Loonie set for near term tumble

The tentative agreement reached by OPEC last Wednesday has sent oil prices to the top of their recent range and lent support to oil linked currencies. In practice the production limit will be hard to implement and oil prices will likely retrace gains in coming months. The CAD looks to continue its downtrend as extended positioning corrects lower and monetary conditions are eased. Please find the full FX trade idea from ETF Securities with charts attached on the left.

OPEC surprises markets

Global crude benchmarks and oil linked currencies jumped last Wednesday on news that members of OPEC had tentatively agreed to implement a production target for the first time in seven years. Both commodity and currency markets responded positively to the surprise deal that was viewed broadly as an unlikely prospect due to long standing differences between key group members, Saudi Arabia and Iran. While the deal certainly marks a shift in stance of the oil exporting group, we do not believe it is enough to sustain support for the CAD which is at risk from a confluence of bearish factors, specifically underwhelming economic performance, stretched speculative positioning and technical resistance. We therefore see current levels as an attractive point to gain long exposure to the USD/CAD and EUR/CAD currency pairs which are set to benefit from near term oil weakness.

Symbolic but not practical

We believe the uplift in the oil market provided by the latest OPEC agreement will not last for long as the practicalities of the arrangement and wider concerns over slowing global oil demand growth keep oil prices contained. The deal itself, while an important move symbolically, did not provide a definite promise to remove a significant amount of output from the global oil market (removing anywhere from 200-700k barrels per day (bpd)) and requires the implementation of country level quotas. This is a large and politically sensitive task and is unlikely to be completed before the next OPEC meeting in November. In addition, the deal failed to provide clarity over conditions for countries under duress such as Venezuela, Nigeria and Libya where production is currently far below capacity, but has the potential to increase in the interim. Thus, support from oil prices is therefore likely to be absent for the CAD in the coming months.

CAD underperforms NOK

While both the NOK and CAD are heavily linked to the oil price, prospects for the two currencies have recently diverged. Latest growth and inflation data from Norway has surpassed the expectations of its central bank, causing the Norges bank’s Executive Board to deliver a more hawkish policy message and raise its projected rate path. In contrast, lacklustre inflation, retail sales and manufacturing data has prompted a more dovish tone from the Bank of Canada (BoC), which makes it increasingly likely to ease monetary policy at its upcoming meetings. This has been reflected in the relative outperformance of the NOK in the past month, which has rallied by 2.8% relative to CAD on a trade weighted basis.

Positioning stretched

The USD/CAD and EUR/CAD are on strong longer term upward trends (CAD weakening) which look well placed to continue. Net speculative positioning underpinning the CAD is hovering at record highs and looks increasingly subject to a correction. A fall in oil prices or further easing by the BoC could see CAD longs (which are at the strongest level in two years) fall sharply and shorts gather momentum, exacerbating any rise in USD/CAD and EUR/CAD.

Die Auswirkungen populistischer Tendenzen

Populistische Parteien führen in zahlreichen Industrieländern die Meinungsumfragen an. Sie profitieren von der herrschenden Ungleichheit, der schwachen Konjunktur und desillusionierten Wählern. Populistische politische Maßnahmen dürften einen Anstieg der Inflation bewirken.

Ungleichheit und Quantitative Lockerung scheinen Hand in Hand zu gehen. Doch folgt das eine aus dem anderen? Diese Frage können wir noch nicht beantworten. Portfolios lassen sich gegen populistische Politik abschirmen, indem man verstärkt Vermögenswerte aufnimmt, die von inflationären Trends profitieren, so James Butterfill – Head of Research & Investment Strategy bei ETF Securities, im Triannual Outlook.

Populismus – eine Frage der Definition

Die moderne Politik erlebt eine ungewöhnliche Entwicklung, die eine Destabilisierung der etablierten Parteien in den Industrienationen bewirken könnte. In den Medien ist aktuell immer wieder das Schlagwort „Populismus“ zu hören, obwohl der Begriff oftmals nicht eindeutig definiert wird. In einer Studie von Ionescu und Gellner aus dem Jahr 1964 wird Populismus als „Verehrung des Volkes“ beschrieben, wobei die Autoren die Frage aufwerfen, ob hierbei eine zugrundeliegende Einheit existiert oder der Begriff zahlreiche unterschiedliche Tendenzen einschließt. In mancherlei Hinsicht bezeichnet der Begriff keine Ideologie, sondern eine politische Ausdrucksform, die selektiv und strategisch eingesetzt wird, um die Zustimmung der breiten Masse zu erlangen.

Im heutigen Kontext wird der Ausdruck insofern ganz ähnlich verwendet, dass er unterschiedliche demografische Schichten erfasst, die politisch sowohl dem rechten als auch dem linken Spektrum zuzuordnen sind. Populistische Thesen zeichnen oftmals das Bild der Unterdrückung des einfachen Bürgers durch eine entfremdete Elite, nicht selten im Kontext von Einwanderung oder nationaler Souveränität. Das EU- Referendum in Großbritannien hat gezeigt, wie vermeintlich unverfängliche Themen zu einer zentralen Denkrichtung heranwachsen können. Nicht nur in Großbritannien sind populistische Politiker erfolgreich – auch in anderen Industrienationen finden populistische Parteien immer mehr Zuspruch und führen teilweise sogar die Umfragen an.

Populismus – warum jetzt?

In den letzten Jahren haben populistische Parteien in der EU deutlichen Zulauf erhalten. In der Regel propagieren Populisten einen Bruch mit den etablierten politischen Parteien. Sie tendieren zu euphorischen Wahlversprechen und präsentieren ihren Zuhörern massentaugliche und vermeintlich einfache Lösungsansätze, die oftmals in der Realität nicht umsetzbar sind.

Doch was macht diesen Trend gerade jetzt möglich? In der Tat scheinen gerade mehrere Faktoren den Aufstieg populistischer Parteien zu begünstigen, insbesondere die herrschende Ungleichheit infolge des schwachen Wirtschafts- und Lohnwachstums in Kombination mit der wachsenden Durchmischung unterschiedlicher Kulturen. In Großbritannien legen dagegen traditionelle Indikatoren wie beispielsweise der GINI-Koeffizient eine allmähliche Annäherung der Einkommen nahe, wobei dieser Wert durchaus missverständlich sein könnte.

Ungleichheit und Stimuli

Während Ungleichheit sich ohnehin nur sehr schwer messen lässt, ist der GINI-Koeffizient als traditionelle Messgröße im Kontext des Populismus nur bedingt tauglich, da er die Unterschiede zwischen extrem reich und extrem arm unberücksichtigt lässt. Populismus stützt sich oftmals auf das Bild des einfachen Bürgers, der durch eine ferne Elite unterdrückt wird. Somit eignet sich beispielsweise die Palma Ratio besser als Messgröße für Ungleichheit, da sie das Verhältnis der reichsten 10% einer Bevölkerung zu den ärmsten 40% angibt. Der Entwickler der Messgröße, Gabriel Palma, erklärte in seiner Arbeit, dass die Globalisierung eine Verteilungssituation schafft, in der es vorrangig auf das Einkommen ankommt – der Anteil der reichen relativ zur armen Bevölkerung, die in zunehmend „flexiblen“ Arbeitsmärkten immer stärker von prekären Arbeitsverhältnissen abhängig sind. Die Palma Ratio belegt, dass einige der Länder in der OECD mit dem höchsten Maß an Ungleichheit gleichzeitig einen besonders starken Anstieg populistischer Strömungen erleben.

Die Quantitative Lockerung in der Geldpolitik scheint eine Zunahme der Ungleichheit zu begünstigen. In den Ländern, in denen populistische Parteien die höchsten Umfragewerte erzielen (Österreich, Frankreich, Italien und Spanien), besteht eine positive Korrelation zur durchschnittlichen Palma Ratio.

Ungleichheit und Quantitative Lockerung scheinen Hand in Hand zu gehen. Doch folgt das eine aus dem anderen? Diese Frage können wir noch nicht beantworten. Es steht jedoch fest, dass die Aktien- und Anleihenmärkte maßgeblich von der QE- Politik profitiert haben, wobei lediglich relativ wohlhabende Teile der Bevölkerung Zugang zu diesen Märkten haben.

Populismus – Auswirkungen auf Investitionen und Konjunktur

Zu den unmittelbar spürbaren Auswirkungen des Populismus zählt eine wachsende Unsicherheit, die eine verstärkte Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und defensiven Aktien generiert. Historisch besteht eine enge Korrelation zwischen wachsender Unsicherheit und der Nachfrage nach defensivstarken Aktien. Auch die Nachfrage nach Gold als vermeintlich sicherer Hafen steigt in Zeiten gefühlter Unsicherheit, wenngleich die Korrelation hier weniger deutlich ausfällt.

Wo Populisten in Schwellenländern als Wahlsieger hervorgegangen sind, folgte oftmals eine Ausweitung der Infrastrukturausgaben, die vorübergehend die Produktion, die Reallöhne und den Arbeitsmarkt belebt hat. In der weiteren Entwicklung droht jedoch eine Hyperinflation, die alle erzielten Fortschritte wieder zunichtemacht. In den Industrienationen sind populistische Parteien jedoch erfolgreicher in der Opposition als in der tatsächlichen Regierungsverantwortung. Die zentralen Figuren verfügen oftmals über keine nennenswerte politische Erfahrung, und die Hürden bei der Umsetzung der angestrebten Reformen erweisen sich als zu hoch.

Ungeachtet der tatsächlichen Wahlerfolge von Populisten können populistische Strömungen jedoch ein mächtiger Katalysator für Reformen sein, da sich die etablierten Parteien gezwungen sehen, dem Verlust von Wählerstimmen etwas entgegenzusetzen. Das Ergebnis ist in der Regel eine Ausweitung der Infrastrukturinvestitionen zur Belebung der Konjunktur und soziale Initiativen zur Bekämpfung der Ungleichheit. Die Erhöhung der Investitionen in Infrastrukturprojekte generiert zusätzliche Nachfrage, und Sozialprogramme führen in aller Regel zu einem Anstieg der Konsumausgaben, was auf lange Sicht einen Anstieg der Inflation erwarten lässt.

USD-Anleihen sind attraktiv

von Tobias Frei, Senior Portfoliomanager bei BANTLEON.

Aus der Sicht eines EUR-Investors zeigt sich das Anleihenuniversum auf den ersten Blick wie eine Wüste. Deutsche Staatsanleihen und in EUR notierte besicherte Anleihen (Covered) gelten als »renditefreies Risiko« und unterscheiden sich nur noch in der Duration, also der durchschnittlichen Restlaufzeit. Gemessen an den Anleihenindizes rentieren Senior-Unternehmensanleihen und Senior-Finanztitel knapp über der 0,5%-Marke, ebenso wie der EUR-Gesamtmarkt. Auch hier macht die Duration den Unterschied. Für Investment-Grade-Investoren, welche risikobereiter sind, bieten italienische und spanische Staatsanleihen etwas mehr Verfallsrendite bei (noch) längerer Duration.

Sehr oft wird deshalb auf Fremdwährungsanleihen verwiesen, deren Verfallsrendite für den EUR-Investor wie eine Fata Morgana erscheinen mag. Diese Renditen sind aber nur dann realisierbar, wenn man das Währungsrisiko erträgt. Für Investoren, die auf währungsgesicherter Basis handeln, haben wir daher das USD-Universum um die 1-Monats-Sicherungskosten von derzeit 1,65% p.a. bereinigt, um bessere Vergleichbarkeit zu schaffen. Zudem schauen wir uns nur jene Segmente an, die sich für sicherheitsbewusste Anleger als Beimischung eignen.

Zwar schwanken die Sicherungskosten, weshalb die USD-Verfallsrenditen nur eine Momentaufnahme sind. Dennoch wird die relative Vorteilhaftigkeit des USD-Raums trotz der im vergangenen Jahr stark gestiegenen Sicherungskosten deutlich. USD-Non-Financials erreichen mit 1,9% die höchste Rendite im Segment »Investment Grade«, allerdings bei einer Duration von 7,5. Ein laufzeitgewichteter Index bis 15 Jahre mit »USD-BBB-Corporates« bietet 1,5% bei einer Duration von 5,9. Nur das Universum der USD-Financials hat eine noch geringere Duration, ist jedoch aufgrund der Intransparenz von 

Bankbilanzen nicht jedermanns Geschmack. USD-Emerging-Markets-Anleihen mit Investment-Grade- Rating (nicht abgebildet) rentieren bei 1,5%, bei einer leicht längeren Duration von 6,5.

