Zyklische Rohstoffe im Rallye Modus, Investorenverhalten bleibt defensiv

Investoren suchen Sicherheit in Gold, der Sektor zählt mit weiteren 193 Mio. USD an Mittelzuflüssen zu den Top-Sektoren. Öl-ETPs verbuchen nach einem Preisanstieg trotz zunehmender Lagerbestände moderate Mittelzuflüsse. Im Gegensatz zum Industriemetallmarkt verbucht Kupfer Mittelzuflüsse, nachdem der Preis von einer zunehmenden Risikobereitschaft profitiert. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links mit Charts.

Defensives Investorenverhalten lässt YTD Mittelzuflüsse in Gold auf über 1,2 Milliarden USD ansteigen. Obwohl es frühe Anzeichen einer Abschwächung der Marktturbulenzen gibt, bleiben Anleger zunehmend defensiv. Die achte Woche in Folge verbuchten physisch hinterlegte Gold-ETPs (A0N62G) Mittelzuflüsse, vergangene Woche waren es weitere 193,6 Mio. USD. "Die Futures Markt Positionierung deutet ebenfalls auf einen anhaltenden Optimismus für den Goldpreis hin, Netto-Long-Positionen stiegen vergangene Woche um mehr als 20 Prozent“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions.

Öl-ETPs verbuchen 11 Wochen in Folge Mittelzuflüsse. Die Rohöl-Benchmarks Brent (A1N49P) und WTI (A0KRJX) konnten vergangene Woche jeweils über die 30 USD/bbl Marke klettern und die Anlegerstimmung positiv beeinflussen. Überraschend erholten sich die Ölpreise trotz der höher als erwarteten Zunahme der Lagerbestände in den USA. Vergangene Woche notierten die Lagerbestände auf ihrem höchsten Niveau seit Aufzeichnung der EIA (die Daten gehen zurück bis 1982). „Der saudische Ölminister Naimi betonte, dass es zu keiner Produktionskürzung kommen werde, doch inzwischen verbreiten sich Gerüchte, dass im März ein weiteres OPEC-Treffen zustande kommen könnte, was die Preise weiter stützt“, so Hein. Die Mittelzuflüsse beliefen sich auf 9,0 Mio. USD, die niedrigste Ergebnis seit acht Wochen.

Platin verbucht die höchsten Mittelzuflüsse in Höhe von insgesamt 6,5 Mio. USD. Platin (A0N62D) konnte sich vom Pessimismus der vergangenen Monate erholen und profitierte von starken Gewinnen der globalen Automobilverkäufe. „Obwohl amerikanische und chinesische Fahrzeugabsätze auf Rekordniveau notieren, bildet Palladium (A0N62E) das Schlusslicht im Edelmetallsektor und notiert 12 Prozent schwächer auf Jahressicht“, erklärt Hein. Im Vergleich dazu glänzen andere Edelmetalle mit einem durchschnittlichen Gewinn von rund 11 Prozent im Jahr 2016.

Zwei Wochen hintereinander verbuchen diversifizierte Industriemetall-ETPs Mittelzuflüsse. Moderate Mittelzuflüsse von 2,6 Mio. USD wurden in breit diversifizierte Industriemetall-ETPs (A0SVX7) investiert. Kupfer dominierte den Industriemetallsektor und konnte Mittelzuflüsse in Höhe von 4,1 Mio. USD verbuchen, die größten Zuflüsse seit zwei Wochen. Eine zunehmend ausgeglichene Angebot-Nachfrage Situation unterstützt die Preise für Metalle, diese konnten, ausgenommen Nickel (-2,4 Prozent), solide Gewinne im letzten Monat verzeichnen.

Öl im Aufwind dank sinkender US-Produktion

„Der Energiesektor trotzte in der vergangenen Woche einem neuen 17-Jahrestief bei Gas und verzeichnete mit 5,2 Prozent sein erstes Plus in vier Wochen. Gründe hierfür waren vor allem US-Produktionskürzungen bei Öl und eine anhaltende Diskussion unter Produzenten über eine Förderdrosselung“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Angetrieben vom Energie- und Agrarrohstoffsektor stieg der Bloomberg Rohstoffindex ebenfalls zum ersten Mal seit vier Wochen und rangiert nun fünf Prozent über seinem Rekordtief aus dem Januar 2016. 

Gold bewegte sich in der vergangenen Woche seitwärts, nachdem wochenlange Zukäufe für einen allgemeinen Stimmungsumschwung gesorgt hatten. „Sorgen vor einer Rezession und niedrige Leitzinsen haben ein positives Momentum für Gold geschaffen. Das führte zu massiven Zukäufen durch ETFs“, sagt Hansen. Auch 2015 verzeichnete Gold zu Beginn des Jahres durch den sogenannten Frankenschock und das Quantitative Easing der EZB starke Gewinne. Dies werfe nun die Frage auf, ob es sich auch bei der aktuellen Rallye nur um eine kurzfristige Entwicklung handele. „Unserer Meinung nach deuten die derzeitigen Entwicklungen an den Märkten aber tatsächlich auf einen Stimmungswandel zugunsten von Edelmetallen hin. Die Zinswende in den USA sowie der Preisverfall bei Öl und globalen Aktien haben die Nachfrage nach dem gelben Metall erneut angefeuert“, sagt Hansen.

Rohöl befindet sich derzeit weiter auf Konsolidierungskurs. „Die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt in den USA fielen besser aus als erwartet. Das sorgte bei den Ölbenchmarken WTI und Brent für Kursgewinne. Beide kletterten auf ihre Schlüsselwiderstände von 34,80 bzw. 36,75 US-Dollar pro Barrel“, sagt Hansen. Da von einem Rückgang der globalen Überproduktion nicht vor 2017 zu rechnen sei, unterstützen die Fundamentaldaten derzeit allerdings nicht die These einer möglichen längeren Preisrallye. „Bei Öl existiert derzeit ein immenser Fokus sowohl auf Short- als auch auf Longtrades. Insofern dürfte jeder Ausbruch aus der bislang vorherrschenden Preisspanne eine Reaktion und eine mögliche Überschreitung zur Folge haben“, sagt Hansen abschließend.

Den vollstädigen Rohstoffkommentar der SaxoBank finden Sie links als PDF in englischer Sprache mit Charts.

US-Wahlkampf - Gesundheitsmarkt von Clintons Forderungen unbeeindruckt

Die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen sind gerade aus gesundheitspolitischer Sicht von großem Interesse. Hillary Clinton, vor Abschluss der Vorwahlen aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten, fordert immer wieder weitreichende Reformen des Gesundheitswesens in den USA. Die Lacuna AG, seit langem Spezialistin für Investments im Healthcare-Bereich, rechnet jedoch nicht mit negativen Auswirkungen eines möglichen Clinton-Wahlsiegs auf die Aktienkurse.

Am 8. November 2016 wählen die Vereinigten Staaten einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Bis dahin buhlen sowohl die Demokraten als auch die Republikaner um die Gunst der Wähler. Auf welche Spitzenkandidaten sich die beiden Parteien im Rennen um die Nachfolge von Barack Obama festlegen, steht zwar noch nicht fest, bei den Demokraten geht Ex-Außenministerin Hillary Clinton aber jedenfalls als Favoritin in die heiße Phase der Vorwahlen. Clinton hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder mit Forderungen nach einer weitreichenden Reform des US-Gesundheitswesens aufhorchen lassen und bewirbt diese auch im derzeitigen Wahlkampf aggressiv. Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor und Prokurist der Lacuna AG, hält die Auswirkungen von Clintons Politik auf den US-Gesundheitsmarkt für überschaubar: „Clinton hatte in den letzten 20 Jahren diverse Funktionen inne und brachte die jetzigen Änderungsvorschläge am Gesundheitswesen dabei immer wieder auf die Agenda. Tatsächlich umgesetzt wurden diese aber nie, da sie nicht mit der Realität des amerikanischen Gesundheitssystems vereinbar sind“, lautet Grabowskys Einschätzung.

Gesundheitsmarkt wieder attraktiv bewertet 

Für die jüngsten, leichten Kursrückgänge hat Grabowsky eine andere Erklärung: „Die derzeitigen Outflows aus dem US-Gesundheitsmarkt sind primär durch Gewinnmitnahmen der Anleger zu erklären. Für Investoren ist diese Entwicklung aber vorteilhaft, da dadurch die Bewertungen am US-Gesundheitsmarkt wieder attraktiv sind. Wir gehen davon aus, dass sich die positive Entwicklung des Gesundheitsmarktes unabhängig von der politischen Lage weiter fortsetzen wird.“ Der Lacuna – BB Adamant Global Healthcare Fonds investiert weltweit in die erfolgreichsten Gesundheitsunternehmen und deckt alle Branchen ab. Was die Fondsstrategie hinsichtlich Länderallokation betrifft, so werden die vier wesentlichen globalen Gesundheitsregionen spezifisch gewichtet. Nordamerika ist dabei mit 31,70 Prozent jene Region, die am stärksten im Portfolio vertreten ist.

Super Tuesday bei US-Vorwahlen - Demokratische Präsidenten waren bisher für Aktien besser

Am 8. November 2016 wissen wir, wer der neue US-Präsident ist. Aktuell finden dazu Vorwahlen in allen US-Bundesstaaten statt. In ihnen entscheidet sich, wer als Präsidentschaftskandidat der Demokraten und Republikaner ins Rennen geht. Morgen, am sogenannten Super Tuesday, finden gleich in zwölf US-Staaten Vorwahlen statt, was eine Vorentscheidung bei der Kandidatenfrage mit sich bringen könnte.

Häufig herrscht die Vorstellung, dass republikanische Präsidenten aufgrund ihrer eher wirtschaftsliberalen Haltung für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und damit auch für steigende Aktienkurse sorgen. Analysiert man allerdings die Kursentwicklungen des S&P 500 von 1928 bis heute, zeigt sich, dass sich die Aktienkurse während republikanisch geführter Regierungen schlechter entwickelten als unter demokratischen Präsidenten. Vier Amtsperioden eines republikanischen Präsidenten, aber nur eine eines demokratischen Präsidenten, endeten mit Kursverlusten.

Während die Börsen seit 1928 in den Regierungsjahren eines demokratischen US-Präsidenten im Jahresdurchschnitt um 10,0 Prozent stiegen, erhöhten sie sich bei republikanischen Amtsinhabern lediglich um 1,8 Prozent. Dieser Trend gilt auch für den Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute: Zu Zeiten eines demokratischen US-Präsidenten erhöhten sich die Kurse um durchschnittlich 11,4 Prozent pro Jahr, bei republikanischen US-Präsidenten dagegen nur um 4,8 Prozent.

US-Präsidenten und die Kursentwicklung von US-Aktien

*bis 31.12.2015, Quelle: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research, FERI

Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity: „Auch wenn die US-Börsen während der Amtszeit demokratischer US-Präsidenten bisher eine bessere Entwicklung zeigten, müssen immer auch die jeweils vorherrschenden ökonomischen und politischen Herausforderungen der Zeit gesehen werden. Ein enger Zusammenhang zwischen dem politischen Lager des Präsidenten und der Börsenentwicklung besteht insbesondere in mittel- und langfristiger Sicht nicht. Anleger sollten sich daher von politischen Wahlen in ihrer Investmententscheidung nicht beeinflussen lassen, sondern ihre Anlagestrategie konsequent weiterverfolgen.“

Aditya Khowala, Fondsmanager des Fidelity American Growth Fund: „Der Super Tuesday wird zwar kurzfristig für Schlagzeilen sorgen. Doch unabhängig davon, wer als Spitzenreiter daraus hervorgeht oder später sogar die Wahl gewinnt, erwarte ich keine dramatischen Veränderungen in der Politik. Der Schwerpunkt wird weiter auf der Wirtschaft liegen, wo wir gemischte Signale sehen. Die Kombination aus strafferen Liquiditätsbedingungen und sinkenden Inflationserwartungen begrenzen die Möglichkeiten der Fed, die Zinsen zu erhöhen. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass der Bankensektor unter regulatorischen Druck geraten könnte. Aber die Fiskalpolitik wird möglicherweise etwas Spielraum haben, um das Wachstum zu unterstützen, etwa durch Investitionen in Infrastruktur. Das könnte interessante Investmentmöglichkeiten schaffen. In diesem Umfeld konzentriere ich mich auf attraktiv bewertete Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen, die unter den meisten makroökonomischen Bedingungen gute Ergebnisse liefern können. Doch es gilt, selektiv zu sein, da beispielsweise einige Unternehmen weiter unter dem niedrigen Ölpreis leiden dürften. In meinem Portfolio halte ich Aktien von Unternehmen, die von langfristigen Wachstumstrends profitieren. Interessant sind vor allem Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht und der Fähigkeit, ihre Cashflows steigern zu können.“

Economic strength to support the Krona

At its latest meeting the Swedish central bank (Sveriges Riksbank or the “Riksbank”) lowered its benchmark interest rate further into negative territory to –0.5%, the second lowest interest rate in the developing world behind Switzerland (currently -0.75%). The move is consistent with the Riksbank’s aim to pre-empt any loosening of monetary policy measures by the European Central Bank (ECB), in order to prevent a sharp appreciation in the SEK and a simultaneous fall in domestic inflation (see Figure 1). While the interest rate cut initially bolstered the EUR/SEK exchange rate, we expect this to reverse in the coming month. The Swedish economy is currently outperforming its counterparts in mainland Europe by some margin and we are beginning to see signs that the Riksbank’s use of interest rates is reaching its limit, thus we see risks to the EUR/SEK currency pair currently skewed to the downside.

Limit reached?

Unlike the three previous rate cuts in 2015, the latest decision to cut interest rates was split, with two of the six members of the Riksbank’s Executive Board preferring to leave the rate unchanged. Those members highlighted the possibility that use of the interest rate in influencing the economy may be reaching a “limit” and that further cuts could not be made “without problems arising”. The concern is that the underlying fundamentals of the Swedish economy are strong and that inflation is likely to rebound in the medium term in any case. Furthermore, additional rate cuts risk damaging the nation’s banking sector. Therefore, despite rhetoric suggesting a willingness to do more, we believe it is unlikely that the Riksbank will cuts rates further without a significant catalyst.

Swedish economy shows strength

The Swedish economy is currently growing at a blistering pace of 3.9% YoY, over double the pace of the Eurozone, and unemployment is at the lowest level in seven years (see Figure 2). Despite this economic outperformance the SEK has fallen almost 2% against the Euro in 2016 (Source: Bloomberg), reflecting the impact of the Riksbank’s dovish policy measures. In coming weeks, we believe that the Riksbank’s reduced appetite for further rate cuts will allow markets to price in this relative strength and cause the SEK to recoup some of its recent losses against the Euro.


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Unbarmherzige Schlagzeilen, doch nicht alle Nachrichten sind schlecht

Von James Swanson, MFS Chief Investment Strategist.

Die Schlagzeilen in 2016 waren mitunter erschütternd: China bricht zusammen, Bankenprobleme in Europa, Verwüstungen im Ölgeschäft. In der Tat gibt es genügend Gründe, die zur Sorge veranlassen. Das Wachstum der Weltwirtschaft geht von Jahr zu Jahr zurück. Wir befinden uns noch nicht auf Rezessionsniveau, doch eine Wachstumsverlangsamung ist nicht von der Hand zu weisen. Unklar ist bislang jedoch noch, ob diese Verlangsamung lediglich temporärer Natur ist, oder anhält. China bleibt eine der Hauptsorgen, mit dem Bestreben des Landes, sich von einer exportgetriebenen zu einer konsumorientierten Volkswirtschaft zu wandeln. Sowohl Exporte als auch Importe sind zurückgegangen und Bedenken über den chinesischen Bankensektor mehren sich. Glücklicherweise werden die Schulden des Landes nicht von vielen Investoren außerhalb Chinas gehalten. Eine Bankenkrise hätte daher – wenngleich sie schmerzhaft wäre – vermutlich nicht dieselben globalen Auswirkungen, wie es bei der US-Hypothekenkrise zwischen 2007 und 2009 der Fall war.

Konsum schleicht sich heran
Unterdessen beginnt der chinesische Verbraucher damit, mehr Gewicht zu tragen. Der Konsum steigt von Jahr zu Jahr und der chinesische Wohnungsmarkt hat in den letzten Monaten zugelegt. Hier erwarte ich keinen Zusammenbruch.

In Europa ist die Lage momentan sehr unterschiedlich. Während die deutschen Exporte zurückgehen, nimmt der Konsum in der Eurozone zu und die unterstützende Geldpolitik hält an. Japans diversifizierte Wirtschaft befindet sich inmitten eines mehrjährigen Umstrukturierungsschubs – allerdings ohne, dass man davon bisher etwas sieht.

Die US-Konsumausgaben machen einen größeren Anteil an der Weltwirtschaft aus, als es die gesamte wirtschaftliche Leistung Chinas tut. Zudem sind die US-Verbraucher im Januar in Schwung gekommen. Offenbar gingen die schlechten Nachrichten im Rest der Welt an ihnen vorüber. Die US-Realeinkommen nehmen zu, Löhne steigen und sowohl die Zahl der Beschäftigten, als auch die geleisteten Arbeitsstunden wachsen an. Insgesamt scheint das globale Umfeld nicht auf eine bevorstehende Rezession hinzudeuten.

Korrekturen nicht notwendigerweise Signal für Rezession
Die Historie zeigt uns, dass Kursverluste an den Märkten, wie wir sie bislang in 2016 gesehen haben, nicht immer ein Signal für Rezessionen sind. Der S&P 500 hat seit 1959 elf Kursrückgänge in ähnlicher Höhe wie zuletzt verzeichnet – mit Verlusten zwischen 10 und 15 Prozent. Drei dieser Phasen endeten in einer Rezession, während die anderen acht es nicht taten. Der durchschnittliche Kursrückgang während dieser acht Phasen lag bei ungefähr 16 Prozent. Ferner lag der durchschnittliche Kursgewinn im S&P 500 sechs Monate nach Ende der Talfahrt bei 18 bis 19 Prozent. Es ist auch gut zu wissen, dass das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis in diesen Phasen im Durchschnitt bei 19 bis 20 lag. Heute liegt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 15,5, was angemessener erscheint.

Es liegt nach wie vor Arbeit vor uns
Steuern wir nun auf eine Rezession zu? Meiner Meinung nach kann dies nicht mit einem einfachen „ja“ oder „nein“ beantwortet werden. Es ist vielmehr ein zweistufiger Prozess, der sich noch entwickelt. Der anhaltende Ölpreisverfall – hauptsächlich aufgrund der gesunkenen Nachfrage aus China – ist ein Input-Kostenfaktor. Sinkende Kosten führen natürlich zunächst dazu, dass einige Vermögenswerte vernichtet werden. Dies wird zweifelsohne bei Energiefirmen der Fall sein, die auf Ölpreise von 70, 80 oder 100 Dollar je Barrel angewiesen sind. Doch sobald sich die Kapitalverluste ihren Weg durch das System gebahnt haben, wird es einen Schub für die verarbeitende Industrie geben, in Form von höheren Gewinnen basierend auf niedrigeren Input-Kosten.

Als weitere Auswirkung der jüngsten chinesischen Leiden, unterdrückt der Rückgang der Rohstoffpreise Erwartungen nach höheren Zinsen – also Kapitalkosten. Damit haben wir nun zwei Input-Kostenfaktoren, die vergleichsweise gering bleiben werden für das Gleichgewicht in 2016. Dies könnte möglicherweise größeren Volkswirtschaften zugute kommen, wie den USA, der Eurozone, Japan und sonderbarerweise auch China selbst.

Angst ist verständlich und Investoren tun gut daran, vorsichtig zu sein. Für Investoren ist es im Moment möglicherweise das Beste, sich etwas in Zurückhaltung zu üben und die makroökonomischen Daten der wichtigsten Volkswirtschaften über die kommenden Monate weiter zu beobachten. Dies dürfte dabei helfen herauszufinden, ob das schlimmste der Krise bereits hinter uns liegt.

Über MFS:
MFS Investment Management ist ein global ausgerichteter Vermögensverwalter mit Investmentbüros am Firmensitz in Boston/Massachusetts sowie in London, Mexico City, Hongkong, Sao Paolo, Singapur, Sydney, Tokio und Toronto. Der Asset Manager bietet eine umfangreiche Auswahl breit diversifizierter und ausgewählter konzentrierter Aktienstrategien auf globaler, regionaler und länderspezifischer Ebene sowie robuste festverzinsliche Anlagemöglichkeiten über das gesamte Kredit- und Sektorspektrum. Seit Unternehmensgründung und der Auflage des ersten offenen Publikumsfonds in den USA im Jahr 1924 verfolgt MFS seinen Investment-Ansatz, der auf einem fundamentalen Bottom-Up Research basiert. Für Privatkunden und institutionelle Anleger verwaltet MFS weltweit Vermögen im Wert von 397,6 Mrd. US-Dollar (Stand: 31. Januar 2016). Global beschäftigt das Unternehmen rund 1.800 Mitarbeiter, darunter mehr als 228 Investmentspezialisten. MFS hat die Grundsätze der Vereinten Nationen (UN PRI) für verantwortungsbewusstes Investment unterzeichnet. Die Europazentrale befindet sich in London. In Deutschland ist MFS in Frankfurt am Main unter der Leitung des Geschäftsführers Lars Detlefs vertreten.

Fundamentaldaten rechtfertigen keinen Kurssturz bei globalen Immobilien

Laut NN Investment Partners (NNIP) rechtfertigen die Fundamentaldaten in keiner Weise den Kurssturz um 6 Prozent, den globale Immobilien seit Ende November 2015 hinnehmen mussten. Niedrige Zinsen und positive Signale im Hinblick auf die Faktoren, die die Entwicklung am Immobilienmarkt maßgeblich beeinflussen, deuten auf nachhaltiges Wachstum hin. Nach Überzeugung von NNIP wird der Wohnimmobilienmarkt in den USA 2016 positiv abschneiden und so einen wertvollen Beitrag zur US-Wirtschaftsleistung insgesamt liefern.

Danach profitiert der Immobiliensektor auch von der gelockerten Kreditpolitik, denn mittlerweile sind die Renditen auf US-Treasuries wieder unter 2 Prozent gerutscht, während die Zinsen auf Bundesanleihen unter 50 Basispunkten verharren. Zudem ergab die jüngste Lending-Umfrage der EZB, dass sich die Eigenheimkreditvergabekriterien im vierten Quartal netto erneut gelockert haben. Auch die Nettonachfrage nach Eigenheimkrediten steigt. Dazu tragen vor allem die freundlicheren Aussichten am Wohnimmobilienmarkt, das zunehmende Verbrauchervertrauen und die niedrigen Zinsen bei.

Auch der Rückgang der Arbeitslosenrate in allen Regionen sowie der Anstieg der Einzelhandelsumsätze (außer in Japan) gegenüber dem Vorjahr machen sich hier positiv bemerkbar. Nach Angaben von NNIP dürfte mit den günstigen Trends am Arbeitsmarkt auch die Nachfrage nach Bürofläche zunehmen. 

Dazu Patrick Moonen, Principal Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners:

„Aus Anlegerperspektive bieten Immobilien weiterhin attraktive Renditen, vor allem im Vergleich zu anderen Anlage-formen. Die absoluten Cap-Rates, mit denen sich der Wert eines Gebäudes aus dem Jahreseinkommen des Gebäudes errechnen lässt, liegen momentan etwas über dem Durchschnitt. Das dürfte für anhaltendes Anlegerinteresse sorgen. Geografisch geben wir der Eurozone den Vorzug. Die aktuelle EZB-Politik ist günstig, und Mario Draghi hat seine Bereitschaft signalisiert, erforderlichenfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen. Wir erwarten eine weitere Lockerung für März.“

In den USA hat sich der Höhenflug der Häuserpreise zwar verlangsamt, sie steigen jedoch immer noch sehr viel schneller als die verfügbaren Einkommen. Für viele ist ein Eigenheim daher kaum bezahlbar. Andererseits erleichtert die entspantere Lage am Arbeitsmarkt Haushaltsgründungen. Junge Erwachsene haben so die Möglichkeit, aus dem Elternhaus auszuziehen und einen eigenen Haushalt zu grün-den. Ein weiterer Faktor ist das Bevölkerungswachstum. Im Ergebnis dürfte die Zahl der Privathaushalte dadurch pro Jahr um etwa eine Million steigen.

Moonen weiter: „Unter Berücksichtigung von Abrissen entspricht das netto rund 1,4 bis 1,5 Millionen neuer Haushalte pro Jahr. Das ist zwar dreimal so hoch wie während der Krise, aber immer noch ein Viertel niedriger als 2005. Das Risiko liegt auf der positiven Seite.“

UK-Immobilien erwirtschaften im dritten Jahr in Folge zweistellige Gesamterträge

Britische Gewerbeimmobilien haben im Jahr 2015 einen Gesamtertrag (Total Return) in Höhe von 13,1 Prozent erbracht, laut der IPD-Daten, die im jüngsten „Market Review & Outlook“ von BMO Real Estate Partners veröffentlicht wurden. Dies war das dritte Jahr in Folge mit einem zweistelligen Gesamtertrag. Für die kommenden fünf Jahre bis Ende 2020 erwartet das Unternehmen eine Normalisierung der Gesamterträge auf eine Größenordnung von 5,0 Prozent jährlich. Alle Angaben sind auf Pfund-Sterling-Basis.

Treiber der Gesamterträge für britische Immobilien im Jahr 2015 sind die Kapitalgewinne: Während des vierten Quartals stieg der Kapitalwert durchschnittlich um 1,7 Prozent, auf das gesamte Jahr gesehen um 7,8 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich Objekte in den wirtschaftlich starken Regionen des Landes (London und der Südosten). Die Renditen aus Büro- und Industrieobjekten lagen über denen, die sich mit Einzelhandelsimmobilien außerhalb Londons erzielen ließen.

Für das Jahr 2016 erwartet BMO Real Estate Partners über alle Immobiliensektoren hinweg einen Total Return in Höhe von 6,7 Prozent. Im Gegensatz zu den vergangen Jahren wird der Total Return voraussichtlich wieder verstärkt durch die erzielten laufenden Erträge gestützt werden und weniger aus weiteren Wertsteigerungen. Die Mieten werden bei Core-Immobilien und -Standorten nach Einschätzung von BMO Real Estate Partners weiter steigen. 

Der größte Unsicherheitsfaktor für den Immobilienmarkt ist das Referendum über den möglichen Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union am 23. Juni 2016. „Sollte Großbritannien die EU verlassen, könnte das negative Auswirkungen auf Gewerbeimmobilien insgesamt und besonders auf den Londoner Büromarkt haben. Einzelhandelsimmobilien sollten sich dagegen als relativ widerstandsfähig erweisen“, so Glover. „Sollten die Briten dagegen für einen Verbleib in der EU stimmen, ist auch eine positive Reaktion des Markts möglich, falls Investoren wegen des Referendums Investmententscheidungen verschoben haben.“

Zuflüsse in Gold ETPs bleiben hoch - Investoren suchen Sicherheit inmitten von volatilen Märkten

Gold exchange traded products („ETPs”) glänzen weiter, da Investoren in sichere Anlageklassen strömen. Die Mittelzuflüsse in die Gold ETPs von ETF Securities gehen dank der volatilen Aktienmärkte die siebte Woche in Folge weiter.

James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy von ETF Securities, dazu:

„Gold ist laut unseren Modellen derzeit angemessen bewertet, dennoch könnte das Risiko eines plötzlichen Shocks an den zyklischen Märkten den Goldpreis noch wesentlich höher treiben. Investoren kaufen Gold als eine sichere Anlage – eine Absicherung gegen die erhöhte Wahrscheinlichkeit der „tail-risks“. Die Ängste vor gegen das Establishment gerichteten Regierungen oder einer Umwälzung an den Finanzmärkten sind nur zwei der Sorgen, die Investoren aktuell im Kopf haben.“

„Obwohl der S&P500 wieder gestiegen ist und die in den Optionspreisen implizierte Aktienmarkt-Volatilität zurückgegangen ist, sahen wir letzte Woche weitere Mittelzuflüsse in Gold ETPs, da Investoren weiter defensive Positionen in ihren Portfolios aufbauen. Die Europäische Zentralbank hält weiter am Ziel der Preisstabilität fest, was voraussichtlich zu weiteren Lockerungen in der Geldpolitik und negativen Zinsen führen wird und damit den Goldpreis weiter unterstützen sollte. Gold dient hier als eine werterhaltende Anlageklasse – eine Geldanlage, die Investoren lieber halten, als Währungen, die möglicherweise entwertet werden könnten.“

Zu den Mittelzuflüssen von ETF Securities kommentiert Townsend Lansing, Head of ETCs:

„Seit Beginn dieses Jahres hatten wir über eine Milliarde USD Mittelzuflüsse in unsere Gold ETPs, welche damit 55% aller Mittelflüsse in europäische Gold ETPs im Jahr 2016 ausmachen. Gold Bullion Securities (GBS) ist dabei der am meisten gehandelte Gold ETP in Europa YTD[1].“

„Gold war schon immer das Fundament unserer Angebotspalette und wir sind froh, dass die Investoren ETF Securities auch weiterhin als Marktführer in diesem Bereich sehen.“

[1] Quelle: Bloomberg, ETF Securities, 19. Februar 2016

Verpatzter Jahresstart an den Börsen – muss die Anlagestrategie angepasst werden?

von Carsten Mumm, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Eine gute Kapitalanlage beginnt mit einer sorgfältigen Analyse der individuellen Vermögensverhältnisse und der persönlichen Risikotragfähigkeit des Anlegers. So soll sichergestellt werden, dass selbst in turbulenten Börsenphasen die unvermeidbaren zeitweiligen Verluste in einem verträglichen Rahmen gehalten werden. Dadurch kann eine erzwungene Liquidierung von Depotpositionen zu ungünstigen Zeitpunkten vermieden werden.

Notverkäufe können emotional oder wirtschaftlich bedingt sein. Einerseits führen heftige Verlustphasen an den Börsen einhergehend mit einer allgemein negativen Nachrichtenlage oftmals dazu, dass Anleger nicht mehr ruhig schlafen können und das verbliebene Kapital in Sicherheit bringen möchten. In dieser Situation gerät die langfristig positive Perspektive der Aktienanlage aus dem Fokus und die Angst bestimmt das Handeln. Andererseits können die Verluste so groß sein, dass etwa anstehende Verbindlichkeiten, die durch den Depotgegenwert beglichen werden sollten nicht mehr gedeckt sind. Weitere Verluste kann man sich dann nicht erlauben.

Die Basis der Anlagestrategie ist eine grundsätzliche Aufteilung des gesamten Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen (strategische Asset Allocation). Außerdem wird bestimmt, ob die einzelnen Anlageklassen aktiv oder passiv gemanagt werden. Ein aktiver Ansatz sieht vor, innerhalb einer Anlageklasse bei Bedarf gemäß einer vorab festgelegten Strategie (taktische Asset Allocation) Adjustierungen der Positionen vorzunehmen. Demgegenüber werden die bei einem passiven Ansatz erworbenen Wertpapiere zumeist langfristig gehalten ohne zwischenzeitliche Anpassungen vorzunehmen.

Die Art des aktiven Managements wiederum hat Auswirkungen auf die strategische Asset Allocation. Wenn es z.B. gelingt, durch eine Steuerung der Aktienquoten die zeitweiligen Verluste verlässlich und deutlich zu begrenzen, können strukturell höhere Risikopositionen in Kauf genommen werden. Da Aktien über langfristige Zeiträume betrachtet höhere Renditen abwerfen als Anleihen kann dadurch die erwartete Rendite eines gemischten Portfolios angehoben werden. Gerade angesichts allenthalben gegen Null tendierender Renditen bei verzinslichen Anlagen ist dieser Effekt enorm wichtig.

