Ölmarkt: „Der Wendepunkt rückt näher“

Ist der Ölpreisverfall nun endgültig gestoppt? Nachdem der Preis pro Barrel Anfang Jahr unter die Grenze von 30 US-Dollar fiel, hat sich der Kurs erholt und liegt unterdessen wieder auf dem Niveau vom letzten Dezember. Roberto Cominotto, Fondsmanager des JB Energy Fund, rechnet zwar mit weiterer Volatilität. Für ihn ist aber klar, dass ein Wendepunkt im Ölmarkt näher rückt. Die aktuelle Ölpreiskrise wurde durch die Angebotsseite verursacht. Das Nachfragewachstum ist hingegen so stark wie seit Jahren nicht mehr. „Wir erwarten nun, dass die größten Investitionskürzungen, welche die Öl- und Gasindustrie je gesehen hat, zu einem Angebotsrückgang führen werden. Bei gleichzeitig weiter wachsender Nachfrage dürfte das Überangebot im Laufe des zweiten Halbjahres absorbiert werden.“

Der wichtigste Treiber dafür ist im laufenden Jahr die rückläufige Ölproduktion der USA. US-Schieferöl reagiert schneller auf Investitionskürzungen als konventionelle Ölvorkommen. Der Rückgang der Anzahl aktiver Bohranlagen in den USA um mehr als 75 Prozent seit Mitte 2014 schlägt sich nun seit einigen Wochen deutlich in den Produktionsvolumen nieder. Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Der Wachstumsmotor des globalen Ölangebots der letzten 6 Jahre verzeichnet somit 2016 einen deutlichen Rückgang. Laut Cominotto verringert sich die Produktion in den USA im Vergleich zum Jahr 2015 um 0,9 Millionen Barrel pro Tag. „Diese Entwicklung wird der Schlüsselfaktor für die Wiederherstellung eines Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt in diesem Jahr sein.“ Ab 2017 werden sich die globalen Investitionskürzungen dann auch auf die konventionelle Ölförderung auswirken. Die könnte dann sogar zu einem Angebotsdefizit führen. 

Iran und globale Nachfrage zu pessimistisch eingeschätzt
Die Aufhebung der Sanktionen im Iran und schwächere Nachfrage wurden zu Beginn dieses Jahres oft als Gründe für tiefere Ölpreise genannt. Tatsächlich rechnet Cominotto damit, dass der Iran 2016 seine Produktion um 0,7 Millionen Barrel pro Tag erhöhen wird. Dies wir aber durch den Rückgang der US-Produktion mehr als kompensiert. Von einer Nachfragekrise kann keine Rede sein. Die globale Nachfrage ist 2015 so stark gewachsen wie seit der Finanzkrise nicht mehr und für 2016 rechnet Cominotto konservativ mit einem weiteren Wachstum von rund einer Million Barrel pro Tag.

Häufig wird die kriselnde chinesische Wirtschaft als einer der Gründe für den Fall des Ölpreises in den vergangenen eineinhalb Jahren angeführt. Cominotto bestreitet dies: „Anders als vielerorts angenommen ist die Nachfrage nach Öl nicht mit Infrastrukturinvestitionen korreliert, sondern vielmehr mit dem Konsum.“ Die Ölimporte Chinas seien auf weiterhin hohem Niveau und verzeichnen über die letzten Jahre hinweg ein stetiges Wachstum. Hauptsächlich liege das an einem Anstieg der Autoverkäufe. Diese Autos seien kein Ersatz für ältere Wagen, sondern zusätzliche Fahrzeuge auf den Straßen von Shanghai, Peking und weiteren Millionenstädten. Zudem zeichnet sich in China ein klarer Trend zu größeren Autos und SUVs ab.

Zahl der Solaranlagen steigt weiter
Ein weiterer Irrglaube ist laut Cominotto, dass erneuerbare Energien aufgrund des niedrigen Ölpreises an Attraktivität verlieren: „Wir sehen kaum einen Einfluss der niedrigen Rohstoffpreise auf die Installation von erneuerbaren Energiequellen, obwohl wir uns bereits seit 18 Monaten in einer Ölpreis-Krise befinden.“ Der Experte erklärt dies mit einem Beispiel: „Windparkprojekte erstrecken sich beispielsweise über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren. Ein Windparkinvestor wird daher seinen Investitionsentscheid basierend auf seinen Strompreisszenario für die nächsten 20 bis 30 Jahre fällen. Kurzfristige Strompreisschwankungen spielen kaum eine Rolle.“ Zudem seien die Strompreise für erneuerbare Energien in vielen Märkten vertraglich über rund 20 Jahre fixiert.

Stattdessen gewinnen erneuerbare Energien zunehmend an Bedeutung, stark getrieben durch die Nachfrage aus China, den USA und Indien. So stieg 2015 die Zahl der Solaranlagen um 25 Prozent. 2016 sollen die Neuinstallationen um weitere 20 Prozent zunehmen.

Langfristig erfolgreiche Dividendenstrategien müssen auch auf zyklische Werte setzen

Kommentar von Scott Meech, Co-Leiter Europa Aktien.

Im jetzigen Marktumfeld sind insbesondere Dividendenstrategien (Income-Strategies), die robuste Erträge erzielen, gegenüber anderen risikoreicheren Strategien für Anleger sinnvoll. Es gibt weiterhin ausgewählte Chancen, Titel im europäischen Aktienbereich zu finden, die ausgewogene Erlöse erzielen. Diese Unternehmen weisen starke Bilanzen vor und generieren Barmittel – eine wichtige Erwägung für Anleger, die angehalten sind, gerade in unsicheren Märkten nicht nur auf die Kapitalwerterhöhung von Aktien zu achten.

Income-Strategien werden aufgrund der Beschaffenheit der Titel oft als defensiv wahrgenommen. Das ist nicht ganz richtig: Es gibt zyklische Werte, die attraktive Dividendenzahlungen bieten und eine wichtige Rolle in ausgewogenen Einkommens-Strategien spielen. Sie weisen gute Bilanzen vor, ebenso wie niedrige Produktionskosten und sind von daher weniger volatil als einige ihrer Wettbewerber. Hierzu gehören beispielsweise Intesa oder Mediaset Espana, die wieder angefangen haben, Dividenden zu zahlen. Derartige Unternehmen können in schwierigen Zeiten nicht nur überleben, sondern restrukturieren und ziehen potenziell Vorteile aus Wettbewerbern mit schwächeren Bilanzen. Unternehmen mit beständigen Einnahmen sind gerade in schwierigen Zeiten sehr attraktiv.

Anleger und Fondsmanager befinden sich in einer schwierigeren Marktphase, was das Thema Dividenden betrifft: Es gab nur einen relativ sanften Rückgang von Zahlungen in den vergangenen Jahren, was wiederum zu einer gewissen Bequemlichkeit bei Anlegern führte, die finanziellen Voraussetzungen für Dividendenzahlungen in den Unternehmen zu prüfen. Der zunehmende Druck bezüglich globalen Marktwachstums, besonders in den Schwellenländern, wird jedoch für immer mehr Unternehmen zur Herausforderung, ihre Dividenden aus rückgestellten Barmitteln zu begleichen. Denn Dividendenzahlungen, die mit Schulden anstelle von erwirtschafteten Erträgen beglichen werden, sind nicht nachhaltig.

Europäische Unternehmen, im Gegensatz zu ihren Wettbewerbern in den USA, werden weiterhin unter Höchstwerten in Bezug auf ihre Profitabilität gehandelt. Bewertungen sind zurzeit nicht zu teuer. Europa befindet sich in einer anderen Phase seiner Geldpolitik, die sowohl zu den Vor- als auch Nachteilen einer schwachen Währung geführt hat. Dies, zusammen mit dem niedrigen Ölpreis, ist immer noch von Vorteil für europäische Exporteure und den europäischen Verbraucher. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Wirtschaft weiterhin ankurbeln, von daher ist es wahrscheinlich, dass der moderate Aufschwung auch im global verlangsamten Umfeld anhalten wird – gestützt durch den Verbraucher. In vielen Bereichen ist Europa besser als die anderen Weltregionen gerüstet, diese schwierige Phase zu überstehen.

Im Hinblick auf diese Entwicklungen hat das europäische Aktienteam von UBP Asset Management seine erfolgreiche Aktienfondsstrategie bereits seit drei Jahren im Hinblick auf den Konsumgüterbereich übergewichtet – insbesondere, was Medien und Automobiltitel betrifft. Diese Unternehmen haben robuste Dividenden ausgeschüttet und Barmittel generiert. Der Sektor Telekommunikation kann nach einer langen Zeit der Konsolidierung und Restrukturierung ebenfalls auf Unternehmen verweisen, die jetzt wieder stabile Erträge erwirtschaften und attraktive Dividenden zahlen. Hierzu zählen beispielsweise British Telecom (BT) und Orange. Ein weiteres Beispiel ist das portugiesische Postunternehmen CTT, das sein Angebot strategisch um Consumer-Banking erweitert hat und von der wirtschaftlichen Erholung im Land profitieren wird, die zu einem Anstieg von E-Kommerz Aktivitäten führt. 

Die Kernthemen des UBAM Euro Equity Income Fund, der mit der oben erwähnten Strategie geführt wird, sind und bleiben unverändert: Das ausgewogene Portfolio mit 30 bis 40 Titeln investiert in Unternehmen mit langfristigen Einkommensstrategien. Seit Auflegung im Jahr 2014 hat der Fonds 11,58 Prozent Rendite erwirtschaftet; seit Anfang 2016 liegt die Rendite bei 1,69 Prozent und somit vor seiner Benchmark, dem MSCI EMU NR (European Economic and Monetary Union). 

Laut NNIP-Umfrage hält nur eine Minderheit der Befragten den Brexit für wahrscheinlich

Laut der jüngsten von NN Investment Partners durchgeführte Risk Rotation Index Umfrage1 hält die Mehrheit der Anlegerschaft einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU nach dem Referendum im Juni für unwahrscheinlich. 

Nur eine Minderheit (27 Prozent) ist nach wie vor von einem Ausstieg Großbritanniens überzeugt. Im Juli 2015 lag ihr Anteil bei 20 Prozent.

Mit 5,3 Prozent ist die Risikoneigung bei Investoren insgesamt weiterhin positiv. 28,7 Prozent gaben an, ihr Risikoappetit sei in den vergangenen sechs Monaten gestiegen. Im vierten Quartal 2015 betrug dieser Wert noch 28,8 Prozent. Demgegenüber gaben 23,4 Prozent der Anleger an, ihr Risikoappetit sei in den vergangenen sechs Monaten gefallen. Im vierten Quartal 2015 war das nur bei 15,4 Prozent der Fall. Das könnte an der Ungewissheit im Hinblick auf das Verbleiben Großbritanniens in der EU liegen, jedenfalls wird ein möglicher Brexit als das größte Risiko für Investmentportfolios genannt. Ein Drittel der Anleger (33 Prozent) bezeichnet dieses Risiko als „erheblich“. Jeder Neunte (11 Prozent) sieht einen möglichen Brexit sogar als „sehr erhebliche“ Bedrohung.

Obwohl ein Brexit nicht gänzlich auszuschließen ist, scheint sich auch eine gewisse Gleichgültigkeit breitzumachen. So sind jetzt mehr Investoren überzeugt, dass der Brexit sogar eine positive Wirkung auf die europäischen Finanzmärkte haben würde. Jeder elfte Anleger (9 Prozent) ist inzwischen der Ansicht, ein Ausstieg Großbritanniens aus der EU werde sich positiv auf die europäischen Märkte auswirken. 2015 waren es nur 6 Prozent. Zudem ist die Zahl derjenigen, die von negativen Konsequenzen ausgehen, auf zwei Drittel (60 Prozent) gesunken. Letztes Jahr lag dieser Anteil noch bei 75 Prozent. Über ein Viertel (27 Prozent) der Befragten erwartet überhaupt keine wesentlichen Auswirkungen.

Trotz eines möglichen Ausstiegs Großbritanniens aus der EU, scheinen Investoren kein Interesse daran zu haben, ihr Portfolio anzupassen: Nur 14 Prozent der Anleger gaben an, Maßnahmen zum Schutz ihrer Portfolios gegen die Brexit-Gefahr ergriffen zu haben, während vier Fünftel (80 Prozent) angabegemäß an ihren bestehenden Positionen festhalten.

Dazu Patrick Moonen, Principal Strategist bei NN Investment Partners: 

„Die Anlegerschaft scheint in puncto Brexit zwischen Gefühl und Verstand zu schwanken. Einerseits scheint sich die Anleger mental auf den EU-Austritt Großbritanniens einzustellen, doch offenbar richten nur wenige ihre Portfolios entsprechend aus. Es wird zwar gemeinhin davon ausgegangen, dass ein Brexit negative Folgen haben wird, doch wie schwerwiegend diese im Einzelnen sein werden und wer genau betroffen sein wird, ist unmöglich vorauszusagen. Den Umfragen sind kaum Hinweise zu entnehmen, wie die Abstimmung tatsächlich ausfallen wird. Eines ist jedoch sicher: Je näher der 23. Juni rückt, desto stärker werden Unsicherheit, Unentschlossenheit und sogar Gleichgültigkeit die Gemüter der Investoren bestimmen.“

Im Hinblick auf das Gesamtrisiko und entsprechend der etwas stärker risikoaversen Haltung der Anleger sind defensive Aktientitel weiterhin beliebt, allen voran Healthcare (53 Prozent), Technologie (47 Prozent) und Basiskonsumgüter (39 Prozent).

Geografisch halten die meisten Investoren weiterhin die USA für die Region mit dem günstigsten Risiko-Rendite-Verhältnis: 82 Prozent der Befragten sehen hier die interessantesten Investmentchancen, 28 Prozent halten die USA sogar für das attraktivste Anlageziel überhaupt. Auf dem zweiten Platz folgen die Emerging Markets, die 73 Prozent der Nennungen auf sich vereinen. 70 Prozent der Befragten nannten die Eurozone als ihre bevorzugte Investmentregion, die damit auf dem dritten Platz landete.

Moonen weiter: „Zwar richten Investoren ihre Portfolios nicht unbedingt auf einen bevorstehenden Brexit aus, doch scheinen die Märkte die weitere Entwicklung jetzt vorsichtiger zu beurteilen. Es besteht eine starke Präferenz für defensive Sektoren. Die gegenwärtige Abneigung gegenüber Rohstoffen steht im Widerspruch zur Anlegerpräferenz für Aktien aus den Emerging Markets. Wir meinen, dass diese defensive Haltung sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass die USA als die attraktivste Investmentregion gelten.“ 

1 Die Umfrageergebnisse stammen aus NN Investment Partners‘ eigenem Research, das von Citigate Dewe Rogerson im Februar 2016 unter 94 internationalen institutionellen Investoren durchgeführt wurde.

„Schwellenländeranleihen bieten momentan sehr attraktive Spreads“

Nachdem die amerikanische Notenbank Federal Reserve vergangene Woche erklärt hat, den Leitzins vorerst nicht zu erhöhen, stiegen die Kurse von deutschen Bundesanleihen und US-Treasuries leicht an. Zuvor hatte bereits die Europäische Zentralbank eine Zinssenkung auf null Prozent beschlossen. Die Renditen bei Staatsanleihen von führenden Industrieländern sind also weiterhin niedrig. Eine interessante Alternative mit besseren Renditeaussichten könnten daher Schwellenländer-Bonds sein, sofern Anleger bereit sind, ein etwas höheres Risiko einzugehen. „Schwellenländeranleihen bieten momentan sehr attraktive Spreads. Die Spannen sind auf dem höchsten Niveau seit der Lehman-Krise. Ratingagenturen überprüfen gerade die Einstufungen vieler Schwellenländer, darunter auch ölexportierender Staaten. Herabstufungen werden zum Beispiel im Fall von Südafrika und der Türkei erwartet“, sagt Jonathan Mann, Head of Emerging Market Debt von BMO Global Asset Management. Dadurch eröffnen sich auch neue Investmentmöglichkeiten.

Strukturreformen in den Emerging Markets zeigen Wirkung
Das weltweite Marktumfeld ist laut BMO Global Asset Management nach wie vor herausfordernd. Sowohl in den USA und als auch in der Eurozone verzeichne die Wirtschaft nur ein moderates Wachstum und auch der globale Handel wachse aus strukturellen Gründen nur verhalten. „Einige Emerging Marktes wie etwa Brasilien und Russland haben im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum Probleme. Doch Währungsabwertungen haben die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Die Inflation sollte auch künftig eher gedämpft bleiben“, so Jonathan Mann. Zudem müsse man davon ausgehen, dass die chinesische Volkwirtschaft in noch in geringerem Umfang zunehme als zunächst erwartet. Dies führe dazu, so der Experte, dass Investoren die Maßnahmen der chinesischen Regierung stärker hinterfragen würden und den Abzug von Kapital in Erwägung zögen.

Doch es gebe an den Emerging Markets auch gute Nachrichten: „Positiv ist hingegen, dass Strukturreformen in Ländern wie Indien, Indonesien und Mexiko Wirkung zeigen, auch wenn sie in den jeweiligen Ländern unterschiedlich schnell umgesetzt werden.“ Verschiedene Programme des Internationale Währungsfonds (IMF) gäben einer wachsenden Zahl von Schwellenländern zentrale Anhaltspunkte für die Ausrichtung der Politik. Dies gelte zum Beispiel für den Irak, die Ukraine, Marokko, Pakistan und Honduras. Die hohen Spreads würden in den meisten Fällen durch eine starke Außenhandelsbilanz und einen beschränkten Finanzierungsbedarf aufgefangen. Allerdings könnten niedrige Wachstumsraten und infolgedessen politischer Druck auf die Entscheidungsträger auch zu suboptimalen Entscheidungen in den Schwellenländern führen. 

China ist für Schwellenländerinvestments ein Risikofaktor
Aufgrund der geldpolitischen Lockerung in Japan und Europa sowie die noch immer niedrigen Zinsen in den USA seien Investoren grundsätzlich auf der Suche nach ansprechenden Renditen. „Anleger sind mit Blick auf die Risiken von Engagements in Emerging Markets nicht überfordert. Auch wenn verstärkte Mittelabflüsse aus Emerging-Market-Fonds das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ändern könnten“, meint Mann. Das Hauptrisiko bestehe darin, dass das Wirtschaftswachstum in China schwächer als prognostiziert ausfalle und die dortige Währung stärker abwerten könnte: „Dies könnte sich auch negativ auf die Öl- und Rohstoffpreise auswirken und die Währungen und Spreads anderer Schwellenländer beeinflussen.“ Ein weiteres Risiko besteht laut Jonathan Mann in der angespannten Lage auf dem US-Arbeitsmarkt, die die amerikanische Notenbank veranlassen könnte, mehr Zinsschritte einzuleiten als die Finanzmärkte derzeit einpreisten. Dies würde die Liquidität weltweit verknappen und auch die Schwellenländer treffen. „Dies könnte den US-Dollar weiter erstarken und Rohstoffpreise entsprechend sinken lassen. Schließlich würde auch ein plötzlicher Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen Schwellenländerinvestments unter Druck setzten“, analysiert Mann.

„Brexit“ - Positionierung für die Ungewissheit

von Ariel Bezalel, Manager des Jupiter Dynamic Bond SICAV Fonds bei Jupiter Asset Management.

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würde aller Wahrscheinlichkeit nach dem Ansehen des Landes in der Welt schaden und das europäische Projekt infrage stellen. Zudem hätte er das Potenzial, einen globalen Schock auszulösen, der für erhebliche Volatilität bei Risikoaktiva sorgen würde.

Seit Beginn des Jahres hat die Sorge zugenommen, Großbritannien könne sich im Rahmen des für den 23. Juni angesetzten Referendums für einen Austritt aus der Europäischen Union entscheiden. Unmittelbare Reaktionen auf ein Austrittsvotum der Briten wären unseres Erachtens Wertverluste beim Pfund und bei britischen Vermögenswerten, da die Märkte eine echte Abneigung gegen Ungewissheit aufweisen. Wir meinen jedoch, dass die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen nicht sonderlich negativ wären. Im Gegenteil, ein schwächeres Pfund könnte sogar den britischen Exporten Auftrieb verleihen. Darüber hinaus glauben wir, dass viele Länder in Europa nicht einfach aufhören würden, mit Großbritannien Geschäfte zu machen. 

Meine Sorgen in Bezug auf einen möglichen Brexit richten sich in stärkerem Maße auf den politischen Bereich: Das Ansehen der EU ohne Großbritannien würde deutlich leiden. Gleiches gilt für Großbritanniens Ruf in der Welt. Darüber hinaus könnte ein Brexit in Großbritannien für politische Unsicherheit sorgen und es ist sehr wahrscheinlich, dass Premierminister David Cameron zurücktreten müsste. Zudem würde ein Austritt Großbritanniens unseres Erachtens dafür sorgen, dass sich die existenzielle Frage nach der Zukunft des europäischen Projekts stellt. Auf der europäischen Politikbühne feiern ehemalige Randparteien in Ländern wie Frankreich, Polen und Spanien große Erfolge. Ein britischer EU-Austritt würde aller Wahrscheinlichkeit nach die Popularität von Anti-Establishment-Bewegungen auf dem gesamten Kontinent erhöhen. Dies könnte für Volatilität bei Risikoaktiva sorgen. Auch ein Grund, weshalb die Finanzminister beim jüngsten G20-Treffen mahnten, ein Brexit könne einen globalen Schock auslösen. Vor dem Hintergrund all dieser Aspekte haben wir versucht unseren Fonds so zu positionieren, dass diese Risiken abgemildert werden.

Im Februar standen britische Vermögenswerte über weite Strecken unter Druck, da sich die Anlegerstimmung in Bezug auf Großbritannien angesichts der Angst vor einem Brexit ins Negative kehrte. Seither konnte eine gewisse Erholung beobachtet werden, da Risiko bei Investoren wieder in Mode ist, seit sie realisiert haben, dass britische Unternehmensanleihen generell in guter Verfassung sind. Es sollte nicht vergessen werden, dass eine günstige Zinssituation, gepaart mit konjunktureller Stärke, zahlreiche von uns gehaltene Unternehmen in die Lage versetzen dürfte, Schulden schneller zurückzuzahlen.

Unsere Positionierung

Großbritannien stellt nach wie vor eine Kernposition in unserem globalen Portfolio dar. Das Exposure des Fonds in Bezug auf Großbritannien liegt derzeit bei rund 28 Prozent des Fondsvermögens, wobei etwa die Hälfte davon auf Bankwerte entfällt.(1) Es gibt mehrere Gründe, weshalb wir gegenüber Großbritannien eine positive Haltung einnehmen. Erstens sind wir der Auffassung, dass eine lockere Geldpolitik noch einige Zeit Bestand haben wird. Vielmehr erwartet der Markt derzeit bis Ende nächsten Jahres keine Zinserhöhung in Großbritannien. Zweitens ist die britische Wirtschaft in recht robuster Verfassung und verzeichnete eine bessere Entwicklung als zahlreiche andere Volkswirtschaften in aller Welt. Drittens und letztens ziehen wir britische Banken ihren Pendants in der Eurozone vor, da wir sie – im Großen und Ganzen – für die gesündesten Banken in Europa halten. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da die Tage, in denen Anleiheinhaber damit rechnen konnten, im Falle einer Bankenpleite durch staatliche Interventionen gerettet zu werden, vorüber zu sein scheinen. Unseres Erachtens sind die Steuerzahler derartige Rettungsaktionen leid. Wir vermuten, dass es in den nächsten 12 bis 24 Monaten eine höhere Zahl von Bail-ins geben wird, daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt von entscheidender Bedeutung, schwächelnde Banken zu meiden. Zu den von uns bevorzugten britischen Finanzwerten zählen dabei Lloyds, RBS, Nationwide, Coventry und Barclays.

Staatsanleihen gefragt

Aktuell hat der Fonds annähernd ein Drittel seines Vermögens in qualitativ hochwertige Staatsanleihen wie etwa aus den USA und Australien investiert, die in Zeiten schwächelnder Risikoaktiva in der Regel eine gute Performance zeigen. Dies kam der Wertentwicklung des Fonds im Januar und Februar zugute. Zudem haben wir rund 2 Prozent des Fondsvermögens in Wandelanleihen von Goldminengesellschaften investiert, die zuletzt ebenfalls gut abschnitten, da Gold als sichere Anlage betrachtet wird.

Die Welt sieht sich jedoch weiter mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Im November wird die äußerst bedeutsame US-Präsidentschaftswahl stattfinden, deren Ausgang alles andere als sicher ist. Unabhängig davon, wer gewinnt: Wir werden uns wohl auf erhebliche Veränderungen in der US-Politik einstellen müssen. Zudem setzt sich der konjunkturelle Abschwung in China fort. Da das Land ein wichtiger Importeur von Waren und Dienstleistungen aus zahlreichen Ländern ist, hat der dortige Konjunkturrückgang erhebliche globale Auswirkungen. All diese Indikatoren bringen uns zu dem Schluss, dass zum jetzigen Zeitpunkt ein behutsames Vorgehen ratsam ist.

Quelle:
(1) Factset, 29.02.2016.

Unsicherheit in China bleibt und überträgt sich auf Südkorea

von Prashant Khemka, Manager des GS Growth & Emerging Markets Broad Equity Portfolios bei Goldman Sachs Asset Management.

Die Entwicklung der meisten Schwellenländer hängt aktuell von den folgenden drei Faktoren ab: Erstens der langsame und wenig beständige Transformationsprozess Chinas, zweitens die Frage, wer tatsächlich von den niedrigen Öl- und Rohstoffpreisen profitiert, und drittens die Verbraucherausgaben in den Schwellenländern – jetzt und in den nächsten zehn Jahren. Trotz etlicher makroökonomischer Schwierigkeiten bieten Aktien aus Schwellenländern weiter großartige Gelegenheiten zur Alpha-Generierung und Portfoliodiversifikation. Dabei liegt unser Fokus auf Unternehmen, die wir als langfristige Marktanteilsgewinner sehen, sowie auf kleineren Titeln, die sehr stark von positiven Trends profitieren. In der vorliegenden Serie über Emerging Markets Aktien werden wir verschiedene Schwellenländer vorstellen und auf die jeweils besonderen regionalen Treiber eingehen. Den Auftakt bilden China und Südkorea, bevor wir uns nächste Woche eingehender mit Indien, Indonesien, Brasilien, Mexiko, der Türkei und Südafrika befassen werden.

China – weitere Volatilität im Anmarsch

Dass Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) langsamer wächst, hat die Regierung des Landes inzwischen bestätigt und ihre offizielle Wachstumsprognose für 2016 auf 6,4 Prozent gesenkt. Wir verfolgen viele chinesische Wirtschaftsindikatoren, die allesamt nahelegen zu scheinen, dass das Wachstum vor allem im Industriesektor so gut wie auf der Stelle tritt. Die steigende Arbeitslosigkeit ist eine direkte Folge des schwächeren Industriewachstums und es gibt Anzeichen dafür, dass dies den Konsum belastet. Dabei soll Letzterer eigentlich zunehmend als Wachstumsmotor fungieren. Für den Dienstleistungssektor bleiben wir optimistisch, obwohl hier die Indikatoren zuletzt ebenfalls eine kurzfristige Wachstumsverlangsamung signalisiert haben.

Der Übergang von einer investitionsgetriebenen zu einer konsumorientierten Wirtschaft ist bisher jedoch noch nie reibungslos vonstattengegangen. Auch China dürfte diesbezüglich keine Ausnahme bilden. Die chinesische Regierung wird sich verstärkt auf die Generierung von Wachstum konzentrieren, zumal die traditionellen Wirtschaftsstimuli scheinbar nur begrenzt wirken. Dabei hat China in etwas mehr als einem Jahr neben verschiedenen anderen Lockerungsmaßnahmen bereits fünfmal die Zinsen gesenkt. Die Regierung könnte bei ihren Bemühungen, Wachstum zu generieren, wieder mehr den Industriesektor ins Visier nehmen. Dies ginge allerdings wohl zulasten weiterer Reformen. Außerdem wäre noch der hohe Preis eines wachsenden Schuldenbergs zu zahlen. Erfahrungsgemäß verheißt eine schnelle Anhäufung von Schulden für die betroffenen Länder nichts Gutes. Für gewöhnlich dämpft dies für eine längere Zeit das BIP-Wachstum oder es entsteht gar eine Finanzkrise – ein Schicksal, das wir für China aber nach wie vor nicht erwarten.

Aus Aktiensicht dürfte mit einer anhaltenden Volatilität zu rechnen sein. Diese Kursschwankungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Bestreben der Regierung, bei der Wirtschafts- und Markttransformation des Landes nichts dem Zufall zu überlassen. Die Aussicht auf unkalkulierbare staatliche Interventionen und die systematischen Kapitalfehlallokationen in der Vergangenheit bestärken uns darin, es bei einem sehr begrenzten Engagement in chinesischen Staatsbetrieben zu belassen. In den Verbrauchersektoren finden wir trotz des kurzfristigen Gegenwinds für den Konsum weiterhin einige interessante Opportunitäten. Hierzu zählen etwa lokale Einzelhändler, die Marktanteile gegen internationale Marken gewinnen sowie vom Internethandel und Tourismus profitieren.

Südkorea – Unternehmensreformen und Konsolidierung

Südkorea steht in konjunktureller Hinsicht deutlich besser da als viele andere Schwellenmärkte. Das Land kann als Nettoimporteur von Öl und Rohstoffen von der derzeitigen Schwäche dieser Märkte profitieren und weist ein stabiles politisches Umfeld auf – auch trotz seines unmittelbaren Nachbars Nordkorea. Zu den größten Herausforderungen für die südkoreanische Wirtschaft zählt die starke Abhängigkeit von Chinas schwächelnder Industrie. Letztlich wird dies Südkorea dazu zwingen, sein Wirtschaftsmodell dem chinesischen Transformationsprozess anzupassen. Ein anderes Problem im Jahr 2016 stellt die relative Währungsstärke innerhalb Asiens – und hier vor allem gegenüber dem Yen – dar, was die Exporte weiter belasten wird.

Trotz gewisser Schwierigkeiten auf makroökonomischer Ebene erscheinen südkoreanische Aktien interessant, da die Unternehmen in Hinblick auf ihre Gewinne sowie Corporate Governance Verbesserungspotenzial besitzen und obendrein die Bewertungen vergleichsweise attraktiv sind. Wir entdecken derzeit viele Unternehmen, die wir als robust genug einschätzen, um dem schwierigeren Makroumfeld in den Schwellenländern standzuhalten. So halten wir beispielsweise Aktien eines Unternehmens, das unserer Meinung nach von der Industriekonsolidierung profitieren kann – auch wenn als Treiber hinter dieser Konsolidierung das langsamere Wachstum in China steht. Ferner stellen wir fest, dass trotz der Währungsbelastung und des Drucks, unter dem die chinesischen Verbraucher stehen, die Nachfrage nach einigen Produkten wie etwa Kosmetik, weiter ungebrochen wächst.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 31. Dezember 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,083 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

Investors use options to counter market turmoil

Saxo Bank sees a growing trend in investors using options to hedge their exposure in asset classes such as equities and FX. Turmoil in financial markets has left investors looking for attractive ways to safeguard their portfolios.

The growing appetite for options is reflected with a 71 percent growth in trading volume in listed options from 2014 to 2015. An option is a financial instrument that gives the buyer the right, but not the obligation, to buy or sell an underlying asset at a specific price on or before a certain date. The put option refers to the buyer’s right to sell and is used when the buyer thinks the price of the asset will fall before the option expires. Call option gives the right to buy and is used if the investors expect the asset to increase in price. The seller of the option has a corresponding obligation to fulfil the transaction should the buyer decide to “exercise” his right.

Patrice Henault, Head of Futures and Listed Optionsat Saxo Bank, said:

“Options provide an additional set of investment opportunities that investors can use in times of turmoil. An investor holding shares in Apple can for example use a put option to completely or partially protect their investments as they can use the option in the same stock or index to neutralise price falls. In this way options work a lot like insurance. If we purchase insurance to protect our house against fire or damage why not protect our investments as well?”

As an example, Apple shares are trading around at $100, and an investor owns 100 shares and is nervous about the shares declining over the next couple of months but still believes in the long-term growth opportunity in the company.

The investor could then buy a May 2016 $95 put option for a premium of $4.20 a share. Each option equals 100 shares or $420 of total cost. The put option will give the right to sell shares of Apple for $95 at any time before the expiration in May and eliminate any further financial loss in case the share price has dropped below the price.

Saxo Bank believes options are just at the base of the mountain and will continue to grow in popularity.

“Options are among the strategic investment tools that we see a growing interest for. We believe the trend will continue and we do our best to provide clients with the proper knowledge and education, so they can use options in a way that fits their individual investment strategy” Saxo Bank offers a wide variety of options including 45 FX options, 640 stock options and 167 contract options. Currency options are one of the best to hedge against movements in exchange rates and make a profit from the moving rates.

The most popular currency options among Saxo Bank’s clients are:

USD: Over the past months we have seen an increased interest in buying USD put options mainly against EUR. The stressed stock markets and the overall “risk off” sentiment has made investors question the path of the US rate hikes and the strong USD.

GBP: We see increased interest in buying options with expiry after the UK referendum at June 23. This is a good example of investors buying longer dated options.

CNH: The discussion of a potential currency devaluation of the Renminbi is causing investors to hedge their exposures with put options on CNH and USD call options on the other side.

The most popular stock options among Saxo Bank’s clients are:

  • SPDR S&P 500 (ETF)
  • Apple
  • Energy Select Sector SPDR Fund (ETF)
  • Barclays Bank iPAth S&P 500 VIX (ETF)
  • Facebook

“Exchange-traded funds have gained much traction in the world of investing providing access to global markets, instruments and sectors. Many of the funds have listed options that investors can use. The S&P 500 tracking ETF, is the most traded equity option today. Trading options on ETFs allows investors to reduce the systemic risk in one individual stock and gives diversification. Options in the energy sector are increasing in popularity due to the current instability in commodity markets.”

Signs of hope for the Canadian Dollar

The recent rise in oil prices has caused investor sentiment to improve, allowing the CAD to recover from multi-year lows. Early indications that the Canadian economy is successfully adjusting to its ailing resource sector should continue to support CAD strength. The Liberal budget delivered a considerable fiscal stimulus which should reduce the likelihood of further monetary easing in April. Please find the FX trade idea from ETF Securities including charts attached on the left.

Economic data impresses

Over the past month, the CAD has rallied 4.2%* (on a trade weighted basis) as rising oil prices, strength from the country’s non-resource sector and the revelation of a large fiscal stimulus package boosted the currency’s prospects. This move follows a fall to 13 year lows in January as depressed oil prices weighed on business investment in the country’s vast petroleum sector. In the short term we believe that the CAD will continue on its upward trajectory as sentiment continues to improve and the Bank of Canada (BoC) holds off on further interest rate cuts in April. In particular we believe the CAD is well placed to appreciate against the EUR, which will likely remain subdued as a result of the considerable easing measures currently in place.

In December, Canadian retail sales far exceeded market expectations and non-commodity exports continued to gain momentum (see Figure 1). Both data points are signs that monetary measures are proving supportive to the economy’s ongoing objective of transitioning away from its resource sector. In addition, according to the January BoC monetary policy report, declining investment in the energy sector should slow considerably in 2016, reducing its drag on growth. If these trends continue, it should see the Canadian economy recover from its recent slump and support the CAD’s ascension from current depressed levels.

Liberal government unveil fiscal stimulus

On Tuesday, the newly-elected Liberal government unveiled a stimulatory budget, aimed at boosting infrastructure spending and tax treatment of low to middle income earners. While the fiscal package included a shift to deficit spending, it is expected to bolster growth by 1.5% and generate 150,000 jobs over the next two years (Source: Canadian Budget 2016, pg. 49). The extent of the stimulus should prove beneficial for the CAD as the measures not only buttress economic growth but importantly alleviate pressure on the BoC to implement further rate cuts at its upcoming meeting in April.

Long CAD positions start to climb

Commodities Futures Trading Commission (CFTC) data reveals that net speculative CAD positioning is the closest to flat for almost nine months having been considerably negative for some time. This is a result of speculative short positions being slashed in the wake of the recent leg up in oil prices and longs starting to show some nascent signs of recovery (see Figure 2). In coming weeks, long positions have considerable scope to rise from current levels as sentiment towards the Canadian economy improve, which should place the EUR/CAD currency pair under pressure.

Finally, the outcome of the meeting of key oil ministers in Doha on the 17th April could have considerable consequences for the oil price and in turn the CAD in either direction. At this stage all that is known is that the meeting is in place for countries to discuss the pledge of freezing output at January levels, but the final outcome remains uncertain. For tactical CAD investors it is an event that should not be ignored.

US-Credits profitieren von globaler Jagd nach Renditen

Der Anfang des Jahres beobachtete Run auf US-Staatsanleihen, als Anleger nach sicheren Häfen suchten, erlebt derzeit eine Kehrtwende. Grund sind die überraschend guten Wirtschaftsdaten aus den USA.

Im Gegensatz zur Eurozone und Japan, wo sich die Economic-Surprise-Indizes seit Januar verschlechtert haben, findet in den USA ein Umschwung statt: Die volkswirtschaftlichen Rahmendaten sind spürbar freundlicher. Im Zusammenspiel mit der wenig entgegenkommenden Geldpolitik der Zentralbanken weltweit, ergibt dies günstigere Perspektiven für USD-Investment-Grade und High-Yield-Titel.

Dazu Evan Moskovit, Lead Portfolio Manager Global Investment Grade and US IG Grade Credit:

„Angesichts der günstigeren US-Daten sowie der weltweiten Jagd nach Renditen, werden sich aller Voraussicht nach nicht nur die Rahmendaten für USD-Schuldtitel, sondern auch für Euro Credits verbessern. Der Renditeunterschied zwischen USD- und Euro-Titeln dürfte sich vor allem im Investment-Grade-Segment verengen.“

Nach Angaben von NNIP sind US IG und HY mit Renditen von 3,56 Prozent bzw. 8,85 Prozent äußerst attraktiv. Das gilt vor allem im Vergleich mit ihren europäischen Pendants, die nur Renditen in Höhe von 1,76 Prozent bzw. 5,77 Prozent abwerfen.

