Zyklische Rohstoffe im Rallye Modus, Investorenverhalten bleibt defensiv

Investoren suchen Sicherheit in Gold, der Sektor zählt mit weiteren 193 Mio. USD an Mittelzuflüssen zu den Top-Sektoren. Öl-ETPs verbuchen nach einem Preisanstieg trotz zunehmender Lagerbestände moderate Mittelzuflüsse. Im Gegensatz zum Industriemetallmarkt verbucht Kupfer Mittelzuflüsse, nachdem der Preis von einer zunehmenden Risikobereitschaft profitiert. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links mit Charts.

Defensives Investorenverhalten lässt YTD Mittelzuflüsse in Gold auf über 1,2 Milliarden USD ansteigen. Obwohl es frühe Anzeichen einer Abschwächung der Marktturbulenzen gibt, bleiben Anleger zunehmend defensiv. Die achte Woche in Folge verbuchten physisch hinterlegte Gold-ETPs (A0N62G) Mittelzuflüsse, vergangene Woche waren es weitere 193,6 Mio. USD. "Die Futures Markt Positionierung deutet ebenfalls auf einen anhaltenden Optimismus für den Goldpreis hin, Netto-Long-Positionen stiegen vergangene Woche um mehr als 20 Prozent“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions.

Öl-ETPs verbuchen 11 Wochen in Folge Mittelzuflüsse. Die Rohöl-Benchmarks Brent (A1N49P) und WTI (A0KRJX) konnten vergangene Woche jeweils über die 30 USD/bbl Marke klettern und die Anlegerstimmung positiv beeinflussen. Überraschend erholten sich die Ölpreise trotz der höher als erwarteten Zunahme der Lagerbestände in den USA. Vergangene Woche notierten die Lagerbestände auf ihrem höchsten Niveau seit Aufzeichnung der EIA (die Daten gehen zurück bis 1982). „Der saudische Ölminister Naimi betonte, dass es zu keiner Produktionskürzung kommen werde, doch inzwischen verbreiten sich Gerüchte, dass im März ein weiteres OPEC-Treffen zustande kommen könnte, was die Preise weiter stützt“, so Hein. Die Mittelzuflüsse beliefen sich auf 9,0 Mio. USD, die niedrigste Ergebnis seit acht Wochen.

Platin verbucht die höchsten Mittelzuflüsse in Höhe von insgesamt 6,5 Mio. USD. Platin (A0N62D) konnte sich vom Pessimismus der vergangenen Monate erholen und profitierte von starken Gewinnen der globalen Automobilverkäufe. „Obwohl amerikanische und chinesische Fahrzeugabsätze auf Rekordniveau notieren, bildet Palladium (A0N62E) das Schlusslicht im Edelmetallsektor und notiert 12 Prozent schwächer auf Jahressicht“, erklärt Hein. Im Vergleich dazu glänzen andere Edelmetalle mit einem durchschnittlichen Gewinn von rund 11 Prozent im Jahr 2016.

Zwei Wochen hintereinander verbuchen diversifizierte Industriemetall-ETPs Mittelzuflüsse. Moderate Mittelzuflüsse von 2,6 Mio. USD wurden in breit diversifizierte Industriemetall-ETPs (A0SVX7) investiert. Kupfer dominierte den Industriemetallsektor und konnte Mittelzuflüsse in Höhe von 4,1 Mio. USD verbuchen, die größten Zuflüsse seit zwei Wochen. Eine zunehmend ausgeglichene Angebot-Nachfrage Situation unterstützt die Preise für Metalle, diese konnten, ausgenommen Nickel (-2,4 Prozent), solide Gewinne im letzten Monat verzeichnen.

Öl im Aufwind dank sinkender US-Produktion

„Der Energiesektor trotzte in der vergangenen Woche einem neuen 17-Jahrestief bei Gas und verzeichnete mit 5,2 Prozent sein erstes Plus in vier Wochen. Gründe hierfür waren vor allem US-Produktionskürzungen bei Öl und eine anhaltende Diskussion unter Produzenten über eine Förderdrosselung“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Angetrieben vom Energie- und Agrarrohstoffsektor stieg der Bloomberg Rohstoffindex ebenfalls zum ersten Mal seit vier Wochen und rangiert nun fünf Prozent über seinem Rekordtief aus dem Januar 2016. 

Gold bewegte sich in der vergangenen Woche seitwärts, nachdem wochenlange Zukäufe für einen allgemeinen Stimmungsumschwung gesorgt hatten. „Sorgen vor einer Rezession und niedrige Leitzinsen haben ein positives Momentum für Gold geschaffen. Das führte zu massiven Zukäufen durch ETFs“, sagt Hansen. Auch 2015 verzeichnete Gold zu Beginn des Jahres durch den sogenannten Frankenschock und das Quantitative Easing der EZB starke Gewinne. Dies werfe nun die Frage auf, ob es sich auch bei der aktuellen Rallye nur um eine kurzfristige Entwicklung handele. „Unserer Meinung nach deuten die derzeitigen Entwicklungen an den Märkten aber tatsächlich auf einen Stimmungswandel zugunsten von Edelmetallen hin. Die Zinswende in den USA sowie der Preisverfall bei Öl und globalen Aktien haben die Nachfrage nach dem gelben Metall erneut angefeuert“, sagt Hansen.

Rohöl befindet sich derzeit weiter auf Konsolidierungskurs. „Die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt in den USA fielen besser aus als erwartet. Das sorgte bei den Ölbenchmarken WTI und Brent für Kursgewinne. Beide kletterten auf ihre Schlüsselwiderstände von 34,80 bzw. 36,75 US-Dollar pro Barrel“, sagt Hansen. Da von einem Rückgang der globalen Überproduktion nicht vor 2017 zu rechnen sei, unterstützen die Fundamentaldaten derzeit allerdings nicht die These einer möglichen längeren Preisrallye. „Bei Öl existiert derzeit ein immenser Fokus sowohl auf Short- als auch auf Longtrades. Insofern dürfte jeder Ausbruch aus der bislang vorherrschenden Preisspanne eine Reaktion und eine mögliche Überschreitung zur Folge haben“, sagt Hansen abschließend.

Den vollstädigen Rohstoffkommentar der SaxoBank finden Sie links als PDF in englischer Sprache mit Charts.

US-Wahlkampf - Gesundheitsmarkt von Clintons Forderungen unbeeindruckt

Die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen sind gerade aus gesundheitspolitischer Sicht von großem Interesse. Hillary Clinton, vor Abschluss der Vorwahlen aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten, fordert immer wieder weitreichende Reformen des Gesundheitswesens in den USA. Die Lacuna AG, seit langem Spezialistin für Investments im Healthcare-Bereich, rechnet jedoch nicht mit negativen Auswirkungen eines möglichen Clinton-Wahlsiegs auf die Aktienkurse.

Am 8. November 2016 wählen die Vereinigten Staaten einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Bis dahin buhlen sowohl die Demokraten als auch die Republikaner um die Gunst der Wähler. Auf welche Spitzenkandidaten sich die beiden Parteien im Rennen um die Nachfolge von Barack Obama festlegen, steht zwar noch nicht fest, bei den Demokraten geht Ex-Außenministerin Hillary Clinton aber jedenfalls als Favoritin in die heiße Phase der Vorwahlen. Clinton hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder mit Forderungen nach einer weitreichenden Reform des US-Gesundheitswesens aufhorchen lassen und bewirbt diese auch im derzeitigen Wahlkampf aggressiv. Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor und Prokurist der Lacuna AG, hält die Auswirkungen von Clintons Politik auf den US-Gesundheitsmarkt für überschaubar: „Clinton hatte in den letzten 20 Jahren diverse Funktionen inne und brachte die jetzigen Änderungsvorschläge am Gesundheitswesen dabei immer wieder auf die Agenda. Tatsächlich umgesetzt wurden diese aber nie, da sie nicht mit der Realität des amerikanischen Gesundheitssystems vereinbar sind“, lautet Grabowskys Einschätzung.

Gesundheitsmarkt wieder attraktiv bewertet 

Für die jüngsten, leichten Kursrückgänge hat Grabowsky eine andere Erklärung: „Die derzeitigen Outflows aus dem US-Gesundheitsmarkt sind primär durch Gewinnmitnahmen der Anleger zu erklären. Für Investoren ist diese Entwicklung aber vorteilhaft, da dadurch die Bewertungen am US-Gesundheitsmarkt wieder attraktiv sind. Wir gehen davon aus, dass sich die positive Entwicklung des Gesundheitsmarktes unabhängig von der politischen Lage weiter fortsetzen wird.“ Der Lacuna – BB Adamant Global Healthcare Fonds investiert weltweit in die erfolgreichsten Gesundheitsunternehmen und deckt alle Branchen ab. Was die Fondsstrategie hinsichtlich Länderallokation betrifft, so werden die vier wesentlichen globalen Gesundheitsregionen spezifisch gewichtet. Nordamerika ist dabei mit 31,70 Prozent jene Region, die am stärksten im Portfolio vertreten ist.

Super Tuesday bei US-Vorwahlen - Demokratische Präsidenten waren bisher für Aktien besser

Am 8. November 2016 wissen wir, wer der neue US-Präsident ist. Aktuell finden dazu Vorwahlen in allen US-Bundesstaaten statt. In ihnen entscheidet sich, wer als Präsidentschaftskandidat der Demokraten und Republikaner ins Rennen geht. Morgen, am sogenannten Super Tuesday, finden gleich in zwölf US-Staaten Vorwahlen statt, was eine Vorentscheidung bei der Kandidatenfrage mit sich bringen könnte.

Häufig herrscht die Vorstellung, dass republikanische Präsidenten aufgrund ihrer eher wirtschaftsliberalen Haltung für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und damit auch für steigende Aktienkurse sorgen. Analysiert man allerdings die Kursentwicklungen des S&P 500 von 1928 bis heute, zeigt sich, dass sich die Aktienkurse während republikanisch geführter Regierungen schlechter entwickelten als unter demokratischen Präsidenten. Vier Amtsperioden eines republikanischen Präsidenten, aber nur eine eines demokratischen Präsidenten, endeten mit Kursverlusten.

Während die Börsen seit 1928 in den Regierungsjahren eines demokratischen US-Präsidenten im Jahresdurchschnitt um 10,0 Prozent stiegen, erhöhten sie sich bei republikanischen Amtsinhabern lediglich um 1,8 Prozent. Dieser Trend gilt auch für den Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute: Zu Zeiten eines demokratischen US-Präsidenten erhöhten sich die Kurse um durchschnittlich 11,4 Prozent pro Jahr, bei republikanischen US-Präsidenten dagegen nur um 4,8 Prozent.

