Europäische Aktien nach dem Kursrutsch bei Anleihen

Henderson Global Investors Commentary - Tim Stevenson: Europäische Aktien nach dem Kursrutsch bei Anleihen

London – Der jüngste Kurseinbruch bei Anleihen, mit dem die Renditen deutscher Bundesanleihen am 13. Mai 2015 mit 0,72% den höchsten Stand seit sechs Monaten markierten, löste die lang erwartete Konsolidierung an den europäischen Aktienmärkten aus. Zugleich verhalf er dem Euro zu einem Anstieg und brachte trotz anhaltender Unsicherheiten mit Blick auf Griechenland den US-Dollar-Höhenflug zum Erliegen.

Parallel dazu stiegen die Ölpreise, und viele Aktien, die sich seit Jahresbeginn überdurchschnittlich gut entwickelt hatten, traten den Rückzug an. Warnungen vor einem möglichen Ende der Aktienrally machten daraufhin die Runde. Diesen Warnungen schließe ich mich jedoch nicht an. Nach meiner Einschätzung haben wir es mit einer längst überfälligen Verschnaufpause zu tun, bevor in den nächsten Monaten mit weiteren positiven Nachrichten zur Konjunktur und den Unternehmensgewinnen zu rechnen ist.

Die Rückkehr der Preissetzungsmacht

Inzwischen gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Inflation wieder steigt. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, legte bei der Sitzung des EZB-Rates am 15. April dar, dass seine Experten „ein Anziehen der Inflation im Spätjahr sowie eine weitere Beschleunigung des Preisauftriebs in 2016 und 2017“ erwarten. Das ist eine gute Nachricht für Aktien, lässt sie doch auf eine Rückkehr der Preissetzungsmacht hoffen. Zugleich verheißt sie Gutes für die Volkswirtschaften, denn eine moderate Inflation ist für die Länder in Europa wohl die bequemste Möglichkeit, einen Teil ihrer in den letzten 25 Jahren aufgebauten riesigen Schuldenberge abzutragen.

Keine gute Nachricht ist der Inflationsanstieg für Anleger, die sich, getrieben von Deflationsangst, eine der zahlreichen Anleihen mit mittlerweile negativer Rendite ins Depot gelegt haben. Diese überlaufenen Positionen, auch „Crowded Trades“ genannt, bei denen eine Short- oder Long-Position von einer sehr großen Anzahl von Anlegern gehalten wird, sind solange kein Problem, bis die Flucht aus ihnen einsetzt. Vielleicht waren die jüngsten Bewegungen unter anderem darauf zurückzuführen.

Wirtschaftsindikatoren bleiben eine Stütze

Für Anleger mit mittel- und langfristigem Horizont könnte es indes wichtiger sein, sich jenseits kurzfristiger Entwicklungen mit der Frage zu beschäftigen, ob die allmähliche Konjunkturerholung in Europa weitergeht. Jüngste Daten lassen auf eine, wenn auch langsame Besserung der Lage in den europäischen Volkswirtschaften hoffen. Wegen des schwachen Jahresauftakts in den USA, verschärft durch Hafenarbeiterstreiks und das schlechte Wetter, könnte zudem die erwartete Zinswende erneut verschoben werden. Dies dürfte verunsicherte Anleger beruhigen, dass die Zinspolitik der US-Notenbank weiterhin expansiv ausgerichtet bleibt.

Klar ist aber auch, dass die Bewertungen europäischer Aktien kräftig gestiegen sind. So liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der Gewinne der nächsten zwölf Monate im MSCI Europe Index mit fast 16 über dem langjährigen Durchschnitt – was kein Grund zur Besorgnis ist, solange die KGVs in den USA weiter darüber liegen. Zudem hat die Erholung der Unternehmensgewinne in Europa gerade erst begonnen. Selbst wenn die Inflation in den kommenden Jahren bis auf 2% steigt und die „20er-Regel“ Bestand haben sollte, haben die europäischen Aktienmärkte in punkto KGV noch Luft nach oben. Nach dieser Regel ist ein Aktienmarkt angemessen bewertet, wenn sich das durchschnittliche KGV plus Inflationsrate auf einen Wert von 20 summiert. Auch was die Dividendenrendite angeht, lassen europäische Aktien 10-jährige deutsche Bundesanleihen weit hinter sich. So beläuft sich die Dividendenrendite im MSCI Europe Index auf durchschnittlich 3,1% (Stand: 30. April 2015) gegenüber einer Rendite von 0,6% bei Bundesanleihen (Stand: 15. Mai 2015).

Politik in Europa: Sicherheit und Unsicherheit

Mit der Wahl einer konservativen Regierung wurde in Großbritannien der Status quo beibehalten. Nun besteht die Gefahr, dass die neue Regierung von einigen ihrer Mitglieder, die im Wahlkampf auf einen Anti-Europa- und Anti-Wohlfahrtskurs gesetzt hatten, nach rechts gezogen wird. Ich vermute jedoch, dass David Cameron und seine Verbündeten genau wissen, dass die Wahlen in Großbritannien in der Mitte und nicht an den Rändern der politischen Landschaft gewonnen bzw. verloren werden. Sicher besteht die Möglichkeit, dass das für 2017 geplante Referendum über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union für die Märkte schlecht ausgeht, d.h. die Wähler für einen Ausstieg votieren. Ich glaube aber weiterhin, dass Großbritannien in einer gut funktionierenden Europäischen Union besser aufgehoben ist. Gleichzeitig bin ich wie viele führende europäische Politiker der Meinung, dass Europa weitere ernsthafte Reformen in Angriff nehmen und erfolgreich umsetzen muss.

Griechenland bleibt wie gehabt das Sorgenkind. Aus der Sackgasse, in die sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in den Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds und der EZB hinein manövriert hat, scheint es derzeit keinen Ausweg zu geben. Ersterer lehnt grundlegende Reformen weiter ab, während die Geldgeber zusätzliche finanzielle Hilfen von Reformen abhängig machen. Wenn Griechenland den Euro behalten will, muss es weitere Reformen durchführen und zeigen, dass es sich mit Blick auf die Konsolidierung seines Staatshaushalts in die richtige Richtung bewegt. Unglücklicherweise hat die neue Führung einen Teil der von der Vorgängerregierung erreichten Fortschritte rückgängig gemacht und die Lage für die seit Jahren unter der Rezession leidende griechische Bevölkerung noch verschlimmert.

Die europäische Geschichte geht weiter

Unter dem Strich haben die jüngsten Anzeichen einer Erholung in den europäischen Volkswirtschaften sowie das überraschend schwache Wachstum in China und den USA die Stimmung zugunsten Europas umschlagen lassen. Für weitere gute Nachrichten dürften europäische Aktiengesellschaften nicht zuletzt mit steigenden Fusionen und Übernahmen sorgen, während die EZB entschlossen ihr Anleihekaufprogramm vorantreibt. Darüber hinaus wird wohl auch der aktuelle Trend einer Umschichtung von Kapital aus Anleihen in Aktien anhalten. Angesichts der unterschiedlichen Erwartungen für die beiden Anlageklassen für die kommenden 12 bis 18 Monate ist das nicht weiter verwunderlich.

Nach meiner Einschätzung müssen wir uns jetzt aber noch keine Sorgen wegen einer Rückkehr zu einem normaleren Wirtschaftsumfeld machen. Den „Crowded Trade“-Effekt behalten wir allerdings genau im Auge, denn er könnte immer wieder heftige Marktschwankungen auslösen.

Zur Person:
Tim Stevenson ist Director of European Equities bei Henderson Global Investors. Er kam 1986 als Fondsmanager für Europa, zuständig für Kunden aus dem Ausland, zu Henderson Global Investors. Nach dem Studium begann er als Europa-Analyst bei Savory Milln. 1984 verstärkte er das Team von Aetna Montagu Asset Management Limited, zuständig für Europa-Anlagen im Auftrag von ERISA-Kunden und MIM-Pensionsfonds. Zudem managt er den Henderson EuroTrust plc. Tim Stevenson hat an der Sussex University Wirtschaftswissenschaften und Europastudien studiert und mit einem Bachelor (Hons) abgeschlossen.

Sein Fonds: Henderson Horizon Pan European Equity Fund (ISIN: LU0138821268, WKN: 982670)

Über Henderson:
Henderson Global Investors, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Henderson Group plc, ist eine renommierte internationale Vermögens-verwaltungsgesellschaft, deren Geschichte bis ins Jahr 1934 zurückreicht. Henderson verwaltet ein Anlagevermögen in Höhe von 123,5 Mrd. Euro (Stand: 31. März 2015) für Kunden in Großbritannien, Europa, im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Nordamerika und beschäftigt weltweit über 900 Mitarbeiter. Zu den Kunden zählen sowohl Privatpersonen, Privatbanken und externe Vertriebs-gesellschaften als auch Versicherungen, Pensionskassen, staatliche Organe und Unternehmen. Als reiner Vermögensverwalter bietet Henderson eine Produktpalette, die von Aktien und Anleihen über Multi-Asset-Angebote bis hin zu alternativen Produkten reicht.

Weitere Informationen finden Sie unter www.henderson.com.

Japans Aktienmarkt besonders attraktiv

Der französische Vermögensverwalter Oddo Asset Management hält Japans Aktienmarkt derzeit für besonders attraktiv. So seien zwar die Gewinnprognosen für 2016 in den vergangenen 18 Monaten um 13% gestiegen, trotzdem sei das Bewertungsniveau unverändert geblieben und in absoluten Zahlen weiter niedrig, erklärten Nicolas Chaput, CEO und Co-CIO, und Laurent Denize, CIO bei Oddo Asset Management. So werde der MSCI-Japan-Index aktuell lediglich mit dem 1,5-Fachen des Buchwerts gehandelt, für die Welt liege dieser Wert jedoch bereits bei 2,2, für die USA gar bei 2,7. Hinzu komme, dass japanische Pensionsfonds gemäß den „Wünschen“ der Abe-Regierung massiv in Aktien investierten. Dasselbe Phänomen sei auch in anderen Teilen Asiens zu beobachten, weshalb Aktien aus der Region in den Portfolios von Oddo Asset Management übergewichtet würden. Untergewichtet würde hingegen Amerika. Ein Grund dafür sei die Skepsis, dass die US-Unternehmen das gegenwärtige Tempo ihrer Aktienrückkäufe beibehalten können.