Moskovit weiter: „Die Spreads bei USD Credits liegen im Gegensatz zu den Spreads von EUR-Titeln über ihrem Langfristdurchschnitt, und zwar sowohl bei Investment Grade als auch High Yield. Dadurch, dass die EZB Bereitschaft signalisiert hat, in Euro denominierte Unternehmensanleihen aufzukaufen, hat sich die Rendite- und Spread-Differenz zwischen in USD und Euro denominierten Titeln zugunsten der US-Werte weiter vergrößert.“

„Rund 30 Prozent der im Euro Aggregate Bond Index vertretenen Werte rentieren negativ, während das Segment der US-Hochzinsanleihen in der vergangenen Woche Rekordzuflüsse erlebte. US IG sind derzeit besonders stark nachgefragt. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass Investoren, die sich insbesondere von Bewertungen leiten lassen, USD-Werte in Euro denominierten Titeln vorziehen werden. “

Agriculture stocks on the cusp of recovery

The expected increase in direct US government farm program payments in 2016 will benefit producers. Moreover, the weaker US dollar will benefit US agricultural exports providing a strong catalyst for US farm income. The uptick in profitability coupled with the rising sentiment indicator appears favourable for agricultural producers.

Farm income outlook less bearish

A sustained period of high crop prices from 2008 to 2012 led to a bout of investment by agricultural producers, since then falling soft commodity prices have revealed high debt loads and narrowing margins. However the drop in input expenses coupled with a turnaround in sentiment is painting a more optimistic picture for agricultural producers heading into 2016. Our analysis focusses on the S-net ITG agriculture index, which is diversified across Seeds Chemicals & Fertilizers (53%), Commodity Agricultural Products (30%), Equipment (13%) and Livestock (3%) with 70% of the constituents from the United States.

In the latest farm income outlook released by the United States Department of Agriculture (USDA), US net farm income, a key indicator of U.S. farm well-being, is forecast to decline by 3% in 2016. While this will be the third consecutive year in decline, it is not as severe as the declines of -27% and -38% witnessed in the prior years 2014 and 2015 respectively. Cash receipts are forecast to fall 2.5%, falling prices being the key contributor to this price fall as highlighted in the accompanying chart.

Global nitrogen fertilizer supply is poised to grow as cheap energy prices fuel production increases, providing a boost to their bottom line. Although it is worth noting that the recent squeeze on farmers margins does not eliminate the risk of farmers skipping application of fertiliser or shifting acreage from chemical intensive corn to other crops. We believe the fall in fertiliser costs is likely to benefit both fertiliser producers and farmers.

Lower expenses buffer slide in cash receipts

Overall farm production expenses are forecast (USDA) to decline for the second consecutive year. Occurrences of multi- year reductions in farm production expenses are rare, the last time being 1984-86. This drop in expenses for inputs such as feed, livestock/ poultry purchases and fuel are forecast to outweigh the increase in interest expenses and hired labour costs thereby alleviating falling cash receipts. More importantly input costs (currently in 2nd year of decline) tend to lag behind commodity price swings (that have been in decline for 4 years).

In addition, US farmers are poised to benefit from a 31.4% ($13.9bn) increase in direct government farm payments in 2016. The 2014 farm bill eliminated direct payments worth $5bn annually and replaced them with a net suite of safety net programs that will be triggered in 2016 if farm prices continue to fall.

Lower US dollar to benefit exports

Agricultural exports have been a major catalyst for the strong U.S. farm income in prior years, accounting for more than 30% of gross cash farm income. As majority of commodities are priced in US dollars, the appreciation of the dollar against the local currency of non-US growers has made the commodities more expensive for the foreign based buyer. Although its difficult to quantify just how much buyers have been sourcing lower cost soft commodities we have seen anecdotal evidence of this behaviour. For example, Brazil’s soya bean exports surpassing US soya bean exports in 2015 are likely due to the Brazilian Real’s depreciation. We expect a continuation of US Dollar weakness in 2016 benefitting farm income which has been squeezed by recent USD strength.

Outlook for Agricultural commodities

The correlation of agricultural producers with livestock, grains and softs has depicted a cyclical relation over time. Current correlation with livestock remains high at 80%, followed by grains at 64% and lower for softs at 30%.

Livestock related commodities account for approximately half 30% of the farmer’s cash receipts while the other half comes from crops (namely corn), so farm income would benefit if these specific commodities rise.

  • Livestock sector ended 2015 as the worst performer among agricultural commodities despite the impact of avian influenza, market prices are expected lower in 2016 according to USDA.
  • The price outlook for grains – namely corn, wheat and soya bean prices remain subdued since their inventory levels remain are at record highs.
  • Sugar prices are expected higher owing to the reduced sugar supply from Brazil and India driving expectations for a larger world market deficit in 2015/16.
  • Dry conditions emanating from the El Nino coupled with a rebound in the real is lending buoyancy to Arabica coffee prices in 2016.
  • Cocoa is forecasted to be in a supply deficit in 2016.
  • While cotton has been negatively impacted from lower import demand into China, the crop is expected to remain in a deficit this year.

Shift in sentiment signals an opportunity

Despite the pessimism surrounding the agriculture industry, agricultural producers are currently trading at 20x earnings and 3x book value, in line with their respective 10-year average. Profitability of these companies has been volatile given their exposure to the vagaries of the weather. We are currently in one of the most extreme El Niño events on record, dating back to 1950. According to the Australian Bureau of Meteorology, out of the past 26 El Niño events since 1900 approximately 40% have been followed by a La Niña. If this came to pass, wheat, corn, soybeans, coffee and cocoa will benefit from favourable weather thereby negatively impacting prices while sugar prices will benefit on the upside.

Net profit margins have been in a downward trend since the slump in commodity prices ensued in 2011 but the last quarter in 2015 has seen an uptick of 3.1% over the prior year. Net debt to assets remains high at 31x. USDA has reported growth in farm real estate loan volumes throughout 2015, commercial banks and the farm credit system has remained cooperative and credit to the sector has not been curtailed until now.

Our sentiment indicator (based on consensus data) has been rising since 2014, highlighting a renewed sign of optimism in holding agriculture producer stocks.

In summary we believe agricultural producers are modestly valued, with profitability starting to turn the corner in-line with shifting positive sentiment. Despite the pessimism that permeates through the farming industry, farm income credit has not been curtailed. While net farm income is forecast to decline for the third consecutive year, the lag in declining expenses is expected to catch up and help alleviate the decline. 2016 has seen a positive turnaround for majority of commodities and is lending support for the price outlook of agricultural commodities.

Chinas neue Wirtschaftsstrategie verspricht Erfolg

Mit den beim Nationalen Volkskongress im März angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen habe die chinesische Regierung eine Erfolg versprechende Strategie zur Lösung der Probleme mit den Staatsunternehmen im verarbeitenden Gewerbe entwickelt, schreibt Gavyn Davies in seinem jüngsten makroökonomischen Research. Dazu nötig seien aus seiner Sicht der rasche Abbau von Überkapazitäten, Lockerungen bei Geld- und Steuerpolitik zur Stimulierung des privaten Verbrauchs sowie ein umfassendes Programm zur Rekapitalisierung der Banken, die zunehmend an Staatsunternehmen im verarbeitenden Gewerbe vergebene Kredite abschreiben müssten. Viele dieser Elemente seien in den Beschlüssen des Nationalen Volkskongresses enthalten. Damit ähnele die Strategie der Vorgehensweise Ende der 90er Jahre des vergangenen Millenniums, die zwar viele Jahre an Schufterei mit sich gebracht habe, letztlich aber erfolgreich gewesen sei.

Gavyn Davies ist einer der Gründer und Chairman von Fulcrum Asset Management. In vom großen makroökonomischen Gesamtbild abgeleiteten Multi-Asset-Strategien verwaltet das in London ansässige Unternehmen derzeit rund 4 Milliarden Dollar, die vornehmlich von institutionellen Investoren stammen. Vor der Gründung von Fulcrum Asset Management war Gavyn Davies 15 Jahre lang Chefvolkswirt von Goldman Sachs.

Details und grafische Elemente finden Sie im links beigefügten Dokument in englischer Sprache.

Healthcare-Sektor - Günstige Bewertungen sorgen für attraktive Einstiegschancen

Obwohl der Gesundheitsmarkt infolge des US-Wahlkampfs kurzfristig unter Druck geraten ist, bleibt der Healthcare-Sektor ein Markt mit deutlichem Outperformance-Potenzial. Gerade jetzt sind die Zeiten für ein Investment aufgrund günstiger Unternehmensbewertungen so attraktiv wie schon seit Jahren nicht mehr. Ein erfolgreicher Anbieter, der den Sektor mit seinem Portfolio optimal abdeckt, ist die Lacuna AG. Der Lacuna – BB Adamant Global Healthcare Fonds investiert weltweit in die erfolgreichsten Gesundheitsunternehmen und verzeichnete schon 2015 einen Wertzuwachs von 21,4 Prozent.

Wer mit einem Investment in den Gesundheitssektor liebäugelt, findet derzeit so attraktive Rahmenbedingungen vor wie schon länger nicht mehr. Denn während die Unternehmen der Branche gut dastehen – Margen und Wachstum sind sehr positiv – ist der Markt zurzeit extrem günstig bewertet. „Hintergrund sind kritische Äußerungen gegenüber der Pharmabranche im US-Wahlkampf. Mit ein Grund dafür war der Kauf der Rechte an dem Medikament Daraprim durch den jungen Pharma-CEO und ehemaligen Hedgefonds-Manager Martin Shkreli und die darauffolgende Preisexplosion“, analysiert Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor und Prokurist der Lacuna AG. Die massive Verteuerung des Medikaments führte zu negativer Berichterstattung in den Medien und war mitentscheidend dafür, dass der Gesundheitsmarkt im US-Wahlkampf verstärkt zum Thema wurde. Die Forderungen, die vor allem von Hillary Clinton kommen, sind laut Grabowsky jedoch nicht umsetzbar, da sie nicht mit dem in Amerika gelebten Gesundheitssystem vereinbar sind.

Innovationen und demografischer Wandel kurbeln den Markt an

Während die Emerging Markets hinsichtlich Lebenserwartung und Kalorienzufuhr im Vergleich zum Westen aufholen und das Gesundheitsthema dadurch an Bedeutung gewinnt, boomt der Markt in den Industrieländern aufgrund von Innovationen. So erreichen etwa neu lancierte Biotech-Medikamente teils Milliardenumsätze. In der Generika-Industrie herrscht nachhaltiges Wachstum und auch bei Biosimilars ist die nächste Steigerungswelle in Sicht. Insgesamt erscheint ein weltweites, langfristiges Umsatzwachstum von jährlich fünf Prozent auf dem Gesundheitsmarkt durchaus realistisch. Die hohen Zuwachsraten der Subsektoren des Marktes, wie beispielsweise 15 Prozent bei Biotechs oder zehn Prozent bei den Generika, stützen diese Prognose.

Lacuna Global Healthcare Fonds berücksichtigt globale Gesundheitstrends

Grabowsky erwartet für 2016 zwar ein turbulentes Börsenjahr mit entsprechenden Kursschwankungen, rechnet jedoch damit, dass der Healthcare-Sektor mittelfristig seine Outperformance fortsetzen kann. „Die günstigen Bewertungen bieten ein optimales Umfeld für Investitionen“, so Grabowsky, der in der US-Wahl, dem politischen Umfeld und der Zinsentwicklung wesentliche Einflussfaktoren sieht.

Der Lacuna – BB Adamant Global Healthcare Fonds basiert auf einem langfristig erfolgreichen Investmentansatz. Investiert wird global in die besten Healthcare-Ideen, die nach qualitativen und quantitativen Kriterien bewertet werden. Der Fonds umfasst alle Sektoren und Länder, wobei die vier wesentlichen globalen Gesundheitsregionen spezifisch gewichtet werden. Während Nordamerika mit 31,95 Prozent den größten Anteil hat, ist die Region Japan/Australien mit lediglich 19,21 Prozent repräsentiert. Westeuropa nimmt mit 24,9 Prozent ein Viertel im Portfolio ein, ebenso wie die Emerging Markets mit knapp 24 Prozent. 2015 konnte der Fonds um beachtliche 21,4 Prozent zulegen und belegte so den dritten Platz der Euro FundAwards. 

Mehr über die Lacuna AG erfahren Sie unter www.lacuna.de
Lacuna ist ein innovativer Initiator im Finanzbereich, der auf zukunftsfähige Branchen und Märkte setzt. Mit einem ganzheitlichen Blick auf den Kapitalmarkt entwickeln wir sowohl individuelle Einzel- als auch Gesamtlösungen für den Anleger. Mit diesem integrierten Ansatz bieten wir Produkte und Finanzlösungen an, ganz nach den Bedürfnissen unserer Kunden. Hierbei sorgen wir für einen vertrauensvollen Umgang mit dem eingesetzten Kapital. Als Teil einer mittelständischen und inhabergeführten Unternehmensgruppe mit Sitz in Regensburg sind wir seit 1996 mit dem Standort Regensburg verbunden.

Anlegen in Asien wird anspruchsvoller

Wer in der Asien-Pazifik-Region einfach in den breiten Markt investiert, riskiert weiterhin, in erhebliche Turbulenzen zu geraten. Mit einer rigorosen Einzeltitelauswahl und einer sauberen Analyse verlässlicher Daten werden sich aber weiter gute Ergebnisse erzielen lassen. 

Unsicherheit über die Zukunft der chinesischen Wirtschaft, wachsende Zweifel am Erfolg der als Abenomics bezeichneten Wirtschafts- und Geldpolitik in Japan, dazu zum Jahresbeginn Kurskapriolen an den asiatischen Börsen, die rund um den Globus zu einem selten turbulenten ersten Quartal an den Aktienmärkten geführt haben: Ist die Zeit für Investments in Asien, einstmals wichtigste Wachstumsregion der Welt, nun vorerst vorbei?

Keineswegs, argumentieren die Portfoliomanager des GAMAX Asia Pacific. Zunächst erscheinen ihnen die globalen China-Sorgen übertrieben. „Das Abflauen der chinesischen Konjunktur ist zu gleichen Teilen Absicht und Zufall, denn China stellt seine Wirtschaft von export- und investitionsgetriebenem Wachstum auf ein nachhaltigeres konsumgesteuertes Modell um“, sagt Stefan Breintner, der die Titelauswahl des Fonds zusammen mit Dr. Jan Ehrhardt verantwortet: „Trotz politischer Fehlgriffe verfügt Peking über ein umfangreiches Arsenal zur Stützung von Wachstum und zur Vermeidung von Risiken für sein Finanzsystem.“

Hongkonger Börse bietet hohes Maß an Verlässlichkeit

Wer sich bei der Beurteilung der aktuellen Lage Chinas allein auf die Entwicklungen der Börsen in Festlandchina verlässt, macht in den Augen der GAMAX-Fondsmanager zudem einen großen Fehler. Schließlich gehen 90 Prozent der Umsätze an den Börsen in Schanghai und Shenzen auf das Konto von Privatanlegern, die – auf Anraten der Regierung – häufig mit einem Großteil ihres Vermögens oder gar mit geliehenem Geld in den Aktienmarkt eingestiegen sind. Insbesondere deren Stimmungsschwankungen und finanziellen Notwendigkeiten bestimmten zuletzt maßgeblich die Kursentwicklung, sodass diese als Indikator allenfalls mäßig brauchbar erscheint.

Die Fondsmanager des GAMAX Asia Pacific interessiert sie jedenfalls nur am Rande. In China investieren sie ausschließlich via Hongkong, dessen Börse von institutionellen Investoren dominiert wird und ein weit höheres Maß an Verlässlichkeit und Informationsqualität bietet. Schon 2015 zeigte sich die Hongkonger Börse vergleichsweise stabil, als die Festlandbörsen in den Crash-Modus gewechselt haben.

Einzeltitelauswahl statt Index-Investments

Aus dem gleichen Grund machen die Fondsmanager einen Bogen um Indien. „Aktuell ist der dortige Bankensektor, der sehr wichtig für die Wirtschaft ist, kaum zu analysieren“, sagt Breintner, der sich auch in den kommenden Jahren weiterhin auf Japan, Hongkong, Südkorea, Singapur und Indonesien konzentrieren will: „Diese Märkte sind transparent, gut bewertbar und dürften auch langfristig mit hohen Wachstumsraten glänzen, da sie in der gesamten Region gut vernetzt sind.“

Dabei beobachtet der Fondsmanager allerdings wachsende Divergenzen zwischen einzelnen Ländern und Branchen, die einfache Index-Investments wenig sinnvoll erscheinen lassen. Konsequent setzt er mit seinem Kollegen daher auf einen sehr aktiven Investmentansatz, bei dem die Einzeltitelauswahl im Vordergrund steht. Dabei bevorzugen die GAMAX-Fondsmanager wie auch auf Länderebene eher die defensivere Variante, statt auf kurzlebige Highflyer zu setzen.

So haben sie kürzlich etwa Unternehmen aus der Konsumgüterbranche sowie dem Immobiliensektor aufgestockt. „Uns gefallen zum Beispiel der japanische Fahrradzubehörhersteller Shimano, der in 2015 ein Kursplus von 30 Prozent erzielte oder das chinesische Unternehmen Texwinca, das Auftragsfertigungen für bekannte Marken wie Calvin Klein vornimmt und eine attraktive Dividendenrendite von fast 10 Prozent hat“, sagt Breintner. Weitere bekannte Unternehmen im Portfolio sind der Kosmetikkonzern Shiseido und das Bahnunternehmen West Japan Railway, das den berühmten Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug betreibt und ein Plus von 66 Prozent verbuchte.

Stefan Breintner: „Der langfristige Trend ist intakt“

Insgesamt ist der Ansatz gerade in turbulenteren Zeiten sehr erfolgreich. Mit einem Plus von 13,2 Prozent hat der GAMAX Asia Pacific 2015 um 3,9 Prozentpunkte besser abgeschnitten als der Durchschnitt der Asien-Pazifik-Fonds der Morningstar-Vergleichsgruppe. Auch im laufenden Jahr liegt er bereits 1,5 Prozent über dem Durchschnitt. Breintner ist dabei sicher: „Die kommenden Monate können durchaus turbulent werden. Dennoch: Der langfristige Trend ist intakt, und wer auf Aktien mit hoher Qualität setzt, dürfte den möglichen Turbulenzen gelassener entgegenblicken.“

Brexit: Stress-Test für die EU?

Der Countdown läuft: Am 23. Juni dieses Jahres entscheiden die Bürger Großbritanniens über einem möglichen Ausstieg aus der Europäischen Union (EU).Der Zeitpunkt des Referendums ist jedoch denkbar ungünstig, denn die Flüchtlingskrise in Europa wird das Ergebnis der Abstimmung unnötig belasten. Umfragen zeigen die große Unsicherheit rund um die Abstimmung: So sind etwa ein Fünftel der befragten Bürger in dieser Frage noch unentschlossen:

“Almost 20% of the interviewed citizens are undecided for the moment, a swing crowd weighing on the future path of the European construction.”

Unigestion beleuchtet in der beiliegenden Flash Note, welche Folgen ein Brexit hätte

  1. für Großbritannien,
  2. für die Märkte und
  3. für die EU.

 Dazu hier drei Schlaglichter:

  1. “Simplifying things to the extreme, the UK exports financial services to the EU and the EU exports various goods to the UK. […] Globally speaking, service exports amount to roughly GBP 80 bn, and within this trade activity, around 40% of them are directed towards Europe. That is what most people would call an incentive to find an agreement.”
  2. “Growing odds of a Brexit would likely create negative pressures on sectors such as consumer staples – due to the sector’s reliance on exports to the EU28 – as well as on financials.”
  3. “Never in its history has the European construction been faced with such a potential slap in the face: an exit by the UK from the EU based on a referendum cannot be by-passed by the EU with a political twist. A Brexit would be the first actual step back in the European construction process that started in 1957. […] Whatever the outcome of the vote, there is no way the EU will be able to come away unscathed from this situation.”

Den vollständigen Bericht finden Sie links als PDF in englischer Sprache.

Dividenden-Saison 2016 – mehr als 1,2 Billionen US-Dollar für Aktionäre

von Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International.

„Die Dividendensaison hat begonnen. Rund um die Welt geben die börsennotierten Unternehmen derzeit bekannt, mit welchen Dividenden die Aktionäre rechnen dürfen. Die deutschen Unternehmen zahlen in diesem Jahr laut Bloomberg umgerechnet rund 53 Milliarden US-Dollar an Dividenden. Die durchschnittliche Dividendenrendite im Leitindex DAX liegt deutlich über 3 Prozent, weltweit sind es immerhin rund 2,3 Prozent. Die ausgeschüttete Summe in den großen Wirtschaftsregionen USA, Europa und Japan liegt insgesamt bei unvorstellbaren 1.240 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Das entspricht etwa einem Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Dividendenstrategien sind eine gute Wahl im volatilen Umfeld – und darüber hinaus

Das Börsenjahr ist mit großen Schwankungen gestartet, und es ist zu erwarten, dass die Volatilität weiter hoch bleibt. Dividendenaktien halten diesen Schwankungen meist vergleichsweise gut stand, da zuverlässige Dividendenzahlungen häufig ein Indikator für solide Unternehmensbilanzen, hohe Liquidität und eine gute Eigenkapitaldecke sind. Eine Analyse des MSCI World Index zeigt, dass sich der Aktienkurs von Unternehmen, die nachhaltig ihre Dividenden steigern, besser entwickelt als der Durchschnitt aller Aktien. Der Beitrag, den Dividenden langfristig an der Gesamtrendite von Aktien ausmachen, wird oft unterschätzt: Betrachtet man den globalen MSCI All Country World Index von 1990 bis heute, steuerten Dividenden mehr als die Hälfte zur Rendite bei.

Die Herausforderung ist es, jene Unternehmen zu finden, die verlässlich Jahr für Jahr gleichbleibende oder steigende Dividendenzahlungen leisten. Ab einer prognostizierten Dividendenrendite von mehr als 5 bis 6 Prozent steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass die versprochene Dividende nicht erreicht wird. Allein auf die Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen zu setzen, erscheint mir daher als der falsche Ansatz.

Welche Dividendenaktien sind interessant?

Genau aus diesem Grund sucht Daniel Roberts, der Manager des Fidelity Global Dividend Fund, nach den langfristig aussichtsreichsten Aktien. Die absolute Höhe der Dividendenrendite spielt für Roberts nur eine untergeordnete Rolle, aktuell liegt die Ausschüttungsrendite seines Fonds bei rund 2,8 Prozent pro Jahr. Roberts legt zu allererst Wert auf die Qualität und sucht Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen, die das Potenzial haben, ihre Dividenden nachhaltig zu erhöhen. Dazu sucht er Unternehmen, die vorhersehbare und konstant hohe Cashflows erzielen sowie solide Bilanzen besitzen. Dabei ist er bei der Titelauswahl sehr flexibel, da der Fonds keiner Benchmark folgen muss.

Beispiele für solche Unternehmen sind die Medienkonzerne RELX, früher Reed Elsevier, und Wolters Kluwer. Beide Unternehmen machen einen Großteil ihres Umsatzes mit gut prognostizierbaren, dauerhaften Abonnements. Diese Vorhersehbarkeit der Erträge, verbunden mit einem konservativen Cash Management ermöglicht es beiden Unternehmen, nachhaltige Dividenden zu zahlen. Ebenfalls interessant sind Unternehmen der Gesundheitsbranche. Roche zum Beispiel ist ein Paradebeispiel für ein ertragsstarkes Unternehmen, das weniger sensibel auf den Wirtschafszyklus reagiert. Roche hat seine Dividende über die vergangenen 29 Jahre jedes Jahr steigern können und plant, dies auch weiter zu tun.

Mit nachhaltigen Dividenden zum Klassenprimus – der Fidelity Global Dividend Fund

Die Entwicklung des Fidelity Global Dividend Fund belegt den Mehrwert, den Daniel Roberts mit seiner Strategie für Anleger liefert: Seit seiner Auflegung Ende Januar 2012 hat der Fonds gemäß Morningstar bis Ende Februar 2016 um 46,5 Prozent zugelegt (monatlich ausschüttende US-Dollar Anteilsklasse) und damit nicht nur seinen Vergleichsindex übertroffen, sondern über diesen Zeitraum auch alle anderen 46 globalen Dividendendividendenfonds der Vergleichsgruppe hinter sich gelassen.
Dabei geht es Roberts auch darum, die Wertschwankungen und den potenziellen Wertverlust im Portfolio in schwierigen Marktphasen möglichst gering zu halten. Der Maximum Drawdown seines Fonds liegt seit seiner Auflegung bis Ende Februar 2016 bei -10,7 Prozent, während der MSCI All Country World Index im selben Zeitraum einen Maximum Drawdown von -19,2 Prozent aufweist.“

Metals to perform on weaker USD and rising rates

Sentiment toward industrial metals took a leap forward, with speculative positioning and prices rising across the complex. Investors appear to be paying heed to firmer fundamentals, with supply deficits expected for zinc, copper and nickel this year. US dollar depreciation and a loose policy setting should help the industrial metals rally continue.

The price of the gold driven higher on the lack of follow-up from the Fed after it embarked on a rate tightening cycle in December 2015. Investors fear that the US central bank is committing a policy error after it downgraded the number of times it expects to raise rates this year. Core inflation remains robust and real interest rates remain low, a recipe for strong gold prices. A loose policy setting helps the more industrial precious metals like platinum and palladium as auto sales will be supported.

Oil major producers meeting postponed but not cancelled. A 40% rally in oil prices indicates that expectations ahead of the original meeting were very positive. Despite the meeting being postponed to mid-April and Iran refusing to participate until its production is back to pre-sanction levels, crude oil production and rig count in the US remain at their lowest since end of 2014, lending support to oil prices.

Majority of agricultural commodities post strong gains with the exception of cotton. Reduced supply from Brazil and India supported sugar prices higher. Weak cotton imports into China dented the demand outlook for cotton sending prices lower.

Please find the full commodity monthly monitor with charts from ETF Securities attached on the left.

Trotz Wirtschaftskrise: Brasilianische Assets profitieren von möglichem Regierungswechsel

von Marten-Jan Bakkum, Globaler EM-Stratege, NN Investment Partners.

Brasilianische Assets (Bonds, Aktien und der Real) haben in den letzten Monaten insgesamt vom Anstieg der Rohstoffpreise profitiert. Dazu hat nicht zuletzt auch der wachsende Risikoappetit auf EM-Werte allgemein beigetragen. Als einer der Märkte mit dem höchsten Beta hat Brasilien in diesem Umfeld überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Hinzu kommt, dass der sich anbahnende Führungswechsel in Brasilien in den vergangenen Wochen Hochstimmung ausgelöst hat. 

Dem ersten Faktor, also dem freundlicheren Umfeld für EM-Werte infolge steigender Rohstoffpreise, was zum Teil auf den lebhafteren Immobilienmarkt in China zurückzuführen ist, haben wir durch Glattstellung unserer untergewichteten Positionen in EM-Aktien und EM-Devisen Rechnung getragen. Unsere Untergewichtung bei Brasilien behalten wir indes bei. Das liegt vor allem an der extrem ungünstigen öffentlichen Schuldendynamik in Lateinamerikas größtem Land. Das nominale Haushaltsdefizit beträgt knapp 11 Prozent des BIP und steigt weiter. Infolgedessen liegt der jährliche Anstieg der öffentlichen Verschuldung als prozentualer Anteil am BIP derzeit bei zehn Punkten. Brasilien braucht weitreichende Fiskalreformen bzw. Sofortmaßnahmen, um das Defizit kurzfristig zu senken. Bei einer realen BIP-Zuwachsrate von aktuell minus 6 Prozent ist das wahrhaft eine Herkulesaufgabe, selbst in einem ruhigen politischen Umfeld. In Brasilien, wo die gesamte politische Situation derzeit durch Korruptionsskandale und der möglichen Amtsenthebung von Präsidentin Rousseff gelähmt ist, sind jedoch in nächster Zeit keine sinnvollen haushaltspolitischen Schritte zu erwarten. Das dürfte sich auch bei den Preisen für brasilianische Assets niederschlagen. Ohne mutige Fiskalmaßnahmen steigt das Risiko, dass die Verantwortlichen das Defizit monetarisieren. Das treibt die Inflationsrate in die Höhe und schwächt die Währung. Insgesamt sind die Makro-Risiken in Brasilien sehr hoch. Die notwendigen Reformen werden nur mit einer neuen politischen Führung möglich sein. Doch der Amtsenthebungsprozess – falls es überhaupt dazu kommt – wird aller Wahrscheinlichkeit nach langsam und schwierig sein.

Investoren diversifizieren im Rohstoffbereich und nehmen Gewinne mit

Investoren verkaufen Gold und Öl-ETPs mit einer YTD-Rendite von jeweils 19,5 und 11,4 Prozent. Zeitgleich werden Renditen in Rohstoffen wie Silber und Palladium gesucht, die noch Potenzial gegenüber dem Markt aufweisen. Anleger sind zuversichtlich, dass die Rohstoff-Rallye weiter an Fahrt gewinnt und investieren in breit diversifizierte Rohstoffkörbe. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links mit Charts als PDF.

Gold mit ersten Mittelabflüssen auf Wochensicht in diesem Jahr. Investoren verkauften Gold-ETPs (A0N62G) in Höhe von 15,9 Mio. USD, um sich eine Rendite von 19,5 Prozent seit Anfang des Jahres zu sichern. Zeitgleich erhöhten sich die Bestände in Long Silber-ETPs (A0N62F) die vierte Woche in Folge um weitere 12,2 Mio. USD. Silber folgt der Gold-Rallye schrittweise und stieg vergangene Woche um 3 Prozent, während Gold (A0LP78) aufgrund erhöhter Volatilität unverändert blieb. Gold fiel vor der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch. Die zögerliche Haltung der Zentralbank, ihren geldpolitischen Straffungszyklus von Dezember 2015 fortzusetzen, sorgte bei Investoren für die Befürchtung, dass nun politische Fehler gemacht werden. Trotz höheren Zielen bzgl. der Preisstärke senkte die Fed ihre erwartete Anzahl an möglichen Zinserhöhungen für dieses Jahr. „Wir glauben, dass ein starkes Arbeitsmarktumfeld in Verbindung mit einer robusten und steigenden Kerninflation dazu führt, dass die Fed früher als der Markt es erwartet mit einem Zinsanstieg folgt“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. „Die nächste Zinserhöhung wird im September erwartet“, so Hein. Ein geldpolitischer Fehler ist wahrscheinlich positiv für den Goldpreis.

Investoren verkauften Öl-ETPs mit einer Rendite von 3,7% vergangene Woche. Wir sahen die dritte Woche in Folge Mittelabflüsse aus Öl-ETPs. Investoren realisieren ihre Gewinne nach dem WTI-Preisanstieg und verkauften 22,6 Mio. USD aus WTI-ETPs (A0KRJX). Anleger in Öl-ETPs neigen vorwiegend zu einer konträren Sichtweise. Während der Markt zunehmend optimistisch ist, dass die Ölversorgung in diesem Jahr durch die sinkende US-Produktion ausgleichen sein wird, bleibt Ungewissheit gegenüber dem Iran bestehen. Eine mangelnde Zusammenarbeit mit dem Rest der OPEC-Staaten bzgl. Produktionslimits zählt zu den Hauptursachen. „Wir glauben, dass der Iran seine Fähigkeit überschätzt und seine Produktion sowie Exporte nicht ohne Weiteres auf ein Niveau vor den Sanktionen umsetzen kann“ meint Hein. „Die bestehenden Ölbohranlagen sowie der Ausbau der Infrastruktur erfordern primär finanzielle Unterstützung, die nicht von der Wirtschaft gegeben ist“, erklärt Hein. Der Anstieg der iranischen Ölproduktion wird im kommenden Jahr das Ziel wahrscheinlich verfehlen.

Investoren innerhalb der Industriemetalle. Investoren positionierten vergangene Woche 2 Mio. USD in Short Kupfer-ETPs, während 2,7 Mio. Long Nickel gekauft wurde, sowie 0,5 Mio. in Long Aluminium. Dies ist mit der Überrendite von (A0KRJU) Kupfer (+4%) gegenüber anderen (A0KRKG) Industriemetallen wie (A0KRJ2) Nickel (1,5%) und (A0KRJS) Aluminium (-2,8%) zu erklären. Eine weltweit lockere Geldpolitik unterstützt den Industriemetallsektor.

Schwacher Dollar treibt Rohstoffe

„Die Erholung des Rohstoffsektors setzte sich in der vergangenen Woche fort – der Bloomberg Rohstoffindex erreichte ein neues Drei-Monats-Hoch. Grund hierfür ist die negative Korrelation mit dem US-Dollar, die dem Sektor einen allgemeinen Schub verpasste“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Diese Erholung sei durch das überraschend gemäßigte Statement im Anschluss an das Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) am Mittwoch ausgelöst worden. Dort wurden die Erwartungen an das Tempo einer US-Zinsanhebung 2016 gezügelt. „Dies drückte den Dollarkurs und trieb Investoren in den Rohstoffsektor“, sagt Hansen.

„Rohöl befindet sich weiter auf Konsolidierungskurs. Zum ersten Mal in diesem Jahr stieg die Ölsorte WTI über die Marke von 40 USD pro Barrel. Angetrieben wurde dies durch den schwächeren Dollar, anhaltende Produktionskürzungen in den USA und wachsende Öl-Lagerbestände“, sagt Hansen. Das für den 20. April neu anberaumte Treffen zwischen Opec- und Nicht-Opec-Mitgliedern in Doha könne zudem den Weg für die Verkündung einer Förderungsdeckelung ebnen. Mit ihrer Hoffnung, dass sich der Ölpreis mit der Zeit erholen wird, befänden sich die Ölmärkte in einem Rennen gegen die Zeit. „US-Förderkürzungen und eine, wenn auch geringer als zuvor, bestehende Nachfrage werden wahrscheinlich den Ausschlag geben. Sobald dies eintritt, könnte sich der Marktfokus von einer Über- zu einer potentiellen Unterversorgung in den kommenden Jahren verschieben“, sagt Hansen.

„Nach der erfreulichen Korrektur auf 1.227 USD pro Feinunze konnte auch Gold vom jüngsten FOMC-Statement profitieren und eine starke Rallye verbuchen“, sagt Hansen. Zudem käme die Nachfrage von Investoren als Unterstützungsfaktor hinzu. Diese seien aufgrund der wachsenden Menge an Staatsanleihen, die zu negativen Zinsen gehandelt werden, zunehmend desillusioniert. „Dass Gold angesichts eines schwächeren Dollars und langsamerer US-Zinsschritte aber kein neues Hoch erreichen konnte, ist ein Indikator dafür, dass eine längere Konsolidierungsphase beim gelben Metall nötig ist“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie anbei.

Nur riskante Anleihen bringen Spaß und Beta

„Risiko an, Risiko aus, Helikopter-Geld, Zentralbanken-Promis und Untergangsszenarien – das sind derzeit die Finanzmärkte.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers 

Vor zwei Wochen hat Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers einen eher positiven Blick auf die Anleihemärkte geworfen. „Glück gehabt“, sagt er heute, „seit Mitte Februar hatten wir eine Rallye – bei US-High-Yield-Anleihen sind die Spreads seit dem 11. Februar um fast 200 Basispunkte gesunken und bei Schwellenländeranleihen in Hartwährung um 100 Basispunkte. Noch wichtiger aber sei, dass die Untergangspropheten sich zurückgezogen hätten und weniger über eine drohende globale Wirtschaftskrise gesprochen werde.

Nach Meinung des Fixed-Income-Experten könnte es so weiter gehen, vorausgesetzt es naht keine Rezession in naher Zukunft. Iggo ist sich durchaus bewusst, dass das Wachstum derzeit nicht sehr belastbar ist und jederzeit von Schocks oder negativen Stimmungen aus der Bahn geworfen werden kann. „Die Zentralbanken experimentieren mit ihren erweiterten Werkzeugen, die Inflation bleibt nahe null, die Zinsen liegen bei null, da ist nicht viel Raum für einen Anstieg der Renditekurve. Eine zehnjährige Staatsanleihe von einem Industrieland, die mehr als zwei Prozent Rendite bringt, ist heutzutage ein Luxus“, so Iggo. Nur risikobehaftete Anleihen brächten noch Spaß und Beta. Nachdem die Spreads ein Jahr lang immer weiter geworden seien, hätten sie sich schnell verengt, als sich die Risikowaage Mitte Februar in Richtung bullish neigte. Und europäische High Yield Bonds profitierten künftig von der Großzügigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie Inflationsspreads von der Federal Reserve (Fed), die sich entschieden habe, der Inflation zu erlauben zu steigen.

Tatsächlich habe sich jedoch gar nicht so viel im gesamtwirtschaftlichen Umfeld verändert. Die USA trudelten irgendwo nahe einer zweiprozentigen Wachstumsrate herum, der Euroraum werde in diesem Jahr vermutlich nicht mehr als 1,5 Prozent wachsen, und auch das Wachstum der Schwellenländer sei schwach, angeführt von China. „Dass die Wachstumserwartungen niedrig sind, das Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts niedrig bleibt und die meisten Ökonomen weiterhin ihre Erwartungen für ein potenziales Wachstum nach unten revidieren, hält mich davon ab, an dieser Stelle zu bullisch zu sein“, sagt Iggo. Der Abwärtspuffer für Wachstum sei begrenzt, und alles, was das Wachstum störe (Marktvolatilität, Brexit, schwache chinesische Märkte) werde die Vorhersagen von einer einbrechenden Weltkonjunktur, Deflation und geringen Erträgen auf risikoreiche Anlagen wieder aufleben lassen. Anleger sollten darum die Bewertungen von Anleihen sehr genau beobachten. Derzeit seien die Renditen risikofreier Anleihen extrem niedrig, während die Credit Spreads grundsätzlich etwas oberhalb der Spanne lägen, die man langfristig als faire Bewertung ansehen würde. Das bedeute, dass es viele Durationsrisiken in den Anleiheindizes gebe – so sei die Duration von Staatsanleihen-Indizes auf einem Rekordhoch, während die Renditen sich in einem Rekordtief befänden. „Short-Duration-Anleihestrategien sind in solch einem Umfeld sehr attraktiv“, erklärt Iggo, und veranschaulicht: „Noch vor einem Monat gab es vergleichbare Möglichkeiten bei Bankanleihen sowie im Energie-, Metall- und Bergbausektor – doch die meisten haben sich schon wieder aufgelöst.“

The end of negative rates, but not central bank alchemy

by Gavyn Davies, Department of Macroeconomic Research, Fulcrum Asset Management.