US-Präsidenten und die Kursentwicklung von US-Aktien

*bis 31.12.2015, Quelle: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research, FERI

Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity: „Auch wenn die US-Börsen während der Amtszeit demokratischer US-Präsidenten bisher eine bessere Entwicklung zeigten, müssen immer auch die jeweils vorherrschenden ökonomischen und politischen Herausforderungen der Zeit gesehen werden. Ein enger Zusammenhang zwischen dem politischen Lager des Präsidenten und der Börsenentwicklung besteht insbesondere in mittel- und langfristiger Sicht nicht. Anleger sollten sich daher von politischen Wahlen in ihrer Investmententscheidung nicht beeinflussen lassen, sondern ihre Anlagestrategie konsequent weiterverfolgen.“

Aditya Khowala, Fondsmanager des Fidelity American Growth Fund: „Der Super Tuesday wird zwar kurzfristig für Schlagzeilen sorgen. Doch unabhängig davon, wer als Spitzenreiter daraus hervorgeht oder später sogar die Wahl gewinnt, erwarte ich keine dramatischen Veränderungen in der Politik. Der Schwerpunkt wird weiter auf der Wirtschaft liegen, wo wir gemischte Signale sehen. Die Kombination aus strafferen Liquiditätsbedingungen und sinkenden Inflationserwartungen begrenzen die Möglichkeiten der Fed, die Zinsen zu erhöhen. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass der Bankensektor unter regulatorischen Druck geraten könnte. Aber die Fiskalpolitik wird möglicherweise etwas Spielraum haben, um das Wachstum zu unterstützen, etwa durch Investitionen in Infrastruktur. Das könnte interessante Investmentmöglichkeiten schaffen. In diesem Umfeld konzentriere ich mich auf attraktiv bewertete Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen, die unter den meisten makroökonomischen Bedingungen gute Ergebnisse liefern können. Doch es gilt, selektiv zu sein, da beispielsweise einige Unternehmen weiter unter dem niedrigen Ölpreis leiden dürften. In meinem Portfolio halte ich Aktien von Unternehmen, die von langfristigen Wachstumstrends profitieren. Interessant sind vor allem Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht und der Fähigkeit, ihre Cashflows steigern zu können.“

Economic strength to support the Krona

At its latest meeting the Swedish central bank (Sveriges Riksbank or the “Riksbank”) lowered its benchmark interest rate further into negative territory to –0.5%, the second lowest interest rate in the developing world behind Switzerland (currently -0.75%). The move is consistent with the Riksbank’s aim to pre-empt any loosening of monetary policy measures by the European Central Bank (ECB), in order to prevent a sharp appreciation in the SEK and a simultaneous fall in domestic inflation (see Figure 1). While the interest rate cut initially bolstered the EUR/SEK exchange rate, we expect this to reverse in the coming month. The Swedish economy is currently outperforming its counterparts in mainland Europe by some margin and we are beginning to see signs that the Riksbank’s use of interest rates is reaching its limit, thus we see risks to the EUR/SEK currency pair currently skewed to the downside.

Limit reached?

Unlike the three previous rate cuts in 2015, the latest decision to cut interest rates was split, with two of the six members of the Riksbank’s Executive Board preferring to leave the rate unchanged. Those members highlighted the possibility that use of the interest rate in influencing the economy may be reaching a “limit” and that further cuts could not be made “without problems arising”. The concern is that the underlying fundamentals of the Swedish economy are strong and that inflation is likely to rebound in the medium term in any case. Furthermore, additional rate cuts risk damaging the nation’s banking sector. Therefore, despite rhetoric suggesting a willingness to do more, we believe it is unlikely that the Riksbank will cuts rates further without a significant catalyst.

Swedish economy shows strength

The Swedish economy is currently growing at a blistering pace of 3.9% YoY, over double the pace of the Eurozone, and unemployment is at the lowest level in seven years (see Figure 2). Despite this economic outperformance the SEK has fallen almost 2% against the Euro in 2016 (Source: Bloomberg), reflecting the impact of the Riksbank’s dovish policy measures. In coming weeks, we believe that the Riksbank’s reduced appetite for further rate cuts will allow markets to price in this relative strength and cause the SEK to recoup some of its recent losses against the Euro.


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Unbarmherzige Schlagzeilen, doch nicht alle Nachrichten sind schlecht

Von James Swanson, MFS Chief Investment Strategist.

Die Schlagzeilen in 2016 waren mitunter erschütternd: China bricht zusammen, Bankenprobleme in Europa, Verwüstungen im Ölgeschäft. In der Tat gibt es genügend Gründe, die zur Sorge veranlassen. Das Wachstum der Weltwirtschaft geht von Jahr zu Jahr zurück. Wir befinden uns noch nicht auf Rezessionsniveau, doch eine Wachstumsverlangsamung ist nicht von der Hand zu weisen. Unklar ist bislang jedoch noch, ob diese Verlangsamung lediglich temporärer Natur ist, oder anhält. China bleibt eine der Hauptsorgen, mit dem Bestreben des Landes, sich von einer exportgetriebenen zu einer konsumorientierten Volkswirtschaft zu wandeln. Sowohl Exporte als auch Importe sind zurückgegangen und Bedenken über den chinesischen Bankensektor mehren sich. Glücklicherweise werden die Schulden des Landes nicht von vielen Investoren außerhalb Chinas gehalten. Eine Bankenkrise hätte daher – wenngleich sie schmerzhaft wäre – vermutlich nicht dieselben globalen Auswirkungen, wie es bei der US-Hypothekenkrise zwischen 2007 und 2009 der Fall war.

Konsum schleicht sich heran
Unterdessen beginnt der chinesische Verbraucher damit, mehr Gewicht zu tragen. Der Konsum steigt von Jahr zu Jahr und der chinesische Wohnungsmarkt hat in den letzten Monaten zugelegt. Hier erwarte ich keinen Zusammenbruch.

In Europa ist die Lage momentan sehr unterschiedlich. Während die deutschen Exporte zurückgehen, nimmt der Konsum in der Eurozone zu und die unterstützende Geldpolitik hält an. Japans diversifizierte Wirtschaft befindet sich inmitten eines mehrjährigen Umstrukturierungsschubs – allerdings ohne, dass man davon bisher etwas sieht.

Die US-Konsumausgaben machen einen größeren Anteil an der Weltwirtschaft aus, als es die gesamte wirtschaftliche Leistung Chinas tut. Zudem sind die US-Verbraucher im Januar in Schwung gekommen. Offenbar gingen die schlechten Nachrichten im Rest der Welt an ihnen vorüber. Die US-Realeinkommen nehmen zu, Löhne steigen und sowohl die Zahl der Beschäftigten, als auch die geleisteten Arbeitsstunden wachsen an. Insgesamt scheint das globale Umfeld nicht auf eine bevorstehende Rezession hinzudeuten.

Korrekturen nicht notwendigerweise Signal für Rezession
Die Historie zeigt uns, dass Kursverluste an den Märkten, wie wir sie bislang in 2016 gesehen haben, nicht immer ein Signal für Rezessionen sind. Der S&P 500 hat seit 1959 elf Kursrückgänge in ähnlicher Höhe wie zuletzt verzeichnet – mit Verlusten zwischen 10 und 15 Prozent. Drei dieser Phasen endeten in einer Rezession, während die anderen acht es nicht taten. Der durchschnittliche Kursrückgang während dieser acht Phasen lag bei ungefähr 16 Prozent. Ferner lag der durchschnittliche Kursgewinn im S&P 500 sechs Monate nach Ende der Talfahrt bei 18 bis 19 Prozent. Es ist auch gut zu wissen, dass das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis in diesen Phasen im Durchschnitt bei 19 bis 20 lag. Heute liegt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 15,5, was angemessener erscheint.

Es liegt nach wie vor Arbeit vor uns
Steuern wir nun auf eine Rezession zu? Meiner Meinung nach kann dies nicht mit einem einfachen „ja“ oder „nein“ beantwortet werden. Es ist vielmehr ein zweistufiger Prozess, der sich noch entwickelt. Der anhaltende Ölpreisverfall – hauptsächlich aufgrund der gesunkenen Nachfrage aus China – ist ein Input-Kostenfaktor. Sinkende Kosten führen natürlich zunächst dazu, dass einige Vermögenswerte vernichtet werden. Dies wird zweifelsohne bei Energiefirmen der Fall sein, die auf Ölpreise von 70, 80 oder 100 Dollar je Barrel angewiesen sind. Doch sobald sich die Kapitalverluste ihren Weg durch das System gebahnt haben, wird es einen Schub für die verarbeitende Industrie geben, in Form von höheren Gewinnen basierend auf niedrigeren Input-Kosten.

Als weitere Auswirkung der jüngsten chinesischen Leiden, unterdrückt der Rückgang der Rohstoffpreise Erwartungen nach höheren Zinsen – also Kapitalkosten. Damit haben wir nun zwei Input-Kostenfaktoren, die vergleichsweise gering bleiben werden für das Gleichgewicht in 2016. Dies könnte möglicherweise größeren Volkswirtschaften zugute kommen, wie den USA, der Eurozone, Japan und sonderbarerweise auch China selbst.

Angst ist verständlich und Investoren tun gut daran, vorsichtig zu sein. Für Investoren ist es im Moment möglicherweise das Beste, sich etwas in Zurückhaltung zu üben und die makroökonomischen Daten der wichtigsten Volkswirtschaften über die kommenden Monate weiter zu beobachten. Dies dürfte dabei helfen herauszufinden, ob das schlimmste der Krise bereits hinter uns liegt.

Über MFS:
MFS Investment Management ist ein global ausgerichteter Vermögensverwalter mit Investmentbüros am Firmensitz in Boston/Massachusetts sowie in London, Mexico City, Hongkong, Sao Paolo, Singapur, Sydney, Tokio und Toronto. Der Asset Manager bietet eine umfangreiche Auswahl breit diversifizierter und ausgewählter konzentrierter Aktienstrategien auf globaler, regionaler und länderspezifischer Ebene sowie robuste festverzinsliche Anlagemöglichkeiten über das gesamte Kredit- und Sektorspektrum. Seit Unternehmensgründung und der Auflage des ersten offenen Publikumsfonds in den USA im Jahr 1924 verfolgt MFS seinen Investment-Ansatz, der auf einem fundamentalen Bottom-Up Research basiert. Für Privatkunden und institutionelle Anleger verwaltet MFS weltweit Vermögen im Wert von 397,6 Mrd. US-Dollar (Stand: 31. Januar 2016). Global beschäftigt das Unternehmen rund 1.800 Mitarbeiter, darunter mehr als 228 Investmentspezialisten. MFS hat die Grundsätze der Vereinten Nationen (UN PRI) für verantwortungsbewusstes Investment unterzeichnet. Die Europazentrale befindet sich in London. In Deutschland ist MFS in Frankfurt am Main unter der Leitung des Geschäftsführers Lars Detlefs vertreten.