Die Details finden Sie im beigefügten Dokument in englischer Sprache.

NNIP Spotlight - Südafrika: M&A-Geschäft boomt

Robert Holmes, Senior Portfolio Manager der NNIP Emerging Markets Equity Boutique, erläutert, wie es südafrikanischen Unternehmen gelungen ist, durch Fusionen und Übernahmen global zu wachsen.

Offenbar gab es im letzten Quartal die meisten Fusionen und Übernahmen (M&A) seit der Hochphase im Jahr 2007. Es ist natürlich erfreulich, dass endlich wieder etwas Zuversicht auf den Vorstandsetagen einkehrt. Doch das M&A-Geschäft ist alle andere als einfach, und aus Portfoliosicht ist noch nicht einmal klar, ob es – von kurzfristigen Gewinnen abgesehen – langfristig überhaupt einen Mehrwert bringt.

Guter Track Record bei M&A

Insgesamt ist das M&A-Geschäft an den Emerging Markets ebenso durchwachsen wie überall sonst auch – mit einer Ausnahme: Südafrika hat sich in diesem Bereich als ausgesprochen erfolgreich erwiesen. Viele der an der Johannesburg Stock Exchange (JSE) notierten Unternehmen sind in den vergangenen Jahren durch Fusionen und Übernahmen erheblich gewachsen und konnten sich weltweit als multinationale Konzerne etablieren, die auch über die Grenzen Südafrikas hinaus ein Begriff sind.

Obwohl dieser Prozess erst seit etwa einem Jahrzehnt richtig anläuft, machen Auslandserträge bereits 45 % der Gewinne der JSE-Unternehmen aus. Dieser Anteil ist höher als an US-Börsen. Dadurch lässt sich zum Teil die Diskrepanz zwischen dem problematischen volkswirtschaftlichen Rahmen einerseits und der Outperformance von über 82 % ggü. dem MSCI World in den letzten zehn Jahren erklären. Dieser „Knick“ bereitet Fondsmanagern oftmals Kopfzerbrechen.

Wie haben es diese Unternehmen also geschafft, sich international zu positionieren, wenn das Land doch bis zu den ersten freien Wahlen 1994 international weitgehend isoliert war? Zumindest im Bergbausektor liegt die Erklärung auf der Hand, wenn man sich Unternehmen wie BHP Billiton oder Rio Tinto anschaut. Aber wie hat Naspers, ein südafrikanischer Medienkonzern, es geschafft, 48 % von Tencent zu übernehmen? Und wie ist es Bidvest mit Sitz in Johannesburg, 1988 gegründet, gelungen, bereits jetzt rund um den Globus von Neuseeland bis Großbritannien tätig zu sein?*

Diese Liste ließe sich mit Beispielen wie SABMiller, Sanlam, Aspen, Steinhoff, Discovery, Brait und Imperial weiter fortsetzen.* All diesen Unternehmen ist es gelungen, weltweit erfolgreiche Fusionen und Übernahmen durchzuführen, die den Shareholder Value in den meisten Fällen deutlich heben konnten. Welchen Faktoren sind diese Erfolge zu verdanken?

Zunächst sind hier Geschichte und Kultur zu nennen. Südafrika ist wegen seiner engen Bindungen zu Großbritannien und den Niederlanden – zwei traditionellen Handelsnationen – kein typischer Emerging Market. Neben ausgeprägtem Pioniergeist brachten die ersten europäischen Siedler vor allem auch akademische Standards und Rechtssysteme mit, die nunmehr international anerkannt sind. Diese Kombination aus europäischem Know-How und den für Emerging Markets typischen Chancen erwies sich als idealer Nährboden für den aufkeimenden Unternehmergeist. In jüngster Zeit wird auch die Unsicherheit im Hinblick auf das politische Umfeld einer Diversifizierung über die Landesgrenzen hinaus Vorschub geleistet haben. Doch diese Faktoren schaffen lediglich einen günstigen Rahmen, sie erklären nicht das Ausmaß des Erfolgs. Hier also die drei Faktoren, mit denen Südafrika sich deutlich von anderen EM absetzt und die meiner Ansicht nach wohl den entscheidenden Unterschied machen:

 

Höhere Hurdle Rates (Mindestrenditen)

Südafrika mag zwar Weltklasseunternehmen haben, aber es ist immer noch ein Land, das sich mit den typischen Problemen einer aufstrebenden Volkswirtschaft herumschlägt, wie Triple-Defizite, politische und strukturelle Ineffizienzen, Energieengpässe u. Ä. Hinzu kommt, dass das Land während der Apartheid-Periode im Wesentlichen ein abgeschotteter Markt war und so oligopolistische Strukturen herausbildete. Infolgedessen entstand ein recht profitabler Binnenmarkt. Im Ergebnis musste entweder die sogenannte Hurdle Rate bei Investments wirklich außerordentlich attraktiv sein oder die Währung aufwerten. Jeder dieser Faktoren erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer vernünftigen Anlageentscheidung. 

In der modernen Welt des freien Geldhandels, in der eine Rendite, die die Kapitalkosten um 5 Prozentpunkte übersteigt, für multinationale Unternehmen durchaus einen Anreiz darstellt, kann sich dieser Anreiz angesichts der strukturellen Risiken rasch als unzureichend erweisen. Investoren in Nigeria werden dies erst kürzlich schmerzhaft erfahren haben. Wie Donald Trump einst bemerkte: „Mitunter sind die besten Investitionen diejenigen, die man nicht macht.“ Insofern ist eine auskömmliche Hurdle Rate sicherlich eine gute Grundvoraussetzung.

Den vollständigen Text des Spotlight entnehmen Sie bitte dem PDF-Anhang links.

Fidelity Halbjahresausblick - Teil 3: Europas Unternehmensgewinne dürften dieses Jahr noch positiv überraschen

Kronberg im Taunus, 28. Mai 2015 – „Das Anlegerinteresse an Europa hat Anfang 2015 stark zugenommen und einigen Märkten innerhalb weniger Monate Gewinne von über 20 Prozent beschert. Das wirft die Frage auf, wie nachhaltig diese Marktentwicklung ist. Aber auch wenn sich diese hohen Kursgewinne wohl nicht wiederholen werden und die Begeisterung der Anleger über die quantitative Lockerung abebben sollte: Das Zusammenspiel aus Anlegerpositionierung, Markterwartungen und günstigem wirtschaftlichen Umfeld lässt vermuten, dass europäische Aktien ihren Aufwärtstrend für den Rest des Jahres fortsetzen.

Die Anleger sind in europäischen Aktien im Schnitt nach wie vor untergewichtet, auch wenn einige Untergewichtungen inzwischen glattgestellt wurden. Von einer Blase oder Euphorie sind Europas Märkte meilenweit entfernt. Tatsächlich wurden die Kursgewinne in diesem Jahr gleichermaßen von Sorge wie von Gier getrieben. Deutlich wird das daran, dass Aktien von äußerst konservativen Unternehmen besonders gefragt waren. Mit anderen Worten: Der Markt zahlt einen Aufschlag für vergleichsweise geringere Volatilität. Gleichzeitig bietet er all jenen noch Chancen, die bereit sind, eine höhere Volatilität zu akzeptieren. Beispielswese sind die Bewertungen von Unternehmen, die zwar an kurzfristigen operativen Schwierigkeiten leiden aber an sich solide sind und intakte Geschäftsmodelle sowie gute wirtschaftliche Aussichten haben, teilweise sehr niedrig.

Zudem sind die Erwartungen an den Gewinnanstieg europäischer Unternehmen deutlich zurückgegangen. Die Prognosen liegen deutlich unter dem Niveau von Anfang 2014 und Anfang 2013. Mit rund 6-8 Prozent sind sie auch niedriger als der globale Durchschnitt. Einiges deutet jedoch darauf hin, dass die Gewinne europäischer Unternehmen für positive Überraschungen sorgen werden. So beflügelt etwa der schwächere Euro das Gewinnwachstum, denn die Mehrheit der europäischen Unternehmen erwirtschaftet den Löwenanteil ihrer Umsätze und Gewinne außerhalb der Eurozone. Daher profitieren sie unmittelbar von Umrechnungseffekten. Über kurz oder lang verbessert sich mit der Euro-Schwäche aber auch ihre Wettbewerbsposition, was hilft, Marktanteile zu gewinnen und ihre Profitabilität zu steigern.

Zudem befinden sich europäische Unternehmen mitten in einer Phase verstärkter Aktivität, die vor rund 18 Monaten mit einer Zunahme von Zukäufen und Fusionen, Neupositionierungen und gelungenen Restrukturierungen begonnen hat. Die positiven Folgen der bereits abgeschlossenen und noch wahrscheinlichen Aktivitäten werden sich aus meiner Sicht aber erst noch auf die Unternehmensgewinne auswirken. Zu guter Letzt dürften europäische Unternehmen für den Rest des Jahres von geringeren Kosten profitieren. So gehen die Lohnkosten in einigen Märkten zurück. Gefallen sind aber auch die Kosten für Energie und Rohstoffe, was den Margen und dem Gewinnwachstum zugutekommt.“

Positive Ertragsdynamik bestätigt Anlagechancen bei deutschen Aktien

Frankfurt, 28. Mai 2015 – Das erste Mal seit 2012 fällt die Ertragsdynamik in Deutschland positiv aus. Im ersten Quartal 2015 haben die Gewinne über alle Marktbereiche hinweg die Prognosen übertroffen. Trotz der jüngsten Gewinnmitnahmen, die im April und Anfang Mai zu einem Rückgang am deutschen Markt führten, ist die Stärke der Unternehmen des Landes ungebrochen, und kurzfristige Marktkorrekturen stellen laut Baring Asset Management (Barings) eine ausdrückliche Kaufgelegenheit dar.

