GAM: „Der Fed sind die Hände gebunden“

Seit der Finanzkrise gilt: Wenn es an den Finanzmärkten oder in der US-Wirtschaft Probleme gibt, ist stets die Fed zur Stelle. Künftig wird dies aber nicht mehr so sein, und Anleger müssen sich auf diesen Wandel vorbereiten. Dieser Ansicht ist Sushil Wadhwani, Fondsmanager für den Vermögensverwalter GAM und CEO von Wadhwani Asset Management. „Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf ein Niveau gefallen, auf dem eine weitere monetäre Lockerung bald nur noch um den Preis steigender Inflation zu haben sein wird. Damit werden der Fed bei der nächsten Krise die Hände gebunden sein. Für Investoren bedeutet dies nichts weniger als einen Paradigmenwechsel“, erklärt das ehemalige Mitglied des Monetary Policy Council der Bank of England. Die US-Wirtschaft befinde sich zwar aktuell in stabilem Fahrwasser. Doch wenn sich dies ändere, dürften klassische Anlagestrategien sowohl an den Aktien- als auch den Anleihemärkten in Schwierigkeiten geraten. „Insbesondere Investoren, die sich bislang auf Long-Positionen verlassen haben, könnten gezwungen sein, ihre Strategie zu überdenken“, so der Experte.

Die Fed kann die Geldpolitik nicht weiter lockern, ohne die Inflation anzukurbeln

Theoretisch könnte die Fed recht zufrieden sein: Die US-Wirtschaft wächst in einem gesunden Tempo. Die Inflation ist unter Kontrolle. Die Arbeitslosigkeit ist seit der Finanzkrise von ihren Höchstständen von 10 Prozent auf rund fünf Prozent im März dieses Jahres gesunken. „Damit liegt die Arbeitslosenquote allerdings gefährlich nahe an der der sogenannten inflationsstabilen Arbeitslosenquote liegt, bei der sich Lohndruck aufzubauen beginnt. Diese „natürliche“ Quote wird von den meisten Ökonomen auf rund fünf Prozent geschätzt“, gibt Wadhwani zu bedenken. Das für 2016 erwartete Wachstum der US-Wirtschaft von rund 2,5 Prozent dürfte zu einem weiteren Absinken der Arbeitslosigkeit führen. „Wir rechnen damit, dass der anhaltende Aufschwung die Arbeitslosenquote auf rund 4,5 Prozent drückt, also deutlich unter das Gleichgewicht von fünf Prozent. Und das wird Konsequenzen für die Märkte haben“, sagt Wadhwani. 

Denn jenseits der Arbeitslosenquote führten geldpolitische Lockerungsmaßnahmen fast zwangsläufig zu Preissteigerungen. Seit der Lehman-Krise sei die Fed jedes Mal eingesprungen, wenn die Nachrichtenlage schlecht war. Damit sei es nun vorbei, erläutert Wadhwani: „Angesichts der aktuellen niedrigen Arbeitslosenquote ist nicht zu erkennen, wie die Notenbank diese Politik fortsetzen kann, ohne die Preisstabilität zu riskieren. Es bleibt noch etwas Zeit, aber wir schätzen, dass die Arbeitslosigkeit in den nächsten sechs Monaten auf ein Niveau fallen wird, bei dem die Fed handlungsunfähig ist, wenn es zu einem Wachstumsknick kommen sollte.“

Investoren müssen umdenken

Einen Mangel an möglichen Auslösern für Turbulenzen sieht der Experte auch angesichts der aktuell stabilen Lage nicht. So bleibe auch China ein Unsicherheitsfaktor. Zwar sei nach gängiger Meinung eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft notwendig, um die US-Wirtschaft zu gefährden. Allerdings könnte eine chinesische Schwäche zu Wechselkursschwankungen führen, die die chinesischen Währungsreserven unter Druck setzen würden. „Es ist durchaus möglich, dass Sorgen um einen Absturz des Renminbi größere Turbulenzen an den Finanzmärkten nach sich ziehen“, schätzt Wadhwani. Anleger müssten sich in Situationen wie dieser darauf einstellen, dass die Unterstützung seitens der Fed ausbleibt. Nach Wadhwanis Einschätzung könne diese Entwicklung die Fähigkeit von Aktien, attraktive Renditen zu generieren, mittelfristig deutlich beschränken und die Märkte für schwere Rücksetzer verwundbar machen.

Zwischen Hoffen und Bangen vor der Berichtssaison

Der deutsche Aktienmarkt bereitet sich auf eine weitere Berichtssaison vor, in der Raum für positive Überraschungen auf der Ergebnisebene gibt. Kern der Strategie von Barings bildet die Aktienauswahl und die Konzentration auf Unternehmen, die über mehrere Jahre hinweg positive Ergebnisse erzielen können. Wir beurteilen das aktuelle Bewertungsniveau als attraktiv und würden einen zukünftigen Ausverkauf als Kaufgelegenheit nutzen, so Rob Smith Investment Manager des Baring German Growth Strategy.

Ertragserwartungen

Analog zu der Entwicklung von globalen Aktien ging der deutsche Aktienmarkt Anfang des Jahres zurück, bevor er dann ab Mitte Februar eine Erholung verzeichnen konnte. Zurückzuführen ist diese Erholung teilweise auf den Anstieg des Ölpreises, der für eine bessere Marktstimmung spricht, aber auch auf die vergleichsweise gute Ertragslage der Unternehmen in dem entsprechenden Zeitraum.

In den ruhigen Phasen zwischen den Veröffentlichungen der Ergebnisse scheint der Markt häufig skeptisch zu werden. Nichtsdestotrotz deuten die Gespräche, die wir mit den Unternehmenschefs führten, ebenso wie Auftragseingänge und Absatzzahlen darauf hin, dass die Ergebnisse des ersten Quartals nicht katastrophal ausfallen werden. Viele der von uns analysierten Unternehmen schlagen sich sogar nach wie vor recht gut.

Die Daimler AG, eine Position im Rahmen unserer langfristigen Strategie, verzeichnete bemerkenswert hohe Umsätze. Die Pkw- und Lkw-Sparte des Konzerns, Mercedes Benz, veröffentlichte nach 198.921 ausgelieferten Fahrzeugen im März den höchsten jemals erreichten Monatsabsatz.1 Dadurch kletterten die Absatzzahlen für das erste Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 12,6% nach oben. Die stabilen Umsatzzahlen belegen, dass Verbraucher den Konzern nicht im gleichen Licht betrachten wie den Konkurrenten Volkswagen, der weiterhin im Skandal um manipulierte Abgaswerte versinkt

Strategie

Die Aktienselektion steht im Zentrum unserer Strategie. Demzufolge sind die Sektorengewichtungen lediglich das Ergebnis individueller Anlageentscheidungen und keine übergeordneten Brancheneinschätzungen. Der IT-Sektor beispielsweise bildet mit einem Anteil von 21% und einer aktiven Gewichtung von 9% unsere stärkste Übergewichtung.2 Allerdings sind unsere Positionen innerhalb der IT-Branche überaus divers und agieren in unterschiedlichen Wachstumsnischen, darunter Bezahlsysteme, Cloud-Computing, Mobiltelefone, Chip-Herstellung, Smart Meter und Firewalls.

Ein hervorragendes Beispiel bildet in dem Zusammenhang unsere Position der S&T AG, einem breit aufgestellten IT-Konzern. S&T ist in dem strukturellen Wachstumsbereich der Online- und Netzwerksicherheitslösungen angesiedelt.

Der Bedarf an Sicherheit wird von der Entwicklung hin zur Digitalisierung, zum Fernzugang und der Vernetzung von privaten Geräten und industriellen Prozessen getrieben, ein als das Internet der Dinge (Internet of Things - IoT) bekanntes Konzept. Immer mehr Menschen und Unternehmen passen sich an die IoT-Technologie an, was unseres Erachtens die Nachfrage nach den Sicherheitslösungen von S&T auf sehr lange Sicht antreiben wird.

Im Rahmen unserer Strategie konzentrieren wir uns weiterhin auf Unternehmen, die unserer Einschätzung nach über das Potenzial für eine langfristig überdurchschnittliche Wertentwicklung verfügen. Ob es sich nun um globale Unternehmen mit außergewöhnlichen Geschäftsbereichen wie im Fall von Daimler handelt oder um kleinere Nischenunternehmen in strukturellen Wachstumssegmenten wie bei S&T, wir schauen uns den Gesamtmarkt an und investieren dort, wo unser Überzeugungsgrad am höchsten ist.

Ausblick

Sowohl für die Unternehmen in unserem Bestand als auch für die Chancen am deutschen Aktienmarkt sehen wir den Ausblick optimistisch. Viele Manager, mit denen wir im Rahmen unserer Unternehmensanalyse sprachen, blicken vergleichsweise positiv in die Zukunft, da sich ihre Unternehmen weiterhin gut entwickeln.

Demzufolge sind wir nach wie vor zuversichtlich, dass das Ertragswachstum der Unternehmen in unserem Bestand stabil bleiben wird. Beispielsweise ist die Ertragsprognose auf 12-Monats-Basis für Unternehmen, die wir im Rahmen unserer Strategie halten, mit 14,8% mehr als doppelt so hoch wie die Schätzung für den Markt. 3    

Darüber hinaus erachten wir das aktuelle Bewertungsniveau als attraktiv und würden einen zukünftigen Ausverkauf als Kaufgelegenheit betrachten. Da die Unsicherheit im Hinblick auf die Abstimmung zum Brexit den GBP:EUR-Wechselkurs belastet, ist außerdem zu erwähnen, dass der jetzige Zeitpunkt eine passende Gelegenheit für Investoren mit Pfund Sterling als Ausgangswährung darstellen könnte, die Interesse an einem Engagement in europäischen Vermögenswerten haben.

1 Quelle: Daimler, 6. April 2016
2 Quelle: Barings, Style Research, 31. März 2016
3 Quelle: Barings, MSCI, Style Research, 31. März 2016

 

Bank of Japan- und FOMC-Meetings als Antriebsfaktor für Währungsmärkte

von John J. Hardy, Head of FX Strategy bei der Saxo Bank.

Am heutigen Mittwoch wird der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) zusammenkommen und die aktuelle geldpolitische Aussage vorstellen. Diese Aussage folgt auf ein rundherum gemäßigtes FOMC-Meeting im März, bei dem die klar gemäßigte Linie und das verzweifelte Händeringen der Notenbank angesichts des weltweiten Hintergrunds den Markt eindeutig überraschte. Der Schwerpunkt auf globale Aspekte in den Überlegungen der US-Notenbank bekräftigten zudem den Verdacht einiger Investoren, dass die Fed sich durchaus bewusst ist, dass sie quasi die Rolle als Zentralbank für die ganze Welt innehat (und nicht nur für die USA) und dass sich die Welt schlichtweg keinen stärkeren US-Dollar nach Zinserhöhungen der Fed leisten kann. Fairerweise muss man zugeben, dass die US-Notenbank in einer wenig beneidenswerten Position ist und in den kommenden sechs Monaten nicht nur international, sondern auch national das volle Programm an Ereignisrisiken durchstehen muss, und das wegen des wohl außergewöhnlichsten Wahlkampfs für die Präsidentschaftsvorwahlen seit den 1960er Jahren, der das Land so gründlich spaltet, dass eine Gefährdung des Wirtschaftswachstums nicht ausgeschlossen werden kann.

Die US-Notenbank muss diese politisch brisanten Themen natürlich auf Samtpfoten umgehen, kann also nicht ausdrücklich darauf hinweisen, wie diese populistischen Aufstände am politischen und allgemeinen Grundgerüst der USA rütteln; allerdings ist diese Problematik schon zwangsläufig in das politische Kalkül der Fed eingeflossen. Die US-Notenbank unter Yellen würde vermutlich am liebsten eine Auszeit nehmen und sich in einer Höhle weitab der Zivilisation verstecken – und erst im November wieder herauskriechen und die entstandenen Schäden beurteilen. Leider kann sich die Fed diesen Luxus nicht leisten. Ganz gleich, was in den nächsten fünf FOMC-Meetings bis zur US-Präsidentschaftswahl am 8. November noch passiert, werden alle Aktionen und Argumente der US-Notenbank in einem zunehmend politischen Licht betrachtet. Diese Risiken gelten zudem in beiden Richtungen – ob es nun einen Sturzflug der Wirtschaft gibt oder sie weiter an Fahrt aufnimmt, ohne dass die Fed entsprechend reagiert –, weil die US-Notenbank in jedem Fall der Bevorzugung beschuldigt würde. Und schon hat Donald Trump, der voraussichtliche Kandidat der Republikaner, kräftig gegen die Geldpolitik der US-Notenbank ausgeteilt; er ließ durchblicken, dass er die Fed schwächen und Janet Yellen das Ruder aus der Hand nehmen wolle, sobald ihre laufende Amtszeit Anfang 2018 ende. Anders gesagt, können wir auf eine geldpolitische Aussage der Fed warten, dass sie alles tun werde, um jegliche Einflussnahme zu vermeiden. Der USD kann unabhängig von den Aussagen der Fed stärker werden.

Auch die japanische Zentralbank (BoJ) hält in dieser Woche ein Meeting über ihre künftige Geldpolitik ab, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die aktuelle Geldpolitik massiv an ihre absoluten Grenzen stößt, sowohl hinsichtlich des maximal zu verkraftenden Rückgangs der Zinssätze als auch hinsichtlich der Anzahl der Anleihen, die die BoJ von immer unwilligeren Verkäufern ankaufen kann. (Die glücklichen Inhaber der japanischen Staatsanleihen mit der längsten Laufzeit sitzen schließlich noch auf enormen nicht realisierten Gewinnen – eine vierzigjährige JGB legte in den ersten Monaten dieses Jahres um mehr als 25 Prozent [in JPY] zu, während die Erträge in den Keller fielen.) Einer Zentralbank geht die Munition natürlich nie aus, weil sie die geltenden Regeln ständig umschreiben kann. Der bekannte Blogger Mike Shedlock trägt dieses Argument vor und plädiert dabei scherzhaft für eine geldpolitische Mischung, mit der das Inflationsziel der japanischen Zentralbank im Handumdrehen erreicht würde, beispielsweise die Besteuerung der japanischen Staatsanleihen mit einem Prozent pro Monat und die Einführung einer negativen Umsatzsteuer durch die Regierung Abe.

Aber irgendwann erreicht selbst eine Zentralbank das Ende der politischen und selbst der gesellschaftlichen Fahnenstange (inwieweit geht das derzeitige politische Klima in den USA auf das Konto der Fed-Geldpolitik?), ansonsten würde sie Gefahr laufen, sich de facto zum Diktator einer entkräfteten Wirtschaft und dysfunktionaler Märkte aufzuschwingen. Die japanische Zentralbank will unter keinen Umständen an diesen Punkt gelangen, selbst wenn sie derzeit die weltweit radikalste Geldpolitik verfolgt und bereits die Regierung dringend bittet, ihr einen größeren Teil der politischen Last abzunehmen. Beim dieswöchigen Meeting wird die BoJ wohl leider nur wieder Flickschusterei betreiben – oder gar nichts tun. Der Yen wird dadurch unter Umständen stärker, hat aber womöglich bereits das maximale Potenzial erreicht, wenn Japan den geldpolitischen Radikalismus in den kommenden Monaten zwangsläufig auf die nächste Stufe hebt.

Industriemetalle kommen zurück

Industriemetalle kommen zurück und verzeichnen die vierte Woche in Folge Mittelzuflüsse – die größten seit Ende 2014. Gold verbuchte mit 66 Mio. USD die ersten größeren Mittelabflüsse seit Beginn des Jahres. Mittelabflüsse in Öl summieren sich nach der OPEC Konferenz von Doha auf 78 Mio. USD, was die größten Abflüsse seit April 2015 darstellt.

Industriemetalle kommen zurück und verzeichnen nun die vierte Woche in Folge Mittelzuflüsse – die größten seit Ende 2014. „Auch wenn das chinesische Bruttoinlandsprodukt im Jahresvergleich nur um 6,7% wächst, deuten andere Faktoren darauf hin, dass sich die chinesische Wirtschaft wieder stabilisiert“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. So haben in China sowohl die Industrieproduktion, als auch Umsatz im Einzelhandel und Sachinvestments im ersten Quartal die Prognosen übertroffen. Die Preisentwicklung von Industriemetallen steht in engem Zusammenhang mit der chinesischen Industrieproduktion. Die starken chinesischen Daten sind deshalb auch gute Neuigkeiten für Industriemetalle und werden sehr wahrscheinlich auch deren Preis stützen, insbesondere da die meisten Industriemetalle derzeit weit unter den Marginalkosten ihrer Produktion gehandelt werden. Industriemetalle verzeichneten letzte Woche Mittelzuflüsse von 60 Mio. USD (11% der Assets under Management).

Gold verbuchte mit 66 Mio. USD die ersten größeren Mittelabflüsse seit Jahresbeginn. Diese Abflüsse entsprechen aber nur 3,7% der year-to-date Mittelzuflüsse, welche weiterhin bei 1,76 Milliarden USD liegen. „Nach dem starken Preisanstieg seit Jahresbeginn haben einige Investoren beschlossen, den Gewinn mitzunehmen“, meint Hein, „wir glauben jedoch, dass 1250 USD ein fairer Preis für Gold ist“. Silber verbucht weiterhin Mittelzuflüsse (11 Mio. USD in der letzten Woche).

Mittelabflüsse in Öl summieren sich nach der OPEC Konferenz von Doha auf 78 Mio. USD, was die größten Abflüsse seit April 2015 darstellt. Der Markt war anfangs enttäuscht, dass das Abkommen mit Iran zum Einfrieren der Ölproduktion nicht zustande kam. Die Enttäuschung war jedoch nur von kurzer Dauer, da sich bald die Angst vor dem Öl-Streik in Kuweit breit machte, welcher Einfluss auf die dortige Ölproduktion von 1 Mio. bpd haben könnte. Obwohl der Streik nur einen Tag andauerte, stiegen die Ölpreise während der gesamten Woche, vielleicht weil sich das Gerücht verbreitete, dass die OPEC die Verhandlungen zum Einfrieren der Produktion wieder aufnehmen könnte. Die year-to-date Performance von Öl erreicht mit 20% Mitte der Woche ihren Höhepunkt. „Öl ist damit der Rohstoff im Energiebereich mit der besten Performance, weshalb die jüngsten Mittelabflüsse sehr wahrscheinlich Gewinnmitnahmen sind“, so Hein. Year-to-date bleiben die Mittelzuflüsse mit 965 Mio. USD weiterhin hoch.

Wir glauben, dass die möglicherweise steigende Produktion Irans kurzfristig keinen großen Einfluss auf den Weltmarkt haben wird, da selbiger wohl im dritten oder vierten Quartal 2016 ins Defizit fallen wird. Öl ist nun, zum ersten Mal seit Juni 2014, im front month in backwardation, was die Abflachung der Kurve widerspiegelt. Der Rest der Kurve ist aber weiterhin im contango.

Wichtige Events in dieser Woche. Das Hauptaugenmerk liegt diese Woche auf dem Immobilienmarkt in den USA: Die Daten zu Verkäufen von neuen Häusern und die Case-Shiller Hauspreise werden diese Woche veröffentlicht. Zusammen mit der ebenfalls anstehenden Veröffentlichung zur Bestellung von Kapitalgütern könnte dies die Nachfrage nach Rohstoffen beeinflussen. Am Mittwochabend steht eine Entscheidung zu Zinserhöhungen seitens der FED an, wir rechnen aber nicht mit Änderungen, insbesondere da für dieses Meeting weder eine Pressekonferenz noch Wirtschaftsprognosen angesetzt sind. Der core PCE, stets ein wichtiger Maßstab für die FED, wird erst später in der Woche veröffentlicht, auch wenn die meisten hierfür eher niedrige Einschätzungen haben.

Gute Aussichten für solide wachsende Wirtschaft in Deutschland

von Dr. Daniel Hartmann, Senior Analyst Economics bei Bantleon.

Nach dem schwachen 2. Halbjahr 2015 meldete sich die deutsche Industrie im 1. Quartal 2016 eindrucksvoll zurück. Allerdings müssen als Folge der zuletzt blutleeren Auftragsentwicklung im laufenden Quartal bereits wieder kleinere Brötchen gebacken werden. Steht damit auch die gesamte deutsche Wirtschaft wieder vor einer stärkeren Abkühlungsphase? »Nein«, meint Daniel Hartmann, Senior Analyst Economics des Anleihemanagers Bantleon. »Die anhaltend kräftigen binnenwirtschaftlichen Impulse sprechen für eine weiterhin deutlich wachsende deutsche Wirtschaft. Im Gesamtjahr 2016 gehen wir von einer Rate von 2% aus, sofern es keine Störfeuer der Weltwirtschaft gibt.«

Rechnen Sie damit, dass der schwache Zuwachs der Industrieproduktion zu einer Abkühlung der deutschen Wirtschaft führen wird? 

Daniel Hartmann: Zwei Gründe sprechen dagegen. Zum einen die Aussicht auf eine wieder anziehende Weltwirtschaft und zum anderen die anhaltend kräftigen binnenwirtschaftlichen Impulse,. Davon profitiert unter anderem weiterhin die Bauwirtschaft. Ein kurzes Durchschnaufen nach dem dynamischen Jahresauftakt ist hier zwar vorprogrammiert. Aber der übergeordnete Aufwärtstrend wird dadurch nicht in Frage gestellt. So gibt es in diesem Sektor derzeit kaum einen Indikator, der keine Belebung signalisiert. Die Baugenehmigungen, die der Produktion um ein knappes halbes Jahr vorauslaufen, wachsen beispielsweise inzwischen mit einer Jahresrate von 25%.

Und wie sieht es bei den Dienstleistungen aus?

Hartmann: Auch die konsumnahen Dienstleistungssektoren befinden sich unverändert auf einem soliden Wachstumspfad, was sich unter anderem im Service-Einkaufsmanagerindex spiegelt. Das Barometer pendelt seit Monaten um ein Niveau von 55 Punkten und damit deutlich oberhalb der Expansionsschwelle. Das Fundament für den binnenwirtschaftlichen Auftrieb bildet das kräftige reale Einkommenswachstum. Der BIP-Statistik zufolge expandierten die realen Brutto- und Nettolöhne im 4. Quartal um mehr als 4% gegenüber dem Vorjahr. Ähnliche Höhen wurden zuletzt während des Booms nach der deutschen Wiedervereinigung in den frühen 1990er Jahren erreicht. Eine Abkühlung des starken Einkommenswachstums ist derzeit nicht in Sicht.

Die Auslandsnachfrage galt zuletzt als Sorgenkind. Gilt das weiterhin?

Hartmann: Bei der Auslandsnachfrage hellen sich die Perspektiven allmählich ebenfalls auf. Um den Jahreswechsel hat beim Export eine Abschwächung stattgefunden, die auch noch zum Ende des 1. Quartals wirksam war. So haben die meisten Indikatoren, die sich auf die Bewertung des Exports beziehen, bis in den März hinein enttäuscht. Dies dürfte sich aber in den nächsten Monaten ändern. Dafür sprechen die immer zahlreicheren Indizien, die auf eine konjunkturelle Belebung in den zwei größten Volkwirtschaften der Welt hindeuten, also in den USA und in China. Vor allem die lange Zeit darbende US-Industrie erwacht allmählich aus ihrem Winterschlaf. Der Durchhänger beim Export sollte deshalb in den nächsten Monaten ausklingen und die Auslandsnachfrage anziehen. Trotz der absehbaren Rückpralleffekte nach dem starken 1. Quartal rechnen wir daher für das laufende Quartal nur mit einer moderaten Abkühlung des Wirtschaftswachstums: auf 0,6% bis 0,7% im 1. Quartal sollten 0,5% im 2. Quartal folgen.

Tragen alle Nachfragekomponenten zu diesem Wachstum bei?

Hartmann: Nein, die Wachstumsstruktur wird sich ändern. Im 1. Quartal steht den gleichermaßen kräftigen Impulsen der Konsum-, Staats- und Investitionsnachfrage ein negativer Wachstumsbeitrag des Außenhandels gegenüber. Im 2. Quartal dürfte die Binnennachfrage nachlassen, dafür rechnen wir aber mit keiner weiteren Verschlechterung des Exportüberschusses. Im Gesamtjahr halten wir nach wie vor ein Wachstum von 2% für möglich, während der Konsens nur von 1,5% ausgeht. Die Voraussetzung für dieses relativ starke Wachstum ist aber, dass die Weltwirtschaft mitspielt und ihren seit Anfang 2014 vorherrschenden Abwärtstrend beendet.

EU referendum unveils Sterling opportunity

Gambling odds turn favourable for the ‘remain’ camp as political polls show tight referendum result. Adverse economic impact is expected to outweigh regulatory and fiscal benefits of the UK leaving the EU. Pessimistic sentiment is at the highest level on record in the FX options market for EUR/GBP. GBP should rebound. Please find the FX research from ETF Securities with charts attached on the left.

Sentiment turning

According to the latest polls, the gap has narrowed over the past few months in favour of Britain leaving the EU.

The current polling suggests that around 44% of voters will support staying in the EU, with 42% in the ‘leave’ camp, leaving a significant undecided proportion. According to the website oddschecker, the referendum result is likely to be more stark than current polling indicates. Current betting odds across a number of online gambling sites suggest 78% of gamblers are expecting Britain to stay in the EU.

However, phone and online polling have seen diverging trends in recent weeks. Evidence indicates that when voting intentions are measured and there isn’t a ‘don’t know’ option, most undecided voters will choose the status quo, in this instance, for Britain to remain in the EU. Most internet polls have as a standard option, a ‘don’t know category and that is partially to blame for the divergence in views between internet and phone polls. While phone polls show a generally larger divide between the two camps (in favour of ‘remain’), recent evidence has been showing that the gap is narrowing between the ‘remain’ and ‘leave’ alternatives.

Will history repeat itself?

In 1975, UK voters were given the choice to stay or leave the European Economic Community. Voters were faced with the question, "Do you think the UK should stay in the European Community (Common Market)?". The 2016 question is very similar: “Should the United Kingdom remain a member of the European Union or leave the European Union?”

In 1975, the final result showed that there was 67% support from voters for staying in the EC, in line with current estimates ‘remain’ campaign.

Economic impact

The Bank of England have also weighed in on the June 23 vote, noting that growth could be impacted in the near-term. The central bank notes that ‘uncertainty relating to the EU referendum has begun to weigh on certain areas of activity’ with ‘capital expenditure and commercial property transactions...being postponed pending the outcome of the vote.’ The IMF has also indicated that a ‘leave’ vote would be damaging, with its chief economist stating that ‘a Brexit could do severe regional and global damage by disrupting established trading relationships.’

According to a poll by Greenberg Quinlan Rosner, the three most important issues for voters are the economy, immigration and the control of our (UK) laws. While the ‘leave’ camp appears mostly concerned with either burgeoning regulatory framework or immigration, financial markets are focussed on the adverse impact on growth via the external account. The European Union accounts for 45% of UK exports and 53% of its imports. Although the UK has a two year window to re- negotiate trade deals, bureaucrats generally move at snail’s pace. Such a timeframe seems a very tight window for a major project, with government efficiency growth very close to zero. US President Obama has indicated that a trade deal with the US could take as long as 5-10 years to reach agreement and that the UK would ‘move to the back of the [negotiating] queue’. Such comments highlight strong global concerns over the potentially adverse impact on financial stability.

There are modest fiscal benefits expected from not contributing to the EU budget if the UK leaves the EU. Depending on the final relationship of Britain and the EU, the Centre for Economic Policy Research calculates a best case scenario of a 0.31% saving in per capita income, not enough to offset the negative trade effects contributing to a decline of almost 3% in incomes.

However, any fiscal benefit could be offset by the need to create new administration regarding implementation of new domestic regulation and trade agreements.

HRM Treasury’s own calculations indicate that the UK would be between 3.4% and 9.5% of GDP better off remaining inside the EU within 15 years. The wide dispersion of the GDP range depends on the eventual structure of trade that Britain would 1.65 adopt with the EU if it left the economic union.

Several economic consultancies have calculated the potential 1.55 impact should voters decide to leave the European Union. On GBP moves inversely to volatility average a result of a leave vote is expected to make Britain worse off by between 0.1% and 5.5%.

What’s the FX market saying?

Against the USD, GBP recently has experienced a modest bounce from multi-year lows. Against the Euro, GBP is hovering at the weakest level in the past 12 months. Negative sentiment is priced in as volatility has weighed on GBP.

Options market pricing is indicating that bearishness is at the highest levels in over a decade for GBP against the Euro.

Volatility is the status quo

The risk of Britain exiting the EU has seen the cost to insure against a British sovereign default rise by over 100% since the beginning of 2016, another reason for GBP weakness.

Where to next for GBP?

With so many voters as yet to decide which way to vote, volatility will remain elevated for GBP crosses and will likely keep the pound under some pressure against major currencies. However, such depressed levels of GBP opens up buying opportunities in the medium term as uncertainty fades.

Historically, steep falls in the Pound have presaged strong rebounds. The subsidence of volatility following the financial crisis and the Scottish referendum, led to strong gains for GBP against the Euro. In the four months after the financial crisis, GBP rallied 4.3% against the Euro. Indeed, we expect that the EUR/GBP is the more favourable cross to implement views of Britain remaining within the EU, with the US expected to tighten rates further in 2016 and the ECB keeping the Euro weak with aggressive policy stimulus.

China: Kommt jetzt der Wendepunkt?

Die ersten Monate des Jahres waren für den chinesischen Aktienmarkt äußerst volatil. Doch Michael Lai, Fondsmanager des GAM Star China Equity, ist optimistisch, dass Anleger das Schlimmste hinter sich haben: „Wir erwarten eine solide wirtschaftliche Entwicklung für die zweite Jahreshälfte. Der Höhepunkt der Konjunkturabschwächung scheint hinter uns zu liegen.“ Zuletzt hatte China es den Investoren jedoch nicht leicht gemacht: Kaum Wachstum, ein schwächelnder Renminbi, das schlecht kommunizierte Eingreifen der Regierung in Aktien und Devisenmärkte und hohe Kapitalabflüsse. Deshalb schwankte die Stimmung der Anleger von einem Extrem ins andere. „Besonders im Spätherbst waren die Ausschläge groß. Auffällig war vor allem der Pessimismus der Anleger gegenüber zyklischen und Deep-Value-Aktien, die sich nach dem Ausverkauf im Frühjahr jedoch wieder stark erholt haben. Die Erholung spiegelt nach Ansicht Lais nicht nur einen Stimmungsumschwung wider, sondern auch die berechtigte Hoffnung, dass China eine harte Landung vermeiden kann. 

Interne und externe Gründe für Optimismus

Neben der Aufhellung der Stimmung  beobachtet der Fondsmanager noch weitere positive Entwicklungen: „Zum einen hat die Regierung erkannt, dass die Umstrukturierung der Wirtschaft von Produktion und Export hin zu Dienstleistung und Konsum nicht reibungslos verläuft. Deshalb hat sie sich entschieden, Reformen künftig gründlicher zu planen und umzusetzen. Zum anderen möchte sie das Wachstum stärken und dehnt deshalb das Haushaltsdefizit von zwei auf drei Prozent aus.“ 

Und neben den internen wirken sich auch externe Einflüsse positiv auf China aus, insbesondere die Politik der drei großen Zentralbanken: „Die Bank of Japan führte den Negativzins ein, die Europäische Zentralbank weitete ihre Lockerungsmaßnahmen weiter aus als gedacht und die Federal Reserve blieb bei ihrer zögerlichen Geldpolitik. Die Gefahr einer weiteren Zinserhöhung scheint damit erst einmal gebannt“, so der Experte. Dies führt laut Lai dazu, dass sich die Mittelabflüsse und der Renminbi stabilisieren. Während vor einigen Monaten noch Kapital von rund 100 Milliarden US-Dollar abfloss, begannen sich die Abflüsse bei 30 Milliarden US-Dollar einzupendeln. Auch die Währung wertete wieder auf und hat unterdessen den Stand von Ende 2015 erreicht. „Zugegeben, auch der schwache US-Dollar hat seinen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen. Doch was zählt, ist, dass die Angst vor einer anhaltenden Währungsabwertung abgenommen hat“, sagt Lai.

Ohne das Vertrauen der Anleger geht es nicht

Die Regierung muss ihre Fähigkeit, wirtschaftliche Probleme zu lösen, wiederherstellen – so die Ansicht des Experten. Die verbesserte Stimmung und die wieder anziehende Wirtschaft seien daher nicht nur für chinesische Aktienanleger von großer Bedeutung. „Wir hoffen, dass die Investoren in Zukunft mehr Sicherheit für ihr Handeln haben werden – sofern die Behörden aus dem jüngsten Debakel gelernt haben“, so Lai. „Für uns bedeutet der wirtschaftliche Fortschritt, dass wir unser Engagement in zyklische Titel erhöht haben.“ Insbesondere die ehemals ungeliebten Bereiche Energie, Rohstoffe und Deep Value seien für den Experten interessant. „Vorerst überwiegen jedoch immer noch qualitativ hochwertige Wachstumswerte aus dem IT-, Konsumgüter- und Industriesektor.“

Extreme Geldpolitik erfordert mehr Risiko

von Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.

Der wirtschaftliche Nutzen eines starken US-Dollars sowie Negativzinsen in Europa und Japan erscheinen fragwürdig. Gleichzeitig konzentrieren sich Anleger zunehmend auf potenzielle Risiken. Nachdem die EZB letzte Woche entschieden hat, ihre Geldpolitik unverändert fortzuführen, erwarten wir eine Waffenruhe im aktuellen Währungskrieg und einen Wandel der globalen Wirtschaftspolitik hin zu einer stärkeren Ausrichtung auf die Binnennachfrage. Für die nächsten 12 Monate geht unser Hauptszenario von einer Fortsetzung der jüngsten Trends aus: 1) Moderates globales Wirtschaftswachstum 2) Extreme geldpolitische Maßnahmen zur Unterstützung der allmählichen Erholung in Europa und Japan 3) Steigende Inflation in den USA sowie eine zunehmende Verschuldung in China und unvorhersehbare politische Entwicklungen.

Globales Wachstum verharrt auf niedrigem Niveau

Nach unserer Einschätzung bestehen nur geringe Aussichten auf eine deutliche Wachstumsbeschleunigung in den nächsten 12 Monaten. Mittelfristig sind wir etwas optimistischer, da die Wirtschaft nach einem enttäuschenden ersten Quartal wieder anzuziehen scheint. Weitere geldpolitische Weichenstellungen – darunter Lockerungsmaßnahmen seitens der EZB und der Bank of Japan, steuerliche Anreize in China und abgesenkte Prognosen der Zinserhöhungen durch die US-Notenbank – dürften zusätzliche Unterstützung bieten. Nachdem 2015 für die USA, Europa und Japan ein geringfügig stärkeres Jahr gewesen ist, erwarten wir für 2016 eine gewisse Abschwächung. Wir haben deswegen unsere langfristigen Prognosen für alle großen Volkswirtschaften leicht nach unten korrigiert.

Währungspolitik weiterhin im Fokus

Die Währungsabwertung war ein Schwerpunkt der Geldpolitik in Japan und der Eurozone. Inzwischen blicken die Märkte vermehrt auf die Grenzen der Geldpolitik und sorgen sich um die negativen Auswirkungen der extremen Maßnahmen. Gewinndruck im Finanzsektor, schwächeres US-Wachstum und die Volatilität der chinesischen Währung waren weder ein Rezept für eine Konjunkturerholung noch für Marktstabilität. Aus unserer Sicht deutete die letzte geldpolitische Entscheidung der EZB auf einen klaren Kurswechsel hin. Die zurückhaltende Zinsrhetorik der Fed könnte in Kombination mit den Anreizen aus Japan und Europa etwas Druck vom Dollar nehmen. Wir sehen dieses Umfeld als positiv für ein selektives Engagement in Unternehmensanleihen, Schwellenländeranleihen und anderen höher rentierenden Sektoren des Fixed-Income-Marktes.

Risiken der US-Inflation steigen

Die US-Notenbank spielt das US-Inflationsrisiko nach wie vor herunter und hat ihre Prognosen für Zinserhöhungen gesenkt. Wir sehen hierin einen bemerkenswerten Wandel im Denkprozess der Fed in der Art und Weise, wie Geldpolitik auf Veränderungen der Inflation reagieren sollte. Wir stellen fest, dass der Anstieg der Kerninflation auf einer breiten Basis stattgefunden hat und sich der Arbeitsmarkt nahe der Vollbeschäftigung befindet, Dies deutet kaum auf eine Wirtschaftsflaute hin. Wir halten das Abwärtsrisiko der Kerninflation für begrenzt und sehen das Risiko steigender Preise für Waren und Dienstleistungen. Aus Marktsicht dürfte die Entwicklung der Inflation und der finanziellen Situation in den kommenden Monaten entscheidend sein.