Sofern die Festlegung der strategischen und taktischen Asset Allocation somit fundiert und alle notwendigen Aspekte berücksichtigend vorgenommen wurde, ist trotz außergewöhnlicher Entwicklungen an den Kapitalmärkten keine Anpassung notwendig. Mit einem gut auf die persönliche Situation und die individuellen Bedürfnisse aufgestellten Depot kann man mit ruhiger Hand überlegen, ob die einmal eingeschlagene Aufstellung angepasst werden sollte. Adhoc-Reaktionen aufgrund aktueller Marktreaktionen sind nicht notwendig.

Mehr Gegenwind – keine Systemkrise

Nach einem schwierigen Start ins Börsenjahr herrscht an den Kapitalmärkten große Verunsicherung. „Die Aussichten haben sich eingetrübt“, sagt Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien, mit Blick auf den Jahresstart. Grund zur Panik sieht er hingegen nicht: „Die Fundamentaldaten haben sich verschlechtert und darauf reagiert die Börse. Wir haben es mit reduzierten Wachstumserwartungen, aber keiner Systemkrise zu tun.“

Die Hauptursache für die verschlechterten Kapitalmarktaussichten liegt nach Einschätzung des Anlagestrategen in den USA. Dort zeichnet sich eine spürbare Verlangsamung der Wachstumsdynamik ab. „Der amerikanische Konjunkturzyklus hat das Beste hinter sich“, erläutert Wilhelm die Situation. Zwar wirken der niedrige Ölpreis sowie der solide Beschäftigungszuwachs unterstützend auf den Konsum und damit die Gesamtwirtschaft in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig leidet aber der industrielle Sektor unter dem starken US-Dollar, die Profitabilität ist rückläufig. Im Ergebnis beginnen die Konzerne, sich mit Investitionen zurückzuhalten oder ihre Pläne gar zu kürzen.

Wachstumslokomotive USA verliert an Tempo

Dieses Muster war in der Vergangenheit zumeist kennzeichnend für einen Richtungswechsel im Konjunkturzyklus. Für Wilhelm ist klar: „Der Aufschwung gerät in den kommenden Monaten ins Stocken. Wir rechnen für 2016 noch mit einem BIP-Wachstum von 1,7 Prozent in den Vereinigten Staaten.“ Im Jahr darauf wird der Zuwachs gemäß den Prognosen von Union Investment nur noch bei 0,8 Prozent liegen. Vor diesem Hintergrund wird die US-Notenbank Fed mit weiteren Leitzinserhöhungen sehr behutsam vorgehen, um die Konjunktur nicht weiter zu schädigen. „Maximal ein bis zwei Zinsschritte dürfte Fed-Chefin Janet Yellen noch schaffen, danach ist erst mal Schluss“, formuliert Wilhelm seine Erwartung.

In Summe ist damit ein Rezessionsszenario für die Vereinigten Staaten zwar unwahrscheinlich. Angesichts des nach wie vor enormen weltwirtschaftlichen Gewichts der USA handelt es sich dennoch um eine wesentliche Veränderung für die Kapitalmärkte. „Ohne die Wachstumslokomotive USA fehlt der Weltwirtschaft ein wichtiges Zugpferd“, fasst Jens Wilhelm die Konsequenzen zusammen.

Weltwirtschaft gehen die Unterstützer aus

Hinzu kommen die anhaltenden Wachstumssorgen um China. Neben der konjunkturellen Verlangsamung im wichtigen Absatzmarkt USA lasten dort die angekündigten Strukturreformen auf der Wirtschaft. „Die Führung in Peking befindet sich in einem schwierigen Spagat zwischen langfristig notwendigem Umbau und kurzfristig schmerzhaften Wachstumseinbußen. Klar ist: Reformen sind nicht umsonst zu haben“, analysiert Wilhelm. Die Wirtschaft zeigt demnach bereits deutliche Anzeichen einer Verlangsamung. Er weist aber darauf hin, dass das Reich der Mitte nach wie vor kräftig wachse: „Einen Konjunktureinbruch sehen wir nicht, eher eine Abkühlung.“

Als möglicher Hoffnungsträger für die weltweite Konjunktur bliebe nach Einschätzung Wilhelms daher lediglich der Euroraum. „Die Währungsunion hat in ökonomischer Hinsicht bemerkenswerte Fortschritte gemacht, die sich nun auszahlen.“ Allerdings wirken das sich verschlechternde außenwirtschaftliche Umfeld und die politischen Unwägbarkeiten belastend. Für 2016 sehen die Prognosen von Union Investment ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent vor, im Folgejahr noch von 0,9 Prozent. Auch in Deutschland dürfte demnach der BIP-Zuwachs von voraussichtlich 1,6 Prozent im laufenden Jahr auf 0,8 Prozent 2017 zurückgehen. „Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die schmalen Schultern der Eurozone schon die Last der Weltwirtschaft tragen können“, gibt der Vorstand zu bedenken.

Abschwung, aber keine tief greifende Krise

Vor diesem Hintergrund dürfte sich im laufenden Jahr das weltweite Wirtschaftswachstum abschwächen, aber im positiven Bereich verbleiben. „Wir gehen von einem globalen BIP-Plus im Bereich der Drei-Prozent-Marke aus“, erklärt Jens Wilhelm. Voraussetzung dafür ist eine Stabilisierung beim Wechselkurs des US-Dollar sowie beim Ölpreis. „Selbst im eher unwahrscheinlichen Fall eines drastischen Konjunktureinbruchs in China dürfte das weltweite Wachstum oberhalb von zwei Prozent liegen“, prognostiziert er. „Von tief greifenden Krisenszenarien sind wir noch ein gutes Stück entfernt.“

Ölkrise: Das Problem liegt auf der Angebotsseite

Wilhelm warnt vor einer falschen Ursachenanalyse, etwa in Bezug auf den Ölpreis. Hier sieht er die Gründe für den dramatischen Preisrutsch der vergangenen Monate nämlich nicht in der Weltkonjunktur – und damit auf der Nachfrageseite – begründet. Vielmehr verweist er auf die Folgen der Fracking-Technologie und das Kalkül Saudi-Arabiens, Rivalen im Kampf um Marktanteile durch eine Aufrechterhaltung der hohen Fördermenge unter Druck zu setzen. „Alle Ölförderer haben ein Interesse an hohen Preisen, aber keiner will dafür die Kosten tragen“, sagt Wilhelm. Daher erwartet er für die kommenden Monate keine nachhaltige Erholung der Notierungen bei Rohöl. „Diese neue Form der Ölkrise ist ausgelöst durch die Angebotsseite. Man sollte keine Schieflage der Weltwirtschaft hineininterpretieren.“

EZB wird weiter lockern

Verschärfend wirkt der erneut gesunkene Ölpreis jedoch auf die Deflationsgefahren im Euroraum. Die Inflationserwartungen waren hier zuletzt deutlich rückläufig, sodass abermals die Frage nach einer weiteren Runde der quantitativen Lockerung auf die Agenda rückt. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi hatte unlängst kaum verklausuliert entsprechende Maßnahmen angekündigt. „Draghi wird sicherlich etwas tun“, ist Wilhelm überzeugt. „Nach den jüngsten Erfahrungen der japanischen Notenbank mit weiteren Lockerungsmaßnahmen wird Draghi jedoch vorsichtig agieren.“

Die Lockerungspolitik der EZB nähert sich nach Einschätzung Wilhelms mittlerweile dem Punkt, an dem der Schaden den Nutzen zu übersteigen droht. „Bislang war der Kurs unter dem Strich notwendig und richtig“, verteidigt er die vorangegangenen Maßnahmen. „Aber nun treibt die EZB selbst die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen immer mehr in Richtung negatives Terrain. Die Folgen wären unabsehbar, es droht erheblicher Schaden für die Altersvorsorge von Millionen europäischer Bürger sowie für die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems.“

Anleihen: Von der Niedrig- zur Negativrendite?

Aktuell erwartet Union Investment ein Renditeniveau von 0,2 Prozent für deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zum Jahresende 2016. „Es könnten uns japanische Verhältnisse auf der Anleiheseite bevorstehen“, warnt Vorstand Jens Wilhelm. Auch bei den US-amerikanischen Pendants rechnet die Fondsgesellschaft mit sinkenden Renditen bis auf 1,5 Prozent. „Der Zinsertrag des ‚sicheren Hafens‘ droht im Bermuda-Dreieck aus lockerer Geldpolitik, schwacher Konjunktur und geringer Inflation verloren zu gehen“, so Wilhelm weiter.

In den risikobehafteten Segmenten des Rentenmarktes rät Wilhelm ebenfalls zur Achtsamkeit: „Die Kurse für Unternehmensanleihen haben bereits kräftig reagiert und einiges an schlechten Nachrichten vorweggenommen. Hier könnten sich in einigen Bereichen langsam wieder Einstiegschancen ergeben.“ Gleichzeitig verweist er aber auf die Risiken dieser Anlageklasse, insbesondere im hochverzinslichen Bereich. „Eine übers Ziel hinausgeschossene Regulierung und eine völlig veränderte Marktstruktur haben das Risiko vorübergehender Liquiditätsengpässe erhöht. Vorausschauendes Investieren ist daher wichtig, um das weiter vorhandene Potenzial in den Spread-Produkten zu heben“, ist der Anlagestratege überzeugt.

Aktien: Instabilität wird zur Normalität

Mit Blick auf die Aktienmärkte hebt Wilhelm die seit Jahresanfang veränderten Rahmenbedingungen besonders hervor. Schwache Konjunkturdaten in Verbindung mit einer einseitigen Positionierung der Investoren haben die Volatilität sprunghaft ansteigen und die Kurse abfallen lassen. „Die Börse hat den Konjunkturabschwung also zumindest teilweise bereits eingepreist, Spielraum für Bewertungsausweitungen besteht kaum noch. Über künftige Anstiege entscheidet damit zunehmend alleine die Gewinnentwicklung der Unternehmen“, fasst Wilhelm zusammen. Er rechnet weiterhin mit starken Schwankungen an den Aktienbörsen und Ausbrüchen in beide Richtungen. „Allerdings kann auch eine bloße Beruhigung der Datenlage in diesem Umfeld bereits deutliche Kursanstiege auslösen“, verweist er auf die Besonderheit der aktuellen Situation.

Gleichzeitig betont der Stratege erneut die langfristigen Vorzüge der Aktie als Investmentklasse: „Drei strukturelle Gründe sprechen weiter für Aktien: langfristige Ertragsstärke, Sachwertcharakter, hohe Liquidität.“ Unabhängig von Timing-Aspekten gehören Aktien seiner Ansicht nach daher immer in jedes gut diversifizierte Depot, auch wenn 2016 ein eher schwieriges Börsenjahr werden dürfte.

Fazit: Umdenken notwendig

Insgesamt sieht Wilhelm die Kapitalmärkte derzeit vor dem Eintritt in eine neue Marktphase. Instabilität und Unsicherheit sind in solchen Übergängen keine Ausnahmen, sondern die Regel. Umso mehr lohnt sich gerade mit Blick auf die kommenden Monate ein taktisch beweglicher Ansatz. „Bei eingeschränkter Sicht sollte man flexibel agieren, selektiv investieren und vor allem die Risiken konsequent kontrollieren“, so Wilhelm.

Mittelfristig bleiben seiner Auffassung nach die bereits zuvor vorhandenen Herausforderungen für Investoren bestehen. Angesichts der strukturellen Entwicklung vom Niedrigzins- zum Niedrigrenditeumfeld ist ein Umdenken in der Kapitalanlage notwendiger denn je. „Anleger kommen damit nicht mehr umhin, sich mit Renditequellen jenseits der traditionellen Lösungen auseinanderzusetzen“, ist Wilhelm überzeugt. Darüber hinaus gilt es, künftig die Ertragsbasis unabhängiger von der jeweiligen Marktentwicklung zu gestalten. Für beide Trends empfiehlt der Vorstand moderne Multi-Asset-Lösungen, da hier beides sinnvoll miteinander kombiniert werden kann.

Global investor sentiment at a turning point…

Early evidence suggests that market volatility could be moderating in line with a lift in investor sentiment, but it is very early days. The direction of oil prices has been leading many asset class moves and as a result, the volatility of oil prices can be informative. Although oil volatility is at the highest level since December 2015, the pace of increase is declining, indicating the market could be on the verge of more stable trading conditions. A more stable market would give the green light for rising investor risk appetite, and a less defensive stance for portfolios.

Somewhat counterintuitively, softer economic data is providing some buoyancy to cyclical assets as investors anticipate that central banks will keep policy extremely accommodative. That means keeping rates on hold in coming months for the US Federal Reserve and rates moving further into negative territory for the European Central Bank. Accordingly, currency movements are a critical input to the investment decision process for foreign assets, and with our expectation of a weaker US Dollar in 2016, this will change the dynamics of commodity investing. These dynamics are nowhere more pronounced than in the precious metals sector: a potentially more positive risk environment is being countered and likely to be more than offset by a weaker USD, coupled low real interest rates and finely balanced investor sentiment.

Please find the Commodity Monthly Monitor for Februar/March 2016 attached as a PDF on the left. Among other themes, it deals in detail and with charts about:

  • The future of oil prices is tied to Saudi Arabia and Russia cooperation in reducing production. The oversupply on the global oil market continued to weigh on oil prices, also driving equity benchmarks around the world downward. Recent major producers’ agreement tofreeze production has been welcome positively from the market. However more need to be done to absorb the excess supply and support prices this year. The WTI contango suggests $39/bbl by end of the year, with the curve having flattened considerably and below our fair value range of $46-70/bbl.
  • Weak currencies and rising production weighs on agricultural sector. Agriculture fell by 1.2% as increased USDA grain production forecasts weighed on prices. Weak currencies in producer countries continue to put downward pressure on agricultural commodity prices, such as sugar for example. However, we expect a rebound in cocoa prices as poor weather conditions have not been factored into current prices.
  • Gold’s gains capped as volatility moderates and risk aversion recedes. A defensive investor stance continues to keep gold (and silver) well supported, but that could change as volatility moderates. Gold and silver are by far the best performing commodities within the complex in 2016. Gold continues to hover around the US$1200/oz level, off the recent highs above US$1260/oz, but a modestly firmer US Dollar and early signs of a US equity market revival has capped gains.
  • Can mining CAPEX cuts and weaker US Dollar continue to buoy industrial metals prices? Industrial metals were buoyed by a confluence of factors namely – the weaker US dollar, a sway of announcements of production cuts by miners and the shift in focus to underlying fundamentals once again. Infrastructure needs of emerging economies favour demand while mine closures undermine supply. We continue to favour industrial metals

Vontobel Asset Management sieht bei Pemex attraktive Risikoprämie

Nach der jüngsten Spread-Ausweitung bei den Anleihen der staatlichen mexikanischen Ölgesellschaft Pemex sieht Vontobel Asset Management nun eine attraktive Risikoprämie bei den Papieren. Angesichts der für 2016 zu erwartenden Tilgungen in Höhe von 8 Mrd USD und einer Bargeld-Position in Höhe von 6,6 Mrd USD (Q3 2015) falle es derzeit schwer, bei dem Unternehmen kurzfristige Liquiditätsschwierigkeiten zu erkennen, sagt Wouter Van Overfelt, Portfoliomanager bei dem schweizerischen Vermögensverwalter. Gerade erst habe Pemex komfortabel Schuldtitel in Höhe von 5 Mrd USD unter die Anleger gebracht, wobei die Nachfrage bei mehr als 16 Mrd USD gelegen habe. Zwar müsse die Ölgesellschaft hohe Lasten bei Steuern und Pensionsverpflichtungen stemmen, was jedoch nicht direkt zu kurzfristigen Liquiditätsproblemen führen werde. Darüber hinaus sei die Ernennung des neuen CEO Jose Antonio Gonzalez Anaya ein Schritt in Richtung von Kostensenkungen. Und schließlich habe der mexikanische Staat signalisiert, notfalls Kapital zuzuschießen, um die Finanzen des Unternehmens zu stützen.

Details und eine Grafik entnehmen Sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

China verunsichert Märkte unnötig

Eine ganze Reihe von Gründen hat zu einem schlechten Start der chinesischen Finanzmärkte ins Jahr 2016 geführt: der schwache Ölpreis, die Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Geldpolitik, aber auch hausgemachte Probleme. Für Michael Lai, Fondsmanager des GAM Star China Equity, sind vor allem letztere eine genauere Betrachtung wert. „Wir denken, dass es eine Vertrauenskrise gibt, die durch einige undurchsichtige Entscheidungen der politischen Führung ausgelöst wurden“, so Lai. Diese werden von der Schwierigkeit der chinesischen Regierung begleitet, ökonomisch sensible Themen an den Märkten und gegenüber Investoren angemessen zu kommunizieren.

Der Renminbi entwickelt sich besser als es die Reaktion an den Aktienmärkten vermuten lässt
Zu den jüngsten Versäumnissen würde erstens das unglückliche Timing bei der Einfügung der neuen Regeln zur Aussetzung des Börsenhandels zählen. „Diese sollten den Handel eigentlich beruhigen anstatt ihn noch volatiler zu machen, so wie es der Fall war“, so der Fondsmanager. Dazu komme als zweites die jüngste Schwäche des Renminbi – gemäß dem Experten eine Folge des im Sommer 2015 vollzogenen Wechsels von einer starren Dollarbindung des Renminbi zu einer Koppelung an einen gewichteten Währungskorb. „Dieser Wechsel fällt in ein schwieriges geldpolitisches Umfeld, in dem die japanische Notenbank und die Europäische Zentralbank durch ihre lockere Geldpolitik Druck auf ihre Währungen ausüben, während die Fed angefangen hat, die Zinsen anzuheben“, sagt Lai. Darüber hinaus habe der Renminbi seit 2005 deutlich gegenüber dem Dollar aufgewertet. Daher sei eine Gegenreaktion angesichts der aktuellen Dollarstärke nur natürlich. „Trotz allem sollte man aber beachten, dass der Renminbi seit Jahresanfang nur um rund 1,3 Prozent abgewertet hat, aber die Reaktionen an den Aktienmärkten im Januar extrem waren. Auch dies ist unserer Ansicht nach einer schlechten Kommunikation geschuldet.“

Trotz Wachstumsschwäche gibt es Grund für Optimismus
Die chinesische Regierung unternimmt nach Beobachtungen von Lai weiterhin Anstrengungen, die Wirtschaft durch fiskalische und geldpolitische Impulse zu stimulieren und so die Verlangsamung des jahrelang hohen Wachstumstempos abzufedern. „Dazu sollen weitere Strukturreformen die eigene Wirtschaft weniger abhängig vom Investitionsgütersektor und dem Export machen. Stattdessen soll ein Wirtschaftsmodell eingeführt werden, das stärker von Konsum und vom Dienstleistungssektor getragen wird“, so Lai. Einige Reformschritte habe die Regierung bereits unternommen, um Überkapazitäten etwa in der Stahl- und Zementbranche abzubauen. „Wir hoffen aber, dass es noch weitere Initiativen, substanzielle Umsetzungen und insgesamt mehr Transparenz geben wird“, sagt Lai, „Vor diesem Hintergrund erscheint uns eine Politik, die auf eine weitere Schwächung des Renminbi ausgerichtet ist, eher kontraintuitiv.“

Nach den Kurseinbrüchen an den chinesischen Aktienmärkten sind die Bewertungen am unteren Ende ihres historischen Schwankungskorridors angekommen. Dadurch bieten sich langfristig orientierten Investoren interessante Einstiegsgelegenheiten. „Es ist unübersehbar, dass China auf dem Weg zu einer vor allem vom Dienstleistungssektor gestützten Volkswirtschaft ist, und wir sind weiterhin optimistisch, dass dieser Weg fortgesetzt wird“, so Lai.

Zunehmende Risikobereitschaft wirkt sich nicht auf Gold Mittelzuflüsse aus

Gold-ETPs verbuchen Mittelzuflüsse von 224 Mio. USD, da Sicherheit für Anleger während der volatilen Marktphase im Mittelpunkt steht. Öl-ETPs verbuchen nach einem weiterem Preisanstieg Mittelzuflüsse. Die Verhandlungen zwischen den Hauptproduzenten lösten keine großen Reaktionen am Markt aus. Bei Industriemetallkörben führen Gewinnmitnahmen jedoch zu Mittelabflüssen. Den gesamten Rohstoffüberblick von ETF Securities mir Charts finden Sie links als PDF.

Gold (A0N62G) glänzt für Investoren die 7. Woche in Folge. Ein Trio bestehend aus steigender Risikobereitschaft, Gewinnmitnahmen und einem starken US-Dollar führte vergangenen Montag zu einem Goldpreisrückgang von 2,3 Prozent. „Dies war der stärkste Tagesverlust in sieben Monaten, gefolgt von kumulierten Mittelzuflüssen in Höhe von 224 Mio. USD. Investoren nutzen den Preisrückgang für einen attraktiven Einstiegspunkt in Gold-ETPs (A0LP78)“, kommentiert Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. In Euro (A1RX99) stieg der Goldpreis (vs. US-Dollar) um ein Prozent höher, da immer deutlicher wird, dass die Europäische Zentralbank an ihrem Inflationsziel festhält und ihr geplantes QE-Programm so lang wie nötig ausdehnt. Darüber hinaus wirkt der Anstieg der US-Kernverbraucherpreisinflation auf ein dreieinhalb Jahreshoch positiv für Gold.

Öl-ETPs verbuchen Mittelzuflüsse nach weiterem Preisanstieg. Die Verhandlungen zwischen den Hauptproduzenten lösten keine großen Reaktionen am Markt aus. Mittelzuflüsse in Long Brent Öl-ETPs (A1N49P) stiegen auf 45,2 Mio. USD. „Das ist der höchste Stand seit mehr als einem Jahr, nachdem Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela vereinbart hatten, ihre Produktion auf dem Level von Januar 2016 zu fixieren“, erläutert Hein. Diese Nachricht zeigte jedoch keine positive Reaktion am Ölmarkt, wonach Zweifel an der Bedeutung dieser Vereinbarung aufkommen. Laut einer Mitteilung des iranischen Ölministers Zanageh, möchte er den Ölpreis auf einem gesunden Niveau halten und begrüßt entsprechend die Zusammenarbeit von OPEC und nicht OPEC-Ländern. Irans Mangel an Engagement lastete auf den Anstrengungen für eine kooperative Zusammenarbeit. Das  anhaltende Überangebot wurde laut der Energy Information Administration um 504 Mio. Barrel von US-Produzenten erweitert und notiert damit auf dem höchsten Niveau seit 1930. Eine undurchsichtige Preisentwicklung am Ölmarkt unterstreicht seit Jahresbeginn die Notwendigkeit dafür, dass sich die großen Ölproduzenten auf ein gemeinsames Produktionsniveau einigen, gleichzeitig ihre Marktanteile behalten und somit zu einer nachhaltigen Preiserholung beitragen.

Edelmetallkorb-ETPs (A0N62H) verbuchen im Zuge mit Gold die höchsten Mittelzuflüsse in zehn Wochen. Die Pkw-Neuzulassungen in Europa stiegen um 6,2 Prozent im Januar gegenüber dem Vorjahr, berichtet die European Automobile  Manufacturers Association (ACEA). „Wir glauben, dass dies ein gutes Zeichen für Platin (A0N62D) und Palladium (A0N62E) sein wird, beide Metalle werden zur Neutralisierung in der Abgastechnologie in Diesel- und Benzinautos benötigt“, erklärt Hein.

Gewinnmitnahmen führten zu 17,3 Mio. USD an Mittelabflüssen aus Longer Dated Industriemetall-ETPs (A0SVX7).  Eine beständige Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot sorgt für positive Impulse bei Industriemetallpreisen in diesem Jahr.

Diversifizierte Rohstoff-ETP Investments steigen auf den höchsten Stand seit sechs Wochen. ETPs mit einem breit diversifizierten Engagement am Rohstoffmarkt (A1CXBV) verbuchten Mittelzuflüsse in Höhe von 17,3 Mio. USD. Die jüngste Entwicklung verdeutlicht einen beständigen Optimismus der Anleger gegenüber Rohstoffen.

Der wahre Wert des Storytellings

von James Clunie, Head of Strategy, Absolute Return bei Jupiter Asset Management. Wenn aus Storytelling unglaubwürdige Geschichten werden, können outperformende Wachstumsaktien auf Sinkflug gehen. Dadurch können sich wiederum für Long-Short-Anleger jede Menge Stockpicking-Gelegenheiten eröffnen.

In den letzten 30 Jahren ist am britischen Aktienmarkt die Kluft zwischen outperformenden Wachstumswerten und unterdurchschnittlich abschneidenden Substanzwerten noch nie so groß gewesen wie heute. Basierend auf der Performancehistorie des MSCI World Value Index gegenüber dem MSCI World Growth Index, war laut Analysen von Morgan Stanley eine solche Kluft zuletzt während der Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre zu beobachten.

Der Wert einer guten Story

Das Faszinierende an den jüngsten Phasen dieser Anomalie ist die Rolle, die das Storytelling bei der Bewertung wachstumsstarker Glamour-Aktien zu spielen scheint. Die Wertentwicklung, die der S&P 500 im vergangenen Jahr gezeigt hat, verdeutlicht dieses Phänomen. Der Index durchlief 2015 aufregende Zeiten und schaffte es dabei gerade einmal auf ein Plus von 1,4 Prozent (inklusive Dividenden). Für zahlreiche Sektoren, besonders jene mit Exposure auf den Rohstoffmärkten, war es ein miserables Jahr. Gerettet werden konnte der S&P 500 jedoch von einer kleinen Gruppe wachstumsstarker Internettitel, die als FANG (steht für Facebook, Amazon, Netflix und Google) und die Nifty Nine bekannt sind, sowie einer Reihe von Biotech-Werten.

Renditen von 100 Prozent und mehr waren bei einigen dieser Unternehmen zu beobachten, was in der Tat auf ein bullishes Umfeld hindeutet. Angesichts des spärlichen Wirtschaftswachstums und extrem niedriger Zinsen suchte der Markt bereitwillig Titel mit optimistischen Wachstumsstrategien, einer hohen Verschuldung, regelmäßigen Akquisitionen sowie einer Tendenz, für Aktienrückkäufe auf ihre Cashflows zurückzugreifen. Es handelt sich dabei um eine alles in allem verlockende, jedoch nicht selten auch kurzsichtige Taktik. Sie könnte sich im Hinblick auf eine bessere Profitabilität und höhere langfristige Aktionärserträge als schlechte Kapitalverwendung erweisen. Der Erfolg dieser kleinen Gruppe von Unternehmen wurde noch zusätzlich durch technische Faktoren unterstützt, wie etwa den Zyklus von Zuflüssen in Wachstumsfonds, einschließlich ETFs.

Das Wachstum einiger Unternehmen ist sicherlich beeindruckend. Die Bereitschaft des Marktes, Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) zu unterstützen, die bei einer Reihe dieser Titel in die Hunderte gehen, spricht jedoch noch für einen weiteren wichtigen Bestandteil ihres letztjährigen Kurserfolgs: das Storytelling.

Aus behavioristischer Sicht scheint Storytelling, an dem die Managementteams von Unternehmen, Broker und Investoren beteiligt sein können, eine zunehmend bedeutende Rolle als Bewertungstreiber zu spielen. Dabei werden Niveaus erreicht, die sich durch die üblichen Bewertungskennzahlen nur noch schwer rechtfertigen lassen.

Verhältnis von Aktienkurs zu Disruptionspotenzial

Niemand spricht mehr offen über die sogenannte Click-Ratio, eine innovative Kennzahl bei Internettiteln. Dafür entwickelt sich Disruption immer schneller zum Modewort der Stunde und macht in der Regel jede weitere Diskussion über die Angemessenheit einer Bewertung überflüssig.

Netflix und Tesla Motors sind zwei erstklassige Beispiele für Unternehmen mit disruptiver Technologie, die dafür eine gewisse Marktprämie verlangen. Netflix steht sinnbildlich für jene Sorte glamouröser Wachstumsaktien, die derzeit stark nachgefragt sind. Mit seinem Streaming-on-Demand-Dienst und exklusiven Programmangeboten hat sich das Unternehmen auf dem TV-Markt als disruptive Kraft etabliert. Laut Reuters notiert der Titel aktuell mit einem KGV von 285, während der Sektor ansonsten durchschnittlich ungefähr auf ein KGV von 16 kommt (1). Auf diesem Niveau erwartet der Markt ein exponentielles Abonnementen-Wachstum sowie eine uneingeschränkte Umsetzung der Geschäftsstrategie. Risiken wie höhere Content-Kosten oder ein stärkerer Konkurrenzdruck seitens Unternehmen wie Amazon und YouTube sind dagegen kaum eingepreist. Der Hersteller von Premium-Elektroautos Tesla, der nebenher noch Energiespeicher anbietet, hat es in den letzten Jahren trotz der Unzulänglichkeiten seines kapitalintensiven Wachstumsmodells ebenfalls zum Anlegerliebling gebracht. Hinter diesem Titel steht die Disruption als sehr wirksame Story, die die Anleger die mangelnde Profitabilität des Unternehmens, seinen wachsenden Schuldenberg und die noch unvollständige Produktpalette scheinbar völlig vergessen lassen. So löste etwa die Einführung der Akkusparte ein Kursfeuerwerk aus, obwohl die Wirtschaftlichkeit des Produkts aus Verbrauchersicht eher fraglich ist.

Warum also ist die Aktie so hoch bewertet? Meines Erachtens hängt das teilweise damit zusammen, dass das Unternehmen eine der typischen Technologiestorys ist, die schon immer Anleger für diesen Sektor gewinnen konnte. Angesichts der hohen Bewertungen dieser Titel scheint es, dass disruptive Geschäftsmodelle dieser Art einen Unternehmenslebenszyklus aus Gründung, Wachstum, Festigung und Niedergang irgendwie aussetzen können. Natürlich kann die Länge der Phasen je nach Sektor und Unternehmen ganz individuell variieren. Der Markt behandelt diese Titel jedoch so, als ob sie über diesem Modell stehen und auf ewig in der Wachstumsphase verharren könnten. Beim klassischen Lebenszyklus eines Unternehmens würde diese kapitalintensive Wachstumsstrategie irgendwann zur Stagnation führen. In der Konsequenz müssten zur Stärkung der Profitabilität entweder eine höhere Effizienz oder größere Margen beitragen.

Keine Chance auf Misserfolg

Es ist wichtig, hier eine klare Unterscheidung zu treffen: Das Problem, das im High-Growth-Segment des Marktes gerade zu beobachten ist, scheint per se eher ein Kurs- als ein fundamentales Risiko zu sein. Bei einigen der wachstumsstarken Unternehmen könnte sich der Erfolg letztendlich einstellen. Ihren Aktienkursen zufolge ist dieser Erfolg für den Markt aber scheinbar bereits eine ausgemachte Sache. Die Möglichkeit eines Scheiterns oder zumindest zeitweiliger Probleme ist somit gar nicht erst eingepreist.

Dabei wissen diese Unternehmen durchaus, was Misserfolg ist, wie beispielsweise SunEdison. Hier waren wir 2015 aufgrund generell überzogener Wachstumspläne und ausufernder Schulden short positioniert. Als der Markt sich drehte, brach der Kurs der Aktienkurs von 34 auf acht US-Dollar ein. Auf diesem Niveau war dann auch unsere Short-Position vollständig eingedeckt. Zwischenzeitlich notierte die Aktie sogar nur noch bei drei bis sechs US-Dollar.