Robert Smith, Investmentmanager, Baring German Growth Trust, sagte: „Nach einer natürlichen Phase von Gewinnmitnahmen befinden sich die Bewertungen am deutschen Markt wieder auf einem attraktiven Niveau. Seit Anfang Oktober des letzten Jahres war der Markt auf Gesamtertragsbasis um etwa 40% angestiegen (in Euro), demzufolge kam die Korrektur nicht unerwartet. Jene Unternehmen, die in der Aufwärtsphase am meisten profitierten, also die liquideren und besser kapitalisierten Firmen, litten in der Folge wesentlich mehr als kleinere Unternehmen in Deutschland, bei denen wir uns aktuell stärker engagieren.

Ungeachtet dessen sind die Fundamentaldaten des Marktes im Verlauf dieses Jahres stabiler geworden, und in Deutschland wirkt sich die Schwäche des Euro nach wie vor positiv auf das Nischensegment der Exportunternehmen mit hohem Wertschöpfungspotenzial aus. Den Erwartungen nach dürfte die geldpolitische Lockerung die Wettbewerbsfähigkeit des Euro auch längerfristig erhalten.“

In diesem Marktumfeld, mahnt Barings, kommt der aktiven Titelselektion eine überaus hohe Bedeutung zu. Beispielsweise musste der Großkonzern Siemens den Platz unter den Top-10-Positionen im Baring German Growth Trust aufgrund von Sorgen über das Ertragswachstum und die Verbindung zu einem schwächeren Energiemarkt räumen. Hingegen ist der Fonds weiterhin in Daimler investiert, was auf die kontinuierlich starken Umsätze des Konzerns zurückzuführen ist: Mercedes weist für China im April einen Umsatzzuwachs von 18,7% im Vergleich zum Vorjahr aus, womit der gesamte Zuwachs für China seit Jahresbeginn 2015 16,2% beträgt. Insgesamt stiegen im April die weltweiten Umsätze von Mercedes um 11,3% im Vergleich zum Vorjahr und um 13,9% seit Jahresbeginn.

Nach Auffassung von Barings hat der Einfluss von deutschen Small Caps, insbesondere mit Blick auf die Wertschöpfung sowie auf interessante Chancen für Anleger, zugenommen. Der Anteil an Small Caps im Baring German Growth Trust ist aktuell so hoch wie nie zuvor. Per Ende April war der Fonds zu 17,4% in Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von unter $ 1 Mrd. investiert.1

Robert Smith bemerkte: „Ich denke, das Anlagethema rund um Small Caps in Deutschland ist in diesem Jahr bisher eine der größeren Marktentwicklungen und wir haben bereits eine Vielzahl an neuen kleineren Unternehmen identifiziert, die sich für eine Investition eignen würden. Dies trifft insbesondere auf den Technologiesektor zu.

Intelligente Technologien zum Beispiel tragen zur Optimierung des Produktionsprozesses und zur Minderung von Produktionskosten bei und ermöglichen weiterhin eine bessere Kostenkontrolle. Diese Revolution bindet die Informatisierung sowie die digitale Technologie in den Industrieprozess mit ein. Aber auch der 3D-Druck und erneuerbare Energien sind Bereiche, in denen Deutschland führend ist. Der Rückgang der Grenzkosten bietet der Unternehmenslandschaft in Deutschland einen Wettbewerbsvorteil, der in unserem Portfolio angemessen berücksichtigt wird.“

Im Mai dieses Jahres feiert der Baring German Growth Trust sein 25-jähriges Bestehen. Seit Robert Smith am 1. November 2008 das Management übernommen hat, erzielte der Fonds einen annualisierten Ertrag von 16,68%2, verglichen mit dem HDAX, der über den gleichen Zeitraum zum 1. Mai 2015 eine Rendite von 13,4% erwirtschaftete und seit Jahresbeginn ein Ergebnis von 12,25%3 aufweist.


1 Quelle: Barings, Stand 30. April 2015
2 Quelle: Morningstar/Barings, vom 1. November 2008 bis 1. Mai 2015. Die Wertentwicklung des Fonds bezieht sich auf die thesaurierende GBP-Anteilsklasse und versteht sich nach Abzug von Gebühren, bei Wiederanlage der Nettoerträge gegenüber dem HDAX-Index. Quelle für die Indexrenditen: Barings. Indexrenditen dienen lediglich Vergleichszwecken.
3 Quelle: Morningstar/Barings, vom 1. Januar 2015 bis 1. Mai 2015. Die Wertentwicklung des Fonds bezieht sich auf die thesaurierende GBP-Anteilsklasse und versteht sich nach Abzug von Gebühren, bei Wiederanlage der Nettoerträge gegenüber dem HDAX-Index. Quelle für die Indexrenditen: Barings. Indexrenditen dienen lediglich Vergleichszwecken.

Nachhaltiger Vermögensaufbau und Kapitaleinkommen

Während Technologie und Demografie die Arbeitsmärkte verändern, versiegt der für das Alter dringend notwendige Einkommensstrom aus Bankeinlagen und Staatsanleihen. Diese Studie zeigt, wie Arbeits- durch Kapitaleinkommen ergänzt werden kann. Nachhaltig, d.h. durch viele kleine Sparbeiträge, mit denen sich die Beschäftigten am Kapital beteiligen können, auch um von den Dividenden zu profitieren.

Das Dokument von Allianz Global Investors finden Sie links zum Download.

Fidelity Halbjahresausblick – Teil 2: US-Aktienmarkt braucht jetzt steigende Unternehmensgewinne

Stephanie Sutton, Investment Director bei Fidelity Worldwide Investment, gibt ihren Ausblick für US-Aktien für das zweite Halbjahr 2015.

Kronberg im Taunus, 26. Mai 2015 – „Positive Wirtschaftsdaten haben den US-Aktienmarkt in den vergangenen drei Jahren getrieben. Aktuell ist der Markt daher nicht mehr so günstig bewertet wie noch vor einiger Zeit. Allerdings ist er auch noch nicht teuer. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 bis 17 liegt etwa im historischen Durchschnitt. Jetzt sind jedoch steigende Unternehmensgeninne wichtig für eine substanzielle weitere Entwicklung des US-Aktienmarkts. Hingegen dürfte die Politik der US-Notenbank in diesem Jahr kaum Einfluss auf den Aktienmarkt haben, da wir davon ausgehen, dass sie die Zinsen erst Ende dieses Jahres oder Anfang 2016 erhöht.

Für Stock-Picker ergeben sich im aktuellen Umfeld dank der Belebung der Verbrauchernachfrage und der Unternehmenstätigkeit gute Kaufgelegenheiten. Aufgrund niedrigerer Energiepreise und eines verbesserten Arbeitsmarktumfelds haben die Verbraucher mehr Geld in der Tasche. Die Konsumbelebung wird den Unternehmen zugutekommen. Ein anderer wichtiger Treiber für US-Aktien sind meiner Ansicht nach die zunehmenden Aktivitäten hinsichtlich Fusionen und Übernahmen. Sie sind seit dem vergangenen Jahr stark gestiegen, nachdem Unternehmen in den Jahren zuvor ihr Bargeld horteten oder lediglich ihre Aktien zurückkauften. Das spiegelte ein geringes Vertrauen in die Wirtschaftsaussichten wider. Nun ist die Situation jedoch eine andere: Es fanden bereits viele Deals statt, und wir können davon ausgehen, dass in diesem Jahr weitere folgen werden. Die Fusionen und Übernahmen beschränken sich dabei nicht auf eine Branche. Viele der Deals finden im Gesundheitsbereich statt, aber wir haben auch schon eine gewisse Konsolidierung im Konsumsektor und der Technologiebranche gesehen. Vor allem Large-Caps haben hohe Cashbestände. Und anstatt es für Forschung und Entwicklung auszugeben, kaufen sie die Innovation, sprich ein anderes Unternehmen. Der Vorteil dabei: Sie müssen nicht Jahre warten, bis sich die Investition auszahlt.

Insbesondere der Gesundheitssektor in den USA bleibt interessant. In den vergangenen Jahren gab es eine Menge Veränderungen und Innovationen in der Branche. Es wurden mehr Arzneimittel zugelassen und das mit einem höheren Tempo als in der Vergangenheit. Davon hat die Branche profitiert, allen voran Biotech- und Pharmaunternehmen. Hinzu kam Obamacare, also die von US-Präsident Obama initiierte Krankenversicherung, die umgesetzt wurde und sich positiv auf das Wachstum zahlreicher Unternehmen im Gesundheitsbereich ausgewirkt hat.

Nach der starken Outperformance von Large-Caps im vergangenen Jahr denken einige Anleger nun darüber nach, in Small- und Mid-Caps zu investieren. Das hat auch mit der Dollar-Stärke zu tun. Denn Large-Caps erzielen einen größeren Teil ihrer Gewinne in ausländischen Märkten als Mid- und Small-Caps. Ein starker Dollar, beziehungsweise umgekehrt Einnahmen in anderen, schwächeren Währungen, wirken sich da negativ aus. Daher ist es vielleicht ein guter Zeitpunkt, stärker als bislang in Unternehmen zu investieren, deren Umsätze und Gewinne hauptsächlich in den USA liegen. Rund 40 Prozent der Umsätze der S&P 500-Unternehmen stammen von außerhalb der USA. Dagegen sind es bei den Unternehmen des Russel 2000 nur 22 Prozent.“

Saxo Bank Rohstoffkommentar: Steigender US-Dollar setzt Rohstoffe unter Druck

„In der vergangenen Woche hat der Rohstoffsektor zum ersten Mal seit drei Wochen wieder Verluste erlitten. Grund dafür war die starke Erholung des US-Dollars, die nahezu sämtliche Rohstoffsektoren in Mitleidenschaft gezogen hatte“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Auch wenn andere Entwicklungen und Nachrichten für die einzelnen Sektoren von Bedeutung seien, hätte der Dollar die Richtung des ganzen Marktes beeinflusst. Besonders schwer hat es Agrarrohstoffe und Industriemetalle getroffen. 

Auch Edelmetalle mussten zunächst aufgrund des steigenden Dollars einen Rückschlag hinnehmen, konnten sich jedoch schnell stabilisieren, nachdem Gold an der Marke von 1.200 USD pro Feinunze Unterstützung fand. „Dennoch suchen Edelmetalle nach einem neuen Impuls für weitere Kurssteigerungen. Bei Gold konnten wir in den vergangenen Monaten einige Ausbruchsversuche beobachten, die jedoch aus verschiedensten Gründen scheiterten“, sagt Hansen. 

