Schlüssel zum Aufschwung liegt in Fiskal- und weniger in Geldpolitik

Der Makroausblick spiegelt die Meinung des Multi-Asset-Teams von Fidelity International wider:

Die Weltwirtschaft hat sich von der Flaute im ersten Quartal erholt, und das Gros der Wirtschaftsindikatoren lässt auf eine sich weiter beschleunigende Wachstumsdynamik schließen. Ausschlaggebend für die konsumgetriebene Belebung ist die in den meisten Industrieländern solide Tendenz bei Beschäftigung, Verbrauchervertrauen und Reallöhnen. Eine Ausnahme bildet Großbritannien. Dort dürften die durch den Brexit hervorgerufenen Unsicherheiten die Konjunktur auf kurze Sicht dämpfen, was sich in abgeschwächter Form auch im Euroraum bemerkbar machen könnte. Nach wie vor uneinheitlich ist die Entwicklung in den Schwellenländern, von denen nur wenige mit starken Fundamentaldaten aufwarten. Die entspannten Kreditkonditionen sollten jedoch dazu beitragen, dass ihr Wirtschaftswachstum weiter Tritt fasst. Aber trotz der günstigen Rahmenbedingungen findet die Weltwirtschaft derzeit keinen Weg aus Mini-Wachstum und Mini-Inflation. Langsam aber sicher geht den großen Zentralbanken das Pulver aus. Es wachsen die Zweifel, ob zusätzliche geldpolitische Maßnahmen die Nachfrage ankurbeln werden. Daher ist es künftig an der Fiskalpolitik, die Wirtschaft mit Konjunkturspritzen anzukurbeln. Entsprechende Stimulusmaßnahmen könnten wir noch binnen Jahresfrist sehen, spätestens 2017/18. Zusätzlich spricht zudem weiter alles für eine weltweit lockere Geldpolitik.

Eurozone: Kein Brexit-Effekt – noch nicht

In der Eurozone wächst die Wirtschaft weiter ansehnlich bei gleichzeitig schwachem Preisauftrieb. Spanien und Deutschland ließen Italien und Frankreich hinter sich. Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor tendiert mit rund 53 Zählern praktisch seit sechs Monaten unverändert. Die Beschäftigung schnellte weiter nach oben auf den Höchststand seit 2011. Deutschland setzte sich mit neuem Jahreshoch an die Spitze, Frankreich liegt weit abgeschlagen am Ende. Seit nunmehr neun Monaten steht das Land an der Schwelle zum Abschwung. Insgesamt jedoch spricht aus den Umfragedaten eine anhaltend gute Konjunkturentwicklung im Euroraum. Ungebrochen ist die starke Binnennachfrage, getragen von einer besseren Beschäftigungslage und steigenden Realeinkommen. Die Finanzierungsbedingungen sind nach wie vor sehr entspannt. Und auch die Fiskalpolitik tritt nicht mehr ganz so auf die Bremse. Ihre Zügel könnten sogar weiter gelockert werden. Für die nächste Zeit rechnen wir mit einem leichten Inflationsanstieg, geschuldet vor allem Basiseffekten und den höheren Energiepreisen. Der vom Brexit ausgehende Dämpfer für die britische Wirtschaft wird die Stimmung und das Wachstum im Euroraum im zweiten Halbjahr wahrscheinlich etwas trüben – und abhängig von den Fortschritten bei den Brexit-Verhandlungen vermutlich auch darüber hinaus. Da das Vereinigte Königreich mehr als 7 Prozent der Warenexporte des Euroraums ausmacht, werden sich die Erstrundeneffekte direkt über den Handel bemerkbar machen. Zum Jahresende ist daher in der Eurozone mit einer gewissen Wachstumsabkühlung zu rechnen.

Großbritannien: Raueres Klima nach Brexit-Votum hinterlässt erste Spuren bei Wirtschaftsdaten

In Großbritannien haben sich die Umfragen nach dem EU-Referendum abgeschwächt. Laut erster Schätzung ist das Bruttoinlandsprodukt im Juli um 0,2 Prozent zum Vormonat geschrumpft. Hinter den Erwartungen zurück blieb im Juli der PMI in der Dienstleistungsbranche, der weit unter die Wachstumsschwelle fiel. Ebenfalls eingebrochen ist der PMI des verarbeitenden Gewerbes. Parallel gab das Verbrauchervertrauen so stark nach wie zuletzt 1989. Der Abschwung am Immobilienmarkt, das langsamere Beschäftigungswachstum und die größere Konsumzurückhaltung werden zunehmend Spuren beim Wachstum hinterlassen. Beschleunigen dürfte sich in nächster Zeit der Preisauftrieb, denn mit dem schwachen Pfund werden Importe teurer. Vor diesem Hintergrund war eine geldpolitische Lockerung der Bank of England gerechtfertigt. Aber ihr sehr umfangreiches Maßnahmenpaket vom August erscheint übereilt. Schließlich hat der massive Rückgang der Anleiherenditen und des britischen Pfund bereits erheblich zum Abfedern des Brexit-Schocks beigetragen, womit die Märkte der Zentralbank einen Teil ihrer Arbeit abgenommen haben. Zudem ist fraglich, in welchem Maße sich die quantitative Lockerung auf die Realwirtschaft auswirkt. Einiges deutet darauf hin, dass ihre Wirkung mit der Zeit verblasst. Hinzu kommt, dass bislang kaum etwas zu den Brexit-Verhandlungen an die Öffentlichkeit dringt. Das deutet auf einen langwierigen Prozess hin, in dessen Verlauf die Geldpolitik der Wirtschaft wohl unter die Arme greifen muss. Dabei läuft die Bank of England nun Gefahr, dass ihr schon bald die Munition ausgeht. Zusätzlich sind Haushaltsmaßnahmen und Strukturreformen unausweichlich, um die britische Wirtschaft in den nächsten Monaten durch die Brexit-Turbulenzen zu steuern. Fiskalische Stimulusmaßnahmen wie Infrastrukturinvestitionen und Konjunkturprogramme für mehr Konsum und Unternehmensinvestitionen – gegebenenfalls auch über Steuersenkungen – könnten helfen, die Brexit-Folgen zu begrenzen.

USA: Wachstumsbelebung in kommenden Monaten erwartet

Trotz der zuletzt etwas enttäuschenden Wirtschaftsdaten ist der Ausblick für die US-Wirtschaft gut. Im zweiten Quartal hielt das Wirtschaftswachstum nicht mit den Erwartungen Schritt. Als größte Belastung erwiesen sich die stark schwankenden Vorräte. Für den Konsum wurden dagegen die zweithöchsten Zuwächse seit der Finanzkrise gemeldet. Die Investitionen gaben das dritte Quartal in Folge nach, und für lange Gesichter sorgten die etwas stärker als erwartet gefallenen Umfrageergebnisse für das verarbeitende Gewerbe und die Dienstleistungsbranche. Dennoch deuten die Ergebnisse ein Wachstum deutlich über dem Niveau des ersten Halbjahres an. Erfreulich war der Arbeitsmarktbericht für Juli: Mit 255.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft übertraf er die Erwartungen. Unterdessen sind die Stundenlöhne mit im Schnitt 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr so schnell gestiegen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Nach dem schleppenden Jahresauftakt dürfte sich das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf rund 1,5 Prozent summieren. Damit reicht es nicht an unsere ursprünglichen Erwartungen heran, passt aber zu den Prognosen einer Abkühlung verglichen mit 2015. In der zweiten Jahreshälfte wird die Wirtschaft vermutlich Fahrt aufnehmen. Rückenwind dürfte vom beschleunigten Vorratsaufbau, der starken Dynamik am Immobilienmarkt und dem anhaltend soliden Konsum ausgehen. Im weiteren Verlauf könnte eine gelockerte Fiskalpolitik der Konjunktur auf die Sprünge helfen. Wie stark die Unterstützung ausfallen wird, lässt sich erst nach den Präsidentschaftswahlen sagen: Stärker vermutlich für den Fall, dass eine Partei die Mehrheit in beiden Häusern erringt. Unterdessen ist eine Zinserhöhung der Fed noch in diesem Jahr nicht völlig ausgeschlossen.

Japan: Stimulusmaßnahmen der Zentralbank werden ihre Wirkung erst 2017 voll entfalten

In Japan haben sich die Konjunkturdaten leicht abgeschwächt. Eine schwächere Auslandsnachfrage, sinkende Investitionen und Verbraucherausgaben waren die Gründe. Nicht ganz so schlecht waren die Umfragen der Einkaufsmanager für Juli, aber auch in ihnen spiegelt sich das matte Wachstum wider. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe ist zwar den zweiten Monat nacheinander gestiegen auf den höchsten Stand seit Februar. Mit 49,3 Zählern bleibt er aber unterhalb der Wachstumsgrenze. Der Dienstleistungssektor schaffte dagegen knapp den Sprung über die Wachstumsschwelle, denn das Neugeschäft machte einen Teil des im Juni verlorenen Bodens gut. Aus unserer Sicht wird sich Japans Konjunktur ausgehend vom niedrigen Niveau im Vorjahr etwas beschleunigen. Allerdings geht das aus den Daten bislang nicht hervor. Das schwache Geschäftsvertrauen und der seit Mitte 2015 erheblich aufgewertete Yen schlagen sich in Gegenwind für die Industrie nieder. Dagegen werden die angekündigten zusätzlichen Stimulusmaßnahmen das Wachstum in den kommenden Monaten wohl leicht ankurbeln, ihre Wirkung aber erst 2017 voll entfalten.

China: Minizyklus hat seinen Höhepunkt überschritten

Im vergangenen Monat hat sich die Datenlage insgesamt etwas verschlechtert. Uneinheitlich fielen die Umfragen bei Einkaufsmanagern aus. Im Juli hat sich der Anstieg der Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsätze etwas verlangsamt. Zugleich hat der Privatsektor im Jahresvergleich deutlich weniger investiert. Auch die staatlich gelenkten Investitionen und der Wohnungsbau schalteten vom hohen Tempo im ersten Halbjahr einen Gang zurück. Der Anstieg bei den Gesamtinvestitionen verlangsamte sich auf nur noch 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit auf den niedrigsten Stand seit mindestens zehn Jahren. Zudem ist die Kreditvergabe langsamer gewachsen, was auf eine gewisse Rücknahme der jüngsten Stimulusmaßnahmen hindeutet. Nach der geldpolitischen Unterstützung in der ersten Jahreshälfte mehren sich die Anzeichen, dass der Minizyklus wegen der zurückgefahrenen Stimulusmaßnahmen seinen Höhepunkt überschritten hat. Das entspricht unseren ursprünglichen Erwartungen einer Stabilisierung zu Jahresanfang, gefolgt von einer Konjunkturabkühlung im weiteren Jahresverlauf. Aber angesichts der weltweit sehr günstigen Finanzierungsbedingungen dürfte diese Abkühlung gering ausfallen. Eine allmähliche Wachstumsabkühlung in den nächsten Monaten und Jahren ist jedoch eine unvermeidliche Folge des in China eingeleiteten Wirtschaftsumbaus. Aus jetziger Sicht rechnen wir aber weder mit einer harten Landung noch mit finanziellem Stress oder gar einer Finanzkrise.

Schwellenländer: Wirtschaftswachstum fasst dank entspannter Kreditkonditionen weiter Tritt

Für die Schwellenländer erwarten wir für dieses Jahr ein moderates Wachstum, denn der Rohstoffschock des vergangenen Jahres liegt wohl hinter uns. Die stabileren Rohstoffpreise verschaffen den Schwellenländern eine gewisse Verschnaufpause. Ihre Entwicklung verläuft indes nach wie vor uneinheitlich und nur wenige können derzeit mit starken Fundamentaldaten aufwarten. Der zusammengefasste PMI zum verarbeitenden Gewerbe für die Schwellenländer (ohne China) hat mit 50,2 Zählern knapp die Wachstumsgrenze überschritten und den höchsten Wert seit Anfang 2015 erreicht. Südafrika ist jedoch das einzige Land, dessen Zahlen wirklich Mut machen. Indiens Wirtschaft wächst zwar wieder den vierten Monat in Folge, aber zur Euphorie besteht kein Anlass. In Russland konnte der PMI seinen starken Anstieg vom Juni nicht fortsetzen. Mit 55,0 Zählern boomt der Dienstleistungssektor. Ihm ist es auch zu verdanken, dass das Wachstum insgesamt den höchsten Stand seit Februar 2013 erklommen hat. Die Binnenwirtschaft in Asien wächst derzeit mit annehmbarem Tempo. Ein Lichtblick war Indonesien mit überraschend starkem Wachstum von 5,2 Prozent im zweiten Quartal – so hoch wie seit 2013 nicht mehr. Insgesamt sollten die weltweit entspannten Kreditkonditionen dazu beitragen, dass das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer weiter Tritt fasst. Zudem haben die in den letzten beiden Jahren deutlich abgewerteten Währungen viele Schwellenländer wettbewerbsfähiger gemacht. Dass sich ihre Währungen zuletzt stabilisiert haben, hat das Vertrauen gestärkt. Dank des geringen Inflationsdrucks sind viele Schwellenländer nun in der Lage, ihre Geld- und Fiskalpolitik zu lockern. Mit deutlich mehr Wachstum als derzeit ist allerdings nicht zu rechnen. Dem dürften die Abkühlung in der chinesischen Industrie entgegenstehen und der in vielen Ländern mangelnde Reformeifer.

Shenzhen Hong Kong Stock Connect: welcome aboard China Inc.

The Chinese leadership just announced the long-awaited Shenzhen Hong Kong Stock Connect. Within four months, the Shenzhen Connect will offer retail and institutional investors full access to one of the most attractive pools of investment opportunities in the world. Welcome to the world of the Chinese private companies; welcome to the 21st century, made in China.

Financial reforms delivered

Running around the Peak in Hong Kong, you can now catch a glimpse of the City of Shenzhen on the horizon. It only happens on some (too) rare clear days, but Ping An’s skyscraper, located right next to the Shenzhen Stock Exchange, pokes the top of its 115 floors up between the hills of Kowloon. A symbol of the structural reforms initiated in 1989 by Deng Xiaoping, Shenzhen has over the last 25 years been at the forefront of China’s transition toward a more sustainable business model, based on innovation and private entrepreneurship.

Established in 1990, a year after the Shanghai Stock Exchange, the Shenzhen Stock Exchange (SZSE) has played a significant role in financing the most innovative and dynamic part of “China Inc.”. SZSE today hosts more than 1,700 companies. With USD 3.4tr total market capitalisation and an average daily turnover of over USD 60bn, SZSE is the largest and most active domestic equity market in China, ahead of Shanghai.

With the launch of the Shenzhen Connect, the full set of major financial reforms announced three years ago by President Xi has been delivered: interest rate liberalisation, capital account opening, inclusion of the Chinese Yuan in the IMF’s Special Drawing Rights basket, and the opening of financial markets.

Shenzhen versus Shanghai: the tale of two Chinas

SZSE and its associated boards - the Main Board, Small and Medium Enterprises Board (SME) and Chinext Board (the equivalent of the US Nasdaq) – offer very distinctive and unique features related to size, liquidity, private ownership and new economy exposure.

The Shenzhen market has significantly more small-cap stocks than Shanghai, with an average market cap of about half of that of Shanghai listed shares. Due to the Mainland’s investment style, which favours small-cap and high-growth stocks, trading in the Shenzhen market has been very active.

The Shenzhen market is particularly liquid when compared with other regional and global markets. For instance, Do-Fluoride Chemicals, Tianqi Lithium Industries or Jiangxi Ganfeng Lithium are probably only familiar names for environmental protection specialists. As typical Shenzhen mid-cap companies, they won’t remain unknown to international investors for long, as they are the largest lithium producers for the booming electric vehicle industry in China, and very liquid stocks. The average value traded daily on these names is higher than that of Tencent (China’s most prominent gaming and social messaging company), and two to three times more than Samsung or TSMC. Almost 75% of the most liquid names in an aggregated Asia ex-Japan + Shenzhen universe are from Shenzhen.

The Shanghai market is dominated by state-owned enterprises (SOE), while non- SOEs account for 75% of the total market in Shenzhen. Non-SOEs tend to be more efficient and profitable. For instance, the 2016e return on common equity (ROE) for the Shenzhen SME Board Index is almost 1.5% points higher than the Shanghai Composite Index (13.2% versus 11.8%, source: Bloomberg, July 2016), and SZSE provides greater exposure to sectors that represent the “New China”, such as the IT, consumer discretionary, healthcare and environmental protection sectors. IT is the largest sector on the Shenzhen market, accounting for 21% of the market cap. The consumer discretionary and healthcare sectors account for 17% and 9% respectively. These new economy sectors are at the heart of the transformation of the Chinese economy, and have in recent years consistently delivered relatively stronger earnings growth than other sectors. They are also less impacted by the economic slowdown. The Shenzhen market has been key for us to find interesting companies in the environmental protection theme.

ESG credentials of Shenzhen Stock Exchange listed names

SZSE issued as early as 2006 “Social Responsibility Instructions” for the listed companies, and it has been at the forefront on ESG disclosure ambitions on Chinese onshore markets. Tackling protection of shareholders and creditors, employees, suppliers, customers, the environment and social welfare, these instructions favour transparency and the issuance of appropriate sustainability reporting. SZSE and the China Securities Regulatory Commission (CSRC) moved one notch further at the beginning of July 2016 in banning firms that have violated environmental protection laws within the past three years of floating new shares.

How does the Shenzhen Connect work?

Trading and settlement are similar to the Shanghai Hong Kong Stock Connect (Shanghai Connect), launched in November 2014. The Shenzhen Connect offers access to 880 Shenzhen-listed names for international investors via the “Northbound” channel and to circa 115 small and mid cap Hong Kong-listed names for mainland investors via the “Southbound”.

It is interesting to note that the entire MSCI China A-shares’ constituent list has now been included in the Northbound eligible list, and MSCI Inc. should appreciate this opening of the market when reviewing it for its decision to include A-shares in its indices.

Southbound trade: diversification from renminbi exposure for mainland investors and massive valuation gap

The valuation gap is substantial; Shenzhen Composite Index trade at a forward P/E ratio of 24x versus Hang Seng Small Cap Index trading at a P/E ratio of 14.9x. Since the beginning of the year, Hong Kong-listed names offering attractive yields have become an instrument of choice for mainland financial institutions through Shanghai Connect. In the context of abundant domestic liquidity, Renminbi depreciation pressure and tight control over cross-border fund flows via underground channels, the Shenzhen Connect is becoming another official channel for offshore investment, which will increase mainland activity on the Hong Kong market. Small cap names will most likely experience sizeable inflows and an increase in volatility. For us, we see attractive opportunities in the environmental space, as the narrowing valuation gap with mainland peers will benefit high-quality names active in water treatment and infrastructure, wind and solar operators, and industrial waste management.

Northbound trade: access to the best opportunities of the new economy

For international investors, Shenzhen Connect will expand access to sectors within the new economy, leading to a more balanced China exposure. The valuation gap may restrain trading activity at the initial stage of the launch; besides international investors may need time to ramp up their knowledge and confidence on this still very under-researched universe. Nevertheless, Shenzhen will emerge as the go-to place to capture Chinese domestic champions on track to become global leaders.

In the cleantech space, Shenzhen offers, for example, some unique investment opportunities in the areas of electric vehicles, air pollution control technologies, energy efficiency, automation, and soil treatment.

Investment implications

If local retail investors will continue to dominate the flow, it is expected that overseas institutional investors will focus more on Shenzhen than Shanghai because this is China in the 21st Century.

Beyond the expected short-term rally benefitting both Shenzhen and Hong Kong, it is critical to realise that Shenzhen Connect is a stock-pickers' game. We would therefore recommend international investors not to blindly focus on the “new economy”. Investors should be selective and position themselves on structural trends shaping the future of China and its people, in order to mitigate the intrinsic volatility of these markets and the macroeconomic headlines. Shenzhen is where investors will find growth opportunities at reasonable prices and get access to superior returns.

Under that paradigm shift, environmental protection industries in China stand out. Trading at a P/E ratio of 14x for 22% earning growth in 2016, environmental protection industries offer perfect exposure to the financial opening of China and to the launch of Shenzhen Connect.

First published by François Perrin, Portfolio Manager, and Karine Hirn, Partner at EAST CAPITAL, on eastcapital.com.

Risikoprämien auf Aktien in der Eurozone deutlich höher als in den USA

von Patrick Moonen, Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners, Den Haag:

Die Zusatzrenditen, die Anleger im Gegenzug für das Investment in Aktien der Eurozone anstatt US-Aktien verlangen, sind auf dem höchsten Stand seit 2012. Das ergab eine neue Analyse von NN Investment Partners.

Laut NN IP liegt die Risikoprämie bzw. die Mindestrendite, die Anleger beim Kauf einer Aktie erwarten, um 80 Basispunkte über dem Rendite-Niveau in den USA. Dort sind die Renditen seit mehreren Jahren rückläufig. Das liegt vor allem an den niedrigeren Renditen auf US-Staatsanleihen und den stagnierenden Aktienrisikoprämien. Hinzu kommt, dass die Eigenkapitalrendite in den USA seit nahezu zwei Jahrzehnten konsequent höher liegt als in der Eurozone. In der Folge entwickelten sich die USA zur präferierten Anlageregion. 

Der Analyse zufolge hat die geldpolitische Lockerung durch die niedrigeren Credit Spreads zwar die Anleihemärkte der Eurozone belebt, doch nicht zu einem Rückgang der Aktienrisikoprämien geführt.

Der Risikoaufschlag auf Aktien der Eurozone liegt immer noch bei 6,5 Prozent, dem höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise in 2009 bzw. der Eurozonenkrise in 2011.

Dazu Patrick Moonen, Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners: „Die Gründe für das mangelnde Interesse an Aktien der Eurozone sind vielfältig: Schwächen im institutionellen Rahmen, ein angeschlagener Bankensektor, politische Ungewissheit und Brexit. Hinzu kommt, dass das Gewinnwachstum in der Eurozone – außer im vergangenen Jahr – dem der USA stets hinterherhinkte.“

„Könnte es zu einer Trendwende in der Eurozone kommen? Das hängt vor allem von folgenden Faktoren ab: Erstens die Zunahme der nominalen Wirtschaftsleistung, sodass Unternehmen ihre Gewinnspannen und Eigenkapitalrenditen steigern können. Eine stärkere Abstimmung von Steuer- und Geldpolitik, u. a. im Infrastrukturbereich, wäre sicherlich hilfreich. Im kommenden Jahr stehen Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden an. Nach dem Brexit-Votum hat der politische Wille zur Bekämpfung anti-europäischen Populismus möglicherweise zugenommen.“

„Zweitens könnten steigende Löhne – und dahin geht der Trend am Arbeitsmarkt – die US-Gewinnspannen unter Druck setzen.“ 

„Und schließlich könnte eine Zinsanhebung in den USA die Risikoprämien noch oben drücken bzw. die Nettoergebnismarge unter Druck bringen. Bis sich diese Faktoren bemerkbar machen, könnte allerdings noch einige Zeit vergehen.“

Zinserhöhungsgespräche reichen für nachhaltige Stärkung des USD nicht aus

Von John J. Hardy, Head of FX Strategy bei der Saxo Bank:

Der US-Dollar ging nach der Ansprache der US-Notenbankpräsidentin Yellen bei einer Fed-Konferenz in Jackson Hole (Wyoming, USA) in Habachtstellung und hat sich zum Ende der letzten Handelswoche kräftig erholt. Die Bewegung am Markt war dabei deutlich bemerkenswerter als alles, was Yellen in ihrer Rede erwähnte. Überraschenderweise machte Yellen sich zu Beginn ihrer Ansprache die Mühe, die aktuelle US-amerikanische Wirtschaftssituation und die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen anzusprechen, trotz der Erwartung, dass ihre Rede mit dem Titel „Entwurf belastbarer finanzpolitischer Rahmenwerke für die Zukunft“ sich lediglich mit der längerfristigen Finanzpolitikhaltung der Fed auseinandersetzen würde. Aber als die Rede über den Draht lief, erstarkte der US-Dollar zunächst aufgrund der aggressiv klingenden Schlagzeilen, wurde dann jedoch wieder schwächer, nachdem ihre Kommentare weniger ostentativ waren, als die Schlagzeilen erwarten ließen, und keine grundlegenden Schlüsse aus der Diskussion um die längerfristige Politik gezogen werden konnten. Später zog der USD dann jedoch wieder deutlich an, und sein Schlusskurs für den Tag und die Woche lag auf dem höchsten Niveau seit nahezu zwei Wochen. Diese Bewegung wurde größtenteils Stanley Fischer zugeschrieben, dem stellvertretenden Vorsitzenden der US-Notenbank, der in einem Gespräch am Freitag andeutete, dass Yellens Bemerkungen auf nicht weniger als zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr schließen lassen würden, wenn die Konjunkturdaten in den USA ausreichend stark seien.

Aber wenn die Stärke des USD ausschließlich auf den Gesprächen über kurzfristige Zinserhöhungen beruht, ist damit zu rechnen, dass diese Stärke binnen kurzem im Sande verlaufen wird. Im Großteil von Yellens Rede wiederholte sie letzten Endes nur zahlreiche Kommentare aus den letzten Äußerungen ihrer Kollegen bei der Fed. Yellen unterstrich insbesondere, dass mehrere Faktoren den sogenannten neutralen Zinssatz für die Geldpolitik der Fed nahe an null gebracht haben, was darauf hindeutet, dass der Spitzenzinssatz in diesem Zyklus deutlich niedriger liegen könnte als in früheren Spitzenzyklen. Jedwede Aggressivität seitens der Fed ist daher zwangsläufig nur kurzfristig, da die Fed nur eine geringe Gefahr einer Konjunkturüberhitzung oder unangenehmer Inflationsschübe sieht. Und hier liegt die Ironie: Die eigene Politikgestaltung der Fed verstärkt den Gegenwind für das Wirtschaftswachstum, insbesondere niedrige Produktivität. Bei niedrigen Zinssätzen und Nullzinssätzen können Forderungsausfälle nicht ausgeglichen werden, und unproduktive Akteure werden in den Bankrott gedrängt, wo sie auch hingehören. Ermüdend kam hinzu, dass Yellen die Meinung vertrat, dass zukunftsgerichtete Hinweise und quantitative Lockerung – ggf. mit erweitertem Wertpapierkaufmandat – die besten Gegenmittel für künftige wirtschaftliche Verlangsamungen seien. Diese Rede in Jackson Hole bot der Fed eine fantastische Gelegenheit, ihr Politikversagen einzugestehen, doch Yellen versagte nahezu auf ganzer Linie; im Gegenteil, sie spielte den vermutlich wichtigsten finanzpolitischen Faktor in der gegenwärtigen Lage herunter: die steuerlichen Anreize.

Aufgrund dieser kurzfristigen Fed-Aggressivität wurden am Markt erste USD-Ankäufe und erste Verkäufe von Risikoanlagen verzeichnet, doch diese Bewegung dürfte innerhalb einer Woche wieder abflauen, wenn der US-Dollar zum Ende der Woche schwächer ist, spätestens jedoch innerhalb eines Monats, selbst wenn der USD seine derzeitige Stärke behält. Aber vielleicht ist die Reaktion auf Yellen doch ganz anders gelagert und nur hinter der nutzlosen Fixierung auf die Frage versteckt, ob und wann zwei Fed-Zinserhöhungen eintreten. Die Aufwärtsbewegung der US-amerikanischen Währung und die Abwärtsbewegung bei Risikoanlagen könnten stattdessen in der Erschöpfung des langdauernden ertragsfixierten Handels begründet sein, dieses Handels, der die Märkte seit der beängstigenden Marktkrise Anfang des Jahres beherrscht hat, bei dem der Zentralbankaktivismus der EZB, der BoJ und der BoE/Brexit die 10-Jahres-Renditen in Deutschland auf -7 Basispunkte gestürzt hat und der zahllose verzweifelte Renditesucher in die Arme von Aktien getrieben hat, was wiederum den US-Aktienindizes ein Allzeithoch beschert hat. Wenn dieses Szenario Wirklichkeit wird, dürften wir eine langwierige Talfahrt an den Anlagemärkten und einen steilen, nachhaltigen Anstieg des USD von dieser Stelle an zu erwarten haben, insbesondere im Vergleich zu den risikoreichsten Währungen in Wachstums- und Industriemärkten. In anderen Worten: Die Reaktion könnte darauf hinweisen, dass die Zentralbanken auch noch ihr letztes bisschen Glück einbüßen werden.

Zwei Monate nach Brexit-Referendum: Welche Anlagen sollten jetzt in ein Multi-Asset-Portfolio?

von Nick Peters, Multi-Asset-Fondsmanager bei Fidelity International:

„Auf der Währungsseite hat das britische Pfund naturgemäß stark unter dem Brexit-Referendum gelitten. Als in der Nacht des Referendums die Hoffnungen auf ein Verbleib-Votum stiegen, bewegte sich das Pfund Sterling noch einmal auf 1,50 gegenüber dem US-Dollar. Aber seitdem ist es um rund 15 Prozent gefallen. Der insgesamt schwächere Ausblick für die britische Wirtschaft, die lockere Geldpolitik und das Leistungsbilanz- und Haushaltdefizit des Vereinigten Königreichs dürften dazu beitragen, das Pfund weiter zu schwächen.

In den beiden Multi-Asset-Fonds Fidelity Vermögensverwaltung defensiv und moderat gehe ich deshalb long auf den FTSE 100 und short auf den FTSE 250. Diese Positionen sollten vom Ergebnis des Referendums profitieren, da ein schwächeres Pfund den Wert der Gewinne der FTSE-100-Unternehmen im Ausland in die Höhe treiben dürfte – sie machen immerhin gut 75 Prozent der Gewinne des Index aus. Der FTSE 250 hat dagegen ein höheres Exposure in das Vereinigte Königreich und dürfte eher nachgeben, da die britische Wirtschaft in Folge des Brexit-Votums geschwächt ist und Investitionen nachlassen. Wir beobachten bereits jetzt, dass Investitionen in das Vereinigte Königreich zurückgestellt werden, und der FTSE scheint historisch gesehen teuer bewertet.

Rohstoffe haben sich in Folge des Brexit-Referendums weder in die eine noch in die andere Richtung besonders stark entwickelt. Sie haben sich seitwärts bewegt, obwohl sie Stand heute immer noch eine der Anlageklassen mit der besten Wertentwicklung seit Jahresbeginn sind. Zuletzt habe ich in meinen beiden Multi-Asset-Porfolios Rohstoffe beigemischt, um vom schwächeren Ölpreis zu profitieren.

