im Folgenden gibt Steven Bell, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft F&C Investments und Co-Fondsmanager des F&C Euro Macro Global Bond Fund, seine Einschätzung zu den Auswirkungen der anstehenden Wahlen in Großbritannien auf die Finanzmärkte. 

Die diesjährigen Unterhauswahlen sind ein Novum in der britischen Geschichte, denn noch nie zuvor war das Datum so lange im Voraus bekannt. Viel mehr Definitives ist über die Wahlen allerdings auch nicht zu sagen. Wahrscheinlich steht Großbritannien sogar vor einem politischen Klimawandel: ungewöhnliche Ruhe wird voraussichtlich von besonderer Instabilität abgelöst. Die zuletzt ungewöhnliche Ruhe war ganz sicher auch Folge des festen Wahldatums, ohne das die letzten zwei Jahre unzweifelhaft von der Frage geprägt worden wären, wann der Premierminister denn nun Unterhauswahlen ansetzen würde. Die politische Kluft zwischen den zwei großen Parteien ist heute größer als jemals zuvor in den vergangenen 20 Jahren, und potentielle Koalitionspartner haben entsprechend an Bedeutung gewonnen. Daher könnte dieses Wahlergebnis erhebliche Auswirkungen auf die britischen Finanzmärkte haben.

Für die Märkte sind drei Themen von besonderer Bedeutung. Zunächst stellt sich die Frage, wie stark die neue Regierung zum Sparen aufgelegt sein wird. Zum zweiten hängt viel davon ab, ob die Briten per Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft abstimmen. Und drittens ist unklar, wie wirtschaftsfreundlich die neue Regierung sein wird. Wie wir zeigen werden, ist die Wahrscheinlichkeit der unterschiedlichen Szenarien unter Umständen anders als gemeinhin angenommen. Besonders ein Referendum über Europa und eine Fortsetzung der Sparpolitik dürften sehr viel unwahrscheinlicher sein. Obwohl viele Kommentatoren davon ausgehen, dass der schwer zu prognostizierende Wahlausgang dem britischen Pfund schadet, dürften aus unserer Sicht die britischen Staatsanleihen- und Aktienmärkte stärker darunter leiden. 

Bevor wir jedoch eine neue Regierung bekommen und diese ihre politische Marschrichtung bekannt gibt, steht uns womöglich ein längeres Hin und Her ins Haus. Die Tabelle unten enthält einige Prognosen zum Wahlausgang nach Parteien. Dabei handelt es sich weder um Vorhersagen meinerseits noch um die Ergebnisse komplexer Modellberechnungen. Vielmehr beruhen sie auf den Wettmärkten, die den Wahlausgang meiner Erfahrung nach häufig besser vorhersagen als die Spezialisten.

Bei Betrachtung dieser Liste fällt zunächst auf, dass in diesem Szenario weder die Labour-Partei noch die Konservativen auch nur annähernd genug Sitze für eine absolute Mehrheit erreichen (die magische Zahl wäre 323 Sitze). Da es sich bei diesen Zahlen letztendlich um Markterwartungen handelt, ist große Vorsicht geboten. Hinzu kommt, dass das britische Mehrheitswahlrecht Prognosen zu einer äußerst schwierigen Angelegenheit macht – und der Aufstieg der Parteien aus der dritten, vierten und sogar fünften Reihe verkompliziert die Sache weiter. Trotzdem erscheinen eine Minderheitsregierung oder eine Koalition am wahrscheinlichsten. Die untere Hälfte der Tabelle enthält diverse Kombinationsmöglichkeiten und lässt erahnen, wie viele unterschiedliche Ergebnisse denkbar sind. Bis zur Bildung der ersten potentiellen Regierung können Wochen ins Land gehen, und welche Erfolgschancen die gewählte Option hat, wird sich erst nach weiteren Wochen erweisen. Da die schottischen Nationalisten wahrscheinlich die drittgrößte Partei im Parlament stellen und sie eine Zusammenarbeit mit den Konservativen bereits ausgeschlossen haben, stehen Labours Chancen zur Bildung einer Koalitionsregierung besser. Die Konservativen könnten also mehr Sitze gewinnen und die stimmenmäßig stärkste Partei werden, aber trotzdem in der Opposition landen.