Investors have been debating whether the central banks are “out of ammunition” following recent excursions into negative territory for interest rates by the Bank of Japan, ECB and several other European central banks. These negative rates have largely proven unsuccessful. The markets have (rightly) taken the view that negative policy rates will prove very damaging to the profitability of the financial sector, despite efforts by the central banks to alleviate these effects. Although the Bank of Japan still seems pointed towards a “tiered” form of negative rates, this will not fully protect the banking sector, and is likely to be abandoned. By contrast, the ECB has understood the problem very well, and has decided to go back to an earlier form of “alchemy”, ie a very rapid expansion in its balance sheet, via purchases of private sector assets and a massive liquidity injection in the form of a TLTRO with favourable rates. This method is more likely to work than negative rates, which can even be counter-productive.

For many years, investors have been in thrall to the central banks. But recently this has started to change. In particular, the excursion into negative interest rates has caused alarm in the markets.

There is much talk that monetary policy has run out of ammunition. This talk surfaces as fre- quently in discussions with central bankers them- selves as it does with investors. To quote the title of Mervyn King’s riveting new book, is this “The End of Alchemy?”

Last Thursday, the ECB announced a new pack- age that included a rate cut deeper into negative territory. After initial doubts, the equity markets were impressed, because Mr Draghi had learned the lessons of past failures (see Davies, 2016). The pack- age cleverly protected the banks against the effects of negative rates, drew a line under further rate cuts, and instead included a boost to the ECB’s balance sheet that is likely to be much larger than markets initially realised (see Figure 1).

At the ECB, negative rates are probably now dead, but other forms of “alchemy” are still very much alive.

Why do risk assets apparently abhor negative interest rates? After all, bond yields have fallen in response to negative policy rates, and in the past other asset prices have usually benefited from a re- duction in the discount rate to be applied to future corporate earnings.

In theory, there should be no abrupt change in the effectiveness of monetary policy when rates pass through zero, assuming there is no stampede into paper currency as banks and their customers seek to avoid the levy from negative rates. But theory has not worked too well in this instance.

Households seem to believe very strongly that the natural state of affairs is for nominal interest rates to stay positive. A sense that something must be very wrong if you have to pay to lend money could damage economic confidence. That is exactly what has happened in Japan1, where consumer confidence has imploded since negative rates were announced.

But the real problem is the impact of negative rates on the profits of banks and financial companies. Mr Kuroda still seems to be under the impression that his tiered system of rates on bank reserves held at the BoJ will prevent any damage to profits in the financial system, but the markets profoundly disagree with him.

This is the crux of the matter, and it is still widely misunderstood, so it is worth spelling out the mechanism.

At the simplest level, banks basically have two types of assets: reserve holdings at the central bank, and higher yielding loans and bonds. The BoJ’s tiered mechanism will prevent the payment of nega- tive interest rates on the bulk of bank reserves, so there will be little loss of income on that score. But money market rates have gone negative, and have taken bond yields down with them. There is also likely to be a sustained drop in bank lending rates, so banks interest income will drop significantly.

That would be fine as long as banks were able to maintain their interest margins by paying neg- ative rates on deposits. But that is very difficult, because households and some corporates would pre- fer to hold physical banknotes rather than see their bank accounts shrink in nominal terms. Further- more, central banks do not want to hear a “giant sucking sound” as the banks see a major drain on their deposit base, which could lead to a drying up of credit availability in the economy. And politicians do not want the opprobrium from voters that a levy on bank deposits might bring.

This means that interest rates on bank deposits are unlikely to go substantially negative, though banks are trying to increase revenue from fees on deposits and other services, which would have a similar effect until customers rebel. It is the inability to drive deposit rates far into negative territory that is the real problem for banks when the authorities force bond yields below zero by “going negative” on policy rates. The fact that they maintain positive interest rates on the bulk of the banks’ reserve hold- ings at the central bank is somewhat helpful, but is not enough to protect bank profits overall.

A recent research paper by Claudio Borio at the Bank for International Settlements argues that bank profitability is damaged in a non linear way when interest rates fall and yield curves flatten, and that applies in spades when rates go negative. Borio says that negative rates “could cripple banks’ mar- gins, profitability and resilience” (see Borio et al., 2015). The markets cannot be expected to ignore such profound effects on the financial system.

Negative rates should therefore be shelved by the central banks as a policy tool. They might even be counter-productive.

However, that does not mean that there is noth- ing left in the locker, as Mr Draghi demonstrated on Thursday. The announcement included new pur- chases of corporate bonds, opening the way for fu- ture purchases of private sector assets, where the potential is very large2.

More important in the immediate term, the pack- age used a massive new TLTRO to inject liquidity and reduce banks’ funding costs, thus protecting the profitability particularly of the weakest parts of the banking sector in the face of negative rates.

It will simultaneously increase the likely size of the ECB’s balance sheet to 40-50 per cent of GDP, depending on the take up of the TLTRO (see the Methodological Note below for the analysis of the measures). This is much larger than the size of the ECB balance sheet at the previous peak in the euro crisis of 2012 (see Figure 1).

The effectiveness of this method to protect the banks was reflected in the jump in their share prices after the ECB meeting. But it cannot be used again and again, because the maximum size of the TL- TROs is limited. Mr Draghi therefore conceded that the ECB is probably now at the effective zero lower bound. Central bankers have been searching for it, and now they have found it.

The ECB’s massive shift back to an earlier form of “alchemy” will be an acid test for the future of un- conventional monetary easing. There are certainly legitimate doubts about its effectiveness. But at least it is not going down a path that is actually counter-productive.

Methodological note on estimating the impact of the ECBs TLTRO-II operations3

On 10 March 2016, the ECB introduced a new se- ries of TLTROs4. The rate for these new TLTROs will be the MRO rate at time of take-up (currently 0%), plus a reduction depending on each bank’s net lending vs. a benchmark (based on its past lending trajectory), which could take the overall rate as low as the deposit rate (currently -0.4%). Based on the current pace of loan growth, which has started to recover in the Euro area, it is likely that a large number of banks will be able to get this reduction.

In terms of size, banks will be able to borrow up to 30% of eligible loans net of their borrowing in the 2014 TLTRO (currently EUR 212bn). Eligible loans comprise loans to non-financial corporations and households (excluding mortgages) in the Euro area. According to ECB data, this equals EUR 5.6tn as of January 2016, making the potential size of the new TLTRO programme as large as EUR 1.4tn.

In practice, however, banks are unlikely to take up the maximum amount. Firstly, they will not want an excessive part of their funding to be re- liant on the ECB. Secondly, one of the effects of the ECBs package has been to reduce corporate spreads for banks, thus making central bank funding less attractive at the margin. Additionally, bank deposit growth in the Euro area has been outpacing loan growth, thereby reducing external funding needs for the banks. The actual take up at the time of TLTRO 2 operations will depend on these factors, as well as the banks available collateral.

We estimate the potential take-up and related ECB balance sheet expansion using the following methodology: we take country level data on eligible loans and then apply a different take-up rate for core (25%) and periphery (60%) banks, reflecting the rel- ative attractiveness of the TLTROs for banks in the two parts of the Euro area. Given this, we conclude that total take-up over the course of the operations could amount to EUR 615bn. Banks will be given the opportunity to repay the 2014 TLTRO (EUR 212bn), which does not have the potentially negative rate. Assuming most of that money is repaid, we compute that the new TLTRO should contribute to approximately EUR 405bn of ECB balance sheet expansion over the next year.

Given the potential for a negative rate, the new TLTRO would support profitability of the banks by lowering their funding cost. Based on the estimated take up above and assuming attainment of the current -40bps deposit rate, Euro area banks would gain close to EUR 2.5 billion of profit. For the listed sec- tor, this translates to around 3% of 2017 net income. This is comparable to the earnings headwinds from the 10bps cut announced on Thursday and could potentially lead to a net earnings increase if the take-up is larger or the funding, which is replaced with the TLTRO, more expensive (although some of that might be offset by asset spread contraction).

This stands in sharp contrast to the tiering sys- tem introduced by the BoJ, which avoided banks from paying a negative rate on part of their reserves, but did not shelter them from the net interest mar- gin compression that resulted from the introduction of negative rates. The relative performance of Euro area and Japanese banks after their respective policy announcements reflect, amongst other things, this sharp difference.

References

  • Borio, C., L. Gambacorta, and B. Hofmann (2015): “The influence of monetary policy on bank profitability,” BIS Working Paper, WP n. 514.
  • Davies, G. (2016): “Mario Draghi and the ECB learn from experience,” Financial Times [Online; posted 10-March-2016].

1) “Negative Rates Dig a Hole for Bank of Japan,” Wall Street Journal, 10 March 2016
2) The purchase of non financial corporate bonds is likely to be limited by the size of the market to only about E50 billion per annum. But other private asset pools provide much greater possible scale for central bank asset purchases. Nikalaos Panigirtzoglou of J.P. Morgan estimates the following sizes for private asset pools: uncovered bank bonds (E1tr), bank loans (E10tr) and equities (E6tr). The ECB has the legal mandate to purchase significant proportions of these asset pools, though it would only contemplate doing so in extreme macro economic conditions.
3) Matthieu Walterspiler, Fulcrum Asset Management. Marble Arch House, 66 Seymour Street, London, W1H 5BT
4) “ECB announces new series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO II),” European Central Bank, 10 March 2016.

Further challenges ahead for Norway

The recent recovery of the Norwegian Krone (NOK) has been led by rising oil prices, but will prove to be short lived. Norway will continue to suffer the economic consequences of a weakening oil sector. The NOK's recovery provides an excellent point to re-establish short NOK positions, particularly against the US Dollar as policy rates look set to diverge further. Please find the full FX trade idea from ETF Securities with charts and tradeable funds attached.

NOK climbs in face of interest rate cut

The Norwegian Krone (NOK) appreciated in the face of a broadly anticipated 25bp interest rate cut by the Norges Bank yesterday, as crude prices resumed their ascent beyond $40/bbl*. The NOK is heavily correlated to the price of crude oil as its economy is underpinned by a large petroleum industry based on the Norwegian continental shelf. The currency has followed oil prices lower and weakened by 32%* on a trade weighted basis over the past three years (see Figure 1). While the latest rebound in oil prices and strong inflation numbers have allowed the NOK to bounce back from multi year lows, we anticipate that the second round effects of falling oil prices, through reduced oil investment and slowing wage growth, and an accommodative central bank will see the NOK reverse this trend in the coming month, particularly against the US Dollar.

Economic impetus is weak

In its Q1 ’16 monetary policy report, the Norges Bank painted a relatively bleak picture of the Norwegian economy. Growth numbers for 2016 and 2017 were cut by 0.3% and 0.1% respectively and unemployment was predicted to climb further from its current level (already at a 10 year high). The driver behind these austere forecasts is the continued decline of the oil sector. Investment in the petroleum sector fell by 15% in 2015 and is predicted to fall a further 12% in 2016 (should oil prices follow the path implied by the futures curve, Source: Norges Monetary Policy Q1 report, pg. 20) as oil corporations continue to have their margins squeezed. Unemployment in oil producing regions is on the rise and this is set to dampen wage growth in the year to come, keeping headline inflation anchored around the 3% level. This grim outlook, while uncertain, does highlight that risks to the Norwegian economy are currently skewed to the downside, which should cap any further gains in NOK.

Monetary policy to remain accommodative

While the Norges Bank is currently a way off from implementing negative interest rates, like its Swedish and Danish neighbours, it did lower the predicted future path of the key policy rate by 0.2% by the end of this year. This would imply that a further rate cut is yet to come in 2016. However, the Norges Bank did appear cautious with regards to the potential for further rate cuts beyond this level as interest rates approach a “lower bound” and the potential for “macroeconomic imbalances” arise. Despite this, we believe that monetary policy looks set to remain accommodative for the foreseeable future as Norway continues to navigate its way through an uncertain economic landscape, which we think should help the NOK resume its decline against its major currency counterparts in weeks to come.

Macht die EZB-Zinssenkung wirklich den großen Unterschied?

Die EZB hat letzte Woche abermals die Zinsen gesenkt. Bereits seit geraumer Zeit diskutieren Marktbeobachter lebhaft, ob eine weitere Senkung der Zinsen – sogar in den negativen Bereich – einen wesentlichen Unterschied machen würde. Zahlreiche europäische Staatsanleihen notieren derzeit mit negativen Renditen – für viele Anleger ein Grund zur Sorge.

Der Bankensektor geriet in den vergangenen Monaten wiederholt unter Druck, denn sinkende Zinsen bedeuten auch niedrigere Erträge. Sorgen wurden laut, dass die sich abzeichnende Erholung des Kreditsektors in der Eurozone kurzlebig sein könnte. Die Zentralbank nimmt diese Bedenken zur Kenntnis und ergreift weitere Maßnahmen, um die Kreditvergabe anzuregen. Banken, die mehr Kredite vergeben, werden über die neuen Targeted Long-Term Refinancing Operations (TLTROs) „belohnt“.

Die EZB bemüht sich, die Wirtschaft durch Förderung der Kreditvergabe und Erhöhung der Kreditversorgung anzukurbeln. Doch die Nachfrageseite hinkt nach wie vor hinterher. Die Verbraucher geben zwar mehr Geld aus und die Konjunkturerholung ist weitgehend auf eben diesen Anstieg zurückzuführen. Doch die Unternehmensinvestitionen stagnieren, und das liegt zum Teil an den mangelnden Wachstumsaussichten der Wirtschaft. Hinzu kommt, dass immer noch Überkapazitäten in der Wirtschaft bestehen. Warum also sollen Unternehmen investieren, wenn die Wachstumsaussichten so begrenzt sind?

Ein wenig Rückenwind

Die Zahlen für das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal, wonach es mit der Investitionstätigkeit wieder aufwärtsgeht, sind ermutigend. Angesichts des ungewissen wirtschaftlichen Umfelds scheint ein wenig zusätzliche Hilfe dringend geboten. Hier sind der EZB auf kurze Sicht allerdings die Hände gebunden. Regierungen haben hier mehr Spielraum. Da die EZB nun nahezu ihr ganzes Pulver verschossen hat, ist es an den Regierungen, das Wachstum mit Konjunkturfördermaßnahmen anzuregen. Die Regierungen können bereits seit geraumer Zeit zu historisch niedrigen Zinssätzen Geld leihen, manche zahlen sogar Negativzinsen. Damit ist dies ein interessanter Zeitpunkt für Investitionen.

Mit seiner „Whatever it takes“-Rede im Juli 2012 und den darauffolgenden Maßnahmen hat Mario Draghi bewiesen, dass es der EZB ernst damit ist, die Eurozone in sicheres Fahrwasser zu steuern. Desgleichen hat er wiederholt betont, dass auch die Regierungen im Wege von Reformen und Investitionen ihren Teil beitragen müssen. Bislang sind die Regierungen hier allerdings kaum in Erscheinung getreten, obwohl sich im aktuellen Niedrigzinsumfeld zahlreiche Gelegenheiten für Investitionen in Bildung, erneuerbare Energien und diverse Infrastruktureinrichtungen bieten. Das würde der Konjunkturdynamik kurzfristig deutlichen Auftrieb verleihen und das Wirtschaftswachs-tum langfristig ankurbeln. Gleichzeitig wäre dies ein Katalysator für Investitionen des Privatsektors, während die Schuldendienstkosten kaum steigen würden. So würden Regierungen, die sich bei negativen Zinsen finanzieren, praktisch dafür bezahlt, in ihre Zukunft zu investieren.

Wie wird Real Estate in Zukunft buchstabiert?

TH Real Estatehat gestern, am 17. März 2016, seinen A-Z Guide veröffentlicht und investiert damit in Tomorrow’s World Real Estate. Im A-Z Guide werden Trends aufgezeigt, welche die Zukunft von Immobilieninvestments in den nächsten Jahren bestimmen werden.

Das Research konzentriert sich dabei auf die Trends und Chancen, die strukturelles Wachstum sicherstellen oder einen Rückgang verhindern. Es handelt sich um einen langfristigen Ansatz, der sich nicht auf die unmittelbaren Marktzyklen fokussiert.

Der A-Z Guide basiert auf TH Real Estates laufender Analyse von Megatrends, wie beispielsweise Urbanisierung, die Verschiebung der Wirtschaftskraft aus dem Westen, der Aufstieg der globalen Mittelklasse und die weltweite Vernetzung.

„Durch die lokalen und fachspezifischen Kompetenzen unseres globalen Netzwerks haben wir die Trends, identifiziert die den Nutzen und das Angebot für Real Estate in den kommenden Jahren festlegen werden. Von A wie ‚alternde Bevölkerung‘ (‚ageing population‘) bis hin zu Z wie ‚ZIP-Codes‘ zeigen wir die Trends auf, von denen wir annehmen, dass sie den größten Einfluss auf die Zukunft des Immobiliengeschäfts haben werden.

Indem wir aus diesen Trends lernen, stärken wir unsere Position für zukünftigen Erfolg. Unser Wert sowie unser Wachstum bleiben erhalten. Gleichzeitig ergeben sich überzeugende Möglichkeiten und Zukunftssicherheit für unsere Investoren.“

Mike Sales, Head of TH Real Estate 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier: www.threalestate.com/a-z-report
Schauen Sie sich auch unser kurzes Video an: http://threalestate.qumucloud.com/view/fvcefN6ZH3q

Preiskorrektur an globalen Aktienmärkten

von Michael Buhl-Nielsen, Fondsmanager des Jupiter Europa SICAV. Der Fonds hat am 10. März den Thomson Reuters Lipper Fund Award Germany 2016 in der Kategorie “Alternative Long/Short Equity Europe” über einen Zeitraum von drei Jahren gewonnen (1).

Der umfangreiche Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten im laufenden Jahr scheint weniger ein Zeichen für den Beginn eines Bärenmarktes als vielmehr für eine Kurskorrektur zu sein. Höchstwahrscheinlich liegt ein schwieriges Jahr vor uns, vor allem im Hinblick auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Trotz ordentlicher Ergebnisse in Europa gibt es an den Märkten seit Jahresbeginn eine Abwärtsbewegung. Zwar könnte sich das Blatt im weiteren Jahresverlauf noch wenden, doch sollte an den Märkten mit der gebotenen Vorsicht agiert werden, um einem etwaigen weiteren Kursverfall durch geschickte Einzeltitelauswahl gegenzusteuern.

Zentralbankmaßnahmen: Vorsicht geboten

Wir durchlaufen derzeit eine ungewisse Phase: inwieweit die Zentralbanken tatsächlich gewillt und imstande sind, eine Erholung zu stützen. Dabei darf allerdings auch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Zentralbanken durchaus zu konzertierten Aktionen fähig sind, falls es zu Markterschütterungen kommen sollte. Insgesamt scheint es der EZB bei ihrer jüngsten Ratssitzung gelungen zu sein, positiv zu überraschen. So soll das QE direkt von 60 auf 80 Milliarden Euro erhöht werden. Es hat den Anschein, dass Europa im Hinblick auf geldpolitische Unterstützung sowie Aktienbewertungen und Wirtschaftsdaten recht gut positioniert ist. Das europäische QE bleibt somit ein machtvolles Werkzeug. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis sich das QE in der europäische Wirtschaft niederschlägt. Nichtdestotrotz steht Europa immer noch einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Diese reicht unter anderem vom Brexit bis zur derzeitigen Regierungskrise in Spanien. Die Fed könnte aufgrund der jüngsten EZB-Entscheidung ermutigt sein, die Zinsen noch schneller zu erhöhen.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Reaktion der Märkte auf die EZB-Entscheidung am letzten Donnerstag zu sehen. Diese reagierten anfänglich euphorisch. Der Eurostoxx stieg auf über 3 Prozent und der Eurokurs gab gegenüber dem Dollar deutlich nach. Dennoch hatte das kaum Konsequenzen: Der Euro stieg wieder an und statt einer starken Rallye gaben Aktien einen Teil ihrer Gewinne wieder her. Es handelt sich also eher um eine Marktbereinigung statt einem von QE getriebenen Aufwärtstrend. Aus diesen Gründen bleiben eine angemessene Hedging-Strategie sowie der Fokus auf die Titelauswahl zentrale Elemente unseres Investmentansatzes. Der Fonds bemüht sich derzeit, diese Negativfaktoren durch eine vergleichsweise konservative Nettopositionierung auszuschalten.

Bankensektor immer noch unter Druck

Der europäische Bankensektor wird nach wie vor vom Marktumfeld und aufsichtsrechtlichen Faktoren belastet. Trotzdem zielt der regulatorische Rahmen der EZB nicht darauf ab, die Banken ungebührlich unter Druck zu setzen. Ein Großteil der Probleme, über die Marktbeobachter sich Sorgen machen, wurde von der EZB bereits berücksichtigt. Dennoch herrscht aufgrund jüngster Ereignisse in gewisser Weise Panik. So wurden Inhaber von Anleihen der portugiesischen Novo Banco in Haftung genommen und erlitten Verluste. Ähnliches geschah bei einer Reihe italienischer Banken. Auch im Hinblick auf zusätzliche Tier-1-Bankanleihen kam es zu nervösen Reaktionen, die indes zum Teil als überzogen erscheinen. Dazu ist allerdings zu sagen, dass wir traditionelle Banktitel ohnehin nicht zum Selbstzweck halten. Wir konzentrieren uns vielmehr auf Banken und Finanzwerte, die sich klar differenzieren. Das ist beispielsweise bei der italienischen Bank Intesa der Fall, die ihr Geschäftsmodell derzeit auf das Fondsmanagement umstellt.

Rasche Fluktuationen erfordern tägliche Aufmerksamkeit

Um den Effekt der starken Volatilität an den europäischen Aktienmärkten im Zusammenspiel mit den oben skizzierten Faktoren abzumildern, können wir in unserem Fonds Long- und Short-Optionspositionen auf Einzeltitel oder einen Index aufbauen. In erster Linie nutzen wir hier den Eurostoxx 50 Index, da dies das liquideste Instrument ist, um Short-Positionen auf bestimmte Unternehmen aufzubauen. Einzelne Aktienpositionen kommen hier weniger zum Zuge. Je nach Marktbedingungen variieren wir die Instrumente. So können die Indexoptionen zu Monatsbeginn aus reinen Kauf-Positionen bestehen. Bei fallenden Märkten werden diese Positionen in der Regel ausgebaut. Bricht der Markt indes ein, nimmt die Volatilität oftmals stark zu und diese Optionen können sehr teuer werden. In solchen Situationen können wir beispielsweise die Struktur von Sicherungsgeschäften anpassen, indem wir Leerverkaufsoptionen aufbauen, die noch weiter aus dem Geld liegen, wenn wir unsere Kaufpositionen am Geld einbeziehen. Steigt die Volatilität von 20 auf 40 Prozent, muss die Struktur des Sicherungsgeschäfts angepasst werden. Bewegen sich die Märkte so schnell, wie das in den letzten Wochen der Fall war, erfordert dies eine tägliche Betreuung des Portfolios.

Der Jupiter Europa SICAV (ISIN: LU0459992110) wurde am 10. März 2016 mit dem Thomson Reuters Lipper Fund Award Germany 2016 als bester Fonds in der Kategorie “Alternative Long/Short Equity Europe” ausgezeichnet. Der Fonds siegte über einen Zeitraum von drei Jahren.

Fonds-Fakten des Jupiter Europa SICAV (Class L EUR B Acc)
Auflagedatum: 4. Januar 2010
Fondsmanager: Michael Buhl-Nielsen
Basiswährungen: Euro, Class LIBOR B Acc 
ISIN: LU0459992110
WKN: A0YC44
Valorennummer: 11012886
Wertentwicklung über 3 Jahre: 16,9 Prozent*

* Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die laufende oder zukünftige Wertentwicklung. Die Angaben zur Wertentwicklung lassen die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kommissionen und Kosten unberücksichtigt. Quelle: FE, 3 Jahre zum 29.02.2016, bei Wiederanlage der Bruttoerträge, nach Gebühren.

Die jährlich vergebenen Lipper Fund Awards gehören zu den renommiertesten Auszeichnungen der Fondsindustrie. Es werden Fonds pro Anlagekategorie ausgezeichnet, die im Vergleich zur Peergroup mit demselben Anlageschwerpunkt kontinuierlich eine überdurchschnittliche und risiko-adjustierte Rendite erwirtschaften.

(1) Auszeichnungen sollten nicht als Empfehlung verstanden werden.

Deutsche Unternehmen akquirieren zunehmend im Ausland

Das siebte German M&A and Private Equity Forum in Düsseldorf geht heute mit einem positiven Ausblick für den deutschen M&A und Private Equity-Markt zu Ende. Zwar hinkt Deutschland im internationalen Vergleich nach wie vor hinterher, doch die Entwicklung einiger Branchen machen Mut. Die Analysten von Mergermarket und Forum-Teilnehmer haben vier maßgebliche Trends für 2016 identifiziert:

Deutsche Unternehmen investieren zunehmend im Ausland

Die deutschen Outbound-Aktivitäten haben einen starken Jahresstart hingelegt. Aufgrund der angekündigten Übernahme der London Stock Exchange (LSE) durch die Deutsche Börse im Wert von 14,4 Mrd. Euro wird das Dealvolumen ordentlich ansteigen. Dadurch stellt das bisherige Transaktionsvolumen 2016 (51 Transaktionen, 15,4 Mrd. Euro) das beste Ergebnis seit 2007 dar (59 Transaktionen, 21,6 Mrd. Euro). Seit Jahresbeginn gab es bereits acht deutsche Übernahmen von US-Unternehmen im Wert von 971 Mio. Euro - im Vergleich zu fünf Transaktionen mit einem Volumen von 31 Mio. Euro im Jahr 2015.

Inbound-Aktivitäten treiben zum Jahresbeginn den deutschen M&A-Markt 

23 Transaktionen mit einem Volumen von 3,4 Mrd. Euro repräsentieren in den ersten zwei Monaten 2016 eine Steigerung von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Zukäufen von ausländischen Investoren in Deutschland. Allerdings sind die inländischen M&A-Aktivitäten (66 Transaktionen im Wert von 336 Mio. Euro) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (97 Transaktionen, 2,6 Mrd. Euro) um 87,3 Prozent gesunken. Der schwächelnde Euro hat die Inbound-M&A-Aktivitäten in Deutschland schon 2015 befeuert, da die Anleger die attraktiven Bewertungen ausnutzen konnten. Dieser Trend werde sich auch 2016 fortsetzen. Insbesondere Investoren aus China (Seit Jahresbeginn vier Transaktionen, 1,2 Mrd. Euro) und Hong Kong (Seit Jahresbeginn eine Transaktion, 1,4 Mrd. Euro), werde ihre Präsenz auf dem deutschen Markt ausweiten. „Das Transaktionsvolumen dieser zwei asiatischen ‚Kraftpakete’ seit Jahresanfang hat jetzt schon sämtliche Gesamtjahrestransaktionsvolumina seit 2001 überflügelt“, sagt Kirsty Wilson, Research Editor bei Mergermarket.

Das gestiegene Interesse aus Festland-China ziele insbesondere auf den Energie- und Bergbau sowie den Industrie- und Chemie-Sektor mit zwei Transaktionen im Wert von 1,7 Mrd. Euro bzw. drei Transaktionen im Wert von 938 Mio. Euro. „Der größte Inbound-Deal im bisherigen Jahresverlauf war der Verkauf des deutschen Abfallstromerzeugers EWW Energy durch den schwedischen Investor EQT Partners für 1,5 Milliarden Euro an Beijing Enterprises Holding aus Hong Kong“, sagt Kirsty Wilson.

Inlandstransaktionen weiter gesunken

Dagegen sind die Zahlen bei den Transaktionen innerhalb Deutschlands weiter gesunken. Laut Mergermarket wurden bisher erst 63 Deals mit einem Transaktionsvolumen von 336 Mio. Euro getätigt, im Vergleich zu 97 Deals im Wert von 2,6 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum 2015. Niedrige Wachstumsaussichten treiben die Outbound-Aktivitäten, daher suchen deutsche Investoren attraktive Möglichkeiten zunehmend im Ausland. Laut Mergermarket werden deutsche Inlandsaktivitäten im Jahr 2016 durch Akquisitionen von Unternehmen mit einem Umsatz unter 20 Mio. Euro getrieben. „Als Vorstand würde ich mir darüber Gedanken machen, ob mein Geschäftsmodell auch in Zeiten sich verschärfender Unsicherheiten belastbar und effizient genug ist. Wenn hier Handlungsbedarf besteht, bleibt M&A eine der ersten Handlungsoptionen, um Veränderungsprozessen angemessen und schnell zu begegnen“, sagt Dr. Thomas Schulz, Partner bei Noerr LLP und Head of Noerr London. 

Aktivitätssteigerungen bei konsolidierenden Branchen erwartet

Für den weiteren Jahresverlauf erwartet Mergermarket eine Aktivitätssteigerung in stark konsolidierenden Branchen wie Immobilien, Landwirtschaft, der Lebensmittelindustrie und Automobilzulieferer. „Für die erste Hälfte 2016 erwarten wir in Deutschland – wie auch für Europa insgesamt – ein niedrigeres M&A-Wachstum im Vergleich zu internationalen M&A-Aktivitäten. Angespornt durch das Interesse an neuen Technologien sowie der Ausweitung der geografischen Präsenz wird das ausländische Interesse, insbesondere von amerikanischen und asiatischen Bietern, weiterhin die deutschen M&A-Aktivitäten antreiben“, sagt Kirsty Wilson abschließend.

BMO Global Asset Management veröffentlicht Fünf-Jahres-Ausblick

BMO Global Asset Management hat heute seinen dritten jährlichen Fünf-Jahres-Ausblick veröffentlicht. Der Bericht untersucht langfristige Trends, die die Weltwirtschaft und die globalen Märkte in den nächsten drei bis fünf Jahren entscheidend beeinflussen dürften. Er bildet damit die Basis für viele Investmentstrategien und aktive Allokationsentscheidungen von BMO Global Asset Management.

„Der Ausblick enthält die Einschätzungen unseres jährlichen Global Investment Forums, führt sie für die kommenden fünf Jahre zusammen und leitet daraus drei konkrete Investmentszenarien ab“, erklärt Barry McInerney, Co-CEO von BMO Global Asset Management. „Im wahrscheinlichsten Szenario gehen wir davon aus, dass das Wirtschaftswachstum, das derzeit vor allem von den USA getragen wird, auch in anderen Regionen anzieht – insbesondere in Europa und Japan.“

BMO Global Asset Management prognostiziert in diesem Basisszenario eher niedrige Energiepreise, Inflationsraten und Zinsen. Zwar blieben die USA der weltweite Konjunkturmotor, aber auch Japan, Europa, China und Indien würden zum Wachstum beitragen. Dieses Szenario tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent ein. Für die Anlageentscheidungen, die sich daraus ableiten, sind vor allem die Annahme einer umfassenderen, weltweiten Konjunkturerholung sowie die Auswirkungen anhaltend niedriger Ölpreise zentral. In diesem Szenario wären eine Übergewichtung von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren sowie Investments in attraktiven Emerging Markets, insbesondere in Indien und rohstoffimportierenden Ländern, vorteilhaft.

In einem alternativen Positivszenario mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 20 Prozent geht BMO Global Asset Management davon aus, dass die Politik weltweit sowohl kurz- als auch mittelfristig nahezu überall die richtigen Weichen stellt. Unter diesen Umständen würde sich eine risikoorientierte Anlagestrategie anbieten. Im Mittelpunkt stünden hierbei zyklische Aktien sowie nichtamerikanische Unternehmen mit hohen Umsätzen im Inland – insbesondere Rohstoffproduzenten.

Das dritte Szenario beschreibt die Möglichkeit, dass ein oder mehrere politische Fehler zu einer unerwarteten Abkühlung der Weltwirtschaft führen. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios schätzt BMO Global Asset Management auf 20 Prozent. Die Vielzahl denkbarer Eingriffe und die zahlreichen Zentralbanken, die sie erwägen, bieten auch Raum für viele Fehlentscheidungen. Im Mittelpunkt resultierender Strategien stünde in diesem Fall die Flucht in sichere und hochwertige Anlagen. Dazu zählen langfristige US-Staatsanleihen und Aktien von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung aus europäischen Kernländern wie Deutschland und den Niederlanden sowie aus den USA.

„Dieser Ausblick hilft uns, die Entscheidungen unserer Investmentteams zu koordinieren und unsere Kunden über unsere Einschätzung der internationalen Märkte zu informieren“, erklärt Rajiv Silgardo, Co-CEO von BMO Global Asset Management. „Nicht zuletzt stärken dieser jährliche Ausblick und die ihm vorausgehende Teamarbeit den Zusammenhalt unserer Investmentteams weltweit.“

Wenn Sie den Ausblick online abrufen möchten, besuchen Sie uns unter www.bmogam.com/fiveyearoutlook

Mehr über BMO Global Asset Management finden Sie auf www.bmogam.com.

Emerging Markets: The fear, the facts and the future

Following years of net inflows, portfolio capital began to look for a way out of emerging markets in 2015. Investors are concerned about China’s difficult economic transition, slowing growth, low productivity, rising debt, sour political and geopolitical headlines, weak consumer demand, and the prospect of global interest rate normalization. Many are questioning the strategic role that emerging markets play in their portfolios and even those staying for the long haul recognize that these economies face an important crossroads.

In this paper Neuberger Bergman considers data on financial stability and growth and consumption to describe how the emerging markets got to this crossroads, which road they need to take to reach the next stage of development—and what it all means for investors.

Not so long ago, in the teeth of the 2007-09 financial crisis, emerging markets were the saviours of a stricken world. After growing at four-times the pace of the highly-indebted developed world since the mid-1990s, they had the fiscal buffers to forge their own way, building their cities and realising the promise of vast populations poised on the threshold of the middle class.

Less than five years later, growth has slowed dramatically. A rout in emerging market currencies is coinciding with a tightening of financial conditions, reflected in stock market sell-offs and widening credit spreads—all against a backdrop of rising political and geopolitical risk. A decade of declining government leverage was arrested in 2007 and, according to the Institute of International Finance (IIF), net capital flows to emerging markets turned negative in 2015 for the first time in almost 30 years.

Sceptical voices have long argued that the emerging world owed its “catch-up growth” to a mix of China’s expansion and low global interest rates, which led to an unsustainable run-up in commodity prices and a flood of capital. As those trends reverse, the resulting glut of often questionable investments lies exposed.

Moreover, while the end of the commodity supercycle is broadly accepted as a consequence of the transition to more consumption-led growth, recent analyses of income distribution suggest that the emerging world’s middle class may not be growing fast enough to smooth that transition.

With this background in mind we have looked at two sets of data—on financial stability and productivity and consumption—to describe where emerging markets are today and where they need to go next. We believe the data suggest three things for investors to remember amid the gloomy headlines.

The first is to keep things in perspective. Yes, measures of financial stability have deteriorated since 2007, but they remain substantially better than in the late-1990s, and better than the developed world’s today. Similarly, while we may not have seen the middle-class expansion that we hoped for 10-15 years ago, more than 600 million people have lifted themselves out of poverty this century, crossing significant income and consumption thresholds.

The second is that one metric rarely tells the whole story of a country or region. News headlines like to zero-in—on current accounts one day, fiscal balances or corporate leverage the next. But what do current account balances tell us without reference to reserves? How does the flow of debt relate to the stock? Is it significant that the places with higher debt levels are often the ones with higher incomes and consumption?

Finally, emerging markets are far from homogeneous. Globalization has caused convergence between emerging and global financial markets, and we find substantial regional themes in our data. But they also reveal extreme differences between regions and countries. Investors should take note of these idiosyncrasies not only to maximise return, but also to allocate capital efficiently to facilitate the next phase of “catch-up” convergence with the developed world.

Please find the full report attached on the left.

Sentiment turns more positive for industrial metals

Industrial metals have been in a bear market since 2011. But over the past few months, their prices have been rising. Zinc copper and nickel are likely to be in a supply deficit this year, as mining activity has been pared back and demand remains robust. After decelerating since 2009, Chinese industrial output appears to be forming base, providing a platform for industrial metals to shake off the negative sentiment that has beset the asset class. Investor sentiment, while recovering, has further improvements to make which should see the rally continue for some time.

The beginning of a recovery
After falling for most of the past five years, industrial metal prices started rising in recent months. Aluminium and lead began to head higher in November 2015, while nickel only joined the pack in February 2016. The price gains since the trough have been in the double digits across the board, albeit from a low base. However, we have by no means recovered losses that have been sustained in the down-leg of the cycle that lasted for close to five years. Industrial metal prices on average more than halved during the bear market as analysts revised their expectations for China’s demand growth.

China’s industrial output finding a base
Industrial metals prices were rallying close to 95% year-on-year at the beginning of 2010, following a bounce-back in China’s industrial output after the worst of the global financial crisis was over. However, as China has progressively been targeting lower levels of growth, analysts have been revising downward the country’s industrial metal demand growth. While industrial output growth in China has never been negative, it has decelerated from close to 20% y-o-y in November 2009 to 6% y-o-y in December 2015. However, in 2015, industrial output growth has remained stable at around 6% in each month and appears to have formed a base. China’s consumption of aluminium, copper, nickel and zinc increased in 2015 according to data from the World Bureau of Metal Statistics.

Production also being pared back
Although consumption of metals continued to rise in 2015, so did production, which meant that most metals remained in a production surplus in 2015. But supply-side destruction has commenced. Cuts in capital expenditure (CAPEX) by mining companies have been the most aggressive on record (our data begins in 1996). Cuts in CAPEX mean that depletion in currently producing mines will not be replaced by new supply and will contribute to market tightness with a lag.

Forecasts from the major intergovernmental metal study groups point to many metals including zinc, copper and nickel falling into a supply deficit this year as those cuts in CAPEX bite into supply. Copper may have already been in a supply deficit in 2015 when accounting for the fact bonded stocks in China were drawn on1.