Die Ölpreise bleiben trotz der Dollarstärke weiterhin in einer engen Handelsspanne nahe eines Fünf-Monats-Hochs. In einer verzögerten Reaktion auf den US-Förderanlagen-Abbau Ende vergangenen Jahres, ist die Produktion seit dem Hoch im März um 157.000 Barrel pro Tag gesunken. „Dennoch werden immer noch 800.000 Barrel pro Tag mehr produziert im Vergleich zum vergangenen Jahr. Auch die US-Lagerbestände liegen 100 Million Barrel oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts zu dieser Jahreszeit“, sagt Hansen. Da es unwahrscheinlich sei, dass die OPEC in ihrem Juni-Meeting eine Produktionskürzung beschließt, sei daher das Aufwärtspotenzial bei der Sorte WTI über die Marke von 60 USD pro Barrel stark limitiert. „Sollte der Preis unter 58 USD pro Barrel fallen, könnte es sogar zu einer noch stärken Korrektur kommen“, so Hansen abschließend.


Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Ein Jahr nach den Wahlen in Indien sind wir weiterhin optimistisch für die Aussichten des Landes

Frankfurt, 22. Mai 2015 – Nach einer starken, obgleich volatilen Wertentwicklung infolge der Wahlen im letzten Jahr, mussten Anleger in Indien im vergangenen Monat Kursrückgänge hinnehmen. Das bedeutet keineswegs, dass Indien als Anlageziel unattraktiver wird. Unserer Auffassung nach ergeben sich hierdurch sogar Chancen, da der langfristige positive Ausblick weiter ungetrübt ist. Einzig die Markterwartungen für das Ertragswachstum der Unternehmen stiegen kurzfristig auf unrealistisch hohe Niveaus.

Unserer Einschätzung nach agiert die derzeitige Regierung wesentlich effektiver als die vorhergehende und wir sind zuversichtlich, dass sich das erwartete Ertragsniveau im Unternehmenssektor in den kommenden Quartalen allmählich einstellen wird.

Stetiger legislativer Fortschritt

Unser Vertrauen in den Fortschritt, der von der Regierung unter Herrn Modi erreicht wurde, lässt sich am Regierungsprogramm festmachen, in dessen Rahmen drei von fünf Gesetzentwürfen erfolgreich durch das Parlament gebracht wurden. Das erste dieser Reformgesetze ist die Coal Mines (Special Provisions) Bill 2015, die den Kohlebergbau für private Unternehmen öffnet.

Indem die Versteigerung von Kohle an private Unternehmen für den Eigenverbrauch und die direkte Zuteilung von Bergwerken an öffentliche Unternehmen der Zentralregierung und an Regierungen der Bundesstaaten erlaubt werden, soll die Kohleproduktion des Landes, und im Umkehrschluss die inländische Energieerzeugung, enorm gesteigert werden.

Das zweite Reformgesetz ist die Insurance Laws (Amendment) Bill 2014, durch die ausländische Versicherungsgesellschaften einen Anteil von bis zu 49% an indischen Unternehmen halten dürfen, anstatt wie bisher bis zu 26%. Dies dürfte wiederum ausländische Direktinvestitionen in Indien unterstützen.

Das dritte Gesetz, die Mines and Mineral (Development and Regulations) Amendment Bill 2015, gibt Klarheit über die Entwicklung von Bergwerken und die Zuteilung von neuen Bergwerken, da, im Fall von Kohlebergwerken, die Zentralregierung wettbewerbsfähige Angebote für die Erteilung von Konzessionen einholen darf und den Regierungen der Bundesstaaten Gleiches im Fall von anderen Mineralien zugestanden wird. 

Gar nicht so schlechte Nachrichten

Ein Thema, das den Anlegern Sorgen bereitete, bezieht sich auf die mit Spannung erwartete Goods and Services Tax (India) Bill, die den Weg für einen gemeinsamen Markt in Indien ebnen soll, indem steuerliche Barrieren zwischen den Bundesstaaten abgebaut werden. Dieses Gesetz wurde jedoch vorerst zurückgestellt. Dies führte zu einer Enttäuschung bei den Anlegern, Finanzminister Arun Jaitley legte sich jedoch darauf fest, den Gesetzentwurf im Juli zu verabschieden. Des Weiteren hält die Regierung an der Land Acquisition Bill fest, obgleich deutlich wird, dass hier womöglich Kompromisse notwendig sind, um das Gesetz durch das Parlament zu bringen.

Andere Verbesserungen sind beispielsweise in der Arbeit der staatlichen Verwaltung zu erkennen sowie im gestiegenen Konjunkturoptimismus und Verbrauchervertrauen. Zwar schlägt sich dies noch nicht auf die Investitionsausgaben nieder, wir erkennen jedoch allmählich eine zunehmende Aktivität in Bereichen wie den Auftragseingängen im Straßenbau.

Wie wir bereits nach der Wahl erwähnten, haben Herr Modi und seine Regierung einen Regierungsauftrag über fünf Jahre. In diesem Zusammenhang betrachten wir die vergangenen zwölf Monate als einen guten Anfang. 

Ajay Argal
Head of Indian Equities
Baring Asset Management, Hong Kong

Konjunkturmaßnahmen in China unterstützen Industriemetalle

22. Mai 2015. Trade Idee – Industriemetalle 
von ETF Securities

Wir sind der Ansicht, dass sich der Ausblick für Industriemetalle, speziell Nickel, Zink und Kupfer verbessert hat und Investoren sich nun taktisch positionieren können.

Anhaltend starke Nachfrage aus China, verbunden mit Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Regierung sowie Angebotsengpässe lassen auf eine zukünftige positive Preisbewegung schließen.

Mehr Informationen dazu finden Sie im Anhang links.

Risikobereitschaft der Anleger nimmt weiter zu

Der jüngsten Risk Rotation Index-Umfrage von NN Investment Partners (bisher: ING Investment Management)1 zufolge stieg die Risikobereitschaft der Anleger im vergangenen Quartal weiter an. Insgesamt äußerten 29,6% der befragten internationalen institutionellen Fondsmanager, dass ihre Risikobereitschaft in den vorhergehenden sechs Monaten zugenommen habe. 16,5% sagten, sie sei zurückgegangen.
 
Netto ist die Risikobereitschaft damit im vergangenen Quartal um 13,1% angestiegen, nachdem sie bereits im Januar 2015 um 8,5% zugelegt hatte. Die Risikobereitschaft der Anleger erhöhte sich damit im zweiten Quartal in Folge, nachdem sie im Oktober 2014 geringfügig gesunken war (-0,6%).
 
Valentijn von Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners äußerte sich wie folgt dazu: „Nach einem leichten Rückgang der Risikobereitschaft Ende des vergangenen Jahres scheinen die Anleger nunmehr wieder eher Risiken eingehen zu wollen. Daher rechnen wir in den kommenden Monaten damit, dass beherztere Investmentansätze verfolgt werden. Einige potenzielle Renditerisiken bestehen zwar weiterhin, aber die Anleger scheinen dies eher als Chance denn als Gefahr für die Portfoliorenditen wahrzunehmen.“
 
Auf die Frage, wo sie Risiken für ihre Anlageportfolios sehen, nennen die Anleger weiterhin vor allem eine mögliche Krise im Euroraum. 35% der Befragten halten dies für ein „deutliches“ Risiko. Allerdings zeigt dies auch, dass die Furcht vor eine Krise in Europa seit dem ersten Quartal 2015 etwas abgenommen hat; damals sahen noch 46% der Befragten ein solches Szenario als ein ernsthaftes Risiko für ihr Portfolio an.
 
Sorgen bezüglich einer potenziellen Krise im Euroraum sind wohl auch der Grund dafür, dass nur 4% der Befragten Anleihen aus den Peripherieländern des Euroraums
– die in den vergangenen Jahren in besonderem Maße in den Portfolios übergewichtet wurden – als präferiertes Fixed-Income-Segment bezeichnen.
Als weitere potenzielle Risiken nannten die Anleger ein „Black-Swan“-Ereignis (28%) und eine Konjunkturverlangsamung in China (25%). Dagegen sah nur einer von sechs Anlegern (16%) eine Zinsanhebung der Fed als Risiko an, was darauf hindeutet, dass ein solcher Schritt den Befragten kaum Sorge bereitet – obwohl die Fed mit der Normalisierung des Zinsniveaus möglicherweise bereits im Juni 2015 beginnen wird.
 
Der Anstieg der Risikobereitschaft könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Inflationssorgen in den großen Volkswirtschaften derzeit gering sind. Die Mehrheit der Anleger geht nicht davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden Jahren auf über 3% ansteigt. Nur einer von zehn (10%) rechnet damit, dass die Inflationsrate im Euroraum über 3% klettert, gefolgt von den USA (8%) und Großbritannien (7%). 14% erwarten eine Inflationsrate von über 3% in Japan; allerdings gehen auch 30% der Anleger davon aus, dass die Inflationsrate dort unter 0% liegen könnte.
 
Van Nieuwenhuijzen erläutert: „Im derzeitigen makroökonomischen Marktumfeld sind die Aufwärtsrisiken für die Inflation weiterhin begrenzt. Dies erklärt das Verhalten der globalen Zentralbanken und den Renditehunger der Anleger. Solange sich die Weltwirtschaft gleichzeitig langsam erholt, dienen die niedrigen Inflationsraten als konstruktive Stütze für die globalen Märkte. Dies gilt
insbesondere für andere Segmente als das Staatsanleihesegment, wo das Aufwärtspotenzial inzwischen sehr gering ist.“
 
Fragt man nach den attraktivsten geografischen Regionen, so zieht eine Mehrheit von 69% der Anleger aus Risiko-Ertrags-Sicht inzwischen die Schwellenländer gegenüber den USA vor. Danach folgen die USA (66%), Großbritannien (65%) und der Euroraum (62%). Japan (44%) und China (38%) wurden aus Risiko-Ertrags-Sicht als am wenigsten attraktiv eingestuft.
 
