Die "Reformer" haben die Schlacht in Frankreichs Regierung gewonnen

Bruno Cavalier, Chefökonom bei Oddo & Cie, sieht die französische Volkswirtschaft nach der Sommerpause in einer vergleichsweise guten Verfassung. Zwar habe das Wachstum im zweiten Quartal enttäuscht, das Ziel einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1% in diesem Jahr sei dessen ungeachtet relativ komfortabel zu erreichen. Gleichzeitig werde das Versprechen erfüllt, das Haushaltsdefizit auf 3,8% des BIP zu senken, was eher selten sei. Die niedrige Teuerung unterstütze darüber hinaus die Kaufkraft der privaten Haushalte und die Arbeitslosigkeit habe anscheinend ein Plateau erreicht, was auf einen Rückgang bis zum Jahresende hoffen lasse. Dies habe es seit 2007 nicht mehr gegeben. 

Unter dem Strich hätten also die „Reformer“ die Schlacht innerhalb der Regierung gewonnen. Noch sei die Erholung aber nicht komplett und bleibe daher fragil. Denn bislang hätten vor allem die privaten Haushalte das Wachstum getrieben, der Beitrag der Unternehmen sei hingegen begrenzt gewesen. Eine detaillierte Analyse dieses Problems habe unlängst der Bericht "Le financement de l’investissement des entreprises" für den französischen Ministerpräsidenten geliefert. Demnach investierten die Unternehmen in Frankreich zwar hohe Summen, seien dabei aber wenig effizient. So würde weniger Geld für Informations- und Kommunikationstechnologie ausgegeben als in anderen europäischen Ländern. Auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung seien niedriger als in Deutschland oder den USA.

Die Details finden Sie im beigefügten Dokument in englischer Sprache.

Fidelity Makroausblick: China bleibt Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft

Globales Wachstum: Industrieländer bleiben wichtigster Wachstumsmotor

„Die Weltwirtschaft ist zuletzt stärker gewachsen, dieser Trend dürfte sich für den Rest des Jahres fortsetzen. Die kräftig gefallenen Rohstoffpreise könnten dem Konsum weltweit Auftrieb geben. Auf der anderen Seite werden sie aber auch die Schere zwischen Rohstoffexporteuren und-importeuren weiter aufgehen lassen. Vorerst werden die Industrieländer nach meiner Einschätzung der wichtigste Motor des Weltwirtschaftswachstums bleiben. Insgesamt wird das Wachstum jedoch eher moderat ausfallen. Verantwortlich dafür ist unter anderem die geringe Inflation. Da die Teuerungsrate wohl frühestens Ende des Jahres spürbar anziehen wird, werden die Notenbanken vorerst an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Unsicherheit geht von China aus: Unzureichende bzw. unangemessene Stimulusmaßnahmen könnten die Talfahrt beschleunigen und dem Welthandel einen weiteren Schlag versetzen. Das wiederum dürfte die Nervosität an den Finanzmärkten anfachen.

USA: Starker Dienstleistungssektor und Aktivitäten am Wohnungsmarkt stützen Wachstum

Bis zum Jahresende dürfte sich das Wachstum in den USA leicht beschleunigen. Die Lage am Arbeitsmarkt bessert sich stetig, wenn auch etwas langsamer. Auch der starke Dienstleistungssektor und die erhöhte Aktivität am Wohnungsmarkt stützen das Wachstum. Ebenso sollte der Konsum wieder Fahrt aufnehmen. Negativ schlägt der anhaltende Gegenwind in Form des starken US-Dollars und der schwachen Auslandsnachfrage zu Buche. Der neue Tiefstand bei den Ölpreisen wird die Energiebranche belasten. Nach wie vor ist in den kommenden Monaten nicht mit einer wesentlichen Lohn- und Preisinflation zu rechnen. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Fed die Zinsen erhöhen wird, bevor Lohnwachstum und Inflation stärker ins Plus gedreht haben. Damit könnte das Inflationsziel in weitere Ferne rücken. Eine sofortige Zinserhöhung machen die aktuellen Rahmenbedingungen meines Erachtens nicht zwingend erforderlich. Deshalb halte ich eine Zinsstraffung im Dezember weiterhin für das wahrscheinlichste Szenario.

Eurozone: Aufwärtsdruck auf die Inflation dürfte nachlassen

Die Eurozone bleibt insgesamt auf Erholungskurs, wobei sich die Wirtschaft in den Peripherieländern schneller erholt als in den Kernländern. Mit einer zwischenzeitlichen Lösung der Griechenlandkrise vor Augen sollte sich das Wachstum für den Rest des Jahres moderat beleben. Allerdings verlieren einige Faktoren, die die Erholung begünstigt haben, nun allmählich an Zugkraft. Darunter der Euro, der ausgehend von seinem Tief im April in den vergangenen Monaten um rund 5 Prozent aufgewertet hat. Zusammen mit der unverändert schwachen Auslandsnachfrage könnte das der Erholung im Export in den nächsten Wochen das Wasser abgraben. Der mit dem schwächeren Euro verbundene Aufwärtsdruck auf die Teuerungsrate wird wohl langsam nachlassen. Sollten sich die niedrigen Rohstoffpreise durchsetzen, wird dies die Inflation länger im Zaum halten. Ein Rückfall in die Deflation ist damit nicht ausgeschlossen. Konkrete Anzeichen einer Abkühlung gibt es bisher nicht. Doch ohne zusätzliche Unterstützung seitens der Politik könnte der Erholung Anfang 2016 die Luft ausgehen. Meines Erachtens wird die Europäische Zentralbank EZB deshalb ohne Wenn und Aber an ihrer quantitativen Lockerung festhalten – zumindest bis September 2016. Möglicherweise wird sie ihre Unterstützung für die Märkte sogar verstärken bzw. über diesen Zeitpunkt hinaus fortsetzen müssen, vor allem weil die Risiken ausgehend von Griechenland nächstes Jahr wohl wieder an die Oberfläche drängen werden.

Japan: Schleppende Auslandsnachfrage belastet die Aktivitäten in der verarbeitenden Industrie

Im zweiten Quartal scheint die Konjunktur an Schwung verloren zu haben, und das dritte Quartal begann verhalten. Trotz der Yen-Schwäche haben sich die Exporte nicht wesentlich erholt. Das ist auf strukturelle Gründe zurückzuführen, die Japans Wirtschaft seit Jahren lähmen. Verantwortlich ist aber auch die schleppende Auslandsnachfrage, die die Außenwirtschaft hemmt und damit auch die Aktivität in der verarbeitenden Industrie. Die nur langsam ansteigenden Löhne werden den Konsum wohl weiterhin belasten. Die Messlatte für weitere geldpolitische Maßnahmen hat die Bank of Japan recht hochgelegt, zumindest was die Inflation anbelangt. Ich gehe deshalb nicht davon aus, dass die Bank of Japan vorerst an der Zinsschraube dreht, sondern erst einmal abwartet, wie sich die etwas höheren Löhne und niedrigeren Energiepreise auswirken. 

China: Stärkere Abwertung des Renminbi nötig, um Exporte anzukurbeln

In China haben sich die Finanzierungskonditionen für Unternehmen zuletzt verschlechtert, vor allem nach dem Anstieg des Renminbi im Vorfeld der Abwertung am 11. August und – in geringerem Maße – nach dem Ausverkauf am Aktienmarkt. Mit Blick auf die Finanzierungsbedingungen könnte die Abwertung daher durchaus hilfreich sein. Um sich spürbar in den Exporten niederzuschlagen, müsste sie jedoch stärker ausfallen, vermutlich in einer Größenordnung von 20 Prozent. Weitere Hilfe für die Wirtschaft von der fiskalischen Seite wird vermutlich auch künftig über die Förderbanken China Development Bank und Agricultural Development Bank of China erfolgen. Auf diese Weise begrenzt man den Schuldenaufbau bei Geschäftsbanken und anderen Finanzinstituten. Die Stimulusmaßnahmen scheinen Ausdruck des Bestrebens Pekings zu sein, den Reformkurs fortzusetzen und ein nachhaltigeres Wachstum zu erzielen. Für das Reich der Mitte sind das gute Nachrichten. Es macht die Wachstumsstory auf der anderen Seite aber auch anfälliger für Fehler der Politik. Als ein solcher könnte sich die weitergehende Abwertung des Renminbi erweisen. Das allerdings bleibt abzuwarten und wird letztlich von den Entwicklungen in den nächsten Tagen und Wochen abhängen. Nach wie vor überwiegen die Risiken. Überkapazitäten, Kapitalabflüsse, die sinkende Wettbewerbsfähigkeit, die Antikorruptionskampagne und andere Reformbestrebungen bremsen das Wachstum nachhaltig.

Schwellenländer: Niedrige Rohstoffpreise, steigende Zinsen und Konjunkturabkühlung in China belasten die Konjunktur

Die Erholung in den Schwellenländern kommt nur schleppend voran. Für Gegenwind sorgen die niedrigeren Rohstoffpreise, die steigenden Realzinsen und die Konjunkturabkühlung in China. In Brasilien und Russland hat sich die Rezession vertieft. Eine gewisse Stabilisierung in China und bei den Rohstoffpreisen sowie ein etwas beschleunigtes Wachstum in den Industrieländern dürften helfen, die Weichen für eine Erholung in den Schwellenländern zu stellen. Allerdings dürften die ersten beiden Faktoren auf sich warten lassen, und der dritte möglicherweise zu schwach ausfallen. Die zentrale Frage lautet, ob der Aufschwung in den Schwellenländern Fuß fassen kann, bevor die Fed die Zinswende einläutet. Gelingt das, könnten sich die negativen Auswirkungen in Grenzen halten. Fraglich bleibt, ob sich die anfälligsten Länder wie die Türkei, Südafrika und Brasilien in den nächsten Monaten hinreichend gegen steigende Zinsen wappnen und damit die Zinswende der Fed weitgehend unbeschadet überstehen können.“

Carmignac: Aktuelle Marktstatements von Didier Saint-Georges

Aktuelle Marktstatements von Didier Saint-Georges, Managing Director und Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac:

„Auf Grundlage eigener Analysen und Daten ist in China auf volkswirtschaftlicher Ebene - bis jetzt jedenfalls - nichts wirklich Neues passiert. Das Wirtschaftswachstum wird auf Jahresbasis vermutlich im niedrigen 5%-Bereich liegen. Dies ist zwar eher schwach, aber darauf hatten wir ja bereits seit längerer Zeit hingewiesen. Das geringe Wachstum ist die Folge einer Kombination aus der wirtschaftlichen Restrukturierung, der monetären Verknappung und einer globalen konjunkturellen Schwäche. Nichts Neues also."

Neu ist aber folgende Mischung:

  • Die Beendigung der quantitativen Lockerung in den USA. Dieses Ereignis hat – neben anderen Entwicklungen – den Startschuss zum Abschmelzen der internationalen Devisenreserven gegeben, die China ab dem Jahr 2003 angehäuft hat.
  • Der Vertrauensverlust in die chinesischen Behörden – und zwar sowohl seitens der inländischen als auch der internationalen wirtschaftlichen Akteure aufgrund des Umgangs mit der lokalen Aktienblase und der Anpassung des Renminbi-Wechselkurses.
  • Beängstigende Berichte über eine unkontrollierte Konjunkturabschwächung in China. Unserer Auffassung nach – wie oben erwähnt – zwar unbegründet, aber mit starker Wirkung auf die Stimmungslage.


Diese neuen Ereignisse erhöhen das Risiko von Kapitalabflüssen aus China, was vielfältige Konsequenzen hätte:

  • Das Risiko einer weiteren Abwertung des Renminbi.
  • Eine solche würde andere Schwellenländer-Währungen noch stärker unter Druck setzen. 
  • Ein Export der Deflation in die Industriestaaten.
  • Aufwärtsdruck auf die US-Staatsanleihenrenditen (Auflösung von Positionen)
  • Abfederung der Auswirkungen eines deflationären Drucks auf die Renditen 
  • Eine allgemeine Liquiditätsverknappung (quantitative Verschärfung vs. quantitative Lockerung)
  • Letztlich negative Tendenz; deflationäre Auswirkungen auf Konsumausgaben und Unternehmensinvestments schwächen die Konjunktur in Industriestaaten bereits jetzt. 


Theoretisch könnten die Notenbanken der Industriestaaten jetzt natürlich noch weitere quantitative Lockerungsmaßnahmen ankündigen. Oder China könnte einen Weg finden, die Märkte wieder zu beruhigen und die Mittelabflüsse unter Kontrolle zu bekommen.

„Aber das Risiko für die Märkte, die Unterstützung durch die QE-Maßnahmen (die fünf Jahre lang ihre einzige Unterstützung waren) in einer Phase zu verlieren, in der das Wirtschaftswachstum nach wie vor sehr instabil ist, ist jetzt eindeutig gegeben – und wird vorerst auch nicht so schnell wegfallen. Außerdem bieten die Bewertungen auf ihren aktuellen Niveaus keine besonders gute Absicherung nach unten. Darüber hinaus bedarf es vermutlich einer noch kritischeren Lage, bevor die Notenbanken der Industriestaaten weitere QE-Maßnahmen beschließen."

„Dieses Umfeld rechtfertigt eine sehr vorsichtige Anlagestrategie bei unseren globalen Investments."



Über Carmignac:

Carmignac wurde 1989 von Edouard Carmignac gegründet und zählt heute zu den größten Vermögensverwaltern in Europa. Das Kapital der Gesellschaft wird zu 100 Prozent von der Unternehmensführung und den Mitarbeitern gehalten, das heißt von einem stabilen Aktionärsstamm, der den Fortbestand und die Unabhängigkeit der Gesellschaft gewährleistet. Dieser grundlegende Wert garantiert die Freiheit, die für ein auf lange Sicht erfolgreiches Fondsmanagement wesentlich ist.
Mit mehr als 55 Mrd. Assets under Management hat Carmignac eine breite Fondspalette von 23 Fonds entwickelt, die  alle Anlageklassen – Aktien, Anleihen und Mischfonds – abdeckt; mit dem Ziel einer konsequenten Erfolgsbilanz der Erträge und bei geringer Volatilität für die Anleger. Vor allem das Flaggschiff von Carmignac, der Carmignac Patrimoine, erzielte in den Jahren 2000, 2002 und 2008, während des Zusammenbruchs der Märkte, positive Renditen. Seit der Auflegung im Jahr 1989 verbucht der Mischfonds nach Abzug der Gebühren eine annualisierte Jahresperformance von 9.09 Prozent (1). Derzeit werden unsere Fonds aktiv in 12 europäischen Ländern vertrieben: Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Belgien, Italien, Deutschland, Spanien, Niederlande, Österreich, Schweden, Großbritannien und Irland. Auf internationaler Ebene verfügt Carmignac über Büros in Luxemburg, Frankfurt, Mailand, Madrid, London und Zürich. Zudem sind alle Carmignac-Fonds in Singapur für professionelle Anleger zugelassen.
auszuhändigen.

(1) Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Wertverläufe zu. Die Kosten sind in den Wertentwicklungen enthalten. Performance per Ende März 2015. Für bestimmte Personen oder Länder kann der Zugang zum Fonds beschränkt sein. Er darf insbesondere weder direkt noch indirekt einer „US-Person“ wie in der US-amerikanischen „S Regulation“ und/oder im FATCA definiert bzw. für Rechnung einer solchen US-Person angeboten oder verkauft werden. Der Fonds ist mit einem Kapitalverlustrisiko verbunden. Die Risiken und Kosten sind in den Wesentlichen Anlegerinformationen (WAI) / im Kundeninformationsdokument (KID) beschrieben. Die Prospekte, WAI / KID und Jahresberichte des Fonds stehen auf der Website www.carmignac.de/www.carmignac.at zur Verfügung und sind auf Anforderung bei der Verwaltungsgesellschaft bzw. in Österreich bei der Ersten Bank der österreichischen Sparkassen AG OE 01980533 / Produktmanagement Wertpapiere, Petersplatz 7, 1010 Wien, erhältlich. Die Wesentlichen Anlegerinformationen / das Kundeninformationsdokument sind / ist dem Zeichner vor der Zeichnung auszuhändigen.

Trotz der jüngsten Volatilitätsphase ist die Investitionsperspektive für das „Neue China“ unverändert positiv

Volatilität bietet Chancen
In den vergangenen Wochen konzentrierten sich die Nachrichten auf China. Viele Anleger äußerten Bedenken über die Geschwindigkeit des Wirtschaftswachstums und darüber, ob 7% erreicht werden können, und man machte sich Gedanken über die kürzliche Entscheidung der Regierungsbehörden zur Abwertung des Yuan. All dies traf auf eine grundsätzlich vorherrschende Nervosität, die mit dem Eintritt in einen neuen Zinszyklus in den USA einhergeht, der im September oder zumindest zeitnah eingeläutet werden wird.

Nach den Einbrüchen im Juni und Juli kam es am chinesischen Markt zu übermäßigen Verkäufen. Seit Jahresbeginn ist der MSCI China Index um 11,8% in USD gefallen und befindet sich somit wieder auf dem Niveau von Mitte des Jahres 2014.

Obwohl sich die Schlagzeilen auf China konzentrieren, sollte für einen umfassenden Zusammenhang erwähnt werden, dass die Risikobereitschaft auf breiterer Ebene zurückgegangen ist. Der MSCI Asia ex Japan Index und der MSCI Global Emerging Markets Index notierten im gleichen Zeitraum um 15,3% bzw. um 17,7% in USD schwächer. Insofern hat es den chinesischen Markt nicht am schlimmsten getroffen.

Unserer Ansicht nach sollte dies als Teil einer grundsätzlichen Reduzierung der Risikobereitschaft angesichts eines neuen Zinszyklus betrachtet werden.

Die unmittelbare Ursache liegt in Chinas Wirtschaftswachstum, jedoch ist dies nicht der einzige Grund. Wir sind davon überzeugt, dass der Rückgang nicht durch die Fundamentaldaten gerechtfertigt wird und dass durch die Konzentration auf bestimmte wirtschaftliche Datenpunkte der Umfang der Veränderung in Chinas Wirtschaft der letzten Jahre sowie die Entstehung neuer Wachstumstreiber dort nicht ausreichend erfasst werden.

Unserer Auffassung nach ist es möglich, Unternehmen zu identifizieren, die gut positioniert sind, um diese Wachstumstreiber über die kommenden drei bis fünf Jahre gewinnbringend zu nutzen. Die jüngste Volatilitätsphase sorgte für Chancen im Bereich der Titelselektion, drückte das Bewertungsniveau für Investoren und erhöhte das Potenzial für robuste Unternehmen, als Konsolidierer aufzutreten und sich noch stärker zu entwickeln.

Das Alte weicht, das Neue kommt
Die größte Sorge für Anleger liegt in der Frage, ob sich die Geschwindigkeit des Wirtschaftswachstums in China, ausgehend von dem Ziel der Regierung von 7%, noch weiter verlangsamt. Dafür werden weitläufig Indikatoren beobachtet wie beispielsweise die Stromnachfrage und die Stahlproduktion.

Unserer Erfahrung nach ist das Wirtschaftswachstum nicht zwangsläufig ein guter Maßstab für Aktienerträge, die weitaus mehr von unternehmensspezifischen Faktoren abhängen. Darüber hinaus lässt der Fokus auf solch traditionelle Einflussgrößen das Ausmaß der Neuausrichtung von Chinas Wirtschaft der vergangenen Jahre außer Acht.

Wie man an der nachfolgend aufgeführten Grafik erkennen kann, sind Schwerindustrie und Immobilien-/Infrastrukturbau seit einigen Jahren rückläufige Bereiche der chinesischen Wirtschaft. Der neue Wachstumstreiber ist der Dienstleistungssektor. Indikatoren wie Einzelhandelsumsätze, Telekommunikations-volumina und Personenverkehr weisen ein konstantes Wachstum auf. Dies gilt ebenso für Löhne, was die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen unterstützt.

Das „Neue China“ finden
Unsere Investmentstrategie ist darauf ausgerichtet, speziell von der sich verändernden Struktur der chinesischen Wirtschaft und der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors zu profitieren.

Wir halten Ausschau nach modernen, zukunftsorientierten Unternehmen mit hochqualifizierter Geschäftsführung und robusten Bilanzen, einem klaren Geschäftsmodell, das gewinnbringend genutzt werden kann, sowie mit der Fähigkeit zur Erzielung robuster langfristiger Gewinne.

Im Zuge des anhaltenden Prozesses der Urbanisierung und der Verbesserung der Umwelt in China sind Unternehmen für uns interessant, die sich an die Regierungspolitik angepasst haben. Darüber hinaus bevorzugen wir Firmen entlang der Wertschöpfungskette, die von dem steigenden Konsum und der zunehmenden technologischen Ausstattung profitieren, ebenso wie die Marken des „Neuen Chinas“, die mit den bekanntesten Namen mithalten können.

Tencent und Lenovo sind jedem bekannt, aber unserer Einschätzung nach steht Unternehmen wie Geely Automobile, einem chinesischen Autohersteller mit Absatz in der EU, und dem Körper- und Hautpflegehersteller L’Occitane, der sowohl international als auch national gut positioniert ist, eine erfolgreiche Zukunft bevor.

Dies sind zwar nur zwei Beispiele, sie stehen jedoch stellvertretend für die gut geführten, modernen Unternehmen, die man mit einer gründlichen Recherche in China finden kann. Obwohl Automobil- und Konsumwerte in der jüngsten Volatilitätsphase übermäßig stark veräußert wurden, ist die Investitionsperspektive für viele dieser Unternehmen unverändert gut. Durch das aktuell niedrigere Bewertungsniveau bieten sie ein noch stärkeres Potenzial und unser Überzeugungsgrad für diese Investitionen ist unverändert hoch.

Höheres Aufwärtspotenzial
Hierbei geht es allgemein um die Aktienkursbewertungen. Nach der Volatilitätsphase befindet sich der MSCI China Index wieder auf einem Niveau unterhalb des historischen Durchschnitts der letzten Jahre. Unter der Prämisse, dass sich die Investitionsperspektiven nicht fundamental verändert haben, sorgt diese Tatsache im Vergleich zum Jahresanfang für noch bessere Chancen.

Darüber hinaus berücksichtigt das aktuelle Bewertungsniveau nicht die verschiedenen Anreiz- und Reformmaßnahmen, die in den letzten Monaten von der Regierung angekündigt und durchgeführt wurden.  Wenn diese Berücksichtigung finden, dürften die Aktienkursbewertungen unserer Einschätzung nach höher ausfallen. Des Weiteren erkennen wir infolge der jüngsten Volatilitätsphase Potenzial für eine bessere Wertentwicklung durch Titelselektion, da sich die Marktstimmung aufhellt und Anleger sich wieder an den Fundamentaldaten von Investitionen orientieren.

Der richtige Wallgraben zur richtigen Zeit
Ein Grund dafür, weshalb wir nach Unternehmen Ausschau halten, die bei unseren Qualitätskriterien hoch bewertet werden, ist der, dass sie über das Potenzial verfügen, der Marktvolatilität zu trotzen.