Neubewertungsrisiko als Konsequenz?

Das Storytelling an den Märkten steht in engem Zusammenhang mit dem Risikoappetit und kann zu langen Phasen führen, in denen die Kurse losgelöst von Fundamentaldaten agieren. Im vergangenen Jahr sorgten einige Vorfälle dafür, dass die Anleger das Vertrauen in manche der dominierenden Storys verloren haben. Es waren Geschichten, die die Aktienmarktrally von 2009 bis dato angetrieben hatten und die Wirksamkeit der Zentralbankpolitik hinsichtlich Wachstumsstimulierung und Stabilisierung unterstrichen. Oder wie im Falle Chinas, wonach die politisch Verantwortlichen einen glatten Übergang von einem investitions- und exportgetriebenen zu einem konsumgestützten Wirtschaftsmodell arrangieren würden. Diesen Vertrauensverlust bekamen einige Sektoren deutlich zu spüren, allen voran die Rohstoffe. Die FANGs und andere ähnliche Wachstumstitel hingegen vermittelten den Eindruck, dass sie irgendwie immun gegen die makroökonomischen Entwicklungen sind. Vor dem Hintergrund fehlenden Wachstums gruppierten sich sehr viele Anleger um diese kleine Gruppe von Assets.

Ausgehend von historischen Marktdaten scheint es sich bei dem Growth-Value-Gefälle um eine statistische Anomalie zu handeln, die nicht unbegrenzt anhalten kann. Während das fundamentale Risiko gering erscheint, ist das Kursrisiko bei Wachstumstiteln in vielen Fällen hoch. Bei unserem Versuch, der Entwicklung dieser Anomalie zu folgen, haben wir die Ökologie des Marktes sehr genau im Blick – und hier speziell auch das Verhalten der Manager von Wachstumsaktienfonds. Schließlich können Zuflüsse in diese Fonds das ohnehin schon beträchtliche Gefälle weiter vergrößern. Abflüsse hingegen könnten darauf hindeuten, dass sich die Story ändert: Die Anleger verlieren das Vertrauen in die erzählte Geschichte, die diese Wachstumsaktien zuvor noch auf extreme Bewertungsniveaus gehoben hatte.

Gegen den Strom schwimmen

Für Long-Short-Anleger hat dieses Phänomen jede Menge Opportunitäten eröffnet, um bei einzelnen Titeln short zu gehen. Wir bemühen uns weiterhin Long sowie Short Opportunitäten ausfinding zu machen, wo sie sich ergeben. Wohlmöglich, wenn sich die aktuelle Lage – die aktuelle Story – entspannt. Das bisherige Verhalten der Märkte Anfang 2016 könnte den ersten Anhaltspunkt dafür geliefert haben.

Quelle: (1) Stand: 13. Januar 2016

Wohlfühlportfolios für entspannte Anleger

„6 Prozent Ertrag mit einem diversifizierten, aktiv gemanagten Anleihefonds sind in diesem Jahr im Bereich des Möglichen.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

„Es ist Zeit damit aufzuhören, sich um Dinge zu sorgen, die Sie nicht ändern können.“ Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, ist der Meinung, dass Investoren sich ein Portfolio zusammenstellen sollten, mit dem sie sich wohlfühlen und dessen Risiken sie einschätzen können. „Als Anleger werden Sie dafür entweder durch Performance belohnt – oder eben nicht“, so Iggo. Der Anleihemarkt biete derzeit wieder attraktive Renditen, die Investoren nutzen sollten. „Was heute noch Rendite ist, kann morgen schon Erträge bedeuten, solange das Portfolio gut diversifiziert ist und die Investoren die Bewertung relativ zum Ausfall- und Marktrisiko im Auge behalten“, erklärt Iggo. „Die Zinsen werden noch länger niedrig bleiben, Anleihen mit Kreditrisiko sind inzwischen oftmals überverkauft, und die Inflation ist nicht hinreichend bepreist. 6 Prozent Ertrag mit einem diversifizierten, aktiv gemanagten Anleihefonds sind in diesem Jahr im Bereich des Möglichen.“

Doch welche Portfoliobausteine kommen dafür infrage? Chris Iggo hat 6 Ideen für Investoren ausgewählt.

1. Staatsanleihen mit langer Laufzeit: „Die Zinsen könnten noch länger niedrig bleiben – warum dann nicht einfach am langen Ende der Zinskurve mit Staatsanleihen Rendite aufsammeln?“ fragt Iggo. Die Rendite der US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Restlaufzeit liege derzeit bei 2,6 Prozent. „Im historischen Vergleich scheint das wenig, aber sofern die Federal Reserve sich mit der Straffung der Geldpolitik Zeit lässt, gibt es keinen Grund dafür, dass die Kurve wesentlich steiler werden sollte.“

2. Inflationsindexierte Anleihen mit kurzer Laufzeit: Eigentümer von inflationsindexierten Anleihen bekommen dieselbe Inflationsrate ausbezahlt, unabhängig davon, welche Laufzeit sie halten. „Angesichts dieser Tatsache scheint es attraktiv, Inflationsanleihen mit kurzer Laufzeit und weniger Zinsrisiko aber der gleichen Sensibilität für die Inflationsentwicklung zu kaufen“, erläutert Iggo. Die Break-Even-Inflationsraten von Kurzläufern reagierten zudem sensibler auf die Entwicklung des Ölpreises, sodass sie von einer möglichen Erholung besonders stark profitieren könnten.

3. Titel von Rohstoffkonzernen: Ein weiterer Weg für Investoren, auf eine Verbesserung der Lage an den Rohstoffmärkten zu setzen, ist der Kauf von Unternehmensanleihen aus dem Öl- oder Minensektor. Beide Branchen hätten zuletzt üble Prügel einstecken müssen, so Iggo. Andererseits befänden sich die Kurse inzwischen auf einem Niveau, das bereits eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit im großen Maßstab vorwegnehme, erklärt der Experte. „Zugleich bauen die Unternehmen aber Schulden ab und unternehmen weitere aggressive Schritte, um ihre Bilanzen aufzupolieren.“ Für den Fall, dass sich die Lage an den Rohstoffmärkten und in China nicht weiter verschlechtere, böten sich in diesem Sektor daher Chancen.

4. Hochzinsanleihen aus den USA: Ähnlich funktioniert Iggos Argumentation für den Kauf von Hochzinsanleihen aus den USA. „Der High-Yield-Markt preist Ausfallraten ein wie zuletzt in den Jahren 1997 und 2008“, erklärt er. „Abseits des Öl- und Gassektors sollten die Stabilität der US-amerikanischen Inlandsnachfrage, steigende Einkommen und günstigere Refinanzierungsbedingungen den Markt allerdings stützen.“

5. Nachrangige Anleihen von Banken: Iggo zufolge stehen Banken heute deutlich besser da als in der Vergangenheit. Dennoch seien nachrangige Anleihen der Branche zum Jahresbeginn teils deutlich im Kurs gefallen. Zwar hätten sich die Kurse inzwischen erholt, doch die Titel seien nach wie vor attraktiv: „Europäische Anleihen bieten immer noch Renditen, die doppelt so hoch sind wie der Marktdurchschnitt. Taktisch sollte es daher weiteren Raum für eine kurzfristige Outperformance geben.“ Als herausfordernd könnten sich jedoch Negativzinsen und faule Kredite in den Bilanzen erweisen.

6. Schwellenländeranleihen: Schließlich empfiehlt Iggo die Aufnahme von Anleihen aus den Schwellenländern ins Portfolio. Die drei großen Risiken – steigende Zinsen in den USA, fallende Rohstoffpreise und die schwache Konjunktur in China – seien inzwischen so weit eingepreist, dass viele Anleihen hohe Renditen böten. „Wie auf den meisten Kreditmärkten macht der Credit Spread auch bei Schwellenländeranleihen den Großteil der Rendite aus. Und eine Gesamtrendite zwischen 5,5 und 6 Prozent ist attraktiv“, erklärt Iggo.

Marktkommentar LFDE: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Für Aktieninvestoren war der Jahresauftakt kein leichter. In der europäischen Börsengeschichte der letzten 30 Jahre nahmen nur die Jahre 1988 und 2008 einen noch schlechteren Anfang als 2016. Sämtliche Risikowerte standen unter Verkaufsdruck und die Märkte waren von einer sehr hohen Volatilität geprägt. Die weltweite Wirtschaft befindet sich in einer Phase der langsamen Reflation mit nach wie vor hoher Liquidität. Trotzdem bleibt der deflationäre Druck latent vorhanden. Vor diesem Hintergrund reichen auch nur die geringsten Wachstumssorgen aus, um die nervösen Hände zu befeuern. Doch trotz der gestiegenen Volatilität kam es zu keiner echten Kapitulation an den Märkten. Daher bleiben wir vorsichtig optimistisch und nutzen die günstigeren Kursniveaus für Zukäufe bei ausgewählten europäischen Qualitätstiteln.

Heute die Weichen für künftige Performance stellen

Tatsächlich bieten schlechte Märkte wie zurzeit die besten Chancen, um auf Schnäppchenjagd zu gehen und die Weichen für die zukünftige Performance zu stellen. Ähnliche Situationen haben wir im Echiquier Agressor im Jahr 2000 genutzt, als wir uns besonders stark in europäischen Value-Titel engagiert hatten, oder im Jahr 2010. Langfristig haben sich diese antizyklischen Investments bezahlt gemacht, wenngleich zunächst starke Überzeugungen und Nerven gefragt sind. Auf kurze Sicht dürften die Märkte auch jetzt herausfordernd bleiben. Dennoch erscheint die europäische Anlageregion, im Vergleich zu den USA oder den asiatischen Börsen, in diesem Jahr erste Wahl. Die Einkaufsmanagerindizes für Januar bestätigen nach wie vor ein mögliches Wachstum von bis zu 2 Prozent auf das Gesamtjahr. Damit ist die Eurozone die einzige Region, die Potenzial für positive Wachstumsüberraschungen bietet. Die Unterstützung der EZB bleibt unverändert. Und die Bewertungen sind zuletzt so stark unter Druck gekommen, dass insbesondere Value-Aktien mit einem starken Discount gehandelt werden. Hier behalten wir besonders die Luftfahrt- und Automobilindustrie im Auge. Aber auch bei Wachstumsunternehmen lassen sich derzeit attraktive Bewertungen finden.

Nachdem wir seit Mitte vergangenen Jahres Positionen an Unternehmen verkauft haben, die einen hohen Anteil ihrer Umsätze weltweit generieren, nutzen wir seit Jahresbeginn die gewonnene Liquidität, um Opportunitäten wahrzunehmen. Dank der „carte-blanche“-Anlagestrategie im Echiquier Agressor haben wir den Vorteil, relativ frei investieren zu können. Das ermöglicht uns, den Schwerpunkt auf unsere stärksten Überzeugungen zu legen.

Stärkste Contrarian-Positionen: Credit Suisse und ThyssenKrupp

Insbesondere im europäischen Bankensektor würde man im Moment sicherlich nicht als erstes nach Wachstum suchen. So zählten Bankaktien in den vergangenen Wochen auch zu den größten Verlierern. Entgegen der Marktmeinung haben wir Ende vergangenen Jahres dennoch in Credit Suisse investiert. Wir sind davon überzeugt, dass mit dem neuen CEO Tidjane Thiam die richtigen Weichen gestellt werden, das Geschäftsmodell der Bank umzustellen und wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Konkret geht es darum, das Investment Banking zurück zu fahren und einen starken Fokus auf die höherwertigen Geschäftsbereiche, wie das Wealth Management und das Modell der Universalbank zu legen. In diesen Feldern lässt sich Wachstum generieren, welches langfristig auch vom Markt honoriert werden wird. Daher sehen wir bei Credit Suisse enormes Steigerungspotential.

Als weitere Turnaround-Story halten wir nach wie vor ThyssenKrupp im Portfolio. Hier sind wir bereits 2013 nach dem Managementwechsel eingestiegen und haben unsere Positionen im Januar weiter ausgebaut. Die neue Führung hat die richtigen Prioritäten gesetzt, um den Konzern wieder auf Vordermann zu bringen. Mittlerweile läuft das Geschäft wieder solide, was sich jedoch noch nicht im aktuellen Aktienkurs wiederspiegelt. Ein deutscher Wert der uns ebenfalls sehr gut gefällt ist Fresenius. Hier sehen wir aufgrund des sehr guten Managementstils, der optimierten Kapitalstruktur und der Qualität der zugrunde liegenden Geschäftsbereiche noch enorme Wachstumschancen.

Zudem haben wir kürzlich in Whitebread, den britischen Marktführer für Budgethotels und Eigentümer der Café-Kette Costa Coffee, investiert. Während sich die Finanzmärkte auf eine Verlangsamung der britischen Wirtschaft konzentrieren, sind wir von der Fähigkeit des Unternehmens überzeugt, stark und nachhaltig zu wachsen. Costa Coffee hat es in Großbritannien geschafft, Starbucks vom ersten Platz zu verdrängen und Wachstumsraten von beinahe 15 Prozent zu verzeichnen. Deswegen dürfte Costa Coffee in nicht allzu ferner Zukunft ein unabhängiges Unternehmen werden, was die Aufmerksamkeit auf die niedrige Bewertung des Konzerns mit einem KGV von unter 15 lenkt.

Autor: Damien Lanternier verantwortet seit 2009 das Fondsmanagement beim europäischen Aktienfonds Echiquier Agressor (WKN: A0JLZD). Die langfristig überdurchschnittliche Performance des Fonds wurde in diesem Jahr mit dem Euro Fund Award über 20 Jahre gewürdigt. Lanternier verfolgt eine Carte-Blanche Anlagestrategie, die ihm absolut freie Hand lässt, bei Anlagestil und Größe der ausgewählten Aktien. So kann er den Schwerpunkt auf die stärksten Investment-Cases legen.

Über La Financière de l’Echiquier
La Financière de l’Echiquier wurde 1991 von Didier Le Menestrel und Christian Gueugnier gegründet und zählt zu den marktführenden unabhängigen Fondsgesellschaften in Frankreich. In Paris ansässig, ist die Fondsboutique erfolgreich auf Enterprise-Picking spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen von circa 8 Milliarden Euro. In Deutschland vertreibt die Gesellschaft aktuell sechs Aktienfonds, zwei Mischfonds und einen Wandelanleihefonds. Die erfolgreiche Fondspalette wird privaten und institutionellen Investoren außerdem in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien und Luxemburg angeboten. Das Kapital von La Financière de l’Echiquier wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. 2004 wurde die Stiftung La Financière de l’Echiquier gegründet, die sich in Frankreich für sozial und beruflich benachteiligte Menschen einsetzt. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter http://www.fondation-echiquier.fr und zu La Financière de l’Echiquier unter http://www.lfde.com/de.

Rezessionsängste laut NNIP übertrieben

Laut NN Investment Partners (NNIP) überschätzen die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Rezession. So geht man an den Aktien- und High-Yield-Märkten mit 50 bzw. 75%iger Wahrscheinlichkeit von einer Rezession aus. Nach NNIPs Einschätzung liegt die Wahrscheinlichkeit indes bei höchstens 20 Prozent.

Dazu Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Multi-Asset bei NN Investment Partners:

„In der zweiten Jahreshälfte ist die Wachstumsdynamik an den entwickelten Märkten leicht auf eine jährliche Rate von rund einem Prozent zurückgegangen. Doch weder die Zuwachsrate noch ihr Rückgang sind im historischen Vergleich besorgniserregend. Die aktuelle Zuwachsrate liegt völlig im Bereich dessen, was im Laufe des Konjunkturzyklus normal ist. Es handelt sich hier eher um eine vorübergehende Verzerrung als einen grundsätzlichen Richtungswechsel.“

Van Nieuwenhuijzen weiter: „Die Aktienbewertungen sind von ihren jüngsten Höchstständen mittlerweile um bis zu 20 Prozent gefallen, insofern besteht ein höheres Risiko für eine Ertragsrezession. Wir bezweifeln allerdings, dass sich dies auch außerhalb des Rohstoffsektors niederschlagen wird, denn der Verbrauchersektor profitiert von niedrigen Ölpreisen, niedrigen Zinsen und einer Erholung am Arbeitsmarkt. Auch im Gesundheitssektor sehen wir keine wesentlichen Risiken für die Ertragsentwicklung. Hinzu kommt, dass die Zentralbankpolitik günstig für die Marktstimmung ist. Insofern bleiben wir bei unserer neutralen Positionierung, anstatt das Handtuch zu werfen und dem Herdentrieb zu folgen.“

„Negative Datenüberraschungen sind zwar nicht ausgeschlossen, aber die Datenlage insgesamt deutet nicht auf eine Rezession als Basisszenario hin.“

Nach Angaben von NNIP verdeutlichen die aktuellen Risikoprämien* das Ausmaß der jüngsten Marktbewegungen: So liegt der Risikoaufschlag auf Aktien derzeit bei rund 5 Prozent im Vergleich zum Langzeitdurchschnitt von 3,5 Prozent. Während der letzten 25 Jahre waren sie nur zum Höhepunkt der Kreditkrise sowie der Eurokrise von 2008 bzw. 2012/2013 höher. 

Hinzu kommt, dass die Spreads, mit denen Hochzinsanleihen gegenüber Staatsanleihen notieren, nur in Krisenzeiten höher lagen, wie beispielsweise die „Savings & Loans“-Krise in den USA in 1991, die LTCM-Krise 1998, Bilanzierungsskandale in 2002/2003 sowie die Kredit- und die Eurokrise.

NNIP hat seine Untergewichtung bei EM-Werten von mittel auf gering heruntergefahren. Die Gründe dafür sind zahlreich: gemäßigte Sichtweise der Fed, schwächerer US-Dollar, relative Wirtschaftsdaten, äußerst negative Positionierung und gewisse Stabilisierung der zyklischen Rohstoffpreise. Bei Werten aus der Eurozone hat NNIP seine Positionierung auf neutral zurückgefahren. Und bei der Sektorengewichtung hat das Haus seine defensive Ausrichtung durch Abbau der Übergewichtung von IT-Werten noch verstärkt.

*Quelle: Unabhängiges Research-Institut ASR

Deutschland dürfte 2016 vom Wachstum in Europa profitieren

„Die Bedingungen in der Eurozone sind für Anleger im Jahr 2016 besonders günstig und Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle“, erklärt Robert Smith, Director bei Baring Asset Management („Barings“) und Investmentmanager des Baring German Growth Trust. „Auf Grundlage des Wachstums in wichtigen entwickelten Märkten wie Europa und den USA äußern sich deutsche Unternehmen optimistisch, was den Ausblick für das kommende Jahr betrifft“, merkt Robert Smith an.

Robert Smith, Investmentmanager des Baring German Growth Trust, sagt: „Der europäische Markt umfasst aktuell einige äußerst wertvolle Aktien. Anleger haben die Möglichkeit, zu wesentlich niedrigeren Kursen als noch vor wenigen Wochen in europäische Qualitätsunternehmen zu investieren und von einem nachhaltigen Wachstum zu profitieren.“

„Insbesondere für Deutschland sind wir optimistisch eingestellt. Das Land exportiert wesentlich mehr in andere europäische Länder als in irgendein Schwellenland und ich gehe davon aus, dass man die Reduzierung des Importvolumens in Deutschland nicht spüren wird, da sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone unserer Einschätzung nach weiterhin beschleunigen wird. Darüber hinaus wird die deutsche Wirtschaft zusätzlich durch Staatsausgaben als Konsequenz der Einwanderung angekurbelt."

„Industrie 4.0“ – das technologiegetriebene Transformationsprogramm in Deutschland, das eine deutliche Effizienzsteigerung durch Onlinefunktionen für Maschinen hinsichtlich Fernsteuerung und Wartung bedeutet – eröffnet signifikante neue Chancen für Anleger über alle Branchen hinweg. Als Beispiel dienen Aktien wie Adva Optical, ein Anbieter von Telekommunikationsausrüstung, sowie Cancom, ein Anbieter von Cloud-Infrastruktur. Adva Optical profitiert in hohem Maße von der rasant zunehmenden Nachfrage nach Schaltanlagen im Zuge des Booms bei Online-Anwendungen und dem entsprechenden Anstieg an Datenvolumen, die von Maschinen an Rechenzentren geschickt werden. Cancom wiederum hat einen innovativen Prozess entwickelt, um Unternehmen im Umgang mit den zunehmenden Datenmengen zu unterstützen, und bietet gleichzeitig eine eigene Cloud-Umgebung, die von den Unternehmen genutzt werden kann.

Robert Smith fügt hinzu: „Was die Mischung des Portfolios betrifft, werden die Ausgaben der Verbraucher in Deutschland von der Automobilbranche dominiert, die keine Anzeichen für eine Rezession aufweist, und wir schätzen, dass das Wachstum in Europa dieses Jahr stärker wiegen wird als eine Abschwächung in anderen Teilen der Welt. Im Industrie- und IT-Sektor kommt es sehr stark auf die einzelnen Aktien an. Wir sind jedoch durchaus optimistisch eingestellt im Hinblick auf Investitionen der Industrie außerhalb der Bereiche Öl und Bergbau und wir sehen gute Wachstumschancen im IT-Segment, insbesondere durch den Übergang zur Cloud-Technologie.“

Mit Blick auf die großen globalen Wirtschaftsblöcke steht Europa aufgrund eines höheren Konsums, der Kostensenkungen im Rohstoffbereich und entspannter monetärer Rahmenbedingungen im Jahr 2016 in der Gesamtmarkteinschätzung bei Robert Smith ganz oben. Den weltweiten Rückgang der Ölpreise in den vergangenen zwölf Monaten sieht er für die breite europäische Region als Vorteil an. Deutschland dürfte von der Erholung in der Eurozone wiederum in hohem Maße profitieren.

Der von Robert Smith verwaltete Baring German Growth Trust erzielte im Jahr 2015 eine Rendite von 19,9%1. Zum 31. Dezember 2015 betrug die Gewichtung von deutschen Aktien im Fonds mehr als 90%. Die größten Sektoren innerhalb des Fonds sind Industrie, zyklischer Konsum und Informationstechnologie2.

1Barings und Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Daten zum 31. Dezember 2015 in EUR. Die Wertentwicklung des Fonds bezieht sich auf die thesaurierende Anteilsklasse A EUR und versteht sich nach Abzug von Kosten und Gebühren in EUR auf Basis des NIW je Anteil, bei Wiederanlage der Bruttoerträge.
2Barings, Stand 31. Dezember 2015.

„Zinserhöhung wird den US-Kreditmarkt beflügeln“

Mit der Zinserhöhung im Dezember verbessern sich die Aussichten am Markt für US-Unternehmensanleihen. Dieser Ansicht ist Jane Woodward, President und Portfolio Manager bei der Institutional Fixed Income Boutique Taplin, Canida & Habacht (TCH) unter dem Dach von BMO Global Asset Management. „Aus unserer Sicht ist das Wichtige weniger der nun leicht erhöhte Leitzins, sondern vielmehr die Tatsache, dass endlich Klarheit herrscht, wohin die Reise geht. Die jetzt wieder berechenbarere US-Geldpolitik dürfte die US-Anleihenmärkte stützen“, erklärt sie. Damit rückten jedoch auch interne Faktoren wie die Entwicklung von Unternehmensratings und Klumpenrisiken in den großen Benchmarks wieder stärker in den Mittelpunkt. 

US-Unternehmensanleihen profitieren von starker Binnenkonjunktur
Zum Ende des zurückliegenden Zyklus hätten insbesondere die Sorgen um China und die Unklarheit hinsichtlich des Zeitpunktes der Zinserhöhung die Renditen von Unternehmensanleihen verzerrt. In der Vergangenheit hätten sich neue Weichenstellungen in der Geldpolitik jedoch insbesondere für Unternehmensanleihen als positiv erwiesen. „Über die Sorge vor möglichen Verwerfungen wird der eigentliche Hintergrund des Paradigmenwechsels leicht vergessen: das Wirtschaftswachstum“, so Woodward. Im kommenden Jahr dürften sich die USA von allen entwickelten Ländern am besten entwickeln und als Fluchtburg für Anleger dienen. Zwar dürften exogene Faktoren wie die anhaltende Schwäche Chinas spürbar bleiben. Allerdings würden über 60 Prozent der Unternehmensumsätze im Geschäft mit Nordamerika und lediglich sechs Prozent mit Asien getätigt. „Mit Ausnahme der Sektoren Energie sowie Metall- und Bergbau, wo China als Grenzverbraucher gilt, sind die Emittenten von US-Unternehmensanleihen kaum direkten Risiken aus China ausgesetzt“, analysiert die Fondsmanagerin. Daher sieht sie insgesamt solide Voraussetzungen für die Entwicklung der Renditen.

Entwicklung der Ratings und Benchmarks im Blick behalten
Investoren seien allerdings gut beraten, interne Faktoren wie die Entwicklung der Ratings nicht zu vernachlässigen. In Zeiten historisch niedriger Zinsen hätten globale Unternehmen teurere Verbindlichkeiten opportunistisch refinanziert und große Transaktionen wie Aktienrückkäufe und Akquisitionen getätigt. „Dadurch hat sich die Bonität diverser großer Investment-Grade-Emittenten verschlechtert“, konstatiert Woodward. Bei den US-Finanzinstituten schlügen sich zudem der Wegfall der staatlichen Hilfen und die verschärfte Regulatorik mit ihren gestiegenen Kapitalanforderungen zu Buche. Allerdings habe es auch positive Entwicklungen gegeben. Während Emittenten wie AT&T, Verizon und McDonald’s mittlerweile von mindestens zwei Agenturen mit BBB eingestuft würden, habe Fitch als zweite Agentur General Motors am 18. Juni 2015 wieder ein Investment-Grade-Rating zugestanden. Die Expertin erwartet, dass sich diese Bonitätsverschiebungen nach oben und unten auch 2016 fortsetzen. 

Zu enge Benchmark-Orientierung birgt Risiken
Janet Woodward weist zudem auf eine entscheidende Folge der Entwicklung der Ratings hin: „Insgesamt haben die Bonitätsveränderungen einschneidende Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Investment-Grade-Marktes und der großen Indizes, die vielen Investoren als Benchmark dienen.“ So enthalte der Barclays U.S. Long AA Corporate Index mittlerweile zu 24,3 Prozent Anleihen eines einzigen Unternehmens, Walmart, und die fünf größten Emittenten machen fast 60 Prozent des Gesamtwertes aus. Die Analysten von TCH erwarten auch Auswirkungen auf breite Indizes wie den Barclays U.S. Credit Index, der aktuell noch eine Gesamtbonität von A3 bzw. A- hat und bald auf Baa1 respektive BBB+ abrutschen dürfte. Diese Entwicklung schaffe Risiken, die sorgfältig gemanagt werden müssten. „Anleger, die sich im Hinblick auf Bonitätsstandards zu rigide an die Ratings der Agenturen halten, tun dies nach unserem Dafürhalten auf Kosten einer höheren Sektor- und Emittentenkonzentration“, schließt die Fondsmanagerin.

Blick aus Asien: Chinas Masterplan

von Peter Sengelmann, Senior Portfolio Manager, Emerging Market & Asian Debt – Local Currency and Local Bonds bei NN Investment Partners. Die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft macht weiterhin Schlagzeilen, ist aber nur ein Aspekt des Gesamtbilds. Schließlich und endlich geht es darum, dass Peking sich durch Reformen und umfassendere globale Projekte auch auf internationalem Parkett einen Platz sichern will. 

Chinas zunehmende Präsenz auf der internationalen Bühne bedeutet notwendigerweise auch einen innenpolitischen Umbruch. Die jüngsten Korrekturen an den Devisen- und Aktienmärkten des Landes sandten indes Schockwellen durch die Welt. Das Reich der Mitte befindet sich im Wandel, und für den Rest der Welt kommt dies ein wenig zu schnell. Wandel bedeutet Unsicherheit. Das gilt umso mehr, als China nicht gerade mit offenen Karten spielt, was seine weiteren Absichten betrifft. Nach Ansicht mancher Marktbeobachter beruht dieser Mangel an Transparenz vor allem darauf, dass Peking selbst nicht genau weiß, wo es lang geht. Wir sind da anderer Ansicht.

Nach unserem Dafürhalten wissen die politisch Verantwortlichen in China ganz genau, wo sie hinwollen. Ihr ultimatives Ziel ist die Konsolidierung von Chinas Platz in der Welt durch Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Intern geht es darum, zuverlässiges und anhaltendes Wachstum zu sichern und so die Herrschaft der kommunistischen Partei zu legitimieren. 

Chinas innen- und außenpolitische Reformen und Initiativen sind untrennbar miteinander verwoben. Das bedeutet letztlich auch den Fall der sprichwörtlichen Mauer, die die chinesische Wirtschaft bislang abgeschirmt hat. Zu den anstehenden Veränderungen zählen u. a. die Freigabe der Währung, Öffnung der Kapitalbilanz, zunehmendes geopolitisches Engagement, inländische Finanzreformen (z. B. die Finanzierung von Lokalregierungen, Zinsen usw.), die Seidenstraßeninitiative „One Belt, One Road“, um die traditionellen Überland- und Seehandelsrouten nach Zentralasien wiederzubeleben, sowie die Schaffung einer Asian Infrastructure Investment Bank, die Chinas Einfluss rund um den Erdball verstärken soll.

Das sind zweifelsohne komplexe Veränderungen, die simultan in Angriff genommen werden. Es kann daher nicht überraschen, dass die Fortschritte nicht immer ganz reibungslos verlaufen. So hat China beispielsweise vor, mit der Öffnung seiner Kapitalbilanz auch seine Währung zunehmend den Marktkräften zu überlassen. Aus diesem Grund führte China am 11. August 2015 ein neues Währungsfixing ein. Nachdem das jedoch einen massiven Kurssturz des Renminbi auslöste, griffen die politisch Verantwortlichen erneut ein – diesmal, um die übermäßige Volatilität der Währung einzudämmen. Unserer Einschätzung nach wird China schließlich die geplante Währungsreform umsetzen, allerdings zu einem günstigeren Zeitpunkt.

Chinas Kritiker neigen dazu, derartige Ereignisse als Beweis für den zunehmenden Kontrollverlust der chinesischen Führung zu sehen, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Finanzmärkte, sondern auch die Wirtschaft als Ganzes. Diese Sicht scheint indes wohl eher auf Sensationsmache zu beruhen, denn es ist – weltweit – durchaus nicht ungewöhnlich, dass die politischen Entscheidungsträger ihren Kurs anpassen, wenn die Umstände dies erfordern. Bei China werden indes striktere Maßstäbe angelegt. China entwickelt sich mit atemberaubender Geschwindigkeit, wird sein Tempo bei Bedarf jedoch anpassen. Sehr zum Verdruss der übrigen Welt schaffen die scheinbar willkürlichen Entscheidungen Pekings Unsicherheit. Doch der Masterplan besteht unverändert fort und China hat ein klares Ziel vor Augen.

Was geht noch bei Schwellenländeraktien?

von Nick Price, Manager des Fidelity Emerging Markets Fund: „Die Konjunkturabkühlung in China und der starke US-Dollar sorgen bei Anlegern für schlechte Stimmung gegenüber den Schwellenländern. Russland und die Rohstoffexporteure aus Afrika und Lateinamerika durchleben gerade harte Zeiten. Andererseits sind die Währungen der Schwellenländer inzwischen auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Das wirkt sich günstig auf die Leistungsbilanzen und die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Länder aus. Zugleich profitieren Nettoölimporteure aus Osteuropa sowie die Türkei und Indien vom Ölpreisverfall. Ein günstigeres Inflationsumfeld und mehr Geld in den Taschen der Konsumenten sind die erfreulichen Folgen. Zudem werden Schwellenländeraktien inzwischen mit den niedrigsten Kurs-Buchwert-Verhältnissen seit der Finanzkrise gehandelt. Und gegenüber Aktien aus Industrieländern sind sie so billig wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dieses Umfeld nutze ich, um meine Positionen bei Qualitätsunternehmen aufzustocken.