Fundamentaldaten rechtfertigen keinen Kurssturz bei globalen Immobilien

Laut NN Investment Partners (NNIP) rechtfertigen die Fundamentaldaten in keiner Weise den Kurssturz um 6 Prozent, den globale Immobilien seit Ende November 2015 hinnehmen mussten. Niedrige Zinsen und positive Signale im Hinblick auf die Faktoren, die die Entwicklung am Immobilienmarkt maßgeblich beeinflussen, deuten auf nachhaltiges Wachstum hin. Nach Überzeugung von NNIP wird der Wohnimmobilienmarkt in den USA 2016 positiv abschneiden und so einen wertvollen Beitrag zur US-Wirtschaftsleistung insgesamt liefern.

Danach profitiert der Immobiliensektor auch von der gelockerten Kreditpolitik, denn mittlerweile sind die Renditen auf US-Treasuries wieder unter 2 Prozent gerutscht, während die Zinsen auf Bundesanleihen unter 50 Basispunkten verharren. Zudem ergab die jüngste Lending-Umfrage der EZB, dass sich die Eigenheimkreditvergabekriterien im vierten Quartal netto erneut gelockert haben. Auch die Nettonachfrage nach Eigenheimkrediten steigt. Dazu tragen vor allem die freundlicheren Aussichten am Wohnimmobilienmarkt, das zunehmende Verbrauchervertrauen und die niedrigen Zinsen bei.

Auch der Rückgang der Arbeitslosenrate in allen Regionen sowie der Anstieg der Einzelhandelsumsätze (außer in Japan) gegenüber dem Vorjahr machen sich hier positiv bemerkbar. Nach Angaben von NNIP dürfte mit den günstigen Trends am Arbeitsmarkt auch die Nachfrage nach Bürofläche zunehmen. 

Dazu Patrick Moonen, Principal Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners:

„Aus Anlegerperspektive bieten Immobilien weiterhin attraktive Renditen, vor allem im Vergleich zu anderen Anlage-formen. Die absoluten Cap-Rates, mit denen sich der Wert eines Gebäudes aus dem Jahreseinkommen des Gebäudes errechnen lässt, liegen momentan etwas über dem Durchschnitt. Das dürfte für anhaltendes Anlegerinteresse sorgen. Geografisch geben wir der Eurozone den Vorzug. Die aktuelle EZB-Politik ist günstig, und Mario Draghi hat seine Bereitschaft signalisiert, erforderlichenfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen. Wir erwarten eine weitere Lockerung für März.“

In den USA hat sich der Höhenflug der Häuserpreise zwar verlangsamt, sie steigen jedoch immer noch sehr viel schneller als die verfügbaren Einkommen. Für viele ist ein Eigenheim daher kaum bezahlbar. Andererseits erleichtert die entspantere Lage am Arbeitsmarkt Haushaltsgründungen. Junge Erwachsene haben so die Möglichkeit, aus dem Elternhaus auszuziehen und einen eigenen Haushalt zu grün-den. Ein weiterer Faktor ist das Bevölkerungswachstum. Im Ergebnis dürfte die Zahl der Privathaushalte dadurch pro Jahr um etwa eine Million steigen.

Moonen weiter: „Unter Berücksichtigung von Abrissen entspricht das netto rund 1,4 bis 1,5 Millionen neuer Haushalte pro Jahr. Das ist zwar dreimal so hoch wie während der Krise, aber immer noch ein Viertel niedriger als 2005. Das Risiko liegt auf der positiven Seite.“

UK-Immobilien erwirtschaften im dritten Jahr in Folge zweistellige Gesamterträge

Britische Gewerbeimmobilien haben im Jahr 2015 einen Gesamtertrag (Total Return) in Höhe von 13,1 Prozent erbracht, laut der IPD-Daten, die im jüngsten „Market Review & Outlook“ von BMO Real Estate Partners veröffentlicht wurden. Dies war das dritte Jahr in Folge mit einem zweistelligen Gesamtertrag. Für die kommenden fünf Jahre bis Ende 2020 erwartet das Unternehmen eine Normalisierung der Gesamterträge auf eine Größenordnung von 5,0 Prozent jährlich. Alle Angaben sind auf Pfund-Sterling-Basis.

Treiber der Gesamterträge für britische Immobilien im Jahr 2015 sind die Kapitalgewinne: Während des vierten Quartals stieg der Kapitalwert durchschnittlich um 1,7 Prozent, auf das gesamte Jahr gesehen um 7,8 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich Objekte in den wirtschaftlich starken Regionen des Landes (London und der Südosten). Die Renditen aus Büro- und Industrieobjekten lagen über denen, die sich mit Einzelhandelsimmobilien außerhalb Londons erzielen ließen.

Für das Jahr 2016 erwartet BMO Real Estate Partners über alle Immobiliensektoren hinweg einen Total Return in Höhe von 6,7 Prozent. Im Gegensatz zu den vergangen Jahren wird der Total Return voraussichtlich wieder verstärkt durch die erzielten laufenden Erträge gestützt werden und weniger aus weiteren Wertsteigerungen. Die Mieten werden bei Core-Immobilien und -Standorten nach Einschätzung von BMO Real Estate Partners weiter steigen. 

Der größte Unsicherheitsfaktor für den Immobilienmarkt ist das Referendum über den möglichen Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union am 23. Juni 2016. „Sollte Großbritannien die EU verlassen, könnte das negative Auswirkungen auf Gewerbeimmobilien insgesamt und besonders auf den Londoner Büromarkt haben. Einzelhandelsimmobilien sollten sich dagegen als relativ widerstandsfähig erweisen“, so Glover. „Sollten die Briten dagegen für einen Verbleib in der EU stimmen, ist auch eine positive Reaktion des Markts möglich, falls Investoren wegen des Referendums Investmententscheidungen verschoben haben.“

Zuflüsse in Gold ETPs bleiben hoch - Investoren suchen Sicherheit inmitten von volatilen Märkten

Gold exchange traded products („ETPs”) glänzen weiter, da Investoren in sichere Anlageklassen strömen. Die Mittelzuflüsse in die Gold ETPs von ETF Securities gehen dank der volatilen Aktienmärkte die siebte Woche in Folge weiter.

James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy von ETF Securities, dazu:

„Gold ist laut unseren Modellen derzeit angemessen bewertet, dennoch könnte das Risiko eines plötzlichen Shocks an den zyklischen Märkten den Goldpreis noch wesentlich höher treiben. Investoren kaufen Gold als eine sichere Anlage – eine Absicherung gegen die erhöhte Wahrscheinlichkeit der „tail-risks“. Die Ängste vor gegen das Establishment gerichteten Regierungen oder einer Umwälzung an den Finanzmärkten sind nur zwei der Sorgen, die Investoren aktuell im Kopf haben.“

„Obwohl der S&P500 wieder gestiegen ist und die in den Optionspreisen implizierte Aktienmarkt-Volatilität zurückgegangen ist, sahen wir letzte Woche weitere Mittelzuflüsse in Gold ETPs, da Investoren weiter defensive Positionen in ihren Portfolios aufbauen. Die Europäische Zentralbank hält weiter am Ziel der Preisstabilität fest, was voraussichtlich zu weiteren Lockerungen in der Geldpolitik und negativen Zinsen führen wird und damit den Goldpreis weiter unterstützen sollte. Gold dient hier als eine werterhaltende Anlageklasse – eine Geldanlage, die Investoren lieber halten, als Währungen, die möglicherweise entwertet werden könnten.“

Zu den Mittelzuflüssen von ETF Securities kommentiert Townsend Lansing, Head of ETCs:

„Seit Beginn dieses Jahres hatten wir über eine Milliarde USD Mittelzuflüsse in unsere Gold ETPs, welche damit 55% aller Mittelflüsse in europäische Gold ETPs im Jahr 2016 ausmachen. Gold Bullion Securities (GBS) ist dabei der am meisten gehandelte Gold ETP in Europa YTD[1].“

„Gold war schon immer das Fundament unserer Angebotspalette und wir sind froh, dass die Investoren ETF Securities auch weiterhin als Marktführer in diesem Bereich sehen.“

[1] Quelle: Bloomberg, ETF Securities, 19. Februar 2016

Verpatzter Jahresstart an den Börsen – muss die Anlagestrategie angepasst werden?

von Carsten Mumm, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Eine gute Kapitalanlage beginnt mit einer sorgfältigen Analyse der individuellen Vermögensverhältnisse und der persönlichen Risikotragfähigkeit des Anlegers. So soll sichergestellt werden, dass selbst in turbulenten Börsenphasen die unvermeidbaren zeitweiligen Verluste in einem verträglichen Rahmen gehalten werden. Dadurch kann eine erzwungene Liquidierung von Depotpositionen zu ungünstigen Zeitpunkten vermieden werden.

Notverkäufe können emotional oder wirtschaftlich bedingt sein. Einerseits führen heftige Verlustphasen an den Börsen einhergehend mit einer allgemein negativen Nachrichtenlage oftmals dazu, dass Anleger nicht mehr ruhig schlafen können und das verbliebene Kapital in Sicherheit bringen möchten. In dieser Situation gerät die langfristig positive Perspektive der Aktienanlage aus dem Fokus und die Angst bestimmt das Handeln. Andererseits können die Verluste so groß sein, dass etwa anstehende Verbindlichkeiten, die durch den Depotgegenwert beglichen werden sollten nicht mehr gedeckt sind. Weitere Verluste kann man sich dann nicht erlauben.

Die Basis der Anlagestrategie ist eine grundsätzliche Aufteilung des gesamten Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen (strategische Asset Allocation). Außerdem wird bestimmt, ob die einzelnen Anlageklassen aktiv oder passiv gemanagt werden. Ein aktiver Ansatz sieht vor, innerhalb einer Anlageklasse bei Bedarf gemäß einer vorab festgelegten Strategie (taktische Asset Allocation) Adjustierungen der Positionen vorzunehmen. Demgegenüber werden die bei einem passiven Ansatz erworbenen Wertpapiere zumeist langfristig gehalten ohne zwischenzeitliche Anpassungen vorzunehmen.

Die Art des aktiven Managements wiederum hat Auswirkungen auf die strategische Asset Allocation. Wenn es z.B. gelingt, durch eine Steuerung der Aktienquoten die zeitweiligen Verluste verlässlich und deutlich zu begrenzen, können strukturell höhere Risikopositionen in Kauf genommen werden. Da Aktien über langfristige Zeiträume betrachtet höhere Renditen abwerfen als Anleihen kann dadurch die erwartete Rendite eines gemischten Portfolios angehoben werden. Gerade angesichts allenthalben gegen Null tendierender Renditen bei verzinslichen Anlagen ist dieser Effekt enorm wichtig.

Sofern die Festlegung der strategischen und taktischen Asset Allocation somit fundiert und alle notwendigen Aspekte berücksichtigend vorgenommen wurde, ist trotz außergewöhnlicher Entwicklungen an den Kapitalmärkten keine Anpassung notwendig. Mit einem gut auf die persönliche Situation und die individuellen Bedürfnisse aufgestellten Depot kann man mit ruhiger Hand überlegen, ob die einmal eingeschlagene Aufstellung angepasst werden sollte. Adhoc-Reaktionen aufgrund aktueller Marktreaktionen sind nicht notwendig.