Chinas Festhalten an Wachstumszielen könnte langfristig zum Risiko werden

China scheint sein Wachstumsziel von 6,5 Prozent wichtiger zu sein, als Reformen einzuleiten. Kurzfristig dürfte dies die Finanzmärkte stützen, doch das liquiditätsgetriebene Wachstum der Verschuldung scheint nicht haltbar zu sein und könnte sich langfristig zum Risiko entwickeln. Die chinesischen Behörden werden mit zwei Methoden Wachstum anstreben: 1) mit geld- und steuerpolitischen Anreizen, um auf Chinas schwierige finanzielle Situation zu reagieren; und 2) durch Zurückfahren von Reforminitiativen, die zur Verlangsamung des Wachstums beigetragen hätten. Chinas exzessive Verschuldung birgt aus unserer Sicht vielleicht das größte Risiko für einen Schock. Hier kommen das nachlassende Wachstum und steigende Kosten für die Schuldentilgung zusammen. Je länger diese Probleme ungelöst bleiben, desto stärker dürften die Ungleichgewichte der chinesischen Wirtschaft und die Unruhe an den globalen Märkten werden.

Höhere Nachfrage nach Rendite und weniger Angst vor Ausfällen

Aus Investitionsgesichtspunkten deutet der makroökonomische Kontext auf drei große Themen hin. 1) Die Wachstumsaussichten und die von den Zentralbanken bereitgestellte Liquidität werden weiterhin Allokationen in riskantere Sektoren des globalen Fixed-Income-Marktes begünstigen. Zurückhaltend sind wir allerdings bei EM-Volkswirtschaften, die am stärksten dem Einbruch der chinesischen Nachfrage nach Industrierohstoffen ausgesetzt sind. 2) Die längerfristigen Unsicherheiten sprechen dafür, Risiken strategisch einzugehen. Das heißt, qualitativ hochwertige Renditen anzustreben und auf Absicherungen gegen die Risiken aus China zurückzugreifen. Insgesamt sehen wir in den extremen geldpolitischen Maßnahmen mittelfristig eine Unterstützung des Wachstums, doch sie erhöhen auch die Verschuldung des Systems und/oder verringern den Druck für Reformen, die ein nachhaltigeres Wachstum langfristig unterstützen könnten. Dies dürfte besonders für China, Europa und Japan gelten. 3) Wichtige Industrieländer-Anleihen sind wenig attraktiv. Dies gilt besonders für japanische Titel, da hier die Renditen bis zu einer Laufzeit von 10 Jahren negativ sind. In den USA birgt die steigende Inflation das Risiko, dass sich die Zinsschritte schneller anpassen müssen als es die derzeitige Einpreisung vermuten lässt. Wir sehen ein gewisses Wertpotenzial in inflationsgeschützten US-Anleihen (TIPS), doch diese weisen eine höhere Korrelation zu Unternehmensanleihen auf, was wiederum ihre Diversifizierungseffekte begrenzt.

Über Goldman Sachs Asset Management:

Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 31. Dezember 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,083 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

Brasilien schließt das Kapitel Dilma Roussef

Nachdem der Kongressausschuss eine Absetzung empfohlen hat, scheint die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff fast sicher. In Erwartung eines neuen Kapitels für Brasilien hellt sich die Marktstimmung erheblich auf. Barings' Fokus liegt auf Qualitätsunternehmen, die nach unserer Einschätzung die besten langfristigen Wachstumsaussichten aufweisen.

Wandel liegt in der Luft

In der vergangenen Woche trafen wir uns mit Unternehmensführern in Brasilien - genau rechtzeitig zu einer Zeit, in der sich das Land für die wahrscheinliche Amtsenthebung der linksgerichteten Präsidentin Dilma Rousseff bereit macht. Das Anlegervertrauen nimmt indes weiter zu. Der brasilianische Aktienmarkt stieg dieses Jahr kräftig und zählt mit einer Rendite von 34% weltweit zu den Gewinnern. Im Vergleich dazu erwirtschafteten Schwellenländeraktien 7% und globale Aktien 2%.1  

Am 17. April befürwortete das Unterhaus des Parlaments das Amtsenthebungsverfahren gegen die Präsidentin. Sie ist in einen Bestechungs- und Korruptionsskandal in Zusammenhang mit Petrobras, dem staatlichen Ölkonzern, verwickelt, wo sie vor ihrer Präsidentschaft Vorsitzende des Aufsichtsrats war.

Im Kampf der Präsidentin und der Arbeiterpartei um den Machterhalt könnte es zu politischen Auseinandersetzungen kommen und das Schicksal der Präsidentschaft von Dilma Rousseff hängt nun von einer bevorstehenden Abstimmung im Senat ab. Auch wenn eine Amtsenthebung noch nicht beschlossene Sache ist, so ist es doch eher unwahrscheinlich, dass Rousseff bis zum Ende ihrer offiziellen Amtszeit im Jahr 2018 im Amt verbleiben wird.

Die Vorteile für Brasilien

Positiv zu werten ist, dass dieser Umbruch der politischen Handlungsunfähigkeit und dem Stillstand ein Ende setzen könnte, die die Regierung über Jahre hinweg behinderten. Darüber hinaus könnte eine neue Landesführung womöglich die strukturellen und marktfreundlichen Reformen einleiten, die für eine Wiederbelebung der Konjunktur notwendig sind. Dies wäre ein deutlicher Gegensatz zu der statischen Politik, die Rousseff über die vergangenen sechs Jahre verfolgte.   

Kurzfristig sorgt die Erwartung an eine solche Veränderung für eine erhebliche Verbesserung der Anlegerstimmung. Durch die Reduzierung des wahrgenommenen Risikoniveaus lassen sich abnehmende Kapitalkosten beobachten.

Strategie und Ausblick

Wir investieren in Unternehmen, nicht in Volkswirtschaften oder Regierungen. Dennoch arbeitet kein Unternehmen in einem Vakuum. Brasilianische Unternehmen machen im Hinblick auf unsere Strategie beinahe die Hälfte aller Positionen aus, wobei alle Investitionen unsere strengen Kriterien in Bezug auf Qualität, Wachstum und Aufwärtspotenzial erfüllen.

Das kürzlich von uns erworbene Unternehmen Banco do Brasil ist das hochwertigste Staatsunternehmen in Brasilien und es bietet eine relativ gesunde Eigenkapitalrendite. Ebenso wie andere Finanztitel in unserem Bestand, darunter Itaú Unibanco und Banco Bradesco, agiert es in einem starken, auf langfristiges Wachstum ausgerichteten Geschäftsfeld. In diesem sich wandelnden Umfeld könnte es außerdem zunehmend das Interesse anderer internationaler Investoren auf sich ziehen.  

EcoRodovias ist ein weiteres Unternehmen mit stabilen Ertragsaussichten. Das Unternehmen betreibt Autobahnkonzessionen im Rahmen von Verträgen über 20 bis 30 Jahre. Dies bietet einen gewissen Grad an Sicherheit sowie eine von uns bevorzugte längerfristige Ertragstransparenz. Als Privatunternehmen trägt es zur Bereitstellung eines öffentlichen Gutes bei, nachdem die Regierung jahrelang zu wenig in Autobahnen investierte.

Auch AES Tiete haben wir dem Portfolio hinzugefügt. Der Konzern erfüllt all unsere Kriterien im Hinblick auf Qualität, Wachstum und Aufwärtspotenzial, was für ein Versorgungsunternehmen eher ungewöhnlich ist. Unserer Einschätzung nach zählt es zu den Besten in seiner Kategorie. Es wird von einer glaubwürdigen Geschäftsleitung geführt und zahlt eine vergleichsweise hohe Dividende, was vor dem Hintergrund sinkender Renditen am Markt zusätzliches Anlegerinteresse hervorrufen dürfte. 

Fazit

Für die Zukunft sind wir zuversichtlich, dass unsere Anlagen langfristig eine starke Wertentwicklung erzielen können. Ein Wechsel der politischen Führung wäre unseres Erachtens positiv für Brasilien. Dies würde vor allem Behörden die Einführung dringend benötigter struktureller und marktfreundlicher Reformen ermöglichen. Für Investoren wäre dies eine vorteilhafte Entwicklung, für die wir entsprechend positioniert sind.

Mike Simpson

Head of Latin America Equities,
Baring Asset Management, London

1Quelle: Datastream, 31.12.2015-18.04.2015.
MSCI Brazil Index, MSCI Emerging Markets Index,
MSCI AC World Index. Erträge in USD.

Brasilianische Qualitätsunternehmen sind trotz politischer Turbulenzen attraktive Investments

Gonzalo Pangaro, Portfoliomanager des Emerging Markets Equity Fund von T. Rowe Price, kommentiert die schwierige politische Lage in Brasilien und erläutert, in welchen Bereichen dennoch Investmentmöglichkeiten bestehen. 

„Nachdem die Abgeordnetenkammer des brasilianischen Nationalkongress am vergangenen Wochenende mit großer Mehrheit dafür gestimmt hat, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff einzuleiten, ist nun der Senat am Zug. Wenn dieser in den kommenden Wochen ebenfalls für die Eröffnung eines Verfahrens votiert, müsste Rousseff zumindest für die Dauer des Verfahrens die Amtsgeschäfte an ihren Stellvertreter Michel Temer übergeben. Alle Augen richten sich deshalb auf Temer, denn angesichts des möglichen Amtsenthebungsverfahrens hatte sich das Sentiment der Investoren bereits in den vergangenen Wochen verbessert. Wir gehen davon aus, dass Temer keine andere Wahl hat, als entschieden eine marktfreundliche Richtung einzuschlagen und so die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung zu beleben. Neben der steuerlichen Konsolidierung werden dabei auch andere Maßnahmen nötig sein, um die Staatseinnahmen zu steigern – ebenso wie Reformen, die Investitionen begünstigen.

Hinsichtlich unserer Kerninvestments sind wir weiterhin zuversichtlich, weil wir uns auf hochwertige Unternehmen konzentrieren, die auch in einem schwierigen Umfeld bestehen können. Die attraktivsten Anlagechancen sehen wir in Banken aus dem Privatsektor, Einkaufszentren und Qualitätsunternehmen aus dem Konsumgüterbereich. Wenn es einer neuen Regierung gelingen würde, die Inflation zu senken und die mittelfristigen Probleme hinsichtlich Steuern und Schulden in den Griff zu bekommen, hätte das positive Auswirkungen auf brasilianische Investments. Auch wenn die ökonomische Lage weiterhin schwierig bleiben wird, haben Unternehmen mit soliden Bilanzen auf mittlere und lange Sicht das Potenzial zu starken Wertsteigerungen. Der Markt betrachtet die Asset-Qualität im Bankensektor vor dem Hintergrund des anhaltenden wirtschaftlichen Abschwungs zwar kritisch. Allerdings haben etliche Banken aus dem privaten Sektor in den vergangenen fünf Jahren eine konservative Kreditvergabepolitik betrieben, sodass die Auswirkungen konjunktureller Entwicklungen kontrollierbar sein sollten und die Rentabilität höhere Bewertungen rechtfertigen würde, als sie derzeit vorliegen. Die privaten Banken haben eine Eigenkapitalrentabilität von nahezu 20 Prozent beibehalten und das sogar in dem gegenwärtigen, sehr herausforderndem wirtschaftlichen Umfeld.“

Erfolgreich an der Rally bei Rohstoffaktien partizipieren

Die Rally bei Rohstoffaktien gegenüber den weltweiten Märkten ist in den Fokus der Anleger gerückt. Barings bleibt optimistisch für einzelne Unternehmen in den Sektoren Bergbau, Energie und vor allem Petrochemie, da dieses Segment bislang nicht Teil der Marktbelebung war. "Unserer Auffassung nach sind wir gut positioniert, um wettbewerbsfähige Erträge im Vergleich zu den Weltmärkten zu erzielen - unabhängig von einer Fortsetzung der Rohstoffrally," so Duncan Goodwin Head of Global Resource Equities bei Baring Asset Management.

Unternehmen, nicht Rohstoffe

Schon länger machen wir deutlich, dass unsere Strategie für globale Rohstoffaktien mehr beinhaltet als nur Einschätzungen zu Rohstoffen. Wir konzentrieren uns vielmehr darauf, Unternehmen zu identifizieren und in diese zu investieren, die laut unseren Analysen über einen Zeitraum von fünf Jahren ein überdurchschnittliches Ertragswachstum erzielen können.

Zweifelsohne handelt es sich bei der Rally um den wichtigsten Treiber für die Finanzmärkte in diesem Jahr. Seit den Mehrjahrestiefs Anfang Januar legten der US-Energiesektor um 24% und der europäische Bergbau um 70% zu. Die Preise für WTI-Rohöl sind um 56% gestiegen und die chinesischen Eisenerzpreise um 25%.1

Auslöser der jüngsten Bewegungen

Trotz des sprunghaften technischen Anstiegs vollzieht sich unserer Einschätzung nach aktuell ein fundamentaler Wandel im Bereich der globalen Rohstoffe. Aus unserer Sicht gibt es drei Hauptgründe für den starken Anstieg der Aktienkurse von Unternehmen im Energie- und Bergbausektor.

Erstens gibt es Anzeichen dafür, dass sich die extrem negative Positionierung von Rohstoffaktien und Rohstoffen durch den Markt entspannt. Seitdem Anleger Öl als Stellhebel für ihre Einschätzung zum globalen Wachstum sehen, nimmt die Korrelation zwischen dem Ölpreis und den weltweiten Aktienmärkten zu (siehe Abbildung 2). Wie nachhaltig diese Neuausrichtung ist, wird sich erst noch zeigen und wir konzentrieren uns aus diesem Grund mehr auf fundamentale Treiber.

Zweitens beobachten wir eine zunehmende Reaktion der Anbieter auf die niedrigeren Rohstoffpreise, und zwar in Form von Investitionskürzungen seitens der Unternehmen.

Drittens gibt es Anzeichen dafür, dass die industrielle Nachfrage in China die Markterwartungen für das laufende Jahr bisher übertraf, während gleichzeitig die Nachfrage in den USA durch die niedrigeren Preise zunimmt.

Strategie und Ausblick

Unsere flexible Anlagestrategie macht es möglich, dort zu investieren, wo wir die besten Chancen erkennen. Wenn wir Unternehmen analysieren, bewerten wir auch das Gesamtumfeld, in dem sie aktiv sind. In diesem Zusammenhang legen wir unsere Einschätzungen zu dem potenziell divergierenden Ausblick für rohstoffbasierte Branchen und Unternehmen dar.

Abbildung 1: Marktentwicklung (USD)2 Abbildung 2: Korrelation der wöchentlichen Erträge von Brent Crude Öl und dem MSCI AC World Index3

Bergbau

In China übertraf der Anstieg der Spot-Kurse für Massengüter (beispielsweise Eisenerz und Kohle) und Industriemetalle in diesem Jahr aufgrund der saisonal bedingten Aufstockung die allgemeinen Erwartungen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das derzeitige Preisniveau den allgemeinen Erwartungen nach nicht nachhaltig sein dürfte. Basierend auf den jüngsten Angaben aus China sind wir unsicherer geworden, wir sehen jedoch einzelne Anlagechancen in Fällen, wo die Erwartungen schlichtweg zu niedrig sind.

Zu nennen ist in diesem Bereich unsere Position in Rio Tinto. Das Aufwärtspotenzial des Bewertungsniveaus, der Ausblick für die Cashflow-Generierung ausgehend von den aktuellen Kassakursen und dem Preisniveau für Eisenerz, die glaubwürdige Geschäftsleitung und das Potenzial für Ertragssteigerungen machen das Unternehmen zu einer attraktiven Anlage. Aus unserer Sicht ist der Konzern nach Risiko-Ertrags-Gesichtspunkten interessant - ungeachtet der jüngsten Aktienkursentwicklung. Auch das Konkurrenzunternehmen BHP Billiton, eine weitere Portfolio-position, bietet unserer Auffassung nach ähnlich attraktive Investitionseigenschaften.

Petrochemie

Anders als im Bergbau und dem Energiesektor blieb bei Petrochemie-Aktien eine starke Erholung aus. Ausgehend von dem derzeitigen Ölpreis (und dem Preis ähnlicher Erzeugnisse) besteht dadurch weiterhin Aufwärtspotenzial für Erträge und Bewertungsniveaus.  Darüber hinaus erwarten wir, dass sich die Lage am Markt zukünftig fundamental anspannen wird. Die geplanten Instandhaltungen im zweiten Quartal dürften durch die starke Nachfrage 10% der globalen Petrochemie-Kapazitäten aufbrauchen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich der Markt auf die Sektoren Energie und Bergbau fokussierte, gleichzeitig aber den Bereich der Petrochemie in den USA und Europa, trotz besserer kurzfristiger Fundamentaldaten, außer Acht ließ. In den jüngsten Gesprächen, die wir mit Unternehmensleitungen führten, kam eine optimistischere Haltung durch, die unsere Einschätzungen unterstützt. Mit einem deutlichen Trend zu Ertragssteigerungen und attraktiven Bewertungen ist die Petrochemie unserer Auffassung nach aus heutiger Sicht der interessanteste Bereich des Rohstoffaktiensektors.

Energie

Im Energiesektor fand eine deutliche Erholung des Ölpreises statt. Trotzdem liegt dieser nach wie vor unterhalb der Konsenserwartungen und der impliziten Bewertungen für Aktien des Sektors insgesamt. Das bedeutet, dass die Preise für Öl zwar weiter steigen könnten, eine solche Bewegung jedoch bis zu einem gewissen Grad bereits an den Rohstoff- und Aktienmärkten berücksichtigt wurde.

Ob nun ausgelöst durch einen kurzzeitigen Druck oder eine fundamentale Kaufbewegung - das allgemeine Bewertungsniveau in diesem Marktbereich ist nach der jüngsten Rally für uns nicht überzeugend. Wir gehen jedoch davon aus, dass der Ölmarkt in der zweiten Jahreshälfte 2016 sein Gleichgewicht finden wird. Falls es zu einer Konsolidierung innerhalb des Sektors kommen sollte und dadurch Anlagechancen entstehen, spricht für uns nichts gegen einen Zukauf von Unternehmen, die unseren Investitionskriterien im Hinblick auf Qualität, Wachstum und Bewertungspotenzial entsprechen.

In der Energiespeicherindustrie beobachten wir nach wie vor ein strukturelles Wachstum. In diesem Segment haben wir in Royal Vopak investiert, ein in den Niederlanden ansässiges und in diesem Bereich führendes Unternehmen.

In der gegenwärtigen Phase des Zyklus sehen wir das größte Anlagepotenzial im Erdöl-Dienstleistungssektor. Unserer Einschätzung nach könnte der Ölpreis in der zweiten Jahreshälfte ein Niveau erreichen, auf dem neue Investitionen angezogen werden. Nach unseren Gesprächen mit Geschäftsführungen von US-Unternehmen gehen wir dabei von einer Spanne zwischen 45-50 USD/Barrel aus. Öl-Dienstleistungen liegen im Hinblick auf Umsätze und Gewinne in den USA zurück und dürften unseren Erwartungen nach diesen Rückstand dann aufholen, wenn der Ölpreis oberhalb dieser Spanne liegt. Da ein Anstieg der Investitionsausgaben zuerst bei US-Unternehmen zu beobachten sein dürfte, konzentrieren wir unsere Investitionen auf diesen Bereich,  beispielsweise mit Positionen wie Halliburton und weitere.

Fazit

Am globalen Markt für Rohstoffaktien und Rohstoffe fand eine kräftige Erholung statt. Durch diese Erholung ergeben sich aus unserer Sicht unterschiedliche Chancen, die wir nutzen wollen. Hierzu investieren wir in  Unternehmen, die unserer Auffassung nach in diesem sich schnell verändernden Umfeld das Potenzial aufweisen, ein überdurchschnittliches Wachstum zu erzielen.

Unseren Prognosen zufolge erzielen unsere aktuellen Positionen über die kommenden fünf Jahre ein Gewinnwachstum je Aktie von 19%. Rohstoffe machen lediglich einen Anteil von 40% des gesamten Fonds aus.5 Weitere  Investitionsbereiche im Fonds sind beispielsweise nachgelagerte Segmente, die verbraucherorientierte Firmen sowie strukturelle Wachstumsunternehmen der nächsten Generation beinhalten, über die wir bereits in vorangegangenen Berichten informiert haben. Auf diese Weise sind wir, ungeachtet einer Fortsetzung der Rohstoffrally, auf ein kräftiges Wachstum ausgerichtet.

Abbildung 3: Ausrichtung der Strategie4

Weitere Volatilität im brasilianischen Bondmarkt

Rob Drijkoningen, Co-Head des Emerging Market Debt Teams von Neuberger Berman, kommentiert aktuell das Thema Brasilien:

Das Unterhaus des Kongresses in Brasilien hat für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Rousseff gestimmt und damit einen Schritt in Richtung einer Veränderung der Verwaltung gemacht - eine Veränderung, die wir als wichtiges politisches Statement für das Land betrachten. Wirtschaftliche und fiskalische Reformen sind dringend nötig, um das Land aus der größten Rezession seit Jahrzehnten zu führen und einen ausgeglichenen Haushaltssaldo zu erreichen.

Auch wenn die Abstimmung ein wichtiger Schritt war, so wird der weitere Verlauf des Amtsenthebungsverfahrens holprig bleiben und über die nächsten Monate hinweg zu Volatilität im brasilianischen Bondmarkt führen. Der Prozess wird mit drei Abstimmungsrunden im Senat nicht nur mehrere Monate dauern, sondern auch Fragen bezüglich Politik und potenziellen Nachfolgern mit sich bringen. Vizepräsident Temer selbst muss sich wegen eines Verfahrens im Zusammenhang mit illegalen Ethanolkäufen einer genaueren Prüfung stellen. Ihm könnte ebenfalls ein Amtsenthebungsverfahren drohen.

Was unsere Positionierung betrifft, so halten wir derzeit ein Übergewicht an brasilianischen Anleihen in unseren Portfolios. Dieses basiert auf unserer Ansicht, dass die Risikoprämien die sich verschlechternden wirtschaftlichen Fundamentaldaten mehr als kompensieren, vor allem wenn man das vergleichsweise niedrige Schuldenniveau und die hohen internationalen Reserven mit einbezieht. Wir übergewichten auch die Zinsraten von kurz laufenden lokalen Währungsanleihen, da wir mit dem Rückgang des kürzlich erreichten Inflationshöhepunkts rechnen. Diese Entwicklung wird getragen durch ein schwaches Wachstum und ein etwas stabileres Währungskursniveau.

Gleichzeitig bieten die realen Zinsen eine attraktive Risikoprämie, selbst wenn man sie mit der Risikoprämie für staatliche Kreditnehmer vergleicht. Wir haben diese Übergewichtungen über die letzten Monate aufgebaut, indem wir von der positiven Entwicklung des brasilianischen Bondmarkts profitierten sowie von den Bewertungsprämien, die sich angesichts des drohenden Amtsenthebungsverfahrens leicht erhöhten. Die Entwicklungen der kommenden Monate werden zu weiterer Volatilität im brasilianischen Bondmarkt führen, dies rechtfertigt eine beschränkte Risikoposition auf dem aktuellen Niveau.

Interessante Emissionsbedingungen für Emittenten und Investoren

Gerrit Bahlo, Credit Analyst bei Man Convertibles, erklärt, warum Neuemissionen von Wandelanleihen derzeit zu attraktiven Konditionen für Investoren ausgegeben werden:

„Bei Neuemissionen von Wandelanleihen fällt auf, dass sie im ersten Quartal 2016 wieder zu attraktiven Konditionen für Investoren ausgegeben wurden – im Vergleich zu den Primärtransaktionen anderer Emittenten mit einem Investment Grade Rating. Nehmen wir zum Beispiel die jüngste Neuemission des südafrikanischen Konsumgüterunternehmen Steinhoff International. Das Unternehmen ist im MDAX gelistet und in Deutschland vor allem durch die Möbelkette Poco bekannt. Steinhoff hat am 14. April 2016 eine neue Wandelanleihe in Höhe von 1,1 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2023 platziert. Insgesamt hat Steinhoff derzeit vier Wandelanleihen am Markt. Wobei die Laufzeit einer der Anleihen bereits 2018 endet. Die beiden anderen Wandelanleihen haben eine Laufzeit bis 2021 beziehungsweise 2022. Die Neuemission ist angesichts der Aktienprämie von 40 Prozent im Vergleich mit der Aktiensensitivität von circa 30 Prozent praktisch identisch, zu der noch ausstehenden Wandelanleihe mit Laufzeit bis 2022. Dies gilt insbesondere, wenn man berücksichtigt, dass Letztere am gleichen Tag im Sekundärmarkt circa 2 Punkte verloren hat.

Unserer Meinung nach ist es für Investoren letztendlich eine Entscheidung auf Basis der Liquidität der Wandelanleihe, als nach ihrem Profil. Dennoch müssen Investoren berücksichtigen, dass die Bewertung der Aktie, bemessen nach gängigen Methoden wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, stark gestiegen ist. Von unter 10 im Jahr 2013 ist der Wert Anfang 2016 auf über 15 angestiegen. Die Frage, ob die Investoren an einen weiteren Anstieg der Aktie glauben, kann die Entwicklung der Wandelanleihe nachhaltig beeinflussen. Das Beispiel anhand der neu emittierten Wandelanleihe von Steinhoff zeigt jedoch, dass derzeit Emissionsbedingungen am Markt existieren, die sowohl für den Emittent als auch Investoren interessant sein könnten.“

EMD erholt sich wieder

Für Emerging Market Debt (EMD) begann das Jahr recht volatil. Auf den massiven Kursrutsch in den ersten sechs Wochen des Jahres folgte eine kräftige Erholung. In der Folge rentierten sowohl Lokal- als auch Hartwährungsanleihen im ersten Quartal positiv.

Eine Erholung des Ölpreises, ein schwächerer Dollar infolge der expansiveren Fed-Politik, freundlichere Daten aus China und etwas bessere Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft waren die wichtigsten Gründe für den Stimmungsumschwung. Mit zunehmendem Risikoappetit erkannten viele Investoren, dass die Emerging Markets aus Bewertungssicht einiges zu bieten haben. Entsprechend kam es ab März wieder zu deutlichen Kapitalzuflüssen in diese Assetklasse.

Marcelo Assalin, Head of Emerging Market Debt bei NN Investment Partners (NNIP), sieht fünf Schlüsselthemen, die künftig die Entwicklung bei Emerging Market Debt vorantreiben werden: 

„Ein Schlüsselthema für Investments an den Emerging Markets ist Wachstum, sowohl absolut als auch relativ im Vergleich zu den entwickelten Ländern. Innerhalb der letzten paar Jahre hat sich das Wachstumsdifferenzial recht rapide auf aktuell 2 Prozent verringert. Das ist zum Teil strukturbedingt. So kann China, die Wachstumslokomotive der EM, die Zuwachsraten des vergangenen Jahrzehnts – von über 10 Prozent – nicht mehr aufrechterhalten. Einige Schwellenländer müssen daher zusätzliche Wachstumsquellen auftun. Unserer Ansicht nach besteht immer noch ein erhebliches Potenzial für Reformen und damit Wachstum. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in den Schwellenländern sehr viel jünger ist als in den Industrieländern. Daher werden demografische Faktoren weiterhin das Wachstum in den EM stützten. Auch wenn die Zuwachsraten mittlerweile gesunken sind, dürfte sich in den nächsten Jahren wieder ein deutliches Wachstumsdifferenzial abzeichnen. Wir rechnen für 2020 mit einem Gefälle von rund 3,5 Prozent.“

Assalin weiter: „Ein weiteres Thema sind EM-Währungen. Die dramatische Abwertung in den vergangenen Jahren hat in vielen Ländern eine Neuordnung der makroökonomischen Indikatoren angestoßen. Die Außenhandelsbilanzen verbessern sich auf breiter Front. Durch die Abwertung der Landeswährungen werden die Exporte dieser Länder wieder wettbewerbsfähiger. Auch dies mag sich künftig als wichtige Wachstumsquelle erweisen.“

„China bleibt natürlich ein großes Thema für EM-Investments“, so Assalin. „Noch zu Jahresbeginn fürchteten viele Investoren, die chinesische Wirtschaft könne eine harte Landung erleben. Diese Befürchtungen sind angesichts der offenkundigen Stabilisierung bei Wirtschaftsdaten, Währung und Investitionsströmen zurückgegangen. Unserer Einschätzung nach haben die chinesischen Entscheidungsträger die Wirtschaft weiterhin unter Kontrolle und können die gesetzten Wachstumsziele erreichen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die chinesische Wirtschaft gereift ist, und reifere Volkswirtschaften wachsen zwangsläufig langsamer. Ferner wandelt sich China von einer investment- und exportgetriebenen Volkswirtschaft zu einer Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft. China bleibt in jedem Fall eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.“

Assalin weiter: „Ein weiteres Thema ist die Unternehmensverschuldung an den Emerging Markets; auch dieser Aspekt bereitet Anlegern Sorge. Mit der Verlangsamung des globalen Wachstums und dem Einbruch der Rohstoffpreise sind die Bonitätskennzahlen unter Druck geraten. Vor allem Unternehmen mit Einkünften in Landeswährungen, aber Verbindlichkeiten in US-Dollar, mussten aufgrund dieses Missverhältnisses einen Anstieg ihrer Schulden in Landeswährung hinnehmen. Den Rohstoffexporteuren macht natürlich der Preisverfall zu schaffen. Durch Senkung ihrer Kostenbasis waren sie allerdings in der Lage, dies zum Teil auszugleichen, denn hier machte sich die Währungsabwertung positiv bemerkbar. Die Unternehmen ergreifen bereits die richtigen Schritte zur Stärkung ihrer Bilanzen. Die M&A-Aktivität ist rückläufig und der Verkauf von Aktiva legt wieder zu. Auch soweit die Dividendenpolitik bislang großzügig war, kommt es jetzt zu Einschnitten.“

Im Übrigen darf man bei den Emerging Markets natürlich auch die politischen Risiken nicht vergessen. Assalin schloss mit den Worten: „Brasilien ist hier ein gutes Beispiel. Das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Rousseff ist zurzeit fast täglich in den Schlagzeilen. Die Abgeordnetenkammer sprach sich mit deutlicher Zweidrittelmehrheit für eine Amtsenthebung aus. Als Nächstes steht die Abstimmung im Senat an. Die Regierung hofft, dass dieser den Beschluss der Abgeordnetenkammer rückgängig machen wird. Sofern der Senat jedoch den Beschluss der Abgeordnetenkammer absegnet, wird die Regierung ihr Heil vor dem Obersten Gerichtshof suchen. Insofern wird sich dieser Prozess wohl noch länger hinziehen. Doch das Gefühl, dass sich etwas ändern muss, nimmt zu, vor allem, was die Staatsfinanzen betrifft. Wir gehen davon aus, dass Rousseff schließlich ihres Amtes enthoben wird. Mit dieser Aussicht haben brasilianische Anleihen in diesem Jahr kräftig zugelegt. Die Bewertungen sind von extrem niedrigen Niveaus wieder auf ein realistischeres Level gestiegen.“ 

Assalin weist auch auf die politischen Querelen in Südafrika hin. „Präsident Zuma hat immer wieder den politischen Stürmen getrotzt und unter anderem ein Amtsenthebungsverfahren überstanden. Seine Partei, der ANC, steht nahezu geschlossen hinter ihm. Es gibt zwar ANC-Mitglieder, die mit Zuma unzufrieden sind, doch der ANC will sich vorerst auf Schadensbegrenzung konzentrieren. Es wäre zurzeit wahrscheinlich unklug, Zuma loswerden zu wollen. Die nächsten Parlamentswahlen in Südafrika finden frühestens 2019 statt.“

Die taktische Fehlentscheidung der Fed

ETF Securities, einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs), ist der Meinung, dass die US-Notenbank Fed einen taktischen Fehler begangen hat. Nachdem die Fed 2015 das erste Mal nach neun Jahren die Zinsen erhöht hatte, schreckt sie 2016 vor weiteren Anhebungen zurück, da sie offenbar „Trotzreaktionen“ der Märkte fürchtet. Die Fed scheut davor zurück, die guten Fundamentaldaten der US-Wirtschaft – etwa den starken Arbeitsmarkt, oder den steigenden inflationären Druck – anzuerkennen. Außerdem möchte sie sich anscheinend nicht zu weit von den anderen Zentralbanken entfernen, die sich noch im „easing mode“ befinden, also eine lockere Geldpolitik verfolgen.

Das Risiko der Unsicherheit

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, führt dazu aus: „Mit weiteren Zinserhöhungen zu lange zu warten, birgt das Risiko, dass größere Unsicherheit entsteht. Wir drehen uns im Kreis: Die Märkte zerbrechen sich den Kopf über die Entscheidungen der Fed, die Notenbank selbst ist über die Marktvolatilität besorgt, obwohl dieses Thema gar nicht in ihr Mandat und ihren Aufgabenbereich fällt.”

„Die Entwicklung des realen BIPs in den USA spricht für solides Wirtschaftswachstum. Der Anstieg des realen BIPs ist zwar nicht so stark ausgeprägt wie vor der Krise, es gibt allerdings auch keine Anzeichen für eine Abschwächung. Dieser Wachstumspfad würde eine straffere Geldpolitik rechtfertigen. Ohne eine monetäre Anpassung an den inflationären Druck, wenn auch nur eine graduelle, drohen die Markterwartungen eine feste Basis zu verlieren. So eine Situation kann dann nur durch aggressive Zinserhöhungen ,geheilt’ werden. Wir glauben, dass die aktuellen Zinsanhebungen unzureichend sind, um die Preise zu zügeln, was dazu führen könnte, dass die Fed in einer späteren Phase viel schärfere Straffungsmaßnahmen setzen muss. Das könnte wiederum weitere unerwünschte Konsequenzen heraufbeschwören.”

Trends und Highlights

  • Die Erholung der globalen Konjunktur wird den Preisen von Silber, Platin und Palladium Rückenwind verleihen. Die Preise der „Industrial Precious Metals“ (Silber, Platin und Palladium) sind unter anderem deshalb seit 2011 gefallen, weil die Nachfrage aus China im Zuge des langsameren Wirtschaftswachstums des Landes zurückgegangen ist. Silber, Platin und Palladium haben sich jedoch in diesem Jahr zu erholen begonnen, was zu Preisanstiegen von 14, 11 und 7 Prozent geführt hat.[1] ETF Securities ist der Meinung, dass die Nachfrage nach diesen Industrie-Edelmetallen weiter anhalten wird, weil Chinas industrielle Produktion einen Boden gefunden zu haben scheint.
    Darüber hinaus war bei allen drei Metallen in den vergangenen drei Jahren ein Angebotsdefizit zu beobachten. Platin wird zu 80 Prozent und Palladium zu annähernd 40 Prozent in Südafrika gefördert. Da die Abwertung der Landeswährung Rand nachlässt und die Minenbetreiber ihre Aktivitäten zurückschrauben, wird ein weiteres Anwachsen der Angebotsdefizite bei den betreffenden Metallen immer wahrscheinlicher. 
  • Zentralbanken lassen Gold glänzen. Die Notenbanken in Schweden, Dänemark, der Schweiz, Japan und nicht zuletzt die EZB haben eine Politik der negativen Zinssätze eingeschlagen. ETF Securities geht davon aus, dass diese Entwicklung – sowohl in nomineller, als auch in realer Hinsicht – positiv für den Goldpreis ist. Historische Daten legen nahe, dass eine Korrelation zwischen negativen Zinssätzen und einem höheren Goldpreis existiert. Im bisherigen Jahresverlauf ist Gold um über 15 Prozent gestiegen und wird angesichts der anziehenden Inflation in den Vereinigten Staaten voraussichtlich noch weiter zulegen.
  • Schwellenländer: Die Stimmung steigt. Die Emerging Markets (EM) steckten für geraume Zeit in der Flaute, jetzt hat sich der Pessimismus zu EM-Bonds aber gelegt. Investoren werden für die Kreditrisiken der Emerging Markets überkompensiert, das bietet eine Kaufgelegenheit. Der Rendite-Spread von EM-Anleihen gegenüber Deutschen Bundesanleihen stand zuletzt bei 4,6 Prozent[2], wobei die Renditen aus den Schwellenländern weniger volatil sind als jene von US-High Yield-Bonds. Zum Vergleich: Die Renditen an vielen Geldmärkten lavieren rund um die Null-Prozent-Marke[3] und der Spread von US-Investment Grade Corporate Bonds zu Deutschen Bundesanleihen beträgt 3,1 Prozent.[4] Aus unserer Sicht bleiben somit Veranlagungen in Emerging Markets-Bonds überzeugend, vor allem, weil die Bewertungen günstig erscheinen.
    Der Nachfrage-Aufschwung bei EM-Bonds wird auch positive Auswirkungen auf die entsprechenden Währungen haben. Die Emerging Markets bilden eine heterogene Gruppe. Unter der Prämisse, dass Investoren nach Returns in Volkswirtschaften mit hohem Wachstum und niedriger Inflation suchen, stehen Währungen aus Emerging-Asia 2016 für Stärke. Allerdings erscheinen diese Währungen überbewertet. Unter diesem Gesichtspunkt favorisiert ETF Securities europäische Emerging Markets, weil diese – im Vergleich zu ihren lateinamerikanischen und asiatischen Pendants – relativ geringe Verschuldungsraten aufweisen.
  • Cyber Security: Gute Chancen an turbulenten Börsen. Das Segment Cyber Security ist besser positioniert als der restliche Technologiebereich, da der Subsektor von stärker diversifizierten Einnahmequellen profitiert, die auf seine breite Produktpalette und seine große Kundenbasis zurückzuführen sind. Die Anzahl der Cyber Security-Zwischenfälle steigt seit 2009[5] jährlich um durchschnittlich 66 Prozent, was sich in Profiten für die auf den Bereich spezialisierten Unternehmen niederschlägt.
    Die Krise der globalen Aktienmärkte Anfang 2016 hat auch Cyber-Security-Papiere nicht verschont, wobei ihre Bewertung im Vergleich zum gesamten Technologiesektor durch den Kursrückgang wieder auf den historischen Durchschnitt zurückgekommen ist; Im Gegensatz zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 70, wie es im Dezember 2015 bei Cyber-Security-Aktien zu beobachten war. Das eindeutig niedrige Beta dieser Aktien ermöglicht Investoren den Zugang zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente des Technologiemarktes – und das zu einem vergleichsweise geringen Risiko. Die Rekord-Investments in die Finanzierung und das „Deal making“ im vergangenen Jahr unterstreichen die Chancen, die der Cyber Security-Sektor bietet.