Ich gehe davon aus, dass sich der Brexit mittelfristig stärker auf die Finanzmärkte und die Anlagepolitik auswirken wird. Was wir momentan sehen, ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Sowohl das Vereinigte Königreich als auch die Europäische Union sind nun dabei, ihre Verhandlungspositionen auszuarbeiten. Auch das Timing der Verhandlungen spielt eine kritische Rolle – weder die französische noch die deutsche Regierung werden das Thema Brexit in ihren Wahlkämpfen 2017 aufnehmen wollen. Die Verhandlungen werden mindestens zwei Jahre dauern, und der Prozess wird nicht reibungslos verlaufen – auch wenn das Ergebnis am Ende für beide Seiten akzeptabel ausfallen dürfte. Allerdings gehe ich davon aus, dass gerade die Rhetorik der Verhandlungen in den kommenden beiden Jahren Ängste der Märkte in Bezug auf die europäische Integration schüren dürfte.“

Jackson Hole stützt Rohstoffsektor

„Der Rohstoffsektor beendete die vergangene Woche leicht im Minus, bevor sich alle Augen auf die Rede der Fed-Chefin Janet Yellen auf dem alljährlichen Zentralbanker-Symposium in Jackson Hole richteten“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. In der Vergangenheit sei das Treffen von der Fed genutzt worden, um weitreichende Maßnahmen zu verkünden. „Im Anschluss an Janet Yellens Rede reagierten die Märkte zunächst negativ, drehten jedoch kurze Zeit später wieder, da sich kein unmittelbarer zinspolitischer Strategiewechsel oder neue Maßnahmen der Notenbank abzeichneten“, sagt Hansen. Wenngleich die Fed-Chefin verdeutlichte, dass US-Inflations- und Beschäftigungsdaten eher für eine Zinserhöhung sprechen würden, stünden dem langfristige Signale entgegen. Insofern sei die Fähigkeit einer Zinsprognose durch die Fed begrenzt. „Die Märkte reagierten daraufhin mit Kursgewinnen bei Edelmetallen und Edelmetallaktien. Der US-Dollar blieb beinahe unverändert“, sagt Hansen.

„Insgesamt bewegte sich Gold in der vergangenen Woche seitwärts - Silber und Platin wurden im Vorfeld von Yellens Rede allerdings in Mitleidenschaft gezogen. Seit einigen Wochen wird immer offensichtlicher, dass dem Edelmetallmarkt die Luft ausgeht“, sagt Hansen. Dennoch hielten sich die Einbußen beim gelben Metall in Grenzen. Wie auch bei der letzten Preiskorrektur im Mai seien Hedgefonds über mehrere Wochen als Netto-Verkäufer aktiv gewesen. „ETF-Anleger nutzten allerdings die Schwächephase und griffen zu“, sagt Hansen. Nach der Post-Brexit-Schwäche konnte sich Gold in einer relativ engen Handelsspanne um die Marke von 1.340 US-Dollar pro Feinunze festsetzen. „Während die Unterstützung der Fundamentaldaten in Form global niedriger Leitzinsen weiter bestehen bleibt, suchen die Märkte zusehends nach Bestätigung, dass die diesjährige Goldrallye weiter anhält“, sagt Hansen.

„Nach einer zuletzt turbulenten Zeit erlebte Öl eine ruhige Woche. Die Preise fielen infolge von Leerverkäufen zunächst um 20 Prozent, bevor sie im Anschluss umso schneller wieder um 24 Prozent gestiegen sind – dieses Mal aufgrund von noch aggressiveren Zukäufen“, sagt Hansen. Unterdessen habe die Rückkehr der Ölbenchmarke Brent auf die Marke von 50 USD pro Barrel zusätzliches Hedging von Öl- bzw. Schieferölproduzenten ausgelöst. „Hinzu kommt die in den letzten drei Monaten gewachsene Zahl an aktiven US-Bohrinseln und die anhaltende Überversorgung. All dies wird das Aufwärtspotential von Öl in den kommenden Monaten auf einen niedrigen Bereich von 50 USD pro Barrel begrenzen“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Misplaced hopes creates opportunity

Oil prices have rebounded recently over speculation of an output freeze by major producers. Market hopes appear misplaced and near term disappointment will likely lead to a correction in the coming month. This presents a tactical opportunity to short the CAD and NOK, which currently sit at multi month highs against major currency counterparts, says ETF Securities in their weekly FX trade idea.

Joint production limit unlikely

After suffering a two month 20% decline, oil prices have managed to stage a strong recovery in August, with the price of Brent oil returning to the $50/bbl level last witnessed in June (see Figure 1, charts attached in the PDF on the left). The rebound has largely been driven by speculation, with participants hoping that a meeting next month between OPEC and non-OPEC ministers will result in a coordinated response to support the oil market. The rally has benefitted currencies of key oil exporting nations, like the CAD and NOK, which have strengthened in recent weeks to multi-month highs. In our view, the aforementioned meeting will likely echo the failures of OPEC gatherings earlier in the year, creating potential for oil prices to retrace recent gains. This creates a tactical opportunity for investors over the next month to establish short positions in the CAD and NOK against the EUR and USD, particularly as these currency pairs trade near recent lows.

The heavily anticipated meeting on September 22-26 in Algeria has gained increasing focus as key figures from Saudi Arabia and Russia have voiced a willingness to take coordinated action to support oil market stability. The key obstacle to securing a deal in the past has been Iran, which has taken aggressive steps to ramp up production since sanctions were lifted in January to regain lost market share. We still see Iran being a barrier to negotiations next month, despite it recently confirming its attendance at the September meeting. Therefore, while we remain structurally bullish on oil in the longer run, we doubt equilibrium will be achieved in the oil market through an OPEC led supply response. The failure of talks will likely be a strong catalyst in the near term for a downward movement in price of oil.

Central banks to remain on the sideline

As a result of supportive fiscal measures outlined in recent government budgets, both the Norges Bank and the Bank of Canada (BoC) are unlikely to implement further monetary easing at upcoming meetings in September. Fiscal measures have been aimed at supporting growth and employment as both countries transition away from oil related activity, meaning that oil prices will likely be the key driver behind currency movements in the near term.

Support levels present entry points

Weakness in the CAD and NOK will most likely be reflected against the EUR and USD. The EUR/NOK and USD/NOK pairs both remain in close proximity to multi-month lows reached in early August when oil prices peaked, and therefore present attractive entry points to establish short NOK positions (long the pairs). Meanwhile, CAD crosses are trading at their 100 daily moving averages (DMA) of 1.451 and 1.292 for the EUR/CAD and USD/CAD respectively, levels which should emerge as points of support and see the pairs climb (CAD weakening).

Peru – breit diversifiziert und mit Wachstumspotenzial

Perus droht die Abstufung von einem „Emerging“ zum „Frontier Market“ durch den Indexanbieter MSCI. Das lateinamerikanische Land steht aktuell auf der „Watchlist“, denn lediglich drei peruanische Aktien erfüllen die Liquiditäts-Voraussetzungen für den MSCI Emerging Market Index – was gerade einmal der absoluten Mindestanforderung dieses Indizes entspricht. Oliver Bell, leitender Portfolio Manager und Vorsitzender des Advisory Committee für die Frontier Markets Equity Strategy bei T. Rowe Price, hat Peru besucht, und sich dabei mit verschiedenen Vertretern aus der Wirtschaft getroffen und sich einen persönlichen Einblick der wirtschaftlichen und politischen Lage verschafft.

Abhängig vom Rohstoff, aber breit diversifiziert

Perus Wirtschaft ist aufgrund seiner einzigartigen geographischen Lage traditionell breit aufgestellt. „Auch wenn Peru, wie die meisten lateinamerikanischen Länder, abhängig von seinen Rohstoffexporten ist: Das Spektrum an Bodenschätzen ist breit, was zu einer höheren Balance in der Wirtschaft beiträgt“, so Bell. Im Süden am pazifischen Ozean boomt die Fischerei. Und das Landesinnere ist reich an Rohstoffen wie Kupfer, Gold, Silber, Eisenerz, Erdöl, Holz und Kohle. Da Kupfer Perus wichtigstes Exportgut sei, hat sich Bell mit großen Kupferproduzenten getroffen. „Wir haben uns mit einem der größten Kupferproduzenten des Landes zusammengesetzt und dabei erfahren, dass das Unternehmen einen beachtlichen Start in das Jahr 2016 hingelegt hat. Dabei spielte vor allem das Thema Expansion eine Rolle. Die Kapazität am unteren Ende der Kostenkurve wurde angezogen.

Der Einzelhandel profitiert von wachsender Mittelklasse

Bis vor kurzem galt Perus Einzelhandel als der am wenigsten ausgereifte in Lateinamerika. „Der Grad der Marktdurchdringung ist zwar noch immer gering, allerdings nimmt das Wachstum an Fahrt auf“, erklärt Bell. „Der Sektor profitiert von Kapitalzuflüssen durch Auslandsinvestitionen – vor allem durch internationale Bekleidungshersteller.“ Vor dem Hintergrund von steigenden Löhnen und einer zunehmend konsumfreudigen Mittelschicht geht der Experte davon aus, dass das Wachstum in diesem Sektor nachhaltig hoch bleiben dürfte. 

Hoher Kreditwachstum am Bankensektor

Bell äußert seine Besorgnis über die bestehende Währungsinkongruenz im peruanischen Bankensektor. „Es gab einen starken Run auf den US-Dollar. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis liegt in der Lokalwährung bei fast 150 Prozent“, berichtet Bell. Allerdings habe ihn zuletzt ein Treffen mit Repräsentanten der peruanischen Zentralbank etwas beruhigt. Es hätte sich dabei um einen isolierten Einzelfall gehandelt, bei dem lokale Institutionen Sorge um eine Abwertung des peruanischen Sol gehabt hätten. Die Zentralbank hätte dieses Risiko abgeschwächt, indem sie Banken kurzfristig Repo-Geschäfte anbot, um diese Lücke zu schließen. Abgesehen von diesem Risiko sei Perus Bankensektor aber einer der strukturell attraktivsten in der Region und, ähnlich wie der Einzelhandel, bislang kaum durchdrungen. „Wir sehen großes Potenzial für Wachstum am Kreditmarkt“, so Bell. Das gelte insbesondere für Perus größten Finanzdienstleister, der mehr als ein Drittel des Marktes ausmache. Die breit diversifizierte Gruppe, zu der auch das zweitgrößte Versicherungsunternehmen des Landes zählt, operiere mit einer soliden Kapitalbasis. „Zudem konnte die Bank zuletzt erfolgreich ihr Kreditportfolio und ihre Einlagen steigern“, so Bell.

Luxusgüterindustrie: Der Wendepunkt könnte erreicht sein

Für die Hersteller von Luxusgütern wendet sich langsam das Blatt: Nach schweren Jahren können sie wieder moderate Wachstumsraten vorweisen. Scilla Huang Sun, Managerin des JB Luxury Brands Fund, kommentiert den möglichen Turnaround des Luxusgütersektors.

„Für Investoren sind die verbesserten Gewinnzahlen der globalen Luxusgüterkonzerne im zweiten Quartal eine große Erleichterung. Auch wenn die Quartalszahlen einiger Unternehmen noch ausstehen, sind die bisher veröffentlichen Zahlen besser als erwartet – gerade angesichts der geopolitischen Turbulenzen und gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen“, sagt Scilla Huang Sun. Ein Grund dafür, dass die aktuellen Ergebnisse überraschen, seien die vor der Berichtssaison sehr pessimistischen Einschätzungen vieler Analysten gewesen. Bei den Experten seien deshalb vor allem die starken Ergebnisse der Branchengrößen, wie etwa von LVMH (Mutterkonzern der Marke Louis Vuitton) und Kering (Besitzer von Gucci), gut angekommen.

Im abgelaufenen Quartal erzielten besonders Sportartikelproduzenten, Kosmetikfirmen und Hersteller hochwertiger Lederprodukte gute Resultate. Höherwertige Luxusartikel wie Uhren und Schmuck hatten hingegen nach wie vor einen schweren Stand. „Da das Wachstum selbst im besten Fall moderat ausfallen wird, kommt es für Unternehmen in der Luxusgüterindustrie vor allem darauf an, die Kosten unter Kontrolle zu halten. Ferragamo und Hugo Boss sind in diesem Bereich recht erfolgreich“, so Huang Sun.

Geopolitische Entwicklungen bergen kurzfristige Risiken

Der Verkauf von Luxusgütern wuchs im zweiten Quartal weiterhin im mittleren einstelligen Bereich. „Wir gehen davon aus, dass das organische Wachstum der Unternehmen, in die wir investiert sind, im Jahr 2016 bei rund fünf Prozent liegen wird. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass widrige Ereignisse wie Terrorattacken oder politische Themen wie die US-Präsidentschaftswahlen meist nur einen kurzfristigen Effekt auf die Verkaufszahlen von Luxusprodukten haben“, so Huang Sun.

Auch die Tatsache, dass einige Top-Marken ihr Image wieder neu beleben konnten, findet die Expertin ermutigend. Insbesondere Louis Vuitton und Gucci, die in den letzten Jahren etwas an Glanz eingebüßt hatten, haben viel Arbeit in die Revitalisierung der Markenidentität gesteckt und dies zahle sich nun anscheinend aus. Gerade europäische Kunden hätten neue Produkte nachgefragt und so zu den unerwartet guten Ergebnissen beigetragen. Gucci habe beispielsweise seine Verkaufszahlen in Westeuropa seit Jahresbeginn um beachtliche 20 Prozent gesteigert – obwohl Touristen aus Übersee, die auf Reisen oftmals Luxusgüter erstehen, aufgrund von Sicherheitsbedenken vermehrt ferngeblieben seien. 

Geschäft mit Luxusuhren lahmt, Onlinehandel im Aufwind

„Das Sorgenkind der Luxusbranche bleiben Uhren. In der Schweiz und Frankreich, zwei wichtigen Märkten, bleiben die Touristen aus. Auch in Hong Kong sind die Absatzzahlen immer noch schwach und es gibt keine Anzeichen für eine Verbesserung. Allerdings dürfte es nur eine Frage der Zeit sein bis es auch hier eine positive Wende gibt, denn die Verkäufe sind bereits im zweiten Jahr rückläufig“, erklärt Huang Sun. So erwarte beispielsweise die Swatch Gruppe eine bessere zweite Jahreshälfte.

Die Digitalisierung hat das Shopping-Verhalten nachhaltig verändert. Der Expertin zufolge gilt das in besonderem Maße für die Luxusgüterbranche, in der die Markenidentität eine zentrale Rolle spiele. Gerade die sogenannten Millenials, also jüngere Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, würden bei Kaufentscheidungen eher durch Empfehlungen ihres sozialen Umfelds beeinflusst als durch klassische Werbung: „Unserer Ansicht nach werden Luxusunternehmen weniger für neue Filialen und Werbung ausgeben, dafür aber verstärkt ins E-Commerce und Marketing über soziale Medien investieren.“ Das schlage sich schon heute in den Unternehmensausgaben nieder.

Das relativ schlechte Sentiment sei bei den gegenwärtigen Bewertungen am Markt bereits deutlich eingepreist. “Die Nachfrage nach Luxusgütern dürfte weiter steigen, auch weil die wachsende Mittelklasse in den Schwellenländern ihre Konsumbedürfnisse befriedigen will. Die Unternehmen in diesem Sektor haben ihre Hausaufgaben gemacht. Bessere Umsatzzahlen sollten auch dazu führen, dass die Gewinne überdurchschnittlich steigen“, sagt Scilla Huang Sun.

Goldene Zeiten oder hat das Edelmetall seinen Zenit schon überschritten?

Nick Peters, Multi-Asset-Fondsmanager bei Fidelity International:

„Gold hat in diesem Jahr viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das verwundert nicht, ist sein Preis doch seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent gestiegen und hat damit viele große Anlageklassen hinter sich gelassen. Andererseits ist es von seinem Höchststand im August 2011 noch weit entfernt. Es stellt sich daher die Frage, ob sich der Höhenflug von Gold fortsetzt oder ob der Preisanstieg in diesem Jahr nur ein kurzes Intermezzo war.

Viele Anleger haben in diesem Jahr Gold hinzugekauft. Ein Grund waren unter anderem die Sorge um das globale Wirtschaftswachstum, vor allem die zu Jahresbeginn um sich greifende Furcht vor einer Abkühlung in China. Wie ein Seismograf spiegelt der Goldpreis diese Ängste wider: In der zweiten Januarhälfte schnellte er kräftig nach oben, als die Panik an den Märkten ihren Höhepunkt erreichte. Zudem verlor mit der Rückkehr der US-Notenbank Fed zu einer expansiveren Geldpolitik Anfang des Jahres der Dollar-Höhenflug, von dem üblicherweise Gegenwind für den Goldpreis ausgeht, an Fahrt. Und da die Zinsen noch länger niedrig bleiben dürften, rückt einer der traditionellen Nachteile von Gold, nämlich dass es keine Rendite abwirft, in den Hintergrund.

Trotz des starken Preisanstiegs in diesem Jahr sollten Anleger meines Erachtens nach wie vor eine weitere Allokation in Gold in Betracht ziehen. In volatilen Marktphasen kann Gold ein sicherer Hafen sein und ein starkes Gegengewicht zu Aktien darstellen. Das ist aktuell insofern relevant, da die Kurse an vielen Aktienmärkten mittlerweile teuer erscheinen. In den vergangenen Monaten wurden sie vor allem von der Erwartung weiterhin sehr niedriger Leitzinsen getrieben und weniger von besseren Wirtschaftsdaten. Solche Stimmungsrallys können zwar eine ganze Weile laufen, aber Aktien sind inzwischen recht anfällig für Veränderungen der Marktstimmung. Eine Wiederholung der Berg- und Talfahrt vom Jahresanfang ist daher durchaus denkbar. Zudem kann Gold auch vor Geldentwertung schützen, sollte sich die Inflation beschleunigen.

Den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in Gold zu bestimmen, ist nicht einfach, denn der Goldpreis reagiert empfindlicher auf Stimmungen als auf Fundamentaldaten wie z.B. das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Dennoch könnte es für Anleger jetzt sinnvoll sein, ihre strukturelle Anlage in Gold aufzustocken, um ihr Portfolio gegen volatile Märkte zu wappnen. Solche aus strukturellen Gründen aufgebaute Positionen werden in der Regel nicht schnell wieder aufgelöst – womit sie den Goldpreis belasten würden.

In meinen beiden Multi-Asset-Fonds Fidelity Vermögensverwaltung defensiv und moderat habe ich kürzlich Gold beigemischt. Die Position stellt meines Erachtens ein gutes Gegengewicht zu Aktien dar. Zudem eröffnet sie das Potenzial für Kapitalwachstum in einem nach wie vor unsicheren Anlageumfeld.“

Wird Janet Yellen die Fed degradieren?

von John J. Hardy, Head of FX Strategy bei der Saxo Bank.

Die lang anhaltende Besessenheit der Medien mit der Wahrscheinlichkeit und dem Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung der US-Notenbank hat sich schon längst abgenutzt. Die neue Frage lautet: Wird die Fed in den nächsten 12 – 18 Monaten eine Zinserhöhung starten – oder vielleicht gar nicht? Und nachdem irrelevante 25 Basispunkte die einzige Unsicherheit in der Fed-Richtlinie für den relevanten Horizont der Markterwartungen bilden, haben die Bewegungen am Währungsmarkt weiterhin an Schwung verloren. Nur das Brexit-Votum und die daraus folgende Schwäche des Pfund Sterling wahren  einen gewissen Pulsschlag der Wechselkurse.

Diesen Freitag wird die Fed-Chefin Janet Yellen beim hochkarätigen jährlichen Jackson-Hole-Symposium sprechen. Das ist eine seltene Gelegenheit, die Ansichten der weltweit bedeutendsten Zentralbankerin zu ihren Beobachtungen über das große Ganze der Währungspolitik zu hören und dem kurzfristigen Schwerpunkt auf das Wann und Ob der nächsten Fed-Erhöhung auszuweichen. Die große Erwartungshaltung an diese Rede wird noch weiter verstärkt: zum Einen wegen der klaren Uneinigkeit unter den Fed-Angehörigen, ob eine weitere Zinserhöhung nötig wäre, zum Anderen angesichts neuer Hinweise, dass einige Fed-Offizielle das aktuelle währungspolitische Instrumentarium als nicht ausreichend für die langfristigen Belastungen der US-Wirtschaft erachten.

Der Fed-Präsident John Williams aus San Francisco – ein wichtiger Mitarbeiter unter Yellens Präsidentschaft in der Fed in San Francisco – hat einen Artikel veröffentlicht, dass der natürliche Zinssatz derzeit deutlich niedriger als in der Vergangenheit liege. DIes erhöhe wiederum die Gefahr, dass der geldpolitische Zinssatz bei oder unter Null schwanke und auch eventuelle Rezessionen länger oder schlimmer würden, da die Finanzpolitik sich nicht mehr so stark wie bisher durchsetzen könne. Als Gegenmaßnahme fordert Williams in seinem Artikel bestimmte finanzpolitische und andere politische Maßnahmen (z. B. nominelles BIP als Ziel – im Grunde genommen den Weg zurück zum nominellen BIP oder gar zu einem Realwachstum per Gelddrucken).

Stanley Fischer, stellvertretender Vorsitzender der Fed, schlug mit einer Rede an diesem Wochenende in dieselbe Kerbe, die er mit der Frage abschloss, ob die Finanzpolitik das richtige Mittel sei, um die US-Wirtschaft von ihren langfristigeren Herausforderungen zu befreien, beispielsweise vom immer langsameren Produktivitätswachstum. Hierbei nannte er „effektive finanzpolitische und regulatorische Maßnahmen“ als alternative, produktivere Möglichkeit.

Aus diesen Facetten entsteht ein verlockendes Bild, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Fischer als einflussreiche Persönlichkeit bei der Fed gilt und Williams noch aus Yellens Zeit bei der Fed in San Francisco mit ihr verbunden ist. Als wäre die Angelegenheit nicht schon verwirrend genug, stellten kürzlich auch noch William Dudley, der einflussreiche Präsident der Fed in New York, und selbst Williams von der Fed in San Francisco kämpferisch den Bedarf an weiteren Zinserhöhungen in den Raum.

Aber wird Yellen diesen Freitag überhaupt Stellung nehmen? Seit ihrer Übernahme des Fed-Ruders Anfang 2014 hat sie sich äußerst zurückhaltend gegeben. Und würde ein Umschwung der Fed bei der langfristigen Politik im Markt eher als gemäßigt oder als kämpferisch angesehen werden?  Einerseits: Die Anerkennung, dass sich die Fed in einer neuen Welt mit beeinträchtigtem Wachstum bewegt, würde darauf hindeuten, dass die Fed keine großen und/oder häufigen Zinserhöhungen plant, da die Inflation ihrer Meinung nach erst dann wieder eintritt, wenn die Finanzanreize und Strukturreformen ihre volle Kraft entwickelt haben; diese Einstellung wäre also gemäßigt. Auch die Reaktion des Marktes auf eingehende Daten würde dabei zum Teil eliminiert.

Andererseits: Jede Erwähnung einer kurzfristigen Zinserhöhung ist kämpferisch, da der Markt eine mehr als einmalige Zinserhöhung in den kommenden 12 Monaten als äußerst unwahrscheinlich ansieht. Könnte die Fed stattdessen zwei Zinserhöhungen kurz nacheinander vornehmen und dann den „Schwarzen Peter“ im kommenden Jahr an den neuen Kongress und den neuen Präsidenten weitergeben?

Im Grunde könnte die Fed unter Yellen ihre eigene Degradierung aussprechen, nachdem Greenspan und Bernanke sich seit mehr als 25 Jahren ganz im Sinne von „Masters of the Universe“ als Herrscher des Universums aufgespielt hatten – also ihre Unfähigkeit gestehen, langfristig das Richtige für die Wirtschaft zu leisten. Wenn die Fed genug davon hat, in eine finanzpolitische Ecke gedrängt zu werden, und diese längerfristige Kehrtwende in der Finanzpolitik tatsächlich umsetzt, steht äußerst viel auf dem Spiel.

Die wirklich interessanten Aussagen an diesem Freitag werden wohl zwangsläufig in vorsichtige Formulierungen verpackt oder nur ganz am Rande gestreift werden. Aber wenn eine handfeste Botschaft ausgesprochen wird, egal wie direkt oder indirekt, könnte sich diese Botschaft an einem Markt, der verzweifelt auf neue Entwicklungen hofft, ziemlich drastisch auswirken.

Polarisierter Markt im Vorfeld der Jackson-Hole-Konferenz, wobei die Anleger den US-Dollar und Gold optimistisch einschätzen

Letzte Woche verzeichneten Long-Gold-ETPs die fünfte Woche in Folge Mittelzuflüsse, da der Markt noch immer keine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im September einpreist. Gewinnmitnahmen beendeten eine 7-wöchige Phase mit positiven Kapitalströmen in Rohöl-ETPs, die vergangene Woche einen Abfluss von 82 Mio. USD verbuchten. Die Anleger verstärken ihre Long-USD-Engagements im Vorfeld der Jackson-Hole-Konferenz, wobei der Euro allgemein pessimistisch beurteilt wird. Industriemetall-ETPs konnten in sechs der vergangenen sieben Wochen einen Mittelzufluss vorweisen. Den vollständigen wöchentlichen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links mit Charts als PDF.

In Gold-ETPs (A0LP78) flossen in den letzten fünf Wochen Gelder in Höhe von 644 Mio. USD. Nach Meinung der Anleger sprach das vergangene Woche veröffentlichte Protokoll zur Sitzung der US Federal Reserve eine vergleichsweise expansive Sprache, was positiv für den Goldpreis zu werten ist. Allerdings dämpfte der stellvertretende Fed-Vorsitzende Fischer die Stimmung etwas, indem er erklärte, die Fed stehe kurz vor den Zielen, die durch ihr Mandat gesetzt werden. Solange hinsichtlich des weiteren geldpolitischen Kurses in den USA Unsicherheit besteht, dürfte Gold (A0N62G) weiter zu den favorisierten Anlagen gehören. „Die Stimmung ist nach wie vor optimistisch. Die CFTC-Futures-Daten haben sich zwar in den letzten Wochen etwas abgeschwächt. Die Netto-Goldpositionen bewegen sich aber nach wie vor in der Nähe eines Allzeithochs“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. Was den übrigen Edelmetallsektor (A0N62H) angeht, so haben die Anleger in den 17 Monaten seit März 2015 die Platin-Positionen  am stärksten gekürzt, wenngleich in den letzten Wochen starke Zugewinne verzeichnet wurden.

Nach 7 Wochen keine positiven Kapitalströme in Rohöl-ETPs (A1N49P) mehr, da Gewinnmitnahmen Abflüsse von 82 Mio. USD verursachten. Die Ölpreise bewegen sich wieder in Bullenmarkt-Terrain, nachdem sie seit den jüngsten Tiefs im Bereich von 40 USD je Barrel wieder um über 20% angezogen haben. „Der Brent-Preis hat die Marke von 50 USD je Barrel überschritten, seit über eine mögliche Produktionsvereinbarung innerhalb der OPEC berichtet wurde und die Produktion in Nigeria infolge von extremistischen Anschlägen auf seine Pipelines zurückgegangen ist. Wir rechnen mit weiteren Gewinnmitnahmen, wenn sich die Preise stärker dem oberen Ende der jüngsten Spanne von 40-55 USD je Barrel annähern“, meint Herr Hein. Einem Bericht der US-Energieinformationsbehörde zufolge sind die kommerziellen Rohölvorräte in den USA letzte Woche erstmals seit einem Monat gesunken, was den Preis für Rohöl der Marke WTI (A0KRJX) in die Höhe getrieben hat.

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verbuchten in sechs der letzten sieben Wochen Mittelzuflüsse. Der Kapitalzustrom während der Woche belief sich auf 5,6 Mio. USD, was vor allem auf die stärksten Zuflüsse in breit aufgestellte ETPs seit September 2015 (7,7 Mio. USD) zurückging. Daten des World Bureau of Metals Statistics zufolge lag in der ersten Jahreshälfte 2016 bei allen Industriemetallen ein Defizit vor. „Als Folge scheinen die Anleger nicht die Gewinner auszuwählen, sondern vielmehr diversifizierte Engagements innerhalb des Sektors anzustreben“, so Herr Hein.

Anleger gehen im Vorfeld der Jackson-Hole-Konferenz Long-USD-Positionen ein, mit dem höchsten Mittelzufluss seit drei Wochen. Da innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) offenbar Uneinigkeit in Bezug auf eine Zinserhöhung auf der Fed-Sitzung im September herrscht, blicken die Anleger mit großem Interesse auf das diese Woche stattfindende Zentralbanker-Meeting in Jackson Hole. Die Märkte erscheinen recht selbstgefällig und preisen lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 20% für eine Straffung ein. Die Fed-Vorsitzende Yellen wird zwar vermutlich darauf verweisen, dass die Geldpolitik langsam und allmählich gestrafft werden muss. Eine etwaige „hawkishe“ Rhetorik dürfte aber dennoch einen stärkeren US-Dollar nach sich ziehen. Long-USD-ETPs verbuchten einen Kapitalzufluss von 15,5 Mio. USD, wobei zumeist eine Positionierung gegen den Euro erfolgte. Dagegen verzeichneten Long-Euro-ETPs einen Abfluss von 6,1 Mio. USD, den stärksten seit fünf Wochen.

China treibt die Öffnung des Aktienmarkts für ausländische Investoren voran

Gute Nachrichten für China-Investoren: Der chinesische Aktienmarkt wird sich für ausländische Investoren weiter öffnen. Denn vergangene Woche genehmigte der chinesische Staatsrat das „Shenzhen-Hongkong Stock Connect“-Programm. Vorbild ist das bereits etablierte „Shanghai-Hongkong Stock Connect“-Programm, das seit 2014 läuft. Künftig soll das neue Börsenprojekt es ausländischen Investoren ermöglichen, auch in Aktien zu investieren, die an der Börse der chinesischen Stadt Shenzhen notiert sind. „Aktuell ist das Datum für den Startschuss des Projekts noch nicht bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass es noch im Laufe dieses Jahres starten wird“, sagt Jian Shi Cortesi, Portfoliomanagerin für chinesische Aktien bei GAM.                                                             

Zusammenschluss wird zweitgrößten Aktienmarkt ergeben

Das Programm wird die Anzahl an chinesischen A-Shares, die für ausländische Anleger verfügbar sind, weiter erhöhen. Zudem steigert der verbesserte Marktzugang die Chance, dass A-Aktien – also in Renminbi gehandelte Aktien – zukünftig häufiger in MSCI Indizes aufgenommen werden. „Addiert man die A-Shares der beiden Stock Connect Programme und die an der Börse Hongkong gelisteten Papiere, dann ergibt dies den zweitgrößten Aktienmarkt weltweit gemessen an der Marktkapitalisierung“, so Cortesi.

„Die Genehmigung zeigt, dass in China die Ängste vor weiteren Kapitalabflüssen abnehmen, nachdem die Devisenreserven in den letzten Monaten nicht mehr so stark rückläufig waren“, erklärt die Expertin. Für die Shenzhen-Hongkong Stock Connect werde die gleiche tägliche Handelsquote gelten wie für die Shanghai-Hongkong Stock Connect. Diese Quote belaufe sich jeweils auf 13 Milliarden Renminbi im Nordwärtshandel und 10,5 Milliarden Renminbi im Südwärtshandel.

Das gilt es zu beachten

Hunderte an der Börse Shenzhen gelistete A-Aktien, darunter auch Nebenwerte, werden nun erstmals für internationale Anleger zugänglich. Interessierte Investoren sollten allerdings die regional unterschiedlichen Bewertungen im Auge behalten: „In der Regel sind Aktien an der Börse Shenzhen höher bewertet als Aktien an den Börsen in Hongkong oder Shanghai. Aus diesem Grund sollten potenzielle Investoren besonders selektiv vorgehen und vor allem auf große Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten und angemessenen Bewertungen setzen“, rät Cortesi.