Mehr Gegenwind – keine Systemkrise

Nach einem schwierigen Start ins Börsenjahr herrscht an den Kapitalmärkten große Verunsicherung. „Die Aussichten haben sich eingetrübt“, sagt Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien, mit Blick auf den Jahresstart. Grund zur Panik sieht er hingegen nicht: „Die Fundamentaldaten haben sich verschlechtert und darauf reagiert die Börse. Wir haben es mit reduzierten Wachstumserwartungen, aber keiner Systemkrise zu tun.“

Die Hauptursache für die verschlechterten Kapitalmarktaussichten liegt nach Einschätzung des Anlagestrategen in den USA. Dort zeichnet sich eine spürbare Verlangsamung der Wachstumsdynamik ab. „Der amerikanische Konjunkturzyklus hat das Beste hinter sich“, erläutert Wilhelm die Situation. Zwar wirken der niedrige Ölpreis sowie der solide Beschäftigungszuwachs unterstützend auf den Konsum und damit die Gesamtwirtschaft in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig leidet aber der industrielle Sektor unter dem starken US-Dollar, die Profitabilität ist rückläufig. Im Ergebnis beginnen die Konzerne, sich mit Investitionen zurückzuhalten oder ihre Pläne gar zu kürzen.

Wachstumslokomotive USA verliert an Tempo

Dieses Muster war in der Vergangenheit zumeist kennzeichnend für einen Richtungswechsel im Konjunkturzyklus. Für Wilhelm ist klar: „Der Aufschwung gerät in den kommenden Monaten ins Stocken. Wir rechnen für 2016 noch mit einem BIP-Wachstum von 1,7 Prozent in den Vereinigten Staaten.“ Im Jahr darauf wird der Zuwachs gemäß den Prognosen von Union Investment nur noch bei 0,8 Prozent liegen. Vor diesem Hintergrund wird die US-Notenbank Fed mit weiteren Leitzinserhöhungen sehr behutsam vorgehen, um die Konjunktur nicht weiter zu schädigen. „Maximal ein bis zwei Zinsschritte dürfte Fed-Chefin Janet Yellen noch schaffen, danach ist erst mal Schluss“, formuliert Wilhelm seine Erwartung.

In Summe ist damit ein Rezessionsszenario für die Vereinigten Staaten zwar unwahrscheinlich. Angesichts des nach wie vor enormen weltwirtschaftlichen Gewichts der USA handelt es sich dennoch um eine wesentliche Veränderung für die Kapitalmärkte. „Ohne die Wachstumslokomotive USA fehlt der Weltwirtschaft ein wichtiges Zugpferd“, fasst Jens Wilhelm die Konsequenzen zusammen.

Weltwirtschaft gehen die Unterstützer aus

Hinzu kommen die anhaltenden Wachstumssorgen um China. Neben der konjunkturellen Verlangsamung im wichtigen Absatzmarkt USA lasten dort die angekündigten Strukturreformen auf der Wirtschaft. „Die Führung in Peking befindet sich in einem schwierigen Spagat zwischen langfristig notwendigem Umbau und kurzfristig schmerzhaften Wachstumseinbußen. Klar ist: Reformen sind nicht umsonst zu haben“, analysiert Wilhelm. Die Wirtschaft zeigt demnach bereits deutliche Anzeichen einer Verlangsamung. Er weist aber darauf hin, dass das Reich der Mitte nach wie vor kräftig wachse: „Einen Konjunktureinbruch sehen wir nicht, eher eine Abkühlung.“

Als möglicher Hoffnungsträger für die weltweite Konjunktur bliebe nach Einschätzung Wilhelms daher lediglich der Euroraum. „Die Währungsunion hat in ökonomischer Hinsicht bemerkenswerte Fortschritte gemacht, die sich nun auszahlen.“ Allerdings wirken das sich verschlechternde außenwirtschaftliche Umfeld und die politischen Unwägbarkeiten belastend. Für 2016 sehen die Prognosen von Union Investment ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent vor, im Folgejahr noch von 0,9 Prozent. Auch in Deutschland dürfte demnach der BIP-Zuwachs von voraussichtlich 1,6 Prozent im laufenden Jahr auf 0,8 Prozent 2017 zurückgehen. „Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die schmalen Schultern der Eurozone schon die Last der Weltwirtschaft tragen können“, gibt der Vorstand zu bedenken.

Abschwung, aber keine tief greifende Krise

Vor diesem Hintergrund dürfte sich im laufenden Jahr das weltweite Wirtschaftswachstum abschwächen, aber im positiven Bereich verbleiben. „Wir gehen von einem globalen BIP-Plus im Bereich der Drei-Prozent-Marke aus“, erklärt Jens Wilhelm. Voraussetzung dafür ist eine Stabilisierung beim Wechselkurs des US-Dollar sowie beim Ölpreis. „Selbst im eher unwahrscheinlichen Fall eines drastischen Konjunktureinbruchs in China dürfte das weltweite Wachstum oberhalb von zwei Prozent liegen“, prognostiziert er. „Von tief greifenden Krisenszenarien sind wir noch ein gutes Stück entfernt.“

Ölkrise: Das Problem liegt auf der Angebotsseite

Wilhelm warnt vor einer falschen Ursachenanalyse, etwa in Bezug auf den Ölpreis. Hier sieht er die Gründe für den dramatischen Preisrutsch der vergangenen Monate nämlich nicht in der Weltkonjunktur – und damit auf der Nachfrageseite – begründet. Vielmehr verweist er auf die Folgen der Fracking-Technologie und das Kalkül Saudi-Arabiens, Rivalen im Kampf um Marktanteile durch eine Aufrechterhaltung der hohen Fördermenge unter Druck zu setzen. „Alle Ölförderer haben ein Interesse an hohen Preisen, aber keiner will dafür die Kosten tragen“, sagt Wilhelm. Daher erwartet er für die kommenden Monate keine nachhaltige Erholung der Notierungen bei Rohöl. „Diese neue Form der Ölkrise ist ausgelöst durch die Angebotsseite. Man sollte keine Schieflage der Weltwirtschaft hineininterpretieren.“

EZB wird weiter lockern

Verschärfend wirkt der erneut gesunkene Ölpreis jedoch auf die Deflationsgefahren im Euroraum. Die Inflationserwartungen waren hier zuletzt deutlich rückläufig, sodass abermals die Frage nach einer weiteren Runde der quantitativen Lockerung auf die Agenda rückt. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi hatte unlängst kaum verklausuliert entsprechende Maßnahmen angekündigt. „Draghi wird sicherlich etwas tun“, ist Wilhelm überzeugt. „Nach den jüngsten Erfahrungen der japanischen Notenbank mit weiteren Lockerungsmaßnahmen wird Draghi jedoch vorsichtig agieren.“

Die Lockerungspolitik der EZB nähert sich nach Einschätzung Wilhelms mittlerweile dem Punkt, an dem der Schaden den Nutzen zu übersteigen droht. „Bislang war der Kurs unter dem Strich notwendig und richtig“, verteidigt er die vorangegangenen Maßnahmen. „Aber nun treibt die EZB selbst die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen immer mehr in Richtung negatives Terrain. Die Folgen wären unabsehbar, es droht erheblicher Schaden für die Altersvorsorge von Millionen europäischer Bürger sowie für die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems.“

Anleihen: Von der Niedrig- zur Negativrendite?

Aktuell erwartet Union Investment ein Renditeniveau von 0,2 Prozent für deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zum Jahresende 2016. „Es könnten uns japanische Verhältnisse auf der Anleiheseite bevorstehen“, warnt Vorstand Jens Wilhelm. Auch bei den US-amerikanischen Pendants rechnet die Fondsgesellschaft mit sinkenden Renditen bis auf 1,5 Prozent. „Der Zinsertrag des ‚sicheren Hafens‘ droht im Bermuda-Dreieck aus lockerer Geldpolitik, schwacher Konjunktur und geringer Inflation verloren zu gehen“, so Wilhelm weiter.

In den risikobehafteten Segmenten des Rentenmarktes rät Wilhelm ebenfalls zur Achtsamkeit: „Die Kurse für Unternehmensanleihen haben bereits kräftig reagiert und einiges an schlechten Nachrichten vorweggenommen. Hier könnten sich in einigen Bereichen langsam wieder Einstiegschancen ergeben.“ Gleichzeitig verweist er aber auf die Risiken dieser Anlageklasse, insbesondere im hochverzinslichen Bereich. „Eine übers Ziel hinausgeschossene Regulierung und eine völlig veränderte Marktstruktur haben das Risiko vorübergehender Liquiditätsengpässe erhöht. Vorausschauendes Investieren ist daher wichtig, um das weiter vorhandene Potenzial in den Spread-Produkten zu heben“, ist der Anlagestratege überzeugt.

Aktien: Instabilität wird zur Normalität

Mit Blick auf die Aktienmärkte hebt Wilhelm die seit Jahresanfang veränderten Rahmenbedingungen besonders hervor. Schwache Konjunkturdaten in Verbindung mit einer einseitigen Positionierung der Investoren haben die Volatilität sprunghaft ansteigen und die Kurse abfallen lassen. „Die Börse hat den Konjunkturabschwung also zumindest teilweise bereits eingepreist, Spielraum für Bewertungsausweitungen besteht kaum noch. Über künftige Anstiege entscheidet damit zunehmend alleine die Gewinnentwicklung der Unternehmen“, fasst Wilhelm zusammen. Er rechnet weiterhin mit starken Schwankungen an den Aktienbörsen und Ausbrüchen in beide Richtungen. „Allerdings kann auch eine bloße Beruhigung der Datenlage in diesem Umfeld bereits deutliche Kursanstiege auslösen“, verweist er auf die Besonderheit der aktuellen Situation.

Gleichzeitig betont der Stratege erneut die langfristigen Vorzüge der Aktie als Investmentklasse: „Drei strukturelle Gründe sprechen weiter für Aktien: langfristige Ertragsstärke, Sachwertcharakter, hohe Liquidität.“ Unabhängig von Timing-Aspekten gehören Aktien seiner Ansicht nach daher immer in jedes gut diversifizierte Depot, auch wenn 2016 ein eher schwieriges Börsenjahr werden dürfte.

Fazit: Umdenken notwendig

Insgesamt sieht Wilhelm die Kapitalmärkte derzeit vor dem Eintritt in eine neue Marktphase. Instabilität und Unsicherheit sind in solchen Übergängen keine Ausnahmen, sondern die Regel. Umso mehr lohnt sich gerade mit Blick auf die kommenden Monate ein taktisch beweglicher Ansatz. „Bei eingeschränkter Sicht sollte man flexibel agieren, selektiv investieren und vor allem die Risiken konsequent kontrollieren“, so Wilhelm.