1.            Ergebnisse des eigenen Research von NN Investment Partners auf der Grundlage einer Umfrage von Citigate Dewe Rogerson unter 107 internationalen institutionellen Anlegern im April 2015

Der Showdown in Griechenland steht bevor – Risiken weiter verringern

„Eine Volksabstimmung in Griechenland mit anschließenden Neuwahlen wird immer wahrscheinlicher.“ Das schreiben die Investmentstrategen von AXA Investment Managers in der neuesten Ausgabe ihrer monatlichen Investmentstrategie. Sie rechnen daher mit Kursschwankungen und raten, Positionen in Euroraum-Aktien gegen Verluste abzusichern. „Wenn die Anleger die Geduld verlieren, könnte die Volatilität sprunghaft steigen.“ Langfristig seien europäische Aktien aber weiter attraktiv.

Zur Vorsicht rät AXA IM auch wegen der zu erwartenden Zinserhöhungen in den USA. Sie seien alles in allem zwar eine gute Nachricht, da sie einen Konjunkturaufschwung signalisierten. Kurzfristig könnten sie die Anleger aber verunsichern.

Die steigenden Bewertungen mahnten ebenfalls zur Vorsicht. „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von rund 13 zum Jahreswechsel auf fast 16 gestiegen. Damit sind Euroraum-Aktien nicht nur absolut, sondern auch im internationalen Vergleich recht teuer und deshalb anfälliger“, so Investmentstratege Franz Wenzel. 

Dass Eric Chaney, Chefvolkswirt Euroraum-Aktien dennoch für langfristig attraktiv hält, liegt an der guten Wirtschaftsentwicklung im Euroraum. „Im Gegensatz zu Griechenland gibt es in den andern Ländern echte Zeichen für Fortschritte – nicht nur wegen der stärkeren Konjunktur, sondern auch, weil die Strukturreformen Wirkung zeigen“, so Chaney. Im 1. Quartal 2015 sei das Euroraum-BIP vermutlich um 2 Prozent gestiegen (annualisiert). Die Wachstumserwartungen für Deutschland, Spanien und Irland habe man angehoben. Italien, lange Zeit als Sorgenkind gehandelt, sei dank erfolgreicher Reformen sogar eine echte Trendwende gelungen.

Dennoch rechnet AXA IM mittelfristig nicht mit einem weiteren Anstieg der deutschen Bundesanleiherenditen. Im Gegenteil: „Die EZB wird weiter regelmäßig Anleihen kaufen, das Nettoangebot an Bundesanleihen wird wieder negativ“, so Wenzel. Außerdem bliebe die Inflation niedrig. AXA IM hält den massiven Anstieg der Bundesanleiherenditen in den letzten Wochen für übertrieben und sieht dafür vor allem technische und kurzfristige Gründe. Viel sei zusammengekommen: Verkäufe durch Anleger, denen die Renditen zu niedrig geworden seien, Leerverkäufe, gute Konjunkturdaten und die vielleicht bald enttäuschte Hoffnung, dass die Verhandlungen mit Griechenland erfolgreich abgeschlossen werden. 

Den Renditeanstieg in den USA hält AXA IM hingegen für nachhaltig. „In den USA werden die Renditen tendenziell weiter steigen, da sich die Konjunktur erholt und die Fed die Zinsen wohl wie geplant anhebt“, so Chaney. „Schon bald wird man erkennen, dass die Geldpolitik auf den beiden Seiten des Atlantiks nicht unterschiedlicher sein kann.“ AXA IM zieht daraus die Konsequenz, US-Staatsanleihen klar unterzugewichten. 

Auch bei Unternehmensanleihen raten Chaney und Wenzel zur Vorsicht. Trotz der guten Konjunktur sei eine neutrale Gewichtung angeraten. Dies habe auch, aber nicht nur saisonale Gründe.

Fidelity Halbjahresausblick – Teil 1: Geldpolitik und niedrige Rohstoffpreise treiben globales Wachstum

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity Worldwide Investment, gibt ihren makroökonomischen Ausblick für das zweite Halbjahr 2015.

Kronberg im Taunus, 19. Mai 2015 – „Seit einigen Monaten wird die Konjunktur weltweit von zwei Faktoren getrieben: den niedrigen Energiepreisen und der lockeren Geldpolitik. Sie wirken wie ein Konjunkturprogramm. Das wird sich meines Erachtens in der zweiten Jahreshälfte weltweit stärker positiv auf das Wachstum auswirken. Zugleich gibt es praktisch nirgendwo Anzeichen für eine zunehmende Inflation. Das gibt den Zentralbanken Spielraum, ihre Geldpolitik zu lockern oder den Beginn des Normalisierungsprozesses erneut zu verschieben, etwa in den USA. Ich rechne deshalb rund um den Globus mit einer stärkeren und zunehmend im Gleichschritt verlaufenden Konjunkturbelebung.

Im Euroraum sollte sich nicht zuletzt der schwächere Euro positiv auswirken. Japan profitiert besonders vom günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld, sodass es mit der dortigen Wirtschaft weiter bergauf gehen dürfte. In den USA sollte sich das Wachstum nach der Flaute im ersten Halbjahr auf ein überdurchschnittliches Niveau beschleunigen. Allerdings wird der stärkere Dollar die Exporte und Unternehmensgewinne weiter belasten. In den Schwellenländern wird die Entwicklung weiter auseinanderdriften: Am besten sind die Aussichten für Osteuropa und Asien. Beide Regionen dürften sich gegenüber einer Zinsanhebung in den USA als relativ widerstandsfähig erweisen.

Aus meiner Sicht ist die US-Notenbank Fed jedoch in der Lage, die Zinsen noch länger niedrig zu halten. Mit einer Zinsanhebung ist nicht vor Dezember und vielleicht sogar erst Anfang 2016 zu rechnen. Zwar ist das Verbrauchervertrauen hoch, und der Arbeitsmarkt boomt. Steigende Verbraucherausgaben sind daher wahrscheinlich – was allerdings nur einen allmählichen Anstieg der Inflation und der Löhne bewirken dürfte. Die Fed wird daher wohl auf eindeutige Hinweise auf steigenden Ausgaben der privaten Haushalte warten und auch dann nur vorsichtig an der Zinsschraube drehen.

Ein Bremsfaktor für die weltweite Erholung wäre ein langsameres Wirtschaftswachstum in den USA. Die Folgen für den Rest der Welt könnten sich jedoch in Grenzen halten, da dies die Fed wohl dazu bewegen würde, die erste Zinsstraffung noch weiter hinauszuzögern.“

ETF Securities Marktüberblick: Investoren bevorzugen Gold zur Absicherung

Obwohl Griechenland erfolgreich ihre 750 Mio. EUR an Verbindlichkeiten der IWF zurückzahlen konnten, bleiben Investoren skeptisch, da die Griechen bereits ihre eigenen Reserven bei der IWF in Anspruch nehmen mussten. Mit knappen Bargeldreserven ist das Insolvenzrisiko nicht kleiner geworden. Die schwächer als erwarteten Q1 BIP Daten aus Deutschland, sowie die reduzierte BIP Wachstumsprognose für Großbritannien durch die Bank of England und einer Reihe von schwachen Daten aus China deuten auf weitere geldmarktpolitische Lockerungen durch die globalen Zentralbanken in absehbarer Zukunft hin. Gold reagierte daraufhin bullish und verbuchte ein Plus von 3,2 Prozent vergangene Woche. Silber stieg um bemerkenswerte 6,4 Prozent an.

Drei aufeinanderfolgende Wochen Mittelzuflüsse in Gold. Das Interesse in Gold wurde vor allem durch die jüngste Gold-Rallye sowie die Angst am Markt bezüglich Griechenland und dem europäischen Wirtschaftswachstum verstärkt. Nach den 62,3 Mio. USD Mittelzuflüsse in Gold ETPs über die letzten 3 Wochen wurden letzte Woche weitere 11,1 Mio. USD investiert. Laut den kürzlich veröffentlichten Daten des World Gold Council sank die Nachfrage nach Gold in Q1 2015 nur geringfügig im Vergleich zu den Daten vor einem Jahr. Investitionsnachfragen waren positiv, wobei die meisten Mittelzuflüsse von Gold-ETPs kamen.

Mittelzuflüsse seit drei aufeinanderfolgenden Wochen in Industriemetalle, insbesondere ETFS Copper (COPA). Die Mittelzuflüsse in COPA beliefen sich auf 4,8 Mio. USD, nachdem der Kupferpreis aufgrund sinkender Angebotsvorhersagen um 7,6 Prozent stieg. Die internationale Copper Study Group hat in ihrer Studie eigentlich ein Angebotsüberfluss für die nächsten Jahre vorhergesagt. Die jüngsten Marktdaten hingegen deuten auf ein Angebotsdefizit hin.

Mittelzuflüsse in ETFS Wheat (WEAT) seit fünf Wochen konstant. Nachdem der Weizenpreis vor zwei Wochen ein 5-Jahrestief erreicht hatte, stieg der Rohstoff letzte Woche um 7,7 Prozent. Investoren haben letzte Woche während des Preisrückgangs weiter 3,7 Mio. USD in Weizen investiert. Die US-Landwirtschaftsbetriebe planen dieses Jahr weniger Weizen anzubauen, was zu einem knapperen Angebot führen könnte. Das australische meteorologische Institut bestätigte letzte Woche, dass wir uns derzeit in einer beständig starken El Ninio Wetterlage befinden.

Gewinnmitnahmen aus Öl ETPs die achte Wochen infolge. Sowohl Brent als auch WTI stiegen letzte Woche um weitere 1,6 Prozent, daher ist es nicht verwunderlich, dass sich manche ETP Investoren für Gewinnmitnahmen entschieden, was zu 8,6 Mio. USD an Mittelausflüssen in Öl-Produkten führte. Nachdem die OPEC letzte Woche ankündigte, dass die täglichen Produktionsmengen um weitere 18.000 Barrel pro Tag im April anstiegen und die Internationale Energieagentur behauptete, dass der Kampf um die Marktanteile der OPEC erst gerade begonnen hat, ist eine Preiskorrektur nach der Rallye nun sehr wahrscheinlich. Weiteres kam es zu Gewinnmitnahmen in US-Erdgas ETPs nachdem der Rohstoff letzte Woche um 10 Prozent anstieg.

