Ölmarkt: „Der Wendepunkt rückt näher“

Ist der Ölpreisverfall nun endgültig gestoppt? Nachdem der Preis pro Barrel Anfang Jahr unter die Grenze von 30 US-Dollar fiel, hat sich der Kurs erholt und liegt unterdessen wieder auf dem Niveau vom letzten Dezember. Roberto Cominotto, Fondsmanager des JB Energy Fund, rechnet zwar mit weiterer Volatilität. Für ihn ist aber klar, dass ein Wendepunkt im Ölmarkt näher rückt. Die aktuelle Ölpreiskrise wurde durch die Angebotsseite verursacht. Das Nachfragewachstum ist hingegen so stark wie seit Jahren nicht mehr. „Wir erwarten nun, dass die größten Investitionskürzungen, welche die Öl- und Gasindustrie je gesehen hat, zu einem Angebotsrückgang führen werden. Bei gleichzeitig weiter wachsender Nachfrage dürfte das Überangebot im Laufe des zweiten Halbjahres absorbiert werden.“

Der wichtigste Treiber dafür ist im laufenden Jahr die rückläufige Ölproduktion der USA. US-Schieferöl reagiert schneller auf Investitionskürzungen als konventionelle Ölvorkommen. Der Rückgang der Anzahl aktiver Bohranlagen in den USA um mehr als 75 Prozent seit Mitte 2014 schlägt sich nun seit einigen Wochen deutlich in den Produktionsvolumen nieder. Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Der Wachstumsmotor des globalen Ölangebots der letzten 6 Jahre verzeichnet somit 2016 einen deutlichen Rückgang. Laut Cominotto verringert sich die Produktion in den USA im Vergleich zum Jahr 2015 um 0,9 Millionen Barrel pro Tag. „Diese Entwicklung wird der Schlüsselfaktor für die Wiederherstellung eines Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt in diesem Jahr sein.“ Ab 2017 werden sich die globalen Investitionskürzungen dann auch auf die konventionelle Ölförderung auswirken. Die könnte dann sogar zu einem Angebotsdefizit führen. 

Iran und globale Nachfrage zu pessimistisch eingeschätzt
Die Aufhebung der Sanktionen im Iran und schwächere Nachfrage wurden zu Beginn dieses Jahres oft als Gründe für tiefere Ölpreise genannt. Tatsächlich rechnet Cominotto damit, dass der Iran 2016 seine Produktion um 0,7 Millionen Barrel pro Tag erhöhen wird. Dies wir aber durch den Rückgang der US-Produktion mehr als kompensiert. Von einer Nachfragekrise kann keine Rede sein. Die globale Nachfrage ist 2015 so stark gewachsen wie seit der Finanzkrise nicht mehr und für 2016 rechnet Cominotto konservativ mit einem weiteren Wachstum von rund einer Million Barrel pro Tag.

Häufig wird die kriselnde chinesische Wirtschaft als einer der Gründe für den Fall des Ölpreises in den vergangenen eineinhalb Jahren angeführt. Cominotto bestreitet dies: „Anders als vielerorts angenommen ist die Nachfrage nach Öl nicht mit Infrastrukturinvestitionen korreliert, sondern vielmehr mit dem Konsum.“ Die Ölimporte Chinas seien auf weiterhin hohem Niveau und verzeichnen über die letzten Jahre hinweg ein stetiges Wachstum. Hauptsächlich liege das an einem Anstieg der Autoverkäufe. Diese Autos seien kein Ersatz für ältere Wagen, sondern zusätzliche Fahrzeuge auf den Straßen von Shanghai, Peking und weiteren Millionenstädten. Zudem zeichnet sich in China ein klarer Trend zu größeren Autos und SUVs ab.

Zahl der Solaranlagen steigt weiter
Ein weiterer Irrglaube ist laut Cominotto, dass erneuerbare Energien aufgrund des niedrigen Ölpreises an Attraktivität verlieren: „Wir sehen kaum einen Einfluss der niedrigen Rohstoffpreise auf die Installation von erneuerbaren Energiequellen, obwohl wir uns bereits seit 18 Monaten in einer Ölpreis-Krise befinden.“ Der Experte erklärt dies mit einem Beispiel: „Windparkprojekte erstrecken sich beispielsweise über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren. Ein Windparkinvestor wird daher seinen Investitionsentscheid basierend auf seinen Strompreisszenario für die nächsten 20 bis 30 Jahre fällen. Kurzfristige Strompreisschwankungen spielen kaum eine Rolle.“ Zudem seien die Strompreise für erneuerbare Energien in vielen Märkten vertraglich über rund 20 Jahre fixiert.

Stattdessen gewinnen erneuerbare Energien zunehmend an Bedeutung, stark getrieben durch die Nachfrage aus China, den USA und Indien. So stieg 2015 die Zahl der Solaranlagen um 25 Prozent. 2016 sollen die Neuinstallationen um weitere 20 Prozent zunehmen.

Langfristig erfolgreiche Dividendenstrategien müssen auch auf zyklische Werte setzen

Kommentar von Scott Meech, Co-Leiter Europa Aktien.

Im jetzigen Marktumfeld sind insbesondere Dividendenstrategien (Income-Strategies), die robuste Erträge erzielen, gegenüber anderen risikoreicheren Strategien für Anleger sinnvoll. Es gibt weiterhin ausgewählte Chancen, Titel im europäischen Aktienbereich zu finden, die ausgewogene Erlöse erzielen. Diese Unternehmen weisen starke Bilanzen vor und generieren Barmittel – eine wichtige Erwägung für Anleger, die angehalten sind, gerade in unsicheren Märkten nicht nur auf die Kapitalwerterhöhung von Aktien zu achten.

Income-Strategien werden aufgrund der Beschaffenheit der Titel oft als defensiv wahrgenommen. Das ist nicht ganz richtig: Es gibt zyklische Werte, die attraktive Dividendenzahlungen bieten und eine wichtige Rolle in ausgewogenen Einkommens-Strategien spielen. Sie weisen gute Bilanzen vor, ebenso wie niedrige Produktionskosten und sind von daher weniger volatil als einige ihrer Wettbewerber. Hierzu gehören beispielsweise Intesa oder Mediaset Espana, die wieder angefangen haben, Dividenden zu zahlen. Derartige Unternehmen können in schwierigen Zeiten nicht nur überleben, sondern restrukturieren und ziehen potenziell Vorteile aus Wettbewerbern mit schwächeren Bilanzen. Unternehmen mit beständigen Einnahmen sind gerade in schwierigen Zeiten sehr attraktiv.

Anleger und Fondsmanager befinden sich in einer schwierigeren Marktphase, was das Thema Dividenden betrifft: Es gab nur einen relativ sanften Rückgang von Zahlungen in den vergangenen Jahren, was wiederum zu einer gewissen Bequemlichkeit bei Anlegern führte, die finanziellen Voraussetzungen für Dividendenzahlungen in den Unternehmen zu prüfen. Der zunehmende Druck bezüglich globalen Marktwachstums, besonders in den Schwellenländern, wird jedoch für immer mehr Unternehmen zur Herausforderung, ihre Dividenden aus rückgestellten Barmitteln zu begleichen. Denn Dividendenzahlungen, die mit Schulden anstelle von erwirtschafteten Erträgen beglichen werden, sind nicht nachhaltig.

Europäische Unternehmen, im Gegensatz zu ihren Wettbewerbern in den USA, werden weiterhin unter Höchstwerten in Bezug auf ihre Profitabilität gehandelt. Bewertungen sind zurzeit nicht zu teuer. Europa befindet sich in einer anderen Phase seiner Geldpolitik, die sowohl zu den Vor- als auch Nachteilen einer schwachen Währung geführt hat. Dies, zusammen mit dem niedrigen Ölpreis, ist immer noch von Vorteil für europäische Exporteure und den europäischen Verbraucher. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Wirtschaft weiterhin ankurbeln, von daher ist es wahrscheinlich, dass der moderate Aufschwung auch im global verlangsamten Umfeld anhalten wird – gestützt durch den Verbraucher. In vielen Bereichen ist Europa besser als die anderen Weltregionen gerüstet, diese schwierige Phase zu überstehen.

Im Hinblick auf diese Entwicklungen hat das europäische Aktienteam von UBP Asset Management seine erfolgreiche Aktienfondsstrategie bereits seit drei Jahren im Hinblick auf den Konsumgüterbereich übergewichtet – insbesondere, was Medien und Automobiltitel betrifft. Diese Unternehmen haben robuste Dividenden ausgeschüttet und Barmittel generiert. Der Sektor Telekommunikation kann nach einer langen Zeit der Konsolidierung und Restrukturierung ebenfalls auf Unternehmen verweisen, die jetzt wieder stabile Erträge erwirtschaften und attraktive Dividenden zahlen. Hierzu zählen beispielsweise British Telecom (BT) und Orange. Ein weiteres Beispiel ist das portugiesische Postunternehmen CTT, das sein Angebot strategisch um Consumer-Banking erweitert hat und von der wirtschaftlichen Erholung im Land profitieren wird, die zu einem Anstieg von E-Kommerz Aktivitäten führt. 

Die Kernthemen des UBAM Euro Equity Income Fund, der mit der oben erwähnten Strategie geführt wird, sind und bleiben unverändert: Das ausgewogene Portfolio mit 30 bis 40 Titeln investiert in Unternehmen mit langfristigen Einkommensstrategien. Seit Auflegung im Jahr 2014 hat der Fonds 11,58 Prozent Rendite erwirtschaftet; seit Anfang 2016 liegt die Rendite bei 1,69 Prozent und somit vor seiner Benchmark, dem MSCI EMU NR (European Economic and Monetary Union). 