Indien, China und Südafrika contra Südkorea, Brasilien und Russland

Indien, China und Südafrika habe ich am stärksten übergewichtet. In Indien stimmen mich die wirtschaftliche Lage und die Reformbestrebungen zuversichtlich. In Südafrika haben sich durch den schwachen Rand und die Sorgen um die heimische Wirtschaft bei einigen Aktien gute Gelegenheiten zum Aufstocken ergeben. Besonders attraktiv finde ich Exportunternehmen, denen die schwache Konjunktur am Kap wenig zu schaffen macht. Und China ächzt zwar unter Überkapazitäten in der Industrie und im Immobiliensektor. Für Lichtblicke sorgt dagegen die Dienstleistungsbranche, in der ich unverändert gute Anlageideen im Konsumbereich finde. Meine gezielte Auswahl von Aktien aus China und Südafrika hat maßgeblich zur Outperformance des Fonds gegenüber seinem Vergleichsindex beigetragen.

Am anderen Ende der Skala finden sich Südkorea, Brasilien und Russland wieder. Den letzten beiden setzt die Talfahrt der Rohstoffpreise zu. Brasilien schlägt zudem wegen politischer und wirtschaftlicher Probleme auch im Inland ein rauer Wind entgegen. Auch Südkoreas Wachstumsausblick bleibt düster, was nicht zuletzt an der drückenden Schuldenlast des Landes liegt.

Konsumwerte über-, Energie, Rohstoffe und Telekommunikation untergewichtet

Auf Branchenebene gewichte ich Konsumwerte weiter über. Denn wegen der niedrigen Ölpreise haben die Verbraucher in einigen ärmeren ölimportierenden Länder, in denen oft rund zwei Drittel des Einkommens für Lebensmittel und Benzin ausgegeben werden, mehr Geld für den Konsum übrig. So hat meine Titelauswahl bei zyklischen Konsumgütern sowie der IT- und Finanzbranche 2015 am stärksten zur Wertentwicklung des Fonds beigetragen.

Günstig hat sich auch die Untergewichtung bei Energie, Rohstoffen, Telekommunikation und Versorgern ausgewirkt. Letztere meide ich tendenziell, da sie häufig unter politischer Einflussnahme leiden. Telekommunikationsunternehmen wiederum machen Preisdruck und sinkende Renditen auf das investierte Kapital zu schaffen. Bei Energieaktien ist vielfach ein Wiederanstieg des Ölpreises auf 55-60 US-Dollar eingepreist. Ihr Aufwärtspotenzial ist deshalb meines Erachtens minimal. Zudem stehen viele Energieunternehmen unter staatlicher Kontrolle und werden daher oft nicht im Interesse ihrer Minderheitsaktionäre geführt. Weiterhin stark untergewichtet habe ich auch den Rohstoffsektor. Allerdings haben fallende Währungen die Betriebskosten sinken lassen. Zudem dürften einige Rohstoffpreise die Talsohle erreicht haben. Ich suche daher nach Anlagechancen in diesem Bereich.

Steinhoff, HDFC Bank und NetEase: drei Beispiele für Aktien mit Potenzial

Der größte Performance-Beitrag in meinem Fonds im vergangenen Jahr stammt von der chinesischen Internetaktie NetEase. Zwar habe ich einen Teil des Gewinns mitgenommen, aber die Aktie bleibt im Fonds weiter übergewichtet, da Online-Spiele und andere Internetangebote auch künftig das Wachstum ankurbeln dürften. Die indische HDFC Bank gewichte ich wie gehabt am stärksten über. Im letzten Jahr war sie die zweitbeste Aktie im Portfolio. Unlängst habe ich die Position wegen des guten Konjunkturausblicks für Indien und der ermutigenden Reformagenda verstärkt. Nach dem jüngsten Kursrückgang in Südafrika habe ich meine Position bei Steinhoff aufgestockt. Das Unternehmen ist mittlerweile in Europa der zweitgrößte Haushaltswarenanbieter nach Ikea. Steinhoff ist ein Paradebeispiel für ein Unternehmen mit erfolgreichem Geschäftsmodell, das durch geschickte Integration der Tochtergesellschaften Synergien bestmöglich nutzt.“

Opportunity to short agriculture with La Niña

As El Niño fades, La Niña weather conditions look increasingly likely to emerge later in the year. La Niñas that reach a “medium” strength by northern hemisphere winter tend to help the production of grains, coffee and cocoa and so a La Niña starting in winter 2016/17 could be price negative. Should La Niña be delayed to spring/summer 2017, we could see mainly price positive developments. Please find a PDF document of ETF Securities' commodity reasearch including the charts attached on the left.

From El Niño to La Niña

We are currently in the one of the most extreme El Niño events on record (with records dating back to 1950). El Niño refers to the warm phase of the El Niño-Southern Oscillation (ENSO) which is a scientific term that describes the fluctuations in temperature between the ocean and atmosphere in the east- central Equatorial Pacific. The warm phase of the ENSO has led to droughts in Asia and excess rain in South America, leading to a 50% rally in sugar prices between August and December 2015 for example.

According to the Australian Bureau of Meteorology, out of the past 26 El Niño events since 1900 approximately 40% have been followed by a La Niña, the cold phase of ENSO. The International Research Institute for Climate and Society’si regression models peg the probability of a La Niña event at 53% by September.

La Niña tends to have the opposite effect of El Niño: places with droughts under El Niño tend to have excess rain under La Niña and vice-versa.

Our analysis of previous ENSO cycles identifies nine distinct La Niña events of a medium magnitudeii since 1959 (8 for coffee since 1972 and 6 for soybean oil since 1979 due to lack of price availability). We look at how commodity prices have performed one year from the date a certain threshold of La Niña intensity has been reached. At a first glance it appears as if there is no clear directional impact from La Niña events. For most commodities there have been a similar number of price- positive events as price negative.

Summer La Niña vs. Winter La Niña

However, a key distinguishing feature between these nine events is when the La Niña started (or more accurately when it reaches our threshold intensity). We see a clear pattern that La Niñas that reach threshold intensity in the northern hemisphere winter, drive prices of most agricultural commodities lower within one year of the event. The notable exception is sugar. La Niñas that reach threshold intensity in the northern hemisphere summer, drive prices of most agricultural commodities higher within one year of the event. Soybean is an exception here. Summer La Niñas tend to have a more substantial price impact, reflecting the fact that more northern hemisphere crops are in the ground and therefore exposed to weather changes.

Based on NOAA model forecasts of a greater than 50% probability of La Niña starting in northern hemisphere Autumn, we could hit threshold intensity by winter 2016. Looking at past price trends has limitations. We are not accounting for length or amplitude of each weather event. Nor are we conditioning for other drivers of price including: planting decisions, competing weather patterns, crop infections, starting stocks and currency movements.

Crop cycle and weather impacts by geography

Looking at the crop cycle and weather impacts at different times of the year in various geographies, we believe there is a logical reason why prices should rise or fall in a winter La Niña. The table below is a summary of our findings. We believe that if a winter La Niña 2016 is confirmed, there is good reason to short wheat, corn, soybeans, coffee and cocoa and go long sugar.

At meteorologists’ mercy

We caution investors however, to wait for a confirmation that the weather pattern will emerge as early as winter 2016/17. If the weather event is delayed until spring/summer 2017, then the price impacts could be very different. Remember, the El Niño expected in 2014 did not emerge until 2015. In the meantime, lingering weather impacts from El Niño could provide upside price risks for cocoa in the short-term as the market has underestimated the impact of dryness on the mid- crop which will be harvested from May in most of Africa. Cocoa prices have fallen more than 20% since December as the market has focused on ample port deliveries failing to recognise that supply overall this year could be tight.

4 Gründe, weshalb der jüngste Abverkauf an den Märkten übertrieben ist

von Larry Hatheway, Chefvolkswirt bei GAM.

Der breite Abverkauf an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen war unseres Erachtens übertrieben negativ. Auslöser waren eine ganze Reihe von Faktoren: enttäuschende Wirtschaftsdaten, die Wachstumsabschwächung in China und die Gefahr einer erheblichen Abwertung des Renminbi sowie die Ansicht, dass die Geldpolitik der Zentralbanken zunehmend wirkungslos ist. Als ob dies noch nicht schlimm genug wäre, verunsichern politische Sorgen – angefangen von den US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016 über den Brexit bis hin zu den Problemen Deutschlands und Europas mit der Flüchtlingskrise – die Märkte zusätzlich.

Obschon dies große Herausforderungen für die Weltwirtschaft bedeutet, so gehen wir davon aus, dass sich die negative Stimmung an den Märkten als übertrieben erweisen wird. Dafür sprechen aus unserer Sicht die folgenden vier Gründe:

  1. Es sind kaum weitere negative Überraschungen hinsichtlich der Wirtschaftsdaten zu erwarten. Die Aktienmärkte zeigen eine angemessene Korrelation mit Wachstumsüberraschungen. Aber die Überraschungsindizes fallen (oder steigen) aufgrund ihrer Zusammensetzung in der Regel nicht ununterbrochen. Die Konsenserwartungen passen sich an, wodurch die Überraschungen an Wirkung verlieren, was den Märkten hilft, wieder auf die Beine zu kommen.
  2. Die US-Wirtschaft ist nicht fundamental schwach. Die Ausgaben in den USA profitierten stark von den steigenden realen Nettohaushaltseinkommen, die wiederum die Folgen eines hohen Beschäftigungswachstums und einer niedrigen Inflation sind. Ungleichgewichte gibt es nur in relativ kleinen Teilen der US-Wirtschaft (z. B. im Energie- oder High-Yield-Sektor). Selbst wenn man von einem weiteren Anstieg der Löhne und Gehälter ausgeht (was dem Konsum und der Endkundennachfrage zugutekommen würde), bleibt die Inflation in den USA niedrig – die Fed kann sich also in Geduld üben.
  3. Europa auf Erholungskurs. Das Wachstum in der Eurozone wird durch Anzeichen für eine verbesserte Kreditschöpfung, die verzögerten Auswirkungen des schwächeren Euro und erstmals seit fünf Jahren durch diskretionäre finanzpolitische Maßnahmen in moderatem Umfang gestützt. Aus Aktienperspektive dürfte sich die Erholung der Eurozone positiv auf die Erträge auswirken, vor allem in Bezug auf eher inländisch ausgerichtete Unternehmen. In Japan haben wir eine ähnliche Situation. Dort weisen kleinere und mittelgroße Unternehmen nachhaltige Rentabilitätssteigerungen auf.
  4. Das Wachstum in China ist eine „bekannte Unbekannte“. Das sich abschwächende Wachstum in China stellt kaum eine Überraschung dar und spiegelt sich bereits in den Preisen von Vermögenswerten wider. Sicher, es gibt Debatten über die offizielle chinesische Statistik, aber auch das ist nichts Neues. Die Schwäche der festverzinslichen Anlagewerte ist ebenfalls bestens bekannt. Allerdings ergibt sich das Wachstum in China nun in höherem Maße aus der Nachfrage, was dem gestiegenen Nettohaushaltseinkommen geschuldet ist, und der schnelleren Expansion der Dienstleistungen. Insgesamt durchläuft China einen Konjunkturabschwung, aber das Risiko einer „harten Landung“ bleibt gering. 

Auch wenn diese Argumente Grund für mehr Optimismus geben, gehen wir nicht davon aus, dass die Verkaufswelle schnell umkehren wird – die zu erwartende Trendumkehr wird eher „U-förmig“ ausfallen. Die früheren „V-förmigen“ Marktmuster verdankten ihre schnelle Erholungsphase weitreichenden politischen Maßnahmen, darunter Interventionen zur Verringerung des finanziellen Stresses während der Krise in der Eurozone oder umfangreiche, unorthodoxe Lockerungen der Geldpolitik durch die weltweit mächtigsten Zentralbanken. Diesmal werden wir nicht damit rechnen können. Demzufolge wird sich der Prozess, eine Talsohle des Marktes zu finden, aufgrund der hohen Volatilität schwierig gestalten. Das Marktvertrauen wird sich erst allmählich wieder einstellen, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass das Wachstum und die Gewinne nicht mehr enttäuschend ausfallen. Dies wird es den Anlegern ermöglichen, auf dem überverkauften Markt Opportunitäten zu finden. Die letztjährige Verkaufswelle im August und September kann als Warnung dienen, dass es lange dauern kann, bis sich die Märkte erholen.

Schwache Aktienmärkte und ein abwertender USD beflügeln Gold

Gold verbucht die höchsten Mittelzuflüsse auf täglicher und wöchentlicher Feststellung, während die Aktienmärkte von einer bärischen Stimmung dominiert wurden. Allen voran der Bankensektor mit einem Minus von 7,3 Prozent. Öl verzeichnet seit neun Wochen in Folge Mittelzuflüsse, da Investoren auf eine kurzfristige Erholung setzen. Der Kupferpreis fiel vergangene Woche erneut unter die 4.500 USD/Tonne Marke, weil Investoren das Tief für günstige Einstiegsmöglichkeiten nutzen. Den wöchentlichen Rohstoffkommentar von ETF Securities finden Sie links mit Charts.

Gold-ETPs verzeichneten vergangene Woche 552,1 Mio. USD an Mittelzuflüsse - die größten wöchentlichen Zuflüsse in der Geschichte. Europäische Banken konnten sich vergangene Woche wieder etwas erholen. Das Vertrauen der Anleger gegenüber der Stabilität des europäischen Finanzsystems rückte zunehmend in den Mittelpunkt der Diskussionen. Infolgedessen steigt der Druck für die Europäische Zentralbank in ihrer nächsten Sitzung, über weitere Impulse für die Eurozone zu entscheiden. Federal Reserve Präsidentin Yellens Aussage vermittelte Investoren keine neuen Anhaltspunkte, ob die FOMC die Zinsen im März weiter erhöhen wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsanstieg in 2016 ist aufgrund der Besorgnisse über die Lage in Übersee und deren mögliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft auf unter 30 Prozent gesunken. Der USD (A1EK0W) fiel daraufhin um knapp ein Prozent und bietet somit neue Unterstützung für Gold (A0N62G). „Die Anlageklasse des sicheren Hafens entwickelt sich nach jüngsten Ereignissen sehr gut und notiert bereits bei 1.241 $/oz. Insgesamt wurden 552 Mio. USD in Gold ETPs investiert, 345 Mio. USD alleine an einem Tag“, kommentiert Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions.

Öl-ETPs verbuchen weitere Mittelzuflüsse, nachdem die jüngsten Gewinne abgegeben wurden. Letzte Woche wurden 50 Mio. USD an Mittelzuflüssen in Long Öl-ETPs verbucht, während Short Öl-ETPs ebenfalls 8,5 Mio. USD an Mittelzuflüsse verzeichneten. Die US-Ölbestände sind seit Anfang Januar erstmals um 755.000 Barrel gesunken. Der besser als erwartete Rückgang wurde jedoch nicht mit einem Preisanstieg am Markt wahrgenommen. Vergangene Woche fiel der Preis für Brent (A1N49P) und WTI (A0KRJX) um jeweils 13 und 17 Prozent. In den Berichten der Internationalen Energieagentur (IEA) und der Energy Information Administration wurde erneut auf das Überangebot am globalen Ölmarkt verwiesen. „Es gibt zu wenig grundlegende Veränderungen am Ölmarkt und somit ist eine solide Kurserholung der Ölpreise unwahrscheinlich, weshalb auch die Vorhersagen für dieses Jahr auf niedrigem Level bleiben“ meint Hein. Es gibt keine Hinweise auf eine vereinbarte Diskussion der OPEC-Staaten, dennoch ist die Zahl der Länder, die für ein Gespräche bereit wären, gestiegen und ein Gerücht über eine mögliche Sitzung könnte ausreichen, um den Ölpreis kurzfristig ansteigen zu lassen.

Der Kupferpreis notiert auf einem attraktiven Einstiegslevel. Die chinesischen Märkte waren für die gesamte letzte Woche anlässlich des chinesischen Neujahrs, das Jahr des Affen, geschlossen. Die Anlegerstimmung gegenüber Kupfer war durch die Diskussionen über europäische Banken beeinflusst. Kupfer fiel bis unter die Marke von 4.500 USD/Tonne und weckt nun wieder ein gewisses Interesse für einen Long-Einstieg. Long-Kupfer ETPs verbuchten auf Wochensicht 12,3 Mio. USD an Mittelzuflüsse, während Short Kupfer-ETPs Nettoabflüsse von 1,4 Mio. USD erfuhren. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich die Stimmung gegenüber dem Metall und den Minenunternehmen wieder erholt“, so Hein ein weiter.

Die Krise als Gelegenheit

„Es sieht nach einem starken Anstieg der Ausfallraten im High-Yield-Bereich und Rating-Herabstufungen im Investmentgrade-Bereich aus. Die technische Seite ist ebenfalls negativ, denn in einigen Sektoren wird es sehr viele Ausfälle geben. Dennoch gibt es gute Gelegenheiten, wenn Sie genau hinsehen.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Die Renditen sind über alle Sektoren des Anleihemarktes, die mit Kreditrisiko behaftet sind, gestiegen – weil sich die Credit Spreads teils drastisch ausgeweitet haben. Für Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, gibt der Markt deshalb ein eher abschreckendes Bild ab: „Es sieht nach einem starken Anstieg der Ausfallraten im High-Yield-Bereich und Rating-Herabstufungen im Investmentgrade-Bereich aus. Die technische Seite ist ebenfalls negativ, denn in einigen Sektoren wird es sehr viele Ausfälle geben. Dennoch gibt es gute Gelegenheiten, wenn Sie genau hinsehen.“

Offenbar tun das derzeit aber nur wenige Investoren. „Die aktuellen Daten über die makroökonomische Entwicklung werden weit gehend ignoriert. Es geht ausschließlich um das Sentiment“, führt Iggo aus. Dabei gebe es auch in dieser Hinsicht einiges, das bedenkenswert sei. Janet Yellen habe weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen, doch hänge in dieser Hinsicht viel von der Entwicklung des Ölpreises, der chinesischen Konjunktur und der Reaktion der Zentralbanken auf die niedrigen Inflationsraten ab. „Die Negativzinsen sind offenbar nach hinten losgegangen, aber es ist nicht auszuschließen, dass Draghi und Kuroda die Zinsen noch weiter senken“, so der Experte.

Insgesamt habe die Entwicklung der vergangenen Wochen dazu geführt, dass die Gesamterträge von US-High-Yield-Anleihen im bisherigen Jahresverlauf bereits 9 Prozent unter den Erträgen von US-Staatsanleihen lägen. „Der Unterschied könnte sogar noch größer werden“, erklärt Iggo. „Aber angesichts von High-Yield-Spreads zwischen 850 und 900 Basispunkten gibt es auch durchaus Potenzial für eine Trendumkehr.“ Allerdings habe es in der Vergangenheit auch Phasen mit noch höheren Spreads gegeben. So habe die Rendite von US-High-Yield-Anleihen während der Finanzkrise zwischenzeitlich bei 22 Prozent gelegen, was zur damaligen Zeit einem Spread von 2.100 Basispunkten entsprochen habe. „Ich glaube allerdings immer noch, dass die heutige Lage nicht mit der in den Jahren 2008 und 2009 vergleichbar ist“, so Iggo. „Und ein Blick auf die Kurse verrät, wie sich der Markt verändert hat. Heute werden 68 Prozent der US-High-Yield-Anleihen unter pari gehandelt. Vor zwei Jahren waren es lediglich 16 Prozent.“

„Make in India“-Woche präsentiert Indien als Investment-Wunderland

„Make in India“ – so lautet der Titel einer staatlichen Kampagne zur Förderung des Wirtschaftswachstums in Indien. Und so lautet auch das Motto einer Woche voller wirtschaftlicher und kultureller Events, die derzeit in Mumbai stattfindet. Sie soll ein Schlaglicht auf die Erfolgsstory werfen, die sich derzeit in Indien abspielt. Denn während die asiatischen Schwellenländer insgesamt unter der Krise Chinas leiden, könnte Indien von den Turbulenzen sogar profitieren. 

Davon ist Madhav Bhatkuly, Fondsmanager des GAM Star India Equity, überzeugt: „Der indische Aktienmarkt scheint bereit zu sein, auf der Welle des Optimismus zu reiten, die von den Plänen des Premierministers Narendra Modi ausgelöst wurde.“ Investoren wenden sich laut Bhatkuly vermehrt indischen Aktien zu. Viele hätten das Land übergewichtet, weil sie nach dem Abverkauf am chinesischen Aktienmarkt nach Alternativen suchten. Darüber hinaus hätten auch die mittelfristigen Pläne der Regierungspartei Bharatiya Janata dazu beigetragen, das Vertrauen der Investoren in die indische Politik zu stärken, so der Experte.
Seit Modi die Regierung Indiens anführe, arbeite er an strukturellen Veränderungen der Wirtschaft, die geeignet sein könnten, starke Wachstumskräfte freizusetzen. „Zu diesen Veränderungen zählen beispielsweise dringend benötigte höhere Ausgaben für die Infrastruktur des Landes, etwa für den Straßenbau. Darüber hinaus gibt es eine Initiative zum Abbau der ausufernden Bürokratie“, erklärt der Fondsmanager.

Finanz-, Pharma- und Luxussektor vielversprechend
Auch die traditionelle Abneigung vieler Inder gegen die Aufnahme von Schulden habe eine positive Seite, ermögliche sie dem Finanzsektor des Landes doch eine Menge Raum für Wachstum. „Insbesondere das Kreditgeschäft ist bisher noch kaum erschlossen und dürfte in den kommenden Dekaden stark expandieren”, erläutert Bhatkuly. „Wir bleiben daher in Finanzwerte investiert, die wir als echte Value-Investment-Gelegenheit betrachten und denen wir langfristig eine verlässliche Performance zutrauen. Dazu zählen etwa die ICICI Bank und die DCB Bank.“

Gute Investmentchancen sieht Bhatkuly auch in der Pharmabranche. „Der zunehmende Wohlstand hat auch deutliche Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten mit sich gebracht”, sagt er. Einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wird in einem Jahrzehnt ein Drittel der weltweiten Diabetiker in Indien leben, weil die Inder so gerne Süßes essen. Unternehmen wie Sun Pharmaceuticals und Glenmark Pharmaceuticals könnten davon profitieren, denn sie stellen Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen her. „Aus Investorensicht macht sie das extrem attraktiv”, so Bhatkuly.
Sehr positiv sei zudem die demografische Entwicklung des Landes. Die stetig wachsende Mittelschicht verfolge einen zunehmend konsumintensiven Lebensstil. So verbringen viele Inder ihre Ferien inzwischen an Reisezielen wie Dubai, den Malediven oder Singapur, was etwa Anbietern von Luxusreisen zugutekomme. Daher seien auch deren Aktien langfristig für Investoren interessant.

2016 wird entscheidendes Jahr für Indien
2016 werde ein entscheidendes Jahr für die Umsetzung der Vision von Premierminister Modi sein, so der Experte weiter. „Modi wird einige seiner Reformen pragmatischer angehen müssen als bisher, etwa wenn es um die Korruption geht. Denn indische Unternehmen müssen auch künftig in der Lage sein, Erträge zu erzielen.“ Gerade im Hinblick auf das Korruptionsproblem habe die Wirtschaft des Landes noch einen langen Weg vor sich. Dennoch blieben die Wachstumsaussichten attraktiv, und angesichts seiner soliden Leistungsbilanz könne Indien auch den negativen Effekten der restriktiveren Geldpolitik in den USA widerstehen. „Und schließlich wirkt auch die Tatsache, dass Indien eine Demokratie ist, zugunsten des Landes“, sagt Bhatkuly. „Dies macht Indien für viele Investoren zu einer attraktiveren Anlageregion.“ Wie attraktiv das Land ist, verdeutlicht nicht zuletzt die illustre Teilnehmerliste der „Make in India“-Woche. Auf der stehen nämlich nicht nur indische Regierungsvertreter und Unternehmer sondern auch zahlreiche Größen der globalen Wirtschaft, darunter die Vorstandsvorsitzenden von Konzernen wie Volvo und Airbus.

Märkte sind auf das Schlimmste gefasst

von Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.

Die makroökonomischen Vorzeichen für 2016 haben sich durch die Zinserhöhung der US-Notenbank erheblich verändert. Angesichts einer mäßig wachsenden Weltwirtschaft und unverändert niedriger Inflation dürfte die globale Geldpolitik jedoch weiterhin expansiv bleiben.

Für die Anleihemärkte sind dies eigentlich günstige, wenn nicht sogar förderliche Rahmenbedingungen. Die Bewertungen in einigen Sektoren legen aber nahe, dass die Anleger stärker auf mögliche Worst-Case-Szenarien fokussiert sind – sei es beim Wachstum und der Inflation, den Rohstoffen und Unternehmensanleihen oder bei den Schwellenmärkten und China. All dies sind Gründe zur Besorgnis und potenzielle Volatilitätstreiber. In bestimmten Bereichen sehen wir jedoch weiterhin Investmentchancen.

Geldpolitische Divergenz und die Grenzen des QE

Die geldpolitische Divergenz der Notenbanken nimmt weiter zu und sorgt für Unsicherheit. Drehte sich 2015 noch alles um die erste Zinserhöhung der Fed, machen sich die Anleger nun Sorgen, ob die Wirtschaft den Anstieg überhaupt verkraften kann. Derzeit preisen die US-Zinsmärkte einen flacheren Zinsstraffungspfad ein, als es die Prognosen der Fed – und unsere Schätzung – nahelegen. Daher schließen wir jetzt noch nicht aus, dass die Fed im Laufe des Jahres drei weitere Zinserhöhungen vornimmt, sollte die Inflation wie erwartet anziehen und sich die allgemeine Wirtschaftslage nicht verschärfen. Ansonsten könnten es aber auch zwei oder nur eine Zinserhöhung werden.

Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich der Fokus jedoch auf die Geldpolitik außerhalb der USA verlagern. Das unendliche Quantitative Easing (QE) gestaltet sich als schwierig, da die Inflation in der Eurozone und in Japan bisher kaum auf die massive Ausweitung der Zentralbankbilanzen reagiert. Ein Ende des QE ist 2016 somit kaum zu erwarten, wodurch mit höherer Volatilität zu rechen ist. Allerdings werden auch zunehmend alternative Maßnahmen in Betracht gezogen. Die Europäische Zentralbank kann ihren Einlagenzins nochmals senken, wohingegen der Bank of Japan nur noch begrenzt Alternativen offenstehen und sich der Schwerpunkt auf Staatsausgaben sowie Unternehmensreformen verlagern dürfte.

Rohstoffe bleiben noch länger unter Druck

Der Abschwung der Rohstoffpreise scheint nicht allzu bald nachzulassen. Das globale Überangebot übt auch künftig seine Schwerkraft auf die Industrierohstoffe aus und die Wahrscheinlichkeit wächst, dass die Preise noch weiter nachgeben. Eine regulierende Wirkung voller Lager bleibt wohl derzeit mehr Wunsch als Realität. Angesichts dieser Aussichten sehen wir unsere kurzfristig bearishe Einschätzung zum globalen Rohölpreis bestätigt.

Bei den Industriemetallen steht das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage mehr im direkten Zusammenhang mit Chinas Wachstumsverlangsamung. Dort werden 40-50 Prozent der globalen Nachfrage nach Basismetallen erzeugt. Auf der Angebotsseite wird es nicht so schnell zu einer Korrektur kommen, da die Marktpreise für Industriemetalle in vielen Fällen noch über den Produktionskosten liegen. Wir bleiben daher für Basismetalle weiter vorsichtig.

Wachsende Sorgen um den Kreditzyklus

Die niedrigen Rohstoffpreise sind ein Segen für Verbraucher, was sich positiv auf das Wachstum auswirken sollte. Die Anleger scheinen sich allerdings mehr Gedanken über die Auswirkungen auf den amerikanischen Hochzinsmarkt sowie mögliche Spillover-Effekte auf den US-Kreditzyklus zu machen. Wir sehen einerseits den Kreditzyklus noch nicht am Ende angelangt. Andererseits wächst die Sorge, da der Zyklus in seine Spätphase eintritt und hiervon eine Ansteckungsgefahr für notleidende Unternehmen im Energie- und Bergbausektor ausgeht. Die Ausfallrate bei US-Hochzinsanleihen dürfte dieses Jahr auf 5-5,5 Prozent klettern. Ein Blick auf die Marktpreise legt den Schluss nahe, dass fast die Hälfte aller Hochzinsemittenten im US-Energiesektor in den nächsten Jahren ausfallen könnte.

In einem Umfeld mit fortschreitendem Kreditzyklus und Anlegern, die für die fehlende Liquidität höhere Risikoprämien verlangen, ist mit einer steigenden Volatilität zu rechnen. Die Spreads kompensieren jedoch ausreichend für wahrscheinliche Kreditverluste, während das Ausmaß der Volatilität in diesem Jahr größtenteils von den Rohstoffpreisen abhängen dürfte. Je mehr sich der Zyklus seinem Ende nähert, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass wir für längere Zeit eine strategische Long-Position in Unternehmensanleihen halten. Allerdings steht der Markt immer noch am Anfang seiner Zyklusspätphase, die dieses Mal auch länger als die meisten vor ihr andauern könnte. Dies sollte gute Möglichkeiten eröffnen, um von Spread-Verwerfungen und Fehlbewertungen der Assets zu profitieren.

Vorsichtige Gelassenheit in Bezug auf China

Als potenzieller Volatilitätstreiber werden die Märkte dieses Jahr vermutlich weiter die chinesische Wachstumsschwäche und politische Unsicherheit im Visier haben. China scheint am Abgrund zu stehen, seit die Wirtschaft des Landes an Fahrt verloren hat. Unsere Einschätzung der Risiken hat sich somit kaum verändert. Dennoch ist festzuhalten, dass der Wandel der chinesischen Wirtschaft im Gange ist und die Lage keinesfalls so düster ist, wie viele denken.

Im Gegensatz zu manch anderem sind wir bezüglich der von China ausgehenden Risiken für die Schwellenmärkte weniger beunruhigt. Wir bleiben allerdings gegenüber den Emerging Markets vorsichtig, weil sie Chinas rückläufiger Nachfrage nach Industrierohstoffen am stärksten ausgesetzt sind. Das gilt gerade für jene Länder, die ihre Geldpolitik aufgrund eines starken Kreditwachstums weniger flexibel lockern können.

Fazit
Das Umfeld aus moderat steigendem globalen Wachstum und stützender Geldpolitik wird im laufenden Jahr weiterhin Bestand haben. Für die meisten Assetklassen dürften dies gute Nachrichten sein. Die Anleger hingegen scheinen sich weniger für die Wachstumsaussichten zu interessieren und sich stattdessen mehr Sorgen um die potenziellen Risikofaktoren zu machen. Auch die geopolitischen Risiken könnten einen noch größeren Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Landschaft haben. Dabei ist mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen, sollten sich Risikofaktoren verstärken und die Anlegerstimmung beeinträchtigen.

Den vollständigen Kommentar auf Englisch finden sie links als PDF.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 31. Dezember 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,083 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

Ansichtssache: Keine Gründe für Depressionen

von Dr. Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement bei Bantleon.