Zudem werden Investoren aus Festlandchina Zugang zu Aktien aus dem Hang Seng Small Cap Index bekommen, in dem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5 Milliarden Hongkong-Dollar erfasst sind. Da der chinesische Yuan gegenüber dem US-Dollar zuletzt abwertete, sind an der Börse Hongkong notierte Aktien für Anleger vom chinesischen Festland momentan besonders attraktiv und die Nachfrage ist steigend. „Im bisherigen Jahresverlauf haben die Anleger vom chinesischen Inland Dividendenaktien aus Hongkong favorisiert. Nun könnte sich ihr Interesse verstärkt auf Nebenwerte in Hongkong richten, denn diese sind im Vergleich zu den A-Aktien viel günstiger bewertet“, erläutert Cortesi.

Wie wir von Disruption profitieren

von Suneil Mahindru, Manager des Goldman Sachs Europe Equity Partners Portfolios und Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management.

Aktienanleger müssen stets Veränderungen antizipieren und auf sie vorbereitet sein – ganz gleich, ob sie sich allmählich oder über Nacht vollziehen. Technologische Veränderungen verfügen oftmals über disruptives Potenzial, und in einem sich wandelnden, globalen Umfeld ist die Wahrscheinlichkeit für destabilisierende Ereignisse hoch. Die Fähigkeit, Umbrüche und die mit ihnen verbundenen Gewinner und Verlierer zu erkennen, ist für die Erzielung attraktiver Renditen an den globalen Aktienmärkten insofern von entscheidender Bedeutung.

Geringe, aber dennoch positive Renditen

Am Brexit-Votum wird die Zunahme populistischer Stimmungen in Europa und den USA am offensichtlichsten. Als Konsequenz wurden die Wirtschaftsprognosen in Großbritannien und Kontinentaleuropa nach unten korrigiert. Aufgrund der gestiegenen makroökonomischen Unsicherheit dürften Unternehmensführungen ihre Entscheidungen über Ausgaben und Investitionen vertagen. An den globalen Aktienmärkten wird die Volatilität vermutlich nach wie vor über den relativ niedrigen Werten der letzten Jahre liegen, was uns darin bestärkt, weiterhin auf die mittel- bis langfristige Wertentwicklung zu setzen.

Aus makroökonomischer Sicht gehen wir für die globalen Aktienmärkte von niedrigen bis mittleren einstelligen Gewinnen für 2016 aus. In einem Umfeld mit negativen Zinssätzen in vielen Märkten sind wir der Ansicht, dass Aktien weiterhin recht attraktiv bleiben, da andere Anlageklassen noch geringere Renditen bieten.

Bewertungsrisiko vs. Fundamentalrisiko

Die Impulse für regionale Aktienmärkte haben sich seit unserem letzten vierteljährlichen Ausblick nicht verändert. Dennoch sind wir überzeugt, dass die Risiken und Renditen in den einzelnen Regionen insgesamt ausgewogener sind.

USA: Die Wirtschaft und die Unternehmen der USA weisen noch immer die stärksten Fundamentaldaten auf. Die Arbeitslosigkeit liegt weiterhin bei unter 5 Prozent, das Stellenwachstum zog im Juni wieder an und die Immobilienpreise steigen weiter. Bessere Fundamentaldaten und weniger Unsicherheit im Vergleich zu anderen Regionen dürften für Vermögenszuflüsse sorgen und die Wertentwicklung der US-Aktien auf kurze Sicht vorantreiben.

Europa: Viele Unternehmen könnten aufgrund des Brexit gezwungen sein, Entscheidungen aufzuschieben, da sie auf Klarheit in Bezug auf dessen Auswirkungen auf den freien Personen- und Warenverkehr warten. Die Korrektur des BIP-Wachstums der Eurozone fiel schwächer aus; es liegt nun bei 1,3 Prozent gegenüber ursprünglichen 1,4 Prozent. Dies wird voraussichtlich die Unternehmensgewinne belasten, da europäische Unternehmen einen relativ hohen operativen Leverage aufweisen. Wenn das BIP-Wachstum anzieht, haben europäische Unternehmen aber immer noch das Potenzial für Gewinnzuwächse, um ihre US-amerikanischen Konkurrenten einzuholen.

Schwellenmärkte: Generell wirkt sich die Zunahme politischer und wirtschaftlicher Risiken in Europa noch am wenigsten auf die Schwellenländer aus. In Kombination mit Währungsschwankungen könnte auf kurze Sicht allerdings der Aktienmarkt betroffen sein. Wir setzen weiterhin auf ein höheres Potenzial zur Alpha-Generierung in den Schwellenländern; ein Ergebnis der Ineffizienz des Aktienmarkts und der Schwäche des nach der Marktkapitalisierung gewichteten Referenzindex. Wir rechnen damit, dass konsumentenorientierte Unternehmen zu den attraktivsten Anlagen in Schwellenländern gehören, da der steigende Konsum das langfristige Wachstum stützen dürfte.

Analyse des Umbruchs: neue Gewinner und Verlierer

Disruptive Entwicklungen gehen häufig mit technologischem Fortschritt einher, wodurch bestehende Geschäftsmodelle auf den Kopf gestellt werden. Heute haben wir es allerdings mit einer Vielzahl destabilisierender Kräfte an den Aktienmärkten zu tun. Wahlergebnisse und aufsichtsrechtliche oder politische Veränderungen können zu Umbrüchen führen, in deren Folge gegensätzliche Entwicklungen möglich sind. Generell ist schwierig, in diesem Bereich Vorhersagen zu treffen. Wir bewerten Veränderungen allgemein wie auch im Bezug auf den Wettbewerb deswegen kontinuierlich und schauen, ob sich neue Gewinner oder Verlierer herausbilden.

Technologie: Cloud-basierte Computersysteme sind ein gutes Beispiel dafür, wie eine technologische Neuerung von geringem Ausmaß weit über das Silicon Valley hinaus Wellen schlagen kann. Die Cloud versetzt Maschinen und andere Geräte in die Lage, direkt miteinander zu kommunizieren, ein Konzept, das unter der Bezeichnung „Internet der Dinge“ bekannt geworden ist.

Da digitale und mechanische Technologien zunehmend stärker miteinander verknüpft werden, gehen wir von einer Verschiebung der Gewinne in Richtung der Halbleiterindustrie aus. Im Zuge der Weiterentwicklung des „Internets der Dinge“ dürften Hersteller analoger Halbleiter von einer steigenden Nachfrage profitieren. Wir positionieren die Portfolios insofern mit einem Schwerpunkt im Technologiesektor bei Software- statt Hardwareunternehmen.

Finanzen: Seit der Krise im Jahr 2008 haben Geldpolitik und Regulierung permanent für Umbrüche in der Finanzbranche gesorgt. Kapital- und Compliance-Anforderungen für Banken wurden verschärft, während niedrige Zinsen die Nettozinsmargen schrumpfen ließen.

Ein Blick auf die Fundamentaldaten von Banken ergibt, dass die meisten Banken mittlerweile gut kapitalisiert sind, während die Kreditmarktentwicklung weiterhin relativ günstig ausfällt. Die meisten größeren US-Banken dürfen nun nach positiven Ergebnissen der letzten Stresstests mehr Kapital an ihre Aktionäre auszahlen.

Europäische Banken stehen aufgrund politischer und aufsichtsrechtlicher Unsicherheiten infolge des Brexit sowie der anhaltenden Besorgnis über anfällige Bereiche des Bankensystems weiter unter Druck. Unser Fokus liegt auf Banken mit übersichtlichen Geschäftsmodellen, die sich unserer Auffassung nach besser entwickeln könnten als komplexe Finanzinstitute.

Das Gesamtbild

Als fundamental orientierte Aktienanleger berücksichtigen wir grundsätzlich die Vielschichtigkeit von Disruption und wie sich diese künftig auf Unternehmen, Branchen und Märkte auswirken kann. Ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index tut dies nicht: Er ist passiv und reflektiert lediglich die Gewinner und Verlierer vergangener Umbrüche. Die Ausrichtung unserer Positionierung auf den Konsumanstieg in den Schwellenländern, der im nach Marktkapitalisierung gewichteten Referenzindex merklich unterrepräsentiert ist, verdeutlicht die Vorteile eines solchen Ansatzes. Als aktive Manager erkennen wir Bereiche, in denen wir einen Vorsprung haben und eine bewusste Risikoentscheidung treffen können. Auf diese Weise verfolgen wir unser Ziel, das Aufwärtspotenzial von Umbrüchen jeglicher Art für unsere Kunden zu nutzen.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 30. Juni 2016 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,127 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

Investmentchancen in Zeiten des schnellen Wandels

Der Begriff Marktdisruption wird insbesondere mit Bezug zum Silicon Valley nahezu inflationär gebraucht. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass sich Märkte im ständigen Wandel befinden, weil immer neue Technologien oder Geschäftsmodelle den Markt erobern und die alteingesessenen Unternehmen ständig neu herausfordern. Für Investoren hat dieser Begriff allerdings eine weitaus tiefere Bedeutung: Wenn man auf der richtigen Seite des Wandels steht, können sich große Chancen eröffnen. Wer während Umbruchphasen allerdings auf die falsche Seite setzt, kann schmerzhafte Fehlinvestments erleiden. „Die sogenannte ‚kreative Zerstörung‘ ist wesentlicher Bestandteil des Wirtschaftswachstums“, sagt David Eiswert, Portfoliomanager der Global Focused Growth Equity Strategie bei T. Rowe Price. „Innovationen bringen immer Gewinner und Verlierer hervor. Es ist daher absolut essenziell, Kapital und andere Ressourcen schnell von schrumpfenden zu wachsenden Unternehmen zu verschieben. Nur so können möglichst viele Investoren von den Vorteilen der Innovation profitieren.“

Noch nie war es für Investoren deshalb wichtiger, auf der „kreativen“ statt der „zerstörerischen“ Seite dieses Prozesses zu sein, als in der heutigen Zeit des rasanten Wandels. Die Wellen der Disruption, die gegenwärtig durch die globale Wirtschaft und Gesellschaft schwappen, sind beispielslos in ihrem Ausmaß und ihrer Geschwindigkeit. Und sie umfassen verschiedenste Bereiche: Technologie, Pharma- und Gesundheitsbranche, Politik, Popkultur, Wirtschaftspolitik sowie Regulierung. Um erfolgreich zu investieren, müssen Anleger erkennen, wie diese Entwicklungen Gesellschaft und Wirtschaft verändern. Arbeitsplatzverlagerung, neue Energietechnologien und Verschiebungen in der Produktion sind nur einige Beispiele für wesentliche Veränderungen in der Industrie, die Investoren berücksichtigen sollten.

Je größer die Vorteile des Wandels für die Gewinner sind, desto stärker fallen die negativen Auswirkungen auf die Verlierer aus. „Proteste der Bevölkerung gegen den Wandel können kostspielige politische Konsequenzen nach sich ziehen – etwa die jüngste Entscheidung der britischen Wähler für den Austritt aus der Europäischen Union“, so Eiswert. „Es ist wichtig zu verstehen, dass wirtschaftliche Disruption zu politischer Disruption führen kann und umgekehrt.“ Vor dem aktuellen wirtschaftlichen Hintergrund sei es daher nicht verwunderlich, dass geringes Wachstum und zunehmende Disruption Populismus und Protektionismus in vielen Ländern schüren. „Investoren sollten umfassend analysieren, wie Entscheidungsträger kurzfristig auf diese politischen Druckmittel reagieren könnten, und ebenso die langfristig anhaltenden Veränderungen erkennen.“

Technologieinnovationen können revolutionären Charakter haben

Disruption verursacht Eiswert zufolge eine „Winner-takes-all“-Dynamik: Häufig seien es nur eine Handvoll Vorreiter, die sich das größte Stück vom Kuchen sicherten. Der Prozess könne sich aber auch explosionsartig ausbreiten, insbesondere dann, wenn Technologieinnovationen und steigende Verbrauchernachfrage den Weg für sogenannte „Blockbuster-Produkte“ ebnen, die den bestehenden Markt schnell transformieren. Als klassisches Beispiel nennt David Eiswert die Zusammenführung von drahtlosen Breitbandverbindungen und Computer-Funktionalitäten, aus der letztlich die Smartphones hervorgingen. „Das Gerät hat die mobile Kommunikation nahezu sofort revolutioniert – zunächst in der Arbeitswelt und dann für alle Konsumenten“, erklärt der Portfoliomanager. „Die massenhafte Einführung von Smartphones hat es wiederum anderen Innovatoren ermöglicht, eine Vielzahl an Folgeprodukten und Services zu entwickeln – vom Tablet bis zur App.“

Die grundlegende Lehre für Investoren ist laut Eiswert folgende: Disruption kann zu radikalem Wandel führen. Explosives Umsatz- und Gewinnwachstum, und zukünftiges Wachstumspotenzial können rasche Kursanstiege generieren. Bei einem Paradigmenwechsel tendierten Märkte dazu, langfristige Ergebnisse zu unterschätzen. Stattdessen konzentrierten sie sich zu stark auf kurzfristige Bewertungskennzahlen. „In vielen Fällen verstehen Investoren einfach nicht, welche Bandbreite an Möglichkeiten Disruptionen schaffen können. Es bedarf harter Arbeit und genauer Kenntnisse, um künftige Entwicklungen korrekt einzuschätzen“, sagt Eiswert.

Anleger sollten aus Überzeugung investieren

Für Wachstums-Investoren gehören die Tage der „One-Decision“-Investments nach Sicht des Experten der Vergangenheit an. Vielmehr müssten sie sich permanent komplexen Herausforderungen stellen. Dazu gehöre es, Faktoren zu identifizieren, die den Wandel beeinflussen, Gewinner und Verlierer zu ermitteln, zu erkennen, wann die Risiken gegenüber potenziellen Vorteilen überwiegen. Um diese Strömungen erfolgreich durchschiffen zu können, erfordere es Überzeugung und Umsicht. Denn nur Investoren, die von ihren Investments wirklich überzeugt sind, seien bereit, auch größere Positionen einzugehen, um sich extreme Performanceergebnisse der Gewinner zu sichern. Umsicht, weil konzentrierte Positionen auch Risiken bedeuten, auf die mit sorgfältigem Risiko-Management reagiert werden muss.

„Wir glauben, dass das hohe Veränderungstempo ein guter Grund ist, wirklich globale Investments einzugehen“, so Eiswert. Einige Auslöser für Disruption, wie technologische Neuerungen, würden keinen Halt vor Grenzen machen, während sich andere eher national oder sogar nur regional auswirkten. „Der Vergleich von Unternehmen über geografische Regionen hinaus, kann versteckte Chancen eröffnen und Zugang zu segmentierten Märkten wie beispielsweise dem chinesischen Internetsektor schaffen.“

Wandel kann kreativ oder zerstörerisch sein, in der Marktwirtschaft ist sogar beides zugleich möglich. Unternehmen der gleichen Branche, sogar Abteilungen im selben Konzern, könnten sich auf unterschiedlichen Seiten des Wandels befinden – im guten wie im schlechten Sinne, meint Eiswert. Was intelligente Investments in diesem Umfeld von Story Stocks, also Aktien, deren Bewertung eher auf hypothetischen Gewinnaussichten oder Medienhype beruht, unterscheidet ist ein tiefgehendes Research. „Ein fundamentales Verständnis für die einzelnen Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen, Strategiezielen, Management-Teams und einer Vielzahl  anderer Faktoren ist hierfür unabdingbar. Nur so ist es möglich, den Wandel zu bewerten und die Werte auszuwählen, die von diesem Wandel profitieren dürften“, sagt Eiswert.

Energie in Ihrem Portfolio: Investmentchancen durch den Wachstumschub bei Batterien

von Duncan Goodwin, Head of Global Resource Equites bei Baring Asset Management, und Alex Scott, Investment Analyst for Global Resource Equities bei Baring Asset Management.

Vor mehr als sechs Monaten haben wir unsere Informationsbroschüre „Enabling a Revolution“ herausgegeben, die das Potenzial für eine breite Vermarktung von Elektrofahrzeugbatterien behandelt. Seitdem wurden einige Artikel sowohl von den Medien als auch den Sell-Side-Analysten über den Wachstumstrend von Elektrofahrzeugen und die Bedeutung von Lithium-Ionen-Batterien in der Lieferkette verfasst.

Diese neue Mitteilung soll dazu dienen, einige interessante Entwicklungen hervorzuheben, die wir in der Zwischenzeit beobachten konnten und den aktuellen Stand unserer Überlegungen in diesem sich schnell weiterentwickelnden Bereich darzulegen.

Der Wachstumstrend bei Elektrofahrzeugen in Zahlen

Der Absatz von Elektrofahrzeugen in China ist im Vorjahresvergleich um 163% auf 34.000 Autos gestiegen (Stand Juni) und weist damit eine monatliche Steigerung von mehr als 30% auf.1 In den USA wurden die Absatzahlen durch das Model S von Tesla angetrieben, sie kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 45% nach oben.2 Zwar rührte Tesla kräftig die Werbetrommel, damit die Nachfrage das Produktionsniveau erreicht, was die US-Daten womöglich beeinflusst, die Absatzzahlen sind dennoch beeindruckend.

Als Reaktion auf die Enthüllung des Model 3 von Tesla folgten über 250.000 Vorbestellungen (dies entspricht einem Umsatz von über 10 Mrd. US-Dollar) in lediglich 36 Stunden.3 Die Vorstellung eines Wachstumsschubs bei Elektrofahrzeugen ist sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für Investoren Realität geworden. 

In den USA wurden allein im Juni fast 6.000 Tesla-Fahrzeuge (Model S und Model X) verkauft. Nimmt man eine durchschnittliche Batteriekapazität von 70kWh je Fahrzeug an, entspricht dies einem Batteriespeicher von 38 Millionen iPhones 6 – d.h. 70kWh/11Wh für ein iPhone mal 6.000. Anders ausgedrückt entspräche der Absatz über 12 Monate einem Batteriespeicher von 458 Millionen iPhones 6.

Apple hat bis heute etwa 800 Millionen iPhones verkauft, die meisten davon mit einer halb so hohen Energiespeicherkapazität, wie sie das iPhone 6 aufweist. In anderen Worten, auf dem Niveau der derzeitigen Vorgaben bräuchte Tesla allein mehr Lithium, als bisher in allen von Apple jemals hergestellten iPhones verbaut wurde.

Diese exponentielle Nachfragewelle sorgt für erhebliche Preissteigerungen. 

Abbildung 1: Lithiumcarbonat Spotpreis4

Auf den Preisanstieg folgte die unvermeidliche Welle an Kapazitätsmeldungen. Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass der Markt aufgrund der Nachfrageflut von Elektrofahrzeugen über die nächsten fünf Jahre angespannt bleiben dürfte. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Vorgaben der Zeitspannen für Angebotssteigerungen mehrheitlich zu optimistisch eingeschätzt werden.

Die Lieferkette für Batterien

Dieses Thema beinhaltet mehr als nur die Lithium-Nachfrage und die Preisgestaltung.

Auch Unternehmen bereiten sich darauf vor, Gelegenheiten am Schopfe zu packen. Bei Umicore hat man beispielsweise unlängst die Investitionspläne entsprechend eines Szenarios der hohen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen – dieses beinhaltet eine Mindestdurchdringung von 4% bis zum Jahr 2020 – nach oben gesetzt, darüber hinaus plant das Unternehmen bis zum Jahr 2018 den Bau von drei weiteren Produktionsstätten zur Kathodenproduktion.5 Das britische Chemieunternehmen Johnson Matthey erwarb von CAMX eine Lizenz für ein neues Lithium-Ion-Kathodenmaterial, das LNO/NMC kombiniert (Kohlenstoff Lithium-Ion/Lithium Nickel Kobalt Mangan Oxid) und startet so das erste Projekt außerhalb der LFP-Technologie. Kurz darauf erwarb 3M eine Lizenz zur Herstellung von NMC. 

Auch BASF, ein deutscher multinationaler Chemieproduzent, erhöht still und leise durch neue Lizenzvereinbarungen sein technologisches Potenzial und verfügt mittlerweile über drei wichtige Technologien (NMC, LFP [Lithium-Eisen-Phosphat] und LNO/NMC). Darüber hinaus gab das Unternehmen kürzlich die Verlängerung einer Kooperation mit der Toda Kogyo Corp zur Herstellung von Kathodenmaterial in Nordamerika bekannt.6

Gleichzeitig befinden sich BASF und Umicore in einem laufenden Patentstreit über das geistige Eigentum zu NMC – wir gehen davon aus, dass die Kathode den Markt für Lithium-Ionen-Batterien in den nächsten drei bis fünf Jahren dominieren wird. BASF verfügt über eine Lizenz für NMC von Argonne National Laboratories, Umicore hat eine Lizenz für NMC von 3M. Obwohl sich die Patente, um die es geht, nur auf die USA beziehen und Umicore diesen Markt nicht direkt bedient, wird das für September erwartete Ergebnis dieses Patentstreits einen interessanten Präzedenzfall schaffen. 

In China wenden sich inländische Zell- und Automobilhersteller vermehrt NMC anstatt der LFP-Technologie zu, wodurch NMC dort weiter Marktanteile gewinnt. Die jüngste Welle von Lizenzaktivitäten deutet nach wie vor darauf hin, dass NMC für die absehbare Zukunft das bevorzugte Material sein dürfte. Unterdessen versucht die chinesische Regierung scheinbar, die inländische Produktion entlang der Lieferkette anzuregen. Auf der aktuellsten Liste der subventionsberechtigten Batteriezulieferer (die “Fourth Approved Vendor List”) ist jedenfalls kein Unternehmen aus Korea zu finden.

Mit Blick auf Separatoren konnte W-Scope weiterhin Marktanteile gewinnen. Das Unternehmen hat in acht weitere Fertigungsanlagen investiert, die die Gesamtkapazität bis zum Jahr 2018 auf über 300 Quadratmeter bringen sollen – ein Anstieg von mehr als 350%. Der derzeitige Marktanteil des Unternehmens weltweit liegt bei über 7%.7

Das Potenzial des Wachstumstrends bei Elektrofahrzeugen findet eine allgemein starke Beachtung und die rückläufigen Preise von Lithium-Ionen-Batterien tragen ebenfalls dazu bei, der Batteriespeicherung als wirtschaftlichem Argument Rückenwind zu verleihen. Am besten wurde dieses Potenzial wohl durch den Erwerb von Saft, einem französischen Batteriehersteller, durch Total, den integrierten Öl- und Gasriesen, zusammengefasst. Unserer Auffassung nach ist diese Tatsache ein wichtiger Meilenstein, der das Wachstumspotenzial in einem weiteren neuen Bereich kennzeichnet – der Energiespeicherung. 

Fazit

Seit der Veröffentlichung unserer letzten Informationsbroschüre trugen die Aktien, die wir seinerzeit als Nutznießer des Wachstumstrends bei Elektrofahrzeugen identifiziert hatten, erheblich zur positiven Wertentwicklung des Fonds bei. Insbesondere die Lithium-Unternehmen Albemarle und Orocobre konnten um 44% beziehungsweise 81% zulegen.8

Aufgrund der jüngsten Aktienkursentwicklungen sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Themas tauchen wir mit unseren Recherchen immer weiter in die Lieferkette ein, um Sektoren und Unternehmen ausfindig zu machen, die unserer Auffassung nach von diesem aufstrebenden Wachstumstrend profitieren dürften. Im Ergebnis hoffen wir, in den nächsten Wochen eine neue Mitteilung herausgeben zu können, in der wir detailliert über den Fortschritt unserer Einschätzungen informieren können und in der wir einige der neuen Unternehmen hervorheben können, in die wir bis dahin investiert haben.


1CPCA (China Passenger Car Association)
2InsideEVs, Monthly Plug-In Sales Scorecard, August 2016
3Business Insider, Tesla Model 3, the linchpin of its business in the next few years, reaches more than 250,000 pre-orders, April 2016
4Deutsche Bank, Juni 2016
5Umicore H1 Report und Barings, Juli 2016
6BASF, August 2016
7Barings, Juni 2016
8Quelle: Bloomberg, seit Jahresbeginn in Lokalwährung. Stand 16. August 2016

Öl beflügelt Rohstoffsektor

„Der Rohstoffsektor schloss die vergangene Woche mit dem besten Ergebnis seit sieben Wochen ab. Grund hierfür war ein weiterhin schwacher US-Dollar sowie ein globales System, das sich mit Geld im Überfluss auf der Suche nach höheren Renditen und risikoreicheren Assets befindet“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Zum starken Wochenergebnis habe vor allem der Ölmarkt beigetragen. „Es handelt sich bei der derzeitigen Rohöl-Kursentwicklung um eine Preisrallye, die normalerweise nur während befürchteten- oder tatsächlichen Versorgungsstörungen zu beobachten ist“, sagt Hansen. Der Getreidesektor verzeichne unterdessen zum ersten Mal seit zehn Wochen einen Gewinn – trotz des jüngsten World Agricultural Supply and Demand Estimates des US-Agrarministeriums. Der Bericht hatte eine hervorragende Mais- und Sojabohnenernte vorhergesagt.

Gold stecke mittlerweile seit mehr als einem Monat in derselben Preisspanne fest. „Der schwache US-Dollar sorgte in den letzten Wochen praktisch für die einzige Unterstützung des Goldkurses. Nach einer unmittelbaren Post-Brexit-Rallye ist beim gelben Metall eine gewisse Kaufmüdigkeit zu beobachten“, sagt Hansen. Kurzfristig gesehen bestehe ein gewisses Abwärtsrisiko. „Sollte die zunehmend enger werdende Handelsspanne unterschritten werden, könnte Gold in Richtung des wichtigen Unterstützungsbereichs zwischen 1.300 USD und 1.315 USD pro Feinunze abrutschen“, sagt Hansen.

„Im Nachgang des Brexit-Votums am 23. Juni gab der Ölpreis um über 20 Prozent nach, womit sich der Sektor technisch gesehen in einem Bärenmarkt befand. In den letzten Wochen legte der Ölmarkt allerdings um 22 Prozent zu und bewegt sich nun wieder in bullischen Gefilden“, sagt Hansen. Zurückzuführen sei dies vor allem auf eine von Saudi-Arabien vorangetriebene mündliche Intervention zugunsten des Ölpreises. „Es ist den Saudis mit ihrem letztwöchigen Statement gelungen, die Marktstimmung zu beeinflussen. Dies führte zu einem Abbau einer rasant anwachsenden, spekulativen Short-Position am Future-Markt und folglich zur aktuellen Rallye“, sagt Hansen. Das Aufwärtspotential der Öl-Benchmark Brent sei indes beschränkt und es sei mit einem technischen Widerstand bei 50 bis 52 USD pro Barrel zu rechnen. „Im Anschluss dürfte es zu einer Korrektur kommen und Brent wird sich in Q3 in einer angemessenen Handelsspanne zwischen 45 USD und 50 USD pro Barrel bewegen“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Die Schwellenländer sind wieder da – Indonesien und Indien liegen vorn

von Maarten-Jan Bakkum, Senior Strategist Emerging Markets bei NN Investment Partners, Den Haag.

Die Schwellenländer steigen wieder in der Gunst der Anleger. Nach längerer Durststrecke, politischen Krisen und Wachstumssorgen sind die Kapitalzuflüsse in die aufstrebenden Volkswirtschaften zuletzt stark gestiegen. „Das wiedererwachte Interesse der internationalen Investoren beruht aber zumeist weniger auf eigener Stärke der Schwellenländer, sondern vor allem auf der lockeren Geldpolitik und sinkenden Zinsen in den Schwellenländern selbst“, sagt Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Strategist bei NN Investment Partners. Nach sechs Jahren stetigen Abschwungs dürften davon insbesondere die dortigen Aktienmärkte profitieren.

Aus fundamentaler Sicht seien vor allem Indonesien und Indien interessant, erläutert der Stratege nach einem kürzlichen Besuch beider Länder. Indonesien habe bereits in den letzten Jahren eine umsichtige Geld- und Wirtschaftspolitik verfolgt, so dass das Land jetzt besonders viel Kapital anzieht: „Seit Februar dieses Jahres wurden 21 Milliarden US-Dollar in Indonesien angelegt, davon neun Milliarden allein im Juli. Das ist das höchste Volumen an Zuflüssen in Schwellenmärkte nach der Türkei“, sagt Bakkum. Als eines der wenigen Länder hebe sich Indonesien dabei durch hohe Infrastrukturinvestitionen und gleichzeitigen Abbau der Bürokratie hervor, die die Rahmenbedingungen für das Wirtschaftswachstum deutlich verbesserten. Außerdem verfolge die Regierung eine pragmatische und damit anlegerfreundliche Außenhandelspolitik. 

Auch Indien kann sich nach Ansicht von Maarten-Jan Bakkum ein hohes strukturelles Wirtschaftswachstum, eine handlungsfreudige Regierung, signifikante Infrastrukturinvestitionen und Reformen auf die Fahnen schreiben: „In Schwellenländern ist dies heutzutage eine seltene Kombination“, unterstreicht der Experte. Er befürchtet allerdings, dass die Erwartungen der Anleger an Wachstum und Umsetzung der ehrgeizigen Reformpläne der indischen Regierung zu hoch sind. Bislang habe sich das Volumen privater Investitionen in die indische Wirtschaft noch nicht nennenswert erhöht: „Reformprozesse in Indien dauern länger.“

Weitere Informationen finden Sie im links beigefügten englischen „Emerging Markets Update“.

Aussie rally intact

The AUD has risen strongly despite the Reserve Bank of Australia (RBA) cutting rates and inflation coming in below expectations. Risks for the currency have diminished, with the country avoiding a hung parliament and a downgrade in its credit rating. In the near term, strong commodity demand from China should keep the currency supported, particularly against the Euro, says ETF Securities in a latest FX trade idea. Please find the research with charts attached on the left.

AUD ploughs higher

The AUD rally has continued unfettered over the past month, rising despite an interest rate cut by the Reserve Bank of Australia (RBA) and a disappointing inflation report for the second quarter. The currency has received considerable support from a buoyant Chinese housing market which has seen the price of Australian commodity exports climb on average 15% since the beginning of June (see Figure 1). The AUD has also benefitted from the external financial environment where relatively healthy yields (Australia 10yr sovereign is the second highest in the G10 currency complex) are rare and in high demand. While in the longer term, we may see the AUD rally running out of steam, in the nearer term, strong momentum and a favourable landscape are likely to see the currency continue on its path higher. We prefer to express a bullish AUD view against the EUR, as the US Dollar has potential to strengthen in coming weeks especially if the US Federal Reserve presents a hawkish stance at its September meeting.

Near term risks diminish

The AUD has recently managed to avoid a lot of near term risks that previously faced the currency. The election result, while far from convincing, didn’t result in a hung parliament and the incumbent retained its majority in the lower house. Furthermore, this Wednesday Moody’s affirmed Australia’s prized triple-A credit rating which was at risk due to growing government debt. Had the election outcome resulted in a hung parliament then it would have likely threatened the country’s credit outlook and had knock on effects for the currency.

RBA reveals little

At its latest monetary policy meeting the RBA cut rates and voiced concern over lacklustre inflation and weak economic growth, but failed to exhibit urgency to ease monetary measures even further to boost these metrics. Unlike their Antipodean counterparts, the RBA made little mention of the recent strength of the AUD in hampering inflation, instead focusing on weak  domestic price pressure as a key cause of poor price growth in recent months. Unless the RBA takes the bold step of actively voicing intentions to ease monetary conditions further we do not believe market pricing of further cuts will materialise and therefore see limited downward pressure coming on the AUD from near term monetary policy action.