Die ETP-Industrie verzeichnet Zuflüsse

Das Researchunternehmen ETFGI hat auch im März wieder den globalen ETF- und ETP-Markt unter die Lupe genommen. Die Analyse dokumentiert die beeindruckende Performance von ETF Securities seit Jahresbeginn: Das Unternehmen konnte mit Inflows in der Höhe von 2,11 Milliarden US-Dollar die zweitgrößten Netto-Mittelzuflüsse in ETPs in ganz Europa verbuchen.[6]

Mark Weeks, CEO von ETF Securities kommentiert: „Im ersten Quartal 2016 konnten wir hohe Zuflüsse in unsere breite europäische Produktpalette beobachten. 2,06 Milliarden Dollar flossen dabei in unseren Rohstoffbereich, 1,56 Milliarden Dollar davon in Gold. Gemeinsam mit unserem tiefgreifenden Marktresearch und unserem Engagement im Bereich Investoren-Weiterbildung stärken diese Zuflüsse unsere Position als der führende spezialisierte ETP-Anbieter in Europa.“

Wie in unserem Tri-Annual Outlook beschrieben, glauben wir trotz der aktuellen Marktturbulenzen daran, dass überzeugende Investitionsmöglichkeiten für Anleger nach wie vor bestehen bleiben. Wir arbeiten auch weiterhin hart daran, oftmals in Partnerschaft mit führenden „Third Parties“, diese Möglichkeiten in Bereichen wie Rohstoffen, Fremdwährungen, Aktien-Themen und Fundamental Fixed Income für alle europäischen Investoren zugänglich zu machen.”


[1] Quelle: ETF Securities, Bloomberg (25th March 2016)
[2] Quelle: Ebenda
[3]Quelle: Ebenda
[4] Quelle: Ebenda
[5] Quelle: ETF Securities, PWC (June 2015)
[6] Quelle: ETFGI press release (April 2016): “Assets invested in ETFs/ETPs listed in Europe reach new record high of 522 bn”

Metals to perform on weaker USD and rising rates

The US Federal Reserve (Fed) has made a policy mistake. After raising rates for the first time in nine years, the Fed has held back from further hikes in 2016, bowing to market tantrums. The Fed is struggling to focus on the strength of domestic fundamentals such as the strong labour market or increasing inflationary pressures and is reluctant to move too far from other central banks that are still in easing mode. Consequently central bank policy remains a supportive influence on gold. Along with the Swedish Riksbank, Danish & Swiss National Bank and the Bank of Japan, the European Central Bank (ECB) has adopted a policy of negative interest rates. We argue that NIRP, whether in nominal or real terms, is positive for gold prices. Historical data suggest that there is a relationship between negative interest rates and the gold price. Gold has risen more than 15% year- to-date and is likely to rise further as US inflation increases. A global economic recovery is likely to provide a tailwind for industrial precious metal prices (silver, platinum, palladium). Part of the reason that these industrial precious metals have been falling since 2011 is due to China’s moderating demand, as it adjusted to a slower pace of economic growth. However silver, platinum and palladium have started to recover this year, rising 17%, 18% and 17% respectively in the last 3 months and we expect demand for these metals will likely continue as China’s industrial output appears to have found a base. Furthermore, these industrial precious metals have been in a supply deficit during the past three years. 80% of platinum and close to 40% of palladium are produced in South Africa and as the Rand depreciation abates and miners cut back on activity, supply deficits for these metals are likely to grow.

  • Agricultural commodities post strongest monthly returns within the complex. Corn and soybean hit multi-month highs, driven by short covering as concerns grew about the weather a phenomenon, La Niña, materialising ahead of the US growing season. Lean hog futures rallied a on seasonally improving demand as warm weather ushers in increased outdoor grilling.
  • Industrial metals saw mixed performance last month despite a stabilisation of Chinese economic activity. Sentiment reversed course for industrial metals last month, with a speculative positioning unwinding. More negative sentiment belies a continued tightening in a most industrial metals markets.
  • Oil has had a volatile month. Prices rose as investors expected a coordinated production freeze and then fell as no such deal could be delivered. A short-lived oil worker strike in Kuwait added further volatility. We expect declining non-OPEC production and rising global demand to a lend support to prices.
  • Palladium to benefit from miner capex cuts and demand for gasoline cars. While gold, silver and platinum have rallied strongly since beginning of the year, palladium is lagging behind. We believe the metal offers a catch-up potential supported by further capex cuts and increasing global demand for gasoline cars.

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Investitionen in Wearables sind noch schwierig

Armbanduhren kommen bei den 18- bis 24-jährigen Digital Natives aus der Mode, so eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Nur 27 Prozent dieser Altersgruppe geben die Armbanduhr, inklusive Smartwatch, als Mittel ihrer Wahl an, um unterwegs die Zeit zu ermitteln. Rund zwei Drittel der jungen Menschen ziehen in diesem Fall lieber ihr Handy aus der Tasche. Aber: je älter die Befragten, desto größer die Bedeutung einer Armbanduhr. Bei der Generation über 55 Jahre bevorzugt über zwei Drittel den typischen Blick auf das Handgelenk.

Auch insgesamt hat die Armbanduhr mit 51 Prozent zu 38 Prozent gegenüber dem Handy noch die Nase vorn. Gute Nachrichten für Hersteller von Wearables, die sich auf smarte technische Geräte am Handgelenk des Benutzers spezialisiert haben. Gerade bei der korrekten Zielgruppenansprache sind noch Fragen offen. „Eigentlich weiß noch keiner so genau, für welche Zielgruppe Wearables letztlich interessant sein werden“, benennt Moritz Rehmann, Fondsmanager des GAMAX Funds Junior und Markenexperte, die aktuelle Herausforderung der Sparte.

Absatzzahlen von Wearables: Noch hat kein Produkt die breite Masse überzeugt

Der Wearables-Markt dreht sich aktuell vor allem um Smartwatches und Fitnesstracker, die sich zur Vereinfachung der Kommunikation mit dem Smartphone vernetzen oder bestimmte Daten in Echtzeit aufzeichnen. Hier gibt es einen extremen Wettbewerb mit vielen unterschiedlichen Anbietern. Prominentester Vertreter ist wohl die Apple Watch. Aber auch andere große Player wie Samsung und Sony oder Sportartikelhersteller wie Nike und Adidas tummeln sich in diesem Segment, neben kleinen spezialisierten Startups wie Fitbit oder Jawbone. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 78,1 Millionen Geräte weltweit verkauft. Jedoch zeigen die Absatzzahlen, dass noch kein Produkt die breite Masse der Kunden bislang wirklich überzeugt hat. Das Rennen um das smarteste Gerät ist also noch in vollem Gange.

Ein Grund liegt im Nutzen für die Kunden: „Bei vielen Geräten fehlt es am wirklichen Mehrwert in Form von Zusatzfunktionen oder an technischen Spezifikationen wie längeren Akkulaufzeiten“, sagt Markenexperte Rehmann. Für viele Träger sei eine Uhr eben auch ein Schmuckstück, verbunden mit einem emotionalen Wert – einer interessanten Historie oder einem besonderen Image. Die hier bestehenden Werte abzulösen, könnte vermutlich nur über einen erheblichen technischen Mehrwert gelingen. „Am realistischsten wäre es, den Großteil der Handyfunktionen in eine autarke Uhr zu übernehmen und so das Smartphone abzulösen – mit dem Modell Gear S geht Samsung genau diesen Weg“, so Rehmann.

Rehmann: „Apple hätte am ehesten das Potential für ein erfolgreiches Produkt"

Trotz guter Ansätze sind Investitionen in dieses Segment noch schwierig. Bei keinem der börsennotierten Anbieter dominieren Wearables signifikant und mit guter Visibilität der Erträge. Für Nischenanbieter wird das Umfeld laut GAMAX-Fondsmanager Rehmann nicht einfacher, Konkurrenzkampf und Preisdruck werden zunehmen: „Der Wearables-Markt wird sich in wenige Premiumhersteller mit hoher Marge auf der einen Seite aufteilen, auf der anderen Seite werden Massenanbieter mit geringer Marge und hohen Stückzahlen dominieren.“

Ähnlich wie bei Smartphones wird es am Ende wohl eine Kombination aus Image und Funktionalität sein, die den Erfolg ausmacht. „Insofern hätte Apple am ehesten das Potential für ein erfolgreiches Produkt mit attraktiven Margen“, schätzt Rehmann. Auch Sicherheit könnte eine Rolle spielen. „Eine große Herausforderung stellt das Zusammenspiel von Hardware und Software dar, gerade bei dem sehr kleinen Display und der nicht einheitlichen Steuerung der Geräte. Eine ‚Alles aus einer Hand‘-Strategie sollte hier erhebliche Vorteile haben, um langfristig ganz vorn zu liegen.“

Bis sich also abzeichnet, welche Art von Gerät mit welchen Funktionen für welche Zielgruppe relevant ist, bleibt Raum für Nischenlösungen, wie sie aktuell von Sportartikelherstellern wie Nike, Fitbit oder Adidas vermarktet werden und vor allem Funktionalitäten von Fitnesstrackern enthalten. Mit Investitionen in die kleinen Anbieter oder in etablierte Unternehmen aufgrund des neuen Angebots sollten Anleger noch vorsichtig sein.

Volkswirtschaften verzeichnen mässiges Wachstum

Von Igor de Maack, Portfoliomanager und Sprecher des Portfoliomanagement bei DNCA.

Überall auf der Welt senkt sich das Wachstum der Volkswirtschaften auf ein mäßiges Niveau ab. Der weltweite Rückgang der Handelstätigkeit und die Rohstoffpreise sind nur die beiden sichtbarsten Anzeichen. Somit sind die Devisenkurse und das Erdöl inzwischen zu Indikatoren für die Risikowahrnehmung geworden. Ohne Wachstum der Unternehmensgewinne ist ein Anziehen der Aktienmärkte schwer vorstellbar – das gilt für die Vereinigten Staaten wie für Europa. Die anstehenden Wahlen und politischen Entscheidungen werden in den kommenden Monaten für ein nicht gerade investmentfreundliches Umfeld sorgen, denn sie werden Volatilitätsspitzen auslösen.

In China etwa geht das Wachstum bereits seit mehr als vier Jahren zurück. Einige Kennzahlen wie etwa der Stromverbrauch, die Vertrauensindizes sowie die Immobilienpreise deuten auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum hin als auf die von den Machthabern willkürlich angekündigten 6,9 Prozent Wachstum. In den USA stabilisiert sich das Wachstum unter dem negativen Einfluss des nach wie vor starken Dollars im Bereich von 2 bis 2,5 Prozent. Und schließlich: Europa scheint zwar einen echten Aufschwung zu erleben, doch dieser bleibt trotz allem fragil (1,5 Prozent): Das Wachstum könnte also im Falle eines erneuten externen Schocks nach unten korrigiert werden. Momentan erfreut sich die Eurozone noch des günstigsten Umfelds: reichlich Liquidität, niedrige Zinsen, sinkende Arbeitslosigkeit, billiges Erdöl und Leistungsbilanzüberschüsse.

Es bestehen zwar zahlreiche politische Risiken, doch die internationalen Institutionen sind sich dieser neuerdings durchaus bewusst. Außerdem hat Janet Yellen dies in ihrer Rede bereits berücksichtigt, verschob sie doch die bevorstehende Zinserhöhung unter dem Vorwand, die globale Situation sei instabil und komplex. Dieses geschickte Manöver ließ den Dollarkurs sinken, was den amerikanischen Unternehmen und den Schwellenländern zugutekommen wird. In Sachen Wahlen und Politik stehen wichtige Entscheidungen bevor: Die Präsidentschaftswahlen in den USA, das Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Rousseff in Brasilien, das Referendum über den Brexit, die Regierungsbildung in Spanien, die Neuverhandlung der Schulden Griechenlands. Seit der Krise des Jahres 2011 und dem Aufstieg populistischer Parteien in Frankreich, Spanien und Italien reagieren die Anleger besonders empfindlich auf politische Risiken in Europa. Trotzdem ist die Regierungsführung hier immer noch effizienter als in einigen Schwellenländern.

Nach wie vor betreiben viele Länder eine lockere Geldpolitik, die jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Seit 2008 haben alle großen Notenbanken interveniert, um die entsprechenden Volkswirtschaften mehr oder weniger nach dem gleichen Rezept zu stützen: durch die Senkung des Preises von Geld und die Erleichterung der Finanzierung über Banken. Die Ergebnisse dieser Politik sind weniger einheitlich: In den Vereinigten Staaten war sie ein großer Erfolg, denn dort hat sich die Konjunktur wieder erholt und die Arbeitslosigkeit ist gesunken. In Japan ist sie so gut wie gescheitert, denn das Wachstum stagniert dort ebenso wie die Inflation. In Europa, das in seine inneren Meinungsverschiedenheiten und Unbeweglichkeit verstrickt ist, herrscht Verunsicherung. Eine vergleichbare Geldpolitik wirkt sich eben auf unterschiedlich strukturierte Volkswirtschaften nicht in gleicher Weise aus. Die jeweilige Volkswirtschaft, die von der Geldpolitik betroffen ist, muss flexibel und effizient sein, was den Umlauf, die Verwendung und die Rentabilität des eingesetzten Kapitals betrifft. Das ist in China oder Japan sicherlich nicht der Fall. Europa bemüht sich zwar darum, jedoch zu langsam. Hingegen hat sich die jeweilige Geldpolitik unmittelbar auf die Währungskurse ausgewirkt.

Die europäischen Börsen sind in zweifacher Hinsicht aussichtsreich: Sie versprechen Kapitalzuwachs und machen sich im Laufe der Zeit in Form üppiger Dividenden bezahlt (3–3,5 Prozent). Tatsächlich lässt es das Zinsniveau in den USA und in Europa nicht mehr zu, den Großteil seines Vermögens in reinen Anleihestrategien anzulegen, wenn man Enttäuschungen und Schwankungen vermeiden will. Nimmt das Inflationsszenario in den Vereinigten Staaten Fahrt auf, könnten die kurzfristigen Zinsen rapide steigen, doch die Märkte preisen dies derzeit nicht ein. In der Eurozone wirken die schwachen Renditen wie eine finanzielle Abstrafung von Renten. Die Bewertungsniveaus europäischer Aktien bieten ein trügerisches Bild: Denn den Pessimisten, die den Weltuntergang voraussehen, mögen sie teuer erscheinen. Den Optimisten, die auf steigende Unternehmensgewinne quer durch die Sektoren hoffen, hingegen billig. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Daher muss man sich an der Börse für die richtigen Anlagethemen entscheiden und insbesondere die europäischen Binnensektoren bevorzugen, die einen Bewertungsabschlag aufweisen. Die amerikanischen Aktien scheinen hingegen schon ein Gutteil des Performance-Weges gegangen zu sein, denn sie haben eine Reihe positiver Rekordjahre hinter sich. Nachdem die Aktien der Emerging Markets das monatelange Fegefeuer hinter sich gelassen haben, gewinnen sie ebenso wie die Rohstoffe so langsam wieder die Gunst der Anleger zurück. Allerdings bräuchten diese Länder eine bessere globale Wachstumsdynamik.

Europäische Hochzinsanleihen - ein neues Zuhause für die gefallenen Engel

Die Zahl der Unternehmen, deren Anleihen von einem Investment-Grade-Rating in den Hochzinsbereich herabgestuft werden, wächst immer schneller. Der vergangene Februar war in dieser Hinsicht ein Rekordmonat: Weltweit wurden rund 30 Anleiheemittenten heruntergesetzt, ihr Gesamtwert lag bei 115,8 Milliarden US-Dollar.[1] Angesichts der Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds, insbesondere des scharfen Rückgangs der Ölpreise in den letzten Jahren, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es im laufenden Jahr noch weitere „gefallene Engel“ gegeben wird. Das prognostiziert Mike Della Vedova, einer der Portfoliomanager der Global High Income Bond Strategie von T. Rowe Price.

Markt für Hochzinsanleihen wandelt sich 
„Meiner Meinung nach wird diese Entwicklung das High-Yield-Universum nachhaltig beeinflussen. Die Zusammensetzung der Benchmarks im Bereich der Hochzinsanleihen wird sich verändern“, sagt Della Vedova. Von Jahresanfang bis Ende Februar wurden nach Daten von J.P. Morgan weltweit Schuldtitel im Wert von schätzungsweise 132,2 Milliarden US-Dollar zu Junk-Bonds herabgestuft. Der Vergleich mit den Zahlen vergangener Jahre macht die Größenordnung deutlich: Im gesamten Jahr 2014 verloren Anleihen in der Höhe von 143,1 Milliarden US-Dollar ihren Investment-Grade-Status. Im bisherigen Rekordjahr 2009 waren es Bonds mit einem Gesamtwert von 150,2 Milliarden US-Dollar. „Nur zwei Monate des laufenden Jahres reichten aus, um diesen Werten nahe zu kommen – eine noch nie dagewesene Entwicklung“, berichtet Della Vedova. So sei beispielsweise erst kürzlich der große Bergbaukonzern Anglo American herabgestuft worden. Allein dieser Gigant mache – mit zehn verschiedenen Bonds, die in sechs unterschiedlichen Jahren fällig werden – nun einen Anteil von 2,1 Prozent des europäischen Hochzinsanleihenmarktes aus. Dies sei nur ein aktuelles Beispiel, dem wohl noch viele weitere folgen würden. 

Spektrum der Anlagemöglichkeiten wächst  
„Für uns als Investoren eröffnet sich dadurch eine Vielzahl neuer Anlagemöglichkeiten. Um die Unternehmen, die neu im High-Yield-Bereich sind, richtig einschätzen zu können, arbeiten wir eng mit unseren Investment-Grade-Analysten und den Kollegen aus dem Aktien-Team zusammen. Das ermöglicht uns, die gefallenen Engel umfassend zu analysieren, auch wenn sie zwischen verschiedenen Ratings wechseln“, erklärt der Experte. Der übergreifende Analyseansatz und die resultierende Expertise führten zu einem Informationsvorsprung am Markt. Dieser Vorsprung sei gerade im Hinblick auf den zu erwartenden Anstieg der Unternehmen ausschlaggebend, die dieses Jahr ihr Investment-Grade-Rating verlören.

„Gefallene Engel haben das Potenzial, die Größe, Tiefe und Zusammensetzung des High-Yield-Marktes dauerhaft zu verändern. Unser Fokus liegt weiterhin auf der Bottom-up-Analyse des Kreditmarktes. Die intensive Zusammenarbeit mit Kollegen, die andere Schwerpunkte haben, wird uns aber helfen, das bevorstehende Wachstum der Assetklasse High Yield erfolgreich zu nutzen“.

[1] Daten: Bank of America Merrill Lynch

Reform der Betriebsrente mit schwarzer Null für den Staat möglich

Deutschland braucht eine umfassende Reform der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Für diese Reform muss der Staat zwar anfangs investieren, langfristig finanziert sich die Reform für den Fiskus aber selbst. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung von Prof. Thomas Dommermuth im Auftrag von Fidelity International.

Die Studie liefert konkrete Reformvorschläge für die Gestaltung einer starken und attraktiven bAV in Deutschland. Die fünf zentralen Reformvorschläge sind:

  • 1. Einführung eines Opt-Outs in der Entgeltumwandlung (ergänzt durch freiwillige Arbeitgeberzuschüsse)
  • 2. Weiterentwicklung der bAV als Beitragszusage
  • 3. Anrechnung der bAV auf die Grundsicherung beseitigen
  • 4. Belastung der bAV durch die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung reduzieren
  • 5. Abzinsungssatz in der Steuerbilanz anpassen

Voraussetzung: Opt-Out stellt flächendeckende Teilnahme sicher

Gemäß Prof. Dommermuth bildet ein gesetzliches Opt-Out in der Entgeltumwandlung den Rahmen für eine Reform, der eine höhere Beteiligung sicherstellt. Das zeigt das Beispiel Großbritannien. Seitdem die britische Regierung im Oktober 2012 ein Opt-Out eingeführt hat, stieg die Durchdringungsquote der bAV von rund 50 Prozent auf mehr als 90 Prozent bei Neuabschlüssen an. Laut Studie könnte auch in Deutschland eine gesteigerte Teilnahmequote sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer von 80 bis 90 Prozent innerhalb von zwei Jahren nach Einführung eines Opt-Outs erreicht werden.

Arbeitgeber: Befreiung von Risiken

Für Unternehmen kann sich die bAV nach derzeitiger Gesetzeslage zu einem unkalkulierbaren Risiko entwickeln – vor allem im Falle klassischer Leistungszusagen bei einer ungünstigen Entwicklung der Zinssätze. Eine Beitragszusage, bei der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen bestimmten Betrag in eine Anwartschaft auf Versorgungsleistungen vereinbaren, macht die bAV für Arbeitgeber kalkulierbarer und mindert die Risiken. Der Grund: Der Arbeitgeber garantiert für den Erhalt des eingezahlten Kapitals zum Auszahlungszeitpunkt, macht aber keine darüber hinausgehenden Zusagen. Auch eine Anpassung des Abzinsungssatzes in der Steuerbilanz an den der Handelsbilanz würde die Bereitschaft der Unternehmen zur Neugestaltung der bAV positiv beeinflussen.

Arbeitnehmer: Höhere Leistungen aus der bAV nötig

Für Arbeitnehmer muss sich Sparen für das Alter lohnen. In der Ansparphase muss die bAV dafür mehr Rendite erzielen. Die Gestaltung der bAV als Beitragszusage ermöglicht einen höheren Aktienanteil in der Anlage und damit die Teilhabe am weltweiten Wirtschaftswachstum. Dies eröffnet deutlich höhere Renditechancen als festverzinsliche Wertpapiere. In der Auszahlungsphase sind zwei Punkte essenziell, damit aus der bAV mehr Netto übrigbleibt: die Beseitigung der Anrechnung der bAV auf die Grundsicherung sowie die Reduktion der Belastung von bAV-Leistungen durch die gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung.

Fiskus: Nicht zum Nulltarif, aber mit schwarzer Null

Natürlich muss der Staat für eine umfassende Reform der bAV zunächst investieren, aber diese Investition zahlt sich aus. Langfristig würde eine höhere Beteiligung an der bAV zu zusätzlichen Einnahmen führen. Diese unterteilen sich in unmittelbare Einnahmen aus nachgelagerten Steuern, Beiträgen zur Krankenversicherung der Rentner (KVdR) und Minderbelastung durch gesetzliche Rentenzahlungen und in mittelbare Einnahmen aus Umsatz-, sonstigen Verbrauchs- und Unternehmenssteuern.

Die Kosten-Nutzen-Berechnung der Untersuchung von Prof. Dommermuth erfolgt dabei in drei Schritten1

Im ersten Schritt wird die Einzahlungsphase bis zum Jahr 2050 betrachtet. Aufgrund von Mindereinnahmen, bestehend aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, belaufen sich die Investitionen in diesem Betrachtungszeitraum auf rund 9,2 Milliarden Euro jährlich.

Im zweiten Schritt wird ein erweiterter Zeitraum bis 2080 betrachtet. Dies erlaubt die Berücksichtigung der unmittelbaren Einnahmen, die in der Auszahlungsphase aufgrund der höheren Rentenleistungen zum Tragen kommen. In diesem Betrachtungszeitraum reduzieren sich die Mindereinnahmen des Staates auf rund 1,9 Milliarden Euro jährlich.

Im dritten Schritt berücksichtigt Prof. Dommermuth auch die reformbedingten mittelbaren Mehreinnahmen des Staates über den gesamten Betrachtungszeitraum hinweg. Diese werden sich voraussichtlich aus dem zu erwartenden Mehrkonsum in Form höherer Umsatz-, Verbrauchs- und Unternehmenssteuern ergeben. Sie betragen insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro pro Jahr. Ein Großteil dieser mittelbaren Einnahmen ergibt sich erst ab 2050 aus dem zu erwartenden höheren Konsum.

In der Saldierung von Mindereinnahmen der Sozialversicherungen und Mehreinnahmen durch Steuern ist im Betrachtungszeitraum 2016 bis 2080 ein durchschnittliches jährliches Plus von 50 Millionen Euro, also quasi eine „schwarze Null“, zu erwarten. Eine umfassende Reform der bAV würde langfristig also keine zusätzlichen Kosten für den Staat verursachen, sondern sich selbst finanzieren.

„Umsonst ist diese Reform nicht zu haben. Dazu braucht es die Entschlossenheit, zu gestalten, und den Mut, die Reform konsequent anzupacken. Nur eines braucht die Reform auf lange Sicht nicht: zusätzliches Geld”, so Dr. Klaus Mössle, Senior Advisor bei Fidelity International. Im Gegenteil: „Eine deutlich reformierte bAV zahlt sich nicht nur für den einzelnen Arbeitnehmer aus, sondern auch für den Staat, die Gesellschaft und die Wirtschaft.“

1) Die relevanten Nettoinvestitionen und Einnahmen des Staates werden nach finanzmathematischen Grundsätzen in einen konstanten jährlichen Betrag ab 2016 umgerechnet.

Ölpreise fallen nach gescheiterten Verhandlungen in Doha

Gold-ETPs verzeichnen eine weitere Woche Mittelzuflüsse. Die aktuelle Kursdynamik hält wahrscheinlich bis zur nächsten Fed-Sitzung am 27. April an. Die Ölpreise stiegen vergangene Woche im Voraus der Sitzung in Doha. Gewinnmitnahmen und eine gescheiterte Verhandlung sorgen für schwächere Preise. Eine Verbesserung der Anlegerstimmung spiegelt sich seit März 2016 in Form von Mittelzuflüssen in Industriemetall-ETPs wider.

Interesse an Gold bleibt bestehen. Vergangene Woche wurden 180 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G) trotz leichten Kursrückgängen investiert. Insgesamt wurden 1,8 Mrd. an Mittelzuflüssen in Gold-ETPs (A0LP78) dieses Jahr verbucht. Die Nachfrage nach dem Metall wird wahrscheinlich weiterhin bestehen, bis die Fed mehr Klarheit über ihre nächsten Schritte bietet.

Auf die Gewinnmitnahmen vor dem Treffen der Ölproduzenten könnten erneut Mittelzuflüsse folgen. Energie-ETPs (A0SVX4), hauptsächlich Öl-ETPs, gaben vergangene Woche 80 Mio. USD an Mittelabflüssen ab. Volatile Ölmarktaktivitäten vor der Sitzung der OPEC / Nicht-OPEC Ölproduzenten am Sonntag unterstützten Brent (A1N49P) und WTI (A0KRJX) auf über 40 USD pro Barrel. Die Preise stiegen um jeweils 11,2 und 11,4 Prozent vergangene Woche bis Donnerstag. Daraufhin markierten Gewinnmitnahmen die größten wöchentlichen Abflüsse seit April 2015. Der Markt preiste eine Einigung der Verhandlung bereits im Voraus der Sitzung ein, da der Iran in Doha nicht anwesend war und somit die Einigung nicht gefährden sollte. Das Ergebnis der Verhandlung über eine eingefrorene Produktion war jedoch überraschend, da keine Einigung erzielt wurde und es diese Woche zu entsprechenden Abverkäufen kommen kann. „Wir gehen davon aus, dass ein niedriger Ölpreis längerfristig das weltweite Wirtschaftswachstum und die Nachfrage nach Öl unterstützen sollte“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. „Es dürfte in der zweiten Jahreshälfte auch ohne eingefrorene Produktion zu einem Angebotsdefizit kommen“, meint Hein.

Interesse an Rohstoffkorb-ETPs nimmt zu. Diversifizierte Rohstoffkorb-ETPs (A1CXBV) und Sektoren-ETPs konnten vergangene Woche Mittelzuflüsse in Höhe von 53,5 Mio. USD insgesamt verbuchen. Diversifizierte Körbe standen mit 35 Mio. USD Nettomittelzuflüssen an der Spitze, gefolgt von (A0N62H) Edelmetallkörben (9,1 Mio. USD) und (A0SVX7) Industriemetallkörben (7,2 Mio. USD). Der Vorteil von Rohstoffkörben ist, dass verschiedene  Rohstoffe von unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst werden und somit Abwärtsrisiken für Anleger effizienter verringert werden.

Die Stimmung gegenüber den Industriemetallen verbessert sich. Letzte Woche verbuchten Industriemetall-ETPs (A0SVX7) mit 29 Mio. USD ihre größten Mittelzuflüsse seit Mai 2015. Der Rohstoffsektor hat seit Anfang März 2016 weiterhin steigende Zuflüsse verbucht, vor allem Kupfer profitierte im Industriemetallsektor. Short Industriemetall-ETP Abflüsse stiegen entsprechend an und unterstreichen den bullischen Trend. „Wir glauben weiterhin an einen Wendepunkt für Industriemetalle. Kupfer (A0KRJU), Nickel (A0KRJ4) und Zink (A0KRKA) könnten in diesem Jahr in einem Defizit enden, während die Nachfrage aus China robust bleibt“ erklärt Herr Hein.

Silber schlägt Gold

„Der Bloomberg Rohstoffindex beendete die zweite Woche in Folge im Plus, wobei unterschiedliche Entwicklungen dabei halfen, den starken Dollar zu kompensieren“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Chinesische Wachstums- und Handelsdaten deuteten auf eine stabilisierte, aber auch weiterhin verschuldete Wirtschaft hin. „Dies beflügelte Industriemetalle und versetzte dem Getreidesektor aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Sojabohnen einen Schub“, sagt Hansen. Insbesondere die Nachfrage aus China im März habe zum größten Wochenanstieg bei Sojabohnen seit vergangenem Dezember geführt.

Der Goldpreis verbleibt weiter in einer Seitwärtsbewegung. „Insofern ist die Rallye, die in den stärksten Jahresauftakt seit Jahrzehnten mündete, vorerst gestoppt. Der Fokus richtet sich nun auf Silber“, sagt Hansen. Silber sei im Vergleich zu Gold relativ günstig, was sich in der Gold-Silber-Ratio ausdrücke. Diese erreichte Ende Februar mit über 83 Feinunzen Silber für eine Feinunze Gold ihren Höchststand. Angesichts eines sich stabilisierenden Goldpreises bliebe die Nachfrage nach Silber-ETPs sehr stark. „Somit hat Silber den großen Bruder Gold als das sich am besten entwickelnde Metall 2016 abgelöst. Das bedeutet aber auch, dass für weitere Kurssteigerungen ein charttechnisches Signal zugunsten Silber bzw. eine niedrigere Ratio nötig wären“, sagt Hansen.

An den Ölmärkten hätten derweil anhaltende US-Produktionskürzungen und der aktuelle Monatsbericht der International Energy Agency zunächst eine positive Entwicklung unterstützt. „Der Ölpreis stieg zwischenzeitlich auf ein Vier-Monats-Hoch, bevor das Treffen der Opec mit den Non-Opec-Ländern in Doha am Wochenende auf die Stimmung drückte“, sagt Hansen. Das Treffen in Katar löste Gewinnmittnahmen aus und stoppte die bisherige Rallye. Unterdessen bleibt der Gleichgewichtsprozess zwischen Angebot und Nachfrage im Fokus. Die US-Produktion sei seit letztem Juli um 600.000 Barrel pro Tag gefallen. Gleichzeitig habe Bloomberg im Vorfeld des Treffens berichtet, dass der Iran seine Schiffslieferungen im April auf zwei Millionen Barrel pro Tag erhöht habe. „Sollte sich dies bewahrheiten, hätte der Iran im Alleingang den bisherigen US-Produktionsrückgang wettgemacht. Wenn dieses Niveau in den kommenden Monaten gehalten werden kann und Produktionsengpässe des Nordiraks und Nigeria schwinden, dürfte die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf den Ölmärkten noch auf sich warten lassen“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar der Saxo Bank auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Sterling to suffer as Brexit back in focus

The official campaigns for the EU referendum will now get started in earnest, refocusing market attention to the controversial vote in June. Fundamentals are likely to take the back seat in coming months as uncertainty and sentiment dominate GBP trading. Bearish market positioning continues to build towards the Sterling keeping risks firmly skewed to the downside for the near term.

Campaigns begin

Following the selection of “Vote Leave” and “Britain Stronger in Europe” as the official campaigns for June’s EU referendum, the build-up towards the highly controversial vote will now truly get underway. Market commentators and media pundits will increasingly pay heed to any change in public voting intentions, and political stories will be scrutinised for any sign of weakness from either campaign. The GBP has already fallen victim to the uncertainty associated with the referendum, falling just over 7%* on a trade weighted basis year to date (see Figure 1). Increasing coverage of the vote in coming weeks will likely see the GBP exhibit elevated levels of volatility and may cause further moves to the downside. Any signs of short term strength will provide good opportunities to establish tactical short positions in the GBP, particularly against the US Dollar which should receive support from resilient economic data.

Uncertainty clouds fundamentals

The latest Monetary Policy Committee (MPC) minutes made specific reference to the potential “referendum effects” in the short term that could cloud the interpretation of macroeconomic indicators in coming months. Uncertainty will remain the dominant theme ahead of the referendum, likely making sentiment, rather than fundamentals, the key driver of Sterling moves in the short term.

Short positions continue building

Latest market positioning data shows that currency speculators have continued to build short positions against the GBP, with the total outstanding short contracts reaching the highest level for around three years (see Figure 1). The option market also reflects a similar story, with a record level of investors purchasing protection against downside movements in the Sterling. This suggests that unless there is a fundamental shift in polling results, risks to the Sterling would continue to be skewed to the downside.

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Globale ETF-Branche verzeichnet im März kräftiges Wachstum

Wie gewohnt möchten wir Sie über Zu- und Abflüsse im globalen und europäischen ETF-Markt im abgelaufenen Monat März 2016 informieren. Die Daten werden unabhängig von Deutsche Bank Markets Research erhoben und umfassen den gesamten europäischen ETF-Markt mit einem Anlagevolumen von aktuell 438,5 Milliarden Euro. Das weltweite in ETPs investierte Volumen beträgt knapp 3 Billionen US-Dollar. Da Investoren in börsennotierte, laufend handelbare ETFs schnell auf Markttrends reagieren, bieten die Zu- und Abflüsse in ETFs ein genaues Bild der aktuellen Anlagetrends.

Globale ETF-Branche verzeichnet im März kräftiges Wachstum; deutliche Mittelzuflüsse vor allem in den USA; in Europa waren vor allem Renten-ETPs gefragt; Abflüsse aus Aktien-ETFs halten in Europa dagegen an.

