Effekte der US-Präsidentenwahl sollten bei Anlageentscheidungen nicht überbewertet werden

Die Wahl des nächsten US-Präsidenten im November dieses Jahres rückt immer näher. Der US-amerikanische Aktienmarkt hat in Wahljahren historisch gesehen Steigerungen verzeichnet, doch die Experten von T. Rowe Price warnen Investoren davor, Anlageentscheidungen aufgrund von Erwartungen über den Wahlausgang zu treffen. Vielmehr sollten bei Investments vor allem fundamentale Faktoren berücksichtigt werden: Globale Wachstumstrends, unterschiedliche geldpolitische Maßnahmen, volatile Ölpreise, Unternehmensgewinne und geopolitische Spannungen seien wichtige Parameter.

„Für viele Investoren mag es verlockend sein, Marktentwicklungen hinsichtlich des möglichen Ausgangs der Präsidentschaftswahl vorherzusagen. Aber es gibt keinen wirklich konsistenten Zusammenhang zwischen Parteizugehörigkeit und langfristigem Investmenterfolg“, erklärt Eric Veiel, Head U.S. Equity von T. Rowe Price. „Es ist wirklich schwierig, die Resultate politischer Prozesse einzuschätzen. Noch schwieriger ist es, die Reaktionen des Marktes einzuschätzen – selbst dann, wenn man das Ergebnis richtig prognostiziert hat.“ Tatsächlich liefern Analysen bisheriger Präsidentschaftswahlen kein einheitliches Bild, aus dem sich klare Rückschlüsse für Investments ableiten lassen. 

Volatilität am Finanzmarkt könnte im Laufe des Wahlkampfs steigen

Alan Levenson, US-Chefvolkswirt von T. Rowe Price, weist darauf hin, dass viele Analysten ihre Wachstumsprognosen für die amerikanische Wirtschaft dieses Jahr nicht aufgrund der politischen Entwicklungen abgeändert haben. „Natürlich ist das Wahlergebnis für die Finanzmärkte und die wirtschaftliche Entwicklung aber nicht unwesentlich. Im Laufe des Wahlkampfs könnte die Volatilität am Finanzmarkt steigen. Dies könnte sich auch auf die Wirtschaft auswirken“, so der Experte.

Das gelte insbesondere deshalb, weil führende Kandidaten sich im Wahlkampf für Beschränkungen des freien Handels und eine generell protektionistischere Politik aussprächen, was dem amerikanischen und weltweiten Wirtschaftswachstum ernsthaft schaden könnte. Levenson führt weiter aus: „Aus meiner Sicht profitieren alle Volkswirtschaften von freiem Handel. Denn grundsätzlich sorgt freier Handel dafür, dass sich Volkswirtschaften auf die Bereiche spezialisieren können, in denen sie besonders gut sind, und ihre Ressourcen entsprechend allokieren können. Das führt dazu, dass die breiteste Auswahl von Gütern und Dienstleistungen zu den niedrigsten Preisen angeboten wird.“

Die Schaffung neuer Arbeitsplätze hänge daher vom Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz und benötigtem Kapital in einer Branche ab. Wenn der Handel nicht beschränkt, sondern stärker geöffnet würde und daher mehr komplexe Produkte von hoher Wertschöpfung – zum Beispiel Spezialchemie –  exportiert würden, führte das gleichzeitig zu erhöhten Importen und geringerer Produktion in anderen Bereichen wie beispielsweise der Textilbranche. „Neue Jobs in einem Feld gehen so mit Arbeitsplatzverlusten in einem anderen Feld einher. Daher ist es wichtig, dass Menschen, deren Stelle in einem Wirtschaftszweig abgebaut wurden, die Mobilität und die Ausbildung haben, um in einer anderen, aufstrebenden Branche Fuß zu fassen – ganz im Sinne des freien Handels.“ Doch die Forderungen nach Handelsbeschränkungen würden derzeit immer lauter, da viele Menschen Aussagen Glauben schenkten, die sich gegen freien Handel richteten. Der neue Präsident müsse diese Herausforderung angehen: „Es wird ein hartes Stück Arbeit, den Freihandel wieder in ein positives Licht zu rücken.“

Fed vom Wahlkampf unbeeindruckt

Im Hinblick auf die Geldpolitik rechnet Levenson damit, dass die amerikanische Zentralbank (Fed) ihren Kurs der schrittweisen Zinsnormalisierung weiter fortsetzt und den Zinssatz bis zum Jahresende ein- oder zweimal anhebt. Die Fed treffe ihre Entscheidungen unabhängig davon, dass im November die Präsidentschaftswahl anstehe. „In einem Wahljahr gibt es für eine Zinserhöhung kaum angemessene Zeitpunkte. Im Wahljahr 1988 hat der damalige Fed-Präsident Alan Greenspan, ein Republikaner, kurz vor dem Nominierungs-Parteitag der republikanischen Partei eine Zinserhöhung beschlossen. Das zeigt: Die Fed tut, was sie tun muss.“

Ölsektor droht größere Korrektur

„Rohstoffe kamen in der vergangene Woche kaum von der Stelle. Verluste im Energie- und insbesondere Edelmetallsektor wurden durch Gewinne bei Industriemetallen und Agrarrohstoffen ausgeglichen“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Edelmetalle, darunter auch Platin und Palladium, befänden sich bereits den gesamten Mai über unter Druck. Grund hierfür seien ein stärkerer US-Dollar und neuerliche Spekulationen um steigende US-Leitzinsen, die eine lang überfällige Preiskorrektur und Gewinnmitnahmen auslösten. Der Energiesektor erlebte eine uneinheitliche Woche. „Während der Gaspreis aufgrund eines größer als erwarteten Lagerbestands gesunken ist, konnten die beiden Ölbenchmarken Brent und WTI leichte Gewinne verbuchen und durchbrachen die psychologisch wichtige Marke von 50 USD pro Barrel“, sagt Hansen.

„Edelmetalle wurden in den vergangenen Tagen durch zunehmend hawkische Aussagen des Federal Open Market Committees erschüttert. Dies befeuert die Prognosen bezüglich einer US-Leitzinserhöhung und stärkt zudem den Dollar“, sagt Hansen. Letzteres erschaffe in Kombination mit steigenden Anleihezinsen jedoch ein schwieriges Marktumfeld für Edelmetalle – nicht zuletzt für Gold. Zum ersten Mal seit Beginn der Rallye im Januar dieses Jahres stelle sich die Frage, wie nachhaltig der Aufschwung sei. „Während sich die Erwartungen bezüglich einer Leitzinserhöhung nach oben schrauben und der Dollar sich weiter erholt, wird es Gold schwer haben. Aufgrund des Niedrigwachstums, negativer Staatsanleihenrenditen und potenzieller Inflation betrachten wir den aktuellen Kursrücksetzer aber als gesunde Korrektur innerhalb des bestehenden Aufwärtstrends“, sagt Hansen.

„Der Energiesektor erlebte eine gemischte Woche. Zunächst durchbrachen die beiden Ölsorten Brent und WTI die Marke von 50 USD pro Barrel. Da weitere Kursanstiege jedoch ausblieben, kam es zu Gewinnmitnahmen und technischen Verkäufen“, sagt Hansen. Dieses Kurslevel und zahlreiche Versorgungsstörungen hätten die Rallye in den vergangenen Wochen gestützt und sogar die gewöhnlich starke negative Korrelation zum US-Dollar kompensiert. Davon abgesehen hätten Investoren mittlerweile Longpositionen mit einem Volumen von 650 Millionen Barrel aufgebaut. Damit befände man sich nicht weit entfernt vom Rekordwert aus dem vergangenen Monat. „Der Aufbau dieser spekulativen Longpositionen, zunehmend negative technische Signale, eine sich stabilisierende Zahl von aktiven US-Bohranlagen und saisonbedingt schwächere Gewinnmargen von Raffinerien bergen somit das Risiko einer größeren Preiskorrektur“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links als PDF.

Aktien aus Südeuropa – Zeit zu investieren

Mehr Dynamik in den Volkswirtschaften Südeuropas und vorteilhafte Bewertungen auf Unternehmensebene haben das Vertrauen von Generali Investments in das Erholungspotenzial Südeuropas und in das Anlagekonzept des Fonds GIS European Equity Recovery bestärkt. Der Fonds ist einer der wenigen Aktienfonds die sich dezidiert auf die Region fokussieren.

„Wir glauben, dass Südeuropa ein erhebliches Erholungspotenzial hat“, so François Gobron, Fondsmanager des GIS European Equity Recovery. „Dafür gibt es klare Anzeichen, einschließlich des Wirtschaftswachstums in Spanien und einer schnell steigenden Beschäftigungsquote in Italien. Darüber hinaus sehen wir bei südeuropäischen Unternehmen ein wesentliches Outperformance-Potenzial, da sie noch immer zu niedrigeren Gewinn-Multiplikatoren als ihre europäischen Wettbewerber gehandelt werden. Mit Hilfe unserer bewährten Stockpicking-Kompetenzen wird der Fonds die Vorteile der Neubewertung der südeuropäischen Länder nutzen, sobald das Vertrauen in das makroökonomische Umfeld vollständig wiederhergestellt ist.“

DER FONDS GIS EUROPEAN EQUITY RECOVERY

Der GIS European Equity Recovery investiert hauptsächlich in Aktienwerte von Unternehmen, die an Wertpapierbörsen in südeuropäischen Ländern notiert sind. Spanien, Italien, Portugal und Griechenland stellen 99 Prozent des angelegten Gesamtkapitals dar1. Der Fonds bevorzugt Unternehmen mit starkem operativen Leverage2 und hohem Umstrukturierungspotenzial. Er verfolgt einen reinen Stockpicking-Anlageprozess und wählt Unternehmen auf Grundlage der Qualität ihrer Strategie und ihres Managements aus. Die Unternehmen in der engeren Auswahl werden mit Hilfe eines Discounted-Cash-Flow-Modells bewertet, das mit einem kürzlich eingeführten proprietären und innovativen Monte-Carlo-Modell, ausgelegt auf extrem unsichere Umfelder, kombiniert wird3. Der Fonds investiert in Unternehmen, die mindestens 50 Prozent Kurspotenzial in Bezug auf die Gesamtrendite mit einem Anlagehorizont von 3 bis 5 Jahren bieten, was zu einer geringen jährlichen Turnover-Rate von 25 Prozent führt1.  