Wem das nicht reicht, dem bleibt nichts übrig, als das Investment-Grade-Universum zu verlassen. Aufgrund der indirekten Stützung durch die EZB-Anleihenkäufe erscheint das europäische High-Yield-Segment nahe liegend. 

Die Komplexität dieser Investments bei Emittentenprüfung und Absicherung lässt es ratsam erscheinen, auf jeden Fall einen spezialisierten Vermögensverwalter mit der Auswahl zu beauftragen oder direkt in Investmentfonds zu investieren. Denn unabhängig von der Bonität der Anleihen kann sich der relative Vorteil der Segmente schnell ändern.

Roberto Cominotto zur überraschenden OPEC-Entscheidung

Roberto Cominotto, Portfolio Manager und Experte für Energieunternehmen bei GAM, kommentiert das Ergebnis der heutigen OPEC-Sitzung wie folgt:

Überraschenderweise haben sich die OPEC-Mitgliedsstaaten dazu entschieden, ihre Erdölproduktion einzufrieren oder leicht zu reduzieren. Die Details, inklusive Produktionsquoten für jeden einzelnen Mitgliedsstaat, müssen noch ausgehandelt werden und sollen in der anstehenden OPEC-Sitzung Ende November bekanntgegeben werden.

Nimmt man an, dass die OPEC die verbleibenden Hürden meistert, stellt die jüngste Ankündigung ein deutlich positives Signal für den Ölpreis dar. Obwohl der quantitative Einfluss auf die grundsätzliche Situation von Angebot und Nachfrage limitiert ist, sendet dieser Schritt eine klare Botschaft: Nachdem der Markt über zwei Jahre vorsätzlich geflutet wurde, um kostenintensive Erzeuger aus dem Markt zu spülen, kehrt das Erdöl-Kartell zurück in seine Rolle als Stabilisator des Ölpreises. Die Angst vor einer weiteren Steigerung der Produktion nimmt ab, was sich positiv auf den Ölpreis auswirken wird. 

An unserem Ausblick für den Öl-Markt ändert die heutige Entscheidung aber grundsätzlich nichts. Wir haben für 2017 ein Angebotsdefizit auf dem Markt vorausgesagt. Mit dem OPEC-Entschluss, die Produktion zu drosseln, wird sich diese Entwicklung sogar um einige Monate beschleunigen.

Bei unserer Analyse stützen wir uns auf mittelfristige fundamentale Entwicklungen: In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben die Öl- und Gasproduzenten ihre Investitionen in beispiellosen Maße zurückgefahren. Die Genehmigungen für Neuprojekte bleiben aus und die Entdeckung neuer Ölquellen liegt auf einem 70-Jahrestief. Mit Ausnahme der Schieferölproduzenten in den Vereinigten Staaten, werden sich diese Abstriche im Versorgungsvolumen bei den Ölproduzenten erst in 2017 bemerkbar machen. Entscheidend ist aber, dass sich dieser Umstand in den kommenden drei bis vier Jahren nicht umkehren lassen wird. Die Ölmärkte werden sich daher wohl auf längere Zeit auf eine enge Versorgungslage einstellen müssen. Der Ölpreis wird sich mit der Zeit auf ein Niveau begeben müssen, das Produzenten dazu anregt, wieder zu investieren. Für die meisten wird dies bei Preisen zwischen 60 und 70 US-Dollar der Fall sein.

Die Titel von Energiekonzernen sind in den meisten Portfolios unterrepräsentiert, der gesamte Sektor ist im historischen Vergleich unterbewertet. Günstig bewertete Schieferöl- und Gasproduzenten aus Nordamerika sehen wir als Hauptprofiteure eines höheren Ölpreises. Und ausgewählte Öl- und Gasdienstleiter sollten die ersten sein, die eine zunehmende Investitionskraft zu spüren bekommen. Zur gleichen Zeit allerdings ist die politische Unterstützung und Kostenwettbewerbsfähigkeit im Sektor erneuerbare Energien so hoch wie niemals zuvor.

Umfrageergebnis: Asien ist die Region, in der Schwellenländeranleihen am günstigsten bewertet sind

Mehr als die Hälfte (56%) der Befragten antworteten auf die Frage, welche Schwellenländer unter Investitionsgesichtspunkten am attraktivsten seien, dass Schwellenländeranleihen aus Asien besonders günstig bewertet seien. Dieses Ergebnis veröffentlichte NN Investment Partners im Rahmen einer Research-Studie.1

Auf dem zweiten Rang lagen die europäischen Schwellenländer (40%); am anderen Ende des Spektrums lagen Lateinamerika (13%) und Russland (7%).

Bei High-Yield-Anleihen ist Lateinamerika dagegen nach Auffassung von 51% der Anleger die attraktivste Region. Asien kam an zweiter Stelle (38%), gefolgt von Russland, auf das knapp ein Viertel der Stimmen (22%) entfiel, und den europäischen Schwellenländern (13%).

Marco Ruijer, Lead Portfolio Manager für Schwellenländeranleihen bei NN Investment Partners, äußerte sich dazu wie folgt:

„Die asiatischen Schwellenländer bieten den Anlegern weiterhin gute Chancen. In China hat sich die Situation in jüngster Zeit verbessert, was die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung verringert. Die Philippinen verzeichnen weiterhin ein kräftiges BIP-Wachstum, und in Indien und Indonesien werden Reformen durchgeführt.“

Innerhalb des Universums für Schwellenländeranleihen gelten kurz laufende Hartwährungsanleihen der Umfrage zufolge als besonders attraktiv (30%), gefolgt von kurz laufenden Lokalwährungsanleihen (27%). Über die Hälfte (54%) der Fondsmanager rechnen damit, dass institutionelle Anleger ihre Allokationen in Schwellenländeranleihen in den kommenden drei Jahren erhöhen werden.


 

1) Ergebnisse des eigenen Research von NN Investment Partners auf der Grundlage einer Umfrage von Citigate Dewe Rogerson unter 86 internationalen institutionellen Anlegern im Juli und August 2016

Uncertainty reigns

by Michael Boye, Fixed Income Trader at Saxo Bank.

Underpinned by an unprecedented commitment from the European Central Bank, which earlier this year launched an ongoing corporate bond purchase programme, the primary bond markets in which corporations sell new bonds to the public have been glowing red-hot.

Companies have been looking to take advantage of favorable loaning conditions and investors have been standing on top of each other frothing for high-yielding (or maybe not even that!) assets.

This has raised concerns over market discipline and moral hazard as the yields on some loan deals have reached near-absurd levels; here we are thinking of items like the zero-coupon Unilever bonds or Deutsche Bahn even selling negative-yielding bonds.

However, this week saw some bond issuers tighten the screws a bit too far. On Monday, German airliner Lufthansa dramatically withdrew a planned seven-year bond issuance following unsatisfying demand at indicated price levels. Lufthansa was trying to jump in ahead of a potential downgrade below the crucial Investment Grade threshold, having already seen Moody's take its credit rating down to Ba1 and high-yield territory...

Apparently, investors were not fooled this time.

It is an encouraging development, certainly, if it is in fact evidence of market discipline. But coinciding with this story, market confidence in Deutsche Bank – Germany's biggest lender – has once again been challenged...

This would seemingly have a greater explanatory force in the case of Norddeutsche Landesbank, which on Tuesday became the second bond issuer to withdraw a planned bond issuance this week, confirming widespread concerns over the German banking sector.

The Investment Grade-rated regional lender stepped away from an intended seven-year bond issuance as it struggled to find sufficient demand.

For credit investors and financial markets in general, this presents a much more dire scenario, as a credit crunch would have the potential to quickly pull the rug out from under asset valuations.

Given the elevated levels of credit spreads in a historical context of late, this leaves plenty of downside potential for European credit in the short-term if the uncertainty surrounding Deutsche Bank persists.

Das Comeback der Schwellenländeranleihen

„Lower for Longer“ – dieses Schlagwort fällt aktuell häufig, wenn es um Anleihen aus entwickelten Industrieländern geht: Die meisten Investoren haben sich offenbar damit abgefunden, dass das Niedrigzinsumfeld noch eine Weile andauern wird. Kein Wunder also, dass Schwellenländeranleihen für viele Anleger zunehmend attraktiv werden, schließlich bieten diese auch heute noch attraktive Renditen. Das hat sich in den vergangenen Monaten bereits in guten Erträgen niedergeschlagen. Paul McNamara, Investment Director für Emerging Markets Debt bei GAM, sieht dennoch weiteres Aufwärtspotenzial. „Die Wirtschaft der Schwellenländer ist heute so robust wie seit Jahren nicht mehr. Ein scharfer Rückgang des Kreditwachstums hat die Nachfrage nach Importen gebremst. Daher befinden sich die Handelsbilanzen trotz einer schwachen Nachfrage aus den Industrieländern und China im Gleichgewicht“, erklärt der Experte. Darüber hinaus kehre inzwischen auch wieder Kapital in die Schwellenländer zurück, sodass ein belastender Faktor für die dortigen Währungen wegfalle. Zudem hätten sich auch die Fremdwährungsreserven wieder stabilisiert. „Und schließlich glaube ich, dass Anleger nach wie vor die Wachstumsaussichten der Emerging Markets zu pessimistisch einschätzen“, so McNamara.

Wirtschaftswachstum und Anleiherenditen als Performancetreiber

In der Vergangenheit hätten sich Anlagen aus Schwellenländern immer dann besonders gut entwickelt, wenn es eine hohe Differenz zwischen dem Wachstum in Schwellenländern und den Industrieländern gegeben habe. „Wenn sich die Differenz ausweitet, führt dies in der Regel zu einer Outperformance der Schwellenländer“, erläutert der Experte. „Ökonomen sagen genau dies für das Jahr 2017 voraus – aber wir glauben, dass sie das Outperformance-Potenzial der Schwellenländer noch unterschätzen.“

Hinzu komme, dass auch die Renditen von Schwellenländeranleihen gegenwärtig sehr attraktiv seien, insbesondere weil Staatsanleihen im Wert von mehr als 12 Billionen US-Dollar negative Renditen aufwiesen. So weise etwa der JP Morgen Emerging Markets Local Bond Index eine mittlere Rendite von 6,2 Prozent auf. Dies entspreche einem Aufschlag von mehr als fünf Prozent im Vergleich zu US-Staatsanleihen und 6,6 Prozent im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen. „Dieser Spread wirkt nicht nur verlockend“, sagt McNamara. „Die zusätzliche Rendite bietet auch einen Schutz für den Fall, dass die Anleiherenditen steigen und die Kurse fallen. Treasuries und Bundesanleihen gelten zwar als risikolos – doch das werden sie nicht sein, wenn sich das globale Wachstum erholt, die Inflationsraten steigen und die Zentralbanken ihre außergewöhnlich lockere Geldpolitik zurückfahren.“

Wirtschaftswachstum dürfte Schwellenländerwährungen stützen

Für besonders attraktiv hält der Fondsmanager derzeit Anleihen in Lokalwährung. Sie dürften McNamara zufolge weniger empfindlich auf steigende Renditen bei Anleihen aus den Industrieländern reagieren. Zudem seien viele Investoren bereits stark in Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern engagiert. „Der wichtigste Faktor wird aber die Entwicklung der Schwellenländerwährungen sein“, erklärt McNamara. „Das bereits skizzierte Anziehen des Wirtschaftswachstums sollte die Währungen stützen und es Anlegern ermöglichen, die höheren Renditen von Lokalwährungsanleihen zu vereinnahmen. Unsere Analyse zeigt, dass Hartwährungsanleihen sich besser entwickeln als Lokalwährungsanleihen, wenn das Wachstum positiv, aber gering ist. Dagegen entwickeln sich Lokalwährungsanleihen immer dann besonders gut, wenn das Wachstum anzieht – und genau das erwarten wir.“

US-Wahlen – Zunehmend protektionistische Rhetorik ist mit Vorsicht zu genießen

Wird es Donald Trump gelingen, seine zunehmende Beliebtheit im Land auch in einen Sieg im Wahlkollegium umzumünzen? Aus jüngsten Umfragen geht hervor, dass Trump alle 29 noch unentschiedenen sogenannten Swing-Staaten und mindestens einen eher für die Demokraten stimmenden Bundesstaat gewinnen muss, um als Sieger aus den Wahlen hervorzugehen. Die Chancen, dass ihm das gelingt, liegen derzeit bei 39 Prozent. (Quelle: FiveThirtyEight, 19.09.16). Bei früheren Wahlen gab es einen engen Zusammenhang zwischen der Wirtschaftslage in den Swing-Staaten und ihrem Wahlergebnis. In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs stimmten die Wähler meist für den Status quo. Die Grafik unten zeigt jedoch, dass diese Regel nicht mehr gilt. Denn in einigen Bundesstaaten wie dem demokratisch regierten Florida hat in Umfragen trotz florierender Wirtschaft momentan der republikanische Kandidat die Nase vorn. Damit wird der Wahlausgang unvorhersehbarer.