Aktien
Volatilität beherrscht die steigenden Aktienmärkte in China. Chinas Aktienmärkte legten trotz einer Reihe schwacher Wirtschaftsdaten nochmals kräftig zu, da Investoren davon überzeugt sind, dass Chinas Behörden weitere Impulse gegen die schwächelnde Wirtschaft leisten. Der chinesische Aktienmarkt wurde zuletzt von volatilen Handelsaktivitäten geprägt und wir glauben, dass sich dieses Verhalten so schnell nicht beruhigen wird bis Investoren eine stabilere Fundamentalwirtschaft vorfinden. Zweifellos ist das Verhältnis der Mindestkapitalreserve sowie der Leitzins hoch, daher glauben wir, dass es hier in den kommenden Monaten zu Kürzungen kommen könnte.
Inzwischen haben auch die Aktienmärkte in Europa etwas korrigiert. Das schwächere Q1 Wachstum in Deutschland sowie Griechenlands möglicher Zahlungsverzug an den IWF haben zu einer bärischen Laune am Markt geführt. Die Aktienmärkte in Großbritannien gaben ebenfalls etwas nach, als die Bank of England ihre Wirtschaftsprognosen nach unten korrigierte. Trotz allem glauben wir, dass es zwar kurzfristig zu weiteren Korrekturen kommen könnte, mittelfristig erwarten wir jedoch steigende Aktienmärkte aufgrund einer steigenden Nachfrage durch günstige Finanzierungskosten dank der Niedrigzinspolitik und den niedrigen Energiepreisen. 

Währungen
Eine anhaltende USD-Schwäche ist unwahrscheinlich. Wir gehen davon aus, dass die enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus den USA eher eine kurzfristige Kurrektur als ein neuer Trend darstellen und erwarten einen schrittweise steigenden US-Dollar. Das FOMC Protokoll diese Woche sollte im Einklang mit den vorherigen Sitzungen sein, eine Zinserhöhung bleibt aber nach wie vor auf der Agenda. Die Märkte haben in den letzten Wochen eine anstehende Zinswende wieder etwas aufgeschoben. Die Zentralbanken werden im Fokus bleiben, unter anderem die Sitzungen der Bank of England und der Bank of Japan. Nachdem nur geringfügige Änderungen in der britischen Geldmarktpolitik erwartet werden, könnten enttäuschende Q1 BIP Ergebnisse in Japan zu neuen Impulsen durch die Bank of Japan führen, die das Währungspaar USD/JPY auf unser erwartetes Jahresendziel von 125 ansteigen lassen könnte.

Es kommt häufig anders als die Investoren denken

„Die Zinsen sind in den vergangenen Wochen von ihren Rekordtiefs gestiegen, weil die Märkte zuvor das schlechteste aller möglichen Konjunkturszenarien erwartet haben. Dabei ist der weitere Wirtschaftsausblick positiv: Die Inflation ist unter Kontrolle, die Weltwirtschaft wächst moderat und die Konjunktur in der Eurozone erholt sich. Alles in allem könnte das Konjunkturklima etwas besser sein, aber es bietet den Investoren insgesamt gute Aussichten.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers
Die Märkte haben die Angewohnheit die Erwartungen der Investoren nicht zu erfüllen. Das ist die Ansicht von Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers. Viele Investoren hätten aufgrund der guten Wachstumsaussichten der Weltkonjunktur einfach nicht glauben wollen, dass die Renditen sich so lange Zeit auf einem so niedrigen Level bewegt haben wie in den vergangenen Monaten. „In den vergangenen Jahren waren die Perioden steigender Renditen nur kurzfristig. Sie fielen letztlich sogar auf ein Rekordtief nach dem anderen. Das machte es den Anlegern schwer, die weitere Entwicklung einzuschätzen“, erklärt Iggo. Als die meisten Investoren dachten, dass dem deutschen Anleihemarkt Negativrenditen drohen, kippte der Markt. Die Renditen stiegen im vergangenen Monat um 50 Basispunkte. Obwohl die langfristigen Aussichten auf höhere Zinsen hingewiesen hätten, sei kein Auslöser für den rasanten Anstieg ersichtlich gewesen. „Das ist das Geheimnis der Märkte: Preise bewegen sich nicht immer wie erwartet und es gibt nicht immer einen vernünftige Begründung für die Entwicklungen“, so Iggo. 

Laut dem Anlageexperten können die Veränderungen des Wirtschaftsausblicks Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich die Zinsen in nächster Zeit bewegen werden. Das gilt besonders für den europäischen Raum. „Die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Verbindung mit dem niedrigen Ölpreis, einem schwachen Euro und die Stabilisierung des Bankensektors führen zu besseren Wirtschaftsaussichten im Euroraum“, sagt Iggo. Die aktuellen Daten stützen die positiven Erwartungen: Das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone sei im ersten Quartal um 0,4 Prozent von Quartal zu Quartal und um 1,0 Prozent von Jahr zu Jahr gewachsen. Sollte der positive Trend anhalten und die Prognosen nach oben korrigiert werden, so sei es wahrscheinlich, dass die Erträge europäischer Unternehmen steigen. Die EZB wird nach Einschätzung von Iggo vermutlich bis Ende 2016 an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten. „Die Maßnahmen der EZB werden aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Wachstums- und Inflationsanstieg führen und somit auch zu einem mittelfristigen Anstieg der Zinsen“, prognostiziert Iggo. 

Ein kurzfristiger Zinsanstieg mache zudem Anleihen wieder attraktiver. „Wenn die Anleiherenditen im gleichen Tempo weiter steigen wie in den vergangenen Wochen, dann könnten Aktien und Credit-Spreads negativ beeinflusst werden. Aber das ist zu bezweifeln“, so Iggo. Vielmehr sei eine gewisse Stabilisierung der Renditen überfällig, bis durch die Erholung der US-Wirtschaft oder eine anziehende Geldpolitik der Federal Reserve erneut eine Verschiebung der Markterwartungen eintritt. Der Zinsanstieg biete eine attraktive Wiedereinstiegsmöglichkeit, insbesondere im High-Yield-Bereich und bei Schwellenländeranleihen. „Sollten sich die Zinsen stabilisieren, werden Risikoanlagen in den kommenden Monaten gut performen – ein weiterer Anstieg der Renditen ist dagegen das Zeichen, noch im Mai zu verkaufen“, so Iggo. 

Der schwächere Euro verheißt ertragsorientierten Anlegern ein sehr gutes Jahr, auch wenn ein Rückgang der globalen Dividendenzahlungen auf US-Dollarbasis zu erwarten ist

die weltweiten Dividendenzahlungen verringerten sich im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 6,3% auf USD 218,0 Milliarden. Das geht aus dem aktuellen Henderson Global Dividend Index (HGDI) von Henderson Global Investors hervor. Den vollständigen Report senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.

Die wichtigsten Fakten

  • Die weltweiten Dividendenzahlungen verringerten sich im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 6,3% auf USD 218,0 Milliarden – das war der stärkste Rückgang seit dem 1. Quartal 2010
  • Der Henderson Global Dividend Index fiel dadurch auf 158,2
  • Wesentlich niedrigere Sonderdividenden im Berichtsquartal erklären als Einmaleffekt einen Großteil des ausgewiesenen (unbereinigten) Rückgangs. Eine Bremswirkung hatte jedoch auch der kräftige Anstieg des US-Dollars
  • In Kontinentaleuropa fielen die ausgewiesenen Dividenden um 2,0% auf USD 34,3 Milliarden (zugrunde liegendes Wachstum: +15,2%)
  • Das zugrunde liegende globale Wachstum war mit 10,9% im Vorjahresvergleich ermutigend
  • Ein kraftvolles Dividendenwachstum in den USA leistete einen überproportionalen Beitrag – amerikanische Unternehmen schütteten im 1. Quartal die Rekordsumme von USD 99,4 Milliarden aus
  • Die Dividendenprognose für 2015 wurde auf USD 1,13 Billionen gesenkt. Das entspricht einem unbereinigten Rückgang um 3,0% gegenüber 2014

Das Dokument finden Sie im Anhang links.

Saxo Bank Rohstoffkommentar: Schieferoel beendet Preis-Aera

„Marktbeobachter könnten auf die Idee kommen, dass die kürzliche Ölpreis-Rallye das Preisniveau erneut auf über 100 US-Dollar pro Barrel hieven würde. Dies war die Norm zwischen Ende 2009 und Juli 2014“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Eine Rückkehr in diese Sphäre sei jedoch eher unwahrscheinlich, auch wenn die OPEC und die International Energy Agency für 2016 eine leichte Nachfragesteigerung prognostizieren würden.

Ein Ölpreis von über 100 USD pro Barrel würde eine enorme Reaktion seitens der Schieferölindustrie provozieren. „Dies ist auch der Grund dafür, warum wir einen derartigen Preisanstieg nicht sehen werden“, sagt Hansen. Die Strategie der OPEC, das Produktionsvolumen beizubehalten und somit die Preise niedrig zu halten, habe funktioniert. Die Produktion in den USA wird langsam zurückgefahren und Non-OPEC-Förderprojekte wurden zunächst auf Eis gelegt. „Die Schieferölproduktion in den USA ist seit 2011 jedes Jahr um mehr als eine Million Barrel pro Tag gestiegen. Durch den Preissturz muss die Produktion nun scharf reduziert werden“, sagt Hansen.

Andererseits hätte der Preissturz die Schieferölproduzenten zu Kostensenkungen gezwungen, dies führt wiederum zu einer stärkeren Profitabilität. „Dieser Sektor hat in den vergangenen Jahren kaum auf die Produktionskosten geschaut, solange der Preis stabil über der Marke von 100 USD pro Barrel lag. Aufgrund des Preissturzes mussten die Betreiber umdenken und Kosten sparen. Nun können die meisten US-Schieferölproduzenten ab einem Kurs von rund 70 USD pro Barrel wieder profitabel arbeiten“, sagt Hansen. Sollte der Ölpreis auf über 65 USD pro Barrel steigen, werde der Markt mit enorm viel neuem Öl geflutet. „Dies könnte darauf hinweisen, dass jetzt schon Vorwärtsverkäufe in der Nähe der Marke von 65 USD pro Barrel getätigt werden“, sagt Hansen abschließend.


Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie im Anhang links.