In den Fällen, in denen Investoren die Fundamentaldaten eines Unternehmens überprüfen und die Firma auf Grundlage der Fähigkeit zu Erzielung eines langfristigen Ertragswachstums bewerten, hat ein Unternehmen mit stabilen Bilanzen, einer kompetenten Geschäftsführung sowie einem angesehenen und geschützten Geschäftsmodell, das sich monetarisieren lässt, das Potenzial zum Erzielen einer kräftigen und stabilen Wertentwicklung.

Warren Buffett beschreibt Unternehmen mit einem solch starken Geschäftsmodell als Unternehmen mit einem wirtschaftlichen Wallgraben. Wir würden sie als Qualitätsunternehmen bezeichnen, aber die Vorteile dürften in jedem Fall klar sein.

Unternehmen mit stabilen Bilanzen verfügen darüber hinaus über das Potenzial, unter den richtigen Bedingungen als Konsolidierer innerhalb ihrer Industrie zu agieren, den Marktanteil zu erhöhen, Mitbewerber auszuschalten und über einen Drei- bis Fünfjahreszeitraum möglicherweise das Gewinnwachstum zu steigern.

Yuan way or the other
Auch die Entscheidung der chinesischen Währungsbehörden zur Abwertung des Yuan trug zur Besorgnis der Anleger bei, die diese Tatsache sogleich als ein weiteres Anzeichen für die zunehmende Schwäche der Wirtschaft aufnahmen. Zwar haben wir nicht vorhergesehen, wie plötzlich dieser Schritt kommen würde, jedoch war die Richtung nach der langen und nachhaltigen Abwertung keine Überraschung.

Wir sehen dies als Teil einer allmählichen Öffnung des Marktes und der Währung in China, während sich die Regierungsbehörden auf die Möglichkeit vorbereiten, dass der Yuan anderen Ländern im Kreis des Sonderziehungsrechts des Internationalen Währungsfonds Gesellschaft leisten wird, was symbolisch das Ansehen der Währung fördern würde. Kurzfristig gehen wir nicht davon aus, dass weitere umfangreiche Schritte unternommen werden.

Fazit
Wir können das Aufkommen einer weiteren Volatilitätsphase zwar nicht ausschließen, sind aber der Auffassung, dass der Ausblick für Qualitätsunternehmen des „Neuen Chinas“ besser ist, als es die jüngsten Bewegungen vermuten lassen, wobei auch die positiven Schritte der Regierung noch nicht berücksichtigt wurden. Dazu zählt die jüngste Entscheidung der chinesischen Behörden, die kurzfristigen Zinssätze zu senken und Liquidität in den Bankensektor zu pumpen, was den Markt zusätzlich unterstützen dürfte.

William Fong, CFA
Investment Director, Asia Pacific Equities
Baring Asset Management, Hong Kong

To Hike or Not to Hike

This monthly macroeconomic report co-authored by ETF Securities Research and Roubini Global Economics updates to themes introduced in their Quarterly Outlook, published in June. The focus this month is on policy divergence and the Fed’s ‘Lift-Off’. Please find the full document attached on the left.

  • The attention of investors is dominated by EM turbulence and speculation about the Federal Reserve's tightening cycle. Our view on the most likely timing of the Fed's first rate hike has moved from September to December. Given current turbulence and market volatility there is a risk of further delay into early 2016 but the speed and duration of hikes after the first rate rise in nine years is still more important than the initial lift off. Persistent disinflationary pressures have made a delay until December increasingly probable, while a slower-than-normal "normalization" path after the first hike is a near certainty.
  • This is a key element of the theme of monetary policy divergence we established in January. The first hike and messaging will set the tone for the longer normalization cycle. The Fed seems likely to be followed in tightening by the Bank of England, even as other key central banks (in Europe and Japan) ease further.
  • What to watch this month: Fed policy meeting (September 17), to see whether Janet Yellen and co. take the plunge or delay until December, or even into 2016; in emerging markets, Brazil's central bank meets (September 1-2) to decide if the 14.25% interest rate will be enough to quell inflation; in Mexico, we expect Banxico to parrot the U.S. with a hike to 3.25% on September 21, if the Fed surprises markets.

Please find the Quarterly Outlook for Q3 2015 here.

Zeit für vorsichtigen Wiedereinstieg in riskantere Vermögenswerte

Nach den jüngsten heftigen Rücksetzern an den Börsen ist für Nicolas Chaput, CEO und Co-CIO, und Laurent Denize, CIO bei Oddo Asset Management, jetzt die Zeit für einen vorsichtigen Wiedereinstieg in riskantere Vermögenswerte gekommen. Zwar habe sich das makroökonomische Umfeld negativ entwickelt, es sei allerdings noch nicht rezessiv. Dessen ungeachtet sei die Verschlechterung der Wachstumsaussichten an den Kapitalmärkten aber heftig eingepreist worden. Damit seien die Bewertungen mit einem 12-Monats-Forward-KGV von 13,6 für den Eurostoxx 50 jetzt wieder vernünftig. Gleichzeitig kämen die Unternehmen weiterhin in den Genuss attraktiver Refinanzierungsbedingungen und schließlich säßen nach wie vor die Notenbanken am Ruder. In diesem Szenario seien europäische Aktien, für die das globale Umfeld eher vorteilhaft sei, Papieren aus den Schwellenländern vorzuziehen. Gleichzeitig seien US-amerikanische Aktien für das gegenwärtige Umfeld zu teuer.

Die Details finden Sie im links beigefügten Dokument in englischer Sprache.

Chinas Yuan: Der tägliche Mittelkurs wird jetzt durch den Kassakurs bestimmt

Frankfurt, 26. August 2015. Peter Sengelmann, Senior Portfolio Manager, Emerging Market & Asian Debt – Lokalwährungen und –anleihen.

Am 11. August fiel der Yuan um 1,9 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Zunächst erschien diese von der People’s Bank of China initiierte Abwertung relativ harmlos. Zum Vergleich: Als Argentinien 2001 die Kopplung des Peso an den Dollar aufgab, wertete der Peso binnen eines Tages um 40 Prozent ab. Und als die Schweiz im Januar dieses Jahres die Wechselkursuntergrenze zum Euro aufhob, wertete der Franken innerhalb kürzester Zeit um über 19 Prozent auf. Demgegenüber fiel die Bewegung des Yuan geradezu geringfügig aus.

Und dennoch reagierten die Märkte mit schweren Kursverlusten. Die Financial Times nannte Pekings überraschenden Abwertungsschritt eine „Eskalation des Währungskriegs“. Laut Guardian sei dieser Schritt als „Notsignal aus Peking“ zu sehen. Andere Analysten werteten die Abwertung als Versuch, die Exporte erneut anzukurbeln, da der chinesischen Regierung die Kontrolle über ihre Wirtschaft entglitte. Man fürchtet, der Yuan sei in eine Abwärtsspirale geraten. 

Chinas Wechselkursregime funktionierte bisher so: Die Zentralbank setzte jeden Morgen den Mittelwert bzw. Leitkurs fest und intervenierte dann im weiteren Tagesverlauf, um den Wechselkurs innerhalb einer Bandbreite von +/- 2 Prozent gegenüber dem Mittelwert zu fixieren. Kritiker werfen China seit Langem Wechselkursmanipulationen vor, um den Yuan künstlich auf niedrigem Niveau zu halten. Denn schließlich wurden die im täglichen Fixing festgestellten Devisenkurse auf eine Weise ermittelt, die niemand außerhalb der chinesischen Zentralbank nachvollziehen konnte. Doch im vergangenen Jahr konnte der Yuan sich überwiegend gegenüber dem erstarkenden US-Dollar behaupten, während andere asiatische Währungen bis Ende Juli um bis zu 8 Prozent abgerutscht waren. Daraus ergab sich während der letzten vier Monate faktisch ein fester Wechselkurs von 6,20 Yuan gegenüber dem Dollar.

Die am 11. August angekündigte Reform änderte diese Dynamik grundlegend. Die People’s Bank of China leitete  zunächst eine einmalige moderate Abwertung des Yuan ein. Nach Angaben der chinesischen Zentralbank sollte der Mittelwert nunmehr dem Schlusskurs des Vortages entsprechen und nicht mehr hinter verschlossenen Türen bestimmt werden. Dadurch konnte die Währung effektiv zu einem vom Markt bestimmten Kurs gehandelt werden. Andererseits bestand dabei aber auch das Risiko einer kurzfristigen Schwächung. Die Sorge, der Yuan könne langfristig gegenüber allen anderen Währungen deutlich abwerten, wuchs, als der Yuan am 12. August nach dem Fixing bei 6,3306 wiederum absackte. Doch China hatte nichts anderes getan, als den Worten Taten folgen zu lassen, denn der Schlusskurs am 11. August betrug 6,3250. Im Laufe von zwei Tagen verlor der Yuan 3 Prozent gegenüber dem Dollar und löste damit Angst vor einer anhaltenden Abwertung aus. 

Warum hat die People’s Bank of China ihr Wechselkursregime aufgegeben? Eine verbreitete These lautet, dass dies geschah, um das lahmende Wachstum anzukurbeln. Doch das erscheint nicht plausibel. Zum einen wirkt sich eine nominale Abwertung des Yuan um 3 Prozent kaum auf die realen effektiven Wechselkurse aus. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist der Yuan im Vergleich zu seinen Handelspartnern um etwa 32 Prozent überbewertet. China ist damit unter 60 Ländern das teuerste (mit Ausnahme von Venezuela). Demgegenüber sind Indien und Indonesien um rund 10 Prozent unterbewertet. Insofern ist die winzige Abwertung des Yuan kaum dazu angetan, die Wettbewerbsfähigkeit des Exportsektors zu stärken. 

Ferner hat die Zentralbank interveniert, um einer übermäßigen Abwertung des Yuan vorzubeugen und damit ein klares Signal gesetzt, dass durchaus kein Währungskrieg ansteht. Nur zwei Tage nach der ersten Abwertung wies die Notenbank die Staatsbanken an, ihre Dollarbestände abzustoßen und Yuan zu kaufen, um die Währung zu stabilisieren. Allein in der vergangenen Woche wurden rund 150 Milliarden Yuan ins Bankensystem eingeschossen, der größte Betrag seit Anfang Februar. Die Finanzaufsicht hat bereits ihre Bereitschaft signalisiert, bei größeren Fluktuationen einzugreifen. Auch gebe es keinen Grund für einen anhaltenden Abwärtstrend. Dementsprechend ist es den Währungshütern bereits gelungen, den Devisenkassakurs während der letzten paar Tage auf einem Niveau von ca. 6,39 zu halten.

Tatsächlich beruhte Pekings Entscheidung, den Wechselkursmechanismus zu überholen, auf der Notwendigkeit, die RMB-Wechselkursreform zu beschleunigen. Insofern flankiert die jüngste Maßnahme die Bemühungen der Regierung, den Finanzsektor und Kapitalkonten zu liberalisieren, sodass Investoren große Summen leichter aus und nach China bewegen können. Zudem ist es kein Geheimnis, dass Peking die Aufnahme des Yuan in den Korb der Sonderziehungsrechte (SZR) des Internationalen Währungsfonds anstrebt. Bislang sind dort nur US-Dollar, Euro, Yen und britisches Pfund vertreten. Voraussetzung für die Aufnahme in den Korb ist, dass die Währung „freely usable“, also frei handelbar, ist.

Der IWF nimmt die Abwertung des Yuan gelassen hin. Tatsächlich sieht der IWF diese Bewegung als einen sinnvollen Schritt, damit die Marktkräfte eine größere Rolle bei der Wechselkursentwicklung spielen können. Nach Einschätzung des IWF wird der Yuan aller Wahrscheinlichkeit nach binnen zwei Jahren freie Wechselkurse haben. Weitere Wechselkursreformen sind bereits in Arbeit, wie beispielsweise die Ausweitung der Handelszeiten für den Yuan. Auch dies fördert eine Konvergenz zwischen Onshore- und Offshore-Wechselkursen.

Die neue Realität ist, dass es keinen festen Wechselkurs für den Yuan mehr gibt. Der tägliche Mittelkurs wird jetzt durch den Kassakurs bestimmt. Das zeigt sich auch an der Annäherung zwischen eigentlichem Kassakurs und täglichem Fixing von über acht Basispunkten zu nunmehr nahezu null. Doch bevor der Yuan eine Währung mit gleitenden Wechselkursen ist, gibt es noch einiges zu tun. Noch übt die Zentralbank erhebliche Kontrolle aus und scheint entschlossen zu sein, den Kassakurs bei 6,40 zu belassen, bis der Abgabedruck nachlässt. Im Endeffekt kommt es dadurch zu einem beschleunigten Abbau der Devisenreserven. Doch die Gründe für Optimismus überwiegen: Die Entwicklung des Yuan wird ab jetzt transparenter sein.

“MARKT FLASH” La Financière de l’Echiquier

Paris, 26. August 2015 – Von Marc Craquelin, Head of Asset Management. Die europäischen Aktienmärkte haben seit dem 13. August eine scharfe Korrektur erlebt (-12.6% des Euro Stoxx 50). Die Risikoaversion wurde in erster Linie durch die weitreichende Unsicherheit in Bezug auf das chinesische Wirtschaftswachstum und den Sturzflug der Börse in Shanghai (-35% seit Mitte Juni) getrieben. Der anhaltende Fall der Rohstoffpreise und der Rücktritt von Alexis Tsipras in Griechenland verschärfen die Situation zusätzlich.

Müssen wir uns über den Ausverkauf in China sorgen? 
Die Marktunsicherheit ist nicht irrational: China allein repräsentiert 13% des globalen BIP und 30% des Emerging Market-BIP. Die Wirtschaft des Landes sendet vermehrt Signale von Fragilität. Zuletzt zeigte sich dies im Rückgang des PMI-Index für das verarbeitende chinesische Gewerbe um 0,7 auf 47,1 Punkte, dem niedrigsten Niveau seit 2009. Die Behörden haben Fehler gemacht, als sie veraltete Daten zur Stabilisierung des Aktienmarktes heranzogen. Und während die gelenkte Abwertung des Yuan mit Blick auf den Verfall der Emerging Market-Währungen gerechtfertigt erscheint, hat dies global gesehen eine Panikwelle an den Märkten ausgelöst. 

Wie entwickelt sich die chinesische Wirtschaft weiter? 
Während der generelle Ton pessimistisch ist, schließen wir dennoch die Möglichkeit einer harten Landung aus (ein plötzlicher und nachhaltiger Einbruch des chinesischen Wachstums auf 1-3%). Obwohl sich die Wirtschaftsleistung eindeutig abschwächt, befindet sie sich vor allem in einer Transformationsphase. Der Immobiliensektor und die Industrieproduktion verlieren an Schwung, während sich der Dienstleistungssektor seit Anfang 2014 belebt hat und die Konsumausgaben unverändert bei 10% liegen. Die nächste Runde der chinesischen Statistiken könnte durch Effekte aus dem Tianjin-Desaster verzerrt werden. Dennoch prognostizieren wir, dass sich das Wachstum bis Ende des Jahres stabilisieren wird.  

Was ist an den europäischen Märkten in diesem Umfeld zu erwarten?  
Während sich die Märkte auf die schlechten Nachrichten aus China fokussieren, neigen sie dazu, die guten Nachrichten aus Europa zu ignorieren. Der Anstieg der europäischen Indikatoren zu Beginn des Monats sorgte für Erleichterung nach einigen enttäuschenden Wochen. Deutsche Industrieunternehmen treiben den Aufwärtstrend, wodurch sich das Ausmaß der chinesischen Ansteckung relativiert. Das anhaltende EPS-Wachstum ist der wesentliche Katalysator für weitere Kurssteigerungen an den europäischen Aktienmärkten in den nächsten Monaten. Im zweiten Quartal veröffentlichten 66% der Unternehmen im Euro Stoxx Index höhere EPS-Zahlen als erwartet und 67% bessere als die erwarteten Verkaufszahlen.  

Fazit:
Die Situation in China veranlasst zur Vorsicht, solange kein Signal klare Gewissheit über die Dienstleistungsbranche liefert und bis eine Stabilisierung an den lokalen Aktienmärkten einsetzt. Wir haben unser Engagement in China teilweise reduziert (besonders unser Exposure in LVMH und im Automobilsektor). Mit einem Volatilitätsindex (VSTOXX) von 40,8 hat der europäische Markt zu Wochenbeginn kapituliert. Dennoch bleiben wir für die Eurozone optimistisch, die nach wie vor von einer positiven Ertragslage profitiert.  


Über La Financière de l'Echiquier
La Financière de l’Echiquier wurde 1991 gegründet und liegt zu 100% im Besitz der Führungskräfte und Mitarbeiter. Mit 8,4 Mrd. EUR AuM ist das Unternehmen eine der führenden unabhängigen Kapitalanlagegesellschaften in Frankreich. Mit 100 Mitarbeitern verwaltet das Unternehmen europäische und globale Aktien-, Misch- und Rentenfonds sowie Wandelanleihen-Fonds für Privatpersonen, Vermögensverwalter und Institutionelle Investoren.

„Die entwickelten Märkte sind mittlerweile über das Ziel hinausgeschossen“

London, 25. August 2015 – Im folgenden Interview kommentiert Steven Bell, Chefvolkswirt von BMO Global Asset Management (EMEA), London, die aktuelle Entwicklung an den weltweiten Börsen.

Herr Bell, was um Himmels Willen ist an den Börsen los?
Steven Bell: Die jüngsten Turbulenzen in China, ganz generell in den Schwellenländern und an den Rohstoffmärkten haben die Volatilität rapide nach oben getrieben, die Aktienmärkte der Industrienationen empfindlich getroffen und eine Rallye an den Anleihenmärkten ausgelöst. Die Lage in China beurteilen wir weiterhin skeptisch, die Kursverluste in den Industriestaaten hingegen sehen wir als Kaufgelegenheit. 

Sehen wir uns die Märkte im Detail an: Wie bewerten Sie die Entwicklung in China?
Bell: China hat echte – strukturelle und konjunkturelle – Probleme, die durch einige der gut gemeinten Reformen in letzter Zeit noch verschärft wurden. Die jüngste Abwertung des Renminbi etwa ist ein moderater Schritt in Richtung mehr Flexibilität, doch endet damit eine Zeit der Stabilität, und das schürt die Angst vor ‚Währungskriegen‘. Überdies hat das Kreditproblem in der Region am Markt generell zu höherer Risikoaversion geführt. Mit den Kursverlusten geht es der Übertreibung am chinesischen Aktienmarkt an den Kragen: Seit dem Kurshöhepunkt im Juni sind die Aktienmärkte um 37 Prozent gefallen, sie liegen aber immer noch 56 Prozent über dem Durchschnitt der ersten sechs Monate des Jahres 2014.

Hat Sie die Schwäche des Rohstoffmarktes überrascht?
Bell: Dass die Rohstoffpreise sowie die regionalen Aktienmärkte und Währungen wie etwa der australische Dollar daraufhin gesunken sind, ist keine Überraschung. Beim Öl ist die Schwäche Ausdruck des aktuellen und erwarteten Angebots (die Nachfrage steigt deutlich). Ganz grundsätzlich trennen sich die Börsenteilnehmer aktuell von Risiken und liquidieren Positionen.

Die Gründe für den Crash in China haben Sie erläutert, welche Gründe gibt es für den Kurseinbruch in den Industriestaaten?
Bell: Die entwickelten Märkte sind nach unserem Dafürhalten mittlerweile über das Ziel hinausgeschossen. Es besteht keine Inflationsgefahr, und auch Deflation zumindest durch sinkende Rohstoffpreise ist nicht zu erwarten. Die Bewertungen sind nicht übertrieben hoch, und die Geldpolitik bleibt nach wie vor extrem expansiv. Die USA und Europa, die zwei größten Wirtschaftsblöcke der Welt, wachsen – nicht schnell, aber doch schnell genug, um auch weiterhin für sinkende Arbeitslosigkeit zu sorgen. Die US-Notenbank hat mehrfach angekündigt, dass sie in der zweiten Jahreshälfte die Zinsen erhöhen will, sich bei dieser Entscheidung aber von der Datenlage leiten lässt. Da in den USA kaum etwas auf Inflation hindeutet, erfolgt der Zinsschritt nur bei realwirtschaftlichen Verbesserungen. In Europa und Japan ist nur die Frage, ob die Geldpolitik noch weiter gelockert werden soll.

Sie sehen also durchaus Potenzial für bestimmte Aktienmärkte?
Bell: Aus fundamentaler Sicht entwickeln sich die Aktienkurse in Abhängigkeit der Unternehmensgewinne, der Diskontsätze und der Risikoneigung. Selbst wenn die USA später dieses Jahr die Zinsen erhöhen, geht es mit den Anleihenrenditen nur langsam bergauf. Da die Geldpolitik in den übrigen Industrienationen nach wie vor extrem expansiv ist, bleibt der Diskontsatz niedrig. Die Gewinnprognosen für Europa und Japan sind gut. In Europa setzt sich der Konjunkturaufschwung fort, und die Gewinne übertrafen in den vergangenen zwei Quartalen die Erwartungen. Für die nächsten Jahre sind ausgehend vom heutigen Niveau durchaus Wachstumsraten von plus 20 Prozent denkbar. Japan erlebt echte Reformen mit stärkerer Konzentration auf den Shareholder Value. Umgekehrt sind die Gewinnprognosen für die USA wenig beeindruckend – bei den Margen besteht nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial, und die Lohnstückkosten steigen trotz lediglich moderat höherer Löhne. Der US-Dollar bleibt besonders gegenüber den Schwellenländerwährungen stark. 

Und gegenüber den Währungen der Industriestaaten?
Bell: Gegenüber dem Euro und dem japanischen Yen hat der US-Dollar in den vergangenen Tagen deutlich abgewertet. Grund hierfür sind Auflösungen bestehender Positionen und Sicherungsgeschäfte besonders im Aktiensegment. Beliebt sind bei Anlegern derzeit Übergewichtungen in europäischen Aktien, wobei das Währungsrisiko in Dollar abgesichert wird. Wenn die Kurse dieser Aktien fallen, müssen zur Anpassung der Sicherungsgeschäfte Euro gekauft werden.

Konnten Anleger sich auf eine Entwicklung, wie wir sie gerade an den Märkten beobachten, vorbereiten?
Bell: Der zentrale Multi-Asset-Fonds von F&Cs, der Diversified Growth Fund, wurde in Erwartung steigender Volatilität schon vor diesen Ereignissen vorsichtiger aufgestellt. Er hält Untergewichtungen in Aktien aus Asien ohne Japan und den Schwellenländern und präferiert Investment-Grade-Unternehmensanleihen gegenüber Hochzinsanleihen. Anders als in den USA, Großbritannien (rohstofflastig) und Asien ohne Japan, wo wir zurückhaltender aufgestellt sind, halten wir Übergewichtungen in japanischen und europäischen Aktien. Wir gehen davon aus, dass sich die Märkte in den nächsten Tagen beruhigen, und planen, unsere Übergewichtungen in europäischen Aktien – mit einer Euro-Währungssicherung – und allgemein in den Industriestaaten auszubauen. Die Währungen werden wir absichern. Über Aktien-Kaufoptionen halten wir eine Long-Position in Volatilität, die wir auch beibehalten wollen. Die jüngste Spitze bei der implizierten Volatilität halten wir allerdings für übertrieben.