„Unternehmen in Südeuropa zeigen im Vergleich zu anderen europäischen Unternehmen immer noch ein höheres Kurspotenzial, da die lokalen Finanzmärkte sich noch nicht vollständig von den Krisen der Jahre 2008 und 2011 erholt haben und die Bewertungen relativ niedrig sind“, fügt François Gobron hinzu. So steht beispielsweise die Kurs-Gewinn-Erwartung des Portfolios für 2017 mit einem Median von 11 einem Median von 15 im Eurostoxx gegenüber. Die Kurs-Buchwert-Erwartung des Fondsportfolios für 2017 mit einem Median von 1,0 steht einem Median von 1,7 des Eurostoxx gegenüber1. „Daher sind wir fest davon überzeugt, dass die Unternehmen, in die wir nach unserer sorgfältigen strategischen Analyse investieren, in Zukunft das Potenzial zur Outperformance vergleichbarer Unternehmen auf operativer Basis haben werden.“

Der Fonds hat seit Auflegung alle ihm zugrunde liegenden Benchmarks übertroffen. Die italienischen Unternehmen des Fonds haben beispielsweise ein Gesamtwachstum von +19,2 Prozent erzielt, während die lokale Benchmark (FTSE MIB30) +7,5 Prozent erzielt hat4. Die relevanten spanischen Unternehmen wiesen eine Performance von +20,3 Prozent auf, gegenüber +5,3 Prozent des IBEX354.


1 Quelle: Daten von Generali Investments Europe S.p.A. Società di Gestione del Risparmio, 26. Mai 2016
2 Eine hohe Festkostenbasis und eine geringe Basis variabler Kosten
3 Die Monte-Carlo-Simulation wird zur Berechnung der DCF-basierten Zielkurse in einem extrem unsicheren Umfeld verwendet. Das DCF-Modell von Generali Investments verwendet zufällige Eingabeparameter innerhalb einer sinnvollen Datenspanne zur Berechnung eines Zielkurses und zur Analyse seiner Sensitivität gegenüber den Haupteingabeparametern.
4 Zeitraum: 2. Dezember 2013 bis 29. April 2016. Anteilsklasse AY. Quelle: Factset, 29. April 2016.

Expanding the myopic analysis of China´s debt profile

von Christopher Chu, Portfoliomanager UBP Asset Management Asia Limited.

Concerns over China’s rising debt profile are justifiable, as would be the case for any country.  So when an "authoritative figure" wrote in the People’s Daily discussing the risks of elevated debt levels and potential asset bubbles, policy makers acquiesce, as perilous worries are already generally well known. With China’s gross debt at 240% to GDP in 1Q16, comparisons between the experience of Japan and the US surface, however, we argue that markets need to first look outside this number.

With a political agenda towards reforming and rebalancing the economy, the faster than expected credit expansion appears to reflect the opposite ambition and questions the party’s commitment. However, metrics of new and domestic economy continues to expand at an encouraging pace. China’s domestic retail sales reflect resilient household demand, maintaining double digit growth for 2016 and year to date growth of 10.3%. New economy data remains robust, as parcel deliveries, a harbinger for e-commerce activity, increased 56.4% to 5.77bn parcel over the first three months of the year. Alibaba’s most recent quarterly earnings reported total revenue growth of 39%, as its retail marketplace business and online platform grew 41%. While credit and debt levels are rising, China’s new economy is expanding at a faster pace, reflecting the reality that old economy is significantly larger relative to new. This, in our view, suggests that China’s commitment to reform pledge remains in place and has not reversed.

Given this backdrop, we are less concerned about imminent implications for the global economy. China’s debt in the public and household level stands at 60% and 20% of GDP respectively, so the concern exists at the corporate level which is 160% of GDP. However, deposits are locally held, and account for about 200% of GDP, which is three to four times larger than in developed countries such as the US and EU. Foreign debt is also relatively small as the capital account has yet to be fully liberalized. This matters in comparison as the previous crisis in the US and Asia was due to capital outflow with a greater proportion held in foreign debt.

This is not intended to undermine the perils of any rapid rise in debt. Instead, a more significant concern entails falling credit efficacy. As bank loans continue to flow into old economy sectors and finance less productive assets, the results will lead to diminishing returns. Currently, it now takes four times the amount of new borrowings to generate additional economic growth when compared to 2008 when China was under leverage. This signals that credit availability exceeds meaningful projects, and that funding is unable to reach investments that China’s household want (education projects, clean environment technology) and instead go to sectors that are less favored (industrials). 

The People’s Bank of China continue to maintain accommodative policies to ensure sufficient liquidity exists, while debt swap program help reduce interest expense, easing the burden for corporates. This provides evidence that China’s reform process remains on tract and debt levels are manageable. At this time, we view the biggest risk is the onus of the currency, where a stronger USD due to increased expectations of interest rate hike by the Federal Reserve or political uncertainty in Europe. A stronger USD would tighten market liquidity, producing a more difficult environment to operate.

Both China’s policy makers and investment community are aware of the hindrance of debt and its diminishing effectiveness. We continue to believe reform measures will remain, including politically challenging ones such supply side programs that target over capacity reduction. Recent data helps confirm over view, including April’s new lending of RMB 555bn and money supply data came in below market expectations, suggesting the central bank will further to reign in credit. This is good news, as China and the global economy, would stand to benefit. 

Brexit - Hedging Risk Ahead of the EU Referendum

Uncertainty associated with the impending EU referendum has sent the Sterling 8% lower in the past six months. Foreign investors are exposed to "Brexit" tail risks through unhedged UK holdings. Currency ETCs simplify the process of managing exchange rate risk. Please find the foreign exchange trade idea from ETF Securities attached on the left including charts and a list of investible products.

Vote imminent

Three months after the date was announced, the EU referendum is finally around the corner. Political campaigning and media coverage of the event is reaching a highpoint as both “Leave” and “Remain” camps make a final attempt to sway the voting public in their favour. Like the 2015 general election and Scottish referendum before that, the uncertainty linked to the outcome of the June 23rd vote is being played out on the global currency market. The Sterling has tumbled 8%* (on a trade weighted basis) in the past six months as an increasing number of economic reports have highlighted the potential downside risks to the UK economy from a “Brexit” scenario. For foreign investors, managing Sterling exposure from UK holdings will be a key consideration in the build up to the vote, as growing tensions and uncertainties continue to ripple through the currency market.

Why currency hedge?

When investing in foreign assets, investors, often unwittingly, acquire currency risk. An asset denominated in a different currency than that of the investor always involves taking a currency position where exchange rate movements form a part of investment returns. Historically, this factor has often been overlooked, but in the current environment of record central bank activism and political uncertainty, it has never been more crucial. Globally, FX market volatility has risen to multi year highs and the trend appears unlikely to relent.

For non-Sterling investors with UK holdings, the referendum poses a significant currency risk. According to the latest analysis by the UK Treasury, the Sterling could be subject to as much as a 12%* fall should the vote result in a “Brexit”. While polls are showing a growing likelihood of a “Remain” outcome, option prices reveal that uneasy investors have purchased record levels of downside protection against the Sterling.

Currency hedging is a strategy of actively offsetting all or a portion of currency risk in an international portfolio. Doing so offers some degree of protection for offshore investments against currency fluctuations in either direction. Hedges can either be implemented indefinitely or tactically depending on the individual investor objectives. In this case, investors have the opportunity to mitigate impending Sterling volatility in order to insulate their holdings from referendum induced fluctuations.

Using FX ETCs

Hedging currency risk has typically involved the use of complex derivatives instruments such as FX forwards, futures or options. But the emergence of currency exchange traded products (ETPs) means this is no longer necessary. Currency ETPs offer transparent exposure to an underlying currency pair within a familiar exchange traded format, opening the door to more comprehensive risk management.

The chart above compares EUR and GBP returns of a FTSE 100 position over the past 18 months. It highlights that a European investor with currency unhedged FTSE 100 exposure would have experienced daily returns that were 26% more volatile than that of an equivalent UK investor, all as a result of oscillations in the EUR/GBP exchange rate. Using an ETC to implement a monthly rebalanced currency hedge (going short GBP long EUR), an investor would have been able to effectively mitigate these fluctuations (see Figure 1).

Considerations

Currency hedging strategies can be diverse in nature and depend on the objectives of an underlying investor. For those that wish to hedge currency exposure in the longer term, a more sophisticated approach needs to be taken. The longer the horizon, more thought needs to be devoted towards minimising transaction costs while maximising the accuracy of the currency hedge. The more frequently a currency hedge is rebalanced the more accurate it will be, but it comes at the price of higher transaction costs.

In the case of the upcoming referendum, more investors are likely to prefer a more tactical, short term strategy, driven by the need to hedge the event risk of a “Brexit”. Leveraged currency ETPs can be useful instruments for this purpose as they require considerably less capital and in the short term will have little need for rebalancing.

Conclusion

As the referendum approaches, investors with UK holdings will need to assess their currency exposure and make a decision of whether to hedge this risk. In the current financial environment, currency movements are becoming more pronounced and events like the EU referendum have potential to prompt considerable volatility in investor portfolios. Currency ETPs are an effective alternative to derivatives, simplifying the process of alleviating exchange rate risk and making the option to hedge “Brexit” tail risks more readily available.

UK-Anleihen bieten gute Investmentchancen – selbst bei einem Brexit

In weniger als einem Monat, am 23. Juni, entscheiden die Briten über die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Fondsmanager Gregoire Mivelaz von GAM ist der Meinung, dass sich die Anlageperspektiven in bestimmten Bereichen selbst bei einem Austritt nicht wesentlich verschlechtern.

„Wir gehen davon aus, dass die Bank of England im Falle eines Brexit die Zinsen umgehend – also noch am 24. Juni – senken wird und zudem eine umfassende geldpolitische Lockerung ankündigt. Teilweise berücksichtigt der britische Rentenmarkt das Risiko eines Brexit bereits zum jetzigen Zeitpunkt, am kurzen Ende der Zinskurve könnten die Kurse allerdings noch steigen. Am langen Ende der Zinskurve investieren vor allem institutionelle Investoren aus dem Vereinigten Königreich. Auch hier könnten die Renditen noch sinken, wenn diese UK-Investoren nach einem Brexit Kapital ins Inland rückführen möchten. Die Unsicherheit bezüglich Staatsanleihen mit einer fünf- bis zehnjährigen Laufzeit würde bestehen bleiben“, erklärt Mivelaz. 

‚Nationale Champions‘ haben eine gute Kreditqualität   

Für britische Unternehmensanleihen ist der Fondsmanager trotz der Unsicherheit optimistischer. „Die Perspektive für Anleihen von britischen Unternehmen mit internationaler Ausrichtung schätzen wir als sehr gut ein, darunter zum Beispiel HSBC, Prudential und Aberdeen. Wir favorisieren nachrangige Darlehen, sogenannte Junior Debt, von nationalen Champions. Denn die nachrangigen Anleihen von Unternehmen mit Investment-Grade-Rating profitieren von der hohen Kreditqualität der Emittenten und Investoren erhalten signifikant höhere Erträge als bei erstrangigen Anleihen“, so Mivelaz. Die Erträge dieser Anleihen könnten drei- bis siebenmal über denen von erstrangigen Papieren liegen, obwohl das Ausfallrisiko bei beiden gleich sei. 

Bankensektor scheint über den Berg zu sein – Banken-Anleihen mit Potenzial

Attraktive Investmentchancen identifiziert Mivelaz insbesondere im Bankensektor. Der anhaltende Druck durch regulatorische Anforderungen würde das gesamte System sicherer und belastbarer machen – das gelte unabhängig vom Ausgang des EU-Referendums. Höhere Kapitalanforderungen, Schuldenabbau und eine Stärkung der Bilanzen über den gesamten Bankensektor hinweg seien auch von Vorteil für Anleiheinvestoren. 