Markets recognising the firmer fundamentals
Sentiment toward industrial metals has been improving in recent weeks, judging by futures market net speculative positioning. Speculative positioning in COMEX copper futures, which has the longest history of data, has been net short since 2011 and by January 2016, peak bearishness was hit with positioning falling more than 2 standard deviations below its 5- year historic average. From this low base, positioning has recovered and is now less than 1 standard deviation below its 5- year historic average.

However, there is still a significant amount of recovery left for copper positioning to normalise. The momentum is now more positive and we believe improving sentiment will continue to drive copper prices higher.

Positioning data for other metals don’t have as much history (LME non-commercial positioning data series start in 2014) and so it is difficult to judge just how high speculative positioning needs to be to signal a break out of bear market conditions. But it is clear that speculative positioning has increased for other metals. Aluminium, nickel and zinc positioning are approaching series’ averages, while lead and tin are above.

We believe that as long as the global economic recovery continues apace (even factoring in the lower target level of Chinese economic activity), industrial metals demand will absorb expected supply and the recent market recognition of the firmer fundamentals will drive further positive momentum for the asset class.

1Consumption data used by the intergovernmental agencies is based on ‘apparent’ consumption or disappearance and does not factor in the movement in stocks. However in China, where programmes to use stocks as collateral for financing are large, a small percentage withdrawal in stocks can signify a real increase in consumption demand. The International Copper Study Group produces an estimate of movement in bonded stocks to supplement the data on apparent consumption.

Unsicherheit über globale Wirtschaftsentwicklung bremst Aktienmärkte

Seit einigen Wochen beschäftigen sich die Investoren mit der zentralen Frage, ob die globale Wirtschaft und damit auch die Finanzmärkte in eine Rezession trudeln oder ob der starke Abverkauf zu Beginn des Jahres ein Signal dafür ist, jetzt das Aktienengagement wieder auszubauen. Allerdings haben die Risikoaktiva trotz der jüngsten Kurserholung bisher noch nicht bewiesen, dass die Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen, nicht nur ein Strohfeuer war. Hinzu kommt weiterhin die Unsicherheit der Marktteilnehmer darüber, welche Tendenz die globale wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Monaten einschlagen wird.

„Auch wenn sich die Aktienkurse zuletzt wieder erholt haben, sehen wir die Zeit noch nicht gekommen, wieder stärker in die Aktienmärkte einzusteigen“, sagt das Team von Man FRM in ihrer aktuellen Monatsstudie1. „Die aktuellen Wirtschaftsdaten reflektieren bei weitem noch nicht die herrschende Erwartungshaltung an die Entwicklung des globalen Wirtschaftswachstums. Gerade wenn wir uns die wichtigen Märkte USA und Europa genauer ansehen, scheint die US-Wirtschaft – verglichen mit Europa – in einem besseren Zustand zu sein. Einige Indizes haben mit einer ausgesprochen guten Erholung überrascht und auch die Stabilisierung der Ölpreise führte zu einer steigenden Nachfrage. Das Problem sind die sehr hohe Beschäftigungsrate und eine steigende Inflation. Seit Januar erhöhten sich die privaten Konsumausgaben monatlich um 0,3 Prozent und ließen die jährliche Kerninflationsrate auf 1,7 Prozent steigen. Sie liegt damit bereits höher, als die von der US-Notenbank (Fed) zum Ende des laufenden Jahres prognostizierte Kerninflationsrate. Da wundert es nicht, dass die Fed sukzessive den Leitzins anheben muss, obgleich sie doch gewillt ist, für einen Bullenmarkt zu sorgen. Wenig ermutigend ist deshalb, dass die Finanzmärkte bereits über die erste Zinserhöhung stolperten. In Europa konzentriert sich indes alles auf einen möglichen Brexit sowie auf die Auswirkungen der jüngsten Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Leitzins auf 0,00 Prozent zu senken. Wir gehen davon aus, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger negative Zinsen nicht als die schlechteste Option ansehen, um dem Problem der ausbleibenden Inflation Herr zu werden.“

Lichtblick für den HFRX Global Hedge Fund Index
Mitte des Monats Februar erholten sich die globalen Finanzmärkte nach anfänglich starken Verlusten. Das führte dazu, dass der HFRX Global Hedge Fund Index den Februar nur mit einem leichten Minus von -0,32 Prozent abschloss (17. Februar 2016: -1,11 Prozent). Auf Jahressicht liegt der HFRX Global Hedge Fund Index derzeit bei -3,08 Prozent.

Managed Futures mit durchwachsener Performance im Februar
Im Februar erzielten die Managed-Futures-Strategien in erster Linie Gewinne durch Short-Positionen in Erdöl und Erdgas. Weitere positive Treiber waren Short-Positionen in japanische Aktien. Short- Positionen in asiatische Aktien (ohne Japan) hatten zu Beginn des Monats einen guten Start, verzeichneten allerdings ab Mitte des Monats Verluste, bedingt durch das Scheitern der chinesischen Zentralbank, den Abwärtstrend an den heimischen Finanzmärkten zu durchbrechen.

Moderates Minus durch frühzeitige Risikoreduktion
US-Equity-Long-Short-Manager hatten im Februar schwer mit der starken Marktvolatilität zu kämpfen. Der S&P 500 verzeichnete zur Monatsmitte ein Minus von -6,1 Prozent, konnte den Monat aber schließlich moderat mit -0,4 Prozent beenden. Europäische Equity-Long-Short-Manager sahen sich einem ähnlich schwierigen Umfeld ausgesetzt. Der sich seit Januar fortsetzende Ausverkauf an den Märkten führte zu einem deutlichen Verlust des Euro Stoxx 50 von zunächst -12 Prozent. Der Euro Stoxx 50 beendete den Februar letztlich bei -3,3 Prozent. Einige Equity-Long-Short-Manager reagierten bereits zu Beginn des Monats mit einer deutlichen Risikoreduktion, um stärkere Verluste im Monatsverlauf zu vermeiden.

Merger-Arbitrage-Strategien trotzen volatilem Markt
Die Ausweitung der Spreads hatte zur Folge, dass die Event-Driven-Strategien den Februar mit einer negativen Performance beendeten – das Gros der Verluste konnte jedoch in der zweiten Monatshälfte wieder ausgeglichen werden. Indes war der Februar für Merger-Arbitrage-Strategien abermals ein guter Monat – aktuell liegen sie auf Jahressicht im positiven Bereich. Spreads auf Deals waren sehr volatil. Viele wurden im Monatsverlauf enger, bedingt durch sehr hohe Bieteraktivität, ausstehende Genehmigungen seitens der Aufsichtsbehörden sowie Transaktionen, die kurz vor dem Closing standen. Das Transaktionsvolumen lag im Februar mit 430 Milliarden US-Dollar deutlich über dem Vormonat (Januar 2016: 220 Milliarden US-Dollar).

1FRM Early View – February 2016, vom 2. März 2016

Mittelzuflüsse in Gold deuten auf eine unsichere Anlegerstimmung hin

Gold führt auf Jahressicht mit 1,5 Mrd. USD die Mittelzuflüsse im Edelmetallsektor an, da das Investorenverhalten unsicher bleibt. Mittelabflüsse aus Öl nahmen vergangene Woche aufgrund von Gewinnmitnahmen zu. Sorgen um die Nachhaltigkeit des jüngsten Ölpreisanstiegs stehen im Mittelpunkt für einige Anleger, die weitere kurzfristige Preisanstiege nun bezweifeln. Die Entwicklung der Rohstoffpreise wird von der US-Fed Sitzung abhängen. Hierbei stellt sich die Frage, ob ein weiterer Zinsanstieg folgt und wie sich die relative USD-Stärke entwickelt. Den wöchentlichen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Charts.

Gold führt auf Jahressicht mit 1,5 Mrd. USD die Mittelzuflüsse im Edelmetallsektor an. Physische Gold-ETPs (A0N62G) verzeichneten die 10. Woche in Folge Mittelzuflüsse, vergangene Woche wurden erneut 114,1 Mio. USD investiert. Zyklische Vermögenswerte, vor allem die Aktienmärkte konnten in letzter Zeit keine Fortschritte machen, obwohl es zur Verbesserung der globalen Konjunktur kam. „Aggressive Impulse kamen stattdessen von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Reserve Bank of New Zealand ( RBNZ ), die für Überraschung an den Märkten sorgten und den Goldpreis unterstützen, da Anleger davon ausgehen, dass die Realzinsen für einige Zeit unter Druck geraten können“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions.

Silber, Platin und Palladium stellen Gold in den Schatten. Industriell genutzte Edelmetalle stellten vergangene Woche Gold (A0LP78) in den Schatten, ein Zeichen dafür, dass die pessimistische Anlegerstimmung die Talsohle erreicht hat. Investoren handeln vorsichtiger. Infolgedessen wurden in drei aufeinanderfolgenden Wochen Mittelzuflüsse in (A0N62F) Silber ($43,1 Mio.) und (A0N62D) Platin ($12,5 Mio.) verbucht. Während Palladium die beste Performance im Edelmetallsektor erzielte, ist es das einzige Metall, welches Nettoabflüsse im Jahr 2016 aufweist. „Wir gehen davon aus, dass sich die Nachfrage mit einer abnehmenden Marktvolatilität verbessert und die Nachfrage aus der Industrie für globale Autoverkäufe zunimmt“, meint Hein.

Gewinnmitnahmen aus Öl-ETPs führen zu den größten Mittelabflüssen seit April 2015. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat vergangene Woche eine mögliche Bodenbildung des Ölpreises angekündigt. Investoren entschieden sich dennoch, ihre hart erkämpften Gewinne zu verkaufen, was zu Mittelabflüssen von 67 Mio. USD aus Long Öl-ETPs führte. „Brent (A1N49P) und WTI (A0KRJX) erreichten vergangene Woche ihren höchsten Stand seit Anfang Dezember 2015, dennoch bleibt die Volatilität erhöht und sorgt für Gewinnmitnahmen. Die Risikobereitschaft der Anleger bleibt defensiv“, so Hein. Obwohl die IEA berichtete, dass die US-Ölproduktion auf Jahressicht seit mehr als vier Jahren im Dezember 2015 erstmals wieder rückläufig war, notieren die Lagerbestände auf Rekordniveau (seit 1982). Darüber hinaus war der wöchentliche Anstieg der Lagerbestände der größte seit Aufzeichnung, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach wie vor geringer als das Überangebot am Markt ist.

EZB staerkt Wachstum in Europa, China beunruhigt weiterhin

DNCA Investments Marktkommentar März 2016 von Igor de Maack, Portfoliomanager und Sprecher des Portfoliomanagements.

Das makroökonomische Katastrophenszenario einer weltweiten Rezession vom Jahresbeginn rückt in weitere Ferne. In Europa setzt sich der Aufschwung fort, obgleich er von der Situation der Schwellenländer beeinträchtigt wird. Zudem stellen politische Themen wie der mögliche Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union („Brexit“) und die Flüchtlingskrise nach wie vor nicht zu vernachlässigende Risiken dar. Die vermeintlich in ganz Europa herrschende Deflation widerspricht den ökonomischen Fakten Wachstum, sinkende Arbeitslosigkeit und zunehmende Kreditvergabe durch die Banken. Die amerikanische Volkswirtschaft präsentiert sich robust, was sich in einem gesunden Arbeitsmarkt niederschlägt. Das Wachstumstempo und die finanziellen (Un‑)Gleichgewichte in China sind hingegen beunruhigend. Hierauf werden die Märkte in den kommenden Monaten besonders empfindlich blicken.

Europas Wirtschaft wächst. Das Wachstum wird inzwischen von zunehmendem Konsum und sinkender Arbeitslosigkeit getragen sowie von einer Zentralbank gestützt, die zu allem bereit ist, um die Wirtschaft anzukurbeln und das Finanzsystem flexibel zu halten.

Während der Berichtssaison der Vorjahresergebnisse äußerten sich die Vorstände europäischer Unternehmen überwiegend zuversichtlich. Sektoren, die vom Binnenmarkt abhängen (Telekommunikation, Bauwirtschaft und Medien), haben zufriedenstellende Zahlen präsentiert. Der eher international aufgestellte Verteidigungssektor profitiert zudem von den zahlreichen geopolitischen Unruhen. Die Kfz-Neuzulassungen stiegen in den fünf größten Märkten Europas im Februar um 15 Prozent, was vom Aufschwung auch dieses Sektors zeugt. Indes leisteten die Sektoren mit den größten Indexanteilen (Erdöl und Banken) negative Beiträge zu den Gewinnaussichten.

Die EZB kündigte eine Reihe neuer Maßnahmen an, um die Wirtschaftstätigkeit zu fördern und die europäische Konjunktur zu finanzieren. Trotzdem trübt der mögliche Brexit die Auslegung der europäischen Wirtschaftsleistung und ruft systemweit Befürchtungen hervor, ob die Europäische Union oder die Eurozone einen Austritt Großbritanniens überleben würden. Wird diese Hürde genommen, könnten europäische Aktien auf mittlere Sicht weiterhin die einzige Anlagealternative bleiben.

In den USA vermitteln die neuesten Zahlen zur Kerninflation, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Arbeitslosigkeit noch nicht das Bild einer nachlassenden Konjunktur, obwohl der US-Industriesektor unter Druck steht.

In den Vereinigten Staaten fasst das Inflationsszenario nur langsam Fuß, weil die Kerninflation deutlich anzieht und so der Fed eine Rechtfertigung für ihre neue Politik der Zinserhöhung liefert. Tatsächlich ist der Teuerungsindex „Core PCE“ auf das Jahr gesehen um 1,7 Prozent gestiegen und nähert sich damit dem Zielwert von zwei Prozent. Möglicherweise sind das die ersten Auswirkungen der Lohnkonflikte, die die Profitabilität der Unternehmen beeinträchtigen könnten. Da schnell neue Stellen geschaffen werden, ist die Arbeitslosenquote nun weiter auf 4,9 Prozent gesunken.

Der amerikanischen Wirtschaft und insbesondere den Verbrauchern kommen die guten aktuellen Wirtschaftsbedingungen wie der niedrige Ölpreis und die günstige Finanzierungskonditionen zugute. Darum könnte ein schneller Anstieg der kurzfristigen Zinsen, der sich auch auf die längeren Laufzeiten übertragen würde, bei den Haushalten und den Märkten schlecht ankommen.

China bereitet den Anlegern immer noch die größten Sorgen. Würde sich die Kapitalflucht fortsetzen oder seine Währung unkontrolliert abwerten, könnte es die Weltwirtschaft destabilisieren.

Beim letzten Jahreskongress der Kommunistischen Partei äußerten die chinesischen Politiker, dass sie bis 2020 mit einem jährlichen Wachstum von 6,5 bis sieben Prozent rechneten. Die Exporte Chinas sanken im Februar jedoch um 25,4 Prozent (schwerster Rückgang seit 2009) und die Importe sanken den 16. Monat in Folge, aktuell um 13,8 Prozent.

China steht vor einer wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderung, deren Konsequenzen sich auf die politische Gleichung des von einer Einheitspartei regierten Landes auswirken werden. Die Kapitalflucht belief sich im vergangenen Monat auf Gelder in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar. Kann China sie nicht eindämmen und wertet seine Währung unkontrolliert ab, wird das Land schwere Turbulenzen erleben. Deshalb wird auch die chinesische Notenbank alles in ihrer Macht Stehende tun, um eine Destabilisierung der großen (Un-)Gleichgewichte in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu vermeiden.

Rohstoffindex erreicht Drei-Monats-Hoch

„Der Bloomberg Rohstoffindex hat in der vergangenen Woche seine dreiwöchige Seitwärtsbewegung durchbrochen und erreichte ein Drei-Monats-Hoch. Grund dafür war der starke Energiesektor, mit großen Gewinnen bei Gas und dem vierten Kursanstieg bei Öl in Folge“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Nach dem Blick in den Abgrund Mitte Januar gehen nun viele Marktbeobachter, darunter auch die International Energy Agency, von einer Bodenbildung beim Ölpreis aus. Grund hierfür wäre die gestiegene US-Nachfrage nach Benzin und Versorgungsstörungen innerhalb der Opec. „Dies hat den Anstieg der Öl-Lagerbestände und die Sorgen darüber, dass das Treffen am 20. März zwischen der Opec und Russland bezüglich einer Förderkürzung enttäuschen könnte, mehr als wettgemacht“, sagt Hansen.

„Gold profitierte von neuen geldpolitischen Stimuli der EZB und stieg auf ein Ein-Jahres-Hoch. Entgegen allen Erwartungen konnte der Euro in diesem Zuge gegenüber dem Dollar zulegen“, sagt Hansen. Hedgefonds hätten zwar ihre seit acht Wochen andauernde Kaufrallye gestoppt, was allerdings nicht auf Investoren bei ETF-Produkten zutreffe. Diese hätten weitere Kurssteigerungen schon erwartet. Nach einer zwischenzeitlichen Preiskorrektur vergangene Woche konnte Gold wieder 50 Prozent seiner kürzlichen Rallye gutmachen und fand bei 1.237 US-Dollar pro Feinunze Unterstützung. „In diesem Zuge konnten wir keine Panikverkäufe feststellen. Das bestätigt unsere Ansicht, dass sich die Psychologie am Markt trotz Faktoren wie anziehenden Aktienmärkten und stabilisierenden Rohstoffpreisen zugunsten Gold gewandelt hat“, sagt Hansen.

Die Ölsorte Brent kletterte unterdessen nahe an die Marke von 41,50 USD pro Barrel und hat damit die Hälfte seines Abverkaufs seit letztem Oktober wieder aufgeholt. Die Seitwärtsbewegung in der vergangenen Woche deute allerdings darauf hin, dass eine Widerstandsmarke erreicht sei. „Eine Rallye weit in den  Bereich um 40 USD pro Barrel könnte sogar kontraproduktiv sein, da sie eine Steigerung der Öl-Förderungen attraktiv erscheinen lassen könnte – und das zu einem Zeitpunkt, in dem lediglich erste Hinweise einer Entspannung der globalen Überversorgung zu erkennen sind“, sagt Hansen. Einmal mehr bestehe das Risiko, dass sich die Marktentwicklung von den Fundamentaldaten abgekoppelt habe. „Dies vergrößert wiederum die Chance einer Preiskorrektur“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links als PDF.

Robotik-Trend: Attraktive Aussichten bei Aktien-Investments in Japan

Seit dem Sommer-Hoch im August des vergangenen Jahres entwickelte sich der japanische Aktienmarkt äußerst wechselhaft. Insgesamt sank der Tokio Stock Price Index (Topix) in diesem Zeitraum knapp 20 Prozent. In den ersten Wochen des Jahres 2016 waren die Kursrückgänge besonders stark: Die Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten zogen die Kurswerte an der Tokioter Börse weiter herunter. Die gestiegene Nachfrage nach japanischen Anleihen ließ ihre Renditen sinken und der starke Yen verteuerte die japanischen Exporte – das alles wirkte sich auch negativ auf die dortigen Aktienwerte aus. „Das negative Sentiment bezüglich Japan, das sich auch im jüngsten Kursverfall zeigt, halten wir allerdings für übertrieben“, so Ernst Glanzmann, Lead Manager des JB Japan Stock Fund. Seine Co-Fondsmanagerin Reiko Mito ergänzt, dass sich ein genauerer Blick auf den japanischen Aktienmarkt derzeit durchaus lohne. „Ausgewählte Firmen sind weiterhin in der Lage, überdurchschnittliche Wachstumsraten zu erzielen“, sagt sie. Dies treffe vor allem auf Unternehmen im Bereich der Roboter-Technologie und der Automationstechnik zu.

Emerging Markets mit Aufholbedarf

Das globale Wachstumspotenzial der Roboter-Industrie bleibt dabei weiterhin eher unterschätzt, obwohl einzelne Prognosen von ungefähr zehn Prozent Wachstum pro Jahr ausgehen. „Unternehmensaktien aus der Roboter-Branche haben auf lange Sicht das Potenzial, höhere Renditen als der Gesamtmarkt abzuwerfen“, sagt Glanzmann. Das größte Wachstumsfeld für Roboter sind nach Ansicht von Mito die Schwellenländer: „Während in entwickelten Industriestaaten wie Südkorea, Japan und Deutschland in der industriellen Produktion Roboter bereits jetzt weit verbreitet sind, gibt es in China noch viel Potenzial“. Das verdeutlichen auch die Zahlen: Auf 10.000 in der Industrie eingesetzte Arbeiter kommen in China gerade einmal 36 Roboter, in Südkorea sind es knappe 500 Roboter.

Die weltweit wichtigste Robotik-Sparte sind Industrieroboter, die etwa bei der Produktion von Autos, Elektroartikeln oder Lebensmitteln eingesetzt werden. Japan nimmt hier im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Ein zentrales Investmentmotiv der Fondsmanager für 2016 sind daher Aktien japanischer Roboter-Produzenten und Entwickler. „Die Wachstumsrate bei japanischen Robotik-Unternehmen lag in den letzten zehn Jahren bei etwa fünf bis sechs Prozent pro Jahr“, so Glanzmann. Dieses Niveau gelte es nun gegen die globale Konkurrenz zu behaupten.

Technischer Fortschritt steigert Produktionseffizienz

Technologische Innovationen „Made in Japan“ führen dabei zu immer neuen Entwicklungssprüngen: „Sensoren werden zunehmend leistungsfähiger und Mikroprozessoren stetig schneller. Hinzu kommt die ständig wachsende Kapazität bei der Datenübertragung. Insgesamt sind Roboter daher immer effektiver und kostengünstiger geworden“, erklärt Glanzmann.

So stammt beispielsweise eine der neuesten Entwicklungen vom japanischen Hersteller Fanuc. Der Global Player hat zuletzt Industrieroboter entwickelt, die zu eigenständigem maschinellen Lernen fähig sind. Die Roboter erkennen mithilfe von Algorithmen in Datenmengen Muster und verhalten sich entsprechend. Auf diese Weise könnten industrielle Produktionsprozesse um bis zu zehn Prozent effektiver werden. „Roboter werden aber menschliche Arbeitskräfte in den kommenden Jahren nicht ersetzen. Der Effizienzgewinn bedeutet nicht, dass Arbeitsplätze verloren gehen“, sagt Mito.

Industrieroboter seien aus der heutigen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie in den Medien selten vorkämen. Dort werde eher prominent über menschlich-anmutende Service Roboter berichtet, die etwa in der Unterhaltungsindustrie, der Logistik oder im Gesundheitssektor bei der Altenpflege eingesetzt werden könnten. „Aber in diesem Bereich sind die Forschungs- und Entwicklungskosten sehr hoch, die Produktionszahlen hingegen relativ gering. Profitable Unternehmen, die für Investments interessant sind, gibt es in dieser Sparte kaum“, sagt Glanzmann.

Autonomes Fahren bis 2020

Ein weiteres Thema, das künftig immer wichtiger wird, sind selbstfahrende Kraftfahrzeuge. Die japanische Regierung stellt hierfür inzwischen Fördergelder für Entwickler und Produzenten bereit. Erklärtes Ziel dieser Maßnahme ist es, dass in Tokio bis zu den Olympischen Spielen im Jahre 2020 in einem Stadtbezirk nur noch selbstfahrende Autos über die Straßen rollen. Dadurch soll der Weltöffentlichkeit Japans fortschrittliche Technologie präsentiert werden. „Trotz der staatlichen Finanzspritzen gehe ich aber davon aus, dass wirkliche Innovation nur aus dem privaten Sektor kommen wird“, sagt Mito. Aktien von Unternehmen, die Robotertechnologie und autonomes Fahren weiterentwickeln, bieten Investoren die Möglichkeit, am Wachstum dieser zukunftsrelevanten Bereiche teilzuhaben. „Denn eine Zukunft ohne Roboter ist schlichtweg nicht denkbar“, so Glanzmann.

China: Keine Zeit zum Verweilen im Jahr des Affen

Zentralbanker Zhou vor der Herausforderung, regelmäßiger und klarer seine Politik öffentlich zu kommunizieren. Kommentar von Christopher Chu, Fondsmanager Asian Equities bei Union Bancaire Privée.

Das Jahr des Affen hat sich bis jetzt noch nicht positiv auf die chinesischen Aktienmärkte ausgewirkt; der MSCI China ist seit Jahresanfang um fünfzehn Prozent gefallen. Anlegersorgen um das globale, aber auch um das inländische Wirtschaftswachstum sind durch den schwachen Renminbi noch verstärkt worden – viele Marktteilnehmer fragen sich, ob China in der Lage ist, seine Reformbemühungen beizubehalten.

Gouverneur Zhou Xiaochuan, der Leiter der chinesischen Zentralbank (People´s Bank of China / PBOC), hatte der Publikation Caixin Weekly ein Interview gegeben, das am 13. Februar 2016 veröffentlicht wurde. Normalerweise erhalten Zentralbanker, die ihre Vorgaben und Politik bestätigen, wenig Aufmerksamkeit. Dieser Artikel bewirkte allerdings das Gegenteil: Zhous Interview war der erste öffentliche Auftritt seit der Abwertung des Renminbi im August 2015. Anleger hatten sich bereits gefragt, warum der Zentralbankchef in der Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar blieb, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die chinesische Währung um drei Prozent gegenüber dem US-Dollar abwertete und, als der Offshore-Markt für den Yuan mit einem Discount von zwei Prozent gegenüber dem Onshore-Markt gehandelt wurde. Ausländische Marktteilnehmer kamen von daher zunehmend zu der Überzeugung, dass die PBOC durch ihr Verhalten einen erheblichen Rückgang der Währung tolerieren würde.

Die Interpretation der Anleger war wahrscheinlich auf das Kommunikationsverhalten Zhou  zurückzuführen: Nämlich, der PBOC-Überzeugung, dass der Renminbi keine größere Abwertung nötig hat, besonders, da der Yuan gegenüber einem Korb von Währungen ausrichtet ist und weniger so am US-Dollar. Diese Aussage ist seit der Abwertung der Währung im August 2015 konstant geblieben; genauso wie die Tatsache, dass der Renminbi, wie erwartet, in den Korb der globalen Reservewährungen des Internationalen Währungsfonds (IMF) mit aufgenommen wurde. Zhou sah von daher keinen Bedarf, diese beständige Nachricht noch einmal zu kommunizieren. Nach dem G20-Treffen vom 26. Februar in Shanghai hat die chinesische Regierung allerdings noch einmal öffentlich bestätigt, dass der  Renminbi nicht weiter abgewertet wird.

Seit 2005 ist die chinesische Währung mehr als zwanzig Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet worden. Währenddessen stehen andere entwickelte Länder vor der Herausforderung, ihre Währungen abzuwerten, um ihre schwache Inflation zu bekämpfen sowie Exporte zu steigern. China hält heute einen weltweiten Marktanteil von 13,6 Prozent für Exporte, gegenüber 7,4 Prozent im Jahr 2005.

Die Sorgen der Anleger sind allerdings gerechtfertigt: Chinas ausländische Währungsreserven sind um zwanzig Prozent gefallen, auf den Stand von 2012, um den Druck der Abwertung abzufedern. Investoren stellen die Fähigkeit der Zentralbank in Frage, trotz ihrer 3,2 Billionen US-Dollar Reserven, die rund dreißig Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen, die Reformbemühungen weiter voranzutreiben. Die Märkte haben positiver auf andere asiatische Länder reagiert, die ebenfalls ihre Reserven verringert haben, da deren Zentralbanker regelmäßiger und klarer kommuniziert haben.

Die sehr öffentliche Ankündigung, dass Liu Shiyu als Parteisekretär gewählt wurde und Xiao Gang als Vorsitzenden der chinesischen Wertpapieraufsichtskommission, der China Securities Regulartory Commission, abgelöst hat, erklärt ebenfalls die Ausweitung der Marktprämien. Erwartungen seitens Investoren im Hinblick auf das Treffen der G20 in Shanghai waren hoch. Als ausrichtendes Land und Gastgeber bemühte sich Zentralbankchef Zhou von daher verstärkt, Präsenz zu zeigen Er ließ im Februar-Interview ebenfalls verlauten, dass er seine Kommunikationsbemühungen zukünftig an die seiner Kollegen anderer Zentralbanken anpassen würde. Die Zentralbanken untereinander werden verstärkt koordinierte Antworten veröffentlichen, um die weltweite Wirtschaft zu stützen – dies könnte auch Diskussionen umfassen, wie wichtige Währungen gestützt werden können. Es ist unwahrscheinlich, dass eine Währungsvereinbarung wie das Plaza-Abkommen zwischen den damaligen G5-Staaten von 1985 getroffen wird. Eine unverbindliche Zusage scheint allerdings möglich. Anleger sollten von daher einen gemeinsamen Plan für das Weltmarktgeschehen begrüßen.

Klarheit stärkt Vertrauen – das letzte, was Zentralbankchef Zhou im Jahr des Affen heraufbeschwören möchte, wäre ein Verhalten, dass dem von Primaten nahekommt. 

Schwenkt das Pendel um?

Die letzten Handelstage stellen durchaus einen Lichtblick in einer Phase langanhaltender Börsenturbulenzen dar. Mittlerweile halten die weltweite Aktienbaisse und starke Indexrückgänge, die in Deutschland teilweise über 30 Prozent betrugen, seit fast einem Jahr an. Sind die letzten Handelstage nun die so erhoffte Trendwende oder lediglich eine kurzzeitige Erholung auf einem Weg nach weiter unten? Trotz des anhaltenden Pessimismus vieler Stimmungsindikatoren an den weltweiten Börsen, lässt die jüngste Erholung an den Aktienmärkten auf eine Trendwende hoffen. Allerdings hat die EZB mit ihrer jüngsten Leitzinssenkung für eine hohe Schwankungsbreite an den Börsen gesorgt.

Vorsichtige Signale für eine Trendumkehr am Aktienmarkt

Erstens, und dies gilt unverändert, dürfte sich die kaum noch vorhandene Verzinsung oder der in vielen Bereichen des Anleihenuniversums herrschende Negativzinsen auf lange Sicht kaum ändern. Diese Negativzinsen sind mittlerweile in Ländern zu finden, die ein Viertel des Welt-Bruttosozialprodukts ausmachen. In absoluten Zahlen sind das ca. sieben Billionen US-Dollar. Zweitens ist derzeit ein technischer Effekt auszumachen. Das weltweite Volumen an ausgegeben Anleihen ist mit rund 200 Billionen Dollar mehr als dreimal so groß wie an Aktien. Das Verhältnis verschiebt sich weiter zugunsten von Anleihen. Folglich sollten durch ein geringeres Angebot an Aktien die Kurse an den Börsen steigen. Wir erwarten für die kommenden Monate steigende Unterstützung für die Aktienkurse und ein Auslaufen des seit Jahresanfang anhaltenden Negativtrends.

USA: Fed wird Leitzinsen wohl nicht erhöhen

Taktgeber der Weltbörsen in nächster Zeit dürften die USA sein. Hier ist eine zu starke Konjunkturbelebung, die zu einer baldigen Zinserhöhung führt, kaum in Sicht. Die revidierte Steigerung der Wachstumsrate der US-Wirtschaft im 4. Quartal 2015 von 0,7% auf eine Jahresrate von 1,0% ist kein Hinweis auf eine Wachstumsbeschleunigung. In diesem Lichte ist eine Rückkehr zu "normaleren" Zinsen eine Phantom-Diskussion. Zumal die US-Wirtschaft mit dem größten Staatsdefizit aller Zeiten (seit 2009 ca. 8,5 Billionen US-Dollar) sowie mit rund 4 Billionen Dollar neu gedrucktem Geld durch das sogenannte Quantitative Easing angekurbelt wurde und lediglich die schwächste Konjunkturerholung der Nachkriegszeit heraus kam. Eine weitere Erhöhung der Zinsen würde eine neue Rezession auslösen. Deshalb sollte auch die US-Notenbank an der Niedrigzins-Politik festhalten. Der oft befürchtete Gegenwind für die Börsen weltweit dürfte deshalb vorerst ausbleiben.

Europäische Aktien haben Potential

Nachdem die EZB am 10. März 2016 den Leitzins erstmals auf null Prozent senkte, könnten die Börsen einen weiteren Schub erhalten. Klassische Sparmodelle werden damit noch unattraktiver und Aktien mit hohen Dividendenrenditen  umso interessanter.  Zudem bieten die günstigen Kredite eine Chance für Unternehmen. Negativ-Zinsen einerseits und Dividendenrenditen von bis zu 5% bei soliden deutschen Standardwerten – wo Kürzungen der Dividenden unrealistisch erscheinen – andererseits, passen nicht zusammen. Dies wäre nur gerechtfertigt, wenn weltweit ein Konjunkturabsturz droht. Eine Rezession ist aus heutiger Sicht aber nicht zu erkennen – wenngleich dies immer als ein möglicher Grund für die steile Börsentalfahrt zu Jahresbeginn genannt wurde. Die Entwicklung der Realwirtschaft bietet keinen Grund zur Sorge. Und eben jene Dividendentitel zeigten über die letzten Jahre einen stetigen Aufwärtstrend – allerdings haben deutsche Anleger davon nicht profitiert. Im Gegenteil. Der Anteil der Deutschen am Aktienbesitz ist extrem gesunken, beim MDAX soll es nur noch 17 Prozent deutsche Aktionäre geben. Nutznießer waren hauptsächlich Investoren aus angelsächsischsen Ländern und zunehmend aus China. Da sich nach den teils massiven schwer begründbaren Kursrückschlägen vieler solider Werte Chancen ergeben haben, sollten die deutschen Anleger die derzeitige Konsolidierungsphase zu Käufen nutzen. 

Über die DJE-Gruppe
Die DJE Kapital AG ist seit über 40 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit ca. 100 Mitarbeitern (davon gut 20 Fondsmanager und Analysten) aktuell rund 11 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2015) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. Der Anspruch der DJE Kapital AG ist, seinen Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten.

Fidelity Analystenumfrage 2016: Konsum ist Wachstumsmotor der Weltwirtschaft

Das Jahr 2016 wird vom fortgeschrittenen Konjunkturzyklus geprägt werden, die Risiken nehmen zu, die Anlagebedingungen werden komplexer. In diesem Umfeld hat Fidelity International seine weltweit rund 200 hauseigenen Aktien- und Anleiheanalysten zu den Erwartungen der Unternehmen aller Branchen und Regionen in ihre Geschäftsentwicklung befragt. Die Umfrage basiert auf den jährlich rund 17.000 Gesprächen der Analysten von Fidelity mit Entscheidungsträgern von Unternehmen weltweit.

Als Barometer der Stimmung in der globalen Geschäftswelt zeigt die Umfrage, dass die Analysten zunehmende Schwächen bei den Fundamentaldaten der Unternehmen erkennen und insgesamt weniger optimistisch gestimmt sind als im vergangenen Jahr. Die Skala des Stimmungsbarometers reicht von 1 bis 10, wobei 1 den schlechtesten und 10 den besten Wert darstellt mit 5 als neutraler Position. Das Barometer setzt sich zusammen aus dem Vertrauen in die Geschäftsentwicklung, den geplanten Kapitalinvestitionen, der erwarteten Rendite, der Bilanzstärke und der Dividendenpolitik.

Am positivsten ist die Stimmung in den Branchen IT (6,2), Basiskonsumgüter (5,8) und Gesundheit (5,5). Bemerkenswert ist auch die Branche der zyklischen Konsumgüter – es ist die einzige Branche, in der sich der Wert gegenüber dem Vorjahr verbessern konnte von 5,0 auf 5,3. Am anderen Ende der Skala stehen die Energie- (2,1) und die Werkstoffbranche (2,5).



Konsum und Innovationen als Wachstumstreiber

Vor allem der Konsum dürfte in diesem Jahr für zusätzliches Wachstum sorgen. Er setzt auch wichtige Impulse für anhaltende Innovationen, die vor allem in der Technologie- und Gesundheitsbranche tiefgreifende Veränderungen anstoßen werden. Niedrige Energiepreise, geringe Inflation, die günstige Lage am Immobilienmarkt, Lohnzuwächse und die sinkende Arbeitslosigkeit stärken die Kaufkraft der Konsumenten. Zunehmende Preissetzungsmacht und steigende Nachfrage dürften sich günstig auf die Renditen der Basiskonsumgüterfirmen auswirken. Bei den zyklischen Konsumgütern sehen die Unternehmen in der höheren Nachfrage die wichtigste Quelle für wachsende Gewinne. Positiv sind auch die starken Bilanzen und die sinkende Schuldenlast der Konsumgüterhersteller.

Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International: „Das wichtigste Thema, das sich aus unserer Umfrage herauskristallisiert hat, ist die robuste Verfassung der Konsumbranchen. Umgekehrt leiden die Energie-, Werkstoff-, Industrie- und Versorgerbranche unter niedrigen Rohstoffpreisen und weltweit sinkenden Investitionen. Es könnte einige Jahre dauern, Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. In dieser Phase ist es entscheidend, dass der Positivtrend in den Dienstleistungsbranchen anhält. Hier geben die Umfrageergebnisse Anlass zur Hoffnung. Zudem steigt in einer Welt, in der Wachstum immer schwerer zu finden ist, der Wert, der genuin innovativen Branchen wie beispielsweise Gesundheit oder IT beigemessen wird. Unsere aktuelle Analystenumfrage bestätigt das.“

Japan und Europa im Regionenvergleich vorne

Unter den großen Anlageregionen ragt Japan auch in der diesjährigen Umfrage mit einem Stimmungswert von 6,3 hervor. Dieser Wert liegt zwar unter dem des Vorjahres von 7,1, ist aber angesichts der insgesamt verhalteneren Stimmung ein beeindruckendes Ergebnis. Ende 2015 wurden Zweifel an der Wirksamkeit der Strukturreformen als drittem Pfeil der Abenomics genannten Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Abe laut. Die Analysten von Fidelity sind jedoch weiterhin zuversichtlich, dass sich die Unternehmensreformen positiv auf die Wirtschaft auswirken werden.

Etwas zurückhaltender schätzen die Fidelity-Analysten den Ausblick für Europa (5,1) und die USA (4,7) ein. Insgesamt rechnen sie mit weitgehend unveränderten Fundamentaldaten. Das ist ein wichtiges Ergebnis, lässt es doch darauf schließen, dass der Konjunkturzyklus in beiden Regionen zwar weit fortgeschritten, aber noch nicht am Ende ist. Mit einem Wert von 5,0 ist das Stimmungsbarometer für die Region Asien-Pazifik (ex Japan ex China) ähnlich wie das Bild in Europa und den USA.