ETF Securities Marktüberblick: Gold wieder als „Sicherer Hafen“?

Rohstoffe
Gold ETPs mit den größten Mittelzuflüssen seit Januar. Physische Gold-ETPs konnten vergangene Woche 230,6 Mio. USD an Mittelzuflüssen verbuchen, die negative Stimmung gegenüber Gold wurde durch steigende Preise wieder verbessert. Short-Positionen am Futures Markt verringerten sich seit 4 aufeinanderfolgenden Wochen. Obwohl mehrere Faktoren für den steigenden Goldpreis verantwortlich waren, fiel der Anstieg des VIX Index vergangene Woche um 85 Prozent besonders auf. Dies signalisiert, dass sich die Marktstimmung signifikant gedreht hat. Traditionell gilt Gold in schwierigen Marktsituationen als wichtigster sicherer Hafen. 

Acht aufeinanderfolgende Wochen an Mittelzuflüssen in Öl-ETPs bei gleichzeitig starkem Preisumfeld. Die Suche nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten setzte sich vergangen Woche fort. Long Öl-ETPs verbuchten 71,8 Mio. USD an Mittelzuflüssen. Aufgrund des weltweiten Überangebots fiel Brent um 5,3 Prozent und WTI um 2,6 Prozent auf ein 6 ½ Jahrestief. Investoren gehen bei den niedrigen Preisen von rückläufigen Investitionen aus, was zu einer möglichen Produktionskürzung führen könnte. Jedoch stiegen die Rohöllagerbestände in den USA weiter an und drückten den Preis nach unten. Zudem stieg die Anzahl an US-Ölförderanlagen wieder an. ETP Investoren müssen sich gedulden und verzögerte Reaktionen von Produzenten in Kauf nehmen.

ETFS Daily Leveraged Erdgas (LNGA) mit dem größten Mittelzufluss seit 11 Wochen. Erdgaslagerbestände steigen weniger als erwartet (53Bcf vs. 59Bcf erwartet), was zu einer Preisrallye vergangenen Mittwoch und Donnerstag führte. Die saisonal starke Nachfrage für Erdgas aus dem Energiesektor für Klimaanlagen wird voraussichtlich im Herbst zu Ende sein und könnte daraufhin zu einem Preisrückgang bei Erdgas führen. LNGA verbuchte vergangene Woche 4,3 Mio. USD an Mittelzuflüssen.

Investoren verringerten ihr Long Kaffee-ETP Exposure um 4,3 Mio. USD. Die Ernte in Brasilien geht dem Ende zu und die Dürre im vergangenen Jahr führte dieses Jahr zu kleineren Bohnenstangen, was den Preis in den vergangenen Wochen nach oben trieb. Ein warmer Winter hingegen führte zu geringen Frostschäden und damit ist das Defizit in der Qualität der Bohnen durch ein höheres Angebot wieder ausgeglichen, was die Preise wieder fallen ließ. Kaffee leidet unter einem starken brasilianischen Real, weswegen Kaffeebauern ihre Ernten aktuell günstig veräußern. Zucker konnte vergangene Woche um 1,2 Prozent steigen, da ein schwacher Monsunregen in Indien wohl zum ersten Mal seit 6 Jahren zu einem ausgeglichenen Markt führt. Long Zucker-ETPs konnten 1 Mio. USD an Mittelzuflüssen verbuchen.

ETFS Palladium Trust (PALL) mit 12 Mio. USD an Mittelabflüssen, dem größten Abfluss seit September 2014. Die Automobilnachfrage aus China ist weiterhin schwach und die Nachfrageaussichten für Autokatalysatoren, welche 70 Prozent der Palladiumnachfrage ausmachen, bleiben damit eingeschränkt. Hingegen könnten verschärfte Regulationen für Emissionen in Europa im September zu einem Anstieg der PGMs (Platinum Group Metals) führen. 

Aktien
Verstärkte Volatilität an den Aktienmärkten seit China den Yuan abgewertet hat und damit über 5 Billionen an den globalen Aktienmärkten verloren gingen. Stärkere Einkaufsmanager-Index Daten (EMI) aus Europa unterlagen den schwächeren EMI Daten aus China, was zu einem beschleunigten Abverkauf an den globalen Aktienmärkten führte. Frankreichs Wirtschaft stagnierte im zweiten Quartal und obwohl Industriedaten aus Deutschland auf ein Vier-Jahreshoch stiegen, fiel der DAX um 7,8 Prozent. Rohstoffaktien, die etwa ein Fünftel der Gewichtung im FTSE 100 ausmachen, sorgten im Index für den größten Rückgang seit Dezember. Besonders heftig traf es den bekannten Bergbaukonzern Glencore PLC, der mit einem Gewinnrückgang von 56 Prozent im 1. Halbjahr zum nächsten Opfer der fallenden Rohstoffmärkte wurde. Durch ihre geplanten Vorhaben Eland Plan in Südafrika zu schließen und 23,9 Prozent ihrer Holdings in Lonmin Plc (der weltweit drittgrößte Platinproduzent) zu investieren, erhöhte sich der Druck auf das Angebot für Platin weiter. 

Währungen
Euro, Yen und Schweizer Franken bleiben inmitten risiko-aversen Zeiten am Stärksten. Niedrig verzinste Währungen wie der Euro und Yen profitieren von den Auflösungen der Carry Trades. Dennoch könnte die anstehende Wahl in Griechenland nach Syriza‘s Parteispaltung für Risiken im Euro sorgen. Fehlende Signale aus der letzten FED-Sitzung sowie ein tiefer als erwarteter EMI Index verringerten die Wahrscheinlichkeit auf einen Zinsanstieg durch die FED im September von 50 Prozent auf 28 Prozent, was den aufwertenden US-Dollar etwas abschwächt. Die weiterhin schwachen Ölpreise lasten schwer auf dem kanadischen Dollar. Positive VPI Daten aus Großbritannien unterstützen zum Wochenstart das britische Pfund, da Investoren von Anzeichen einer möglichen Zinserhöhung in Großbritannien ermutigt wurden.

China und die Fed stürzen Anleiheinvestoren in Nöte

„China muss mit seiner Wachstumsschwäche klarkommen, die Rohstoffpreise müssen sich stabilisieren, und der Anstieg des US-Dollar muss ein Ende finden. Es wird eine Zeit zum Wiedereinstieg geben, aber es ist am besten, auf die Fed und eine nochmalige Ausweitung der Emerging Markets Spreads zu warten.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Für Anleiheinvestoren war 2015 kein gutes Jahr: Die Gesamtrenditen der Anleger liegen bei 0 oder sogar darunter, denn sowohl die Renditen sicherer Staatsanleihen als auch die Credit Spreads haben sich nach oben bewegt. Und Hoffnung auf schnelle Besserung ist nicht in Sicht – meint jedenfalls Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers: „Ich bezweifle, dass sich die Lage auf kurze Sicht deutlich bessert. Allenfalls könnte es sich derzeit auszahlen, auf höhere Durationen zu setzen, denn das Risk-Off-Sentiment zum Ende des Sommers könnte dazu führen, dass Core-Staatsanleihen sich bald wieder auf dem niedrigen Renditeniveau bewegen, das wir in der ersten Jahreshälfte gesehen haben.“

Darüber hinaus komme sicher irgendwann ein Zeitpunkt, an dem günstigere Bewertungen schwerer wögen als die fundamental begründeten Sorgen der Investoren, vor allem in den entwickelten Industrienationen, wo das gesamtwirtschaftliche Umfeld Anleihen mit Kreditrisiko nach wie vor begünstige und zudem nur geringe Zinserhöhungen zu erwarten seien. In den Schwellenländern sei die Situation dagegen nicht so einfach: „China muss mit seiner Wachstumsschwäche klarkommen, die Rohstoffpreise müssen sich stabilisieren, und der Anstieg des US-Dollar muss ein Ende finden. Es wird eine Zeit zum Wiedereinstieg geben, aber es ist am besten, auf die Fed und eine nochmalige Ausweitung der Emerging Markets Spreads zu warten.“

Insbesondere in China haben sich die Zeiten nach Ansicht Iggos rapide gewandelt. Der Dauerboom sei passé, so der Experte: „Das Wachstum hat sich halbiert, die Blase am Aktienmarkt ist geplatzt, der Leistungsbilanzüberschuss ist nicht einmal mehr ansatzweise so hoch wie in den glorreichen Jahren der vorigen Dekade, die Reserven schrumpfen, und die Zentralbank hat jüngst einer Abwertung des Renminbi um 3 Prozent zugestimmt.“ Ein Teil dieser Entwicklung sei zwar geplant und habe das Ziel, in China eine bessere volkswirtschaftliche Balance herzustellen. Allerdings sei dieser Paradigmenwechsel schmerzhaft, und der Rest der Welt fühle den Schmerz ebenfalls. Am deutlichsten gelte das jedoch für die übrigen Schwellenländer, die unter der nachlassenden Rohstoffnachfrage und dem sinkenden Handelsvolumen Chinas ebenso litten wie unter der Stärke des US-Dollar, die auf der Erwartung der Marktteilnehmer basiere, dass es in den USA bald zu Zinserhöhungen komme. „Dadurch führen selbst gute Nachrichten wie die zuletzt guten Daten vom US-Immobilienmarkt vor allem zu einer noch stärkeren Angst vor einer baldigen Zinserhöhung.“ Die Schlussfolgerung daraus ist für Iggo klar: „In gewisser Weise wäre es eine Erleichterung für die Märkte, die erste Zinserhöhung einfach hinter sich zu bringen. Das gegenwärtige Zaudern ist jedenfalls nicht hilfreich.“

Ausverkauf an den Börsen – eine Einschätzung

Fidelity Marktkommentar: „Die Schwankungen an den Aktienmärkten dürften zunehmen – ehrlich gesagt waren sie in den vergangen 12 Monaten auch fast zu niedrig. Solange die US-Wirtschaft stabil bleibt, dürfte die Welt aber nicht in eine Rezession rutschen. Trotz der zunehmenden Marktschwankungen sprechen Unternehmensdaten und globales Umfeld weiter für Aktien. Was wir sehen, ist eine Korrektur und nicht der Start eines Bärenmarkts.

Für den Kurssturz am chinesischen Markt sind mehrere Faktoren verantwortlich. Einerseits mehren sich die Zeichen für eine Wachstumsabkühlung. Etliche Indikatoren wie der Autoabsatz, Stromverbrauch und Einkaufsmanagerindex bewegen sich im negativen Terrain. Andere Indikatoren wie die Einzelhandelsumsätze und die Kreditvergabe wachsen langsamer. Auch der Reformmotor ist ins Stottern geraten. Beim Umbau der Staatsbetriebe scheint der Eifer der Privatisierung und für mehr Wettbewerb zu erlahmen und einer Konsolidierung von Wirtschaftszweigen Platz zu machen. Als Herzstück der Reform sollte den Marktkräften eine größere Rolle zugebilligt werden. Diesen Grundsatz scheint man in den letzten Wochen fallen zu lassen zugunsten verstärkter Eingriffe in den Markt. Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir es in China mit einer Abkühlung und nicht mit einem Einbruch zu tun haben. Denn auch wenn die Reformen aktuell etwas stocken, werden sie fortgesetzt. So birgt das ehrgeizige Vorhaben der 'neuen Seidenstraße' interessante Möglichkeiten. Und die Abwertung des Renminbi ist Ausdruck einer Öffnung des Kapitalverkehrs. Eine Panikreaktion auf die Wirtschaftsentwicklung sehe ich darin nicht. Weitere Lockerungsmaßnahmen wie die Senkung des Leitzinses und der Mindestreservequote sind wahrscheinlich. Sie dürften der Wirtschaft und den Aktienmärkten helfen.

China bleibt ein Risiko, auch für den japanischen Aktienmarkt. Aktuell ist der japanische Aktienmarkt in einer zwischenzeitlichen Konsolidierungsphase. Insgesamt ist er allerdings aufgrund seiner günstigen Bewertungen und dem positiven Ausblick für das Gewinnwachstum der Unternehmen im Vergleich zu den übrigen entwickelten Märkten gut aufgestellt. Zudem sind die japanischen Unternehmen dabei, ihre Corporate Governance – lange ein Schwachpunkt Japans – zu verbessern. Ich gehe zudem davon aus, dass der Finanzsektor in Japan sich im Zuge der Zinserhöhung in den USA gut entwickelt.

Der deutsche Aktienmarkt ist in den vergangenen drei Monaten stärker abgestraft worden als der europäische Gesamtmarkt, die heimischen Aktien sind in meinen Augen nun überverkauft. Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt der Dax unter dem europäischen Durchschnitt. Das ist nicht gerechtfertigt. Dabei muss man berücksichtigen, dass nur rund 10-15 Prozent der Erträge deutscher Unternehmen aus China kommen. Zudem nicht alle Exportgüter, die von Investitionsgütern bis hin zu Luxusartikeln reichen, von einer Wachstumsabkühlung gleich stark betroffen. Insgesamt gehe ich davon aus, dass die Gewinne deutscher Unternehmen in diesem Jahr um 7-10 Prozent steigen werden. Tatsächlich haben die meisten Unternehmen mit ihren Gewinnausblicken im zweiten Quartal positiv überrascht. Unterstützt wird dieser Ausblick auch von einem der wichtigsten Indikatoren, dem Einkaufsmanagerindex, der weiter von globalem Wachstum ausgeht."

Schrumpfende Margen für deutsche Autohersteller – Zalando und Wirecard auf Erfolgskurs

GAM Marktkommentar: 

Die Krise in China trifft weite Teile des europäischen Aktienmarkts. Schwer zu leiden haben deutsche Autohersteller. Laut Niall Gallagher, Fondsmanager des GAM Star European Equity, werden die Margen von Volkswagen und BMW aufgrund der jüngsten Entwicklungen signifikant fallen. „Deutsche Hersteller sind die größten ausländischen Anbieter im chinesischen Markt. Im Vergleich zum europäischen Absatzmarkt erzielen die Deutschen hier drei bis vier Mal so hohe Margen – jedenfalls bisher“, erklärt der Fondsmanager. Weil sich in China die Wirtschaft abschwäche und das Wachstum in Europa wieder anziehe, verschiebe sich die Nachfrage geografisch. Damit sei zwar ein relativ gleichbleibendes Absatzvolumen gesichert, tiefere Margen jedoch unvermeidlich. Um diese Schwankungen zu vermeiden, bevorzugt der Fondsmanager bei seinen Investitionen seit langem Automobilzulieferer, wie den Reifenhersteller Continental: „Die Margenstruktur zwischen Europa und China ist in diesem Segment nicht radikal anders, daher wirkt sich eine geografische Verschiebung der Nachfrage nicht so stark auf die Erträge der Zulieferer aus“, so Gallagher.

Zwei deutschen Einzeltiteln schenkt der Fondsmanager derzeit besonders große Aufmerksamkeit: Zalando und Wirecard. Der Onlinehändler Zalando baut seinen Marktanteil in den Hauptabsatzmärkten weiter aus und erwirtschaftete im letzten Halbjahr einen Ertragszuwachs von über 30 Prozent. „Wir glauben, dass Zalandos Rentabilität deutlich höher ist als es die derzeitigen Markterwartungen vermuten lassen“, so der Fondsmanager. Laut Gallagher habe auch das Finanztechnologieunternehmen Wirecard überzeugende Zahlen präsentiert, unter anderem ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent. Wirecard startete mit der Verarbeitung von Onlinezahlungen, doch mit wachsendem Kundestamm entwickle sich das Unternehmen derzeit weiter und baue das Angebot aus. „Ein besonders hohes organisches Wachstum ist Wirecards herausragender Vorteil“, erklärt der Experte. So dürfte das Unternehmen besonders vom Trend hin zu neuen Zahlungsformaten im Onlinehandel profitieren. Zudem würden über 20 Prozent der Einnahmen aus Asien stammen, wo die Perspektiven noch attraktiver seien als in Europa. „Aufgrund dieser Tatsachen sind wir der Überzeugung, dass das Unternehmen weiterhin sehr günstig bewertet ist“, schlussfolgert Gallagher.

EM-Regierungen reagieren unterschiedlich auf wirtschaftliche Probleme – politische Risiken in EM nehmen zu

Maarten-Jan Bakkum, Emerging Markets-Stratege bei NN Investment Partners. Wirtschaftliche Schwäche, eine wachsende Zahl von Firmenpleiten, rapide ansteigende Arbeitslosenzahlen, höhere Zinsen, rückläufiges Kreditgeschäft, schwächelnde Währung – all das erhöht zwangsläufig den Druck auf das politische System. Inwieweit sich eine politische Krise vermeiden lässt, hängt letztlich vom Ausmaß der wirtschaftlichen Probleme und der Leistungsfähigkeit der politischen Institutionen ab. 

Nach rund fünf Jahren rückläufigen Wirtschaftswachstums und wiederholter Wechselkurskorrekturen nehmen die Spannungen in den aufstrebenden Volkswirtschaften deutlich zu. Das zeigt sich unter anderem am Finanzsystem: Die Zahl der Firmenpleiten steigt, während die Gewinne der Banken rapide sinken. Aber auch gesellschaftlich und politisch macht sich der Abschwung bemerkbar: Steigende Arbeitslosenzahlen und Zinsen höhlen die Kaufkraft aus, während die Regierungen mit wachsenden Defiziten und sinkendem Rückhalt in der Bevölkerung zu kämpfen haben. Es braucht Reformen, um der Wirtschaft eine Atempause zu verschaffen, doch die Furcht vor unpopulären Entscheidungen lähmt jetzt das System. Die Wirtschaftskrise verändert die Gemengelage innerhalb und außerhalb der Regierungen, führt zu gegenseitigen Vorwürfen sowie Enthüllungen von Machtmissbrauch. Nicht von ungefähr kommen Korruptionsskandale gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ans Licht. 

Jedes Land geht anders mit zunehmenden wirtschaftlichen Problemen um. In Ländern mit autokratischer Tradition verschärfen die Regierungen die staatliche Kontrolle; Pressefreiheit und Bürgerrechte leiden. Das war in den letzten Jahren in Russland, Thailand, China und der Türkei zu beobachten. Offizielle Antikorruptionskampagnen sowie Konflikte mit ausländischen Mächten dienen dabei zur Ablenkung von den wahren Problemen im Land.

In Ländern, in denen demokratische Traditionen stärker verwurzelt sind oder die Regierungen weniger Kontrolle über Gesellschaft und Institutionen ausüben können, eskalieren die Konflikte in der Regel im politischen System. Korruptionsskandale werden instrumentalisiert, um politische Rechnungen zu begleichen. Südafrika und vor allem Brasilien und Malaysia sind Paradebeispiele für diese Kategorie. Der Schmiergeldskandal rund um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras und die Protestwelle gegen Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff haben das Land in Aufruhr versetzt; wie es weitergehen soll, ist ungewiss. In Malaysia geht es um staatliche Gelder, die auf das Konto von Malaysias Premier Najib geflossen sein sollen. Dieser Skandal könnte das prekäre Gleichgewicht in Malaysia, mit seinen unterschwelligen ethnischen Spannungen, völlig aus dem Lot bringen.

Die politischen Risiken in den aufstrebenden Volkswirtschaften – ob erster oder zweiter Kategorie – steigen rapide. Das erklärt zumindest teilweise, warum es an den Anleihe- und Devisenmärkten weiterhin abwärtsgeht. Korruptionsskandale, Regierungskrisen und zunehmende Repressalien unterminieren die Reformbestrebungen. Und Reformen sind dringend geboten, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte abzubauen, das Investitionsklima zu verbessern und die Weichen für erneutes Wachstum zu stellen.

Commodities slide as investors misread policy signals

Confusion around China’s currency policy drives volatility across the commodity complex. With many market participants thinking the change in Chinese currency policy was a competitive devaluation rather than a move to introduce more market dynamics, fears that the authorities have become desperate to reignite economic growth has led to a sell-off in cyclical commodities. At the same time, the gold price has benefited, reversing some of the negative sentiment towards the metal we have seen in past months. As the dust settles, we believe that industrial metals will grind higher as supply tightens and the market realises that Chinese demand is not bad as feared. Although consensus expectations are for a Federal Reserve rate hike in September, recent Fed minutes indicate it is not a sure thing and so some of the US dollar pressure on commodities may ease. The capitulation in oil prices has driven demand higher and will likely provide high-cost producers the incentive to cut back on production. US$200bn of capex cuts have announced across the oil and gas sector, which will help the market come closer to balance as we move toward year-end and into 2016.

Please find ETF Securities' Commodity Monthly Monitor attached on the left.

BMO REP: Ertragswachstum bei UK-Gewerbeimmobilien

München / London, 20. August 2015. Die Erträge aus Investitionen in Gewerbeimmobilien im Vereinigten Königreich (UK) haben im zweiten Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal erstmals wieder zugelegt, nachdem die Entwicklung in den drei vorangegangenen Quartalen jeweils rückläufig war. Das geht aus dem aktuellen „Market Review & Outlook“ von BMO Real Estate Partners (BMO REP, vormals F&C REIT Asset Management) für den UK-Immobilienmarkt hervor. Demnach warfen UK-Gewerbeimmobilien im zweiten Quartal 2015 einen Gesamtertrag (Wertänderung plus laufender Ertrag) in Höhe von 3,5 Prozent ab. Im vorherigen Dreimonatszeitraum waren es 2,9 Prozent.

Angesichts der anhaltend positiven Entwicklung hat der Asset Manager die Prognose für die Wertentwicklung im gesamten Jahr 2015 erneut leicht nach oben korrigiert. Erwartet wird nun ein Gesamtertrag in Höhe von 13,5 Prozent; die vorherige Prognose hatte bei 13,1 Prozent gelegen (alle Angaben auf Pfund-Sterling-Basis). Für die kommenden fünf Jahre geht BMO REP von einem durchschnittlichen Total Return von 7,8 Prozent aus (vorherige Prognose: 7,9 Prozent).

„Investments in UK-Gewerbeimmobilien in Core-Märkten stehen trotz der starken Preisentwicklung der vergangenen Monate unverändert für gute Aussichten auf Wertstabilität“, sagt Guy Glover, Fund Manager und Experte für den UK-Immobilienmarkt bei BMO REP. In den Märkten in Central London sowie im wirtschaftsstarken Südosten des Landes werden die Immobilienerträge in den kommenden Jahren voraussichtlich über dem landesweiten Durchschnitt liegen. „Der Abstand zu den anderen Regionen könnte sich aber perspektivisch verringern, insbesondere wenn die hohe Nachfrage nach Flächen in London dazu führt, dass das Entwicklungsvolumen wieder zulegt“, so Glover.