„Gerade in der Bankenbranche findet ein mehrjähriger Prozess statt, der darauf abzielt, die regulatorischen Eigenkapitalvorschriften umzusetzen. Außerdem bemühen sich die Vorstände der Banken redlich, Risikoaktiva abzubauen“, sagt Mivelaz. Darüber hinaus vereinfachten Banken zunehmend ihre Geschäftsmodelle, wodurch sie sich von unvorhersehbaren Trading-Aktivitäten entfernten und an besser planbaren Modellen der Ertragsgenerierung orientierten. 
„Wir sehen immer noch Kosten auf die Banken zukommen, darunter Restrukturierungs- und Gerichtskosten, aber das Gros der Kosten fiel für die meisten Institute vergangenes oder dieses Jahr an. Banken haben wieder das Potenzial, ihre Investoren künftig positiv zu überraschen. Egal, wie das Referendum über die EU-Mitgliedschaft ausfällt“, prognostiziert Mivelaz.

High-Yield-Anleihen: In Europa ist der Rasen grüner

Dem Lebensmotto eines Depressiven folgend, ist für viele Anleger derzeit der Rasen in Nachbars Obstgarten grüner: So sehen aktuell auch im High-Yield-Bereich die Renditen jenseits des großen Teiches auf den ersten Blick deutlich attraktiver aus. Bietet doch der amerikanische High-Yield-Markt (H0A0 Index, im Folgenden USA-HY) eine Rendite von 7,5% während es in Europa nur maue 4,4% (HE00 Index, EUR-HY) sind. Im Obstgarten bleibend, werden hier jedoch Äpfel mit Birnen verglichen. Zunächst einmal muss ein fairer Vergleich auf Basis der Risikoprämien gegenüber dem risikofreien Zins vorgenommen werden, da die Differenz der (vermeintlich) risikofreien Zinssätze durch den Währungskurs ausgeglichen werden sollte. Auch hier hat USA-HY mit einer Risikoprämie von 604 Basispunkten gegenüber 460 Basispunkten für EUR-HY deutlich die Nase vorne. Im historischen Kontext erscheint der Vorsprung von USA-HY ebenfalls attraktiv (siehe Grafik).

Dies ist aber nur die halbe Wahrheit, denn USA-HY setzt sich seit jeher anders zusammen als EUR-HY: Zum einen haben europäische High-Yield-Anleihen im Durchschnitt eine höhere Bonität. Zum anderen macht der Energiesektor in den USA immerhin rund 14% des Index aus. Auch wenn sich der Rohölpreis erholt hat und Energieanleihen in den vergangenen zwei Monaten zweistellige Performance-Zahlen aufwiesen, ist in Anbetracht der Volatilität und des vorangegangenen Kursrutsches zweifelhaft, ob Anleger sich tatsächlich an diesen Sektor heranwagen sollten. Selbst nach der kurzfristigen Rallye liegt der durchschnittliche Anleihenpreis im Energiesektor in den USA mit 78% deutlich im »Distressed«-Bereich und verzerrt somit auch die Kennzahlen des übergeordneten High-Yield-Index. Wir schlagen deshalb einen Rating-adjustierten Vergleich vor, bei dem der Energiesektor ausgeklammert wird. Das Ergebnis spricht mit einer Risikoprämie von 458 Basispunkten gegenüber 408 Basispunkten eindeutig für Europa. Umso mehr, wenn zusätzlich berücksichtigt wird, dass der Vergleich nicht durationsadjustiert ist. Die Duration ist mit 3,4 in Europa nämlich deutlich niedriger als in den USA mit 4,4 – was europäische High-Yield-Anleihen noch einmal in einem besseren Licht dastehen lässt. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt? Ist bei genauerer Betrachtung doch in Europa der Rasen grüner.

High Yield Bonds bieten inmitten hoher Neuemissionen gute Anlageperspektiven

An den globalen Märkten für Hochzinsanleihen kam es zuletzt zu einer Rally. Insbesondere im April entwickelten sich High-Yield-Anleihen positiv. Stephen Marsh, Fixed Income Portfoliospezialist bei T. Rowe Price, erklärt ihren jüngsten Höhenflug und analysiert die Aussichten der Anlageklasse für den Europäischen Markt.

„Unsere Sicht auf High Yield Bonds für den Rest des Jahres 2016 ist generell durchaus positiv. Wir gehen davon aus, dass europäische Hochzinsanleihen Chancen auf gute Gesamterträge bieten, auch wenn es unsichere und volatile Phasen geben wird. In diesen Zeiten ist es besonders wichtig, sehr selektiv vorzugehen und seine Hausaufgaben in Hinsicht auf einzelne Anleihen zu machen, um nicht auf die Falschen zu setzen und Enttäuschungen zu vermeiden“, erklärt Marsh. Das angekündigte Anleihen-Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank gebe den Märkten bereits jetzt Rückenwind. Im Rahmen dieses Programms würden Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating angekauft, wovon auch der gesamte High-Yield-Bereich profitiere. Die Nachfrage nach allen riskanten Anlagen würde dadurch steigen. „Aus der Vergangenheit wissen wir, dass es an den Märkten nach der Ankündigung vergleichbarer Programme häufig zu aggressiven Rallys kam. Wenn die Ankäufe dann tatsächlich – zum Beispiel einige Monate später – begonnen haben, hatten sich die Märkte schon wieder beruhigt. Das könnte auch dieses Mal der Fall sein”, so Marsh.

High Yield Bonds von geringer Qualität performen gut

Diese positive Prognose unterstützt auch die jüngsten Entwicklungen im High-Yield-Universum. Die globalen Märkte für Hochzinsanleihen verzeichneten im April nämlich deutliche Kursgewinne. Der Ertrag am US-amerikanischen High-Yield-Markt habe bei vier Prozent gelegen, in Europa bei zwei Prozent. Die Hauptunterschiede hätten im Bereich Energie-, Metall- und Bergbauindustrie gelegen. „Die Anleihen von geringerer Qualität sind dabei besonders stark gestiegen. Der Energiesektor mit einer Steigerung von 12,6 Prozent war hier der entscheidende Faktor. Am europäischen Markt sind die Hochzinsanleihen mit B- und BB-Ratings nur um zwei Prozent gestiegen, während High Yields im CCC-Bereich um rund drei Prozent zulegten. Anleihen von geringerer Qualität haben also besonders gut performt.“

Neuemissionen verbessern die Liquidität

Auch der Umfang von Neuemissionen habe sich im vergangenen Monat deutlich erhöht und sei sogar der höchste der letzten zwölf Monate gewesen. Viele dieser europäischen Neuemissionen seien allerdings in Dollar erfolgt. So habe beispielsweise der französische Kabelnetzbetreiber Numericable eine Tranche in Höhe von 5,2 Milliarden US-Dollar begeben – das sei das höchste Emissionsvolumen, das es am europäischen Markt für Hochzinsanleihen je gegeben habe. „Es besteht kein Zweifel, dass derartige Geschäfte die Liquidität verbessern. Weil diese Geschäfte aber eher ‚amerikanischer‘ Natur sind und keine richtigen Euro-Deals darstellen, ist die Liquidität nicht so gut, wie wir es uns erhoffen würden. In der Pipeline gibt es aber einige anstehende Neugeschäfte, die vielversprechend sind. Die Neuemissionen Anfang Mai waren sehr gut, daher gehen wir davon aus, dass die Liquidität sich weiter verbessern wird“, prognostiziert der Experte.

Geht es mit Elektrofahrzeugen bergauf?

Der Investitionsumfang in Technologie für Elektrofahrzeuge ist beeindruckend, aber das Rennen um die Produktion von Batterien mit großer Reichweite zu den geringstmöglichen Kosten könnte für Anleger eine holprige Fahrt werden, so Charlie Thomas, Fondsmanager des Jupiter Global Ecology Growth SICAV.

Neu entstehender Markt im Aufwind

Trotz ständiger Verbesserungen bei der Technologie sowie der Auswahl für die Verbraucher, ist der Markt für Elektrofahrzeuge immer noch recht klein. Dieser Markt umfasst vollständig batteriebetriebene Autos und Hybridfahrzeuge und macht weniger als 5 Prozent des gesamten weltweiten Fahrzeugmarktes aus (1). Großzügige Subventionen und Steuervergünstigungen spielen derzeit eine Rolle bei der Unterstützung der Nachfrage, jedoch sind den Akzeptanzraten insgesamt Grenzen gesetzt. Hierzu zählen etwa Faktoren wie die relativ geringen Batterie-Reichweiten für den alltäglichen Bedarf (d.h. Herausforderungen zu Speicherkapazität und Energiedichte der Batterien), ein eingeschränktes Modellangebot und vor allem hohe Kosten im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Letzteres wurde durch den Einbruch der Rohölpreise 2015 noch weiter verschärft.

Doch diese Entwicklungen ändern sich schnell und es gibt handfeste Gründe, im Hinblick auf das künftige Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge optimistisch zu sein. Allein in 2015 wuchs der Markt für reine Elektrofahrzeuge weltweit sprunghaft um 76 Prozent, wobei die meisten Neuwagenverkäufe in China und Europa verzeichnet wurden. Branchenanalysten prognostizieren, dass die Gesamtkosten (Anschaffungs- plus Betriebskosten) von Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 zum ersten Mal unter denen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren liegen werden. Dies könnte tiefgreifende Auswirkungen auf die Dynamik von Angebot und Nachfrage auf diesem Markt haben. Einigen Schätzungen zufolge könnten Elektrofahrzeuge im Jahr 2040 bis zu 50 Prozent der Neuwagenverkäufe ausmachen, wenngleich dem durch anhaltend niedrige Ölpreise Grenzen gesetzt sein könnten (2).

Lithium-Ionen-Batterie: höhere Dichte, geringere Kosten

Eine entscheidende Voraussetzung zum Erreichen dieses Ziels ist die Entwicklung kostengünstigerer Batterien mit höherer Reichweite. Bei den Lithium-Ionen-Batterien, die in Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen eingesetzt werden, kommen im Wesentlichen dieselben chemischen und technologischen Prinzipien zur Anwendung wie bei Batterien für tragbare elektronische Geräte. Dabei ist die Verbesserung dieser Technologie eher ein evolutionärer als ein revolutionärer Prozess. Doch das Verbessern der Kosteneffizienz ist für viele Akteure auf diesem Markt, von denen Tesla Motors der profilierteste ist, zu einem vorrangigen Ziel geworden. Die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen, die von geringeren Kosten und größerer Effizienz der Batterietechnologie ausgehen, sollten nicht unterschätzt werden. Zumal ein Drittel der Kosten eines Elektrofahrzeugs auf die Batterie entfallen (3). Eine bessere Kosteneffizienz könnte auch im weiteren Sinne bedeutende Auswirkungen auf die Energiemärkte haben. Die Nachricht von der Übernahme des französischen Batterieherstellers Saft Groupe durch den Energieriesen Total unterstreicht die zunehmende Erkenntnis, dass Batteriespeicherung das Potenzial besitzt, eine bedeutende Rolle auf den künftigen Märkten für Strom und erneuerbare Energien zu spielen.