Die Stimmung an den Finanzmärkten ist derzeit hochgradig depressiv. Dafür gibt es mehrere Gründe: die missglückte Kommunikation der EZB vor der Sitzung vom 3. Dezember 2015, die Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten und der starke Ölpreisverfall. Aber sind das wirklich gute Gründe, um in eine bedrückte Stimmung zu verfallen?5

Eindeutig nein! Unser Makroausblick ist weder pessimistisch noch depressiv. Für das 1. Halbjahr bleiben wir sogar zuversichtlich, dass der globale Konjunkturzyklus nach seinem jüngsten Hänger wieder nach oben drehen und damit eine bessere Grundstimmung der Anleger schaffen kann. Maßgeblich dafür ist unsere Erwartung einer anziehenden US-Konjunktur sowie einer Stabilisierung in China und die im März anstehende Aufstockung der monatlichen QE-Dosis durch die EZB.

Die eigentliche Herausforderung für das Kapitalmarktjahr 2016 lauert im Sommer oder im Herbst, wenn die Auftriebskräfte erneut zu schwinden beginnen, wie unsere weit in die Zukunft blickenden Konjunkturbarometer schon jetzt anzeigen. Dann dürfte die nächste Verunsicherungswelle über die Finanzmärkte hereinbrechen und die EZB sich neuen Forderungen ausgesetzt sehen, die geldpolitische Dosis ein weiteres Mal zu erhöhen. Bis dahin können Anleger jedoch erstmal vorsichtig gelassen bleiben, weil die Konjunktur zumindest in den wichtigen Anlageregionen Eurozone, USA, China sowie in der Schweiz noch keinen Grund zur Sorge gibt.

So gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte im 1. Quartal eine technische Bodenbildung vollziehen, die im 2. Quartal in eine fundamental gestützte Aufwärtsbewegung übergeht. In den Sommermonaten könnten die meisten Indices sogar neue Jahreshöchststände erreichen. Regional sehen wir nach wie vor in Europa das beste Chance-Risiko-Verhältnis. Die solide Binnenkonjunktur und die Aussicht auf einen Zwischenspurt der Exportwirtschaft sprechen für eine anhaltend gute Gewinndynamik der Unternehmen. Der DAX könnte am Ende des 1. Halbjahrs 2016 neue historische Höchststände erreichen, der Eurostoxx50 sowie der SMI dürften zumindest zyklische Highs anpeilen. Die US-Indices sollten sich 2016 wieder besser entwickeln und zumindest auf dem Niveau der anderen wichtigen Aktienmärkte abschneiden. Demgegenüber halten wir uns bei den Schwellenländerbörsen nach wie vor zurück. Die überwiegend schwachen konjunkturellen Frühindikatoren sowie die starken Kapitalabflüsse aus den Emerging Markets sind Warnsignale, die gegen eine schnelle Wende zum Besseren sprechen.

Im 2. Halbjahr ist wegen der konjunkturellen Abkühlung jedoch mit erneuten Rücksetzern in einer Größenordnung von 20 bis 30% zu rechnen – je nachdem wie schnell die EZB einschreitet und die Märkte mit noch mehr Liquidität vor einem nachhaltigen Kollaps abschirmt. Auf der Verliererseite dürften im 2. Halbjahr die besonders zyklischen Aktienmärkte Europas stehen, während die US-Börsen, ebenso wie der SMI, zumindest in relativer Hinsicht zu den Outperformern zählen sollten.

Bei den Anleihen ist die Situation weitaus schwieriger. Wegen der ultra-expansiven Politik der EZB sind die Renditen für deutsche Bundesanleihen extrem nach unten verzerrt und damit weit von ihren Zielrenditen entfernt. Angemessen wären derzeit 2,5 bis 3,0% für 10-jährige Bundesanleihen. Bis zum Jahresende dürften deren Renditen bis auf 0% fallen, vielleicht sogar ins negative Terrain fallen. Schweizer Eidgenossen der gleichen Laufzeit dürften Ende 2016 bei -0,30% liegen. Steigen sollten hingegen die Renditen von US-Treasuries: Bis zum Sommer ist wegen der zyklischen Belebung der US-Wirtschaft und moderat anziehender Inflation ein Anstieg Richtung 2,50% wahrscheinlich.

Eine attraktive Alternative zu klassischen EUR-Nominalanleihen bleiben inflationsindexierte Anleihen. Zum einen resultiert aus dem Ölpreisverfall der vergangenen zwölf Monate ein negativer statistischer Basiseffekt, der die Inflationsraten nach oben treiben sollte. Zum anderen haben sich die eskomptierten Inflationserwartungen zu einer Art Fetisch der Geldpolitik entwickelt, was großes Kurspotential bei inflationsindexierten Anleihen bedeutet. Auch Covered Bonds sind zurzeit attraktiv bewertet. Bei mittleren Laufzeiten beträgt der Aufschlag gegenüber Bundesanleihen rund 30 Basispunkte, bei langen Laufzeiten rund 35 Basispunkte. In den kommenden Monaten sollten die Risikoprämien stabil bleiben oder etwas sinken.

Das hässliche Entlein am EUR-Anleihenmarkt sind seit geraumer Zeit Unternehmensanleihen, weil sie nicht auf der Einkaufsliste der EZB stehen und die globale Konjunktur trübe erscheint. Hinzu kommt die Furcht vor einem kräftigen Anstieg der Zahlungsausfälle bei US-Unternehmensanleihen aus dem Rohstoffsektor, die auf EUR-Unternehmensanleihen abstrahlte. Dennoch sind Unternehmensanleihen aber nach wie vor attraktiv bewertet. Zudem könnte die EZB ihre Anleihenkäufe über kurz oder lang auch auf EUR-Unternehmensanleihen ausdehnen, was den Sektor zusätzlich stützen würde. Im 2. Halbjahr jedoch steht Unternehmensanleihen die nächste Spreadausweitungswelle bevor, die bis an die Höchststände vom Anfang dieses Jahres heranreichen dürfte.

Ebenfalls unter Druck standen zuletzt die Rohstoffmärkte, die 2015 ihr fünftes negatives Jahr in Folge abgeschlossen haben, was aber hauptsächlich dem freien Fall der Rohölpreise geschuldet ist. Beim Ölpreis ist abzusehen, dass die übergeordnete Abwärtsbewegung noch nicht vorüber ist. Die Preise dürften wohl erst dann nachhaltig steigen, wenn sich das Feld der neuen Anbieter lichtet und sich die Fördermengen in Richtung des Verbrauchsniveaus zurückbilden. Einzelne Hinweise dafür gibt es bereits. Bei den Industriemetallen ist die Lage zwar nicht ganz so prekär wie beim Rohöl, dennoch sind die Notierungen seit Ende 2014 auch dort zweistellig gesunken. Hierin spiegelt sich vor allem die rückläufige Nachfrage der chinesischen Schwerindustrie. Hinzu kam die Schwäche im globalen Industriesektor. Insgesamt sehen wir gute Chancen für eine Bodenbildung und anschließende Erholung bei Industriemetallen und anderen zyklischen Rohstoffen.

Auch beim Goldpreis, der zwischenzeitlich fast 50% unter seinen historischen Höchstständen vom Sommer 2011 notierte, sehen wir Anlass zur Hoffnung auf eine Erholung. Dafür spricht unsere Prognose sinkender Realzinsen von US-Treasuries (die Inflation sollte stärker steigen als die Renditen der Nominalbonds). Dadurch verliert der wichtigste Konkurrent des Goldes erheblich an Attraktivität, was dem Edelmetall eine neue Blütephase bescheren dürfte. 

Fazit: Die Stimmung an den meisten Finanzmärkten ist derzeit deutlich schlechter als die Lage. Fundamental gibt es keine Gründe für eine depressive Stimmung. Dennoch dürften die Finanzmärkte volatil bleiben. Für Anleger gibt es deshalb zwei Optionen: entweder die resignierte Flucht in den Geldmarkt. Oder aber eine Guerillataktik, also der phasenweise Aufbau von Risikopositionen – verbunden mit der Bereitschaft, den Finanzmärkten zwischenzeitlich auch wieder den Rücken zuzukehren.

Persistent uncertainty to weigh on Sterling

Bearish sentiment has dominated market movements in 2016, seeing the JPY resume its role as a safe haven currency. The Bank of England and Japan both appear cautious in light of growing concerns around global growth. The GBP's inverse relationship to volatility is likely to keep the GBP/JPY currency pair pressured in the coming month. Pleased find the FX trade idea from ETF Securities with considerable ETFs attached on the left.

Bearish sentiment dominates

The turn of the year has seen bearish sentiment prevail as concerns over tumbling oil prices and Chinese growth have sent global equity indices reeling. The uptick in volatility has had opposing effects for the GBP and the JPY, with the GBP/JPY currency pair falling 5.6% year to date (up to 11th Feb, Source: Bloomberg). Rhetoric from the Bank of England (BoE) and the Bank of Japan (BoJ) also suggests that respective policies promoting further interest rate divergence between the two nations are unlikely to materialise in coming months as unstable conditions warrant a more cautious approach. In the next month, we expect instability in the financial landscape and concerns over a “Brexit” to maintain the GBP/JPY exchange rate on its current downward trajectory, benefitting those investors with short exposure to the currency pair.

Volatility has opposite impacts

Market volatility has historically had opposing impacts on the GBP and the JPY. The UK’s relatively large current account deficit of 4.7% and the importance of the financial sector has made it vulnerable to market instability (see Figure 1), while Japan’s 2.9% current account surplus has made it a traditional destination of safe haven cash flows. The current bout of market duress has proved these relationships still hold, with the GBP/JPY exchange rate mirroring the stock market’s move lower so far this year (see Figure 1).

Dovish MPC and “Brexit” concerns to pressure Sterling

The BoE’s February inflation report and Monetary Policy Committee (MPC) meeting minutes both confirm the Bank’s view that current conditions are far from ideal for the UK to follow the US in raising rates. Despite healthy domestic demand, the deceleration of wage growth and a more pessimistic view of global trade have prompted the Bank to lower its growth and inflation forecasts for the years ahead. Accordingly, market pricing of an initial interest rate hike has shifted further out to Q4- 2017, removing any near term support for the GBP from the prospect of higher interest rates.

The recent revelation of a draft deal on the UK’s renegotiated position within the European Union (EU) brings the country ever closer to a June referendum. The terms of the deal have come under fire by Eurosceptic politicians, but nonetheless will form the basis for negotiations at the upcoming EU summit on February 18th-19th, where it will require approval from Britain’s 27 EU counterparts. With voting polls showing a 9% lead for those wishing to leave the union (see Figure 2), the EU summit will bring “Brexit” risks to the fore. Growing concerns over the potential impact of a “Brexit” scenario will act as yet another factor adding to investor concerns regarding market stability and likely weigh further on the GBP/JPY exchange rate in weeks to come.


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Neuartige Kopplung von Ölpreis und Aktienkursen zeigt Fehleinschätzung der Märkte

Vor nicht allzu langer Zeit, als der Barrelpreis für Erdöl bei 140 US-Dollar lag, kostete ein Liter Öl so viel wie eine Flasche des französischen Mineralwassers Perrier. Aufgrund des Preissturzes bei Öl auf unter 30 US-Dollar in Verbindung mit einem stabil gebliebenen Mineralwasserpreis haben wir heute eine überraschende Situation: Der Sprudel ist jetzt fünfmal teurer als Öl.

Diese amüsante Feststellung, die von einem großen Brokerhaus veröffentlicht wurde, dürfte die Arbitrageure nicht weiter stören, denn der Liter Perrier ist nicht an der Börse notiert. Auffälliger ist hingegen – nicht nur für die Arbitrageure, sondern für die Finanzwelt insgesamt – die in letzter Zeit zu beobachtende Korrelation zwischen den Aktienkursen und dem Rohölpreis. Am 20. Januar beispielsweise, beschleunigte sich der Rückgang der Terminkontrakte auf Erdöl und infolgedessen büßte der Dow Jones mehr als 4 Prozent ein. Als der Ölpreis abends wieder anzog, erholten sich die Aktienkurse unmittelbar danach. Diese in ihrem Ausmaß außergewöhnliche Börsensitzung veranschaulicht ein neues Phänomen: Seit Jahresbeginn ist der Ölpreis zur erklärenden Variablen der Aktienkurse geworden.

Auf lange Sicht ist die Korrelation zwischen Ölpreis und Aktienkursen allerdings sehr gering. Warum also diese neuartige Kopplung? Und vor allem: Warum wird der Ölpreisrückgang, der ursprünglich als unterstützender Faktor für den Konsum und somit für das Wachstum galt, nunmehr als ein negativer Faktor für unsere Aktienmärkte gewertet?

Es ist nachvollziehbar, dass die Heftigkeit des Ölpreisrückgangs sehr negative Auswirkungen auf die Ölindustrie und die Erzeugerländer hat. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt einen jährlichen Umsatzrückgang von 2400 Milliarden US-Dollar für Erdölproduzenten und von 400 Milliarden US-Dollar für Kohleproduzenten. Der amerikanische Energiesektor steht unter Druck: 73 Prozent der US-Unternehmen haben mittlerweile ein Rating auf Junk-Bond-Niveau. Das Schieferöl-Abenteuer, in das so viel Hoffnung gesetzt wurde, wird zu einem schmerzlichen Verlustgeschäft: 60 Prozent der Kapazitäten wurden innerhalb eines Jahres geschlossen. Um bei schwindelerregenden Zahlen zu bleiben: Die Marktkapitalisierung der zehn größten weltweit tätigen Unternehmen des Erdöl- und Erdgassektors ist im Vergleich zu den Kursen von Ende 2014 um 750 Milliarden zurückgegangen.

Doch das Leid der Produzenten ist die Freude der Importeure. Für China, das täglich 7,5 Millionen Barrel verbraucht, entspricht ein Ölpreisrückgang um 10 Prozent einem zusätzlichen Wachstum von 0,3 Prozent(1). Gleiches gilt für Indien (0,5 Prozent) oder Indonesien (0,3 Prozent). Schließlich räumen selbst die pessimistischsten Ökonomen ein, dass der Nettoeffekt billigen Öls insgesamt positiv für das Wachstum der Weltwirtschaft ist, da die Nutznießer solcher Rahmenbedingungen zahlreicher sind als die Leidtragenden.

Was also sehen die Märkte, was die Wirtschaftsexperten übersehen haben? In Wirklichkeit sehen sie nichts; sie erinnern sich mit Sorge daran, dass im Jahr 2008 nur ein einziger Sektor (der Immobiliensektor) genügte, um den Großbanken die Bilanzen zu verhageln und das weltweite Wachstum aus dem Takt zu bringen. Die Verschuldung des Erdölsektors und die bevorstehenden Ausfälle wecken Erinnerungen an die Situation vor der Subprime-Krise. Hinter den stillgelegten Bohrtürmen könnte die Rezession lauern.

Mit dieser Einschätzung begehen die Märkte allerdings zwei Fehler. Der erste ist ein Maßstabsfehler: Auf Immobilienanlagen entfielen im Jahr 2007 etwa 6,5 Prozent des amerikanischen BIP, während Anlagen im Erdölsektor heute nur 0,5 Prozent ausmachen. Zudem entsprach die Verschuldung in Zusammenhang mit dem Immobiliensektor damals 70 Prozent des BIP, während die des Erdölsektors heute nur 3 Prozent ausmacht. Die  zweite Annahme ist eine Fehleinschätzung des Wirkungskreises. Die Subprime-Krise war auch deswegen so verheerend, weil die schlechten Schulden sich über strukturierte Produkte in fast allen Händen fanden. Beim Erdöl gibt es nichts Vergleichbares. Die Ansteckungsgefahr ist hier unendlich geringer.

Die Märkte haben gute Gründe, nervös zu sein. Aber wenn sich ihr Rückgang an dem des Ölpreises ausrichtet und der Preis von Brent-Rohöl ihr Leitstern wird, werden wir Chancen nutzen können, indem wir uns daran erinnern, dass die Märkte bisweilen einfach verrückt sind. 

(1) Quelle: Les Cahiers Verts de l’Economie

Autor: Didier Le Menestrel ist Chairman von La Financière de l’Echiquier.

ifund research news: February 2016

Europe managers showed a weak start in January. The small- and mid-cap-bias as well as the underweight in utilities and energy hurt performance. In a weak overall market, small- and mid-caps underperformed large caps and energy/utilities held up relatively well. Net of fees, 27% of Europe managers, 17% of US managers and 51% of emerging market managers outperformed their benchmarks.

Over three months, emerging market managers head the performance table followed by Europe managers as both of them profited from an underweight in commodity related sectors during November/December. US managers showed a less convincing performance as overweighted mid-caps underperformed the broader index in the US and stock picking in general has been weak.

smart-invest Trimesterbericht 1/2016: Investments in Dividendenaktien mit Wertsicherungskonzept verbinden

Dividendenaktien sind weiter gefragt. Doch Vorsicht: Die aktuelle Entwicklung zeigt eindrücklich, dass auch sie nicht vor Kursverlusten gefeit sind.

Der Blick der Anleger richtet sich dieser Tage wieder verstärkt auf Dividendenaktien. Die Berichtssaison hat begonnen, und damit auch die Dividendensaison. Den Anfang haben Siemens und ThyssenKrupp im Januar schon gemacht. Nun folgen in rascher Folge Unternehmen wie Metro, Daimler, Henkel oder RWE. Zunächst mit der Hauptversammlung und im Anschluss daran mit der Dividendenausschüttung an die Aktionäre.

Wer wollte da nicht dabei sein und die zum Teil recht stattlichen Ausschüttungen genießen? Zumal viele Untersuchungen bestätigen, dass Aktien mit einer hohen Dividendenrendite auch überdurchschnittliches Kurspotenzial bieten. So zeigt eine Untersuchung des US-Wissenschaftlers Kenneth R. French, dass im US-Aktienmarkt diejenigen Titel deutlich besser rentierten, die eine Dividende zahlen.

Aber Vorsicht: Eine höhere Rendite ist meist mit gesteigerten Risiken gepaart. Der Blick auf die attraktiven Renditen im Umfeld niedriger bzw. negativer Zinsen darf nicht den Blick auf diese Seite der Medaille verstellen. Wir haben daher untersucht, wie sich dividendenstarke Aktien in Abwärtsphasen verhalten. Ein Ergebnis vorab: Die attraktive Rendite ist nicht in jedem Fall ein ausreichendes Sicherheitspolster. Hohe Ausschüttungen können auch mit hohen Rückschlägen einhergehen. Für uns ergibt sich daraus die Konsequenz, dass wir weiterhin auf Aktien mit hoher Dividendenrendite setzen. Allerdings setzen wir zusätzlich ein Wertsicherungskonzept ein, mit dem Ziel, größere Verluste für Anleger in den von uns betreuten Fonds zu vermeiden.

Weitere Detail-Informationen entnehmen Sie bitte dem links angehängten PDF.

Haben die Zentralbanken noch weitere Pfeile im Köcher?

Seit einem Jahrhundert oder länger, baute politische Stabilität und der Fortschritt des Westens auf der Prämisse auf, dass Wirtschaftswachstum alle Probleme löst. Bevölkerungswachstum, steigende Wirtschaftsbeteiligung, Verbesserung der Produktivität sowie die stetige Ausdehnung der Verschuldungsgrenzen, haben diesen Ansatz nachhaltig untermauert. Bis zur globalen Finanzkrise im Jahr 2008. Seitdem scheint jeder dieser Faktoren Sorgen zu bereiten. Diesen Sorgen versuchen die Zentralbanken mit unkonventionellen Maßnahmen Herr zu werden. Jedoch haben alle Bemühungen bis dato lediglich zu einer Verteuerung der Asset-Preise sowie zu einem leichten Wachstum der Bruttoinlandsprodukte geführt.

„Man muss leider derzeit davon ausgehen, dass die bisherigen Lösungen nicht ausreichen, um alle Herausforderungen in den Griff zu bekommen“, sagt das Investmentteam von Man FRM in ihrer aktuellen Monatsstudie. „Gerade wenn man sich den Start dieses Jahres ansieht, dann stellt sich ein Gefühl der Dringlichkeit ein. Das machen wir an drei Punkten fest: Die Unsicherheit über die Richtung der Notenbankpolitik, der Mangel an Koordination zwischen den aufeinanderfolgenden geldpolitischen Stimuli und den daraus resultierenden Abwertungswettläufen sowie die anhaltende Marktskepsis, ob die Zentralbanken in der Lage sind mit ihrer Geldmarktpolitik, die Volkswirtschaften zu entlasten. Insgesamt gibt es aus unserer Sicht einen wachsenden Verlust an Vertrauen in die Fähigkeit der geldpolitischen Entscheidungsträger, Wachstum zu generieren. Sieht man sich allerdings die Art der Herausforderungen an, mit denen die Zentralbanken konfrontiert waren und sind, hatten sie keine großen Möglichkeiten anders zu handeln, als sie es bisher getan haben. Dies deutet unserer Meinung daraufhin, dass die Grenzen dessen erreicht sein könnten, was die Zentralbankchefs wirklich beeinflussen können. Die Märkte werden womöglich weiterhin sehr empfindlich auf schlechte Nachrichten reagieren.“

Schwacher Jahresauftakt für den HFRX Global Hedge Fund Index
Bedingt durch die starken Verluste an den globalen Finanzmärkten, schloss der HFRX Global Hedge Fund Index den Januar mit -2,76 Prozent ab. Damit knüpft HFRX Global Hedge Fund nahtlos an die Underperformance des Vorjahres (2015: -3,67 Prozent) an.

Macro- und Emerging-Market-Strategien starten durchwachsenem ins neue Jahr
Macro- und Emerging-Market-Strategien lieferten im Januar eine gemischte Performance. Obwohl einige Macro-Manager bereits zu Beginn des Jahres ihr Risikolevel deutlich reduzierten, mussten sie dennoch Verluste im Bereich Fixed Income sowie Aktien in Kauf nehmen. Jedoch konnten sie einen Teil der Verluste durch den anhaltenden starken US-Dollar abfedern.

Emerging-Market-Manager, die short in Brasilianische Real positioniert waren, profitierten von den anhaltenden politischen Unruhen sowie der schlechten Wirtschaftswachstumsprognose für das laufende Jahr. Dagegen mussten Manager mit überproportionalem Engagement in chinesische Aktien durch das starke Absacken der chinesischen Aktienmärkte sowie durch den Übergang Japans von einem Bullen- zu einem Bärenmarkt herbe Verluste notieren.

Managed Futures trotzen dem Negativtrend
Gewinne erzielten die Managed-Futures-Strategien im Januar primär im Fixed Income, bei Rohstoffen und Devisen. Kleinere Abstriche mussten lediglich durch Verluste in Aktien sowie durch die Erholung der Rohölpreise, in der zweiten Monatshälfte, akzeptiert werden.

Schweres Umfeld führte zu moderatem Minus
US-Equity-Long-Short-Strategien konnten die Verluste ihrer Long-Positionen durch den starken Abfall des S&P 500 um -5,1 Prozent sowie des Russell 2000 um -8,9 Prozent nicht durch ihre Short- Positionen ausgleichen. Sie beendeten den Januar in einem moderaten einstelligen Minusbereich. Europäische Equity-Long-Short-Strategien sahen sich, aufgrund des deutlichen Rückgangs des Euro Stoxx 600 von -6,4 Prozent, ebenfalls einem schweren Umfeld ausgesetzt.

Chinesische Konzerne bei ausländischen Transaktionen mit historisch stärkstem Januar
Die allgemeine Volatilität an den Kapitalmärkten führte zu einem verhaltenen Transaktionsvolumen von 220 Milliarden US-Dollar. Die chinesischen Konzerne hingegen, begannen das Jahr mit ausländischen Transaktionen, in Höhe von 12,5 Milliarden US-Dollar, überraschend stark - gefolgt vom Angebot ChemChina’s für das schweizerische Unternehmen Syngenta in Höhe von 43 Milliarden US-Dollar, Anfang Februar.

Event Driven Manager hatten insgesamt eine negative Performance zwischen -1 und -4 Prozent. Dahingegen übertrafen die Merger Arbitrage Manager ihre Erwartungen. Profitabel waren beispielsweise engere Spreads, bei Deals, deren Closing unmittelbar bevorstand (Precision Castparts/Berkshire Hathaway, BG/Shell und Boradcom/Avago).

1 FRM Early View – Januar 2016, vom 4. February 2016 

Großbanken: Nachrangige Anleihen mit Aussicht auf gute Renditen

Von Anthony Smouha, Fondsmanager bei GAM.

In den letzten Wochen haben die Deutsche Bank und Credit Suisse – zwei Großbanken mit einer grundsätzlich starken und diversifizierten Geschäftsbasis – große Verluste vermeldet, die zu einem Abverkauf ihrer Aktien und Anleihen führten. Beide Bankhäuser setzten in den frühen 2000er Jahren signifikante Mittel bei ihren Aktivitäten im Investmentbanking ein. Daraus resultierende Altlasten und Gerichtsverfahren rächen sich in der gegenwärtigen Situation. Bei beiden Banken stehen aber inzwischen neue, hartnäckige Manager an der Spitze, die eine konsequente Neuausrichtung der Unternehmensstrategien anstreben. Sie wollen ihre vielversprechenden Geschäftsfelder, die liquide Mittel generieren, stärker in Szene setzen und dadurch für Aktionäre wieder Wert schaffen. Diese Reformprozesse werden einige Zeit brauchen. Zudem müssen die Rechtsstreitigkeiten zeitnah beigelegt werden. Die Credit Suisse hat letzte Woche eine Goodwill-Wertberichtigung vorgenommen, die auf die Übernahme der US-amerikanischen Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette aus dem Jahr 2000 zurückgeht. Aber Goodwill-Abschreibungen sind keine Maßnahmen, welche die Kapitalisierung beeinträchtigen. Umso mehr sollten sich Investoren die  jüngst publizierten Konzernverluste genauer ansehen – vor allem hinsichtlich der Fähigkeit der Unternehmen, Cashflow zu generieren.

Denn genau diese Fähigkeit sollte – gerade mit Blick auf die begonnene und laufende Neuorganisation der Investmentbanken – auch hinsichtlich kurzfristiger Marktbewegungen keinesfalls außer Acht gelassen werden. Die Renditeaufschläge bei Anleihen sind zuletzt deutlich gestiegen, die Aktienmärkte schnitten schlecht ab. Sofern aber keine große globale Rezession ansteht, werden die Einkünfte zunächst dem Zyklus entsprechend schwach bleiben – allerdings wieder ansteigen, wenn die Märkte sich erholen. Diese Anpassung wird noch dauern, aber derzeit ist kein gravierender systemischer Schock in Sicht. Auch wenn die Ausfallquoten, vor allem im Energiesektor, künftig steigen werden, sollte dieses Thema nicht unnötig aufgebauscht werden. Ungesicherte Darlehen, die an Exxon, Shell und BP vergeben wurden, werden nicht in Zahlungsrückstand geraten und Engagements bei der kurzfristigen Finanzierung am Energiemarkt bleiben weiterhin profitabel. Verluste könnten für Banken aus idiosynkratischen Darlehen und Krediten an bonitätsschwache Kreditnehmer, die in besseren Marktzeiten noch Geld einbrachten, entstehen. Dennoch sind wir der Meinung, dass die Großbanken diese potenziellen Verluste bewerkstelligen können und nicht von ihrem Weg der Kapitalstärkung abkommen. In manchen Fällen müssen Banken bei der Kapitalerhöhung möglicherweise auf ihre Aktionäre bezüglich Bezugsrechtsemissionen zugehen – wie sie es in den vergangenen Jahren bereits getan haben. Unter dem Gesichtspunkt der Kapitalerhöhung verschiedener Banken sind daher nachrangige Anleihen, sogenannte ‚Subordinated Debt‘ und besonders ‚Senior Subordinated Debt‘, die bevorzugt bedient werden, sehr attraktiv.

Wir setzen deshalb weiterhin auf Banken, deren Unternehmensbereiche und Geschäftsmodelle von sehr hoher Qualität sind – denn wir glauben, dass diese Banken in der Lage sind, sich neu aufzustellen und letztendlich den Wert ihrer Aktien wieder zu heben. Wir werden auch in Zukunft keine Anleihen von Banken erwerben, die in unsicheren Bereichen agieren oder die fragwürdige Geschäftsmodelle haben. Wir bevorzugen hingegen ältere Legacy-Anleihen, die schon länger in den Büchern der Banken stehen. Denn Banken versuchen ihre Bilanzen so umzugestalten, dass Positionen, die den regulatorischen Kapitalvorteil verlieren, ausgetauscht werden. So ist zum Beispiel kürzlich die Deutsche Bank verfahren: Sie zahlte im laufenden Monat einige alte Floating-Rate-Notes zurück und zwar zu 100 Prozent, obwohl diese am Tage zuvor noch zu 60 Prozent gehandelt wurden. Ein wenig vorsichtiger sind wir bei den neuen Contingent Capital Securities, den sogenannten CoCo-Bonds – hier wählen wir nur die besten aus und begrenzen unser Engagement. Dabei ist eine gute Analyse erforderlich und Dogmatismus sollte absolut vermieden werden. Für bestimmte Anleihen sind die Renditen derzeit sehr großzügig und der aktuelle Preisrückschlag kann ein attraktiver Einstiegspunkt sein.

Volatility turnaround to drive asset class returns: NOK and GBP to outperform

Investor uncertainty remains elevated. However, investors differ with consumers, with consumer sentiment on an uptrend, lifted by jobs and low energy prices. Currency volatility is expected to moderate as investors are convinced by underlying strength, helping support a ‘risk –on’ environment. The British Pound has historically had a strong inverse correlation with volatility. Currencies battered by volatility to turnaround, with Norwegian Krone and British Pound leading the way higher.

Sentiment divergence

Investor uncertainty, which manifests in greater asset return volatility, has been driven primarily by uncertainty surrounding US central bank policy, the softer growth outlook for China, and plunging oil prices. However, investor sentiment stands in stark contrast to consumer sentiment. As a result, there appears to be a fundamental disconnect between returns for cyclical asset classes and the underlying economic fundamentals, particularly in the US. While market participants appear to be focussing on softening metrics like manufacturing and industrial production, consumer sentiment is breaking higher and likely to underpin activity in both the services and manufacturing sectors.

While there has been a divergence in recent months between the leading economic indicators and consumer sentiment, there has been strong direct correlation historically. The improving trend in consumer sentiment (buoyed by rising jobs and wages and falling energy prices) suggests that the slowdown in manufacturing and services from survey evidence has the potential to reverse in coming months. We expect that such a development could be the catalyst for a reduction in market volatility as investors become more confident in the solid underlying economic fundamentals.

Nonetheless, asset market volatility has been at multi-year highs for many asset classes in 2016. Although volatility has continued to rise in recent weeks for oil (OIV) and for currencies (FXVIX), it has begun to moderate for equities (VIX). During periods of elevated (or depressed volatility), movements tend to be consistent across asset classes.

However, one indicator that could be the herald for more market stability is the volatility of volatility. The volatility of volatility has been moderating for all asset classes, indicating that volatility is lessening. This means that the investor uncertainty might be waning and could lead to a reversal of the ‘risk-off’ trend that has been in vogue in 2016.

What does this mean for currencies?

Certain currencies perform better in high volatility environments while others perform better in low volatility environments. During 2016 thus far, there have been several key currency trends that are worth highlighting as volatility begins to decline to more historical norms. (See relative performance tables below).

The British Pound has been the worst performing G10 currency, with the exception of the New Zealand Dollar. The poor performance is not surprising as GBP tends to be inversely related to volatility. However, in coming months we expect this weakness to moderate as market volatility gradually fades.