Trüb ist die Situation im Mittleren OstenAfrika und Lateinamerika (2,7), die Anleger zur Vorsicht mahnt. Besonders schwierig ist die Lage in den stark rohstoffabhängigen Ländern. Schon in den Ergebnissen des letzten Jahres deutete sich eine Verschlechterung der Fundamentaldaten in der Region an, und kaum etwas in der aktuellen Umfrage lässt auf eine Umkehr dieses Trends schließen. Der Wert ist von 4,3 im Vorjahr auf 2,7 gefallen. Das zeigt, dass die Analysten von Fidelity mehrheitlich davon ausgehen, dass sich die Lage erst noch weiter verschlechtern wird, bevor es wieder bergauf geht.

Auch Chinas Stimmungsbarometer ist gefallen, aber deutlich weniger, von 4,4 im letzten Jahr auf 4,1. Im Reich der Mitte hat sich das Geschäftsklima eingetrübt, und 71 Prozent der Fidelity-Analysten berichten von einer geringeren Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Allerdings geht immerhin fast die Hälfte aller Analysten (48 Prozent) davon aus, dass die Abkühlung in China keine Auswirkungen auf die Unternehmen in Europa haben wird.



Über die Analystenumfrage

Die jährliche Analystenumfrage von Fidelity International deckt sämtliche Regionen und Branchen ab. Ihr Ziel ist es, Veränderungen in den Unternehmen zu erkennen und Trends sowie Anlagechancen zu identifizieren. Die Skala des Stimmungsbarometers reicht von 1 bis 10, wobei 1 den schlechtesten und 10 den besten Wert darstellt mit 5 als neutraler Position. Das Barometer setzt sich zusammen aus dem Vertrauen in die Geschäftsentwicklung, den geplanten Kapitalinvestitionen, der erwarteten Rendite, der Bilanzstärke und der Dividendenpolitik. Die Umfrage basiert auf den tiefen Einblicken unserer Analysten in die von ihnen beobachteten Unternehmen, die sie nicht zuletzt durch die jährlich rund 17.000 Meetings mit Unternehmensvertretern erhalten. In der Umfrage spiegeln sich damit die Einschätzungen tausender Vorstandsvertreter und leitender Mitarbeiter von Unternehmen weltweit wider.

Commodity bounce supports Aussie

On January 18th, concerns over Chinese growth prospects and weakening terms of trade pushed the AUD/USD exchange rate to the lowest level in approximately seven years (30th March 2009). Since 2012, the Australian currency has experienced a relentless decline as the nation’s primary commodity exports of iron ore and coal have suffered from the moderation of Chinese industrial demand. However, in the past two weeks commodity prices and risk sentiment have rebounded from what appears to have been a floor and have supported a 5.8%* appreciation of the AUD on a trade weighted basis (see Figure 1). Recent readings of Australian growth, headline inflation and consumer sentiment have also highlighted the success of existing monetary easing measures and the resilience of the Australian economy in the face of an ailing natural resource sector, contributing further to the AUD’s recent strength. In the coming month, we expect momentum from rising commodity prices and positive risk sentiment to persist and the AUD to continue to climb against its major currency counterparts.

Inflation and growth impress

Prospects for the Australian economy look less gloomy following a recent slew of positive data. The latest growth numbers show that during the three months to December, the Australian economy grew by 3%* (on an annualised basis) and inflation rose to 1.7% (Figure 2). Both results surpassed analyst expectations and reflect the success of recent easing measures in mitigating the impact of falling investment and revenue from the nation’s vast mining sector. While in the longer term the economy still faces challenges, in the near term the backdrop looks strong enough to support a continuation of the recent AUD rally.

More easing unlikely in the near term

While the market is currently pricing in further monetary easing this year, it is unlikely that any action will be taken by the Reserve Bank of Australia (RBA) at its April monetary policy meeting. A statement from Glenn Stevens, the RBA governor, made during the last monetary policy meeting explicitly stated that the likely catalyst of any additional easing of monetary policy is “continued low inflation”. With Q1 ‘16 inflation data not due until the 27th April, it is unlikely that the RBA will implement further measures before its meeting in May.

Short positioning to unwind further

Commodity Futures Trading Commission (CFTC) data shows that since mid-February, net speculative AUD positioning turned positive for the first time since September 2014 (see Figure 3). This move has been driven primarily by an increase in speculative longs to multi-year highs and also in part by a fall in speculative shorts. However, speculative shorts remain elevated by historical standards and further unwinding of short positions could support further upside to the AUD against the US Dollar.

*All figures quoted are sourced from Bloomberg unless stated otherwise.
The full document from ETF Securities, including a list of tradeable funds can be found as a PDF on the left.

Michael Schneider, IntReal, kommentiert aktuelle BVI-Investmentstatistik

Die aktuelle Investmentstatistik des Fondsverbands BVI mit dem Mittelaufkommen zum 31.1.2016 kommentiert Michael Schneider, Geschäftsführer der Service-KVG IntReal:

„Die Nachfrage nach Anlagen in Immobilienfonds ist sowohl seitens institutioneller wie privater Anleger ungebrochen. Der Netto-Mittelzufluss in offene Immobilien-Publikumsfonds und in Immobilien-Spezialfonds summiert sich für den Januar 2016 auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Die Summe verteilt sich in etwa zur Hälfte auf offene Immobilien-Publikumsfonds (787 Millionen Euro) sowie Immobilien-Spezialfonds (757,4 Millionen Euro).

Wir bei IntReal freuen uns darüber, dass wir gemeinsam mit den Asset Managern unserer Partnerfonds mit 195,5 Millionen Euro im Januar 2016 den größten Netto-Mittelzufluss aller in der BVI-Statistik erfassten Initiatoren von Immobilien-Spezialfonds erreicht haben. Diese anhaltend positive Entwicklung unterstreicht auch, dass das Konzept der Service-KVG, bei der Fondsauflage und Administration auf der einen und Asset Management auf der anderen Seite durch jeweils spezialisierte Anbieter übernommen werden, im Immobiliensektor ankommt.“

Rally in commodity stocks affects active managers

Over a 12-month-rolling period we still experience great results for Europe and emerging markets managers while US managers deliver disappointing results (see chart).

In February however, Europe managers showed only an average performance. The small- and mid-cap-bias as well as the underweight in utilities helped. The strong outperformance of materials and energy contributed negatively, as the majority of funds has an underweight in these two sectors. Net of fees, 53% of Europe managers, 58% of US managers and 43% of emerging market managers outperformed their benchmarks.

Over three months, Europe managers head the performance table as they profited from an underweight in commodity related sectors. The overweight of small caps and the underweight in weak performing financials also helped. US managers showed a less convincing performance as overweighted mid-caps underperformed the broader index in the US.

Please find the ifund reserach news from March 2016 with charts attached.

UBS informiert: Anleger schöpfen Hoffnung

Trotz der starken Kursschwankungen sind Anleger zuletzt etwas mutiger geworden. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des UBS Investor Sentiment Index. Der Index misst, wie risikobereit Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX agieren. Im vergangenen Monat lag der durchschnittliche Cap der gewählten Discounter 8,37 Prozent unter dem jeweils aktuellen DAX-Stand – im Vormonat waren es noch 11,27 Prozent gewesen. Im Mittel der vergangenen zwölf Monate betrug der Abstand zwischen Index und Durchschnittscap 10,79 Prozent. Im Februar positionierten sich die Anleger demnach überdurchschnittlich optimistisch.

Der UBS Investor Sentiment Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount- Zertifikaten auf den DAX gewählt haben, und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus beziehungsweise Pessimismus der Anleger. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt also die Risikobereitschaft der Anleger wider.

Bis zur Mitte des Monats lag der Cap im Schnitt zwischen 9,10 und 9,79 Prozent unter dem DAX-Niveau. Anschließend wurden die Anleger offensiver. In den letzten Februartagen notierte der Cap durchschnittlich nur noch 6,24 Prozent unter der Leitindex-Marke – der DAX entwickelte sich in der gleichen Zeit seitwärts.

„Möglicherweise hat die Hoffnung vieler Marktteilnehmer, dass die Europäische Zentralbank künftig die Geldpolitik weiter lockern wird, zur positiven Stimmung in den letzten Februartagen beigetragen“, sagt Steffen Kapraun, Zertifikate-Experte bei UBS. „Nachdem der DAX zur Monatsmitte die 9.000-Punkte-Marke deutlich überschritten hatte, könnte der eine oder andere Anleger durchaus wieder Mut gefasst haben“, so der UBS-Experte. „Ob die Investoren mit ihrem Gefühl Recht behalten, wird die Zukunft zeigen.“

Die Schlafwandler

In seiner neuesten Ausgabe der „Carmignac's Note“ beleuchtet Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees, die derzeitigen makroökonomischen Entwicklungen, sowie die aktuelle Anlagestrategie von Carmignac.

Seine Kernaussagen sind:

  • Zum jüngsten G20-Gipfel: „Angesichts der Gehaltlosigkeit des Schlusskommuniqués des G20-Gipfels in Shanghai haben wir den Eindruck, dass sich Zentralbanken wie auch Regierungen und in ihrem Gefolge zahlreiche Anleger weiterhin verhalten wie Schlafwandler: Sie gehen voran, ohne die Tragweite des sich vollziehenden Umbruchs zu erfassen.“
  • Zu den Zentralbanken allgemein: „Im Bemühen, Konjunkturzyklen zu eliminieren, haben die Zentralbanken massive Ungleichgewichte erzeugt, aber es lediglich geschafft, den Zyklus zu verzögern. Heute stellt daher das Aufeinanderprallen des Konjunkturzyklus mit einem seit sieben Jahren kumulierten Ungleichgewicht das bedeutendste Risiko für die Märkte dar.“
  • Europa: „Dass die europäische Wirtschaft mithilfe des verzögerten Zyklus und Unterstützung einer sehr wohlwollende Zentralbank ihr Wachstum weiter beschleunigen wird, erscheint uns illusorisch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein deutsches Wirtschaftswachstum von 1,75% für 2016 nach 1,45% im vergangenen Jahr deutlich verfehlt wird."
  • USA: „Die Märkte scheinen sich letztendlich von der Illusion gelöst zu haben, dass die amerikanische Wirtschaft nur in Form ihrer schwächelnden Erdöl- und Gasindustrie betroffen sein könnte. Heute ist offensichtlich, dass das gesamte verarbeitende Gewerbe angeschlagen ist. Wir halten die Konsensmeinung zum Wachstum der USA im Jahr 2016 daher für zu optimistisch."
  • China: „Mittlerweile ist offensichtlich, dass China weiter schwächelt. Weniger verstanden wird hingegen, dass das Kreditwachstum heute deutlich über dem der Wirtschaft liegt. Das bedeutet für die chinesische Wirtschaft ein fortlaufendes Ansteigen des allgemeinen Verschuldungsniveaus. Dass man in China auf eine akkomodierendere Geldpolitik und eine schwächere Währung verzichten kann, erscheint uns auf Dauer eher unwahrscheinlich."

Gefährliches Spiel mit der Windenergie

Am 01. März hat das Bundeswirtschaftsministerium den offiziellen Referentenentwurf zur EEG-Novelle 2016 vorgelegt. Trotz massiver Warnungen aus der Branche wird darin weiterhin an einer Restriktion des Ausbaus Erneuerbarer Energien festgehalten. Der Windenergie an Land, bisher einer der Haupttreiber der Energiewende, wird eine variable Fördermenge, abhängig vom Zubau der anderen Erneuerbaren Energien, aufgezwängt. Planungssicherheit sieht anders aus. Große Windparkbetreiber, wie die Regensburger Lacuna, fürchten nun um die Zukunft der Energiewende.

Regensburg, am 09. März 2016. Der „Entwurf eines Gesetzes zur Einführung von Ausschreibungen für Strom aus erneuerbaren Energien und zu weiteren Änderungen des Rechts der erneuerbaren Energien“, wie der am 01. März 2016 vorgestellte Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums offiziell heißt, ist ein schwerer Schlag für die Branche. Mit ihm legt das Ministerium nun erstmals einen konkreten Vorschlag für die für 2016 geplante EEG-Novelle vor. Darin werden die Pläne zum schon länger angekündigten Ausschreibungsverfahren konkretisiert. „Dass das Ausschreibungsverfahren nicht förderlich für den Ausbau Erneuerbarer Energien sein wird, ist hinlänglich bekannt. Die Branche ist jedoch stark genug, um dieses Problem handhaben zu können. Die variable Untergrenze der Ausschreibungsmenge für Windenergie an Land ist jedoch ein Schlag ins Gesicht für jeden seriösen Anbieter“, kommentiert Ottmar Heinen, Geschäftsführer der Lacuna Projekt GmbH, den Entwurf.

Onshore Windenergie besonders betroffen

Die Windenergie an Land soll laut dem neuen Entwurf eine variable Fördermenge, abhängig vom Ausbau anderer Erneuerbarer Energien, erhalten. In einer für einen solchen Entwurf höchst ungewöhnlichen Formulierung, schlägt das Ministerium einen Förderkorridor zwischen xxx MW (brutto) und 2.500 MW (netto) pro Jahr vor. „Die variable Fördermenge nimmt den Windparkbetreibern jegliche Planungssicherheit“, ergänzt Heinen. Die Lacuna will aber dennoch den Ausbau von Windkraftanlagen fortsetzen: „Wir werden uns auch in einem schwierigen Umfeld weiter behaupten und auch dieses Jahr weitere Windkraftprojekte starten. Da die Energiewende faktisch und sinnvollerweise unausweichlich ist, wird hoffentlich auch die Politik bald wieder positive Impulse senden“, so Heinen weiter. Dass die geplanten Änderungen aber erst einmal „strukturelle Verwerfungen in der gerade auch international erfolgreichen deutschen Windindustrie“ bewirken, wie der Bundesverband Windenergie befürchtet, kann dabei natürlich nicht ausgeschlossen werden. „Bisher hat sich die deutsche Windbranche exzellent entwickelt, ist technologisch Vorreiter und sichert Arbeitsplätze für 130.000 Menschen. Dieser Status gerät nun in Gefahr“, warnt auch Heinen vor einer Trübung des Geschäftsumfeldes. Für Investoren entsteht jetzt erst Recht die Notwendigkeit, in Parks einzusteigen, die derzeit schon am Netzt sind und noch von den alten EEG-Richtlinien profitieren. Anlagen, wie der Lacuna Windpark Hohenzellig, bieten dadurch ein langfristig kalkulierbares und rentables Investment, welches den notwendigen Umstieg auf saubere, regenerative Energien unterstützt.

Mehr über die Lacuna AG
Lacuna ist ein innovativer Initiator im Finanzbereich, der auf zukunftsfähige Branchen und Märkte setzt. Mit einem ganzheitlichen Blick auf den Kapitalmarkt entwickeln wir sowohl individuelle Einzel- als auch Gesamtlösungen für den Anleger. Mit diesem integrierten Ansatz bieten wir Produkte und Finanzlösungen an, ganz nach den Bedürfnissen unserer Kunden. Hierbei sorgen wir für einen vertrauensvollen Umgang mit dem eingesetzten Kapital. Als Teil einer mittelständischen und inhabergeführten Unternehmensgruppe mit Sitz in Regensburg sind wir seit 1996 mit dem Standort Regensburg verbund

1) Pressemitteilung “ EEG‐Novelle 2016 – Folgen eng begrenzter Ausschreibungen für den Industriestandort berücksichtigen.“ vom 02.03.2016.

Mergermarket erwartet wachsende Bedeutung des Aktionaersaktivismus in Deutschland

Dealreporter, ein spezialisierter Nachrichten- und Analysedienst der Mergermarket Group, signalisiert eine wachsende Bedeutung des Aktionärsaktivismus in Deutschland. Insbesondere die Aktivitäten, in denen Kampagnen hinter dem Vorhang der Öffentlichkeit durchgeführt werden, könnten in einigen Sektoren zukünftig häufiger vorkommen. Dealreporter liefert relevante Berichte über aktuelle und erwartete Unternehmensereignisse sowie M&A-Trends, ereignisgesteuerte besondere Situationen, Unternehmenskredite sowie Equity- und Debt Capital-Markets-Transaktionen.

Immobiliensektor heißes Angriffsziel für Aktivisten

Laut Dealreporter gehören der deutsche und österreichische Immobiliensektor zu den reifen Zielen für Aktionärsaktivisten. Unternehmen wie TAG Immobilien, Immofinanz und CA Immobilien Anlagen könnten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen – entweder aufgrund des hohen Cash-Flows, oder weil sie mit einem Abschlag auf den Nettoinventarwert gehandelt werden. Aktivisten könnten bei diesen Unternehmen auf eine größere betriebliche Effizienz oder eine Portfoliorestrukturierung pochen. Diese Faktoren könnten zudem zu einer weiteren Konsolidierung in der Branche führen.

"Der Aktionärsaktivismus in Deutschland konzentriert sich in der Regel auf Beherrschungsverträge und Squeeze-out-Szenarien, bei denen Hedge-Fonds nach Preisbeulen suchen, die das deutsche Übernahmerecht erlaubt. Zukünftig könnten jedoch andere Formen des Aktivismus in den Mittelpunkt rücken", sagt Lucinda Guthrie, Global Editor bei Dealreporter.

Aktivisten-Kampagnen bei deutschen Großkonzernen schon im vollen Gange

Dealreporter konnte Marktbewegungen von hochkarätigen aktivistischen Investoren in Deutschland registrieren, unter anderem bei Bilfinger, ThyssenKrupp und Adidas. Ein beachtenswerter Aktivist sei in diesem Zusammenhang der schwedische Investor Cevian Capital, mit Beteiligungen an Bilfinger und ThyssenKrupp. Dabei folgt der Investor immer der gleichen Strategie: Anteile kaufen, Macht ausweiten und unrentable Geschäftszweige verkaufen. Cevian sei ein typisches Beispiel für den Hintergrundaktivismus, der in Deutschland immer häufiger vorkommt.

"Ein interessantes Merkmal bei Cevian ist, wie Beteiligungen während einer gezielte Aktivisten-Kampagne erhöht werden. Dadurch steigt die Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen und Cevian profitiert stärker von den späteren Resultaten. Auch bei Adidas deuten Unternehmensentscheidungen darauf hin, dass eine Gruppe von Aktionärsaktivisten einer ähnlichen Strategie folgt. Erst kürzlich sind mit dem ägyptischen Milliardär Nassef Sawiris und Ian Galliene, dem Co-Chef der belgischen Holding Groupe Bruxelles Lambert, zwei aktivistische Großaktionäre des Sportartikelherstellers in den Aufsichtsrat eingezogen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Adidas in Zukunft noch mehr aus dieser Richtung erwarten darf, wie etwa bei der Frage, ob Reebok verkauft werden soll, oder nicht", sagt Guthrie abschließend.

Mergermarket veranstaltet am 16./17. März das siebte German M&A and Private Equity Forum in Düsseldorf. Während der zweitägigen Konferenz diskutieren führende Akteure der Branche die Rahmenbedingungen und den Ausblick für den deutschen M&A-Markt. Auf dem Panel „Is activism good for German companies“ diskutieren die Teilnehmer die Entwicklung des Aktionärsaktivismus in Deutschland.

Jedes Jahr zieht das German M&A and Private Equity Forum über 400 Vertreter aus börsennotierten Unternehmen und Privatgesellschaften, aus dem Investment Banking sowie der Finanz- und Rechtsberatung an.

Absolute-Return-Strategien – Performance Update Februar

Kommentar von Anthony Lawler, Portfoliomanager und Mitglied des Investment-Komitees von GAM Alternative Investments Solutions, zur Performance von alternativen und Absolute-Return-Strategien im Februar 2016.

Die meisten Anlageklassen verzeichneten im Februar starke Schwankungen. Laut MSCI World Index verloren Aktien zwischen dem Hoch am 1. Februar und dem Tief am 11. Februar über 6%. Bis zum Monatsende war das Minus allerdings fast vollständig ausgeglichen. Für Anleihen war der Februar ein erfreulicher Monat: So legte der Barclays US Aggregate Bond Index um 0,7% zu. Zum Teil war die Volatilität im Februar auf schwächere Wirtschaftsdaten zurückzuführen. Viele Anleger sahen sich in ihrer Sorge um die Weltwirtschaft bestätigt, sagt Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM. „Ängste vor einem Übergreifen der Probleme in China und einem breiteren globalen Konjunkturabschwung haben sich in den letzten Monaten auf verschiedene Weise manifestiert, insbesondere durch neue Tiefstände der Rohölpreise, erheblichen Druck auf Schwellenländerwährungen, eine extreme Ausweitung der Spreads von Unternehmensanleihen und die allgemein schwache Performance der Aktienmärkte. Ungeachtet der weiterhin durchwachsenen Makro-Daten kam es jedoch gegen Ende des Monats zu einer Erholungsrally, zu der vor allem die Stabilisierung der US-Konjunkturdaten und der Rohstoffpreise beitrug.“

Vor diesem äußerst volatilen Hintergrund lieferten Hedge Funds uneinheitliche Ergebnisse. Der HFRX Global Hedge Fund Index gab über den Monat um 0,3% nach. Lawler: „Ein interessantes Merkmal der derzeitigen Börsen sind die volatilen Seitwärtsbewegungen, die aktive Anleger in eine sehr schwierige Lage bringen. Diese Kursdynamik – im Endeffekt weder Plus noch Minus, aber auf dem Weg dorthin viel Auf und Ab – führt tendenziell dazu, dass Anleger in der Nähe der Tiefstände ihr Risiko verringern. Damit sind sie dann aber in keiner guten Position, wenn sich die Kurse wieder erholen. Wir bevorzugen vor diesem Hintergrund Strategien ohne Leverage-Faktor und bestimmte systematische Ansätze, die sich unseres Erachtens in dieser volatilen Phase gut behaupten sollten.“

Unter den großen Hedge-Fund-Strategien lagen im Februar weiter die Trend-Following-Fonds an der Spitze. So verzeichnete der HFRX Macro/CTA Index ein Plus von 0,3%. Dazu Lawler: „Trend-Following-Systeme konnten von nachhaltigen Bewegungen bei Anleihen und Erdgas profitieren, die maßgeblich zu ihren Ergebnissen beitrugen. Die Volatilität bei Aktien und Rohöl hatte unterdessen zur Folge, dass diese Trades nur unbedeutende Beiträge leisteten. Für Discretionary Macro-Fonds war das Umfeld schwieriger als für die Trend-Following-Strategien, und sie verbuchten leicht negative Ergebnisse. Daran hatten Short-Positionen in US-Anleihen und Long-Positionen im Dollar und in inflationsindexierten Bonds den größten Anteil.“

Lawler zufolge bedeuteten die „heftigen Seitwärtsbewegungen“ der Märkte im Februar für viele Equity Hedge-Fonds und andere Strategien ein schwieriges Umfeld. „Im Equity Hedge-Bereich wurden moderat negative Ergebnisse verbucht, da Fonds, die während der Verkaufswelle Anfang Februar ihre Risiken reduziert hatten, an der Erholungsrally am Monatsende nicht deutlich partizipieren konnten. Ähnlich war es bei den Event-Driven-Strategien. Obwohl die Zahl der Fusionen und Übernahmen im Monatsverlauf zunahm, gerieten die Fonds durch die Trendumkehr unter erheblichen Druck und beendeten den Monat ungefähr da, wo sie gestartet waren.“ Nach Lawlers Einschätzung werden Hedge Funds momentan generell mit niedrigerem Risiko gefahren. “Die Fonds haben auf die erhöhte Makro-Unsicherheit und Volatilität reagiert, indem sie die Risiken nach historischen Standards relativ niedrig halten (Brutto- und Nettoengagement). Nun warten sie auf mehr Gewissheit bei den Makro-Daten beziehungsweise noch interessantere Preise.“

Zu den sich aktuell bietenden Möglichkeiten meint Lawler: „In Anbetracht der erhöhten konjunkturellen Unsicherheit und der wachsenden (wenn auch geringen) Wahrscheinlichkeit, dass wir demnächst eine Rezession erleben werden, dürfte das Kurspotenzial von Aktien im Großen und Ganzen ausgeschöpft sein. In einzelnen Regionen finden wir aber weiterhin interessante Möglichkeiten. Chancen sehen wir auch bei Schwellenländer-Anleihen und an den internationalen Märkten für Unternehmensanleihen, wo absolute Renditen und Spreads eine attraktive Entschädigung für die erwartete Entwicklung der Zahlungsausfälle bieten sollten.“

*Alle Angaben auf US-Dollarbasis.

„Wir rechnen mit positiven Aktienerträgen in den nächsten Jahren“

Die Angst vor einer globalen Rezession, schwache Unternehmensgewinne und ein möglicher Brexit belasten die Stimmung an der britischen Börse. Laut Steven Bell, Chef-Ökonom von BMO Global Asset Management, ist mittelfristig trotzdem mit positiven Aktienerträgen zu rechnen: „In den nächsten Jahren spricht vieles für niedrige und volatile Erträge – grundsätzlich ein eher unattraktives Szenario, nicht aber im Vergleich mit anderen Assetklassen wie etwa Staatsanleihen.“ Hohe Dividendenrenditen in Großbritannien wirkten stützend für Aktienerträge. Eine besondere Bedeutung komme dem Öl- und Gassektor zu, der eine durchschnittliche Dividendenrendite von 6,4 Prozent verzeichnet.

Im Februar lagen der FTSE 100 und der FTSE All-Share Index über 20 Prozent unter ihren jüngsten Hochständen. Folglich befinde sich der britische Markt technisch wie viele andere große Börsen bereits in der Baisse. Anleger müssten sich mit der Frage beschäftigen, ob britische Aktien mittelfristig eher positive oder eher negative Renditen erzielen. In diesem Zusammenhang empfiehlt Steven Bell, den Blick auf die fundamentalen und langfristigen Bestimmungsfaktoren der Aktienerträge zu richten. Dies seien die Unternehmensgewinne und die Dividenden. Letztere seien in Großbritannien hoch, sowohl im internationalen Vergleich als auch vor dem Hintergrund der sehr niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen. Dieses Niveau könne laut Bell in den nächsten Jahren jedoch nicht gehalten werden: „Für den FTSE 100 geht der Markt davon aus, dass Dividenden bis zum Jahr 2022 um 24 Prozent unter das Niveau des vergangenen Jahres sinken“, erklärt der Chef-Ökonom. In diesem Spektrum befänden sich sowohl Unternehmen mit tendenziell zu hohen Dividenden als auch Firmen, deren Dividenden wahrscheinlich noch stiegen. Entscheidend seien laut Bell letztendlich für die zukünftige Entwicklung vor allem die Unternehmensgewinne: „Bei den Ausschüttungsquoten gibt es noch Spielraum nach oben. Wenn die Dividenden aber langfristig absolut wachsen sollen, müssen sich die Gewinne der Unternehmen nachhaltig verbessern.“

Erholung der Rohstoffpreise gibt Anlass zum Optimismus

Gewichtige Gründe sprächen für ein Ende der schwachen Gewinne. So sei der Außenwert des Pfunds gesunken, was sofort zu höheren Auslandsgewinnen führe, die 70 Prozent der Gesamtgewinne ausmachten. Schließlich seien die Öl- und sonstigen Rohstoffpreise zwar weiterhin niedrig, lägen aber über ihren Tiefstwerten. „Ich rechne mit einer weiteren Erholung der Rohstoffpreise“, sagt Bell. Fundamentaler betrachtet, hängen die Unternehmensgewinne vom Konjunkturzyklus ab. Die Arbeitslosigkeit sei in Großbritannien auf ein historisch niedriges Niveau gefallen. Allerdings steige auf diesen niedrigen Niveaus tendenziell die Lohninflation. Diese sei laut Bell in Großbritannien zuletzt bemerkenswert niedrig gewesen, aber die Einführung existenzsichernder Löhne im April könne den Druck durch die Arbeitsmarktknappheit zusätzlich verstärken.

Rezessionsrisiko

Das globale Wachstum bleibe positiv, aber schwach, und Beobachter fürchten, dass die jüngste Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed, die zu höheren Finanzierungskosten führt, eine Rezession auslösen könne. „Allerdings fällt die Zinserhöhung der Fed mit einer niedrigen Inflationsrate zusammen, so dass die Aussicht besteht, dass der Konjunkturaufschwung sogar verstärkt und nicht abgewürgt wird“, erklärt Bell. Die Lage sei nicht besonders gut, da die Dividenden am Limit seien und die Unternehmensgewinne hinter ihren Erwartungen zurückblieben. Jedoch sei dem niedrigen Zinsumfeld geschuldet, dass Aktien trotzdem attraktiv sein könnten. Denn Aktien profitierten von künftigen Unternehmensgewinnen sowie Dividenden und die Zinsen sind die Abzinsungsraten, mit denen sie in den aktuellen Barwert umgerechnet werden. Laut Bell implizierten niedrigen Zinsen hohe Aktienkurse und führten zur sogenannten „Flucht in Aktien“.

Die Auswirkungen des Brexit

Der Brexit spielt im Kontext der Marktsituation eine zentrale Rolle. Abgesehen von langfristigen Auswirkungen auf Großbritannien würde laut Bell eine Austrittsentscheidung eine lange Zeit der Unsicherheit einläuten, bis die Handelsverträge neu vereinbart sind und sich die Unternehmen an die neue Situation angepasst haben. „Für die Märkte wäre das natürlich von Nachteil, aber die in diesem Fall zu erwartende Abwertung des britischen Pfunds würde zumindest für eine gewisse Stützung sorgen“, so Bell. Da der Markt die Möglichkeit beider Ergebnisse einpreise, hätte ein Votum für die EU-Mitgliedschaft vermutlich einen gegenteiligen Effekt.

Brex… in!

Wirkungsvoller Wirtschaftsliberalismus braucht Frieden, Stabilität und unbehinderten Verkehr von Menschen und Gütern sagt Didier Le Menestrel, Chairman von La Financière de l’Echiquier.

Wir schreiben den 23. Juni 2016. Die Briten haben sich gerade für den Austritt aus der Europäischen Union ausgesprochen. Nach wochenlangen leidenschaftlichen Debatten ist der berühmte „Brexit“ Realität geworden. Wir sind weit von dem angekündigten Jubel entfernt: In den Londoner Straßen geht es gewohnt geschäftig zu, aber auch nicht mehr. Es gibt Siege, die einen bitteren Beigeschmack haben. Beiderseits des Ärmelkanals schaut keiner über seinen Tellerrand hinaus. Zehntausende kluge französische Köpfe – Finanzflüchtlinge – beginnen damit, sich eine neue steuerlich oder beruflich annehmbare Bleibe zu suchen. Der Pariser Immobilienmarkt zittert.

In Luxemburg dagegen knallen die Champagnerkorken. Und zwar nicht nur, weil der 23. Juni Nationalfeiertag ist. Nein, gefeiert wird vor allem das fortwährende Wirtschaftswunder eines kleinen Landes mit etwas mehr als 300.000 Einwohnern, das plötzlich durch die Aussicht auf britische Manager gestärkt wird, die gezwungen sind, ihr gesamtes Know-how in der Vermögensverwaltung über das Großherzogtum zu verkaufen.

Dieser kleine Science-Fiction-Exkurs hat bereits begonnen, die Fantasie der Leitartikler anzuregen. In den nächsten Wochen werden wir zweifellos mehr davon hören, je näher der Countdown rückt.

Die Marktakteure dagegen sprechen keine großen Worte, sind aber stets zum Handeln bereit und zögern schon heute nicht, auf den unsicheren Ausgang des Referendums zu verweisen, um damit ihr schwankendes Verhalten teilweise zu rechtfertigen. Dies ist ein weiteres Element, das die Misstöne an den Finanzmärkten verstärkt.

In diesem letzten Punkt möchte ich darauf hinweisen, dass die aktuelle Volatilität nicht außergewöhnlich ist. Die Marktteilnehmer sind versessen auf diese ständige Instabilität und zahlreiche Produkte leben und nähren sich allein vom Preis der Vermögenswerte. In einem weltweiten wirtschaftlichen Umfeld, in dem das Wachstum dauerhaft unter drei Prozent liegen wird und in dem den Wirtschaftslokomotiven der letzten Jahre – China, erdölfördernde Länder und Schwellenländer – die Luft ausgeht, treten Zweifel und Ängste im Handumdrehen an die Stelle von Optimismus und Anlegerlaune.

Eine solche Marktkonstellation, bei der die Akteure nicht mehr wissen, für welche Anlageklasse sie sich entscheiden sollen, ist nicht selten in der Wirtschafts- und Börsengeschichte. Die Inflation der 1970er Jahre, die Finanzexzesse in den 1980er Jahren oder die geldpolitischen Strategien des folgenden Jahrzehnts sorgten bei Investoren – je nachdem, wie die von allen Seiten verbreiteten alarmierenden Nachrichten lauteten – für mehr als eine unruhige Nacht.

Die dauerhafte Realität sah jedoch anders aus: Der beständige Rückgang der Zinssätze, die weltweit steigende Zahl an Konsumenten, der freie Güter- und Personenverkehr waren der Anlass für äußerst angsteinflößende Szenarien.

Letztendlich hat das Geschehen an den Märkten nur wenig Bedeutung und die hier umherschwirrenden Meldungen sind oftmals irreführend. Es sind nicht die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen eines Austritts aus der Europäischen Union, die beunruhigend sind, sondern vielmehr die Symbolkraft, die ein solcher möglicher Brexit hat. Ein wirkungsvoller Wirtschaftsliberalismus braucht Frieden, Stabilität und einen unbehinderten Verkehr von Menschen und Gütern. Der weltweit zunehmende Nationalismus und der Versuch, sich auf sich selbst zu besinnen, dürfen sich nicht auf das überzeugende Vorbild eines Volkes berufen, das in der Vergangenheit für seinen Pragmatismus und seine Fähigkeit anerkannt war, schwierige Entscheidungen zu treffen.

Gestehen wir unseren britischen Freunden diese in Europa einmalige Besonnenheit zu, die für sie geltenden Regeln in Frage zu stellen. Die Tatsache, dass durch dieses Referendum die Mängel an der derzeitigen Organisation der Europäischen Union in den Mittelpunkt gerückt werden (Definition der Grenzen, Haushalt, Regulierung), bringt allen etwas, sofern Einigkeit in Bezug auf folgende wesentlichen Punkte besteht: „Der Beitrag, den ein organisiertes und lebendiges Europa für die Zivilisation leisten kann, ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen.“*

Das Vereinigte Königreich ist ein Freund, dem wir nicht gerne allzu oft begegnen, da er die Gabe hat, uns unverblümt die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Sicherlich ein lästiger Freund, den es Jahr für Jahr zu ertragen gilt. Aber wir nennen ihn weiter „Freund“ und fordern ihn auf, sich an unseren Tisch zu setzen, denn wir wissen in unserem Innersten, dass wir ohne ihn nicht in gleicher Weise vorankämen.

(*)Robert Schuman, französischer Außenminister, Erklärung vom 9. Mai 1950.

Über La Financière de l’Echiquier
La Financière de l’Echiquier wurde 1991 von Didier Le Menestrel und Christian Gueugnier gegründet und zählt zu den marktführenden unabhängigen Fondsgesellschaften in Frankreich. In Paris ansässig, ist die Fondsboutique erfolgreich auf Enterprise-Picking spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen von circa 8 Milliarden Euro. In Deutschland vertreibt die Gesellschaft aktuell sechs Aktienfonds, zwei Mischfonds und einen Wandelanleihefonds. Die erfolgreiche Fondspalette wird privaten und institutionellen Investoren außerdem in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien und Luxemburg angeboten. Das Kapital von La Financière de l’Echiquier wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. 2004 wurde die Stiftung La Financière de l’Echiquier gegründet, die sich in Frankreich für sozial und beruflich benachteiligte Menschen einsetzt. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter www.fondation-echiquier.fr und zu La Financière de l’Echiquier unter www.lfde.com/de.

Große Erwartungen an die EZB

Matthew Siddle, Manager des Fidelity European Growth Fund: „Morgen entscheidet die EZB über weitere Stimuluspakete. Tatsächlich haben Anleger weitere Maßnahmen bereits eingepreist. Das könnte Mario Draghi dazu zwingen, kreativ zu sein, um die Märkte noch positiv überraschen zu können.“

„Die Märkte erwarten von der Europäischen Zentralbank EZB, dass sie auf ihrer morgigen Sitzung eine Ausweitung der Stimulusmaßnahmen beschließt, um das Wachstum und die Inflation anzukurbeln. Die Frage ist nur, wie diese Maßnahmen aussehen werden. Voraussichtlich wird der Einlagenzins nochmals gesenkt, was zwar einerseits dem Euro Rückenwind verschaffen dürfte, andererseits aber zulasten der Profitabilität der Banken geht. Wir könnten auch eine Ausweitung des Anleiheaufkaufprogramms sehen, möglichweise in einer Größenordnung von rund 10 Milliarden Euro. Tatsächlich scheinen die Anleger die erwarteten Maßnahmen der EZB bereits eingepreist zu haben, wie die jüngste Erholung an den Aktienmärkten oder die Entwicklung der Anleihe-Spreads zeigt. Das wiederum könnte Mario Draghi dazu zwingen, bei den geplanten Maßnahmen kreativ zu sein, um die Märkte noch positiv überraschen zu können. Denn nur dann sehen wir die erhofften positiven Effekte auf das Wachstum.
In diesem Umfeld habe ich in meinen Fonds zyklische Branchen leicht übergewichtet, vor allem Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen, die derzeit attraktiv bewertet sind. Dazu gehört zum Beispiel der Medienkonzern RELX, vormals Reed Elsevier. In den defensiven Branchen bin ich im Gesundheitsbereich übergewichtet und in Versorgen und Telekommunikation untergewichtet. Ebenfalls übergewichtet bin ich in Energieaktien, die historisch niedrig bewertet sind. Ich bin der Meinung, dass der Ölmarkt sich gerade wieder einpendelt, da die Produktion in den USA weiter zurückgeht und die OPEC und Russland die Fördermenge nicht erhöhen. Banken habe ich untergewichtet, allerdings ist die Abwertung des Sektors nicht über alle Banken hinweg gerechtfertigt. Daher habe ich die Chance genutzt und aktuell einige Banken mit stärkeren Fundamentaldaten wie DNB und Barclays hinzugefügt.“

David Simner, Manager des Fidelity Euro Bond Fund: „Die EZB dürfte alles daran setzen, einen Ausverkauf an den Märkten zu vermeiden, wie wir ihn nach ihrer Sitzung im Dezember gesehen haben.“

„Die EZB wird morgen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beschließen, ihr Maßnahmenpaket zur Stützung der Wirtschaft auszuweiten. Denn sie dürfte alles daran setzen, einen Ausverkauf an den Märkten zu vermeiden, wie wir ihn nach ihrer Sitzung im Dezember gesehen haben. Das aktuelle Umfeld begünstigt eine deutliche Ausweitung der Stimulusmaßnahmen, und Draghi sollte hier Mut beweisen. Eine Senkung des Einlagenzinses von minus 0,3 auf minus 0,4 Prozent wird allgemein als Minimum erwartet. Bis zum Jahresende haben die Märkte sogar eine Senkung auf minus 0,55 Prozent eingepreist. Auch eine vorübergehende Anhebung des monatlichen Quanitative Easing Programms ist denkbar.
Für die Positionierung meiner Fonds bedeutete das, dass ich aktuell bei Bundesanleihen wenig Aussicht auf Erträge sehe und sie zugunsten einer Mischung an Unternehmens- und anderen europäischen Staatsanleihen reduziert habe. Ich bin überzeugt, dass sie sich über die kommenden sechs bis zwölf Monate besser entwickeln werden als Bundesanleihen.“

A global recession is just hype: What’s in store for the ECB and the Euro

Market dynamics in 2016 indicate that investors fret over the possibility of a global recession. There is little evidence or likelihood of this happening. Central bank policy is bowing to market pressure to raise stimulus. The same stimulus measures that once had an impact are failing and new ideas are needed. The Euro appears headed higher as the ECB again disappoints the market.