European Monthly ETF Market Review; Deutsche Bank Markets Research
Daten zum Stand: 31.03.2016

Globaler ETP-Markt Zu-/Abflüsse:

  • Für die weltweite ETP-Branche war der März ein ungewöhnlich starker Monat. Die Mittelzuflüsse betrugen weltweit 40,3 Milliarden US-Dollar. Im Februar hatten die Zuflüsse noch bei 9,8 Milliarden US-Dollar gelegen. Insgesamt verwaltet die Industrie damit jetzt weltweit knapp 3,0 Billionen US-Dollar (S. 8, 17).
  • Die höchsten Zuflüsse weltweit verzeichneten Aktien-ETFs. Ihnen flossen 23,2 Milliarden US-Dollar zu, nachdem sie noch im Februar kräftige Abflüsse hatten hinnehmen müssen. In Renten-ETFs flossen weltweit im März 13,4 Milliarden US-Dollar und damit ähnlich viel wie im Vormonat. Rohstoff-ETPs verbuchten Zuflüsse von 2,8 Milliarden US-Dollar und konnten damit den starken Februar mit Zuflüssen von 9,2 Milliarden US-Dollar nur abgeschwächt fortsetzen. (S. 17)
  • Regional betrachtet war im März eindeutig die ETP-Branche der USA der Hauptwachstumstreiber, deutlich vor Europa und Asien. Der US-Markt verbuchte 32,4 Milliarden US-Dollar Nettozuflüsse. Den größten Anteil hatten dort Aktien-ETFs mit Zuflüssen von 21 Milliarden US-Dollar. Renten-ETFs verzeichneten in den USA Zuflüsse in Höhe von 8,9 Milliarden US-Dollar. (S. 17)
  • •    Weiterhin im positiven Terrain bewegt sich neben der asiatischen auch die europäische ETP-Industrie. Nach 2,3 Milliarden US-Dollar im Februar zog die Branche im März weitere 5,8 Milliarden US-Dollar an. Insgesamt verwaltet die europäische ETF-Industrie damit jetzt rund 523 Milliarden US-Dollar. Während in Europa Renten-ETFs und Rohstoff-ETPs stark gefragt waren, verzeichneten Aktien-ETF Abflüsse. (S. 1, 17)

Europäischer ETF-Markt Zu-/Abflüsse  

Aktien

  • Der negative Trend bei Aktien-ETFs hielt in der europäischen ETF-Branche im März an. Investoren zogen 1,9 Milliarden Euro aus dieser Produktkategorie ab, und damit genauso viel wie im Vormonat. (S. 1. 17)
  • Verkauft wurden vor allem Aktien-ETFs der Industrieländer. Hier zogen die Investoren 4,3 Milliarden Euro ab und damit noch mehr als im Vormonat (2,5 Milliarden Euro). Vor allem ETFs auf breite europäische Indizes verbuchten hohe Abflüsse. In dieser Produktkategorie zogen die Anleger 3,5 Millionen Euro ab. (S. 19)
  • Während Aktien-ETFs auf deutsche Aktien auf Länderebene mit Abflüssen von 284 Millionen Euro zu den Verlierern zählten, verzeichnete Aktien-ETFs auf britische Titel Zuflüsse von 448 Millionen Euro. (S. 4, 19).
  • ETFs auf Schwellenländer-Aktien waren im März dagegen gesucht. Der Produktkategorie flossen 1,4 Milliarden Euro zu. Das meiste Geld floss dabei in breit gestreute Emerging-Market-Indizes (plus 990 Millionen Euro). Beliebt waren außerdem Aktien-ETFs auf die Region Asien/Pazifik. Sie verbuchten Zuflüsse von 153 Millionen Euro. (S. 20)
  • Als Aktien-Kategorie mit den besonders hohen Zuflüssen erwiesen sich im März erneut Strategie- sowie Style-ETFs mit 871 Millionen Euro beziehungsweise 498 Millionen Euro. Innerhalb dieser Gruppen stachen besonders quantitativ ausgerichtete ETFs mit Zuflüssen von 795 Millionen Euro und Dividenden-ETFs von 408 Millionen Euro hervor. (S.4, 18)

Renten

  • Zu den großen Gewinnern in der europäischen ETF-Branche gehörten im März Renten-ETFs. Sie verzeichneten deutliche Mittelzuflüsse in Höhe von 6,1 Milliarden Euro, nachdem sie schon im Februar Zuflüsse von 1,4 Milliarden Euro verbucht hatten. (S. 4, 21)
  • Unternehmensanleihen steuerten mit plus 5 Milliarden Euro den mit Abstand größten Teil bei. ETFs auf Staatsanleihen flossen 525 Millionen Euro zu. Aus Geldmarkttiteln zogen Anleger dagegen 212 Millionen Euro ab (S. 21)

Rohstoffe

  • Auch die Rohstoff-ETPs konnten den positiven Trend des Vormonats fortsetzen. Ihnen flossen 1,1 Milliarden Euro zu, nach 2,5 Milliarden Euro im Januar. (S. 4, 22)
  • Gold ETPs zählten erneut zu den Gewinnern. Sie vereinnahmten nach 2,2 Milliarden Euro im Februar im März weitere 844 Millionen Euro. Silber ETPs verbuchten Zuflüsse von 144 Millionen Euro. ETPs auf Rohöl verzeichneten dagegen leichte Abflüsse (minus 78 Millionen Euro). (S. 4, 22).

Beliebteste Indizes

  • Auf der Aktienseite standen im März vor allem ETFs auf den MSCI Emerging Markets im Anlegerfokus. Außerdem zählten Produkte auf den S&P 500 und den MSCI World zu den beliebtesten Basiswerten. (S. 23)
  • Bei den Renten-ETFs wurden vor allem ETFs auf Unternehmensanleihen-Indizes gesucht. Aber auch Produkte auf Emerging Markets sowie Staatsanleihen aus den Industrieländern finden sich unter den Top 10. (S. 23)

Risiken von ETFs umfassen unter anderen die folgenden:

  • Die ETFs mit indirekter Replikation haben ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus derivativen Transaktionen gemäß der OGAW/UCITS III Restriktionen.
  • Der Wert der ETF- Anteile kann durch rechtliche, wirtschaftliche oder politische Veränderungen, Marktvolatilität und/oder Volatilität des Vermögens des Teilfonds und/oder des Bezugsobjekts negativ beeinflusst werden.
  • Der Wert der ETF-Anteile kann jederzeit unter den Preis fallen, zu dem der Anleger die Fondsanteile erworben hat. Daraus können Verluste resultieren.
  • Der Wert der ETF-Anteile kann durch Wechselkursschwankungen negativ beeinflusst werden.

The Market Pendulum: Can 2016 earnings justify today’s valuations?

by Joseph V. Amato, President and Chief Investment Officer – Equities at Neuberger Berman.

Traditionally, equity people are supposed to be more optimistic than bond people, but I am prepared to buck the stereotype just a little as we enter day four of the Q1 earnings season.

Brad Tank, our fixed income CIO, followed Erik Knutzen in expressing cautious optimism that U.S. corporate earnings would recover enough in the second half of 2016 to justify much of the market rally that we’ve enjoyed since mid-February. They both wanted the economy to “show them the money” before dialing-up risk, as they put it, but they saw changes in the recent trends in the U.S. dollar and oil as the foundation for this recovery.

Truthfully, we are talking small degrees here. Brad and Erik both emphasized caution—as Erik put it, things were never as dark as they seemed on February 12, and they are probably not as bright as they seem today. Nor am I about to argue that we’ve inflated a bubble and stand on the brink of savage correction. Nonetheless, I think it’s fair to say that I am a little more circumspect.

The market pendulum tends to swing too far in both directions. Does the simple recognition that the world is not about to end explain why the S&P 500 Index went up more than 15% in 10 weeks? At 17.0-17.5 times forward earnings, U.S. large caps will not look particularly cheap should run-rate earnings for Q1 2016 come in at around $100-$105 per share, as seems likely. That’s a long way from the $120-$125 per share that we feel is required to support today’s multiples.

Amid the headline-grabbing extremes of pessimism, the more sober talk in January and Februarywas of an earnings recession, and I don’t see anything that has fundamentally changed that narrative.

For sure, dollar strength has eased—but wasn’t that already underway by the second half of 2015? And yes, energy may be less of a drag this year—but does it follow that we are about to see break-out numbers from the financial, industrial, or consumer sectors?

Financials are especially important as it’s difficult to sustain a rally of this strength while banks are struggling to generate positive earnings. Q1 earnings from JPMorgan Chase, Bank of America Merrill Lynch, Wells Fargo and Citigroup have been released. We are used to the game in which analysts set expectations so low they’re almost impossible to miss: JPMorgan’s earnings per share beat the 13% slide that had been estimated. But the real takeaway was simple: the largest bank by assets in the U.S. saw its earnings fall by 7%. Citigroup’s, Bank of America’s and Wells Fargo’s reports told a similar story, with capital markets weakness hurting the first two and energy exposure the latter.

Elsewhere, some good news emerged out of Italy last week as a better-than-expected support program was thrashed out for its struggling lenders, but on the whole, European banks have performed poorly despite the expansionist policies announced by the ECB in March. Dealogic estimates that revenues in global investment banking are down 36% year-on-year, which would represent the toughest Q1 since 2009.

This background explains the elements of caution that underlie this rally in U.S. stocks. Small caps are still down year-to-date. The big value sectors that bore the brunt of the New Year sell-off, energy, materials and industrials, are up 6-8%, but the other big performers are defensive consumer staples and utilities.

I believe this is a “relief rally” that lacks a degree of conviction and is really a response to the excessive pessimism of the New Year. Again, to be clear, we are not talking about extremes in valuations. But the pendulum has swung far enough that I don’t feel compelled to chase this market, and I would need to see much firmer evidence of an earnings revival over the coming seasons to change my mind.

The full market view including tables can be found on nb.com.

Europäische Gewerbeimmobilienmärkte – Antizyklisches Investment zahlt sich aus

Die aktuellen Daten zum IPD Pan-European Property-Index für das Jahr 2015, der die Ertragsentwicklung von Investitionen in europäische Gewerbeimmobilien abbildet, kommentiert Alexander Eggert, Geschäftsführer der Warburg-HIH Invest Real Estate.

„'Politischer Stillstand', 'reformunfähig', 'Schlusslichter Europas'. Die Schlagzeilen rund um Länder wie Spanien oder Frankreich sind häufig von negativen Begriffen geprägt. Und tatsächlich sind die Probleme bei Arbeitsmarkt oder Wettbewerbsfähigkeit nicht zu ignorieren. Wer daraus schließt, dass auch die jeweiligen Immobilienmärkte keinen näheren Blick lohnen, den belehren aktuell die Performance-Daten des Analysehauses MSCI eines Besseren. Der IPD Pan-European Property Index bildet die Wertentwicklung an den europäischen Gewerbe-Immobilienmärkten ab. Spanien liegt hier mit einem Total Return von 15,3 Prozent im Jahr 2015 auf Platz zwei aller 18 untersuchten europäischen Märkte, die in den Index eingehen. Die Performance liegt damit fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt über die erfassten Länder der Eurozone. Und auch Frankreich liegt über dem Schnitt, wenn auch der Total Return von 9,0 Prozent den Mittelwert von 8,6 Prozent nur knapp übersteigt.

Was folgt daraus? Erstens: Die Attraktivität von Immobilieninvestitionen in einzelnen Ländern muss nicht zwangsläufig dem Bild entsprechen, das in den Schlagzeilen zur allgemein-wirtschaftlichen und politischen Situation gezeichnet wird. Und zweitens: die Bereitschaft, auch antizyklisch zu investieren, zahlt sich für Anleger aus.“

Turbulentes erstes Quartal - Haben die Notenbanken noch alles im Griff?

von Carsten Mumm, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Ein gewichtiges Argument für die Erwartung steigender Aktienkurse am Jahresanfang war die nach wie vor extrem expansive Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken weltweit. Vor allem die EZB verkündet seit Monaten immer neue liquiditätssteigernde Maßnahmen. Die US-Notenbank Fed hat zwar im Dezember offiziell die lange erwartete Zinswende eingeläutet, allerdings gab es bisher nur eine kleine Leitzinserhöhung. Aufgrund der wenig dynamischen Konjunktur in den USA und Unsicherheiten bzgl. der weiteren global-ökonomischen Entwicklungen – z.B. in vielen Schwellenländern – sind in diesem Jahr maximal zwei weitere Zinsschritte wahrscheinlich. Selbst danach befänden sich die USA noch immer in einem im historischen Vergleich niedrigen Zinsumfeld.

Im bisherigen Jahresverlauf wurde allerdings deutlich, dass – fast ausschließlich – liquiditätsgetriebene Börsen zu nervösen Reaktionen und heftigen Auf- und Abwärtsbewegungen neigen. In „normalen“ Zeiten ist der Grund für eine Investition am Kapitalmarkt eine auf fundamentalen Daten basierende Analyse der Kapitalanlage. Daraus resultiert die grundsätzliche Überzeugung für die mittel- bis langfristige Perspektive des zu erwerbenden Investments. Anderenfalls wird der Kauf eben nicht getätigt. Wenn aber der Beweggrund zum Kauf von z.B. Aktien oder Anleihen eine allgemeine Alternativlosigkeit in Nullzins-Zeiten ist, neigen Anleger generell dazu, ihre Positionierungen schneller zu verändern. Schließlich besteht die erhöhte Gefahr, dass sich die Kurse von fundamental angemessenen Bewertungsniveaus entfernen – sprich zu teuer werden.

Zumindest bei Anleihen ist dieser Effekt tatsächlich unverkennbar. Da die EZB durch ihr Wertpapierkaufprogramm einen Großteil des überhaupt zur Verfügung stehenden Angebots am Markt aufnimmt, sind die Kurse nahezu aller Segmente im festverzinslichen Bereich auf Rekordniveaus vorangeschritten. Bundesanleihen rentieren mittlerweile bis zu einer Laufzeit von 8 (!) Jahren negativ. Selbst Unternehmensanleihen werden teilweise mit einer Nullrendite emittiert.

Auch wenn die EZB den Märkten die zur Verfügung gestellte Liquidität nicht kurzfristig wieder entziehen wird, bedarf es doch immer neuer Geldspritzen, um die Kurse weiter anzutreiben. Da das Anleihekaufprogramm mittlerweile auf monatlich € 80 Mrd. ausgeweitet und bis März 2017 verlängert wurde, ist die Gefahr deutlicher Korrekturen zumindest bei Anleihen weniger akut. Zwar wurde die Idee des „Helikoptergeldes“ von Seiten der Notenbank zunächst verworfen. Es ist aber davon auszugehen, dass weitere expansive Schritte folgen werden, denn mit einer Preissteigerungsrate im März in Höhe von -0,1% im Vergleich zum Vorjahr wurde das Kernziel der Erhöhung der Inflationserwartungen bisher noch nicht erreicht.

Es ist jedoch zu befürchten, dass die kurssteigernde Wirkung der expansiven Maßnahmen auf die Aktienmärkte sukzessive nachlässt, je mehr sie zur Gewohnheit werden. Schon im November letzten Jahres gelang es Mario Draghi trotz einer weiteren Senkung des Einlagenzinssatzes für Banken und der Ausweitung des Volumens der monatlichen Wertpapierkäufe nicht, die Aktienkurse anzutreiben. Auch die EZB-Sitzung im März 2016 hatte bislang nur moderat positive Auswirkungen.

Im ersten Quartal bestimmten vielmehr die Sorgen vor einer Wachstumsschwäche Chinas und die potenziellen negativen Auswirkungen des Ölpreisverfalls die Schlagzeilen und sorgten für zeitweise erhebliche Verluste – und das trotz der fortbestehenden Liquiditätsflut. Offensichtlich spielen bei den Einschätzungen der Aktienanleger lange in den Hintergrund gerückte fundamentale Faktoren und Nachrichten wieder eine größere Rolle. Aus heutiger Sicht erscheinen die sehr negativen Reaktionen der Börsen jedoch überzogen. Nachdem sich der Ölpreis erholt hat und die Sorgen vor einer harten Landung der chinesischen Ökonomie in den Hintergrund gerückt sind, drehten auch die Aktienkurse wieder nach oben.

Die globalen Aktienmärkte sind fundamental betrachtet, z.B. unter Berücksichtigung der Unternehmensgewinne, nach wie vor nicht übermäßig bewertet. Hinzu kommt ein im Vergleich zu verzinslichen Anlagen sehr hoher laufender Ertrag durch die Dividendenzahlungen. So beläuft sich die Dividendenrendite, z.B. bezogen auf den DAX, derzeit auf über 3%. Insofern dürfte sich die expansive Geldpolitik der EZB zukünftig auch auf die Aktienmärkte wieder positiv auswirken und sei es auch nur indirekt, weil sie die Zinsen weiter drückt und damit kaum eine Anlageklasse die Chance auf vergleichbar hohe Renditen birgt. Mit Sicherheit werden uns jedoch auch die heftigen Schwankungen im weiteren Jahresverlauf erhalten bleiben. Spätestens mit Blick auf die Ende Juni anstehende Abstimmung zur Frage der weiteren EU-Zugehörigkeit Großbritanniens könnten erneute Verwerfungen folgen.

Laut NNIP werden die Zuflüsse in die Schwellenländer weiterhin steigen

Die höheren Nettokapitalzuflüsse in die Schwellenländer im März spiegeln die bessere Marktstimmung gegenüber den Schwellenländern wider. NN Investment Partners (NNIP) schreibt die jüngste Erholung den chinesischen Maßnahmen zur Verhinderung von Abflüssen zu. Unter anderem dürfen Privatbürger und Unternehmen keine Devisen mehr ankaufen. Außerdem verbesserten die moderatere Politik der US-Notenbank, der schwächere US-Dollar und die steigenden Rohstoffpreise das Umfeld für die Schwellenländer. Wenn die Fed wieder härtere Töne anschlägt und sich das Wirtschafswachstum in China und den anderen Schwellenländern nicht erholt, werden die Zuflüsse jedoch vermutlich wieder abnehmen. 

Trotzdem ist die Kehrtwende bei den Kapitalzuflüssen in die Schwellenländer laut NNIP einer der Faktoren, der die positive Stimmung gegenüber Vermögenswerten aus den Schwellenländern aufrechterhält. Außerdem sind die wirtschaftlichen Leitindikatoren für die Schwellenländer im Vergleich zu den Industriestaaten besser und ihre Währungen könnten sich erholen. Sowohl der Einkaufsmanagerindex als auch die Daten aus der Industrieproduktion legen nahe, dass sich das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern im Vergleich zu den Industriestaaten erholt. Die besseren Exportdaten im März und die schnellere Erholung des EM-Überraschungsindex gegenüber dem G-10-Überraschungsindex bestätigen dieses freundlichere Wachstumsbild (siehe nachstehende Abbildung).

NNIP prognostiziert, dass das reale BIP-Wachstum in den Schwellenländern 2016 4% und 2017 3,7% betragen wird im Vergleich zu 2,7% bzw. 2,6% in den Industriestaaten. NNIP geht auch davon aus, dass die Schwellenländer auf regionaler Ebene am meisten vom schwächeren US-Dollar profitieren werden. Nach den jüngsten Ankündigungen der US-Notenbank, dass es dieses Jahr erwartungsgemäß eher zwei Zinserhöhungen geben wird und nicht drei bis vier wie zuvor erwartet, ist eine weitere Erholung der Schwellenländerwährungen nicht ausgeschlossen.

Maarten-Jan Bakkum, Senior Stratege für Schwellenländer bei NN Investment Partners:

Wir gehen davon aus, dass der Risikoappetit für Vermögenswerte aus den Schwellenländern mittel- bis langfristig weiterhin gering sein wird, da diese Region stark kreditabhängig ist, die Schuldenberge kaum abgetragen werden und sich die Haushaltslage stark verschlechtert hat."

Verschiebung der Zinsanhebungen durch die Fed und lässt sich dadurch erklären. Das bedeutet, dass die Erholung in den Schwellenländern auf wackeligen Füßen steht. In den letzten zwei Monaten war eine Untergewichtung in den Schwellenländern ganz klar schmerzhaft. Aufgrund der sich ändernden Makrofaktoren geben Anleger jedoch diese Untergewichtungen auf. Im Vergleich zu den Industriestaaten stehen die Schwellenländer sowohl bei den Kurs-Gewinn- als auch den Preis-Buchwert-Verhältnissen besser da. Die Region bietet außerdem eine Dividendenrendite von 3%. Mitte März haben wir die Schwellenländer von neutral auf leicht übergewichtet angehoben. Es ist immer noch zu früh, um aussagekräftige Schlussfolgerungen über eine mögliche nachhaltigere Erholung zu ziehen und wir müssen nach wie vor den großen Schuldenüberhang in China und anderen wichtigen Schwellenländern im Auge behalten. Aber zumindest momentan ist der Marktdruck weg."

Andere positive Faktoren für die Schwellenländer sind laut NNIP die folgenden:

  • Der Anstieg der Rohstoffpreise ist förderlich.
  • Die Angst vor einer harten Landung in China ist dank der fortlaufenden monetären und steuerlichen Anreize der chinesischen Regierung abgeflaut.
  • Laut Anlegerumfragen bleiben die Schwellenländer in Portfolios größtenteils untergewichtet, während die Zuflüsse steigen.
  • Das Bewertungsargument, das aufgrund der steigenden Risiken und der schlechteren Fundamentaldaten lange Zeit ausgeblendet wurde, könnte wieder an Bedeutung gewinnen.

Unterschiedliche Renditen bei defensiven Immobilieninvestments

Stephen Hayes, Head of Global Property Securities bei First State Investments, analysiert, wie die globale wirtschaftliche Entwicklung zu unterschiedlichen Renditen bei Immobilieninvestments führt und wie sich daraus Chancen für Investoren bieten:

„Die globalen Marktprognosen für REITs werden in der nächsten Zeit von der makroökonomischen Entwicklung und der Volatilität an den Finanzmärkten dominiert. Das führt zu unterschiedlichen Renditen zwischen den einzelnen Immobilienmärkten sowie zwischen einzelnen Immobilientiteln. Aus unserer Sicht bietet diese Situation jedoch auch Chancen für finanzkräftige Investoren.

Gewinne von US-REITs könnten laut Markterwartungen in 2016 um circa 6 Prozent steigen

Falls sich das globale Wirtschaftswachstum nicht merklich beschleunigt, und sich die globalen Finanzmarktbedingungen nicht stabilisieren, wird die Erhöhung des Leitzinses in den USA womöglich moderater ausfallen als bisher angenommen. Dies dürfte die weltweite Attraktivität von REITs weiter unterstützen. In unsicheren Marktzeiten sind REITs häufig der ‚sichere Hafen‘ für Investoren. Laut aktueller Markterwartungen könnten die Gewinne von US-REITs um circa 6 Prozent in 2016 steigen. Diese Einschätzung basiert auf der Annahme eines weiterhin niedrigen Zinsniveaus sowie einer guten Mietauslastung. Des Weiteren sind derzeit noch viele Immobilien unter dem aktuellen Marktwert vermietet. Eine zukünftige Anhebung dieser Mieten könnte sich zudem zusätzlich positiv auf die Rendite von REITs auswirken.

Anfang des Jahres haben wir eine Position am Healthcare Trust of America, einem Besitzer von Bürogebäuden für die Gesundheitsbranche, erworben. Mit der Einführung des Affordable Care Act ist die Nachfrage nach kosteneffizienten und ambulanten medizinischen Dienstleistungen gestiegen – davon profitiert dieser Immobiliensektor.

Niedrige Zinsen in Europa begünstigen die Nachfrage nach gewinnbringenden REITs

Die aktuelle Niedrigzinspolitik sowie die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank werden unserer Meinung nach die Nachfrage nach renditestarken Immobilieninvestments weiter fördern. Auch die Aktienkurse dürften von dieser Entwicklung weiterhin unterstützt werden. Die Bewertung von Immobilientiteln wird auch weiterhin sehr unterschiedlich ausfallen. Eine sorgfältige Aktienauswahl ist in diesem Jahr somit entscheidend. Trotz eines möglichen Brexit und der daraus resultierenden kurzfristigen Volatilität am Markt bleiben wir mit 11 Prozent des Fonds in Großbritannien investiert. Die fundamentalen Bedingungen am britischen Immobilienmarkt werden unserer Ansicht nach gut bleiben – besonders für Immobilienunternehmen mit Assets im Londoner Zentrum. Wir glauben, dass die Aufmerksamkeit für den Immobilienmarkt in Großbritannien nach dem EU-Referendum wieder zunimmt.

Erste Anzeichen von Schwäche in Chinas Gewerbeimmobilienmarkt

Zunehmender Leerstand von Gewerbeimmobilien und das zusätzliche Angebot neuer Flächen lassen die Mieten sinken. Vermieter fokussieren sich daher darauf, die derzeitig bestehende Mietauslastung zu halten. Aufgrund des langsamen Wirtschaftswachstums in China und den damit verbundenen Risiken werden wir aktuell keine weiteren Assets in dieser Region berücksichtigen. In Japan ist der Fonds aktuell mit Positionen in Aeon REIT, sowie Japan Rental Housing investiert. In dem derzeitigen Niedrigzinsumfeld versprechen wir uns von beiden Investments eine hohe und stabile Rendite.“

Pan-Europe Property: Ireland & UK Slowing as Markets in the Continent Gain Momentum

MSCI Inc. (NYSE: MSCI), a leading provider of investment decision support tools worldwide, including indexes, portfolio risk and performance analytics and ESG research, has recorded 10.0% total return in Pan-Europe property in 2015, as indicated in the IPD Pan-Europe Annual Property Index.

The index return of 10.0% in 2015 is an increase from the previous year’s 9.4%. The index measures the performance of real estate markets in 18 countries inside and outside the Eurozone during the calendar year.

Last year’s top performing markets in the index saw their growth trimmed. Ireland’s total return moderated to 25% from 40% in 2014; however, it maintained the highest return in the index. The United Kingdom, which in 2014 achieved the highest behind Ireland with 17.8% total return, dropped to fourth highest as return declined to 13.1%. 

Total return in the Spanish property market, which has a history of volatility and been slow to recover in the current cycle, rose to its highest level since 2006 and the second highest return in the index at 15.3%, up from 9.4% in 2014. Sweden experienced the largest growth in total return in 2015 as it jumped to 14.1% from 8.0% in 2014, the third highest in the index. Total return also jumped significantly in Portugal, rising to 12.1%, the fifth highest, from 7.2% in 2014. The total return in Hungary and Czech Republic also rose markedly. 

Italy, the weakest performing market in this year’s index results returned 4.2%, up from 3.5% in 2014 as capital values continued to decline, albeit marginally at -0.9%.

Overall, total return in all the Nordic countries increased, as did in Central and Southern Europe, France and Germany. Belgian returns declined slightly to 6.4% from 6.6%. 

The index is based on the IPD indexes for Austria, Belgium, Czech Republic, Denmark, France, Germany, Hungary, Ireland, Italy, the Netherlands, Norway, Poland, Portugal, Spain, Sweden, Switzerland, and the UK, as well as the KTI Index for Finland.

The UK market makes up more than a fifth of the index at 20.2%; followed by France, 18.4%; and Germany, 18.0%. Together, they comprise more than half of the weight of the index.

Colm Lauder, Vice President, MSCI, explained: “The slowdown in the two of the keenest markets of 2014, Ireland and the UK, reflects a further stabilization in the pace of capital value growth in both markets leading to a moderation in total returns. Though, both of these markets remained among the top performing in the index, showing that commercial investors remained firmly interested in Irish and British property investment.” 

Lauder added: “Simultaneously, the growth across Continental Europe, particularly France and Spain, signals that, at least to some degree, investors are branching out to take advantage and tap into new opportunities in these still recovering markets.”

The IPD Pan-Europe Annual Property Index tracked the performance of 49,578 properties, 919 funds; and combined capital value of 731.4 billion euros.

QE Monitor April 2016: Umsetzung des Maßnahmenbündels im Fokus (fürs Erste)

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer März-Sitzung ein umfassendes Maßnahmenbündel geschnürt. Nun dürfte fürs Erste dessen Umsetzung im Fokus stehen, insbesondere des neuen Ankaufprogramms für Unternehmensanleihen.

Seit dem 1. April beläuft sich das monatliche Ankaufvolumen auf 80 Mrd. EUR. Höchstens 5-10 Mrd. EUR der zusätzlichen Käufe dürften auf Unternehmensanleihen entfallen, der Großteil auf Euro-Staatspapiere.

Rund 45 % der Staatsanleihen im Euroraum rentieren unter der Nullmarke. Die Negativzinspolitik und die kontinuierliche Notenbanknachfrage nach Staatspapieren dürften auch weiterhin einen Abwärtsdruck auf die Renditen ausüben. Bei den realwirtschaftlichen Effekten ergibt sich dagegen ein gemischtes Bild.

Den ganzen QE-Monitor von Allianz Global Investors finden Sie links als PDF mit Grafiken.

Technologiesektor hat 2016 großes Wachstumspotenzial

„Was mir an Technologie-Unternehmen besonders gefällt, ist, dass sie über Jahre hinaus stärker wachsen könnten als die Wirtschaft insgesamt“, sagt Joshua Spencer, Lead Portfoliomanager der Global Technology Equity Strategy von T. Rowe Price. „Auch bei allgemein schwachen Wachstumsperspektiven gewinnen Technologieunternehmen Marktanteile und erobern neue Märkte.“ Schon jetzt gebe es eine Vielzahl von Unternehmen und Produkten, die technologiegetrieben seien. „In den kommenden Jahren wird ihr Anteil an der Wirtschaft weiter steigen“, prognostiziert der Portfoliomanager. Vom Technologiesektor gingen in den vergangenen Jahren viele bahnbrechende Impulse aus. „Wir investieren in junge Unternehmen, die diesen Wandel antreiben und schnell wachsen, zum Beispiel in Firmen aus den Bereichen Cloud Computing, Internet und Elektronik“, erklärt Spencer. 

Wachstum des Internets
Im Fokus seiner Investment-Strategie stehen Unternehmen, die das Wachstum des Internets nutzen und dadurch neue Märkte erschaffen. Im Reisemarkt zeigten Online-Buchungssysteme, wie das Internet einige Firmen beflügelt habe, während für andere Nachteile entstanden seien. Ein weiterer wichtiger Wachstumsbereich seien zudem soziale und professionelle Netzwerke. „Firmen, die diese Netzwerke nutzen, haben einen klaren Vorteil gegenüber anderen“, betont Spencer. Zudem sucht er in den Bereichen Computerspiele-Industrie, Online-Video-Nutzung und mobile Zahlungssysteme nach Investmentmöglichkeiten. 

Zunehmende Bedeutung des Internets für die chinesische Mittelschicht
Ein weiteres großes Investmentthema ist der wachsende Konsum der chinesischen Verbraucher und die immer größer werdende Mittelschicht des Landes. „China befindet sich momentan in einer Übergangsphase hin zu einer konsumorientierten Wirtschaft“, analysiert der Portfoliomanager. „Das Land wird eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt bleiben. Und die Unternehmen, die von einer Zunahme der Mittelschicht profitieren, werden sogar noch stärker wachsen. Es gibt eine Menge wunderbarer Firmen, die vom internetbasierten Konsum profitieren werden “, so Spencer. „Der chinesische Internet-Markt ist einer der weltweit attraktivsten.“

Cloud Computing und Industrieelektronik
Interessante Investmentmöglichkeiten sieht Spencer zudem im Bereich des Cloud Computing: „Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur outsourcen, können die notwendige IT besser, schneller und preiswerter bekommen. Sie zählen zu den echten Gewinnern, denn dieser Trend steckt noch in den Kinderschuhen.“ 

Besonders im Blick hat Spencer auch Technologie-Firmen, die andere Industriebereiche transformieren, beispielsweise die Bereiche Medizintechnik, Gesundheitswesen, Autoindustrie, Rüstung und Raumfahrt. Sie ermöglichen es anderen Unternehmen, ihre Produkte zu verbessern, effizienter zu werden, Kosten zu senken, Kunden an sich zu binden und somit die langfristigen Wachstumsaussichten zu verbessern.

Tiefgehende Analyse und langfristige Perspektive
Genaue Marktkenntnisse seien notwendig, um erfolgreich in einer sich schnell wandelnden Branche investieren zu können: „Auf der Suche nach den besten Ideen schauen wir uns auf dem ganzen Globus um. Ich arbeite weltweit mit ungefähr 20 Analysten zusammen, die auf den Technologie-Sektor spezialisiert sind. Sie wissen, wie die Branche tickt und verstehen die Märkte. Darüber hinaus stehe ich auch mit Fachleuten für andere Sektoren in Kontakt um herauszufinden, welche technologischen Bedürfnisse diese haben“, berichtet Spencer. Zudem liefert ein Team von Anleihe-Spezialisten Expertise bei der Analyse der Bilanzen von Firmen, die verschuldet sind.

Die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl von Unternehmen seien Wettbewerbsvorteile und Wachstums-Chancen. „Wir möchten die langfristigen Perspektiven eines Unternehmens verstehen und seine Fähigkeit, über Marktzyklen hinweg zu prosperieren“, so Spencer. Zudem bewertet er die Qualität des Managements: „Wir prüfen, ob Strategie und Visionen konsistent sind. Wir favorisieren Unternehmen mit hohem Cash Flow und gesunden Bilanzen. Idealerweise können wir solche Aktien zu günstigen Bewertungen kaufen.“ Der Technologie-Sektor könne sehr volatil sein, manchmal komme es zu Fehlallokationen. „Wenn wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, können wir daraus einen klaren Vorteil ziehen“, sagt Spencer. Risiken minimiert er, indem er nur in Unternehmen investiert, die langfristig gut aufgestellt sind. Das bedeutet, dass sie über einen Zeitraum von fünf und zehn Jahren oder sogar noch länger zu den Gewinnern zählen. 

Damit sichergestellt werden kann, dass die Firmen über ausreichende Barreserven verfügen, um auch schwierige Zeiten zu überstehen, bewertet Spencer kontinuierlich Geschäftsberichte und sonstige Finanzberichte. „Und wir stellen uns selbst die schwierige Frage, ob sich ein Unternehmen tatsächlich so entwickelt hat, wie wir es erwartet haben. Wenn sich die Fakten ändern, müssen wir das Portfolio verändern. Das hält unsere Ideen frisch“, so Spencer.

Über T. Rowe Price
T. Rowe Price ist eine globale Investmentgesellschaft mit 702,5 Milliarden Euro Assets under Management. Das 1937 von Thomas Rowe Price jr. gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Baltimore (USA) und ist mit eigenen Büros in den USA und Kanada, EMEA und Asien präsent. Diversifizierung, Stiltreue und ein fundiertes Research zeichnet den disziplinierten und risikokontrollierten Investmentansatz von T. Rowe Price aus. Kunden aus Deutschland bietet T. Rowe Price insbesondere Aktien- und Fixed-Income-Lösungen. Für weitere Informationen besuchen Sie www.troweprice.com.

„Der Markt scheint sich dem Wendepunkt zu nähern“

„Zum ersten Mal innerhalb von drei Jahren scheint sich der Markt für Schwellenländeranleihen dem Wendepunkt zu nähern“, sagt Enzo Puntillo, Head Fixed Income und Portfoliomanager des JB Emerging Markets Opportunities Bond Fund bei GAM. „Einige größere Schwellenländer haben die Talsohle erreicht und es liegen teilweise extreme Unterbewertungen bei Anleihen vor. Der Rückkehrprozess zu einem ökonomischen Gleichgewicht innerhalb der einzelnen Länder führt zu einer wachsenden Divergenz der Volkswirtschaften verschiedener Schwellenländer und bietet Anlagechancen.“ Laut Puntillo ist es allerdings unwahrscheinlich, dass der nachhaltige Aufschwung schnell und v-förmig verlaufen wird.

Zinsentscheide von Fed und EZB sind günstig für Anleihen
Die jüngsten Entscheidungen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) wirkten dem Trend schwindender globaler Liquidität entgegen, der durch verschiedene Mechanismen ausgelöst worden war. Zuvor hätten Erwartungen über eine weitere Anhebung der Leitzinsen in den USA und eine andauernde Aufwertung des US-Dollar die Schwellenländeranleihen stark belastet. „Die Fed hat erkannt, dass das Wachstum der US-Wirtschaft und auch die Inflation nicht die relativ aggressive Straffung der Geldpolitik rechtfertigt, die sie signalisiert hatte. Zumindest im Moment ist damit auch die stetige Aufwertung des US-Dollar gestoppt, wodurch auch der Ölpreis mehr Raum hat sich langsam zu erholen“, so Puntillo. Die EZB halte an einer weiteren Lockerung der Geldpolitik fest, konzentriere sich mit ihren jüngsten Maßnahmen jedoch weniger auf eine Schwächung des Euro.