The best performing currency by far in 2016, has been the Norwegian Krone, following the sharp rebound in oil prices. If oil prices stabilise in line with volatility, this could be the beginning of a sustained rise for NOK (and its oil counterpart CAD, which has lagged the oil bounce thus far). Indeed, while it has outperformed in 2015, it is still well below its levels of a year ago, with plenty of upside potential.

Implications for the US Dollar

Investor optimism over the strength of the US Dollar is beginning to fade ahead of the key March FOMC meeting.

We continue to believe there is modest upside to the US dollar in coming months as the underlying robust economic fundamentals reappear, but then we see a peak as the improving economic backdrop is fully priced into interest rate expectations for the FOMC in 2016.


Please find more about currencies in altii's FX Special
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Fallende Märkte treiben die Performance und schaffen Trading-Gelegenheiten

Kommentar von Anthony Lawler, Portfoliomanager und Mitglied des Investment-Komitees von GAM Alternative Investments Solutions, zur Performance von alternativen und Absolute-Return-Strategien im Januar 2016.

Die Anleger kehrten Aktien im Januar den Rücken und wandten sich sicheren Häfen zu. Enttäuschende Zahlen aus China und anderen Schwellenländern, aber auch schwächere US-Konjunkturdaten beherrschten die Schlagzeilen. Die weltweiten Aktienmärkte (gemessen am MSCI World Index) fielen um 6,0%, während US-Staatsanleihen und das Investment-Grade-Segment (gemessen am Barclays US Aggregate Bond Index) um 1,4% zulegten. 

„Global Macro- und Trend-Following-Fonds konnten sich im Januar gut behaupten und eine insgesamt positive Performance erzielen“, sagt Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM. „Die Systematic- und Trend-Following-Strategien schnitten mit Short-Positionen in Energie, Long-Positionen in Anleihen aus Kernstaaten sowie Long-Positionen im US-Dollar gegenüber Schwellenländer-Währungen sehr gut ab.

Für Aktienstrategien, die vornehmlich auf Long-Positionen setzen, und andere aktive Anlagestile war das Umfeld schwierig, so Lawler weiter, da risikoträchtige Anlageformen mehr oder weniger im Gleichtakt fielen – fundamentale, in den einzelnen Unternehmen liegende Gründe hatten wenig Einfluss auf die Kurse.

„Equity Long/Short- und Event Driven-Positionen stellten die Fondsmanager im Januar vor erhebliche Probleme, da die Aktienmärkte starke Einbrüche unabhängig von der wirtschaftlichen Situation einzelner Unternehmen erlitten. Erschwerend kam für aktive Fonds hinzu, dass sie die teilweise Erholung nach der Verkaufswelle, die gegen Ende des Monats einsetzte, verpassten, wenn sie ihr Engagement als Reaktion auf den Abwärtstrend verringert hatten. Zum großen Teil wurde die Performance davon bestimmt, wie hoch das Netto-Marktengagement eines Fonds insgesamt war und ob es sich bei den gehaltenen Positionen eher um defensive Titel handelte, die besser abschnitten als Wachstums- und Value-Titel.“ Im Durchschnitt verloren Hedge Funds, gemessen am HFRX Global Hedge Fund Index, im Berichtsmonat 2,8%, und bei den einzelnen Strategien erzielten nur die Global Macro-Fonds laut HFRX Macro/CTA Index ein positives Ergebnis (+0,9%).

GAM sieht für 2016 bei Währungen, Zinsen und potenziell auch Rohstoffen interessante Gelegenheiten für die Global Macro- und Trend-Strategien. Unternehmensanleihen sind aus Sicht von GAM einigermaßen attraktiv, während es bei Aktien mehr darauf ankommen könnte, die richtigen Titel ausfindig zu machen, als mit dem Strom zu schwimmen.

Auf die Chancen für Global Macro-Strategien angesprochen, erklärt Lawler: „In China und den Schwellenländern sind die Dinge noch in Bewegung und man weiß nicht genau, wie es weitergeht. Dagegen sieht es in den USA nach weiterhin relativ schwachem, aber positivem Wachstum und niedriger Arbeitslosigkeit aus. Diese Divergenz der Konjunkturverläufe dürfte die PBoC und andere Zentralbanken zu Lockerungsmaßnahmen veranlassen, während die Fed wohl bei ihrem Kurs bleiben und die Geldpolitik nicht weiter lockern wird. Sogar eine leichte, wohldosierte Straffung erscheint in diesem Jahr möglich.

Durch die unterschiedlichen erwarteten Entwicklungen von Geldpolitik und Wachstum sollten sich Trading-Möglichkeiten bei Währungen und Anleihen eröffnen. Neben dieser Divergenz sehen wir Gelegenheiten innerhalb Europas, beispielsweise bei Anleihen. Ein Ende der lockeren Geldpolitik ist dort einstweilen nicht in Sicht, und zugleich erholen sich Beschäftigung und Konsum. Bei Schwellenländer-Währungen und -Zinsen sehen wir Möglichkeiten für Long- ebenso wie Short-Positionen.“

An den Aktien- und Kreditmärkten haben die jüngsten Kursverluste Gelegenheiten in Form überverkaufter Positionen geschaffen, allerdings bestehen weiter technische Risiken. Lawler resümiert: „Wir sehen zunehmend Chancen bei Unternehmensanleihen, im Investment-Grade- ebenso wie im High-Yield-Segment. In die Kurse mancher Energie- und Rohstoffanleihen dürfte ein Zahlungsausfall bereits eingepreist sein, sodass sich Kaufgelegenheiten eröffnen könnten. Unser Research konzentriert sich momentan jedoch auf andere Bereiche. Wir warten noch darauf, dass die Gefahr technisch bedingter Verkäufe abnimmt, und rechnen dann für 2016 mit Gelegenheiten an den Märkten für Unternehmensanleihen, bei denen das Verhältnis von Risiko und Chance attraktiver ist als bei Aktien. An den Aktienmärkten sehen wir interessante Möglichkeiten zum Stockpicking, da das schwächere globale Wachstum in Kombination mit niedrigen Inflationsraten für hochverschuldete Unternehmen zum Problem wird, nicht aber für die voraussichtlichen „Gewinner“ – Unternehmen mit solideren Bilanzen und stabilen Ertragsflüssen. Auch im regionalen Vergleich sehen wir Gelegenheiten etwa in Europa, wo die Arbeitslosigkeit weiter sinkt, das Liquiditätsumfeld freundlicher wird und der Konsum an Kraft gewinnt.“

Quelle: GAM, Bloomberg, Bloomberg CLA, MSCI, Thomson Reuters. Alle Angaben auf US-Dollarbasis.

Investoren im Goldrausch

Gold verbucht die höchsten Mittelzuflüsse seit August 2015 und schneidet als beste Anlageklasse auf Jahressicht ab. Öl verzeichnet Mittelzuflüssen seit acht Wochen in Folge, da Investoren setzen auf eine Erholung und Mittelzuflüsse in breit diversifizierte Rohstoffkörbe steigen auf ein 5-Wochenhoch. Die negative Anlegerstimmung gegenüber Rohstoffen scheint sich zu verbessern. Den wöchentlichen Rohstoffüberblick mit Charts von ETF Securities finden Sie links als PDF.

Mittelzuflüsse von 108,5 Mio. USD in Gold-ETPs waren vergangene Woche die höchsten seit August 2015. Gold zählt zu den Anlageklassen mit der besten Wertentwicklung in diesem Jahr und kann sich mit 9,1 Prozent auf Jahressicht gegenüber dem S&P 500 (-6,3%) und Bloomberg Commodity Index (-3,2%) behaupten. Erhöhte Volatilität bei zyklischen Anlageklassen war die Ursache, dass Investoren in defensive Vermögenswerte investierten, während eine Abwertung des US-Dollars für Gold unterstützend wirkte. Obwohl die allgemeine Befürchtung der Anleger hinsichtlich einer schwächeren Realwirtschaft vielleicht etwas fehl am Platz ist, sorgen schwächere Aufträge für langlebige Gebrauchsgüter und Daten unter den Erwartungen zu neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft für eine weiter Dollar-Schwäche. Wir gehen davon aus, dass es kurzfristig wieder zu einer US-Dollar Aufwertung kommen kann, sobald Anleger erkennen, dass ihre Interpretation von Wirtschaftsdaten und der Marktvolatilität nicht mit der Ansicht der Fed übereinstimmt. Dies umfasst Daten zum Arbeitsmarkt und einem zunehmenden Preisdruck. Sobald der Markt und die Fed wieder die selben Erwartungen teilen, sollte der US-Dollar erneut an Wert verlieren (nach einem bekannten historischen Muster, dass es nach der Zinserhöhung zum Abverkauf der Währung kommt).

Long Öl-ETPs verzeichnen acht Wochen in Folge 37,9 Mio. USD an Mittelzuflüssen. Short Öl-ETPs verbuchten 10,2 Mio. USD an Mittelabflüssen, während Brent Öl um 1,7 Prozent gestiegen ist. Anleger bleiben optimistisch, da es Venezuela gestern gelungen war, Saudi-Arabien von einer Reduzierung der Ölproduktion zu überzeugen. Allerdings gibt es wenig Anzeichen dafür, dass es zu positiven Ergebnissen während des Treffens kam und wir erwarten, dass es kurzfristig zu einer Korrektur bei Brent kommt, was dazu führt, dass Brent wieder mit einem Abschlag zu WTI handeln wird. Der US-Benchmark WTI fehlte es ebenfalls an nötigem Rückenwind und somit ging WTI vergangene Woche um 4,5% leichter aus dem Handel. Im Laufe dieses Jahres erwarten wir ein Angebotsdefizit am Ölmarkt. Eine geringere Produktion von Staaten außerhalb der OPEC führt bei steigender Nachfrage zu einer Erholung der Ölpreise.

Mittelzuflüsse in diversifizierte Rohstoffkörbe erreichen ein 4- Wochenhoch. Nach einem turbulenten Jahresauftakt für zyklische Anlageklassen verbuchten die meisten Industriemetalle sowie Rohstoffe aus der Landwirtschaft  vergangene Woche solide Gewinne. Es ist erfreulich, dass die Märkte über schwache Wirtschaftsindikatoren hinwegsehen, die von Wetterbedingungen und anderen idiosynkratischen Faktoren geprägt waren. Mit dem Beginn des chinesischen Neujahrs wird es voraussichtlich zu einer ruhigeren Periode kommen, in der Wirtschaftsdaten in geringerem Umfang veröffentlicht werden. Dies könnte zu mehr Volatilität bei Industriemetallpreisen führen, da sich Spekulationen zu Chinas Wirtschaftsschwäche nicht mit Fakten belegen lassen. Mittelzuflüsse in diversifizierte Rohstoffkörbe belief sich vergangene Woche auf 21,7 Mio. USD.

Vermögensanlagen in China im Jahr des Affen

In den ersten Wochen des Jahres 2016 sahen sich Anleger mit einer stark erhöhten Volatilität über sämtliche Aktienmärkte weltweit konfrontiert und China war dabei keine Ausnahme.

Der MSCI China Index schloss den Januar mit einem Minus von 12,7% in USD und lag damit leicht hinter dem MSCI Emerging Markets Index. Diese Entwicklung folgt auf zwölf bereits schwache Monate, in denen der Markt ohnehin um fast 23% gefallen war.

Für die Marktrückgänge lässt sich isoliert zwar kein einzelner Grund festmachen, sicherlich spielten jedoch die Entscheidung der US-Notenbank zur Anhebung der kurzfristigen Zinssätze, Sorgen über mögliche weitere Abwertungen des Renminbi und des Hongkong-Dollar sowie die beunruhigenden Auswirkungen des neuen „Schutzmechanismus“ am chinesischen Markt eine wichtige Rolle.

Unserer Auffassung nach ergibt sich durch die Marktturbulenzen eine Chance für flexible Anleger, die bereit sind, sich längerfristig zu positionieren. Obwohl sich eine weitere Volatilitätsphase nicht ausschließen lässt, ist die Marktschwäche unserer Einschätzung nach hauptsächlich auf die Anlegerstimmung zurückzuführen und basiert nicht auf Fundamentaldaten.

Durch die Fixierung auf ein bestimmte Zahl wird manchmal die Tatsache übersehen, dass China nach wie vor mit den größten Beitrag zum globalen Wirtschaftswachstum 

leistet. Auch das umfangreiche Reformprogramm der Regierung, einschließlich der Abschaffung der „Ein-Kind-Politik“ vom 1. Januar, erlangte bisher noch nicht die Glaubwürdigkeit, die es unserer Ansicht nach verdient. Das Ausmaß der Veränderungen, die Chinas Wirtschaft in den vergangenen Jahren durchlaufen hat, ebenso wie die Entstehung neuer Wachstumstreiber dort, bieten unserer Einschätzung nach attraktive langfristige Anlagechancen. 

Langfristige Gewinner identifizieren

Unsere Investmentstrategie ist seit Langem darauf ausgerichtet, gezielt von der sich verändernden Struktur der chinesischen Wirtschaft und der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors zu profitieren.

Im Rahmen der Unternehmensbewertung achten wir besonders auf das Wachstumspotenzial über die kommenden fünf Jahre. Dieser Zeitraum ist länger als bei den meisten anderen Vermögensverwaltern, denn er erlaubt es uns, so glauben wir, das langfristige Potenzial vieler Unternehmen frühzeitig zu erkennen.  

Darüber hinaus achten wir auf Qualitätsmerkmale wie solide Bilanzen, erfahrene Führungsteams mit einer nachweislichen Wertschöpfung für Aktionäre sowie ein überzeugendes Geschäftsfeld. 

Solche Unternehmen dürften weniger anfällig auf kurzfristige Volatilitätsphasen reagieren und verfügen außerdem über das Potenzial, ihre Marktposition im Laufe der Zeit zu stärken. 

Chinas Unternehmen bewegen sich in der Wertschöpfungskette nach oben. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir Firmen, die von dem steigenden Konsum und der technologischen Ausstattung profitieren. Des Weiteren favorisieren wir die Marken des „Neuen Chinas“, die im internationalen Wettbewerb mithalten können.

Dazu zählen Unternehmen wie Tencent, ein Technologie-Gigant und Betreiber von WeChat (das größte mobile Chat-Netzwerk in China), sowie Sunny Optical, einer der führenden Hersteller von optischen Linsen, der gut aufgestellt ist, um vom Wachstum im Bereich der Fahrerassistenzsysteme in Fahrzeugen zu profitieren.

Eine Strategie für Zeiten im Wandel

Nach den ziemlich starken Aktienkursbewegungen der letzten Wochen haben wir die Gelegenheit genutzt, um von uns bisher favorisierte Unternehmen, deren Preis uns aktuell als zu hoch erscheint, neu zu bewerten. 

Dazu zählt Guangdong Investment, das Versorgungsunternehmen, das Hongkong, Shenzen und Dongguan mit Wasser beliefert. Der Konzern profitiert von der zunehmenden Nachfrage infolge des Bevölkerungsanstiegs sowie davon, dass die Bedeutung von Umwelt und Wasserqualität immer mehr Anerkennung findet, allen voran durch die Behörden. 

Darüber hinaus haben wir eine Vielzahl chinesischer Unterhaltungskonzerne analysiert und für eine Investition ausgewählt. Unsere Analysen lassen darauf schließen, dass die Einnahmen der Filmindustrie in China im nächsten Jahr die der USA übersteigen werden, da immer mehr Menschen Kinos besuchen und zunehmend mehr Filme in chinesischer Sprache erhältlich sind. Fünf der zehn erfolgreichsten Filme in China sind Inlandsproduktionen und unserer Einschätzung nach dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Da das Bewertungsniveau aktuell deutlich niedriger ist als Ende 2015, sind wir zuversichtlich, dass die Unternehmen, in die wir investiert haben, über das Potenzial verfügen, mittel- bis langfristig kräftige Erträge zu erwirtschaften.

Wir können zwar nicht ausschließen, dass der schelmische Affe kurzfristig für eine erneute Volatilitätsphase sorgt, möchten jedoch noch einmal betonen, dass Volatilität auch Chancen schafft. Mit dem richtigen Ansatz könnten Anleger 2016 eventuell von der Magie im Jahr des Affen überrascht werden. 

William Fong
Investment Manager,
Baring Asset Management, Hongkong

Dollar schwaechelt, Gold steigt

„Die US-Dollarschwäche hat in der vergangenen Woche einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Grund dafür waren gemäßigte Aussagen einiger Mitglieder des Federal Open Market Committees bezüglich der weiteren Zinspolitik. Dies gab insbesondere Edel- und Industriemetalle ordentlich Auftrieb“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Diese Unterstützung reichte jedoch nur bis zum vergangenen Wochenende, als schwache US-Arbeitsmarktdaten vermehrt Gewinnmitnahmen auslösten. Wochensieger war Eisenerz, das aufgrund der saisonal erhöhten Nachfrage chinesischer Hüttenwerke den größten Gewinnsprung seit Mai 2015 hinlegte.

Unablässige Turbulenzen auf den Aktien- und Ölmärkten hätten den Goldaufschwung im Januar unterstützt. Insbesondere die US-Öl- und Gas-Sektoren hätten zum Abschwung der US-Wirtschaft im letzten Quartal 2015 beigetragen und für Diskussionen um die künftigen Zinsanhebungsschritte gesorgt. „Anstatt vier US-Zinsanhebungen könnte es dieses Jahr nur zu zwei bis drei oder noch weniger kommen. Der Goldpreis ist während und nach der ersten Zinsanhebung im Dezember vergangenen Jahres stark unter Druck gekommen, doch seitdem hat sich der Ausblick für andere Assetklassen dramatisch verschlechtert“, sagt Hansen. Auch Industriemetalle wie Silber, Platin und Palladium hätten vom schwächelnden Dollar profitiert, bis sich der Greenback zum Ende der Woche wieder erholte und für Gewinnmitnahmen bei den Metallen sorgte.

An den Ölmärkten bleibt die Lage nach wie vor angespannt. Die vergangene Woche begann mit dem größten Zwei-Tages-Verlust seit sieben Jahren, gefolgt von einer ebenso starken Rallye. „Das große Problem bleibt weiterhin das Überangebot. Mit einem Volumen von über 500 Millionen Barrel sind die US-Lagerbestände auf den höchsten Stand seit 80 Jahren geklettert“, sagt Hansen. Die negativen Fundamentaldaten und Sorgen um eine abflauende Nachfrage würden weiterhin zu Leerverkäufen locken. „Produzenten, die sich nach höheren Preisen sehnen, spielen mit der Idee eines Treffens zwischen Opec- und Non-Opec-Ländern. Wie gering die Chance für den Erfolg eines solchen Meetings auch sein mag: Eine Übereinkunft würde die Preise deutlich steigen lassen“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Eine Welt ohne Banken

„Im Moment dreht sich alles um negative Zinsen. Für die Autoren dystopischer Romane könnte das ein Fest sein, mit Visionen einer Gesellschaft ohne Banken, in der Tauschhandel und Verbrechen regieren. Aber realistisch gesehen, werden Negativzinsen noch nicht einmal Auswirkungen auf Ihr Bankkonto haben.“

Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Die Welt dreht sich um den Negativzins. Für Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM) sind die Ereignisse bemerkenswert: „Im Moment dreht sich alles um negative Zinsen. Für die Autoren dystopischer Romane könnte das ein Fest sein, mit Visionen einer Gesellschaft ohne Banken, in der Tauschhandel und Verbrechen regieren.“ Im schlimmsten Fall könnte der Negativzins tatsächlich für wirtschaftliches Chaos sorgen: „Was wäre, wenn jeder Kontoinhaber Zinsen für sein Geld bezahlen müsste?“, fragt sich Iggo. Bargeld könnte dann attraktiver sein als die Einlage bei der Bank – vielleicht käme es zu Bank-Runs. Das wäre ein Schock für das System, denn die Banken finanzieren sich über ihre Kundeneinlagen. „Bei einem solchen Szenario könnte das Bargeld knapp werden, Banken würden zusammenbrechen und die Wirtschaft im Chaos versinken. Doch dieser dystopische Ausblick ist hoffentlich sehr unrealistisch“, so Iggo. Realistischer sei, dass die Kontoinhaber die negativen Zinsen kaum bemerken. Dennoch stelle der Negativzins eine weitere Störung für das Geldsystem dar, die den Anleihemarkt weiter infiziere.

„Wirklich attraktiv sind derzeit nur Anleihen mit Kreditrisiko“, erklärt Iggo. Die Fundamentaldaten seien unter diesen Marktbedingungen wichtiger als je zuvor. Die Zahl der Ausfälle werde ansteigen, und die Unternehmen dürften auf die verschärften Kreditbedingungen reagieren. Im vergangenen Jahr sei deutlich geworden, dass Credit-Anlageklassen nach wie vor mehr durch das Kreditrisiko beeinflusst werden als durch Anpassungen der Zinssätze. „Der Negativzins und auch die quantitativen Lockerungsmaßnahmen ließen die Renditen der Anleihen mit Kreditrisiko nicht fallen“, erklärt Iggo. Der Zusammenbruch der Rohstoffpreise und die globale Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hätten die Kreditrisikoprämien zudem steigen lassen. „Mit Zinsen nahe null setzt sich der Ertrag aus der Differenz zwischen der Rendite und dem Ausfallrisiko zusammen. Da aber das Ausfallrisiko steigt und vermutlich weiter steigen wird,  sollten Anleger gut diversifizieren und sorgfältig analysieren“, rät der AXA-IM-Stratege.

Vontobel Asset Management baut Position in Emerging-Markets-Anleihen in Landeswährung auf

Der schweizerische Vermögensverwalter Vontobel Asset Management hat über alle Portfolios hinweg eine Position von 2,5% in Schwellenländer-Anleihen in Landeswährung aufgebaut. Die Mittel dafür stammen aus einer Reduzierung der Alternative Investments in gleichem Umfang. Mit der Umschichtung sind die Schwellenländer-Anleihen in Landeswährung nunmehr wieder neutral gewichtet. Zwar bestünden in den Emerging Markets weiter fundamentale Risiken wie eine hohe Verschuldung der Unternehmen und eine allgemein schwache Wachstumsperspektive. Gleichzeitig gebe es allerdings drei Entwicklungen, die darauf schließen ließen, dass sich die Underperformance der Schwellenländer-Anleihen in Landeswährung ihrem Ende nähere, begründete der Anlageausschuss die Entscheidung. So sei erstmals seit einiger Zeit eine Reihe von Emerging-Markets-Währungen unterbewertet. Darüber hinaus bilde der Ölpreis aktuell einen Boden heraus. Und schließlich sei das Potenzial einer weiteren Dollar-Aufwertung begrenzt.

Details und Grafiken entnehmen Sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

Anleger reduzieren deutlich ihr Risiko

Die heftigen Kurseinbrüche zu Jahresbeginn ließen die Anleger nicht kalt. Wie die aktuelle Auswertung des UBS Investor Sentiment Index zeigt, agierten sie im Januar deutlich vorsichtiger als noch im Dezember. Der Index misst, wie risikobereit Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX agieren. Im vergangenen Monat lag der durchschnittliche Cap der gewählten Discounter 11,27 Prozent unter dem jeweils aktuellen DAX-Stand – im Vormonat waren es lediglich 5,28 Prozent gewesen. Der Januar-Wert liegt knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate.

Der UBS Investor Sentiment Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount- Zertifikaten auf den DAX gewählt haben, und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus beziehungsweise Pessimismus der Anleger. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt also die Risikobereitschaft der Anleger wider.

In den ersten drei Wochen des neuen Jahres zog es den DAX um mehr als zwölf Prozent in die Tiefe. Zu Monatsbeginn lag der Cap im Schnitt 11,52 Prozent unter dem DAX-Niveau. Zur Monatsmitte notierte er 8,34 Prozent und zum Monatsende 13,53 Prozent unter dem Indexstand. Während die Risikobereitschaft der Anleger im Vormonat noch wesentlich höher war, lag der Cap im Januar im Schnitt knapp unter dem aktuellen Niveau des rollierenden Zwölfmonats-Mittelwerts von 10,73 Prozent.

„Möglicherweise spielte die Einschätzung, dass sich die Kurseinbrüche zu Jahresbeginn weiter fortsetzen könnten, bei den Anlegern eine wichtige Rolle“, sagt Steffen Kapraun, Zertifikate-Experte bei UBS. „Das Risiko zu reduzieren war offenbar für viele naheliegend – zumal die Sorge um das gebremste Wirtschaftswachstum Chinas zusätzlich für schlechte Stimmung an den Börsen sorgte“, ergänzt der UBS-Experte. „Aufgrund der aktuell hohen Volatilität setzen offenbar viele Selbstentscheider darauf, die Märkte genau zu beobachten und entsprechend schnell zu reagieren.“

Übergewichtung bei Aktien im aktuellen Umfeld angehoben

Das Asset-Allocation-Barometer spiegelt die Meinung von Fidelity Solutions, dem Multi-Asset-Team von Fidelity International, wider:

Anlageklassen: Aktien übergewichtet

Das wirtschaftliche Umfeld ist für Aktien günstig und die Anlegerstimmung auf einem Niveau, das an Panik grenzt. Wir sind deshalb in Aktien inzwischen noch stärker übergewichtet. Anleihen gewichten wir weiter unter und haben dies im letzten Monat noch verstärkt. Die Marktteilnehmer haben sich extrem positioniert und preisen nur eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed in diesem Jahr ein. Allerdings könnte es durchaus sein, dass mehr als eine Zinserhöhung kommt. Rohstoffe sind in unseren Portfolios neutral gewichtet. Zwar hat sich der Angebots-Nachfrage-Ausblick aufgehellt, aber Chinas Wirtschaft schwächelt weiter. Gegenwind würde auch von einem anhaltend starken US-Dollar ausgehen. Mit der allmählich startenden Normalisierung der Geldpolitik werden sich Immobilien vermutlich schwertun. Wir gewichten sie deshalb unter.

Aktien nach Regionen: Schwellenländer untergewichtet

Bei US-Aktien sind wir neutral positioniert. Die US-Wirtschaft wächst mit gleichmäßigem Tempo, aber die Unternehmensgewinne stehen wegen des starken Dollars und des niedrigen Ölpreises unter Druck. Unser Favorit ist nach wie vor der japanische Aktienmarkt. Beflügelt wird er von den Stimulusmaßnahmen der Notenbank, und auch der starke Dollar kommt Japans Wirtschaft zugute. Ebenfalls übergewichtet haben wir europäische Aktien. Mit der hiesigen Wirtschaft geht es stetig bergauf, woran sich dank der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank EZB vorerst nichts ändern dürfte. Auch Aktien aus Großbritannien gewichten wir leicht über. Der Wertverlust des Pfund Sterling wird die Unternehmensgewinne beflügeln. Zudem spiegeln sich die niedrigen Rohstoffpreise weitgehend in den Kursen der Rohstoffunternehmen wider. Ein Risiko stellt jedoch ein möglicher „Brexit“ dar. In den Schwellenländern sind wir inzwischen noch stärker untergewichtet. Der Grund ist Chinas Wirtschaftswachstum, das sich wohl weiter verlangsamen und auf den Gewinnen vieler Unternehmen aus den Schwellenländern lasten wird.

Aktien nach Branchen: Zinssensitive Branchen untergewichtet

Unsere Gewichtung bei Technologieaktien haben wir angehoben. Die Branche profitiert unverändert vom starken privaten Konsum. Zudem investieren auch Firmen wieder vermehrt in ihre Technik. Auch in der Energiebranche sind wir leicht übergewichtet. Da die Energieunternehmen derzeit eine sehr hohe Kostendisziplin an den Tag legen, bietet die Branche unseres Erachtens die beste Möglichkeit, sich für eine fundamentale Aufhellung am Ölmarkt zu positionieren. Die zinssensitiven Industriezweige Basiskonsumgüter und Versorger gewichten wir in unseren Portfolios hingegen weiterhin unter.

Währungen: US-Dollar bleibt übergewichtet

Der US-Dollar bleibt die von uns favorisierte Währung, da die Fed als einzige der großen Zentralbanken die Zinsen erhöht hat. Auch den Euro gewichten wir leicht über, auch wenn er gegenüber dem US-Dollar weiter verlieren dürfte. Den Yen haben wir hingegen untergewichtet. Auch den Schweizer Franken gewichten wir unter, denn Schweizer Fondsmanager fangen an, ihre aufgebauten Cash-Bestände im Ausland anzulegen. Das Pfund Sterling ist einerseits überverkauft, andererseits lastet auf ihm die Unsicherheit rund um einen möglichen „Brexit“. Wir sind daher neutral positioniert. Den kanadischen Dollar haben wir gegenüber seinem australischen Pendant übergewichtet. Die Aussichten für Öl sind unserer Meinung nach besser als für Metalle, sodass die australische Zentralbank wohl länger an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten wird.

Swiss National Bank prompts feelings of déjà vu

The Swiss Franc has continued to march lower in 2016. Recent market turmoil and dovish rhetoric from the European Central Bank (ECB) have both failed to attract support for the currency, which has fallen 1.8% year to date on a trade weighted basis (Source: Bloomberg). While prospects for the Swiss economy look more positive this year than the last, the monetary policy outlook remains accommodative and continues to keep the CHF pressured. In the build up to the March meeting of the Swiss National Bank (SNB) on the 17th, we continue to expect the USD/CHF and EUR/CHF to climb higher as domestic growth and inflation metrics remain subdued and the SNB maintains its dovish disposition.

Please find the full trade idea with charts from ETF Securities attached on the left.

SNB message remains consistent

In a recent speech to the Swiss Press Club in Geneva, Thomas Jordan the SNB chairman re-iterated the Bank’s central message that the CHF remains “significantly overvalued” and that authorities remain poised to intervene in currency markets if necessary. This is the same message that has been delivered over the past 12 months, during which time the trade- dependent economy has witnessed growth stall, falling to 0% in Q3 15 (Q0Q basis), and deflation take grip (see Figure 1). Swiss retail sales and exports have also continued to trend lower as the after effects of the SNB’s surprise decision to remove the currency peg still impact the nation’s economic performance. This economic backdrop will ensure the SNB keeps monetary conditions loose for the foreseeable future and should place the CHF under pressure against the Euro and US Dollar in coming weeks.

Interest rate divergence

Market expectations of multiple US rate hikes this year have declined, causing the US-Swiss nominal interest rate differential to drop (see Figure 2). We expect this trend to reverse in coming months as a healthy US labour market and signs of increasing wages lead to greater domestic inflationary pressure and in turn boost expectations of further tightening by the US Federal Reserve in 2016.

Europäische Nebenwerte: Viel Potential auf der unteren Sprosse der Börsenleiter

Die ersten Börsenwochen im Jahr 2016 und die hohen Kursverluste lassen viele Anleger ratlos zurück. Der grassierenden Unsicherheit im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Entwicklung in China und anderen Risiken stehen in Europa gesunde Unternehmensbilanzen und robuste Gewinne gegenüber. Die Situation ist verzwickt: Die fallenden Kurse sind nicht durch die fundamentalen Daten aus den Firmen gedeckt. Der DAX verlor seit Jahresbeginn circa 9 Prozent, MDAX und SDAX liegen bis dato bei Minus 6 bzw. minus 7,5 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr haben sich Small und Mid-Caps in den turbulenten Sommermonaten sehr stabil gezeigt und dem Abwärtstrend des Marktes teilweise entziehen können. Ein wesentlicher Grund ist das geringe Exposure der kleinen und mittleren Unternehmen in Schwellenländern. Doch nicht nur die Heimatnähe kam europäischen Nebenwerten zugute, sondern auch ihre limitierte Liquidität. Aus diesem Grund gibt es nur wenige ETF-Produkte auf Small- und Mid-Caps, die bei fallenden Märkten unter Verkaufsdruck geraten und damit den Trend verstärken. Ist für Anleger in der jetzigen Börsenlage also das sogenannte Small- und Mid-Cap-Segment die bessere Alternative?