Quelle: Haver Analytics, Schätzungen von Fidelity, 19. September 2016. Veränderung über 3 Monate bis 31. August 2016. Balken über der Nulllinie stehen für eine positive Wirtschaftsentwicklung. Zahlen in Klammern sind die Stimmen des Staates im Wahlkollegium.

Wie groß der Einfluss des US-Präsidenten ist, hängt im Wesentlichen davon ab, ob seine Partei in dem aus Repräsentantenhaus und Senat bestehenden Kongress das Sagen hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Republikaner die Wahlen zum Repräsentantenhaus für sich entscheiden. Knapper dürfte es im Senat ausgehen. Von den 34 Senatssitzen halten die Republikaner zurzeit 24. Mit einem demokratischen Präsidenten und einem von Republikanern geführten Kongress bliebe alles beim Alten. Der Kongress würde wohl wichtige Reformen der Demokraten blockieren. Ein gespaltener Kongress könnte politischen Stillstand bedeuten, da es keiner der beiden Parteien gelingen dürfte, einen Politikwechsel herbeizuführen. Und selbst wenn ein und dieselbe Partei den Präsidenten stellt und im Kongress das Sagen hat, wäre damit politischer Fortschritt nicht garantiert, tun sich doch in der Republikanischen Partei tiefe Gräben auf.

Protektionismus hat sich zu einem der wichtigsten Themen entwickelt. Wie ist es dazu gekommen? Schließlich haben Globalisierung und der damit verbundene freie Warenverkehr sowie die Freizügigkeit zu einem höheren Lebensstandard beigetragen. Aber davon profitieren nicht alle gleichermaßen. So steigen die Löhne von Geringverdienern in den Industrieländern tendenziell langsamer als die von Spitzenverdienern. Die zunehmend empfundene Ungleichheit und die Sorge, immer mehr Jobs könnten in Billiglohnländer abwandern, lässt bei vielen den Eindruck entstehen, zu den Verlierern der Globalisierung zu gehören. Beide Präsidentschaftskandidaten haben diese Stimmung aufgegriffen, mit verstärkt protektionistischer Rhetorik machen sich beide Politiker Forderungen der Populisten zu Eigen. Das könnte erhebliche Folgen für die amerikanische wie die globale Wirtschaft haben und Risiken bergen.

Rick Patel, Fondsmanager US-Anleihen:

„Auf längere Sicht werden die allgemeinen Wirtschaftsdaten und weniger der Wahlausgang den Konjunkturausblick bestimmen. Schwindet jedoch das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Regierung, könnten damit die Wachstumserwartungen sinken, US-Staatsanleihen zu einer Rally ansetzen und der Dollar wegen der Flucht in sichere Häfen weiter aufwerten. Andererseits könnten die von beiden Kandidaten versprochenen höheren Infrastrukturausgaben eine vermehrte Ausgabe von Staatsanleihen und damit eine Versteilung der Treasury-Kurve bewirken. Dazu muss jedoch erst eine Haushaltsreform den nach meiner Einschätzung wohl von Republikanern geführten Kongress passieren. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Letztlich aber werden die Wirtschaftslage in Amerika und weltweit sowie die Maßnahmen der Zentralbank die Neigung der US-Renditekurve bestimmen. Ich habe meine Fonds in Erwartung einer steileren Kurve positioniert, um sie vor den Folgen einer protektionistischer werdenden Politik zu schützen.“

Peter Khan, Fondsmanager globale Anleihen:

„Ein Weißes Haus und ein Kongress unter Führung unterschiedlicher Parteien wird, so die landläufige Meinung, die Privatwirtschaft vor einer überaktiven Regierung schützen. Ich gehe von politischem Stillstand aus. Beide Kandidaten halten zusätzliche Impulse für eine stärkere Kreditvergabe der Banken für nötig. Welche Rolle dabei die Regulierung der Finanzmärkte spielen soll und wie sie die Branche verändert wird, darüber gehen ihre Meinungen auseinander. Pharmaunternehmen sind in diesem Wahlkampf ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, und ihre Preispolitik ist zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden. In ihren Anleihen ist das Risiko von Preisobergrenzen für Medikamente weitgehend eingepreist. Aber die mächtige Pharma-Lobby dürfte durchgreifende Veränderungen zu verhindern wissen. Kursrückschläge werde ich daher für Käufe nutzen. Der massive Investitionsstau in der Infrastruktur wiederum ist ein Segen für die Bauwirtschaft, und zwar ungeachtet des Wahlausgangs. Welche Vorhaben letztlich die gesetzgeberische Hürde nehmen, ist unklar. Ich gewichte daher nicht-zyklische Branchen über, die vergleichsweise immun gegen Wahlzyklen sind.“

Steve Ellis – Fondsmanager Schwellenländeranleihen:

„Die protektionistischen Töne beider US-Präsidentschaftskandidaten stellen für die Schwellenländer ein erhebliches Risiko dar. Schließlich wurde ihr Wachstum in den letzten 20 Jahren größtenteils durch den Wegfall von Handelsbarrieren und die Globalisierung der Kapitalmärkte angefacht. Unter einer Politik, die Amerikas Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz schützt, hätte Mexiko am meisten zu leiden. Schon die angedrohte Neuverhandlung des NAFTA-Abkommens hat für Verkaufsdruck auf den Peso gesorgt. Und bleibt die Ratifizierung der Transpazifischen Partnerschaft aus, könnte das von erheblichem Nachteil für südostasiatische Länder wie Vietnam und Malaysia sein. Ich habe daher Lokalwährungsanleihen in meinen Total-Return-Fonds unter- und Unternehmensanleihen übergewichtet. Bei Letzteren konzentriere ich mich auf defensive Titel.“

Über Fidelity
Fidelity International ist eine unabhängige Fondsgesellschaft in Privatbesitz, die Investmentfonds, Anlage- und Altersvorsorgelösungen sowie damit verbundene Services anbietet. Das Unternehmen managt 246,2 Mrd. Euro (Assets under Management) für Anleger in Europa, Asien, Australien und Südamerika. Zu den Kunden von Fidelity gehören Privatanleger, Finanzberater, Vermögensverwalter, Family Offices, Banken, Versicherungen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Unternehmen und Staatsfonds. Neben hauseigenen Fonds können Anleger in einigen Ländern auf Fondsplattformen von Fidelity auch Anlageprodukte anderer Anbieter erwerben und verwahren. Diese Assets under Administration betragen 72,5 Mrd. Euro.
Fidelity International wurde 1969 gegründet und befindet sich im Besitz des Managements und der Gründerfamilie. Fidelity ist davon überzeugt, dass ein aktives Fondsmanagement und die Einzeltitelauswahl auf Grundlage fundierter Unternehmensanalysen Anlegern echten Mehrwert liefern. Daher verfügt Fidelity über eines der größten Research-Netzwerke mit mehr als 400 Anlageexperten weltweit. Sie nehmen jährlich an rund 16.000 Gesprächen mit Unternehmen teil, um sich ein umfassendes Bild über deren Situation und Aussichten machen zu können. Darüber hinaus testet Fidelity neue Publikumsfonds zuerst mit eigenem Geld, bevor sie auf den Markt kommen. Mehr als 200 Auszeichnungen für Fidelity und seine Produkte alleine in diesem Jahr sind ein Beleg dafür, dass der verfolgte Investmentansatz erfolgreich ist.
In Deutschland ist Fidelity International seit 1992 tätig, beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und betreut ein Kundenvermögen von 29,8 Milliarden Euro. Fidelity vereint hierzulande unter seinem Dach eine der führenden Fondsgesellschaften und mit der FFB eine der größten unabhängigen Fondsbanken. Die FFB konzentriert sich allein auf Dienstleistungen rund um Anleger und ihre Vermögensziele. Sie richtet ihre Services an Finanzberater, Investmentgesellschaften, Versicherungen und Banken, die über die Plattform unter anderem mehr als 8.000 Fonds und 375 ETFs von über 200 in- und ausländischen Anbietern kaufen und verwahren können. Die FFB betreut ein Vermögen von 15,4 Milliarden Euro in rund 575.000 Kundendepots. In der Asset Management-Sparte verwaltet Fidelity in Deutschland ein Fondsvolumen von 14,4 Milliarden Euro. Fidelity International bietet in Deutschland 160 Publikumsfonds an, die über mehr als 1.000 Kooperationspartner vertrieben werden. Darüber hinaus können Anleger sowohl Fonds von Fidelity als auch von Drittanbietern direkt bei Fidelity erwerben.

Überalterung ist kein Problem

von Jeroen Wilbrink, Senior Client Advisor bei NN Investment Partners. 

Moody’s, die OECD und die Vereinten Nationen haben erst kürzlich ein düsteres Bild gezeichnet: Bis zum Jahr 2050 werden sich die meisten von uns sich nur noch mithilfe eines Rollators fortbewegen, während wir auf einen Platz in einem der überfüllten Alters- oder Pflegeheime warten. Neben Deutschland, Italien und Japan wird es zehn weitere Länder geben, deren Bevölkerung zu einem Fünftel über 65 Jahre alt ist.

Man liest es immer wieder: Überalterung ist ein massives Problem für unsere Regierungen und diese negative demografische Entwicklung wird sich gravierend auf Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung auswirken. Pensionsfonds weisen mit allem Nachdruck darauf hin, dass unsere Altersvorsorge mit vielerlei Unsicherheit und Risiko behaftet ist. In diesem Zusammenhang hört man auch, dass Einwanderung die Lösung für unsere überalternde Bevölkerung sein könnte oder dass Überalterung künftig von gegenläufigen demografischen Trends in den aufstrebenden Volkswirtschaften wettgemacht wird.

Gut möglich, dass ein cleverer Banker Sie bereits davon überzeugen wollte, die Lösung für all diese Probleme parat zu haben. Vielleicht in Form einer Art von Swap, einer Option oder eines neuartigen Finanzprodukts.

Eine solche Entscheidung will gut überdacht sein. Und wo lässt es sich besser nachdenken als an der frischen  Luft - Sauerstoff für die grauen Zellen. Draußen auf der Straße flitzt ein Elektrorad an Ihnen vorbei, mit sicherer Hand gelenkt von einem munteren Sechzigjährigen, während grauhaarige Damen in bunten Jogginganzügen einen Vierer mit kräftigen Schlägen durch den angrenzenden Kanal rudern.

Die Terrasse eines Cafés ist leer – bis auf ein ungeniert flirtendes älteres Pärchen. Wenn Altern also so schlecht ist – warum haben all diese älteren Herrschaften dann so viel Spaß?

Mir scheint, als machten wir uns Sorgen um nichts und dass Altern nicht das Problem ist, als das es häufig dargestellt wird. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus: Die Berechnungsweise steht methodisch auf wackeligen Beinen, denn all diese Prognosen basieren auf dem Altersabhängigkeitsquotienten Old-Age Dependency Ratio (OADR) – also dem Verhältnis zwischen erwerbstätiger Bevölkerung und Bevölkerung jenseits der Altersgrenze. Soll heißen: der Bevölkerungsanteil über 65. Aber ist diese Altersgrenze von 65 Jahren noch sachgerecht? Menschen über 65 Jahren sind nicht „abhängig“, sondern tragen häufig noch produktiv zur Wirtschaftsleistung bei. Sie gehen später in Rente, und selbst unbezahlte Arbeit als ehrenamtlicher Helfer ist ein positiver Beitrag zum volkswirtschaftlichen Gefüge. Und auch wenn sie nicht mehr arbeiten, sondern es sich im wohlverdienten Ruhestand gut gehen lassen – etliche dieser Ruheständler zahlen Steuern auf die Einkünfte aus ihren Pensionen oder Sparanlagen.