„Von diesen Entwicklungen profitieren verschiedene Anlageformen im Bereich Fixed Income. Darunter zum Beispiel inflationsindexierte Anleihen, weil die Inflationserwartungen, die vorher stark mit dem Ölpreis korrelierten, insgesamt steigen“, sagt der Experte. Auf den Kreditmärkten seien zudem die Renditeaufschläge kleiner geworden. Schließlich habe der Dämpfer des US-Dollars auch den Abwertungsdruck vom chinesischen Renminbi genommen. Die Korrekturen der Fed hätten zudem zu einer Situation geführt, die nun wieder stärker den Erwartungen der Anleger in Bezug auf künftige Zinserhöhungen entspräche.

Globales Wirtschaftswachstum bleibt langfristig gering
Zu diesem allgemein eher positiven Klima trage auch die Tatsache bei, dass das weltweite Wirtschaftswachstum wieder etwas an Fahrt aufnehme. Die neuesten Zahlen aus den USA hätten zuletzt die Erwartungen übertroffen. „Dennoch halten wir an unserer Meinung fest, dass es langfristig weltweit nur ein geringes Wirtschaftswachstum geben wird. Aufgrund der Demografie, geringer Produktivität und hoher Schulden wird die Wirtschaft vielerorts nur sehr verhalten wachsen“, prognostiziert Puntillo. Die Hauptfaktoren dafür, dass die Schwellenländer nun wieder besser in Tritt kämen, seien die immer günstiger gewordenen Bewertungen. Daneben sei das Sentiment gegenüber sämtlichen Anlageklassen mit Bezug zu den Emerging Markets extrem schlecht geworden. „In den Portfolios sind Emerging-Market-Investments nach wie vor deutlich unterrepräsentiert, weshalb das positive Momentum noch eine ganze Weile anhalten könnte.“

Brasilien scheint auf einem guten Weg
Aus fundamentaler Sicht sei ebenfalls davon auszugehen, dass die erheblichen Divergenzen in der makroökonomischen Entwicklung verschiedener Länder fortbestehen. Während die Rückkehr zum ökonomischen Gleichgewicht in Mitteleuropa schon sehr fortgeschritten sei, hätte diese in Brasilien gerade erst begonnen. Dass die brasilianische Handelsbilanz inzwischen positiv ist, wertet Puntillo als Beleg für eine grundlegend progressive Entwicklung des Staates. Dies werde auch durch die derzeit günstige Währung gestützt. „Brasilien ist eines der wenigen lateinamerikanischen Länder, dessen Exportvolumen steigt. Daher ist Brasilien derzeit eines unserer favorisierten Investments“, erklärt Puntillo.

Landeswährungen in Osteuropa und Mexiko mit Aufwertungspotenzial
Auch osteuropäische Staaten könnten zu den künftigen Gewinnern zählen. Länder wie Kroatien und Ungarn seien nach ihrer wirtschaftlichen Neuausrichtung nun stärker als vorher aufgestellt. Hier bieten sich laut dem Experten vor allem Investments in Währungen und Hartwährungsanleihen an. Sie hätten ein wesentlich besseres Wertsteigerungspotenzial als ihre Pendants in Lokalwährung. „Unser Bild von Mexiko hat sich ebenfalls wieder etwas aufgehellt. Hier sehen wir Chancen bei Devisenanlagen und Schuldtiteln, die im mexikanischen Peso denominiert sind, und sich am längeren Ende der Zinskurve befinden“, erläutert Puntillo.

„Unsere Sicht auf Schwellenländer hat sich im Vergleich zu den etablierten Industriestaaten in den letzten Monaten verbessert“, fasst Puntillo zusammen. Zwar sei das wirtschaftliche Umfeld weiterhin herausfordernd und die negative Anlegerstimmung bleibe bestehen, aber günstige Bewertungen, stabilisierende Fundamentaldaten und ein Untergewicht der Schwellenländerinvestments in Portfolios bildeten eine solide Basis für weiteren Fortschritt. Eine gewisse Stabilität der Rohstoff- und Ölpreise sollte nach Ansicht des Portfoliomanagers die Zuversicht der Anleger erhöhen. „Sehr hohe Renditen in manchen Märkten wie Brasilien könnten einige Käufer anziehen, die momentan auf den richtigen Zeitpunkt warten, um einzusteigen.“

Nervöse Märkte eröffnen Gelegenheiten für Investoren

Das erste Quartal 2016 war von starken Schwankungen geprägt. Vor allem Aktien waren hoher Volatilität ausgesetzt, während manche Anleihen als sicherer Hafen profitieren konnten. Die Nervosität der Märkte dürfte insbesondere an den Aktienmärkten weiterhin ein Risiko darstellen, erklärt Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM, in seinem monatlichen Kommentar zu Absolut–Return-Strategien. Dennoch könnte die Unruhe in einzelnen Segmenten interessante Gelegenheiten eröffnen.

Die heftigen Seitwärtsbewegungen der Märkte im ersten Quartal haben aktive Fonds vor große Herausforderungen gestellt. Anthony Lawler erwartet weiterhin schwierige Verhältnisse an den Aktienmärkten, wenngleich einige stark gefallene Titel aus fundamentaler Sicht attraktiv erscheinen. „Chancen sehen wir bei bestimmten überverkauften Aktien in einer kleinen Zahl von Ländern. Bei Anleihen ist das Umfeld einerseits durch Wachstumsschwäche, andererseits durch niedrige Ausfallquoten und die Unterstützung der Notenbanken geprägt. Davon dürften Unternehmensanleihen aus einigen Branchen profitieren. Schließlich bieten sich auch Gelegenheiten bei Relative-Value-Trades an den Devisen- und Zinsmärkten, denn durch die Konkurrenz der Währungen könnten interessante Trading-Gelegenheiten entstehen.“

Aktien und Anleihen: Volatilität prägte das erste Quartal
Das erste Quartal, das mit dem März zu Ende ging, hat den Finanzmärkten starke Schwankungen gebracht. Hinter den bescheidenen Zuwächsen oder Rückgängen, die am Quartalsende zu vermelden waren, verbarg sich in vielen Fällen ein erhebliches zwischenzeitliches Auf und Ab. Der MSCI World Index etwa verbuchte für das Quartal ein Minus von 0,2 Prozent. Bis zum 11. Februar vollführte er jedoch eine steile Abwärtsbewegung, auf die eine Gegenbewegung und schließlich eine kräftige Rally bis zum Ende des Quartals folgten. Der US-Dollar stand im Februar und März unter starkem Druck, nachdem er im Januar noch zulegen konnte. Eindeutiger war die Entwicklung bei bestimmten Arten von Anleihen, die als sicherer Hafen gelten. So stieg der Barclays US Aggregate Bond Index um drei Prozent. Hintergrund waren die nicht sehr überzeugenden Konjunkturdaten in den USA. Diese ließen die Erwartungen hinsichtlich steigender US-Zinsen sinken.

Hedgefonds: Systematische Ansätze trotz Marktschwankungen erfolgreich
In dem unruhigen Marktumfeld verzeichnete der HFRX Global Hedge Fund Index für den Zeitraum seit Jahresbeginn ein negatives Ergebnis, obwohl er im März um 1,2 Prozent zulegen konnte. Anthony Lawler kommentiert: „Viele Fonds hatten ihre Positionen im Januar und Anfang Februar reduziert. Anschließend setzte eine Gegenbewegung ein – an der diese Fonds aber nicht voll teilhaben konnten. Ein Umfeld wie dieses führt dazu, dass viele aktive Discretionary-Fonds in Bedrängnis geraten, während systematischere Ansätze potenziell besser dastehen.“

Macro- und CTA-Fonds lieferten im Berichtsquartal nach solidem Start positive Ergebnisse, wie sich am HFRX Macro/CTA Index ablesen lässt. Lawler dazu: „Systematic Trend Followers profitierten im Januar und Anfang Februar von Long-Positionen in Anleihen und im US-Dollar sowie von Short-Positionen in Rohstoffen und Aktien. Als an den Märkten die Risikofreude wieder zunahm, reagierten sie mit einer Verringerung des Risikos bei einigen dieser Trades. Sie hielten am Long-Engagement in Anleihen fest und gingen bei den Aktienindizes ebenfalls zu Long-Positionen über. Durch diese Maßnahmen wurden die Verluste im März reduziert und die Weichen für eine positive Performance der Systematic-Strategien im Berichtsquartal gestellt. Dagegen starteten die Discretionary-Macro-Fonds schwach ins Jahr. Die meisten erlitten im Januar und Anfang Februar Verluste, die sie dann im März mit Long-Positionen in Schwellenländern, Long-Positionen in Aktien sowie durch den Handel mit Zinsinstrumenten, aber auch durch die Verringerung beziehungsweise Auflösung von Long-Positionen in inflationsgebundenen Anleihen, Short-Positionen in US-Duration und Long-Positionen im US-Dollar zu großen Teilen wettmachen konnten.“

Die Volatilität während des Quartals erwies sich für Equity-Hedgefonds und Event Driven-Fonds als problematisch, so Lawler. „Überlaufenen Value- und Event-Trades haben den Anlegern Verluste beschert, denn beinahe alle Marktteilnehmer haben früh im Quartal ihre Positionen reduziert und dabei die fundamentalen Vorzüge einzelner Titel ignoriert. Im März drehte dieser Trend jedoch teilweise, und nun wurden Fonds, die nach und nach wieder in die Trades eingestiegen waren, von denen sie am meisten überzeugt gewesen waren, belohnt. Das Ergebnis am Monatsende, hing daher weitgehend vom Grad des eingegangenen Risikos und der Rückkehr der Käufer zu einigen überverkauften Titeln ab.“ Event Driven- und Equity Hedge-Fonds, so Lawler, sähen weiter vor allem die langfristigen Chancen für ihre Positionen. Allerdings seien sie technischen Risiken an den Märkten und der Gefahr von Verkaufswellen auf breiter Front ausgesetzt.

Laut NNIP wird Erholung über Minizyklen hinweg im Zeitlupentempo verlaufen

Die Weltkonjunktur setzt langsam, aber sicher ihren Erholungskurs fort, der sich über zahlreiche Minizyklen hinzieht und von Ungewissheit und Unsicherheit geprägt ist. Laut NNIP fokussieren Investoren vor diesem Hintergrund auf höher rentierliche Assets.

Das bescheidene, aber stetige Wachstum sowie die hohen Risikoprämien verstärken das Anlegerinteresse an höher rentierlichen Assets, wie beispielsweise festverzinslichen Spread-Produkten und globalen Immobilien, sofern Angst-Faktoren sich in Grenzen halten.

Dazu Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Multi-Asset bei NNIP:

„Die Weltkonjunktur setzt langsam, aber sicher ihren Erholungskurs fort, der sich über zahlreiche Minizyklen hinzieht. Ungewissheit und Unsicherheit prägen das Umfeld. Dieser Prozess wird wohl noch einige Zeit anhalten.“

Der Hauptgrund für die häufigen Minizyklen an den entwickelten Märkten ist die Politik der Zentralbanken sowie ihre Deutung durch die Märkte. Hinzu kommen politische Faktoren sowie die Stimmung bei Privathaushalten, Unternehmen und Investoren. All dies führt zu einer volatilen Entwicklung der Daten.

Ohne die Negativfaktoren Preis-/Lohninflation und die damit verbundene Straffung der Zinszügel ist eine rezessionäre Dynamik eher unwahrscheinlich.

Van Nieuwenhuijzen weiter: „Ungewissheit und Unsicherheit führen zu alternativen Denk- und Erklärungsmodellen über die Zukunft unseres Wirtschaftssystems und nicht zuletzt eine zunehmend emotionale Mediendebatte zu Sinn und Zweck des wirtschaftspolitischen Instrumentariums.

„Vor dem Hintergrund anhaltend hoher Liquidität – die EZB hat sogar weitere Liquiditätsspritzen in Aussicht gestellt – setzen wir jetzt verstärkt auf Assetklassen, die aller Wahrscheinlichkeit nach vom nachhaltigen Wachstum sowie der Jagd nach Rendite profitieren werden: festverzinsliche Spread-Produkte und globale Immobilien.

NNIP weist darauf hin, dass der Anfang des Jahres beobachtete Run auf US-Staatsanleihen, als Anleger nach sicheren Häfen suchten, derzeit eine Kehrtwende vollzieht. Grund sind die überraschend guten Wirtschaftsdaten aus den USA. Angesichts der günstigeren US-Daten sowie der weltweiten Renditejagd erwartet das Haus nicht nur eine Verbesserung der Rahmendaten für USD-Schuldtitel, sondern auch für Euro Credits. Der Renditeunterschied zwischen USD- und Euro-Titeln dürfte sich vor allem im Investment-Grade-Segment verkürzen.

Verbesserte wirtschaftliche Rahmendaten im Zusammenspiel mit der weniger entgegenkommenden Geldpolitik der Zentralbanken weltweit ergeben eine günstigere Perspektive für USD-Investment-Grade und High-Yield-Titel.

Nach Angaben von NNIP sind US IG und HY mit Renditen von 3,56 Prozent bzw. 8,85 Prozent äußerst attraktiv. Das gilt vor allem im Vergleich mit ihren europäischen Pendants, die nur Renditen in Höhe von 1,76 Prozent bzw. 5,77 Prozent abwerfen.

Indien ist auf dem richtigen Weg

von Avinash Vazirani, Fondsmanager des Jupiter India Select SICAV.

In den letzten Monaten boten indische Aktien einen Lichtblick gegenüber ihren Pendants aus den anderen Schwellenländern – und auch den entwickelten Märkten. Die Anlegerstimmung bleibt indessen weiter nervös aufgrund von Sorgen um die globale Konjunktur. Wir sind in Bezug auf Indien jedoch davon überzeugt, dass die verbesserte wirtschaftliche und politische Situation ein äußerst günstiges Umfeld für die Entwicklung der Unternehmen geschaffen hat.

Neue Daten bestätigen, dass Indiens gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate weiter steigt. Gestützt wird dieses Wachstum durch die Reformen und Initiativen der Regierung von Premierminister Narendra Modi. Diese zielen darauf ab, den chronisch ineffizienten Unternehmenssektor des Landes zu modernisieren und dabei Hunderte Millionen von Menschen aus der Armut zu befreien. Die jüngsten Quartalsergebnisse erfüllten im Allgemeinen die Markterwartungen oder übertrafen diese sogar. Bei vielen Unternehmen beruhigten starke Gewinne zudem die Anleger und entfachten auf diese Weise ein Kursfeuerwerk. Ausländische Finanzinstitute sind dabei zuletzt als Verkäufer indischer Aktien aufgetreten. Ein Trend zu vermehrten Käufen durch inländische Banken in Indien konnte dies allerdings mehr als kompensieren.

Außerdem profitiert Indien als ölimportierendes Land vom derzeit niedrigen Ölpreis. Gegenüber dem jüngsten 12-Jahres-Tief von unter 30 US-Dollar würde aber auch eine Preiserholung, und sei es wieder bis auf 50 oder 60 US-Dollar, keinen großen Anlass zur Sorge geben. Denn aufgrund der variablen Benzin- und Dieselsteuer der Regierung sind trotz globaler Ölnotierungen von weniger als 60 US-Dollar die Kraftstoffkosten für Verbraucher in etwa gleich geblieben. Auch der Nutzen des billigen Öls aus Sicht des indischen Verbrauchersektors hält sich in Grenzen.

Nach 30 Jahren Koalition und Stillstand haben Modi und sein Gefolge, als Indiens erste Mehrheitsregierung, bisher schon viel erreichen können. Es läuft jedoch nicht immer alles glatt, wie die geplante Waren- und Dienstleistungssteuer zeigt. Der bahnbrechende Gesetzentwurf dazu, der zwecks Vergrößerung der Steuerbasis und Effizienzverbesserung eine Harmonisierung des bundesstaatlichen Steuerflickwerks vorsieht, schaffte es beim ersten Anlauf nicht, die parlamentarische Hürde zu nehmen – ganz so, wie es noch aus früheren Zeiten bekannt ist. Insgesamt sind die Nachrichten von der politischen Front aber zweifelsohne als gut zu bezeichnen. Immerhin hat sich die Regierung für Bestimmungen stark gemacht, durch die die Staatsbanken ihr Risikoprofil verbessern werden können. Ein kürzlich verabschiedetes Immobiliengesetz verspricht außerdem, Jahrzehnte der Untätigkeit und Frustration bei der Landerschließung wegzufegen. In ihrem jüngsten Budget konzentrierte sich die Regierung indes weiter darauf sicherzustellen, dass trotz flächendeckend höherer Staatsgehälter und Pensionen die Schuldenaufnahme nicht steigt. All dies sind starke Anhaltspunkte dafür, dass sich die Dinge weiter in die richtige Richtung entwickeln. Die Konsensmeinung geht derweil angesichts der Verfahrensregeln des politischen Prozesses dahin, dass das Waren- und Dienstleistungssteuergesetz trotz aktuellem Widerstand noch in diesem Jahr verabschiedet wird.

Die Inflation dürfte nun längerfristig niedrig bleiben - nicht bloß infolge der niedrigeren Ölpreise, sondern vielmehr auch wegen der geringeren Geschäftskosten in Indien. Angesichts dessen sowie der verbesserten Konjunkturlage stellt sich nur noch die Frage nach den Zinsplänen der indischen Notenbank. Diese hat Anfang April entschieden, ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 6,5 Prozent zu senken – ein Schritt, der zu begrüßen und das Ergebnis einer in den letzten Monaten unerwartet niedrigen Inflationsrate ist. Wir hatten bereits Mitte März nach Veröffentlichung des Haushaltsplans auf eine solche Zinssenkung gehofft. So oder so sollte sich aber durch den weiteren Rückgang der indischen Zinsen das operative Umfeld für Unternehmen verbessern und damit der positive Wandel gefestigt werden, von dem Indien nach wie vor profitiert.

Natürlich lässt sich nicht voraussagen, wie sich die Ereignisse auf den Weltmärkten entwickeln werden. Und auch nicht, inwieweit die globale Anlegerstimmung, ob positiv oder negativ, auf den indischen Aktienmarkt durchschlagen wird. Dass institutionelle Investoren aus dem Ausland inzwischen von geringerer Bedeutung für Indiens Märkte sind, sollte jedoch helfen, ihre Auswirkungen im Laufe der Zeit zu minimieren. Es wäre allerdings töricht anzunehmen, dass Indien als eines der größten Länder von der übrigen Welt isoliert ist. Aus Binnensicht erscheint es angesichts der anhaltenden Fortschritte indes nicht übertrieben zu sagen, dass die wirtschaftliche Entwicklung Indiens – und mit ihr das Investitionsumfeld – weiter auf dem richtigen Weg sind.

Über Jupiter Asset Management Limited:
Der börsennotierte Investmentmanager mit boutique-ähnlichem Anlagestil und Sitz in London wurde 1985 gegründet und beschäftigt weltweit mehr als 400 Mitarbeiter (davon rund 35 Fondsmanager). Jupiter gehört heute zu den renommiertesten Vermögensverwaltern Großbritanniens. Für Investoren außerhalb Großbritanniens verwaltet Jupiter „The Jupiter Global Fund“ – eine in Luxemburg registrierte SICAV (gemäß UCITS) – mit 16 Teilfonds, welche in zahlreichen europäischen Ländern zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Das insgesamt von Jupiter verwaltete Vermögen beläuft sich per 31. Dezember 2015 auf 50,55 Milliarden Euro.

Zu Jupiters Kernkompetenzen gehören Multi-Asset- und Fixed-Income-Strategien sowie europäische und Emerging Markets Aktien. Wandelanleihen und globale Finanzwerte zählen ebenso zu den Anlagethemen wie Social Responsible Investments, die Jupiter seit mehr als 25 Jahren verantwortet. Jupiter zeichnet sich durch ein aktives Fondsmanagement aus. Im Mittelpunkt steht das Ziel, solide Erträge auf mittel- bis langfristiger Basis zu erwirtschaften ohne unnötige Risiken.

Europe managers profit from small- and mid-cap bias

Over a 12-month-rolling period we still experience great results for Europe and a good performance for emerging markets managers while US managers deliver disappointing results (see chart).

In March however, only Europe managers showed a convincing performance. The small- and mid-cap-bias as well as the underweight in energy helped. Small- and mid-caps strongly outperformed the broader market in March as the performance of European energy stocks has been weak. Net of fees, 58% of Europe managers, 26% of US managers and 26% of emerging market managers outperformed their benchmarks.

Over three months, the majority of managers in all the sub-regions underperformed their benchmark net of fees. The underweight of energy stocks hurt as energy stocks recovered strongly in line with the oil price. The healthcare sector, which is overweighted in the majority of portfolios, showed a weak performance.

Please find the ifund reserach news for April 2016 with charts and summaries of manager meetings attached on the left.

Handelsaktivitäten der Anlageberater in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 deutlich unter Vorjahresniveau

„Der überraschende Einbruch an den Aktienmärkten zu Beginn des Jahres hat offenbar dazu geführt, dass viele Anlageberater erst einmal abgewartet haben, um die neuen Rahmendaten einzuordnen“, sagt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von ebase. „Zumindest signalisiert das ebase-Fondsbarometer für die ersten drei Monate des laufenden Jahres einen deutlichen Rückgang der Handelsaktivitäten bei unseren angeschlossenen Vertriebspartnern gegenüber 2015.“ Im Januar lag der Indexwert mit 92 Punkten zwar über dem Niveau von Dezember 2015, jedoch deutlich unter dem Durchschnittswert des Jahres 2015 mit einem Wert von 100. Im Februar und März sind die Handelsaktivitäten noch weiter zurückgegangen und notierten Ende März bei nur 82 Indexpunkten. Auch bei ETFs haben die Handelsaktivitäten zuletzt deutlich nachgelassen. Nach einem Zwischenhoch von 109,8 Indexpunkten im Januar notierten diese im März schließlich nur noch bei 80,3 Punkten.

„Die gute Nachricht des ersten Quartals 2016 ist, dass zwar weniger gehandelt wurde, diese Aktivitäten aber mit steigender Tendenz zu Mittelzuflüssen geführt haben“, führt Rudolf Geyer weiter aus. Die Betrachtung der einzelnen Monate zeigt zum Beispiel, dass im Januar 2016 Aktienfonds von den angeschlossenen Beratern noch überwiegend verkauft wurden. Der Kaufquotient für Aktienfonds lag bei 0,77, der für die übrigen Fonds inklusive Indexfonds bei 0,85. Im Februar verbesserte sich das Bild. Käufe und Verkäufe bei Aktienfonds glichen sich in etwa aus, ebenso wie über alle Fondskategorien insgesamt hinweg. Im März ist der Kaufquotient schließlich auf 1,4 geklettert, was bedeutet, dass die Mittelzuflüsse die Abflüsse um 40 Prozent überragten. Insbesondere Aktien-, Misch- und Rentenfonds waren im März bei den angebundenen Beratern wieder gefragt.

Insgesamt liegt der Kaufquotient für die vergangenen drei Monate über alle Fondskategorien bei 1,04, was bedeutet, dass die Zuflüsse die Abflüsse immerhin um 4 Prozent übertrafen. Im positiven Bereich befinden sich insbesondere Indexfonds, geldmarktnahe Fonds sowie Mischfonds. Demgegenüber überwiegen bei Dachfonds, Geldmarkt- und Rentenfonds im ersten Quartal 2016 die Abflüsse.

Deutlich besser verlief die Entwicklung bei ETFs. Obwohl auch bei den börsennotierten Indexfonds die Handelsaktivitäten im ersten Quartal 2016 markant unter dem Vorjahresniveau lagen, signalisierte doch der Kaufquotient von 1,97 ein unverändert hohes Anlegerinteresse, bei dem die Käufe fast doppelt so hoch ausfielen wie die Verkäufe. In der Betrachtung der einzelnen Monate zeigt sich auch hier eine steigende Tendenz. Im Januar lag der Kaufquotient für ETFs bei 1,71, was einen Überhang der Nachfrage um 71 Prozent bedeutet. Im Februar stieg der Quotient auf 1,99 und im März schließlich auf 2,39. „Daraus kann man insgesamt schließen, dass die angeschlossenen Berater die Erholung an den Aktienmärkten für Käufe genutzt haben, um die Fonds-Bestände ihrer Kunden aufzustocken“, erklärt Rudolf Geyer.

Regional betrachtet bestand im ersten Quartal 2016 bei ETF-Investments das größte Interesse an Produkten, die weltweit anlegen, gefolgt von solchen, die in der Euro-Zone bzw. in Deutschland investieren. Bei aktiv gemanagten Fonds wiederum zeigten die angeschlossenen Anlageberater ein gesteigertes Interesse an Investments in Europa. Größere Verkäufe waren hingegen bei Fonds zu registrieren, die auf den japanischen und den chinesischen Aktienmarkt spezialisiert sind.

Das ebase Fondsbarometer
Das ebase Fondsbarometer wird vierteljährlich veröffentlicht und spiegelt die Handelsaktivität aller Fondsberater wider, die für die Kooperationspartner der B2B Direktbank tätig sind. Das ebase Fondsbarometer setzt sich aus zwei Elementen zusammen: der Handelsaktivität und dem Kaufquotienten. Die Handelsaktivität basiert auf dem Handelsvolumen und lässt unmittelbare Rückschlüsse auf den aktuellen Jahrestrend zu. Ein Wert von über 100 weist auf eine überdurchschnittliche Handelsaktivität der Fondsberater im Vergleich zum mittleren monatlichen Handelsvolumen von 2015 hin; ein Stand unter 100 zeigt eine unterdurchschnittliche Handelsaktivität an.

Veränderungen der Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse bei den Unterkategorien Fondstyp und Region werden über den Kaufquotienten ausgedrückt. Dabei werden die monatlichen Mittelzuflüsse des Berichtszeitraums in Relation zu den monatlichen Mittelabflüssen gesetzt. Bei einem Kaufquotienten über 1 überwiegen die Mittelzuflüsse, bei einem Kaufquotienten unter 1 die Mittelabflüsse. Fondsdepots für institutionelle Kunden und die der betrieblichen Altersversorgung werden in der Auswertung nicht berücksichtigt.

„Europäische Hochzinsanleihen sind attraktiver als amerikanische High Yields“

Weniger Einfluss des Energiesektors, höhere Liquidität, geringere Ausfallrisiken: Der europäische High-Yield-Markt hebt sich derzeit in vielerlei Hinsicht positiv vom amerikanischen ab. Gerade diese Divergenz eröffnet neue Investmentmöglichkeiten, wenn Anleger sich auf die Fundamentaldaten der Unternehmen konzentrieren, erklärt Mike Della Vedova, einer der Portfoliomanager der Global High Income Bond Strategie von T. Rowe Price.

„Die weiterhin hohe Volatilität und Sorgen über die Entwicklung der globalen Wirtschaft haben die Renditen steigen und die Preise fallen lassen. Daraufhin haben Investoren Positionen in Hochzinsanleihen abgebaut und Investments mit größerer Sicherheit vorgezogen“, so Della Vedova. In solchen Situationen sei es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass die Märkte für Hochzinsanleihen nicht homogen seien. So befänden sich beispielsweise die USA und Europa an verschiedenen Punkten ihrer Zyklen und sollten daher getrennt betrachtet werden.

Zentralbankpolitik und Rolle des Energiesektors als zentrale Faktoren
Die amerikanische Zentralbank führe die Ende letzten Jahres begonnene Politik der Zinserhöhungen voraussichtlich in den kommenden Jahren fort – wenn auch in langsamen Schritten. Im Gegensatz dazu sei es unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die geldpolitische Lockerung vor Mitte des Jahres 2017 zurückfahre. „Die beiden Maßnahmen zusammengenommen bedeuten Rückenwind für den europäischen und Gegenwind für den amerikanischen High-Yield-Markt“, erklärt Della Vedova.

Ein weiteres zentrales Merkmal sei die Bedeutung des Energiesektors für den jeweiligen Hochzinsanleihenmarkt. Rohstoff-Unternehmen machten einen Anteil von 15,4 Prozent der US-amerikanischen High-Yields aus, in Europa sei ihr Anteil am Gesamtmarkt mit 9,6 Prozent niedriger. Zudem bestünden Abweichungen bei der Qualität: Der Merrill Lynch Euro High Yield Index enthalte eine deutlich höhere Anzahl an Anleihen mit einem BB-Rating als der Merrill Lynch U.S. High Yield Index. Letzterer enthalte mehr Titel mit geringerer Bewertung. „Gerade Anleihen aus dem Rohstoff-Bereich – besonders mit schlechterem Rating – sind momentan sehr illiquide. Unter dem Strich bedeutet das, dass der gesamte amerikanische Markt für Hochzinsanleihen weniger liquide ist.“ In Zeiten, in denen die Ölpreise auf einem Rekordtief lägen, sei der höhere Anteil von Energieunternehmen am US-Markt ein wichtiges Unterscheidungskriterium.

„Das hat einen eindeutigen Einfluss auf die Performance. Der europäische High-Yield-Markt ist auf dem Weg im fünften Jahr in Folge eine Outperformance gegenüber seinem amerikanischen Pendant hinzulegen, wenn man die jeweilige lokale Währung zugrunde legt“, sagt Delle Vedova. Auch hinsichtlich der Ausfallrisiken strebten beide Märkte auseinander. Nach Prognosen von Moody’s werde die Ausfallquote amerikanischer High Yields bis Jahresende auf 4,4 Prozent steigen, in Europa werde hingegen eine Quote von 2,9 Prozent erwartet. Ein beträchtlicher Teil der Ausfälle werde sich auf den Energiesektor erstrecken. Moody’s gehe davon aus, dass bis zu 50 Prozent der amerikanischen Hochzinsanleihen aus diesem Bereich entweder in Zahlungsrückstand geraten oder zumindest umstrukturiert würden, wodurch die Rückzahlungsansprüche der Anleiheinvestoren beschnitten würden.

Neue Emittenten können Anlegern Mehrwert bieten
„Unter diesen Vorzeichen sind wir überzeugt, dass europäische Hochzinsanleihen für Investoren weiterhin attraktiver bewertet sind als amerikanische – und dass dies bis weit ins Jahr 2016 so bleiben wird. Danach kann es sein, dass amerikanische High Yields wieder interessanter werden, aber diesen Zeitpunkt kann man nicht vorhersehen, auch weil er von einigen externen Faktoren abhängt“, meint Della Vedova.

Es sei zwar eine gute Nachricht, dass der europäische Markt grundsätzlich Anlagemöglichkeiten biete, aber es sei sehr schwer, dort die richtigen Investments zu identifizieren. „Wir sind davon überzeugt, dass im derzeitigen Umfeld kürzer laufende Anlagen mit höheren Kupons eher geeignet sind, Erträge über der Benchmark zu erbringen. Außerdem ziehen wir Anleihen mit Ratings von Einfach-B aber höherer Qualität Anleihen mit Doppel-B-Ratings von mittlerer Qualität vor“ sagt Della Vedova. So kämen derzeit viele Neu-Emittenten auf den europäischen Markt, die gegenüber etablierten Namen einen Mehrwert böten.

Letztendlich sei der Anlagerfolg eng mit den Fundamentaldaten verknüpft. Der High-Yield-Markt sei im Vergleich zu anderen Märkten grundsätzlich weniger liquide und könne daher tendenziell ineffizient sein. „Bevor man die Anleihen eines bestimmten Unternehmens ins Portfolio aufnimmt, ist es daher unumgänglich, das Geschäftsmodell und die Strategie genau zu verstehen. Dies kann nur durch intensive Analyse und in direkten Besprechungen mit der Unternehmensführung erreicht werden. Die gegenwärtige Volatilität wird irgendwann vorübergehen, und dann werden sich die Unternehmen mit den besten Fundamentaldaten stärker entwickeln als zuvor. Der entscheidende Faktor für den Erfolg oder den Misserfolg im Jahr 2016 wird sein, diese Unternehmen auszuwählen.“

Anzeichen für eine mittelfristige Marktkorrektur mehren sich

Die Intransparenz und Sprunghaftigkeit bei den Entscheidungsprozessen der drei großen Zentralbanken, Bank of Japan (BoJ), Europäische Zentralbank (EZB) und der Federal Reserve Bank (Fed), hat in den letzten Monaten zu einem erheblichen Vertrauensverlust seitens der Anleger geführt. Diese Unsicherheit ist in der starken Volatilität der Aktienmärkte ersichtlich. Die geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken und das anhaltende Niedrigzinsumfeld stützen die Marktpreise. Sie führen aber auch zu einer beträchtlichen Lücke zwischen den zyklischen und säkularen Fundamentaldaten. Die Aussicht auf eine mittelfristige Marktkorrektur könnte Möglichkeiten zum sinnvollen Aufbau von Short- Positionen aufzeigen.

„Der S&P 500 ist wieder da, wo er zu Beginn des Jahres startete. Nun könnte man sich zu Recht fragen, was sich in der Zwischenzeit geändert hat? Die Antwort darauf ist, dass in den vergangenen sechs Monaten die positive Stimmung in die Politik der drei großen Zentralbanken, BoJ, EZB sowie der Fed, ins Negative umgeschlagen ist“, sagt das Team von Man FRM in ihrer aktuellen Monatsstudie1. „Selbstverständlich gab es bereits die ganze Zeit Stimmen, die sich gegen die expansive Geldpolitik und die Niedrigzinspolitik aussprachen. Jedoch überwogen zuvor jene, die diese Maßnahmen für notwendig erachteten. Nun sind es verstärkt jene Meinungen, die am Nutzen der radikalen geldpolitischen Maßnahmen und den daraus resultierenden großen Risiken die eingegangen werden zweifeln. Die Sprunghaftigkeit sowie der Mangel an Transparenz hinsichtlich der Entscheidungskriterien für die seit Dezember ergriffenen Maßnahmen der BoJ, der EZB sowie der Fed, haben deutlich zum Vertrauensverlust in die Zentralbanken seitens der Anleger beigetragen – diese Verunsicherung spiegelte sich letztlich auch in der starken Volatilität der Aktienindizes wider. Kurzfristig unterstützen die Zentralbanken mit ihren Maßnahmen die Preise. Sie führen allerdings auch zu einer stärkeren Divergenz zwischen den zyklischen und den säkularen Fundamentaldaten. Von einer mittelfristigen Korrektur des Marktes ausgehend, ist unserer Meinung nach das Gute an dieser Entwicklung, dass wir dadurch die Möglichkeit haben könnten, sinnvolle Short-Positionen aufzubauen.“

Zeichen für Umschwung beim HFRX Global Hedge Fund Index
Der HFRX Global Hedge Fund Index hat den Februar, nach monatelanger negativer Entwicklung, mit einem Plus von 1,27 Prozent abgeschlossen. Der Index hat somit einen deutlichen Teil seines unterjährigen Verlustes wieder aufholen können. Er liegt aktuell auf Jahressicht bei -1,85 Prozent, nach zuvor noch -3,08 Prozent Ende Februar.

Positive Marktentwicklungen lassen steigende Gewinne erhoffen
Für US-Equity-Long-Short-Manager führte die positive Entwicklung an den Aktienmärkten nur bedingt zu Erträgen. Die seit Mitte Februar anhaltende Aktienrallye führte den US-Aktienmarkt, nach deutlichen Verlusten zu Jahresbeginn, zwar zurück in die schwarzen Zahlen. Jedoch wurde die Rallye primär durch zyklische Sektoren wie Energie und Werkstoffe bestimmt. Sektoren, in denen US- Equity-Long-Short-Manager zum einen nur gering investiert haben oder zum anderen „short“ positioniert waren. Die anhaltende negative Performance europäischer Equity-Long-Short- Manager lässt sich größtenteils auf die seit Mitte Februar anhaltende deutliche Risikoreduktion zurückführen, die vor allem bei Market-Neutral-Strategien zu weiterem Alphaverlust führte.

Schwieriges Umfeld für Managed Futures
Durch den starken Abverkauf von Anleihen wirkten sich Long-Positionen im Fixed Income sowie Short-Positionen in Erdöl und Getreide, im März negativ auf Managed Futures aus. Die Verluste konnten jedoch anteilig durch Long-Positionen in Edelmetallen kompensiert werden.

Event-Driven-Strategien machen im März Boden gut
Event-Driven-Strategien profitierten im März vor allem durch die gute Performance der reinen Merger-Arbitrage-Manager sowie durch Manager, die in Sonderaktionen und Credit aktiv waren. Das Deal-Volumen lag im März bei rund 316 Milliarden US-Dollar (inklusive 131 Milliarden US-Dollar an geplanten Deals). Unter diesen befinden sich beispielsweise Deals wie Columbia Pipeline/TransCanada (12 Milliarden US-Dollar), Valspar/Sherwin-Williams (11 Milliarden US-Dollar) sowie IHS/Markit (10 Milliarden US-Dollar).