Small- und Mid-Caps mit deutlich besserer Performance als Standardwerte

In der Tat, europäische Small- und Mid-Caps haben im vergangenen Jahr eine beeindruckende Performance gezeigt und die Wertentwicklung der sogenannten Blue Chips in den Schatten gestellt. In einem volatilen Marktumfeld konnten europäische Standardwerte auf das Jahr gesehen zwar immerhin 9,4 Prozent zulegen. Demgegenüber erreichten Mid-Caps jedoch im Schnitt ein Plus von 17,9 Prozent und Small-Caps sogar 24,9 Prozent Wertzuwachs. Attraktive Bewertungen und starkes Wachstum bei den Gewinnen pro Aktie waren die wesentlichen Treiber.

Die Tatsache, dass Small- und Mid-Caps ihre eigene Wachstumsstory aufweisen und kaum an den Schwellenländern hängen, dürfte dieser Aktienkategorie auch in 2016 zugute kommen. Insbesondere die fundamentale Analyse fördert vielversprechende Ergebnisse zutage: Die Gewinne pro Aktie sollten auch in 2016 nach oben zeigen und wesentlicher Kurstreiber der Nebenwerte sein. Dies wirkt sich auch in fallenden Märkten wie ein Bremsschirm aus: Wenngleich sich auch Small- und Mid-Caps dem negativen Markttrend seit Jahresbeginn nicht entziehen konnten, fielen die Kursverluste weniger stark aus.

Rückschläge sind Nachkaufchance

Wir nutzten die aktuellen Korrekturen für Zukäufe, denn die Bewertungsniveaus sind attraktiv. Die Börsenbewertung einiger Firmen bewegt sich unserer Meinung nach erheblich unter dem realen, fundamentalen Wert und bietet damit einiges Aufwärtspotential. Hier ist allerdings eine Differenzierung vorzunehmen, denn die KGVs bei Mid-Caps entsprechen in etwa denen von Standardwerten. Anleger könnten also die Börsenleiter noch etwas heruntersteigen und sich im Small- oder sogar Micro-Cap-Segment umsehen. Hier haben die Unternehmen mitunter eine Marktkapitalisierung von unter 150 Mio. Euro, zeigen jedoch erstaunliche Wachstumsraten. Das bleibt auch ausländischen Investoren nicht verborgen: Da die Aktienmärkte in Asien sowie in den USA derzeit nicht attraktiv erscheinen, dürften die kleinen Börsensegmente in Europa auch in diesem Jahr Investorengelder aus verschiedenen Regionen der Welt anziehen. Insbesondere Private Equity-Fonds aus den USA werden wohl ihre hiesige Einkaufstour aus dem vergangenen Jahr – mit einem starken Dollar im Rücken – fortsetzen.

Das Hauptrisiko für die kleineren Börsensegmente wird in den nächsten Monaten allerdings die Liquidität sein, falls die Märkte in Panik geraten sollten oder anhaltend hoher Verkaufsdruck besteht. Daher investieren wir nur in Werte mit angemessener Visibilität und Handelsumsatz. Zudem ist für uns eine Cash-Quote von 10 bis 15 Prozent derzeit ein angemessener Puffer. Neben einer breiten Sektordiversifikation und dem klaren Fokus auf Wachstumswerte favorisieren wir disruptive Branchen, die mit innovativen Technologien oder Produkten ganz neue Wachstumschancen eröffnen. Derartige selbstgetriebene Wachstumsstorys lassen sich derzeit im Online-Handel oder im Online-Banking finden. Dementsprechend gefallen uns Wachstumsunternehmen wie Asos, der europäische Online-Marktführer für Modeartikel, oder die auf Immobiliendarlehen spezialisierte Bank Virgin Money.

Deutschland nicht erste Wahl bei Nebenwerten

Im Vergleich der europäischen Länder gilt: Deutschland ist vor allem im Mid-Cap-Bereich sehr industriell geprägt. Hier sehen wir jedoch aktuell keine Dynamik. Daher sollten Anleger auch andere Länder Europas wie beispielweise das Vereinigte Königreich, Frankreich oder Schweden in Betracht ziehen. Für den auf Mid-Caps ausgerichteten Echiquier Agenor überzeugte uns dennoch das deutsche Unternehmen Sartorius AG. Der internationale Pharma- und Laborzulieferer macht mit 4,3 Prozent eine der größten Positionen im Portfolio aus und hat vor Kurzem sehr solide Unternehmensergebnisse mit einem starken organischen Wachstum und guten Prognosen bis 2020 präsentiert. Im auf kleine Werte spezialisierten Echiquier Entrepreneurs zählt der französische Energieanbieter Direct Energy zu unseren Favoriten. Das Unternehmen ist der wichtigste neue Herausforderer am französischen Energiemarkt und profitiert enorm von der jüngsten Wettbewerbsöffnung des Marktes. In Deutschland sehen wir außerdem eine gute Perspektive für den Ticketanbieter CTS Eventim oder SLM Solutions, einem hochspezialisierten Unternehmen für metallbasierte 3D-Drucktechnologien.

Trotz der aktuellen Turbulenzen ist das Segment der Micro- und Small-Caps Inkubator für alle größeren Börsensegmente. Viele kleinere Unternehmen werden durch langjähriges Wachstum der Marktkapitalisierung zu Mid- oder Large-Caps. Für Anleger bietet diese Entwicklungsperspektive eine interessante Diversifikation ihres Portfolios – gerade auf lange Sicht. Das aktuelle Umfeld kann daher auch als Chance für den Einstieg oder Nachkauf im Bereich Nebenwerte gesehen werden.

Autor: Stéphanie Bobtcheff ist Fondsmanagerin der europäischen Nebenwerte-Fonds Echiquier Agenor und Echiquier Entrepreneurs. Sie ist seit über 18 Jahren Spezialistin für Investments in Werte mit mittlerer Marktkapitalisierung.

Über La Financière de l’Echiquier
La Financière de l’Echiquier wurde 1991 von Didier Le Menestrel und Christian Gueugnier gegründet und zählt zu den marktführenden unabhängigen Fondsgesellschaften in Frankreich. In Paris ansässig, ist die Fondsboutique erfolgreich auf Enterprise-Picking spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen von mehr als 8 Milliarden Euro. In Deutschland vertreibt die Gesellschaft aktuell sechs Aktienfonds, zwei Mischfonds und einen Wandelanleihefonds. Die erfolgreiche Fondspalette wird privaten und institutionellen Investoren außerdem in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien und Luxemburg angeboten. Das Kapital von La Financière de l’Echiquier wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. 2004 wurde die Stiftung La Financière de l’Echiquier gegründet, die sich in Frankreich für sozial und beruflich benachteiligte Menschen einsetzt. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter http://www.fondation-echiquier.fr und zu La Financière de l’Echiquier unter http://www.lfde.com/de.

„Ein Brexit würde die Finanzmärkte belasten – auch wenn die möglichen Konsequenzen nicht eindeutig absehbar sind“

Die Volksabstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) dürfte dieses Jahr an den Kapitalmärkten hohe Wellen schlagen. Das britische Pfund zum Beispiel hat handelsgewichtet bereits stark an Wert verloren, obwohl der Termin für das Referendum noch nicht einmal feststeht. Auch wenn EU-Ratspräsident Donald Tusk mit seinem jüngst vorgeschlagenen Reformpaket der britischen Regierung entgegenkommt, ist ein Brexit noch nicht vom Tisch. Die EU-Regierungen müssen den Vorschlägen erst zustimmen und beraten darüber beim EU-Gipfel am 18. und 19. Februar in Brüssel. Sujay Shah, Fondsmanager im Global Rates Team bei BMO Global Asset Management, erläutert Risiken und Auswirkungen eines möglichen Brexit im Interview.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen EU-Austritt Großbritanniens?
Sujay Shah: Nach einem jüngst ermittelten Durchschnitt aus sechs Umfragen wird das Rennen denkbar knapp: 51 Prozent der Briten würden derzeit für und 49 Prozent gegen den Verbleib in der EU stimmen. Die Umfrageergebnisse sind damit so eng wie nie zuvor. Interessant ist dabei die Antwort auf folgende Frage: „Wie würden Sie abstimmen, wenn die britische Regierung die Bedingungen der EU-Mitgliedschaft neu verhandeln und erklären würde, dass die Interessen Großbritanniens jetzt geschützt sind?“ In diesem Falle läge die Zustimmung zum EU-Verbleib bei satten 60 Prozent. Meiner Meinung nach wird die Entscheidung zugunsten eines Verbleibs in der EU ausfallen, wenn auch nur knapp.

Welche wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen hätte ein Brexit?
Shah: Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Brexit sind extrem schwer zu fassen, weil hierzu unterschiedliche Aspekte quantifiziert, ungewisse Entwicklungen prognostiziert und enorm viele Annahmen getroffen werden müssen. Die von diversen Studien vorhergesagten Effekte einer britischen EU-Mitgliedschaft sind daher sehr unterschiedlich. Der Effekt einer – weiterhin bestehenden – EU-Mitgliedschaft gemessen als Anteil am BIP rangiert dabei in verschiedenen Studien zwischen -5 Prozent und +20 Prozent. Sollte Großbritannien die EU verlassen, bedeutet das im Umkehrschluss einen Effekt auf das BIP, der zwischen +5 Prozent und -20 Prozent liegen kann. Nach einem Brexit käme es vor allem darauf an, wie die künftigen Handelsbeziehungen ausgestaltet werden. Auch politisch könnte ein Brexit in Großbritannien spürbare Auswirkungen haben. Denkbar wäre etwa ein Wechsel auf dem Posten des Premierministers, was Austrittsverhandlungen erschweren könnte. Außerdem hat der schottische Ministerpräsident bereits angekündigt, dass Schottland nach einem Brexit unter Umständen erneut über die Unabhängigkeit abstimmen werde.

Wie würde sich der Brexit auf die Finanzmärkte auswirken? 
Shah: Die vielen wirtschaftlichen Unklarheiten im Zusammenhang mit einem Brexit würden fast zwangsläufig dazu führen, dass die Bank of England den Zinserhöhungszyklus vertagt. Schon jetzt rechnen die Märkte erst Mitte 2017 mit Zinserhöhungen in Großbritannien. Trotz des sich kontinuierlich aufhellenden Klimas am Arbeitsmarkt in Großbritannien, könnte die Zentralbank angesichts niedriger Produktivität und Inflation ihre Politik sogar weiter lockern, wenn es tatsächlich zum Brexit käme. In Erwartung steigender Risikoprämien und aufgeschobener Zinserhöhungen oder sogar Zinssenkungen dürfte wohl auch das britische Pfund kurzfristig erheblich an Wert verlieren. Wie es danach mit der Währung weitergeht, wird davon abhängen, wie Großbritannien sein hohes Leistungsbilanzdefizit und die ausländischen Direktinvestitionen in den Griff bekommt. Britische Aktien könnten unter den sich eintrübenden Wachstumsaussichten leiden. Da ausländische Investoren 50 Prozent des britischen Aktienmarktes ausmachen, würden die Risikoprämien vermutlich steigen. Dabei wären britische Standardwerte vergleichsweise weniger betroffen als Nebenwerte, weil erstere stärker mit den Rohstoffmärkten als mit dem Zustand der britischen Wirtschaft korreliert sind. 

Wie sieht es mit dem Anleihenmarkt aus?
Shah: Wie sich britische Staatsanleihen entwickeln, ist schwer vorherzusagen. Möglicherweise wollen sich Anleger im Falle eines Brexit weiterhin am britischen Zinsmarkt engagieren, um von einer potenziellen Lockerung der Geldpolitik zu profitieren. Denkbar ist aber auch, dass sie der britischen Regierung nur ungern Geld leihen wollen, besonders wenn sich die Schuldendynamik weiter verschlechtert. Nicht zuletzt ausländische Anleger, die in britischen Staatsanleihen investiert sind, befürchten angesichts der hohen britischen Schuldenquote und des hohen Leistungsbilanzdefizits im Falle eines Brexit negative Auswirkungen auf ihre Portfolios. Tatsächlich ist das ausländische Engagement in britischen Staatsanleihen schon im dritten und vierten Quartal 2014 im Zusammenhang mit dem schottischen Referendum und vor den britischen Unterhauswahlen um 3,5 Prozent gefallen und hat sich bis jetzt nicht wieder erholt. An den Märkten für Sovereign Credit Default Swaps haben sich einige Akteure klar für einen Brexit positioniert und sorgten damit dafür, dass die Prämien um ein paar Basispunkte gestiegen sind. Die Grundannahme ist hier, dass die nachteiligen wirtschaftlichen Auswirkungen eines Brexit und das sinkende Engagement ausländischer Anleger der Kreditwürdigkeit Großbritanniens schaden.

Risikofaktor USA

Um es vorwegzunehmen: Wir gehen global nicht von einer wirtschaftlichen Rezession in der nahen Zukunft aus. Das Realwachstum beträgt etwa 3% und sofern kein großer Schock aufkommt, ist die Wahrscheinlichkeit für ein Abrutschen in den negativen Wachstumsbereich äußerst gering. Dennoch müssen wir uns mit den großen Volkswirtschaften auseinandersetzen.

In den USA sind Probleme im verarbeitenden Gewerbe aufgetreten, was auf einen schwächeren Welthandel und Turbulenzen im Energiesektor aufgrund des Einbruchs des Ölpreises zurückzuführen ist. Insgesamt betrachtet entwickelt sich das Wirtschaftswachstum dennoch weiterhin stabil und erhält Aufwind von einem starken Dienstleistungssektor und dem Konsum. Es wäre äußerst überraschend, wenn das US-Wirtschaftswachstum im Jahr 2016 weniger als 2% betragen würde.

In China hinterlassen übermäßige Infrastrukturausgaben sowie eine ungeordnete Schuldenanhäufung ihre Spuren, weshalb sich das Wirtschaftswachstum bereits seit einiger Zeit verlangsamt. Jedoch deutet einiges darauf hin, dass im Hinblick auf die Wirtschaftstätigkeit nicht länger mit negativen Überraschungen zu rechnen ist. Nach wie vor gehört China zu den Ländern, die den größten Beitrag zum globalen Wirtschaftswachstum leisten. Das Wachstum geht zwar zurück, die Wirtschaft befindet sich dennoch auf Expansionskurs.

Auch die Eurozone trägt zum globalen Wirtschaftswachstum bei. Die tatsächliche Herausforderung, der sich das globale Wirtschaftswachstum gegenübersieht, geht vielmehr von aufstrebenden Volkswirtschaften wie Brasilien und Russland aus. 

Berücksichtigt man all diese Faktoren, ist eine wirtschaftliche Rezession unseres Erachtens nach nur möglich, wenn es zu einem plötzlichen Einbruch des Verbrauchervertrauens oder des Konsums käme, was wir für sehr unwahrscheinlich halten. Aus den genannten Gründen gehen wir weiterhin von einem moderaten Wirtschaftswachstum aus.

Gewinnrezession

Turbulenzen an den Finanzmärkten könnten auch durch einen Einbruch bei den Unternehmensgewinnen ausgelöst werden. Schwache Unternehmensergebnisse weltweit haben in diesem Zusammenhang bereits für ein gewisses Maß an Druck gesorgt, jedoch gingen die Marktteilnehmer bisher von einem temporären Phänomen aus. Sollten sich keine Verbesserungen einstellen, könnten Anleger dies schnell als tiefergehende Krise bewerten. Da das Gewinnwachstum von US-Unternehmen maßgeblich dazu beiträgt, die zukünftige Richtung der Märkte zu bestimmen, lastet die Verantwortung auf dem Unternehmenssektor.

Der Rückgang der Unternehmensgewinne findet seinen Ursprung in zwei Problemfeldern. Erstens drückt der starke US-Dollar die Erträge von US-Unternehmen mit internationalem Vertrieb. Sollte er noch weiter aufwerten, würde sich dies zusätzlich deflationär auswirken. Die US-Notenbank muss daher zwangsläufig expansiver vorgehen, um die Währungsaufwertung einzudämmen. Dies würde sich positiv auf die Ergebnisse von US-Unternehmen auswirken, die Erträge im Ausland generieren. Wir gehen davon aus, dass das gegenwärtige Tempo der US-Dollar-Aufwertung nicht nachhaltig ist und sich letztendlich selbst korrigieren wird.

Der zweite Faktor, der das Gewinnwachstum beeinträchtigt, ist der Einbruch des Ölpreises, der die Erträge von US-Energiekonzernen drückt. Eine Stabilisierung des Ölpreises ist daher dringend notwendig. Bedauerlicherweise könnte es noch drei bis sechs Monate dauern, bis eine deutliche Reduzierung der Produktionsleistung stattfindet, um die derzeitige Überproduktion in den USA von ca. 1,5 Millionen Barrell pro Tag abzubauen.

Aus diesem Grund bezeichnen wir die aktuelle Krise als „Born in the USA“. Die fragwürdige Geldpolitik der USA führte zu einer Aufwertung des US-Dollar und das Überangebot von Öl aus Nordamerika beeinträchtigt den Energiemarkt. Eine Lösung kann somit nur aus den USA kommen. 

Unser Standpunkt

Wir sind weiterhin der Ansicht, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis US-Dollar und Ölpreis zur dringend benötigten Stabilität zurückfinden. Diese Stabilität dürfte einerseits von der US-Notenbank Federal Reserve ausgehen, die ihre Pläne für eine geldpolitische Straffung zwangsläufig heruntersetzen muss, sowie von einem Einbruch des nordamerikanischen Ölangebots im Verlauf der kommenden Quartale. Diese Ereignisse dürften zur Stabilisierung der Volkswirtschaften, der Unternehmensrentabilität und der Anlagemärkte beitragen.

Wir behalten unsere neutrale Bewertung für Aktien bei, bekräftigen jedoch unsere klare Haltung zu Europa und betrachten die Region nach wie vor als den attraktivsten Markt für Aktienanleger.

Marino Valensise
Chairman
Strategic Policy Group
Baring Asset Management, London

LBBW AM: Fundamentaldaten sprechen für Aufwärtstrend in Europa – Sentiment an den Aktienmärkten ist dennoch übertrieben negativ

Die Stimmung an den Aktienmärkten ist derzeit deutlich schlechter als es die Fundamentaldaten erwarten lassen. Zu dieser Einschätzung kommen Steffen Merker und Christoph Groß, die Fondsmanager des LBBW Multi Global. Sie erwarten, dass die Gewinnentwicklung der Unternehmen in der Eurozone auch 2016 positiv bleibt. Das extrem negative Sentiment könnte für antizyklisch agierende Investoren nun ein guter Kaufzeitpunkt sein.

„Der DAX erlebte 2016 den schlechtesten Jahresauftakt seit seinem Bestehen“, berichtet Steffen Merker. Andere Aktienindizes wie der US-amerikanische S&P 500 oder der Nikkei 225 aus Japan gaben in den ersten Wochen des neuen Jahres ebenfalls deutlich nach. „Es sind kaum noch Bullen in Sicht“, sagt Merker und verweist auf den AAII US Investment Survey. Demzufolge ist unter den US-Investoren der Anteil der Bullen, die mit steigenden Aktienkursen rechnen, im Januar erstmals seit dem Frühjahr 2013 wieder unter die Marke von 20 Prozent gefallen. Aus Sicht von Merker ist der momentane Pessimismus jedoch übertrieben. Die Fundamentaldaten gäben vielmehr Anlass zum Optimismus, vor allem mit Blick auf die Aktienmärkte in der Eurozone.

Europäischer Aktienmarkt als Hort der Stabilität
Während die Aktienmärkte in den USA und Japan von hoher Unsicherheit geprägt seien, sind Merker und Groß zuversichtlich für die Eurozone. „Der europäische Aktienmarkt könnte sich als Hort der Stabilität erweisen“, ist Merker überzeugt. Als Indikatoren nennt er neben der positiven Konjunkturentwicklung, die sich vor allem auf den Bau- und Dienstleistungssektor stütze, die positive Entwicklung in der Peripherie. Dort trügen die Reformbemühungen erste Früchte. Aber auch in Kerneuropa gebe es positive Nachrichten. Spanien und Italien hätten mit einem positiven Momentum überrascht. So sei etwa in Italien die Konsumstimmung auf ein 20-Jahreshoch gestiegen. Insgesamt liege das für 2016 erwartete Gewinnwachstum der Unternehmen in der Eurozone bei 8,1 Prozent. 

Extrem negatives Sentiment kann ein guter Kaufzeitpunkt sein
„Das fundamentale Konjunkturbild sollte sich bald wieder durchsetzen und zur Stabilisierung der Aktienmärkte beitragen“, zeigt sich Merker zuversichtlich. Viele Aktien seien nach der Korrektur attraktiv bewertet. Aus seiner Sicht könnten Investoren deshalb darüber nachdenken, ob sich nicht gerade jetzt eine interessante Einstiegsgelegenheit biete. „Auch wenn vergangene Entwicklungen keine Garantie für die künftige Performance bieten, ist ein extrem negatives Sentiment in der Vergangenheit oft ein guter Kaufzeitpunkt gewesen“, sagt Merker und nennt ein Beispiel: Wenn der Anteil der Bullen laut dem US Sentiment Survey unter 25 Prozent gesunken sei, habe der S&P 500 im folgenden Halbjahr im Durchschnitt eine positive Performance verzeichnet – und zwar sowohl bei einer Analyse ab 1989 als auch bei einer Betrachtung ab 2009. Merker geht zudem davon aus, dass die Zuflüsse in europäische Aktienfonds in diesem Jahr hoch bleiben. „Die hohe Liquidität stützt die Märkte zusätzlich“, sagt er.

Konjunkturerholung in Europa stützt auch europäische Unternehmensanleihen
Im Hinblick auf den Rentenmarkt ist Christoph Groß insbesondere für europäische Unternehmensanleihen positiv gestimmt. „Die konjunkturelle Erholung in der Eurozone und die positiven Fundamentaldaten sprechen mittelfristig wieder für eine Erholung der Creditspreads“, sagt Groß. Bemerkenswert sei, dass der Corporates-Markt in Europa aktuell eine Ausfallquote von rund zehn Prozent auf Sicht der nächsten fünf Jahre einpreise. Groß hält diese Bewertung für günstig. Denn bisher habe die Ausfallquote über einen Fünf-Jahreszeitraum nicht einmal annähernd vier Prozent betragen. Besonders attraktiv seien derzeit Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren. Das ist nach Ansicht von Groß derzeit die ideale Laufzeit. Längere Durationen seien momentan wenig sinnvoll, da der Renditeaufschlag in den Laufzeitenbändern von sieben bis zehn Jahren und mehr als zehn Jahren gegenüber der Bandbreite von fünf bis sieben Jahren das Durationsrisiko nicht wettmache. Das Marktumfeld bleibe aufgrund verschärfter Regulatorik und geringer Sekundärmarktliquidität allerdings weiterhin volatil.

„Nur stärkere Selektion ermöglicht positive Erträge“

Niedrige Rohstoffpreise und Inflationsraten, hohe Risikoaversion bei den Investoren: Das Umfeld für Aktienanlagen ist derzeit nicht sonderlich attraktiv, sagt Paul Niven, Leiter Multi-Asset Investment bei BMO Global Asset Management. Dennoch warnt er Anleger davor, die Fundamentaldaten angesichts der hohen Volatilität an den Märkten aus den Augen zu verlieren. Im Interview verrät Niven, welche Anlageregionen Investoren derzeit noch attraktive Gelegenheiten bieten.

Herr Niven, an den Finanzmärkten ging es zuletzt turbulent zu. Welche Anlageklassen und Sektoren standen dabei besonders im Blickpunkt?
Paul Niven: Steigende Risikoaversion und der sinkende Ölpreis haben deutliche Spuren an den Zinsmärkten hinterlassen, wo die Emittenten von Hochzinsanleihen unter Druck bleiben, besonders im erweiterten Energiesegment. Auch die Aktienkurse im Bergbau- und Rohstoffsektor haben gelitten. Zwar sind die Rohstoffpreise außerhalb des Ölsegments zuletzt wieder gestiegen – allerdings auf einem Niveau deutlich unter dem der Vorjahre. Daher wird die Nachhaltigkeit der Dividenden immer stärker bezweifelt. So haben diverse Unternehmen aus dem Energie- und Bergbausektor ihre Dividendenzahlungen ausgesetzt, und es wächst die Sorge, dass besonders dividendenstarke Unternehmen im Markt womöglich bald nachziehen und die Dividende senken.

Wo liegen Ihrer Ansicht nach die wesentlichen Gründe für die Rohstoffmisere?
Niven: Der Einbruch der Öl- und der Rohstoffpreise insgesamt kann zumindest teilweise klar auf das langsamere chinesische Wachstum zurückgeführt werden. Das zeigt ein von den sensationsheischenden Meldungen unbeeinflusster Blick auf die Daten. Allerdings wird auch deutlich: Das Wirtschaftswachstum hat sich zwar abgekühlt, eine harte Landung aber ist nicht in Sicht. Im Gegenteil besteht sogar Aussicht auf eine zyklische Verbesserung der chinesischen Daten. Dennoch: Die Rohstoffnachfrage der chinesischen Wirtschaft wird sich langfristig ändern, und das Angebot bedarf einer kurzfristigen Anpassung. 

Die USA scheinen bisher vergleichsweise gut durch die Krise zu navigieren.
Niven: Allerdings. Obwohl die USA deutlich vom Schieferöl- und -gasboom profitiert haben, kommen sie augenscheinlich auch gut mit der mittlerweile gesunkenen Rentabilität des Sektors zurecht. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter erfreulich, und die US-Zentralbank war zuversichtlich genug, um im Dezember die Zinsen zu erhöhen, auch wenn die Entscheidung offenbar auf Messers Schneide stand. Die Staatsanleihenmärkte haben sich seitdem gut geschlagen und den Anleihepessimisten während dieser kurzen Zeit angesichts von Sorgen um zu niedrige Inflationsraten und höherer Risikoaversion erneut den Wind aus den Segeln genommen.

Wie sollten sich Anleger in diesem schwierigen Umfeld verhalten?
Niven: Die gestiegene Risikoaversion, deflationäre Impulse aus den Schwellenländern und potenziell negative Rückkopplungseffekte für die Weltwirtschaft (und die Unternehmensgewinne) schaffen kein attraktives Umfeld für Aktienanlagen. Trotzdem darf die kurzfristige Volatilität nicht den Blick auf die Fundamentaldaten verstellen. Insgesamt gilt, was schon für das vergangene Jahr galt: Nur stärkere Selektion kann positive Erträge ermöglichen.

Was heißt das konkret?
Niven: Die Entwicklung der Aktienmärkte dürfte sich von Region zu Region unterscheiden. Wir gehen davon aus, dass US-Aktien auch künftig mit den Auswirkungen von Zinserhöhungen, Margen im Zenit und hohen Bewertungen zu kämpfen haben, die keine unbefriedigenden Ergebnisse verzeihen. Europa dagegen sollte sich trotz leichter Inflationserwartungen weiter moderat verbessern, und die hiesigen Aktien haben das Potenzial für überdurchschnittliche Wertentwicklungen. Für Japan ist das Bild weniger eindeutig, allerdings stehen die Zeichen für eine fundamentale Verbesserung weiterhin gut. In den Schwellenländern schließlich fallen die Kurse als Reaktion auf die Ereignisse in China auf neue Tiefs, und obwohl die Währungen insgesamt unterbewertet erscheinen, sehen wir keine klaren Argumente für die Schwellenländer. Sie bieten nur dann echte Ertragschancen, wenn die Fundamentaldaten positiv überraschen oder die Risikoszenarien stärker eingepreist werden.

Affenzirkus in China?

Am 8. Februar steht mit dem Neujahrsfest Chinas wichtigster Feiertag an. Das Jahr des roten Affen steht vor der Tür. Es fällt in eine Periode der Ungewissheit, geprägt von hoher Volatilität an der Börse und Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Konjunktur. Glaubt man chinesischen Horoskopen, dann müssen sich Anleger im neuen Jahr auf eine hohe Ereignisdichte an den Finanzmärkten einstellen. Und sie sollten sich darauf gut vorbereiten, denn der Affe gilt als kluges, gerissenes, aber auch freches Tier. Die Prognosen der GAM-Experten für das neue Jahr in China können Anlegern dabei helfen, den Affen zu überlisten. 

Liquiditätsmanagement in China
Jian Shi Cortesi, Fondsmanagerin, chinesische Aktien
Der chinesische Aktienmarkt hat nach dem Hoch des vergangenen Jahres eine dramatische Korrektur erlebt. Der A-Shares-Index CSI 300 hat fast 50 Prozent eingebüßt, während der MSCI China Index, der chinesische Aktien aus Hong Kong und den USA enthält, in den vergangenen neun Monaten um 40 Prozent gefallen ist. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des MSCI China unter Ausschluss der American Depository Receipts (ADRs) liegt nun bei acht und damit nur unwesentlich höher als während der Finanzkrise 2008. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 1,0 liegt sogar unterhalb des Finanzkrisenwertes von 1,2. Gerade beim jüngsten Abverkauf im Januar wurden praktisch keine Unterschiede bezüglich der Fundamentaldaten gemacht. Wir sehen zwar tiefgreifende Probleme in der chinesischen Schwerindustrie, glauben aber, dass eine Reihe innovativer Unternehmen aus dem Konsumgüter- und dem Technologiesektor hervorragende Zukunftsperspektiven hat. Angesichts der dramatisch niedrigen Bewertungen sehen inzwischen viele Unternehmen, unter anderem im Bereich Technologie, interessant aus. 

Chinas Bedeutung für den Energiesektor 
Evelyne Pflugi und Roberto Cominotto, Fondsmanager, Energieaktien
Im Gegensatz zur herrschenden Meinung ist Chinas Nachfrage nach Öl ungebrochen hoch. Eine schnell wachsende Flotte von Autos und eine Tendenz hin zum Kauf größerer Fahrzeuge haben im Jahr 2015 zu einem Anstieg der Benzinnachfrage um 11 Prozent geführt. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das Wachstum 2016 merklich verlangsamt.
China ist zudem der weltgrößte Markt für erneuerbare Energien. Das Land gehört zu den wichtigsten Anbietern für Solarmodule. Angesichts der anhaltend starken globalen Nachfrage geht der Angebotsüberschuss allmählich zurück, insbesondere nach der Ankündigung der USA, ihre Politik zur Förderung nachhaltiger Energien auszuweiten. Auch bei Windturbinen steht China gut da. Chinesische Unternehmen versorgen dabei vor allem den heimischen Markt. Dies liegt zum einen in Qualitätsunterschieden begründet, aber auch in der Tatsache, dass die Nachfrage im Land hoch genug ist, um die im eigenen Land produzierten Turbinen selbst zu nutzen. Aufgrund der hohen Nutzung erneuerbarer Energiequellen bietet China auch eine Reihe von Investmentgelegenheiten in diesem Bereich. Interessant sind dabei unter anderem Windenergieversorger, die vom Ausbau des Leitungsnetzes profitieren sowie Unternehmen, die sich auf die Produktion und Installation von Solarmodulen spezialisieren und sich im untersten Preissegment positionieren.