Politischer Kurs der wichtigsten Parteien

 

Prognost.

Anzahl Sitze 

Sparen

EU-Referendum

Trident beibehalten

Konservative (CON)

283

Ja

Ja

Ja

Labour (LAB)

271

Vielleicht

Nein

Ja

Liberale (LIB)

26

Vielleicht

Nein

Nein

UK Independence Party (UKIP)

3

Nein

Ja

Ja

Schottische Nationalisten (SNP)

51

Nein

Nein

Nein

Andere 

16

 

 

 

 

CON+LIB+DUP

317

Vielleicht

Vielleicht

Ja

CON+LIB+DUP+UKIP

320

Vielleicht

Ja

Ja

LAB+SNP

322

Nein

Nein

Nein

LAB+SNP+LIB

348

Nein

Nein

Nein

LAB+SNP+LIB+SDLP+PC

355

Nein

Nein

Nein

 

Anzahl benötigter Sitze für Mehrheit = 325; ohne Sinn Fein = 323

Prognosen erstellt auf der Basis von Wett-Daten. Quelle: Paddy Power, Schätzungen von F&C
DUP = Democratic Unionists Party; SDLP = Social Democratic and Labour Party; PC = Plaid Cymru
Stand: 24. April 2015

In der Tabelle oben haben wir die politischen Ziele der drei großen Parteien zu drei Themen zusammengefasst. Die Angaben beruhen auf den jeweiligen Wahlprogrammen sowie subjektiven Einschätzungen unsererseits. Daraus haben wir dann die politische Ausrichtung der jeweils möglichen Koalitionen abgeleitet. Dass dies keine exakte Wissenschaft sein kann, versteht sich von selbst. Zudem haben wir auch nicht zwischen offiziellen Koalitionen und informellen Arrangements unterschieden, bei denen nicht-regierende Parteien bei Vertrauensentscheiden, dem Haushalt usw. im Sinne der Minderheitsregierung stimmen. Trotzdem ergeben sich aus diesem Ansatz einige recht klare Hinweise. Zunächst driftet vermutlich jede Koalition mit der Labour-Partei aus dem Zentrum nach weiter links ab, weil die nationalistischen Parteien von Schottland und Wales links von Labour stehen. Das gleiche gilt bei einigen Themen für die Liberalen.

Obwohl sich Labour zum Sparen verpflichtet hat, würde die Partei dieses Ziel im Rahmen einer Koalition oder als Minderheitsregierung vermutlich bereitwillig opfern. Umgekehrt dürfte es jeder Koalition unter Beteiligung der Konservativen schwer fallen, ein Referendum über die EU abzuhalten. Unter den kleineren Parteien favorisiert nur UKIP eine Volksabstimmung. Für David Cameron könnte das zum Stolperstein werden: der Abschied vom Referendum würde in seiner Partei einen Sturm der Entrüstung entfachen, im Unterhaus findet sich aber unter Umständen keine Mehrheit für dieses Thema. Es entstünde dann eine von mehreren denkbaren Situationen, in denen innerhalb eines Jahres die nächsten Unterhauswahlen stattfänden. Der Fixed-Term Parliament Act, der feste Legislaturperioden vorsieht, macht ein solches Vorgehen sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Vor einer neuen Wahl müssen allerdings 14 Tage verstreichen, während derer eine alternative Regierung gebildet werden kann. Es könnte also zu mehreren schwachen Koalitionen oder Minderheitsregierungen hintereinander kommen. 