Und darüber hinaus: Weil wir länger leben, hat sich die Wahrnehmung von alt und jung verschoben. 65 ist jetzt das neue 50!

Es sind die letzten Lebensjahre, in denen wir am meisten Hilfe und Zuwendung von unseren Familien, dem Gesundheitssystem oder dem Staat brauchen. Diese letzten Jahre verschieben sich immer weiter in die Zukunft. Wir sollten uns daher nicht die Zahl der über 65-jährigen anschauen, sondern den Anteil derjenigen Menschen, die von der Hilfe und Unterstützung anderer abhängig sind, und die Zahl der Menschen, die sie betreuen und versorgen.

Und wissen Sie was? Nach Untersuchungen der Professoren Spijker und MacInnis (2013)1 von der University of Edinburgh ist dieser Prozentsatz seit Jahrzehnten rückläufig. Diese Erkenntnis ist geradezu revolutionär, und ich kann jedem nur wärmstens die Lektüre dieser Studie empfehlen. Spijker und MacInnis haben den Real Elderly Dependency Ratio (REDR), also den wirklichen Altersabhängigkeitsquotienten, entwickelt, der die Zahl der Menschen, deren Lebenserwartung höchstens weitere 15 Jahre beträgt, im Verhältnis zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen widerspiegelt, unabhängig vom Alter.

Wenn auch diese Entwicklung in Japan und Russland weniger stark ausgeprägt ist, so gilt doch in den meisten Industrienationen: Je älter wir werden, desto jünger fühlen wir uns. Insofern ist das Problem der Bevölkerungsüberalterung ein Scheinproblem. 

[1] Spijker, J., & MacInnes, J. (2013). Population ageing: The time bomb that isn't? British Medical Journal, vol 347.

Zinsersatz Dividenden: Vorsicht vor passiven Ansätzen

Schon bevor die Zinsen sich in Richtung null bewegten, waren Dividenden als stetig laufende Erträge bei Investoren beliebt. Heute werden sie nicht zuletzt von Anbietern passiver Anlagestrategien häufig als solider Ersatz angepriesen. Doch bei der Auswahl von Unternehmen mit attraktiven Dividenden geht es um mehr als nur um die Höhe der Gewinnausschüttungen. Es geht um einen stabilen, langfristig nachhaltigen „Shareholder Return“, also den gesamten Ertrag, der an die Aktionäre zurückfließt. Passive Ansätze, die sich auf hohe Dividenden fokussieren, geraten dagegen häufig in Schwächephasen des Marktes überdurchschnittlich unter Druck.

Trotz Brexit-Trubel und anderen politischen Nebengeräuschen sowie anhaltenden Wachstumssorgen können sich Anleger in Europa auf die Gewinnausschüttungen der hiesigen Unternehmen meist verlassen. Aktuell zahlen europäische Unternehmen 2016 3,7 Prozent mehr an ihre Anteilseigner aus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Deutschland fällt das Dividendenwachstum zwar geringer aus, doch auch hierzulande haben neun von zehn Unternehmen ihre Gewinnausschüttung erhöht oder auf dem aktuellen Niveau gehalten. Sebastian Müller, Fondsmanager des First Private Euro Dividenden STAUFER, glaubt sogar noch an weiteres Wachstumspotential: „Grundsätzlich sehen wir in Europa noch Raum für weitere Dividendensteigerungen. Die Unternehmen haben gesunde Bilanzen und auch die Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone reicht aus, um weitere Anhebungen zu rechtfertigen.“

Euroland als Region ist prädestiniert für aktive Dividendenstrategien. Die Dividendenrendite im Index Eurostoxx 50 zum Beispiel liegt mit 4,02 Prozent deutlich höher als in anderen Regionen der Welt: Indizes wie der MSCI Emerging Markets oder der MSCI USA verzeichnen im Vergleich nur eine Dividendenrendite von durchschnittlich 2,17 beziehungsweise 2,15 Prozent. Bemerkenswert ist zudem, dass die Anzahl der Titel mit einer Dividendenrendite von über 3 Prozent vor allem im Eurobereich sehr hoch ist. Aktive Fondsmanager können so aus einem vergleichsweise großen Pool an potentiellen Aktien wählen. Schließlich ergibt sich für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont zusätzliches Potential aus antizyklischer Sicht. Die relative Performance von Euroland-Aktien befindet sich beispielsweise gegenüber Titeln aus den USA auf einem historischen Tiefpunkt.

Neben Höhe ist die Zahlung der Dividende aus operativem Geschäft entscheidend

Doch nur die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite zu kaufen, wie es etwa passive Dividendenfonds („Strategie-ETFs“) beziehungsweise Smart-Beta-Produkte für Euro-Aktien zum Teil praktizieren, zielt zu kurz. Denn Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite weisen durchschnittlich auch das größte Potential für nachfolgende Gewinnrückgänge auf. „Würden wir Titel ausschließlich nach der Höhe der Dividenden auswählen, ohne weitere Kriterien zu berücksichtigen, würden wir Unternehmen mit zukünftig negativem Wachstum ins Portfolio einkaufen“, erklärt Müller. Hier grenzt sich der Fondsmanager von First Private ganz klar von passiven Dividendenansätzen ab: Bezüglich der Dividendenhöhe bewegt er sich mit dem First Private Euro Dividenden STAUFER überwiegend im Bereich von Unternehmen mit einer mittleren Dividendenrendite.

Natürlich ist auch für Müller die Höhe der Dividendenrendite ein Hauptkriterium. Dass die Unternehmen ihre Dividende regelmäßig steigern, spielt für den Auswahlprozess jedoch keine Rolle. Kürzungen sollten aber weitgehend vermieden werden. Entscheidend ist dagegen, dass die potentiellen Portfoliokandidaten ihre Gewinnausschüttung aus dem operativen Geschäft erwirtschaften und keine versteckte Bilanzakrobatik betreiben. „Auch die Dividendenstabilität spielt eine wichtige Rolle. Wir wollen eine gewisse Stetigkeit der Dividendenzahlungen in der Historie sehen“, so der Fondsmanager von First Private.

5-Jahres-Performance: Besser als 95 Prozent aller Euroland-Fonds

Um Benchmark und ETF-Dividendenfonds in der Performance hinter sich zu lassen, wählt der STAUFER die Titel anhand weiterer Kriterien aus, wobei auch einige der passiven Ansätze weitere Faktoren neben der Dividendenhöhe berücksichtigen. Eher untypisch für einen klassischen Dividendenfonds wählt er auch Titel mit relativ geringer Ausschüttung, wenn das Fondsmanagement eine Wachstumsdynamik der Dividende identifiziert. Ziel dieser kurzfristigen und wachstumsorientierten Teilstrategie ist, das Portfolio des STAUFER noch breiter und diversifizierter aufzustellen. Neben Dividenden und Wachstum fungiert im quantitativen Alpha-Screen-Prozess die Analyse der Aktienrückkäufe, zusammen mit der Höhe der Dividendenrendite ebenfalls ein langfristiger und defensiv orientierter Ansatz. „Wir setzen darauf, dass Unternehmen, die ihr überschüssiges Kapital in Form von Aktienrückkäufen an ihre Aktionäre zurückgeben, über systematisches Outperformance-Potential verfügen“, erklärt Müller. „Natürlich behalten wir dabei den fundamentalen Hintergrund im Blick, beispielsweise, ob und wie sich die Verschuldung der Unternehmen bei Aktienrückkäufen verändert.“

Strategie und Auswahl des STAUFER-Fonds bewähren sich bereits seit dem Auflagejahr 1997. Auf Sicht von fünf Jahren hat das rund 35 Titel umfassende Portfolio sowohl die Benchmark als auch seine Peergroup um rund 5 Prozent per anno übertroffen. Oder anders ausgedrückt: 95 Prozent aller Fonds der Kategorie Euroland haben sich schlechter entwickelt. „Studien belegen, dass ein Portfolio auch mit 25 bis 30 Aktien gut diversifiziert sein kann. Wir setzen auf ein Portfolio von etwa 30 bis 50 Titeln, etwa ein Zehntel des Kandidatenfeldes, um das Alphapotential mittels gezielter Aktienselektion zu nutzen“, sagt Müller. Die laufende Überwachung des Portfolios erfolgt über ein dauerhaftes Screening der Nachrichtenlage, Makro-Risiken sowie Preis- und Ertragsentwicklung. Entscheidungen, Ereignisse oder Handlungen, die ernsthafte Bedenken in Bezug auf eine Aktie hervorrufen, führen zu ihrem Verkauf. Die Möglichkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren, ist ein enormer Vorteil gegenüber passiven ETF-Dividendenfonds, der die stabile Outperformance des First Private Euro Dividenden STAUFER in verschiedensten Marktphasen zum Teil erklärt.

Unklare Signale für die Weltwirtschaft

Für die Weltwirtschaft sind im vergangenen Monat von den Verbraucher- und Arbeitsmarktzahlen, den Umfragen zum Geschäftsklima sowie den Industrieaufträgen nur unklare Signale ausgegangen. Die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) der Industrieländer kommen nicht an den guten Stand von 2015 heran. Die für das verarbeitende Gewerbe der Schwellenländer zusammengefasste Umfrage übersteigt nur knapp wieder die Grenze zum Wachstum. Insgesamt hat das Weltwirtschaftswachstum nach seinem Tiefpunkt zu Jahresbeginn leicht Fahrt aufgenommen.

Einige Anzeichen lassen jedoch darauf schließen, dass sich die Konjunkturdynamik nicht weiter beschleunigt. Ausschlaggebend für das konsumgetriebene Wachstum bleibt die in den meisten Industrieländern solide Tendenz bei Beschäftigung und Reallöhnen. Allerdings sollten Anleger das zuletzt etwas schwächere globale Verbrauchervertrauen im Auge behalten. In nächster Zeit könnte es zudem weltweit zu einer Straffung der Kreditkonditionen kommen. Dafür spricht die wahrscheinliche Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember.

Eurozone: In kommenden Monaten stetiges, aber wenig berauschendes Wachstum zu erwarten

Die für die Eurozone veröffentlichten Augustdaten waren uneinheitlich. Bei annehmbarem Wachstum präsentiert sich der zusammengefasste PMI erstaunlich stabil, während die Beschäftigung nach dem Fünfjahreshoch merklich zurückgegangen ist. Überraschend schwach waren die Zahlen für Deutschland, die so stark wie seit 2014 nicht mehr gefallen sind. Italiens PMI bleibt auf Talfahrt und entpuppt sich zunehmend als Schwachstelle. Anders die Pendants für Frankreich und Spanien, wobei Ersterer den höchsten Stand seit über einem Jahr erklommen und Letzterer seinen hohen Wert behauptet hat. Der Geschäftsklimaindex der Europäischen Kommission hat auf den tiefsten Stand seit 2013 nachgegeben während das Verbrauchervertrauen seinen Abwärtstrend fortsetzte. Alles in allem lassen die neuesten Daten auf ein stabiles, wenngleich wenig spektakuläres Wachstum in der Eurozone schließen.

Bis auf weiteres bleibt der durch die stark gestiegenen Reallöhne angekurbelte private Konsum ein wichtiger Konjunkturmotor. Allerdings deutet sich mit dem zuletzt etwas schwächeren Verbrauchervertrauen eine gewisse Abkühlung an, da der von niedrigeren Energiepreisen ausgehende Rückenwind abflaut. Auch der vom Brexit-Votum ausgehende Dämpfer für die britische Wirtschaft wird die Stimmung und das Wachstum im Euroraum im zweiten Halbjahr vermutlich etwas beeinträchtigen, da mehr als 7 Prozent der Warenexporte des Euroraum ins Vereinigte Königreich gehen. Zum Jahresende ist daher in der Eurozone mit einer gewissen Wachstumsabkühlung zu rechnen. Weitere Maßnahmen der EZB im Dezember sind daher sehr wahrscheinlich. Denkbar wäre eine Verlängerung des quantitativen Lockerungsprogramms um sechs bis neun Monate oder eine Aufweichung der Kriterien für im Rahmen des Kaufprogramms infrage kommende Anleihen, um das Universum der zulässigen Papiere zu erweitern. Letzteres dürfte jedoch davon abhängen, wo die Anleiherenditen dann stehen.