Grundsätzlich bieten laut BMO REP die wirtschaftlich starken Regionalzentren sowie kleinere Städte mit günstiger Wirtschaftsstruktur und hoher Attraktivität als Tourismusziel ebenfalls die Perspektive auf stabile bis steigende Immobilienerträge. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der Annahme, dass sich Immobilienkäufer starken gut vermieteten Objekten in den Regionen außerhalb Londons zuwenden, da hier höhere Renditen zu erzielen sind. Die Gesamtrenditen werden sich in Zukunft wieder stärker aus dem laufenden Ertrag speisen, nachdem sie aktuell und in der jüngeren Vergangenheit vor allem auf das Wertwachstum zurückgehen bzw. -gingen.

GAM: Öffnung der Börse Saudi-Arabiens bietet ausländischen Investoren vor allem langfristig Chancen

Auch zwei Monate nach der Öffnung der saudischen Börse Tadawul für ausländische Investoren gilt es vorsichtig zu bleiben – trotz des gestiegenen Anlegerinteresses. Dies ist die Meinung von Enrico Camera, Fondsmanager des GAM Star (Lux) Emerging Alpha. Trotz des aktuellen Markt-Hypes rechnet der Experte damit, dass die Kapitalzuflüsse wieder abnehmen werden: „Vergleichsweise hohe Transaktionskosten und eine nur langsame Anpassung an internationale Rechnungslegungsstandards dürften die Kapitalzuflüsse dämpfen“, sagt Camera. 

Öffnung könnte langfristig bedeutende Investitionsmöglichkeit darstellen

Als größte Volkswirtschaft des Nahen Ostens könnte das Land bis 2017 durch die Aufnahme in den MSCI-EM-Index von einem Frontier-Market in den Status eines Emerging Market heraufgestuft werden. Marktteilnehmer hatten denn auch weitgehend positiv auf die Öffnung des Aktienmarktes für qualifizierte Finanzinvestoren vor zwei Monaten reagiert. Sie erwarten, dass die Marktöffnung zu einem schrittweisen Zufluss ausländischen Kapitals führen wird. „Die Öffnung des Marktes könnte zukünftig eine bedeutende Investitionsmöglichkeit darstellen, da Saudi-Arabien nicht nur über einen großen Aktienmarkt verfügt, sondern auch großes Wachstumspotential bietet“, bemerkt der Experte. Mit der Öffnung des Marktes will Saudi-Arabien ausländisches Kapital anziehen, um die fehlenden Deviseneinnahmen aus dem gesunkenen Ölpreis zumindest teilweise kompensieren zu können. 

Binnennachfrage stärkt Einzelhandel, Kraftstoffvertrieb und Transportwesen

„Investoren sollten grundsätzlich vorsichtig agieren, da die saudi-arabische Wirtschaft wegen der mangelnden Strukturreformen sehr stark den Folgen der Ölpreisschwäche ausgesetzt ist“, so Camera. „Wir identifizieren Möglichkeiten hauptsächlich im Einzelhandel, dem Kraftstoffvertrieb und Transportwesen – Industrien, die von der robusten Binnennachfrage und einer wachstumsfördernden Konkurrenzdynamik profitieren sollten. Für die zweite Jahreshälfte meiden wir den Energie-, Material- und Finanzsektor, deren Ertragsdynamik vor dem Hintergrund niedriger Ölpreise und der Abwesenheit einer restriktiveren Geldpolitik herausfordernd bleibt. Alleine der Energie- und Finanzsektor zusammen repräsentierten zusammen derzeit zirka 75 Prozent der Gesamtmarktkapitalisierung des Tadawul-Index. Ein Hinweis darauf, dass die starke Marktperformance im Rest des Jahres wahrscheinlich nicht anhalten wird“, so Camera. Dies nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der positive Performance-Trend auf breiter Ebene zu deutlichen höheren Bewertungen geführt habe. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liege derzeit bei rund 16. „Der Markt handelt momentan mit einem deutlichen Aufschlag sowohl im Vergleich zu früher als auch im Vergleich mit den durchschnittlichen Bewertungen anderer Schwellenländer-Börsen“, schlussfolgert Camera.

Marktschwäche sorgt für Kaufgelegenheit bei deutschen Aktien

Bekommt Deutschland einen Schnupfen, wenn China niest?
Die Abwertung des Yuan durch die People’s Bank of China (PBOC) vom 11. August rief an den globalen Märkten Volatilität und Unbehagen hervor. Auch in Deutschland, wo erfolgreiche Exportunternehmen in den letzten zehn Jahren ein expansives Umsatzwachstum durch den Handel mit China verzeichneten, trübte sich die Marktstimmung ein.

Angesichts der Besorgnis um einen möglichen „Grexit“ musste der deutsche Aktienmarkt, ausgehend von den im April erreichten Höchstständen, einen schrittweisen Rückgang hinnehmen. Nachdem die Sorgen um einen Grexit mittlerweile nachgelassen haben, sackte der Dax 30 nun aufgrund der Maßnahme der PBOC innerhalb von nur zwei Tagen um insgesamt 6% ab.1  

Unserer Einschätzung nach war die Reaktion auf diese externen Faktoren übertrieben. Aus diesem Grund haben wir die jüngste Marktschwäche als Kaufgelegenheit zulasten unserer Kasseposition genutzt. Die Währungsabwertung kam zwar überraschend, was zu Verunsicherung an den Märkten führte, sie fiel allerdings vergleichsweise gering aus, da der Yuan gegenüber dem Euro lediglich 2,3% einbüßte.2  

Bei Unternehmen mit umfangreichem Exportabsatz nach China, in die wir investiert sind, zeigen unsere Analysen, dass die Wechselkursveränderungen den Ausblick für unsere Investitionseinschätzungen nicht wesentlich verändert haben. Wir gehen also nicht davon aus, dass der stärkere Wechselkurs von Euro zu Yuan ein Niveau erreicht hat, das die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen signifikant schädigen könnte. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass der Yuan gegenüber dem Euro seit Jahresbeginn um 13,5% aufgewertet hat.2

Ein auf Unternehmen ausgerichteter Ansatz
Wir vermeiden einen obsessiven Fokus auf die gesamtwirtschaftliche Lage, die die Marktstimmung leicht drehen kann, und konzentrieren uns stattdessen auf solche Faktoren, auf die es bei Aktienanlagen hauptsächlich ankommt, nämlich die Qualität der Unternehmen an sich. Wir sehen viele Beispiele für deutsche Qualitätsunternehmen, die weltweit und auch in China expandieren, obwohl sich die Konjunktur dort abschwächt.

Mercedes Benz ist ein solches Beispiel. Das Unternehmen ist die Vorzeigemarke für Luxus- und Nutzfahrzeuge und befindet sich im Besitz der Daimler AG - ein Konzern, den wir im Portfolio halten. Der deutsche Autohersteller verfügt über eine attraktive, gefragte Produktpalette, die auf dem chinesischen Markt nach wie vor erfolgreich ist.
 
Mercedes verbuchte im Juli einen Umsatzanstieg von 35,2% im Vergleich zum Vorjahr, womit das gesamte Umsatzwachstum der ersten sieben Monate des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 21,7% liegt.3 Diese Zahlen beziehen sich allein auf China, einen Markt, der etwa ein Fünftel des Juli-Umsatzes von Mercedes ausmachte. Weltweit stieg der Umsatz des Unternehmens in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 14,7%, womit ein Rekordabsatz von einer Million mehr verkaufter Fahrzeuge erreicht wurde. Der Erfolg von Mercedes beruht nicht auf gesamtwirtschaftlichen Trends, sondern vielmehr auf der Tatsache, dass es ein gut geführtes Unternehmen mit einer attraktiven Produktpalette ist, die gefragter ist als die von vielen Mitbewerbern.

Ausblick
Wenn wir uns den deutschen Aktienmarkt insgesamt anschauen, sind wir optimistisch. Deutsche Aktien bieten im Vergleich zum breiteren europäischen Markt die Aussicht auf ein überdurchschnittlich hohes Ertragswachstum. Die Ertragsprognose der kommenden 12 Monate für den HDAX Index beträgt 15,9%, verglichen mit 8,7% für den MSCI Europe Index. Unserer Auffassung nach dürfte dies sogar leicht konservativ geschätzt sein.4 Im zweiten Quartal sahen wir bereits positive Ertragskorrekturen und wir gehen davon aus, dies auch im dritten Quartal vermehrt beobachten zu können. Mit einem erwarteten KGV über 12 Monate von 15,3 im Vergleich zu 16,7 werden deutsche Aktien trotz dieser Tatsache aktuell mit einem Abschlag zu europäischen Aktien gehandelt.5  

1 Quelle: Bloomberg, Stand 12. August 2015
2 Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand 13. August 2015
3 Quelle: Daimler AG, Stand 6. August 2015
Quelle: Thomson Reuters Datastream und IBES, Stand 31. Juli 2015
5 Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand 13. August 2015

                                                                   
Robert Smith
Investment Manager, Baring German Growth Trust
Baring Asset Management, London

China erhöht weltweiten Deflationsdruck – Brasilien kämpft weiterhin mit Inflation

GAM Marktkommentar: 

Angesichts des Konjunkturrückgangs in China sind weitere Währungsschritte durch die chinesische Zentralbank wahrscheinlich. Das ist die Einschätzung von Adrian Owens, Währungsexperte und Fondsmanager des GAM Star Global Rates. „Mit der aktuellen Abwertung um 3,5 Prozent ist noch nicht einmal ein Drittel der Wertsteigerung des vergangenen Jahres rückgängig gemacht“, erklärt Owens. Der Renminbi habe seit 2011 handelsgewichtet um mehr als 30 Prozent aufgewertet. Schwache Wirtschaftsdaten dürften deshalb zur weiteren Abwertung der chinesischen Währung führen. Dies hätte laut Owens allerdings weitreichende Auswirkungen: „Verfolgt die Notenbank ihre Politik weiter, dann erhöht sie gleichzeitig auch weltweit den Deflationsdruck.“

In Brasilien hingegen ist laut Owens die Inflation eine große Herausforderung: „Brasilien kämpft gegen hohe Inflation und hebt deswegen seit zwei Jahren immer wieder den Leitzins an. Im vergangenen Monat gab die Zentralbank erstmals Hinweise darauf, dass ein Ende der Zinserhöhung in Sicht ist“, so der Fondsmanager. Für die Inflationsentwicklung gebe es mehrere Gründe. Einer der wichtigsten sei jedoch die Senkung der Staatsausgaben und die zeitgleiche Erhöhung von Steuern und Strompreis. Zudem verschlechtere sich die Wirtschaft. Das Unternehmer- und Verbrauchervertrauen sei unter das Niveau von 2008 gefallen und die Arbeitslosigkeit steige. 

Laurence Kubli: kritisiert das Aufkaufprogramm der EZB für Asset Backed Securities (ABS) und aktuelle Regulierungen für Wertpapiere

  • Die Fondsmanagerin des JB ABS Fund bewertet die Idee hinter dem ABS-Aufkaufprogramm der EZB positiv; die Umsetzung jedoch enttäuschte
  • Das ABS-Aufkaufprogramm startete im November 2014. Die EZB setzte sich das Ziel, über einen Zeitraum von zwei Jahren ABS im Wert von rund 50 Milliarden Euro p.a. einzukaufen 
  • Bisher kaufte die EZB jedoch nur Wertpapiere für etwa 10 Milliarden Euro 
  • Daneben ist die Regulierung für Kubli ein zweites wichtiges Thema – die neuen Verordnungen haben sich für die Anlageklasse als eher negativ erwiesen: Die Verbesserungen bei der Gewichtung als Risikokapital seien nur minimal, das führe zu höheren Spreads bei europäischen ABS

ETF Securities - Wöchentlicher Marktüberblick 17.08.2015

Die Entscheidung der Chinesischen Zentralbank (Peoples Bank of China - PBOC), die Währung vergangene Woche um kumulative 5 Prozent abzuwerten, sowie die Fixingmethodik für den CNY zu ändern, sorgte für negative Reaktion in sämtlichen Anlageklassen. Investoren wurden defensiver und verabschiedeten sich von zyklischen Vermögenswerten. Rohstoffsektoren die besonders dem chinesischen Wirtschaftswachstum ausgesetzt sind, wie Energie und Industriemetalle, sahen einen reflexartigen Preiserutsch Reaktion auf die Ereignisse. USD-Schwäche half Rohstoffen zu einer gewissen Erholung, da die Erwartungen einer Zinserhöhung nach hinten geschoben wurden. Viele Rohstoffpreise gaben zunächst um mehr als die Änderung des CNY / USD nach, was darauf schließen lässt, dass die Marktstimmung der Treiber ist und nicht Fundamentaldaten.

Rohstoffe
Fallende Ölpreise locken Investoren

WTI und Brent ETPs mit 48,2 Mio. USD und 12 Mio. USD Nettomittelzuflüssen, der siebten Woche in Folge. Der monatliche Bericht der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bestätigt, dass die OPEC weiterhin die Welt überversorgt, wobei die gemeinsame Fördermenge 31,5 Mio. Barrel pro Tag (mb/d) im Vergleich zur Zielproduktion von 30 mb/d überstiegen hat. Investoren fanden Unterstützung durch den monatlichen Bericht der Internationalen Energie Agentur (IEA), der für 2015 die globalen Wachstumsaussichten nach oben revidierte, und eine Erhöhung der Nachfrageerwartungen von 1,6 mb/d im Jahr 2015 erwartet, dem größten Wachstum in fünf Jahren. Die wöchentliche Veröffentlichung der US Energy Information Agency (EIA) zeigte, dass US-Rohöl-Vorräte um 1,7 Mio. Barrel sanken, knapp unter den Erwartungen. Allerdings zeigten der EIA Bericht auch, dass die Rohöllagerbestände das Vorjahresniveau um 86,5mn Barrel übertreffen und 93,2mn Barrel über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Der WTI-Rohölpreis fiel auf ein 6 ½ Jahres-Tief von 41,3 USD pro Barrel, deutlich niedriger als sein globales Pendant Brent-Öl, welches unter 50 USD pro Barrel fiel, und sich der Preisabschlag auf 7 USD pro Barrel ausweitete. Dies ist auf steigende Lagerbestände in Cushing zurückzuführen. Rohölimporte für die Woche lagen bei 7,5 mb/d im Vergleich zu 7,18 mb/d in der vergangenen Woche. Offenbar nutzte China die niedrigeren Ölpreise für die eigenen Importe und nahm ein Rekordvolumen von 30,71 Mio. Tonnen Rohöl in den ersten 7 Monaten des Jahres ab, 10 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Verkäufe in Höhe von 106,2 Mio. USD aus Gold ETPs markierte die 13. Woche in Folge von Nettomittelabflüssen. Chinas Reformen der Währungspolitik unterstützte Gold, das auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1.120  $/oz stieg. ETP Investoren nahmen Gewinn mit, woraufhin die Abflüsse sich erneut beschleunigten, nachdem in der Woche diese sich zu verlangsamen schienen. Das World Gold Council (WGC) hat in ihrem Bericht die schwache Nachfrage nach dem gelben Metall im 2. Quartal hervorgehoben, wobei die Verbrauchernachfrage in Indien und China um 25 Prozent bzw. 3 Prozent gefallen ist. Das WGC erwartet jedoch, dass die aktuellen niedrigen Preise die Nachfrage der Verbraucher in diesen Ländern in ähnlicher Weise antrieben werden, wie sie es bereits in 2013 getan hatten.

Agrarwirtschaft ETPs weiterhin mit starken Zuflüssen. ETFS Agriculture (AIGA), ETFS Wheat (WEAT) und ETFS Corn (CORN), sahen allesamt die dritte Woche in Folge Zuflüsse, dieses Mal in Höhe von 6,6 Mio. USD, 2,3 Mio. USD und 2,6 Mio. USD respektive. In ihrem aktuellen Monatsbericht hob die USDA seine US-Maisproduktions-Prognosen um 1,2 Prozent an, woraufhin der Preis um 1,6 Prozent über die Woche nachgab. Doch mit einer höher werdenden Wahrscheinlichkeit, dass El Nino die zu Produktionsunterbrechungen noch in diesem Jahr führen kann, haben sich ETP Investoren bei Mais in Erwartung einer Preiserholung positioniert.

Abflüsse aus Kaffee ETPs auf dem höchsten Stand in 10 Wochen. Preise für Arabica-Kaffee stiegen um 10,3 Prozent in der vergangenen Woche, woraufhin es zu Gewinnmitnahmen kam. Die Preise stiegen obwohl die IBGE, ein offizielles Statistikinstitut der brasilianischen Regierung, die Prognose der brasilianischen Kaffee Ernte um 800k-Säcke auf 44,2 Mio. Säcke anhob.

Aktien
Europäische Aktien mit Verlusten, da chinesische Reformen Luxusgüter und Autosektor trafen. Die europäischen Aktien Benchmarks öffneten die Handelswoche mit Verlusten, im Einklang mit anderen globalen Börsen, da die Anleger die potenziell negativen Auswirkungen eines schwächeren Renminbi für die chinesische Wirtschaft verdauten. Sektoren wie Grundstoffe, Luxusgüter und Autos waren am schlimmsten betroffen. Die überraschend schwächeren Q2 BIP-Zahlen aus Deutschland und Frankreich beeinträchtigten die Anlegerstimmung ebenfalls. Im Gegensatz dazu haben die Chinesen Aktienmärkte nicht überreagiert, anders als viele andere Börsen, und die Woche mit Gewinnen abgeschlossen, trotz der schwächer als erwarteten Daten der Industrieproduktion und des Einzelhandels.

Währungen
Chinesischen Renminbi nach neuen Reformen um fast 5 Prozent abgewertet. Die signifikante Änderung der Politik war es jedoch, den neuen Renminbi Fixingkurs gegenüber dem Vortagesschlusskurs der CNY Rate zu setzen. Die Entscheidung der PBOC ermöglicht eine größere Wechselkursflexibilität und Transparenz von CNY Preisen. Als Grund der Reform gab die PBOC an, einen stärker vom Markt bestimmten Wechselkurs fördern zu wollen und nicht, um einen Währungskrieg zu starten. Wir halten dies als Fortschritte hin zu einem vom Markt bestimmten Wechselkurs, was vorteilhaft für eine etwaige Aufnahme in den IWF-SZR ist. In der Tat begrüßte der IWF dies als einen „willkommenen Schritt“. Nichtsdestotrotz hat der IWF geäußert, dass die chinesische Politik „keine direkte Auswirkungen" für eine etwaige SZR Aufnahme hätte. Sowohl der AUD als auch NZD verlorenen an Boden, da die Märkte teurere Exporte nach China erwarten und entsprechend geringere Nachfrage. Für beide Währungen wird weitere Schwäche erwartet, mit ihren jeweiligen Zentralbanken weiterhin im Lockerungsmodus. In der Zwischenzeit war die schwedische Krone die stärkste G10-Währung, nachdem Inflations-Daten nach oben überraschten, was die Riksbank von einer etwaigen Zinssenkung in der nächsten Sitzung abhalten dürfte. 

Anlagechancen trotz Griechenland, China und anstehender Zinsanhebung der Fed

FRANKFURT, 17. August 2015 - Die Schuldenkrise in Griechenland, die wilden Schwankungen am chinesischen Aktienmarkt, eine dreistündige Schließung der New York Stock Exchange (NYSE) sowie die bevorstehende Zinserhöhung durch die US-Notenbank tragen maßgeblich zu den starken Schwankungen bei, die in diesem Sommer auf Tagesbasis an den globalen Märkten zu verzeichnen sind. 

Vier Portfoliomanager von Natixis Global Asset Management erläutern die jüngsten Ereignisse am Markt aus unterschiedlichen Blickwinkeln und gehen darauf ein, wie man trotz solcher Bedingungen erfolgreich investieren kann.


William Nygren, CFA®, Portfolio Manager
Harris Associates

China und Griechenland: Anlagechance oder Problem?

Wir bei Harris Associates sind langfristig orientierte Value-Investoren. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Frage, wie sich das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) wohl in den nächsten fünf bis sieben Jahren entwickeln wird, anstatt über dessen Tendenz in den kommenden Quartalen nachzudenken. Aus dieser Perspektive betrachtet wird das globale BIP wahrscheinlich nicht nur höher sein als aktuell; auch dürften die Schwellenländer einen größeren Anteil am weltweiten BIP repräsentieren als es derzeit der Fall ist.

Abgesehen davon halte ich es momentan für vielversprechender, in global tätige Unternehmen mit hohem Exposure in Schwellenländermärkten wie China zu investieren, statt Direktinvestments zu tätigen. Obwohl die chinesischen Börsenplätze in diesem Sommer von einer Verkaufswelle erfasst worden sind, sind hoch qualitative chinesische Firmen meines Erachtens nach wie vor nicht preiswerter als international aufgestellte Unternehmen, die in China das ganz große Geschäft machen. Darüber hinaus schätzen wir die Rechtssicherheit und den Schutz hinsichtlich Corporate Governance bei Investments an etablierten Märkten. Ich würde daher beispielsweise eher global ausgerichtete Konsumgüterkonzerne kaufen, die einen Großteil ihres Geschäfts in den Schwellenländern betreiben, statt zu versuchen eine Firma mit Sitz in einem Schwellenland zu finden, das zufällig gerade günstig bewertet ist.

Was Griechenland betrifft, so repräsentiert das Land nur einen sehr geringen Anteil am europäischen BIP. Allerdings sind aufgrund der jüngsten Entwicklungen dort auch die Kurse aller europäischen Aktien gesunken. Viele Portfolios von Harris halten dennoch hohe Gewichtungen in Europa, weil wir hier Value Chancen sehen. Diese Sicht ist unabhängig davon, ob Griechenland letztlich aus der Eurozone ausscheidet oder ob es eine Art Restrukturierung gibt, die es Athen ermöglicht, seine Verbindlichkeiten zu bedienen.


Bruno Crastes, Chief Executive Officer,
H2O Asset Management

Die Fed nach den Turbulenzen in Griechenland und China

In den letzten Monaten hat sich die Aufmerksamkeit der Anleger praktisch ausschließlich auf einige unmittelbar drohende Risiken gerichtet. Das jüngste Kapitel des Griechenland-Dramas hat im Endeffekt die Voraussetzungen für eine Neuorientierung der griechischen Politik geschaffen, im Zuge derer sich die griechische Bevölkerung eindeutig für den Euro ausgesprochen hat. Da die extreme Gefahr für die Eurozone nun also vorerst gebannt ist, sind die zyklische Erholung innerhalb der Region, die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Stärkung der institutionellen Strukturen wieder ins Zentrum der Geschehnisse gerückt. Offensichtlich war Griechenland der einzige noch verbliebene Faktor, der die Investoren davon abgehalten hat, den Euroraum als viel versprechende Anlageregion zu betrachten. Vor diesem Hintergrund ist es für europäische Vermögenswerte ein beträchtlicher Vorteil, dass das Risiko im Zusammenhang mit Griechenland nun allmählich nachlässt.