Not the end of the world

During 2016, share markets have mostly been in freefall, (in line with bond yields), and global asset volatility has surged. Investors appear concerned that the global economy is about to experience a recession. In turn, markets are expecting and most central banks seem willing to provide fresh stimulus to support economic activity. While such actions can produce a short-term impetus for risk appetite, it is unlikely to provide a sustained improvement in the underlying economy. New thinking is needed.

While investors are concerned about another global slowdown, and that market weakness could provide a negative feedback loop to the real economy, there appears little evidence of this occurring. The value of more and more of the same QE and lower and lower rates appears dubious, as does the reality surrounding recession fears. Economic data shows that activity isn’t stellar but it not in recession territory as investors fear.

The US and the UK economies remain robust, with good growth rates around 2%, and unemployment back near pre- crisis levels. Swedish Q4 2015 growth rose to the highest level in four years.

Eurozone unemployment remains elevated but has reached the lowest level in four years. Services sector buoyancy is offsetting weakness in manufacturing and overall growth is hovering at 1.5%. Even concern over the European banking sector seems misplaced. Although loan growth is stagnant, margins appear stable and non-performing loans have been falling for around 12 months, down 30% since the March 2014 peak.

Clearly oil exporters like Canada and Norway are struggling and require stimulus. However, other commodity currency countries (Australia and New Zealand) and faring well, with growth rates in the 2-3% range. Japanese growth has been stagnant for many years, despite some evidence of gaining traction. Nonetheless, negative rate environment has not assisted the real economy or kick-started inflationary forces. And the strong currency is hurting the Swiss economy, which is weakening sharply.

Who’s been doing what?

The main policy that G10 central banks have been implementing have been similar: a combination of asset purchases, so called quantitative easing (QE) and lowering interest rates (some into negative territory). While the impact of such policies appear to be losing their potency, policymakers appear to be pandering to market whims and simply responding to rising asset volatility.

Over the past year, six of the G10 central banks have cut rates and three are below zero, and appear ready to do more. At some point, moving rates further negative will either force banks to lend to increasing risky borrowers or enforce negative rates on its customers (potentially causing depositor flight). In an uncertain economic environment, neither choice is very palatable for banks. This leaves the option of central banks pushing rates further into negative territory as one that has limited gains and could keep FX volatility elevated.

Inflation expectations are significantly correlated to oil prices, a weight on inflation that is generally accepted by central bankers to be a temporary influence. Accordingly, central banks shouldn’t be reacting to the volatility that the oil price movements are having on overall market sentiment. We feel that volatility is moderating and knee jerk policy reactions are likely to be a mistake and generate unintended consequences.

The impact on currency?

The beggar thy neighbour nature of central bank stimulus on currencies appears to be very myopic, short-lived and unlikely to have a sustained (if any) impact on trade. The idea that efficiency gains can drive rising export volumes seems flawed. The ‘J-curve effect’ is likely to take several months before improvement is seen in trade volumes. The UK and the US are the top two trading partners for the Eurozone countries, accounting for around 25% of total exports outside the Euro Area. In order for a meaningful improvement in trade, a sustainable depreciation in the Euro is required. This will not happen if the ECB continues its recent method of promising more than it delivers.

Additionally, rising FX market volatility has certainly been a factor in curbing the ambition of policymakers seeking competitive depreciations of local currencies, by limiting the timeframe of the currency response to policy changes.

Draghi to the rescue?

The next policy signpost is this week’s ECB meeting. Expectations remain high that the central bank will cut interest rates further and add to its QE program. Although most G10 central banks do not have a specific currency mandate (objective), it comes as no surprise that central bank policy indirectly impacts currencies. ECB President Draghi noted at its January meeting that, ‘ it’s pretty clear that our actions have an effect on the exchange rate’.

Interest rate differentials matter for currencies in any environment, but particularly when yield is such a scarce commodity as it is currently. In order to have a sustained impact on the local currency (the so-called easy win for efficiency gains), the central bank has to do more than its competitors, something that isn’t happening. Central banks need to send positive signals to market participants if they believe (as we do ) that the global recovery remains on a recovery path. Buying riskier debt instruments within the QE program can help restore some normalcy to government bond markets by switching more QE demand to private sector debt markets.

Composition of ECB balance sheet remains firmly skewed to government debt purchases. The ECB’s Public Sector Purchase program, of which the vast majority is sovereign bonds, accounts for over 75% of its QE asset purchases. The main difference between the Asset Backed Security Purchase Program (ABSPP) and the Covered Bond Purchase Program (CBPP3) schemes is that covered bond purchases remain on the balance sheet of the banks and purchases under ABSPP program can help relieve balance sheet stress of the banking sector because the debt pool is taken off balance sheet – something that investors have been acutely worried by in recent months. Nonetheless, both programs can help lift demand for the underlying bonds and motivate lending to (riskier sectors of) the real economy, as rates remain historically low, thereby repairing the credit transmission mechanism and supporting growth. The ECB could also loosen the criteria for eligibility for the ABSPP and CBPP3 programs.

Without further risk taking from the ECB and its ability to differentiate itself from other central banks in terms of generic QE and declining rates, the Euro is likely to reverse course and become a burden for the economic union’s trade volumes. The ECB has consistently over promised and under delivered and we expect next week’s meeting to again disappoint.

Rohstoffpreise erreichen die Talsohle

Die wichtigsten Rohstoffpreise zeigen erste Zeichen einer Erholung. Die Öl-Benchmarks Brent und WTI verzeichneten wie die meisten Metalle positive Renditen über die letzten drei Wochen. Rohstoff-ETPs verzeichneten vergangene Woche polarisierende Mittelflüsse, wonach Edelmetalle Zuflüsse verbuchten und Energieprodukte Mittelabflüsse. Die Zentralbankensitzungen in Europa und den USA stehen diese Woche im Fokus. Die Ergebnisse werden für Rohstoffe eine wichtige Rolle spielen und ihre Handelsspanne für das laufende Jahr bestimmen. Den ganzen wöchentlicher Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Charts.

Mittelzuflüsse in Silber gewinnen an Fahrt. Auch in der vergangenen Woche wurden erneut 79,2 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G) investiert, der Trend hält bereits die 9. Woche in Folge an. Der Goldpreis stieg am Freitag zur Eröffnung der US-Börsen um 1,2 Prozent auf über $1280 / oz. Die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (NFP) für den Monat Februar in Kombination mit einer Aufwärtsrevision der Daten vom Dezember und Januar hatten weniger Auswirkung auf den Goldpreis als gedacht. „Starke Arbeitsmarktdaten signalisieren eine Erholung der US-Wirtschaft und erhöhen somit die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung durch die US Federal Reserve (Fed) am 16. März”, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. “Steigende Erwartungen auf eine Zinserhöhung haben gewöhnlich negative Auswirkungen auf den Goldpreis“, so Hein. Eine erhöhte Unsicherheit in zyklischen Märkten führte zu einem Goldpreisanstieg, da Anleger entsprechend Sicherheit in Gold (A0LP78) suchen. Während Silber dem Goldpreisanstieg zu Anfang nicht folgen konnte, wurden vergangene Woche erstmals signifikante Mittelzuflüsse von 72,8 Mio. USD in Silber (A0N62F) verbucht.

Ölpreisanstieg sorgt für erste Mittelabflüsse aus Öl-ETPs seit Dezember 2015. Brent (A1N49P) und WTI (A0KRJX) stiegen vergangene Woche um jeweils 5 und 4,5 Prozent. Beide Benchmarks handelten den größten Teil der Woche auf ihrem Zweimonatshoch. “Der Ölpreisanstieg ist auf die Verringerung der Produktion in den USA sowie auf die Entscheidung der OPEC-Mitgliedsstaaten, die Produktion auf dem Januar-Niveau einzufrieren, zurückzuführen“, so Hein. Trotz der größer als erwarteten Lagerbestände sank die US-Ölproduktion die 6. Woche in Folge auf ein Niveau von November 2014, was sich wiederum positiv auf den Ölpreis auswirkte. 

Die Preiserholung am Metallmarkt sollte sich in Mittelzuflüsse widerspiegeln. Alle Metalle, inklusive Gold haben innerhalb der letzten 6 Monate ihr mehrjähriges Tief erreicht (wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten) und haben allesamt Gewinne von durchschnittlich 17 Prozent aus ihren Tiefs erzielt. Nickel (A0KRJ4) verzeichnete die eindrucksvollste Rallye von 19 Prozent in nur 3 Wochen. Mit Ausnahme von Palladium (A0N62E), stiegen Futures Netto-Long-Positionen in den letzten Monaten um durchschnittlich 62 Prozent. Gold erfuhr die größte Zunahme an Netto-Long-Positionen (+160 Prozent). Dies resultiert aus einer Zunahme der Long-Positionen und zeitgleich fallenden Short-Positionen. Es ist erkennbar, dass sich der Pessimismus gegenüber Metallen neutralisiert, Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) verbuchten die dritte Woche in Folge positive Mittelzuflüsse. 

Metals surge despite flat macro outlook; Oil grinding higher

Commodity markets had a strong week with broad-based gains seen across a sector that has been under siege for quite some time. The Bloomberg Commodity index rose 2.4% with metals – both precious and base – putting up another strong performance.

Gold saw fading support from outside markets as the global market turmoil faded with strong gains seen across both emerging- and developed-market stocks. This including a very strong US job report, however, was not enough to spoil the party and gold reached a one-year high and returned to a technical bull market on the back of momentum and a softer USD, having bounced 20% off the lows.

Industrial metals led by zinc and nickel have rallied strongly since the January low. The acceleration this past week was driven with particular force by a technical breakout in copper and hopes that the National People's Congress in China starting March 5 will see additional steps taken to prop up the economy of the world's biggest consumer of... anything metal.

Crude awakening

Oil rallied for a third week as short positions continued to be scaled back with the outlook showing signs of improvement. Despite negative fundamentals, traders have found some comfort from a continued slowdown in US output, supply disruptions within Opec, and raised expectations that a March 20 meeting between Opec and non-Opec members will lead to the introduction of a cap on production.

One of my favourite quotes seen on twitter this past week was in response to another big build in US oil inventories which nevertheless led to the market finishing higher on the day: "Bear markets do not end on good news, they bottom when they stop going down on bad news".

Oil and other growth-dependent commodities such as base metals have indeed been moving higher without the full support of fundamentals, which remain challenged. Based on this, we caution investors against getting too carried away, but the current action is nevertheless a clear reminder of how markets can change direction well before the macroeconomic outlook improves.

Traders and investors are still flocking back to gold and any price dip has so far been viewed as a buying opportunity. Exchange-traded products tracking the price of gold have received more than $7 billion of investor money so far this year. This is the biggest rush into gold since quantitative easing was introduced by the Federal Open Market Committee in early 2009.

Describing the current flows into gold as being driven by the need for a safe-haven, however, no longer applies with the market turmoil in stocks and credit having faded of late.

Instead, we are seeing a situation where strong positive momentum has rekindled memories of the rally during the early parts of this decade. Worried about missing the boat, investors faced with negative bond yields and a no-longer-rising dollar has been looking for alternative investments. In gold (and to a certain extent silver), they have found it and the reward so far has been a rally of more than 20% since the FOMC raised its interest rate on December 16.

Gold may also be the canary in the coalmine, with the oft-prophetic bird trying to tell us that the improved market conditions seen recently will not last and that renewed weakness in stocks and credit could soon resurface.

If we do not see renewed weakness elsewhere, however, the gold rally will increasingly end up being driven by the fumes of an engine running on empty and that will eventually trigger a rethink, followed by profit-taking.

In the near-term, however, there is not much to be won by trying to fight the trend, not least considering how strong the demand for gold and the subsequent price action has been this year. Having broken clear of $1,250/oz, the next key and major level to look out for will be the 2015 high at $1,308/oz.

The downside is currently well-protected and it will take a break below $1,225/oz or more importantly $1,190/oz to change that view.

Oil fundamentals remain dubious

Crude oil continues to grind higher as the risk of another collapse fades. The improved sentiment has seen volatility fall to the lowest level seen since early January while speculative short positions have been reined in. The fundamental outlook remains challenged, at least in the near-term, but traders tend to look further than that for direction with recent developments having started to change the market's overall psychology.

US production is once again on clear downward trajectory after having fallen for the past six weeks. A stronger-than-expected seasonal rise in crude inventories still poses a challenge, particularly at Cushing, Oklahoma which is the important delivery hub for WTI crude oil futures. Inventory levels there rose by 1.2 million to 66.3m barrels, not far from capacity (which is estimated at around 73m barrels).

Opec and non-Opec producers plan to meet on March 20 when renewed attempts to agree on a production cap will be made. Disruptions to pipelines carrying around 600,000 barrels/day of oil from Kurdish-controlled areas in northern Iraq combined with outages in Nigeria triggered a slowdown in February which helped more than offset increased flows from Iran.

These developments have all helped to remove the focus on the $20/b "ultra-bear" projection while triggering a reduction in the near-record short position in WTI crude oil. Brent crude, meanwhile, has seen a big jump in the net-long position to a record last month.

(A record long exposure obviously needs to be followed up by continued strength, and so far the market has obliged...)

Brent crude has now breached resistance at $37.40/b, which is the first retracement level of the October to January selloff. A clear break above would open the path for an extension towards $40/b while the uptrend will only be challenged on a break back below $33/b.

Ole Hansen is head of commodity strategy at Saxo Bank. His Twitter account was cited by MarketWatch as one that investors should follow in 2016.

Ein Jahr der Stabilisierung

„Zwei aufeinander folgende Jahre, in denen der Kreditsektor negative Erträge bringt, sind sehr ungewöhnlich – und angesichts von höheren Renditen und höheren Spreads sind die Aussichten für das laufende Jahr besser als noch 2015.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers

Kann 2016 das Jahr werden, in dem die Weltwirtschaft die Folgen des China-Schocks und der stark gesunkenen Rohstoffpreise verdaut? Für Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, gibt es durchaus Anlass zur Hoffnung darauf: „Die Finanzmärkte haben sich in den vergangenen Wochen erholt vor dem Hintergrund, dass sich die positiven Signale aus China verstärkt und die Ölpreise offenbar ihren Boden gefunden haben.“

Von dieser Stabilisierung in der Realwirtschaft habe an den Finanzmärkten vor allem das Segment der Unternehmensanleihen profitiert. „Die Ausweitung der Credit Spreads ging zuvor einher mit dem Einbruch der Ölpreise. Dementsprechend ist nun eine Stabilisierung im Energiemarkt ein positiver Faktor für den Kreditsektor“, schlussfolgert Iggo. Ihm zufolge sind Hochzins- und Emerging-Markets-Anleihen vor allem deswegen in den vergangenen Wochen besonders gut gelaufen, weil sie wie einige andere Assets auch zuvor ein ungewöhnlich niedriges Niveau erreicht hatten, von dem sie sich nun erholt haben. „In den hohen Credit Spreads Mitte Februar war ein viel schlechterer Ausblick für die Weltwirtschaft eingepreist als dies die meisten Ökonomen derzeit für wahrscheinlich erachten – nicht einfach nur eine Rezession, sondern ein starker Einbruch mit der Folge einer Fülle von Unternehmenspleiten.“ Zwar hält Iggo im laufenden Jahr durchaus ein negatives Wachstum bei denjenigen Volkswirtschaften für möglich, die bislang schon sehr schwach gewachsen sind oder praktisch stagnieren. „Aber einen scharfen Einbruch in der Art des Jahres 2008 halte ich für unwahrscheinlich“, so der Experte und warnt vor überzogenem Pessimismus: „Der Kollaps der Ölpreise ist kein asymmetrischer Schock für die Weltwirtschaft – es gibt Gewinner genauso wie Verlierer.“ Iggo zufolge ist es allerdings nicht zu leugnen, dass diese Entwicklung zunächst asymmetrische Auswirkungen auf die Finanzmärkte gehabt hat – und zwar wegen der starken Verschuldung und den Ertragseinbrüchen im Rohstoff- und Energiesektor und in den rohstoffreichen Ländern. „Die systematische Realität ist allerdings, dass es Volkswirtschaften, Unternehmen und Konsumenten gibt, die von einem niedrigen Ölpreis profitieren. Man stelle sich umgekehrt nur einmal vor, wie wir auf die Welt schauen würden, wenn Öl immer noch 140 Dollar pro Barrel kosten würde.“

Auch wenn wegen des unbestimmten Ausgangs des Referendums in Großbritannien über den Verbleib in der EU und der anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA politische Risiken für die Finanzmärkte im laufenden Jahr bestehen, bleibt Iggo auf kurze Sicht optimistisch für den Kreditsektor. „Wenn das nominelle Wachstum der US-Wirtschaft 2016 die 3,4 Prozent-Marke aus dem Vorjahr erreicht, ist das gut für den Rest der Welt – vor allem, weil dann China nicht implodiert und Europa eine Deflation verhindern kann“, erklärt Iggo. Er empfiehlt Investoren: „Eine breite Aufstellung im Kreditsegment sollte aufgrund der attraktiven Renditen von US-Hochzins- und Investment-Grade-Anleihen, europäischen Hochzinsanleihen und Emerging-Markets-Bonds für steigende Erträge 2016 sorgen.“

Märkte sind reif für eine aktive Asset-Allokation

Trotz des volatilen Starts in das Jahr 2016 nimmt man bei Baring Asset Management („Barings“) eine konstruktivere Haltung zu den Märkten ein und nutzt Schwächephasen, um Kernpositionen mit hohem Überzeugungsgrad aufzustocken. Anfang Januar fügte das Multi-Asset-Team der Vermögensallokation das erste Mal seit mehreren Jahren eine Goldposition hinzu und kürzlich folgte darauf zusätzlich eine äquivalente Position in Silber.

Marino Valensise, Leiter der Multi Asset Group bei Barings, sagt dazu: „Edelmetalle, allen voran Gold, sind eine Anlageklasse, die aufgrund der weltweiten Entwicklungen der Geldpolitik ein zunehmendes Investitionspotenzial aufweisen. Zudem bietet die jüngste Preiskorrektur bei Silber eine gute Kaufgelegenheit für das Metall.“

Des Weiteren hob das Multi-Asset-Team Hochzinsunternehmensanleihen auf einen „bevorzugten“ Status an. Dieser Schritt reflektiert die Sichtweise, dass in bestimmten Bereichen des Marktes erneut Wertpotenzial zu finden ist und die Anlageklasse demnach überzeugende Chancen bieten kann. Im Gegensatz dazu wurden Staatsanleihen auf einen „nicht bevorzugten“ Status herabgestuft.

Bereits seit Mitte 2014 ist das Hochzinssegment unter Druck und die Anlageklasse ging während der vergangenen 18 Monate zurück. Im Zuge des fallenden Ölpreises litten Hochzinsanleihen unter der sich verschlechternden Bonität von Emittenten aus der Energiebranche, wodurch in der Folge dann auch Anleihen unter Druck gerieten, die von Unternehmen aus anderen Wirtschaftssektoren ausgegeben wurden.

Marino Valensise sagt: „Unserer Einschätzung nach bereiten die Entwicklungen am Kreditmarkt der US-Notenbank Federal Reserve starkes Unbehagen. Sollte sich die Situation nicht verbessern, gehen wir davon aus, dass die Fed ihre restriktive Haltung lockern und möglicherweise weitere Anreizmöglichkeiten in Betracht ziehen wird. Geht man von der negativsten Prognose aus, gestaltet sich eine Rückzahlungsrendite von 10% für Hochzinsanleihen dennoch als attraktiv. Dies lässt Raum für eine gewisse Fehlerquote im Falle einer weiteren Verschlechterung der Kreditbedingungen. Investoren mit einem Anlagehorizont von 18-24 Monaten dürften reich belohnt werden.“

Auch europäische Aktien bieten Wertschöpfungspotenzial, glaubt man bei Barings. Anleger sind mit Blick auf europäische Banken beunruhigt. Nach Ansicht von Barings liegen die Probleme hier jedoch im Bereich der Rentabilität und des Geschäftsmodells und nicht bei der Zahlungsfähigkeit. Europa sieht sich einer Reihe von Faktoren gegenüber – darunter ein prognostiziertes reales Wachstum von 1,5%, eine starke Konsumnachfrage, ein ordentliches Kreditwachstum sowie eine unterstützende Geldpolitik – die die Unternehmensrentabilität stützen sollten, insofern keine exogenen Schocks auftreten. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis ist zwar bisher nicht ungeheuer günstig, aber dennoch niedrig.

Im Hinblick auf Immobilien ist man bei Barings zwar weiterhin konstruktiv, dennoch stufte das Unternehmen die Anlageklasse von „stark bevorzugt“ auf „bevorzugt“ herab. Dies ist teilweise Staatsfonds geschuldet, die geneigt sein könnten, ihre Immobilieninvestitionen im Falle eines anhaltend niedrigen Ölpreises zu liquidieren. Auch wenn das aktuelle Umfeld von Negativzinsen und -renditen geprägt ist, erachtet die Fondsgesellschaft Immobilien dennoch weiterhin als eine attraktive Anlageklasse. Besonders überzeugt ist das Multi-Asset-Team dabei von europäischen Immobilien, deren Allokation unlängst durch den Zukauf von europäischen REITs ausgeweitet wurde.

Marino Valensise sagt abschließend: „Je weiter wir im Jahr 2016 voranschreiten, desto konstruktiver wird unsere Einschätzung zu den Märkten. Obwohl wir uns in einer Welt der zunehmenden Volatilität bewegen, sehen wir in wichtigen Anlageklassen wie Hochzinsanleihen Raum für Ertragssteigerungen. Darüber hinaus blicken wir weiterhin optimistisch auf die Aktienmärkte in Europa und Japan, die attraktive Renditen für Anleger offerieren.“

„Die Federal Reserve dürfte 2016 unserer Einschätzung nach mit der Straffung der Geldpolitik fortfahren, wenn auch nur sehr langsam. Die Herausforderungen für Markt und Wirtschaft sind vielfältig, was zu einem hohen Volatilitätsniveau in diesem Jahr beitragen wird, während die in den Anlageklassen generierten Erträge moderat ausfallen werden. Nichtsdestotrotz eröffnet die Volatilität Chancen für jene Vermögensverwalter, die bereit dazu sind, Wertpotenzial aufzuspüren und dieses dynamisch auszuschöpfen.“

“Brexit” – the UK will likely remain a European Union member, vote will be tight

After protracted negotiations, an agreement for a reformed UK position within the European Union (EU) was reached at last week’s European Council meeting. This agreement broadly reflects Prime Minister David Cameron’s key demands for him to endorse the UK to remain in the European Union. The key points regarding limitations on immigration from the EU to the UK and the British participation on the path towards “ever-closer union” still face some European legal hurdles. The central issue is, however, whether these reforms will be enough to win over a deeply divided British electorate at the forthcoming referendum in June.

Most current opinion polls indicate a tight outcome. While the majority still favour staying. The number of undecided voters is sufficiently high to change this outcome (see chart 1). Equally, most bookmakers’ odds indicate that the UK is expected to remain in the EU with a probability of around 60 percent. What is notable, however, is that both surveys have seen a recent momentum swing in favour of the Brexit camp. This seems a consequence of the unchecked “Syrian” refugee crisis and increasingly prominent political Conservative party desertions from the prime minister’s position.

While we think that the UK will ultimately remain in the EU, we expect a tough political campaign leading up to the referendum. Given the importance of the issues at stake with geostrategic, political and economic consequences, we must also anticipate financial-market volatility to reflect these high stakes in the lead-up to the referendum. This applies primarily to the UK, but to a lesser degree also to the European Union.

Possible slowdown in UK economic growth
In the short term, the economic consequences of a Brexit would probably manifest themselves in two ways. First, by its impact on trade and second, by increased economic uncertainty. The EU is Britain’s main trade partner. With over 40 percent of UK exports of goods (see chart 2) going to the EU but only around 10 percent of the EU’s exports going to Britain, it is clear that full access to a single market with a population of over 440 million (ex UK) is of central importance. Also, we would argue that the “membership fee” of around 8 billion pounds that the UK currently pays with its annual net contribution to the EU budget is well worth its price for this access. Therefore, the key issue after a potential Brexit would be the conditions that the UK would negotiate for unencumbered access to the single market. Here, if the EU’s arrangement with Switzerland and Norway is a guide, more or less full market access is only likely to be granted in return for substantial contributions to the EU budget and the free movement of people, i.e. exactly the points that British EU-sceptics are currently contesting. Therefore, we would expect negotiations to be tough and possibly protracted for Britain. This would lead to economic and political uncertainty, which in turn affects decision making by businesses, households and policymakers. Clearly, a wait-and-see attitude could prevail and would be costly in GDP growth terms. Furthermore, a slowdown in business investment has already been noticed and can be linked to survey responses on the Brexit question. In a very rough estimate, the UK GDP growth rate, which we currently expect to be around 2 percent in 2017, could halve.

Currency swings and market volatility ahead?
How would financial markets react? In an open economy such as the UK, the currency would most likely show the most immediate reaction. Brexit would probably put the weak spots of the UK economy back into focus. Namely the government budget deficit of 4 percent, the size of which also limits a policy response, and more importantly the current-account deficit of 4.5 percent to GDP.

So far the current account deficit could be financed by the surplus in foreign direct investments, which now might fall. We estimate that the pound is currently 10 percent overvalued on a trade- weighted basis. In case of a Brexit, an adjustment to fair value – this would mean a depreciation to around 0.85 pound per euro or 10 percent, and roughly 15-20 percent versus the US dollar – could follow. Finally, such a depreciation would also have important inflationary effects, exactly at a time when economic growth is decelerating, which complicates a central bank’s monetary policy response. Financial markets hate uncertainty and most other asset classes besides the currency would most probably also be negatively affected. Equities are likely to suffer from increased risk premia, lower domestic growth, possibly higher central bank rates, but stocks of exporting and international companies would be underpinned by a weaker currency. On the other hand, UK government bonds (“Gilts”) would most likely outperform equities after a possible initial market sell-off.

Leading up to the June referendum with its uncertain outcome, we recommend an underweight position in pound sterling and other UK financial assets. Meanwhile, we would also expect market awareness to grow regarding the fact that a Brexit is also damaging to the whole European Union project. Thus we would expect the pound to weaken even more relative to the Swiss franc or the US dollar than to the euro.

In the longer term, a Brexit could have much more far reaching and profound consequences than currency volatility and some growth repercussions. For Britain, given the much more pro- European stance of the Scottish nationalists, a Brexit might actually threaten the future of the United Kingdom in its present form. Furthermore, a Brexit would also complicate Northern Ireland’s still fragile relations with its southern neighbour as economic, political, and personal ties are significantly closer than with other members of the EU. The longer-term economic effects are of course difficult to estimate. Besides a reasonably unencumbered access to the European single market, much would depend on whether and by how much the British economy would be liberalised once unshackled from European rules and regulations. In this regard we are sceptical given that, according to the OECD, British labour and product markets are already among the least regulated among developed economies. Therefore the potential for substantial benefits from further deregulation seems limited.

However, the European Union would also be adversely affected in already challenging times of weak growth and deep political division. Should the UK leave, the EU would not only lose the membership of a big and very international economy, but also of a country with an economic mindset that is more liberal and less centralising. In a post-Brexit EU this voice would be missing. By definition the new European Union would be more dominated by Germany and France, both of which have advocated a path towards ever-closer political and economic integration further away from national sovereignty. We are not sure whether European voters are ready for that.

Rate hike expectations resurface

Market expectations shift
The EUR/USD currency pair has been subject to a great deal of volatility in 2016, despite only being up 0.1%* on a YTD basis. Earlier this month, the exchange rate reached a four month high of 1.133 before Mario Draghi’s dovish speech to the European parliament pulled the pair back down to the 1.08/1.09 range. The swings reflect market uncertainty around prospects for European and US economic growth and the future path of central bank policy. In the period leading up to and following the European Central Bank (ECB) and the US Federal Reserve (Fed) monetary policy meeting on the 10th and 15th March respectively, we believe the EUR/USD will come under pressure as investors re-establish expectations of US interest rate hikes and the ECB delivers on promises of further monetary easing.

Pressure on ECB to deliver
The ECB’s current measures to ensure price stability appear to be inadequate. Eurozone inflation expectations are at the lowest level in over 12 years and advance inflation data released last Friday show that the Eurozone fell back into deflation in February (see Figure 1). The ECB is under considerable pressure to implement meaningful stimulus at its March meeting in order to restore price growth in the region. This is compounded by events in December, where ECB actions failed to meet market expectations and fuelled a 3%* EUR/USD appreciation. We expect Mario Draghi will follow through on recent rhetoric and implement further easing at the upcoming monetary policy meeting, likely in the form of larger monthly asset purchases and a further cut in the deposit rate. This should help pressure the Euro lower against its major currency counterparts, benefiting those with short exposure to the EUR/USD currency pair.

Core US inflation approaches target
In the wake of recent market turbulence, expectations of further US interest rate hikes in 2016 dropped to zero. However, the strength of recent US inflation readings, both headline and core, have prompted investors to revisit these expectations. The Fed’s favoured measure of inflation, personal consumption expenditure (PCE) core price index, rose to 1.7%* in January, over half a percent higher than consensus estimates. This puts the measure very close to the Fed’s target of 2% and at a level that the average Fed official didn’t expect to reach before Q4 of this year. The data dependent approach that the Fed claims to follow should mean that, contrary to market expectations, more rate hikes are on the way in 2016. As investors re-price this into short term market rates the US Dollar should receive support. We could therefore see the EUR/USD trending lower in the coming weeks.

Commodities Futures Trading Commission (CFTC) data shows that since the start of December, short positioning to the EUR has unwound to the lowest level in 15 months, closely tracking reduced expectations of a Fed rate hike (see Figure 2). In coming weeks, as expectations of 2016 US interest rate hikes reassert themselves, we could see a corresponding build in short positions against the Euro, placing the EUR/USD under pressure.

*All figures quoted are sourced from Bloomberg unless stated otherwise.

Europäische Finanzwerte: Was steckt hinter dem Abverkauf?

von Ariel Bezalel, Fondsmanager des Jupiter Dynamic Bond SICAV. Der Februar hat eine höhere Volatilität auf den Anleihemärkten mit sich gebracht. Insbesondere europäische Finanzwerte waren die Hauptleidtragenden der Volatilität und Spread-Ausweitung. Zu Beginn des Monats hatte die Deutsche Bank im Mittelpunkt gestanden, da ihre Anleihen und Aktien starke Abverkäufe hinnehmen mussten. Dies geschah, nachdem ein schwaches Trading Update für das vierte Quartal 2015 bei den Anlegern für Zweifel gesorgt hatte, ob die Bank den Coupon auf ihre Additional Tier 1 (AT1)-Wertpapiere auszahlen würde. Die Bank bemüht sich seither, den Anlegern zu versichern, dass sie die im April fälligen Coupons auf diese hybriden Co-Co-Instrumente (1) auszahlen wird. Dass eine der größten Banken Europas für so viel Unsicherheit sorgt, hat zu einer stärkeren Risikoaversion von Anlegern gegenüber dem Bankensektor insgesamt geführt.

Besitzer von Bankenanleihen hatten in den letzten Wochen über Vieles nachzudenken. Die Probleme bei der Deutschen Bank (die wir nicht im Portfolio halten) sind im Zuge einer schwachen Berichtssaison für global tätige Banken aufgetreten. Dies führte zu neuerlichen Bedenken über die Zukunftsfähigkeit des Investmentbanking-Modells. Zudem wurden Anleger in den letzten Monaten durch eine Reihe länderspezifischer Herausforderungen beunruhigt, darunter die Insolvenz von vier italienischen Regionalbanken und die beispiellose Entscheidung der Bank of Portugal, einige vorrangige Novo-Banco-Anleihen auf die Bad Bank Banco Espirito Santo zu übertragen. Diese Entwicklungen haben noch einmal verdeutlicht, dass in einer Reihe von Peripheriestaaten der Eurozone Qualitätsprobleme bei Vermögenswerten noch nicht zufriedenstellend gelöst werden konnten.

Idiosynkratisches, nicht systemisches Risiko

Beide oben genannten Punkte geben Anlass zur Sorge. Aber vollständig gerechtfertigt ist unserer Meinung nach der derzeitige Ausverkauf bei Anleihen globaler Banken durch keines von beiden. Ein Grund hierfür ist, dass die jüngst von Banken vorgelegten Ergebnisse nicht ausnahmslos negativ ausfielen. Eine Reihe von Kreditinstituten, darunter ING, Commerzbank, BBVA und Nationwide, konnten die Analystenprognosen übertreffen und verbesserte Fundamentaldaten vorlegen. Darüber hinaus verfügt die Deutsche Bank unseres Erachtens über reichlich Liquidität, worauf sie im Falle eines Stressszenarios zurückgreifen kann. Dies hat sie kürzlich selbst unter Beweis gestellt, als sie Anlegern den Rückkauf einiger vorrangiger Anleihen anbot. Klarstellungen seitens Banken und Aufsichtsbehörden in Bezug auf die Szenarien, unter denen sie die Auszahlung von AT1-Coupons gestatten würden, wären hilfreich. Im Hinblick auf die Frage nach dem systemischen- und Ausfallrisiko von Banken gilt es außerdem zu bedenken, dass europäische Banken insgesamt nicht über zu wenig Liquidität verfügen. Sollte eine Bank in Schwierigkeiten geraten, kann auch noch auf umfangreiche Sicherheitsreserven der EZB zurückgegriffen werden, sollten sich die Liquiditätsbedingungen verschlechtern. Darüber hinaus ist der Sektor deutlich besser kapitalisiert, als dies während der Krise der Eurozone der Fall war (Schätzungen von Goldman Sachs zufolge haben europäische Banken seit 2007 rund 800 Mrd. € an Kapital eingeworben). Angesichts dieser Faktoren reichen die oben genannten idiosynkratischen Risiken nicht aus, um den Wertpapierausverkauf global tätiger Banken zu rechtfertigen. Wir haben den Eindruck, als würden technische Faktoren in der Bankenbranche stärker bewertet als Fundamentaldaten.

Alles dreht sich um die Makroökonomie

Unseres Erachtens sind makroökonomische Bedenken die Haupteinflussfaktoren hinter der negativen Stimmung bei Bankenanleihen. Das globale Konjunkturbild hat sich in den letzten Monaten angesichts rückläufigen Wachstums und sinkender Inflation erheblich verdunkelt. Seit Anfang 2016 hat sich die Besorgnis der Märkte hinsichtlich einer möglichen globalen Rezession ausgeweitet, wobei der Fokus zunächst noch auf Schwellenländern und dem Energiesektor lag. Dies hat sich aber mittlerweile auch auf Sektoren ausgeweitet, die von Wachstumsschwächen und Deflationsrisiken in Industrieländern betroffen wären. Diese Probleme sind für europäische Banken von besonderer Bedeutung. Wie EZB-Präsident Mario Draghi im Februar in einer Rede anmerkte, „gibt es derzeit Mächte in der globalen Wirtschaft, die sich dazu verschworen haben, die Inflation niedrig zu halten“. Unsere Sorge ist es, dass die Märkte allmählich an der Wirksamkeit weiterer Zentralbankinterventionen zweifeln und sie nun über die mittelfristigen Implikationen für die Geschäftsmodelle von Banken grübeln. Die jüngst vorgenommene Einführung negativer Zinsen in Schweden und Japan – welche die Netto-Zinsmargen von Banken weiter unter Druck setzen könnte – hat wenig zur Anlegerberuhigung beigetragen. Die negative Stimmung in der Branche dürfte weiter anhalten, bis sich die makroökonomischen Aussichten stabilisieren.

Unsere Positionierung

In Bezug auf unsere Positionierung bei Finanzwerten behalten wir unsere optimistische Einschätzung hinsichtlich gut regulierter nationaler Banksektoren wie in Großbritannien, Deutschland und Norwegen bei. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf Banken mit großem Kapitalpuffer und weniger volatilem Geschäftsmodell wie bei Nationwide Building Society und Lloyds Banking Group. Wir halten weder Wertpapiere der Deutschen Bank noch von italienischen Banken. Generell meiden wir aufgrund unserer Skepsis in Bezug auf das Universalbankenmodell global tätige Banken, insbesondere diejenigen mit umfangreichem Investmentbanking-Geschäft oder Engagements in Schwellenländern. Derzeit bewegt sich unser AT1/Co-Co-Exposure mit ca. 2 Prozent des Fonds im niedrigen Bereich. Zudem halten wir keine AT1-Papiere von Banken aus Peripheriestaaten. Innerhalb der Anlageklasse liegt unser Schwerpunkt vor allem auf weniger volatilen, klassisch nachrangigen Papieren. Hier ist eine Kündigung durch die Emittenten wahrscheinlicher, weshalb sie einem geringeren Verlängerungsrisiko unterliegen sollten. Diese Allokation hat sich während der jüngsten Verkaufswelle recht gut bewährt. 