GSAM Aktienmarkt-Serie: Asiens Big-Player entwickeln sich uneinheitlich

von Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management

Während der Bullenmarkt bei Aktien in sein siebtes Jahr geht, nähert sich die Weltwirtschaft gleich mehreren Wendepunkten – und dürfte dabei neue Spitzenreiter an den Aktienmärkten hervorbringen. Geldpolitische Divergenz, der starke US-Dollar, niedrige Ölnotierungen und Strukturreformen beeinflussen die Gewinne und Aktienkurse in besonderer Weise. Daher unterscheiden wir zwischen Aktien und Ländern und kaufen einzelne Titel, nicht den ganzen Markt. In einer dreiteiligen Serie werfen wir daher einen genaueren Blick auf die globalen Aktienmärkte. Nach den USA und der Eurozone folgt heute Asien zum Abschluss der Serie. 


Japan: Erhöhte Unternehmensprofitabilität beflügelt Aktien

Die japanische Wirtschaft stabilisiert sich und könnte angesichts des Rückenwindes, den sie von der anhaltend lockeren Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ), dem schwachen Yen und den niedrigen Ölpreisen erhält, weiter zulegen. Noch spannender sind allerdings die Aussichten für japanische Aktien, deren Treiber sich nicht allein auf makroökonomische Verbesserungen beschränken. 

Die Ankurbelung von Wachstum und Inflation gehört zu den zentralen Initiativen der Abenomics, dem Reformprogramm von Premierminister Abe. Sowohl die Regierung als auch die BoJ haben in diesem Rahmen bereits beträchtliche konjunkturelle Schützenhilfe geleistet. Der Yen hat daher gegenüber dem Dollar und anderen regionalen Währungen wie dem koreanischen Won und dem chinesischen Renminbi abgewertet und hilft so zahlreichen Exportunternehmen wettbewerbsfähiger zu werden. Der Exportanstieg und schwache Ölpreis beginnen sich deutlich positiv auf das japanische Handelsdefizit auszuwirken. 

Doch den größten Auftrieb dürfte der Aktienmarkt durch die erheblich verbesserte Unternehmensprofitabilität und das Gewinnwachstum erfahren, das in diesem Jahr mit 20 Prozent und in 2016 mit 9 Prozent zu Buche schlagen könnte. (1) Die zunehmende Ertragskraft japanischer Unternehmen hat verschiedene Ursachen. Zum einen macht der schwache Yen die heimischen Exporte konkurrenzfähiger, während sich gleichzeitig die Umsätze in Fremdwährungen für viele Unternehmen in höheren Yen-Einnahmen niederschlagen. Zum anderen arbeiten Japans Unternehmen seit Jahren an ihrer Kostenstruktur und sind deshalb mittlerweile gut aufgestellt, um im Zuge steigender Umsätze von entsprechenden Gewinnen zu profitieren. 

Dass die Profitabilität steigt, ist aber nicht zuletzt auch den von Abenomics angeregten Unternehmensreformen zu verdanken. Jetzt, da die Unternehmen verstärkt eine Wachstumsmentalität mit Fokus auf den Gewinn und die Aktionäre entwickeln, geben sie auch bereitwilliger einen Teil der hohen Barbestände für ihre Bilanzen aus. Bereits im vergangenen Jahr kamen die Aktionäre dabei in den Genuss von Dividenden, die am Ende um 33 Prozent höher ausfielen sowie einer 93-prozentigen Wertsteigerung bei Aktienrückkäufen. (2) 

Ein zunehmendes Engagement in japanischen Dividendenpapieren könnte bedeutende Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben. Die wirtschaftliche Enttäuschung und die jahrelange Deflation haben Aktien bei Privatanlegern recht unbeliebt gemacht. Sofern sich jedoch inflationäre Kräfte und Unternehmensreformen durchsetzen, könnten die Anleger wieder verstärkt in Aktien investieren. Deren Bewertungen sind dabei immer noch relativ günstig – sowohl im Vergleich zu ihrer eigenen Historie als auch gemessen an anderen Märkten. Teilweise verantwortlich dafür ist die recht durchwachsene Bilanz, die Japan hinsichtlich der Durchsetzung von Reformen und der Wiederbelebung seiner Wirtschaft vorzuweisen hat. Zudem muss sich das Land mit längerfristigen strukturellen Problemen wie der rapiden Bevölkerungsalterung und der hohen öffentlichen Verschuldung auseinandersetzen. Kurzfristig erhöhen wir unser Engagement in Japan durch Unternehmen, die aktionärsorientiert sind und gewinnbringend wirtschaften dürften.

Indien: Der Musterschüler 

Vor einem Jahr betrieb die mittlerweile regierende BJP-Partei Wahlkampf mit dem Slogan „Gute Zeiten liegen vor uns“. Allein die Vorstellung, dass eine neue, reformorientierte Regierung die indische Wirtschaft in Gang bringen könnte genügte, um den Aktienmarkt zu beflügeln. Fast ein Jahr später wirkt die Regierung reformentschlossener denn je. Dies spiegelt sich auch in dem Ende Februar dieses Jahres vorgestellten Staatshaushalt wider, der einer der progressivsten seit den weitreichenden Änderungsvorschlägen von 1991 ist. Zudem legt Indien sehr viel Wert auf Reformen, die auf eine Erleichterung der Geschäftstätigkeit abzielen. Solche Reformen sind strukturell notwendig, um die Wirtschaft und die Unternehmensinvestitionen anzukurbeln. Andere Initiativen legen den Schwerpunkt auf Investitionen in Infrastruktur- und Industrieprojekte, was ebenfalls dazu beitragen sollte, den Investitionszyklus nach dem Tiefpunkt im vergangenen Jahr anzuschieben. 

Das indische BIP dürfte 2015 und 2016 kräftig zulegen. Die erwarteten rund 8-9 Prozent (3) gehören zu den höchsten Wachstumsraten weltweit. Als viertgrößter Ölkonsument und -importeur der Welt (4) ist Indien ein maßgeblicher Nutznießer der niedrigeren Ölpreise. Diese helfen auch die hohe Inflation des Landes zu zügeln. Durch die rückläufige Teuerung konnte die Notenbank bereits erste Zinssenkungen vornehmen, um das Wirtschaftswachstum zu stützen. In diesem sich aufhellenden Konjunkturumfeld verfügen gerade binnenwirtschaftlich orientierte Unternehmen – zum Beispiel aus den Bereichen Industrie, Nicht-Basiskonsum und Finanzen – über gute Aussichten. 

Nach der starken Rally im vergangenen Jahr notiert der Aktienmarkt inzwischen leicht über seinem historischen Durchschnitt. Allerdings könnte sich das Gewinnwachstum in den nächsten Jahren bis auf rund 20 Prozent beschleunigen. Dieser Zuwachs ist einer der stärksten unter allen Märkten und liegt deutlich über Indiens langfristigem Durchschnitt von 14 Prozent. (5) Vor diesem Hintergrund wirken die Bewertungen noch hinreichend attraktiv, sodass wir für indische Aktien weiter optimistisch bleiben. 

China: Ernüchterung macht sich breit 

In China schwächt sich das Wirtschaftswachstum weiter ab und das offizielle BIP-Ziel liegt mittlerweile bei unter 7 Prozent. Zwar steht die Wirtschaft nicht am Rande einer Krise, doch hat es zuletzt einige Entwicklungen gegeben, die uns vorsichtiger stimmen. So deuten erstens Bottom-up-Signale wie der Energie- und Dieselverbrauch sowie der Immobilienmarkt auf ein geringeres Wachstum hin, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Zweitens haben wir aus Gesprächen mit Banken herausgehört, dass die staatlichen Maßnahmen zur Stimulierung der Kreditvergabe möglicherweise gar nicht funktionieren, da sich die Kreditbereitschaft der Institute nur auf staatseigene Unternehmen zu beschränken scheint. Drittens herrscht am Immobilienmarkt nach wie vor ein Überangebot, wobei die fallenden Preise noch dazu die Dringlichkeit eines Kaufs mindern. 

Angesichts unserer Sorgen um die Wirtschaft - und hier insbesondere das Finanzsystem - stehen wir dem chinesischen Aktienmarkt zunehmend vorsichtig gegenüber und sind entsprechend selektiv positioniert. Bei Banken und Staatsbetrieben halten wir uns generell zurück, aus Zweifel an der Ertragskraft und den schwachen Fundamentaldaten. Folglich engagieren wir uns in einem geringeren Umfang in der Industriewirtschaft. Ein recht hohes Exposure unterhalten wir indes gegenüber konsumorientierten Aktien aus dem Basis- und Nicht-Basiskonsumgüterbereich sowie des Gesundheits- und IT-Sektors. Ferner überzeugen uns Titel außerhalb Chinas, die vom chinesischen Konsumboom profitieren. Wir denken dabei beispielsweise an Körperpflege- und Reiseunternehmen in Ländern wie Korea, Taiwan oder Thailand.


Quellen:

(1) Goldman Sachs Global Investment Research: Japan Weekly Kickstart, 27. März 2015
(2) Dividendenrevisionen bei Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Quelle: Thematic Ideas Japan Capital Management, 4. März 2015
(3) Schätzungen der indischen Regierung im Rahmen des Staatshaushalts vom 28. Februar 2015
(4) US-Energiebehörde EIA, Daten per Ende 2013 (aktuellste Daten)
(5) GSAM-Schätzungen per März 2015

Barings: Chinas Reformen beschleunigen den Weg in Richtung Marktwirtschaft

Kommentar von Laura Luo, Head of Hong Kong China Equities bei Baring Asset Management, Hong Kong.

Kursrückgänge bieten Chancen

Nachdem der MSCI China Index mit einem Ertrag von 22,8% (in USD) in den letzten vier Monaten bis zum 6. Mai 2015 das Jahr sehr stark begonnen hatte, sehen wir die jüngsten Kursrückgänge als attraktive Chance. 

Kurzfristig könnte die Kombination aus Gewinnmitnahmen zum Zweck der Wiederanlage in Neuemissionen nach der starken Rally und potenziell strengeren Kontrollen bei der Margenfinanzierung weiterhin zu Marktschwankungen führen, wie wir sie auch in den letzten Wochen erlebt haben.