1) FRM Early View – March 2016, vom 1. April 2016

Wachstumsmotor Mexiko, Risiken in Brasilien und der Türkei

von Prashant Khemka, Manager des GS Growth & Emerging Markets Broad Equity Portfolios bei Goldman Sachs Asset Management.

Die Entwicklung der meisten Schwellenländer hängt aktuell von den folgenden drei Faktoren ab: Erstens der langsame und wenig beständige Transformationsprozess Chinas, zweitens die Frage, wer tatsächlich von den niedrigen Öl- und Rohstoffpreisen profitiert, und drittens die Verbraucherausgaben in den Schwellenländern – jetzt und in den nächsten zehn Jahren. Trotz etlicher makroökonomischer Schwierigkeiten bieten Aktien aus Schwellenländern weiter großartige Gelegenheiten zur Alpha-Generierung und Portfoliodiversifikation. Dabei liegt unser Fokus auf Unternehmen, die wir als langfristige Marktanteilsgewinner sehen, sowie auf kleineren Titeln, die sehr stark von positiven Trends profitieren. In der vorliegenden Serie über Emerging Markets Aktien werden wir verschiedene Schwellenländer vorstellen und auf die jeweils besonderen regionalen Treiber eingehen. Während wir uns in den letzten Wochen näher mit China, Südkorea, Indien und Indonesien befasst haben, werfen wir zum Abschluss unserer Serie einen detaillierteren Blick auf Mexiko, Brasilien, die Türkei und Südafrika.

Mexiko – Wirtschaft und Verbraucherklima in stabiler Verfassung

Mexiko gehört neben Indien zu den größeren Lichtblicken im Schwellenländer-Universum, obgleich hier die Aktienbewertungen signalisieren, dass auch die Anleger dies mittlerweile erkannt haben. Mexikos BIP wächst ordentlich, vor allem im Rahmen der Ölpreisschwäche, wenngleich diese die Begeisterung für die Privatisierung des staatlichen Energiesektors etwas gedämpft hat. Die zweite Runde der Privatisierungsauktionen verlief allerdings erfolgreicher, was teilweise den besseren Konditionen für Investoren zu verdanken ist.

Auch Mexikos Konsumaussichten wirken durch die engen Beziehungen zur relativ starken US-Wirtschaft stabiler als in vielen anderen Schwellenländern. Dabei sind vor allem die Geldüberweisungen aus den USA zu nennen, die einen relativ hohen Anteil am mexikanischen BIP ausmachen. Da der Peso gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren hat, ist der Effekt auf die Ausgaben entsprechend positiv. Familien, die von diesen Überweisungen profitieren, verfügen zudem typischerweise nur über wenig oder gar keine Ersparnisse und geben daher ihre Einkünfte sehr schnell wieder aus.

Die Bewertungen spiegeln weitgehend die relativ guten Aussichten wider, über die Mexiko vor allem in Bezug auf den Verbrauchersektor verfügt. Wir sind davon überzeugt, dass mexikanische Unternehmen eine relativ starke Gewinnwachstumsdynamik aufweisen, speziell im Vergleich zu vielen anderen Schwellenländern.

Brasilien – Wann erholen sich Wirtschaft und Aktienmarkt?

Brasilien entwickelte sich 2015 von allen Schwellenländer-Börsen am schlechtesten. Grund dafür war das sich deutlich eintrübende Konjunkturumfeld aufgrund fallender Rohstoffpreise. Die Wirtschaft rutschte mit einem Minus von 3,8 Prozent in die Rezession und die Währung verlor kräftig an Wert. Zugleich wurde das schwindende Anlegervertrauen in die Regierung durch einen Korruptionsskandal beim staatseigenen Ölkonzern weiter belastet.

Leider ist die Sache für Brasilien damit noch nicht ausgestanden. Schätzungen zufolge soll das Bruttoinlandsprodukt 2016 um weitere 2,8 Prozent schrumpfen. Das größte Dilemma des Landes besteht in dem Versuch, das Wachstum und Investitionen in einem Umfeld anzukurbeln, in dem eine relativ hohe Inflation wachstumsstimulierende Zinssenkungen der Notenbank verhindert. Doch eine Wirtschaft ohne Wachstum könnte weitere Herabstufungen des Länderratings nach sich ziehen.

Als Impulsgeber für den heimischen Aktienmarkt könnten sich längerfristig die für Oktober angesetzten Kommunalwahlen erweisen. Sollten diese Hoffnungen auf Veränderungen wecken, wird das Vertrauen der Anleger vielleicht zurückkehren. In der Zwischenzeit können wir trotz schwierigster Konjunkturbedingungen in Brasilien bei einzelnen Unternehmen weiterhin Anlagechancen ausmachen. So finden wir bei umfassendster Einrechnung des schwachen Makroumfelds immer noch einige Titel, die infolge ihres Geschäftsmodells, ihrer Marktposition oder anderer spezifischer Faktoren ein beträchtliches Aufwärtspotenzial bieten.

Türkei – Inflations- und geopolitische Risiken im Fokus

Der türkische Aktienmarkt blieb 2015 wegen der starken Abwertung der Lira in Lokalwährung und erst recht in US-Dollar deutlich hinter anderen Schwellenländern zurück. Verantwortlich für die unterdurchschnittliche Performance waren eine Reihe von Herausforderungen, darunter politische und geopolitische Risiken sowie die hohe Inflation.

Die türkische Parlamentswahl im vergangenen Jahr hat die politischen Unsicherheiten teilweise beseitigt, wirft aber gleichzeitig neue Fragen bezüglich der potenziellen Verfassungsänderungen und den präsidialen Machtbefugnissen auf. Unterdessen hat die Regierung bereits begonnen, einige ihrer Wahlkampfversprechen wie höhere Mindestlöhne und Befreiungen von der Körperschaftssteuer umzusetzen. Die Haushaltsdisziplin scheint sich allerdings zu verbessern und in puncto Kreditwachstum werden gerade Beschränkungen abgebaut. Als Reaktion auf einige der guten Nachrichten wurden die BIP-Schätzungen zuletzt nach oben revidiert. Alle diese Entwicklungen sollten sich für die Verbraucher in der Türkei generell als positiv erweisen. Gegenwärtig können wir demnach weiter die besten Gelegenheiten bei gut und konservativ geführten Konsumgüterunternehmen finden, die von einer dominanten Marktstellung in ihrer jeweiligen Branche profitieren.

Die Türkei steht aber weiterhin vor mehreren Herausforderungen und zunehmenden Risiken. So könnte sich erstens das Regierungsziel, die Inflation in diesem Jahr von sieben auf fünf Prozent zu senken, als unrealistisch erweisen und der angesehene Chef der Notenbank könnte zurücktreten, wenn seine Amtszeit im April ausläuft. Zweitens können die niedrigeren Ölpreise die Inflationsrate zwar weiter im Zaum halten, doch es besteht die Gefahr, dass sich der mittelfristige Effekt steigender Mindestlöhne auf die Gesamtwirtschaft ausweitet. Die dritte und vielleicht besorgniserregendste Herausforderung besteht darin, dass die Türkei den wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen des Syrienkriegs und der Migrationskrise in Europa ausgesetzt bleibt – zwei brisante Situationen, die sich für die internationale Gemeinschaft als schwer lösbar erweisen.

Südafrika – Konjunkturschwäche belastet den Konsum

Als Exporteur von Edelmetallen und Kohle wurde die südafrikanische Wirtschaft von der Schwäche der Rohstoffpreise stark in Mitleidenschaft gezogen. Zudem hat das Land lange Zeit zu wenig in den Energiesektor investiert, was sich jetzt im Hinblick auf seine zukünftigen Wachstumsperspektiven zu rächen beginnt. Verstärkt werden die wirtschaftlichen Herausforderungen durch eine derzeit grassierende extreme Dürre, die aufgrund steigender Preise infolge der geringen Ernteerträge zu einem Inflationsschub führen dürfte. In Anbetracht der prekären Wirtschaftsbedingungen und des steigenden Haushaltsdefizits könnte Südafrika seinen Investment-Grade-Status verlieren, was die dortige Lage noch weiter erschweren würde.

Das sich abschwächende Konjunkturumfeld schlägt sich nun auch langsam im Konsum nieder. Bei einigen verbraucherorientierten Unternehmen scheint sich dies bereits negativ bemerkbar zu machen. Attraktive langfristige Anlagegelegenheiten finden wir indes weiter im Finanzsektor, wo bestimmte Unternehmen dank eines stabilen Geschäftsmodells und einer starken Branchenpositionierung selbst schwierigere Zeiten meistern werden.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 31. Dezember 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,083 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

Gold profitiert von Fed Sitzung

Gold-ETPs profitierten von starken Mittelzuflüssen nach der Veröffentlichung des Federal Reserve (Fed) Protokolls zur März Sitzung. Die Chancen für eine kurzfristige Zinserhöhung sind gering. Ein größer als erwarteter Rückgang der US-Rohöl Lagerbestände unterstützt Mittelflüsse in Öl-ETPs. Die Mittelzuflüsse in breite Rohstoffkörbe notieren auf ihrem höchsten Stand seit Dezember vergangenen Jahres.

Die Mittelzuflüsse in breite Rohstoffkörbe deuten auf ein zunehmendes Interesse von Investoren hin. Dies wurde von Preiserholungen in Gold und Energiewerten verstärkt. Die Mittelzuflüsse in breite Rohstoffkörbe (A1CXBV) notieren auf ihrem höchsten Stand seit Dezember vergangenen Jahres (27,3 Mio. USD).

Edelmetalle profitierten von einer geringeren Risikobereitschaft nach der Veröffentlichung des Fed Protokolls. Gold-ETPs (A0LP78) verbuchten vergangene Woche Mittelzuflüsse in Höhe von 118,6 Mio. USD, im Gegensatz zu 96,8 Mio. USD in der Vorwoche, da Anleger ihre Erwartungen für eine weitere Zinserhöhung in den USA zurückfuhren. Das FOMC-Protokoll von März wurde vergangenen Mittwoch veröffentlicht. Dort verdeutlichten Komitee Mitglieder externe Risiken und entsprechend Gefahren für die US-Wirtschaft. Als Ergebnis wurde die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember von 58 Prozent anfangs letzter Woche auf nun 48 Prozent korrigiert (basierend auf Fed-Fonds Futures Daten). Die Marktteilnehmer erwarten nun von den politischen Entscheidungsträgern nächste Schritte im Februar 2017. Eine geringere Risikobereitschaft sowie die Abwertung des US-Dollars gegenüber Yen und Euro führten vergangene Woche zu einer erfolgreichen Gold-Rallye. Silber-ETP (A0N62F) Zuflüsse stiegen ebenfalls auf ein neues 4-Wochenhoch und verbuchten die siebte Woche in Folge Mittelzuflüsse.

Energie-ETPs weiterhin mit starken Mittelzuflüssen, allen voran (A1N49P) Brent-Öl ETPs (17,6 Mio. USD). Im Vorfeld der Konferenz von Doha am 17. April stiegen die Ölpreise aufgrund von Spekulationen, ob ein Abkommen bzgl. eines „Freeze“ oder „Cap“ erreicht werden kann. Saudi Arabien betonte, dass die Produktionsmenge nur dann eingefroren werden würden, sofern weitere Anbieter ebenfalls zustimmen. Kuwait hingegen argumentierte, dass die Vereinbarungen auch ohne die Unterstützung des Irans durchgeführt werden könnten. WTI Rohöl-ETPs (A0KRJX) verbuchten Mittelzuflüsse in Höhe von 15,3 Mio. USD, da US-Lagerbestände stärker als erwartet in Anspruch genommen wurden.

Kupfer-ETPs (A0KRJU) verzeichneten 10,8 Mio. USD an Mittelzuflüssen. Die Mittelzuflüsse in Kupfer erreichten vergangene Woche 10,8 Mio. USD. Investoren suchten den günstigen Einstiegspunkt, nachdem Kupfer zuvor um -4,4 Prozent auf ein 6-Wochentief von 4.630 USD pro Tonne gesunken war. Darüber hinaus stiegen Aluminium-ETP (A0KRJS) Mittelzuflüsse auf den höchsten Stand in sechs Monaten (12,7 Mio. USD).

Tanz auf dem Vulkan

In seiner neuesten Ausgabe der „Carmignac's Note“ beleuchtet Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees und Managing Director, die derzeitigen makroökonomischen Entwicklungen sowie die aktuelle Anlagestrategie von Carmignac.

Seine Kernaussagen sind:

Zu den Märkten und den Kursentwicklungen allgemein:

  • „Die Märkte hatten sich aus mehreren täglich erscheinenden Wirtschaftsstatistiken diejenigen ausgesucht, die für ein freundlicheres Konjunkturszenario sowohl in China als auch in den USA sprachen. Man unterschätze niemals die Neigung des Menschen, sich vor allem auf solche Informationen zu stützen, die am ehesten seinen Wünschen entsprechen.“
  • „Die Häufung der wirtschaftlichen, finanziellen, geldpolitischen und politischen Ungleichgewichte führt zu einer asymmetrischen Verteilung der Risiken, die beim derzeitigen Stand der Märkte immer noch unvorteilhaft ist. Daher beteiligen wir uns nicht am allgemeinen Tanz auf dem Vulkan, auch wenn er einstweilen ruhen sollte."
  • „Die äußerst starke und undifferenzierte Erholung der Aktienmärkte im März weist eher die Merkmal eines Rückkaufs von Leerverkaufspositionen auf als diejenigen einer Rückkehr der Anleger zu dieser Anlageklasse. Bemerkenswert ist auch die äußerst starke Outperformance der Schwellenländer oder zyklischen europäischen Titel trotz des derzeitigen Konjunkturrückgangs.“

Zu den Zentralbanken: „Die Haltung der Zentralbanken ist das Zeugnis ihres Misserfolgs. In der Eurozone wie in Japan liegt die jährliche Inflation immer noch bei nahezu 0% und damit weit unter den offiziellen Zielwerten. Der entscheidende Punkt ist und dies haben die Märkte noch nicht erkannt, dass solche Fehlschläge unvermeidlich sind. Die Probleme, denen sich die Weltwirtschaft gegenübersieht, nämlich die Verschuldung und die unzureichende Nachfrage, können nicht allein durch geldpolitische Maßnahmen gelöst werden – seien sie auch noch so unkonventionell."

USA: „Aus unserer Sicht besteht immer noch ein hohes Risiko, dass das Wachstum in den USA 2016 erheblich bis unter die 2%-Schwelle zurückgeht, ohne dass die Zentralbank, die inzwischen zu einer Phase der geldpolitischen Straffung übergegangen ist, durch geldpolitische Lockerungsmaßnahmen eingreifen kann. Die Märkte sind darauf nicht vorbereitet."

Sinkende US-Lagerbestaende treiben Öl

„Obwohl der Bloomberg Rohstoffindex in der vergangenen Woche kaum von der Stelle kam, gab es große Bewegungen in den einzelnen Sektoren. Starke Gewinne bei Öl und Erdgas hievten den Energiesektor nach oben, während Industriemetalle aufgrund von Sorgen über eine nicht ausreichende chinesische Nachfrage eingebrochen sind“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Zudem hätte eine Umfrage unter Minenbetreibern und Händlern auf einer Industriekonferenz in Chile ergeben, dass der Kupferpreis in einem Jahr um 14 Prozent niedriger notieren könnte als jetzt. Edelmetalle hingegen hätten von den aktuellen Unruhen auf den Währungsmärkten profitiert und sind gestiegen.

„Nach der Januar-Rallye befindet sich der Goldpreis seit fast zwei Monaten in einer Seitwärtsbewegung. In dieser Zeit hat der Markt hauptsächlich darüber nachgedacht, ob die Rallye zu Gewinnmitnahmen führen könnte“, sagt Hansen. Diese Sorge basiere auf der Entwicklung des vergangenen Jahres, als der Goldpreis nach einem starken Jahresstart ab April eingebrochen ist. Einer der Hauptgründe für die Annahme, dass es diesmal anders sein werde, sei der aktuelle Marktbericht des World Gold Councils. „Die negativen Zentralbankzinsen in Europa und Japan führen zu negativen Renditen bei Staatsanleihen im Wert von Billionen“, sagt Hansen. Das Aufwärtspotenzial bei Gold nach einer Konsolidierungsphase bleibe also intakt. „Ein schwacher Dollar, das Risiko steigender Volatilität an den Aktienmärkten und die nach wie vor negativen Zinsen könnten das Investoreninteresse an Gold und Silber wieder früher entfachen als gedacht“, sagt Hansen.

An den Ölmärkten geht es weiter bergauf. „Insgesamt haben sich die Kurse nach zwei Verlustwochen stark erholt. Grund dafür waren überraschend gesunkene US-Lagerbestände. Dies hat die Sorgen darüber mehr als wettgemacht, dass das Meeting am 17. April zwischen Opec und Nicht-Opec-Produzenten zu keiner erhofften Produktionskürzung führen könnte“, sagt Hansen. Die Händler seien zunehmend davon überzeugt, dass bei Öl der Boden gefunden sei und der Kollaps des Brent-Contangos auf eine Investitionsnachfrage hindeute. Zusätzlich zum Contango-Kollaps gab es weitere unterstützende Nachrichten seitens der US Energy Information Administration. „Anstatt des erwarteten Anstiegs sind die Lagerbestände gesunken. Gründe dafür waren gesunkene Importe, eine steigende Raffiniere-Nachfrage und eine rückläufige Produktion in der elften Woche in Folge“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie lins.

Barings Investment Manager HyungJin Lee zum „neuen“ Asien

Ein Gespräch mit HyungJin Lee, Head of Asian Equities bei Barings und Investment Manager des Baring Asia Growth Fund und des Baring Eastern Trust.

Herr Lee, Sie sagen, dass Sie das „neue“ Asien gegenüber dem „alten“ Asien bevorzugen. Was meinen Sie damit?
Das neue Asien bezieht sich auf die nächste Generation von Unternehmen, deren Entwicklung sich in der gesamten Region abzeichnet. Solche Unternehmen haben ihren Ursprung in der wirtschaftlichen Entwicklung der Region und weisen die gleichen Merkmale auf, auch wenn sie sich in ihrer Art unterscheiden. Zu diesen Merkmalen zählen Qualitäten wie Unternehmergeist, Innovation und die Nutzung von Spitzentechnologie, um höherwertige Produkte und Dienstleistungen zu erschaffen und anzubieten. Unternehmen des neuen Asiens bauen auf diesen Wettbewerbsvorteilen auf, um noch bessere Geschäftsmodelle zur Erzielung eines langfristig stabilen Wachstums zu entwickeln. Viele dieser Firmen sind in strukturellen Wachstumsnischen aktiv, die über hervorragende langfristige Wachstumsaussichten verfügen, beispielsweise im Tourismus, dem Gesundheitswesen, der Bildung und im Beauty-Segment sowie bei zyklischen Konsumgütern und Grundbedarfsgütern.

Was macht das neue Asien so interessant?
Das neue Asien steht für die Zukunft, nicht für die Vergangenheit. Unternehmen des neuen Asiens bieten einzigartige Wachstumsmöglichkeiten, die nicht von gesamtwirtschaftlichen Trends oder den Entwicklungen des breiteren Finanzmarkts abhängen. Viele dieser Firmen sind noch jung und wurden erst vor wenigen Jahrzehnten gegründet. Die Tatsache, dass die meisten Anleger diese Firmen nicht auf dem Radarschirm haben, ist für uns im Übrigen von Vorteil. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, unentdeckte Anlagechancen aufzuspüren, die von anderen übersehen werden.

Haben Sie ein Beispiel hierfür?
Das beste Beispiel dürfte China liefern, als die Volkswirtschaft, die in den vergangenen Jahren den vielleicht größten Wandel durchlaufen hat und als die Wirtschaftskraft der Region gilt. Das Konsumverhalten des Landes hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt und wird sich auch zukünftig schnell weiterentwickeln. Wir beobachten viele Unternehmen in ihrem Bestreben, jene Chancen gewinnbringend zu nutzen, die sich durch das steigende Haushaltseinkommen des Landes ergeben. Laut Prognose von McKinsey steigt der Anteil der Haushaltsausgaben für Konsumgüter bis zum Jahr 2020 auf über 40% an. Dies spiegelt das höhere Einkommensniveau und damit den Übergang der Verbraucher weg vom Existenzminimum hin zu einem Mittelschicht-Lifestyle wider. Im Grunde fängt dies bei Grundbedarfsgütern wie Reis und Milch an und endet damit, dass sie einen Zugang zu einer besseren Gesundheitsversorgung und hochwertigen Markenprodukten erhalten und Ersparnisse für die Bildung ihrer Kinder aufbauen können.

Welche Art von Unternehmen ist Ihrer Ansicht nach interessant?
Wir halten nach Firmen Ausschau, die über ein starkes Wachstumsmodell verfügen. Auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten filtern wir sämtliche Unternehmen und suchen nach Marktführern, die wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anbieten und gleichzeitig über die passende Kombination aus Wachstums- und Qualitätsmerkmalen verfügen. Die beiden wichtigsten Faktoren sind meines Erachtens Beständigkeit und Zukunftsfähigkeit.
Als besonders interessant haben sich Unternehmen der Beauty-Branche und des Gesundheitswesens herausgestellt. Sie profitieren sowohl von einem Anstieg des verfügbaren Einkommens als auch von einer immer älter werdenden Bevölkerung. Durch die Kombination dieser beiden Faktoren gewinnt die äußere Erscheinung zunehmend an Bedeutung. Der Wert für schönheitschirurgische Eingriffe in China wird aktuell auf 400 Mrd. Yuan beziffert, also etwa 62 Mrd. USD. Den Erwartungen nach dürfte sich dieser Wert bis zum Jahr 2019 verdoppeln. Auch in Ländern wie Südkorea stieg die Anzahl der Medizintouristen aus ganz Asien stark an.
Ein weiteres Beispiel ist der Premiumtextilhersteller Eclat. Das taiwanische Unternehmen ist ein führender Textil- und Bekleidungszulieferer für internationale Marken wie Lululemon und Under Armour. Eclat partizipiert am Aufwind von funktioneller Sportbekleidung und ist vorteilhaft für ein starkes Umsatzwachstum positioniert, analog zum verfügbaren Einkommen der Konsumenten.

Welche Trends sind für Asien außerdem von Bedeutung?
Eine wichtige Rolle spielen Umweltfaktoren. Es herrscht ein intensiver internationaler Druck seitens der Regierungen zur Reduktion von Kohlenstoffemissionen. Infolgedessen stieg in Asien die Anzahl an Herstellern von Hybridfahrzeugen an. Elektrofahrzeuge sowie der Markt für Lithium-Ionen-Batterien gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Unsere Analysen haben ergeben, dass Nischenunternehmen in diesem Bereich die besten Wachstumsaussichten aufweisen, da sie sowohl national als auch international expandieren.
Hota Industrial beispielsweise ist ein taiwanischer Autoteilehersteller, der seine Produkte an Elektrofahrzeughersteller wie Tesla Motors liefert. Das Unternehmen ist unserer Einschätzung nach gut positioniert, um von neuen Modelleinführungen zu profitieren, die sowohl von regulatorischen Anforderungen als auch der Verbrauchernachfrage getrieben werden.

Wie schätzen Sie die Investitionsaussichten für Asien insgesamt ein?
Unserer Auffassung nach haben Investitionen in Asien ein großes Potenzial. Die Unternehmen in der Region profitieren von dem „internen Wachstumsmotor“ in Form eines steigenden verfügbaren Verbrauchereinkommens, wie ich es nenne. Die von mir hervorgehobenen Unternehmen stellen lediglich einen Bruchteil des riesigen Potenzials dar, für das das neue Asien steht. Aus diesem Grund bin ich sehr optimistisch. Traditionelle Industrien sollten zwar nicht übersehen werden, allerdings werden sie unserer Einschätzung nach nur schwer das Maß an Innovation bieten können, das notwendig ist, um Verbrauchertrends einen Schritt voraus zu sein und ein langfristiges strukturelles Wachstum zu erzielen. In einem solchen Umfeld dürfte die Aktienauswahl zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Können Sie abschließend Ihren Investmentprozess beschreiben?
Wir sind ein aktiver Vermögensverwalter und durch unseren von unten nach oben gerichteten Investmentansatz können wir Unternehmen mit einem außergewöhnlichen Qualitätswachstum aufspüren. Um die sich bietenden Chancen zu nutzen, konzentrieren wir uns auf die Zusammenstellung von Portfolios, die innovative Unternehmen mit langfristigen Wachstumstreibern beinhalten, die die Kriterien unseres GARP-Qualitätsansatzes – GARP steht für „Growth at a Reasonable Price“ – erfüllen. Wir sind daher auf der Suche nach Wachstum und Innovation eindeutig auf der Unternehmensebene und nicht auf Branchenebene.

„Gold hat weiteres Aufwärtspotenzial“

Von 1.100 auf über 1.270 US-Dollar je Feinunze ist der Goldpreis in den letzten drei Monaten gestiegen – so stark wie seit 25 Jahren nicht mehr innerhalb eines Quartals. Zwar hat das Edelmetall in den vergangenen Tagen wieder etwas an Schwung verloren. Laut Joe Corbach, Leiter für Währungen und Rohstoffe bei GAM, ist aber klar: „Gold hat weiteres Aufwärtspotenzial.“ 

Gold als sichere Anlage in unsicheren Zeiten
Ein Grund dafür ist die Sorge vor einer konjunkturellen Schwäche, die seit Jahresbeginn noch gestiegen ist. Schwache Wirtschaftsdaten aus den USA und China sorgten für schlechte Stimmung an den Märkten. Sichtbar wird dies beispielsweise an den heftigen Abschlägen am Aktienmarkt und an den weiterhin niedrigen Rohstoffpreisen. Die Zinsen werden daher wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau bleiben. „Das ist wichtig für Gold. Gold ist ein Anlageprodukt, das keine Zinsen abwirft. Somit ist es darauf angewiesen, dass die Opportunitätskosten im Vergleich mit Produkten, die Zinsen zu bieten haben, gering sind“, erklärt Corbach.

Die aktuelle Entwicklung spricht dafür, dass dies so bleibt: Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit wird die US-Notenbank „Fed“ den Leitzins dieses Jahr wohl nur in zwei Schritten moderat erhöhen. Der US-Fed-Ausschuss bestätigte dies mit seinen jüngsten Aussagen. Hinzu kommt, dass die Marktunsicherheit die Risikoaversion der Investoren steigen lässt. In solchen Zeiten aber wird das Edelmetall ganz besonders als „sicherer Hafen“ geschätzt. 

Anhaltende Nachfrage aus Asien und von Zentralbanken
Doch nicht nur die niedrigen Zinsen sorgen für den steigenden Goldpreis. Auch die anhaltende physische Nachfrage in den asiatischen Ländern, die Käufe von Zentralbanken und das abflachende Minenangebot sind Faktoren für die positive Entwicklung. In China und Indien etwa spielt hierbei die Schmuckindustrie eine wichtige Rolle. Auch die Einführung einer Goldbörse in Indien sowie die künftige Einführung eines Yuan-denominierten Handelsmechanismus an der Shanghai Gold Exchange wirken sich positiv auf die Goldnachfrage aus. „Insgesamt wird Gold als Anlage wieder vermehrt gesucht“, so Corbach. Dies zeigt auch eindrücklich das Volumenwachstum von ETFs, die in physisches Gold investieren. Alleine seit Anfang des Jahres waren Zuflüsse von über 12 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen – was rund 10 Millionen Unzen physisches Gold entspricht. Der Umfang des aktuell in Gold investierten Kapitals ist aber immer noch weit von den Höchstständen Ende 2012 entfernt. „Der Raum nach oben ist auf jeden Fall da“, so der Goldexperte.

Überraschung durch die US-Notenbank?
Corbach ist aber auch der Auffassung, dass dieses Potenzial nicht ohne jegliche Vorbehalte überschätzt werden sollte. Die weitere Entwicklung des Goldpreises hänge stark von der künftigen globalen Risikowahrnehmung der Anleger und dem zusätzlichen Aufwertungspotenzial des US-Dollars gegenüber anderen Währungen ab. Gold wird hauptsächlich in US-Dollar gehandelt und ist daher eng an die US-Finanzmärkte gekoppelt. Wenn die US-Notenbank entgegen ihrer Ankündigungen den Markt mit vorzeitigen Zinserhöhungen überrascht, könnte dies den Goldpreis belasten. In den USA werden Stimmen laut, die ein solches Szenario als möglich ansehen. Der Druck auf den Goldpreis wäre dann deutlich erhöht. Auf der anderen Seite müssen Anleger auch die Möglichkeit einer wieder aufflammenden Diskussion um die europäische Schuldendiskussion oder das Eintreten geopolitischer Risiken in ihre Anlageentscheide miteinbeziehen – Szenarien, die dem Gold als Sachwert zusätzlichen Schub verleihen würden. 

Gold als gute Absicherungsmöglichkeit des Portfolios
Ungeachtet der kurz- bis mittelfristigen Entwicklung des Goldpreises ist Joe Corbach davon überzeugt, dass Gold auf längere Sicht ein sehr geeignetes Instrument ist, das eigene Anlageportfolio zu diversifizieren und gegenüber Marktrisiken abzusichern: „Anleger sollten diesen Vorzug von Edelmetallen auch nach mehreren Jahren ohne schwere geopolitische oder ökonomische Krisen nicht aus den Augen verlieren.“

Interesse an Hochzinsanleihen steigend?

von Tim Dowling, Head of Credit Investments und Lead Portfolio Manager Global High Yield bei NN Investment Partners, New York City.

Seit dem dramatischen Kurssturz in den ersten sechs Wochen dieses Jahres konnten diejenigen HY-Investoren profitieren, die bereit waren, an ihren Hochzinsanlagen festzuhalten. Obwohl sich der Markt seit seinem Tief am 11. Februar bereits deutlich erholt hat, sehen wir auch für die kommenden Monate noch ein erhebliches Aufwärtspotenzial nach dem Überverkauf. Andererseits dürfte das von geringer Liquidität geprägte Umfeld noch anhalten. Anleger sollten daher bei der Entscheidung zwischen den verschiedenen Werten im HY-Universum auch den Einfluss des Liquiditätsniveaus auf die Erträge im Auge behalten.

Im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld stechen Hochzinsanleihen als die Assetklasse mit den potenziell attraktivsten Erträgen hervor. Auch nach der kräftigen Rally seit dem Tief Mitte Februar liegen die Renditespannen bei Hochzinsanleihen nur leicht unter dem Level zum Jahreswechsel. Historisch gesehen sind sie für eine nicht rezessionäre Phase sogar recht hoch. 

2015 verlief die Renditeentwicklung bei Hochzinsanleihen eher unbefriedigend. Das galt vor allem für Regionen, die sensitiv auf die Preisentwicklung im Energie- und Rohstoffsektor reagieren, wie beispielsweise die USA. Wir sind indes der Meinung, dass die hohen Spreads mehr als ausreichend sind, um die zu erwartenden Ausfälle zu kompensieren. Diese Kreditausfälle werden sich voraussichtlich auf die Sektoren Energie sowie Metall & Bergbau konzentrieren, Folge der niedrigen Rohstoffpreise. Diese beiden Sektoren trugen maßgeblich zum schwachen Abschneiden in 2015 bei, als die fallenden Rohstoffpreise - Folge von Chinas abkühlender Konjunkturdynamik – weltweit auch den Risikoappetit dämpften.

Schaut man sich die Erträge von 2015 genauer an, so stellt man bei High-Yield-Investoren eine starke Präferenz für Anleihen fest, die relativ leicht zu handeln sind. Banken haben das Kapital, das sie beim Market-Making einsetzen, drastisch reduziert und konzentrieren sich jetzt auf die Positionierung von Anleihen mit hohen Handelsvolumen. Entsprechend ziehen auch HY-Manager jene Anleihen vor, die sich aufgrund ihrer spezifischen Merkmale – wie hohe Kreditqualität, hohe Emissionsvolumen von weithin bekannten Emittenten – leicht traden lassen.

Es überrascht daher nicht, dass relativ liquide Anleihen jetzt im Vergleich zu ihren weniger liquiden Pendants ausgesprochen teuer sind. Niedrig-liquide Emissionen sind häufig kleiner, aufgrund ihres höheren Fremdverschuldungsgrads etwas riskanter oder werden von Unternehmen aufgelegt, deren Finanzinformationen weniger zugänglich sind. Die Renditen dieser gering liquiden Emissionen sind mitunter doppelt so hoch wie die ihrer liquideren Gegenstücke. Auch wenn die Liquiditätsbedingungen sich nicht so bald bessern werden, so lassen sich die Renditeaufschläge im weniger liquiden Segment des HY-Spektrums gewinnbringend nutzen. Gerade im Hochzinsbereich kommt es auf die kluge Einzeltitelauswahl ein. Hier können Anleihen kleinerer Emittenten einen wertvollen Beitrag zu den Portfoliorenditen leisten.

Doch wie nutzt man die Chancen, die das liquiditätsarme Segment des HY-Spektrums bietet? Investiert man direkt in Hochzinsanleihen, so könnte der Kauf weniger liquider Emissionen zu volatilen Erträgen führen, vor allem falls es bei manchen Emittenten zu Kreditstress kommt. Daher empfiehlt es sich, bei Direktinvestition auf größere kapitalkräftige Emittenten zu fokussieren. Dabei kommt es wesentlich auf den Aufbau eines diversifizierten Portfolios an. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Transaktionsausgaben die Performance schmälern können, vor allem bei kleineren Trades.

Alternativ könnte man auch über einen Exchange Traded Fund (ETF), manchmal auch Indexfonds oder Tracker-Fonds genannt,  investieren. Da ETFs an Aktienbörsen gehandelt werden, eignen sie sich hervorragend, um eine stärkere Exponierung gegenüber dem Markt zu erzielen. Kurzfristig wird die Wertentwicklung von ETFs allerdings stark von den Auf- oder Abschlägen gegenüber dem Nettoinventarwert beeinflusst, zu dem die Aktien gehandelt werden. Dadurch, dass die den ETFs zugrundeliegenden Wertpapiere aus den größten und liquidesten Emissionen am Markt stammen, gibt es bei diesen Instrumenten längerfristig nicht die hohen Liquiditätsprämien, die bei gering liquiden High Yield Bonds anfallen. Diese Titel sind in den jeweiligen ETFs enthalten, auch wenn ihre Kreditrahmendaten unter Umständen nicht den Vorstellungen des Portfoliomanagers entsprechen. Institutionelle Investoren erleben eine ähnliche Dynamik bei Kreditderivate-Indexprodukten, wie beispielsweise iTraxx XO und Markit CDX. Diese Instrumente beziehen sich normalerweise auf Anleihen aus größeren, stärker gehandelten Emissionen, die häufig zu geringeren Renditen als die breiter aufgestellten Indizes getradet werden.

Aus unserer Sicht eignen sich Publikumsfonds am besten, die attraktiven Spreads niedrig-liquider HY-Anleihen abzuschöpfen. Erwägt man die Investition in einen Publikumsfonds, so sollte man darauf achten, dass der Fonds einen der allgemeinen Marktindizes als Benchmark nutzt und nicht etwa ein Untersegment liquiderer Emissionen. Der Fondsmanager sollte über einen ausgeprägten Fokus auf Kreditresearch verfügen sowie die Fähigkeit, Chancen in Marktanomalien, die im Hochzinsanleihenmarkt vorherrschen, zu nutzen.

Wir meinen allerdings auch, dass Publikumsfonds sich nicht zu sehr darauf konzentrieren sollten, Erträge aus weniger liquiden Emissionen zu erzielen. Angesichts der Möglichkeit von Fondsrücknahmen sollte man beim Fondsmanagement die Liquidität im Auge behalten. Es empfiehlt sich eine nur leichte Übergewichtung von CCC-gerateten Titeln, da Titel mit den Ratings BB und B in fallenden Märkten leichter abzustoßen sind. Zur Vermeidung von Konzentrationsrisiken sollte der Fonds auch diversifiziert sein. Ferner sollte der Fonds Cash oder leicht zu liquidierende Wertpapiere halten, um potenzielle Rücknahmen erfüllen und das Risikoniveau insgesamt kontrollieren zu können.

Sollte sich die Rally am Markt fortsetzen, werden weniger liquide Anleihen voraussichtlich besser abschneiden als ihre liquideren Pendants. Ab einem gewissen Punkt wird diese Gelegenheit sich jedoch von einer Kombination aus höherer Carry und Kapitalzuwächsen zu reinen Kapitalzuwächsen verschieben. Doch bis dahin ist noch reichlich Potenzial im Markt vorhanden.

Langweilig kann auch schön sein

von James Swanson, MFS Chief Investment Strategist.