Laut NNIP-Umfrage hält nur eine Minderheit der Befragten den Brexit für wahrscheinlich

Laut der jüngsten von NN Investment Partners durchgeführte Risk Rotation Index Umfrage1 hält die Mehrheit der Anlegerschaft einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU nach dem Referendum im Juni für unwahrscheinlich. 

Nur eine Minderheit (27 Prozent) ist nach wie vor von einem Ausstieg Großbritanniens überzeugt. Im Juli 2015 lag ihr Anteil bei 20 Prozent.

Mit 5,3 Prozent ist die Risikoneigung bei Investoren insgesamt weiterhin positiv. 28,7 Prozent gaben an, ihr Risikoappetit sei in den vergangenen sechs Monaten gestiegen. Im vierten Quartal 2015 betrug dieser Wert noch 28,8 Prozent. Demgegenüber gaben 23,4 Prozent der Anleger an, ihr Risikoappetit sei in den vergangenen sechs Monaten gefallen. Im vierten Quartal 2015 war das nur bei 15,4 Prozent der Fall. Das könnte an der Ungewissheit im Hinblick auf das Verbleiben Großbritanniens in der EU liegen, jedenfalls wird ein möglicher Brexit als das größte Risiko für Investmentportfolios genannt. Ein Drittel der Anleger (33 Prozent) bezeichnet dieses Risiko als „erheblich“. Jeder Neunte (11 Prozent) sieht einen möglichen Brexit sogar als „sehr erhebliche“ Bedrohung.

Obwohl ein Brexit nicht gänzlich auszuschließen ist, scheint sich auch eine gewisse Gleichgültigkeit breitzumachen. So sind jetzt mehr Investoren überzeugt, dass der Brexit sogar eine positive Wirkung auf die europäischen Finanzmärkte haben würde. Jeder elfte Anleger (9 Prozent) ist inzwischen der Ansicht, ein Ausstieg Großbritanniens aus der EU werde sich positiv auf die europäischen Märkte auswirken. 2015 waren es nur 6 Prozent. Zudem ist die Zahl derjenigen, die von negativen Konsequenzen ausgehen, auf zwei Drittel (60 Prozent) gesunken. Letztes Jahr lag dieser Anteil noch bei 75 Prozent. Über ein Viertel (27 Prozent) der Befragten erwartet überhaupt keine wesentlichen Auswirkungen.

Trotz eines möglichen Ausstiegs Großbritanniens aus der EU, scheinen Investoren kein Interesse daran zu haben, ihr Portfolio anzupassen: Nur 14 Prozent der Anleger gaben an, Maßnahmen zum Schutz ihrer Portfolios gegen die Brexit-Gefahr ergriffen zu haben, während vier Fünftel (80 Prozent) angabegemäß an ihren bestehenden Positionen festhalten.

Dazu Patrick Moonen, Principal Strategist bei NN Investment Partners: 

„Die Anlegerschaft scheint in puncto Brexit zwischen Gefühl und Verstand zu schwanken. Einerseits scheint sich die Anleger mental auf den EU-Austritt Großbritanniens einzustellen, doch offenbar richten nur wenige ihre Portfolios entsprechend aus. Es wird zwar gemeinhin davon ausgegangen, dass ein Brexit negative Folgen haben wird, doch wie schwerwiegend diese im Einzelnen sein werden und wer genau betroffen sein wird, ist unmöglich vorauszusagen. Den Umfragen sind kaum Hinweise zu entnehmen, wie die Abstimmung tatsächlich ausfallen wird. Eines ist jedoch sicher: Je näher der 23. Juni rückt, desto stärker werden Unsicherheit, Unentschlossenheit und sogar Gleichgültigkeit die Gemüter der Investoren bestimmen.“

Im Hinblick auf das Gesamtrisiko und entsprechend der etwas stärker risikoaversen Haltung der Anleger sind defensive Aktientitel weiterhin beliebt, allen voran Healthcare (53 Prozent), Technologie (47 Prozent) und Basiskonsumgüter (39 Prozent).

Geografisch halten die meisten Investoren weiterhin die USA für die Region mit dem günstigsten Risiko-Rendite-Verhältnis: 82 Prozent der Befragten sehen hier die interessantesten Investmentchancen, 28 Prozent halten die USA sogar für das attraktivste Anlageziel überhaupt. Auf dem zweiten Platz folgen die Emerging Markets, die 73 Prozent der Nennungen auf sich vereinen. 70 Prozent der Befragten nannten die Eurozone als ihre bevorzugte Investmentregion, die damit auf dem dritten Platz landete.

Moonen weiter: „Zwar richten Investoren ihre Portfolios nicht unbedingt auf einen bevorstehenden Brexit aus, doch scheinen die Märkte die weitere Entwicklung jetzt vorsichtiger zu beurteilen. Es besteht eine starke Präferenz für defensive Sektoren. Die gegenwärtige Abneigung gegenüber Rohstoffen steht im Widerspruch zur Anlegerpräferenz für Aktien aus den Emerging Markets. Wir meinen, dass diese defensive Haltung sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass die USA als die attraktivste Investmentregion gelten.“ 

1 Die Umfrageergebnisse stammen aus NN Investment Partners‘ eigenem Research, das von Citigate Dewe Rogerson im Februar 2016 unter 94 internationalen institutionellen Investoren durchgeführt wurde.

„Schwellenländeranleihen bieten momentan sehr attraktive Spreads“

Nachdem die amerikanische Notenbank Federal Reserve vergangene Woche erklärt hat, den Leitzins vorerst nicht zu erhöhen, stiegen die Kurse von deutschen Bundesanleihen und US-Treasuries leicht an. Zuvor hatte bereits die Europäische Zentralbank eine Zinssenkung auf null Prozent beschlossen. Die Renditen bei Staatsanleihen von führenden Industrieländern sind also weiterhin niedrig. Eine interessante Alternative mit besseren Renditeaussichten könnten daher Schwellenländer-Bonds sein, sofern Anleger bereit sind, ein etwas höheres Risiko einzugehen. „Schwellenländeranleihen bieten momentan sehr attraktive Spreads. Die Spannen sind auf dem höchsten Niveau seit der Lehman-Krise. Ratingagenturen überprüfen gerade die Einstufungen vieler Schwellenländer, darunter auch ölexportierender Staaten. Herabstufungen werden zum Beispiel im Fall von Südafrika und der Türkei erwartet“, sagt Jonathan Mann, Head of Emerging Market Debt von BMO Global Asset Management. Dadurch eröffnen sich auch neue Investmentmöglichkeiten.

Strukturreformen in den Emerging Markets zeigen Wirkung
Das weltweite Marktumfeld ist laut BMO Global Asset Management nach wie vor herausfordernd. Sowohl in den USA und als auch in der Eurozone verzeichne die Wirtschaft nur ein moderates Wachstum und auch der globale Handel wachse aus strukturellen Gründen nur verhalten. „Einige Emerging Marktes wie etwa Brasilien und Russland haben im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum Probleme. Doch Währungsabwertungen haben die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Die Inflation sollte auch künftig eher gedämpft bleiben“, so Jonathan Mann. Zudem müsse man davon ausgehen, dass die chinesische Volkwirtschaft in noch in geringerem Umfang zunehme als zunächst erwartet. Dies führe dazu, so der Experte, dass Investoren die Maßnahmen der chinesischen Regierung stärker hinterfragen würden und den Abzug von Kapital in Erwägung zögen.

Doch es gebe an den Emerging Markets auch gute Nachrichten: „Positiv ist hingegen, dass Strukturreformen in Ländern wie Indien, Indonesien und Mexiko Wirkung zeigen, auch wenn sie in den jeweiligen Ländern unterschiedlich schnell umgesetzt werden.“ Verschiedene Programme des Internationale Währungsfonds (IMF) gäben einer wachsenden Zahl von Schwellenländern zentrale Anhaltspunkte für die Ausrichtung der Politik. Dies gelte zum Beispiel für den Irak, die Ukraine, Marokko, Pakistan und Honduras. Die hohen Spreads würden in den meisten Fällen durch eine starke Außenhandelsbilanz und einen beschränkten Finanzierungsbedarf aufgefangen. Allerdings könnten niedrige Wachstumsraten und infolgedessen politischer Druck auf die Entscheidungsträger auch zu suboptimalen Entscheidungen in den Schwellenländern führen. 

China ist für Schwellenländerinvestments ein Risikofaktor
Aufgrund der geldpolitischen Lockerung in Japan und Europa sowie die noch immer niedrigen Zinsen in den USA seien Investoren grundsätzlich auf der Suche nach ansprechenden Renditen. „Anleger sind mit Blick auf die Risiken von Engagements in Emerging Markets nicht überfordert. Auch wenn verstärkte Mittelabflüsse aus Emerging-Market-Fonds das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ändern könnten“, meint Mann. Das Hauptrisiko bestehe darin, dass das Wirtschaftswachstum in China schwächer als prognostiziert ausfalle und die dortige Währung stärker abwerten könnte: „Dies könnte sich auch negativ auf die Öl- und Rohstoffpreise auswirken und die Währungen und Spreads anderer Schwellenländer beeinflussen.“ Ein weiteres Risiko besteht laut Jonathan Mann in der angespannten Lage auf dem US-Arbeitsmarkt, die die amerikanische Notenbank veranlassen könnte, mehr Zinsschritte einzuleiten als die Finanzmärkte derzeit einpreisten. Dies würde die Liquidität weltweit verknappen und auch die Schwellenländer treffen. „Dies könnte den US-Dollar weiter erstarken und Rohstoffpreise entsprechend sinken lassen. Schließlich würde auch ein plötzlicher Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen Schwellenländerinvestments unter Druck setzten“, analysiert Mann.

„Brexit“ - Positionierung für die Ungewissheit

von Ariel Bezalel, Manager des Jupiter Dynamic Bond SICAV Fonds bei Jupiter Asset Management.