Das Auf und Ab an den chinesischen Aktienmärkten hat zuletzt ebenfalls große Aufmerksamkeit erregt und damit einen völlig neuen regionalen Krisenherd zutage gefördert. Als solchen haben ihn jedenfalls die chinesischen Behörden gesehen, bedenkt man ihre unverhältnismäßige Reaktion auf eine Entwicklung, die von außen durchaus als gesunder Korrektur eines sich langsam überhitzenden Aktienmarktes betrachtet werden kann. Im Gegensatz zum inzwischen weit fortgeschrittenen Griechenland-Drama wird diese neue Unsicherheit mit China aber so bald nicht nachlassen. Die Wertschwankungen an den Aktienmärkten sind daher erst das erste Kapitel eines lang anhaltenden China-Dramas, das größtenteils noch vor uns liegt.

Für die Märkte waren die politische Entwicklung in Griechenland sowie die Tendenz der chinesischen Aktienmärkte jedoch nur kurzfristige Ablenkungen von der gewaltigen monetären Herausforderung, vor welcher die USA momentan stehen. Gemeint ist die anstehende Normalisierung der Geldmarktpolitik durch die Fed – und zwar geht es dabei sowohl um deren Startschuss als auch um deren letztliches Tempo.

Die US-Wirtschaft wird von den Entwicklungen in Griechenland und China kaum beeinflusst. Mit dem erstgenannten Land treiben die USA so gut wie keinen Handel, während sich die Handelsbeziehungen zum letztgenannten Markt im Wesentlichen auf Importe beschränken. Somit belastet eine schwächere Binnennachfrage in China die USA von allen etablierten Volkswirtschaften am wenigsten. Und wie einige wichtige Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) zuletzt bis zum Abwinken wiederholt haben, spielen externe Schocks bei ihren Entscheidungen nur dann eine Rolle, wenn sie auch gravierende Auswirkungen auf die US-Konjunktur haben. So kann sich der FOMC auf sein vorrangiges Mandat konzentrieren, für eine stabile Inflation und maximale Beschäftigung zu sorgen. Jede Analyse sollte demzufolge auf den Absichtsbekundungen einiger wichtiger FOMC-Mitglieder (einschließlich Fed-Chefin Janet Yellen) basieren, noch in diesem Jahr mit der Normalisierung der Geldmarktpolitik zu beginnen, sofern sich die Tendenz der US-Wirtschaft mit den eigenen Prognosen des FOMC deckt. Und bisher waren diese Mitglieder mit dem stetigen Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt sehr zufrieden, obwohl das BIP-Wachstum zu Beginn dieses Jahres zunächst noch recht schwach war. So haben sich nicht nur viele Arbeitsmarktindikatoren kontinuierlich verbessert, sondern auch die Arbeitslosenquote selbst. Mit 5,3% lag sie im Juni bereits in etwa auf dem von der Fed für Dezember 2015 erwarteten Niveau von 5,2% bis 5,3% und war auch von dem für Dezember 2016 prognostizierten Korridor von 4,9% bis 5,1% nicht mehr allzu weit entfernt. Solange die US-Wirtschaft in nächster Zeit also keinen heftigen Rückschlag erleidet, sollten die FOMC-Mitglieder die Lage am Arbeitsmarkt im September immer noch genauso zuversichtlich beurteilen – wenn nicht sogar noch optimistischer als derzeit. 

Dennoch haben Investoren die Möglichkeit zuletzt als unwahrscheinlich abgetan, dass der FOMC bereits im September tätig wird und gehen davon aus, dass eine erste Zinsanhebung im Dezember 2015 oder sogar erst im März 2016 (bzw. bei einer anderen Sitzung mit einer vorher anberaumten Pressekonferenz) vorgenommen werden wird. Diese Erwartungen des Marktes vernachlässigen aber nicht nur die Bereitschaft des FOMC selbst, noch in diesem Jahr mit einer Normalisierung des Zinsniveaus zu beginnen, sondern stehen auch im Widerspruch zu einigen technischen Faktoren, aufgrund derer der Dezember ein recht unwahrscheinliches Datum für die erste Zinserhöhung ist. So treten zum Quartalsende bei den Kurzfristzinsen tendenziell lokale Verzerrungen auf. Vor allem der Interdealer-Repo-Zinssatz klettert in diesen Phasen wegen der immer engeren Bilanzlage üblicherweise nach oben. Gleichzeitig belastet die höhere Nachfrage nach dem sogenannten „Reverse Repo-Programm“ (RRP) der US-Notenbank diesen Zinssatz am unteren Ende des Geldmarktes. Da der effektive Leitzins der Fed also durch das RRP begrenzt wird, würde die sowieso bereits schwierige Einleitung der ersten Zinserhöhung auf der Jahresendsitzung der Fed durch die Herausforderungen, die das aktuelle Umfeld am Geldmarkt dann mit sich bringt, noch zusätzlich erschwert werden. Deshalb dürfte der FOMC eher nicht geneigt sein, ausgerechnet im Dezember 2015 mit der Normalisierung der Geldmarktpolitik zu beginnen.

Fällt der Dezember aber weg, bleiben dem FOMC als mögliche Termine für eine erste Zinsanhebung nur noch September 2015 und März 2016. Letzteres Datum liegt für jene FOMC-Mitglieder, die sich dafür ausgesprochen hatten, noch in diesem Jahr mit einer Normalisierung des Zinsniveaus zu beginnen und dieses dann schrittweise anzuheben, aber zu weit in der Zukunft. Damit ist tatsächlich der 17. September 2015 das wahrscheinlichste Datum für den Beginn eines Zinsanhebungszyklus durch die Fed – ein Szenario, das viele Marktteilnehmer zumindest nach heutigem Stand überraschen würde. Investoren sollten sich deshalb darauf einstellen, dass die US-Notenbank eher früher als später aktiv werden könnte.


Igor de Maack, European Equities Manager
DNCA

Ungeordneter „Grexit“ konnte vorerst abgewendet werden

Für die Finanzmärkte hat sich der in diesem Sommer drohende ungeordnete „Grexit“ auf unbestimmte Zeit verschoben. Offensichtlich haben sich die Märkte mit dieser Einigung bereits arrangiert, so dass man sich wohl umgehend wieder auf mikroökonomische Aspekte (wie etwa die Gewinnsaison der Unternehmen) oder auf Themen aus dem Anleiheumfeld (zum Beispiel die anstehende US-Zinsanhebung) konzentrieren wird. Allerdings dürfte dieses dritte Hilfspaket für Griechenland wohl auch das letzte sein. Darüber hinaus sind die Bedingungen dieses Pakets so streng, dass man sich durchaus die Frage stellen könnte, ob man bei seiner Konzeption vielleicht sogar ein zukünftiges Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone im Sinn hatte.

Auch wenn es Premierminister Alexis Tsipras nicht gelungen sein sollte, die Forderungen seiner Partei durchzusetzen, sollten Europa sowie einzelne Mitgliedstaaten, wie etwa Frankreich, deshalb nicht unbedingt in Triumphgeschrei verfallen. Denn diese Vereinbarung (die sich in ihrer historischen Bedeutung nicht von vorherigen Vereinbarungen unterscheidet) hat die eklatanten Meinungsverschiedenheiten innerhalb Europas in Bezug auf die zu verfolgende Wirtschaftspolitik offen zutage gefördert. Allerdings kann man der Eurozone auch nicht vorwerfen, dass sie Griechenland komplett abgeschrieben hat. Auch wenn die populistischen Parteien eine derartige Kritik zuletzt geschickt für ihre Zwecke genutzt haben. So stellen die Menschen, die den schmerzhaften Weg durch die Krise des Jahres 2008 gegangen sind, jetzt fest, dass die europäische Geldmarktpolitik (von der sie bisher ja in hohem Maße profitiert haben) ein wahrhaft föderalistisches Konstrukt ist und in der Regel den wirtschaftlich starken, den am geringsten verschuldeten oder aber jenen Ländern zugute kommt, die ihre Ideen am strengsten umsetzen.

Wie gesagt: Man kann sich der Realität zwar verweigern, aber die Konsequenzen einer solchen Haltung lassen sich nun einmal nicht verleugnen. So wird den Griechen wohl allmählich klar, dass ihnen die bevorstehenden Reformen einiges abverlangen werden. Darüber hinaus waren die Banken wochenlang geschlossen, während gleichzeitig das Misstrauen seitens der europäischen Partner gegenüber Athen sogar noch zugenommen hat. Ist es das, was die Griechen wirklich wollten? Da kann man durchaus seine Zweifel haben.

Mit Blick auf das geopolitische Umfeld haben die Märkte auf die Einigung im Atomstreit mit Iran scheinbar erleichtert reagiert, was letztendlich auch die Ölpreise weiter nach unten drücken dürfte. Falls die Verabschiedung des neuen Rettungspakets für Griechenland auf politischer Ebene reibungslos über die Bühne geht, der Ukraine-Konflikt nicht erneut aufflammt und der Anstieg der US-Zinsen am Markt gut verarbeitet wird, sollten die europäischen Aktienmärkte bis zum Jahresende weiter fest tendieren und somit der angenehmste Ort in den großen Weiten des Finanzuniversums bleiben.


Elaine Stokes, Fixed-Income Manager
Loomis, Sayles & Company

Klimawandel an den Anleihenmärkten

Seit der globalen Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 mussten die globalen Anleihemanager einen ziemlich steilen Berg besteigen, um sich aus den entstandenen Schwierigkeiten wieder zu befreien. Und damit meine ich keinen kleinen Hügel wie jene, auf die ich in Vermont immer steige. Sie haben sich eher den Mount Everest hinauf gekämpft. Und wenn man einen derart hohen Berg erklimmt, merkt man, dass sich die Luft bzw. das Klima verändert, je näher man dem Gipfel kommt. In einer solchen Phase befinden wir uns eindeutig aktuell.

Ebenso wie ein Bergsteiger muss man zunächst weiter nach oben klettern, bevor man dann vielleicht einen halben Tag zurück zum Camp marschiert und sich ein wenig ausruht, um seinen Körper an diese Bedingungen zu gewöhnen – und um zu warten, bis das Unwetter vorbeigezogen ist.

Im letzten Jahr hat sich einiges verändert, was der Markt derzeit zu verarbeiten versucht. So sind allein seit 2010 mehr als 150 neue Vorschriften erlassen worden, mit denen es fertig zu werden gilt. Gleichzeitig verfolgen die Notenbanken weltweit völlig neuartige geldmarktpolitische Strategien, die jeweils ein ganz unterschiedliches Ausmaß an Interventionen mit sich bringen. Außerdem vollzieht sich momentan ein demografischer Wandel, während der technologische Fortschritt die Arbeitswelt grundlegend verändert. Angesichts all dieser Trends ist es unglaublich schwer einzuschätzen, wie sich das Wachstum und die Inflation in Zukunft entwickeln werden. Aber diese beiden entscheidenden Faktoren müssen wir verstehen, um Portfolios entsprechend ausrichten zu können.

Auch hat es den Anschein, als ob die Zinsen auf lange Sicht ansteigen werden, weil die Verschuldung innerhalb des Finanzsystems der meisten Industriestaaten zuletzt massiv zugenommen hat. Wir bei Loomis vertreten deshalb die Auffassung, dass die US-Notenbank unter Umständen bereits im September (wahrscheinlich aber zum Ende des Jahres 2015) mit der Anhebung des Zinsniveaus beginnen wird. Allein der aktuelle Zustand der US-Wirtschaft spricht bereits für höhere Zinsen. Angesichts der umfassenden Interventionen der Notenbanken weltweit und deren globalen Herausforderungen ist es für die USA allerdings nicht ratsam, zu handeln, ohne dabei das weltweite Umfeld zu berücksichtigen.

Wir haben bereits vor anderthalb Jahren damit begonnen, das Zinsrisiko unserer Multi-Sektor-Portfolios zu reduzieren und viele unserer Positionen in hoch qualitativen Unternehmensanleihen, die stark an die Zinssätze gebunden sind, verringert. Da die US-Wirtschaft von allen Industrienationen zu den stärksten zählt, bevorzugen wir US-Credits. Allerdings müssen wir bei der Einzeltitelselektion mittlerweile noch zurückhaltender agieren; denn es mehren sich die Anzeichen dafür, dass die USA allmählich in ein spätes Stadium des Kreditzyklus eintreten. In diesem Umfeld werden langfristig organisch wachsende Unternehmen aus den Sektoren Gesundheitswesen und Technologie immer attraktiver – Bereiche durch welche die US-Wirtschaft angetrieben wird und die sich sogar bei einem Abschwung positiv entwickeln sollten.


Über Natixis Global Asset Management, S.A

Bei Natixis Global Asset Management, S.A. handelt es sich um eine Gesellschaft mit diversen Tochterfirmen, die einen gebündelten Zugang zu mehr als 20 spezialisierten Investmentgesellschaften in den Vereinigten Staaten, in Europa und in Asien bietet. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Asset Managern.1 Im Rahmen seiner Durable-Portfolio-Construction®-Philosophie setzt das Unternehmen auf die Entwicklung innovativer Ideen für die Asset Allocation und das Risikomanagement. Diese können institutionellen Investoren, Beratern und Privatanlegern dabei helfen, mit den Herausforderungen des modernen Marktes fertigzuwerden. Im Rahmen des jährlichen Fondsfamilien-Rankings von Barron’s/Lipper2 wurde Natixis Global Asset Management, S.A. im Hinblick auf seine Wertentwicklungsergebnisse für das Jahr 2013 als führender US-Investmentfonds-Anbieter ausgezeichnet. Das Unternehmen vereint das Fachwissen spezialisierter, in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien ansässiger Anlageverwalter, die ein breites Spektrum an Aktien-, Renten- und alternativen Anlagestrategien anbieten.

Mit Firmenzentralen in Paris und Boston verwaltete Natixis Global Asset Management, S.A. zum 31. März 2015 ein Vermögen von insgesamt 880,3 Milliarden USD (819,6 Milliarden EUR)2. Natixis Global Asset Management, S.A. gehört zu Natixis, einer in Paris börsennotierten Tochtergesellschaft von BPCE, der zweitgrößten Bankengruppe Frankreichs. Mit Natixis Global Asset Management, S.A. verbundene Anlageverwaltungs-, Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaften sind namentlich: Active Investment Advisors3, AEW Capital Management, AEW Europe, AlphaSimplex Group, Aurora Investment Management, Capital Growth Management, Darius Capital Partners, DNCA, Gateway Investment Advisers, H2O Asset Management4, Hansberger Global Investors, Harris Associates, IDFC Asset Management Company, Loomis, Sayles & Company, McDonnell Investment Management, Mirova5, Natixis Asset Management, Natixis Environnement & Infrastructure Luxembourg, Ossiam, Reich & Tang Asset Management, Seeyond6,Snyder Capital Management, Vaughan Nelson Investment Management, Vega Investment Managers sowie Natixis Global Asset Management Private Equity (einschließlich Seventure Partners, Naxicap Partners, Alliance Entreprendre, Euro Private Equity, Caspian Private Equity und Eagle Asia Partners). Weitere Informationen finden Sie unter http://ngam.natixis.com.

GAM-Aktienmarktausblick für das zweite Halbjahr 2015

Wie präsentieren sich die globalen Aktienmärkte nach dem ersten Halbjahr 2015, das geprägt war von der Griechenland-Krise, der Wachstumsschwäche in China und sinkenden Rohstoffpreisen?

Die Investment-Experten von GAM geben einen Ausblick auf die weitere Entwicklung an den folgenden Börsen:

  • Deutschland: „Übergewichtung von Aktien aus dem Sektor langlebige Konsumgüter“ – Oliver Maslowski
  • Großbritannien: „Interessante Chancen für antizyklische Anleger“ – Andrew Green
  • Schweiz: „2015 begrenztes Gewinnwachstum im Franken“ – Daniel Häuselmann
  • USA: „Anleger sollten flexibel und selektiv bleiben, um überbewertete Bereiche des Marktes zu vermeiden“ – Greg Woodard
  • Japan: „Japanische Aktien bleiben eine bevorzugte Anlage“ – Ernst Glanzmann 
  • China: „Finanz- und Strukturreformen kommen schneller voran, als die Meisten erwarten“ – Michael Lai
  • Indien: „Anlegern bietet der Kauf von Unternehmen mit langfristiger Wertschöpfung enorme Chancen“ – Madhav Bhaktuly 
  • Argentinien: „Die Bereiche Versorgung, Landwirtschaft, Rohstoffe und Immobilien beurteilen wir ebenso positiv wie ausgewählte Banken“ – Tim Love

Im Folgenden finden Sie die ausführlichen Statements der Investment-Experten:

Deutschland – Oliver Maslowski
„Mit 5,2 Prozent ist der Diskontierungssatz – das Barometer eines Aktienmarktes – in Deutschland immer noch relativ hoch, wenn man ihn mit den Sätzen in den USA (3,8 Prozent) und Japan (4,3 Prozent) vergleicht. Diese Diskontierungssätze enthalten keine Finanzwerte. Wenn man in Deutschland von einem stetigen Rückgang auf 4 Prozent im Laufe des nächsten Jahres ausgeht, könnte diese Erhöhung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses der maßgebliche Treiber der Aktienrendite sein. In der zweiten Jahreshälfte dürften sich zwei wichtige Trends fortsetzen: Der erste ist die Baisse am Rohstoffmarkt, der zweite das niedrige Zinsumfeld. Um von diesen Trends zu profitieren, richten wir unser Portfolio einerseits auf eine Übergewichtung von Konsumaktien aus, die von niedrigeren Materialkosten und höheren Konsumausgaben profitieren sollten. Andererseits begünstigen die niedrigen Zinsen Wachstumsaktien gegenüber Substanzwerten. Dies schlägt sich in der Übergewichtung des IT-Sektors im Portfolio nieder.“

Großbritannien – Andrew Green
„Im Augenblick scheint sich der britische Aktienmarkt an den Entwicklungen in den USA sowie am Gesamtbild der Weltwirtschaft zu orientieren. Angesichts der Ausrichtung des Inlandsmarktes auf Grundstoffe und Finanzen könnte es von der Performance dieser Sektoren abhängen, ob sich der britische Markt seinen eigenen Weg bahnen kann. Für antizyklische Anleger halten diese Sektoren interessante Chancen bereit. 

Schweiz – Daniel Häuselmann
„Im zweiten Halbjahr wird die Aufwertung des Schweizer Franken das Gewinnwachstum inländischer Unternehmen belasten. Deshalb dürfte das Gewinnwachstum im Franken 2015 begrenzt sein. Die Bewertungen des Schweizer Marktes liegen über den historischen Niveaus. Zwar sorgt das Niedrigzinsumfeld unserer Meinung nach für eine gute Unterstützung, doch angesichts des weltwirtschaftlichen Umfelds benötigen die Unternehmen ein gewisses Maß an Verbesserungen hinsichtlich Produktivität und Effizienzsteigerungen.“

USA – Greg Woodard
„In Bezug auf den Rest des Jahres 2015 halten wir es für unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft über das Tempo der realen BIP-Wachstumsrate von zwei bis drei Prozent der vergangenen Jahre hinaus angetrieben wird. Die anhaltend hohe Verschuldung der US-Konsumenten und das Fehlen signifikanter Lohnerhöhungen bleiben Hindernisse für ein robusteres Wirtschaftswachstum. Hinzu kommt der stärkere US-Dollar, der die Exporte belasten dürfte. Wichtig ist unserer Meinung nach jedoch, dass sich in der US-Wirtschaft nach wie vor kaum Anzeichen für Exzesse oder Extreme erkennen lassen, die als Vorboten der nächsten Rezession aufgefasst werden könnten. Unserer Meinung nach sollten die Anleger flexibel und selektiv bleiben, um überbewertete Bereiche des Marktes zu vermeiden. Sie sollten sich hauptsächlich auf Unternehmen konzentrieren, die trotz der mäßigen Wachstumsraten der breiteren Wirtschaft wachsen können.“

Japan – Ernst Glanzmann
„Japanische Unternehmen dürften von der von den USA angeführten Wiederbeschleunigung des globalen Wirtschaftswachstums und den anhaltend günstigen Rohstoffpreisen profitieren. Darüber hinaus könnte die Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage im Inland zusammen mit der Ankurbelung des Konsums die Unternehmensgewinne durch die Rekordzahl einreisender Touristen, höhere Löhne und mehr Investitionsausgaben auf einen weiteren historischen Höchstwert treiben. In einem solchen Szenario bleiben japanische Aktien eine bevorzugte Anlage.“

China – Michael Lai
„Obwohl die massive Abwertung des Yuan und die Kurseinbrüche am chinesischen Festlandsaktienmarkt die Schlagzeilen beherrschen, darf man nicht vergessen, dass die langfristige Entwicklung im Land von Reformen bestimmt wird. Trotz kurzfristiger politischer Fehler, wie dem, der die Verkaufswelle im Juli auslöste, zeigen die staatlichen Maßnahmen den Wunsch der chinesischen Regierung, das langfristige Wachstum durch Finanz- und Strukturreformen anzukurbeln. Und diese dürften – auch über die Maßnahmen beim Yuan hinaus – schneller vorankommen, als die Meisten erwarten.“

Indien – Madhav Bhaktuly
„In Indien gibt es mehr als 6.000 börsennotierte Unternehmen, die Wirtschaft zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Sektoren aus. Angesichts der niedrigen Durchdringungsquoten in vielen Märkten und Sektoren der indischen Wirtschaft bietet der Kauf von Unternehmen mit langfristiger Wertschöpfung enorme Chancen. Von diesen langfristigen Gewinnen werden aber nur diejenigen profitieren, die bereit sind, die kurzfristigen Faktoren zu ignorieren – seien es Monsunregen, Zinserhöhungen oder die Politik.“

Argentinien – Tim Love
„Entgegen den Erwartungen hat Argentinien den MSCI Emerging Markets Latin America Index in den vergangenen drei Jahren übertroffen. Während die Wahlen im Oktober näher rücken, haben sich nach dem Ende der Ära Kirchner die politischen Gewichte in Argentinien signifikant verschoben. Es dürfte an der Börse zu stärkeren Wertzuwächsen kommen, da die Bewertungen vom niedrigen Niveau aus steigen, aber immer noch günstig sind. Die Bereiche Versorgung, Landwirtschaft, Rohstoffe und Immobilien beurteilen wir ebenso positiv wie ausgewählte Banken.“

Abwertung der chinesischen Währung - was sind die Kosenquenzen?

Market update von Christophe Bernard, Chef-Stratege Vontobel Asset Management. 

Am 11. August 2015 hat die People’s Bank of China (PBOC) angekündigt, dass sie den chinesischen Yuan stärker flexibilisieren will. Künftig soll der Kurs des Yuan unter Berücksichtigung von Angebot und Nachfrage festgelegt werden, was der Internationale Währungsfonds (IWF) bereits als Schritt in Richtung einer stärkeren Währungsflexibilisierung gelobt hat.

Auch Vontobel Asset Management hat wiederholt darauf hingewiesen, dass China seine Geldpolitik stärker lockern muss. Den Yuan zum US-Dollar stabil zu halten, würde im Gegensatz dazu die chinesische Wirtschaft noch stärker belasten. Allerdings werde die PBOC keine extreme Währungsfluktuation tolerieren, weil eine massive Abwertung diversen Wirtschaftszweigen Schaden zufügen würde. Die Anlegerstimmung könnte ebenfalls in Pessimismus umschlagen, was an den Aktienmärkten zu weiteren Kursverlusten führen und den Kapitalabfluss beschleunigen könnte.