Die gute Nachricht ist, dass der Preis pro Kilowattstunde (kWh) einer Lithium-Ionen-Batterie zurzeit rapide fällt. Aus Studien von Bloomberg New Energy Finance geht hervor, dass der durchschnittliche Preis für eine Batterie seit 2010 von USD 1.000/kWh auf heute USD 350/kWh gefallen ist. Bis zum Jahr 2030 wird ein weiterer Rückgang auf rund USD 120/kWh erwartet (4). Eine Analyse von Liberum ist noch optimistischer und rechnet bei der branchenführenden Lithium-Ionen-Batterie bis 2020 mit einer Verbesserung der Energiedichte um 30 Prozent und mit einer Halbierung der Kosten pro kWh (5). Diese Schätzungen basieren auf der Annahme, dass jede Verdopplung der Kapazität zu einer Kostensenkung von ca. 14  Prozent führen wird.

Asiatischer Wettlauf um eine bessere Batterie

Vor diesem Hintergrund fällt es nicht schwer, die Aufregung zu verstehen, die angesichts dieser Disruption unter den in dem Bereich tätigen Unternehmen herrscht. Doch für Anleger ist der Weg weniger klar abgesteckt. Aus unserer Sicht bestehen Parallelen zwischen dem derzeitigen Aktivismus bei der Batterietechnologie und dem, was wir Ende des vergangenen Jahrzehnts in der Solarbranche erlebt haben. Letzteres führte zu erheblichen Überkapazitäten auf dem Solarpanele-Markt und letztendlich zur Vernichtung von Kapital für Anleger, da der Markt sein Gleichgewicht bei niedrigeren Preisen und deutlich geringeren Gewinnen fand.

Eine Asienreise in jüngster Zeit bestätigte diese Einschätzung. Dort wurde deutlich, dass die Technologieentwicklung in diesem Bereich für viele Länder als eine Quelle von Nationalstolz betrachtet wird. China hat beispielsweise seine aufkommende Elektrofahrzeugbranche als einen Sektor von nationaler Bedeutung eingestuft (6) und demzufolge großzügige staatliche Subventionen eingeführt. Diese haben zu einer Verdreifachung des Absatzes von reinen Elektrofahrzeugen im Jahr 2015 geführt.

Diese Art der staatlichen Unterstützung zur Entwicklungsförderung ist grundsätzlich begrüßenswert, könnte aber zu gemischten Ergebnissen führen. Einerseits könnte sie Überkapazitäten nach sich ziehen, andererseits aber zu schnelleren Kostensenkungen beitragen. Das erstgenannte Phänomen könnte Batteriehersteller in einen Preiskrieg treiben, um Marktanteile zu gewinnen und zu halten.

Anlagechancen auf längere Sicht

Während die Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen weiterhin gering ist, sind die Prognosen für die Akzeptanzraten mitunter zu konservativ. Schließlich werden neue Modelle entwickelt und die Vorlieben der Verbraucher ändern sich. Dies lässt sich zum Teil mit einem zunehmenden Bewusstsein für Probleme im Zusammenhang mit Fahrzeugemissionen erklären, die durch den VW-Skandal ins Rampenlicht gerückt sind. Zum weiteren könnten die Aussichten auf eine strengere Politik zur Luftreinhaltung nach COP 21 sowie jene Emissionsbestimmungen, die bereits 2020 in Kraft treten sollen, dabei eine Rolle spielen. Nationale politische Initiativen, wie die in China, dürften die Akzeptanzraten ebenfalls unterstützen. Am wichtigsten ist allerdings, dass das aktuelle Verhaltensmuster hinsichtlich der Nachfrage eher durch eine Assoziation von Elektrofahrzeugen mit hoher Leistung bestimmt wird, als durch „grüne“ Referenzen.

Anlegern sollte der Unterbietungswettkampf bei den Batteriekosten Anlass zur Vorsicht geben. Doch es gibt andere Punkte in der Lieferkette, an denen Investoren an diesem schnell wachsenden Markt teilhaben können. Im Jupiter Global Ecology Growth SICAV Fonds halten wir beispielsweise Infineon Technologies, einen der größten Leistungshalbleiterhersteller der Welt. Das Unternehmen liefert hocheffiziente Halbleiter, sogenannte Bipolartransistoren mit isolierter Gate-Elektrode, an eine Vielzahl bedeutender, weltweiter Hersteller von Elektrofahrzeugen. Dazu zählen u.a. Unternehmen in China, aber auch westliche Hersteller wie Tesla, BMW und Ford. Infineon Technologies hat unserer Meinung nach das Potenzial, vom Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge zu profitieren.

Insgesamt sind wir begeistert von der Revolution, die sich auf dem Elektrofahrzeugmarkt vollzieht. Auch wenn es einige kurzfristige Risiken für Anleger im Bereich der Batterietechnologie geben mag, suchen wir weiter nach überzeugenden langfristigen Chancen, um in diesen vom starken Wachstum gekennzeichneten Bereich zu investieren.

Quelle:
(1) Bloomberg New Energy Finance: Advanced Transport - Research Note, 25. Februar 2016
(2) Bloomberg New Energy Finance: Advanced Transport - Research Note, 25. Februar 2016
(3) Bloomberg New Energy Finance: Advanced Transport - Research Note, 25. Februar 2016
(4) Bloomberg New Energy Finance: Advanced Transport - Research Note, 25. Februar 2016
(5) Liberum, Electric Vehicles: The quiet rEVolution, 11.03.16
(6) Liberum, Electric Vehicles: The quiet rEVolution, 11.03.16

Attractive fundamentals trump fragile risk backdrop

Uncertainty over the US Federal Reserve (Fed) policy, risks of the UK exiting the EU, a China slowdown and a lacklustre earnings season in developed markets have all contributed to greater volatility in asset classes. We continue to expect further weakness in the US dollar in the coming month, primarily due to the temporary weakness in the US economy and market volatility increasing the chances of the Fed not acting in the June FOMC meeting which occurs 8 days before the UK referendum.

Despite recent disappointing news from China, which consumes 40% of global industrial metals, we expect commodity demand from the country to continue to grow in the region of 8%. Regardless, due to the growing evidence of supply-side destruction, sentiment has risen to levels not seen since early 2014. We continue to see a compelling case for industrial metals. They demonstrate the widest gap between marginal cost and current prices. Miner’s capital expenditures are continuing to fall for a fourth year while supplies remain broadly in deficit.

Prices have rebounded across the energy sector over the past month, with double digit returns accruing to both WTI and heating oil. Historically, there appears to be no discernible seasonal oil price boost resulting from the summer driving season where demand for distillates rises. Accordingly, with prices at the top end of recent ranges, a fresh catalyst will be required to lift prices further, with supply remaining elevated globally.

The National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) raised their forecast for a La Niña to 75% starting this Northern Hemisphere Autumn. This suggests a much greater crop supply broadly for agriculture commodities.

  • Many agricultural commodities have seen their price increase a consequence of the El Niño weather phenomenon. The opposite weather phenomenon (La Niña) is expected to arrive in Northern Hemisphere winter, which could see the production of many crops improve in the 2016/17 harvest year.
  • The broad industrial metals complex posted negative returns in May as a firmer US dollar and rising stocks weighed on price. Judging by speculative futures market positioning, investors are increasingly pessimistic about industrial metals.
  • OilpricerangebetweentheUS$45-50/bblcouldbeunderthreatifinventory drawdown can’t be sustained. Indeed, despite Canadian and Nigerian production outages, the US EIA has warned of ongoing build-up in stockpiles.
  • Afragilemacro-economicenvironmentremainssupportiveforgold.Investment demand for gold in the 1st quarter posted its 2nd highest quarterly figure ever. Palladium prices have recovered primarily due to short covering as fundamentals remain supportive for long term prices gains.

„Die Mittel der expansiven Geldpolitik sind ausgeschöpft“

Die expansive Geldpolitik der Notenbanken allein ist als Stimulus für langfristiges Wachstum nicht länger ausreichend. Die einst experimentellen geldpolitischen Maßnahmen haben sich in den vergangenen acht Jahren zum Mainstream entwickelt – Fed, EZB und die Bank of Japan machen es vor. Die aktuelle Entwicklung der Märkte lässt allerdings vermuten, dass die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken mittlerweile ausgeschöpft sind, meint Paul Niven, Head of Multi-Asset Investment bei BMO Global Asset Management: „Die Aktienmärkte sind volatil und auch die Inflation will nicht in Gang kommen. Es braucht neue Impulse. Die immer gleichen, altbekannten Strategien könnten am Ende nicht nur nutzlos, sondern sogar kontraproduktiv sein.“

Tatsächlich sei die Volatilität an den Märkten ein direktes Ergebnis der Politik der Notenbanken: Entgegen der eigentlichen Intention der geldpolitischen Lockerung werteten die Währungen, insbesondere Euro und Yen, stark auf. Das führe zu einer Kapitalflucht an den Aktienmärkten. „Im Umfeld hoher Hebelwirkungen, niedriger Produktion und limitierten Wachstums sind niedrige Währungskurse unumgänglich. Wenn die aktuelle Geldpolitik jedoch genau das Gegenteil auslöst, dann müssen sich Notenbanken und Politik etwas Neues einfallen lassen“, warnt Niven. Allein die Ankündigung der Fed, sich aus der der expansiven Geldpolitik zurückzuziehen, habe zum Beispiel den USD-Kurs spürbar sinken lassen.

Um langfristig die Konjunktur anzukurbeln, reicht nach Ansicht des Experten Geldpolitik alleine nicht mehr aus. Eine zusätzliche Option – wenn auch kein Allheilmittel – sei eine expansive Fiskalpolitik. Diese Option werde bereits von Politikern heiß diskutiert. „Bei all dem darf allerdings nicht die dringende Notwendigkeit struktureller Reformen vernachlässigt werden“, betont der Multi-Asset-Experte. Die Weltwirtschaft sei sehr fragil und noch immer weit entfernt vom Normalzustand. Globale Indikatoren dafür sind Niven zufolge insbesondere die niedrige Produktivität sowie stagnierende Unternehmensgewinne.

Grundkurs Geldpolitik von Mario Draghi: die Hintergründe der niedrigen Zinsen

von Carsten Mumm, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Privatbank Donner & Reuschel.

In den letzten Wochen verschärfte sich die Kritik am geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank deutlich. Sowohl Politiker und Ökonomen als auch Öffentlichkeit und Medien kritisierten die erneute Senkung des EZB-Leitzinses auf nunmehr null Prozent. Zudem wurde das Volumen der monatlichen Anleihekäufe ausgeweitet und der Zins für Einlagen von Banken bei der EZB bzw. der Bundesbank auf - 0,4 Prozent p.a. weiter abgesenkt. Grund genug für den EZB-Präsidenten Mario Draghi, der breiten deutschen Öffentlichkeit in einem Interview mit der Bild-Zeitung die Gründe und die Notwendigkeit der extrem expansiven geldpolitischen Ausrichtung der Notenbank darzulegen.