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würde aller Wahrscheinlichkeit nach dem Ansehen des Landes in der Welt schaden und das europäische Projekt infrage stellen. Zudem hätte er das Potenzial, einen globalen Schock auszulösen, der für erhebliche Volatilität bei Risikoaktiva sorgen würde.

Seit Beginn des Jahres hat die Sorge zugenommen, Großbritannien könne sich im Rahmen des für den 23. Juni angesetzten Referendums für einen Austritt aus der Europäischen Union entscheiden. Unmittelbare Reaktionen auf ein Austrittsvotum der Briten wären unseres Erachtens Wertverluste beim Pfund und bei britischen Vermögenswerten, da die Märkte eine echte Abneigung gegen Ungewissheit aufweisen. Wir meinen jedoch, dass die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen nicht sonderlich negativ wären. Im Gegenteil, ein schwächeres Pfund könnte sogar den britischen Exporten Auftrieb verleihen. Darüber hinaus glauben wir, dass viele Länder in Europa nicht einfach aufhören würden, mit Großbritannien Geschäfte zu machen. 

Meine Sorgen in Bezug auf einen möglichen Brexit richten sich in stärkerem Maße auf den politischen Bereich: Das Ansehen der EU ohne Großbritannien würde deutlich leiden. Gleiches gilt für Großbritanniens Ruf in der Welt. Darüber hinaus könnte ein Brexit in Großbritannien für politische Unsicherheit sorgen und es ist sehr wahrscheinlich, dass Premierminister David Cameron zurücktreten müsste. Zudem würde ein Austritt Großbritanniens unseres Erachtens dafür sorgen, dass sich die existenzielle Frage nach der Zukunft des europäischen Projekts stellt. Auf der europäischen Politikbühne feiern ehemalige Randparteien in Ländern wie Frankreich, Polen und Spanien große Erfolge. Ein britischer EU-Austritt würde aller Wahrscheinlichkeit nach die Popularität von Anti-Establishment-Bewegungen auf dem gesamten Kontinent erhöhen. Dies könnte für Volatilität bei Risikoaktiva sorgen. Auch ein Grund, weshalb die Finanzminister beim jüngsten G20-Treffen mahnten, ein Brexit könne einen globalen Schock auslösen. Vor dem Hintergrund all dieser Aspekte haben wir versucht unseren Fonds so zu positionieren, dass diese Risiken abgemildert werden.

Im Februar standen britische Vermögenswerte über weite Strecken unter Druck, da sich die Anlegerstimmung in Bezug auf Großbritannien angesichts der Angst vor einem Brexit ins Negative kehrte. Seither konnte eine gewisse Erholung beobachtet werden, da Risiko bei Investoren wieder in Mode ist, seit sie realisiert haben, dass britische Unternehmensanleihen generell in guter Verfassung sind. Es sollte nicht vergessen werden, dass eine günstige Zinssituation, gepaart mit konjunktureller Stärke, zahlreiche von uns gehaltene Unternehmen in die Lage versetzen dürfte, Schulden schneller zurückzuzahlen.

Unsere Positionierung

Großbritannien stellt nach wie vor eine Kernposition in unserem globalen Portfolio dar. Das Exposure des Fonds in Bezug auf Großbritannien liegt derzeit bei rund 28 Prozent des Fondsvermögens, wobei etwa die Hälfte davon auf Bankwerte entfällt.(1) Es gibt mehrere Gründe, weshalb wir gegenüber Großbritannien eine positive Haltung einnehmen. Erstens sind wir der Auffassung, dass eine lockere Geldpolitik noch einige Zeit Bestand haben wird. Vielmehr erwartet der Markt derzeit bis Ende nächsten Jahres keine Zinserhöhung in Großbritannien. Zweitens ist die britische Wirtschaft in recht robuster Verfassung und verzeichnete eine bessere Entwicklung als zahlreiche andere Volkswirtschaften in aller Welt. Drittens und letztens ziehen wir britische Banken ihren Pendants in der Eurozone vor, da wir sie – im Großen und Ganzen – für die gesündesten Banken in Europa halten. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da die Tage, in denen Anleiheinhaber damit rechnen konnten, im Falle einer Bankenpleite durch staatliche Interventionen gerettet zu werden, vorüber zu sein scheinen. Unseres Erachtens sind die Steuerzahler derartige Rettungsaktionen leid. Wir vermuten, dass es in den nächsten 12 bis 24 Monaten eine höhere Zahl von Bail-ins geben wird, daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt von entscheidender Bedeutung, schwächelnde Banken zu meiden. Zu den von uns bevorzugten britischen Finanzwerten zählen dabei Lloyds, RBS, Nationwide, Coventry und Barclays.

Staatsanleihen gefragt

Aktuell hat der Fonds annähernd ein Drittel seines Vermögens in qualitativ hochwertige Staatsanleihen wie etwa aus den USA und Australien investiert, die in Zeiten schwächelnder Risikoaktiva in der Regel eine gute Performance zeigen. Dies kam der Wertentwicklung des Fonds im Januar und Februar zugute. Zudem haben wir rund 2 Prozent des Fondsvermögens in Wandelanleihen von Goldminengesellschaften investiert, die zuletzt ebenfalls gut abschnitten, da Gold als sichere Anlage betrachtet wird.

Die Welt sieht sich jedoch weiter mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Im November wird die äußerst bedeutsame US-Präsidentschaftswahl stattfinden, deren Ausgang alles andere als sicher ist. Unabhängig davon, wer gewinnt: Wir werden uns wohl auf erhebliche Veränderungen in der US-Politik einstellen müssen. Zudem setzt sich der konjunkturelle Abschwung in China fort. Da das Land ein wichtiger Importeur von Waren und Dienstleistungen aus zahlreichen Ländern ist, hat der dortige Konjunkturrückgang erhebliche globale Auswirkungen. All diese Indikatoren bringen uns zu dem Schluss, dass zum jetzigen Zeitpunkt ein behutsames Vorgehen ratsam ist.

Quelle:
(1) Factset, 29.02.2016.

Unsicherheit in China bleibt und überträgt sich auf Südkorea

von Prashant Khemka, Manager des GS Growth & Emerging Markets Broad Equity Portfolios bei Goldman Sachs Asset Management.

Die Entwicklung der meisten Schwellenländer hängt aktuell von den folgenden drei Faktoren ab: Erstens der langsame und wenig beständige Transformationsprozess Chinas, zweitens die Frage, wer tatsächlich von den niedrigen Öl- und Rohstoffpreisen profitiert, und drittens die Verbraucherausgaben in den Schwellenländern – jetzt und in den nächsten zehn Jahren. Trotz etlicher makroökonomischer Schwierigkeiten bieten Aktien aus Schwellenländern weiter großartige Gelegenheiten zur Alpha-Generierung und Portfoliodiversifikation. Dabei liegt unser Fokus auf Unternehmen, die wir als langfristige Marktanteilsgewinner sehen, sowie auf kleineren Titeln, die sehr stark von positiven Trends profitieren. In der vorliegenden Serie über Emerging Markets Aktien werden wir verschiedene Schwellenländer vorstellen und auf die jeweils besonderen regionalen Treiber eingehen. Den Auftakt bilden China und Südkorea, bevor wir uns nächste Woche eingehender mit Indien, Indonesien, Brasilien, Mexiko, der Türkei und Südafrika befassen werden.

China – weitere Volatilität im Anmarsch

Dass Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) langsamer wächst, hat die Regierung des Landes inzwischen bestätigt und ihre offizielle Wachstumsprognose für 2016 auf 6,4 Prozent gesenkt. Wir verfolgen viele chinesische Wirtschaftsindikatoren, die allesamt nahelegen zu scheinen, dass das Wachstum vor allem im Industriesektor so gut wie auf der Stelle tritt. Die steigende Arbeitslosigkeit ist eine direkte Folge des schwächeren Industriewachstums und es gibt Anzeichen dafür, dass dies den Konsum belastet. Dabei soll Letzterer eigentlich zunehmend als Wachstumsmotor fungieren. Für den Dienstleistungssektor bleiben wir optimistisch, obwohl hier die Indikatoren zuletzt ebenfalls eine kurzfristige Wachstumsverlangsamung signalisiert haben.

Der Übergang von einer investitionsgetriebenen zu einer konsumorientierten Wirtschaft ist bisher jedoch noch nie reibungslos vonstattengegangen. Auch China dürfte diesbezüglich keine Ausnahme bilden. Die chinesische Regierung wird sich verstärkt auf die Generierung von Wachstum konzentrieren, zumal die traditionellen Wirtschaftsstimuli scheinbar nur begrenzt wirken. Dabei hat China in etwas mehr als einem Jahr neben verschiedenen anderen Lockerungsmaßnahmen bereits fünfmal die Zinsen gesenkt. Die Regierung könnte bei ihren Bemühungen, Wachstum zu generieren, wieder mehr den Industriesektor ins Visier nehmen. Dies ginge allerdings wohl zulasten weiterer Reformen. Außerdem wäre noch der hohe Preis eines wachsenden Schuldenbergs zu zahlen. Erfahrungsgemäß verheißt eine schnelle Anhäufung von Schulden für die betroffenen Länder nichts Gutes. Für gewöhnlich dämpft dies für eine längere Zeit das BIP-Wachstum oder es entsteht gar eine Finanzkrise – ein Schicksal, das wir für China aber nach wie vor nicht erwarten.

Aus Aktiensicht dürfte mit einer anhaltenden Volatilität zu rechnen sein. Diese Kursschwankungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Bestreben der Regierung, bei der Wirtschafts- und Markttransformation des Landes nichts dem Zufall zu überlassen. Die Aussicht auf unkalkulierbare staatliche Interventionen und die systematischen Kapitalfehlallokationen in der Vergangenheit bestärken uns darin, es bei einem sehr begrenzten Engagement in chinesischen Staatsbetrieben zu belassen. In den Verbrauchersektoren finden wir trotz des kurzfristigen Gegenwinds für den Konsum weiterhin einige interessante Opportunitäten. Hierzu zählen etwa lokale Einzelhändler, die Marktanteile gegen internationale Marken gewinnen sowie vom Internethandel und Tourismus profitieren.