Die Marktexperten von Vontobel gehen in ihrem Hauptszenario für China von einem Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent in diesem Jahr und 6,6 Prozent im Jahr 2016 aus. Das Modell für die Kaufkraftparität signalisiert, dass der Yuan bei rund 6,45 zum US-Dollar fair bewertet ist, was ungefähr dem aktuellen Währungskurs entspricht. Handelsgewichtet scheint der Yuan gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner des Landes jedoch um 10 bis 15 Prozent überbewertet. Vontobel ist daher der Meinung, dass eine Abwertung auf 6,85 US-Dollar die chinesische Währung in einen angemesseneren Bewertungsbereich, auch im Vergleich zu den übrigen Handelspartnern, bringen würde.

Auswirkung auf die Finanzmärkte und Positionierung

Die Abwertung des Yuan zum US-Dollar von 3 Prozent in den vergangenen beiden Tagen bestätigt, dass die chinesische Wirtschaft unter enormem Druck steht, so dass die Entscheidungsträger gezwungen sind, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um das Wachstum zu stabilisieren. Bei sonst gleichen Bedingungen sieht Vontobel Asset Management die folgenden Konsequenzen:

1.            Vermögenswerte aus «Emerging Markets» werden infolge der Doppelbelastung aus Rohstoffpreisrückgang und schwachem Wachstum in China unter Druck bleiben. Wir erwarten, dass sich Schwellenländerwährungen weiter abschwächen und sind in Schwellenländeraktien sowie Anleihen in Lokalwährungen «stark untergewichtet».

2.            Die Schwäche der Rohstoffpreise und die Konjunkturabkühlung in China tragen zur globalen Disinflation bei, sodass die wichtigsten Notenbanken mehr Spielraum erhalten, um ihre akkommodierende Geldpolitik fortzusetzen. Wir halten an unserer Meinung fest, dass das Fed die Zinsen im September erstmals anheben wird, wobei eine Verschiebung des Zinsschrittes keinesfalls überraschen würde.

3.            Sicheren Staatsanleihen sollte der Disinflationsdruck zugutekommen. Die Bewertungen sind unseres Erachtens jedoch unattraktiv. Wir bevorzugen daher US-Treasuries mit sehr langen Laufzeiten.

4.            Obwohl sich die Rohstoffpreise allmählich attraktiven Bewertungsniveaus nähern, kann ein weiterer Rückgang nicht ausgeschlossen werden, weil die Überversorgung des Marktes nicht konsequent angegangen wird. Wir halten deshalb an unserer «moderaten Untergewichtung» fest.

5.            Gold könnte kurzfristig von der Aussicht auf einen «Währungskrieg» und einer überverkauften Situation im Edelmetallsegment profitieren. Wir sind jedoch nach wie vor der Meinung, dass Gold infolge des endemischen Überangebots voraussichtlich unter Druck bleibt.

6.            Hinsichtlich der Aktienmärkte werden Sektoren mit China- und Rohstoffbezug wie Energie, Bergbau, Automobile oder Luxusgüter voraussichtlich unter Druck bleiben, weil die Anleger die Gewinnaussichten der Unternehmen infrage stellen. Zum anderen werden die Märkte weiterhin großzügig mit Liquidität versorgt, die Unternehmensgewinne insgesamt sind ordentlich und der Anlagenotstand sollte den Aktienmärkten kräftig Rückenwind geben.

AXA IM aktuell: US-Zinserhöhung vielleicht erst im Dezember

„Einen ersten Zinsschritt im Dezember halten wir jetzt für genauso wahrscheinlich wie im September.“ Das schreiben die Investmentstrategen von AXA Investment Managers in der neuesten Ausgabe ihrer monatlichen Publikation Investmentstrategie. Der Grund seien schwächere Konjunkturdaten. So hätten die gewerblichen Bauinvestitionen unter der Ölpreiskorrektur gelitten, und das Verbrauchervertrauen habe nachgelassen.

„Das enttäuschende Lohnwachstum in Verbindung mit niedrigeren Importpreisen hat den Inflationsausblick gedämpft“, meint AXA-Investmentstratege Franz Wenzel. „Wiederholt hat die Fed betont, dass die Geldpolitik von den Daten abhinge und eine Zinserhöhung zumindest ‚leichte‘ Fortschritte am Arbeitsmarkt erfordere.“ Für ihn ist es jetzt nicht mehr sicher, dass der Offenmarktausschuss bereits in seiner nächsten Sitzung mit der Zinswende beginnt. Ebenso gut sei denkbar, dass er noch etwas warte. Passend dazu hat AXA Investment Managers seine Konjunkturerwartungen für die USA gesenkt „Wir haben unsere Wachstumsprognose für 2015 auf 2,5 Prozent herunterrevidiert, erwarten aber noch immer ein solides Wachstum in der zweiten Jahreshälfte“, so Wenzel weiter. 

Insgesamt bleibe die Weltkonjunktur uneinheitlich. So wachse der Euroraum weiter stabil, aber mäßig. Die Emerging Markets dagegen bleiben nach Ansicht der AXA-IM-Strategen ein Unsicherheitsfaktor. „Die asiatischen Exporte leiden unter der schwachen Konjunktur in China“, erläutert Wenzel. „Und für die rohstoffexportierenden Länder sind die fallenden Preise nach wie vor ungünstig.“

Die Asset-Allokation sollte seiner Ansicht nach aktuell unverändert bleiben. Das heißt: Aktien werden weiter übergewichtet, und zwar zu Lasten von Kasse. „Die Gesamtlage spricht für risikoreichere Titel, da das Wachstum noch immer steigt und reichlich Liquidität vorhanden ist – auch wenn die Fed in diesem Jahr einen Richtungswechsel plant“, so Wenzel. Die etwas schwächeren US-Daten würden daran nichts ändern. Die Wende der amerikanischen Geldpolitik, ob im September oder erst im Dezember, würde größere Auswirkungen auf Anleihen als auf Aktien haben. Staats- und Unternehmensanleihen schätze man dennoch neutral ein. Zinserhöhungen sprächen gegen beide Arten von Festzinstiteln, das Restrisiko in Griechenland sei aber ein Argument für Staatsanleihen und die stärkere Konjunktur eines für Unternehmensanleihen. In der Summe ergäbe sich daraus eine neutrale Gewichtung.

Die vollständige Investmentstrategie finden Sie hier: http://presse.axa-im.ch/de/literature

Uneinheitlichere Marktentwicklung im Juli ist positiv für Global Macro-Strategien – Stabilisierung in Europa, aber China und Rohstoffe stark unter Druck

GAM Insight: Performance Update Juli 2015

Der Juli brachte eine stärkere Streuung innerhalb von Anlageklassen, Ländern und Regionen. Als sich die Ängste vor einem Grexit legten, zogen europäische Aktien und Anleihen kräftig an. In den meisten anderen Industriestaaten folgten die Aktienmärkte dem Beispiel. An Chinas Börsen kam es indessen zu einem regelrechten Ausverkauf. Gründe dafür waren die massenhaften Verkäufe von Kleinanlegern und die Panik hochverschuldeter chinesischer Anleger, die ihre Bestände weiter reduzierten. Die einzelnen Anlageklassen zeigten eine sehr unterschiedliche Performance. Internationale Aktien, Unternehmensanleihen mit Investmentqualität und Staatsanleihen erzielten Zuwächse, während im Rohstoffsektor deutliche Verluste registriert wurden. Der US-Dollar-Index legte bis zum Monatsende auf Kosten von Euro, Yen und etlichen Schwellenländer-Währungen um 1,9% zu. 

In der Wertentwicklung der Hedge Funds spiegelte sich diese breite Streuung wider. Global Macro-Fonds zeigten eine erfreuliche Performance, während die Event Driven-Strategien generell an Boden verloren. Relative Value- und Equity Hedge-Strategien verbuchten leicht positive beziehungsweise leicht negative Ergebnisse. Der HFRX Global Hedge Fund Index notierte am Monatsende ungefähr da, wo er gestartet war. Bei den Indizes für die einzelnen Strategien schwankten die Ergebnisse zwischen -1,7% für den HFRX Event Driven Index und +2,3% für den HFRX Macro/CTA Index. 

Die Macro-Strategien profitierten davon, dass bestimmte globale Themen im Juli wieder in den Vordergrund traten, sagt Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM. „Die Global Macro- und Trend-Following-Strategien setzen wie gehabt vor allem auf Long-Positionen im US-Dollar und in europäischen Aktien sowie, mit etwas weniger Gewicht, Long-Positionen in japanischen Aktien, Short-Positionen im Energiesektor und Relative-Value-Trades im festverzinslichen Bereich. Die Trading-Strategien waren zwar wegen der Ungewissheit im Zusammenhang mit Griechenland und saisonbedingt niedrigeren Handelsvolumina mit etwas geringeren Exposures in den Juli gestartet, doch die Kernthemen liefen gut, und jedes einzelne leistete über den Monat einen positiven Beitrag.“

Für die Event Driven-Strategien war der Juli dagegen ein schwieriger Zeitraum, bedingt durch den Ausverkauf im Energiesektor und verfehlte Gewinnprognosen einiger Unternehmen“, so Lawler. Der Preis für die Rohölsorte WTI fiel um mehr als 20%, das war der stärkste Rückgang in einem einzelnen Monat seit 2008. Die Ölpreisschwäche traf Event-Driven-Aktien und -Unternehmensanleihen in dem Sektor schwer. Dadurch und wegen enttäuschender Gewinnzahlen einiger Firmen war der Juli der bisher schwierigste Monat in diesem Jahr für die Event Driven-Strategien. Wir sehen weiterhin vielfältige Möglichkeiten und lebhafte Übernahmeaktivitäten, von denen die Trading-Fonds profitieren können, sofern es ihnen gelingt, der schwierigen Lage im Energiesektor und eventuellen Ansteckungseffekten auszuweichen.“ 

Die Aussichten bleiben positiv, wenn auch mit Einschränkungen, die sich um die Geldpolitik, die Geopolitik und die Marktliquidität drehen, resümiert Lawler: „Die weltweit divergierende Geldpolitik schafft weiter interessante Trading-Gelegenheiten – während die Fed entschlossen ist, die Zinsen schon bald zu erhöhen, halten die Notenbanken in Kontinentaleuropa, Japan, China und anderen Regionen an einem ausgesprochen expansiven Kurs fest. Für Global Macro- und Relative-Value-Fonds ist das ein günstiges Umfeld, und auch Equity Hedge-Fonds können gute Ergebnisse erzielen, sofern ihr Anlageuniversum nicht geografisch beschränkt ist. Risiken dürfen nicht aus dem Blick geraten, denn geld- und geopolitische Überraschungen können jederzeit Trendwenden auslösen, zudem sind die Märkte sowohl saisonbedingt als auch strukturell weniger liquide.“

Quelle: GAM, Bloomberg, Bloomberg CLA, MSCI, Thomson Reuters

AXA IM aktuell: Volatilität und Risiken beherrschen den Anleihemarkt

Nick Hayes, Manager des AXA WF Global Strategic Bonds, erklärt, warum er im zunehmend volatilen Marktumfeld auf kurze Sicht eine defensive Haltung bei Anlagen in verzinsliche Wertpapiere einnimmt – und warum er längerfristig Renditechancen sieht.

Zur Vorsicht  bei Anlagen in verzinsliche Wertpapiere rät Nick Hayes, Manager des AXA WF Global Strategic Bonds Fonds – zumindest kurzfristig. Die Volatilität am Anleihemarkt werde in den kommenden Wochen und Monaten voraussichtlich weiter steigen, erläutert der Anlageexperte. Das vergangene Quartal sei schwierig und unbeständig für Investoren gewesen, die in die Assetklasse investieren wollten. Die Märkte hätten sich vor allem wegen der steigenden Renditen von Bundesanleihen schlechter entwickelt, aber auch wegen der griechischen Schuldenkrise, die sich gegen Ende des Quartals auf risikoreiche Anlagen ausgewirkt habe.

Risiken in den kommenden Monaten

In absehbarer Zukunft gebe es zwei große Risiken, die dafür sorgen könnten, dass die Volatilität an den Fixed-Income-Märkten hoch bleibe. Eines sei der beginnende Ausverkauf von Rohstoffen, nachdem sich die Lage in Griechenland beruhigt hat. Möglicherweise stehe dieser im Zusammenhang mit der Schwäche des chinesischen Aktienmarktes und dem amerikanischen Atom-Deal mit dem Iran. So oder so, risikobehaftete Vermögenswerte kämen unter Druck. Bei Anleihen manifestiere sich dieser Druck in der Ausweitung der Spreads bei amerikanischen Hochzinsanleihen. Staatsanleihen hätten sich seit dem Ausverkauf zu Beginn des Jahres dagegen auf einem höheren Zinsniveau stabilisiert.

Für den Anleihemarkt gefährlich werden könne in den folgenden Monaten die Neu-Bepreisung von festverzinslichen Wertpapieren durch eine aggressivere Haltung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). „Wenn die Fed ihre Zinsen erhöht, dann wird es das erste Mal seit über neun Jahren sein. Weil dies der Beginn eines Normalisierungsprozesses sein wird, kann man nicht vorhersagen, wie die Märkte reagieren werden. Sollte die Fed die Zinsen schnell erhöhen, könnte das negative Auswirkungen auf die Assetklasse haben. Die Folge könnte eine Ausweitung der Spreads bei Investment-Grade- und hochverzinslichen Anleihen sowie bei Schwellenländer-Anleihen sein.“

Einfluss auf die Portfoliopositionierung

Deswegen nimmt Hayes im Vergleich zum letzten Quartal eine vorsichtigere Haltung bei der Positionierung seines Fixed-Income-Portfolios ein. „Das bedeutet, die Reduzierung von risikoreichen Positionen, die Absicherung gegen die Ausweitung von Credit Spreads mit Derivaten und die Erhöhung von Laufzeiten“, erklärt der Fondsmanager. In Zukunft könnte die Erhöhung des Kreditrisikos allerdings wieder eine Option sein, falls die Bewertungen attraktiver werden.

Im Falle eines Risk-off-Szenarios könne es zu einem Ausverkauf von gewissen Wertpapieren kommen. Die daraus resultierende Ausweitung der Spreads könne jedoch auch für interessante Kaufgelegenheiten sorgen, so Hayes. Während seine Haltung insgesamt derzeitig vorsichtig sei, könne der Fixed-Income-Markt nach Griechenland Möglichkeiten bieten, mit einer flexiblen Asset Allokation Rendite zu erzielen.

ifund research news - August 2015

Emerging markets managers showed very strong results in July as most managers had an underweight position in weak performing China as well as in commodity related sectors such as energy and materials. The performance of Europe managers disappointed due to a weaker performance of small- and mid-caps. Net of fees, 76% of emerging market managers, 46% of US managers and 36% of Europe managers outperformed their benchmark.

Over three months, emerging market managers also head the performance table for the already mentioned reasons with net 75% and gross 79% outperforming. Europe managers also achieved good results with 72% net and 87% gross outperforming. US managers showed an average performance with 45% net and 56% gross outperforming.

Over twelve months Europe managers achieved very good results. Net of fees, 72% were able to beat their benchmark. The numbers for US and emerging market managers are lower with net of fees only 38% and 52% respectively beating their benchmark. 

Please find the full report attached on the left.

US Investment Grade populärstes FI-Segment Investment

Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners.

Obgleich die Nachfrage nach diesen Titeln gegenüber dem Vorquartal gesunken ist, ist US Investment Grade nach wie vor der populärste Sektor bei institutionellen Investoren. Das ergab die jüngste von NN Investment Partners durchgeführte Risk Rotation Index Umfrage.1

Der Umfrage zufolge halten 28 Prozent der Investoren dieses Segment für attraktiv. Im Vorquartal waren es noch 39 Prozent. 

Für die anderen Sektoren erbrachte die aktuelle Umfrage folgende Ergebnisse: US High Yield (23 Prozent), Euro High Yield (22 Prozent), Euro Investment Grade (21 Prozent), Emerging Market Corporate Debt (14 Prozent), Hard Currency EM Debt (10 Prozent) sowie Local Currency EM Debt (10 Prozent). All diese Sektoren büßten im Verlauf des Quartals an Popularität ein, während Euro Peripheral Bonds im Quartalsvergleich von 4 Prozent auf 6 Prozent zulegten.

Dazu Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy Multi-Asset bei NN Investment Partners:

„Im Hinblick auf Qualität, Renditeaufschläge und Duration ist und bleibt US Investment Grade eine attraktive Assetklasse. Künftig könnte das Thema Zinserhöhungen problematisch sein, doch US IG Bonds bieten immer noch attraktive Erträge – vor allem für institutionelle Investoren, die ihre Erträge auf ihre Verbindlichkeiten abstimmen müssen.“

„Auch europäische und US-Hochverzinsliche gelten als attraktiv. Der Mangel an Liquidität bei diesen Fonds ist zwar ein Problem, doch Investoren scheinen gewillt, ein zusätzliches Kreditrisikoengagement einzugehen. Für Manager mit gutem Urteilsvermögen gibt es nach wie vor reichlich Chancen zur Schaffung von Wert, vor allem bei europäischen High Yield Bonds. Diese Titel bieten einerseits attraktive Erträge, während die Ausfallraten voraussichtlich niedrig bleiben und die Renditeaufschläge sich auf angemessenem Niveau bewegen.“

China und ein starker USD können Investoren von den günstigen Einstiegsmöglichkeiten am Rohstoffmarkt nicht abhalten.

Rohstoffe
Mittelzuflüsse in Long WTI und Brent-ETPs seit fünf aufeinanderfolgenden Wochen. WTI und Brent erreichten mit 43,94 USD und 48,55 USD ihren tiefsten Stand seit dem 20. März und 29. Januar diesen Jahres. Unserer Meinung nach werden kostenineffiziente Produzenten bei diesen niedrigen Preisen angehalten sein ihre Produktion zurückzufahren, woraufhin der Weg für einen Preisanstieg zum Ende 2015 frei gemacht wird. Investoren nutzen weiterhin die niedrigen Preise um ihre Positionen zu erhöhen, wonach Öl-ETPs vergangene Woche 88,6 Mio. USD an Mittelzuflüsse verbuchten, den größten Zufluss seit März 2015.

Historisch niedrige Preise locken Investoren in Industriemetall-ETPs. ETFS Aluminium (ALUM) und ETFS Copper ETPs (COPA) verbuchten jeweils 15,5 Mio. USD und 10,7 Mio. USD an Mittelzuflüssen, die höchsten Zuflüsse seit 12 bzw. 18 Wochen. Ein mit 50 schwächer als erwarteter Einkaufsmanagerindex (PMI) in China sowie ein unerwarteter Rückgang der deutschen Industrieprodukten um 1,6 Prozent, drückten Kupfer und Aluminium vergangene Woche auf ein 6-Jahrestief. China gab bekannt, eine Billionen Yuan in Anleihen für die Finanzierung von Projekten zur Infrastruktur aufzubringen, was die Nachfrage für Industriemetalle unterstützen sollte. Money Manager Netto-Short-Positionen in Kupfer haben sich in der vergangenen Woche laut LME und Shanghai Futures Exchange mehr als verdreifacht. ETP Investoren setzen hingegen auf eine Rallye, sollte es auf der Angebotsseite zu wetterbedingten Ausfällen bei chilenischen Minen kommen.

Mittelabflüsse bei physisch hinterlegten Gold-ETPs setzen sich seit 11 aufeinanderfolgenden Wochen fort. Nach einem Goldpreisanstieg in zwei aufeinanderfolgenden Wochen haben sich die Mittelabflüsse aus Gold-ETPs auf 41,1 Mio. USD verringert. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsanstieg durch die FED im September hat sich aufgrund von robusten Arbeitsmarktdaten nun auf 56 Prozent erhöht. Die rückläufigen Mittelabflüsse und stabileren Preise könnten das Ende der fallenden Goldpreise bedeuten. Historisch gesehen entwickelt sich Gold im dritten Quartal saisonal gut.

Physisch hinterlegte Platin-ETPs (PHPT) verbuchten 4,3 Mio. USD an Mittelzuflüssen während Palladium-ETPs 7,4 Mio. USD an Mittelabflüssen erfuhren. Die schwache Automobilnachfrage in China führte vergangene Woche bei BMW AG zu Produktionskürzungen. Ungefähr 70 Prozent der Palladiumnachfrage kommt aus der Produktion von Katalysatoren in der Automobilindustrie. Hingegen ist die Nachfrage nach Platin diversifizierter, was erklären würde warum Investoren unterschiedliche Prognose für die beiden PGMs vertreten. 

Aktien
Europäische Aktienmärkte im Plus, obwohl griechische Aktien nach der Marktwiedereröffnung schwere Verluste verbuchten. Mit der Wiedereröffnung der griechischen Börse konnten Investoren nach einer fünfwöchigen Handelsunterbrechung ihre Positionen nun verkaufen. Griechische Aktien fielen vergangenen Montag zum Handelsbeginn um 23 Prozent, bis Freitag konnten die Verluste auf 16 Prozent begrenzt werden. Die europäischen Einkaufsmanagerindizes überraschten positiv und verbesserten die Stimmung der Anleger zur wirtschaftlichen Erholung. DAX, FTSE MIB und FTSE 100 stiegen um jeweils 2,7, 1,8 und 1,3 Prozent. MSCI China A-Aktien konnten ein Wochenplus von 0,4 Prozent verbuchen, der Markt reagierte positiv auf die Unterstützung durch die Regierung. Es wurden schätzungsweise 144 Mrd. USD an Unterstützungsgeldern von der Regierung zur Verfügung gestellt und wir glauben, dass eine beachtliche Menge an Ressourcen für die China Securities Finance Corp., der landeseigenen Agentur für Investitionen mit Fremdkapital, welche eine wichtige Verbindung zu den Märkten darstellt, zur Verfügung steht.

Währungen
Divergierende Rohstoffwährungen. Nachdem die Reserve Bank of Australia ihren Leitzins unverändert bei 2,0 Prozent behielt, stieg der AUD gegenüber dem USD um 1 Prozent. Trotz enttäuschender Konjunkturdaten durch schwache Rohstoffpreise zeigt sich der Immobilienmarkt lebhaft. Daher bleibt die RBA mit einer Zinssenkung vorerst zurückhaltend, besonders weil die Wirksamkeit von weiteren Zinssenkungen schwächer wird, je näher man sich in Richtung der Null bewegt. Die fallenden Rohölpreise belasteten ölexportierende Länder, demnach vielen NOK und CAD um jeweils 1,4 und 1,0 Prozent gegenüber dem USD. Wir gehen davon aus, dass sich in den kommenden Monaten CAD und NOK gegenüber AUD und NZD mit der Ölpreiserholung durchsetzen werden. Der USD konnte gegenüber den meisten Währungen steigen und nach den jüngsten Arbeitsmarktzahlen spricht einiges für eine Zinsanhebung durch die FED Ende des Jahres. Die Bank of Japan behielt während ihrer letzten Sitzung den Leitzins unverändert und half dem Yen damit zu einer weiteren Abwertung.