Großbritannien: Konjunkturdaten erstaunlich robust, Schwächephase dennoch absehbar

Die Wirtschaftsdaten Großbritanniens haben sich zuletzt spürbar erholt. Aber ein Trend lässt sich daraus noch nicht ablesen. Am meisten überraschten die PMI-Umfragen: Für den zusammengefassten Index aller Sektoren wurde der bisher stärkste monatliche Anstieg gemessen, der ein positives Wachstum signalisiert. Keine guten Nachrichten kamen von dem von Lloyds erhobenen schwächer tendierenden Geschäftsklimaindex. Für die nächsten zwölf Monate wird mit der schwächsten Aktivität seit 2011 gerechnet. Insgesamt werden die Aussichten für die britische Wirtschaft auch weiter von den Folgen des Brexit-Votums überschattet. Die schwächere Investitionsneigung, der Abschwung am Immobilienmarkt, das langsamere Beschäftigungswachstum und die größere Konsumzurückhaltung werden zunehmend Spuren beim Wachstum hinterlassen. Diese dürften sich in den nächsten Monaten als Erstes bei den ohnehin bereits schleppenden Investitionen bemerkbar machen, gefolgt von Beschäftigung und Konsum. Aber das größere Problem sehen wir in einem möglichen Rückgang von Produktivität und Wachstum infolge von Engpässen am Arbeitsmarkt, wenn die Einwanderungspolitik grundlegend geändert wird. Auch der möglicherweise versperrte Zugang zum Binnenmarkt verheißt nichts Gutes.

Der Ausblick für die Geldpolitik ist nebulös, auch wenn für 2017 nach jetzigem Stand eine Zinserhöhung wohl auszuschließen ist. Neben geldpolitischen Initiativen sind haushaltspolitische Maßnahmen und Strukturreformen unausweichlich, um die britische Wirtschaft in den nächsten Monaten durch die Brexit-Turbulenzen zu manövrieren. Fiskalische Stimulusmaßnahmen wie Infrastrukturinvestitionen und Konjunkturprogramme für mehr Konsum und Unternehmensinvestitionen – gegebenenfalls auch über Steuersenkungen – könnten kurz- bis mittelfristig helfen, den Brexit-Schaden zu begrenzen.

USA: Enttäuschende Wirtschaftsdaten im August

Im August fielen die US-Wirtschaftsdaten enttäuschend aus. Vermutlich handelt es sich hierbei jedoch um einen Ausreißer und nicht den Beginn eines neuen Trends. Zudem schwächelte der Arbeitsmarktbericht. Aus ihm geht zwar auch weiterhin ein robuster, zunehmend angespannter Arbeitsmarkt hervor, aber nach zwei sehr guten Vormonaten wurden im August weniger neue Stellen geschaffen. Zentralen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung hat nach wie vor die Verbraucherstimmung, die ihren jüngsten Anstieg fortsetzte und sich zyklischen Hochs nähert. Das fand seinen Niederschlag in dem erneut überaus starken Konsum. Dennoch wird das Wirtschaftswachstum in den USA in diesem Jahr wohl die Marke von 1,5 Prozent nicht übersteigen, auch wenn vom beschleunigten Vorratsaufbau, der starken Dynamik am Immobilienmarkt und dem anhaltend soliden Konsum ein Rückenwind ausgeht. Vorbehaltlich erheblicher externer Schocks und/oder einer spürbaren Straffung der Kreditkonditionen ist wegen des weiteren Inflations- und Lohnanstiegs eine Zinsanhebung der Fed im Dezember sehr wahrscheinlich. Danach wird die Zentralbank die Zinsschraube aber wohl nur sehr langsam weiter anziehen. Anschließend könnte eine gelockerte Fiskalpolitik der Konjunktur auf die Sprünge helfen. Wie stark die Unterstützung ausfallen wird, lässt sich erst nach den Präsidentschaftswahlen sagen.

Japan: Ein Land in der Schwebe

Japans Wirtschaftsdaten sind unverändert schwach, haben aber zumindest ihren Abwärtstrend beendet. Für das zweite Quartal wurde das Wirtschaftswachstum von nahe null auf 0,7 Prozent zum Vorquartal kräftig nach oben korrigiert. Besser als ursprünglich gedacht präsentierten sich die Unternehmensinvestitionen, woran die öffentlichen Investitionen einen großen Anteil hatten. Derweil liegt der PMI zum verarbeitenden Gewerbe immer noch im Abschwungbereich. Er scheint jedoch seine Talsohle erreicht zu haben, denn in den drei Monaten bis August ging es stetig bergauf. Auch das Barometer zur Dienstleistungsbranche steht auf Abschwung und ist zuletzt wieder gefallen. Die Lohnentwicklung ist nominal gesehen verglichen mit dem Vorjahr leicht ins Plus gedreht. Auch das Verbrauchervertrauen setzte seinen leichten Aufwärtstrend fort. Keine Hilfe war der internationale Handel. Aus unserer Sicht wird sich Japans Konjunktur ausgehend vom niedrigen Niveau im Vorjahr etwas beschleunigen. Das neuste Stimuluspaket dürfte das Wachstum in den kommenden Monaten leicht ankurbeln, seine Wirkung aber erst 2017 voll entfalten.

China: Stabilität zu einem hohen Preis

Aus Chinas Wirtschaftsdaten spricht unverändert eine durch politische Maßnahmen herbeigeführte, aber dennoch fragile Stabilität. Insgesamt traten die PMIs im August auf der Stelle. Aufwärts ging es bei Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen, die offenbar auf soliden Niveaus verharren. Interessanterweise sind die privaten Investitionen erstmals seit Ende vergangenen Jahres gestiegen und kehrten ihren Negativtrend um. Derweil bleibt der Immobilienmarkt eine wichtige Stütze für die Wirtschaft. Die unverändert hohen Immobilienverkaufszahlen und Baubeginne haben ihren im April erreichten Zenit aber offenbar überschritten.

Stabilität bleibt das wichtigste Ziel der Führung in Peking. Massenweise Liquidität für Banken, höhere Ausgaben der Lokalregierungen und reaktivierte Förderprogramme für den Immobilienmarkt haben das Wachstum in diesem Jahr gestützt. Es mussten enorme geldpolitische Anstrengungen unternommen und die Kreditvergabe massiv erhöht werden, was wir für sehr bedenklich halten. Dem unumgänglichen Wirtschaftsumbau und den dringend benötigten Strukturreformen ist das nicht unbedingt förderlich und weckt ungute Erinnerungen an das Wachstumsmodell des „alten China“. Offenbar sind sich die politischen Entscheidungsträger uneinig, ob die Stimulusmaßnahmen zurückgefahren werden sollten. In den nächsten Monaten wird man genau beobachten müssen, ob Peking im gegenwärtig günstigen Umfeld Strukturreformen durchsetzt. Die nachlassende Kreditnachfrage und Investitionsneigung in der Privatwirtschaft sowie die Anzeichen von Übertreibungen am Immobilienmarkt könnten negative Folgen haben, wenn die Regierung nicht gegensteuert. Aus jetziger Sicht ist aber weder mit einer harten Landung noch mit finanziellem Stress oder gar einer Finanzkrise zu rechnen.

Schwellenländer: Die erheblichen Kapitalzuflüsse der vergangenen Jahre stehen auf der Kippe und machen die Länder anfällig für einen Stimmungsumschwung

Die neusten Daten aus den Schwellenländern ohne China deuten auf eine allmähliche Erholung bei nach wie vor verhaltenem Wachstum hin. Der zusammengefasste PMI zum verarbeitenden Gewerbe ist im August gesunken, liegt aber mit 50,1 Zählern weiter knapp über der Wachstumsgrenze. Allerdings ist die positive Stimmung allein externen Faktoren geschuldet – und deren Wirkung könnte bald nachlassen, während die internen negativen Einflüsse anhalten. Allerdings ist kein einheitlicher Trend auszumachen. Indien ist das einzige Schwellenland, dessen PMI zum verarbeitenden Gewerbe deutlich im Plus liegt. Und sein Pendant zur Dienstleistungsbranche hat den besten Wert seit fast vier Jahren erreicht. Auch Indiens Wirtschaftswachstum lässt mit 7,1 Prozent im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr nichts zu wünschen übrig, während die Politik die Wirtschaft nach Kräften unterstützt. Russlands zusammengefasster Einkaufsmanagerindex gab leicht nach, signalisiert aber weiter Wachstum mit Neuaufträgen auf einem Dreijahreshoch. Am anderen Ende der Skala findet sich Brasiliens PMI wieder, der seine Dynamik vom Juli nicht ausbauen konnte und dessen Werte sowohl für den Dienstleistungssektor als auch für das verarbeitende Gewerbe noch tiefer in den Abschwungbereich gerutscht sind. Angesichts der stark geschrumpften Wirtschaft im zweiten Quartal ist das besonders bedenklich. Brasilien steckt damit nun seit sechs Quartalen in einer tiefen Rezession.

Die erheblichen Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer der letzten Jahre stehen auf der Kippe und machen die aufstrebenden Länder anfällig für einen Stimmungsumschwung – allen voran Südafrika und die Türkei mit ihren weiter wachsenden Leistungsbilanzdefiziten von inzwischen über 5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Indien und Brasilien hingegen ist es gelungen, das Loch in der Leistungsbilanz deutlich zu verkleinern. Auch die asiatischen Länder sind in dieser Hinsicht weniger anfällig. Korea, Taiwan und Thailand weisen sogar fast rekordhohe Leistungsbilanzüberschüsse aus.

Disappointment creates opportunity

The US Federal Reserve (Fed) lowered its projected policy path at its September meeting, causing the USD to experience a broad based drop. Market expectations of a December interest rate hike fell marginally, despite indications from Yellen and other committee members that a 2016 rate hike is on the table. The USD/JPY and AUD/USD currency pairs offer attractive levels from which to enter long/short tactical positions, says ETF Securities in their latest FX trade idea.

Meetings fall short

The US Federal Reserve (Fed) delivered a dovish message at its monetary policy meeting this Wednesday, causing the trade weighted US Dollar to fall approximately 1.2%. Clear indications of a December rate hike from Fed chair Janet Yellen were overshadowed by downward revisions to the Fed’s 2016 full year growth forecast (by 0.2% to 1.8%) and projected policy path, now forecasting only one hike this year followed by two in 2017 (compared to two and three respectively predicted in June – see Figure 1). The change in the Fed’s assumptions appeared be underpinned by a greater focus toward sustaining the recent rise in inflation, justifying a more “wait and see” approach to the current tightening cycle. It remains our view that by following this tactic the Fed is at risk from making a policy mistake as domestic inflationary pressures continue to mount and threaten to de-anchor inflation expectations. With the Bank of Japan (BoJ) also delivering an insufficiently accommodative monetary policy framework on Wednesday, the USD/JPY soared 2.61% intraday, pushing the pair to increasingly oversold levels.

We believe that the US labour market reports scheduled for release in the next three months will come in strong and prompt greater pricing of a rate hike in December, causing the USD to rally into year end. This view is best expressed by gaining bullish exposure to the USD/JPY and bearish exposure to AUD/USD, both of which look extended following market disappointment over the past few days.

Market pricing unchanged

Market pricing of December rate hike has barely moved following Wednesday’s meeting, slightly falling to 58.4% from 58.7%. This is surprising given the fact that Yellen explicitly stated that the “case for an increase had strengthened” and three members of the committee (namely Esther George, Loretta Mester and Eric Rosengren) dissented, voting towards an immediate increase in the policy rate. Put in perspective, this time last year only one committee member, Jeffrey Lacker, voted for a hike. We therefore see current market pricing of a December hike as insufficient and believe expectations will rise as incoming US labour market data affirms progress towards the Fed’s policy objectives, providing a lift to the US Dollar over the next few months.

Attractive entry points

The dovish nature of the Fed meeting saw the USD/JPY and AUD/USD approach the bottom and top of their respective ranges, running into support/resistance levels established in the middle of August. USD/JPY tested the psychologically important 100 level while the AUD/USD came near 0.77 which it hasn’t closed above since April. Momentum indicators also suggest the pairs are looking increasingly extended meaning that present levels offer attractive entry points for bullish USD/JPY and bearish AUD/USD positions which would benefit from greater market pricing of a December rate hike.

„Die globalen Märkte werden ihr Wachstum fortsetzen“

Larry Hatheway, Group Head Multi Asset Portfolio Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM, kommentiert einmal im Monat die aktuelle Marktlage.