Südkorea – Unternehmensreformen und Konsolidierung

Südkorea steht in konjunktureller Hinsicht deutlich besser da als viele andere Schwellenmärkte. Das Land kann als Nettoimporteur von Öl und Rohstoffen von der derzeitigen Schwäche dieser Märkte profitieren und weist ein stabiles politisches Umfeld auf – auch trotz seines unmittelbaren Nachbars Nordkorea. Zu den größten Herausforderungen für die südkoreanische Wirtschaft zählt die starke Abhängigkeit von Chinas schwächelnder Industrie. Letztlich wird dies Südkorea dazu zwingen, sein Wirtschaftsmodell dem chinesischen Transformationsprozess anzupassen. Ein anderes Problem im Jahr 2016 stellt die relative Währungsstärke innerhalb Asiens – und hier vor allem gegenüber dem Yen – dar, was die Exporte weiter belasten wird.

Trotz gewisser Schwierigkeiten auf makroökonomischer Ebene erscheinen südkoreanische Aktien interessant, da die Unternehmen in Hinblick auf ihre Gewinne sowie Corporate Governance Verbesserungspotenzial besitzen und obendrein die Bewertungen vergleichsweise attraktiv sind. Wir entdecken derzeit viele Unternehmen, die wir als robust genug einschätzen, um dem schwierigeren Makroumfeld in den Schwellenländern standzuhalten. So halten wir beispielsweise Aktien eines Unternehmens, das unserer Meinung nach von der Industriekonsolidierung profitieren kann – auch wenn als Treiber hinter dieser Konsolidierung das langsamere Wachstum in China steht. Ferner stellen wir fest, dass trotz der Währungsbelastung und des Drucks, unter dem die chinesischen Verbraucher stehen, die Nachfrage nach einigen Produkten wie etwa Kosmetik, weiter ungebrochen wächst.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 31. Dezember 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,083 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

Investors use options to counter market turmoil

Saxo Bank sees a growing trend in investors using options to hedge their exposure in asset classes such as equities and FX. Turmoil in financial markets has left investors looking for attractive ways to safeguard their portfolios.

The growing appetite for options is reflected with a 71 percent growth in trading volume in listed options from 2014 to 2015. An option is a financial instrument that gives the buyer the right, but not the obligation, to buy or sell an underlying asset at a specific price on or before a certain date. The put option refers to the buyer’s right to sell and is used when the buyer thinks the price of the asset will fall before the option expires. Call option gives the right to buy and is used if the investors expect the asset to increase in price. The seller of the option has a corresponding obligation to fulfil the transaction should the buyer decide to “exercise” his right.

Patrice Henault, Head of Futures and Listed Optionsat Saxo Bank, said:

“Options provide an additional set of investment opportunities that investors can use in times of turmoil. An investor holding shares in Apple can for example use a put option to completely or partially protect their investments as they can use the option in the same stock or index to neutralise price falls. In this way options work a lot like insurance. If we purchase insurance to protect our house against fire or damage why not protect our investments as well?”

As an example, Apple shares are trading around at $100, and an investor owns 100 shares and is nervous about the shares declining over the next couple of months but still believes in the long-term growth opportunity in the company.

The investor could then buy a May 2016 $95 put option for a premium of $4.20 a share. Each option equals 100 shares or $420 of total cost. The put option will give the right to sell shares of Apple for $95 at any time before the expiration in May and eliminate any further financial loss in case the share price has dropped below the price.

Saxo Bank believes options are just at the base of the mountain and will continue to grow in popularity.

“Options are among the strategic investment tools that we see a growing interest for. We believe the trend will continue and we do our best to provide clients with the proper knowledge and education, so they can use options in a way that fits their individual investment strategy” Saxo Bank offers a wide variety of options including 45 FX options, 640 stock options and 167 contract options. Currency options are one of the best to hedge against movements in exchange rates and make a profit from the moving rates.

The most popular currency options among Saxo Bank’s clients are:

USD: Over the past months we have seen an increased interest in buying USD put options mainly against EUR. The stressed stock markets and the overall “risk off” sentiment has made investors question the path of the US rate hikes and the strong USD.

GBP: We see increased interest in buying options with expiry after the UK referendum at June 23. This is a good example of investors buying longer dated options.

CNH: The discussion of a potential currency devaluation of the Renminbi is causing investors to hedge their exposures with put options on CNH and USD call options on the other side.

The most popular stock options among Saxo Bank’s clients are:

  • SPDR S&P 500 (ETF)
  • Apple
  • Energy Select Sector SPDR Fund (ETF)
  • Barclays Bank iPAth S&P 500 VIX (ETF)
  • Facebook

“Exchange-traded funds have gained much traction in the world of investing providing access to global markets, instruments and sectors. Many of the funds have listed options that investors can use. The S&P 500 tracking ETF, is the most traded equity option today. Trading options on ETFs allows investors to reduce the systemic risk in one individual stock and gives diversification. Options in the energy sector are increasing in popularity due to the current instability in commodity markets.”

Signs of hope for the Canadian Dollar

The recent rise in oil prices has caused investor sentiment to improve, allowing the CAD to recover from multi-year lows. Early indications that the Canadian economy is successfully adjusting to its ailing resource sector should continue to support CAD strength. The Liberal budget delivered a considerable fiscal stimulus which should reduce the likelihood of further monetary easing in April. Please find the FX trade idea from ETF Securities including charts attached on the left.

Economic data impresses

Over the past month, the CAD has rallied 4.2%* (on a trade weighted basis) as rising oil prices, strength from the country’s non-resource sector and the revelation of a large fiscal stimulus package boosted the currency’s prospects. This move follows a fall to 13 year lows in January as depressed oil prices weighed on business investment in the country’s vast petroleum sector. In the short term we believe that the CAD will continue on its upward trajectory as sentiment continues to improve and the Bank of Canada (BoC) holds off on further interest rate cuts in April. In particular we believe the CAD is well placed to appreciate against the EUR, which will likely remain subdued as a result of the considerable easing measures currently in place.

In December, Canadian retail sales far exceeded market expectations and non-commodity exports continued to gain momentum (see Figure 1). Both data points are signs that monetary measures are proving supportive to the economy’s ongoing objective of transitioning away from its resource sector. In addition, according to the January BoC monetary policy report, declining investment in the energy sector should slow considerably in 2016, reducing its drag on growth. If these trends continue, it should see the Canadian economy recover from its recent slump and support the CAD’s ascension from current depressed levels.

Liberal government unveil fiscal stimulus

On Tuesday, the newly-elected Liberal government unveiled a stimulatory budget, aimed at boosting infrastructure spending and tax treatment of low to middle income earners. While the fiscal package included a shift to deficit spending, it is expected to bolster growth by 1.5% and generate 150,000 jobs over the next two years (Source: Canadian Budget 2016, pg. 49). The extent of the stimulus should prove beneficial for the CAD as the measures not only buttress economic growth but importantly alleviate pressure on the BoC to implement further rate cuts at its upcoming meeting in April.

Long CAD positions start to climb

Commodities Futures Trading Commission (CFTC) data reveals that net speculative CAD positioning is the closest to flat for almost nine months having been considerably negative for some time. This is a result of speculative short positions being slashed in the wake of the recent leg up in oil prices and longs starting to show some nascent signs of recovery (see Figure 2). In coming weeks, long positions have considerable scope to rise from current levels as sentiment towards the Canadian economy improve, which should place the EUR/CAD currency pair under pressure.

Finally, the outcome of the meeting of key oil ministers in Doha on the 17th April could have considerable consequences for the oil price and in turn the CAD in either direction. At this stage all that is known is that the meeting is in place for countries to discuss the pledge of freezing output at January levels, but the final outcome remains uncertain. For tactical CAD investors it is an event that should not be ignored.

US-Credits profitieren von globaler Jagd nach Renditen

Der Anfang des Jahres beobachtete Run auf US-Staatsanleihen, als Anleger nach sicheren Häfen suchten, erlebt derzeit eine Kehrtwende. Grund sind die überraschend guten Wirtschaftsdaten aus den USA.

Im Gegensatz zur Eurozone und Japan, wo sich die Economic-Surprise-Indizes seit Januar verschlechtert haben, findet in den USA ein Umschwung statt: Die volkswirtschaftlichen Rahmendaten sind spürbar freundlicher. Im Zusammenspiel mit der wenig entgegenkommenden Geldpolitik der Zentralbanken weltweit, ergibt dies günstigere Perspektiven für USD-Investment-Grade und High-Yield-Titel.

Dazu Evan Moskovit, Lead Portfolio Manager Global Investment Grade and US IG Grade Credit:

„Angesichts der günstigeren US-Daten sowie der weltweiten Jagd nach Renditen, werden sich aller Voraussicht nach nicht nur die Rahmendaten für USD-Schuldtitel, sondern auch für Euro Credits verbessern. Der Renditeunterschied zwischen USD- und Euro-Titeln dürfte sich vor allem im Investment-Grade-Segment verengen.“

Nach Angaben von NNIP sind US IG und HY mit Renditen von 3,56 Prozent bzw. 8,85 Prozent äußerst attraktiv. Das gilt vor allem im Vergleich mit ihren europäischen Pendants, die nur Renditen in Höhe von 1,76 Prozent bzw. 5,77 Prozent abwerfen.