Was bedeutet das für die Märkte? Zunächst einmal würde eine starke von Labour oder den Konservativen geführte Regierung die Fiskalpolitik in den ersten zwei Jahren nach der Wahl um etwa 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) straffen. Das würde den Mitgliedern des geldpolitischen Komitees der Bank von England viel Zeit geben, sich gedanklich neu zu orientieren. Ansonsten steigt die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Leitzinserhöhung, und der Markt beginnt gerade erst dieses Risiko einzupreisen. Mitte April rechnete man noch damit, dass die Leitzinsen bis zum Frühjahr oder Sommer nächsten Jahres stabil bleiben. Mittlerweile aber suggerieren die Kurse, dass eine Erhöhung bis Jahresende zumindest für möglich gehalten wird. Die Lohninflation ist in Großbritannien zuletzt gestiegen, wenn auch nur langsam und von einer niedrigen Basis. Außerdem zeigen sich Hinweise auf eine Erholung des Häusermarktes. Wenn diese Trends anhalten und die Fiskalpolitik nicht signifikant gestrafft wird, könnte sich die Notenbank genötigt sehen, gegen Ende des Jahres die Zinsen zu erhöhen.

Viele Analysten in der Londoner City haben die politische Unsicherheit und das große Leistungsbilanzdefizit Großbritanniens als Gründe für Wetten gegen das britische Pfund ausgemacht. Eine Zinserhöhung könnte allerdings den Außenwert des britischen Pfunds steigern, und ein größeres Haushaltsdefizit würde zu einem höheren Leistungsbilanzdefizit führen. Höhere Leitzinsen, mehr Neuverschuldung und politische Turbulenzen würden auch den britischen Staatsanleihenmarkt belasten. Kommt dann noch eine weniger wirtschaftsfreundliche Politik hinzu, sind die Aussichten für britische Aktien nicht sehr erfreulich. Die Auswirkungen auf einige Sektoren wie Banken und Versorger wären sicher erheblich; andererseits warnen wir davor, den Markt als Ganzes zu pessimistisch zu sehen. Viele Unternehmen im FTSE sind global aufgestellt, und selbst die Kurse der stärker inlandsorientierten Kandidaten reagieren stark auf das Risikoverhalten der globalen Anleger.

Schließlich möchten wir noch auf die potentiellen Auswirkungen einer besonderen politischen Entscheidung eingehen, die sich im Markt nicht allzu deutlich bemerkbar machen sollte, die internationalen Beziehungen Großbritanniens aber massiv beeinflussen würde: das Nuklearwaffenprogramm Trident. Neben der Sparpolitik haben sich beide großen Parteien auch die Weiterführung des Programms auf die Fahnen geschrieben, die meisten potentiellen Koalitionspartner aber sind dagegen. 

Nach dieser pessimistischen Einschätzung möchten wir andererseits auch anmerken, dass die Regierung – zum Guten wie zum Schlechten – nicht frei schalten und walten kann. Die Zinsen werden vom geldpolitischen Ausschuss der unabhängigen Bank von England gesteuert. Die Fiskalpolitik ist eine politische Entscheidung, aber kreativen Rechenkünsten und dem Wunschdenken der Politiker sind durch das Office for Budget Responsibility (Haushaltsprüfungsabteilung des Finanzministeriums) und dem Institut für Steueranalysen (Institute for Fiscal Studies) wichtige Grenzen gesetzt. Trotzdem: Das nächste Parlament wird wahrscheinlich kein Hort der Stabilität und bietet wohl nur wenig Rückhalt für die Märkte. Auf wie viel Instabilität wir uns genau einstellen müssen, ist heute genauso unsicher wie der Wahlausgang selbst. 

Die Einschätzungen und Meinungen einzelner Autoren entsprechen nicht notwendigerweise denen von F&C. Im Anhang finden Sie die englische Originalfassung des Kommentars von Steven Bell.