Es ist sicherlich einfach, sich von der aktuellen Wahlkampfsaison einnehmen zu lassen – sei es in den USA, wo die lärmenden Vorwahlen stattfinden, oder in Großbritannien inmitten der Brexit-Kampagne. Doch für sinnvolle Investmententscheidungen schaut man sich besser an, was in einigen der weltweit größten Volkswirtschaften gerade passiert.

Die US-Wirtschaft ebbt ab und steigt wieder an, doch die reale durchschnittliche Wachstumsrate für diesen Konjunkturzyklus liegt bei 2 Prozent (inflationsbereinigt). Und wir schleppen uns auf diesem Level weiter dahin, während das zweite Quartal beginnt , trotz wiederholter – und bislang unbegründeter – Sorgen, dass die Wirtschaft in die Rezession abgleiten wird.

Werfen wir einen Blick auf die Punktekarte der US-Wirtschaft:

  • Arbeitsplätze: rauf
  • Personalabbau: runter
  • Löhne: moderat steigend
  • Produktion: an Fahrt aufnehmend
  • Dienstleistungsgewerbe: wachsend
  • Kreditwachstum: moderat
  • Inflation: unter dem Fed-Ziel, aber sich langsam hocharbeitend

Betrachten wir uns die Lage weltweit, so bleibt China schwach, doch die Wirtschaftdaten verschlechtern sich nicht mehr. Es gibt nach wie vor einige Überkapazitäten, aber die Gefahren einer tiefen Rezession sind etwas geschwunden.

In der Eurozone schwächelte die verarbeitende Industrie infolge nachlassender Exporte in die Emerging Markets. Die Inflation bleibt spärlich, was die Europäische Zentralbank dazu verleitet, die Zinsen weiter in negatives Territorium zu schicken und zusätzliche unkonventionelle geldpolitische Instrumente anzuwenden. Der Konsum ist ein Lichtblick, der die Unternehmen stärkt, die sich an Endverbraucher richten. Wir erwarten ein reales Wirtschaftswachstum von etwas mehr als 1 Prozent für 2016.

Das Wachstum in Japan schwebt weiterhin bei um die Null. Trotz negativer Zinssätze, steuerlicher Anreize und struktureller Reformen hat sich „Abenomics“ nicht als wirkungsvoll erwiesen, um das Wachstum wiederzubeleben.

Anzeichen von Exzessen

Wir verfolgen eine Reihe von Konjunkturindikatoren, auf der Suche nach Anzeichen, dass die US-Expansion sich entweder fortsetzt oder zum Ende kommt. Von diesen Indikatoren geben die Hälfte blinkende Signale für mögliche Exzessen, die sich in die Wirtschaft einschleichen könnten. Die andere Hälfte der Indikatoren dagegen gibt keinerlei Anzeichen von Stress. Einige Bereiche zur Sorge haben unlängst moderate Verbesserungen gezeigt. So hat sich zum Beispiel die verarbeitende Industrie in China leicht verbessert und die Ölpreise, die bis vor Kurzem noch verheerend auf die Unternehmensgewinne wirkten, haben sich zu einem gewissen Grad stabilisiert.

Während das US-Wachstum langweilig anmuten mag, gehen in anderen Teilen der Welt einige rätselhafte Erscheinungen vor sich. Das womöglich interessanteste – einige würden sagen verrückteste – Phänomen ist die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank, der Bank of Japan und anderer Zentralbanken. Etwa 40 Prozent der von den Regierungen in der Eurozone ausgegebenen Staatsschulden werden heute mit negativem Zins gehandelt. Nicht nur, dass Investoren dafür zahlen, um sich Staatsgelder zu leihen, sie halten auch noch alle Kredit- und Zinsrisiken ohne Kompensation. Das ist alles andere als langweilig.

Wohin soll man sich wenden in einer Welt mit Negativzinspolitik?

Logischerweise suchen Investoren nach rationaleren Alternativen. So haben sich Dividendenaktien als äußerst verlockend gegen Negativzinsen erwiesen. Besonders US-Dividendenaktien sind attraktiv. Positive Realzinsen und eine stetig wachsende US-Wirtschaft sollte den Unternehmen helfen, Free Cash-Flow zu generieren, um Dividenden zahlen zu können und diese gegebenenfalls zu steigern. Der private Sektor in den USA hat seit der weltweiten Finanzkrise einen starken, wenn nicht sogar rekordmäßigen Free Cash-Flow entwickelt. Auch in vielen anderen Industrieländern haben sich Dividendenwerte als äußerst attraktiv erwiesen. Der entscheidende Punkt ist, nicht die Titel mit den höchsten Zinsen auszuwählen – diese können Gefahren bergen –, sondern nach Werten mit nachhaltigem Cash-Flow-Wachstum zu suchen.

Bei ausbleibender Rezession, die oftmals mit exzessivem Kreditwachstum einhergeht, erscheinen auch die Anleihemärkte im Investment-Grade-Bereich als attraktive Alternative zu Staatsanleihen. Im historischen Vergleich sind sie relativ günstig und bieten das Potential zur Outperformance von Treasuries in einem leicht steigenden Zinsumfeld. Trotz der aktuellen Rückschläge kann es für manche Investoren angemessen sein, Risikoassets moderat beizumischen. Betrachten wir uns das Risikospektrum, so erscheinen günstige Hochzinsanleihen aktuell attraktiv. Auch Aktien im Bereich Standardwerte sind aufgrund ihrer moderaten Bewertungen ein Feld, dass Chancen bietet.

Die wirtschaftliche Lage mag nicht so aufregend sein, wie die jüngsten Anschuldigungen im Wahlkampf, aber langweilig kann auch eine gute Sache sein. Besonders für langfristig ausgerichtete Portfolios.

Über MFS:
MFS Investment Management ist ein global ausgerichteter Vermögensverwalter mit Investmentbüros am Firmensitz in Boston/Massachusetts sowie in London, Mexico City, Hongkong, Sao Paolo, Singapur, Sydney, Tokio und Toronto. Der Asset Manager bietet eine umfangreiche Auswahl breit diversifizierter und ausgewählter konzentrierter Aktienstrategien auf globaler, regionaler und länderspezifischer Ebene sowie robuste festverzinsliche Anlagemöglichkeiten über das gesamte Kredit- und Sektorspektrum. Seit Unternehmensgründung und der Auflage des ersten offenen Publikumsfonds in den USA im Jahr 1924 verfolgt MFS seinen Investment-Ansatz, der auf einem fundamentalen Bottom-Up Research basiert. Für Privatkunden und institutionelle Anleger verwaltet MFS weltweit Vermögen im Wert von 397,6 Mrd. US-Dollar (Stand: 31. Januar 2016). Global beschäftigt das Unternehmen rund 1.800 Mitarbeiter, darunter mehr als 228 Investmentspezialisten. MFS hat die Grundsätze der Vereinten Nationen (UN PRI) für verantwortungsbewusstes Investment unterzeichnet. Die Europazentrale befindet sich in London. In Deutschland ist MFS in Frankfurt am Main unter der Leitung des Geschäftsführers Lars Detlefs vertreten.

Kreditdaten spiegeln zunehmend den Konjunkturaufschwung

von Dr. Daniel Hartmann, Senior Analyst Economics bei Bantleon.

Für viele Analysten ist die restriktive Kreditvergabe der Banken nach wie vor ein zentraler Hemmschuh für die Konjunkturentwicklung der Eurozone. In der Tat war die Datenlage lange Zeit niederschmetternd. Von Mitte 2011 bis Ende 2014 schrumpfte das Volumen der Bankkredite an Unternehmen und Privathaushalte von 10 Billionen auf unter 9,5 Billionen EUR. Ein bislang einmaliger Vorgang in der Nachkriegszeit. In den ersten zehn Jahren der Währungsunion hatte sich das Kreditvolumen noch von 5 Billionen auf 10 Billionen EUR verdoppelt.

Dennoch gerät die These von der Kreditklemme zunehmend in die Defensive. So befindet sich die Eurozone trotz der zögerlichen Banken seit Mitte 2014 in einem konjunkturellen Aufschwung. Einmal mehr hat sich damit bewahrheitet, dass der Kredit- dem Konjunkturzyklus hinterherläuft. Mithin greifen die Unternehmen am Beginn einer konjunkturellen Erholung zunächst auf Eigenkapital zurück und klopfen erst später bei den Banken an.

Genau das geschieht derzeit. Den Februarzahlen der EZB zufolge legte das Volumen der Unternehmenskredite in sechs der vergangenen acht Monate zu. Gleichzeitig hat sich die Wachstumsrate der Firmenkredite (im Vorjahresvergleich) wieder über die Nulllinie gekämpft und lag zuletzt bei knapp 1%. Selbst in Italien und Spanien ist der Trend aufwärtsgerichtet. Dies gilt noch mehr für die Konsumkredite, die traditionell als Erstes vom zyklischen Aufwind erfasst werden. Die Wachstumsrate beträgt hier bereits über 5% (8-Jahres-Hoch). Damit sind neben den traditionellen Konsumzahlen (Einzelhandelsumsätze und Pkw-Verkäufe) die Kreditdaten ein weiterer Beleg für die derzeit dynamische Konsumnachfrage in der Eurozone.

Von den Banken dürfte auch in den nächsten Monaten kein Gegenwind für die Konjunktur ausgehen. Im Gegenteil: Mit den neuen Langfristtendern hat die EZB eine zusätzliche – günstige und sichere – Refinanzierungsmöglichkeit für die Banken geschaffen. Das monetäre Umfeld für Unternehmen und Konsumenten bleibt daher freundlich.

Kiwi strength sustainable?

The Kiwi has been buoyed by relatively strong yields and improving risk sentiment, withstanding recent weakness in dairy prices. Additional monetary easing by the RBNZ appears very likely and should see the NZD correct lower in coming weeks. The NZD/USD currency pair is trading at the top end of its recent range, and further gains would require a significant catalyst.

Surprise cut fails to halt NZD rally
On March 10th the Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) surprised markets with a 25bp interest rate cut, citing international weakness and falling inflation expectations as key drivers. Even with the element of surprise, the move failed to halt the NZD’s recent rally, with the currency appreciating a further 2.1%* in the following fortnight on a trade weighted basis, contributing to a broader 5.8%* rise over the past seven months. The NZD has been a key beneficiary of improving risk sentiment and growing demand for high-yielding assets; with its domestic government bonds offering the best return of the G10 currency group (see Figure 1). However, we believe that recent momentum will not be sustained; making current levels an attractive point to establish short positions to the NZD, particularly against the USD. The NZD/USD currency pair is approaching the peak of its recent trading range and the RBNZ appears set to implement further monetary easing measures at its upcoming meetings; factors which, in the short term, should see the NZD correct lower in coming weeks.

Falling inflation expectations arouses concern
The recent strength of the NZD has surpassed the expectations of the RBNZ by some margin (with the trade weighted exchange rate sitting 4% higher than December projections) and is exacerbating central bank concern that falling inflation could embed itself in expectations. The latest monetary report revealed that inflation expectation metrics monitored by the RBNZ have experienced a “material decline” in recent months (Figure 2); stoking fears that weakness could feed through to wage setting negotiations and trigger a deflationary spiral. At the press conference following the monetary policy announcement, the RBNZ Deputy Governor identified the deterioration in inflation expectations as the “primary motive” behind the decision to cut rates in March. These concerns increase the importance of Q1 inflation numbers due on April 17th, as a poor reading will increase the likelihood of further interest rate cuts at the RBNZ’s upcoming meetings and will place the NZD under pressure.

Top of recent range
A combination of dovish commentary from Janet Yellen and NZD strength has pushed the NZD/USD currency pair to the higher end of its recent trading range. From a technical perspective, since falling through the 0.69 level in June of last year the NZD/USD has struggled to breach this level for a prolonged period and so we see further gains to the upside as limited.

Von Big Data zu Bad Data

von Kommentar von Didier Le Menestrel, Chairman von La Financière de l’Echiquier.

Auf der Liste der Lieblingssätze von Marktteilnehmern stehen mindestens zwei ganz weit oben: Der ewig gleichbleibende Satz „Die Zahlen sind besser als erwartet“ und das negative Pendant „Die Zahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück“. Wer freitags gegen 14.30 Uhr, wenn die amerikanischen Beschäftigungszahlen bekanntgegeben werden, durch einen Handelssaal geht, kommt definitiv an einem der beiden Sätze nicht vorbei – mitunter ausgeschmückt mit einem enttäuschten Fluch oder einem klangvollen „Yes!“. Sobald China etwas früher am Tag einmal andere Zahlen veröffentlicht haben sollte, hat man sicherlich die Gelegenheit, das unvermeidliche „You cannot trust Chinese statistics“ (viele Broker sind Angelsachsen) zu vernehmen.

Wenn schon allgemein Einigkeit darüber besteht, dass chinesische Statistiken nicht vertrauenswürdig sind, stellt sich die Frage, ob wir dann anderen Statistiken tatsächlich vertrauen können. Ist es richtig, den Konjunkturdaten so viel Bedeutung beizumessen und was sollen die Märkte damit anfangen? Knifflige Fragen, die in einer fundierten Studie gestellt werden, die von der UBS (1) veröffentlicht wurde.

Das Problem der Anpassung der Märkte an die Veröffentlichungen ist in erster Linie emotional: Veröffentlichte Daten erzeugen Gefühle bei den Verbrauchern oder den Anlegern und veranlassen sie zur Reaktion. Dieses Gefühl hat UBS in seinem „emotional bereinigten Barometer“ dargestellt. Die Idee dahinter: die „Volatilität der Gefühle“ mit der tatsächlichen Volatilität der zugrunde liegenden Konjunkturdaten zu vergleichen. Eines steht fest: Das emotionale Barometer schlägt so stark aus, dass man es auch „Stressbarometer“ nennen könnte. Seit zwei Jahren erleben wir immer häufigere Überreaktionen der Märkte auf konjunkturelle Anreize. Die letzten Monate, in denen es bei Anleihen, Aktien und Devisen teilweise Rekordausschläge gab, veranschaulichen dies aufs Beste.

Wenn die Märkte auf die Konjunkturdaten überreagieren, dann sicherlich deswegen, weil die Börsianer sie für sehr zuverlässig halten. Tatsächlich könnte man meinen, dass wir angesichts der Datenflut heute über immer sicherere Daten verfügen. Leider sieht die Wirklichkeit nicht so einfach aus.

Nehmen wir etwa die Verbraucherdaten: Während in den 80er Jahren 85 Prozent der im Rahmen von Meinungsumfragen befragten Personen antworteten, sind es heute nur noch etwa 65 Prozent und die Antworten sind häufiger ausweichend. Die Statistiker versuchen, diesen Rückgang zu umgehen, indem sie Daten direkt im Web suchen, aber damit messen sie dem Verbrauch außerhalb des Internets zu wenig Bedeutung bei. Der Weg von den „Big Data“ zu den „Bad Data“ ist nicht mehr weit und es kommt zum offensichtlichen Paradox: Auch wenn die Daten heute viel detaillierter sind, ist die tatsächliche Zuverlässigkeit der Zahlen nicht unbedingt größer geworden.

In diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick über den Ärmelkanal: Die stets pragmatisch agierende Bank of England veröffentlicht mittlerweile zahlreiche Daten in Form von Spannen und verzichtet auf exakte Zahlen. Die Mitteilung, dass das Wachstum in England im Jahr 2015 zwischen 2 und 3 Prozent lag, sieht zwar auf den ersten Blick weniger ehrgeizig aus als die Behauptung, dass es bei 2,5 Prozent lag, ist aber bei näherer Betrachtung zweifellos ehrlicher.

Wenn Anleger die veröffentlichten Statistiken auf der Grundlage dieser Betrachtungen relativieren, dürfte ihnen dies zu mehr Gelassenheit verhelfen. Ebenso die Betrachtung weniger wichtiger aber mitunter durchaus relevanter Statistiken. Ein Beispiel? Heute bereiten 50 Prozent der Menschen in Shanghai ihre Mahlzeiten nicht mehr alleine zu, sondern lassen sie sich liefern. Diese Zahl ist letztendlich aussagekräftiger als ein unsicheres BIP und sie beruhigt – sowohl in Bezug auf den Wandel der chinesischen Wirtschaft in Richtung einer Dienstleistungswirtschaft als auch in Bezug auf die Wachstumsaussichten der zweitgrößten weltweiten Wirtschaft.

(1) „Is sentiment data sentimental nonsense?“ Paul Donovan, Economist, UBS, 24. Februar 2015

Über La Financière de l’Echiquier
La Financière de l’Echiquier wurde 1991 von Didier Le Menestrel und Christian Gueugnier gegründet und zählt zu den marktführenden unabhängigen Fondsgesellschaften in Frankreich. In Paris ansässig, ist die Fondsboutique erfolgreich auf Enterprise-Picking spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen von circa 8 Milliarden Euro. In Deutschland vertreibt die Gesellschaft aktuell sechs Aktienfonds, zwei Mischfonds und einen Wandelanleihefonds. Die erfolgreiche Fondspalette wird privaten und institutionellen Investoren außerdem in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien und Luxemburg angeboten. Das Kapital von La Financière de l’Echiquier wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. 2004 wurde die Stiftung La Financière de l’Echiquier gegründet, die sich in Frankreich für sozial und beruflich benachteiligte Menschen einsetzt. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter http://www.fondation-echiquier.fr und zu La Financière de l’Echiquier unter http://www.lfde.com/de.

Ein weiteres Spektakel: Wahlen auf den Philippinen

von Senior Portfolio Manager, Emerging Market & Asian Debt - Local Currency and Local Bonds bei NN Investment Partners, Singapur.

Rodrigu Duterte: „Und ich sage: Lasst uns jede Woche fünf Verbrecher hängen, um sie aus dem Wege zu räumen!“ 

Derartige Ausbrüche sind wir momentan vor allem von Donald Trump zum Thema „illegale Einwanderer“ und „Terroristen“ gewohnt. Mit seiner einfältigen Weltsicht ist der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner allerdings nicht allein.

Auf der anderen Seite des Pazifiks befinden sich die Philippinen ebenfalls im Wahlkampf: Die Präsidentschaftswahlen sollen hier am 9. Mai 2016 stattfinden. Und auch hier stellen sich einige schillernde Persönlichkeiten zur Wahl, die es in puncto verbaler Entgleisungen durchaus mit den Kandidaten der amerikanischen Vorwahlen aufnehmen können.

Das obige Zitat stammt vom Präsidentschaftskandidaten Rodrigo Duterte, seines Zeichens Bürgermeister von Davao City. Seine kontroversen Ideen zur Kriminalitätsbekämpfung haben ihm den Spitznamen Dirty Harry eingebracht. Wie Trump versteht er es, seine abstrusen Vorstellungen publikumswirksam in Schlagworte zu verdichten. So befürwortet er öffentlich den Einsatz von Todesschwadronen, um mutmaßliche Straftäter ohne viel Federlesens zu exekutieren. Unter anderem hat er die Hinrichtung von 100.000 Kriminellen in Aussicht gestellt, falls er gewählt werden sollte.

Auch Senatorin Grace Poe rechnet sich Chancen aus, in das höchste Amt auf den Philippinen gewählt zu werden. Ihre Popularität ist aber weniger ihr eigener Verdienst, sondern beruht vielmehr darauf, dass sie die Adoptivtochter eines beliebten, mittlerweile verstorbenen Schauspielers ist, der sich einstmals auch um das Präsidentenamt bewarb. Trotz ihrer eher begrenzten Regierungserfahrung ist sie bei der breiten Masse beliebt und daher Spitzenreiterin im Rennen um das Amt. Im Rennen ist auch Vizepräsident Jejomar Binay, der während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Makati unter Korruptionsverdacht stand. Last but not least bewirbt sich auch Innenminister Mar Roxas II um das höchste Amt im Staat. Er gilt als unbescholtener Kandidat und genießt die Unterstützung des amtierenden Präsidenten Aquino. Doch als Angehöriger der Oberklasse mag ihm der Sinn dafür fehlen, was das einfache Volk bewegt.

In jedem Fall wird der neue Präsident vom Amtsinhaber Benigno Aquino III eine gute geführte Regierung übernehmen. Während seiner sechsjährigen Amtszeit ist es Aquino gelungen, das Wirtschaftswachstum mit Zuwachsraten von durchschnittlich sechs Prozent zu steigern, die Korruption zu verringern und die Rechenschaftspflicht der Regierung zu erhöhen. Der Erfolg seiner Politik zeigt sich u. a. daran, dass philippinische Staatsanleihen von allen drei großen Rating-Agenturen als Investment-Grade eingestuft werden. Damit übertreffen die Philippinen jetzt Indonesien, das zuvor ein besseres Rating genoss.

Trotz der Unterschiede bei Parteizugehörigkeit, Erfahrungshintergrund und Herkunft haben alle Kandidaten den Willen bekundet, die Wirtschaftspolitik Aquinos fortzusetzen. Um sich voneinander abzugrenzen, fokussieren ihre Kampagnen auf unterschiedliche Themen, wie beispielsweise ausländische Direktinvestitionen, Armutsbekämpfung oder Kriminalität.

Eine Fortsetzung der Wirtschaftspolitik Aquinos ist daher wahrscheinlich, egal, welcher Kandidat gewinnt. Doch Führungswechsel sind auch immer mit Risiken verbunden. Die Tatsache, dass weder Poe noch Roxas bisher Regierungsverantwortung getragen haben, mag sich als problematisch erweisen. Größere Sorgen bereitet allerdings die negative. 

Wahrnehmung von Anwärtern wie Binay und Duterte. Korruptionsvorwürfe sowie der Ruch von Menschenrechtsverletzungen stellen ihre Qualifikation für das höchste Amt infrage.

Als Anleger, der in philippinische Werte investiert, erwarte ich die Wahlen insofern mit einer gewissen Beklommenheit. Im Vorfeld könnten Lokalanleihen unter Druck geraten, wenn Investoren sich das Für und Wider einer neuen Regierung durch die Köpfe gehen lassen. Im Hinblick auf die Bewertungen, die zurzeit deutlich überzogen sind, könnte das sogar von Vorteil sein. So emittierten die Philippinen erst kürzlich eine 25-jährige auf USD lautende Anleihe mit einer Verzinsung von 3,7 Prozent. Dabei handelte es sich um die bisher niedrigste Verzinsung einer auf den Philippinen angelegten US-Dollar-Anleihe. Doch mit Aussicht auf eine anhaltende Verbesserung der Rahmendaten sollte man derartige Preisanpassungen als günstige Kaufgelegenheiten betrachten.

Upside potential for Cotton

Chinese inventory auction weighs on cotton price

US cotton prices are currently hovering at seven year lows following a -8.7%* fall year to date. The decline comes after an announcement from China’s National Development and Reform Commission detailing plans to offload a portion of the nation’s vast cotton reserves, a move which risks further depressing import demand from the world’s largest consumer. Cotton prices have fallen 73% from a 2011 peak of over USc 200/lb as rapidly declining import demand from China and tough fibre competition from man-made materials (such as polyester) have pressured global prices (see Figure 1). However, at current depressed levels a tactical opportunity may be on the horizon. Chinese cotton auctions, like the one recently announced, have, in the past, fallen short of market expectations. If the upcoming stock sale disappoints then cotton prices could quickly become subject to a short covering rally, especially as speculative short cotton positions currently sit at record highs. In addition, there are some initial signs that the fundamental picture of the global cotton market may be improving, albeit by a small amount.

Market awaits auction details

Last year, a similar cotton auction held by the Chinese authorities failed to muster considerable buying interest as offered prices exceeded market levels, resulting in only 3.4% of the total stock on offer being sold. Details of the upcoming inventory sale remain unknown. Revelation of its size and speed will have considerable bearing on cotton prices in the near term. Should the auction fail to meet market expectations, cotton prices have potential to gain some upward momentum as speculators with short cotton positions are forced to hedge exposure. Similarly, risks lie to the downside if the opposite occurs, however the market will be harder to surprise in this direction as negative implications from the auction have already been somewhat priced in.

While fundamentals for cotton prices remain far from ideal, there are some small signs of improvement. Recent reports from the International Cotton Advisory Committee (ICAC) and the United States Department of Agriculture (USDA) show that global cotton stocks are set to fall by approximately 8% this year, the first decline in five years. The decline in ending stocks looks to be driven by falling production from China as domestic producers reduce output in response to ongoing price weakness.

Shorts near record levels

Net speculative cotton positioning reached a 10 year low this month as short positions rose to an all-time high and speculative long positions retreated to a two year low (see Figure 2). The rapid accumulation of short positions leaves cotton prices vulnerable to a pullback, should an appropriate catalyst emerge. With the upcoming Chinese reserve auction at the forefront of market concerns, it has the most potential to be a cause of such a pullback.

Pfizer-Allergan: Das Scheitern des Deals ist keine Tragödie

Christophe Eggmann, Fondsmanager bei GAM, kommentiert die gescheiterte Allergan-Übernahme durch Pfizer:

Eine Fusion mit Allergan hätte – auch über den direkten Nutzen hinweg – großen Wert für Pfizer gehabt. Der Rückschlag sollte jedoch die Glaubwürdigkeit des Pfizer-Managements nicht beeinträchtigen, da externe Faktoren zum Scheitern des Deals geführt haben. Pfizer-CEO Ian Read hat diverse andere Möglichkeiten, den Shareholder Value zu steigern. So könnte er beispielsweise nach weiteren großen Akquisitionszielen Ausschau halten und dabei erneut GlaxoSmithKline oder AstraZeneca ins Auge fassen. Oder er könnte sich um Biotech-Übernahmen bemühen.

Eine andere Möglichkeit wäre, Pfizer in zwei Einheiten aufzuteilen, wobei sich ein Teil auf Innovation und patentierte Produkte konzentrieren und der andere auf den Kauf von Produkten mit abgelaufenen Patenten sowie Over-the-Counter-Medikamente fokussieren würde. Solch eine Zweiteilung zieht das Management seit langem in Erwägung. Pfizer könnte sich aber auch ausschließlich auf die Entwicklung der eigenen Produkte-Pipeline konzentrieren und zusätzliche Produkte über kleinere, gezielte Akquisitionen zukaufen.

Auch Allergan hat andere attraktive Optionen. Das Unternehmen besitzt eine Palette etablierter, langfristiger Assets und eine attraktive Pipeline von Produkten, die sich in der späten klinischen Entwicklung befinden. Zudem bezahlt Teva Allergan bald 36 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Allergans Generika-Sparte. Kapitalumschichtung und die Fortsetzung des Rückkaufprogramms von Aktien im Umfang von 2,5 Milliarden US-Dollar verleihen dem Unternehmen reichlich Flexibilität, um für die Aktionäre zusätzlichen Wert zu schaffen, unter Umständen sogar mehr Wert, als mit dem Kauf durch Pfizer kreiert worden wäre.

Kurz, das Thema Fusionen und Akquisitionen ist für beide Unternehmen wieder weit oben auf der Agenda, was dem Pharma- und Biotechsektor Auftrieb verleihen dürfte.

Ein gescheiterter Gesellschaftsvertrag verstärkt Volatilität

Ein Anstieg des politischen und des sozialen Risikos stellt die Finanzmärkte im zweiten Quartal 2016 vor die größte Herausforderung. Die auf Multi-Asset-Anlagen spezialisierte Investmentbank Saxo Bank hat ihren Marktausblick für die globalen Märkte sowie wichtige Anlageideen für das zweite Quartal 2016 veröffentlicht.

Die politische Unsicherheit sowie die zunehmend systemkritische Stimmung, die im US-Wahlkampf sowie im Vorfeld des im Juni anstehenden Referendums über einen möglichen Brexit zu beobachten ist, sind zwei gravierende Risiken, mit denen die Finanzmärkte im zweiten Quartal 2016 fertig werden müssen. Noch schwerer wiegen diese Gefahren angesichts der Kräfte, die rund um den Globus auf dem Vormarsch sind und die derzeitige politische Elite ebenso grundsätzlich ablehnen wie den Status quo. In diesem Ausblick erläutern die Strategen der Saxo Bank, wie man ihrer Meinung nach im Hinblick auf die einzelnen Anlageklassen mit diesen Risiken umgehen sollte.

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt der Saxo Bank, erklärt: „Acht Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise verdienen Arbeitnehmer gemessen am BIP derzeit so wenig wie noch nie zuvor, während die Vorsteuergewinne der Unternehmen im Vergleich zum BIP gleichzeitig auf dem höchsten Niveau aller Zeiten liegen. Darüber hinaus sind die Investitionsausgaben momentan ebenso historisch niedrig wie die Produktivität. Diese unheilige Trinität erklärt den jüngsten Aufstieg links- und rechtsextremer Kräfte, deren Auffassungen von denen der politischen Eliten so weit entfernt sind wie nur irgend möglich.“

„Die Wähler scheinen der Meinung zu sein, dass Chaos immer noch besser ist als mehr von demselben ‚Einheitsbrei‘. Wir bezeichnen diesen Paradigmenwechsel als ‚Scheitern des Gesellschaftsvertrags‘.“

Vor diesem Hintergrund sieht der Ausblick der Saxo Bank für die wichtigsten Anlageklassen im zweiten Quartal 2016 wie folgt aus:

Devisenmärkte
Mit Blick auf Q2 erwarten wir, dass das Britische Pfund unser Thema des gescheiterten Gesellschaftsvertrags am deutlichsten zu spüren bekommen wird, da Großbritannien im Eiltempo auf einen potenziellen Brexit zusteuert. Es ist zwar noch völlig unklar, welche praktischen Konsequenzen ein solcher Schritt letztlich haben wird, doch die unmittelbaren Auswirkungen auf die Devisenmärkte werden wahrscheinlich gravierend sein. Dies gilt vor allem für die Volatilität des Pfund-Wechselkurses.

Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass der Markt im Laufe des zweiten Quartals damit beginnen wird, die Möglichkeit eines Wahlsiegs von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen in Betracht zu ziehen und über dessen Folgen für die US-Wirtschaft und insbesondere den US-Dollar nachzudenken. So besteht während des Wahlkampfes die große Gefahr einer US-Dollar-Schwäche, je stärker die Meinungsumfragen einen Wahlsieg Trumps vorhersehen. Dies ist einfach deswegen der Fall, weil Trump schlicht die Definition einer „unbekannten Größe“ verkörpert. Auch in diesem Zusammenhang ist eine ausgeprägte Volatilität also gewissermaßen das Einzige, das garantiert ist.

In Japan könnte der Gesellschaftsvertrag als nächstes unter Beschuss geraten. Zwar wird der Chef der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda, sein Inflationsziel von 2 Prozent mühelos erreichen, aber dabei sprechen wir von einem Minus von 2 Prozent – oder sogar noch mehr.

Anleihen
Der zunehmende Druck auf Europa, einige seiner dringlichsten Probleme zu lösen, könnte die Anleihenmärkte allzu leicht erneut in Mitleidenschaft ziehen. Denn die Ängste vor einem Brexit sowie der Widerstand gegen die Austeritätspolitik in den europäischen Peripheriestaaten könnten an den Märkten für Unruhe sorgen. Mit Blick auf das zweite Quartal bleiben wir auch für Finanzwerte zurückhaltend. Die Gründe dafür sind die sehr niedrigen Renditen, zunehmende (und nach wie vor unklare) Regulierungstendenzen, eine höhere Zahl Not leidender Kredite sowie überholte Geschäftsmodelle.

Rohstoffe
Endlich stabilisieren sich die Rohstoffmärkte Schritt für Schritt wieder, nachdem sie in den letzten Jahren massiv abverkauft worden waren. Dies galt in erster Linie für Gold und Öl. Im ersten Quartal wurde nahezu ununterbrochen in Gold investiert. So machten Hedgefonds aus früheren Rekord-Short-Gewichtungen innerhalb von nur 13 Monaten ihre höchsten Netto-Long-Positionen aller Zeiten. Dieser positive Trend sollte dazu führen, dass der Goldpreis auf 1,310 US-Dollar pro Feinunze klettert. Ein höheres Niveau halten wir jedoch für unwahrscheinlich.

Ein Quartal hat außerdem genügt, damit sich die Stimmung nach den düsteren Tagen Mitte Januar, in denen der Preis für Brent-Rohöl auf ein Zwölf-Jahres-Tief gesunken war, wieder aufgehellt hat. Ebenso wie bereits im ersten Quartal rechnen wir für Brent auch für die kommenden drei Monate mit einem Preiskorridor zwischen 35 und 40 US-Dollar pro Barrel, gehen aber nicht mehr von einem weiteren Preisverfall aus.

Aktien
Der schwankungsintensive Start in das Jahr 2016 hat die globalen Aktienmärkte belastet, so dass einige Sektoren auf Basis unseres neuen Bewertungsmodells für die MSCI World-Sektorenindizes mittlerweile wieder günstig bewertet sind. Deshalb sind zyklische Branchen wie Luxusgüter, Rohstoffe und Finanzen auf Basis ihrer standardisierten Bewertungskennzahlen inzwischen preiswert geworden. Zu Beginn des zweiten Quartals sind wir in diesen Sektoren deshalb übergewichtet.

Makro
Auf volkswirtschaftlicher Ebene bestehen mit Blick auf das Ende des zweiten Quartals einige bedeutende Risiken. Dazu zählen die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) am 15. Juni, das Referendum über einen möglichen Brexit am 23. Juni sowie Neuwahlen in Spanien. Aber selbst wenn wir die für das zweite Quartal erwartete Zinserhöhung des FOMC schadlos überstehen sollten, machen Aktien aus den Industriestaaten im Moment keinen preiswerten Eindruck. Schließlich hat die Kurserholung um etwa 10 Prozent aus dem Februar das Bewertungsniveau dieser Papiere beeinträchtigt.

Wir gehen davon aus, dass die Gewinne in Italien kräftig ansteigen werden, weil sich die Finanzbranche in diesem Land wieder erholt, während dieser Sektor gleichzeitig eine Dividende von rund 3,5 Prozent erwirtschaftet. Im Gegensatz dazu ist Großbritannien nach wie vor überbewertet, weil die vom Immobiliensektor ausgehenden positiven Effekte allmählich nachlassen.

Die vollständige Übersicht der Handelsideen, welche die Analysten der Saxo Bank für die „Essential Trades“ für das zweite Quartal 2016 erstellt haben, finden Sie anbei oder hier: https://www.tradingfloor.com/publications/essential-trades

Anleger bleiben optimistisch

Der deutsche Aktienmarkt hat sich im März stabilisiert – und die Anleger agierten etwas risikobereiter als noch im Monat zuvor. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des UBS Investor Sentiment Index. Der Index misst, wie risikobereit Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX agieren. Im vergangenen Monat lag der durchschnittliche Cap der gewählten Discounter 7,06 Prozent unter dem jeweils aktuellen DAX-Stand – ein knapper Anstieg gegenüber dem Vormonat. Im Februar betrug die Differenz noch 8,37 Prozentpunkte. Demnach waren die Anleger im März etwas optimistischer.

Der UBS Investor Sentiment Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount- Zertifikaten auf den DAX gewählt haben, und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus beziehungsweise Pessimismus der Anleger. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt also die Risikobereitschaft der Anleger wider.

In der ersten Märzhälfte hielt sich der deutsche Leitindex auf einem konstanten Niveau und die Anleger zeigten sich offensiv: Der Cap lag im Schnitt nur zwischen 3,73 und 4,78 Prozent unter der Leitindex-Marke. Erst zum Monatsende wurden die Anleger vorsichtiger: Mit 12,68 Prozent fiel der Cap deutlich unter das DAX-Niveau. Im Mittel der vergangenen zwölf Monate betrug der Abstand zwischen dem deutschen Aktienindex und dem Durchschnittscap 10,07 Prozent.

„Möglicherweise stehen die Anleger dem kurzfristigen Kursanstieg eher skeptisch gegenüber und erwarten in den kommenden Wochen eine weniger positive Entwicklung“, sagt Steffen Kapraun, Zertifikate-Experte bei UBS. „Es wird sich zeigen, ob die Anleger ihre zum Monatsende hin zurückhaltendere Strategie fortführen werden.“

Niedrigzinsen trotzen – Megatrends als Renditequellen nutzen

Gerade in Zeiten rekordtiefer Zinsen und unsicherer Konjunkturaussichten leisten Aktien von Firmen aus Zukunftsbranchen wichtige Renditebeiträge im Portfolio. Davon sind Steffen Merker und Christoph Groß, die Fondsmanager des LBBW Multi Global, überzeugt. Zu den interessantesten Megatrends zählen für sie die Themen Demographie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

„Die Welt steht in vielen Bereichen vor einem grundlegenden Wandel. Für Investoren ergeben sich dadurch lukrative Chancen – indem sie sich auf Firmen fokussieren, die sich dem Wandel nicht entgegenstemmen, sondern selbst davon profitieren“, sagt Steffen Merker. Zusammen mit Christoph Groß setzt er diese Strategie bei dem Fonds LBBW Multi Global erfolgreich um. Ein großes Augenmerk richten die beiden derzeit auf Pharmawerte – sie bilden momentan den größten Branchenschwerpunkt im Fonds. „Ein Grund für die wachsende Bedeutung der Pharmabranche ist der Megatrend der demografischen Dynamik“, erklärt Christoph Groß. „Es ist davon auszugehen, dass die Weltbevölkerung von aktuell rund 7,4 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 auf knapp 10 Milliarden wächst“, so Groß. Im Zuge dessen müsse auch die globale Gesundheitsversorgung verbessert werden. Zudem werde in den Emerging Markets mit der zunehmenden Industrialisierung die Bekämpfung von Zivilisationskrankheiten wichtiger – und wegen der Überalterung der Gesellschaft steige in vielen Ländern der Bedarf an medizinischen Dienstleistungen für ältere Menschen.