Moskovit weiter: „Die Spreads bei USD Credits liegen im Gegensatz zu den Spreads von EUR-Titeln über ihrem Langfristdurchschnitt, und zwar sowohl bei Investment Grade als auch High Yield. Dadurch, dass die EZB Bereitschaft signalisiert hat, in Euro denominierte Unternehmensanleihen aufzukaufen, hat sich die Rendite- und Spread-Differenz zwischen in USD und Euro denominierten Titeln zugunsten der US-Werte weiter vergrößert.“

„Rund 30 Prozent der im Euro Aggregate Bond Index vertretenen Werte rentieren negativ, während das Segment der US-Hochzinsanleihen in der vergangenen Woche Rekordzuflüsse erlebte. US IG sind derzeit besonders stark nachgefragt. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass Investoren, die sich insbesondere von Bewertungen leiten lassen, USD-Werte in Euro denominierten Titeln vorziehen werden. “

Agriculture stocks on the cusp of recovery

The expected increase in direct US government farm program payments in 2016 will benefit producers. Moreover, the weaker US dollar will benefit US agricultural exports providing a strong catalyst for US farm income. The uptick in profitability coupled with the rising sentiment indicator appears favourable for agricultural producers.

Farm income outlook less bearish

A sustained period of high crop prices from 2008 to 2012 led to a bout of investment by agricultural producers, since then falling soft commodity prices have revealed high debt loads and narrowing margins. However the drop in input expenses coupled with a turnaround in sentiment is painting a more optimistic picture for agricultural producers heading into 2016. Our analysis focusses on the S-net ITG agriculture index, which is diversified across Seeds Chemicals & Fertilizers (53%), Commodity Agricultural Products (30%), Equipment (13%) and Livestock (3%) with 70% of the constituents from the United States.

In the latest farm income outlook released by the United States Department of Agriculture (USDA), US net farm income, a key indicator of U.S. farm well-being, is forecast to decline by 3% in 2016. While this will be the third consecutive year in decline, it is not as severe as the declines of -27% and -38% witnessed in the prior years 2014 and 2015 respectively. Cash receipts are forecast to fall 2.5%, falling prices being the key contributor to this price fall as highlighted in the accompanying chart.

Global nitrogen fertilizer supply is poised to grow as cheap energy prices fuel production increases, providing a boost to their bottom line. Although it is worth noting that the recent squeeze on farmers margins does not eliminate the risk of farmers skipping application of fertiliser or shifting acreage from chemical intensive corn to other crops. We believe the fall in fertiliser costs is likely to benefit both fertiliser producers and farmers.

Lower expenses buffer slide in cash receipts

Overall farm production expenses are forecast (USDA) to decline for the second consecutive year. Occurrences of multi- year reductions in farm production expenses are rare, the last time being 1984-86. This drop in expenses for inputs such as feed, livestock/ poultry purchases and fuel are forecast to outweigh the increase in interest expenses and hired labour costs thereby alleviating falling cash receipts. More importantly input costs (currently in 2nd year of decline) tend to lag behind commodity price swings (that have been in decline for 4 years).

In addition, US farmers are poised to benefit from a 31.4% ($13.9bn) increase in direct government farm payments in 2016. The 2014 farm bill eliminated direct payments worth $5bn annually and replaced them with a net suite of safety net programs that will be triggered in 2016 if farm prices continue to fall.

Lower US dollar to benefit exports

Agricultural exports have been a major catalyst for the strong U.S. farm income in prior years, accounting for more than 30% of gross cash farm income. As majority of commodities are priced in US dollars, the appreciation of the dollar against the local currency of non-US growers has made the commodities more expensive for the foreign based buyer. Although its difficult to quantify just how much buyers have been sourcing lower cost soft commodities we have seen anecdotal evidence of this behaviour. For example, Brazil’s soya bean exports surpassing US soya bean exports in 2015 are likely due to the Brazilian Real’s depreciation. We expect a continuation of US Dollar weakness in 2016 benefitting farm income which has been squeezed by recent USD strength.

Outlook for Agricultural commodities

The correlation of agricultural producers with livestock, grains and softs has depicted a cyclical relation over time. Current correlation with livestock remains high at 80%, followed by grains at 64% and lower for softs at 30%.

Livestock related commodities account for approximately half 30% of the farmer’s cash receipts while the other half comes from crops (namely corn), so farm income would benefit if these specific commodities rise.

  • Livestock sector ended 2015 as the worst performer among agricultural commodities despite the impact of avian influenza, market prices are expected lower in 2016 according to USDA.
  • The price outlook for grains – namely corn, wheat and soya bean prices remain subdued since their inventory levels remain are at record highs.
  • Sugar prices are expected higher owing to the reduced sugar supply from Brazil and India driving expectations for a larger world market deficit in 2015/16.
  • Dry conditions emanating from the El Nino coupled with a rebound in the real is lending buoyancy to Arabica coffee prices in 2016.
  • Cocoa is forecasted to be in a supply deficit in 2016.
  • While cotton has been negatively impacted from lower import demand into China, the crop is expected to remain in a deficit this year.

Shift in sentiment signals an opportunity

Despite the pessimism surrounding the agriculture industry, agricultural producers are currently trading at 20x earnings and 3x book value, in line with their respective 10-year average. Profitability of these companies has been volatile given their exposure to the vagaries of the weather. We are currently in one of the most extreme El Niño events on record, dating back to 1950. According to the Australian Bureau of Meteorology, out of the past 26 El Niño events since 1900 approximately 40% have been followed by a La Niña. If this came to pass, wheat, corn, soybeans, coffee and cocoa will benefit from favourable weather thereby negatively impacting prices while sugar prices will benefit on the upside.

Net profit margins have been in a downward trend since the slump in commodity prices ensued in 2011 but the last quarter in 2015 has seen an uptick of 3.1% over the prior year. Net debt to assets remains high at 31x. USDA has reported growth in farm real estate loan volumes throughout 2015, commercial banks and the farm credit system has remained cooperative and credit to the sector has not been curtailed until now.

Our sentiment indicator (based on consensus data) has been rising since 2014, highlighting a renewed sign of optimism in holding agriculture producer stocks.

In summary we believe agricultural producers are modestly valued, with profitability starting to turn the corner in-line with shifting positive sentiment. Despite the pessimism that permeates through the farming industry, farm income credit has not been curtailed. While net farm income is forecast to decline for the third consecutive year, the lag in declining expenses is expected to catch up and help alleviate the decline. 2016 has seen a positive turnaround for majority of commodities and is lending support for the price outlook of agricultural commodities.

Chinas neue Wirtschaftsstrategie verspricht Erfolg

Mit den beim Nationalen Volkskongress im März angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen habe die chinesische Regierung eine Erfolg versprechende Strategie zur Lösung der Probleme mit den Staatsunternehmen im verarbeitenden Gewerbe entwickelt, schreibt Gavyn Davies in seinem jüngsten makroökonomischen Research. Dazu nötig seien aus seiner Sicht der rasche Abbau von Überkapazitäten, Lockerungen bei Geld- und Steuerpolitik zur Stimulierung des privaten Verbrauchs sowie ein umfassendes Programm zur Rekapitalisierung der Banken, die zunehmend an Staatsunternehmen im verarbeitenden Gewerbe vergebene Kredite abschreiben müssten. Viele dieser Elemente seien in den Beschlüssen des Nationalen Volkskongresses enthalten. Damit ähnele die Strategie der Vorgehensweise Ende der 90er Jahre des vergangenen Millenniums, die zwar viele Jahre an Schufterei mit sich gebracht habe, letztlich aber erfolgreich gewesen sei.

Gavyn Davies ist einer der Gründer und Chairman von Fulcrum Asset Management. In vom großen makroökonomischen Gesamtbild abgeleiteten Multi-Asset-Strategien verwaltet das in London ansässige Unternehmen derzeit rund 4 Milliarden Dollar, die vornehmlich von institutionellen Investoren stammen. Vor der Gründung von Fulcrum Asset Management war Gavyn Davies 15 Jahre lang Chefvolkswirt von Goldman Sachs.

Details und grafische Elemente finden Sie im links beigefügten Dokument in englischer Sprache.

Healthcare-Sektor - Günstige Bewertungen sorgen für attraktive Einstiegschancen

Obwohl der Gesundheitsmarkt infolge des US-Wahlkampfs kurzfristig unter Druck geraten ist, bleibt der Healthcare-Sektor ein Markt mit deutlichem Outperformance-Potenzial. Gerade jetzt sind die Zeiten für ein Investment aufgrund günstiger Unternehmensbewertungen so attraktiv wie schon seit Jahren nicht mehr. Ein erfolgreicher Anbieter, der den Sektor mit seinem Portfolio optimal abdeckt, ist die Lacuna AG. Der Lacuna – BB Adamant Global Healthcare Fonds investiert weltweit in die erfolgreichsten Gesundheitsunternehmen und verzeichnete schon 2015 einen Wertzuwachs von 21,4 Prozent.

Wer mit einem Investment in den Gesundheitssektor liebäugelt, findet derzeit so attraktive Rahmenbedingungen vor wie schon länger nicht mehr. Denn während die Unternehmen der Branche gut dastehen – Margen und Wachstum sind sehr positiv – ist der Markt zurzeit extrem günstig bewertet. „Hintergrund sind kritische Äußerungen gegenüber der Pharmabranche im US-Wahlkampf. Mit ein Grund dafür war der Kauf der Rechte an dem Medikament Daraprim durch den jungen Pharma-CEO und ehemaligen Hedgefonds-Manager Martin Shkreli und die darauffolgende Preisexplosion“, analysiert Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor und Prokurist der Lacuna AG. Die massive Verteuerung des Medikaments führte zu negativer Berichterstattung in den Medien und war mitentscheidend dafür, dass der Gesundheitsmarkt im US-Wahlkampf verstärkt zum Thema wurde. Die Forderungen, die vor allem von Hillary Clinton kommen, sind laut Grabowsky jedoch nicht umsetzbar, da sie nicht mit dem in Amerika gelebten Gesundheitssystem vereinbar sind.