Schwellenländeraktien – Kurspotenzial von 100 Prozent in den kommenden drei Jahren

Nach Ansicht von Tim Love, Fondsmanager des JB Emerging Equity Fund, ist der Ausblick für Schwellenländeraktien trotz aktuellen Vorbehalten von Anlegern sehr positiv: „Wir glauben, dass sich die Aktienkurse über einen Zeitraum von drei Jahren verdoppeln könnten.“ Dafür nennt Love vor allem drei Gründe: Erstens seien Schwellenländeraktien derzeit sehr günstig bewertet – mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von durchschnittlich 11.5. Dies sei sowohl im historischen Kontext sehr tief als auch gegenüber Titeln des S&P 500, die einen Durchschnittswert von 18 aufweisen. Zweitens seien Schwellenländer, trotz ihres bedeutenden Anteils am globalen BIP, in weltweiten Indizes und in den Portfolios vieler Investoren unterrepräsentiert. Drittens könnten sich Schwellenländeraktien im Hinblick auf eine Zinserhöhung der US-Zentralbank durchaus robuster zeigen und andere Märkte outperformen. Dies lässt der historische Vergleich zum Jahr 2004 vermuten, als die Märkte vor einer vergleichbaren Situation standen.

Laut dem Fondsmanager gebe es derzeit verschiedene Gründe, die eine angemessene Bewertung der an sich positiven fundamentalen Unternehmensdaten in den Schwellenländern verhindern. „Diese Faktoren beunruhigen viele Investoren zu Unrecht“, sagt Love. Dazu gehören Bedenken hinsichtlich Deflationstendenzen und Wachstumsschwäche einzelner Länder in der Eurozone sowie der erwartete Zinsschritt der FED. Einen großen Einfluss auf die Bewertung vieler Schwellenländeraktien sieht Love bei der extrem lockeren Geldpolitik Japans. „Die japanische Geldpolitik hat größere Auswirkungen als es den meisten Markteilnehmern bewusst ist“, sagt Love. Die japanische Währung wurde in den vergangenen drei Jahren deutlich abgewertet. „Der Yen verbilligte damit unter anderem die Exporte Japans zulasten von Korea, Taiwan und China“, so der Fondsmanager. Der „Export“ der japanischen Deflation in diese Länder setzte den dortigen zyklischen Branchen und somit auch dem Markt für Schwellenländeraktien erheblich zu.

Fidelity Marktkommentar: Spanien wird nicht zum zweiten Griechenland

Kronberg im Taunus, 10. August 2015 – Fabio Riccelli, Fondsmanager des Fidelity Iberia Fund:

„Die iberischen Volkswirtschaften sind auf klarem Wachstumskurs: Für Spanien wird für 2015 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, für Portugal von 1,7 Prozent – in der gesamten Eurozone beträgt es dagegen nur 1,5 Prozent. Diese stabilen makroökonomischen Daten beflügeln die industrielle Produktion, die Beschäftigungsrate und das Konsumentenvertrauen. Damit hat Spanien zum ersten Mal in 20 Jahren einen Handelsbilanzüberschuss erzielt. Darüber hinaus profitiert die Wirtschaft von der Konsolidierung des Bankensektors. Arbeitsmarktreformen haben dazu beigetragen, die Arbeitskosten in beiden Ländern wettbewerbsfähiger zu gestalten und die ausländischen Direktinvestitionen anzukurbeln.

Allerdings haben die iberischen Aktienmärkte das negative Sentiment der Griechenland-Krise gespürt. Meiner Ansicht nach ist das nicht gerechtfertigt, da Spanien und Portugal auf einer solideren wirtschaftlichen Basis als Griechenland stehen. Die Bewertungen für einige Unternehmen sind aus diesem Grund sehr attraktiv. Das gilt natürlich nicht für alle iberischen Titel per se. So sind einige Aktien in meinem Portfolio langfristige Gewinner, die nicht so stark an Wert verloren haben wie der Gesamtmarkt. Wenn man jedoch die Stärke und Langlebigkeit ihrer Geschäftsmodelle betrachtet, sind sie günstig bewertet. Hierzu zählen beispielsweise der Textileinzelhändler Inditex, das Softwareunternehmen Amadeus und der globale Pharma- und Chemiehersteller Grifols.

Neben diesen internationalen Titeln zählen auch Unternehmen mit einem stärkeren Fokus auf den iberischen Märkten zu den Gewinnern. Häufig handelt es sich um Firmen, die gestärkt aus einer Restrukturierung hervorgehen. Ein Beispiel ist das Medienunternehmen Mediaset España. Es hat die Schwäche der staatlichen Fernsehsender genutzt und die Zuschauerzahlen erhöht – bei gleichzeitig strengem Kostenmanagement.

Hohes Wachstumspotenzial sehe ich auch bei den Erneuerbaren Energien, besonders in der Windenergie. In der Vergangenheit litt diese Branche unter den hohen Kosten im Vergleich zu anderen Energiequellen und war stark von staatlichen Subventionen abhängig. Die Hersteller von Windkraftanlagen haben es aber inzwischen geschafft, die Produktionskosten spürbar zu reduzieren und gleichzeitig die Effizienz der Anlagen zu steigern. Das wird noch weiter zunehmen, und ich sehe die Windenergie als eindeutigen Gewinner der Energieerzeugung der nächsten zehn Jahre. In diesem Bereich bin ich beispielsweise über die Hersteller von Windkraftanlagen Gamesa und EDPR sowie über den Stromerzeuger Iberdrola positioniert.“

Gewinne in der Eurozone werden ab diesem Jahr US-Gewinne überflügeln

NNIP Investment View Patrick Moonen, Senior Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners:

In diesem Jahr werden die Gewinne in der Eurozone erstmals seit 2007 die der USA übertreffen. Das jedenfalls ist die Einschätzung von NN Investment Partners (NNIP), vormals ING Investment Management. 

Nach Angaben des Vermögensverwaltungshauses dürfte das Gewinnwachstum in den USA in den nächsten Jahren unterdurchschnittlich ausfallen, obwohl die Q2-Berichtssaison in den USA die Erwartungen leicht übertroffen hat: Rund 70 Prozent aller Unternehmen erzielten bessere Ergebnisse als erwartet.

Das lag u. a. an folgenden Faktoren:

  • Die Gewinnspannen haben nahezu die Höchststände von 2007 erreicht, als die Umsätze schneller stiegen als die Löhne und der US-Dollar in erster Linie positive Impulse beisteuerte. Angesichts der Erholung am Arbeitsmarkt ist mit einem gewissen Aufwärtsdruck auf die Löhne zu rechnen, auch wenn dies noch nicht augenfällig ist.
  • Wenn die Federal Reserve im vierten Quartal schließlich die Zinsen anheben wird, könnte das den Dollar weiter stärken und somit die Exportentwicklung bremsen.
  • Hinzu kommt die aktuelle Positionierung im Gewinnzyklus: Tatsächlich liegen die Gewinne bereits über 20 Prozent über dem Langzeittrend. Wann immer dies in der Vergangenheit der Fall war, kam es zwangsläufig zu einer Trendwende in Richtung Mittelwert und entsprechend zu Wachstum unter der Trendrate.

Dazu Patrick Moonen, Senior Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners:

„Die Gewinnentwicklung in der Eurozone verläuft momentan ganz anders als in den USA.“

„Zunächst einmal erwarten wir eine gute Berichtssaison für das zweite Quartal in Europa. Das liegt u. a. an den freundlicheren Konjunkturaussichten, wobei die Euro-Peripherie besonders gut abschneiden soll. Hinzu kommen die positive Wirkung eines geschwächten Euro und die hohe Operational Leverage, die die bislang stagnierenden Margen stützen wird. Aufgrund des geschwächten Arbeitsmarktes dürfte sich das Lohnwachstum in Grenzen halten, soweit dies nicht mit Produktivitätsverbesserungen einhergeht. Im Ergebnis wird das europäische Gewinnwachstum in diesem Jahr erstmals seit 2007 das der US-Gewinne überflügeln.

„Überdies haben die Gewinne in der Eurozone erst kürzlich die Talsohle durchschritten und befinden sich immer noch 20 Prozent unter dem Trendniveau. Daher sind die Aussichten für die nächsten paar Jahre hier positiver als in den USA.“ 

Moonen wies auch darauf hin, dass die Entwicklung in China diese rosigen Aussichten allerdings verdüstern könnte. Die operativen Bedingungen für europäische Unternehmen in China sind schwierig, wobei insbesondere die Nachfrage nach Kfz und Zement in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken ist.

Marktsorgen können Risikoappetit nicht schmälern

NNIP Investment View von Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners:

Trotz nervöser Märkte angesichts der Krisen in China und Griechenland bleiben Anleger risikogeneigt. Das ergab die jüngste von NN Investment Partners durchgeführte Risk Rotation Index Umfrage.1

Laut Umfrage gaben 28,3 Prozent der befragten institutionellen Fondsmanager weltweit an, dass ihr Risikoappetit in den vorangegangenen sechs Monaten gestiegen sei. Bei 18,3 Prozent der Befragten war die Risikobereitschaft dagegen gesunken. Netto ist der Risikoappetit damit um 10 Prozent gestiegen.

Trotz dieser Zuversicht nannten 49 Prozent der befragten Investoren eine mögliche Krise in der Eurozone als die größte Bedrohung für ihr Portfolio im Sinne eines „bedeutenden“ Risikos. Im vorangegangen Quartal lag dieser Anteil bei nur 35 Prozent. Jeder Achte (13 Prozent) betrachtet die Krise sogar als „sehr bedeutendes“ Risiko.

Dazu Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy Multi-Asset bei NN Investment Partners: „Nahezu die Hälfte (49 Prozent) der Anleger sieht die Krise in der Eurozone als erhebliche Bedrohung. Daher gehen diese Investoren derzeit wohl mit der entsprechenden Mischung aus Vorsicht und Zuversicht vor.“

Um potenzielle Risiken in den kommenden Monaten zu reduzieren, scheinen Anleger vor allem auf Multi-Asset- und Aktienstrategien zu setzen (74 Prozent bzw. 56 Prozent). Die Analyse ergibt nur geringfügige Unterschiede bei der Präferenz für Balanced- oder Total Return Multi-Asset-Strategien (37,3 Prozent gegenüber 36,3 Prozent). Das bedeutet, dass Investoren diese beiden Strategien jeweils illiquiden Assets wie Private Equity und Hypotheken (26 Prozent), Hedgefonds (22 Prozent) und Dividendenstrategien (18 Prozent) vorziehen.

Van Nieuwenhuijzen weiter: „Im gegenwärtigen Umfeld gibt es punktuell viele interessante Chancen für Investoren, aber auch zahlreiche potenzielle Fallstricke. Die Wahl der richtigen Strategie ist daher von größter Bedeutung, um einerseits eine angemessene Rendite zu erzielen und sich andererseits gegenüber Marktturbulenzen abzusichern. Unsere Umfrage hat ergeben, dass 46 Prozent der Investoren ihre Portfolios im vergangenen Jahr zu Zwecken der Risikosteuerung diversifiziert haben. Wir meinen daher, dass Multi-Asset-Strategien, wie Balanced- oder Total-Return-Fonds, Investoren in einem unsicheren konjunkturellen Umfeld renditemäßig eine bessere Exponierung bieten.“

Was die Asset-Klassen betrifft, die von Investoren im Hinblick auf das Risiko-Rendite-Verhältnis in den nächsten drei Monaten präferiert werden, so sind dies Aktien (34 Prozent), Immobilien (17 Prozent) und Staatsanleihen (14 Prozent). Die beliebtesten geografischen Regionen sind im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite die USA (46 Prozent), Japan (38 Prozent) und die Eurozone (29 Prozent).

1. Die Umfrageergebnisse stammen aus NN Investment Partners‘ eigenem Research, das von Citigate Dewe Rogerson im Juli 2015 unter 120 internationalen institutionellen Investoren durchgeführt wurde.

 

„Griechenland hat die Märkte zwar in Aufregung versetzt, doch die Eurozone hat‘s überlebt. Die Krise in China – und genau das ist es mittlerweile – schafft ernsthafte Probleme für Rohstoffexporteure sowie Länder, die Investitionsgüter nach China exportieren.“

 

„Doch trotz der Nervosität am Markt vertrauen die Investoren weiterhin in seine generelle Funktionsfähigkeit. Angesichts der freundlicheren Entwicklung in den USA und Japan bleibt man allgemein recht optimistisch. Da wir uns jetzt – zumindest vorübergehend – wieder in ruhigerem Fahrwasser befinden, haben wir unsere Aktiengewichtung von neutral auf eine leichte Übergewichtung hochgefahren. So waren wir auch positioniert, bis Griechenland und China dazwischenfunkten.“

 

Neben der Eurozonenkrise nannten Anleger auch sogenannte Black-Swan-Ereignisse (24 Prozent) sowie einen Abschwung in China (21 Prozent) als mögliche Bedrohungen.

 

Die Umfrage ergab nicht nur eine weitgehend intakte Risikobereitschaft bei Anlegern, sondern deutet auch auf wachsende Stabilität der Anlegerportfolios hin. So gab über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) an, ihr Risikoprofil während der vergangenen sechs Monate nicht angepasst zu haben. Das ist der höchste Wert sei Beginn dieser Umfragen im Jahr 2013.

Deleveraging? What deleveraging?

Allianz Global Investor's Capital Markets Monthly from August 2015. Please find the full report attached on the left.

There is a good chance that we are at least moving towards the end of a 30-year-long decline in yields for bonds from industrial countries – even if this is far from meaning that things will rapidly return to normal. While US government bond markets are beginning to prepare for a rate hike by the US Federal Reserve Bank, yields in large parts of the government bond market in the Eurozone and beyond remain in negative territory.

The tragedy is that the global trend toward indebtedness has continued, and it has done so despite the fact that refinancing conditions are as favourable as hardly ever – so there is potential for debt reduction. Take the example of the Eurozone: The implied interest rate on government bonds amounts to only about half of what it was at the beginning of the millennium. In the case of the German market with its benchmark function, this means it is currently only slightly over 2%. Global debt ratios (i.e. the debt of public and private sectors in relation to gross domestic product) have continued to rise, with the emerging countries making the biggest contribution to this trend in recent years. In some countries, not exclusively but especially in the emerging markets, private sector debt relative to gross domestic product is already significantly above the trend of the past 35 years. It is striking that in the industrial countries, on the other hand, there has been significant progress in deleveraging in the private sector, but the process has probably not yet been completed, at least if one uses historical benchmarks.

The countries with the steepest rise in debt ratios during the past few years have very often also experienced strong increases in real housing prices, such as Singapore, Brazil and Hong Kong. 

Anleger auch nach Kurskapriolen zuversichtlich

Frankfurt, 06. August 2015 – UBS informiert: Trotz der jüngsten Achterbahnfahrt an den Märkten sind Anleger hoffnungsvoll gestimmt, dass es mit den Kursen weiter nach oben gehen könnte. So waren sie im Juli noch zuversichtlicher als im Vormonat. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des UBS Investor Sentiment Index – er misst, wie risikobereit Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX agieren. Im Juli lag der durchschnittliche Cap der gewählten Papiere 7,12 Prozent unter dem jeweils aktuellen Stand des deutschen Börsenbarometers. Im Juni waren es noch 10,33 Prozent gewesen.

Der UBS Investor Sentiment Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX gewählt haben, und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus beziehungsweise Pessimismus der Anleger. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt also die Risikobereitschaft der Anleger wider.

Die vergleichsweise hohe Volatilität an den Märkten ging im Juli nicht spurlos an den Anlegern vorüber. Während zu Monatsbeginn der durchschnittliche Cap nur 3,58 Prozent unter dem aktuellen DAX-Stand notierte, lag der Wert zur Monatsmitte wieder bei 10,95 Prozent und schließlich zu Monatsende 7,32 Prozent unter dem DAX-Stand. Insgesamt positionierten sich die Investoren damit aber deutlich offensiver als im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate. Der rollierende Zwölfmonats-Mittelwert liegt aktuell 13,59 Prozent unter dem DAX-Stand.

„Anleger sind möglicherweise wieder etwas mutiger geworden, als klar wurde, dass die Griechenlandkrise zunächst keine so drastischen Auswirkungen haben würde wie gelegentlich prognostiziert“, sagt Steffen Kapraun, Zertifikate-Experte bei UBS. „Dennoch haben sie offenbar nach DAX-Kursanstiegen den Sicherheitspuffer vorübergehend etwas vergrößert, um etwaige Kurskorrekturen zu überstehen.“ Die insgesamt gute Stimmung der Anleger werde zudem durch die positive Geschäftslage vieler deutscher Unternehmen untermauert. „Die Grexit-Debatte scheint aktuell in den Hintergrund und die fundamentale Lage der Firmen in den Vordergrund zu rücken“, ergänzt Kapraun.

„It’s the earnings, Dummkopf!“

In diesem Artikel erklärt Marino Valensise, Head of Global Multi Asset Group bei Barings, die aktuelle Investmentstrategie sowie die ihr zugrunde Liegenden Gedanken.

Der amerikanische Verbraucher ist zurück. Ermutigt von einem stabilen Arbeitsmarkt und den ersten Anzeichen von Lohnsteigerungen, geben die Amerikaner endlich das Geld aus, das sie durch den niedrigeren Benzinpreis eingespart haben.

Dennoch fallen die Investitionsausgaben in den USA weiterhin enttäuschend aus. Nachdem sich die Anzahl der Bohranlagen in Amerika mittlerweile stabilisiert hat, dürften die Auswirkungen der Energiekrise auf Investitionen nachlassen. Das Problem ist allerdings, dass Vorstandschefs den Großteil des Kapitals nach wie vor für Fusionen und Übernahmen sowie für Aktienrückkäufe einsetzen, anstatt neue Anlagen und Betriebseinrichtungen zu kaufen, wodurch das Wachstum angekurbelt würde.

Trotzdem gestaltet sich das Bild für die US-Wirtschaft insgesamt gesund, und das zukünftige Wirtschaftswachstum dürfte sich in einer Bandbreite zwischen 2,5% und 3,0% bewegen. Eine Verschlechterung der Lage in Griechenland hätte ein Grund dafür sein können, Veränderungen in der Geldpolitik  zu verschieben. Da die Krise mittlerweile jedoch abgewandt ist, dürfte sich die US-Notenbank Federal Reserve befreiter fühlen und könnte mit einer Anhebung der Zinsen wahrscheinlich bereits im September beginnen.

Für viele Anleger käme dies vermutlich überraschend. Die allgemeine Markteinschätzung spricht nach wie vor gegen zeitnahe Maßnahmen. Das Ertragswachstum von Unternehmen stellt ein weiteres Problem dar, denn es ist wahrscheinlich das langsamste, mit dem je ein geldpolitischer Straffungszyklus eingeleitet wurde.

Die Bewertungen des Aktienmarktes hängen sowohl von Erträgen als auch vom „Markt-Multiple“ ab - also wie viel Anleger bereit sind, für jeden eingenommenen Dollar zu bezahlen.

Da es unwahrscheinlich ist, dass dieser Wert im Fall von Zinserhöhungen weiter ansteigen wird, hängt die Richtung des US-Marktes vom Ertragswachstum der Unternehmen ab.

Aktuell liegt die Prognose für das durchschnittliche Ertragswachstum in den USA nur knapp im positiven Bereich. Die allgemeine Schätzung für das zukünftige Wachstum liegt bei über 10%. Vor dem Hintergrund der Stärke des US-Dollars, einem rückläufigen Welthandel, einer leichten Verschlechterung der Gewinnspannen und höherer Finanzierungskosten ist dies ein ziemlich starker Anstieg. Die USA könnten uns überraschen, dies wird sich zeigen.

In der Eurozone haben wir, im Hinblick auf Politik und Diplomatie, eine der außergewöhnlichsten Zeiten erlebt. Die Situation in Griechenland wurde erneut auf die lange Bank geschoben und so können wir uns auf die Fundamentaldaten konzentrieren.

Ein schwacher Euro, die geldpolitische Lockerung, eine Ausweitung der Geldmenge, ein niedriger Ölpreis und ein zunehmend zuversichtlicher Verbraucher unterstützen das Wirtschaftswachstum. Die Herausforderung wird allerdings darin bestehen, die Wirtschaft neu auszurichten, weg vom exportgetriebenen Modell zu distanzieren und mit stärkerer Verbraucher-Orientierung. Mit Blick auf den nach heutigem Stand rückläufigen Welthandel dürfte dieser Punkt an Bedeutung gewinnen. Aufgrund des angemessenen Bewertungsniveaus bleiben wir vorerst investiert und zuversichtlich.

zu anderen Industrieländern am stärksten. Die Kernaussagen im Rahmen des letzten  Haushaltsplans beinhalten eine etwas vorsichtigere Implementierung von Sparmaßnahmen und eine klare Tendenz in Richtung eines unternehmensfreundlicheren Umfelds. Demzufolge behalten wir unser Interesse an binnenwirtschaftlich ausgerichteten kleinen und mittelgroßen Unternehmen bei und gehen davon aus, dass das britische Pfund in Zukunft aufwerten wird.

Von Japan sind wir nach wie vor überzeugt. Zwar fielen die jüngsten Daten durchwachsen aus und die Lohnentwicklung kommt nicht richtig in Schwung, jedoch nimmt das Wachstum der Unternehmenserträge weiter zu und übertrifft dabei sogar die allgemeine Markterwartung. Ein schwacher Yen und ein niedrigerer Ölpreis dürften dafür sorgen, dass dieser Trend auch zukünftig anhalten wird. Wir glauben weiterhin an diese Assetklasse, falls das Bewertungsniveau angemessen bleibt.

Schwellenländer lassen sich nur schwer einschätzen. Die Schwäche am Rohstoffmarkt verheißt für die Produzenten nichts Gutes und auch die schwache Binnennachfrage sowie die schlechtere Entwicklung des Welthandels sind für Verbraucher in Schwellenländern nicht von Vorteil. Darüber hinaus sind globale Investoren aufgrund der jüngsten Verwerfungen am chinesischen Aktienmarkt und der darauf folgenden Interventionen seitens der Regierung verunsichert.

Im Zuge der Annäherung der US-Notenbank Federal Reserve an eine Zinserhöhung dürften Schwellenmärkte zunehmend unter Druck geraten. Wir halten uns zurück und warten auf eine überzeugende Einstiegschance, bevor wir eine größere Position aufbauen. Dazu wird es vermutlich kommen, sobald sich die Märkte auf den neuen Zinszyklus eingestellt haben.

Ertragswachstum in den USA ist unsicher. Wir sind wegen der geringen Marktbreite besorgt, wobei wir uns im Klaren sind über das sich verschlechternde Umfeld für den Welthandel, mit konkretem Bezug zu Problemen in bestimmten Schwellenländern.
An unseren umfangreichen Positionen in europäischen und japanischen Aktien halten wir indes fest, da wir in diesen Regionen von dem Erholungstrend bei den Unternehmensgewinnen sowie von den günstigen Aktienbewertungen überzeugt sind. Beide Assetklassen wurden von uns als „bevorzugt“ eingestuft.