AXA IM Zitat der Woche: Kalter Schauer über den Anleihemärkten

„Der Rentenmarkt hat sich vergangene Woche trotzig gezeigt. Die Renditen von Bundesanleihen haben sich mehr als verdoppelt. Ist das also das Ende des Bullen- und der Beginn eines Bärenmarkts? Das Marktverhalten ist nicht eindeutig. Meines Erachtens meiden immer mehr Investoren negative oder niedrige Anleiherenditen, und gleichzeitig wächst der Glaube an einen Konjunkturaufschwung.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

In der vergangenen Woche ist ein kalter Schauer über die Anleihemärkte gezogen. Es scheint, als habe sich die kollektive Erkenntnis breitgemacht, dass negative Anleiherenditen keinen Sinn ergeben, und dass die Leitzinsen mittelfristig steigen werden. Und das trotz der weiteren Verzögerungstaktik der Federal Reserve nach der Veröffentlichung der Konjunkturdaten für das erste Quartal. Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, fasst das so zusammen: „Der Rentenmarkt hat sich vergangene Woche trotzig gezeigt. Die Renditen von Bundesanleihen haben sich mehr als verdoppelt. Ist das also das Ende des Bullen- und der Beginn eines Bärenmarkts? Das Marktverhalten ist nicht eindeutig. Meines Erachtens meiden immer mehr Investoren negative oder niedrige Anleiherenditen, und gleichzeitig wächst der Glauben an einen Konjunkturaufschwung.“

Die Erfahrung habe gezeigt, dass der Einfluss von Wirtschaftsdaten auf die Marktpreise am Rentenmarkt manchmal anders ausfallen, als man es erwarten würde, erklärt Iggo. Ebenso wie die Renditen in Zeiten starker Wirtschaftsdaten schon gefallen seien, könnten sie auch bei enttäuschenden Zahlen steigen. Nach Ansicht des Experten hat der Anstieg der Renditen wenig mit den aktuellen Wirtschaftsdaten zu tun, sondern eher mit der Dynamik von Angebot und Nachfrage an den europäischen Bond-Märkten, mit einer Neupositionierung und mit fehlender Liquidität. „Es scheint nun so, als gäbe es nur noch eine relativ bescheidene Nachfrage nach Anleihen mit negativer Rendite. Diejenigen institutionellen Investoren, die gezwungen sind, große Bestände festverzinslicher Wertpapiere zu halten, haben diese bereits aufgebaut, und die Grenzkäufer haben sich zurückgezogen. Es ist nun einmal schwer, mit negativ rentierenden Anlagen einen positiven Cash-Flow zu generieren“, stellt Iggo fest.

Selbst diejenigen Marktteilnehmer, die darauf spekuliert haben, dass die Renditen noch weiter ins Negative rutschen, hätten vermutlich inzwischen kapituliert, so Iggo. „Wahrscheinlich haben wir die Tiefststände gesehen. Dafür spricht auch, dass die Banken im Euroraum, sowohl in den Kern- als auch in den Peripheriemärkten, genügend Staatsanleihen in ihrer Bilanz haben. Sie beginnen nun, Kredite zu vergeben, die attraktivere Erträge versprechen. Wir dachten schon immer, dass die Kombination der Asset Quality Reviews, der Kapitalaufnahme im Bankensektor und des Quantitative Easing letztendlich auch wieder zu einer vermehrten Kreditaufnahme im privaten Sektor führt. Es scheint, als ob genau das jetzt passiert.“

Fidelity Marktkommentar: EZB-Maßnahmen schaffen günstiges Umfeld für europäische Anleihemärkte

Kronberg im Taunus, 5. Mai 2015. David Simner, Fondsmanager des Fidelity Euro Bond Fund und des Fidelity Euro Corporate Bond Fund:

„Der Ausblick für die europäischen Rentenmärkte bleibt überwiegend positiv. Diese aktuelle Positionierung basiert vor allem auf der Überzeugung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts des Deflationsdrucks innerhalb und außerhalb Europas ihre expansive Geldpolitik beibehalten wird und dass das Anleihekaufprogramm in Kombination mit dem geringen Staatsanleihen-Angebot die Renditen auf extrem niedrigem Niveau halten wird.