Innovationen und demografischer Wandel kurbeln den Markt an

Während die Emerging Markets hinsichtlich Lebenserwartung und Kalorienzufuhr im Vergleich zum Westen aufholen und das Gesundheitsthema dadurch an Bedeutung gewinnt, boomt der Markt in den Industrieländern aufgrund von Innovationen. So erreichen etwa neu lancierte Biotech-Medikamente teils Milliardenumsätze. In der Generika-Industrie herrscht nachhaltiges Wachstum und auch bei Biosimilars ist die nächste Steigerungswelle in Sicht. Insgesamt erscheint ein weltweites, langfristiges Umsatzwachstum von jährlich fünf Prozent auf dem Gesundheitsmarkt durchaus realistisch. Die hohen Zuwachsraten der Subsektoren des Marktes, wie beispielsweise 15 Prozent bei Biotechs oder zehn Prozent bei den Generika, stützen diese Prognose.

Lacuna Global Healthcare Fonds berücksichtigt globale Gesundheitstrends

Grabowsky erwartet für 2016 zwar ein turbulentes Börsenjahr mit entsprechenden Kursschwankungen, rechnet jedoch damit, dass der Healthcare-Sektor mittelfristig seine Outperformance fortsetzen kann. „Die günstigen Bewertungen bieten ein optimales Umfeld für Investitionen“, so Grabowsky, der in der US-Wahl, dem politischen Umfeld und der Zinsentwicklung wesentliche Einflussfaktoren sieht.

Der Lacuna – BB Adamant Global Healthcare Fonds basiert auf einem langfristig erfolgreichen Investmentansatz. Investiert wird global in die besten Healthcare-Ideen, die nach qualitativen und quantitativen Kriterien bewertet werden. Der Fonds umfasst alle Sektoren und Länder, wobei die vier wesentlichen globalen Gesundheitsregionen spezifisch gewichtet werden. Während Nordamerika mit 31,95 Prozent den größten Anteil hat, ist die Region Japan/Australien mit lediglich 19,21 Prozent repräsentiert. Westeuropa nimmt mit 24,9 Prozent ein Viertel im Portfolio ein, ebenso wie die Emerging Markets mit knapp 24 Prozent. 2015 konnte der Fonds um beachtliche 21,4 Prozent zulegen und belegte so den dritten Platz der Euro FundAwards. 

Mehr über die Lacuna AG erfahren Sie unter www.lacuna.de
Lacuna ist ein innovativer Initiator im Finanzbereich, der auf zukunftsfähige Branchen und Märkte setzt. Mit einem ganzheitlichen Blick auf den Kapitalmarkt entwickeln wir sowohl individuelle Einzel- als auch Gesamtlösungen für den Anleger. Mit diesem integrierten Ansatz bieten wir Produkte und Finanzlösungen an, ganz nach den Bedürfnissen unserer Kunden. Hierbei sorgen wir für einen vertrauensvollen Umgang mit dem eingesetzten Kapital. Als Teil einer mittelständischen und inhabergeführten Unternehmensgruppe mit Sitz in Regensburg sind wir seit 1996 mit dem Standort Regensburg verbunden.

Anlegen in Asien wird anspruchsvoller

Wer in der Asien-Pazifik-Region einfach in den breiten Markt investiert, riskiert weiterhin, in erhebliche Turbulenzen zu geraten. Mit einer rigorosen Einzeltitelauswahl und einer sauberen Analyse verlässlicher Daten werden sich aber weiter gute Ergebnisse erzielen lassen. 

Unsicherheit über die Zukunft der chinesischen Wirtschaft, wachsende Zweifel am Erfolg der als Abenomics bezeichneten Wirtschafts- und Geldpolitik in Japan, dazu zum Jahresbeginn Kurskapriolen an den asiatischen Börsen, die rund um den Globus zu einem selten turbulenten ersten Quartal an den Aktienmärkten geführt haben: Ist die Zeit für Investments in Asien, einstmals wichtigste Wachstumsregion der Welt, nun vorerst vorbei?

Keineswegs, argumentieren die Portfoliomanager des GAMAX Asia Pacific. Zunächst erscheinen ihnen die globalen China-Sorgen übertrieben. „Das Abflauen der chinesischen Konjunktur ist zu gleichen Teilen Absicht und Zufall, denn China stellt seine Wirtschaft von export- und investitionsgetriebenem Wachstum auf ein nachhaltigeres konsumgesteuertes Modell um“, sagt Stefan Breintner, der die Titelauswahl des Fonds zusammen mit Dr. Jan Ehrhardt verantwortet: „Trotz politischer Fehlgriffe verfügt Peking über ein umfangreiches Arsenal zur Stützung von Wachstum und zur Vermeidung von Risiken für sein Finanzsystem.“

Hongkonger Börse bietet hohes Maß an Verlässlichkeit

Wer sich bei der Beurteilung der aktuellen Lage Chinas allein auf die Entwicklungen der Börsen in Festlandchina verlässt, macht in den Augen der GAMAX-Fondsmanager zudem einen großen Fehler. Schließlich gehen 90 Prozent der Umsätze an den Börsen in Schanghai und Shenzen auf das Konto von Privatanlegern, die – auf Anraten der Regierung – häufig mit einem Großteil ihres Vermögens oder gar mit geliehenem Geld in den Aktienmarkt eingestiegen sind. Insbesondere deren Stimmungsschwankungen und finanziellen Notwendigkeiten bestimmten zuletzt maßgeblich die Kursentwicklung, sodass diese als Indikator allenfalls mäßig brauchbar erscheint.

Die Fondsmanager des GAMAX Asia Pacific interessiert sie jedenfalls nur am Rande. In China investieren sie ausschließlich via Hongkong, dessen Börse von institutionellen Investoren dominiert wird und ein weit höheres Maß an Verlässlichkeit und Informationsqualität bietet. Schon 2015 zeigte sich die Hongkonger Börse vergleichsweise stabil, als die Festlandbörsen in den Crash-Modus gewechselt haben.

Einzeltitelauswahl statt Index-Investments

Aus dem gleichen Grund machen die Fondsmanager einen Bogen um Indien. „Aktuell ist der dortige Bankensektor, der sehr wichtig für die Wirtschaft ist, kaum zu analysieren“, sagt Breintner, der sich auch in den kommenden Jahren weiterhin auf Japan, Hongkong, Südkorea, Singapur und Indonesien konzentrieren will: „Diese Märkte sind transparent, gut bewertbar und dürften auch langfristig mit hohen Wachstumsraten glänzen, da sie in der gesamten Region gut vernetzt sind.“

Dabei beobachtet der Fondsmanager allerdings wachsende Divergenzen zwischen einzelnen Ländern und Branchen, die einfache Index-Investments wenig sinnvoll erscheinen lassen. Konsequent setzt er mit seinem Kollegen daher auf einen sehr aktiven Investmentansatz, bei dem die Einzeltitelauswahl im Vordergrund steht. Dabei bevorzugen die GAMAX-Fondsmanager wie auch auf Länderebene eher die defensivere Variante, statt auf kurzlebige Highflyer zu setzen.

So haben sie kürzlich etwa Unternehmen aus der Konsumgüterbranche sowie dem Immobiliensektor aufgestockt. „Uns gefallen zum Beispiel der japanische Fahrradzubehörhersteller Shimano, der in 2015 ein Kursplus von 30 Prozent erzielte oder das chinesische Unternehmen Texwinca, das Auftragsfertigungen für bekannte Marken wie Calvin Klein vornimmt und eine attraktive Dividendenrendite von fast 10 Prozent hat“, sagt Breintner. Weitere bekannte Unternehmen im Portfolio sind der Kosmetikkonzern Shiseido und das Bahnunternehmen West Japan Railway, das den berühmten Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug betreibt und ein Plus von 66 Prozent verbuchte.

Stefan Breintner: „Der langfristige Trend ist intakt“

Insgesamt ist der Ansatz gerade in turbulenteren Zeiten sehr erfolgreich. Mit einem Plus von 13,2 Prozent hat der GAMAX Asia Pacific 2015 um 3,9 Prozentpunkte besser abgeschnitten als der Durchschnitt der Asien-Pazifik-Fonds der Morningstar-Vergleichsgruppe. Auch im laufenden Jahr liegt er bereits 1,5 Prozent über dem Durchschnitt. Breintner ist dabei sicher: „Die kommenden Monate können durchaus turbulent werden. Dennoch: Der langfristige Trend ist intakt, und wer auf Aktien mit hoher Qualität setzt, dürfte den möglichen Turbulenzen gelassener entgegenblicken.“

Brexit: Stress-Test für die EU?

Der Countdown läuft: Am 23. Juni dieses Jahres entscheiden die Bürger Großbritanniens über einem möglichen Ausstieg aus der Europäischen Union (EU).Der Zeitpunkt des Referendums ist jedoch denkbar ungünstig, denn die Flüchtlingskrise in Europa wird das Ergebnis der Abstimmung unnötig belasten. Umfragen zeigen die große Unsicherheit rund um die Abstimmung: So sind etwa ein Fünftel der befragten Bürger in dieser Frage noch unentschlossen:

“Almost 20% of the interviewed citizens are undecided for the moment, a swing crowd weighing on the future path of the European construction.”

Unigestion beleuchtet in der beiliegenden Flash Note, welche Folgen ein Brexit hätte

  1. für Großbritannien,
  2. für die Märkte und
  3. für die EU.