Sustainability of commodity support in question

The monetary policy statement that accompanied the RBA’s August meeting devoted an entire segment to the Chinese housing market, which has been instrumental in supporting Australian commodity export prices since the start of the year. It details the strong pickup in Chinese housing cycle and how this has largely been driven by government stimulus measures aimed at tackling burgeoning housing inventory in the country. In line with our longer term bearish AUD view, the RBA believes the sustainability of the recent upturn in Chinese housing market could be limited, and so in the longer term commodity prices could be at risk. However for now, we see strong investment demand and favourable regulations keeping the market afloat and translating into continued support for the AUD.

Japanische Anleger treiben europäische Anleihenkurse

von Dennis Ehlert, Portfoliomanager bei BANTLEON.

Zu regen Diskussionen führen derzeit die jüngsten fiskalpolitischen Maßnahmen der Bank of Japan, ebenso wie die noch verbleibenden Alternativen einer jetzt schon ultra-expansiven Geldpolitik. Sogar der Einsatz unkonventioneller Methoden wie Helikoptergeld wird in Erwägung gezogen, um das Wirtschaftswachstum anzuschieben und das noch weit entfernte Inflationsziel von 2% zu erreichen. Über die nachhaltige Wirksamkeit von Abenomics kann man lange diskutieren. Viel interessanter ist jedoch die aktuelle Situation japanischer Investoren im heimischen Negativzinsumfeld mit ihren Folgen für europäische Staatsanleihen.

Noch vor einem Jahr erhielt ein japanischer Investor 0,39% Rendite auf eine 10-jährige japanische Staatsanleihe. Heute muss er 0,08% dafür zahlen, um dem Staat sein Geld zu leihen. Inzwischen rentieren alle Staatsanleihen mit einer Laufzeit zwischen 3 Monaten und 15 Jahren negativ. Und selbst 40-jährige Laufzeiten bieten nur noch bescheidene 0,42% – vor einem Jahr waren es noch 1,60%. Die stark gefallenen Renditen haben zur Folge, dass japanische Investoren wie Banken, Lebensversicherer und Industrieunternehmen nach Alternativen im Ausland suchen, um einen höheren Ertrag bei vergleichbarer Liquidität und Sicherheit zu erzielen.

So hatten japanische Investoren Ende 2015 knapp 40% ihrer ausländischen Investitionen am Anleihenmarkt in lang laufenden US-Staatsanleihen angelegt. Auf den ersten Blick war das bei einer Mehrrendite von über 1,70%-Punkten am Beispiel einer 30-jährigen US-Staatsanleihe gegenüber ihrem japanischen Pendant eine sinnvolle Investition. Jedoch reduzierten schon damals die Kosten, um sich vor einer Abwertung des US-Dollars zu schützen, den Mehrertrag auf 0,75%-Punkte. Seit Jahresbeginn deckten sich die Japaner mit US-Treasuries im Wert von knapp 69 Mrd. EUR ein. Alleine im Juni entfielen 90% aller Auslandsinvestitionen auf US-Staatsanleihen. Bis heute ist der Renditeaufschlag aufgrund der gestiegenen Absicherungskosten jedoch weiter geschrumpft, sodass dem japanischen Investor ein lediglich 0,43%-Punkte höherer Zins bleibt. Als Folge des sinkenden Mehrertrags werden japanische Investoren auf die Suche nach anderen Optionen gehen. Französische und italienische Staatsanleihen sind attraktive Alternativen.

Tatsächlich erhalten japanische Investoren in Frankreich nach Abzug der Absicherungskosten noch 0,62%-Punkte mehr Rendite auf eine 30-jährige Staatsanleihe. In Italien sind es sogar 1,81%-Punkte mehr als für japanische Staatsanleihen. Die Anleger müssen sich jedoch bewusst sein, dass sie beim Erwerb einer italienischen Staatsanleihe auf das »A« Rating Japans verzichten und dafür ein »BBB+« in Kauf nehmen müssen.

Der Grund für diese relative Attraktivität französischer und italienischer Staatsanleihen gegenüber ihren Pendants aus den USA sind die günstigen Finanzierungskosten: Die Negativzinspolitik der EZB drückt die EUR-Absicherungskosten aufgrund der geringen Zinsdifferenz zwischen Japan und Frankreich beziehungsweise Italien gegen null.

Auch die Aussicht auf weitere Kursgewinne trägt zur Attraktivität der beiden Alternativen bei: Die Risikoprämien französischer und italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen haben sich zwar seit Ende Juni ihren historischen Tiefstständen genähert. Ein Ende dieses Trends scheint aber noch nicht in Sicht zu sein, solange die EZB auch weiterhin mit ihrer expansiven Geld- und Zinspolitik die Investoren bei Kauflaune hält. In Frankreich halten wir eine weiter sinkende Risikoprämie für 10-jährige Staatsanleihen von aktuell 21 Basispunkten auf circa 15 Basispunkte für durchaus realistisch. In Italien dürfte sich der Abwärtstrend analog zu Frankreich entwickeln, wobei dort die Bankenkrise immer wieder zu Verwerfungen am Anleihenmarkt führen kann. Ungeachtet dessen erwarten wir für 10-jährige Laufzeiten eine weiter sinkende Risikoprämie von derzeit 117 auf unter 100 Basispunkte. 

Die Kombination aus einer möglichen Umschichtung von US-Staatsanleihen in französische und italienische Staatsanleihen und dem bereits bestehenden positiven Trend bei europäischen Staatsanleihen könnte zusätzliches Kurspotential am französischen und italienischen Staatsanleihenmarkt schaffen. Davon können auch europäische Anleger profitieren.

„Die globale Aktienrally wird sich in der gegenwärtigen Form kaum fortsetzen“

von Larry Hatheway, Group Head Multi Asset Portfolio Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM.

Die Weltwirtschaft befindet sich momentan in einem passablen Zustand. Die USA meldeten zuletzt Beschäftigungszahlen, die besser ausfielen als erwartet. Dies sollte die Haushaltseinkommen und die Gesamtnachfrage stützen. Durch die Reduzierung der Lagerbestände im vergangenen Quartal dürfte auch die Produktion im zweiten Halbjahr anziehen.

Die europäische Wirtschaft scheint von den Schockwellen des Brexit weitgehend unbelastet. Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone im restlichen Jahr weiterhin mit einem leicht überdurchschnittlichen Tempo wächst. Zentrale Triebkräfte sind expansive Geld- und Finanzpolitik, ein gutes Beschäftigungsniveau in Deutschland, das Kreditwachstum und die Erholung der Produktion in den Peripherieländern. 

Das Wachstum in China, das im letzten Jahr sowie im ersten Quartal 2016 erneut für Unruhe an den Märkten sorgte, hat sich stabilisiert. Japan dürfte nach der Verabschiedung eines fiskalischen Reformpakets auf den Wachstumspfad zurückkehren. Insgesamt scheint die Weltwirtschaft daher in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 auf ein stabiles Wachstum zuzusteuern.

In den vergangenen sechs Monaten haben abnehmende Sorgen bezüglich des globalen Wirtschaftswachstums und niedrige Anleiherenditen dank einer akkommodierenden Geldpolitik den Aktienmärkten starken Auftrieb gegeben. Aus Unsicherheit über die Folgen des Brexit hat die US-amerikanische Notenbank Fed die Normalisierung der Zinsen vorerst auf Eis gelegt, während gleichzeitig die Erwartung stieg, dass andere Zentralbanken (zum Beispiel die Bank of England) ihre Geldpolitik lockern oder länger an ihrem akkommodierenden Kurs festhalten werden.

Aktien sind teilweise überbewertet – das gilt insbesondere für die USA, wo die Gewinne und Gewinnerwartungen zurückgehen. Infolgedessen fällt es schwer, sich eine Fortsetzung der Rally in ihrer aktuellen Form vorzustellen. Stattdessen rechnen wir mit einer Konsolidierungsphase, die möglicherweise mit einer Rotation hin zu alternativen Investmentstilen und Marktsegmenten einhergeht.

Wahrscheinlich werden die Aktienmärkte der Schwellenländer von dieser Rotationsbewegung am stärksten profitieren. Die dortigen Bewertungen sind derzeit relativ attraktiv, sodass die Gewinne wieder anziehen sollten, wenn die Rezessionen in Brasilien und Russland ein Ende finden. In der Regel können zyklische Wendepunkte zu einer überdurchschnittlichen Marktperformance führen. Deshalb haben wir in verschiedenen Multi-Asset-Strategien die Allokationen in Schwellenländeraktien angehoben.

Augmented Reality auf den globalen Anleihenmärkten

Das Konzept Augmented Reality feiert mit Pokémon Go seinen endgültigen Durchbruch. Diese Konzept, auf Deutsch auch „Erweiterte Realität“ genannt, lässt sich auf das anhaltende globale Niedrigzinsumfeld anwenden. „Mit ihrer ultralockeren Geldpolitik schaffen die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan auf den Anleihenmärkten eine Art Erweiterte Realität“, erklärt Janelle Woodward, President und Portfoliomanagerin bei der Institutional Fixed Income Boutique Taplin Canida & Habacht (TCH) unter dem Dach von BMO Global Asset Management.

Die Weiterentwicklung vom Niedrig- zum Negativzins

Die Renditen für zehnjährigen Staatsanleihen aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Japan fielen im Juli auf neue Rekordtiefstände. „Allein im zweiten Quartal ist das ausstehende Volumen von negativ verzinsten Forderungen von 7 auf 13 Billionen US-Dollar angestiegen“, stellt Woodward fest. Zudem hätte das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank ein neues „Monster“ erschaffen, und zwar negativ verzinste Unternehmensanleihen. „Investoren zahlen mittlerweile für das Privileg, Unternehmen Geld leihen zu dürfen“, so die Expertin. „Vor diesem einst undenkbaren Szenario erscheint die oftmals belächelte virtuelle Monsterjagd auf dem Handy noch vergleichsweise logisch.“ Allein im Juni sei in Europa das ausstehende Volumen negativ verzinster Unternehmensanleihen auf über 500 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Als Reaktion auf den Brexit glich zuletzt auch die Bank of England ihren geldpolitischen Kurs näher an den der EZB und der Bank of Japan an. Bislang habe sich die Bank of England eher an der Federal Reserve orientiert. „Durch diese zunehmende Divergenz beobachten wir einen starken Substitutionseffekt. Investoren außerhalb der USA fragen verstärkt am US-amerikanischen Fixed-Income-Markt nach, da das dortige Zinsumfeld wesentlich attraktiver ist. Dieser langfristige Trend wird durch die aktuelle Welle von Negativzinsen noch einmal gefördert“, so Woodward. Und auch der Ausgang des EU-Referendums in Großbritannien habe Investoren die relative Stabilität des US-Marktes noch einmal vor Augen geführt.

Staaten brüten neue, langfristige Anleihen aus

Darüber hinaus brächte die Niedrigzinspolitik eine weitere Neuerung auf dem Anleihemarkt hervor. „Irland und Belgien haben zuletzt Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 100 Jahren emittiert, Frankreich und Spanien mit 50 Jahren“, berichtet Woodward. Diese extrem langen Laufzeiten seien beim aktuellen Zinsniveau aus Sicht der Emittenten ein logischer Schritt. Für Investoren böten sie eine vergleichsweise attraktive Rendite. Woodward warnt bei diesen ultralangfristigen Staatsanleihen vor unvorhersehbaren politischen und wirtschaftlichen Risiken: „Weder Irland noch Spanien konnten zum Zeitpunkt der Ausgabe eine funktionierende Regierung bilden. Auch Belgien hatte in der jüngeren Vergangenheit fast zwei Jahre lang keine Regierung. Und mehrere Emittenten dieser ultralangfristigen Staatsanleihen standen vor wenigen Jahren noch kurz davor, ihren Zugang zum internationalen Anleihenmarkt zu verlieren.“ 

Insgesamt hätte der globale Anleihenmarkt gerade im ersten Quartal viele Schwankungen erlebt, sodass sich die Bewertungen zum Teil stark verschoben hätten. Diese hätten sich zuletzt zumindest schrittweise wieder normalisiert. Allerdings rät Woodward: „Genau wie die Spieler von Pokémon Go sollten auch Investoren den Blick für die Realität nicht verlieren. Selbst wenn die Notenbankpolitik die Sicht auf die Anleihemärkte beeinflusst. Ähnlich wie der Verkehr auf der Straße spielen am Markt die Fundamentaldaten weiterhin eine wichtige Rolle.“

Bleiben Aktien aus Schwellenländern auf Erholungskurs?

Die Entwicklung der globalen Aktienmärkte wurde in den vergangenen Jahren abwechselnd von Schwellenländern und Industrieländern dominiert. Auf mehrjährige Phasen mit schwächerer Wertentwicklung von Schwellenländeraktien folgen meist längere mit überdurchschnittlicher Kursentwicklung. Nach vier schwachen Jahren sind wir zurückhaltend optimistisch, dass sich die seit Jahresbeginn beobachtete Erholung der Schwellenländeraktien fortsetzen kann.

Gemessen an nahezu allen Kennzahlen sind die Bewertungen von Aktien aus den Schwellenländern inzwischen attraktiv. Und unterstützt durch die Erholung der Ölpreise, fassen ihre Volkswirtschaften Tritt. Auch die zurückgeschraubten Zinserwartungen in den USA begünstigen die Entwicklung. Zugleich setzen die weltweit ohnehin niedrigen Renditen ihre Talfahrt fort und treiben Anleger weiter in riskantere Anlageklassen.

Anlegern, die von den langfristigen Investmentthemen in Schwellenländern profitieren wollen, bieten die günstigen Bewertungen möglicherweise attraktive Einstiegspunkte. Allerdings erscheinen die von aktuellen Trends in den Bereichen Internet, Gesundheit und Konsum am meisten begünstigten Aktien mittlerweile bereits hoch bewertet, ein selektiver Ansatz ist daher wichtig.

Seit Januar haben Schwellenländeraktien um 12 Prozent besser abgeschnitten als ihre Pendants aus den Industrieländern, wobei mehrere Faktoren ihre weitere Erholung begünstigen könnten.

Günstige Bewertungen

Eine positive Folge der längeren Flaute bei Schwellenländeraktien sind ihre deutlich günstigeren Bewertungen verglichen mit Aktien aus Industrieländern. Aktuell liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Schwellenländeraktien mit 1,4 unter dem 20-jährigen Durchschnitt von 1,8. Der Abschlag zum Kurs-Buchwert-Verhältnis von Industrieländeraktien liegt bei 28 Prozent. Auch das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die nächsten 12 Monate liegt mit 12,3 deutlich unter dem von Aktien aus Industrieländern mit 15,7.

Verbesserte wirtschaftliche Fundamentaldaten

Niedrige Bewertungen sind oft Ausdruck schwacher Wirtschaftsdaten, die typischerweise mit schlechteren Gewinnaussichten von Unternehmen einhergehen. Aufgrund des langsameren Wachstums in China, der niedrigen Rohstoffpreise und des schwächelnden Exportwachstums hat die Konjunktur in den Schwellenländern in den vergangenen Jahren an Dynamik verloren. Allerdings scheinen sie nun wieder Tritt zu fassen. Anders als in China sind viele Wirtschaftsindikatoren für Russland und Brasilien im Aufwind. Die Eigenkapitalrenditen von Schwellenländeraktien steigen seit April wieder und liegen inzwischen das erste Mal seit Mitte 2014 wieder über jenen von Industrieländeraktien. Dabei sollte das Potenzial vor dem Hintergrund struktureller Faktoren – beispielsweise deutlich steigender Einkommen und Urbanisierung – betrachtet werden, die die langfristigen Wachstumsaussichten stützen.

Der gestiegene Ölpreis hilft

Viele Schwellenländer sind stark von Rohstoffexporten und insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises abhängig, dessen Entwicklung stark mit dem MSCI EM Index korreliert – für die vergangenen 20 Jahre liegt die Korrelation bei 0,66. Deshalb ist die jüngste Ölpreiserholung für die Schwellenländer von zentraler Bedeutung. Am 20. Januar 2016 schloss Rohöl der Sorte Brent auf dem tiefsten Stand von 27,92 US-Dollar je Barrel. Seitdem ist der Preis wieder um über 50 Prozent auf rund 45 US-Dollar gestiegen. Davon haben Schwellenländeraktien profitiert. Ihre Kurse sind seitdem um über 28 Prozent gestiegen.

Korrelation von US-Zinspolitik und Schwellenländeraktien

Aktien aus Schwellenländern gelten als einer der größten Nutznießer der weltweit lockeren Geldpolitik. Die historische Erfahrung zeigt jedoch, dass eine Straffung der US-Zinspolitik zunächst keine negativen Auswirkungen auf Schwellenländeraktien haben muss – im Gegenteil. In den vier zurückliegenden US-Zinszyklen lag die Rendite von Schwellenländeraktien in den ersten 12 Monaten nach der ersten Zinserhöhung im Schnitt bei 15 Prozent und 24 Monate danach bei 35 Prozent. Der aktuelle Kursanstieg um 11 Prozent seit dem Anziehen der US-Zinsschraube im Dezember 2015 entspricht diesem Muster.

Zinserhöhungen in den USA erfolgen üblicherweise dann, wenn es der amerikanischen Wirtschaft gut geht und sie einen positiven Beitrag zum globalen Wachstum leistet. Eine Phase mit sehr langsamer Zinsstraffung der Fed bei gleichzeitig solidem Wirtschaftswachstum und niedriger Inflation in den USA könnte sich daher eher positiv als negativ auf Schwellenländeraktien auswirken.

Weiter sinkende Anleiherenditen helfen Schwellenländeraktien

Die bis dato erstaunlichste Entwicklung an den Märkten in diesem Jahr ist der weltweit anhaltende Rückgang der Anleiherenditen. Mehr als ein Drittel aller Staatsanleihen weltweit werfen inzwischen nur noch negative Renditen ab, nur 6 Prozent rentieren bei über 2 Prozent. Das hat auch auf Schwellenländeraktien erhebliche Auswirkungen. Denn der Renditerückgang bei Staatsanleihen aus sicheren Häfen kommt de facto einem weltweiten Rückgang des risikofreien Zinssatzes gleich. Und macht im Gegenzug Anlagen in riskantere und höher verzinste Vermögenswerte attraktiver.

Risiken bleiben

Alle günstigen Faktoren können sich jedoch umkehren. Der Anstieg der Konjunkturbarometer könnte sich als Strohfeuer erweisen, wenn die Wirkung von Chinas Stimulusmaßnahmen verblasst und die Rohstoffnachfrage erneut nachlässt. Zudem gehören Schwellenländeraktien zu den mit höheren Risiken behafteten und zu größeren Schwankungen neigenden Anlageklassen. Ein gewisser Abschlag gegenüber Industrieländeraktien ist daher gerechtfertigt. Der Grund für diese höheren Risiken und Schwankungen sind strukturelle Faktoren, darunter höhere politische Risiken, wie jüngst in der Türkei gesehen. Hinzu kommen weniger hohe Standards der Unternehmensführung sowie eine stärkere Einflussnahme der Regierung auf die Privatwirtschaft. Und da einige strukturell attraktive Schwellenländeraktien bereits hoch bewertet erscheinen, ist ein selektiver Anlageansatz in Schwellenländern unverzichtbar.

Über Fidelity
Fidelity International ist eine unabhängige Fondsgesellschaft in Privatbesitz, die Investmentfonds, Anlage- und Altersvorsorgelösungen sowie damit verbundene Services anbietet. Das Unternehmen managt 246,2 Mrd. Euro (Assets under Management) für Anleger in Europa, Asien, Australien und Südamerika. Zu den Kunden von Fidelity gehören Privatanleger, Finanzberater, Vermögensverwalter, Family Offices, Banken, Versicherungen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Unternehmen und Staatsfonds. Neben hauseigenen Fonds können Anleger in einigen Ländern auf Fondsplattformen von Fidelity auch Anlageprodukte anderer Anbieter erwerben und verwahren. Diese Assets under Administration betragen 72,5 Mrd. Euro.

Fidelity International wurde 1969 gegründet und befindet sich im Besitz des Managements und der Gründerfamilie. Fidelity ist davon überzeugt, dass ein aktives Fondsmanagement und die Einzeltitelauswahl auf Grundlage fundierter Unternehmensanalysen Anlegern echten Mehrwert liefern. Daher verfügt Fidelity über eines der größten Research-Netzwerke mit mehr als 400 Anlageexperten weltweit. Sie nehmen jährlich an rund 16.000 Gesprächen mit Unternehmen teil, um sich ein umfassendes Bild über deren Situation und Aussichten machen zu können. Darüber hinaus testet Fidelity neue Publikumsfonds zuerst mit eigenem Geld, bevor sie auf den Markt kommen. Mehr als 200 Auszeichnungen für Fidelity und seine Produkte alleine in diesem Jahr sind ein Beleg dafür, dass der verfolgte Investmentansatz erfolgreich ist.

In Deutschland ist Fidelity International seit 1992 tätig, beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und betreut ein Kundenvermögen von 29,8 Milliarden Euro. Fidelity vereint hierzulande unter seinem Dach eine der führenden Fondsgesellschaften und mit der FFB eine der größten unabhängigen Fondsbanken. Die FFB konzentriert sich allein auf Dienstleistungen rund um Anleger und ihre Vermögensziele. Sie richtet ihre Services an Finanzberater, Investmentgesellschaften, Versicherungen und Banken, die über die Plattform unter anderem mehr als 8.000 Fonds und 375 ETFs von über 200 in- und ausländischen Anbietern kaufen und verwahren können. Die FFB betreut ein Vermögen von 15,4 Milliarden Euro in rund 575.000 Kundendepots. In der Asset Management-Sparte verwaltet Fidelity in Deutschland ein Fondsvolumen von 14,4 Milliarden Euro. Fidelity International bietet in Deutschland 160 Publikumsfonds an, die über mehr als 1.000 Kooperationspartner vertrieben werden. Darüber hinaus können Anleger sowohl Fonds von Fidelity als auch von Drittanbietern direkt bei Fidelity erwerben.

Alle Angaben per 30.6.2016. Weitere Informationen finden Sie unter www.fidelity.de und unter www.ffb.de

Volatile Märkte – bleiben die Zentralbanker ungerührt?

Von John J. Hardy, Head of FX Strategy bei der Saxo Bank.

Die globalen Anlagemärkte haben angesichts des Schmusekurses der Zentralbanken an Auftrieb gewonnen. Für zusätzlichen Schwung sorgte die Bank of England mit einer weiteren Runde quantitativer Lockerung, um einen Teil des Schocks über das Brexit-Votum abzufedern. Der Ausgang des Votums führte allerdings nicht zu einem Vertrauensverlust hinsichtlich der britischen Staatsschulden und Aktien, was auf den globalen Märkten für Erleichterung sorgte. Ansonsten scheint sich die weltweit wichtigste Zentralbank, die US-Notenbank, angesichts zaghafter US-Daten mit weiteren Zinserhöhungen eher zurückzuhalten. Die EZB wiederum hat lautstark eine Neubewertung ihres Maßnahmenkatalogs beim EZB-Treffen am 8. September angekündigt und schürt damit die Erwartungen hinsichtlich einer weiteren Lockerung der Geldpolitik.

Die Abe-Regierung in Japan kündigte eine weitere bedeutende vorgezogene Haushaltsexpansion an, auch wenn die Regierung mit fast 7 Prozent des BSP vor Ankündigung des neuesten Anreizes bereits das weltweit größte Haushaltsdefizit vorweisen konnte. Mit einer furiosen Wertpapierkaufrate in Höhe von etwa 15 Prozent des BSP pro Jahr deckt die Bank of Japan den Ausgabenbedarf ihrer Regierung natürlich mehr als ab.

Wie ich vor einigen Wochen bereits in meiner Kolumne anmerkte, bedeutet die großzügige Liquidität der Zentralbanken allerorten, dass die globalen Märkte wieder in der verkehrten Welt angelangt sind, in der schlechte Zahlen die Erwartung weiterer Liquiditätsbereitstellungen durch die Zentralbanken und damit eine endlose Aufwärtsspirale bei den Anlagepreisen schüren. So konnte beispielsweise der US-amerikanische S&P 500 Index im August eine Reihe von Rekordergebnissen verzeichnen, und das obwohl Analysten die Prognosen für US-amerikanische Großunternehmen sechs Quartale nacheinander heruntergestuft haben und für das dritte Quartal einen Rückgang der Ergebnisse um 0,6 Prozent erwarten – der größte Einbruch seit der Finanzkrise. Letzten Freitag meldete der US-Einzelhandel dann unschöne Zahlen für Juli. Die Aktienkurse schlossen natürlich mit einem Rekordergebnis.

Die Zentralbanken spielen ein gefährliches Spiel, wenn sie zulassen, dass die Preise für Wertpapiere immer weiter anziehen, ohne von wirtschaftlichen Grundlagen und Gewinnen gestützt zu werden. Denn was könnte sich deflationärer auswirken als eine unvermeidliche Korrektur des Anlagenmarktes, die zu einem Vertrauensverlust und zur Vernichtung von Wohlstand führt, auch wenn es sich dabei nur um Wohlstand auf dem Papier handelt?

Angesichts des immer deutlicher hervortretenden Kontrastes zwischen den Grundlagen und den Märkten drängt sich zudem die folgende Frage auf:  Ab welchem Punkt wird die Annahme des Marktes, dass die Fed den Entwicklungen eines überhitzten Anlagemarktes gegenüber blind ist, gefährlich? Schließlich hat sich diese Annahme seit Greenspans Rede vom „irrationalen Überschwang“ 1996, die ein bemerkenswertes, wenn auch kurzes Missgeschick am US-Aktienmarkt auslöste, als sichere Sache erwiesen.

Dies ist das Stichwort für die jährliche Konferenz der US-Notenbank in Jackson Hole (Wyoming, USA). Bei diesem Treffen geben sich die führenden Zentralbanker dieser Welt ein Stelldichein, um über Politik zu reden. Dieses Jahr wird die aktuelle Fed-Chefin Janet Yellen am 26. August eine Rede halten. Könnte sie diesen Moment nutzen, um einen sei es auch noch so subtilen Hinweis loszuwerden, dass die US-Notenbank einen weltweiten Zusammenbruch aufgrund riskanter Anlagepapiere nicht dulden wird? Das wäre ebenso ironisch wie an dem Tag 2010, als der damalige Fed-Vorsitzende Bernanke in einer Rede in Jackson Hole eine Vorschau auf die Politik der US-Notenbank für das 2. Quartal gab und die globalen Märkte damit in die Höhe schnellen ließ, während der US-Dollar einbrach. Achten Sie auf die Anlagenmärkte, insbesondere brandneue Märkte und deren Währungen, und auf den Kurs des US-Dollars, sollte Yellen blinzeln und einen anderen Weg als Bernanke gehen. Sie sollten sich allerdings keine falschen Hoffnungen machen.

NN IP Monetary-Policy-Stance-Indikator deutet auf deutliche Lockerung der Geldpolitik in den EMs seit Mai 2016 hin

von Maarten-Jan Bakkum, Senior Strategist Emerging Markets bei NN Investment Partners, Den Haag.

Einer Analyse von NN Investment Partners zufolge sind die monetären Bedingungen in den Schwellenländern derzeit so locker wie seit drei Jahren nicht mehr. Dies stützt das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern, zumal die Daten auf eine weitere Konjunkturverlangsamung in China hindeuten.

Der NN IP Monetary-Policy-Stance-Indikator lag am 8. August auf einer Skala von plus bis minus drei bei 1,05. Am 7. März kehrte er zum ersten Mal in den positiven Bereich zurück, nachdem er seit Januar 2016 im negativen Bereich verharrt hatte.

Gleichzeitig mit dem NN IP-Indikator wurden auch die jüngsten Konjunkturdaten aus China veröffentlicht. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Juli 2016 um 10,2% gegenüber dem Vorjahr an, d.h. langsamer als im Juni (10,6%). Die Industrieproduktion legte um 6% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, blieb aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Die Exporte gingen im Vorjahresvergleich um 4,4% zurück und die Importe lagen mit einer Kontraktion um 12,5% ebenfalls unter den Erwartungen.

Maarten-Jan Bakkum, Emerging Markets Strategist bei NN IP, äußerte sich dazu wie folgt:

„Solange das globale Liquiditätsumfeld günstig bleibt und sich die Inflation in den Schwellenländern weiter verlangsamt, wird es in den Schwellenländern zu weiteren Lockerungen der Geldpolitik kommen. Unser Monetary-Policy-Stance-Indikator ist seit Mai deutlich angestiegen, was auf weitere geldpolitische Lockerungen in der jüngsten Vergangenheit hindeutet. Dies ist für Schwellenländeranleihen von großer Bedeutung – nicht nur, weil die Anleihekurse bei sinkenden Renditen ansteigen, sondern auch, weil die Erholung der Wachstumsraten in den Schwellenländern bei einer weiteren Lockerung der Finanzmarktbedingungen eine breitere Basis erhalten sollte und sich verstärken dürfte.“

„Derzeit gibt die jüngste Verschlechterung der Daten aus China uns mehr Anlass zur Sorge. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass die chinesische Wirtschaft recht gute Zahlen schreibt, aber es sind erneut Zweifel an der Wachstumsstabilisierung aufgekommen. Bei den Immobilienverkäufen scheint der Höhepunkt überschritten zu sein, und das Wachstum der privaten Investitionen lahmt weiterhin. Bei den Kapitalflüssen hat sich das Bild dagegen im Vergleich zum vergangenen Jahr bzw. zum Jahresbeginn deutlich verbessert. Die Behörden konnten die Kapitalflüsse erfolgreich stabilisieren, und die politischen Verantwortungsträger scheinen die Kontrolle zurückgewonnen zu haben.“

„Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass sich das Wachstum in China noch über mehrere Jahre hinweg verlangsamen wird. Im vergangenen Jahr befürchteten wir, dass es zu einer deutlichen Verlangsamung mit zunehmendem Druck auf das System kommen könne. Den jüngsten Daten zufolge erscheint das Tempo der Verlangsamung tragbar. Gleichzeitig sind wir jedoch weiterhin der Auffassung, dass ein schwächeres Wachstum in China das größte Risiko für alle Schwellenländer-Vermögenswerte darstellt. Mit Blick auf die jüngste Widerstandsfähigkeit der Schwellenländeranleihen ist also vor allem darauf hinzuweisen, dass die Anleger sich nicht von den enttäuschenden chinesischen Daten haben beeindrucken lassen.“

Gold bleibt bei rekordhoher Stimmung weiterhin gefragt

Die Kapitalströme in Gold-ETPs ließen auch vergangene Woche nicht nach. So lag der Mittelzufluss insgesamt bei 121 Mio. USD, während gleichzeitig 17 Mio. USD in Silber-ETPs flossen. Rohöl-ETPs verzeichneten die siebte Woche in Folge einen Kapitalzustrom, der sich letzte Woche auf 193 Mio. USD belief. Auch Industriemetalle waren weiter nachgefragt, wobei die Mittelzuflüsse von 14 Mio. USD größtenteils auf Kupfer-ETPs entfielen. Den vollständigen wöchentlicher Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links mit Charts.