Mittelfristig bleiben seiner Auffassung nach die bereits zuvor vorhandenen Herausforderungen für Investoren bestehen. Angesichts der strukturellen Entwicklung vom Niedrigzins- zum Niedrigrenditeumfeld ist ein Umdenken in der Kapitalanlage notwendiger denn je. „Anleger kommen damit nicht mehr umhin, sich mit Renditequellen jenseits der traditionellen Lösungen auseinanderzusetzen“, ist Wilhelm überzeugt. Darüber hinaus gilt es, künftig die Ertragsbasis unabhängiger von der jeweiligen Marktentwicklung zu gestalten. Für beide Trends empfiehlt der Vorstand moderne Multi-Asset-Lösungen, da hier beides sinnvoll miteinander kombiniert werden kann.

Global investor sentiment at a turning point…

Early evidence suggests that market volatility could be moderating in line with a lift in investor sentiment, but it is very early days. The direction of oil prices has been leading many asset class moves and as a result, the volatility of oil prices can be informative. Although oil volatility is at the highest level since December 2015, the pace of increase is declining, indicating the market could be on the verge of more stable trading conditions. A more stable market would give the green light for rising investor risk appetite, and a less defensive stance for portfolios.

Somewhat counterintuitively, softer economic data is providing some buoyancy to cyclical assets as investors anticipate that central banks will keep policy extremely accommodative. That means keeping rates on hold in coming months for the US Federal Reserve and rates moving further into negative territory for the European Central Bank. Accordingly, currency movements are a critical input to the investment decision process for foreign assets, and with our expectation of a weaker US Dollar in 2016, this will change the dynamics of commodity investing. These dynamics are nowhere more pronounced than in the precious metals sector: a potentially more positive risk environment is being countered and likely to be more than offset by a weaker USD, coupled low real interest rates and finely balanced investor sentiment.

Please find the Commodity Monthly Monitor for Februar/March 2016 attached as a PDF on the left. Among other themes, it deals in detail and with charts about:

  • The future of oil prices is tied to Saudi Arabia and Russia cooperation in reducing production. The oversupply on the global oil market continued to weigh on oil prices, also driving equity benchmarks around the world downward. Recent major producers’ agreement tofreeze production has been welcome positively from the market. However more need to be done to absorb the excess supply and support prices this year. The WTI contango suggests $39/bbl by end of the year, with the curve having flattened considerably and below our fair value range of $46-70/bbl.
  • Weak currencies and rising production weighs on agricultural sector. Agriculture fell by 1.2% as increased USDA grain production forecasts weighed on prices. Weak currencies in producer countries continue to put downward pressure on agricultural commodity prices, such as sugar for example. However, we expect a rebound in cocoa prices as poor weather conditions have not been factored into current prices.
  • Gold’s gains capped as volatility moderates and risk aversion recedes. A defensive investor stance continues to keep gold (and silver) well supported, but that could change as volatility moderates. Gold and silver are by far the best performing commodities within the complex in 2016. Gold continues to hover around the US$1200/oz level, off the recent highs above US$1260/oz, but a modestly firmer US Dollar and early signs of a US equity market revival has capped gains.
  • Can mining CAPEX cuts and weaker US Dollar continue to buoy industrial metals prices? Industrial metals were buoyed by a confluence of factors namely – the weaker US dollar, a sway of announcements of production cuts by miners and the shift in focus to underlying fundamentals once again. Infrastructure needs of emerging economies favour demand while mine closures undermine supply. We continue to favour industrial metals

Vontobel Asset Management sieht bei Pemex attraktive Risikoprämie

Nach der jüngsten Spread-Ausweitung bei den Anleihen der staatlichen mexikanischen Ölgesellschaft Pemex sieht Vontobel Asset Management nun eine attraktive Risikoprämie bei den Papieren. Angesichts der für 2016 zu erwartenden Tilgungen in Höhe von 8 Mrd USD und einer Bargeld-Position in Höhe von 6,6 Mrd USD (Q3 2015) falle es derzeit schwer, bei dem Unternehmen kurzfristige Liquiditätsschwierigkeiten zu erkennen, sagt Wouter Van Overfelt, Portfoliomanager bei dem schweizerischen Vermögensverwalter. Gerade erst habe Pemex komfortabel Schuldtitel in Höhe von 5 Mrd USD unter die Anleger gebracht, wobei die Nachfrage bei mehr als 16 Mrd USD gelegen habe. Zwar müsse die Ölgesellschaft hohe Lasten bei Steuern und Pensionsverpflichtungen stemmen, was jedoch nicht direkt zu kurzfristigen Liquiditätsproblemen führen werde. Darüber hinaus sei die Ernennung des neuen CEO Jose Antonio Gonzalez Anaya ein Schritt in Richtung von Kostensenkungen. Und schließlich habe der mexikanische Staat signalisiert, notfalls Kapital zuzuschießen, um die Finanzen des Unternehmens zu stützen.

Details und eine Grafik entnehmen Sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

China verunsichert Märkte unnötig

Eine ganze Reihe von Gründen hat zu einem schlechten Start der chinesischen Finanzmärkte ins Jahr 2016 geführt: der schwache Ölpreis, die Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Geldpolitik, aber auch hausgemachte Probleme. Für Michael Lai, Fondsmanager des GAM Star China Equity, sind vor allem letztere eine genauere Betrachtung wert. „Wir denken, dass es eine Vertrauenskrise gibt, die durch einige undurchsichtige Entscheidungen der politischen Führung ausgelöst wurden“, so Lai. Diese werden von der Schwierigkeit der chinesischen Regierung begleitet, ökonomisch sensible Themen an den Märkten und gegenüber Investoren angemessen zu kommunizieren.

Der Renminbi entwickelt sich besser als es die Reaktion an den Aktienmärkten vermuten lässt
Zu den jüngsten Versäumnissen würde erstens das unglückliche Timing bei der Einfügung der neuen Regeln zur Aussetzung des Börsenhandels zählen. „Diese sollten den Handel eigentlich beruhigen anstatt ihn noch volatiler zu machen, so wie es der Fall war“, so der Fondsmanager. Dazu komme als zweites die jüngste Schwäche des Renminbi – gemäß dem Experten eine Folge des im Sommer 2015 vollzogenen Wechsels von einer starren Dollarbindung des Renminbi zu einer Koppelung an einen gewichteten Währungskorb. „Dieser Wechsel fällt in ein schwieriges geldpolitisches Umfeld, in dem die japanische Notenbank und die Europäische Zentralbank durch ihre lockere Geldpolitik Druck auf ihre Währungen ausüben, während die Fed angefangen hat, die Zinsen anzuheben“, sagt Lai. Darüber hinaus habe der Renminbi seit 2005 deutlich gegenüber dem Dollar aufgewertet. Daher sei eine Gegenreaktion angesichts der aktuellen Dollarstärke nur natürlich. „Trotz allem sollte man aber beachten, dass der Renminbi seit Jahresanfang nur um rund 1,3 Prozent abgewertet hat, aber die Reaktionen an den Aktienmärkten im Januar extrem waren. Auch dies ist unserer Ansicht nach einer schlechten Kommunikation geschuldet.“

Trotz Wachstumsschwäche gibt es Grund für Optimismus
Die chinesische Regierung unternimmt nach Beobachtungen von Lai weiterhin Anstrengungen, die Wirtschaft durch fiskalische und geldpolitische Impulse zu stimulieren und so die Verlangsamung des jahrelang hohen Wachstumstempos abzufedern. „Dazu sollen weitere Strukturreformen die eigene Wirtschaft weniger abhängig vom Investitionsgütersektor und dem Export machen. Stattdessen soll ein Wirtschaftsmodell eingeführt werden, das stärker von Konsum und vom Dienstleistungssektor getragen wird“, so Lai. Einige Reformschritte habe die Regierung bereits unternommen, um Überkapazitäten etwa in der Stahl- und Zementbranche abzubauen. „Wir hoffen aber, dass es noch weitere Initiativen, substanzielle Umsetzungen und insgesamt mehr Transparenz geben wird“, sagt Lai, „Vor diesem Hintergrund erscheint uns eine Politik, die auf eine weitere Schwächung des Renminbi ausgerichtet ist, eher kontraintuitiv.“

Nach den Kurseinbrüchen an den chinesischen Aktienmärkten sind die Bewertungen am unteren Ende ihres historischen Schwankungskorridors angekommen. Dadurch bieten sich langfristig orientierten Investoren interessante Einstiegsgelegenheiten. „Es ist unübersehbar, dass China auf dem Weg zu einer vor allem vom Dienstleistungssektor gestützten Volkswirtschaft ist, und wir sind weiterhin optimistisch, dass dieser Weg fortgesetzt wird“, so Lai.

Zunehmende Risikobereitschaft wirkt sich nicht auf Gold Mittelzuflüsse aus

Gold-ETPs verbuchen Mittelzuflüsse von 224 Mio. USD, da Sicherheit für Anleger während der volatilen Marktphase im Mittelpunkt steht. Öl-ETPs verbuchen nach einem weiterem Preisanstieg Mittelzuflüsse. Die Verhandlungen zwischen den Hauptproduzenten lösten keine großen Reaktionen am Markt aus. Bei Industriemetallkörben führen Gewinnmitnahmen jedoch zu Mittelabflüssen. Den gesamten Rohstoffüberblick von ETF Securities mir Charts finden Sie links als PDF.

Gold (A0N62G) glänzt für Investoren die 7. Woche in Folge. Ein Trio bestehend aus steigender Risikobereitschaft, Gewinnmitnahmen und einem starken US-Dollar führte vergangenen Montag zu einem Goldpreisrückgang von 2,3 Prozent. „Dies war der stärkste Tagesverlust in sieben Monaten, gefolgt von kumulierten Mittelzuflüssen in Höhe von 224 Mio. USD. Investoren nutzen den Preisrückgang für einen attraktiven Einstiegspunkt in Gold-ETPs (A0LP78)“, kommentiert Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. In Euro (A1RX99) stieg der Goldpreis (vs. US-Dollar) um ein Prozent höher, da immer deutlicher wird, dass die Europäische Zentralbank an ihrem Inflationsziel festhält und ihr geplantes QE-Programm so lang wie nötig ausdehnt. Darüber hinaus wirkt der Anstieg der US-Kernverbraucherpreisinflation auf ein dreieinhalb Jahreshoch positiv für Gold.