Boom bei Investitionen in der Baubranche

Die demographische Entwicklung hat auch Auswirkungen auf einen anderen Sektor: die Baubranche. „Die alternden Gesellschaften des Westens benötigen den Bau neuer seniorengerechter Wohnungen“, erklärt Merker. Hinzu komme der zunehmende Bedarf an preiswertem Wohnraum, weil das Angebot insbesondere in Ballungsräumen knapp ist. Dieser Bedarf sei durch die jüngsten Migrationsbewegungen weiter gestiegen. Nach Zahlen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie und des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe mache die anhaltende Binnenwanderung und die steigende Zahl an Flüchtlingen allein in Deutschland die Fertigstellung von jährlich mehr als 400.000 Wohnungen erforderlich. „Darüber hinaus profitiert die Baubranche vom Niedrigzinsumfeld“, so Merker. Die niedrigen Zinsen bei Krediten hätten die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt angekurbelt und zu einem Boom bei Investitionen in der Baubranche geführt. Der Bausektor bildet derzeit das zweitgrößte Branchengewicht im LBBW Multi Global.

Ressourcenverschwender werden abgestraft

Merker rechnet für die kommenden Jahre auch wegen der steigenden Bedeutung der energetischen Gebäudesanierung mit Unterstützung für den Bausektor. „Denn ein weiterer großer Megatrend rückt immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: der Trend zur Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz“, berichtet Merker. Dazu habe auch der Weltklimavertrag beigetragen, den die internationale Gemeinschaft Ende 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris geschlossen habe. „Das betrifft die Wirtschaft insgesamt. Bei jedem einzelnen Investment schwingt für uns immer auch die Frage mit, ob das Unternehmen den Ressourcenverbrauch möglichst effizient gestaltet – denn dies wirkt sich letztlich nicht nur auf die Produktionskosten, sondern auch auf die Außenwirkung und die Nachfrage der Produkte bei den Endverbrauchern positiv aus. Ressourcenverschwender hingegen werden über kurz oder lang abgestraft“, betont Merker.

Nur wer die digitale Welle antizipiert, kann oben mitschwimmen

Unter Druck geraten auch Unternehmen, die den Megatrend Digitalisierung in ihren Geschäftsmodellen nicht oder zu spät berücksichtigen. „Die Digitalisierung ist der Auslöser für verschiedene Umbrüche. Dazu drei Beispiele: Streaming-Dienste beeinträchtigen das Geschäft herkömmlicher Privatsender. Mobile Payment – etwa mit dem Smartphone – fordert die Banken im klassischen Zahlungsverkehr heraus. Und 3D-Drucker könnten Hersteller kleiner Gebrauchsgegenstände irgendwann überflüssig machen“, erläutert Groß. „Einzelne Branchen wird die digitale Welle hart treffen. Nur wer sich schnell an die neuen Gegebenheiten anpasst, kann auch künftig oben mitschwimmen.“ Für Investoren sei es aber mitunter schwierig zu prognostizieren, welche Entwicklung sich im Digitalisierungsprozess langfristig durchsetze. Interessant könnten deshalb laut Groß Unternehmen sein, die selbst vom Megatrend Digitalisierung profitieren, zum Beispiel Softwareentwickler wie SAP. Diese Beispiele belegten übrigens, dass wesentliche Impulse für neue Trends oft aus Deutschland stammten. „Häufig fehlt nur der Mut bei der Transformation der Ingenieurleistung zum fertigen Produkt – auch bei der Bereitstellung von Risikokapital“, so Groß.

 

Am US-Aktienmarkt leisten immer weniger Aktien positive Beiträge zur Gesamtentwicklung

von Angel Agudo, Fondsmanager des Fidelity America Fund:

„Unter den gegenwärtigen Marktbedingungen ist es schwer, am US-Aktienmarkt eine klare Richtung der Kurse zu erkennen. Betrachtet man jedoch rückblickend einen längeren Zeitraum, sind zwei bemerkenswerte Entwicklungen zu erkennen, die ich in meinen Anlageentscheidungen berücksichtige.

Erstens war in Anbetracht der immer kleineren Zahl von Aktien, die positive Beiträge zur Entwicklung des Gesamtmarkts leisten, ein deutlicher Rückgang der Marktbreite zu verzeichnen. Dies erkennt man besonders gut daran, dass Facebook, Amazon, Netflix und Google im Jahr 2015 für über 50 Prozent der Wertentwicklung des S&P 500 Index verantwortlich waren. Entsprechend sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse dieser gefragten Titel im Laufe des Jahres erheblich gestiegen. Man sollte aber auch bedenken, dass ihnen jede potenzielle Herabstufung oder ein Stimmungswandel beträchtliche Kursverluste bescheren könnten. Ich versuche, mich nicht so zu verhalten wie die Masse der Anleger, und meide in der Regel Titel mit kurzfristigem positiven Momentum. Eine fundierte Auswahl der Einzeltitel wird in diesem Umfeld wichtiger.

Zweitens hatte die anhaltende Stärke des US-Dollars einen negativen Effekt auf die in Dollar umgerechneten Gewinne von US-Unternehmen mit erheblichen Auslandsaktivitäten. Dadurch schnitten die Aktien dieser Firmen wesentlich schlechter ab als Aktien von Unternehmen mit eher binnenwirtschaftlicher Prägung. Die Bewertungsabschläge bei Unternehmen, die einen Großteil ihrer Erlöse im Ausland erzielen, erscheinen mir mittlerweile zum Teil übertrieben. Ich habe daher die Gewichtung dieser Titel in den vergangenen Monaten erhöht.

Mattel, Mosaic und Pharmawerte sind aktuell interessant

Seit Herbst 2015 habe ich die Übergewichtung des Gesundheitssektors durch Gewinnmitnahmen bei Eli Lilly, Mallinckrodt und Anthem verringert. Umgekehrt habe ich allerdings kürzlich die Marktschwäche genutzt, um meine Positionen im Krankenversicherer Cigna und dem Pharmaunternehmen Jazz aufzustocken.

Auch mein Engagement bei Mosaic habe ich ausgebaut. Mosaic ist der weltgrößte Hersteller von Phosphatkonzentrat und Pottasche – wichtigen Bestandteilen vieler Arten von Düngemitteln. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Wert der Mosaic-Aktie halbiert. Gründe dafür sind ein Überangebot am Markt, die schwache Nachfrage in den Schwellenländern und der starke US-Dollar. Ich habe bewusst zugegriffen, weil mir die Relation von Kurs- und Verlustpotenzial besonders vorteilhaft erscheint. Die wichtigsten Geschäftsdaten des Unternehmens sind dank seiner führenden Stellung in der Branche, des hohen Cashflows und der soliden Bilanz nach wie vor positiv. Das alles verleiht Mosaic eine sehr starke Ausgangsposition im Fall einer Erholung der Düngemittelnachfrage, mit der früher oder später sicher zu rechnen ist.

Eine weitere interessante Aktie ist der Spielzeughersteller Mattel. Zu ihm gehören Marken wie Barbie, Hot Wheels und Fisher-Price. Nachdem das Unternehmen Lizenzrechte an der Disney-Marke Eiskönigin an einen Konkurrenten verloren hatte, war die Aktie deutlich hinter den Markt zurückgefallen. Auch Währungsentwicklungen setzten den Titel unter Druck. Mein dennoch positiver Eindruck von Mattel beruht auf dem Turnaround-Plan, mit dem ein neues Führungsteam eine Stabilisierung der Umsätze der Kernmarken anstrebt. Kürzlich ist die Mattel-Aktie gestiegen, nachdem die Quartalszahlen besser ausfielen als erwartet. Aus meiner Sicht hat der Titel noch beträchtliches Potenzial. Zum einen rechne ich mit einer Steigerung der Auslandsumsätze, zum anderen dürften die zurzeit ausgesprochen niedrigen Margen Spielraum nach oben haben.

Umgekehrt halte ich an meiner Untergewichtung des Finanzsektors fest – trotz der relativ niedrigen Bewertungen. Gründe dafür sind die erhöhten kurzfristigen Risiken sowie Anzeichen dafür, dass sich der laufende Kreditzyklus schon in einem fortgeschrittenen Stadium befinden könnte.“

Gold pendelt zwischen vorsichtiger Haltung der Fed und positivem Arbeitsmarktbericht

Positive Mittelzuflüsse in Gold-ETPs halten nach vorsichtigen Kommentaren von Fed Präsidentin Yellen weiter an und verhalfen Gold zu einem Anstieg von 16,1 Prozent, dem höchsten Quartalsanstieg in 30 Jahren. Positive NFPs könnten eine kurzfristige Trendwende bringen. Rückläufige US-Rohölproduktion sorgt wieder für Mittelzuflüsse in Rohöl-ETPs. Der Produktionsrückgang im weltgrößten Kupferbergbau stimuliert Mittelzuflüsse in Kupfer-ETPs. Trockene Wetterbedingungen beflügeln Mittelzuflüsse in Kaffee-ETPs auf ein 9 Monatshoch.

Vorsichtige Kommentare von Fed Präsidentin Yellen verhelfen zu Mittelzuflüssen in Gold-ETPs. Der Goldpreis erfuhr einen Hauch frische Luft nach einer vorsichtigeren Politik von Fed Präsidentin Yellen. Die Mittelzuflüsse in Gold-ETPs (A0N62G) beliefen sich auf 96,7 Mio. USD, die Höchsten seit 3 Wochen. Zudem scheint die Fed Präsidentin unsicher bezüglich der Beständigkeit des jüngsten Inflationsanstiegs, bei dem man sich näher an die Komfortzone in den USA bewegte. „Wir gehen allerdings davon aus, dass die positiven NFP-Daten die wirtschaftliche Belastbarkeit der USA unterstreicht und die Federal Reserve dazu veranlassen könnte die Zinsen schneller zu erhöhen als geplant“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. Silber-ETPs (A0N62F) folgten den Mittelzuflüssen in Gold (A0LP78) und verzeichneten die 6. Woche in Folge Zuflüsse.

Energie-ETPs verbuchen  neue Mittelzuflüsse, angeführt von WTI Rohöl ETPs. Nach vier aufeinanderfolgenden Wochen Mittelabflüsse verbuchten WTI Rohöl ETPs (A0KRJX) Mittelzuflüsse in Höhe von 19,9 Mio. USD. Die Mittelzuflüsse reflektieren eine für den vierten Monat in Folge rückläufige US-Rohölproduktion. „Wir erwarten, dass der Rückgang sich weiter fortsetzt, denn bereits 30 Prozent der aktiven Bohrtürme sind in den vergangenen 14 Wochen stillgelegt worden“, so Hein. Im Gegensatz dazu stieg die OPEC Ölproduktion, aufgrund einer steigenden Produktion in Iran und Irak, im März um 100.000 Barrel pro Tag. Die von Saudi Arabien vorgelegte Bedingung, den eigenen Output nur einzufrieren, wenn der Iran und andere große Produzenten diesem Beispiel folgen, lässt an der Fähigkeit dieser Nationen, während ihrem nächsten Treffen in Doha am 17. April zu einer Einigung zu gelangen, zweifeln. Während wir von einem anhaltend volatilen Ölpreis ausgehen, der von Verhandlungen über eine Deckelung der OPEC Ölproduktion getrieben wird, könnte die rückläufige US-Ölproduktion unterstützend wirken und starke Preisrückgänge abfedern.

Kupfer-ETPs (A0KRJU) verbuchen 10,2 Mio. USD an Mittelzuflüssen nach rückläufiger Produktion in Chile. Nach Angaben aus Chile (der größte Kupferproduzent der Welt) berichtet das Nationale Institut für Statistik (INE), dass im Februar ca. 450.000 Tonnen Kupfer produziert wurden, was ein Rückgang von 7 Prozent in den ersten beiden Monaten des Jahres ist.

Kaffee-ETPs verzeichnen 5,7 Mio. USD an Mittelzuflüssen aufgrund von trockenen Wetterbedingungen. Ein Defizit in der Kaffeeernte wird immer wahrscheinlicher aufgrund der trockenen Bedingungen in Vietnam, Kolumbien und Teilen von Brasilien. Die Mittelzuflüsse in Kaffee-ETPs (A0KRJT) stiegen auf den höchsten Stand seit Juli 2015. Interessanterweise  bietet die jüngste Aufwertung der Währung von Kaffeeproduzenten gegenüber dem US-Dollar eine gewisse Erleichterung auf den Preisdruck am internationalen Markt.

Ölpreis in der Bodenbildung

„Das erste Quartal 2016 war zum Leidwesen der meisten Trader und Investoren von Volatilität und Unsicherheit geprägt. Im Januar zogen die Ölpreise die globalen Aktien- und Kreditmärkte mit in den Abgrund“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Dies habe dazu geführt, dass aus vier erwarteten Zinserhöhungsschritten der US-Notenbank, dieses Jahr wahrscheinlich nur einer stattfinden wird. Im weiteren Verlauf des Quartals sei es allerdings ebenso Öl mit einer Rallye von 40 Prozent gewesen, das mit Unterstützung des Federal Open Market Committees für eine Erholung der Märkte verantwortlich war. Der Großteil dieses Aufwärtstrends gehe allerdings auf Shortpositionen zurück. „Trotz einer positiven Preisentwicklung sind die Fundamentaldaten nicht stark genug, um eine nachhaltige Erholung zu stützen. Aus diesem Grund ist für das zweite Quartal mit einigen Seitwärtsbewegungen zu rechnen“, sagt Hansen.

Gold verzeichnete sein bestes Quartalsergebnis seit 30 Jahren. „Insofern wäre es für Gold sinnvoll, im neuen Quartal nach einer Bestandsaufnahme zu konsolidieren. Möglicherweise wird sich der Goldpreis einer unteren Schwelle nähern, aber wir gehen nicht davon aus, dass der wichtige Unterstützungsbereich zwischen 1.165 USD und 1.195 USD pro Feinunze durchbrochen wird“, sagt Hansen. Der Hauptunterschied zu vorherigen Erholungsversuchen - abgesehen von der zunehmenden Dollarschwäche – bestehe in der steigenden Anzahl von Staats- und Unternehmensanleihen mit einer Rendite von unter null Prozent. Diese Entwicklung, die von der Einführung negativer Zentralbankzinsen gefördert werde, würde noch eine ganze Weile Bestand haben. „Dies treibt viele kleine und große Investoren in alternative Investments - und eine davon ist Gold“, sagt Hansen.

„Nach einem Zwölf-Jahres-Tief im Januar konnte Öl eine starke Erholung verzeichnen. Grund war eine Kombination aus mündlichen Interventionen von unter Druck geratenen Ölproduzenten und Anzeichen, dass die USA ihre Förderung wieder drosseln werden“, sagt Hansen. Unterdessen blieben die globalen Ölreserven auf einem historischen Höchststand. In den USA sei ein solcher Lagerbestand zuletzt während der „Großen Depression" vor 80 Jahren zu beobachten gewesen. „Die Überversorgung bleibt für alle Investoren eine Herausforderung, die langfristig von der Preiserholung in den kommenden Jahren profitieren wollen“, sagt Hansen. „Die Ölpreise werden sich wieder erholen, aber der Weg dorthin bleibt steinig. Zu Beginn des zweiten Quartals halten wir fest, dass eine Bodenbildung bei Öl erreicht wurde. Eine Erholung könnte aber noch Monate entfernt sein“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Indien glaenzt mit besten Aussichten, Indonesien bleibt verhalten

von Prashant Khemka, Manager des GS Growth & Emerging Markets Broad Equity Portfolios bei Goldman Sachs Asset Management.

Die Entwicklung der meisten Schwellenländer hängt aktuell von den folgenden drei Faktoren ab: Erstens der langsame und wenig beständige Transformationsprozess Chinas, zweitens die Frage, wer tatsächlich von den niedrigen Öl- und Rohstoffpreisen profitiert, und drittens die Verbraucherausgaben in den Schwellenländern – jetzt und in den nächsten zehn Jahren. Trotz etlicher makroökonomischer Schwierigkeiten bieten Aktien aus Schwellenländern weiter großartige Gelegenheiten zur Alpha-Generierung und Portfoliodiversifikation. Dabei liegt unser Fokus auf Unternehmen, die wir als langfristige Marktanteilsgewinner sehen, sowie auf kleineren Titeln, die sehr stark von positiven Trends profitieren. In der vorliegenden Serie über Emerging Markets Aktien werden wir verschiedene Schwellenländer vorstellen und auf die jeweils besonderen regionalen Treiber eingehen. Den Auftakt bildeten letzte Woche China und Südkorea. Heute werfen wir einen detaillierteren Blick auf Indien und Indonesien, bevor wir uns kommende Woche mit Brasilien, Mexiko, der Türkei und Südafrika befassen werden. 

Indien – Bester Makroausblick der Schwellenländer

Indien hat China 2015 als wachstumsstärkste Volkswirtschaft überholt und ist auf einem guten Weg, diese Position 2016 beizubehalten. Das Land profitiert weiter von den positiven Effekten der niedrigen Öl- und Rohstoffpreise, die maßgeblich dazu beitragen, die Inflation und das Leistungsbilanzdefizit zu reduzieren. So ist Indiens jährliche Gesamtinflationsrate, die im November 2013 mit 12,2 Prozent zu den höchsten weltweit gehörte, im Januar 2016 auf überschaubare 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken (1).

Neben dem günstigen Konjunkturumfeld werden in Indien derzeit viele wichtige Wirtschaftsreformen und -initiativen umgesetzt und angestoßen – auch wenn das Tempo die hohen Erwartungen vielleicht nicht ganz erfüllt. Im Gegensatz zur häufig im Stillstand verharrenden Vorgängerregierung rechnen wir aber unter der Regierung von Premierminister Modi mit weiteren Fortschritten. Zudem werden Entscheidungsbefugnisse zunehmend an die einzelnen Bundesstaaten delegiert, wodurch sich einige Reformen beschleunigen lassen und gleichzeitig ein gesunder Wettbewerb zwischen den Regionen gefördert wird. Nach wie vor bemüht sich die Regierung vor allem darum, das Geschäftsklima weiter zu verbessern, das Steuersystem zu vereinfachen und verschiedene Subventionen zu reformieren oder gar abzuschaffen. Am 29. Februar wurde das Budget für das nächste Fiskaljahr präsentiert. Damit bestätigt Modi die Einhaltung des haushaltspolitischen Konsolidierungskurses, die anhaltende Fokussierung auf Infrastrukturinvestitionen und die wirtschaftliche Belebung der ländlichen Regionen.

Neben den vielversprechenden makroökonomischen Gegebenheiten und Reformen verfügt Indien noch über weitere Wachstumstreiber. So ist ein massiver Infrastrukturausbau bereits im Gange und gerade dabei, eine entscheidende Dynamik zu erreichen. Umfangreiche Pläne zum Ausbau der Eisenbahn, ein spezielles Schienennetz für den Güterverkehr, Straßen und ganze Smart-Citys werden nicht nur der zunehmenden Urbanisierung in Indien Rechnung tragen, sondern auch zur Erreichung der Ziele der „Make in India“-Kampagne benötigt. Diese will das Wachstum des indischen Fertigungssektors und die Beschäftigung fördern. Indien kann allerdings auch einen florierenden, unternehmerischen Dienstleistungssektor vorweisen. Dessen besondere Stärken liegen in den expandierenden Bereichen Technologie und Gesundheit.

All diese Makrofaktoren und Wachstumstreiber zeigen sich im indischen BIP-Wachstum und der Outperformance, die der indische Aktienmarkt im letzten Jahr gegenüber den anderen Schwellenländern erzielte. Demgegenüber hat das Umsatz- und Gewinnwachstum die Erwartungen etwas enttäuscht. Einer der Hauptgründe dafür ist der deflationäre Effekt, den die niedrigen Öl- und Rohstoffnotierungen auf das nominale Wachstum ausüben. Wir sind jedoch nach wie vor überzeugt, dass die Rohstoffpreisschwäche für das Land letztlich einen Nettonutzen hat. Außerdem sollte das anziehende Wachstum den indischen Unternehmen mit Binnenfokus einen zusätzlichen Gewinnhebel bieten.

Die Aktienbewertungen spiegeln gewissermaßen die relativ rosigen Aussichten für Indien wider, verharren im langfristigen Durchschnitt. Uns erscheinen sie weiterhin angemessen, zumal die Aussicht auf einen mehrjährigen Gewinnwachstumszyklus besteht.

Indonesien – Infrastrukturinvestitionen als Hoffnungsschimmer

Der indonesische Aktienmarkt blieb 2015 nach einer starken Vorjahres-Performance hinter dem Durchschnitt der Schwellenmärkte zurück. Als Großexporteur von Kohle und Palmöl wurde Indonesien hart vom Verfall der Rohstoffpreise getroffen. Der kurzfristige Konjunkturausblick bleibt daher etwas gedämpft. Die große und weiter steigende Bevölkerung des Landes sehen wir als Zugpferd für ein kräftiges Konsumwachstum, das Makroumfeld sorgt allerdings diesbezüglich erst einmal weiterhin für schwache Aussichten.

Seitens des Staates wird jedoch massiv investiert und die neue Regierung scheint das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen, da sie einige ihrer Versprechen einlöst. Die Bereitschaft für weitere Reformen ist groß, wie etwa die Deregulierung und Liberalisierung zahlreicher Branchen. Überdies könnte die Bank of Indonesia angesichts einer relativ niedrigen und stabilen Inflation die Zinsen weiter senken. Die Kapitalkosten für weitere Infrastrukturinvestitionen könnten reduziert werden und so als potenzieller Wachstumstreiber fungieren.

In einigen Teilen des indonesischen Bankensystems wirken sich die niedrigen Rohstoffpreise negativ auf die Qualität der Vermögenswerte aus. Dies gilt insbesondere für die Institute in Staatsbesitz. Investitionsgelegenheiten lassen sich indes bei den qualitativ höherwertigen Privatbanken finden, die in der Regel bessere Eigenkapitalquoten und Deckungsverhältnisse aufweisen und dabei insbesondere von Provisionsgeschäften und Führungsteams profitieren.

Quelle:
(1) Basierend auf HVPI, Datastream.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 31. Dezember 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,083 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

BMO Global Asset Management sieht Anlagechancen bei Unternehmensanleihen

Die Stimmung an den globalen Finanzmärkten ist infolge einer Reihe von negativen Entwicklungen zu Anfang des Jahres momentan schlechter als es die Fundamentaldaten erwarten lassen. Die Investoren übersehen dabei offensichtlich positive Faktoren wie zum Beispiel den robusten Konsum und den Arbeitsmarkt in den USA. Gerade bei US-Unternehmensanleihen ergeben sich daher zurzeit interessante Einstiegsmöglichkeiten. Zu dieser Einschätzung kommt Janelle Woodward, President und Portfoliomanagerin bei der Institutional Fixed Income Boutique Taplin Canida & Habacht (TCH) unter dem Dach des kanadischen Investmentunternehmens BMO Global Asset Management.

Renditeaufschläge bei Unternehmensanleihen sind derzeit besonders hoch
„An den weltweiten Aktienmärkten sind die Kurse zu Jahresbeginn ebenso schnell gesunken wie die Investoren an Risikoappetit verloren haben“, sagt Woodward im aktuellen Marktausblick von TCH. „Vor allem aber haben die Kreditmärkte in einer Art und Weise negativ reagiert, die nicht mehr als vernünftig bezeichnet werden kann.“ Woodward zufolge haben sich dabei vor allem die Renditeaufschläge (Spreads) von Unternehmensanleihen stark ausgeweitet. „Die Bewertungen sind teilweise extrem geworden. Dabei sprechen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA eigentlich für ein recht passables Umfeld für Unternehmen“, so die Expertin.

Nach Daten von TCH erreichten die risikoadjustierten Spreads von US-Unternehmensanleihen im Februar 210 Basispunkte. Damit lagen sie nahe ihres 30-Jahres-Hoch von 247 Basispunkten im Oktober 2002, wenn man die beiden Krisenjahre 2008 und 2009 ausgeklammert. „Erfahrungsgemäß fällt die Erholung dann ebenso sprunghaft aus wie die vorhergegangenen Einbrüche. Dies spricht unter Berücksichtigung der Transaktionskosten dagegen, aus dem OTC-Anleihemarkt kurzfristig aus- und später wieder einzusteigen“, erklärt Woodward. Ein Blick zurück zeige zudem, dass es mit einer entsprechend beweglichen Strategie kaum möglich sei, das Risiko im Portfolio nachhaltig zu senken. „Das Krisenjahr 2008 war zum Beispiel für US-Unternehmensanleihen das schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Nimmt man jedoch die beiden Jahre 2008 und 2009 zusammen, lag der Mehrertrag bei 300 Basispunkten.“ Die TCH-Experten gehen außerdem davon aus, dass sich die negativen Erwartungen, die sich in den hohen Spreads manifestieren, nicht bewahrheiten werden.

Banken besser aufgestellt als vor der Finanzkrise von 2008
Dies gilt in besonderem Maße für die Banken, die in der jüngsten Abwärtsbewegung besonders stark an Wert verloren haben. „Es gibt handfeste Gründe, warum der Finanzsektor anders als 2008 kein Krisenbeschleuniger ist“, erläutert Woodward. Dazu zählt zum einen die bessere Kapitalausstattung der Institute. So lag laut Woodward die Eigenkapitalquote der Citigroup im vergangenen Jahr bei 10,5 Prozent, während sie 2007 nur 2,7 Prozent betrug. Die neuen Eigenkapitalregeln gemäß Basel III sorgten dafür, dass vor allem europäische Banken ihre Kreditausleihungen stärker als bisher mit Eigenmitteln unterlegten. Hinzu komme, dass die Banken durch die Aufsichtsbehörden seit der Finanzkrise erheblich strenger reguliert würden. In Folge dieser Entwicklung seien auch die Liquiditätsstandards für die Institute angehoben worden. Nicht zuletzt finanzierten sich die Banken heute auch viel stärker über Einlagen als noch vor ein paar Jahren. „Das verbesserte Kredit-/Einlagenverhältnis bedeutet, dass die US-Banken eine geringeres Finanzierungsrisiko haben als vor der Finanzkrise“, so Woodward.

Den Investoren raten die TCH-Experten im derzeitig volatilen Umfeld, Geduld zu beweisen und den Blick auf die langfristige Perspektive zu richten. „Bislang waren einzelne Segmente und Titel im Investment-Grade-Bereich günstig bewertet, sodass sich dort Einstiegsmöglichkeiten für Anleger geboten haben. Mittlerweile sind die Bewertungen am gesamten Markt für Unternehmensanleihen günstiger. Dadurch können Anleger in diesem Bereich attraktive Erträge erzielen. Zudem glauben wir, dass die Möglichkeit besteht, von den Investments zu profitieren, wenn die Bewertungen wieder zu einem vernünftigem Niveau zurückkehren und sich die Spreads dem anpassen.“

Yen overbought on global growth concerns

The Yen has been the beneficiary of elevated concerns over global growth and plunging commodity prices. There is an increasing chance of a near term correction as USD/JPY and EUR/JPY currency pairs decouple from rising yield differentials. Accommodative central bank measures and negative Japanese yields should help the JPY realign with fundamentals.

Safe haven inflows support Yen
In 2016 uncertainty has characterised financial markets as concerns over emerging market (EM) growth and slumping commodity prices have dominated headlines. The JPY has received considerable support from safe haven buying, appreciating 4.6%* on a trade weighted basis year to date, as investors seek currencies backed by the safety of a positive current account balance. We believe that these moves have left the JPY overvalued compared to its development market peers, specifically the EUR and the USD, as yield differentials continue to widen from falling Japanese rates. In coming months, we expect stabilising market sentiment, accommodative monetary policy and outward investment flows to help the JPY correct lower to more fundamentally justified levels.

Japanese rates plunge
Following the surprise decision by the Bank of Japan (BoJ) to implement negative interest rates in January, short term Japanese yields have plunged. This has caused yield differentials between Japan, Europe and the US to swell, yet the JPY has remained relatively resilient, decoupling from levels that yield differentials would imply. Like the BoJ, central banks appear to be paying increasing levels of attention to global risks and look more likely to remain accommodative in the near term, fostering a more favourable environment for risky assets. However, the JPY has not yet reflected this shift. In the coming month, the JPY will likely come under pressure as investor sentiment continues to improve, which should help the USD/JPY and the EUR/JPY realign with yield differentials.

The Japanese Government Bond (JGB) yield curve is currently only positive for maturities exceeding ten years, making it less attractive for investors to hold assets domestically. As more investors look abroad for yield the JPY is likely to experience increasing levels of selling pressure.

BoJ to cut further
Despite the BoJ already delivering considerable monetary stimulus, the Japanese economy remains weak. Latest growth numbers showed that the economy shrunk in Q4 2015 and the BoJ has expressed concerns over the slowdown of exports and production due to weak EM demand. We believe that in order for the BoJ to meet its pledge to return inflation to 2% by H1 2017 from 0% currently, it will likely deliver more stimulus measures at its upcoming meeting. Prospects of further easing should help the JPY to partially retrace year to date gains.

Großbritannien steht am europäischen Scheideweg

von Christophe Bernard, Vontobel-Chefstratege.

Weiterhin Teil des europäischen Projekts oder auf dem Weg in die «Splendid Isolation»? Die Briten stimmen am 23. Juni darüber ab, ob das Land in der Europäischen Union verbleibt oder es die Brücken zu «Brüssel» abbricht. Aktuellen Umfragen zufolge befinden sich die EU-Befürworter mit 45 Prozent knapp in der Mehrheit. Auf die Gegner entfallen gegenwärtig 40 Prozent und auf die Unentschlossenen 15 Prozent. Ohne voreilige Schlüsse ziehen zu wollen, beleuchten wir im Folgenden die Konsequenzen eines möglichen britischen Austritts aus der Europäischen Union.

Was wären die Konsequenzen eines Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU), eines gemeinhin als «Brexit» bezeichneten Szenarios? Da 45 Prozent der britischen Exporte in die EU gehen, würde ein solcher Schritt für «London» zu erhöhter Regulierungs- und Rechtsunsicherheit führen. Dies würde das Wirtschaftswachstum belasten und die Unternehmen dazu bewegen, ihre Investitionen aufzuschieben. Gleichzeitig dürfte die Verletzlichkeit des Landes infolge des enormen britischen Leistungsbilanzdefizits zunehmen und wahrscheinlich einen weiteren Wertverlust des Pfund Sterling bewirken. Die in der Folge anziehende Teuerung würde die Bank of England (BoE) vor ein heikles geldpolitisches Dilemma stellen. Ein anderer negativer Punkt wäre die absehbare Schwächung Londons als Finanzplatz. Zudem dürften sich die schottischen Wähler, die klar dem Lager der EU-Befürworter angehören, erneut für die Unabhängigkeit ihres Landesteils stark machen. Alles in allem würde ein Sieg der EU-Gegner eine vollständige Umkehrung der britischen Europapolitik seit dem Beitritt des Landes zur Europäischen Union im Jahr 1973 darstellen.

EU würde einen Verfechter des Freihandels verlieren ...
Auf den ersten Blick wäre der Brexit für die Europäische Union verkraftbar, denn nur 14 Prozent der gesamten EU-Exporte1 gehen nach Großbritannien. Ein britischer Abschied von der EU hätte jedoch Auswirkungen, die weit über die Handelsbeziehungen hinausgehen. Großbritannien verstand die EU schon immer als gemeinsamen Markt und Freihandelszone. Für Frankreich und Deutschland standen hingegen zuweilen andere Aspekte im Vordergrund. Die kontinentalen Schwergewichte der EU und Brüssel selbst drängen auf eine immer stärkere Integration in den Bereichen Wirtschaft, Währung und Politik.

... und wäre mit verhängnisvollem Präzedenzfall konfrontiert
Die politischen Auswirkungen eines Austritts von Großbritannien sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Es wäre das erste Ausscheiden eines Mitglieds seit der Gründung der EU im Jahr 1957 und ein verheerender Rückschlag für das europäische Projekt. Falls die Briten die mit einem Brexit einhergehende Ungewissheit gegenüber einer in ihren Augen schlecht funktionierenden Union bevorzugen, könnten andere sich ihnen anschließen. Euroskeptische Länder wie Dänemark haben Brüssel bereits verstimmt und könnten weitere Ausnahmen von europäischen Regeln anstreben. Die Flüchtlingskrise, von der die Europäische Union betroffen ist, verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Dimension. Sie zeigt, dass die Mitgliedsländer in einer äußerst schwierigen Situation nationalen Reflexen nachgeben und die gemeinsamen Prinzipien der politischen Integration untergraben. Ein britisches Ausscheiden und die daraus resultierende Debatte über die eigentlichen Ziele des europäischen Projekts könnten daher einen Wendepunkt markieren. Dieser könnte eine Neuorientierung der EU in einer Phase auslösen, in der europäische Wähler der Union zunehmend kritisch gegenüberstehen. Die britische Volksbefragung im Juni wird auf jeden Fall ein historisches Ereignis mit potenziell weitreichenden Folgen für die Finanzmärkte darstellen.

Riskante Vermögenswerte auf Erholungskurs
Unterdessen haben sich die Märkte für globale Aktien, risikobehaftete Anleihen und Rohstoffe deutlich von ihren Tiefstständen im Februar erholt, weil die Sorgen der Anleger nachgelassen haben. Erstens deuten die jüngsten US- Konjunkturdaten auf eine Stabilisierung in der Industrie hin. Somit zeigt sich, dass die Rezessionsängste unbegründet waren. Zweitens ist der Rohölpreis nicht auf die von einigen Marktbeobachtern erwarteten 20 US-Dollar pro Fass gesunken, was für Rohstoffexporteure gravierende Konsequenzen gehabt hätte. Ganz im Gegenteil, der Rohölpreis und wichtige Rohstoffe wie Eisenerz oder Kupfer haben sich erholt und stützen die Vermögenswerte aus den Schwellenländern. Schliesslich konnte die Europäische Zentralbank die Furcht vor einem systemischen Risiko zerstreuen, indem sie attraktive langfristige Liquiditätsinstrumente für Banken bereitgestellt hat.

Bis vor Kurzem hielten wir trotz erhöhtem Marktstress an unserer «Übergewichtung» von Aktien und risikobehafteten Anleihen fest, weil die Anleger unseres Erachtens übertrieben pessimistisch waren. Nach der deutlichen Erholung gehen die Anleger nun von einem ausgewogeneren Szenario aus. Dies bedeutet jedoch auch, dass nur noch ein begrenztes Aufwärtspotenzial besteht. Aus diesem Grund verringern wir unsere Aktienquote von einer «Übergewichtung» auf neutral. Ferner haben wir unser Engagement in inflationsgeschützten amerikanischen Staatsanleihen (TIPS) weiter aufgestockt, weil wir das Risiko-Rendite-Verhältnis für attraktiv halten.

Die US-Notenbank scheint die Möglichkeit, dass das Inflationsrisiko die Inflationserwartungen übersteigt, herunterzuspielen. Wir halten dieses Risiko jedoch für nicht trivial. Wir haben bei den Rohstoffen zudem Gewinne mitgenommen, weil sich der Rohölpreis seit seinem Tief im Januar um über 50 Prozent verteuert hat. Den Erlös investieren wir in Hartwährungsanleihen von «Emerging Markets». Schließlich haben wir die kurzfristige Schwäche des US-Dollar genutzt, um erneut eine Währungsposition im «Greenback» aufzubauen, denn wir sind der Meinung, dass auf die einjährige Korrektur eine neue Phase der Dollar-Stärke folgen sollte. Insgesamt bleiben unsere Portfolios in riskanten Vermögenswerten «übergewichtet», wenngleich in einem geringeren Umfang als zuvor.

1Die gesamten EU-Exporte schließen die Exporte von einem EU-Land zu einem andern EU-Land aus, außer die EU-Exporte nach Großbritannien.