 Dazu hier drei Schlaglichter:

  1. “Simplifying things to the extreme, the UK exports financial services to the EU and the EU exports various goods to the UK. […] Globally speaking, service exports amount to roughly GBP 80 bn, and within this trade activity, around 40% of them are directed towards Europe. That is what most people would call an incentive to find an agreement.”
  2. “Growing odds of a Brexit would likely create negative pressures on sectors such as consumer staples – due to the sector’s reliance on exports to the EU28 – as well as on financials.”
  3. “Never in its history has the European construction been faced with such a potential slap in the face: an exit by the UK from the EU based on a referendum cannot be by-passed by the EU with a political twist. A Brexit would be the first actual step back in the European construction process that started in 1957. […] Whatever the outcome of the vote, there is no way the EU will be able to come away unscathed from this situation.”

Den vollständigen Bericht finden Sie links als PDF in englischer Sprache.

Dividenden-Saison 2016 – mehr als 1,2 Billionen US-Dollar für Aktionäre

von Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International.

„Die Dividendensaison hat begonnen. Rund um die Welt geben die börsennotierten Unternehmen derzeit bekannt, mit welchen Dividenden die Aktionäre rechnen dürfen. Die deutschen Unternehmen zahlen in diesem Jahr laut Bloomberg umgerechnet rund 53 Milliarden US-Dollar an Dividenden. Die durchschnittliche Dividendenrendite im Leitindex DAX liegt deutlich über 3 Prozent, weltweit sind es immerhin rund 2,3 Prozent. Die ausgeschüttete Summe in den großen Wirtschaftsregionen USA, Europa und Japan liegt insgesamt bei unvorstellbaren 1.240 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Das entspricht etwa einem Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Dividendenstrategien sind eine gute Wahl im volatilen Umfeld – und darüber hinaus

Das Börsenjahr ist mit großen Schwankungen gestartet, und es ist zu erwarten, dass die Volatilität weiter hoch bleibt. Dividendenaktien halten diesen Schwankungen meist vergleichsweise gut stand, da zuverlässige Dividendenzahlungen häufig ein Indikator für solide Unternehmensbilanzen, hohe Liquidität und eine gute Eigenkapitaldecke sind. Eine Analyse des MSCI World Index zeigt, dass sich der Aktienkurs von Unternehmen, die nachhaltig ihre Dividenden steigern, besser entwickelt als der Durchschnitt aller Aktien. Der Beitrag, den Dividenden langfristig an der Gesamtrendite von Aktien ausmachen, wird oft unterschätzt: Betrachtet man den globalen MSCI All Country World Index von 1990 bis heute, steuerten Dividenden mehr als die Hälfte zur Rendite bei.

Die Herausforderung ist es, jene Unternehmen zu finden, die verlässlich Jahr für Jahr gleichbleibende oder steigende Dividendenzahlungen leisten. Ab einer prognostizierten Dividendenrendite von mehr als 5 bis 6 Prozent steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass die versprochene Dividende nicht erreicht wird. Allein auf die Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen zu setzen, erscheint mir daher als der falsche Ansatz.

Welche Dividendenaktien sind interessant?

Genau aus diesem Grund sucht Daniel Roberts, der Manager des Fidelity Global Dividend Fund, nach den langfristig aussichtsreichsten Aktien. Die absolute Höhe der Dividendenrendite spielt für Roberts nur eine untergeordnete Rolle, aktuell liegt die Ausschüttungsrendite seines Fonds bei rund 2,8 Prozent pro Jahr. Roberts legt zu allererst Wert auf die Qualität und sucht Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen, die das Potenzial haben, ihre Dividenden nachhaltig zu erhöhen. Dazu sucht er Unternehmen, die vorhersehbare und konstant hohe Cashflows erzielen sowie solide Bilanzen besitzen. Dabei ist er bei der Titelauswahl sehr flexibel, da der Fonds keiner Benchmark folgen muss.

Beispiele für solche Unternehmen sind die Medienkonzerne RELX, früher Reed Elsevier, und Wolters Kluwer. Beide Unternehmen machen einen Großteil ihres Umsatzes mit gut prognostizierbaren, dauerhaften Abonnements. Diese Vorhersehbarkeit der Erträge, verbunden mit einem konservativen Cash Management ermöglicht es beiden Unternehmen, nachhaltige Dividenden zu zahlen. Ebenfalls interessant sind Unternehmen der Gesundheitsbranche. Roche zum Beispiel ist ein Paradebeispiel für ein ertragsstarkes Unternehmen, das weniger sensibel auf den Wirtschafszyklus reagiert. Roche hat seine Dividende über die vergangenen 29 Jahre jedes Jahr steigern können und plant, dies auch weiter zu tun.

Mit nachhaltigen Dividenden zum Klassenprimus – der Fidelity Global Dividend Fund

Die Entwicklung des Fidelity Global Dividend Fund belegt den Mehrwert, den Daniel Roberts mit seiner Strategie für Anleger liefert: Seit seiner Auflegung Ende Januar 2012 hat der Fonds gemäß Morningstar bis Ende Februar 2016 um 46,5 Prozent zugelegt (monatlich ausschüttende US-Dollar Anteilsklasse) und damit nicht nur seinen Vergleichsindex übertroffen, sondern über diesen Zeitraum auch alle anderen 46 globalen Dividendendividendenfonds der Vergleichsgruppe hinter sich gelassen.
Dabei geht es Roberts auch darum, die Wertschwankungen und den potenziellen Wertverlust im Portfolio in schwierigen Marktphasen möglichst gering zu halten. Der Maximum Drawdown seines Fonds liegt seit seiner Auflegung bis Ende Februar 2016 bei -10,7 Prozent, während der MSCI All Country World Index im selben Zeitraum einen Maximum Drawdown von -19,2 Prozent aufweist.“

Metals to perform on weaker USD and rising rates

Sentiment toward industrial metals took a leap forward, with speculative positioning and prices rising across the complex. Investors appear to be paying heed to firmer fundamentals, with supply deficits expected for zinc, copper and nickel this year. US dollar depreciation and a loose policy setting should help the industrial metals rally continue.

The price of the gold driven higher on the lack of follow-up from the Fed after it embarked on a rate tightening cycle in December 2015. Investors fear that the US central bank is committing a policy error after it downgraded the number of times it expects to raise rates this year. Core inflation remains robust and real interest rates remain low, a recipe for strong gold prices. A loose policy setting helps the more industrial precious metals like platinum and palladium as auto sales will be supported.

Oil major producers meeting postponed but not cancelled. A 40% rally in oil prices indicates that expectations ahead of the original meeting were very positive. Despite the meeting being postponed to mid-April and Iran refusing to participate until its production is back to pre-sanction levels, crude oil production and rig count in the US remain at their lowest since end of 2014, lending support to oil prices.

Majority of agricultural commodities post strong gains with the exception of cotton. Reduced supply from Brazil and India supported sugar prices higher. Weak cotton imports into China dented the demand outlook for cotton sending prices lower.

Please find the full commodity monthly monitor with charts from ETF Securities attached on the left.

Trotz Wirtschaftskrise: Brasilianische Assets profitieren von möglichem Regierungswechsel

von Marten-Jan Bakkum, Globaler EM-Stratege, NN Investment Partners.

Brasilianische Assets (Bonds, Aktien und der Real) haben in den letzten Monaten insgesamt vom Anstieg der Rohstoffpreise profitiert. Dazu hat nicht zuletzt auch der wachsende Risikoappetit auf EM-Werte allgemein beigetragen. Als einer der Märkte mit dem höchsten Beta hat Brasilien in diesem Umfeld überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Hinzu kommt, dass der sich anbahnende Führungswechsel in Brasilien in den vergangenen Wochen Hochstimmung ausgelöst hat. 

Dem ersten Faktor, also dem freundlicheren Umfeld für EM-Werte infolge steigender Rohstoffpreise, was zum Teil auf den lebhafteren Immobilienmarkt in China zurückzuführen ist, haben wir durch Glattstellung unserer untergewichteten Positionen in EM-Aktien und EM-Devisen Rechnung getragen. Unsere Untergewichtung bei Brasilien behalten wir indes bei. Das liegt vor allem an der extrem ungünstigen öffentlichen Schuldendynamik in Lateinamerikas größtem Land. Das nominale Haushaltsdefizit beträgt knapp 11 Prozent des BIP und steigt weiter. Infolgedessen liegt der jährliche Anstieg der öffentlichen Verschuldung als prozentualer Anteil am BIP derzeit bei zehn Punkten. Brasilien braucht weitreichende Fiskalreformen bzw. Sofortmaßnahmen, um das Defizit kurzfristig zu senken. Bei einer realen BIP-Zuwachsrate von aktuell minus 6 Prozent ist das wahrhaft eine Herkulesaufgabe, selbst in einem ruhigen politischen Umfeld. In Brasilien, wo die gesamte politische Situation derzeit durch Korruptionsskandale und der möglichen Amtsenthebung von Präsidentin Rousseff gelähmt ist, sind jedoch in nächster Zeit keine sinnvollen haushaltspolitischen Schritte zu erwarten. Das dürfte sich auch bei den Preisen für brasilianische Assets niederschlagen. Ohne mutige Fiskalmaßnahmen steigt das Risiko, dass die Verantwortlichen das Defizit monetarisieren. Das treibt die Inflationsrate in die Höhe und schwächt die Währung. Insgesamt sind die Makro-Risiken in Brasilien sehr hoch. Die notwendigen Reformen werden nur mit einer neuen politischen Führung möglich sein. Doch der Amtsenthebungsprozess – falls es überhaupt dazu kommt – wird aller Wahrscheinlichkeit nach langsam und schwierig sein.

Investoren diversifizieren im Rohstoffbereich und nehmen Gewinne mit

Investoren verkaufen Gold und Öl-ETPs mit einer YTD-Rendite von jeweils 19,5 und 11,4 Prozent. Zeitgleich werden Renditen in Rohstoffen wie Silber und Palladium gesucht, die noch Potenzial gegenüber dem Markt aufweisen. Anleger sind zuversichtlich, dass die Rohstoff-Rallye weiter an Fahrt gewinnt und investieren in breit diversifizierte Rohstoffkörbe. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links mit Charts als PDF.