China und der Luxussektor 
Scilla Huang Sun, Fondsmanagerin, Luxusgüteraktien
Die Aktien von Luxusgüterherstellern reagieren sensibel, wenn sich die Stimmung in Bezug auf China verändert – immerhin kaufen die Chinesen ein Drittel aller Luxusgüter weltweit. Allerdings tätigen sie ihre Luxuseinkäufe meist nicht in China, sondern im Ausland, wenn sie auf Reisen sind. Das liegt daran, dass die Preise vor allem in Europa und Japan günstiger sind. Zudem zählt Shopping zu den Lieblingsbeschäftigungen chinesischer Touristen. Angesichts des nach wie vor hohen Wachstums der chinesischen Wirtschaft mit Wachstumsraten von mehr als 6 Prozent werden in den kommenden Jahren viele neue chinesische Luxuskonsumenten heranwachsen. Zudem ist die Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft insgesamt gut für den Konsum. Die Einzelhandelsumsätze steigen derzeit mit einer Rate von über 10 Prozent, und auch der Dienstleistungssektor hat sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt. Eine der positiven Überraschungen in den Geschäftszahlen zum vierten Quartal war, dass sich Unternehmen wie Richemont, Burberry und Remy Cointreau positiv zu China geäußert haben. Meiner Ansicht nach sieht der Markt die Verfassung des Landes derzeit zu negativ. Historische Trends legen nahe, dass wir uns in einem günstigen Umfeld für Aktieninvestments in den Luxussektor bewegen.

Chinas Effekte auf die Schwellenländer
Paul McNamara, Fondsmanager, Schwellenländeranleihen
Am Ende der Finanzkrise hatte China zu viel von allem:  zu viele Investments und zu hohe Schulden. Seither hat sich beides abgeschwächt. Das Ergebnis ist eine schwächere Nachfrage, nachlassendes Wachstum, eine sinkende Inflation und ein Anstieg des Außenhandelsüberschusses. China ist der größte Verbraucher einer ganzen Reihe von Rohstoffen und die schwache chinesische Nachfrage nach diesen Gütern hat zum Sinken der Rohstoffpreise geführt.
Die Korrelation zwischen den Währungen der Schwellenländer und den Rohstoffpreisen liegt bei fast 70 Prozent, und viele rohstoffexportierende Länder haben im vergangenen Jahr einen Absturz ihrer Währungen um 20 Prozent erlebt. Doch die Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft ist noch nicht vorbei. So lange sich das Wachstum abschwächt, werden die Rohstoffpreise niedrig bleiben. Doch sobald Anzeichen für eine Stabilisierung erkennbar werden, erwarten wir ein starkes Comeback der Schwellenländer. Das könnte aber möglicherweise noch etwas dauern. Für diejenigen Schwellenländer, die stark auf die Produktion ausgerichtet sind und daher Rohstoff-Importeure sind, zeigt sich schon heute ein besseres Bild: Sie profitieren von den niedrigen Preisen. Ihre Wirtschaft wächst daher derzeit schneller, während zugleich die Inflation fällt und sich ihre Außenhandelsbilanzen verbessern.

Die Schlüsselthemen für Chinas Zukunft
Michael Lai, Fondsmanager, chinesische Aktien
Derzeit beeinflussen vor allem drei Themen die Finanzmärkte: der Ölpreis, der US-Dollar (beziehungsweise die Geldpolitik der Federal Reserve) und die Aussichten der chinesischen Wirtschaft oder, genau genommen, der Ausblick für die Entwicklung der Währung. Es ist interessant, dass die Chinesen auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos offen zugegeben haben, dass die Kommunikation ihrer Politik verbessert werden muss. Größere Klarheit in Bezug darauf, wie die Regierung die eigene Währung und die Wirtschaft insgesamt managt, würde viel dazu beitragen, die Sorgen der Investoren über die gegenwärtigen Herausforderungen zu mildern.

Die Zukunft des Automobilverkehrs: Wie wichtig sind Schutz- und Sicherheitsthemen

Ein Zeitreisender aus den 1960er Jahren würde überrascht feststellen, dass sich die Grundzüge des Verkehrswesens nicht dramatisch verändert haben: Die Züricher Trams sind auch im neuen Design immer noch weiß-blau gefärbt, die Züge fahren immer noch auf Stahlschienen, das Auto hat immer noch vier Räder und einen Fahrer, und die Stoßzeiten mit ihren massiven Verkehrsstaus sind so akut wie eh und je. Hinter den Kulissen jedoch spielt sich ein heftiger Umbruch ab: Unserer Überzeugung nach dürfte sich das Mobilitätsverhalten in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern.

In dieser Publikation möchten wir aufzeigen, wie die Zukunft des Verkehrswesens und der Autoindustrie aussehen könnte. Eine Statistik zur Verkehrssicherheit bildet den Einstieg, danach skizzieren wir die Trends zur Automatisierung und Konnektivität. Zum Schluss werfen wir einen Blick in unsere Kristallkugel, indem wir eine Hypothese zu Peak Horse (Nachfragewende bei Pferden) bzw. Peak Car (Nachfragewende bei Autos) aufstellen, um dann ein Fazit zu ziehen.

Den vollständigen Bericht von Dr. Patrick Kolb, Portfolio Manager bei der Credit Suisse im Bereich Global Equities, finden Sie links.

Die Bären „brüllen“ am Rohstoffmarkt – gerade das eröffnet attraktive Anlagemöglichkeiten

ETF Securities, einer der weltweit führenden, unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs), glaubt, dass Rohstoffe (Commodities) so attraktiv sind wie nie zuvor. Die schlechte Marktstimmung dürfte nämlich ihren Höhepunkt erreicht haben.

Das Sentiment befindet sich nahe dem all-time low, wobei es gerade jetzt überzeugende Gründe für einen Anstieg der Rohstoffpreise im heurigen Jahr gibt, so der Tenor der jährlichen Investorenkonferenz des Unternehmens. James Butterfill, ETF Securities’ Head of Research & Investment Strategy, meint: „Wenn man die Futures-Konstellation betrachtet, wird schnell klar, dass wir uns nahe der stärksten ,bearishen’ Positionierung der Geschichte befinden1. Für uns ein Zeichen dafür, dass die schlechte Stimmung möglicherweise ihren Gipfel erreicht hat. Das eröffnet vielleicht nicht die beste Anlagechance eines Lebens aber zumindest die beste Anlagechance innerhalb eines Wirtschaftszyklus.“

Niedrige Preise helfen der Wirtschaft

Butterfill erklärte, dass viele Commodity-Preise bereits so tief gefallen sind, dass sie sogar unter ihren Produktionskosten gehandelt werden. Das wird globale Produzenten letztlich dazu zwingen, Einschnitte auf der Angebotsseite durchzuführen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage zumindest stabil, wobei es zu einem „Snapback“ kommen könnte. Sprich, die niedrigen Ölpreise stimulieren das Wirtschaftswachstum und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Gewinnmargen, was wiederum die Rohstoffnachfrage ankurbeln sollte.

Butterfill: „Die Commodity-Märkte haben sich offensichtlich von den Fundamentaldaten verabschiedet und werden ganz alleine vom Sentiment beherrscht. Aber die Stimmung folgt klarerweise dem Preis und die Vergangenheit hat bewiesen, dass in einem Umfeld steigender Zinsen die Preise für Öl und Industrierohstoffe im Normalfall ansteigen.“

Keine Angst vor China

Der Experte glaubt auch nicht, dass die Abschwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums einen empfindlichen negativen Einfluss auf Commodities haben könnte. Er hob hervor, dass die chinesische Nachfrage nach den „großen vier“ unter den Metallen (Aluminium, Kupfer, Zink und Blei) noch immer mit 8,5 Prozent jährlich wächst2. „Viele der hitzig diskutierten Ängste – wie eine Abkühlung Chinas, Spannungen im Mittleren Osten, überzogene Aktien- und Anleihenmärkte sowie Ausfallsrisiken bei High-Yields – sind nicht wirklich neu. Neu ist nur die Frage, was nach neun Jahren unglaublich niedriger Zinsraten passieren wird“, so Butterfill.

Was die Sorgen rund um Dividendenrenditen im Rohstoffsektor betrifft, meint der Experte, dass einige Unternehmen ihre Ausschüttungen in diesem Quartal kürzen werden, während andere ihre Investitionen zurückfahren. Butterfill abschließend: „Die Befürchtungen lauten, dass die aggressiven Einschnitte bei den Ausgaben die zukünftige Infrastruktur und die Produktionskapazitäten der Unternehmen negativ beeinflussen könnten. Für mich macht es jedenfalls mehr Sinn, Öl zu besitzen, als die Öl-Unternehmen.“

1) Quelle: Bloomberg, ETF Securities
2) Quelle: WBMS (World Bureau of Metal Statistics), ETF Securities

Rohöl im Fokus, Investoren bleiben vorsichtig und behalten Gold auf der Agenda

Sieben Wochen in Folge verbuchten Rohöl-ETPs Mittelzuflüsse - nachdem sich die Preise signifikant erholen konnten, polarisieren die Aussichten auch weiterhin. Gold dominiert den Edelmetallsektor, da globale Unsicherheiten zu starken Mittelzuflüssen führen. Mittelzuflüsse in Kupfer sind auf einem 2-Monatshoch nachdem sich die Volatilität in globalen Anlageklassen wieder beruhigt. Den Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Grafiken .

Mittelzuflüsse in Rohöl-ETPs vertuschen die polarisierenden Aussichten für die Ölpreise. Die Preise sind in der vergangenen Woche, nach Erreichen des mehrjährigen Tiefs, auf unter 28 USD/Barrel gefallen. Ein Überangebot, das von zusätzlichen Mengen an iranischem Öl auf dem Weltmarkt in den kommenden Monaten noch verschärft wird, zählt zu den Hauptursachen für den Preisrückgang um 9,1 Prozent seit Jahresbeginn. Bärische Anleger glauben, dass Investitionskürzungen und die steigende Nachfrage nicht ausreichen, um Lagerbestände entsprechend zu reduzieren. Demzufolge wurden 24,9 Mio. USD in Short Öl-ETPs investiert. Die Suche nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten am Ölmarkt hält auch weiterhin an. Bullische Anleger sind davon überzeugt, dass das Überangebot bereits eingepreist ist und investierten vergangene Woche erneut in Long-ETPs. Nach sieben Wochen in Folge belaufen sich die Nettozuflüsse auf 81,5 Mio. in Long Öl-ETPs. Im Gegensatz dazu spiegeln Futures-Positionierungen am Markt eine etwas optimistischere Perspektive wider. Netto-Long Positionen steigen auf ein 10-Wochenhoch für WTI. Die starke Aufwärtsbewegung vergangene Woche am Ölmarkt basiert auf Gerüchten, dass Russland und die OPEC sich zusammenschließen, um das globale Angebot ausgleichen.

Beständige Mittelzuflüsse in Gold verdeutlichen defensives Investorenverhalten. Gold profitiert von der Unsicherheit über das globale Wirtschaftswachstum sowie die Aussichten für zyklische Vermögenswerte. Gold behauptet sich durch seine defensiven Eigenschaften. Historisch kam es zu Edelmetall-Rallyes in Zeiten der Aktienmarktschwäche, demzufolge ist Gold bei Investoren in der aktuellen Marktsituation gefragt. Physische Gold-ETPs verbuchten vergangene Woche Mittelzuflüsse von 35,6 Mio. USD. Vier Wochen in Folge verbuchen wir bereits Mittelzuflüsse bei einem Goldpreisanstieg von 1,6 Prozent. Ausnahmslos bleibt Gold die bevorzugte Anlage im Edelmetallsektor. Mit Mittelzuflüssen von 150 Mio. USD seit Jahresbeginn führt Gold die PGM Gruppe an, Silber bildet mit Mittelabflüssen das Schlusslicht. Platin stieg um 8,5 Prozent an, entsprechende Platin-ETPs verbuchten ihre ersten Mittelzuflüssen in Höhe von 4,8 Mio. USD in sechs Wochen.

Baumwolle sorgt für die größten Mittelabflüsse aus Landwirtschaftssektor-ETPs seit mehr als sechs Monaten. Die überwiegende Mehrheit der Mittelabflüsse aus Landwirtschafts-ETPs (21,5 Mio. USD) beliefen sich vergangene Woche auf Baumwolle ETPs in Höhe von 19,3 Mio. USD. Investoren verkaufen ihre Position bereits vor der Veröffentlichung des US-Anbauberichts im Landwirtschaftssektor, welcher kommende Woche vom Nationalen Baumwolle Rat und der USDA publiziert wird.

Kupfer mit den höchsten Mittelzuflüssen in acht Wochen. Das panische Verhalten von Investoren scheint durch Mittelzuflüsse von 4 Mio. USD in Long Kupfer-ETPs allmählich zu verblassen. Mit Ausnahme von Nickel haben alle Industriemetalle eine Erholung erfahren. Zink sichert sich vergangene Woche die beste Performance mit einem Plus von 5 Prozent, gefolgt von Kupfer mit 2,4 Prozent. Short Kupferzuflüsse haben sich bis letzte Woche signifikant verringert. Die International Copper Study Group prognostiziert ein Angebotsdefizit von 0,5 Prozent in diesem Jahr, das 6. Jahr in Folge.

Rumour & Denial: Verbal oil intervention in action

by Ole Hansen is head of commodity strategy at Saxo Bank.

January proved to be a very volatile month for commodities and the final week was no exception with the oil market continuing to attract most of the attention. Speculation of a so far unconfirmed and still doubtful grand bargain between Opec and Russia helped trigger a strong comeback as short positions were scaled back.

Gold's week-long rally ran out of steam leaving many new longs through ETP's contemplating whether they had jumped the gun. Coffee had its longest rally since June while sugar experienced a rare setback as the lack of fresh bullish fundamentals triggered a clear-out of speculative longs held by hedge funds.

The energy sector jumped 5.6% on the week but remained down by eight on the month. This, combined with a slump in soft commodities, namely cocoa and sugar, helped deliver a seventh consecutive monthly drop in the Bloomberg Commodity index.

Sugar has been one of the most favoured longs in the commodity space after rallying by 38% from September to December. After being range-bound for the past couple of months it ran out of fresh bullish drivers to support a near record net-long position. The break below $14 triggered an exodus from funds who now will be looking for support for the March contract (SBH6) at $13 which represents a 61.8% retracement of the abovementioned rally.

Platinum which recently reached a record 26% discount to gold has made a strong recovery after touching the lowest price since the 2009 recession. Further progress needs the support from gold and a technical break above $900 compared with $865 at the time of writing this.

Copper traders are currently torn between whether to focus on weakening demand from China or signs that production continue to adjust lower. China will close down for its annual lunar holiday in February so the gains this past week seems to be driven by funds lighten their load of short positions ahead of this for metal traders quiet time.

Market turbulence supporting a strong start for gold

The continued slide in oil helped trigger a high positive correlation between oil and stocks. This uncertainty helped support a recovery in gold during January. The market turmoil also saw US bond yields and rate hike expectations drop just a few weeks after the first rate hike in more than nine years.

Last year gold also rallied strongly during the first 5 weeks as the Swiss Franc turmoil and European Central Bank QE talk helped support the yellow metal. The change in the near-term fundamental outlook towards a more gold friendly forced hedge funds to close a record short futures position while investors put $1.3 billion into exchange-traded products backed by physical gold.

We remain sceptical whether gold has much further upside potential at this stage but at the same time we sense that the tide is turning and the calls for $1,000/oz gold will begin to fade. What's also different this time around compared with last year )when gold suffered a major slump for the remainder of the first quarter) is the limited long exposure the market currently carry. The combined position in futures and ETPs are almost one-third lower than this time last year. So even if market conditions improve, selling pressure on gold may be limited.

Technical gold is currently trading in a $50 wide uptrend with a band of support between $1,095 and $1,105 keeping it supported.

Will Russia/Opec deliver a killer punch to short sellers?

Ahead of the December 4 Opec meeting, members of the cartel made repeated calls to Russia seeking concerted action to halt the slide. Back then, however, these efforts were rebuffed and what followed was another 40% price slump and increased speculation that the price could go as low as $20/barrel.

Faced with this once-unthinkable prospect, the idea of a deal between Russia and Saudi Arabia began to receive increased attention. Spurred by comments from government and oil executives on both sides, the market reacted strongly. The prospect of a grand bargain resulting in a cut of several hundred thousand barrels/day would change the focus from oversupply towards the future supply impact of the major investment cutbacks that have been carried out during the past 18 months.

A 5% cut on both sides – a number that was mentioned at one stage – would almost remove the daily overproduction and significantly alter the oil market's dynamics. Faced with this prospect, hedge funds holding a near-record short in the futures market began buying back these positions.

The demand for oil futures this created helped send oil up by one-quarter from the recent low but as a busy week came to a close, denials from both sides have helped to reduce the weekly gain.

With market expectations thus raised, a failure to deliver could have a significant negative impact on oil prices with a slump back below $30/b increasingly likely. But with political intervention being a significant contributor to the setting of oil prices, traders are unlikely to be aggressive sellers below $30/b as renewed talk of cuts could resurface.

The weekly inventory report from the US delivered another jump in crude oil inventories to almost 500 million barrels. The rise was triggered by a sharp, and to a certain extent expected, seasonal decline in demand from refineries. A reduction in Cushing inventories and a small cut to production provided the silver lining that combined with the Russia/Saudi speculation to help oil shrug off this report.

How does investors trade oil in such a volatile environment?

The number of outstanding options trades has risen strongly during the past couple of weeks. From the charts below, we find that open interest on both puts and calls has risen strongly. Daily average price fluctuations in WTI crude oil are close to 7% and faced with such level of volatility, it makes sense for traders and investors to use options as a way to express short- to medium-term views on oil.

On the assumption that no deal between Opec and non-Opec producers is imminent, the likely near-term direction of oil remains sideways between $30/b and $35/b. A deal of the magnitude mentioned above, however, would change the dynamics and likely send crude oil back up to or temporarily above $40/b.

Many other moving parts help to make oil forecasting increasingly difficult at the moment. Apart from the speculation about production cuts, other important drivers can not be ignored. Among these are the outlook for Chinese demand, US production resilience, Iran's ability to increase production as stated, and ongoing developments in Libya, which continues to produce at levels well below capacity.

Es ist Zeit für Veränderung

„Das Problem ist, dass die Banken nicht das tun, was die Notenbank möchte. Warum können Regierungen ihre Schulden nicht direkt bei Zentralbanken platzieren, um sie irgendwann in der Zukunft auf den Markt zu werfen?“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Die japanische Notenbank (BoJ) führt den Negativzins ein – damit will Japan erreichen, dass die Geschäftsbanken das Geld nicht bei der Zentralbank horten, sondern in die Wirtschaft schleusen. Ob das funktioniert? Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM), meint nein: „Das Problem ist, dass die Banken nicht das tun, was die Notenbank möchte. Denn sie investieren derzeit in Staatsanleihen mit niedrigen, aber dennoch positiven Renditen im In- oder Ausland.“ Zudem bleibe auch eine positive Auswirkung auf das Bruttoinlandsprodukt fraglich. Zwar sei als Reaktion auf die Entscheidung der BoJ der Yen gefallen. Doch der Vorteil, den das Land dadurch genieße, sei nicht von langer Dauer, wenn andere das Gleiche tun. „Immer weniger Anleger glauben, dass die Federal Reserve den Zinssatz in nächster Zeit noch einmal anheben kann“, so Iggo. „Weitere schlechte Nachrichten seitens der Banken bremsen das Wachstum weiter – das ist enttäuschend. Wenig Wachstum, Inflation und für längere Zeit niedrige Zinsen, zusammen genommen ergibt das jedoch eine perfekte Umgebung für Anleihen. „Sie können attraktive Credit Spreads finden, aber lang laufende Staatsanleihen sind ebenfalls wieder aussichtsreich.“

Die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen helfen den Banken, sich über Wasser zu halten, daran hat der AXA-IM-Stratege keinen Zweifel. Doch die Banken florieren nicht, weil die Volkswirtschaften immer noch zu hoch verschuldet seien. „Das bedeutet, dass sich der Appetit auf Kredite in Grenzen hält. Notleidende Kredite bleiben ein Problem, und die Banken tendieren dazu, Geld zu horten, um so dem deflationärem Umfeld entgegenzuwirken“, erklärt Iggo. Es sei an der Zeit gewesen, etwas anderes zu versuchen, um das real verfügbare Haushaltseinkommen zu steigern, die Einkommensungleichheit zu bekämpfen und Investitionsmöglichkeiten in die so dringend benötigte Infrastruktur zu finden. „Mit den quantitativen Lockerungsmaßnahmen haben wir uns davon einen Schritt entfernt. Warum können Regierungen ihre Schulden nicht direkt bei Zentralbanken platzieren, um sie irgendwann in der Zukunft auf den Markt zu werfen? Das Geld könnte dann Konjunkturprogramme finanzieren. Vielleicht wächst das nominale Bruttoinlandsprodukt dann so, wie wir es wachsen sehen wollen“, schließt Iggo. 

Politische Risikoprämie für Malaysia

von Peter Sengelmann, Senior Portfolio Manager, Emerging Market & Asian Debt – Local Currency and Local Bonds bei NN Investment Partners.

Willkommen im Jahr 2016! Dieser Beitrag markiert den Auftakt zu einer Serie regelmäßiger Kolumnen zum Thema Asien, in denen unsere Investmentprofis von Singapur aus ihre Einschätzung der Entwicklungen und Trends in der Region abgeben. Diesen Monat skizziert Senior Portfolio Manager Peter Sengelmann seine Sicht der sich in Malaysia bietenden Chancen. Das Land hatte im vergangenen Jahr angesichts der schwersten politischen Krise in seiner jüngeren Vergangenheit nur schlecht abgeschnitten.

Auf der anderen Seite des „Causeway“, der Brücke, die Singapur vom Festland trennt, liegt Malaysia. 2015 war für das Land ein Horrorjahr. So hatte der Rohstoffexporteur nicht nur mit sinkenden Rohstoffpreisen zu kämpfen, sondern durchlebte auch seine schwerste politische Krise der jüngeren Vergangenheit. Malaysias Premier Najib Razak ist in einen Politskandal verwickelt, nachdem knapp 700 Millionen US-Dollar auf mysteriöse Weise auf dem Privatkonto des Politikers eingingen. Offenbar stammt das Geld von einem unbekannten Spender aus dem Nahen Osten. Nach Angaben der malaysischen Anti-Korruptionsbehörde stammt das Geld jedoch nicht aus dem hoch verschuldeten staatlichen Investmentfonds 1Malaysia Development Berhad („1MDB“), dessen Beirat der Premierminister vorsitzt.

So oder so, im Zuge des Skandals fiel der Anleihekurs des 1MDB im September letzten Jahres um 28 Prozent, als Anleger einen möglichen Zahlungsausfall befürchteten. Nicht zuletzt fürchtete man auch, Najibs Partei könne sich im Zuge des Skandals selbst zerfleischen. Bei Protestmärschen forderte man lautstark den Rücktritt des umstrittenen Premiers. Vor diesem Hintergrund fiel der Ringgit 2015 um fast 19 Prozent gegenüber dem US-Dollar und war damit der schlechteste Performer in Asien. Das ist die Prämie, die für das politische Risiko in Malaysia zu zahlen ist.

In den meisten Ländern hätte die Verstrickung in dunkle Affären für den betroffenen Politiker das Ende seiner politischen Karriere bedeutet. Doch Najib hat die Schlammschlacht bislang gut überstanden. War sein politisches Überleben im vergangenen Jahr noch ungewiss, so besteht inzwischen allgemein Konsens, dass er seine Position gefestigt hat. Dazu hat sicherlich auch die Tatsache beigetragen, dass es bislang keinen echten Kandidaten für seine Nachfolge gibt. Hinzu kommt, dass Maßnahmen zum Abbau der Verschuldung des 1MDB, wie beispielsweise der Verkauf von Kraftwerken und Liegenschaften, Anlegern signalisiert hat, dass der Fonds über werthaltiges Vermögen verfügt und seine finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich erfüllen will. Moody’s wies bereits Anfang Januar darauf hin, dass der Fonds kein systemisches Risiko für Malaysias Wirtschaft, Bankensektor oder öffentliche Finanzen darstellt.

Für Anleger, die sich erst gerade wieder mit Malaysia anfreunden, könnte es jetzt zu spät sein, um von 1MDB-Anleihen zu profitieren: Die Renditen sind mittlerweile von 9,5 Prozent im September auf nunmehr unter 7 Prozent gefallen. Der Ringgit erscheint indes unterbewertet, da er auf einem Niveau handelt, das nicht die wirtschaftlichen Rahmendaten widerspiegelt. Alle drei großen Rating-Agenturen bewerten Malaysia mit „A“, das Land fährt immer noch einen Leistungsbilanzüberschuss (der im Zuge fallender Rohstoffpreise allerdings zurückgeht) und die Wirtschaft wächst jedes Jahr um rund 5 Prozent. Und dennoch ist der Ringgit die am stärksten unterbewertete Währung Asiens. Das ergaben jedenfalls die Berechnungen des realen effektiven Wechselkurses durch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Wer weiß, wie lange der politische Frieden noch halten wird? Doch fürs Erste scheint Malaysia das Gröbste überstanden zu haben. Angesichts der 2018 anstehenden Parlamentswahlen werden Premier Najib und seine Partei der Wirtschaft sicherlich ihre volle Aufmerksamkeit widmen. Maßnahmen wie die verstärkten Staatsausgaben und Reformfortschritte zur weiteren Diversifizierung der Wirtschaft dürften die Marktstimmung heben. Im Gegenzug könnte sich Najibs Partei noch eine weitere Amtszeit sichern.

Mit innovativen Unternehmen dem trüben Wirtschaftsklima trotzen

von Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management.

Die Aktienmärkte haben sich 2015 weltweit uneinheitlich entwickelt. Während Europa und Japan die meisten Märkte geschlagen haben, war die Ausbeute in den USA und den Emerging Markets enttäuschend. Auch wenn wir für 2016 wieder schwierige Marktbedingungen erwarten, bleiben Aktien unsere erste Wahl.

Das globale Wirtschaftswachstum wird 2016 – nach einer gewissen Abkühlung im vergangenen Jahr – wieder leicht steigen. Dies sollte reichen, um die Profitabilität der Unternehmen aufrechtzuerhalten und die Aktienkurse höher zu treiben. Die Zentralbanken werden jedoch vor dem Hintergrund des immer noch fragilen Weltwirtschaftswachstums an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan könnten infolge der unter den Zielwerten liegenden Inflationsraten die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte noch weiter senken. Der wirtschaftspolitische Kurs Chinas hingegen ist weniger berechenbar, denn im Land der Mitte müssen die politischen Entscheidungsträger konkurrierende Ziele hinsichtlich Wachstum und Reformen in Einklang bringen. Eine weitere Abwertung des Yuan durch die People’s Bank of China ist vermutlich wahrscheinlich. 

Aktien werden daher in einem erneut von niedrigen Renditen geprägten Jahr weiter besser abschneiden als die meisten anderen Anlageklassen. Doch eine Renditeentwicklung prognostizieren zu wollen käme dem Versuch einer weltweiten Wettervorhersage gleich. Investoren sollten daher über den Tellerrand der Schlagzeilen, Durchschnittswerte und Gesamtzahlen blicken.

USA – die anderen 496 Aktien

Die niedrigen Wachstumsraten trieben Investoren im vergangenen Jahr dazu, Wachstum um jedem Preis zu suchen. Das Ergebnis am Ende des Jahres lautete: FANG (Facebook, Amazon, Netflix, Google) +75 Prozent, die restlichen 496 Aktien des S&P 500-Index landeten bei -2 Prozent (1). Diese extreme Dynamik führte zu Marktumständen, von denen versierte Stock-Picker 2016 profitieren können. Viele Marktteilnehmer werden sich auf fundamentale Unternehmensbewertungen zurückbesinnen, bedingt durch das große Risiko der teuer gehandelten Aktien und der relativ hohen Attraktivität jener Aktien, die unterhalb der Marktmultiplikatoren gehandelt werden. Somit könnte 2016 eine Spiegelung von 2015 werden, in dem die schlechte Performance weniger gut bewerteter Aktien durch die positive Entwicklung hunderter anderer Aktien ausgeglichen wird.

Europa – Geringes Wachstum könnte weit reichen

In Europa interessieren uns insbesondere Unternehmen, die stärker von der Erholung am europäischen Markt abhängen und weniger von den Emerging Markets. Europäische Aktien könnten davon profitieren, dass das Gewinnwachstum am heimischen Markt wieder aufholt. Das wäre bereits bei einer nur moderaten Zunahme des Wirtschaftswachstums möglich. Zwar steht die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone noch am Anfang, aber die Bilanzen europäischer Unternehmen sind kerngesund und der M&A-Bereich entwickelt sich weiterhin lebhaft. 

Japan – Verhaltenswandel bei Unternehmen und Verbrauchern

Hinsichtlich eines langsamen ökonomischen und inflationären Wachstum Japans bleiben wir optimistisch. Unser Fokus liegt aber auf den Unternehmensgewinnen, der Wirtschaftlichkeit und Reformen des Landes, die Investments in japanische Unternehmen viel attraktiver machen, als in den letzten Jahrzehnten.

Der Ausblick auf die Gewinne japanischer Unternehmen ist ungefähr gleich auf mit Europa. Die Unternehmensrentabilität ist bereits auf Rekordniveau, ein Resultat des schwachen Yen sowie der Jahre der Umstrukturierung. Unternehmen haben geliefert und die Bilanzen sind die gesundesten der letzten zwei Jahrzehnte.
Entscheidend sind zudem die signifikanten Beweise für die Verbesserung der Unternehmensführung und Aktionärsorientierung von vielen Unternehmen, inklusive mehr unabhängigen Chefs, weniger Überkreuzbeteiligung und einen deutlichen Anstieg der Aktienrückkaufe und Dividenden.

Emerging Markets – Makro ist nicht alles

Bei den Emerging Markets hängt die makroökonomische Entwicklung neben den heimischen Faktoren auch von externen Einflüssen ab. Die größten sind derzeit die niedrigen Ölpreise und der Rückgang der Industrieproduktion in China, der sich direkt negativ auf eine Reihe asiatischer Länder auswirkt. Einzig Indien sticht positiv aus den Schwellenländern heraus. Das Makroumfeld des Landes ist günstiger, als es jemals zuvor in den vergangenen fünf Jahren war.

Trotz der aktuell schwächelnden Emerging Markets bleiben wir hier weiterhin investiert, denn für uns ist es wichtiger in Unternehmen zu investieren, als in Märkte oder Volkswirtschaften. Bei genauerem Hinsehen bieten sich hier nämlich Anlagechancen, die überzeugend genug sind, um das Risiko wettzumachen. So halten einige Banken in Kolumbien und Peru in ihren kleinen Märkten einen so großen Marktanteil und verfügen über so hohe Preismacht, dass sie potenziell auch dann florieren, wenn die niedrigen Rohstoffpreise viele lateinamerikanische Volkswirtschaften negativ beeinflussen.

Fazit

Um die vorangegangenen Ausführungen auf einen Nenner zu bringen: Wir suchen überall nach innovativen Unternehmen mit differenzierten Angeboten und starken Marken. Unternehmen, die wettbewerbsfähig und langfristig erfolgreich sein werden. Wir sind davon überzeugt, dass sich Investoren gerade jetzt in den Emerging Markets gut für den Zeitpunkt positionieren können, wenn es an den dortigen Aktienmärkten wieder aufwärtsgeht. Das passiert in der Regel, noch bevor sich das Makroumfeld erholt.

Den vollständigen Ausblick auf Englisch finden Sie links als PDF.

Quellen:
(1) Datastream per 31. Dezember 2015. Die gesamte Performance ist der Durchschnitt der gewichteten Marktkapitalisierung. „Die anderen 496“ beziehen sich technisch gesehen auf den S&P 500 Index exklusive den FANG Aktien.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 30. September 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,028 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.