In dem Ende April erschienenen einseitigen Artikel verweist Draghi auf die politische Unabhängigkeit der EZB und erläutert, dass die Zinsen auch deshalb niedrig sind, weil das Wachstum in der Eurozone relativ schwach ist. Richtig, in einem moderat wachsenden Umfeld besteht kein erhöhter Bedarf an Investitionskapital, weshalb mit Erspartem keine hohen Zinsen zu verdienen sind. Kapital ist nun einmal derzeit kein knappes Gut, entsprechend ist dessen Preis niedrig.

Zudem verweist der Notenbankpräsident auf die nach wie vor bestehende Gefahr einer Deflation. Die EZB ist der Preisniveaustabilität verpflichtet, was einer Inflationsrate von „unter aber nahe zwei Prozent“ entspricht. Auch das ist ein Grund für die niedrigen Zinsen. Damit gibt Draghi auch die Antwort auf die Frage, wann die kurzfristigen Zinsen wieder steigen werden: wenn das Wachstum stärker ist und die Inflation dem EZB-Zielwert näher gekommen ist – also nicht kurzfristig.

Sicherlich ist das extrem tiefe Zinsniveau insbesondere auch auf die krisenbekämpfenden Maßnahmen der Notenbank zurückzuführen. Diese Politik hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Eurozone die Turbulenzen der letzten Jahre bis heute überstanden hat. Das mag man angemessen finden oder nicht, aber diese volkswirtschaftlichen Grundzusammenhänge dürfen bei der Beurteilung der EZB-Politik nicht außer Acht gelassen werden. Die jetzt notwendigen Reformen müssen von den jeweiligen Nationalstaaten auf Ebene der Politik auf den Weg gebracht werden. Dass diese nur zögerlich erfolgen, liegt nicht in der Hand der Notenbank.

Schlussendlich empfiehlt Mario Draghi den deutschen Anlegern, nicht ausschließlich auf das Sparbuch zu setzen, sondern auch andere Anlagemöglichkeiten zu nutzen. Tatsächlich sollte im Moment jeder schnell und konstruktiv durchdacht die Optimierung seiner finanziellen Situation in Angriff nehmen, anstatt diese ausführlich zu beklagen. Es hilft nichts, man muss jetzt das Beste daraus machen.

Daher ist das Interview Draghis sehr zu begrüßen. Jeder sollte die grundlegenden Hintergründe der Nullzinspolitik verstehen und vor allem die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Insofern ist zu hoffen, dass sich möglichst viele den Appell des EZB-Präsidenten zu Herzen genommen haben und sich selbst intensiv mit ihren persönlichen finanziellen Planungen beschäftigen oder sich gut beraten lassen.

Auf jeden Fall wird die EZB ihre Politik nicht aufgrund eines zunehmenden politischen und öffentlichen Druckes aus Deutschland grundlegend verändern. Da die Unabhängigkeit einer Notenbank von nationalstaatlichen Politiken die grundlegende Bedingung für Stabilität einer Währung und dies in unser aller Sinne ist, ist das auch gut so.

Massive Zuflüsse in Gold trotz eines restriktiveren Fed-Protokolls und eines stärkeren US-Dollar

Zahlreiche Anleger nutzten den Rutsch des Goldpreises nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls zu Käufen. Die Erholung der Rohölpreise konnte die Gewinnmitnahmen bei Energie-ETPs nicht abschwächen. Kaffee-ETPs sind mit Abflüssen konfrontiert, da die Arabica-Erträge eine gute Ernte erwarten lassen und der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar abwertet. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mir Charts.

Gold-ETFs verzeichneten in dieser Woche erhebliche Zuflüsse in Höhe von 112 Mio. USD, obwohl Gold (A0N62G) abtauchte und einen Wochenverlust von 2,6 % verzeichnete. Der Grund hierfür ist im US-Dollar zu sehen. Er ging aus der Woche gefestigt hervor, da das Protokoll der Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses vom 26./27. April erkennen ließ, dass eine Zinsanhebung im Juni wahrscheinlich ist. Entsprechend stieg nach der Veröffentlichung des Protokolls auch die sich aus den Fed Fund Futures ergebende Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung von 3 % auf 30 %. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses haben nun zweifellos Einiges zu tun, um den Markt von einem bevorstehenden Zinsschritt zu überzeugen und das im März verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. „Die Risikoaversion ist nach wie vor hoch, da viele Anleger den Rückgang des Goldpreises nutzen, um ihre Positionen aufzustocken“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions.

Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs (A1N49P) setzen sich aufgrund von Gewinnmitnahmen fort. Zugleich erholen sich die Preise für Rohöl, die in dieser Woche um 1,5 % stiegen, da man erwartete, dass sich die US-Rohöllagerbestände verringern und die Produktionsausfälle in Kanada, Libyen und Nigeria ausweiten würden.  Doch geriet die Rally durch die Verteuerung des US-Dollar (A1EK0W) und die US-Lagerbestände, die nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde in der Vorwoche unerwartet um 1,3 Mio. Barrel zugenommen hatten, ins Stocken. Die vorübergehenden Angebotsausfälle wurden vom Anstieg der US-Rohöllagerbestände größtenteils ausgeglichen, sodass es in der sechsten Woche in Folge zu Gewinnmitnahmen bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) kam. Die globalen Ölmärkte leiden nach wie vor unter einem Überangebot. „Der geringe Heizbedarf aufgrund des warmen Winters in den USA und Europa führte zu hohen Lagerbeständen, und die Daten aus dem Iran zeigen, dass die Rohölexporte schneller als erwartet zunehmen“, Hein.

Palladium-ETPs (A0N62E) verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit Juli 2015. In der letzten Woche kam es zu Zuflüssen in Palladium-ETPs in Höhe von 5,1 Mio. USD, als die Preise noch einmal um 6,9 % auf 565 USD/oz. nachgaben. Unseres Erachtens wird Palladium wohl der Gewinner dieses Jahres sein. „Wie Platin weist es seit vier Jahren ein Angebotsdefizit auf, was sich Prognosen zufolge 2016 nicht ändert, da die Nachfrage im Automobilsektor in diesem Jahr voraussichtlich um 4 % steigen wird“, Hein. Auch die anderen industriellen Edelmetalle verzeichneten Zuflüsse – Silber (A0N62F) und Platin (A0N62D) in Höhe von 5,7 Mio. USD bzw. 1,4 Mio. USD.

Kaffee-ETPs (A0KRJT) litten unter Abflüssen in Höhe von 10 Mio. USD, da der Preis von Kaffee in dieser Woche um fast 3,3 % fiel. Obwohl das Erntejahr gerade erst begonnen hat, meldete das US-Landwirtschaftsministerium, dass das weltgrößte Erzeugerland Brasilien in diesem Jahr 56 Mio. 60-Kilo-Säcke Rohkaffee erzielen wird. „Das entspricht einer Zunahme um 13 % zum Vorjahr. Der gute Angebotsausblick sowie die Abwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar bieten eine hinreichende Erklärung für den Rückgang der Exportpreise für Kaffee“, Hein.

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. Der marktbestimmende Faktor könnte in der nächsten Woche die zweite Schätzung für das US-Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal sein. Die Marktteilnehmer erwarten eine Aufwärtskorrektur der ersten Schätzung von 0,5 % p.a. auf 0,8 % p.a. zum Vorquartal. Sollte es dazu kommen, könnten die Chancen für eine Zinsanhebung im Juni deutlich zunehmen. Auch die Schnellschätzungen der Einkaufsmanagerindizes vom Mai in den USA, Europa und Japan werden die Marktteilnehmer verfolgen. Schließlich könnte in Zusammenhang mit den spannungsgeladenen Brexit-Diskussionen die erste Schätzung des britischen BIP-Wachstums im ersten Quartal zu Marktverwerfungen führen.

Brasilien und die Korruption

von Maarten-Jan Bakkum, Globaler EM-Stratege bei NN Investment Partners, Den Haag.

Was die Wirtschaftspolitik betrifft, hätte Präsidentin Rousseff in den letzten sechs Jahren kaum mehr Schaden anrichten können. Dennoch wäre es besser gewesen, wenn sie nicht ihres Amtes enthoben worden wäre. Zwar hätten Reformen dann kaum eine Chance gehabt und es hätte zu einer Schuldenkrise kommen können, doch langfristig wäre das wohl weniger schädlich gewesen als die Amtsenthebung. Nach den Wahlen 2018 hätte Brasilien mit einer demokratisch gewählten Regierung neu durchstarten und die notwendigen Reformen umsetzen können.

Nun hat das Land eine neue Regierung, die nicht demokratisch gewählt wurde und daher wenig Unterstützung in der Bevölkerung findet. Doch wird diese Regierung drastische Maßnahmen ergreifen müssen, die die meisten Brasilianer betreffen werden. Unter dem Deckmantel des rechtmäßigen Kampfs gegen die Korruption wurde Rousseff, der weder Bestechlichkeit noch Veruntreuung öffentlicher Mittel nachgewiesen werden konnte, von Männern ihres Amtes enthoben, denen selbst Korruption vorgeworfen wird. Das ist gleichsam ein Rezept für politische Instabilität und vor allem soziale Unruhen. Damit muss sich Brasiliens junge Demokratie in einer existenziellen Krise bewähren, die ihren Höhepunkt vermutlich noch gar nicht erreicht hat. 

Die Finanzmärkte sehen die brasilianische Krise sehr differenziert. Investoren denken kurzfristig. Relevant sind jetzt nur die Aussichten für Reform und Sparpolitik. Die Zusammensetzung der Übergangsregierung von Michel Temer und die Ankündigung wirtschaftspolitischer Maßnahmen geben gerade brasilianischen Investoren Anlass zur Zuversicht, dass man das Haushaltsdefizit zügig angehen wird. Damit bestünde die reelle Chance, dass Investitionsklima und Unternehmervertrauen wiederhergestellt und die Rezession überwunden werden kann. Es ist indes fraglich, ob die neue Regierung in der Lage sein wird, rasche Reformen umzusetzen. Noch ist vieles unklar: Verfügen Temer und sein Team über den politischen Willen, die größten Probleme anzugehen oder geht es ihnen darum, politische Ämter und öffentliche Aufträge zur Pflege der Vetternwirtschaft zu sichern? Wie lange wird es dauern, bis auch Temer seines Amtes enthoben wird, denn schließlich werden dem frisch gebackenen Präsidenten bereits Wahlbetrug und Bestechung vorgeworfen? Und inwieweit wird sich die Gefahr schwerer sozialer Unruhen auf die Leistungsfähigkeit der Regierung auswirken? 