Die Kapitalströme in Gold ließen auch vergangene Woche nicht nach. So lag der Mittelzufluss insgesamt bei 121 Mio. USD, während gleichzeitig 17 Mio. USD in Silber-ETPs flossen. Aus den Daten zu den CFTC-Futures geht hervor, dass die Stimmung in Bezug auf Gold (A0LP78) bezogen auf den Zeitraum seit Beginn der entsprechenden Datenerhebung 1995 nahezu ein Allzeithoch erreicht hat (mittelwertbereinigt). Allerdings verzeichneten Short-Gold-ETPs nach wie vor nur einen geringen Kapitalzustrom, der sich auf 0,8 Mio. USD belief. Historisch starke Zuflüsse in Long-Positionen wurden von einem stetigen Anstieg der Short-Positionen flankiert.  „Die nach wie vor gute Stimmung in Bezug auf Gold (A0N62G) halten wir aus verschiedenen Gründen für gerechtfertigt. Erstens bedeuten die negativen Renditen in Europa, dass die Haltekosten bei Gold nunmehr geringer sind als bei Staatsanleihen aus der Schweiz oder Deutschland. Zweitens findet eine populistische Politik in Europa und den USA nach wie vor Anhänger, und in vielen Fällen liegen populistische Parteien in Führung. Außerdem ist der weitere Verlauf der US-Geldpolitik in Anbetracht der jüngsten US-Dollar-Stärke und der uneinheitlichen Konjunkturdaten noch immer unklar argumentiert Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. „Den fairen Wert für Gold sehen wir nach wie vor bei 1440 USD/oz“, so Herr Hein.

Rohöl-ETPs verzeichneten die siebte Woche in Folge einen Kapitalzustrom, der sich letzte Woche auf 193 Mio. USD belief, obwohl sich die Mittelzuflüsse diese Woche im Vergleich zur Vorwoche von 113 Mio. USD auf 5 Mio. USD abgeschwächt haben, was in Anbetracht der vergangenen Woche verzeichneten Gewinne von 12% nicht überrascht. „Wir gehen davon aus, dass der Ölpreis (A1N9P) weiterhin in einer Spanne zwischen 40 USD und 55 USD je Barrel verharren wird“, meint Herr Hein.

Kapitalströme in Industriemetalle (A0SVX7) setzten sich fort und betrugen 13,9 Mio. USD. Kupfer-ETPs vereinten mit 10,4 Mio. USD die Mittelflüsse mehrheitlich auf sich. „Der Grund ist unseres Erachtens darin zu suchen, dass Staatsunternehmen in China ihre Anlageinvestitionen in der ersten Jahreshälfte verstärkt haben“ so Hein. Aktuellen CEIC-Daten zufolge erhöhten sie sich um 23,5% (nach +9,9% in zweiten Halbjahr 2015). Insgesamt bewegen sich die Industriemetallpreise noch immer unterhalb der Grenzkosten, und zudem liegt ein Angebotsdefizit vor, das durch die anhaltenden aggressiven Investitionskürzungen der Minenunternehmen noch verstärkt werden dürfte.

An den Währungsmärkten gaben die Anleger dem EUR den Vorzug vor dem GBP. Infolge diverser schwacher Wirtschaftsdaten in Großbritannien stiegen die Mittelflüsse in das Währungspaar EUR/GBP um 6,3 Mio. USD an. „Die Kapitalströme in den USA lassen darauf schließen, dass es unter den Anlegern unterschiedliche Meinungen in Bezug auf den weiteren Verlauf der Zinspolitik der US Federal Reserve (FED) gibt“, meint Herr Hein So flossen seit der Juli-Sitzung der FED jeweils 2,1 Mio. USD in Long- und Short-USD-Pair-Trades.

An den Aktienmärkten waren Goldminenbetreiber noch immer stark nachgefragt und konnten einen Zufluss von 6,8 Mio. USD auf sich vereinen. Aufgrund der jüngsten herausragenden Performance wägen wir die Margensteigerung infolge der jüngsten Gold-Rally auf der einen Seite und den längerfristigen Einfluss aggressiver Investitionskürzungen auf der anderen Seite sorgfältig gegeneinander ab. Gemessen an unseren Kennzahlen übersteigen die jüngsten Kursgewinne bei Goldminenaktien, die einen Goldpreis von 1550 USD/oz implizieren, unsere Fair-Value-Schätzungen erheblich.

Mission possible: low-carbon investing that preserves performance

As a responsible asset manager with longstanding experience in risk management, and a recent signatory of the Montréal Carbon Pledge, Unigestion seeks to contribute to one specific challenge: how institutional investors can include carbon risk as a strategic decision driver while preserving their long-term performance objectives.

Low-carbon investing is becoming a mainstream investment theme as asset managers and index providers make more investable vehicles available. Yet clarity around all aspects of such a fiduciary commitment is still work in progress. Several carbon datasets are now available with reasonably long history (10 years or more) and sufficient robustness, all following different methodologies. But despite the increasing momentum towards greater transparency, industry-wide reporting standards are not yet established.

In this paper, we first outline the considerations that influence a pension scheme’s ability to invest in low-carbon strategies. Then we review the carbon data available, acknowledging regional differences. Finally, we present a simulated solution for a global low-risk, low-carbon investment, which we think is of relevance for a number of investors. We look forward to further discussions with clients to assist them in overcoming the challenge of providing performance while mitigating climate risk.

Please find the paper from Unigestion attached on the left.

Die Rallye an den europäischen Aktienmärkten ist noch nicht zu Ende

von Markus Tischer, Senior Quantitative Analyst und Portfoliomanager BANTLEON.

Nachdem der im April 2015 begonnene Bärenmarkt an den europäischen Aktienmärkten am 11. Februar 2016 beendet wurde, hat der Eurostoxx50 16% und der DAX sogar 23% zugelegt. Die Verlockung Gewinne mitzunehmen ist nach solch einer beeindruckenden Kursrallye groß, zumal die Eventrisiken in Europa (BREXIT, Regierungsbildung in Spanien, Bankenkrise/Referendum in Italien, Krim-Konflikt) offensichtlich sind und die allgemeine Stimmung zur künftigen Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone eher gedrückt ist. Sind die Risiken an den europäischen Aktienmärkten derzeit also deutlich größer als die Chancen? »Nein, dagegen sprechen vier gute Gründe.«

Erstens haben die meisten öffentlich zugänglichen europäischen Konjunkturindikatoren – zum Beispiel die IFO-Geschäftserwartungen und der EUR-Einkaufsmanagerindex der Industrie – im Februar zusammen mit den Aktienmärkten ihre zyklischen Tiefststände markiert und befinden sich seitdem in einem Aufwärtstrend. Daran hat auch der durch die BREXIT-Abstimmung beeinflusste Juli nichts geändert. Darüber hinaus deuten unsere eigenen Frühindikatoren, die sechs bis zwölf Monate in die Zukunft blicken, klar auf eine Fortsetzung dieses Trends in den kommenden Monaten hin.

Zweitens dürften die Maßnahmen der EZB noch auf absehbare Zeit extrem expansiv bleiben. Wir erwarten, dass die EZB das Programm für die monatlichen Assetkäufe in Höhe von 80 Mrd. EUR um sechs Monate bis September 2017 verlängern wird. Möglicherweise wird das Programm sogar nochmals aufgestockt. Zudem ist eine weitere Senkung der Depositenrate unter -0,4% möglich. Damit wäre der Weg für weiter sinkende Risikoprämien bei Unternehmensanleihen bereitet. Indirekt würden auch die europäischen Aktienmärkte von diesem »Risk on«-Umfeld profitieren.

Drittens sind europäische Aktien nahezu alternativlos. Mit einer Dividendenrendite von 2,85% für den DAX und 3,94% für den Eurostoxx50 bieten diese Märkte markant höhere laufende Erträge als zum Beispiel europäische Staatsanleihen, die großteils sogar negative Renditen bieten. Gleichzeitig sind die Kosten für die Währungsabsicherung in USD beispielsweise für japanische Investoren in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. So beträgt die Dividendenrendite des S&P500 für japanische Investoren nach Abzug der Absicherungskosten nur etwa 0,60%, während diese Kennzahl für den Eurostoxx50 etwa 4,00% entspricht. Für japanische Anleger, die in EUR-Aktien investieren, sind die Absicherungskosten derzeit sogar positiv. Damit sollten die europäischen Aktienmärkte künftig auch von Umschichtungen asiatischer Anleger von USA nach Europa profitieren.

Viertens hat sich das charttechnische Bild in den vergangenen Tagen erheblich verbessert. So überwand der Eurostoxx50 wieder die 200-Tagelinie und der DAX verließ seinen seit April 2015 bestehenden Abwärtstrend. Beide technischen Ereignisse deuten auf den Beginn eines Bullenmarktes hin und dürften vor allem regelgebundene Aktienmanager dazu veranlassen, ihre Quoten zu erhöhen.

Fazit: Die genannten Chancen beruhen allesamt auf einer Bestätigung beziehungsweise Verbesserung des strategischen Marktumfeldes, während sich die Risiken vor allem auf nicht prognostizierbare Eventrisiken beschränken. Deshalb sind unserer Meinung nach die Chancen deutlich größer als die Risiken. Der nächste markante Chartpunkt für den DAX befindet sich am zyklischen Höchststand vom Dezember 2015 bei 11.430 Punkten und könnte bald ins Blickfeld der Anleger geraten. Der Verlockung Gewinne mitzunehmen sollten Anleger also derzeit widerstehen. Aber auch diese Entwicklung ist endlich. So zeigen unsere eigenen Frühindikatoren zum Jahresende den nächsten konjunkturellen Abschwung an. Dann müssen Anleger wieder mit Kursrückgängen von 20 bis 25% rechnen.

Saudisches Statement treibt Ölpreis

„Der Rohstoffsektor beendete die dritte Woche in Folge größtenteils unverändert. Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Sommerpause, weshalb die Handelsaktivität, und nicht zwangsläufig die Volatilität, eher geringer ausfällt“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Nach einem starken ersten Halbjahr seien Kursgewinne bei Rohstoffen rar geworden – nur Metalle bildeten hier eine Ausnahme. Gleichzeitig gerieten Soft-Commodities in der vergangenen Woche unter Druck. „Die Getreidemärkte gönnten sich im Vorfeld der Veröffentlichung des World Agricultural Supply and Demand Estimates eine Auszeit. Der am Freitag erschienene Bericht war der wichtigste des Sommers und zugleich der erste, der ein genaueres Licht auf die zu erwartende Ernte und Produktion der aktuellen Saison wirft“, sagt Hansen.

„Die diesjährige Performance der Metall-Sektoren war in der Tat beeindruckend. Das gilt nicht zuletzt für die weißen Metalle Silber und Platin, die im Anschluss an das Brexit-Votum im Juni eine außergewöhnliche Rallye starten konnten“, sagt Hansen. Zu Beginn der vergangenen Woche war die Preisdifferenz von Platin im Vergleich zu Gold um ganze 175 US-Dollar geringer als noch im Juni. Vor dem Hintergrund dieser eindrucksvollen Gewinne seien alle Augen auf Gold gerichtet. „Nach zwei fehlgeschlagenen Anläufen, das Hoch vom 11. Juli diesen Jahres von 1.375 USD pro Feinunze zu schlagen, wirkt das gelbe Metall allerdings angeschlagen. Das Risiko einer erneuten Preiskorrektur ist durchaus vorhanden“, sagt Hansen.

„Unterdessen stand die vergangene Woche ganz im Zeichen der Ölpreisentwicklung. Öl konnte die zweite Woche in Folge zulegen, was dem größten Zuwachs seit April entspricht“, sagt Hansen. Der saudische Ölminister habe sich zugunsten des Ölpreises eingeschaltet und das Ausmaß an Short-Positionen für die Preisschwäche verantwortlich erklärt. „Dies beflügelte den eigentlich noch aufgrund des massiven Überangebots taumelnden Ölkurs. Die Händler werden es sich nun gut überlegen, bevor sie bei Öl erneut aggressiv short gehen“, sagt Hansen. Dies sei wahrscheinlich das Hauptziel des saudischen Statements gewesen. Im dritten Quartal dürfte sich die Öl-Benchmarke Brent wohl in einer Handelsspanne zwischen 45 und 50 USD pro Barrel bewegen. „Ein Jahresendkurs von deutlich über 50 USD wird aber schwer erreichbar sein. Höchstwahrscheinlich wird sich eine weitere Preiserholung bis ins nächste Jahr verzögern“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Unsicherheiten belasten globales Wachstum

von Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.

Mit Blick auf den restlichen Jahresverlauf 2016 rechnen wir mit einem weiterhin schwachen Wachstum der Weltwirtschaft. Für Europa und Großbritannien beinhaltet der Ausblick auch ein verstärktes Abwärtsrisiko bedingt durch den Brexit, der für die USA, Japan und China nur geringe Auswirkungen haben wird. Generell dürfte die Inflation in den Industriestaaten niedrig bleiben, obgleich wir in den USA klare Anzeichen eines wachsenden Lohndrucks sehen.

US-Beschäftigung als größter Lichtblick des globalen Wirtschaftswachstums?

In einem ansonsten recht düsteren globalen Wirtschaftsumfeld liefert das robuste Beschäftigungswachstum in den USA bislang ein wichtiges Signal einer kontinuierlichen fundamentalen Verbesserung. Allerdings wird auch der US-Arbeitsmarkt nicht unendlich im aktuellen Tempo weiter wachsen. Das wirft die Frage auf: Wie wird sich der derzeit größte Lichtblick des globalen Wirtschaftswachstums weiter entwickeln?

Kurzfristig erwarten wir eine Verbesserung des Wirtschaftswachstums in den USA, während die Abwärtsrisiken langfristig allerdings steigen dürften. Der angespannte Arbeitsmarkt sorgt für steigende Löhne, was schließlich Unternehmen dazu veranlassen könnte, Stellen zu streichen oder niedrigere Gewinne zu akzeptieren. Mit beiden Szenarien wächst die Gefahr, dass die USA in den nächsten ein oder zwei Jahren in eine Rezession abrutschen könnten. Die große Unbekannte bleibt, ob höhere Löhne auch zu höheren Verbraucherausgaben führen und somit den Unternehmensumsätzen nicht nur einen Schub verleihen, sondern auch den Verlusteffekt des Lohnwachstums teilweise kompensieren könnten.

Die Fed wird derweil vermutlich bis Dezember oder noch länger von weiteren Zinserhöhungen absehen. Immer wenn die Märkte einen solchen Schritt einzupreisen beginnen, spannen sich die Finanzbedingungen in den USA an – und die Fed geht in einen Wartemodus. Sie scheint sich jetzt darauf zu konzentrieren, die langfristigen Leitzinsprognosen zu senken, was vielleicht den kurzfristigen Zinsen Auftrieb geben wird, während sich die US-Renditekurve weiter verflacht. Vor der Präsidentschaftswahl im November sehen wir jedoch keinen Spielraum für eine Konjunkturspritze.

China schiebt Kreditproblem vor sich her

Das Tempo, das China zurzeit beim Kredit- und Wirtschaftswachstum hinlegt, wird dauerhaft nicht haltbar sein. Das Kreditwachstum bleibt ein eher langfristiges Risiko. Es hat zwar geholfen, die chinesische Wirtschaft zu stabilisieren, wodurch die Kapitalabflüsse reduziert werden konnten. Doch der Übertragungseffekt von Krediten auf die Konjunktur nimmt zunehmend ab. Das Ergebnis: finanzielle Ungleichgewichte entstehen, die die Nachhaltigkeit von Wachstum und Krediten längerfristig gefährden. Folglich muss immer mehr Geld geliehen werden und irgendwann wird der Punkt erreicht sein, an dem die Blase platzt. Doch bis dahin werden die politischen Verantwortlichen das Problem erst einmal weiter vor sich hinschieben.

Kurzfristig wirkt China stabil, doch auf lange Sicht könnte die steigende Verschuldung das staatlich forcierte Wachstum jedoch unhaltbar machen. Die Wirtschaftsaktivität hat sich dank einer lockereren Geldpolitik und aggressiveren Konjunkturstimuli zugunsten der Infrastruktur stabilisiert. Die Lage am Immobilienmarkt hat sich nach einer Phase der Volatilität aufgehellt, obgleich bei den jüngsten Preisanstiegen und der Zunahme von Neubauprojekten eine Verlangsamung zu beobachten ist. Das Exportgeschäft ist durchwachsen und leidet besonders unter der schwachen Nachfrage in Asien. Die Wachstumsaussichten werden nicht nur durch die Überkapazitäten im verarbeitenden Gewerbe belastet, sondern auch durch ein potenzielles Übergreifen der Schwäche der Industrie auf den Dienstleistungssektor und die sinkende Effizienz politischer Instrumente. Vor diesem Hintergrund prognostizieren wir für die chinesische Wirtschaft ein Wachstum von 6,5 Prozent in diesem und 6,0 Prozent im nächsten Jahr.

Brexit als anhaltende Belastung in der Eurozone

Langfristig gesehen wird sich die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, als Dauerbelastung erweisen – primär für Großbritannien, aber auch für Europa. Es wird eine Weile dauern, bis der Brexit seine volle Wirkung zeigt und ein Großteil der Effekte dürfte erst 2017 zum Tragen kommen. Die Unsicherheit über das operative Umfeld und die Konjunkturaussichten dürften dazu führen, dass sich Unternehmen und Verbraucher mit Investitionen zurückhalten. Die britischen Unternehmensinvestments dürften besonders leiden, außerdem erscheint es sehr wahrscheinlich, dass sich der Häusermarkt abschwächt und dabei sowohl die Zahl der Transaktionen als auch die Preise sinken werden. Die Entwicklungen am Häusermarkt könnten den privaten Konsum belasten – durch das Vermögen selbst sowie durch einen direkten Konsumverlust aufgrund der Notwendigkeit eines Umzugs. Die Schwäche des britischen Pfunds sollte zwar einen gewissen Ausgleich in Form wettbewerbsfähigerer Exporte bieten, dennoch dürfte Großbritannien in den nächsten 12 bis 18 Monaten in die Rezession abgleiten oder zumindest nur noch ein Wachstum nahe Null erreichen. Wir haben daher unsere Wachstumsprognose 2017 für Großbritannien und die Eurozone gesenkt.

In Europa wird die direkte Wirkung über den Handelskanal vermutlich relativ moderat ausfallen, wobei der Brexit die bestehenden Probleme noch verstärkt. Die Unsicherheit über die Folgen für die Zukunft der Europäischen Union und bevorstehenden Wahlen dürfte das Vertrauen in die Wirtschaft einer ständigen Belastungsprobe aussetzen.

Von Seiten der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen wir in der Eurozone mit einer weiteren Zinssenkung, aber nur um 10 Basispunkte, da die EZB ihr Hauptaugenmerk weiter auf Wertpapierkäufe legen wird. Wegen der sinkenden Zinsen und begrenzten Neuemissionen gibt es für die EZB weniger kaufbare Staatsanleihen, sodass ihr aktuelles Programm sehr wahrscheinlich bald angepasst wird. Außer in Deutschland, wo Konjunkturmaßnahmen unwahrscheinlich erscheinen, sehen wir kaum Spielraum für eine finanzpolitische Lockerung. Frankreich, Spanien und andere Länder sind auf dem besten Weg, die EU-Defizitziele zu verfehlen und stehen folglich unter dem Druck zu sparen, statt Mehrausgaben zu tätigen.

Japans Politik im Dilemma – Zeit für Helikoptergeld?

Japans erwarteter Übergang zu einer lockereren Haushaltspolitik ist wohl das eindringlichste Beispiel für das politische Dilemma des Landes. Die implizite Koordination von Geld- und Fiskalpolitik wird möglicherweise nicht ausreichen, um die strukturellen Herausforderungen zu beseitigen, die das Wachstumspotential Japans geschwächt haben. Dazu zählen allen voran die hohe Sparneigung, der Status des Yens als Fluchtwährung und eine alternde Bevölkerung. Die Alternative wäre eine Form von Helikoptergeld, bei dem die Geldversorgung von der Notenbank permanent erhöht wird, um fiskalische Stimuli zu finanzieren. Angesichts des Umfangs der Wertpapierkäufe lässt sich argumentieren, dass die Bank of Japan die japanischen Staatsschulden bereits monetarisiert hat und dass von einer klaren Stellung zum Helikoptergeld eine stärkere Signalwirkung ausgehen würde.

Helikoptergeld könnte das Wachstum und die Inflation zwar ankurbeln, geht aber auch mit einem beträchtlichen Risiko für das Finanzsystem einher. Die Anleger würden wahrscheinlich die Fähigkeit der BoJ anzweifeln, eine permanente Unterordnung unter die Haushaltspolitik zu vermeiden. Dies könnte wiederum zu höheren Risikoprämien bei japanischen Staatsanleihen führen. Japans Banken haben zuletzt auf ein höheres Durationsrisiko gesetzt, um im Umfeld niedriger Nettozinsmargen bessere Renditen zu erzielen. Ein Anstieg der langfristigen Renditen japanischer Staatsanleihen könnte sie deshalb vor erhebliche Probleme stellen.

Über Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management ist der Asset-Management-Bereich der Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE-Symbol: GS). Per 31. Dezember 2015 belief sich das von diesem Geschäftsbereich verwaltete Vermögen auf 1,083 Billionen US-Dollar. Goldman Sachs Asset Management bietet seit 1989 diskretionäre Anlageberatungsleistungen an und beschäftigt Investment-Spezialisten an allen großen Finanzplätzen der Welt. Das Unternehmen bietet institutionellen Investoren und Privatkunden auf der ganzen Welt Investmentstrategien, die sich auf eine breite Palette von Anlageklassen erstrecken. Goldman Sachs wurde 1869 gegründet und gehört zu den führenden, global tätigen Investmentbanking-, Wertpapier- und Vermögensverwaltungshäusern. Sie betreut weltweit einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitutionen, staatliche Stellen und vermögende Privatpersonen gehören.

Indien und Indonesien zeigen gute Wachstumsentwicklung, Kapitalabfluss in China

von Maarten-Jan Bakkum, Senior Strategist Emerging Markets bei NN Investment Partners.

Chinas Handelszahlen für Juli waren eher schwach. So gingen Aus- und Einfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 4 bzw. 12 Prozent zurück. Zum größten Teil liegt dies an der Entwicklung der Exporte in andere Schwellenländer. Grund für die Importschwäche war dagegen der Rückgang der Rohstoffeinfuhren. Dieser Trend entspricht weitgehend dem abflauenden Wachstum bei Anlageinvestitionen und damit auch unserer festen Überzeugung, dass es sich hierbei um einen mehrjährigen Prozess handelt.

Andererseits stiegen die Einfuhren aus Hongkong um 123 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Unternehmen über den Handelskanal Geld aus dem Land abziehen. Doch die Kapitalflussdaten zeichnen immer noch ein angemessenes Bild. Während die Devisenreserven im Juli stagnierten, weitete sich der Handelsüberschuss aus; im Ergebnis bedeutet das, dass die Kapitalabflüsse etwas gestiegen sind. Im Vergleich zu der dramatischen Kapitalflucht im vergangenen Jahr und zu Beginn des laufenden Jahres hält sich dieser Schwund indes in Grenzen. Ähnliches lässt sich auch im Hinblick auf die Exportdaten feststellen: Die Zahlen sind zwar alles andere als gut, entsprechen aber mehr oder weniger den Daten anderer Länder Asiens.

Unser Top-down-Research hat uns vergangene Woche nach Indien und Indonesien geführt. Beide Länder sind gute Beispiele für aufstrebende Volkswirtschaften mit zunehmendem wirtschaftlichem Schwung, während das globale Umfeld erheblich zur Entspannung der Finanzsituation beigetragen hat. In beiden Ländern ist der erfreuliche Wachstumstrend vor allem den öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur zu verdanken. Die Regierungen unter Jokowi und Modi haben mit der Umsetzung bestehender und neuer Projekte rasche Fortschritte erzielt.

Doch die Investitionen des Privatsektors sind bisher wegen der Überkapazitäten allgemein und der Probleme im Stahl- und Energiesektor im Besonderen (Indien) bzw. verhaltenem Geschäftsklima aufgrund niedriger Rohstoffpreise (Indonesien) recht schwach. Der Konsum ist in beiden Ländern zwar relativ hoch, steigt aber nicht weiter. Gleichzeitig wird die Haushaltssituation in beiden Ländern kritischer. Das liegt u. a. an den hohen Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben und der immer noch relativ ineffektiven Erhebung von Steuern. Damit steigt das Interesse an potenziellen neuen Einnahmequellen des Staates, wie sich an der landesweiten Einführung einer Mehrwertsteuer in Indien und der Steueramnestie in Indonesien zeigt.

Insgesamt sind wir durch diese Reise zuversichtlicher, was die Wachstumsentwicklung in Indien und Indonesien betrifft. Die öffentlichen Investitionen dürften robust bleiben und der Privatverbrauch zunehmen. Die private Investitionstätigkeit sollte man im Auge behalten. Vor allem in Indien, aber auch in Indonesien zeichnet sich bereits eine Erholung ab.

Greater stimulus to pressure Yen

Recent fiscal and monetary stimulus measures have failed to stem the ongoing ascent of the JPY. The Yen appears overvalued when compared to real yields and looks increasingly vulnerable to a pullback. At its September meeting, we believe the Bank of Japan (BoJ) will implement further easing measures, catalysing a move higher in the USD/JPY exchange rate. Please find the full FX trade idea from ETF Securities with charts attached on the left.

Yen rally to end

In recent weeks, attempts by Japanese authorities (both fiscal and monetary) to boost economic performance have fallen short of market expectations. A surprise ¥28trn fiscal package and an expansion of the Bank of Japan’s (BoJ) ETF purchase program have both failed to convince investors that a revival in economic growth and inflation prospects is on the horizon. The disappointment saw the Yen rally 4.5%, undoing its losses from the prior week and bringing the currency’s total gain for the year to 17.1% on a trade weighted basis. However, this upward trend shouldn’t last too much longer. At its next monetary policy meeting in September, we believe that the BoJ will commit to implementing greater monetary stimulus and outline a strong resolve to do more going forward. This will be in an attempt to regain credibility and ensure the success of its three pronged easing program in restoring healthy inflation. This should help weaken the JPY, particularly against the US Dollar, a currency which we believe will benefit in coming months from growing expectations of monetary tightening.

“Comprehensive assessment” fears overdone

At the BoJ’s last monetary policy meeting, it announced that it would be conducting a “comprehensive assessment” of the bank’s Quantitative and Qualitative Easing (QQE) programme. This created uncertainty and some concerns that the bank would be either; i) lowering its inflation target or ii) removing elements of its easing programme. However, in a recent speech the BoJ’s Deputy Governor, Kikuo Iwata, made it clear that negative rates had been beneficial for the economy and that the review was being conducted in order to achieve “the price stability target of 2% at the earliest possible time”. We therefore do not necessarily see the review as a means of tapering current measures, but rather an assessment of what policies would be most effective going forward. As such, we believe further stimulus will be announced in September which should allay investor concerns and place the JPY under renewed pressure.

Retracement likely

Rising yields in recent weeks have supported the JPY, but we believe that the currency remains overextended against what real yields would imply on an absolute basis. Net speculative positioning remains at record highs for the Yen, but shorts have started to trough and longs decline. We believe a strong policy response in September could spur a reversal in market positioning and cause a sharp JPY retracement, particularly for the USD/JPY currency pair which has faced support at the 101.96 level, a key sticking point for the pair between Decemebr-13 to August-14.

Frontier-Märkte: Ergiebiges Jagdrevier

Frontier-Märkte sind Länder, die besser als die traditionellen Schwellenländer entwickelt sein können, aber kleinere und weniger gut zugängliche Kapitalmärkte haben. Sie können attraktive Anlagemöglichkeiten darstellen, da sie langfristig große Wachstumsperspektiven bieten, nur eine geringe Korrelation zu den Industrieländern haben und als ein sehr effektives Instrument zur Portfoliodiversifizierung dienen können. Frontier-Märkte sind ein ergiebiges Jagdrevier für Anleger auf der Suche nach attraktivem Wachstum und Gelegenheiten zur Alpha-Generierung und beherbergen ein breites und vielfältiges Spektrum von Unternehmen mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung. Sie sind zudem weniger von Analysten abgedeckt und daher attraktiver für wachstumsorientierte Anleger.

Frontier-Märkte können aber auch mit politischer Instabilität, höherer Volatilität und geringer Liquidität verbunden sein. Schon immer beinhalteten die Grenzmärkte vielversprechende Chancen und alarmierende Risiken zugleich und dies wird auch in Zukunft so bleiben. Sie bleiben insofern vor allem für Anleger interessant, die in der Lage sind, die richtigen Länder auszuwählen, schwach abgedeckte Märkte zu identifizieren und Unternehmen mit starker Cashflow-Generierung auszumachen.

Erfolgreich Investieren in Frontier-Märkten – Solide Cashflows und geringe Verschuldung

Für die Erzielung langfristiger Performance sind die richtigen Regionen, Sektoren und Titel entscheidend. Diese sollten bestenfalls in der Lage sein, Cashflow-Generierung und nahezu säkulare Wachstumsaussichten zu kombinieren. Wir bei Carmignac sind der Ansicht, dass die überzeugendste Performance, unabhängig von der allgemeinen Marktrichtung, durch den Fokus auf die folgenden Fragen erreicht werden kann: Weist das Land solide makroökonomische Fundamentaldaten mit hohem Binnenwachstum und gesunden (oder sich verbessernden) Leistungsbilanzsalden auf? Sind die Wirtschaftssektoren unterentwickelt und können daher von langfristigen Wachstumsthemen profitieren? In der Tat werden aufmerksame Anleger zahlreiche solcher Sektoren finden – schließlich sind selbst in Regionen mit schwachen Konjunkturaussichten Wachstumssegmente vorhanden. Und schließlich: Wie sieht es mit der Cashflow-Generierung und dem Verschuldungsgrad der mittels unserer Bottom-Up-Titelauswahl ausgewählten Unternehmen aus? Schwellenländer-Indizes beinhalten einen großen Anteil von Unternehmen, die entweder einen hohen Verschuldungsgrad aufweisen oder unrentabel sind. Wir raten daher zu einem Schwerpunkt auf Geschäftsmodelle mit soliden Cashflows und idealerweise geringer Verschuldung, die imstande sind, ihr Wachstum selbst zu finanzieren und besser positioniert sind, um Marktturbulenzen zu bewältigen. Wir bevorzugen zudem Branchen, die weniger kapitalintensiv sind wie z.B. der IT-Sektor. Eine starke Cashflow-Generierung trägt einerseits dazu bei, mit Marktturbulenzen umzugehen und ermöglicht es andererseits, die Früchte des selbst finanzierten Wachstums zu ernten.