Gold mit ersten Mittelabflüssen auf Wochensicht in diesem Jahr. Investoren verkauften Gold-ETPs (A0N62G) in Höhe von 15,9 Mio. USD, um sich eine Rendite von 19,5 Prozent seit Anfang des Jahres zu sichern. Zeitgleich erhöhten sich die Bestände in Long Silber-ETPs (A0N62F) die vierte Woche in Folge um weitere 12,2 Mio. USD. Silber folgt der Gold-Rallye schrittweise und stieg vergangene Woche um 3 Prozent, während Gold (A0LP78) aufgrund erhöhter Volatilität unverändert blieb. Gold fiel vor der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch. Die zögerliche Haltung der Zentralbank, ihren geldpolitischen Straffungszyklus von Dezember 2015 fortzusetzen, sorgte bei Investoren für die Befürchtung, dass nun politische Fehler gemacht werden. Trotz höheren Zielen bzgl. der Preisstärke senkte die Fed ihre erwartete Anzahl an möglichen Zinserhöhungen für dieses Jahr. „Wir glauben, dass ein starkes Arbeitsmarktumfeld in Verbindung mit einer robusten und steigenden Kerninflation dazu führt, dass die Fed früher als der Markt es erwartet mit einem Zinsanstieg folgt“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. „Die nächste Zinserhöhung wird im September erwartet“, so Hein. Ein geldpolitischer Fehler ist wahrscheinlich positiv für den Goldpreis.

Investoren verkauften Öl-ETPs mit einer Rendite von 3,7% vergangene Woche. Wir sahen die dritte Woche in Folge Mittelabflüsse aus Öl-ETPs. Investoren realisieren ihre Gewinne nach dem WTI-Preisanstieg und verkauften 22,6 Mio. USD aus WTI-ETPs (A0KRJX). Anleger in Öl-ETPs neigen vorwiegend zu einer konträren Sichtweise. Während der Markt zunehmend optimistisch ist, dass die Ölversorgung in diesem Jahr durch die sinkende US-Produktion ausgleichen sein wird, bleibt Ungewissheit gegenüber dem Iran bestehen. Eine mangelnde Zusammenarbeit mit dem Rest der OPEC-Staaten bzgl. Produktionslimits zählt zu den Hauptursachen. „Wir glauben, dass der Iran seine Fähigkeit überschätzt und seine Produktion sowie Exporte nicht ohne Weiteres auf ein Niveau vor den Sanktionen umsetzen kann“ meint Hein. „Die bestehenden Ölbohranlagen sowie der Ausbau der Infrastruktur erfordern primär finanzielle Unterstützung, die nicht von der Wirtschaft gegeben ist“, erklärt Hein. Der Anstieg der iranischen Ölproduktion wird im kommenden Jahr das Ziel wahrscheinlich verfehlen.

Investoren innerhalb der Industriemetalle. Investoren positionierten vergangene Woche 2 Mio. USD in Short Kupfer-ETPs, während 2,7 Mio. Long Nickel gekauft wurde, sowie 0,5 Mio. in Long Aluminium. Dies ist mit der Überrendite von (A0KRJU) Kupfer (+4%) gegenüber anderen (A0KRKG) Industriemetallen wie (A0KRJ2) Nickel (1,5%) und (A0KRJS) Aluminium (-2,8%) zu erklären. Eine weltweit lockere Geldpolitik unterstützt den Industriemetallsektor.

Schwacher Dollar treibt Rohstoffe

„Die Erholung des Rohstoffsektors setzte sich in der vergangenen Woche fort – der Bloomberg Rohstoffindex erreichte ein neues Drei-Monats-Hoch. Grund hierfür ist die negative Korrelation mit dem US-Dollar, die dem Sektor einen allgemeinen Schub verpasste“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Diese Erholung sei durch das überraschend gemäßigte Statement im Anschluss an das Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) am Mittwoch ausgelöst worden. Dort wurden die Erwartungen an das Tempo einer US-Zinsanhebung 2016 gezügelt. „Dies drückte den Dollarkurs und trieb Investoren in den Rohstoffsektor“, sagt Hansen.

„Rohöl befindet sich weiter auf Konsolidierungskurs. Zum ersten Mal in diesem Jahr stieg die Ölsorte WTI über die Marke von 40 USD pro Barrel. Angetrieben wurde dies durch den schwächeren Dollar, anhaltende Produktionskürzungen in den USA und wachsende Öl-Lagerbestände“, sagt Hansen. Das für den 20. April neu anberaumte Treffen zwischen Opec- und Nicht-Opec-Mitgliedern in Doha könne zudem den Weg für die Verkündung einer Förderungsdeckelung ebnen. Mit ihrer Hoffnung, dass sich der Ölpreis mit der Zeit erholen wird, befänden sich die Ölmärkte in einem Rennen gegen die Zeit. „US-Förderkürzungen und eine, wenn auch geringer als zuvor, bestehende Nachfrage werden wahrscheinlich den Ausschlag geben. Sobald dies eintritt, könnte sich der Marktfokus von einer Über- zu einer potentiellen Unterversorgung in den kommenden Jahren verschieben“, sagt Hansen.

„Nach der erfreulichen Korrektur auf 1.227 USD pro Feinunze konnte auch Gold vom jüngsten FOMC-Statement profitieren und eine starke Rallye verbuchen“, sagt Hansen. Zudem käme die Nachfrage von Investoren als Unterstützungsfaktor hinzu. Diese seien aufgrund der wachsenden Menge an Staatsanleihen, die zu negativen Zinsen gehandelt werden, zunehmend desillusioniert. „Dass Gold angesichts eines schwächeren Dollars und langsamerer US-Zinsschritte aber kein neues Hoch erreichen konnte, ist ein Indikator dafür, dass eine längere Konsolidierungsphase beim gelben Metall nötig ist“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie anbei.

Nur riskante Anleihen bringen Spaß und Beta

„Risiko an, Risiko aus, Helikopter-Geld, Zentralbanken-Promis und Untergangsszenarien – das sind derzeit die Finanzmärkte.“
Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers 

Vor zwei Wochen hat Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers einen eher positiven Blick auf die Anleihemärkte geworfen. „Glück gehabt“, sagt er heute, „seit Mitte Februar hatten wir eine Rallye – bei US-High-Yield-Anleihen sind die Spreads seit dem 11. Februar um fast 200 Basispunkte gesunken und bei Schwellenländeranleihen in Hartwährung um 100 Basispunkte. Noch wichtiger aber sei, dass die Untergangspropheten sich zurückgezogen hätten und weniger über eine drohende globale Wirtschaftskrise gesprochen werde.

Nach Meinung des Fixed-Income-Experten könnte es so weiter gehen, vorausgesetzt es naht keine Rezession in naher Zukunft. Iggo ist sich durchaus bewusst, dass das Wachstum derzeit nicht sehr belastbar ist und jederzeit von Schocks oder negativen Stimmungen aus der Bahn geworfen werden kann. „Die Zentralbanken experimentieren mit ihren erweiterten Werkzeugen, die Inflation bleibt nahe null, die Zinsen liegen bei null, da ist nicht viel Raum für einen Anstieg der Renditekurve. Eine zehnjährige Staatsanleihe von einem Industrieland, die mehr als zwei Prozent Rendite bringt, ist heutzutage ein Luxus“, so Iggo. Nur risikobehaftete Anleihen brächten noch Spaß und Beta. Nachdem die Spreads ein Jahr lang immer weiter geworden seien, hätten sie sich schnell verengt, als sich die Risikowaage Mitte Februar in Richtung bullish neigte. Und europäische High Yield Bonds profitierten künftig von der Großzügigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie Inflationsspreads von der Federal Reserve (Fed), die sich entschieden habe, der Inflation zu erlauben zu steigen.

Tatsächlich habe sich jedoch gar nicht so viel im gesamtwirtschaftlichen Umfeld verändert. Die USA trudelten irgendwo nahe einer zweiprozentigen Wachstumsrate herum, der Euroraum werde in diesem Jahr vermutlich nicht mehr als 1,5 Prozent wachsen, und auch das Wachstum der Schwellenländer sei schwach, angeführt von China. „Dass die Wachstumserwartungen niedrig sind, das Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts niedrig bleibt und die meisten Ökonomen weiterhin ihre Erwartungen für ein potenziales Wachstum nach unten revidieren, hält mich davon ab, an dieser Stelle zu bullisch zu sein“, sagt Iggo. Der Abwärtspuffer für Wachstum sei begrenzt, und alles, was das Wachstum störe (Marktvolatilität, Brexit, schwache chinesische Märkte) werde die Vorhersagen von einer einbrechenden Weltkonjunktur, Deflation und geringen Erträgen auf risikoreiche Anlagen wieder aufleben lassen. Anleger sollten darum die Bewertungen von Anleihen sehr genau beobachten. Derzeit seien die Renditen risikofreier Anleihen extrem niedrig, während die Credit Spreads grundsätzlich etwas oberhalb der Spanne lägen, die man langfristig als faire Bewertung ansehen würde. Das bedeute, dass es viele Durationsrisiken in den Anleiheindizes gebe – so sei die Duration von Staatsanleihen-Indizes auf einem Rekordhoch, während die Renditen sich in einem Rekordtief befänden. „Short-Duration-Anleihestrategien sind in solch einem Umfeld sehr attraktiv“, erklärt Iggo, und veranschaulicht: „Noch vor einem Monat gab es vergleichbare Möglichkeiten bei Bankanleihen sowie im Energie-, Metall- und Bergbausektor – doch die meisten haben sich schon wieder aufgelöst.“