Derweil hält die Rezession an. Die Arbeitslosenrate ist auf über 10 Prozent angestiegen. Zahlreiche brasilianische Haushalte sind bereits in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil sie ihre Schulden nicht zurückzahlen können. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück – nicht nur wegen der Rezession oder Kreditengpässen, sondern auch wegen der beträchtlichen politischen Unwägbarkeiten. Es ist schließlich völlig unklar, wie lange diese Regierung im Amt bleiben wird und was sie tatsächlich erreichen kann. Wer 2018 Präsident wird, steht in den Sternen. Die meisten prominenten Politiker der großen Parteien stehen im Verdacht, in einen der vielen Korruptionsskandale verwickelt zu sein, die derzeit untersucht werden. Das bedeutet, dass die Wahl eines Outsiders – also eines Kandidaten außerhalb des politischen Establishments – zum Präsidenten durchaus realistisch ist. Für die brasilianische Wirtschaftselite ist das eine beunruhigende Vorstellung, die wenig zur Investitionsbereitschaft beiträgt.

Larry Hatheway: „Abwarten und Kapital erhalten“

Larry Hatheway, Group Head Multi Asset Portfolio Solutions und Chefvolkswirt beim Asset Manager GAM, kommentiert einmal im Monat die aktuelle Marktlage.

Der US-Dollar hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres handelsgewichtet um 6,8 Prozent gegenüber einer Reihe von Industrieländerwährungen abgewertet.

Für Risikoanlagen ist diese leichte Dollar-Abwertung durchaus eine positive Entwicklung. Dies hat zwei Gründe: Erstens profitieren die Rohstoffpreise und Schwellenländer (mit Schulden in Dollar) in der Regel von einem schwachen Dollar. Deshalb untermauerte die Dollarschwäche dieses Jahr die starke technische Erholung in einigen der schwächsten und risikosensibelsten Segmenten der globalen Kapitalmärkte. Zweitens entspannt ein schwacher Dollar die globale geldpolitische Lage. Für die USA entspricht er einer geldpolitischen Lockerung. In anderen Regionen, etwa in der Eurozone und in Japan, aber auch in wichtigen Schwellenländern, schafft er die Erwartung einer lockereren Geldpolitik. Besonders deutlich wird dies in Brasilien, wo die Änderung der Zinserwartungen einen starken Rückgang der langfristigen Anleiherenditen ermöglichte.

Dollar befindet sich nicht in einer längeren Schwächephase

Die gegenwärtige Dollar-Schwäche ist auf diverse Faktoren zurückzuführen, die alle zur Auflösung von Long-Positionen im US-Dollar führten. So resultierten die politischen Impulse und besseren Wachstumsdaten in China in einer Abkehr von der Erwartung, dass der Renminbi durch Kapitalabflüsse geschwächt würde. Überraschend gute Wachstumsdaten in Europa zwangen die Händler zur Glattstellung von Short-Positionen im Euro. Da auch die Ängste hinsichtlich eines möglichen „Brexit“ – zumindest im Augenblick – nachgelassen haben, konnte das britische Pfund verlorenen Boden gutmachen. Die Dollar-Schwäche und die steigenden Rohstoffpreise veranlassten die Anleger zur Reduzierung ihrer Untergewichtungen in Rohstoff- und Schwellenländern, was deren Währungen stärkte. Zuletzt trieb der überraschende Entscheid der japanischen Zentralbank (Bank of Japan), ihre Geldpolitik bei ihrer letzten Sitzung nicht zu lockern, den Yen weiter in die Höhe.

Die Devisenmärkte neigen jedoch zu Überreaktionen, und wir denken nicht, dass der US-Dollar in eine längere Schwächephase eingetreten ist. Ein stärkeres Wachstum oder eine höhere Inflation in den USA könnten zu einer Neubewertung der Zinsnormalisierungspolitik der amerikanischen Zentralbank (Fed) führen. Dies könnte das Sentiment gegenüber dem US-Dollar umkehren und die Sorgen über die wirtschaftliche und finanzielle Anfälligkeit einiger Schwellenländer und der Rohstoffmärkte erneut befeuern.

Künftige Schritte der Fed und weitere Marktentwicklungen abwarten

Die Fed hat mit einer Zinsnormalisierung in den ersten vier Monaten des Jahres allerdings noch abgewartet, hauptsächlich, weil sie negative Folgen für das weltweite Wirtschaftswachstum und Marktturbulenzen befürchtete. Da sich die Lage in dieser Hinsicht etwas entspannt hat, wird die Fed ihren Blick wieder verstärkt auf die heimischen Belange richten wie den engen Arbeitsmarkt, der Anzeichen für beginnende Lohnsteigerungen bietet, und eine ansteigende Inflation. Diese beiden Faktoren werden die Fed voraussichtlich dazu veranlassen, den Leitzins dieses Jahr ein- oder zweimal anzuheben, wodurch dann auch die langfristigen Zinsen steigen würden.

Im Hinblick auf die Asset Allokation ziehen wir es vor, Positionen in direktionalen Marktbewegungen leicht zu reduzieren und künftige Marktverzerrungen abzuwarten, bevor wir signifikantere neue Engagements eingehen. Das gilt für direktionale Aktien- und Zinspositionen gleichermaßen. Deshalb richten wir den Fokus lieber auf Strategien zur Kapitalerhaltung. Diese umfassen Relative-Value-Trading, nicht von staatlichen oder staatsnahen Institutionen begebene hypothekenbesicherte Wertpapiere, nachrangige Anleihen von Finanzunternehmen mit Investment-Grade-Rating, Makro-Strategien in Zinsen und Währungen, liquide kurzfristige Hochzinswerte und marktneutrale Equity-Long/Short-Fonds mit differenzierter Anlagephilosophie.

Die EU ist Großbritanniens kleinstes Problem

„Hinter dem Brexit-Referendum steckt eine ordentliche Portion Ironie, da nach meiner Auffassung Großbritannien nie der EU beigetreten ist“, sagt Steen Jakobsen, Chefvolkswirt und CIO bei der Saxo Bank. Als ein Kind der 1970er und 1980er Jahre erinnere er sich daran, wie die damalige Premierministerin Margaret Thatcher die Bildung der EU mit allen Mitteln bekämpfte und letztendlich ein Modell nach ihren Wünschen bekam. Eine noch größere Ironie beinhalte dabei der Deal, den der aktuelle Premierminister David Cameron vor einigen Monaten mit der EU in Brüssel ausgehandelt hat, um die Voraussetzungen für einen EU-Verbleib zu schaffen. „Damit hat die Europäische Union de facto rechtlich ein zweigleisiges Europa geschaffen, mit einem Regelwerk für Großbritannien und einem Regelwerk für Resteuropa“, sagt Jakobsen.

Ungeachtet des Referendum-Ausgangs am 23. Juni könnte die britische Sonderrolle an sich zu einer Mini-Krise in Europa führen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Länder wie Ungarn, Polen oder sogar Finnland solche Deals mit der EU wünschen, die ihnen wie im Falle Großbritanniens Sonderrechte zusichern“, sagt Jakobsen. „Egal ob Großbritannien nun aufgrund des zweigleisigen Präzedenzfalles in der EU bleibt, oder für den Austritt stimmt: In beiden Fällen verliert Europa“, so Jakobsen weiter. Sowohl die politischen als auch die finanziellen Kosten scheinen unüberwindbar. Insbesondere, da die Flüchtlingskrise bei weitem noch nicht gelöst sei.

Die Zukunft Großbritanniens hänge aber nicht vom Brexit ab, sondern davon, wie das Königreich mit seinem chronischen Doppeldefizit umgehen werde. „Zum letzten Mal konnte das Land 1982 eine positive Leistungsbilanz vorweisen“, sagt Jakobsen. Um die Frage danach zu beantworten, wie sich das Britische Pfund entwickeln wird sei einfach: Mit oder ohne Brexit, der Sterling werde sich nach unten oder seitwärts bewegen. Solange das Land mehr ausgibt als einnimmt, von ausländischen Investitionen abhängig ist und die zwei Wachstumstreiber aus dem Banken- und Immobiliensektor bestehen (zwei Sektoren mit null Produktivität und einer unsicheren Zukunft bezüglich neuer Arbeitsplätze), sei das Land dazu verdammt, seine jüngere Geschichte zu wiederholen.

„Der Brexit ist eine Abstraktion, die die richtigen Veränderungen, die das Land braucht, verdeckt. Er ist auch eine Ausrede dafür, sich nicht mit den fundamentalen und strukturellen Problemen einer Gesellschaft auseinanderzusetzen zu müssen, die darauf zusteuert, eine nahezu hundertprozentige Dienstleistungsgesellschaft zu werden“, sagt Jakobsen. Eine Steuerreform und somit neue Anreize seien viel wichtiger als Großbritanniens EU-Status. „Ich möchte damit den Stellenwert des Referendums nicht herunterspielen, aber es hat weniger mit der Zukunft der britischen Wirtschaft zu tun, als mit der Rolle Großbritanniens in Europa“, sagt Jakobsen abschließend.

Den kompletten Kommentar in Englisch finden Sie unter folgendem Link: https://www.tradingfloor.com/posts/why-the-eu-is-the-least-of-britains-worries-7648538

Aktien aus Schwellenländern haben ausgewogeneres Risikoprofil als Titel aus Europa und USA

von Nick Price, Fondsmanager des Fidelity Emerging Markets Fund und des Fidelity EMEA Fund

Die Kurse von Schwellenländeraktien befinden sich seit Jahresbeginn im Aufwärtstrend. Dabei haben wir es weitgehend mit einer stimmungsgetriebenen Rally zu tun. Fundamentaldaten ignorieren viele Anleger derzeit und bevorzugen neben Rohstoffaktien auch solche, die im Mittelpunkt aktueller politischer Debatten stehen.

Insgesamt bin ich jedoch der Meinung, dass Schwellenländeraktien die Talsohle durchschritten haben und verglichen mit Titeln aus den USA und Europa ein ausgewogeneres Risikoprofil bieten. Mittlerweile sind die Bewertungen attraktiv: Gemessen am Kurs-Buchwert-Verhältnis werden Schwellenländeraktien so tief gehandelt wie seit zehn Jahren nicht mehr und gegenüber Aktien aus dem Rest der Welt mit einem Abschlag von 30 Prozent. Einen weiteren deutlichen Rückgang halte ich für unwahrscheinlich.

Roh- und Werkstoffaktien weiterhin nicht vielversprechend

Vorsichtig bin ich allerdings weiterhin bei Roh- und Werkstofftiteln, deren Kurse zuletzt am stärksten zugelegt haben. Ein Beispiel ist Petrobras: Die Aktie hat sich von ihrem Tiefstand mehr als verdoppelt, ohne dass sich die Fundamentaldaten gebessert hätten. Petrobras weist Verbindlichkeiten von 110 Milliarden US-Dollar aus, die den Aktienwert mit der Zeit aushöhlen werden.