Argentiniens neue Regierung – Ein Hoffnungsschimmer für Anleger in Frontier-Märkten

Die folgenreichsten Veränderungen, die sich auf unser Anlageuniversum auswirken, fanden in Frontier-Märkten statt, die sich politisch im Umbruch befinden. Der Überraschungserfolg von Mauricio Macri bei den letzten Wahlen in Argentinien war von historischer Bedeutung. Der neue Präsident hat ein hochkarätig besetztes Kabinett berufen, was angesichts der bevorstehenden Herausforderungen ein gutes Zeichen ist. Die größte Herausforderung ist die Zahlungsbilanz des Landes. Argentinien litt jahrelang unter einer massiven Dollarknappheit, die das Land schließlich zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen zwangen, um noch Schlimmeres zu verhindern. Um dieser Knappheit zu begegnen, muss die Regierung sämtliche wirtschaftlichen Aktivitäten wiederbeleben, die Devisen ins Land bringen können. Hier geht es nicht zuletzt um Agrarexporte, wobei Ende letzten Jahres die Regierung die kluge Entscheidung getroffen hat, die Abgaben auf diese Exporte zu senken. Dies hat uns dazu veranlasst, unsere Beteiligung an IRSA aufzustocken - eine vorwiegend in Gewerbeimmobilien investierende Immobiliengesellschaft. Hinzu kommt Cresud, ebenfalls eine Immobiliengesellschaft, die große landwirtschaftliche Flächen besitzt. Diese beiden Anlagen dürften zudem von der allmählichen Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen profitieren.

Außerdem haben wir vor kurzem in Banco Supervielle investiert. Inländische Kredite an den Privatsektor machten lediglich 16 % des BIP aus, weshalb Argentinien zu den Frontier-Märkten mit dem geringsten Anteil an Privatkrediten in den Schwellenländern zählt. Die Beteiligung an einer argentinischen Bank ist daher ganz im Sinne unserer Philosophie, in schwach abgedeckte Marktsegmente anzulegen. Zum Zeitpunkt des Erwerbs wurde die Aktie von Banco Supervielle zum doppelten des Buchwerts gehandelt, obwohl die Bank eine Eigenkapitalrendite von ca. 33 % auswies und gute Aussichten auf starkes, nachhaltiges Wachstum hat.

Asiens vielversprechende Frontier-Markt-Sektoren – Das Beispiel des philippinischen Zementmarktes

Unser Asset-Allocation-Ansatz bevorzugt Asien, da die Region und in erster Linie ihre Frontier-Märkte immer noch enorme Wachstumsmöglichkeiten bietet. Diese weisen im Großen und Ganzen immer noch Leistungsbilanzüberschüsse in Rekordhöhe auf und viele ihrer Marktsegmente sind nach wie vor schwach abgedeckt. Hier findet sich ein wesentlicher Teil der Unternehmen, auf die wir mit unserem Anlageprozess abzielen.

Wir haben daher unsere Präsenz auf den Philippinen und in anderen aufstrebenden Märkten in der Region verstärkt, um von dieser einzigartigen Kombination aus bemerkenswerten Zahlungsbilanzen und robuster Binnennachfrage zu profitieren. Beispielsweise haben wir während des kürzlichen Börsengangs von CEMEX Philippines eine Beteiligung an dem Unternehmen erworben. Es handelt sich dabei um eine Tochtergesellschaft des mexikanischen Zementgiganten CEMEX, dessen Kolumbien-Geschäft sich bereits in unserem Portfolio befindet. Der jährliche Pro-Kopf-Zementverbrauch auf den Philippinen liegt immer noch bei nur 215 kg, im Vergleich zu 1.690 kg in China und 911 kg in Südkorea. Der Zementmarkt auf den Philippinen zeichnet sich durch ein oligopolistisches Angebot und eine fragmentierte Nachfrage aus, die zusammen zu relativ hohen Preisen führen. Außerdem hat die bergige Beschaffenheit des Landes zu einer großen Anzahl von physisch getrennten lokalen Märkten geführt. Zementimporte aus dem Ausland haben insofern dort kaum eine Chance. Was die Finanzkennzahlen anbelangt, erfüllt CEMEX Philippines fast gänzlich die Anforderungen unseres Auswahlprozesses. Das Unternehmen verfügt über eine Free-Cashflow-Rendite von über 8,8 %, eine sehr gesunde Bilanz und überzeugende Wachstumsaussichten sowie einen prognostizierten Umsatzanstieg von durchschnittlich 19 % pro Jahr während der nächsten drei Jahre.

Über Carmignac
Carmignac wurde 1989 von Edouard Carmignac gegründet und zählt heute zu den größten Vermögensverwaltern in Europa. Das Kapital der Gesellschaft wird zu 100% von der Unternehmensführung und den Mitarbeitern gehalten, das heißt von einem stabilen Aktionärsstamm, der den Fortbestand und die Unabhängigkeit der Gesellschaft gewährleistet. Dieser grundlegende Wert garantiert die Freiheit, die für ein auf lange Sicht erfolgreiches Fondsmanagement wesentlich ist. Mit mehr als 51 Mrd (31/03/2016). Assets under Management hat Carmignac eine breite Fondspalette von 23 Fonds entwickelt, die  alle Anlageklassen - Aktien, Anleihen und Mischfonds – abdeckt; mit dem Ziel einer konsequenten Erfolgsbilanz der Erträge, bei geringer Volatilität für die Anleger. Vor allem das Flaggschiff von Carmignac, der Carmignac Patrimoine, erzielte in den Jahren 2000, 2002 und 2008, während des Zusammenbruchs der Märkte, positive Renditen. Seit der Auflegung, im Jahr 1989, verbucht der Mischfonds nach Abzug der Gebühren eine annualisierte Jahresperformance von 8.20%*. Derzeit werden unsere Fonds aktiv in 12 europäischen Ländern vertrieben: Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Belgien, Italien, Deutschland, Spanien, Niederlande, Österreich, Schweden, Großbritannien und Irland. Auf internationaler Ebene verfügt Carmignac über Büros in Luxembourg, Frankfurt, Mailand, Madrid und London. Zudem sind alle Carmignac-Fonds in Singapur für professionelle Anleger zugelassen.

Active managers profited from the weak performance of energy and utilities

Over a 12-month-rolling period we still experience good results for emerging markets and disappointing results for US managers (see chart). Europe managers performance was in line with the longer term average.

In July, the energy and utilities sectors strongly underperformed the broader market and the majority of the European funds are underweight in these two sectors. In addition to that, small- and mid-caps outperformed large caps in most regions. Net of fees 78% of US managers, 56% of Europe managers and 48% of emerging market managers outperformed their benchmarks.

Since the beginning of the year, the majority of managers in all the regions underperformed their benchmarks net of fees. The underweight of energy, materials and utilities stocks has hurt as those sectors have recovered strongly YTD.

Please find the full ifund research news for August 2016 attached on the left with charts and a summary of manager meetings.

Divergierende Notenbankkurse spalten die Märkte

Die Sorgen rund um den Brexit und andere potenzielle Risiken für die Weltwirtschaft schwächen sich langsam ab. Dennoch bleiben die globalen Fundamentaldaten schwach, was die Notenbanken zu weiteren geldpolitischen Maßnahmen bewegen könnte. Gleichzeitig wird die US-amerikanische Zentralbank (Fed) wohl an ihrem Kurs der schrittweisen Zinserhöhung festhalten. „Durch die divergierenden Geldpolitiken der Notenbanken entsteht eine immer größere Kluft zwischen den Vereinigten Staaten und dem Rest der entwickelten Länder“, erklärt Janelle Woodward, President und Portfoliomanagerin bei der Institutional Fixed Income Boutique Taplin Canida & Habacht (TCH) unter dem Dach von BMO Global Asset Management. Die Expertin erklärt, wie sich diese Entwicklung in den kommenden Monaten auf die globalen Anleihemärkte auswirken könnte. 

Positver Ausblick für US-Wirtschaft bietet Rückenwind für Zinswende 

Obwohl die US-Konjunkturdaten weiterhin schwanken, ist die Ausgangsbasis für Investoren Woodward zufolge weiterhin förderlich. „Zwar impliziert die Preisentwicklung der Fed-Funds-Futures, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die Fed im zweiten Halbjahr nur bei etwa 36 Prozent liegt. Allerdings verkündete die Notenbank, dass sich die kurzfristigen wirtschaftlichen Risiken reduziert hätten“, so die Anleiheexpertin. So hätten sich beispielsweise die Arbeitsmarktdaten jüngst verbessert. Gleichzeitig hätte die Notenbank in ihrem Juli-Statement allerdings davor gewarnt, dass die Inflation auf kurze Sicht auf niedrigem Niveau verharren könne. „Der nächste Zinsschritt ist jedoch nur eine Frage der Zeit. Die Fed ist die einzige Notenbank in den entwickelten Ländern, die in Sachen Geldpolitik behutsam zur Normalität zurückkehrt“, so Woodward. Vor diesem Hintergrund geht sie von einer positiven Entwicklung von hochqualitativen US-Anleihen aus.

Weitere Lockerungen durch Europäische Zentralbank und Bank of England

Aufgrund der steigenden wirtschaftlichen Risiken für die britische Wirtschaft nach dem EU-Referendum beschloss die Bank of England nach sieben Jahren Anfang des Monats erstmals einen Kurswechsel und senkte den Leitzins auf 0,25 Prozent. Darüber hinaus verkündete sie die Wiederaufnahme des ihres Wertpapierankaufprogramms. Doch auch in Gesamteuropa waren die Wirtschaftsdaten zuletzt schwach. „Im ersten Halbjahr lag das gesamteuropäische Wachstum gerade einmal bei 0,3 Prozent – obwohl zuvor 0,6 Prozent erwartet wurden. Und auch in Sachen Inflation gibt es keine nennenswerte Verbesserung“, berichtet Woodward. Diese Faktoren sprächen dafür, dass die Europäische Zentralbank in ihrer Sitzung im September weitere geldpolitische Lockerungen beschließen könnte.

Bank of Japan enttäuscht den Markt

Im Rahmen der globalen Maßnahmen gegen schwaches Wachstum, seien Japans Bemühungen derzeit wohl einzigartig. Bei ihrer letzten Sitzung kündigte die Bank of Japan ein Konjunkturprogramm in Höhe von umgerechnet 265 Milliarden US-Dollar an. Dazu zieht Woodward folgenden Vergleich: „In Relation zum jeweiligen jährlichen Bruttoinlandsprodukt entspricht dieses Paket in etwa dem Konjunkturprogramm der USA nach der Krise von 2008.“ Dennoch blieben die Maßnahmen der Bank of Japan konstant hinter den Erwartungen des Marktes zurück. „Auch Hoffnungen am Markt, die Bank of Japan würde den Ankauf japanischer Staatsanleihen ausweiten oder den Einlagezins senken, wurden zuletzt enttäuscht“, so die Expertin.

Brexit und Jagd nach Rendite beflügeln Schwellenländeranleihen

von Steve Ellis, Fondsmanager des Fidelity Emerging Market Debt Fund:

„Nach drei turbulenten Jahren mit unterdurchschnittlicher Kursentwicklung ist Schwellenländeranleihen in diesem Jahr ein beeindruckendes Comeback gelungen: Seit Jahresbeginn haben Emerging-Market-Bonds in Lokalwährung um 13 Prozent zugelegt. Kaum weniger, nämlich über 12 Prozent, waren es bei ihren Pendants in Hartwährung.

Diese solide Wertentwicklung wird flankiert von starken Mittelzuflüssen in diesem Jahr, die in den vergangenen Wochen ein rekordverdächtiges Niveau erreicht haben. Nach einem so starken Lauf drängt sich bei Anlegern unwillkürlich die Frage auf: Hält er an? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Treiber dieser Rally näher betrachten.

Was vor allem ins Auge sticht, sind erste Anzeichen einer verbesserten Konjunkturlage in der Region. Auch wenn das Exportvolumen aus Schwellenländern weiter rückläufig ist, scheint der Wert der Ausfuhren offenbar nicht weiter zu sinken. Das hat zum einen mit der Erholung der Rohstoffpreise in diesem Jahr zu tun, denn viele der großen Emerging-Markets-Exportländer sind erheblich von Rohstoffen abhängig. Vor allem der Ölpreis, der vom Rekordtief im Januar um 50 Prozent gestiegen ist, kommt diversen aufstrebenden Ländern zugute – auch wenn die Rohstoffpreise zuletzt wieder etwas unter Druck geraten sind. Zur Jahreswende war auch die Konjunkturentwicklung in China ein Grund zur Sorge. Aber die im Jahresverlauf veröffentlichten Daten haben sich stabilisiert, was in erster Linie der erhöhten Kreditvergabe zu verdanken ist.

Ein weiterer Grund für die zuletzt überdurchschnittliche Entwicklung von Schwellenländer-Vermögenswerten sind externe Ereignisse. Obwohl die US-Notenbank ihre allseits gefürchtete erste Zinserhöhung im letzten Dezember durchzog, haben sich Vermögenswerte aus den Emerging Markets seitdem erstaunlich gut behauptet. Gründe dafür sind die deutlich zurückgeschraubten Erwartungen hinsichtlich Zeitpunkt und Tempo der nächsten Zinsstraffungen durch die Fed, mit denen die Renditen von US-Staatsanleihen gefallen statt gestiegen sind.

Unterdessen setzen die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan ihre Anleihekäufe fort, die ihre jeweilige Wirtschaft ankurbeln sollen. Mit ihrer lockeren Geldpolitik haben die Währungshüter einen erheblichen Renditerückgang bei Industrieländeranleihen bewirkt, zumal bei deutschen und Schweizer Staatsanleihen, die als extrem sicher gelten.

Erstaunliche 36 Prozent aller ausstehenden Staatsanleihen der Industrieländer werfen inzwischen nur noch negative Renditen ab, lediglich 6 Prozent rentieren bei über 2 Prozent. Weltweit ist der risikolose Zinssatz auf dem Rückzug und werden Papiere mit attraktiver Rendite zunehmend Mangelware. Dass vor diesem Hintergrund das Interesse der Anleger an Schwellenländeranleihen sprunghaft gestiegen ist, überrascht kaum.

Aufschlussreich war auch die Marktreaktion auf den Ausgang des EU-Referendums in Großbritannien. Erwartet hätte man eigentlich, dass Anleger in Scharen aus Risikoanlagen fliehen – mit negativen Folgen für Schwellenländeranleihen. Aber es kam anders: Denn der weitere Renditerückgang bei als sicher geltenden Anlagen hat die Renditen zusätzlich verknappt – wovon Schwellenländeranleihen profitieren.

Mit gewisser Sorge beobachte ich, dass Anleger auf der Suche nach Rendite immer höhere Risiken eingehen müssen. Solche Trends sind anfällig für eine abrupte Kehrtwende mit schmerzlichen Folgen. Als Auslöser einer solchen Trendwende kämen aus meiner Sicht mehrere Dinge infrage: Die größte Gefahr könnte von einer Wachstums- und Inflationsbeschleunigung in den USA ausgehen. Sie würde die Marktteilnehmer zwingen, ihre Zinserwartungen nach oben zu korrigieren. Eine weltweite Straffung der Liquiditätsbedingungen und ein stärkerer Dollar wären die Folgen, die sich tendenziell ungünstig auf Schwellenländeranleihen und Risikoanlagen im Allgemeinen auswirken.

Bis auf Weiteres aber sind Zinserhöhungen in Amerika vom Tisch, wie die Fed bei ihrer Sitzung im Juli bestätigte. Damit dürfte die Jagd nach Rendite auf kurze Sicht der wichtigste Treiber bleiben. Das wiederum würde dafür sprechen, dass Schwellenländeranleihen mit ihren deutlich höheren Renditen verglichen mit ihren Pendants aus den Industrieländern auch weiterhin heiß begehrt bleiben.“

Niedriges Ölpreisniveau bleibt vorerst bestehen

„Vor dem Hintergrund weltweit steigender Lagerbestände an Rohöl und Ölprodukten ist das schwarze Gold wieder in den Fokus der Leerverkäufer gerückt. Die US-Produktion hat sich stabilisiert, während OPEC und Russland die Produktion weiter steigern. Die Folge ist eine erneute Verzögerung des Ausgleichsprozesses und damit einhergehend ein Andauern des niedrigen Preisniveaus", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. US-Hersteller mit einem hohen Kostenaufwand hätten in den letzten Monaten Gelegenheit gehabt, ihren künftigen Produktionsbedarf über 50 USD pro Barrel abzusichern. Je nach Art der Absicherung könne dies trotz der erneuten Preisschwäche auch zu einer größeren Belastbarkeit beitragen.

„Im dritten Quartal steigt der Druck auf die Ölpreise, zumal die saisonal bedingte geringere Raffinerienachfrage meist für wachsende Lagerbestände sorgt. Das weltweite Phänomen sehr hoher Lagervorkommen war eine der Ursachen für die Preisschwäche im letzten Monat", sagt Hansen. Angesichts einer zu erwartenden Zunahme der Rohölbestände falle auch die Prognose für das Jahresende immer noch höher aus als aktuell, wobei bisherige Prognosen jedoch nach unten korrigiert werden müssen.

Spekulanten für Nymex-WTI-Rohöl-Futures hätten bis zum 2. August die bis dato größte Brutto-Short-Position akkumuliert. „In Verbindung mit dem neuerlichen verbalen Eingreifen Russlands und schwächerer OPEC-Mitglieder sollte dies zu einer Stabilisierung des Rohölpreises bei etwa 40 USD pro Barrel führen", sagt Hansen.

Der Ausgleichsprozess würde schließlich an Fahrt aufnehmen, sollte die Nachfrage weiter wie erwartet steigen. „In Anbetracht des Angebotsüberhangs wird der Ölpreis vor Jahresende jedoch nur schwer die Marke von 50 US-Dollar wieder übersteigen können. Letztendlich wird die erwähnte Belastbarkeit der US-Produzenten bestimmen, wie weit sich der Ölpreis 2017 über 50 US-Dollar hinaus entwickeln kann", sagt Hansen abschließend.

Zuflüsse in Long-Rohöl-ETPs auf 17-Monats-Hoch

Die Anleger pumpten 113 Mio. USD in Long-Rohöl-ETPs, sodass die Vermutung naheliegt, dass sie die gegenwärtige Preisschwäche nur für vorübergehend halten. Andererseits wird die Schwäche des Pfund Sterling wahrscheinlich noch eine Weile anhalten, da die Bank of England die Leitzinsen auf ein neues Rekordtief senkte und ihr Konjunkturpaket um 170 Mrd. GBP aufstockte. Die Anleger drängten erneut in Gold-ETCs, aber auch die Robotik- und Cyber Security ETFs nahmen Fahrt auf. Den vollständigen wöchentlichen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Charts.

Da in Großbritannien die ersten Anzeichen einer Konjunkturverlangsamung nach dem EU-Referendum sichtbar werden, beschlossen die Mitglieder des Ausschusses für Geld- und Kreditpolitik am letzten Dienstag einstimmig, die Zinsen auf ein neues Allzeittief von 0,25 % zu senken. Die Zinssenkung, die erste seit 2009, wurde allgemein erwartet, zugleich aber nahm die Bank of England auch ihre Wachstumsprognose für 2018 von 2,3 % auf 1,8 % zurück. Außerdem weitete sie ihr Konjunkturpaket massiv aus, indem sie ihr Anleihekaufprogramm um 70 Mrd. GBP aufstockte und den Banken im Rahmen eines neuen Finanzierungsprogramms die Aufnahme von bis zu 100 Mrd. GBP gestattete.

Da Rohöl der Sorte WTI unter 40 USD/Barrel fiel, hoben die Anleger ihr Engagement in Long-Rohöl-ETPs so stark wie seit März 2015 nicht mehr an. In Long-Rohöl-ETPs (A1N49P) flossen in der letzten Woche netto 113 Mio. USD, und aus Short-Rohöl-ETPs flossen 4 Mio. USD ab. „Auch wenn die Benzinvorräte zum ersten Mal in diesem Sommer einen erheblichen Rückgang anzeigen, werden beide Rohöl-Referenzindizes von einer ungewöhnlichen Zunahme der US-Lagerbestände in der zweiten Woche in Folge belastet“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. Meist gehen die Bestände an Erdölerzeugnissen während der Urlaubszeit in den USA tendenziell zurück, sodass wir davon ausgehen, dass die WTI-Rohölbestände (A0KRJX) dem Beispiel der Benzinvorräte folgen und in den kommenden Wochen abnehmen werden.

Gold verzeichnet nach wie vor Zuflüsse, da es nahe seines 2-Jahres-Hochs gehandelt wird. In Gold-ETPs (A0N62G) flossen in der letzten Woche 74,4 Mio. USD. Nachdem es anfänglich aufgrund der geldpolitischen Expansion in Großbritannien und der fiskalischen Expansion in Japan gestiegen war, rutschte es aber nach optimistischen US-Arbeitsmarktzahlen außerhalb der Landwirtschaft wieder ab. „Der jüngste Rückgang könnte zu neuen Käufen führen, da sich die Anleger um die Absicherung ihrer Portfolios bemühen“, so Herr Hein.

Robotik und Cyber Security nehmen Fahrt auf. „Die beiden Zukunftssektoren Robotik (A12GJD) und Cyber Security (A14ZT8) werden sich unseres Erachtens wahrscheinlich gut entwickeln, wenn man sie aufgrund ihrer stabilen Umsätze langfristig als Portfoliobausteine hält“, so Hein. Die Aktienindizes, in denen Robotik- und Cyber-Aktien enthalten sind, stiegen im letzten Monat um 7 % beziehungsweise 9 %, während die ETPs in demselben Zeitraum Netto-Zuflüsse in Höhe von 27,2 Mio. USD beziehungsweise 10,7 Mio. USD verzeichneten.

GBP Short und EUR Long – das Leitmotiv des Markts. Nach der Entscheidung der Bank of England, die Leitzinsen zu senken und die quantitative Lockerung auszuweiten, fiel das britische Pfund gegenüber dem Euro um 1,6 %, was bei Short-GBP-ETPs zu Zuflüssen in Höhe von 6,4 Mio. führte. In Verbindung mit den starken US-Arbeitsmarktzahlen vom nächsten Tag gab das Pfund gegenüber dem US-Dollar sogar um 2,4 % nach. „Wahrscheinlich wird das Pfund kurzfristig weiter unter Abwärtsdruck stehen“, meint Herr Hein.

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. Das heute Morgen veröffentlichte Handelsbilanzsaldo Chinas fiel im Juli höher als erwartet aus, da die Einfuhren um 5,7 % zurückgingen. In der nächsten Woche wird in China eine Reihe weiterer Indikatoren veröffentlicht, so etwa die Verbraucherinflation, die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion. Die Quartalsschätzung des britischen BIP wird ebenso unter Beobachtung stehen wie der Einzelhandelsumsatz in Großbritannien und den USA.

Die Risiken an den Märkten sind gestiegen

Nach den Erschütterungen durch das Brexit-Referendum haben sich die Märkte erholt, und der Juli hat den meisten Anlageklassen positive Ergebnisse beschert. Doch die Rally entbehrt einer fundamentalen Grundlage, analysiert Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM, in seinem monatlichen Kommentar zu Absolut Return Strategien. Der Experte erwartet daher, dass den Märkten nun schwierigere Zeiten bevorstehen.

„Der August ist von jeher ein schwieriger Monat mit niedrigen Handelsvolumina, dazu kommen in diesem Jahr zusätzliche politische und geldpolitische Risiken. Denn die aktuelle Rally wird zum großen Teil von der Erwartung einer weiteren monetären Lockerung angetrieben, nicht aber von robustem Wachstum oder einer Verbesserung der Margen. Ein anhaltender Anstieg der Vermögenspreise trifft zurzeit auf niedrige Erwartungen für das globale Wachstum. Damit scheinen die Risiken derzeit größer zu sein als die Chancen. Wir bleiben auf Trades und Anlagestile fokussiert, die von Mikro-Verwerfungen profitieren und auch in einem Umfeld, das von relativ bescheidenen Erwartungen an das globale Wachstum geprägt ist, gute Ergebnisse liefern können. Insofern konzentrieren wir uns vornehmlich auf systematische Strategien und aktive Kreditstrategien.” 

Globale Märkte: Geldpolitik treibt Rally in fast allen Anlageklassen an

Nach den Turbulenzen, die das Brexit-Referendum ausgelöst hatte, haben sich die Märkte im Juli erholt. Die meisten Anlageklassen verzeichneten eine starke Performance. Der MSCI World Index stieg um 4,3 Prozent und der Barclays US Aggregate Bond Index legte um 0,6 Prozent zu. Damit können beide Indizes seit Jahresbeginn Zuwächse von über fünf Prozent vorweisen. Ausgelöst wurde die Rally durch die Erwartung einer weiteren Welle geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen. Die großen Ausnahmen bildeten der US-Dollar und der Rohstoffsektor – beide gerieten im Monatsverlauf unter erheblichen Druck. „Verglichen mit der Zeit unmittelbar nach dem Brexit-Referendum hat die Risikoscheu abgenommen. Die Anleger haben die kurzfristige Wahrscheinlichkeit einer schweren Rezession im Juli als eher begrenzt eingeschätzt. Dazu hat nicht zuletzt die hohe Bereitschaft der Notenbanken beigetragen, auf jedes Zeichen wirtschaftlicher Schwäche und makroökonomischer Schocks zu reagieren“, kommentiert Anthony Lawler. 

Hedge Funds profitieren von steigenden Märkten

In diesem Umfeld lieferten auch Hedge Funds positive Ergebnisse, und der HFRX Global Hedge Fund Index legte um 1,5 Prozent zu. „Damit notiert der HFRX Global Hedge Fund Index nun höher als zu Jahresbeginn, wobei der Juli der bisher beste Monat in diesem Jahr war – und der fünfte in Folge mit positivem Ergebnis“, so Lawler.

Alle vier großen Hedge-Fund-Strategien hätten Zuwächse verbuchen können, doch insbesondere für die Event-Driven- und Equity Hedge-Strategien habe sich der Juli als guter Monat erwiesen. Beide Strategien profitierten von den Rallys an den Aktien- und Kreditmärkten. So stieg der HFRX Event Driven Index um 2,4 Prozent und der HFRX Equity Hedge Index um zwei Prozent. „Die Event-Driven-Fonds sind gut gelaufen, nachdem sie im Januar und im zurückliegenden Jahr mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert waren. Alles in allem boten sich recht lukrative Möglichkeiten, allerdings mit einigen Ausnahmen bei den Merger-Spreads“, erklärt der Experte. Beispiele hierfür seien etwa die beiden geplanten Fusionen im Gesundheitssektor, die nun auf den Widerstand des US-Justizministeriums stoßen, und die geplante Fusion von AB InBev mit SABMiller, deren Konditionen sich nach den Währungsbewegungen infolge des Brexit-Referendums geändert haben.

Lawlers Team beobachtet zudem eine steigende Risikobereitschaft seitens der Fondsmanager, und auch der eingesetzte Kredithebel sei sowohl netto als auch brutto gestiegen. „Diese allgemeine Risikofreudigkeit war auch bei den Equity Hedge-Strategien zu erkennen und hat sich unter anderem in einem steigenden Brutto- und Nettoengagement und einem speziellen Interesse an zyklischen Werten außerhalb des Energiesektors niedergeschlagen“, so Lawler.

Quellen für Daten: GAM, Bloomberg, Bloomberg CLA, Hedge Fund Research, MSCI, Thomson Reuters. Alle Angaben auf US-Dollarbasis.

Das „FED-Modell“ hat ausgedient

Rund ein Drittel aller Benchmark-Staatsanleihen sind derzeit negativ verzinst. „Die Kluft zwischen den Renditen von Staatsanleihen und Aktien ist aktuell so groß wie zuletzt vor 60 Jahren. Diese Entwicklung drängt Investoren zunehmend in riskantere Asset-Klassen. Wir beobachten derzeit vor allem einen Zulauf bei sogenannten ‚Bond-Proxies‘, also defensiven Aktien mit vermeintlich sicheren Gewinnen und Dividenden. Diese werden derzeit auf einem erhöhtem Bewertungsniveau gehandelt“, erklärt Paul Niven, Leiter Multi-Asset-Investment bei BMO Global Asset Management.

Weitere geldpolitische Lockerungen geben Rückenwind für Aktienmärkte

„Japan scheint wieder einmal an der Spitze eher experimenteller politischer Lösungsansätze zu stehen“, so Niven. Zwar hätten die jüngste Aufwertung des japanischen Yen sowie niedrigere Inflationserwartungen zuletzt die Wachstumsraten gedrückt. Allerdings habe Premierminister Shinzô Abe dank einer klaren Mehrheit bei den Parlamentswahlen im Juli neuen Spielraum für wirtschaftliche Reformen erhalten. Die strukturellen Reformen dürften allerdings noch Jahre andauern. Aktuell würden sich Gerüchte darüber mehren, dass Japan als erstes entwickeltes Land eine geldpolitische Lockerung mit einer Fiskalexpansion kombinieren könnte. „Wir erwarten, dass die Zentralbank bei der offenen monetären Staatsfinanzierung noch einen Gang zulegen wird, um das Wachstum wieder in Schwung zu bringen“, so Niven.

Für den europäischen Aktienmarkt verbleibt Niven trotz kurzfristiger Unsicherheiten durch das Brexit-Votum optimistisch: „Die kontinuierlichen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank stimulieren den Markt. Wir sehen alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass andere regionale Märkte outperformt werden können.“ Das gelte zum Beispiel für den nordamerikanischen Aktienmarkt, in dem das Multi-Asset Team derzeit untergewichtet ist. Zwar hätten US-amerikanische Unternehmen die niedrigen Erwartungen übertroffen, und auch die Arbeitsmarktdaten hätten sich zuletzt kontinuierlich verbessert, doch insgesamt sei das Wachstum der US-Wirtschaft noch immer schleppend, trotz der jüngsten Schwäche des US-Dollars. Darüber hinaus trage der unvorhersehbare Verlauf des US-Präsidentschaftswahlkampfs zur allgemeinen Verunsicherungen bei.

Attraktive Bewertungen am Rentenmarkt nur im Hochzinsbereich

„Da die Inflationserwartungen weltweit immer weiter sinken, ist ein Ende der geldpolitischen Lockerungen nicht in Sicht“, erklärt Niven. Für die kommenden zwei Jahre geht der Experte daher von anhaltenden Niedrig- oder Negativzinsen für Staatsanleihen im Euroraum aus. Auch für US-Treasuries rechnet er in naher Zukunft nicht mit Anpassungen, denn die US-Notenbank Fed habe weiter Zinserhöhungen wohl zumindest bis zur Präsidentschaftswahl im November auf Eis gelegt. „Rendite gibt es derzeit lediglich im High-Yield-Segment, hier sind die Bewertungen zuletzt attraktiver geworden“, so Niven. Das gelte insbesondere für Anleihen aus Schwellenländern. Grund dafür seien vor allem die zunehmend stabileren Rohstoffpreise. Zudem dürfte diese Assetklasse laut Niven mittelfristig von der gemäßigten Geldpolitik der Fed profitieren. Vorsicht sei allerdings beim Kredit-Rating geboten, da große Teile des Marktes von einer Herabstufung auf Ramsch-Niveau bedroht seien.