Um den Markt nicht zu verzerren, müssen die Anleihekäufe bekanntlich dem Anteil eines jedes Eurolandes am EZB-Kapital entsprechen. Deshalb ist Deutschland der größte Empfänger der Anleihekäufe. Doch wegen seines ausgeglichenen Haushalts erwarte ich, dass das Angebot an deutschen Staatsanleihen weiter zurückgehen wird.

Das EZB-Programm soll bis September 2016 laufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aufkäufe früher beendet werden, ist gering. Die aktuelle europäische Politik ist auf einen schwachen Euro ausgerichtet, weil die exportstarke Wirtschaft davon profitiert. Der Deflationsdruck im Rest der Welt ist offenkundig – in Form einer niedrigen US-BIP-Prognose, einem beständigen Rückgang der chinesischen Produktion sowie dem Absturz der Rohstoffpreise und der US-Importe. Und es ist unwahrscheinlich, dass es ein ausreichendes Wachstum außerhalb der Eurozone gibt, das für positive Impulse sorgt.

Das größte Risiko kommt derzeit von der politischen Seite. Obwohl der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis versucht zu vermitteln, dass die Verhandlungen mit den Gläubigern vorangehen, wird die Situation in Griechenland kritisch betrachtet. Sorgen über einen möglichen Zahlungsausfall des Landes treiben die Volatilität deutlich in die Höhe. Ich erwarte, dass Griechenland höchstens bis Juni seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann und die Volatilität hoch bleiben wird.

Ich halte an der Übergewichtung des Zinsrisikos (Duration) fest. Die Kombination aus niedriger Inflation, geringem Wachstum und der expansiven Geldpolitik der EZB unterstützt die Rentenmärkte in Europa. Die negativen Zinsen haben aber Auswirkungen auf das Anlegerverhalten. So ist es teuer geworden, Cash oder kurzlaufende Staatsanleihen der Kernländer zu halten. Speziell Bundesanleihen liefern bis zu einer Laufzeit von vier Jahren eine negative Rendite. Weil das Umfeld europäische Investment-Grade-Anleihen unterstützt, bleibe ich bei der deutlichen Übergewichtung. Ich erwarte, dass diese Allokation auch weiterhin einen positiven Beitrag zum Gesamtportfolio leisten wird.

Angesichts des Niedrigzinsumfeldes wird der Spielraum für Renditen abseits des Markt-Betas immer geringer. Jenseits der Kernmärkte lassen sich aber noch attraktive Möglichkeiten finden. Dabei halte ich vor allem vier Strategien für aussichtsreich. Dazu zählt erstens das Crossover-Segment – also Anleihen mit Ratingstufen zwischen Investment Grade und Non-Investment Grade. Sie bieten beispielsweise Chancen, wenn der Markt eine baldige Ratingaufstufung beziehungsweise fundamentale Daten noch nicht erkannt hat. Zweitens können nachrangige Bankanleihen attraktive Renditen liefern. Drittens werden Peripherieanleihen weiterhin von der Suche der Anleger nach Rendite profitieren. Und angesichts der jüngsten geopolitischen Unsicherheiten haben Peripherieanleihen vorübergehend sogar Kern-Staatsanleihen als sicheren Hafen abgelöst. Als vierte Strategie sollten Investoren das Blickfeld erweitern und wegen Rendite- sowie Diversifikationsvorteilen Papiere in US-Dollar und Pfund als Beimischung ins Portfolio nehmen.“