Insgesamt sind die Anlagechancen in der Energiebranche wenig vielversprechend. In den Aktienkursen von Ölunternehmen ist zurzeit ein Ölpreis von rund 75 US-Dollar pro Barrel eingepreist. Das liegt jenseits der rund 60 US-Dollar, die ich mittelfristig erwarte. Die Aktie der russischen Rosneft etwa wird heute höher gehandelt als zu der Zeit, als der Ölpreis bei 116 US-Dollar je Barrel den Zenit erreichte. Und das, obwohl die Fundamentaldaten zu den schwächsten im russischen Ölsektor gehören. Rosneft ist mit kurzfristigen Verbindlichkeiten von 29,7 Milliarden US-Dollar, denen jährliche Cashflows von nur 0,5 Milliarden US-Dollar gegenüberstehen, hoch verschuldet. Insgesamt halte ich auch noch einige andere Unternehmen der Branche für ‚Value-Fallen‘.

Brasilianische Aktien – kaum Spielraum nach oben

Aufgrund der politischen Situation ist Brasilien derzeit eines der am meisten beachteten Schwellenländer. Das gegen Präsidentin Dilma Rousseff eingeleitete Amtsenthebungsverfahren wird sich über Monate hinziehen. Und wie es ausgeht, ist es derzeit noch völlig offen. Zwar spricht der spürbare Wille zu Veränderung für Brasilien. Aber das Land am Zuckerhut leidet unter einer Vielzahl tiefsitzender Probleme und einer protektionistischen Politik. Schmerzliche Reformen sind daher unvermeidlich, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.

Mit Blick auf den brasilianischen Aktienmarkt fühlt es sich momentan für mich so an, als ob wir bereits am Ziel angekommen wären. Dazu muss man sich nur anschauen, wie stark die Kurse inzwischen wieder gestiegen sind. Nehmen wir zum Beispiel Itau Unibanco, die stärkste Bank in Brasilien. Sie wird auf einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,7 und einem KGV von 9 basierend auf den erwarteten Gewinnen der nächsten zwölf Monate gehandelt. Angesichts einer nachhaltigen Eigenkapitalrendite von 20 Prozent halte ich das für angemessen. Zudem rechne ich damit, dass die Aktienkurse in Brasilien generell wieder nachgeben, sobald die momentane Euphorie abflaut und sich Anleger wieder auf die Fundamentaldaten besinnen. Deshalb halte ich an der Untergewichtung des brasilianischen Marktes fest.

Steinhoff, NetEase und HDFC Bank sind interessante Aktien

Interessante Unternehmen finde ich hingegen in Südafrika. Die größten Firmen des Landes werden eher durch globale denn lokale Entwicklungen beeinflusst. Ich investiere bevorzugt in Unternehmen, die wie Naspers und Discovery seit Jahren erfolgreich ins Ausland expandieren. Ein weiteres Beispiel ist Steinhoff. Das Unternehmen fertigt und vertreibt Möbel und Haushaltswaren über sein Vertriebsnetz in Europa, Afrika und Australien und Asien. Besonders attraktiv ist das langfristige Wachstumspotenzial von Steinhoff, denn das Unternehmen wächst stark durch clevere Akquisitionen. Es übernimmt Konkurrenten mit niedrigen Bewertungsvielfachen und Synergiepotenzial. Damit tragen die meisten Akquisitionen in einem extrem fragmentierten Markt stark zum Ergebnis bei.

Eine weitere Aktie mit Potenzial ist meiner Ansicht nach die der indischen HDFC Bank. Die soliden Zahlen zum ersten Quartal mit starken Zuwächsen bei Krediten und Einlagen wurden von den Anlegern zunächst nicht honoriert. Das Wachstumspotenzial der Bank ist immens, berücksichtigt man die steigende Kreditdurchdringung, die Marktanteilsgewinne und den verstärkten Verkauf ergänzender Produkte und Dienstleistungen an bestehende Kunden.

In China halte ich zum Beispiel trotz zuletzt schwächerer Entwicklung des Aktienkurses NetEase für einen interessanten Wert, denn das Unternehmen gehört auf lange Sicht zu den Gewinnern unter den weltweiten Spieleentwicklern. Zudem erwirtschaftet es einen immer größeren Teil seines Umsatzes mit Werbung und generiert einen ansehnlichen Cashflow. In punkto Unternehmensführung ist NetEase ohne Fehl und Tadel, und sein Wachstumspotenzial schlägt sich noch nicht angemessen im Kurs nieder.“

5 gute Gründe für ein Gold-Investment

Was für eine Achterbahnfahrt: Von August 1999 bis September 2011 stieg der Preis für eine Unze Gold von 250 US-Dollar auf 1921 US-Dollar und erreichte damit den bisherigen historischen Höchststand. Anschließend ging es bis zum vorläufigen Tief von 1050 US-Dollar im Dezember 2015 steil bergab. Ein Rückgang von über 40%! Und seit Jahresanfang war bis Mitte Mai schon wieder ein Plus von 20% zu verzeichnen. »Trotz dieser starken Schwankungen lohnt sich ein Gold-Investment«, sagt Alexander Posthoff, Senior Portfoliomanager des Anleihemanagers Bantleon. Er nennt fünf gute Gründe:

1. Die Negativzinsen

Für Investitionen in Gold spricht vor allem die Politik der Notenbanken. Mit dem Ziel, die Inflation zu erhöhen, wird nichts unversucht gelassen, um die Realzinsen zu senken. War vor Jahren noch die Aussage »Gold zahlt keine Zinsen« ein beliebtes Argument aller Anlageprofis, so hat sich diese Sichtweise wohl inzwischen nivelliert. Es müsste wohl inzwischen eher heißen »Auch Gold zahlt keine Zinsen«. Aber immerhin lässt es sich nicht beliebig vermehren. Die von den Notenbanken ausgehende Geldschwemme treibt die Assetpreise quer über alle Sektoren hinweg nach oben, davon wird auch der Goldpreis beflügelt.

2. Die Charttechnik

Anfang September 2011 markierte der Preis für das gelbe Metall mit 1921 USD für eine Unze den bisherigen historischen Höchststand und erlitt seitdem bis zum vorläufigen Tief im Dezember 2015 einen Rückgang von über 40%. Mit dem Jahreswechsel begann aber ein erneuter Anstieg: 20% bis zum 13. Mai 2016. Wichtig für Anleger ist, dass die Marke von 1000 US-Dollar getestet und nicht durchbrochen wurde. Auf dem Weg nach oben ist nun der Abwärtstrend seit 2011 entscheidend. Er verläuft zurzeit bei etwa 1430 US-Dollar und könnte bereits in diesem Jahr erreicht werden. Konsolidierungen auf dem Weg dahin sind möglich – zum Beispiel auf dem aktuellen Niveau bei 1250 bis 1300. Ein Angriff auf die historischen Höchststände dürfte wohl noch einige Zeit dauern. Allerdings haben die Jahre 2009 und 2010 gezeigt, wie schnell eine solche Bewegung ablaufen kann.

3. Die Krise

Krisenpropheten bemühen immer wieder Gold als ultimative krisensichere Anlage. So interessant historische Vergleiche auch sein mögen, für die Prognose der Zukunft taugen sie nur bedingt. Immerhin bleibt die Erwartung, dass sich Gold als Anlageklasse stabil entwickelt, sollte die globale Finanzkrise wieder aufflackern. Die Jahre 2008 bis 2010 haben dies bewiesen. Erfahrungsgemäß steigt die Nachfrage nach Absicherungsmöglichkeiten, wenn die Finanzmärkte durchgeschüttelt werden. Und dafür taugt Gold allemal. Hinzu kommt, dass die Handelbarkeit und Liquidität des Edelmetalls zugenommen hat, da einfach mehr Produkte und Investitionsmöglichkeiten als noch vor einigen Jahren zur Verfügung stehen. Dies macht Gold aber auch anfälliger für Kursrückgänge, falls sich die Lage wieder beruhigt. Für Bantleon bleibt Gold deshalb eine Anlageklasse wie andere auch: Eine genaue Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist unerlässlich. 

4. Nur Bares ist Wahres

Die Diskussion um die Abschaffung des 500-Euro-Scheines und die Einführung von Negativzinsen auch für Privatanleger haben die Nachfrage nach Gold wahrscheinlich eher angefacht. Anleger sorgen sich immer mehr um den Werterhalt ihrer Anlagen als um deren Wertsteigerung. Dadurch erklärt sich auch die Nachfrage nach realen Anlagen aller Art. Da die Aufbewahrung von Edelmetallen mit Lagerkosten verbunden ist, bieten verschiedene Emittenten ETFs und ETCs an. Um den Vorwurf zu vermeiden, dass hier leere Versprechen auf Papier gegeben werden, sind diese Produkte mit physischem Gold unterlegt. Auch große Volumina können problemlos gehandelt werden. Zudem beträgt der Unterschied zwischen An- und Verkaufspreisen nur wenige Cent.

5. Die Demografie und die Diversifikation

Es ist kein Geheimnis, dass Länder wie Russland und China ihre Goldbestände aufstocken. Auch wenn diese Meldungen die Märkte immer verspätet erreichen, so zeigen sie doch, dass neben Kleinanlegern auch große Investoren wieder vermehrt in Gold investieren. Hintergrund ist der Versuch einer Risikostreuung. Daneben spricht natürlich auch die demografische Entwicklung (wachsende Weltbevölkerung) für eine langfristige Nachfrage nach Gold, weil die Vorräte begrenzt sind.

Brexit: Wie geht es mit Großbritannien weiter?

Die Diskussion über einen Brexit lenkt die Aufmerksamkeit unweigerlich auf die Leistungsbilanz Großbritanniens. Im Dienstleistungsbereich, insbesondere bei den Finanzdienstleistungen, wird ein Überschuss verzeichnet, der Warenhandel ist jedoch negativ. Großbritannien importiert mehr als es exportiert.

Die Folgen lassen sich nicht schönreden. Seit Kriegszeiten war die Leistungsbilanz Großbritanniens, aktuell mit einem Minus von fast 5% des BIP, nicht mehr derart negativ. Der Großteil des Defizits verteilt sich dank importierter Autos, Lebensmittel und Getränke auf die restliche EU.

Problematisch ist das Ungleichgewicht zwischen Dienstleistungen (hier wird ein Überschuss verzeichnet) und Waren (hier herrscht ein Defizit). Im Falle eines Brexit über ein neues Handelsabkommen zu verhandeln, dürfte nicht einfach werden und würde eventuell nicht einmal etwas nützen, wenn Dienstleistungen nicht einbezogen werden. Es würden zwar weiterhin Waren nach Großbritannien importiert werden, aber ohne die Möglichkeit, Dienstleistungen nach Europa zu exportieren, dürfte sich das Leistungsbilanzdefizit weiter ausdehnen.

Finanzdienstleistungen haben in der britischen Wirtschaft einen überaus hohen Stellenwert, weshalb die Konsequenzen eines Austritts aus der EU unserer Ansicht nach gravierend wären. Bisher gibt es keinen Präzedenzfall für einen Zugang zum EU-Markt im Dienstleistungssegment ohne Zahlung eines finanziellen Beitrags an die Union und ohne Einhaltung ihrer Vorschriften.