Optimistisch gestimmt ist Niven für die Investmentchancen indexgebundener Anleihen, was sich auch an ihrem Anteil im Portfolio des Multi-Asset-Teams zeigt: „Eine ganze Reihe von Ländern kämpft mit tatsächlichen Inflationsraten, die unterhalb der definierten Zielvorgaben der Notenbanken liegen“, so Niven. Allerdings könnten steigende Rohstoffpreise die Inflationsraten in den kommenden Monaten wieder ankurbeln. Trotzdem bestehe für den Euroraum noch immer die Gefahr einer Deflation. „Diese Gefahr ist zumindest in den USA gesunken, und zwar aufgrund der jüngsten Schwäche des US-Dollars.“

Asiens Aktienmarkt steht vor dem Wendepunkt

Asiens Aktienmärkte haben sich in den vergangenen Jahren enttäuschend entwickelt, doch nun dürfte sich der Konsolidierungskurs der asiatischen Unternehmen auch für Investoren auszahlen. Das erwarten Anh Lu, Managerin des T. Rowe Price Asia ex Japan Equity Fonds, und Nicolas Beecroft, Asien-Experte der Investmentgesellschaft. „Die Unternehmen haben lange von einem Umfeld kräftigen Wachstums profitiert und die Kostenseite vernachlässigt, was sich angesichts der schwachen weltweiten Konjunktur und insbesondere nach 2011 gerächt hat. Doch nun tragen die Konsolidierungsbemühungen in vielen Unternehmen Früchte, wir erwarten steigende Margen und höhere freie Cashflows“, erklärt Lu. Viele Unternehmen hätten sich nun an die neuen ökonomischen Realitäten angepasst. Ein höherer Anteil freien Kapitals verschaffe den Unternehmen den Spielraum für strategische Entscheidungen wie Produktinnovationen und Zukäufe, aber auch für Ausschüttungen an die Anteilseigner oder den Abbau von Schulden. „Die Firmen haben ihr Potenzial erhöht, Werte für die Anteilseigner zu schaffen. Dieses Muster erkennen wir bei immer mehr Unternehmen. Wenn sich diese Erkenntnis bei anderen Marktteilnehmern durchsetzt, könnte der Zeitpunkt für eine Neubewertung des asiatischen Aktienmarktes gekommen sein“, erwartet Lu.

Ein großer Teil der asiatischen Unternehmen sei in Zeiten hohen Wachstums zu Größe gelangt. Angesichts wirtschaftlicher Stabilität und hoher Kapitalflüsse aus dem Ausland hätten die Firmen nach der Asienkrise massiv investiert. Währenddessen seien die Löhne jedoch schneller gewachsen als die Produktivität, insbesondere in China. „Beim Gewinnwachstum konnten sich die Unternehmen auf steigende Umsätze verlassen – und genau diese Ausrichtung hat sich gerächt, als sich das makroökonomische Umfeld geändert hat“, sagt Lus Kollege Nicolas Beecroft. Erstmals seit der Asienkrise beobachtet der Experte nun jedoch eine moderatere Entwicklung der Löhne, die sich positiv auf die Gewinnmargen auswirken dürfte. Aktuell profitierten viele Unternehmen zudem von niedrigeren Rohstoff- und Energiekosten. „Das sind natürliche, zyklische Faktoren, die den Unternehmen zusätzlichen Spielraum verschaffen. Im Zentrum unseres Analyseprozesses stehen jedoch Unternehmen, denen es gelungen ist, sich unabhängig davon selbst zu helfen“, erläutert Beecroft. Über den gesamten asiatischen Markt ließen sich einzelne Unternehmen von hoher Qualität identifizieren, deren Führungsteams nicht nur einen disziplinierten Umgang mit den Kosten durchgesetzt hätten, sondern die ihre Umsätze zusätzlich durch erfolgreiche Produktplatzierungen gesteigert hätten.

Im historischen Vergleich bewegten sich die Bewertungen in der Region Asien exklusive Japan derzeit noch deutlich unter ihren langjährigen Mittelwerten, so Anh Lu. Lege man das Kurs-Gewinn-Verhältnis zugrunde, befänden sich die Kurse nahe ihren zwanzigjährigen Tiefstständen. Beim Kurs-Buchwert-Verhältnis ergebe sich das gleiche Bild. „Nur viermal in der Geschichte waren asiatische Aktien günstiger als heute. Wenn man die Entwicklung der vergangenen Jahre bedenkt, sind sie das nicht ohne Grund. Doch immer mehr Unternehmen versprechen steigende Eigenkapitalrenditen. Die Investoren werden bereit sein, dafür zu zahlen. Aus unserer Sich mehren sich daher die Anzeichen für einen Wendepunkt “, schließt die Fondsmanagerin.

Hedgefonds profitierten von optimistischer Stimmung an Finanzmärkten

Die globalen Finanzmärkte haben im Juli eine beeindruckende Rallye hingelegt. Nach den Kurseinbrüchen infolge des Brexit-Votums des Vereinigten Königreichs konnten sich die Leitindizes wieder erholen und ihre vorherigen Marken zum Teil sogar übertreffen. Von der positiven Stimmung an den Finanzmärkten profitierten auch Hedgefonds, die nun insgesamt für die ersten sieben Monate des Jahres ein klares Plus ausweisen.

„Die optimistische Stimmung an den Finanzmärkten könnte auch die Perspektive für Hedgefonds begünstigen“, sagt das Team von Man FRM in ihrer aktuellen Marktstudie1. „Die Ende Juni begonnene Rallye hielt im Juli an und hat den Ausverkauf am Aktienmarkt infolge des Brexit-Votums des Vereinigten Königsreichs umgekehrt. Sowohl europäische, US-amerikanische als auch asiatische Aktien konnten vor dem Hintergrund des günstigen US-Beschäftigungsberichts und weiteren Zunahme negativer Renditen bei Staatsanleihen Gewinne verbuchen. Mittlerweile weisen etwa 40 Prozent der Staatsanleihen von Industrieländern eine Rendite von kleiner null aus. Der Goldpreis entwickelte sich im Juli eher seitwärts, während sich die Notierungen für Energierohstoffe sanken.“

Die positive Entwicklung auf den Aktienmärkten spiegelt sich in der Performance der gesamten Hedgefonds-Branche im Juli wider. Der HRFX Global Hedge Fund Index konnte im Juli ein Plus von 1,45 Prozent verzeichnen. Mit diesem Anstieg glich er sein im Jahresverlauf bislang bestehendes Minus mehr als aus und kehrte in die schwarzen Zahlen zurück. Auf Jahressicht notiert der HRFX nun bei einem Plus von 0,62 Prozent. Viele Hedgefonds-Manager sind zwar nach wie vor zurückhaltend, wenn es um das Eingehen großer Risiken und damit eine entsprechende Nettopositionierung ihrer Portfolien geht. Dennoch haben sich die Aussichten für Hedgefonds nach Einschätzung des FRM- Teams insgesamt jüngst eher verbessert.

1) FRM Early View – Juli 2016, vom 2. August 2016

Diversity Rules

by Mark McFarland, Chief Economist Asia, Union Bancaire Privée (UBP).

The collapse in oil prices in mid-2014 was supposed to usher in a period of rapid growth and better investment returns.  The outcome, unfortunately, hasn’t been quite as planned.  While there have been periods when prices have risen with gusto (for example, China in 2014 and European bonds in 2015), there have been, however, periods when pessimism has held sway across asset classes.  We are in a difficult market environment at the moment, and despite expecting better prospects in the second half of the year, we are cautious about the near-term future. 

The market sell-off that engulfed world markets in the first few months of the year was a general, but non-specific, fear about growth prospects and default in US high yield bonds.  Events since the UK Referendum on 23 June have been cathartic and are likely to be long lasting.  Although Asia, as a whole, is not deeply wedded to the UK, Asian markets are very sensitive to global growth, investment flows and US dollar interest rates.  What happens next in Europe will be crucial for Asia’s outlook in next six months.  It is worth remembering the old maxim that losing half your money means you have to double what is left to get back to all square.

What does Brexit mean?

Despite consensus still believing the UK will soon leave the EU, this is not true.  The UK can decide if and when it wishes to trigger Article 50 of the Lisbon Treaty.  Brussels cannot trigger a UK exit and it could easily offer concessions to keep Britain onside. Even if it does decide to leave, the UK will remain a fully-fledged member of the EU until its departure after the two year notice period expires.  Negotiations could take longer than that, although the good news is the early appointment of a new UK Prime Minister.

Nevertheless, Britain’s long-term outlook and the level of support for holding other Referendums in Europe will be important inputs into second half 2016 investment decisions. It is very likely that the UK will skirt with recession, despite extensive support from the Bank of England and the European Central Bank.  It is also likely that the Brexit vote will continue to add to uncertainty over cross border trade and capital market flows across continental Europe.  For that reason, the Brexit vote has made European markets a less attractive investment proposition.

How does it impact Asia?

With sterling falling and capital seeking safe havens in US dollars and Japanese yen, the implications for Asia are wide-ranging. Europe is a big player in world markets. It represents 17% of global gross domestic product (GDP) when measured at purchasing power parity.  World Trade Organisation (WTO) data shows that the broad European Union accounts for about one-fifth of global trade in goods and services.  But the UK itself accounts for only a fraction of that number. Almost 60% of the UK’s trade is with the US and EU. A mere 7% of UK trade is with China.  For China that is nothing.

In other words, the outlook for Asia is dependent on uninterrupted trade with Europe, not the UK, and how the Referendum affects global growth, if at all. Asian central banks, the US Federal Reserve and APEC treasury departments have considerable ability to stimulate growth if necessary.  The Peoples’ Bank of China (PBOC) and the Bank of Japan (BOJ) have, for many years, opened swap lines to assist those requiring liquidity.  And it’s likely that the US central bank will be more cautious about raising interest rates despite the stronger than expected US employment report in July. 

What should we expect in the second half of 2016?

Assuming disruption continues as the UK negotiates the terms of its EU exit, the most appropriate strategy remains a mild preference for bonds over equities.   Corporate and sovereign bonds in Emerging Markets have done well as inflation has fallen (e.g. Indonesia) and currencies have stabilized. From here, the main strategy for the second half continues to be one, finding value opportunities, and two, trying not to de-risk portfolios so you miss out on the recovery when it finally comes.

That is best achieved by re-allocating equities: by taking from Europe and adding to equities in Asia Pacific (India and Korea offer value and growth potential) and US equities for market depth. When there is an existential scare in markets, as there was in Europe in 2011/12, a higher proportion of US equities were warranted by virtue of its safe haven status. Also, holding gold as a hedge against geopolitical risk may be appropriate. 

And in terms of Asian bonds and currencies, ‘lower for longer’ US interest rates is positive for non-bank bonds and most likely for Asia currencies once markets respond to stimulus measures.  Investing in Asia in the second half of the year isn’t so much about diversification amongst local markets, but diversification in global terms into a region of the world where political risk has been falling over the last few years.

China strategy

Many institutions have had a negative view on Chinese equities and bonds over the last nine months. A lack of clarity on what Beijing’s industrial, foreign exchange and bank restructuring policies has led many asset allocators to hold less Chinese assets than would be normal. Equities, particularly banks, look expensive when the level of debt and non-performance of loans was taken into consideration. And fixed income, which has enjoyed a number of fertile years, has become less en vogue as low commodity prices hurt the outlook for earnings growth and China’s heavy corporate debt burden adds to questions over financial sustainability. According to Bloomberg corporate debt was troubling 165% of GDP at the end of 2015. The repayment scheduled is busiest over the next nine months.

Opportunities in both equities and fixed income continue to be present, but in late 2016 the role of asset allocation will be to choose specific instruments or sectors rather than making a choice between holding bonds or equities. 

Key to the China fixed income view will be the renminbi, US interest rates and the US dollar.  There is little interest in holding local renminbi bonds at present. Yields are essentially wiped out by hedging costs. Forward markets are discounting 2-3% depreciation over twelve months. China’s 10-year government bond offers a yield of 2.85%: a very small net hedged return, and with duration risk.  China government 2-year bonds offer half of one percent less in yield for a reduction in duration risk.  Not much of a trade-off. For US dollar credits it’s all about specific names - bonds with good earnings potential, debt-service discipline and where the parent isn’t sensitive to US interest rates and dollars.

For equities, the outlook is similar. China’s banks offer good dividend payouts but an uncertain outlook due to non-performing loans/forbearance. Consensus valuations do not seem to have fully adjusted to the downturn in growth and thus are still at risk of downgrade in 2017.  In terms of the preference for Hong Kong-listed H-shares versus China-listed A-shares the better bet is still the former, even with likely turbulence from Brexit.

Strong Kiwi threatens inflation outlook

The NZD has rallied strongly as a result of growing carry demand from yield hungry investors. The currency's strength threatens the RBNZ's inflation objective, pushing them to implement further monetary stimulus. This could pressure the NZD/USD exchange rate at a time when upward momentum is waning, says ETF Securities. Please find the FX weekly with charts attached on the left.

Rising NZD presents problem for RBNZ

On Thursday 21st July, the Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) released an economic update detailing the bank’s views on the current economic situation. The update revealed a marked shift in the bank’s stance towards a more pessimistic outlook for the country’s economic and inflation prospects, citing recent NZD strength as a key concern. The NZD has risen 3.6% since the start of June despite market expectations for an interest rate cut soaring during the same period. This has been largely due to investor demands for a safe source of yield at a time when foreign sovereign bond yields have been compressed. Nextweek, the RBNZ is scheduled to hold its August monetary policy meeting, where it will announce a decision on the current interest rate and release its quarterly monetary policy statement. We believe that the RBNZ will use this meeting to cut rates and outline a clear easing bias going forward, particularly to counteract increasingly harmful NZD strength. We therefore see a retracement ahead for the NZD, particularly against the US Dollar where there is the potential for US Federal Reserve actions to surprise on the hawkish side.

The recent RBNZ economic update delivered nothing in the way of new forecasts, but did show a greater focus on NZD strength and its economic impacts. The statement explicitly stated that “the high exchange rate is adding further pressure to the dairy and manufacturing sectors and, together with weak global inflation, is holding down tradable goods inflation” (Source: http://www.rbnz.govt.nz/). Language also clearly stated that a decline in the NZD was “needed” in the future, rather than “expected”, which implies that the bank is willing to take greater steps going forward to limit currency strength. We expect these steps to be outlined in its upcoming monetary policy report which should spur markets to price in a more dovish easing path going forward. This should see the NZD come under pressure incoming weeks.

Carry demand buoys NZD

The NZD has been the beneficiary of carry demand, as investors aim to harvest yield from the relatively strong interest rates on offer inNew Zealand (see Figure1). The nation’s 10 year sovereign bond is the only one in the G10 currency complex that is offering a yield above 2%, which has become increasingly attractive as foreign alternatives have collapsed to zero. Going forward, we believe that sharp increases in carry demand for the NZD will be less likely as the RBNZ demonstrates a greater willingness to implement further monetary stimulus and cut interest rates.

Momentum wanes

The NZD/USD exchange rate has been trending higher since the start of June (strengthening 5.4%), but trading over this period has been choppy. The relative strength indicator (RSI), a popular indicator of momentum, has been moving steadily lower over this period, reflecting that the trend may be losing steam. Should the RBNZ meeting act as a catalyst for a movement lower in the NZD/USD exchange rate, the pair could fall towards its 100 daily moving average (DMA) at 0.694, a 3.8% fall from current levels.

Steckt Großbritannien bereits in der Rezession?

Vor etwa einem Monat hat Großbritannien für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Seitdem ist die Stimmung an den Märkten von regelrechter Schwarzmalerei zu bedenklichem Optimismus umgeschlagen. Welchen langfristigen Einfluss die Brexit-Entscheidung auf die britische Wirtschaft hat, ist allerdings noch unklar. „Das wird vor allem von noch unbekannten Richtlinien abhängen und vom Ausgang der Verhandlungen über die mit dem Austritt verbundenen Bedingungen“, sagt Steven Bell, Chef-Ökonom von BMO Global Asset Management. „Wir blicken auf eine ungewisse Zukunft und können uns lediglich auf fundierte Annahmen stützen.“

Der ehemalige britische Schatzkanzler Denis Healey hat einmal gesagt: ‚Wirtschaftsprognosen sind lediglich die Zusammenfassung einer nur zum Teil bekannten Vergangenheit, der unbekannten Gegenwart und einer ungewissen Zukunft.‘ Steven Bell erklärt: „Vor dem Hintergrund dieser Aussage versuchen wir, unser Verständnis der jüngsten Vergangenheit zu verbessern und wollen herausfinden, ob sich Großbritannien bereits in einer Rezession befindet.“ Betrachtet man den Einkaufsmanagerindex Composite Markit Purchasing Managersʼ Index (PMI), ist die klare Antwort: Ja. Der PMI ist der genaueste und aktuellste Indikator britischer Wirtschaftsaktivität. Im Rahmen der neuesten Umfrage wurden nach dem Brexit rund 1.000 britische Unternehmen befragt. Der Index verzeichnete daraufhin den stärksten Rückgang seit der globalen Finanzkrise 2008 und prognostiziert für das dritte Quartal 2016 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal. „Das ist ein erheblicher Rückgang, der zudem stärker als der Marktkonsens war“, sagt Bell. Dies sei eine wichtige Erkenntnis, da Prognosen bereits ein geringes bis negatives Wachstum in Großbritannien vorhergesagt hätten. So verzeichnete eine von Bloomberg zuvor veröffentlichte Prognose einen Wachstumsstillstand im dritten Quartal 2016, für das vierte Quartal ein negatives Wachstum von -0,1 Prozent.

„Diese Statistiken sind ein wesentlicher Bestandteil, um zu beurteilen, ob sich Großbritannien in einer Rezession befindet und – falls ja – von welchem Umfang und welcher Dauer diese ist“, meint Bell. „Glaubt man den Daten, unterschätzen Analysten das Ausmaß des aktuellen Konjunkturabschwungs.“ Dies habe besonders für binnenmarktorientierte britische Aktien negative Auswirkungen – die Analystenerwartungen für Unternehmensgewinne im Vereinigten Königreich seien zu hoch angesetzt. Nach Einschätzungen des Chef-Ökonomen wird das britische Pfund aller Voraussicht nach schwach bleiben, wovon wiederum viele FTSE 100-Unternehmen mit hohen Auslandseinkünften profitieren würden. Außerdem hat die Bank of England erwartungsgemäß den Leitzins um 0,25 Prozent gesenkt und weitere Maßnahmen angekündigt. Dass die britische Zentralbank in Zukunft im großen Umfang weitere Staatsanleihen kaufen werde, sei aber eher unwahrscheinlich.

Steven Bell mahnt allerdings auch vor zu viel Schwarzmalerei. Viele britische Fondsmanager sahen sich zu Verkäufen gezwungen, weil ihre Klienten Mittel abgezogen. Und das bei einem bereits sehr negativen Markt-Sentiment. Eine deutlich stärkere Marktbewegung sei hingegen wahrscheinlich, wenn die Marktdaten positiv überraschen würden. „Die Zukunft mag zwar ungewiss sein, ich denke aber, dass der Wirtschaftsabschwung in Großbritannien kurz und stark sein wird“, sagt Bell. „Es lässt sich allerdings nicht leugnen, dass der Brexit langfristig wahrscheinlich negative Auswirkungen auf das Land haben wird.“ Der unmittelbare Einfluss des Referendums sei, dass Investitionen zurückgestellt würden, die letztendlich aber doch getätigt werden. 

Dafür sei ein Blick in die von Healey als ungewiss bezeichnete Zukunft notwendig. Vieles sei abhängig von der Erklärung des neuen Schatzkanzlers im Herbst. „Eine erhebliche Lockerung der Geldpolitik könnte zukünftig den durch den Brexit ausgelösten Abschwung ausgleichen“, so Bell. Ein weiterer wichtiger Faktor seien die Verhandlungen mit den übrigen EU-Mitgliedstaaten, darunter auch die Klärung der Frage, was mit den rund drei Millionen EU-Bürgern passiert, die in Großbritannien leben. „Sollten die Zahlen des nächsten Einkaufsmanagerindex einen Sprung verzeichnen, könnte das auch den Grundton in den Nachrichten verändern“, meint Bell. „Wir sollten diese Daten aber genau beobachten. Sofern wir mit unseren Einschätzungen richtig liegen, wird die Konjunktur Zeichen des Aufschwungs zeigen.“

Nach Brexit-Votum: Europäische Asset-backed Securities (ABS) bieten aktuell gute Anlagechancen

Laurence Kubli und Matthias Wildhaber, Portfoliomanager für Asset-backed Securities bei GAM, kommentieren die aktuelle Marktlage und zeigen auf, wo es noch interessante Chancen gibt.

Nach dem britischen Votum für den Austritt aus der Europäischen Union haben sich viele Investoren in traditionelle Anleihen geflüchtet, obwohl diese als sicher wahrgenommenen Werte im momentanen Umfeld nur niedrige oder sogar negative Realrenditen liefern. Daher rät Laurence Kubli, dass Anleger europäische Asset-backed Securities als Alternative zu konventionellen Anleihen stärker ins Auge fassen sollten.

„Europäische Asset-backed Securities, kurz ABS, bieten höhere Renditen als konventionelle Anleihen. Darüber hinaus haben sie einen weiteren entscheidenden Vorteil: Die meisten ABS weisen variabel verzinsliche Kupons auf, die Anleger gegen das Durationsrisiko schützen“, erklärt Laurence Kubli. Seit dem Referendum hätten europäische ABS unter steigenden Risikoprämien in den meisten Sektoren gelitten. Das gelte auch für Sektoren, die keinen direkten Bezug zu Großbritannien hätten. „Das schafft Chancen für Investments in ABS zu attraktiven Bewertungen“, so Kubli.

Zudem seien aktuell auch Anlagen in gebündelte Unternehmenskredite über sogenannte Collateralized Loan Obligations (CLOs) interessant. „Senior-CLO-Tranchen sind sehr gut gegen Ausfälle abgesichert und zahlen relativ hohe Risikoprämien. Die variablen Zinskupons beruhen auf dem Euribor zuzüglich eines Aufschlags“, sagt Kubli. Besonders attraktiv sei das, weil bei den meisten seit Mitte 2015 emittierten CLOs der Euribor-Referenzzins einer Untergrenze von 0 Prozent unterliege. Daher würden sie selbst dann noch positive Renditen abwerfen, wenn der Euribor weiter ins Minus fallen sollte.

Als ebenfalls vielversprechende Anlagelösung sieht Matthias Wildhaber Wertpapiere, die durch Gewerbehypotheken unterlegt sind (CMBS). „Viele ältere Papiere, die vor der Finanzkrise emittiert wurden, notieren immer noch unter dem Nennwert und nähern sich rasch der Fälligkeit, während die Sicherheitenportfolios liquidiert werden“, führt Wildhaber aus. „Die besten Chancen bieten Papiere, die möglicherweise früher zurückgezahlt werden als erwartet und einen sogenannten ‚Pull-To-Par-Effekt‘ bieten, sich also zum Ende ihrer Fälligkeit hin dem Nennwert nähern.“

Grundsätzlich erhole sich der europäische ABS-Markt weiter von der globalen Finanzkrise, habe das durch die US-Pendants verursachte Stigma allerdings noch nicht abgeschüttelt. Obwohl der Markt ein neues Gleichgewicht gefunden habe, sie die Situation aber immer noch nicht vollständig normalisiert. Darin sieht Kubli Chancen: „Die Kreditwürdigkeit hat sich zwar verbessert. Die derzeit verfügbaren Kreditrisikoprämien sind jedoch immer noch um ein Mehrfaches höher als 2007. Damit bieten sie Zugang zu robusten Strukturen, die höhere Renditeaufschläge zu Staatsanleihen bieten als in der Zeit vor der Krise.“

Allerdings behindere die Regulierung gemäß Basel III und Solvency II das Investmentvehikel ABS immer noch mit Kapitalanforderungen, durch die sich der Markt gegenüber Unternehmensanleihen und Pfandbriefen im Nachteil befinde. Dies verteuere die Emission von ABS und mindere die Zahl der an den Markt gebrachten Neuemissionen, was die alternative Finanzierung der Realwirtschaft einschränke. „Die EU-Initiative zur Schaffung einer Kapitalmarktunion soll das geringe Emissionsvolumen abfangen. Sie sieht Regeln für einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen unter dem Kürzel STS vor. STS könnten den Markt zwar stärken. Um die Finanzierungs- und Anlagechancen jedoch voll zu unterstützen, muss die allgemeine regulatorische Behandlung von ABS angegangen werden.“

Bank of England dürfte geldpolitische Lockerung forcieren

Vor der morgigen Sitzung der Bank of England diskutieren Experten, welche konkreten Schritte die britische Notenbank beschließen wird. Larry Hatheway, Group Head Multi Asset Portfolio Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM, geht davon aus, dass es nicht bei einer Zinssenkung bleiben wird.

„Nach dem Brexit nehmen die Sorgen zu, die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien könne sich weiter abschwächen. Daher ist davon auszugehen, dass die Bank of England morgen mit einer Lockerung der Geldpolitik auf das Referendum reagieren wird“, sagt Larry Hatheway. Damit werde es unwahrscheinlicher, dass die Bank ihre Inflationsziele für den Zweijahres-Zeitraum erreiche.

Zu den Faktoren, die für eine Lockerung sprechen, zählt Hatheway neben dem gesunkene Konsumenten- und Anlegervertrauen auch schwächere Zahlen des PMI-Einkaufsmanagerindex und der Industrieproduktion sowie – zumindest dem Hörensagen nach – reduzierte Investmentabsichten. „Ein kompetitiverer Wechselkurs des Pfunds und Anzeichen für robuste Exportzahlen sind zwar positiv zu bewerten, werden das Monetary Policy Committee der Notenbank aber voraussichtlich nicht überzeugen. Auch erwartete Reformen in der Steuerpolitik werden die Entscheidung des Komitees wohl nicht beeinflussen, weil es Verzögerungen bei der Implementierung sowie Unsicherheiten über Umfang und Terminierung gibt“, prognostiziert Hatheway. Dem Experten zufolge gehe der Markt einhellig davon aus, dass der Leitzins am morgigen Donnerstag um mindestens einen Viertel Prozentpunkt gesenkt werde. Zudem würde es die Marktteilnehmer wohl nicht überraschen, wenn die Bank of England die Ankäufe von Vermögenswerten ausweiten würde. 

Zinserhöhung durch die amerikanische Zentralbank wahrscheinlich

In der zweiten Jahreshälfte wird das Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft voraussichtlich bei zwei Prozent oder knapp darüber liegen. Das reale Haushaltseinkommen sowie das Schuldenlevel sollten die Konsumausgaben stützen. Allerdings sind die Investitionsausgaben der Unternehmen laut Hatheway weiterhin schwach. Das Beschäftigungswachstum in den USA liege weiterhin unnatürlich hoch: Im Dreimonats-Durchschnitt seien es immer noch nahezu 150.000 neue Jobs pro Monat, obwohl das Jobwachstum sich bereits verlangsamt habe. „Eine Normalisierung im Verhältnis von produzierten Gütern und Arbeitsaufwand, weniger zur Verfügung stehende Fachkräfte und gestiegene Löhne haben das Beschäftigungswachstum abgeschwächt. Diese Faktoren deuten auch darauf hin, dass die US-Wirtschaft sich nahe an der Vollbeschäftigung bewegt“, so Hatheway. Für die September-Sitzung der amerikanischen Zentralbank sei daher die Entwicklung der Beschäftigungszahlen Juli und August von großer Bedeutung. „Die Marktteilnehmer gehen inzwischen davon, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die Fed im Dezember bei rund 50 Prozent liegt.“

EU-Banken-Stresstest - Monte dei Paschi im Fokus, auch andere Banken kämpfen

von Vontobel Asset Management. Der jüngste Stresstest, den die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und die Europäische Zentralbank (EZB) bei 51 EU-Banken durchgeführt haben, ergab, dass der Sektor heute widerstandsfähiger ist als noch während der letzten Finanzkrise. Auf die überprüften Banken entfallen rund 70 Prozent aller Aktiven der Banken in der Europäischen Union. Im Stress-Szenario würde sich die harte Kernkapitalquote (CET1), eine wichtige Kennzahl für Banken, bis 2018 auf 9,1 Prozent belaufen (gegenüber 13,2 Prozent im Basisszenario). Verglichen mit den schlechten Ergebnissen während der Finanzkrise darf sich dieses Resultat sehen lassen. Gemäß Stresstest beläuft sich der Kapitalbedarf insgesamt auf weniger als sechs Milliarden Euro.

Privater Rettungsplan für Monte dei Paschi

Am kritischsten war die Lage bei der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) mit einer CET1-Quote von -2,2 Prozent. Dem Stresstest zufolge benötigt das Finanzinstitut rund fünf Milliarden Euro an zusätzlichem Kapital. Kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse des Stresstests kündigte die MPS einen Rettungsplan mit J.P. Morgan, der italienischen Mediobanca und sechs weiteren europäischen und US-amerikanischen Großbanken an. Dieser von der EZB und der EBA genehmigte Plan ermöglicht es MPS, ihr Aktienkapital um rund fünf Milliarden Euro aufzustocken und faule Kredite im Umfang von rund 28 Milliarden Euro zu veräußern. 

Doch nicht nur die MPS, auch die österreichische Raiffeisen-Landesbanken-Holding (RLH) schnitt im Test schlecht ab. Deren CET1-Quote beläuft sich 6,1 Prozent und liegt damit ebenfalls deutlich unter der Zielgröße von 7 Prozent – demjenigen Wert, den es zu erreichen gilt, um in einem Stress-Szenario zu bestehen. Sieben Banken übertrafen diesen Schwellenwert nur knapp, unter anderem die spanische Banco Popular Espanol (7,01 Prozent), die italienische UniCredit (7,12), die britische Barclays (7,30) und die beiden deutschen Institute Commerzbank (7,42) und Deutsche Bank (7,80).

Die Bedeutung dieser Banken für ihr jeweiliges Domizilland lässt sich ermitteln, indem man den Anteil der risikogewichteten Aktiven am jeweiligen Bruttoinlandprodukt des Landes berechnet (Anteil des RWA am BIP). Während dieser Anteil bei der MPS lediglich 4,4 Prozent und bei Banco Popular sowie der Commerzbank 7 Prozent beträgt, liegt er bei der Deutschen Bank (fast 16 Prozent), Barclays (22), RLH (23) und UniCredit (fast 25) deutlich höher. 

Stresstest geht von markanter Konjunkturabkühlung im Jahr 2018 aus

Das Testszenario geht für die Jahre 2016 bis 2018 von einem durchschnittlichen BIP-Rückgang in der Eurozone von 6,8 Prozentpunkten aus (Deutschland -6,6, Frankreich -5,6, Italien -5,9, Spanien -6,7) Für das erste Jahr wurde ein stärkerer Einbruch als während der letzten Finanzkrise (sprich für das Jahr 2008) und für die beiden darauf folgenden Jahre ein schwächerer Rückgang angenommen. 

Das Testszenario beinhaltete verschiedene andere Stressparameter. So ging man für Ende 2018 beispielsweise von einer Arbeitslosenrate von 12,4 Prozent aus (Basisszenario: 10,1 Prozent). Bei den Preisen für Wohn- und Gewerbeimmobilien wurde ein Rückgang um 20,2 beziehungsweise 20,4 Prozentpunkten veranschlagt, wobei sich der Preisrückgang bei den Wohnimmobilien je nach Land zwischen 17,4 und 23,8 Prozentpunkten bewegte. 

Einige Experten haben diese Annahmen als zu milde kritisiert. Allgemein ist zu sagen, dass Stresstests Schwächen aufweisen, wenn sie wie beim EBA-Test eine Risikogewichtung der Aktiven zulassen. Diese liegen in der Schwierigkeit begründet, die Risikogewichtungen korrekt zu bewerten und zu implementieren, um den angemessenen Kapitalbedarf zu bestimmen. Verschiedene Kommentatoren und Wissenschaftler haben angemerkt, dass die Kapitalanforderungen bei einem Stresstest ohne Risikogewichtung viel höher ausgefallen wären.