Quelle:
(1) Diese Instrumente sind in ihrer Kapitalstruktur zwischen Inhabern nachrangiger Anleihen und Stammaktionären angesiedelt. Bei Eintritt bestimmter Trigger-Ereignissen werden sie in Aktien umgewandelt oder wertberichtigt.

„Europäische Banken sind deutlich besser aufgestellt als bei der Finanzkrise im Jahr 2008“

Die Entwicklung des Bankensektors und letztendlich des gesamten Finanzmarkts seit Anfang 2016 könnte den Schluss nahelegen, dass die Lage vielleicht noch nicht die Brisanz des Jahres 2008 erreicht hat, die Risiken aber auf jeden Fall steigen. Aber stimmt das auch? David Moss, Head of European Equities bei BMO Gobal Asset Management, bewertet die aktuelle Situation im Kontext des Krisen-Jahres 2008 und analysiert im Interview Faktoren, die für die Banken- und Finanzbranche problematisch werden könnten.

Herr Moss, ist die aktuelle Situation im Finanzsektor mit der aus dem Jahre 2008 zu vergleichen?
David Moss: Nein. Der europäische Bankensektor steht fundamental besser da als in den dunklen Tagen der „globalen Finanzkrise“. Europäische Banken haben seit dem Jahr 2007 ohne Berücksichtigung der Gewinnrücklagen mehr als 800 Milliarden Euro an neuem Kapital eingesammelt.

Welche Faktoren spielten dabei eine Rolle?
Moss: Auf der einen Seite wünschten sich Banken selber mehr Sicherheit. Auf der anderen Seite spielte der feste Wille der Aufsichtsbehörden, das eng verwobene globale Finanzsystem stabiler zu machen, eine wesentliche Rolle. Nie wieder wollen sie für den Beinahe-Kollaps vieler Großbanken mitverantwortlich gemacht werden. Um dies zu erreichen, wurde nicht nur das Eigenkapital erhöht, sondern auch die Dividendenzahlungen an Aktionäre verringert, die Risikogewichtungen enorm angehoben und das sogenannte „Bail-In“ ins Leben gerufen, bei dem Gläubiger – wie etwa in Portugal im Falle der Novo Banco geschehen – bei Bankenzusammenbrüchen an den Verlusten beteiligt werden.

Welche Maßnahmen haben Kreditinstitute zusätzliche ergriffen, um die Stimmung positiver zu gestalten?
Moss: Banken haben ihre Bilanzen bereinigt und sich von Vorkrisenprodukten mit Abkürzungen wie CDO, CDO Squared, CLO, synthetische CLOs oder RMBS getrennt. Diese waren nur extrem schwer zu durchschauen. Letztendlich beruhte die eigentliche Problematik des Bankensektors in den Jahren 2007 bis 2009 gar nicht auf dem Kapital oder den in den Bilanzen gehaltenen faulen Krediten, sondern auf mangelnder Liquidität und der Unfähigkeit zur Refinanzierung. Denn die Sparer wurden nervös – das zeigten unter anderem die langen Schlangen vor den Filialen von Northern Rock – und auch gegenseitig wollten sich Banken kein Geld mehr leihen. Ohne Kapital und Liquidität waren die Institute gezwungen, Vermögenswerte zum schlechtesten Zeitpunkt zu veräußern. Dazu passt, dass die irische National Asset Management Agency, die den irischen Banken alle wirklich faulen Kredite abgenommen hat, voraussichtlich einen deutlichen Gewinn einfährt, wenn sie ihre Aufgabe abgeschlossen hat. Dieses Problem ist heute vom Tisch, denn durch die strengeren Kapitalvorschriften können sich die Banken nicht ausschließlich kurzfristig finanzieren. Vielmehr müssen sie mehr längerfristige Finanzierungen und erhebliche Liquidität vorhalten, um für Marktverwerfungen gerüstet zu sein. Zudem waren die Zentralbanken das letzte Mal auch nicht auf ein solches Szenario vorbereitet. Es existierten keine koordinierten Liquiditätsfazilitäten der Europäischen Zentralbank wie etwa LTRO oder TLTRO. Heute lassen die Zentralbanken keinen Zweifel daran, dass sie dem Sektor alle Liquidität gewähren, die er benötigt.

Mit welchen Problemen haben Banken zu kämpfen?
Moss: Es ist offensichtlich, dass nicht alles rund läuft, und das hat die Stimmung zumindest getrübt. Dies wiederum kann konjunkturanfällige Branchen wie den Bankensektor erheblich beeinträchtigen. Das liegt an einer Vielzahl verschiedener Faktoren. So stellen beispielsweise niedrige Zinsen ein Problem für Banken dar. Sie sind schlecht fürs Geschäft, das darin besteht, unser aller Einlagen auf Giro- und kurzfristig kündbaren Sparkonten als Kredite zu vergeben. Durch die kontinuierlich sinkenden Zinsen sind die Gewinne der Branche aus diesen Geschäften immer mehr geschrumpft. Auch die Angst vor einer weltweiten Abschwächung des Wachstums in den USA, China oder Europa drückt das Sentiment am Markt. Ein weiteres Problem ist das Thema Regulierung. Trotz gegenteiliger Beteuerungen des englischen Notenbankchefs Mark Carney und von EZB-Präsident Mario Draghi wird befürchtet, dass immer strengere Kapitalforderungen die Gewinne belasten. In einem Punkt haben Banken in dieser Berichtsaison allerdings für positive Überraschungen gesorgt: bei der Zahlung von Dividenden. Das wäre vermutlich nicht geschehen, wenn die Aufsichtsbehörden weiterhin Zweifel an den vorgehaltenen Kapitalpuffern hätten.

Schätzen Sie diese Probleme als lösbar ein?
Moss: Wir glauben, dass all diese Probleme in den Griff zu bekommen sind, solange die Banken hohe Kapitalquoten halten, die Aufsichtsbehörden am Ball bleiben und die Zentralbanken bereit und in der Lage sind, für ausreichend Liquidität zu sorgen. Die schlechte Stimmung hat aber trotz der grundsätzlich positiven Fundamentaldaten die Kurse belastet, die zum Teil auf Niveaus gefallen sind, wie wir sie seit der Finanzkrise nicht mehr gesehen haben. Von unbedachten Einkaufstouren im Bankensektor rate ich allerdings ab. 

5 Gründe für eine weiter wachsende US-Wirtschaft

von Dr. Andreas Busch, Senior Analyst Economics bei Bantleon.

Die US-Wirtschaft hat in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres deutlich an Schwung verloren. Ausgehend von einem BIP-Wachstum von 3,9% im 2. Quartal 2015 ließ das Expansionstempo im 3. Quartal auf 2,0% nach und kam im Schlussquartal mit 1,0% sogar fast ganz zum Erliegen. Dafür gab es mehrere Gründe: Die Unternehmen hielten sich mit Investitionsausgaben zurück, die zu hohen Lagerbestände wurden abgebaut und der private Konsum verlor an Kraft. Inzwischen warnen einige Experten bereits vor einer Rezession in den USA. Bei genauerer Betrachtung ist die konjunkturelle Lage in den USA jedoch gar nicht so angeschlagen, wie der Strom schlechter Nachrichten von der Industrie vermuten lässt. Wir erwarten bereits im 1. Quartal 2016 ein wieder auf rund 2,0% anziehendes Wirtschaftswachstum und im 2. Quartal eine weitere Beschleunigung. Fünf Gründe sprechen für eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums:

Erstens: Die Details der Industrieproduktionsstatistik zeigen, dass der Output-Rückgang nahezu vollständig dem Einbruch der Rohstoffförderung zuzuschreiben ist. Demgegenüber fiel die Abschwächung im verarbeitenden Gewerbe, das mit rund drei Vierteln den größten Teil der US-Industrie ausmacht, deutlich geringer aus. Hier halten sich die Belastungen, die aus der USD-Aufwertung resultieren, weiterhin in Grenzen. Die jüngsten positiven Nachrichten von den Einkaufsmanagerumfragen und den Auftragseingängen langlebiger Güter deuten sogar darauf hin, dass der von dieser Seite ausgehende Gegenwind langsam nachlässt. 

Zweitens: Das Risiko, dass die rezessiven Tendenzen im Rohstoffsektor auf die Gesamtwirtschaft überschwappen, ist relativ gering. Das zeigt unter anderem ein Blick auf die Investitionen im Öl- und Gassektor, deren Einbruch als großer Belastungsfaktor für die US-Wirtschaft angesehen wird. Aber selbst auf dem Höhepunkt des Fracking-Booms beliefen sie sich auf lediglich 1% des BIP und sind inzwischen auf 0,4% zurückgegangen. Auch die Bedeutung der Rohstoffförderung für den Arbeitsmarkt relativiert die Folgen. Nur 0,6% der US-Arbeitnehmer sind in diesem Sektor beschäftigt. Die unumgänglichen Arbeitsplatzverluste aufgrund von Förderstilllegungen können problemlos durch dynamische Arbeitsplatzschaffungen in anderen Sektoren ausgeglichen werden. 

Drittens: Die Ansteckungsgefahren von den Kreditmärkten sind überschaubar. So entspricht das Volumen der aktuell besonders im Fokus stehenden Anleihen von Energieunternehmen im High-Yield-Sektor lediglich rund 1,0% des BIP. Zum Vergleich: Vor der Immobilienkrise, die 2006 begann, war das Volumen der ausstehenden Subprime-Hypothekenkredite fast zehnmal so groß.

Viertens: Während die von dieser Seite ausgehenden Bremseffekte nicht größer werden sollten, sondern eher kleiner, rechnen wir beim privaten Konsum mit einer wieder anziehenden Expansionsdynamik. Erstens geht die Arbeitsmarkterholung weiter und führt aufgrund der zunehmenden Beschäftigung zu einer Fortsetzung des robusten Wachstums der gesamtwirtschaftlichen Lohnsumme. Zweitens sollten mit den größer werdenden Engpässen bei der Besetzung offener Stellen auch die Stundenlöhne künftig kräftiger steigen. Dies verbessert die Einkommenssituation der US-Bürger zusätzlich. Neben dem wachsenden Rückenwind durch steigende Einkommen ist für den Konsum als dritter Pluspunkt zu werten, dass die finanziellen Reserven der privaten Haushalte weiter wachsen. So sind in den vergangenen 18 Monaten die Ersparnisse, die sich für die US-Bürger aus den gesunkenen Energiekosten ergeben haben, nur zu einem kleinen Teil in den Konsum geflossen. Der größere Teil wurde auf die hohe Kante gelegt, dürfte aber – je länger die Energiepreise tief bleiben – künftig sukzessive ausgegeben werden. Daraus könnte ein beachtlicher Schub für den privaten Konsum in Höhe von 0,5% des BIP resultieren. Entsprechend sollte das Konsumwachstum ausgehend von 2,0% im 4. Quartal 2015 wieder merklich auf über 3,0% anziehen und dem BIP-Wachstum damit namhafte Impulse versetzen.

Fünftens: Zugutekommen dürfte der US-Wirtschaft im Laufe des Jahres auch, dass der Abbau der Lagerbestände bald zu einem Ende kommen sollte. Im 1. Quartal rechnen wir zwar nochmals mit einem negativen Wachstumsbeitrag von dieser Seite. In den nächsten Quartalen dürfte dieser Bremseffekt jedoch deutlich an Kraft verlieren und schließlich sogar ganz wegfallen.

Fazit: Alles in allem deutet sich eine wieder anziehende Konjunkturdynamik im Laufe des 1. Halbjahres 2016 an, die im Jahresdurchschnitt zu einem BIP-Wachstum von rund 2,25% führen sollte, womit die inflationsneutrale Potentialrate leicht überschritten wird. Zwar besteht das Risiko, dass ein anhaltender Rohstoffpreisverfall und eine andauernde USD-Aufwertung das Expansionstempo länger als von uns angenommen bremsen. Dies dürfte aber lediglich dazu führen, dass das BIP-Wachstum auf rund 1,25% zurückfällt – ein Abrutschen in eine Rezession halten wir auch in diesem Fall für unwahrscheinlich.

Man on Convertibles - Unsichere Marktphasen könnten für Wandelanleihen sprechen

Investoren haben 2016 weitestgehend mit den gleichen Unsicherheiten zu kämpfen wie 2015. So hat sich zwar der Ölpreis stabilisiert – allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Jede Bewegung schlägt sich sofort an den Finanzmärkten nieder. Ferner führen die schwächelnde Weltwirtschaft und das verlangsamte Wachstum in China dazu, dass die Anleger alles, was von der US- Notenbank (Fed) verlautet, auf mögliche Auswirkungen auf die US-Zinspolitik analysieren. Hinzu kommen die geopolitischen Brandherde im Nahen Osten mit der daraus resultierenden Flüchtlingskrise. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für Europa ist ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU. In dieser Gemengelage erscheinen Wandelanleihen als Anlageklasse interessant, wie eine Szenarioanalyse von Man Convertibles anhand eines repräsentativen Portfolios globaler Wandelanleihen versucht aufzuzeigen:

„Das Ausgangportfolio enthält rund 80 global gestreute Wandelanleihen mit Schwerpunkt Amerika und Europa und einer derzeitigen Aktiensensitivität von 29 Prozent bei mittlerer Kreditqualität“, erklärt Gerrit Bahlo, Credit Analyst bei Man Convertibles. „In der Theorie kommt die Konvexität eines Wandelanleihenportfolios, also die asymmetrische Partizipation gegenüber Aktien, erst bei einer Sensitivität von rund 50 Prozent voll zum Tragen. Demzufolge entschieden wir uns bewusst für weniger Risiko. Diesem Portfolio haben wir nun zwei Szenarios mit einer Laufzeit von 180 Tagen hinterlegt:

  • 1) eine positive Aktienkursentwicklung von 20 Prozent und einer Reduktion der Volatilität von 5 Prozent sowie einer Verringerung der Kreditrisikoaufschläge um 20 Prozent;
  • 2) als Negativszenario das exakte Gegensteil: fallende Aktienkurse, steigende Volatilität, Erhöhung der Kreditrisikoaufschläge.

Im ersten, positiven Marktumfeld könnte das Portfolio theoretisch einen Wertgewinn erzielen, während es im Abwärtsmarkt nur leicht verlieren würde. Auch bei unveränderten Marktbedingungen würde das Portfolio noch einen leicht positiven Ertrag erzielen. Wie das Beispiel zeigt, wäre es also theoretisch möglich, auch mit einem defensiven Wandelanleihenportfolio bei einer Aktiensensitivität um die 30 Prozent, asymmetrische Erträge zu erwirtschaften. Das könnte in unsicheren Marktphasen interessant werden.“

IT-Sicherheit – Ein genauer Blick auf die aktuelle Branchendynamik

von Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die globalen Aktienmärkte erlebten einen Ausverkauf, wie wir ihn schon lange nicht mehr gesehen haben. Es war kein leichter Start ins Jahr2016. Speziell Wachstumsunternehmen stellt dieses Umfeld vor große Herausforderungen. Unserer Auffassung nach hat die Akienmarktkorrektur verschiedene Auslöser, wie etwa niedrigere Energiepreise, gedämpfte Wachstumsaussichten in China sowie die allgemeine Besorgnis rund um einen Zinsanstieg. In diesem Bericht soll der Schwerpunkt nicht auf den täglichen Kursschwankungen liegen, die aktuell an den Märkten zu beobachten sind. Der Fokus liegt vielmehr auf den langfristigen Wachstumsfaktoren der Sicherheits-Branche, die unserer Meinung nach völlig intakt sind.

Es werden immer mehr sensible Daten in der Cloud gespeichert.1 Sowohl Verbraucher wie Unternehmen und staatliche Stellen lagern die Datenspeicherung in die Cloud aus. So sind beispielsweise die Dateien von über 1,5 Milliarden Facebook-Nutzern dort erfasst.2 Auch Android, ein weitverbreitetes Betriebssystem für Mobilgeräte, das von rund 1,4 Milliarden Menschen weltweit verwendet wird, speichert seine Daten in der Cloud.3 Selbst der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat ein Cloud-Computing-System eingerichtet.4

Ob natürliche Personen, Unternehmen oder staatliche Stellen: Mit der Anbindung ans Internet gehen definitiv Herausforderungen in Bezug auf den Datenschutz einher. Es gilt einige interessante Fragen zu beantworten. Tun wir genug, um unsere Daten zu schützen? Wie sicher ist es, massenhaft Daten in die Cloud auszulagern? Sind IT- Nutzer ausreichend auf die neuen Cyber-Gefahren vorbereitet?

Die Herausforderung

Kernziel der IT-Sicherheit ist es, zu verhindern, dass Unbefugte in fremde IT-Netzwerke eindringen und Schaden anrichten können. Unternehmen konzentrieren dabei ihre Bemühungen v.a. auf die Perimeter-Sicherheit und auf den Schutz ihrer IT-Infrastruktur. Das sind die sog. „Hauptverteidigungslinien“, mit deren Hilfe Vermögenswerte (z.B. Finanzinformationen, sensible Geschäftsgeheimnisse, maßgebliche Infrastrukturen oder Mitarbeiter- beziehungsweise Kundendaten) vor unbefugten Zugriffen geschützt werden sollen. Zur Perimeter-Sicherung dienen Lösungen, die an den Netzwerkeingängen eingesetzt werden, wie beispielsweise Firewalls oder Software, welche unbefugte Zugriffe sowie sichere Router erkennen. Sicherheitslösungen im Bereich der IT- Infrastruktur beseitigen Schadsoftware, die es geschafft hat, die Schwachstellen der Perimeter-Sicherung zu entdecken und diese für sich zu nutzen. Dazu zählen beispielsweise Anti-Viren-Programme und sonstige Lösungen für Endgeräte.

Unternehmen investieren zwar seit vielen Jahren in eine mehrschichtige IT-Sicherheitsumgebung, doch unserer Auffassung nach können sie mit den sich schnell verändernden Bedrohungen kaum mithalten. In der Vergangenheit gab es eher allgemeine Hackerangriffe, die sich gegen sämtliche Elemente eines IT- Sicherheitsnetzes richteten. Die Angreifer suchten nach Schwachstellen im System und nutzten diese, um sich Zugriff zu verschaffen. Die Art der Angriffe hat sich jedoch verändert. Heutzutage gehen Angreifer gezielter vor. Beispielsweise versuchen sie, sich über bestimmte Schlüsselpersonen in die Unternehmung einzuschleichen, indem sie deren Vertrauen gewinnen. Dann wird versucht, entsprechende Zugriffsrechte für das IT-Netzwerk zu erhalten.

Auch die steigende Anzahl neuartiger Anwendungen, wie etwa der zunehmende Einsatz von Remote-PCs, die Nutzung privater Endgeräte („Bring Your Own Device“, BYOD), die vermehrte Speicherung von Daten in die Cloud oder die Virtualisierung von Hardware bieten Unbefugten mehr Angriffsfläche. All diese Entwicklungen machen IT-Systeme schwerer beherrschbar und schaffen das Risiko neuer Sicherheitslücken.

Die Bedrohungslage verändert sich laufend, und dadurch gestaltet sich der Schutz gegen Bedrohungen noch umfangreicher. Laut einer Studie von FireEye, einem US-Unternehmen, das Systeme zum Schutz vor Schadsoftware und Lösungen zur Gefahrenprävention in Netzwerken anbietet, gab es bei 90 % der untersuchten Unternehmen schon IT-Sicherheitsverletzungen. Im Durchschnitt bleibt eine solche Sicherheitsverletzung 205 Tage lang unentdeckt.5 Hacker haben also, wenn es ihnen gelungen ist, sich Zugang zu einem IT-Netzwerk zu verschaffen, länger als ein halbes Jahr ungehinderten Zugriff auf sensible Daten, bevor sie entdeckt werden. Und die Häufigkeit komplexerer und gezielter Angriffe steigt, denn die Hacker entwickeln laufend neue Methoden, um einer Entdeckung zu entgehen. Um diesen Gefahren zu begegnen, müssen sich Organisationen laufend weiterentwickeln und ihre Sicherheitssysteme stetig verbessern.

Der IT-Sicherheitsmarkt: Überblick und langfristige Wachstumschancen

Unserer Auffassung nach steigen die IT-Ausgaben weltweit: Eine kürzlich von Gartner durchgeführte Umfrage unter 2.944 CIOs (Chief Information Officers) ergab, dass 2016 mit einer Erhöhung der IT-Budgets um durchschnittlich 2,2Prozent gerechnet wird, während 2015 noch eine Zunahme um lediglich 1Prozent verzeichnet wurde. Für diese Umfrage wurden Teilnehmer aus 84Ländern mit einem Gesamtumsatz von USD 11 Billionen und IT-Ausgaben in Höhe von insgesamt USD 250 Milliarden befragt. Noch wichtiger als die Budgeterhöhung ist allerdings die veränderte Aufteilung der Ausgaben. Bereiche wie Digitalisierung, IT- Sicherheit und Modernisierung veralteter IT-Infrastruktur wachsen stärker als die übrigen IT-Ausgaben.6

Das Thema IT-Sicherheit hatte früher in vielen Unternehmen keine hohe Priorität gehabt. Ein Großteil der sensiblen Informationen lag nicht in digitaler Form vor und war somit nicht mit dem Internet verbunden. Da IT- Sicherheitssoftware Latenzzeiten verursacht, galten diese eher als ein potenzielles Hindernis bei der Netzwerknutzung. In den letzten Jahren hat sich dies jedoch grundlegend verändert. Auf den Märkten sind steigende Ausgaben in diesem Bereich zu beobachten.7 Laut der Bank of America Merrill Lynch (BoAML) wird der Weltmarkt für IT-Sicherheit derzeit auf USD 75 bis USD 77 Milliarden geschätzt. Die BoAML geht davon aus, dass der Markt bis 2020 ein Umsatzvolumen von USD170Milliarden erreichen wird, was einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von mehr als 17 % entspräche.8

Barracuda Networks, ein US-Unternehmen, das Lösungen für den Schutz von Inhalten sowie für die Bereitstellung von Netzwerken und Anwendungen anbietet, liefert ein interessantes Beispiel: Ein typisches Unternehmen gibt ca. 5 Prozent seines Jahresumsatzes für IT aus. Rund 5 Prozent dieses Betrags werden in die Informationssicherheit investiert. In der Regel entfällt etwa die Hälfte des Sicherheitsbudgets auf sicherheitsbezogene Hard- beziehungsweise Software und die andere Hälfte auf die entsprechenden Mitarbeitenden. Bei einem angenommenen Jahresumsatz von USD 50 Millionen werden also etwa USD 2,5 Millionen für allgemeine IT-Ausgaben und lediglich USD 125.000 konkret für die IT-Sicherheit eingeplant. Davon fließen rund USD 60.000 in sicherheitsbezogene Hard- und Software.

Es ist nicht überraschend, dass die spektakulären Angriffe, über die in letzter Zeit in den Medien berichtet wurde, die Ausgaben für die IT-Sicherheit in die Höhe getrieben haben. Das hat den meisten Unternehmen in dieser Branche Auftrieb verliehen. Langfristig haben unserer Meinung nach folgende Segmente die besten langfristigen Wachstumschancen in der IT-Sicherheitsbranche:

  • Produkte, die Tools und Dienste anbieten, mit denen sich die IT-Sicherheit besser handhaben lässt (z. B. SIEM-Lösungen zum Management sicherheitsrelevanter Informationen und Ereignisse, integrierte Plattformen),
  • Lösungen, die mithilfe anspruchsvoller Bedrohungsanalysen Gefahren erkennen und beseitigen,
  • Angebote, die einen genauer abgestimmten Schutz vor Bedrohungen auf Ebene privilegierter Konten sowie cloudbasierte Sicherheit bieten, da solche Lösungen finanzielle Mittel aus den Investitionsaufwendungen (Capex) in die betrieblichen Aufwendungen (Opex) verlagern.

Eine neue Art der Cyber-Bedrohung: APTs (Advanced Persistent Threats, d.h. komplexe beständige Bedrohungen)

In den letzten 10 Jahren hat sich die Bedrohungslage im IT-Sicherheitsbereich rasant weiterentwickelt. Die Strategien der Angreifer sind raffinierter geworden und können die klassischen, signaturbasierten Erkennungstechnologien erfolgreicher umgehen. Solche IT-Sicherheitssysteme sind heute weniger effektiv, denn sie versuchen, den Datenverkehr im Netzwerk mit einer Liste „bekannter“ Bedrohungen abzugleichen. Bei modernen Angriffen wie APTs werden jedoch bislang unbekannte, noch nie verwendete Schadsoftwares eingesetzt. Folglich sind herkömmliche signaturbasierte Lösungen inzwischen praktisch nutzlos geworden.9

Im Folgenden werden einige Beispiele vergangener APT-Angriffe vorgestellt:

  • Anthem Healthcare (Februar 2015): Hacker verschafften sich die Anmeldeinformationen eines Administrators für eine Datenbank, die fast 80 Millionen medizinischer Datensätze von Kunden enthielt.10
  • Sony (Dezember 2014): Hacker umgingen die Perimeter-Sicherung und entdeckten eine Datei mit Anmeldeinformationen für entscheidende Netzwerkdatenbanken und -server. Entwendet wurden personenbezogene Daten, darunter eine Tabelle, die den Angaben zufolge Informationen zu den Gehältern, Krankendaten und Leistungsbeurteilungen von 6.000Mitarbeitenden und Topmanagern enthielt.11
  • JP Morgan (August 2014): Angreifern gelang es, sich Zugriff zu den Anmeldeinformationen für Server zu verschaffen, die nicht durch ein zweistufiges Authentifizierungsverfahren geschützt waren. Rund 76 Millionen Datensätze gelangten in ihren Besitz.12

Lösungen zur Bekämpfung von APTs überprüfen den Datenverkehr bereichsübergreifend (Internet, E-Mail oder Inhalte im Netzwerk) und kombinieren dynamische Echtzeit-Verhaltensanalysen und statistische Analysen, Heuristiken sowie Tools, die auf ungewöhnliche Vorgänge ansprechen, um verdächtige Verhaltensweisen zu erkennen. Diese neuartigen Produkte verfolgen einen neuen Ansatz: Verdächtiger IT-Datenverkehr wird in eine virtuelle Umgebung (Sandbox) umgeleitet, die sich als Zieldatei ausgibt. Dank dieser Taktik glaubt der Hacker, seinen endgültigen Bestimmungsort erreicht zu haben, während die mögliche Schadsoftware unter Quarantäne gestellt und in einem kontrollierten Bereich unschädlich gemacht wird. Weist der Datenverkehr keine ungewöhnlichen Verhaltensmuster auf, wird er ins echte System des Nutzers weitergeleitet; versucht er hingegen Schaden anzurichten, bleibt er unter Quarantäne.

Fazit

Bei der Credit Suisse sind wir der Meinung, dass der Markt für IT-Sicherheit ein langfristig ansprechendes Wachstumsthema darstellt, das über mehrere Jahre hinweg aktuell bleiben wird. Die genannten Entwicklungen zeigen, dass wir uns erst in der Frühphase des Anlagethemas „Cyber-Sicherheit“ befinden. Darüber hinaus sind wir überzeugt, dass uns die jüngste Marktkorrektur auf lange Sicht interessante Kaufgelegenheiten bietet.

Letztlich ist das Anlagethema Schutz und Sicherheit unserer Meinung nach sehr reizvoll für langfristig orientierte Anleger und steht erst am Anfang eines attraktiven, langanhaltenden Wachstumszyklus. Wir gehen davon aus, dass Investitionen in IT-Sicherheitsprodukte durch die öffentliche Hand sowie durch Unternehmen und Privatkunden künftig ansteigen werden. Aus diesem Grund halten wir Beteiligungen an Unternehmen, die auf dem Gebiet innovativer IT-Sicherheitslösungen wie Security-as-a-Service, Netzwerksicherheit, Vulnerability Management, Datenspeicherung und dem Schutz vor APTs führend sind.

1 „Bei Cloud-Computing handelt es sich um ein Modell, das einen ortsunabhängigen, komfortablen und bedarfsgerechten Netzzugriff auf einen gemeinsam genutzten Pool konfigurierbarer Rechenressourcen (z. B. Netzwerke, Server, Speicher, Anwendungen und Dienste) ermöglicht, die schnell bereitgestellt und mit sehr geringem Verwaltungsaufwand beziehungsweise minimaler Interaktion mit dem Diensteanbieter freigegeben werden können“, Quelle: Definition des Cloud-Computing gemäss NIST. National Institute of Standards and Technology (NIST), US-Handelsministerium, Sonderveröffentlichung 800-145, September 2011.

2 Quelle: Facebook (2015): Unternehmensinformationen (Company Info), URL: http://newsroom.fb.com/company-info/, 11.2.2016.
3 Quelle: Wall Street Journal (2015): „Google Says Android Has 1.4 Billion Active Users“, in: The Wall Street Journal, 29.9.2015, URL: http://www.wsj.com/articles/google-says-android-has-1-4-billion-active-users-1443546856, 11.2.2016.
4 Quelle: Wall Street Journal (2013): „CIA Chooses: Amazon or IBM?“, in: The Wall Street Journal, 12.6.2013, URL: http://www.wsj.com/articles/SB10001424127887324904004578539722533829106?cb=logged0.8729122526649212, 11.2.2016.
5 Quelle: FireEye (2015): „Breach Preparedness & Response Study“, S. 24, URL: http://www2.fireeye.com/rs/848-DID-242/images/ISMG- 2015-Breach-Preparedness-and-Response-Study.pdf?mkt_tok=3RkMMJWWfF9wsRolv6zAd%2B% 2Fh mjTEU5z17%2B0tWaC0hYkz2EFye%2BLIHETpodcMT8ZhNbvYDBceEJhqyQJxPr3NKNgN3tx5RhPmCg%3D%3D, 10.2.2016. 
6 Quelle: Gartner (2015): „Gartner Survey of More Than 2,900 CIOs Reveals Shift Toward Platform Thinking“, Pressemeldung, 5.10.2015, URL: http://www.gartner.com/newsroom/id/3143018, 12.2.2016.
7 Sogar staatliche Stellen haben erkannt, dass der Schutz ihrer Computer-Infrastruktur oberste Priorität hat. So forderte die US-Regierung erst kürzlich den Kongress auf, das Budget für IT-Sicherheit um über 35% auf USD 19,1 Milliarden zu erhöhen. Nähere Details zum Haushalt gab es zwar keine, aber unter den Produktbereichen, in die die US-Bundesregierung investiert, wurden mehrstufige Authentifizierungsverfahren und E-Mail als Schwerpunkte genannt. Insofern betrachten wir diesen Haushaltsvorschlag für 2017 als einen weiteren unterstützenden Faktor, der dem IT-Sicherheitssektor Auftrieb verleiht (Quelle: Financial Times (2016): „President seeks USD 19bn in battle to boost cyber security“, in: The Financial Times, 10.2.2016, S. 3.
8 Quelle: Bank of America Merrill Lynch (2016): „Cyber Security Primer – deep dive into the dynamics and growth drivers“, Branchenübersicht, 8.1.2016, S. 5.
9 Quelle: CA (2012): „Advanced Persistent Threats: Verteidigung von Innen gegen Angriffe von Außen“, Whitepaper, Juli 2012, S. 4, URL: http://www.ca.com/ch/de/~/media/Files/whitepapers/ca-advanced-persistent-threats-wp-deu.pdf. 12.2.2016.
10 Quelle: Wall Street Journal (2015): „Anthem: Hacked Database Included 78.8 Million People“, in: The Wall Street Journal, 25.2.2015, URL: http://www.wsj.com/articles/anthem-hacked-database-included-78-8-million-people-1424807364, 11.2.2016.
11 Quelle: Wall Street Journal (2014): „Data Breach Sets Off Upheaval at Sony Pictures“, in: The Wall Street Journal, 4.12.2014, URL: http://www.wsj.com/articles/data-breach-sets-off-upheaval-at-sony-pictures-1417657799, 11.2.2016.
12 Quelle: Reuters (2014): „JPMorgan hack exposed data of 83 million, among biggest breaches in history“, 2.10.2014, URL: http://www.reuters.com/article/us-jpmorgan-cybersecurity-idUSKCN0HR23T20141003, 11.2.2016.

Sozial verantwortlich Investieren – Wie lassen sich Kapitalanlagen an eine alternde Bevölkerung anpassen?

„Die langfristige demografische Entwicklung ist unvermeidlich und wird große Veränderungen für unsere Gesellschaften und die ökonomischen Modelle mit sich bringen“, sagt Franca Perin, die bei Generali Investments den Bereich für sozialverantwortliches Investieren (SRI) verantwortet. So wächst die Zahl der über 60-Jährigen schneller als die Weltbevölkerung insgesamt und wird sich bis 2040 gegenüber heute verdoppeln. Der Anteil der über 60-Jährigen an der Weltbevölkerung wird in diesem Zeitraum voraussichtlich von heute 11 Prozent auf 17 Prozent ansteigen, was rund 1,7 Milliarden Menschen entspricht (Quelle: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat, World Population Prospectus, The 2012 Revision).

Zwei Faktoren sind für diesen demografischen Trend ursächlich: eine steigende Lebenserwartung und Geburtenraten, die unterhalb der Reproduktionsrate liegen. „Die Folge ist, dass die Menschen nicht nur länger leben, sie wollen auch länger gesund sein und sich vergnügen, gleichzeitig haben sie andere Konsumgewohnheiten und vor allem die finanziellen Mittel, sich diese leisten zu können“, betont Perin. Die sogenannte „Grey Power“ verfügt über eine hohe Kaufkraft und einen wachsenden Anteil am Gesamteinkommen der Bevölkerung, was sich Unternehmen mit entsprechenden Produkten und Dienstleistungen gerne erschließen möchten. „Für Unternehmen, die sich an den speziellen Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung ausrichten, sind höhere Wachstumsraten zu erwarten“, führt Perin weiter aus.

Generali Investments rät, die Chancen der „Silver Economy“ zu nutzen und hat dazu die neue SRI Ageing Population Investment Strategy entwickelt. Solide Unternehmen, die auf diese Chancen fokussieren und die ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufweisen, werden für das Portfolio ausgewählt, wenn sie die SRI-Kriterien erfüllen und überdurchschnittliche Erträge generieren. „Unser SRI-Ansatz zielt darauf ab, Unternehmen zu unterstützen, diesen wachsenden Markt zu bedienen, und sie gleichzeitig dazu zu bewegen, sich und ihr Management nachhaltig auszurichten“, erklärt die SRI-Expertin.

Generali Investments hat drei Grundpfeiler ausgemacht, die dafür geeignet sind, das Thema „alternde Gesellschaft“ aufzunehmen: Gesundheitswesen, Konsum sowie Versicherungen und Altersversorgung. Rund 450 Unternehmen werden daraufhin analysiert, ob sie zu diesen Grundpfeilern passen und gleichzeitig den SRI-Standards von Generali Investments entsprechen. Am Ende wird in rund 60 Aktien investiert. Derzeit verwaltet Generali Investments 28,6 Milliarden Euro unter Beachtung von SRI-Kriterien (Quelle: Generali Investments Europe S.p.A. Società di gestione del risparmio, Stand Ende 2015).

In die SRI Ageing Population Investment Strategy kann über den GIS SRI Ageing Population Fund investiert werden, der im Oktober 2015 aufgelegt wurde (ISIN: LU1234787205 für institutionelle Investoren, LU1234787460 und LU1234787544 für Privatanleger). Generali Investments bietet mit dem GIS European SRI Equity (ISIN: LU0145455571 und LU0145455811 für institutionelle Investoren, LU0145456207 und LU0169244745 für Privatanleger) einen weiteren Fonds an, der auf den gleichen SRI-Kriterien basiert.

ÜBER GENERALI INVESTMENTS:
Generali Investments Europe, zentraler Asset Manager der Generali Gruppe, bietet eine breite Auswahl an Investmentlösungen für institutionelle und Privatkunden mit maßgeschneiderten Lösungen, die von institutionellen Mandaten bis hin zu Investmentfonds reichen. Mit einem verwalteten Vermögen von 431 Milliarden Euro per Ende 2015 (Quelle: Generali Investments Europe S.p.A. Società di gestione del risparmio) gehört Generali Investments Europe zu den größten Asset Managern in Europa (Quelle: IPE, Generali Investments Europe S.p.A. Società di gestione del risparmio,Stand Dezember 2014). Das Unternehmen verfügt über eine erwiesene Expertise im Multi-Asset-Portfolio-Management. Die dabei angewandte Methode basiert auf Research und einem umsichtigen Risikoansatz zum Schutz des investierten Kapitals und zur Generierung langfristiger stabiler Renditen.

Schlittert die Weltwirtschaft in eine Rezession?

Die Finanzmärkte fürchten sich vor einer Rezession. Doch wie wahrscheinlich ist ein solches Szenario? Die Marktteilnehmer sind unseres Erachtens zu pessimistisch, sofern die Entscheidungsträger das Vertrauen wieder herstellen können. Das ganze Dokument von Christophe Bernard, Chefstratege bei Vontobel, finden Sie links als PDF mit Charts.

Ein unvoreingenommener Leser, der in der Finanzpresse blättert und Brokerberichte liest, könnte leicht zum folgenden Schluss kommen: Die Weltwirtschaft steckt mitten in einer Rezession oder befindet sich kurz davor. Diverse Vermögenswerte wie erstklassige Staatsanleihen notieren zu Preisen, die eine Rezession vorwegnehmen. Die Renditen vieler erstklassiger Staatsanleihen sind auf Rekordtiefs gesunken oder in den negativen Bereich gerutscht. Zugleich haben zyklische Vermögenswerte seit Jahresanfang scharf korrigiert.