Viele der Anlagechancen im festverzinslichen Segment konnten uns nicht überzeugen, wir schätzen jedoch den Immobiliensektor in Großbritannien und in der Eurozone als wettbewerbsfähige Anlageklasse ein.

GAM Marktkommentar: „Divergenz in Schwellenländern schafft attraktive Anlagemöglichkeiten bei Anleihen“

Zürich, 6. August 2015. 

Die erhebliche Divergenz bei der makroökonomischen Entwicklung von Schwellenländern schafft unzählige Anlagegelegenheiten im Anleihesegment. Diese Ansicht vertritt Enzo Puntillo, Portfoliomanager des JB EM Opportunities Bond Fund bei GAM.

Einen der Hauptgründe für die Divergenz sieht Puntillo in den unterschiedlich verlaufenden Kreditzyklen von Schwellen- und Industrieländern seit der Finanzkrise. „Entkoppelte Kreditzyklen haben dazu geführt, dass sich die Konjunkturzyklen und die Geldpolitik unterschiedlich entwickelt haben. Das hat in den Schwellenländern enorme, sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die Zinssätze, Kredit-Spreads und Wechselkursentwicklungen. Vor diesen Hintergrund sollten Investoren der Versuchung widerstehen, das Universum der Schwellenländer zu sehr zu vereinfachen“, warnt der Experte. Anderenfalls riskierten sie, mögliche Anlagechancen in einzelnen Ländern zu versäumen, die jeweils unterschiedliche Phasen des Konjunkturzyklus‘ durchlaufen.

Ungleichheiten zeigen sich bei der Gesundung der Zahlungsbilanzen

„Die Ungleichheiten zwischen den einzelnen Ländern können Investoren deutlich am Fortschritt bei der Gesundung der jeweiligen Zahlungsbilanzen erkennen“ sagt Puntillo. Osteuropäische Länder seien in dieser Hinsicht am weitesten vorangekommen: „Es fließen wieder Kredite in ihre Volkswirtschaften, was auf lange Sicht das Wirtschaftswachstum fördert.“ Auch Chile mache in dieser Hinsicht gute Fortschritte: Die Leistungsbilanz des Landes sei nun aufgrund der erfolgreichen Reduzierung der Importe nahezu ausgeglichen. „Die Entwicklung in Chile ist vor allem deshalb bemerkenswert, da das Land neben anderen Herausforderungen auch mit den negativen Auswirkungen der niedrigeren Rohstoffpreise zu kämpfen hat“, betont Puntillo.

Attraktive Lokalwährungsanleihen in Brasilien

Anders Brasilien: Das Land habe zwar zaghafte wirtschaftliche Fortschritte erzielt, der Ausblick bleibt aber unsicher. Auch wenn die Leistungsbilanz des Landes teilweise von der schwächeren Währung profitieren konnte, sollten Anleger in Bezug auf die Landeswährung vorsichtig bleiben. Im Anleihesegment allerdings gehören brasilianische Bonds in Lokalwährung mit Nominalrenditen von rund 13-14 Prozent zu den attraktivsten der Schwellenländer. Selbst unter Berücksichtigung der Inflation von acht Prozent sind die realen Renditen attraktiv. Zudem werde die Inflation im kommenden Jahr voraussichtlich auf rund sechs Prozent zurückgehen, sodass die Zentralbank in den nächsten zwölf Monaten Spielraum für Zinssenkungen habe, um auf die schwache Wirtschaftsdynamik zu reagieren, so Puntillo.

Landeswährungen in Osteuropa, Indien und Mexiko mit Aufwertungspotenzial

„Der Ausblick für die Landeswährungen von Polen, Ungarn, Indien, Mexiko und Chile sind gut“, sagt Puntillo. Diese Länder dürften bald wieder einen Wachstumsanstieg verzeichnen. Mexiko erweise sich als interessant, da der Markt die Erwartung einer Normalisierung der Zinsen in den USA bereits übermäßig eingepreist hat. Die realen Renditen für fünfjährige Anleihen liegen bei 2,5 Prozent, was gegenüber der globalen Vergleichsgruppe sowohl in absoluten Zahlen als auch relativ betrachtet attraktiv ist.

Zu den Anleihensegmenten, die vermieden werden sollten, gehören die Lokalwährungsmärkte in Osteuropa, vor allem Polen. Aufgrund der starken Wirtschaft des Landes und des beträchtlichen Zinsrückgangs im Zuge der Lockerung der EZB-Geldpolitik gehört Polen zu den teuersten Märkten der Schwellenländer. Die Hartwährungsanleihen in der Region, zum Beispiel aus Ungarn und Kroatien, sind dagegen attraktiver. Sie bieten ein wesentlich besseres Wertsteigerungspotenzial als ihre Pendants in Lokalwährung.

Ruhe nach dem Sturm – Renditeaufschläge dank günstiger Rahmendaten

Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, Multi-Asset bei NN Investment Partners:

Der Jahresanfang gestaltete sich für Anleger noch unproblematisch, nicht zuletzt dank lockerer Geldpolitik, robuster Wirtschaftsdaten und stärkerer Währungen. Nahezu alle in Euro denominierten Assetklassen warfen positive Erträge ab. Doch noch vor dem Sommer kam starker Gegenwind auf: Nicht nur wurden die Grexit-Szenarien neu aufgelegt, in China brachen die Aktienkurse binnen weniger Wochen um über 30 Prozent ein. Wir sind keine Abenteurer. Daher reduzierten wir unser Exposure bei risikoreichen Werten. Entsprechend haben wir Aktien und Immobilien auf eine neutrale Position zurückgefahren; dem fiel auch unsere Präferenz für Aktien aus der Eurozone zum Opfer. So konnte in jedem Fall eine Kollision mit dem sprichwörtlichen „Eisberg“ verhindert werden. Europa war schließlich bereit, ein neues Rettungspaket für Griechenland auszuhandeln, und die chinesische Regierung ergriff drastische Maßnahmen, um den chinesischen A-Aktienmarkt zu stabilisieren.

Das heißt indes nicht, dass nun keine Wolke mehr den Himmel trübt. Griechenland hat noch einen langen, steinigen Weg vor sich, wenn das Land auch vorerst nicht mehr die Schlagzeilen bestimmen wird. China muss sich seinerseits bemühen, das Vertrauen internationaler Investoren zurückzugewinnen, das zum Teil durch die Maßnahmen der letzten Zeit verspielt worden ist. Ein liberalisierter Markt mit freiem Kapitalverkehr sieht nämlich anders aus. Ungefähr 20 Prozent der chinesischen A-Aktien sind immer noch vom Handel ausgeschlossen. Damit ist in Kürze nicht mit einer Aufnahme von A-Aktien in den MSCI zu rechnen. Gleichzeitig werden die Wachstumsaussichten der chinesischen Wirtschaft kontinuierlich nach unten korrigiert. Nicht zuletzt besteht ein erheblicher Schuldenüberhang. Pläne zur Umwandlung von Anleihen in Aktien sind vorerst auf Eis gelegt.

Da wir uns jetzt – zumindest vorübergehend – wieder in ruhigerem Fahrwasser befinden, haben wir unsere taktische Allokation bei Staatsanleihen, Aktien und Immobilien entsprechend den positiven Signalen aus unserem Modellszenario angepasst. Im Ergebnis sind wir bei Aktien jetzt wieder übergewichtet. Positivfaktoren sind die konjunkturelle Dynamik, die Bewertungen sowie das kräftigere Preismomentum. Andererseits gibt sich die Anlegerschaft nicht übermäßig optimistisch; der Bären-/Bullen-Indikator ist eher niedrig. Ebenso wie bei Aktien sind wir jetzt auch bei Immobilien leicht übergewichtet. Die Rahmendaten sind weiterhin günstig, wobei gerade die Erholung am Arbeitsmarkt in den USA, Europa und Japan eine wichtige Rolle spielt. Nicht zuletzt gibt es sogar am chinesischen Immobilienmarkt Zeichen für eine Stabilisierung. Günstig sind nicht nur die Rahmendaten, auch Immobilien profitieren von Renditeaufschlägen: Die Dividendenrendite liegt bei Immobilienaktien um rund 200 Basispunkte über den Renditen von Unternehmensanleihen, das ist fast das Doppelte des Langzeitdurchschnitts. Kurzfristig besteht das größte Risiko in einer Anhebung der Zinsen in den USA. Unserer Einschätzung nach ist eine solche Erhöhung am US-Anleihemarkt bislang nur unzureichend eingepreist. 

Inzwischen hat das Risiko eines erneuten rapiden Anstiegs der Renditen auf zehnjährige Bundesanleihen nachgelassen. Ferner hält der Rückgang von Rohstoffpreisen und Lohndruck die Inflationserwartungen in Schach. Die Geldpolitik bleibt weltweit expansiv. Last but not least hat sich auch die Preisdynamik bei Staatsanleihen gebessert. Trotz der Stabilisierung in Griechenland und China zeichnet sich bislang noch kein Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen ab. Insofern muss man sich fragen, ob da nicht noch andere, weniger offensichtliche Kräfte am Werke sind. Im Ergebnis haben wir unsere Position bei Staatsanleihen von einer leichten Untergewichtung auf neutral gesetzt.

Die Ereignisse der letzten Wochen verdeutlichen die Grundzüge unserer taktischen Asset-Allokation. Wir vertrauen  nicht blind unserem Navigationssystem, sondern nehmen die entsprechenden Kurskorrekturen vor, wann immer sich unerwartete Risiken oder Chancen abzeichnen. Unser Konzept ist flexibel und dynamisch: Ändern sich die Fakten, passen wir unsere Positionierung rasch der neuen Realität an.

ETF Securities - Wöchentlicher Marktüberblick 03.08.2015

Rohstoffe
Schnäppchenjagd signalisiert Stimmungsumschwung

Spekulanten treiben Nettomittelzuflüsse in Long Öl ETPs auf 19 Wochenhoch. Wir haben die fünfte Woche in Folge Nettomittelzuflüsse in Höhe von US $52,5 Mio. in Brent und WTI Öl ETPs verzeichnen können. Bereits im Anschluss der vorangegangenen Ölpreiskorrektur zwischen November 2014 und März 2015 haben Investoren verstärkt Öl ETPs gekauft. Nach der Preiserholung zwischen März und Juni dieses Jahres haben Investoren auch entsprechende Gewinne mitgenommen, als sie sich wieder von den ETPs trennten. Die jüngste Preiskorrektur lockt die Schnäppchenjäger nun wieder in den Markt. Wir sind der Meinung, dass das derzeitige Niedrigpreisumfeld zu Investitionskürzungen bei Hochkostproduzenten führen wird, was sich mittelfristig positiv auf die Preise auswirken wird. Die OPEC wird jedoch weiterhin im erhöhten Maße Öl fördern, um sich Marktanteile zu sichern. Die US-Schieferöl Industrie wird preiselastisch bleiben und bei potentiell steigenden Preisen die eigene Produktion steigern. Der Großteil der Produktionskürzungen wird hingegen von den Hochkostproduzenten außerhalb der OPEC und USA kommen (Tiefseebohrungen, Ölsande, etc.). Sobald diese Projekte verschoben oder gar aufgehoben sind, werden sie so schnell nicht reanimiert werden, da sie lange Vorlaufzeiten benötigen. Da die OPEC bereits nahe deren Kapazitätsgrenzen operiert, könnte ein etwaiger Marktschock zu einer Preissteigerung führen. Potentielle Preissteigerungen erscheinen somit bei gegebenen Preisniveaus als wahrscheinlicher als weitere Preisrückgänge.

Agrarrohstoffe mit höchsten Mittelzuflüsse seit Oktober 2014. Da Agrarrohstoffpreise die vergangene Woche, bzw. den gesamten Monat hinweg in breiter Front gefallen sind, haben Investoren dies als guten Einstiegszeitpunkt gesehen. Das Wetterphänomen El Niño gewinnt weiter an Stärke, was die Wahrscheinlichkeit von Anbaustörungen vergrößert und damit möglicherweise die Preisrückgänge in bestimmten Agrarrohstoffen umkehren dürfte. Investoren positionierten sich daraufhin mit US $19,8 Mio. in Agrarrohstoffen und US $5,4 Mio. in Weizen ETPs (ein 12 Wochenhoch). Die Getreidepreise kamen letzte Woche besonders unter Druck, nachdem der internationale Getreiderat die Ernteerwartungen trotz Trockenheit in Europa und Kanada erhöhte.

Palladium und Platin mit den höchsten Mittelzuflüsse seit November 2014 bzw. Januar 2015. Die beiden Metalle konnten mit US $30,6 Mio. bzw. US $ 16,9 Mio. Nettomittelzuflüssen einen mehrwöchigen Trend mit fallenden Preisen und Ausflüssen umkehren. Eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas und der Fundamentaldaten, einschließlich strengeren Umweltverordnungen (eine wichtige Quelle für PGM Nachfrage), und eingeschränkter Minenversorgung werden sich positiv auf die beiden Edelmetalle auswirken.

Gold ETPs werden weiterhin gemieden, da Investoren sich von defensiven Vermögenswerten trennen. Weitere Gold-Nettomittelabflüsse in Höhe von US $163,5 Mio. in der vergangenen Woche unterstreichen das Ausmaß der Rotation weg von defensiven Vermögenswerten hin zu unterbewerteten zyklischen Anlagen.

Aktien
Die Berichterstattungssaison in den USA und Europa bringt positives Momentum für Aktien. Trotz eines volatilen Wochenstarts mit fallenden Kursen in China, konnte das Vertrauen in die globalen Aktienmärkte dank robuster Unternehmenszahlen in den USA und Europa insgesamt gestärkt werden. Europäische und US amerikanische Unternehmen überraschten positiv in 8,3% und 4,5% der Fälle respektive, gemessen an den 65% und 70% der Unternehmen im Eurostoxx 600 und S&P 500, welche bisher ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben. Investoren schichten Ihr Portfolio zunehmend um, weg aus amerikanischen, hinein in europäische Aktien aufgrund günstigerer Unternehmensbewertungen, eines schwächeren Euros sowie sich verbessernden wirtschaftlichem Wachstum. In der Zwischenzeit beendet der MSCI China A-Shares die Woche 9,8% tiefer.

Währungen
Federal Reserve (Fed) erwartet Zinserhöhung bereits in diesem Jahr, US Dollar steigt. In Ihrem jüngsten Kommentar nannte die Fed „weitere leichte Erholung des Arbeitsmarktes“ als Bedingung für einen Zinsanstieg. Das hinzunehmen des Wortes „leichte“ deutet an, dass man dem Ziel einer Zinserhöhung bereits näher ist. Von daher wird den US Arbeitsmarktzahlen Ende dieser Woche hohe Bedeutung zugewiesen. In Kanada haben sich die niedrigen Ölpreise negativ auf das BIP ausgewirkt, welches im fünften Monat in Folge abfiel. Die Zinssenkung der Kanadischen Zentralbank vom 15. Juli wurde somit als korrekt bestätigt. Der Kanadische Dollar fiel um 4,2% gegenüber dem US Dollar. In Schweden lag das BIP im Vergleich zum Vorjahr mit 3,0% über den Erwartungen von 2,5%, jedoch fiel die Schwedische Krone weiter in Erwartung des Markets, dass die Zinsen weiterhin negativ bleiben werden um die Wachstumsrate hoch zu halten.

Fidelity Marktkommentar: Europäischer Pharmasektor mit guten Wachstumsaussichten

Alexandra Hartmann, Fondsmanagerin des Fidelity Euro Blue Chip Fund: Kronberg im Taunus, 3. August 2015 - „Eine Kursrallye, wie wir sie in den letzten Monaten in Europa erlebt haben, bringt auch Risiken mit sich. Aktien aus dem Euroraum haben in diesem Jahr bis dato die beste Wertentwicklung unter den international führenden Aktienmärkten erzielt. Das ist angesichts des geringen Wachstums in Europa beeindruckend. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 16 ist die Region nun allerdings nicht mehr günstiger als andere sondern liegt auf Augenhöhe mit den weltweiten Durchschnittswerten. Von diesem allgemeinen Marktanstieg haben viele Anleger profitiert und schnellen Gewinn gemacht. Ich bin mir aber sicher, dass wahllose Kaufentscheidungen nicht von Dauer sein werden – also Käufe, die weder Risiko und Bilanzen noch Wachstumspotenzial oder Qualität der Unternehmensführung berücksichtigen.

Was bedeutet das für meine Titelauswahl? Grundsätzlich wähle ich Aktien von Unternehmen, die von innen heraus wachsen können und dadurch in gewisser Weise unabhängig vom allgemeinen Wirtschaftsumfeld sind. Am stärksten übergewichtet ist aktuell der Pharmasektor mit Titeln wie Bayer, Roche, Novartis und Sanofi. Sie verfügen über hohes Wachstumspotenzial, das sich nicht in ihren Bewertungen widerspiegelt. Die Pharmatitel zeichnen sich durch interessante Produkt-Pipelines aus, die auf Jahre hinaus für absehbare Gewinne sorgen. Getragen werden sie auch von starken zugrunde liegenden Rahmenbedingungen wie der Alterung der Gesellschaft, der frühzeitigen und besseren Diagnose und Behandlung von Erkrankungen sowie einer besseren Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern.

Skeptisch bin ich bei Basiskonsumgütern. Viele Aktien aus der Branche sind mit einem durchschnittlichen KGV von 21,5 überteuert. Gleichzeitig sind die Gewinnaussichten im niedrigen einstelligen Bereich äußerst bescheiden. Sorgen bereitet mir auch das langsamere Umsatzwachstum in den Schwellenländern. Ihr Anteil am Gesamtumsatz ist bei vielen Branchenakteuren hoch und wird Spuren beim Umsatzwachstum hinterlassen. Auch bei Investitionsgütern und Werkstoffen halte ich mich eher zurück. Ihre Aktien scheinen mir angesichts der fehlenden Preissetzungsmacht in den beiden Branchen relativ teuer. Auch die Kapazitätsauslastung ist insgesamt eher suboptimal, und aktuell verspüren die Unternehmen wenig Druck zu investieren.

Finanzwerte habe ich kürzlich von untergewichtet auf neutral angehoben. Hierbei handelt es sich häufig um Aktien mit hohem Beta, also um Titel, die größeren Schwankungen unterliegen als der Gesamtmarkt. Hinzu kommt, dass ich nach den aktuellen Ereignissen in Griechenland keine massiven Rückschläge für europäische Banken und Versicherer erwarte.

Was einzelne Titel betrifft, ist Ryanair nach wie vor mein Top-Favorit und die größte Position im Fonds. Die Aktie hat sich seit etwa einem Jahr unverändert stark entwickelt. Dank der niedrigen Kostenbasis profitiert Ryanair mit am stärksten vom strukturellen Wachstum von Billigfliegern. Der Schlüssel zum Potenzial des Unternehmens liegt in seiner Preissetzungsmacht, die auf Flexibilität und Kostenkontrolle beruht. So kann es vorübergehend die Preise senken, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten und seinen Marktanteil zu vergrößern. Auch der Automobilzulieferer Valeo zählt zu den größten Fondsbeständen. Das Unternehmen konzentriert sich auf innovative Lösungen in langfristigen, margenstarken Wachstumssegmenten wie Sicherheit und Emissionsreduktion. Über ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet Valeo in den Schwellenländern. Das wird künftiges Wachstum von innen verstärken.“

Börsencrash eröffnet Chancen – Reformtempo in China bleibt hoch

ach dem Einbruch an den chinesischen Börsen bieten sich Anlegern attraktive Einstiegsmöglichkeiten – besonders was in Hong Kong gelistete Aktien betrifft. Das ist die Ansicht von Michael Lai, Fondsmanager des GAM Star China Equity. „Zwar dominiert der jüngste Börsencrash derzeit die Schlagzeilen, dennoch sollten Investoren zwei Tatsachen nicht vergessen: Erstens, dass China das Reformtempo weiter erhöht, was sich langfristig positiv auswirken wird, und zweitens, dass nicht der gesamte Markt für chinesische Aktien von staatlichen Eingriffen beeinflusst wird“, sagt Lai. 

Die staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen der chinesischen Aktienmärkte seien falsch gewesen, meint Lai. „Die Regierung muss jetzt aufhören, die Märkte zu beeinflussen, damit die Marktkräfte die Aktienkurse selbst bestimmen können“, so Lai weiter. Politische Eingriffe seien nicht neu und schon immer eine Herausforderung für Anleger im Markt für A-Aktien gewesen. Momentan seien Investoren jedoch besonders verunsichert, in welchem Umfang die Regierung weiterhin intervenieren werde.  

Für China insgesamt bleibt Lai weiter optimistisch: „Gerade nach dem Crash dürfen wir das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind mehr positive Nachrichten aus China gekommen als zu irgendeinem Zeitpunkt in den vergangenen 25 Jahren“. Chinas Wirtschaft wachse jährlich zwischen sechs und sieben Prozent, was insbesondere im Vergleich mit anderen Regionen immer noch außergewöhnlich sei. Die Reformagenda der Regierung setze sich fort und fokussiere sich auf Kapitalmarktreformen, die Liberalisierung der Finanzmärkte und die Stärkung der Binnennachfrage. Diese positiven Nachrichten wurden nach Meinung des Fondsmanagers aufgrund der Ereignisse der letzten Wochen wenig beachtet: „China hat die Angewohnheit, immer zwei Schritte vor und einen zurück zu gehen; die Intervention am A-Aktienmarkt war nun leider ein besonders großer Schritt zurück.“

Der Aktienmarkt in Hong Kong habe ebenfalls unter den Zwangsverkäufen von Anlegern, die auf Kredit investiert hatten, gelitten. Der dortige Markt sei allerdings viel transparenter und nicht von staatlichen Eingriffen betroffen. Daher fokussiert sich Lai derzeit auf diese Titel. „Wir haben so gut wie alle Positionen in A-Aktien abgestoßen, und die Schwäche in Hong Kong für Zukäufe genutzt. Der dortige Markt war bereits vor der Korrektur günstig bewertet und ist nun noch günstiger geworden“, erklärt Lai.

Threats to Europe's Cyclical Recovery

This report from ETF Securities and Roubini Global Economics provides an update to themes introduced in their Quarterly Outlook, published in June. The focus this month is on the threat to the European cyclical growth recovery, particularly the eurozone.

  • The eurozone is in the middle of a weak cyclical rebound that began in Q2 2013 after a double-dip recession, but has gained pace (to 1.0% y/y) recently as a result of the lower interest rates, the weaker euro, the reduced fiscal "drag" for some countries (due to the increased "fiscal flexibility" that the EU authorities have allowed), lower oil prices and other idiosyncratic factors. Near-term threats abound, and longer-term problems remain as well.
  • Most notably, if Greece fails to implement reforms, it could flunk its third successive "bailout". The UK's economy and politics are diverging from the EU, and other "anti-system" parties are gaining (in France, Hungary and Spain), while reform efforts are weak, indebtedness high and demographics negative.
  • What to watch this month: Bank of England monetary policy committee meeting (August 6), for indications about when to expect a rate hike; Greek negotiations toward a European Stability Mechanism loan (mid-August) - further clues about whether the calm can be sustained.