Kein Aufatmen an den Finanzmärkten 

Trotz der positiven Beurteilung der Ergebnisse durch die EBA kam in den ersten Marktreaktionen die anhaltende Angst vor den weiterhin drohenden Risiken im EU-Bankensektor zum Ausdruck. Nachdem die Aktienkurse von EU-Banken kurzzeitig stark angezogen hatten, fielen sie wieder in den Keller. Der Handel mit UniCredit-Aktien wurde am Montag nach einem Verlust von mehr als 8 Prozent ausgesetzt, und der Titel schloss mit einem Minus von 9,4 Prozent. Während Barclays-Aktien mehr als 2 Prozent an Wert verloren, büßten die Papiere der Deutschen Bank nur 1,8 Prozent. Die Aktien der MPS hingegen legten im Gefolge des angekündigten Rettungsplans am Montagmorgen um mehr als 8 Prozent zu, gingen am Abend jedoch nur noch um 0,6 Prozent höher aus dem Handel.

Dass die Ergebnisse der Stresstests die Märkte bislang nicht zu beruhigen vermochten, liegt unter anderem maßgeblich daran, dass der Rettungsplan für die MPS Abschreibungen von durchschnittlich 40 Prozent auf ihren faulen Krediten vorsah. Für die Marktteilnehmer scheint dies nun der neue Standard für andere italienische Banken, wie UniCredit, zu sein. Ein solcher Referenzwert hätte deutlich höhere Kapitalanforderungen für diese Banken zur Folge. Aufgrund der geringen Profitabilität und der infolge des „Brexit“ nach unten korrigierten BIP-Wachstumsprognosen für Europa werden die einbehaltenen Gewinne der meisten gebeutelten Banken wohl nicht ausreichen, um die Kapitalanforderungen zu erfüllen. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass verschiedene andere bedeutende Banken der Eurozone ihr Aktienkapital werden aufstocken müssen.

Politische Risiken fesseln Finanzmärkte

„Investoren mussten auf die harte Tour lernen, dass es für die Finanzmärkte keinen ruhigen Sommer geben wird. Seit dem Sieg der Brexit-Befürworter in Großbritannien haben sich die Risiken sichtbar erhöht und die Warnleuchten für die Weltwirtschaft leuchten einmal mehr tiefrot auf“, sagt Christopher Dembik, Volkswirt bei der Saxo Bank. Der globale ISM-Einkaufsmanagerindex habe jüngst verdeutlicht, dass es für die globale Wirtschaft das schwächste Quartal seit 2012 gewesen sei. Erste Anzeichen einer Rezession in Großbritannien hätten sich angedeutet, zudem nähmen geopolitische Risiken weiter zu. „Diese Entwicklungen dürften die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft der kommenden Monate entscheidend prägen“, sagt Dembik.

Zwischen dem 26. September und dem 8. November 2016 finden in Europa und den USA sechs wichtige Wahlen und ein Referendum statt, wobei jede dieser Wahlen für sich genommen eher geringe Auswirkungen habe. „Es ist allerdings die Summe der hiervon ausgehenden Risiken in einer sehr kurzen Zeitspanne, die sich negativ auf die Finanzmärkte auswirken könnte. Ab September werden Investoren kaum Zeit zum Luftholen bekommen“, sagt Dembik.

„Zugleich richten sich im August erneut alle Augen auf die Zentralbanken – insbesondere von der Bank of England und der türkischen Zentralbank sind weitere Lockerungsprogramme zu erwarten“, sagt Dembik. Viele Investoren würden sich zudem auf das Jackson Hole Economic Policy Symposium vom 25. bis 27. August in Wyoming konzentrieren. Zum diesjährigen Motto „Designing Resilient Monetary Policy Frameworks for the Future“ würde Janet Yellens Rede von Investoren sehr genau beobachtet werden. „Es wird darum gehen, Rückschlüsse im Bezug auf die weitere Entwicklung der US-Geldpolitik sowie das mögliche Ergebnis des September-Treffens der Fed zu ziehen. Das Zeitfenster für eine US-Zinserhöhung dürfte zu keinem anderen Zeitpunkt offener stehen als im Herbst“, sagt Dembik.

„Das große Paradoxon dieser Zeit ist, dass die Risiken seit sehr langer Zeit nicht mehr so zahlreich waren wie heute und dennoch blicken Investoren einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft“, sagt Dembik. Der Macro Risk Index der Citi Group stünde bei 2,24, was auf relativ entspannte Anleger hindeute. „Die Diskrepanz zwischen der Marktwahrnehmung und der makroökonomischen Lage wird so nicht lange bestehen bleiben. Man wird früher oder später auf den Boden der Tatsachen zurückkehren“, sagt Dembik.

Dem Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank gelang es mit seinem leicht bullischen Statement nicht, die Lust der Anleger auf Gold zu dämpfen

Die Zuflüsse in Gold (A0N62G) lassen vermuten, dass sich Anleger weiter gegen die vor uns liegenden Unsicherheiten absichern. Globale Aktien-ETPs lockten 33 Mio. USD an. Dominiert wurden die Zuflüsse von thematischen Robotik-ETPs (A12GJD). Die Lockerungsmaßnahmen der Bank of Japan blieben hinter den Erwartungen zurück, was den Long-Positionen im japanischen Yen (A1DFSE) Auftrieb verlieh. Den vollständigen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Charts.

Gold zog in dieser Woche Zuflüsse in Höhe von 277,6 Mio. USD an. Dies lässt vermuten, dass es dem Offenmarktausschuss mit seinem leicht bullischen Statement nicht gelang, die allgemeine Unsicherheit am Markt zu beseitigen. Die Fed ließ die Zinsen während ihrer Juli-Sitzung unverändert, merkte aber an, dass die kurzfristigen Risiken für die US-Konjunktur nach der Erholung am US-Arbeitsmarkt im Juni schwinden. „Blickt man auf die Fed Funds Rate, so erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im September moderat auf 28%“ meint Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions. Gold(A0LP78) legte in der letzten Woche geringfügig um 2,16% auf rund 1.351 USD pro Unze zu. Platin (A0N62D) verzeichnete den stärksten Preisanstieg in der zweiten Woche hintereinander und verbesserte sich um 6,15% auf 1.148 USD pro Unze.

Die Zuflüsse in Rohöl-ETPs  stiegen um 35,3 Mio. USD, obwohl Rohöl der Sorte Brent (A1N49P) erneut in einen Bärenmarkt abglitt. Bei Long-Öl-ETPs (A0KRJX) waren die Zuflüsse mit 40 Mio. USD so hoch wie seit Februar nicht mehr. „Die Anleger betrachten die Schwäche von Brent offenbar als Kaufgelegenheit“ kommentiert Jan-Hendrik Hein. Immerhin ist die Nordseesorte seit dem Zwischenhoch bei 52,86 USD/Barrel im Juni um über 20% auf 42 USD/Barrel zurückgefallen. Gründe für den Preisrutsch sind der Rückgang der Produktionsausfälle, der Angebotsüberhang bei Raffinerieprodukten und die zunehmende Zahl der US-Bohranlagen.

Weizen-ETPs (A0KRJ9) verzeichneten steigende Zuflüsse, und zwar in der siebten Woche in Folge. Der Internationale Getreiderat korrigierte seine Schätzung der globalen Weizenproduktion für das Erntejahr 2016-17 um 7 Mio. Tonnen aufwärts. Das höhere Angebot führte in Verbindung mit einer Aufwärtskorrektur der Anfangsbestände innerhalb einer einzigen Woche zu einem Rückgang der Weizenpreise um 1,8%.

Die Zuflüsse in globale Aktien nahmen angeführt von den thematischen Robotik-ETPs um 33 Mio. USD zu. Zugleich wurden die Long-Positionen in europäischen Aktien-ETPs moderat reduziert, da sich die regionalen Makroindikatoren abschwächten. „Insbesondere bei EU-Aktien-ETPs kam es in der letzten Woche zu Abflüssen, und zwar in Höhe von 3 Mio. USD, nachdem Mitte Juli in der Spitze 10,3 Mio. USD zugeflossen waren“ sagt Jan-Hendrik Hein.

Die Engagements in japanischen Yen (A1DFSE) wurden um 18,2 Mio. USD angehoben. Die japanische Notenbank vergrößerte das jährliche Ankaufvolumen von Aktien-ETPs um 2,7 Bio. JPY auf 6 Bio. JPY. Die übrigen geldpolitischen Instrumente blieben unverändert. Da dies nach Meinung der Anleger nicht ausreicht, um den Inflationsausblick wesentlich zu verbessern, legte der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar um 2,85 % auf 102,30 zu (Schlusskurs).

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. Die Sitzung der Bank of England findet am Donnerstag statt. Die Einkaufsmanagerindizes für Juli signalisieren für Großbritannien eine Rezession. „Die Anleger rechnen daher mit einer Senkung des Basiszinssatzes von 0,50 % auf 0,25 %, um die britische Wirtschaft auf dem Weg aus der EU zu unterstützen“ erklärt Jan-Hendrik Hein. In den USA werden die ISM-Indizes für das verarbeitende und das nicht-verarbeitende Gewerbe und der Arbeitsmarktbericht im Zentrum der Aufmerksamkeit des Marktes stehen. Ein solider Anstieg der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft würde nach der Zunahme um 287.000 Stellen im Juni die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im September erhöhen.

Nachhaltigkeitsbewertung von Kohle

Der Wert und die Bedeutung, die Kohle vor allem in der Vergangenheit beigemessen wurden, finden sich nicht zuletzt in der synonymen Bezeichnung für Geld wieder. Ob allerdings auch in Zukunft viel „Kohle“ mit Kohle zu machen sein wird, kann bezweifelt werden, meint Wolfgang Pinner, Leiter SRI (Sustainable and Responsible Investment) bei Raiffeisen Capital Management. Den vollständigen Newsletter mit Case Studies finden Sie links als PDF oder unter www.rcm.at/nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsfonds von Raiffeisen Capital Management finden Sie im altii Produktbereich.

Der Hauptgrund der massiven Kritik an Kohle im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist, dass sie im Wesentlichen aus Kohlenstoff besteht. Die Verbrennung ist daher mit vergleichsweise hohen CO2-Emissionen verbunden. Dazu kommen Schadstoffemissionen von Schwefeldioxid, Stickstoffoxiden und Feinstäuben. Die durch den Tagebau bei Braunkohle entstehenden Umweltschäden können nur durch Rekultivierungen beseitigt werden.

Der Beginn der „Divestment“-Idee geht bis in den Herbst 2010 zurück. Genau genommen stand am Anfang eine kleine studentische Initiative in den USA. Mittlerweile hat die Idee eines Abzugs von Investments aus Unternehmen, deren Geschäftsfeld in den Bereich der Förderung oder Verarbeitung fossiler Energieträger liegt, jedoch stark an Bedeutung gewonnen.

Eine Vielzahl institutioneller Investoren hat sich inzwischen dazu bekannt, vor dem Hintergrund des Kampfes gegen den Klimawandel Geldanlagen in betroffenen Unternehmen zu reduzieren, zu begrenzen oder gar völlig auszuschließen.

In diesem Zusammenhang ist auch eine finanzielle Argumentation für „Divestment“ zu erwähnen. Auf Basis von Berechnungen von McKinsey und Carbon Trust könnte eine Umsetzung des sogenannten „Zwei-Grad-Ziels“ mit umfangreichen Maßnahmen zur Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen die Energiebranche massiv treffen und den Börsewert von fossilen Energiekonzernen um bis zu 30 bis 40 Prozent reduzieren. Hinter diesen Berechnungen steht die Annahme, dass ein Teil der Kohle-, Erdöl- und Erdgasreserven dieser Unternehmen nicht mehr genutzt – sprich verbrannt – werden und damit wertlos werden könnten.

Fossile Energieträger profitieren von einer nach wie vor gängigen eindimensionalen Kostenbetrachtung in der Energiewirtschaft. Das größte Problem rund um fossile Energieträger und ihre vermeintliche Wirtschaftlichkeit besteht nämlich in den mit ihrer Nutzung verbundenen Exertnalitäten. Unter Externalitäten, die auch als externe Effekte bezeichnet werden, versteht man Kosten und Nutzen, die nicht beim Verursacher, sondern bei Außenstehenden anfallen. Die „Wirkung am Markt vorbei“ führt dazu, dass diese Effekte nicht in den Marktpreisen reflektiert werden. Unter die negativen Externalitäten, also die Kosten des Verbrauchs von fossilen Energieträgern, fallen beispielsweise Gesundheitsschäden, Umweltverschmutzung und natürlich nicht zuletzt der Einfluss auf das Klima – der Beitrag zum Klimawandel.

Der Begriff der fossilen Energieträger umfasst im wesentlichen Steinkohle, Braunkohle, Torf, Erdgas und Erdöl. Genau genommen sind fossile Energieträger aus Biomasse entstandene Stoffe, die unter Luftabschluss von der Atmosphäre nicht verrotten konnten und auf diese Weise ihre chemische Energie behalten. Steinkohle wird überwiegend in Schächten, Braunkohle ohne großen technischen Aufwand im Tagebau gewonnen. Der Fokus bei der Verwendung von Kohle liegt in der Stromerzeugung via Dampfkraftwerke. Steinkohle ist Teil vieler Prozesse in der Stahlerzeugung.

In den letzten Jahrzehnten ist auf globaler Ebene eine Elektrifizierung des Energiekonsums zu beobachten. Aktuell werden rund 20 Prozent des Energieverbrauchs aus elektrischer Produktion gedeckt, was einer Verdoppelung gegenüber vor 40 Jahren entspricht. Über die nächten 20 Jahre könnte sich erneut eine Verdoppelung ergeben. Der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken liegt meist zwischen 35 und 45 Prozent, also deutlich unter dem Wert moderner Gaskraftwerke, die durchaus einen Wert von 55 Prozent erreichen können. Was die CO2-Emissionen einzelner Kraftwerkstypen betrifft, so liegen Kohlekraftwerke beim doppelten Ausstoß im Vergleich zu Gas.

Neben der CO2-Belastung ist auch auf die auf einer breiteren Definition basierende Umweltbelastung in der Stromerzeugung zu beachten. Dabei wird die Belastung der Umwelt von der Gewinnung bis zur Entsorgung der Rohstoffe betrachet. Neben dem CO2-Ausstoß werden in dieser Berechnung andere Emissionen, radioaktive Abfälle sowie Wasser- und Landverbrauch berücksichtigt. In einer eigenen Betrachtung speziell für Standorte in der Schweiz etwa schneiden Kohlekraftwerke im Vergleich zu anderen Energieträgern zwar relativ betrachtet besser ab, bleiben aber absolut sehr problematisch. Vor allem Kernkraftwerke weisen im Rahmen der breiteren Betrachtung deutlich höhere Belastungswerte auf als bei einer Analyse, die sich nur auf die CO2-Belastung beschränkt.

Nachhaltigkeitsbewertung

Das Umfeld für die Elektrizitätswirtschaft hat sich innerhalb der letzten Jahre massiv verändert. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, die Subventionierung verschiedener umweltschonender Technologien (erneuerbarer Energien) und zuletzt auch das Thmea „Fossil Divestment“ haben zu einer grundlegenden Änderung der Rahmenbedingungen geführt.

Im Zusammenhang mit dem Thema Kohle zielt der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management auf die großen Versorgerunternehmen in den Industriestaaten ab, bei denen Potenzial für einen Teilausstieg oder völligen Ausstieg aus fossilen Energieträgern besteht.

  • Welche Implikationen hat das Thema „Fossil Divestment“ für Ihr Unternehmen? Besteht in Ihrem Unternehmen grundsätzlich die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen?
  • Sehen Sie die Dringlichkeit eines Rückzugs aus fossilen Energieträgern unterschiedlich, was Kohle, Erdgas und Erdöl betrifft?
  • Welche Maßnahmen könnte Ihr Unternehmen im Sinne einer „Fossil Divestment“-Strategie ins Auge fassen?
  • Glauben Sie daran, dass „Fossil Divestment“, COP 21 und andere Maßnahmen gegen den Klimawandel zu spürbaren Änderungen im Marktgefüge führen werden – mit Auswirkungen auf Marktpreise, Absatzbeschränkungen, der Forcierung neuer Technologien etc.?
  • In welchen neuen Technologien im Bereich Energie-/Elektrizitätsproduktion sehen Sie Potenziale für Ihr Unternehmen?

Die Antworten zeigen, dass sich die Branche aktuell bereits sehr intensiv mit dem Thema „Divestment“ aus fossilen Energieträgern auseinandersetzt. Dabei hängen die gewählten Ansätze und Strategien der Unternehmen sehr stark vom Umfeld des Landes – respektive der Region – ab, in dem oder der sie tätig sind. Deutsche Unternehmen etwa sind in ihrer Herangehensweise stark durch die „Energiewende“ geprägt, kanadische Unternehmen durch die reichlich vorhandenen Ressourcen an Erdgas.

Die Zukunftsfähigkeit für fossile Energieträger wird nur mit Abstrichen bejaht. Im Bereich der erneuerbaren Energien sieht man eine stufenweise Reduktion der – auch länderspezifisch unterschiedlichen – Subventionierungen und ein verstärkt marktorientiertes System.

Die Strategien der einzelnen Länder zur Erreichung der Klimaziele gemäß COP 21 sind für die Unternehmen ebenfalls bereits wesentliche Determinanten für ihre Strategie in Bezug auf CO2 und fossile Energieträger. Oft existieren Pläne darüber, welche Anlagen, die mit fossilen Energieträgern befeuert werden, vom Netz genommen werden sollen. Auf der anderen Seite führt die wachsende Bedeutung von nicht laufend zur Verfügung stehenden Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien zu Herausforderungen für die Energienetze einerseits und zu erhöhten Volatilitäten der Energiepreise andererseits. Hohe Einspeisungen aus Windenergieanlagen haben die Spotpreise für Strom in Europa in der jüngeren Vergangenheit sogar in den negativen Bereich fallen lassen.

Unternehmen wie die finnische Fortum sehen in Solar- und Windkraft, neuen Entwicklungszusammenarbeiten für zukunftsweisende Technologien sowie Investitionen in Produktivität und Effizienz auch Wachstumspotenziale für das eigene Unternehmen. Die fallenden Kosten einer technologisch mittlerweile gereiften erneuerbaren Energieproduktion aus Sonne und Wind haben diese Methoden strategisch interessanter gemacht. Neue Technologien – wie im Bereich der Energiespeicherung und Netztechnologie – und die Digitalisierung sind neben der Dekarbonarisierung die wesentlichsten Zukunftsthemen der Branche.

Einige Unternehmen setzen sich klare Ziele: Die italienische Enel will 2019 bereits 52 Prozent der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen erzielen, die diesbezügliche Latte bei der portugisischen EDP liegt bei 75 Prozent. Die mangelnde Bepreisung von COs wird von den Unternehmen als großes Manko betrachtet, der Zertifikate – basierte Emissionshandel sollte in seiner Effektivität von der Politik unterstützt werden.

Fazit: Die Nachhaltigkeitsfonds von Raiffeisen Capital Management sind derzeit weder in Kohleabbau tätigen Unternehmen noch in einem der im Rahmen des Engagementprozesses adressierten Unternehmen investiert.

Mobile Gaming: Super Mario und Zelda offenbaren das Potential von Nintendo

Das Smartphone- und Tablet-Spiel Pokémon Go bricht derzeit alle Rekorde: 75 Millionen Downloads weltweit innerhalb der ersten drei Wochen. Dabei ist das Spiel erst in rund einem Drittel von 100 geplanten Ländern verfügbar, optimistische Analysten prognostizieren mittel- bis langfristig einen Anstieg auf rund 260 Millionen User weltweit. Fast noch wichtiger als die reinen Zahlen ist das Signal, dass Nintendo mit der App an den Markt sendet – auch wenn es das Spiel nicht selbst entwickelt hat und nur mit einem geringen Anteil von den Einnahmen profitiert: „Nintendo hat die seit Jahren bestehende Frage beantwortet, ob es mit seinen Charakteren auch auf dem Smartphone erfolgreich sein kann, nachdem sich das Unternehmen zuvor ausschließlich auf die Belieferung der eigenen Hardware fokussiert hat“, sagt Moritz Rehmann, Fondsmanager des GAMAX Junior und tätig im Research und Portfoliomanagement der DJE Kapital AG.

Positive Effekte auf Nintendos Konsolen

Mit Pokémon Go hat Nintendo also gerade erst die Tür ins Smartphone-Zeitalter aufgestoßen. Der Erfolg dürfte auch positive Effekte auf die neue Konsolengeneration 2017 haben. Bisher litt vor allem der Abverkauf der mobilen Handheld-Geräte, mit denen Nintendo große Erfolge hatte, durch immer leistungsfähigere Mobiltelefone. Wenn die Software sich gut ergänzt, setzt sie damit einen Kaufanreiz für die eigene Hardware. „Mit dem ersten Schritt zu einer plattformübergreifenden Strategie könnte die größte Hürde aus dem Weg geräumt sein“, so Rehmann. „Nintendo sollte erst am Anfang eines großen Comebacks stehen, wenn es die Vermarktung geschickt steuert.“ Bei Pokémon Go handelt es sich nicht einfach um eine smartphonefähige Umsetzung eines bestehenden Titels, sondern eine Vielzahl neuer Aspekte wie die Augmented Reality und die Vermarktung von Kartenpunkten wurden mitberücksichtigt.

Super Mario 295 Millionen, Zelda 60 Millionen verkaufte Spiele

Den Erfolg von der Einführung der Pokémon-App zu überbieten, wird eine Herausforderung. Finden aber Titel wie Mariokart oder Zelda den Weg auf das Smartphone, wären ähnliche Erfolge denkbar. Schließlich wurden bei den Konsolen, mit einer viel kleineren Zielgruppe, allein mit den Super Mario-Reihen 295 Millionen Spiele verkauft, was sie zur erfolgreichsten Spielereihe aller Zeiten macht. Auch Zelda mit über 60 Millionen abgesetzten Kopien sucht in der Spielewelt seinesgleichen. „Diese Zahlen offenbaren das Potential von Nintendo bei einer erfolgreichen Erweiterung des Geschäftsmodells auf die Smartphone-Welt.“

Liquid Alternatives im ersten Halbjahr stark nachgefragt

Im turbulenten ersten Halbjahr des Jahres 2016 flossen ca. 16 Milliarden Euro in das Fondssegment der Liquid Alternatives, wie die aktuelle Ausgabe der Analysepublikation Absolut|alternative zeigt. Das verwaltete Vermögen der mehr als 1.000 Publikumsfonds im UCITS-Mantel, die Absolut Research für diese Analyse untersucht hat, stieg allerdings aufgrund der Performance innerhalb des herausfordernden Marktumfelds lediglich um 1 Milliarde Euro an. Managed-Futures-Fonds erzielten im ersten Halbjahr 2016 mit +1,8 % die höchste Rendite unter den liquiden alternativen Strategien. Besonders während der Risk-Off-Monate (Januar, Februar und Juni) konnten sie ihre Stärken ausspielen und legten um 7 % zu.

Obwohl Liquid Alternatives Marktrisiken deutlich reduzieren, können sie diese in Gänze nicht vermeiden. Daher konnten sich die Fonds den Ereignissen im ersten Halbjahr nicht entziehen und erlitten vor allem im Juni deutliche Verluste. Als Folge trat das verwaltete Vermögen, verglichen mit dem Wert am Vorjahresende, erstmals seit langer Zeit auf der Stelle.

Die vollständige Pressemeldung finden Sie links als PDF.

Die Folgen des Brexit für Verantwortliches Investieren

Das „Ja“ zum Brexit ist noch frisch – Politik und Märkte müssen sich neu sortieren. Die weltweiten Auswirkungen des Referendums auf die Märkte sind jedoch bereits spürbar. In diesem Marktkommentar analysiert ESG-Experte Matthias Beer, was der Brexit für eines der Kerngeschäftsfelder von BMO Global Asset Management bedeutet: Verantwortliches Investieren.

Matthias Beer, Associate Director Governance and Sustainable Investment bei BMO Global Asset Management:

Nach unserer Einschätzung ist Verantwortliches Investieren ein weltweiter Trend, den auch die Brexit-Entscheidung nicht umkehren wird. Ihrem Wesen nach sind unsere Engagements für bessere Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG) Langzeitprojekte, für die Marktschwankungen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Allerdings werden die eigentlichen Ursachen und die weitreichenden Folgen des Referendums das Umfeld verändern, in dem wir als verantwortlicher Investor mit Hauptsitz in Großbritannien agieren.

Auswirkungen auf unsere Nachhaltigkeitsfonds

Unsere Nachhaltigkeitsfonds werden aktiv gemanagt. Wir investieren nicht in Unternehmen mit umstrittenen Geschäftspraktiken oder in Unternehmen, die unsere Mindestanforderungen an Nachhaltigkeit nicht erfüllen. Wir bevorzugen Unternehmen, die ESG-Chancen und -risiken erkennen und überzeugend managen.

Kurzfristig könnte die Performance ethischer Fonds unter starken Schwankungen der Aktienmärkte und einer Flucht in defensive Titel leiden, weil sie in der Regel in Branchen wie der Tabakindustrie, der Waffenherstellung und der Rohstoffförderung untergewichtet sind. Wenn wir aber weiter nach vorne blicken – über das zurzeit ungewöhnliche Marktgeschehen hinaus –, ist der langfristige Investmentansatz unserer Nachhaltigkeitsfonds nach wie vor überzeugend. Das gilt zur Zeit vielleicht mehr denn je. Sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen interessieren uns gut geführte Qualitätsunternehmen mit plausiblen, langfristigen Strategien, die überdurchschnittlich wachsen können. Auch die Aktienkurse dieser Unternehmen dürften sich mittel- und langfristig überdurchschnittlich entwickeln. Außerdem sind sie in einer guten Ausgangsposition, um sich auch an dramatische Veränderungen anzupassen.

Unternehmensengagement: Langfristig denken

In Zeiten hoher Unsicherheit oder konjunktureller Schwäche konzentrieren sich Unternehmen häufig auf Sparmaßnahmen und verfallen in kurzfristiges Krisenmanagement. Bei BMO Global Asset Management in der Region EMEA nehmen wir an, dass das Wirtschaftswachstum in Großbritannien unter dem Brexit leiden wird, auch wenn das schwache Pfund die Exporte stützt. Angesichts der schwächeren Konjunkturaussichten und der unklaren Rechtslage wird es wahrscheinlich schwieriger, die Aufmerksamkeit der Boards auf langfristige Themen wie den Klimawandel zu lenken – besonders in Großbritannien, möglicherweise aber auch in der gesamten EU.
Bei unserem Unternehmensengagement werden wir das schwierigere Wirtschaftsumfeld berücksichtigen, aber weiterhin nachdrücklich darauf hinweisen, wie wichtig langfristige Überlegungen sind. 

Rechtsunsicherheit

Das Referendum hat keine unmittelbaren rechtlichen Folgen. Der Vollzug des Brexit wird mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen, möglicherweise sogar länger. Trotzdem wird Großbritannien in Europa bereits jetzt an Einfluss verlieren. Derzeit ist nicht absehbar, wie die britische und europäische Gesetzgebung in der Praxis entflochten werden sollen. Diese Unsicherheit wird die britische Wirtschaft belasten.

Für den Finanzdienstleistungssektor insgesamt ist die wichtigste Frage, ob es weiterhin einen „EU-Pass“ gibt – ob also Assetmanager, die in einem EU-Land zugelassen sind, in der ganzen Region aktiv sein dürfen. Wenn London ein Zentrum für Verantwortliches Investieren bleiben soll, muss diese Frage erfolgreich gelöst werden.

Großbritannien hatte sich stark dafür eingesetzt, strenge Grundsätze für Verantwortliches Investieren in europäische Schlüsselgesetze aufzunehmen, insbesondere in den Aktionsplan zur Kapitalmarktunion und die Revision der Aktionärsrechterichtlinie. Bei den laufenden Verhandlungen könnte sich der schwindende britische Einfluss negativ auswirken.

Das Vereinigte Königreich war auch eine der treibenden Kräfte bei der Entwicklung der EU-Gesetzgebung in den Bereichen Klimawandel und Energie, zum Beispiel beim Emissionshandelssystem. Für die britische Energiepolitik ist die EU allerdings nicht mehr die bestimmende Größe. Hier gibt jetzt das Abkommen von Paris weltweit die Richtung vor. Und auch wenn die britische Politik in einigen Bereichen enttäuschte, so hat sich das Land doch gerade ein ehrgeiziges Emissionsminderungsziel für 2032 gesetzt. Durch das neue Verhältnis Großbritanniens zur EU wird sich die eingeschlagene Richtung nicht wesentlich ändern.

Brexit und nachhaltiger Kapitalismus

Jenseits der direkten Folgen für Verantwortliches Investieren wirft der Brexit die Frage auf, in welchem Zustand sich der Kapitalismus befindet. Das Abstimmungsergebnis war sicherlich Ausdruck der Unzufriedenheit mit der EU als Institution. Es spiegelt aber auch ein tiefsitzendes Unbehagen wider, insbesondere der unteren Einkommensgruppen. Es existiert offensichtlich ein Gefühl von Machtverlust, Misstrauen gegenüber Institutionen und Zorn darüber, dass die Früchte des Kapitalismus nicht gerecht verteilt werden. Die EU und die Einwanderung wurden zu Sündenböcken. Diese Entwicklung ist nicht auf Großbritannien beschränkt. Überall in Europa – und auch in anderen Erdteilen – haben populistische Parteien Auftrieb, die gegen das Establishment antreten.

In diesem schwierigen Umfeld haben Anleger die Chance, Teil der Bewegung für einen nachhaltigeren Kapitalismus zu werden. Wenn wir vermitteln können, dass Investoren tatsächlich etwas zum Guten verändern – etwa durch die Finanzierung nachhaltiger Unternehmen und aktives Anlegerengagement –, könnte dies dazu beitragen, dass der Kapitalismus und sein Nutzen wieder positiver gesehen werden.

Im Zusammenhang mit unserem Engagement bei Unternehmen betrachten wir den Brexit als Warnschuss. Denn bestehende Ohnmachtsgefühle und Misstrauen sind nicht nur für Regierungen, sondern auch für Unternehmen ein Risiko. Unser Engagement in Sachen Humankapitalmanagement und Arbeitsstandards in den Lieferketten ist bereits in diesem Jahr eines unserer Schwerpunktthemen und gewinnt jetzt noch stärker an Bedeutung. Unternehmen, die wirklich in ihre Mitarbeiter und deren Karriere investieren, mit Themen wie fairen Existenzlöhnen vorbildlich umgehen und exzessive Führungskräftevergütungen vermeiden, dürften die treueren Kunden haben. Diese Unternehmen werden auch in der Welt von Morgen mit all ihren Unsicherheiten noch erfolgreich sein – und zugleich einen Beitrag zum Kampf gegen weltweite Ungleichbehandlungen leisten*. 

*„ESG Aktuell: Bekleidungslieferkette (Mai 2016)“, verfügbar unter www.bmogam.com/de/institutional/literature/ unter ESG Aktuell