Wie sieht die Realität aus? Fest steht, dass die globale Konjunkturschwäche anhält und nahezu alle Marktbeobachter ihre Prognosen erneut zurückgenommen haben. Vor Kurzem hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft von 3,3 Prozent auf

3,0 Prozent reduziert. Rohstoffexporteure wie Brasilien und Russland befinden sich in einer schweren Rezession und auch verwandte Sektoren wie Energie und Bergbau werden in Mitleidenschaft gezogen. Chinas Konjunkturabkühlung und der Zusammenbruch der Investitionen im Rohstoffsektor haben zu einer Verlangsamung der globalen Industrieaktivität geführt. Die Vereinigten Staaten sind wegen des starken US-Dollar besonders betroffen. Die Marktteilnehmer fürchten, dass die Schwäche auf den Konsum und den Dienstleistungssektor übergreifen und die Weltwirtschaft somit in eine Krise stürzen könnte.

Was uns keine Sorgen bereitet
Wir erachten eine Rezession in den USA nach wie vor als höchst unwahrscheinlich. Die Arbeitsmarktdaten sind robust, die neu geschaffenen Stellen und das Lohnwachstum befeuern den Konsum. Die jüngsten Zahlen aus dem verarbeitenden Gewerbe, wie die Industrieproduktion oder die Kapazitätsauslastung im Januar, deuten auf eine Stabilisierung hin. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe dürfte kaum unter den aktuellen Stand von 48,2 fallen. Nach wie vor ist alles im grünen Bereich, denn Rezessionen in den USA gehen immer mit einem Rückgang des Index auf 45 oder darunter einher. Historisch betrachtet ging einer US-Rezession fast immer ein sprunghafter Anstieg des Ölpreises oder eine deutliche Straffung der Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank Fed voraus – gegenwärtig ist offensichtlich weder der eine, noch der andere Faktor auszumachen.

Was uns weniger Sorgen bereitet
In Bezug auf die aufstrebenden Volkswirtschaften lassen wir seit geraumer Zeit Vorsicht walten. Infolge der Konjunkturabkühlung in China und des Preiseinbruchs auf den Rohstoffmärkten sind sowohl die Unternehmensgewinne als auch die generelle Kreditqualität unter Druck geraten. Der massive Wertverfall der Schwellenländerwährungen hat jedoch zu sinkenden Leistungsbilanzdefiziten geführt und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Die Situation ist alles andere als rosig. Doch nach unserem Dafürhalten haben die Anleger dies bereits ausreichend berücksichtigt, wie auch die extrem hohen Abflüsse aus den «Emerging Markets» in den vergangenen drei Jahren beweisen. Eine Stabilisierung der Rohstoffpreise sollte helfen, das Abwärtsrisiko von nun an zu mindern.

Was uns Sorgen bereitet
Die Entwicklung in der Eurozone ist zuweilen besorgniserregend: Während die portugiesische Regierung versucht, die Reformen rückgängig zu machen, hat Spanien noch immer keine Regierung und der Ausgang der Wahlen in Irland ist offen. Hinzu kommen die Flüchtlingskrise und die reelle Möglichkeit, dass Grossbritannien die Europäische Union verlässt und so das 28-Staaten-Gebilde in seinen Grundfesten erschüttert. Die Wirtschaft zeigt sich bislang widerstandsfähig, doch ein Vertrauensverlust könnte äussert nachteilige Folgen haben.

Vertrauen wieder herzustellen ist zentral
Insgesamt sind wir der Meinung, dass die Weltwirtschaft in keine Rezession fällt. Aus diesem Grund halten wir an unserer «leichten Übergewichtung» von Aktien und Hochzinsanleihen fest. Die Anleger gehen unseres Erachtens von einem zu pessimistischen Szenario aus. Die Furcht auf den Finanzmärkten kann jedoch in Form von restriktiveren Finanzbedingungen, beispielsweise einer Ausweitung der Zinsdifferenzen und sinkenden Aktienmärkten, auf die Realwirtschaft durchschlagen. Es ist daher entscheidend, dass die Währungshüter und wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger mit vertrauensbildenden Massnahmen die negative Rückkoppelungsschleife durchbrechen. Wir erwarten keine Rezession, doch die Weltwirtschaft wird weiter unter dem Gewicht der Überschuldung, den Überkapazitäten in vielen Branchen und dem fehlenden Wachstum der Gesamtnachfrage leiden. Dies bedeutet, dass die Notenbanken nahezu keine andere Wahl haben, als ihre expansive Geldpolitik bis auf Weiteres fortzusetzen. Kein Wunder also, entdecken die Anleger Gold neu.

Der Ölpreis zählt: Ölschwemme oder emotionale Reaktion?

Anfang des Jahres sind die Ölpreise auf unter 30 US-Dollar pro Barrel gesunken. Grund hierfür waren Befürchtungen im Zusammenhang mit einem Überangebot auf dem Ölmarkt. Dazu hat auch die rückläufige Nachfrage aus China, wo die Konjunktur zurzeit an Fahrt verliert, beigetragen. In der Folge rutschten die Finanzmärkte weltweit praktisch in eine Baisse-Phase ab.

Nachfolgend erläutern unsere Investmentexperten von Natixis Global Asset Management, welche Konsequenzen die niedrigen Ölpreise ihrer Meinung nach für Aktien- und Anleiheninvestoren sowie für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage haben werden. Darüber hinaus erläutern sie, welche Anlagechancen die jüngste Verkaufswelle am Markt eröffnet hat.

Jörg Knaf, Executive Managing Director – DACH Countries
Natixis Global Asset Management

Wie es mit der Achterbahnfahrt an den Börsen weitergeht, kann keiner voraussagen. Gemessen an anderen Märkten und mit Blick auf die Konjunktur steht Europa aber besser da als andere Regionen. Egal in was man investiert, man muss starke Nerven haben – oder ein standfestes Portfolio, gespickt mit nicht korrelierenden alternativen Anlagen. Jetzt ist also aktives Management gefragter denn je.

David Herro, CFA®, CIO International Equities
Harris Associates

Neben dem nachlassenden Wachstum in China sorgt man sich an den Aktienmärkten weltweit vor allem um die weitere Entwicklung des Ölpreises. Aber ist es für die Märkte wirklich so schrecklich, dass der Ölpreis buchstäblich eingebrochen ist? Wir schenken den Ökonomen vermutlich deshalb keine Aufmerksamkeit mehr, weil sie einige Jahre zuvor noch einen Ölpreis von bis zu 200 US-Dollar pro Barrel prophezeit hatten. Mittlerweile liegt der Ölpreis aber nur noch bei rund 30 US-Dollar pro Barrel und das Pendel neigt sich offenbar ins andere Extrem.

Niedrige Preise lassen die Ölnachfrage ansteigen

Die Nachfrage nach Öl ist allerdings nicht so massiv eingebrochen, wie es das aktuelle Preisniveau vermuten lässt. Vielmehr zieht die Ölnachfrage mittlerweile sogar wieder an. So ist die Zahl der durchschnittlich gefahrenen Meilen in den USA nach Angaben des US-Verkehrsministeriums um über 4% gestiegen. Als die Öl- und Benzinpreise noch hoch waren, ging die Zahl der gefahrenen Meilen hingegen zurück. Gleichzeitig reißen sich die Kunden momentan um spritfressende SUVs, während Hybridmodelle bei den Händlern Staub ansetzen. Man passt sich also an das derzeitige Preisniveau an, denn sei es nun zu Recht oder zu Unrecht: Die Menschen fahren mehr und kaufen außerdem größere Fahrzeuge.

Falls die Weltwirtschaft in den nächsten fünf Jahren also tatsächlich so kräftig wachsen sollte, wie die Weltbank erwartet, werden wir auch in Zukunft immer mehr Öl benötigen.

Offshore-Förderung geht zurück

Die kostspieligsten Ölvorkommen und -reserven liegen vor den Küsten und repräsentieren etwa 20% des gesamten Ölangebots. Falls die Unternehmen aber nicht mehr Geld in die Offshore-Förderung investieren, wird dieses Segment um 8% bis 12% pro Jahr schrumpfen. Angesichts eines Ölpreises von deutlich unter 80 US-Dollar pro Barrel wird die Offshore-Förderung jedoch praktisch unerschwinglich. Deshalb rechnen wir damit, dass das Angebot an Offshore-Öl noch rasanter zurückgehen wird. Dadurch wird dann auch das Ölangebot insgesamt sinken.

Volatilität bietet Anlagechancen

Im Januar sind die Aktienkurse weltweit deutlich gefallen. Nach unserer Meinung wird der Wert hochqualitativer Unternehmen dadurch aber langfristig nicht beeinträchtigt. Vielmehr eröffnet diese Entwicklung sogar eine attraktive Kaufgelegenheit, um von den Wertschwankungen am Markt, die durch diverse nichtfundamentale Faktoren ausgelöst worden sind, zu profitieren.

Darüber hinaus muss man sich auch vor Augen führen, dass niedrige Energiepreise den Konsumenten sehr zugutekommen können. Schließlich bezahlen sie nun weniger Tank- und Heizkosten. Die Verbraucher haben also mehr Geld in der Tasche, das sie ausgeben können, um damit die Wirtschaft anzukurbeln.

Chris Wallis, CFA®, CEO, CIO
Vaughan Nelson Investment Management

Trotz der stark gesunkenen Ölpreise sowie anderer volkswirtschaftlicher Probleme, die im Januar an den Märkten eine Verkaufswelle ausgelöst haben, sollten langfristig ausgerichtete Investoren nicht übermässig besorgt sein. Vielmehr hat diese Entwicklung sogar Anlagechancen, die der Markt zurzeit noch unterschätzt.

Einer der aktuell weltweit preiswertesten Vermögenswerte ist das Barrel Öl. Wir sind der Ansicht, dass die gesamte E&F-Branche, also die Exploration und Förderung der Öl- und Gasindustrie, den Betrieb einstellen müsste, wenn der Ölpreis dauerhaft bei 30 US-Dollar pro Barrel verharren würde. Es muss sich also zweifellos etwas ändern. Deshalb rechnen wir damit, dass die Ölpreise im Jahr 2016 wieder anziehen werden. Darüber hinaus gibt es in diversen Sektoren – von der Ölbranche über die Industrie bis hin zum Einzelhandel – momentan beträchtliche Überschussbestände. Sobald diese Lagerbestände abgebaut worden sind, dürfte der Preis wieder nach oben gehen.

Ausblick für den Energiesektor

Obwohl wir es derzeit weltweit mit einem Überangebot an Öl zu tun haben, geht dieses allmählich deutlich zurück. In den USA etwa sind bereits genügend Förderanlagen stillgelegt worden. Nach unserer Meinung beläuft sich das aktuelle Überangebot auf lediglich rund 1,5 Mio. Barrel und ist damit wesentlich niedriger als noch in den 1980er Jahren, als die OPEC-Staaten und Saudi-Arabien deutlich mehr Überschusskapazitäten hatten. Seinerzeit konnten diese Länder über Jahre hinweg zu viel Öl fördern und so ihre Mitbewerber verdrängen. Inzwischen verfügen diese Staaten jedoch nicht mehr über ein derartiges Überangebot.

Darüber hinaus bedarf es übrigens gar keiner grundlegenden Veränderung beim Nachfragewachstum, um die weltweiten Lagerbestände abzubauen. Schließlich kann gar nicht so viel Öl gefördert werden, wie bei einem Preis von 35 US-Dollar pro Barrel benötigt wird. Den Wirtschaftsdaten zufolge ist die Ölnachfrage nämlich ungebrochen hoch. Deshalb gehen wir ganz grundsätzlich davon aus, dass wir es in einem bis anderthalb Jahren wieder mit einem knappen Angebot an Öl zu tun haben werden – vorausgesetzt natürlich, die Nachfrage bricht nicht massiv ein.

Bei sinkenden Ölpreisen zieht die Nachfrage tendenziell an. Deshalb nimmt die Nachfrage zurzeit auch wieder langsam zu und das recht kräftig. Nach unserer Ansicht kann man die weltweite Energienachfrage auch bei einem Preis von rund 90 US-Dollar pro Barrel decken. Und bei 80 bis 90 US-Dollar je Barrel muss man wahrscheinlich nicht einmal auf Offshore-Vorkommen zurückgreifen. Aus diesem Grund könnten Offshore-Förderer ebenso wie ihre Zulieferer vermutlich aus dem Geschäft gedrängt werden. Dies aber wird das Ölangebot dann natürlich noch zusätzlich einschränken.

Anlagechancen in ausgewählten Small Caps

Kleinere Unternehmen aus ausgewählten Segmenten des Energiesektors bieten momentan vielversprechende Anlagechancen. So rechnen wir damit, dass sich etwa Raffinerie-Dienstleister positiv entwickeln dürften. Allerdings macht der Markt auf Einzeltitelebene im Moment einfach keine Unterschiede und differenziert nicht genug. Angesichts der jüngsten Verkaufswelle sind die Aktien dieser Unternehmen deshalb mittlerweile attraktiv bewertet. In Houston gibt es ein Sprichwort: „Geh im Westen short, im Osten long.“ Die Raffinerien befinden sich im Osten der Stadt.

Im Allgemeinen denken wir bei Vaughan Nelson aber in Zeiträumen von drei Jahren – und nicht von drei Monaten. Deshalb sind die kurzfristigen Auswirkungen der Ölpreise für uns eher nachrangig.

David Lafferty, CFA®, Chief Market Strategist
Natixis Global Asset Management

Unter Berücksichtigung aller Wirtschafts- und Fundamentaldaten am Markt sind wir nicht der Ansicht, dass die aktuelle Tendenz der Ölpreise für eine globale Rezession spricht.

Der Preisverfall beim Öl von über 100 US-Dollar pro Barrel von Mitte 2014 auf fast 28 US-Dollar je Barrel (Stand: 20. Januar) ist vielmehr durch einen komplexen Mix von Faktoren ausgelöst worden. Dazu zählen:
- eine schleppende Nachfrage,
- ein steigendes Angebot,
- ein stärkerer US-Dollar.

Natürlich ist die weltweite Nachfrage derzeit zwar keineswegs robust, aber sie steigt nach wie vor an. Insgesamt gehen wir davon aus, dass der aktuelle Rückgang der Ölpreise nicht auf eine unzureichende Nachfrage zurückzuführen ist: Er ist im Wesentlichen eine Folge des Überangebots. Der zunehmende Einsatz der Fracking-Technologie in den USA hat in Verbindung mit dem Widerwillen der OPEC-Staaten, ihre Förderung zu drosseln, zu einem Überangebot geführt, das die Preise nach unten treibt. Und da wir den Preiseinbruch beim Öl in erster Linie der Angebots- und nicht der Nachfrageseite zuschreiben, handelt es sich dabei kaum um einen Vorboten einer weltweiten Rezession.

Außerdem rechnen wir mit einem moderaten Konsumwachstum, weil die Arbeitnehmer wegen der gesunkenen Ölpreise im Vergleich zu 2015 mehr Geld in der Tasche haben, das sie ausgeben können.

Schwäche der Ölpreise wird nicht ewig anhalten

Wir halten Öl auf dem aktuellen Preisniveau für deutlich unterbewertet. Obwohl die Grenzkosten für die Förderung sowohl auf regionaler Ebene als auch je nach Förderanlage variieren, dürfte ein Preis von unter 40 US-Dollar pro Barrel letztlich zu einer sinkenden Produktion führen.

Derzeit sind einige Förderer aber noch abgesichert, weil sie ihre zukünftigen Fördermengen bereits zu höheren Preisen verkauft haben. Wir gehen davon aus, dass einige Staaten die Produktion sogar noch weiter erhöhen werden, weil die niedrigeren Preise große Löcher in ihre Staatshaushalte reißen und die Sozialausgaben beeinträchtigen. Außerdem liegen die aktuellen Lagerbestände beim Öl auf einem historischen Hoch.

Dieses Umfeld wird jedoch nicht auf Dauer anhalten. Wir rechnen auf lange Sicht mit einer sinkenden Ölförderung, sodass das Angebot irgendwann auch wieder der schleppenden Nachfrage entsprechen wird. Im Rahmen dieses neuen Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage sollte der Ölpreis dann wieder auf 45 bis 65 US-Dollar pro Barrel anziehen. Das aber könnte durchaus noch sechs bis 18 Monate dauern.

Der Handel von Rohstoffen geht mit einem beträchtlichen Verlustrisiko einher.
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse und liefert auch nicht zwangsläufig Hinweise auf die weitere Performance.


Über Natixis Global Asset Management, S.A.
Bei Natixis Global Asset Management, S.A. handelt es sich um eine Gesellschaft mit diversen Tochterfirmen, die einen gebündelten Zugang zu mehr als 20 spezialisierten Investmentgesellschaften in Amerika, Europa und Asien bietet. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Asset Managern.(1) Im Rahmen seiner Durable Portfolio Construction®-Philosophie setzt das Unternehmen auf die Entwicklung innovativer Ideen für die Asset Allocation und das Risikomanagement. Diese können institutionellen Investoren, Beratern und Privatanlegern dabei helfen, mit den Herausforderungen des modernen Marktes umzugehen. Natixis Global Asset Management, S.A. verbindet die Expertise einer Vielzahl spezialisierter Investmentmanager mit Sitz in Europa, Amerika und Asien, um so eine breite Palette von Aktien-, Anleihen- und alternativen Anlagestrategien anzubieten.

Mit Firmenzentralen in Paris und Boston verwaltete Natixis Global Asset Management, S.A. zum 31. Dezember 2015 ein Vermögen von insgesamt 870,3 Mrd. USD (801,1 Mrd. EUR).(2) Natixis Global Asset Management, S.A. gehört zu Natixis, einer in Paris börsennotierten Tochtergesellschaft von BPCE, der zweitgrößten Bankengruppe Frankreichs. Zu den mit Natixis Global Asset Management, S.A. verbundenen Investmentmanagement-, Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaften zählen Active Investment Advisors,(3) AEW Capital Management, AEW Europe, AlphaSimplex Group, Aurora Investment Management, Axeltis, Capital Growth Management, Cube Infrastructure Managers, Darius Capital Partners, DNCA Investments,(4) Dorval Finance,(5) Emerise,(6) Gateway Investment Advisers, H2O Asset Management,(5) Harris Associates, IDFC Asset Management Company, Loomis, Sayles & Company, Managed Portfolio Advisors,(3) McDonnell Investment Management, Mirova,(5) Natixis Asset Management, Ossiam, Seeyond,(7) Vaughan Nelson Investment Management, Vega Investment Managers sowie Natixis Global Asset Management Private Equity (einschließlich Seventure Partners, Naxicap Partners, Alliance Entreprendre, Euro Private Equity, Caspian Private Equity und Eagle Asia Partners). Weitere Informationen finden Sie unter ngam.natixis.com.

Zum weltweiten Vertriebsnetz von Natixis Global Asset Management gehört die NGAM S.A., eine durch die CSSF zugelassene Luxemburger Verwaltungsgesellschaft mit einer Zweigniederlassung in Deutschland (HRB-Nummer 88541, Im Trutz Frankfurt 55, Westend Carrée, 7. Stock, 60322 Frankfurt am Main). Natixis Global Asset Management ist durch ein weltweites Vertriebsnetz vertreten, einschließlich NGAM, Switzerland Sàrl.

(1) Im Rahmen des Cerulli Quantitative Update: Global Markets 2015 wurde Natixis Global Asset Management, S.A. mit einem verwalteten Vermögen von 890,0 Mrd. USD als die Nr. 17 unter den größten Vermögensverwaltern der Welt eingestuft (Stand: 31. Dezember 2014).
(2) Der Nettoinventarwert versteht sich per 31. Dezember 2015. Das verwaltete Kundenvermögen kann auch Anlagegelder umfassen, für die nicht-regulierte Vermögensverwaltungsdienstleistungen erbracht werden. Zu diesen nicht-regulierten Geldern zählen jene Anlagevermögen, auf welche die Definition der SEC von „regulierten Anlagegeldern“ im Sinne von Teil 1 des ADV-Formulars nicht zutrifft.
(3) Eine Abteilung von NGAM Advisors, L.P.
(4) Eine Marke von DNCA Finance.
(5) Eine Tochtergesellschaft von Natixis Asset Management.
(6) Eine Marke von Natixis Asset Management und Natixis Asset Management Asia Limited mit Sitz in Singapur und Paris.
(7) Eine Marke von Natixis Asset Management.

„Bessere Perspektiven im globalen Hochzinssegment“

Nach dem Abverkauf im High-Yield-Bereich ergeben sich in Teilen der globalen Hochzinsmärkte attraktive Perspektiven. Dies geht aus einem aktuellen Research-Paper von BMO Global Asset Management hervor. „Anleger haben traumatische Monate hinter sich, in denen die Renditespreads gegenüber Staatsanleihen um mehr als einen Prozentpunkt gestiegen sind“, erklärt Chris Brils, Head of Global High Yield bei BMO Global Asset Management. Nun aber dürfte seiner Ansicht nach das Schlimmste überstanden sein: „Wir prognostizieren weltweit keine Rezession, so dass im globalen High-Yield-Segment außerhalb des Energiesektors interessante Anlagechancen existieren.“ Dabei werde die Anlageklasse auch künftig sensibel auf Stimmungsschwankungen angesichts der Ölpreisentwicklungen, des globalen Wachstums, politischer Unsicherheit in Europa sowie der Zeitpunkte künftiger US-Zinserhöhungen reagieren. Die eigentliche Attraktivität von Hochzinsen liege in ihren laufenden Renditen und ihrer relativ geringen Anfälligkeit gegenüber Zinsänderungen. Anlagestrategien, die sich auf höhere Bonitäten im Bereich der Ratings BB und B konzentrieren, dürften den breiteren High-Yield-Markt übertreffen, sofern es gelänge, ausfallgefährdete Titel weitgehend zu vermeiden und etwaige Verluste aus Kreditausfällen zu minimieren.

Unpopuläre Hochzinsanleihen
Seit Oktober 2015 zogen Anleger, Brils zufolge, weltweit im großen Stil Mittel aus High-Yield-Publikumsfonds ab. Die Angst vor einer von China ausgelösten globalen Wachstumsdelle und dem weiteren Ölpreisverfall spielten dabei eine wichtige Rolle. Dominiert wird der globale High-Yield-Markt von den USA, deren Hochzinsmarkt eine hohe Energiekomponente von fast 20 Prozent aufweist. Darum spielen externe Faktoren wie etwa der Ölpreisverfall eine überdurchschnittlich große Rolle für diesen Sektor. „Die relativ hohen Abflüsse aus Publikumsfonds, die erst in jüngster Zeit wieder nachzulassen scheinen, verstärken das Ganze“, sagt Brils. 

Lohnen sich Hochzinsanleihen wieder?
Angesichts weiter steigender Spreads stellt sich die Frage: Lohnen sich Hochzinsanleihen wieder? Beobachtungen zeigen, dass die Spreadentwicklung tendenziell spätere Ausfälle vorwegnimmt, so dass bereits eingepreiste Ausfallszenarien Rückschlüsse darauf geben, wo vom Markt nicht identifizierte Chancen liegen. Analysiert man die Quote der ausfallgefährdeten oder bereits ausgefallenen Titel (Distressed Ratio), dann fällt zweierlei auf: Viele Marktbeobachter erwarten weiter steigende Ausfallquoten im Hochzinssegment. „Die Ausfälle dürften sich allerdings überwiegend auf den Energiesektor konzentrieren“, fügt Brils an. Dieser wird bereits zu Distressed-Kursen gehandelt, das heißt, die meisten Verluste in diesem Sektor sind wahrscheinlich bereits eingetreten. „Einschließlich Energie liegt die Distressed Ratio bei 18,6 Prozent, die Ausfälle im Energiesektor betragen aktuell knapp 16 Prozent. Die niedrigen Preisniveaus dieser Titel signalisieren aber, dass die meisten Verluste bereits realisiert worden sind und die Kurse den erwarteten Erlösquoten entsprechen“, erklärt der Experte. Die Ausfallquoten müssten deutlich höher sein, jedoch klassifizieren die Ratingagenturen beispielweise privat organisierte Umstrukturierungen nicht als selektive Ausfallereignisse. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass den Anleihe-Investoren dabei hohe Verluste entstehen. „Wir rechnen mit einem moderaten Anstieg der Ausfallraten im High-Yield-Segment außerhalb des Energiesektors auf etwa vier Prozent“, so Brils. 

Relative Value-Chancen bewerten
Anhand eines Spread-Relative-Value-Modells beurteilt BMO Global Asset Management, welchen Wert die Spreads von Anleihen widerspiegeln, wenn man sie in Relation zu den Ausfallraten setzt. Demnach sind die Ausfälle außerhalb des Rohstoffsektors mit knapp unter zwei Prozent immer noch niedrig. Unter Berücksichtigung der historischen Distressed Ratio von 13,5 Prozent wären eher sieben bis acht Prozent zu erwarten. „Mittlerweile bestünden selbst dann wieder gute Aussichten auf sinkende Spreads, wenn man eine mögliche Verschlechterung der Bonitäten und steigende Ausfallraten berücksichtigt“, so Brils.

Das Modell signalisiere, dass die aktuellen Spreads von etwa 830 Basispunkten eine deutlich höhere Ausfallquote einpreisen als die von BMO Global Asset Management erwarteten fast sieben Prozent. Ohne die Ausfälle im Rohstoffsegment sei dies typisch für eine leichte Rezession. Ausgehend von der Annahme, dass es zu einer Rezession kommt, ändert sich aber auch die Analyse: Schwere Rezessionen verursachen in der Regel Spitzenausfallraten von über zehn Prozent. „Wir setzen in unseren High-Yield-Portfolios auf qualitativ höherwertige Titel und konzentrieren uns auf die Segmente mit BB- und B-Rating. Im Energiesektor halten wir nur eine sehr geringe Allokation: Spreads im BB- und B-Segment, ohne Energie, liegen in den USA und Europa bei durchschnittlich etwa 675 Basispunkten“, erklärt Brils.

Attraktive Anlagechancen
Sofern keine massive globale Rezession einsetzt, dürften diese hohen Spreads attraktive Anlagechancen bieten. Durch den Ausschluss des CCC-Segments und noch schwächerer Bonitäten sowie die Konzentration auf Titel mit BB- und B-Rating, die in etwa dieselbe Bonität aufweisen, können theoretisch viele Ausfälle und die sich daraus ergebenden Verluste vermieden werden.

„Die nachhaltigste Dividendenrendite gibt es 2016 im Euroraum“

Die Eurozone ist in diesem Jahr die attraktivste Anlageregion für Dividendeninvestoren. Davon ist Markus Zeiß, Fondsmanager des LBBW Dividenden Strategie Euroland, überzeugt. Er rechnet für 2016 mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3,9 Prozent bei Aktien aus dem Euroraum. Seine Prognose liegt damit über dem Wert des vergangenen Jahres von 3,4 Prozent und insbesondere über dem Niveau anderer nicht-europäischer Anlageregionen. Zeiß erwartet für die USA lediglich eine Dividendenrendite von durchschnittlich 2,3 Prozent – und geht davon aus, dass die 30 im DAX vertretenen Aktien in diesem Jahr im Schnitt eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent verzeichnen. 

Die Dividendenausschüttungen der Unternehmen in der Eurozone dürften 2016 leicht über denen des Vorjahres liegen, prognostiziert Zeiß. „Die Unternehmen im Euroraum sind gut aufgestellt. Sie haben ihre Schulden abgebaut und verfügen über attraktive Cashflows“, begründet der Fondsmanager seine Einschätzung. Gleichzeitig spreche vieles dafür, dass sich der europäische Aktienmarkt in den kommenden Monaten wieder erhole. „Der schwache Euro und das erwartete solide Wirtschaftswachstum in Europa dürften zur Stabilisierung beitragen“, so Zeiß.

Auf die richtige Auswahl kommt es an 
Entscheidend sei aktuell aber das richtige Stock Picking. „Schnell kann es passieren, dass vermeintliche Dividendenperlen an Glanz verlieren“, sagt Zeiß und nennt zwei Beispiele: „Infolge des Ölpreisrückgangs haben Werte aus dem Öl- und Gassektor deutlich nachgelassen. Und der Abgas-Skandal bei Volkswagen hat nicht nur zu starken Kursverlusten geführt – angesichts der Milliarden-Abschreibungen wäre alles andere als eine Kürzung oder Streichung der Dividende eine Überraschung.“ Die Beispiele zeigten, wie wichtig es sei, schnell reagieren zu können. „Während sich die Zusammensetzung vieler Dividendenindizes an den Ausschüttungsquoten der Vergangenheit orientiert und meist nur quartalsweise angepasst wird, sind in solchen Fällen zeitnahe Portfolioanpassungen gefragt“, so Zeiß. Wichtig sei, dabei auch darauf zu achten, dass die Unternehmen Dividenden nachhaltig bezahlen, also aus dem Cashflow und nicht aus der Substanz.

Industrie-, Telekommunikations- und Infrastrukturwerte interessant
Auf Branchenebene hält Zeiß für die kommenden Monate drei Sektoren für besonders interessant. Zum einen favorisiert er Industriewerte, weil sie als Zykliker vom soliden Wirtschaftswachstum in Euroland aber auch in den USA profitieren dürften. Zum anderen hält er Telekommunikationsunternehmen für interessant, da die Preise erstmal seit Jahren wieder angehoben werden und der Investitionszyklus sein Hoch gesehen hat. Schließlich sind laut Zeiß auch Investments in Infrastrukturwerte eine sinnvolle Option. Hintergrund sei, dass diese Unternehmen meist über stabile Geschäftsmodelle verfügten und hohe Cashflows verzeichneten.

Im Sinne der Risikostreuung favorisiert Zeiß dabei global diversifizierte Unternehmen, deren Gewinnpotenzial nicht alleine auf einen Markt begrenzt sei. Als Beispiel nennt Zeiß den niederländischen Elektrotechnikkonzern Philips, der weltweit operiere. Mit rund 8,1 Milliarden Euro habe das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 den größten Umsatz in Nordamerika erzielt. Knapp 8 Milliarden Euro entfielen auf den EMEA-Wirtschaftsraum mit Europa, dem Nahen Osten sowie Afrika – und etwa 7 Milliarden Euro auf den asiatischen und pazifischen Raum. Philips gehört zu den Top-10-Positionen des LBBW Dividenden Strategie Euroland. Die Aktie stach zuletzt auf Einzeltitelebene im Hinblick auf den Performancebeitrag hinaus. Für Zeiß ist Philips zugleich auch ein gutes Beispiel für einen nachhaltigen Dividendenwert. Seit 1995 sei die Ausschüttungsquote weitgehend stabil. Philips wird für das abgelaufene Geschäftsjahr erneut eine Dividende von 0,80 Euro ausschütten, was angesichts des aktuellen Aktienkurses von 23,285 Euro (Stand: 29. Februar 2016) einer Dividendenrendite von 3,44 Prozent entspricht.

Über den Fonds LBBW Dividenden Strategie Euroland
Der LBBW Dividenden Strategie Euroland investiert als klassischer Stock-Picking-Fonds gezielt in Aktien aus dem Euro-Raum. Der Fonds konzentriert sich auf Titel mit einer nachhaltig aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik und einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite. Aufschluss über zukünftige Dividendenpotenziale erhält das Fondsmanagement in einem strukturierten Investmentprozess. Bei der Unternehmensanalyse finden die Bilanzstruktur, die Innenfinanzierungskraft sowie die unternehmensspezifischen Wachstumsperspektiven besondere Beachtung. Das Portfolio ist nach Branchen und Regionen diversifiziert. Der Schwerpunkt liegt bei hochkapitalisierten und daher auch hochliquiden Werten aus den führenden Aktienindizes. Die Fondsstrategie wurde in den vergangenen Jahren mehrfach von unabhängigen Experten ausgezeichnet.

„The Big Short“

von Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head Multi-Asset bei NN Investment Partners.

Seit Anfang 2015 ist die Volatilität an den Märkten deutlich gestiegen. Im Zuge einer breit aufgestellten globalen Erholung und der geldpolitischen Expansion der EZB entwickelten sich die Märkte zu Jahresbeginn zunächst positiv. In der Rückschau ist jetzt allerdings klar, dass die übermäßige Euphorie an den Staatsanleihe- und Immobilienmärkten im ersten Quartal 2015 bereits ein erster Hinweis auf die anhaltende Volatilität war, die den weiteren Jahresverlauf prägen würde.

Die Erfahrung lehrt, dass die Märkte häufig irreführende Signale senden und Turbulenzen in der Regel geballt auftreten. Nachdem die Märkte uns im ersten Quartal des vergangenen Jahres an der Nase herumgeführt hatten, war die unerwartet scharfe Korrektur bei Bundesanleihen im zweiten Quartal der erste Hinweis auf tiefgreifendere, anhaltendere Schwankungen am Markt. Gleichzeitig markierte dies den Beginn eines nachlassenden Risikoappetits bei der Anlegerschaft. Das zeigte sich u. a. an ungewöhnlich hohen Risikoprämien. Auch die Stimmungsbarometer stürzten ab. Abbildung 1 zeigt unseren Risk Aversion Index, der sich aus den gewichteten Durchschnitten der Risikoprämien in verschiedenen Marktsegmenten zusammensetzt. Danach verlangen Investoren derzeit eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Vergütung für ihre Kapitalallokation (der aktuelle Score liegt bei 72 gegenüber einem Durchschnitt von 48). Die Stimmung unter US-Anlegern ist mittlerweile sogar auf den tiefsten Stand seit dem Höhepunkt der Euro- und der Lehman-Krise gesunken. Auch stärker global orientierte Stimmungsbarometer sind schwach, allerdings weniger extrem als die US-Messwerte.

Entsprechend herrschte in den vergangenen zehn Monaten eine Verkaufsstimmung an den Märkten vor. Zunächst beschränkte sich diese Stimmung auf Assets mit hoher Zinssensitivität (Stichwort: Kurssturz bei Bundesanleihen) und die Sorge um einen Dominoeffekt aus Griechenland. Entsprechend schlecht schnitten globale Anleihen, Immobilien und europäische Aktien im zweiten Quartal 2015 ab. Im Sommer waren es dann wieder die Rohstoff-märkte und Märkte im Umkreis der EM, die von Kursrutschen betroffen waren, während Angst vor einer globalen Rezession im dritten Quartal die Aktien- und Immobilienmärkte belastete.

Seitdem hat sich die Achterbahnfahrt an den Märkten fortgesetzt und führt zu erheblichen Schwankungen bei den monatlichen Renditen auf risikoreiche Assets (siehe Abbildung 2). Zum Teil wird die Volatilität an den Märkten dadurch befeuert, dass die Anleger immer weniger Vertrauen in die Bereitschaft und Fähigkeit der Zentralbanker setzen, erforderlichenfalls weitere Lockerungsmaßnahmen zu ergreifen. Das würde jedenfalls erklären, warum die Staatsanleihemärkte in dem risikoaversen Umfeld der zweiten Jahreshälfte kaum anzogen. Die relative Lustlosigkeit dieser Märkte zeigt sich auch an der recht stabilen Entwicklung der monatlichen Renditen auf Bundesanleihen zwischen September und Januar, wie Abbildung 2 verdeutlicht.

Erst während der ersten beiden Monate des laufenden Jahres änderte sich das Marktverhalten wieder. Wenn auch die Kurse an einigen Märkten weiter rutschten, so verlagerte sich der Trend allmählich von den EM und Rohstoffmärkten mit potenziellen Ausstrahlungseffekten hin zu den entwickelten Märkten (developed markets, „DM“), wo man sich insbesondere über Rezessionsrisiken in den USA sorgt. Damit verstärkte sich die Überzeugung am Markt, dass eine weitere geldpolitische Lockerung in den DM (also keine weiteren Zinserhöhungen durch die Fed, aber weitere akkommodative Maßnahmen aufseiten von EZB und Bank of Japan (BoJ) ansteht. Dass Zentralbanker in den DM ihren Worten auch Taten folgen lassen (sowohl die Bank of Japan als auch die schwedische Riksbank haben ihre Zinsen (weiter) in den negativen Bereich gesenkt), verstärkt diese Überzeugung noch.

 

Unserer Einschätzung nach sind die Ängste vor einer Rezession in den USA oder gar weltweit übertrieben. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass die Wachstumsdynamik nachlässt und die verbreitete Verkaufsstimmung unter den Anlegern ein fragiles Marktumfeld schafft. Im Übrigen kann die negative Rückkopplung zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft die weitere Entwicklung nachhaltig belasten. So jedenfalls funktioniert ein pfadabhängiges und komplexes adaptives System wie unser globales Wirtschaftssystem.

 

Gleichzeitig ist der Pessimismus unter Anlegern extrem gestiegen und so auch ihre Cash-Positionen. Zusammen mit der bekräftigten Bereitschaft der Zentralbanken, weitere expansive Maßnahmen folgen zu lassen, sowie den ersten Hinweisen auf eine Bodenbildung bei Ölpreisen um 30 Dollar, erhöht dies das Risiko von „Short Squeezes“* auf die aktuell gehaltenen Handelspositionen. 

All das macht Allokationsentscheidungen schwierig. Die Ängste könnten sich kurzfristig noch verstärken und ihre eigene Realität schaffen. Doch auch bei Aussicht auf ein etwas langsameres Wachstum scheinen die Märkte in ihrer Preisentwicklung momentan übermäßig pessimistisch. Insofern sind jetzt positive Impulse vonnöten, damit die „Short Squeezes“ eine Normalisierungsrallye anstoßen können.

Vor diesem Hintergrund bleiben wir bei einer relativ ausgeglichenen Asset-Allokation, behalten aber jene Bereiche im Auge, die potenziell in eine anhaltende Negativspirale münden könnten: Rohstoffe und festverzinsliche Spread-Produkte. Zum Ausgleich haben wir unsere Position bei der Asset-Klasse, die am meisten von niedrigen, aber stabilen Ölpreisen, weiteren wachstumsorientierten geldpolitischen Maßnahmen und sinkenden Wachstumsängsten bei Investoren profitieren würde, ausgeweitet: Aktien.

*Druck, unter den ein Leerverkäufer gerät, wenn die von ihm erwartete Abwärtsbewegung der Kurse nicht eintritt (Zahn, Finanzwörterbuch)