Mittel- bis langfristig bleibt China für uns jedoch eine attraktive Anlageregion. Insbesondere ermutigen uns die Maßnahmen der Regierung zur politischen Lockerung und zur Beschleunigung der Reformen, was sowohl die zyklischen als auch die strukturellen Wachstumsaussichten unterstützen sollte.

Stimulusmaßnahmen und Reformen verlaufen nach Plan

Die Pläne der Politik, die aus dem jährlichen Treffen des Nationalen Volkskongresses im März hervorgingen, bekundeten ein abermaliges Bekenntnis zum Wirtschaftswachstum und zur Neuausrichtung der Wirtschaft.

Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum insgesamt verlangsamen könnte, gewinnen die Reformen zunehmend an Bedeutung und werden unseres Erachtens nach deutliche Auswirkungen auf Chinas Wirtschaft und den chinesischen Markt haben. Mit den Worten von Premierminister Li Keqiang ausgedrückt: „Wir werden den Wettbewerb am Markt darüber bestimmen lassen, welche Unternehmen überleben.“

Wir gehen davon aus, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalrendite von staatlich geführten Betrieben bei gleichzeitiger Öffnung dieser Unternehmen für Reformen, zur Unterstützung des Privatsektors und zur Förderung einer weiteren Liberalisierung des Finanzsektors, langfristig nachhaltige Auswirkungen auf China haben werden und bei den Vorbereitungen auf eine mögliche Anerkennung als Marktwirtschaft durch die Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2016 helfen werden. Wenn man dann noch die jüngsten Maßnahmen zur Verbesserung der Marktliquidität hinzurechnet, sind die Anlagebedingungen in China unserer Meinung nach äußerst vorteilhaft.

Identifizieren von langfristigem Wachstumspotenzial 

Wenn wir uns den chinesischen Markt anschauen, müssen die von uns favorisierten Unternehmen drei Kriterien erfüllen. Ihre Geschäftsleitung, ihr Geschäftsfeld und ihre Bilanzen müssen von Qualität zeugen. Sie müssen vielversprechende Aussichten auf langfristiges Gewinnwachstum haben. Und letztendlich muss der Aktienkurs noch Raum nach oben haben, damit wir für unsere Anleger eine angemessene Rendite erzielen können.

Unternehmen, die diese Kriterien erfüllen, finden wir zweifellos unter den Nutznießern der zuvor erwähnten Initiativen zur Reformierung und Modernisierung der Staatsbetriebe und des Bankensektors. Wir sehen auch Anlagepotenzial bei Unternehmen, die an der Entwicklung der  Infrastruktur zur Unterstützung der Urbanisierung in China beteiligt sind, und bei Firmen, die sich mit der Reduzierung der Umweltverschmutzung befassen.

Ein weiterer und für uns interessanter Bereich ist der Binnenkonsum, wo die Menschen zur Verbesserung der Lebensqualität ihre Ausgaben leicht erhöhen. In diesem Bereich finden die  Veränderungen zwar lediglich schrittweise statt, sie sind zusammengenommen jedoch von großer Bedeutung, da das Durchschnittseinkommen steigt. In diese Kategorie fallen Ausgaben für Reisen und Gesundheit sowie Bildung. Der Inlandsverbrauch ist also nach wie vor ein maßgebliches Wachstumssegment.

Zu guter Letzt konzentrieren wir uns weiterhin auf Unternehmen, die sowohl in der Geschäftswelt als auch bei Privatpersonen für eine Produktivitätssteigerung sorgen. Dies beinhaltet Anbieter von industriellen Automatisierungslösungen sowie einige von Chinas dynamischsten Unternehmen, deren Absatzmarkt das bevölkerungsreichste Land der Welt ist.

In diesen Bereichen konnten wir Unternehmen mit einem hervorragenden langfristigen Gewinnwachstumspotenzial ausfindig machen, und wir sind unserer Ansicht nach gut aufgestellt, um künftig am Wachstum und der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und des chinesischen Marktes zu partizipieren.

GS&P Markt-Monitor: M&A-Aktivitaeten: Qualitaet wird bevorzugt – und bezahlt

Düsseldorf, 13. Mai 2015 - Übernahmen und Transkationen, sog. M&As (Mergers & Acquisitions), sind im Wirtschaftsleben üblich. Immer wieder werden zwecks Expansion Konkurrenten übernommen oder Firmen als Ergänzung des eigenen Produktportfolios akquiriert – wie zuletzt die angekündigte Mega-Übernahme des britischen Gas-Unternehmens BG Group durch Royal Dutch Shell für rund 73 Milliarden Euro.  

Solch große Geschäfte sind in letzter Zeit das Resultat einer Kombination aus der extremen Niedrigzinspolitik der vergangen Jahre und legalen Steuervermeidungsstrategien internationaler Konzerne, aus denen vereinzelt enorme Liquiditätspositionen in den Unternehmensbilanzen resultieren. Diese beiden Aspekte machen etwaige Übernahmefinanzierungen im Moment sehr günstig. Vor allem außereuropäische Firmen können aufgrund des günstigen Euros in Europa billig ´einkaufen gehen`. Gleichzeitig stehen alle Unternehmen unter einem hohen Erwartungsdruck, Umsatz und Gewinn zu erhöhen, da die Aktienmärkte dies in ihren Kursen teilweise schon vorweg genommen und in die Kurse eingepreist haben. Das sind für so manchen Anleger interessante Zeiten – erhoffen sich doch viele durch rechtzeitigen Kauf der Aktien eines potentiellen Übernahmekandidaten oder Akquisiteurs große Kursgewinne. Doch: Geht diese Strategie tatsächlich auf?  

Gerüchte nur als Ergänzung in der Kaufentscheidung

Die Antwort: ja, dies kann funktionieren. Die Einschränkung: Übernahmegerüchte dürfen nur einer von mehreren Gründen zum Kauf einer Aktie sein – nicht der Einzige. Ein sehr aktuelles Beispiel zeigt dies: H.J. Heinz, unter anderem bekannt für `Heinz Ketchup´, kündigte an, Kraft Foods für rund 55 Mrd. US-Dollar übernehmen zu wollen. Dadurch entsteht der am Umsatz gemessen fünftgrößte Lebensmittelkonzern der Welt – The Kraft Heinz Company. Dieser Gigant war schon lange geplant. Bereits im Februar 2013 erwarben Warren Buffet´s Berkshire Hathaway und 3G Capital die Aktiengesellschaft H.J. Heinz mit damals noch 20% Aufschlag zum aktuellen Börsenwert. Kurz darauf wurde Heinz von der Börse genommen. Der nächste Schritt war dann zwei Jahre später die Ankündigung der Übernahme von Kraft Foods durch Heinz. Also: Wer noch vor Februar 2013 bei Heinz eingestiegen war, hätte allein durch den Kauf der Investoren um Warren Buffet rund 20% verdienen können. Wer die Kraft-Übernahme gewittert hatte, noch mehr. 

Traditionell ist die Lebensmittelbranche stark durch Konzentrationsprozesse geprägt. Dabei sind die Summen, die in der Branche gezahlt werden, keineswegs gering. Teils liegen die Aufschläge auf die jeweiligen Marktpreise bei bis zu 50%. Das gilt auch für andere Branchen: aktuell stehen die Telekom- und Pharmabranche unter Konsolidierungsdruck, so dass auch dort mit erhöhten Aktivitäten zu rechnen ist. Immer wieder als potentielle M&A-Kandidaten werden der Bierbrauer SABMiller und das Pharmaunternehmen AstraZeneca – beide aus England – gehandelt. Zu beachten ist: Übernahmegerüchte bzw. eine gute Ausgangsposition für eine potenzielle Übernahme sollte man aus unserer Sicht immer nur als ergänzenden Faktor in eine Kaufentscheidung mit einbeziehen. Zentral bleiben die Kennzahlen des Unternehmens und die Geschäftsaussichten. 

Viele M&A-Aktivitäten in kommenden Monaten, wenig in Deutschland

In Deutschland ist das Pharmaunternehmen Stada aufgrund seiner vergleichsweise niedrigen Bewertung ins Blickfeld geraten. Darüber hinaus sehen wir wenig Übernahmekandidaten. Dies liegt auch daran, dass viele attraktive Unternehmen aus dem Bereich der Familienunternehmen stammen und die starken Anker-Aktionäre ein gewisses Schutzschild gegen feindliche Übernahmen darstellen. 

Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Welle der großen Fusionen und Übernahmen noch nicht abgeschlossen und noch so lange akut ist, wie die Zinsen niedrig und die Liquidität vorhanden sind. Daher macht es durchaus Sinn, etwaige Übernahmekandidaten in den jeweiligen Branchen zu identifizieren und bei entsprechender Qualität in die Portfolios aufzunehmen. Der Maßstab: Die Bewertung muss für den Übernehmenden attraktiv sein, die Akquisition zur vorhandenen Geschäftsstrategie passen. Das können sowohl Ergänzungen zum bisherigen Produktportfolio des Unternehmens – auch geografischer Natur –, eine Diversifikation bestehender Strukturen oder auch eine Vergrößerung der Wertschöpfungskette sein. 

Denn eine Regel gilt trotz Kaufrausch nach wie vor: Qualität wird bevorzugt und bezahlt.


Über GS&P Grossbötzl, Schmitz & Partner

GS&P Grossbötzl, Schmitz & Partner ist einer der traditionsreichsten und größten unabhängigen, inhabergeführten Vermögensverwalter in Deutschland. Gegründet im Jahr 1986, verwaltet das Unternehmen mit rund 25 Mitarbeitern heute ein Vermögen von insgesamt ca. 1,8 Mrd. Euro. Am Stammsitz Düsseldorf werden vermögende Privatkunden in klassischer Vermögensverwaltung sowie institutionelle Kunden betreut, die Fonds des Unternehmens werden in Luxemburg verwaltet. Um dem Ansatz eines langfristig-orientierten und risikobewussten Vermögensmanagements Rechnung zu tragen, bietet GS&P Grossbötzl, Schmitz und Partner seinen Kunden nur eine fokussierte Produktpalette in den Anlageklassen Aktien, Renten sowie Geldmarktprodukte an und verzichtet vollständig auf komplizierte bzw. unverständliche Finanzprodukte.