Öl-ETPs verbuchen Mittelzuflüsse nach weiterem Preisanstieg. Die Verhandlungen zwischen den Hauptproduzenten lösten keine großen Reaktionen am Markt aus. Mittelzuflüsse in Long Brent Öl-ETPs (A1N49P) stiegen auf 45,2 Mio. USD. „Das ist der höchste Stand seit mehr als einem Jahr, nachdem Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela vereinbart hatten, ihre Produktion auf dem Level von Januar 2016 zu fixieren“, erläutert Hein. Diese Nachricht zeigte jedoch keine positive Reaktion am Ölmarkt, wonach Zweifel an der Bedeutung dieser Vereinbarung aufkommen. Laut einer Mitteilung des iranischen Ölministers Zanageh, möchte er den Ölpreis auf einem gesunden Niveau halten und begrüßt entsprechend die Zusammenarbeit von OPEC und nicht OPEC-Ländern. Irans Mangel an Engagement lastete auf den Anstrengungen für eine kooperative Zusammenarbeit. Das  anhaltende Überangebot wurde laut der Energy Information Administration um 504 Mio. Barrel von US-Produzenten erweitert und notiert damit auf dem höchsten Niveau seit 1930. Eine undurchsichtige Preisentwicklung am Ölmarkt unterstreicht seit Jahresbeginn die Notwendigkeit dafür, dass sich die großen Ölproduzenten auf ein gemeinsames Produktionsniveau einigen, gleichzeitig ihre Marktanteile behalten und somit zu einer nachhaltigen Preiserholung beitragen.

Edelmetallkorb-ETPs (A0N62H) verbuchen im Zuge mit Gold die höchsten Mittelzuflüsse in zehn Wochen. Die Pkw-Neuzulassungen in Europa stiegen um 6,2 Prozent im Januar gegenüber dem Vorjahr, berichtet die European Automobile  Manufacturers Association (ACEA). „Wir glauben, dass dies ein gutes Zeichen für Platin (A0N62D) und Palladium (A0N62E) sein wird, beide Metalle werden zur Neutralisierung in der Abgastechnologie in Diesel- und Benzinautos benötigt“, erklärt Hein.

Gewinnmitnahmen führten zu 17,3 Mio. USD an Mittelabflüssen aus Longer Dated Industriemetall-ETPs (A0SVX7).  Eine beständige Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot sorgt für positive Impulse bei Industriemetallpreisen in diesem Jahr.

Diversifizierte Rohstoff-ETP Investments steigen auf den höchsten Stand seit sechs Wochen. ETPs mit einem breit diversifizierten Engagement am Rohstoffmarkt (A1CXBV) verbuchten Mittelzuflüsse in Höhe von 17,3 Mio. USD. Die jüngste Entwicklung verdeutlicht einen beständigen Optimismus der Anleger gegenüber Rohstoffen.

Der wahre Wert des Storytellings

von James Clunie, Head of Strategy, Absolute Return bei Jupiter Asset Management. Wenn aus Storytelling unglaubwürdige Geschichten werden, können outperformende Wachstumsaktien auf Sinkflug gehen. Dadurch können sich wiederum für Long-Short-Anleger jede Menge Stockpicking-Gelegenheiten eröffnen.

In den letzten 30 Jahren ist am britischen Aktienmarkt die Kluft zwischen outperformenden Wachstumswerten und unterdurchschnittlich abschneidenden Substanzwerten noch nie so groß gewesen wie heute. Basierend auf der Performancehistorie des MSCI World Value Index gegenüber dem MSCI World Growth Index, war laut Analysen von Morgan Stanley eine solche Kluft zuletzt während der Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre zu beobachten.

Der Wert einer guten Story

Das Faszinierende an den jüngsten Phasen dieser Anomalie ist die Rolle, die das Storytelling bei der Bewertung wachstumsstarker Glamour-Aktien zu spielen scheint. Die Wertentwicklung, die der S&P 500 im vergangenen Jahr gezeigt hat, verdeutlicht dieses Phänomen. Der Index durchlief 2015 aufregende Zeiten und schaffte es dabei gerade einmal auf ein Plus von 1,4 Prozent (inklusive Dividenden). Für zahlreiche Sektoren, besonders jene mit Exposure auf den Rohstoffmärkten, war es ein miserables Jahr. Gerettet werden konnte der S&P 500 jedoch von einer kleinen Gruppe wachstumsstarker Internettitel, die als FANG (steht für Facebook, Amazon, Netflix und Google) und die Nifty Nine bekannt sind, sowie einer Reihe von Biotech-Werten.

Renditen von 100 Prozent und mehr waren bei einigen dieser Unternehmen zu beobachten, was in der Tat auf ein bullishes Umfeld hindeutet. Angesichts des spärlichen Wirtschaftswachstums und extrem niedriger Zinsen suchte der Markt bereitwillig Titel mit optimistischen Wachstumsstrategien, einer hohen Verschuldung, regelmäßigen Akquisitionen sowie einer Tendenz, für Aktienrückkäufe auf ihre Cashflows zurückzugreifen. Es handelt sich dabei um eine alles in allem verlockende, jedoch nicht selten auch kurzsichtige Taktik. Sie könnte sich im Hinblick auf eine bessere Profitabilität und höhere langfristige Aktionärserträge als schlechte Kapitalverwendung erweisen. Der Erfolg dieser kleinen Gruppe von Unternehmen wurde noch zusätzlich durch technische Faktoren unterstützt, wie etwa den Zyklus von Zuflüssen in Wachstumsfonds, einschließlich ETFs.

Das Wachstum einiger Unternehmen ist sicherlich beeindruckend. Die Bereitschaft des Marktes, Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) zu unterstützen, die bei einer Reihe dieser Titel in die Hunderte gehen, spricht jedoch noch für einen weiteren wichtigen Bestandteil ihres letztjährigen Kurserfolgs: das Storytelling.

Aus behavioristischer Sicht scheint Storytelling, an dem die Managementteams von Unternehmen, Broker und Investoren beteiligt sein können, eine zunehmend bedeutende Rolle als Bewertungstreiber zu spielen. Dabei werden Niveaus erreicht, die sich durch die üblichen Bewertungskennzahlen nur noch schwer rechtfertigen lassen.

Verhältnis von Aktienkurs zu Disruptionspotenzial

Niemand spricht mehr offen über die sogenannte Click-Ratio, eine innovative Kennzahl bei Internettiteln. Dafür entwickelt sich Disruption immer schneller zum Modewort der Stunde und macht in der Regel jede weitere Diskussion über die Angemessenheit einer Bewertung überflüssig.

Netflix und Tesla Motors sind zwei erstklassige Beispiele für Unternehmen mit disruptiver Technologie, die dafür eine gewisse Marktprämie verlangen. Netflix steht sinnbildlich für jene Sorte glamouröser Wachstumsaktien, die derzeit stark nachgefragt sind. Mit seinem Streaming-on-Demand-Dienst und exklusiven Programmangeboten hat sich das Unternehmen auf dem TV-Markt als disruptive Kraft etabliert. Laut Reuters notiert der Titel aktuell mit einem KGV von 285, während der Sektor ansonsten durchschnittlich ungefähr auf ein KGV von 16 kommt (1). Auf diesem Niveau erwartet der Markt ein exponentielles Abonnementen-Wachstum sowie eine uneingeschränkte Umsetzung der Geschäftsstrategie. Risiken wie höhere Content-Kosten oder ein stärkerer Konkurrenzdruck seitens Unternehmen wie Amazon und YouTube sind dagegen kaum eingepreist. Der Hersteller von Premium-Elektroautos Tesla, der nebenher noch Energiespeicher anbietet, hat es in den letzten Jahren trotz der Unzulänglichkeiten seines kapitalintensiven Wachstumsmodells ebenfalls zum Anlegerliebling gebracht. Hinter diesem Titel steht die Disruption als sehr wirksame Story, die die Anleger die mangelnde Profitabilität des Unternehmens, seinen wachsenden Schuldenberg und die noch unvollständige Produktpalette scheinbar völlig vergessen lassen. So löste etwa die Einführung der Akkusparte ein Kursfeuerwerk aus, obwohl die Wirtschaftlichkeit des Produkts aus Verbrauchersicht eher fraglich ist.

Warum also ist die Aktie so hoch bewertet? Meines Erachtens hängt das teilweise damit zusammen, dass das Unternehmen eine der typischen Technologiestorys ist, die schon immer Anleger für diesen Sektor gewinnen konnte. Angesichts der hohen Bewertungen dieser Titel scheint es, dass disruptive Geschäftsmodelle dieser Art einen Unternehmenslebenszyklus aus Gründung, Wachstum, Festigung und Niedergang irgendwie aussetzen können. Natürlich kann die Länge der Phasen je nach Sektor und Unternehmen ganz individuell variieren. Der Markt behandelt diese Titel jedoch so, als ob sie über diesem Modell stehen und auf ewig in der Wachstumsphase verharren könnten. Beim klassischen Lebenszyklus eines Unternehmens würde diese kapitalintensive Wachstumsstrategie irgendwann zur Stagnation führen. In der Konsequenz müssten zur Stärkung der Profitabilität entweder eine höhere Effizienz oder größere Margen beitragen.

Keine Chance auf Misserfolg

Es ist wichtig, hier eine klare Unterscheidung zu treffen: Das Problem, das im High-Growth-Segment des Marktes gerade zu beobachten ist, scheint per se eher ein Kurs- als ein fundamentales Risiko zu sein. Bei einigen der wachstumsstarken Unternehmen könnte sich der Erfolg letztendlich einstellen. Ihren Aktienkursen zufolge ist dieser Erfolg für den Markt aber scheinbar bereits eine ausgemachte Sache. Die Möglichkeit eines Scheiterns oder zumindest zeitweiliger Probleme ist somit gar nicht erst eingepreist.

Dabei wissen diese Unternehmen durchaus, was Misserfolg ist, wie beispielsweise SunEdison. Hier waren wir 2015 aufgrund generell überzogener Wachstumspläne und ausufernder Schulden short positioniert. Als der Markt sich drehte, brach der Kurs der Aktienkurs von 34 auf acht US-Dollar ein. Auf diesem Niveau war dann auch unsere Short-Position vollständig eingedeckt. Zwischenzeitlich notierte die Aktie sogar nur noch bei drei bis sechs US-Dollar.

Neubewertungsrisiko als Konsequenz?

Das Storytelling an den Märkten steht in engem Zusammenhang mit dem Risikoappetit und kann zu langen Phasen führen, in denen die Kurse losgelöst von Fundamentaldaten agieren. Im vergangenen Jahr sorgten einige Vorfälle dafür, dass die Anleger das Vertrauen in manche der dominierenden Storys verloren haben. Es waren Geschichten, die die Aktienmarktrally von 2009 bis dato angetrieben hatten und die Wirksamkeit der Zentralbankpolitik hinsichtlich Wachstumsstimulierung und Stabilisierung unterstrichen. Oder wie im Falle Chinas, wonach die politisch Verantwortlichen einen glatten Übergang von einem investitions- und exportgetriebenen zu einem konsumgestützten Wirtschaftsmodell arrangieren würden. Diesen Vertrauensverlust bekamen einige Sektoren deutlich zu spüren, allen voran die Rohstoffe. Die FANGs und andere ähnliche Wachstumstitel hingegen vermittelten den Eindruck, dass sie irgendwie immun gegen die makroökonomischen Entwicklungen sind. Vor dem Hintergrund fehlenden Wachstums gruppierten sich sehr viele Anleger um diese kleine Gruppe von Assets.