Credit Suisse Investorletter – Unsichere Lebensmittel: Ein globales Problem

Lebensmittelsicherheit betrifft uns alle. Fisch, Eier, Fleisch, Schokolade, Erdnussbutter oder Salat – alle diese Produkte wurden in der Vergangenheit schon kontaminiert und mit Lebensmittelvergiftung in Verbindung gebracht. In vielen Teilen der Welt scheint es, als ob Lebensmittelinfektionen zunehmen würden. Millionen von Menschen werden krank oder sterben sogar, weil sie unsichere Lebensmittel gegessen haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Daten zu dem von Lebensmittelinfektionen hervorgerufenen Schaden analysiert, die die globalen Gefahren durch unsichere Lebensmittel und den Bedarf an koordinierten, grenzübergreifenden Maßnahmen entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette unterstreichen. Schätzungen zufolge leiden weltweit jedes Jahr über zwei Milliarden Menschen, darunter viele Kinder, unter Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittelinfektionen hervorgerufen wurden .

In den Vereinigten Staaten sind Lebensmittelinfektionen die Ursache von jährlich 48 Millionen Erkrankungen, 128 000 Krankenhauseinweisungen und 3 000 Todesfällen.  Darüber hinaus stellen unsichere Lebensmittel, insbesondere in einer globalisierten Welt, auch ein erhebliches wirtschaftliches Risiko dar. Ein Beispiel hierzu: Der Ausbruch von Escherichia Coli in Deutschland im Jahr 2011 verursachte Berichten zufolge Verluste in Höhe von USD 1,3 Mrd. für Landwirte und betroffene Branchen und es wurden USD 236 Mio. an Soforthilfszahlungen an 22 EU-Mitgliedsstaaten geleistet.

Wir möchten in diesem Artikel eine Definition zu Lebensmittelvergiftungen und ihren Ursachen sowie einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Lebensmittelanalysen bereitstellen. Danach beleuchten wir die strukturelle langfristige Attraktivität des Marktes für Lebensmittelanalysen und schließen dann unseren Artikel mit einer Zusammenfassung ab.

Den vollständigen Bericht entnehmen Sie bitte dem Anhang links.

 

GAM Marktkommentar: Chinesische Aktien haben nach der April-Rally weiter langfristiges Aufwärtspotenzial

Obwohl chinesische Aktien bereits im April sehr deutliche Kursgewinne verbuchen konnten, dürfte der langfristige Aufwärtstrend weiter anhalten. Dieser Ansicht ist Michael Lai, Fondsmanager des GAM Star China Equity. „Der chinesische Markt hat sich in den vergangenen fünf Jahren eher seitwärts bewegt, während die Kurse weltweit kontinuierlich gestiegen sind. Daher gibt es bei den Bewertungen noch einigen Raum nach oben“, erklärt er. Der Fondsmanager rechnet damit, dass viele Investoren das noch immer attraktive Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 bis 12 nutzen werden, um den Rückstand auf die globalen Märkte aufzuholen. Zwar sei angesichts der Kursgewinne seit Jahresbeginn eine Korrektur möglich. „Entscheidend ist allerdings, dass die Regierung um Präsident Xi Jinping ihre Reformagenda in die Tat umsetzt, und das dürfte dem Markt die Unterstützung und das Vertrauen geben, um langfristig zu wachsen“, sagt Lai.

Für den Fondsmanager war der Reformmangel eines der großen Defizite der vorherigen Regierung von Hu Jintao. Anders als Xi Jinping habe sein Vorgänger mit vielen unterschiedlichen Interessensvertretern zu kämpfen gehabt, die Reformen sehr schwer gemacht hätten. „Präsident Xi Jinping muss sich gegen keine wirkliche Opposition durchsetzen und kann strukturelle Reformen nun schnell vorantreiben“, sagt Michael Lai. Er rechnet nun damit, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 6,5 bis sieben Prozent und langfristig mit einer Rate von fünf bis sechs Prozent wachsen werde. „Das ist zwar weniger, aber nachhaltiger als in der Vergangenheit, und es ist an der Zeit, dass auch der Aktienmarkt diese qualitative Verbesserung honoriert“, sagt der Experte.