Mit den Worten Mark Carneys ausgedrückt, wurde das Leistungsbilanzdefizit Großbritanniens bisher mit „Hilfe von Fremden“ dank Kapitalzuflüssen von internationalen Investoren finanziert. In Anbetracht des bevorstehenden Referendums und vor allem für die Zeit danach, falls für einen Austritt gestimmt wird, gibt es keine Garantie dafür, dass diese Mittel auch weiterhin zufließen.

Ein Blick auf das britische Pfund

Um Kapitalflüsse nach Großbritannien zu leiten, kann praktisch betrachtet nur ein günstigeres Pfund das Mittel der Wahl sein.

In der Vergangenheit gab es zwar kein exakt gleiches Beispiel für ein solches Ereignis, aber in bisherigen Krisenzeiten wertete das Pfund auf handelsgewichteter Basis um 15-20% ab. Uns vorliegende Recherchen legen nahe, dass das britische Pfund im Falle eines Brexit um 25-30% abwerten müsste, um Kapitalzuflüsse anzuziehen, Importe zu verlangsamen und dem Export für die britische Wirtschaft Auftrieb zu verleihen.

Allerdings stünde das britische Pfund nicht allein auf weiter Flur. Auch der Euro dürfte unserer Auffassung nach in der ungewissen Zeit nach einer Abstimmung zugunsten des Brexit abwerten, wobei das Pfund wohl die größeren Einbußen hinnehmen müsste.

Eine solch deutliche Währungsabwertung hätte natürlich auch Folgen für die britische Wirtschaft. Die Auswirkungen wären höchst inflationär. Dies wiederum würde eine Zwangslage für die Bank of England bedeuten: Sollte sie dann die Zinsen anheben, um die Inflation sowie das Risiko einzudämmen, dass sich die britische Wirtschaft abkühlt, oder sollte sie nichts unternehmen und zuschauen, wie das Inflationsniveau um bis zu 4-5% ansteigt?

Beurteilung der Anlagemärkte

Wenn Großbritannien das Leistungsbilanzdefizit in den Griff bekommen möchte, muss es globalen Investoren attraktive Risikoprämien bieten.

Ausländische Anleger halten vermehrt Staatsanleihen mit kurzen bis mittleren Laufzeiten, während britische Institutionen im Allgemeinen längerfristige Papiere halten. Somit sind Staatsanleihen mit kurzen bis mittleren Laufzeiten am stärksten von der Unsicherheit betroffen. Nach genauer Beobachtung von Krisenzeiten in der Vergangenheit würden wir die benötigte Risikoprämie auf zusätzliche 150 Basispunkte beziffern. Das ist eine enorme Korrektur. Und auch Staatsanleihen mit langen Laufzeiten sind nicht immun. Sie könnten besonders anfällig auf einen Anstieg der Inflation reagieren.

Mit Blick auf die Aktienlandschaft dürfte die Aussicht auf eine Abwertung des Pfund Vorteile für in Großbritannien notierte multinationale Unternehmen bringen, wie beispielsweise die Firmen im FTSE 100 Index, die von internationalen Einnahmen profitieren könnten. Da bisher kleine und mittelgroße Unternehmen von niedrigen Importkosten und einer starken inländischen Nachfrage profitierten, stünde dies genau im Gegensatz zu der Positionierung, die viele Investoren bislang eingenommen hatten.  Im Falle eines Brexit dürften kleinere Unternehmen unter der Kombination aus Kostensteigerungen und einer schwachen Nachfrage leiden.

Schwierige Verhandlungen

Es herrscht immer noch Verunsicherung darüber, ob das Referendum von der Regierung letztendlich als „politisch verbindlich“ angesehen wird und ob eine zweite Abstimmung in Betracht gezogen wird. Nach dem Vertrag von Lissabon hätte Großbritannien zwei Jahre Zeit, um einen geordneten Ausstieg vorzubereiten. Innerhalb dieses Zeitraums würde man versuchen, neue Bedingungen für die Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU zu verhandeln.

Zweifelsohne wäre dies eine schwierige Aufgabe, insbesondere was die Verhandlung eines neuen Handelsabkommens mit der EU anbetrifft. Meiner Auffassung nach wird die EU keinen Präzedenzfall schaffen und anderen Mitgliedsstaaten signalisieren wollen, dass es leicht ist, „auszusteigen und neu zu verhandeln“.

Zugeständnisse an Großbritannien nach einem Brexit würden ein falsches Signal an andere EU-Länder senden, in denen nationalistische Bewegungen im Aufwind sind. Die Folge könnte eine politische Kettenreaktion sein, die schnell zu einer Reihe nationaler Volksabstimmungen in mehreren Mitgliedsländern führen könnte.

Was die finanziellen Verpflichtungen angeht, würde Großbritannien bei einem Austritt aus der EU einen Nettobeitrag von etwa 10 Mrd. GBP einsparen.

Allerdings müsste der Staat wahrscheinlich Branchen und Regionen unterstützen, die dann keine Förderung mehr aus den europäischen Strukturfonds erhalten und die überproportional durch Handelszölle belastet werden könnten. Auch wissen wir bislang nicht, wie hoch die Zahlungen ausfallen müssten, um dem Unternehmenssektor Großbritanniens Zugang zu den 500 Millionen Menschen der EU zu ermöglichen.

Marino Valensise
Head of Multi Asset Group
Baring Asset Management,
London

„Hillary Clinton entscheidet die Wahl für sich – wenn auch nur knapp“

Der Ausgang der Wahl des US-amerikanischen Präsidenten im November 2016 ist offen wie nie zuvor. Die Unsicherheit über den Wahlausgang beschäftigt auch die Finanzmärkte und könnte zu einer erhöhten Volatilität führen – je näher der Wahltag rückt. Dieser Ansicht ist Sushil Wadhwani, Fondsmanager für den Vermögensverwalter GAM und CEO von Wadhwani Asset Management. „Die Unsicherheit besteht in zweierlei Hinsicht: Erstens geht es darum, wer gewinnen wird, zweitens darum, was der Gewinner beziehungsweise die Gewinnerin nach dem Amtsantritt für eine Politik verfolgt. Beide Punkte sind eng miteinander verknüpft. Das gilt ganz besonders dann, wenn ein enges Rennen ums Weiße Haus dazu führt, dass die Kandidaten ihre politischen Positionen verändern, um in der Wählergunst am Ende ganz vorne zu liegen“, sagt Wadhwani.

Trumps Aussagen könnten die Märkte in Bewegung bringen

Im Moment lautet die gängige Meinung der amerikanischen Öffentlichkeit zwar, dass Donald Trump als wahrscheinlicher Kandidat der Republikaner gegen Hillary Clinton, die voraussichtliche Kandidatin der Demokraten, an der Wahlurne chancenlos sei. Dennoch beschäftigen Trumps Aussagen die Medien. Erst kürzlich spielte Trump öffentlich mit dem Gedanken, im Falle seines Wahlsieges Janet Yellen als Präsidentin der amerikanischen Zentralbank (Fed) abzusetzen. „Wenn die Meinungsumfragen sich so entwickeln, dass Trump eine realistische Chance auf das Präsidentenamt zugetraut wird, könnten solche Statements an den Finanzmärkten zu hoher Volatilität führen. Momentan gehen die Märkte allerdings davon aus, dass Hillary Clinton das Rennen macht und sich nicht viel ändert: Weiterhin wäre ein Präsident aus der demokratischen Partei im Amt und hätte Probleme, Dinge erledigt zu bekommen. Alle Entwicklungen, die von diesem Szenario abweichen, würden die Märkte in Bewegung bringen“, erklärt der Experte.

Partei spielt bei künftiger Politik traditionell eine zentrale Rolle

Viele historische Arbeiten, die die Zusammenhänge von Wahlen und Marktentwicklungen untersucht haben, legen laut Wadhwani nahe, dass letztlich die Partei eines Präsidenten bei der späteren Politikgestaltung eine wichtige Rolle gespielt habe. „Dieses Mal könnte das allerdings anders ein, denn Trump ist ein untypischer Kandidat, weil er kein ‚echter‘ Republikaner ist. Ich fürchte, wir könnten in diesem Fall gezwungen sein, bisher gültige Gesetzmäßigkeiten neu zu formulieren“, so Wadhwani. In den Jahren nach der Finanzkrise sei die Geldpolitik von primärer Bedeutung gewesen. Fiskalpolitik sei hingegen nur auf dem Höhepunkt der Krise in den Fokus gerückt, um die Wende zu schaffen, und zusätzlich zur Zeit der Fiskalklippe im Jahr 2012 – damals allerdings in negativer Weise. „Wenn ein neuer Präsident nun bereit wäre, tatsächlich das Setup der Fed hinsichtlich des Personals oder der Spielregeln zu ändern, würde das für die Märkte von Bedeutung sein. Zudem könnte der Standpunkt des Präsidenten in Steuerfragen eine größere Rolle spielen als in den vergangenen Jahren – vor allem dann, wenn ein möglicher Präsident Trump die Rolle des Staates nach dem Vorbild der Reagan-Ära in großem Stil beschneiden würde, zum Beispiel durch nicht gegenfinanzierte Steuersenkungen“, erläutert Wadhwani. Er führt weiter aus: „Das könnte dann leicht die zyklische und strukturelle Wirtschaftsentwicklung treffen. Außerdem könnten dann Fragen bezüglich der Nachhaltigkeit des Staatshaushalts aufkommen, selbst wenn die Steuersenkungen zunächst einen kurzfristigen Stimulus für die Wirtschaft nach sich ziehen würden.“

Finanzmärkte setzen auf Hillary Clinton

Im Falle eines Sieges von Hillary Clinton würden die Finanzmärkte sich daher wohl nicht stark bewegen, meint Wadhwani. Denkbar sei aber eine moderate Rally, weil die Marktteilnehmer über die Wahl Clintons möglicherweise erleichtert wären. Wenn der nächste Präsident jedoch Trump hieße, würde das Risiko aus Marktsicht erheblich höher liegen. „Viele Menschen sind beunruhigt, dass Trumps drastische Rhetorik die Märkte in Aufregung versetzen könnte. Diese Beunruhigung erstreckt sich auch auf den Handel, wo von seiner Seite zum Beispiel Handelsbeschränkungen in Bezug auf China ins Spiel gebracht worden sind. Alle Anzeichen, die auf eine künftige Destabilisierung der chinesischen Währung hindeuten, könnten das Risiko einer weltweiten Rezession erhöhen und starke Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben.“ Für beide potenzielle Präsidenten gelte aber, dass sie wahrscheinlich nur mit der Unterstützung des amerikanischen Kongresses weitreichende Wirkung entfalten könnten.

Auch wenn es bis zum Urnengang noch einige Monate sind, wagt Sushil Wadhwani bereits jetzt eine Prognose: „Ich gehe davon aus, dass Hillary Clinton die Wahl für sich entscheiden wird, wenn auch nur knapp. Allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass Donald Trump die Experten bisher überrascht hat. Die Möglichkeit, dass er seinen Einsatz erhöht oder Clinton durch ihre E-Mail-Affäre beschädigt wird, besteht weiterhin.“