Ausgehend von historischen Marktdaten scheint es sich bei dem Growth-Value-Gefälle um eine statistische Anomalie zu handeln, die nicht unbegrenzt anhalten kann. Während das fundamentale Risiko gering erscheint, ist das Kursrisiko bei Wachstumstiteln in vielen Fällen hoch. Bei unserem Versuch, der Entwicklung dieser Anomalie zu folgen, haben wir die Ökologie des Marktes sehr genau im Blick – und hier speziell auch das Verhalten der Manager von Wachstumsaktienfonds. Schließlich können Zuflüsse in diese Fonds das ohnehin schon beträchtliche Gefälle weiter vergrößern. Abflüsse hingegen könnten darauf hindeuten, dass sich die Story ändert: Die Anleger verlieren das Vertrauen in die erzählte Geschichte, die diese Wachstumsaktien zuvor noch auf extreme Bewertungsniveaus gehoben hatte.

Gegen den Strom schwimmen

Für Long-Short-Anleger hat dieses Phänomen jede Menge Opportunitäten eröffnet, um bei einzelnen Titeln short zu gehen. Wir bemühen uns weiterhin Long sowie Short Opportunitäten ausfinding zu machen, wo sie sich ergeben. Wohlmöglich, wenn sich die aktuelle Lage – die aktuelle Story – entspannt. Das bisherige Verhalten der Märkte Anfang 2016 könnte den ersten Anhaltspunkt dafür geliefert haben.

Quelle: (1) Stand: 13. Januar 2016

Wohlfühlportfolios für entspannte Anleger

„6 Prozent Ertrag mit einem diversifizierten, aktiv gemanagten Anleihefonds sind in diesem Jahr im Bereich des Möglichen.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

„Es ist Zeit damit aufzuhören, sich um Dinge zu sorgen, die Sie nicht ändern können.“ Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, ist der Meinung, dass Investoren sich ein Portfolio zusammenstellen sollten, mit dem sie sich wohlfühlen und dessen Risiken sie einschätzen können. „Als Anleger werden Sie dafür entweder durch Performance belohnt – oder eben nicht“, so Iggo. Der Anleihemarkt biete derzeit wieder attraktive Renditen, die Investoren nutzen sollten. „Was heute noch Rendite ist, kann morgen schon Erträge bedeuten, solange das Portfolio gut diversifiziert ist und die Investoren die Bewertung relativ zum Ausfall- und Marktrisiko im Auge behalten“, erklärt Iggo. „Die Zinsen werden noch länger niedrig bleiben, Anleihen mit Kreditrisiko sind inzwischen oftmals überverkauft, und die Inflation ist nicht hinreichend bepreist. 6 Prozent Ertrag mit einem diversifizierten, aktiv gemanagten Anleihefonds sind in diesem Jahr im Bereich des Möglichen.“

Doch welche Portfoliobausteine kommen dafür infrage? Chris Iggo hat 6 Ideen für Investoren ausgewählt.

1. Staatsanleihen mit langer Laufzeit: „Die Zinsen könnten noch länger niedrig bleiben – warum dann nicht einfach am langen Ende der Zinskurve mit Staatsanleihen Rendite aufsammeln?“ fragt Iggo. Die Rendite der US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Restlaufzeit liege derzeit bei 2,6 Prozent. „Im historischen Vergleich scheint das wenig, aber sofern die Federal Reserve sich mit der Straffung der Geldpolitik Zeit lässt, gibt es keinen Grund dafür, dass die Kurve wesentlich steiler werden sollte.“

2. Inflationsindexierte Anleihen mit kurzer Laufzeit: Eigentümer von inflationsindexierten Anleihen bekommen dieselbe Inflationsrate ausbezahlt, unabhängig davon, welche Laufzeit sie halten. „Angesichts dieser Tatsache scheint es attraktiv, Inflationsanleihen mit kurzer Laufzeit und weniger Zinsrisiko aber der gleichen Sensibilität für die Inflationsentwicklung zu kaufen“, erläutert Iggo. Die Break-Even-Inflationsraten von Kurzläufern reagierten zudem sensibler auf die Entwicklung des Ölpreises, sodass sie von einer möglichen Erholung besonders stark profitieren könnten.

3. Titel von Rohstoffkonzernen: Ein weiterer Weg für Investoren, auf eine Verbesserung der Lage an den Rohstoffmärkten zu setzen, ist der Kauf von Unternehmensanleihen aus dem Öl- oder Minensektor. Beide Branchen hätten zuletzt üble Prügel einstecken müssen, so Iggo. Andererseits befänden sich die Kurse inzwischen auf einem Niveau, das bereits eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit im großen Maßstab vorwegnehme, erklärt der Experte. „Zugleich bauen die Unternehmen aber Schulden ab und unternehmen weitere aggressive Schritte, um ihre Bilanzen aufzupolieren.“ Für den Fall, dass sich die Lage an den Rohstoffmärkten und in China nicht weiter verschlechtere, böten sich in diesem Sektor daher Chancen.

4. Hochzinsanleihen aus den USA: Ähnlich funktioniert Iggos Argumentation für den Kauf von Hochzinsanleihen aus den USA. „Der High-Yield-Markt preist Ausfallraten ein wie zuletzt in den Jahren 1997 und 2008“, erklärt er. „Abseits des Öl- und Gassektors sollten die Stabilität der US-amerikanischen Inlandsnachfrage, steigende Einkommen und günstigere Refinanzierungsbedingungen den Markt allerdings stützen.“

5. Nachrangige Anleihen von Banken: Iggo zufolge stehen Banken heute deutlich besser da als in der Vergangenheit. Dennoch seien nachrangige Anleihen der Branche zum Jahresbeginn teils deutlich im Kurs gefallen. Zwar hätten sich die Kurse inzwischen erholt, doch die Titel seien nach wie vor attraktiv: „Europäische Anleihen bieten immer noch Renditen, die doppelt so hoch sind wie der Marktdurchschnitt. Taktisch sollte es daher weiteren Raum für eine kurzfristige Outperformance geben.“ Als herausfordernd könnten sich jedoch Negativzinsen und faule Kredite in den Bilanzen erweisen.

6. Schwellenländeranleihen: Schließlich empfiehlt Iggo die Aufnahme von Anleihen aus den Schwellenländern ins Portfolio. Die drei großen Risiken – steigende Zinsen in den USA, fallende Rohstoffpreise und die schwache Konjunktur in China – seien inzwischen so weit eingepreist, dass viele Anleihen hohe Renditen böten. „Wie auf den meisten Kreditmärkten macht der Credit Spread auch bei Schwellenländeranleihen den Großteil der Rendite aus. Und eine Gesamtrendite zwischen 5,5 und 6 Prozent ist attraktiv“, erklärt Iggo.

Marktkommentar LFDE: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Für Aktieninvestoren war der Jahresauftakt kein leichter. In der europäischen Börsengeschichte der letzten 30 Jahre nahmen nur die Jahre 1988 und 2008 einen noch schlechteren Anfang als 2016. Sämtliche Risikowerte standen unter Verkaufsdruck und die Märkte waren von einer sehr hohen Volatilität geprägt. Die weltweite Wirtschaft befindet sich in einer Phase der langsamen Reflation mit nach wie vor hoher Liquidität. Trotzdem bleibt der deflationäre Druck latent vorhanden. Vor diesem Hintergrund reichen auch nur die geringsten Wachstumssorgen aus, um die nervösen Hände zu befeuern. Doch trotz der gestiegenen Volatilität kam es zu keiner echten Kapitulation an den Märkten. Daher bleiben wir vorsichtig optimistisch und nutzen die günstigeren Kursniveaus für Zukäufe bei ausgewählten europäischen Qualitätstiteln.

Heute die Weichen für künftige Performance stellen

Tatsächlich bieten schlechte Märkte wie zurzeit die besten Chancen, um auf Schnäppchenjagd zu gehen und die Weichen für die zukünftige Performance zu stellen. Ähnliche Situationen haben wir im Echiquier Agressor im Jahr 2000 genutzt, als wir uns besonders stark in europäischen Value-Titel engagiert hatten, oder im Jahr 2010. Langfristig haben sich diese antizyklischen Investments bezahlt gemacht, wenngleich zunächst starke Überzeugungen und Nerven gefragt sind. Auf kurze Sicht dürften die Märkte auch jetzt herausfordernd bleiben. Dennoch erscheint die europäische Anlageregion, im Vergleich zu den USA oder den asiatischen Börsen, in diesem Jahr erste Wahl. Die Einkaufsmanagerindizes für Januar bestätigen nach wie vor ein mögliches Wachstum von bis zu 2 Prozent auf das Gesamtjahr. Damit ist die Eurozone die einzige Region, die Potenzial für positive Wachstumsüberraschungen bietet. Die Unterstützung der EZB bleibt unverändert. Und die Bewertungen sind zuletzt so stark unter Druck gekommen, dass insbesondere Value-Aktien mit einem starken Discount gehandelt werden. Hier behalten wir besonders die Luftfahrt- und Automobilindustrie im Auge. Aber auch bei Wachstumsunternehmen lassen sich derzeit attraktive Bewertungen finden.

Nachdem wir seit Mitte vergangenen Jahres Positionen an Unternehmen verkauft haben, die einen hohen Anteil ihrer Umsätze weltweit generieren, nutzen wir seit Jahresbeginn die gewonnene Liquidität, um Opportunitäten wahrzunehmen. Dank der „carte-blanche“-Anlagestrategie im Echiquier Agressor haben wir den Vorteil, relativ frei investieren zu können. Das ermöglicht uns, den Schwerpunkt auf unsere stärksten Überzeugungen zu legen.

Stärkste Contrarian-Positionen: Credit Suisse und ThyssenKrupp

Insbesondere im europäischen Bankensektor würde man im Moment sicherlich nicht als erstes nach Wachstum suchen. So zählten Bankaktien in den vergangenen Wochen auch zu den größten Verlierern. Entgegen der Marktmeinung haben wir Ende vergangenen Jahres dennoch in Credit Suisse investiert. Wir sind davon überzeugt, dass mit dem neuen CEO Tidjane Thiam die richtigen Weichen gestellt werden, das Geschäftsmodell der Bank umzustellen und wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Konkret geht es darum, das Investment Banking zurück zu fahren und einen starken Fokus auf die höherwertigen Geschäftsbereiche, wie das Wealth Management und das Modell der Universalbank zu legen. In diesen Feldern lässt sich Wachstum generieren, welches langfristig auch vom Markt honoriert werden wird. Daher sehen wir bei Credit Suisse enormes Steigerungspotential.