Im letzten Monat erreichten die globalen Anleiheerträge angesichts steigender Anleiherenditen ein Plateau. Die Aktienmarktgewinne gerieten ins Stocken, da die Anleger ihre Allokation in Werte für „Anleiheflüchtlinge“ – stabile, Erträge generierende Aktien – reduzierten. 

Der Anstieg der Staatsanleiherenditen beeinflusst mehrere Entwicklungen. Trotz der jüngsten Schwäche der US-Konjunkturindikatoren nahmen die Marktteilnehmer eine höhere Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Dezember 2016 vorweg. Dadurch stieg das eingepreiste Chancenverhältnis im Vergleich zum wesentlich geringeren Niveau im Anschluss an das britische Referendum zum Brexit auf 50 Prozent. Eine Wiederaufnahme der Normalisierung ist unserer Meinung nach wahrscheinlich. Darüber hinaus scheinen Zweifel an weiteren Lockerungsmaßnahmen der Bank of Japan, der Europäischen Zentralbank oder der Bank of England aufzukommen. Nicht zuletzt reduzieren Anleger ihre Anleihepositionen mit langer Duration.

Trotz dieser Rückschläge gehen wir davon aus, dass die Märkte den Kurs des moderaten globalen Wachstums und der niedrigen Inflation beibehalten werden. Wir erwarten, dass sich die globalen Märkte weiterhin gut entwickeln, sofern sie ein günstiges Szenario vorfinden, bei dem das Wachstum stark genug ist, um die Unternehmensgewinne zu unterstützen, aber nicht so stark, dass es ein schnelleres Tempo der US-Zinserhöhungen oder einen kräftigen Anstieg des US-Dollars auslöst. Vor allem die Industrieländer erwiesen sich in den letzten Jahren als widerstandsfähig gegenüber politischen und geopolitischen Spannungen sowie Marktschocks. In China deuten die jüngsten Daten zur Kreditvergabe und zur Realwirtschaft auf eine Fortsetzung der Expansion hin. 

In diesem Umfeld erkennen wir eine zunehmende Rotation in bisher verschmähte zyklische Aktien und Schwellenmärkte. Rückgänge an den globalen Aktienmärkten dürften flach verlaufen, und die Konsolidierung sollte mit einer Rotation in zyklischere Aktien sowie in die Bereiche der Schwellenmärkte einhergehen, die in den letzten Jahren zurückgefallen waren. Für eine Rotation sind aus unserer Sicht aber auch Anzeichen für eine verbesserte Gewinnentwicklung erforderlich. Deshalb nehmen wir nach wie vor eine vorsichtige Haltung gegenüber Substanzwerten an sich ein. 

Trotz der Besorgnis über den Brexit war die Marktstimmung insgesamt von der Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft geprägt. In China ist die von vielen prognostizierte harte Landung nicht eingetreten, Teile Asiens entwickeln sich wieder gut, und in Brasilien und Russland übertreffen die Gewinnaussichten die Erwartungen. All dies trug dazu bei, das globale Wachstum aufrecht zu erhalten.

Sind Negativrenditen bei Unternehmensanleihen irrational?

Die Negativrenditen am Anleihemarkt haben ein neues Niveau erreicht: In der vergangenen Woche wurden die ersten Euro-Unternehmensanleihen mit einer negativen Rendite emittiert. Enzo Puntillo, Head of Fixed Income bei GAM, erläutert, was dies für Anleger bedeutet. 

Auf Euro lautende Anleihen mit negativen Renditen seien prinzipiell nichts Neues, erklärt der Experte: „Einige Staatsanleihen aus der Eurozone werden zu Kursen gehandelt, die negative Renditen für bis zu zehn Jahre implizieren. Neu sind Negativrenditen allerdings bei Unternehmensanleihen, bei denen Investoren ein Kreditrisiko tragen.“

Wenn Anleihen eine negative Rendite aufweisen, dann liegt der Marktpreis über den ausstehenden Kupon- und Kapitalrückzahlungen. Anleiheemittenten werden somit dafür bezahlt, dass sie sich Geld leihen, während Investoren mit Sicherheit Geld verlieren, wenn sie die Anleihe bis zur Fälligkeit halten. Warum sollten Anleger also in solche Anleihen investieren?

Die in der vergangenen Woche emittierten Anleihen boten Investoren eine Rendite von -0,05 Prozent für Laufzeiten über zwei sowie über dreieinhalb Jahre. „Diese Renditen mögen irrational niedrig erscheinen“, kommentiert Puntillo. „Allerdings haben diese kurzlaufenden Investmentgrade-Unternehmensanleihen für bestimmte Investoren dennoch einen Wert. Regulierte Investoren wie Versicherer und Pensionseinrichtungen werden im Grunde dazu gezwungen, Anleihen zu kaufen, und können daher nicht als irrational angesehen werden. Für sie stellen solche Unternehmensanleihen eine bessere Investmentgelegenheit dar als beispielsweise zweieinhalbjährige Bundesanleihen mit einer Rendite von -0,64 Prozent.“ Die Negativrenditen sollten daher nicht auf irrationales Verhalten von Anlegern zurückgeführt werden, sondern auf die Bemühungen der Notenbanken, die Renditen künstlich niedrig zu halten, so Puntillo weiter.

Die europäischen Zentralbanken strebten niedrige Renditen an, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. „Allerdings nutzen Unternehmen das Geld, das sie durch Anleiheemissionen einnehmen, vor allem für so genanntes Financial Engineering“, erklärt Puntillo. „Sie refinanzieren ältere, teurere Schulden oder nutzen die Mittel für Aktienrückkaufprogramme. In meinen Augen sollten sich die Zentralbanken zurückziehen und die Regierungen die seit Langem nötigen strukturellen Reformen angehen lassen. Das sollte letztlich zu einem nachhaltig höheren Wirtschaftswachstum führen – hoffentlich, bevor alle Investoren irrational agieren.“

Ein Blick auf den steigenden Investitionsbedarf im Infrastruktursektor

Weltweit werden immer mehr Infrastrukturinvestitionen erforderlich. In der Folge erwarten wir eine verstärkte Nachfrage nach Rohstoffen, so Nitesh Shah, Director – Commodity Strategist bei ETF Securities, im Triannual Outlook.

In China dürften die Infrastrukturausgaben nur anteilig zum BIP sinken, während der Wert in absoluten Zahlen deutlich ansteigen wird.

Obwohl die Investitionen in die indische Infrastruktur kurzfristig ins Stocken geraten könnten, sehen wir hier auch weiterhin ein erhebliches Potenzial zur Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums. Derzeit werden unterschiedliche politische Maßnahmen umgesetzt, um den Investitionszyklus in Schwung zu bringen.

Weiterer Anstieg der Infrastrukturausgaben erwartet

Zwischen 2008 und 2013 hat China ca. 8,8% seines BIP in seine wirtschaftliche Infrastruktur investiert. Einer Analyse des McKinsey Global Institute zufolge kann das Land es sich leisten, diesen Wert in den Jahren 2016-2030 auf 5,5% des BIP zu senken, da die Regierung insgesamt ein langsameres Wirtschaftswachstum anstrebt. Dennoch könnten die jährlichen Investitionen von 829 Mrd. USD im Jahr 2013 auf 950 Mrd. USD pro Jahr steigen.

In der gleichen Analyse schätzt das McKinsey Global Institute, dass Indien seine Infrastrukturausgaben in den Jahren 2016- 2030 von 5,2% auf 5,7% des BIP anheben muss, um seine Wachstumsziele zu erreichen. Obwohl zahlreiche Beobachter befürchten, das langsamere Wachstum der chinesischen Wirtschaft könnte die Nachfrage nach Rohstoffen schwächen, dürfte eher die Senkung der Ausgaben in den asiatischen Industrienationen und in Westeuropa die Entwicklung hemmen. In China dürften die Investitionen in Infrastrukturprojekte weiter steigen.

China mit den größten Investitionen

Die Höhe der Infrastrukturausgaben variiert sehr stark von Land zu Land, wobei China die größten Investitionen tätigt. Indien lässt einen großen Teil seines BIP in Infrastrukturprojekte fließen, doch angesichts der vergleichsweise kleinen Volkswirtschaft bleiben die absoluten Zahlen hinter den asiatischen Industrienationen oder Westeuropa zurück (siehe Balken in der Abbildung unten).

Relativ zum Einkommen verfügen sowohl Indien als auch China über eine gute Infrastruktur. Beide Länder rangieren in einem Vergleich des World Economic Forum zwischen einer Reihe von Ländern weit oben im Hinblick auf das Verhältnis von Pro- Kopf-BIP und Infrastrukturqualität.

Im Zuge des anhaltenden Wachstums in Indien dürfte sich auch die Qualität der Infrastruktur kontinuierlich verbessern, doch um den chinesischen Standard zu erreichen, hat das Land noch einen weiten Weg vor sich.

Infrastruktur begünstigt Wachstum

Investitionen in eine qualitativ hochwertige wirtschaftliche Infrastruktur stützen die Konjunktur. Dieser Faktor ist einer der Gründe dafür, dass China in puncto Wirtschaftswachstum Indien seit 1990 weit hinter sich lassen konnte. Nachdem 1990 beide Länder ungefähr gleichauf gelegen hatten, verzeichnet China mittlerweile ein mehr als doppelt so hohes Pro-Kopf-BIP wie Indien. Der IWF schätzt den Multiplikator für öffentliche Investitionen in Schwellenmärkten historisch auf einen Wert von 1–1,3. Dies bedeutet, dass sich Investitionen in die Infrastruktur in der Regel durch ein stärkeres wirtschaftliches Wachstum bezahlt machen.

Starker Anstieg der Rohstoffausgaben

Sollte Indien erfolgreich in die Ausweitung seiner Infrastrukturbasis investieren, so könnte sich die Rohstoffnachfrage ähnlich wie in China entwickeln. In den 1990er Jahren importierte China ähnlich viele Rohstoffe wie Indien, doch die massive Aufstockung der heimischen Infrastruktur hat die Nachfrage nach Rohstoffen erheblich steigen lassen. Mittlerweile importiert China mehr als die 36- fache Menge an Industriemetallen (in USD) wie Indien.

Potenzial zur Steigerung der Ausgaben

Die Einhaltung der Zielvorgaben für den Haushalt und den Schuldenabbau dürfte eine rasche Ausweitung der indischen Infrastrukturausgaben vorerst erschweren. Der bereits genannte Multiplikator für Infrastrukturinvestitionen bewirkt in vielen Fällen eine Senkung der Schuldenquote, da das erzielte Wirtschaftswachstum die getätigten Investitionen mehr als aufwiegt. Da sich sorgfältig geplante Infrastrukturprojekte fast selbst finanzieren, hat die indische Regierung definitiv einen Anreiz zur Ausweitung seiner aktuellen Infrastrukturprogramme.

Die indischen Infrastrukturausgaben tendierten bis vor kurzem nach unten, und trotz der relativ guten Qualität der bestehenden Infrastruktur sieht der IWF in Indien akuten Handlungsbedarf. Verzögerungen und Mehrkosten bei zahlreichen Projekten belasten die Kreditqualität im Banken- und Unternehmenssektor. Die Verschuldungsquote indischer Unternehmen (Verbindlichkeiten zu Eigenkapital) zählt zu den höchsten innerhalb der Schwellenländer. Dies birgt Gefahren für Banken, wenn sie Kredite an Unternehmen vergeben, die an Infrastrukturprojekten mit hohen Mehrkosten beteiligt sind. Im Jahr 2015 entfielen ca. 41% des notleidenden Brutto- Kreditvolumens bei öffentlichen Banken auf die Bereiche Infrastruktur, Eisen und Stahl. Im Zuge der Bereinigung der Bankbilanzen könnten Privatunternehmen immer mehr Probleme haben, Kredite für Infrastrukturprojekte zu erhalten. Schätzungen des IWF zufolge könnte jede zusätzliche INR an öffentlichen Investitionen innerhalb von acht Quartalen private Investitionen in Höhe von 1,1–1,25 INR generieren. Vor dem Hintergrund der schleppenden privaten Investitionen und der Belastung der Banken durch notleidende Kredite könnte die Regierung versuchen, den Investitionszyklus durch eine Ausweitung der Infrastrukturausgaben in Schwung zu bringen.