Als weitere Turnaround-Story halten wir nach wie vor ThyssenKrupp im Portfolio. Hier sind wir bereits 2013 nach dem Managementwechsel eingestiegen und haben unsere Positionen im Januar weiter ausgebaut. Die neue Führung hat die richtigen Prioritäten gesetzt, um den Konzern wieder auf Vordermann zu bringen. Mittlerweile läuft das Geschäft wieder solide, was sich jedoch noch nicht im aktuellen Aktienkurs wiederspiegelt. Ein deutscher Wert der uns ebenfalls sehr gut gefällt ist Fresenius. Hier sehen wir aufgrund des sehr guten Managementstils, der optimierten Kapitalstruktur und der Qualität der zugrunde liegenden Geschäftsbereiche noch enorme Wachstumschancen.

Zudem haben wir kürzlich in Whitebread, den britischen Marktführer für Budgethotels und Eigentümer der Café-Kette Costa Coffee, investiert. Während sich die Finanzmärkte auf eine Verlangsamung der britischen Wirtschaft konzentrieren, sind wir von der Fähigkeit des Unternehmens überzeugt, stark und nachhaltig zu wachsen. Costa Coffee hat es in Großbritannien geschafft, Starbucks vom ersten Platz zu verdrängen und Wachstumsraten von beinahe 15 Prozent zu verzeichnen. Deswegen dürfte Costa Coffee in nicht allzu ferner Zukunft ein unabhängiges Unternehmen werden, was die Aufmerksamkeit auf die niedrige Bewertung des Konzerns mit einem KGV von unter 15 lenkt.

Autor: Damien Lanternier verantwortet seit 2009 das Fondsmanagement beim europäischen Aktienfonds Echiquier Agressor (WKN: A0JLZD). Die langfristig überdurchschnittliche Performance des Fonds wurde in diesem Jahr mit dem Euro Fund Award über 20 Jahre gewürdigt. Lanternier verfolgt eine Carte-Blanche Anlagestrategie, die ihm absolut freie Hand lässt, bei Anlagestil und Größe der ausgewählten Aktien. So kann er den Schwerpunkt auf die stärksten Investment-Cases legen.

Über La Financière de l’Echiquier
La Financière de l’Echiquier wurde 1991 von Didier Le Menestrel und Christian Gueugnier gegründet und zählt zu den marktführenden unabhängigen Fondsgesellschaften in Frankreich. In Paris ansässig, ist die Fondsboutique erfolgreich auf Enterprise-Picking spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen von circa 8 Milliarden Euro. In Deutschland vertreibt die Gesellschaft aktuell sechs Aktienfonds, zwei Mischfonds und einen Wandelanleihefonds. Die erfolgreiche Fondspalette wird privaten und institutionellen Investoren außerdem in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien und Luxemburg angeboten. Das Kapital von La Financière de l’Echiquier wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. 2004 wurde die Stiftung La Financière de l’Echiquier gegründet, die sich in Frankreich für sozial und beruflich benachteiligte Menschen einsetzt. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter http://www.fondation-echiquier.fr und zu La Financière de l’Echiquier unter http://www.lfde.com/de.

Rezessionsängste laut NNIP übertrieben

Laut NN Investment Partners (NNIP) überschätzen die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Rezession. So geht man an den Aktien- und High-Yield-Märkten mit 50 bzw. 75%iger Wahrscheinlichkeit von einer Rezession aus. Nach NNIPs Einschätzung liegt die Wahrscheinlichkeit indes bei höchstens 20 Prozent.

Dazu Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Multi-Asset bei NN Investment Partners:

„In der zweiten Jahreshälfte ist die Wachstumsdynamik an den entwickelten Märkten leicht auf eine jährliche Rate von rund einem Prozent zurückgegangen. Doch weder die Zuwachsrate noch ihr Rückgang sind im historischen Vergleich besorgniserregend. Die aktuelle Zuwachsrate liegt völlig im Bereich dessen, was im Laufe des Konjunkturzyklus normal ist. Es handelt sich hier eher um eine vorübergehende Verzerrung als einen grundsätzlichen Richtungswechsel.“

Van Nieuwenhuijzen weiter: „Die Aktienbewertungen sind von ihren jüngsten Höchstständen mittlerweile um bis zu 20 Prozent gefallen, insofern besteht ein höheres Risiko für eine Ertragsrezession. Wir bezweifeln allerdings, dass sich dies auch außerhalb des Rohstoffsektors niederschlagen wird, denn der Verbrauchersektor profitiert von niedrigen Ölpreisen, niedrigen Zinsen und einer Erholung am Arbeitsmarkt. Auch im Gesundheitssektor sehen wir keine wesentlichen Risiken für die Ertragsentwicklung. Hinzu kommt, dass die Zentralbankpolitik günstig für die Marktstimmung ist. Insofern bleiben wir bei unserer neutralen Positionierung, anstatt das Handtuch zu werfen und dem Herdentrieb zu folgen.“

„Negative Datenüberraschungen sind zwar nicht ausgeschlossen, aber die Datenlage insgesamt deutet nicht auf eine Rezession als Basisszenario hin.“

Nach Angaben von NNIP verdeutlichen die aktuellen Risikoprämien* das Ausmaß der jüngsten Marktbewegungen: So liegt der Risikoaufschlag auf Aktien derzeit bei rund 5 Prozent im Vergleich zum Langzeitdurchschnitt von 3,5 Prozent. Während der letzten 25 Jahre waren sie nur zum Höhepunkt der Kreditkrise sowie der Eurokrise von 2008 bzw. 2012/2013 höher. 

Hinzu kommt, dass die Spreads, mit denen Hochzinsanleihen gegenüber Staatsanleihen notieren, nur in Krisenzeiten höher lagen, wie beispielsweise die „Savings & Loans“-Krise in den USA in 1991, die LTCM-Krise 1998, Bilanzierungsskandale in 2002/2003 sowie die Kredit- und die Eurokrise.

NNIP hat seine Untergewichtung bei EM-Werten von mittel auf gering heruntergefahren. Die Gründe dafür sind zahlreich: gemäßigte Sichtweise der Fed, schwächerer US-Dollar, relative Wirtschaftsdaten, äußerst negative Positionierung und gewisse Stabilisierung der zyklischen Rohstoffpreise. Bei Werten aus der Eurozone hat NNIP seine Positionierung auf neutral zurückgefahren. Und bei der Sektorengewichtung hat das Haus seine defensive Ausrichtung durch Abbau der Übergewichtung von IT-Werten noch verstärkt.

*Quelle: Unabhängiges Research-Institut ASR

Deutschland dürfte 2016 vom Wachstum in Europa profitieren

„Die Bedingungen in der Eurozone sind für Anleger im Jahr 2016 besonders günstig und Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle“, erklärt Robert Smith, Director bei Baring Asset Management („Barings“) und Investmentmanager des Baring German Growth Trust. „Auf Grundlage des Wachstums in wichtigen entwickelten Märkten wie Europa und den USA äußern sich deutsche Unternehmen optimistisch, was den Ausblick für das kommende Jahr betrifft“, merkt Robert Smith an.

Robert Smith, Investmentmanager des Baring German Growth Trust, sagt: „Der europäische Markt umfasst aktuell einige äußerst wertvolle Aktien. Anleger haben die Möglichkeit, zu wesentlich niedrigeren Kursen als noch vor wenigen Wochen in europäische Qualitätsunternehmen zu investieren und von einem nachhaltigen Wachstum zu profitieren.“

„Insbesondere für Deutschland sind wir optimistisch eingestellt. Das Land exportiert wesentlich mehr in andere europäische Länder als in irgendein Schwellenland und ich gehe davon aus, dass man die Reduzierung des Importvolumens in Deutschland nicht spüren wird, da sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone unserer Einschätzung nach weiterhin beschleunigen wird. Darüber hinaus wird die deutsche Wirtschaft zusätzlich durch Staatsausgaben als Konsequenz der Einwanderung angekurbelt."

„Industrie 4.0“ – das technologiegetriebene Transformationsprogramm in Deutschland, das eine deutliche Effizienzsteigerung durch Onlinefunktionen für Maschinen hinsichtlich Fernsteuerung und Wartung bedeutet – eröffnet signifikante neue Chancen für Anleger über alle Branchen hinweg. Als Beispiel dienen Aktien wie Adva Optical, ein Anbieter von Telekommunikationsausrüstung, sowie Cancom, ein Anbieter von Cloud-Infrastruktur. Adva Optical profitiert in hohem Maße von der rasant zunehmenden Nachfrage nach Schaltanlagen im Zuge des Booms bei Online-Anwendungen und dem entsprechenden Anstieg an Datenvolumen, die von Maschinen an Rechenzentren geschickt werden. Cancom wiederum hat einen innovativen Prozess entwickelt, um Unternehmen im Umgang mit den zunehmenden Datenmengen zu unterstützen, und bietet gleichzeitig eine eigene Cloud-Umgebung, die von den Unternehmen genutzt werden kann.

Robert Smith fügt hinzu: „Was die Mischung des Portfolios betrifft, werden die Ausgaben der Verbraucher in Deutschland von der Automobilbranche dominiert, die keine Anzeichen für eine Rezession aufweist, und wir schätzen, dass das Wachstum in Europa dieses Jahr stärker wiegen wird als eine Abschwächung in anderen Teilen der Welt. Im Industrie- und IT-Sektor kommt es sehr stark auf die einzelnen Aktien an. Wir sind jedoch durchaus optimistisch eingestellt im Hinblick auf Investitionen der Industrie außerhalb der Bereiche Öl und Bergbau und wir sehen gute Wachstumschancen im IT-Segment, insbesondere durch den Übergang zur Cloud-Technologie.“

Mit Blick auf die großen globalen Wirtschaftsblöcke steht Europa aufgrund eines höheren Konsums, der Kostensenkungen im Rohstoffbereich und entspannter monetärer Rahmenbedingungen im Jahr 2016 in der Gesamtmarkteinschätzung bei Robert Smith ganz oben. Den weltweiten Rückgang der Ölpreise in den vergangenen zwölf Monaten sieht er für die breite europäische Region als Vorteil an. Deutschland dürfte von der Erholung in der Eurozone wiederum in hohem Maße profitieren.

Der von Robert Smith verwaltete Baring German Growth Trust erzielte im Jahr 2015 eine Rendite von 19,9%1. Zum 31. Dezember 2015 betrug die Gewichtung von deutschen Aktien im Fonds mehr als 90%. Die größten Sektoren innerhalb des Fonds sind Industrie, zyklischer Konsum und Informationstechnologie2.

1Barings und Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Daten zum 31. Dezember 2015 in EUR. Die Wertentwicklung des Fonds bezieht sich auf die thesaurierende Anteilsklasse A EUR und versteht sich nach Abzug von Kosten und Gebühren in EUR auf Basis des NIW je Anteil, bei Wiederanlage der Bruttoerträge.
2Barings, Stand 31. Dezember 2015.