Ein nationaler Investitions- und Infrastrukturfonds (NIIF) wurde bereits geschaffen und mit 200 Mrd. INR ausgestattet, wobei 49% des Kapitals durch die Regierung und der Rest durch strategische indische und internationale Partner aufgebracht werden sollen. Bei Eisenbahnprojekten sollen sogar ausländische Direktinvestitionen in Höhe von bis zu 100% erlaubt werden. In ihrem letzten Haushalt hatte die Regierung die Entwicklung eines steuerfreien Anleihenmarktes für Infrastrukturprojekte angekündigt, der ebenfalls die Finanzierung erleichtern dürfte.

In den kommenden Jahren erwarten wir einen kontinuierlichen Aufwärtstrend bei Infrastrukturinvestitionen, insbesondere in China. Auch wenn die Abkühlung der chinesischen Konjunktur die Ausgaben belasten könnte, besteht in China auch weiterhin ein riesiger Investitionsbedarf. Obwohl die Investitionen in die indische Infrastruktur kurzfristig ins Stocken geraten könnten, sehen wir hier auch weiterhin ein erhebliches Potenzial zur Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums. Derzeit werden unterschiedliche politische Maßnahmen umgesetzt, um den Investitionszyklus in Schwung zu bringen. Im Zuge dieser Maßnahmen erwarten wir einen Anstieg der Infrastrukturausgaben im nächsten Jahr, nachdem sich die Investitionen in den letzten Jahren schleppend entwickelt hatten.

Hedgefonds erleben Portfolio-Comeback

von Yves Guntern, Leiter Alternative Investments bei der Union Bancaire Privée.

Eine mittelmäßige Wertentwicklung, hohe Gebühren und mangelnde Transparenz: Hedgefonds werden des Öfteren von Kritikern negativ und vereinfacht dargestellt. Diese Ansicht steht jedoch in starkem Widerspruch zum erneut wachsenden Interesse an der Assetklasse, das nicht nur in den USA – wo die Nachfrage nach Hedgefonds in den letzten Jahren relativ hoch blieb – beobachtet wird, sondern seit kurzem auch in Europa und Asien. Allein Japan bildet die Ausnahme. Das erneute Interesse kam durch beträchtliche Kapitalzuflüsse in alternative Strategien auf. Denn heute werden im Rahmen von alternativen Strategien insgesamt mehr Gelder verwaltet als vor der Finanzkrise; in den vergangenen zwölf Monaten sind die Zuflüsse zudem stetig gestiegen.

Das derzeitige von großer Unsicherheit geprägte Finanzmarktumfeld ist der Grund, weshalb  Fondsgesellschaften zunehmend alternative Investments anbieten. Anleiheportfolios rentieren aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen nur sehr geringe oder negative Renditen. Einige Aktienmärkte bieten zwar attraktive Gewinnchancen, angesichts der ungewissen wirtschaftlichen, sozialen, demografischen und geopolitischen Lage ist deren Volatilität jedoch hoch, wodurch das Risiko in den Portfolios steigt. Zusätzlich stellt sich die Frage, ob bestimmte Marktgrundsätze noch gelten: Wie beispielsweise die Korrelation zwischen dem Anleihe- und Aktienmarkt oder die Korrelation zwischen dem Erdölpreis und Aktien, die seit längerer Zeit negativ ist. Heute ist es nicht mehr möglich, Risiken gegeneinander aufzuwiegen. Sie summieren sich vielmehr.

Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass sich Anleger auf eine Optimierung des Verhältnisses zwischen erwarteter Rendite und eingegangenem Risiko konzentrieren. Vor diesem Hintergrund ist eine Allokation in Hedgefonds durchaus sinnvoll. In der Vergangenheit haben Hedgefonds-Manager bewiesen, dass sie Renditen mit geringerer Volatilität erzielen können – und dies insbesondere dann, wenn die künftige Marktentwicklung wenig absehbar ist.

Die Frage für Investoren ist von daher nicht mehr, ob eine Allokation in alternative Strategien unumgänglich ist, sondern wie am besten in solche Strategien investiert werden kann. Mit Ausnahme von wenigen Anlegern in einem weniger regulierten Umfeld wie etwa Family Offices oder mit einem sehr langen Anlagehorizont wie Staatsfonds, präferieren die meisten Investoren in Europa und Asien regulierte, liquide und transparente Anlagevehikel. Daher wenden sie sich selbstverständlich Managern und Strategien zu, die den Status OGAW (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) haben. Diese Fonds bieten zahlreiche Vorteile: Erstens ist ihre Struktur von den europäischen Regulierungsbehörden festgelegt. Dies bedeutet, dass sie im Gegensatz zu nichtregulierten Fonds (Offshore-Fonds) unter bestimmten Bedingungen in der gesamten EU uneingeschränkt vertrieben werden dürfen. Zudem weisen sie einen bestimmten Grad an Diversifizierung auf; sie verringern das Kontrahentenrisiko und verhindern den übermäßigen Einsatz von Fremdkapital. Sie bieten von daher ein Niveau an Liquidität, das für Anleger viel günstiger ist.

Dazu kommen in der Regel niedrigere Verwaltungsgebühren als bei Offshore-Fonds, die zudem weiter sinken. Professionelle Investoren bedingen zudem eine Anpassung der Gebühren an die Risiko-Rendite-Profile der Fonds.

Es wird eine andauernde Debatte darüber geführt, ob bei der Rendite Abstriche gemacht werden müssen, um von den genannten Vorteilen zu profitieren. Derzeit sprechen die Zahlen dagegen. Folglich führt der Bedarf an Diversifizierung und Umschichtung von Anlagen innerhalb der Portfolios in Europa zu einer hohen Nachfrage nach alternativen Strategien. Hedgefonds-Manager, die sich einerseits an die Präferenzen der Anleger (z.B. durch eine Senkung der Gebühren) und andererseits an die regulatorischen Auflagen anpassen können, werden einen Großteil der Zuflüsse gewinnen. Es liegt somit an uns Branchenprofis, die besten dieser Portfoliomanager für unsere Kunden zu erkennen und auszuwählen.

The Fed’s Pregnant Pause: Could December bring the rate hike we’ve been waiting for?

by Thanos Bardas, Head of Interest Rates and Sovereigns at Neuberger Berman.

The Federal Reserve surprised no one by holding pat on rates today, but left the door open for future increases, noting in the FOMC’s statement that near-term risks to the economic outlook were “roughly balanced.” It indicated that the “case for an increase in the Federal Funds rate had strengthened but decided, for the time being, to wait for further evidence of continued progress toward its objectives.” The outcome is in line with market expectations, which prior to the meeting suggested that there was just a 15% chance of a rate increase.

Reading between the lines, the logic behind the dovish non-move is well understood:

U.S. economic growth has been running at a discouraging 1% clip for the last three quarters, far below the Fed’s initial expectations and in sharp contrast to the more than 2.5% rate seen in mid-2015, when the central bank first started jawboning about a potential increase. Indeed, although Chair Janet Yellen noted signs of improvement in growth from a slow first half, the Fed today reduced both its 2016 and long-term growth forecasts to 1.8% from 2.0% in June.

The unemployment rate, although low, hasn’t budged from around 5% since August 2015, suggesting that the Fed has been unsuccessful in reducing slack in the shadow labor force. Wages have picked up, but only modestly.

Moreover, inflation continues to undershoot the Fed’s 2% target while five-year, five-year forward1expectations are receding—from 2.5% during the Bernanke era to just 1.5% today. As expressed by the Phillips curve, it appears that the historical link between higher inflation and lower employment has been broken.

The hawks, of course, have seen things a little differently:

Not all the indicators look bad. Job creation has averaged 232,000 over the past three months, which is similar to 2015 levels of job creation, while the unemployment rate is close to the level of NAIRU2 for the U.S. economy.

Also, some key global risks that helped delay Fed action have receded, including Chinese growth prospects, currency volatility and weakness in emerging markets. Even Brexit fears have eased as U.K. data continues to surprise on the upside.

With less to worry about, there’s more concern about the danger of stimulus-related excess, whether in commercial real estate, corporate balance sheets, or aggressive share buybacks financed at low rates.

What’s Next?

Looking ahead, the Fed has its credibility to consider. Multiple board members have shifted back and forth across the dovish-hawkish spectrum as economic data has become more mixed, contributing to confusion over policy direction. And after “crying wolf” on Fed Funds multiple times, the FOMC is in danger of completely losing investors’ attention. With two more meetings in the works, the anticipation could increase market volatility between now and the end of the year.

Given the upcoming election, we don’t believe that a move on November 2 is likely. But a December 14 rate hike would put the market on notice and set up an expectation for increases at least every 12 months. That said, much depends on the data. Right now FOMC members anticipate one rate increase this year and two more in 2017. But their median expectation for the terminal Fed Funds rate continues to drift downward.If we continue to see tepid growth results, the Fed’s pregnant pause could grow longer and longer.

Please find the full comment at Neuberger Berman.

Erdrückender Einfluss der Politik auf die Kapitalmärkte – die US-Wahl ist dabei nur Nebensache

von Carsten Mumm, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Ende Juni verunsicherte der überraschende Ausgang des Brexit-Referendums die Börsen und sorgte für zwischenzeitlich erhebliche Turbulenzen. Die Verluste an den Aktienmärkten hielten jedoch nicht lange an. Innerhalb weniger Wochen war der Schaden behoben und der DAX erklomm neue Jahreshöchststände. Auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die unmittelbar nach der Abstimmung in negatives Terrain rutschte, hat wieder ein positives Vorzeichen aufzuweisen. „Politische Börsen haben kurze Beine“ lautet ein altes Sprichwort unter Börsianern.

Nun steht das nächste politische Großereignis kurz bevor: die Wahl des neuen US-Präsidenten. Sollte Donald Trump gewinnen, könnte es ein politisches Erdbeben geben. In dessen Folge könnten auch die Kapitalmärkte heftig in Mitleidenschaft gezogen werden, so die Meinung vieler. Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch dieses Ereignis, unabhängig von seinem Ausgang, die Börsen nur kurzfristig beeinflussen wird. Selbst Trump wird als Präsident nicht schalten und walten können, wie er es im Wahlkampf angekündigt hat. Fraglich ist, ob beide Kammern des Kongresses, Senat und Repräsentantenhaus, mehrheitlich auf der Seite des neuen Präsidenten stehen. Sollte dies nicht der Fall sein, sind gerade umstrittene Reformen und Gesetzesänderungen nur nach langwierigen Verhandlungen und in abgeschwächter Form durchsetzbar. Auch wird der Einfluss gewichtiger Interessengruppen – angefangen bei den mächtigen Finanzinstituten der Wall Street bis zu Gewerkschaften – mäßigend auf die geplanten Vorhaben wirken. Traut man den aktuellen Umfragen, besteht eine realistische Möglichkeit, dass Donald Trump Nachfolger von Barack Obama wird. Anders als beim Brexit-Votum wäre der Wahlausgang somit nicht völlig überraschend  ̶  noch ein Grund für eher moderate Auswirkungen auf die Börsen direkt nach der Wahl.

In Europa hingegen steht erneut eine Abstimmung vor der Tür, die viel eher das Potenzial hat, für Turbulenzen zu sorgen. Ende des Jahres findet in Italien eine Volksabstimmung über eine von Ministerpräsident Renzi angeschobene Verfassungsreform statt. Geplant ist eine Beschneidung der Befugnisse des Parlaments bzw. eine breitere Machtposition für die Regierung. Für den Fall einer Ablehnung hat Renzi seinen Rücktritt angekündigt, was potenziell sogar zu Neuwahlen führen könnte. In diesen könnten europakritische Parteien deutliche Stimmenzugewinne erhalten, die wiederum ein Referendum über einen möglichen Austritt Italiens anstreben könnten. Schon heute gibt es auch in Finnland ernstzunehmende Überlegungen, ob es dem Land ohne Euro nicht besser gehen würde.

Hinzu kommen weiter überbordende Haushaltsdefizite und Schuldensalden vieler Euro-Staaten, stockende Reformen, der wachsende Einfluss europakritischer Parteien und anstehende Wahlen in den wichtigen Teilnehmerstaaten Frankreich (Juni 2017) und Deutschland (Oktober 2017). Jedes Ereignis für sich betrachtet dürfte „eher kurze Beine“ haben. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich angesichts der Unruhe, in der sich sowohl die EU als auch der Euro-Währungsraum befinden, einige kleinere Ereignisse eine Kettenreaktion auslösen können.

Ein turbulenter Herbst an den Börsen ist somit nicht unwahrscheinlich. Gut möglich, dass dann erneut die politische Instanz mit den „längsten Beinen“ – die Geldpolitik – eingreifen muss. Die Notenbanken sind seit Jahren die wichtigsten Taktgeber an den internationalen Kapitalmärkten. Angesichts des schwächelnden globalen Wachstums, der nicht vorhandenen Inflationsgefahren und eben der anstehenden politischen Unwägbarkeiten, dürfte sich dies auch nicht zeitnah ändern. Vielleicht ist die Aussicht auf die kommenden Monate auch der Grund für die zurückhaltenden Äußerungen Mario Draghis nach der letzten EZB-Ratssitzung. Anders als erwartet, erfolgte keine konkrete Ankündigung einer Ausweitung und / oder Verlängerung des im März 2017 auslaufenden Wertpapierkaufprogramms. Es ist davon auszugehen, dass dieses Thema nur verschoben und nicht aufgehoben wurde. Unter taktischen Gesichtspunkten ist es jedoch sinnvoll, einen weiteren expansiven Schritt anzukündigen, wenn die Börsen eine Beruhigungspille benötigen. Das war im September noch nicht der Fall.

Was bedeutet das alles für die Kapitalanlage? Die Zinsen werden strukturell extrem niedrig bzw. negativ bleiben. Daher sollten bei einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont auch andere – nicht verzinsliche – Anlageklassen berücksichtigt werden. Wer sein Kapital langfristig real, also nach Inflation, erhalten möchte, kommt an Anlagen in Sachwerten, z.B. Aktien, nicht vorbei. Die Aktienmärkte werden jedoch weiterhin heftigen Schwankungen unterliegen, weshalb entsprechende Positionen im Depot mit einer Risikoabsicherung versehen und aktiv gemanagt werden sollten.

Short-Positionen in Pfund Sterling wieder auf dem Stand vor Ankündigung des EU-Referendums

Der Terminmarkt signalisiert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung noch in diesem Jahr zunimmt. Das belastet die Rohstoffpreise. Gold verzeichnete in der letzten Woche entsprechend leichte Abflüsse, die allerdings nur 1 % der diesjährigen Zuflüsse betrugen. Die in GBP-Short-ETPs investierten Gelder sind auf den tiefsten Stand seit Ankündigung des EU-Referendums gefallen. Industriemetalle verzeichneten in der letzten Woche anhaltende Abflüsse in Höhe von insgesamt 15 Mio. USD. Den vollständigen wöchentlichen Rohstoffüberblick von ETF Securities finden Sie links als PDF mit Grafiken.

Der Terminmarkt signalisiert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung noch in diesem Jahr zunimmt. Die Märkte preisen in dieser Woche zwar eine niedrigere Wahrscheinlichkeit ein, doch ist die implizite Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts im Dezember gestiegen. „Dies belastet Gold (A0LP78), das mit dem US-Dollar in der Regel invers korreliert ist, und entsprechend verzeichneten wir in der letzten Woche Abflüsse in Höhe von 43 Mio. USD. Zu Abflüssen kam es erst zum fünften Mal in diesem Jahr, außerdem stellen sie nur 1 % der diesjährigen Gesamtzuflüsse dar, was vermuten lässt, dass die für Gold negative Stimmung nach den leicht restriktiven Äußerungen der Fed keine allgemeine Panik unter den Anlegern auslöst“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. „Unserer Analyse zufolge entwickelt sich Gold im Vorfeld einer Zinsanhebung der Fed meist schlecht, erholt sich dann aber wieder“, so Herr Hein weiter. Inflationsgefahren, politische Instabilität, negative Zinsen und die mit Sorge betrachtete Volatilität, die Aktien und Anleihen nach einer Zinsanhebung gleichermaßen erfassen könnte, dürften Gold (A0N62G) wohl auf längere Sicht stützen.

In der Frage, in welche Richtung sich der US-Dollar entwickelt, sind die Anleger trotz der zunehmend wahrscheinlicheren Zinsanhebung nach wie vor geteilter Meinung. In Long-Positionen flossen 5 Mio. USD, in Short-Positionen 2 Mio. USD.

Die in GBP-Short-ETPs investierten Gelder befinden sich wieder auf dem Stand, auf dem sie im Februar vor Ankündigung des EU-Referendums waren. Andererseits verzeichneten Long-ETPs seit dem Brexit auch kaum Zuflüsse. „Anleger sehen zwar, dass das Pfund Sterling einen Boden erreicht hat, sind aber noch nicht so optmistisch, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt schon auf eine Erholung setzen“, meint Herr Hein.

Industriemetalle (A0SVX7) verzeichneten in der letzten Woche anhaltende Abflüsse in Höhe von insgesamt 15 Mio. USD. Kupfer traf es am härtesten, bei dem sich die anhaltenden Abflüsse in der letzten Woche auf 13 Mio. USD und im Monat auf 36 Mio. USD beliefen. Verantwortlich für die schlechte Stimmung waren neben den steigenden Lagerbeständen wohl die Befürchtungen, Chinas Wachstum könnte sich verlangsamen und sein Immobilienmarkt abkühlen. „Kupfer (A0KRJU), das hinter den übrigen Industriemetallen zurückgeblieben ist, besitzt unseres Erachtens Aufholpotenzial“, meint Herr Hein. Sein Angebotsdefizit geht nun ins siebte Jahr, und die Investitonskürzungen der Bergbauunternehmen werden die Versorgungssituation weiter verschärfen. Die negative Stimmung erscheint übertrieben, da der Metallbedarf unseres Erachtens weiter zunehmen wird.

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. Das wichtigste Ereignis dieser Woche ist die Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der Fed am Mittwoch Abend. Es wird allgemein erwartet, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt, doch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt in diesem Jahr nach der Veröffentlichung unerwartet starker Inflationszahlen gestiegen. Zuvor steht die Zinsankündigung der Bank of Japan an, wobei wir mit weiteren geldpolitischen Anreizen rechnen.

Wenn Leggings lukrativ werden - das Athleisure-Phänomen schwappt auf Europa über

Wer „Athleisure Wear“ im Jahr 2013 lediglich für einen kurzlebigen Hype hielt, wird drei Jahre nach seinem erstmaligen Aufkommen eines Besseren belehrt: Nachdem Athleisure sich bereits 2015 zum Modetrend des Jahres mauserte, deutet pünktlich zur Fashion Week in London und Mailand alles darauf hin, dass der Look auch in diesem Herbst der Liebling der Designer und Verbraucher sein wird. Scilla Huang Sun, Managerin des JB Luxury Brands Fund, kommentiert die Auswirkungen dieses Trends, der sich als regelrechter Dauerbrenner herausstellen könnte, auf die Modeindustrie.

Der Sammelbegriff „Athleisure“ umfasst sportlich angehauchte Alltagskleidung, die zugleich bequem und stylisch ist. „Während in den 80ern mithilfe von Schulterpolstern und Lackschuhen Erfolg und Wohlstand signalisiert wurden, hat sich inzwischen das Motto ,Dress to impress‘ weiterentwickelt: Geschmackvolle Farbzusammenstellungen, funktionale Stretch-Stoffe und gut durchdachte Schnitte ermöglichen aufstrebenden Modefans im All-in-One-Look den nahtlosen Gang vom Fitnessstudio direkt ins Boardmeeting und danach noch in die Saftbar“, sagt Scilla Huang Sun. Mit dem Athleisure-Phänomen sieht die Expertin einen entscheidenden Wandel für die Modeindustrie einhergehen: „Sport und gesunde Ernährung sind inzwischen längst nicht mehr nur ein Hobby, sondern ein Lebensstil.“

Das Wellness-Geschäft profitiert von dieser neuen Mentalität, und auch Modelabels haben erkannt, dass sie sich nicht länger auf ein Segment der Branche, wie etwa Businesskleidung, Abendgarderobe oder Sportswear, festlegen müssen. „Im Zeitalter der Digitalisierung wollen Verbraucher nicht länger in Schubladen gezwängt werden. Stattdessen ist der Look fürs Leben gefragt“, so die Expertin. „Dabei spricht der Athleisure-Trend bei Weitem nicht nur die Mittelklasse westlicher Länder an, sondern erfreut sich weltweit großer Beliebtheit.“ China findet bei ihr besondere Erwähnung: Die dortige Regierung plädiert für mehr sportliche Betätigung, um ernährungsbedingten Krankheiten entgegenzuwirken, die in der Volksrepublik verbreitet sind.

Zielgruppe Millennial-Generation

Besonders die zwischen 1980 und 1999 geborene Millennial-Generation scheint ihre Kaufkraft bereitwillig für Gesundheit und Wohlbefinden einzusetzen. Das Athleisure-Phänomen nimmt dabei gleichermaßen Einfluss auf die Strategien von Edelmarken als auch von Billigketten. Während Calvin Klein in den 80er- und 90er-Jahren mit Kampagnen mit Brooke Shields und Kate Moss für Aufsehen sorgte, begeistert das Unternehmen heute mit einer Kombination aus umfunktionierten Sport-Basics und den jungen Gesichtern von Justin Bieber und Kendall Jenner eine neue Käufergeneration. „Wenn es den Firmen gelingt, die Millennials zu erreichen, können sie deren Markentreue langfristig festigen. Während das Einkommen der jungen Käufer steigt, beginnen diese sich auch für das hochpreisige Angebot ihres Lieblingslabels zu interessieren“, schlussfolgert Scilla Huang Sun.

Auch preisgünstige Modeketten am anderen Ende des Spektrums schlagen Profit aus diesem Trend – allen voran H&M mit innovativen Designer-Kooperationen. Die Rechnung geht auf: Die Kunden stehen stundenlang Schlange, um limitierte Kollektionen zu ergattern, die von niemand geringerem als Isabel Marant und Karl Lagerfeld entworfen wurden. „Athleisure ist es offenbar gelungen, eine begehrte Brücke zwischen beiden Enden des Modespektrums zu schlagen“, so die Expertin.

Innovation ist gefragt

Huang Sun rät Anlegern jedoch, nicht blind in den Athleisure-Trend zu investieren. „Marktführer werden eher diejenigen Labels sein, die konstant einen Mehrwert durch bahnbrechende Innovationen bieten. Im Fitnessstudio schick auszusehen ist zwar schön und gut, in den Lifestyle zu investieren jedoch etwas völlig anderes“, so die Luxus-Expertin. Die Marken Nike und adidas hat die Managerin dabei besonders im Blick. Nike etwa wird durch die Erweiterung seines Angebotes auf Training-Apps, kostenlose Fitnesskurse in Sportgeschäften, Laufvereine und Spotify-Playlists in vielen Lebensbereichen der umworbenen Kundschaft präsenter. In den Kampagnen unter dem Hashtag #BetterForIt sollen ganz normale Frauen (anstatt Supermodels oder Spitzensportler) für die Marke werben und den Umsatz im Jahr 2017 um 40 Prozent (auf sieben Milliarden US-Dollar) steigern.

Das Konkurrenz-Unternehmen adidas investiert ebenfalls massiv in die weibliche Kundschaft. In Zusammenarbeit mit Stardesignerin Stella McCartney entwirft es figurumspielende Sportkleidung, die Lust aufs Trainieren macht, ohne dass Frau sich ihres Outfits schämen muss, wenn ihr in der Mittagspause ein Kollege im Sportstudio über den Weg läuft.

Fakten statt Publicity

Der Sportdress ist schnell gekauft. Die Aufwärtstendenz der Aktienkurse kontinuierlich zu halten, ist schon etwas schwieriger. „Deshalb sollten kluge Investoren auf der Hut bleiben und sich nicht vom Hype blenden lassen, sondern stattdessen weiterhin die harten Fakten analysieren. Was bei der Fashion Week 2016 auf dem Laufsteg getragen wird, eignet sich zwar durchaus als Schlagzeile für den Athleisure-Markt, doch nur durch ständige Innovationen und Investitionen in die Verbraucher wird aus einem Trend ein etablierter Umsatzträger“, schließt Scilla Huang Sun.

Über GAM  
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Unter den beiden Marken GAM und Julius Bär Fonds bietet sie aktive Anlagelösungen und -produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Fondsmanagement- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 1 000 Mitarbeitende in 11 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt. Die Aktien von GAM (Symbol „GAM”) mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert und Teil des Swiss Market Index Mid (SMIM). Die Gruppe verwaltet per 30. Juni 2016 Vermögen von CHF 113,5 Milliarden (USD 116,5 Milliarden).