China: Wie viel Wachstum wird das Land opfern?

Die schiere Größe Chinas und seine Produktion sind zu einem Klischee verkommen. Fast jedes vierte Industrieerzeugnis wird in China hergestellt. Die Politiker in China bewegen sich mit ihren Maßnahmen zum Schuldenabbau und zur Belebung der Wirtschaft auf einem schmalen Grat, so Patrick Zweifel, Chef-Ökonom von Pictet Asset ManagementDie große Frage lautet: Wie viel Wachstum wird das Land dabei opfern?

Abb. 1 T-Shirt-Produktion in China
Ein Beispiel für die Überkapazität des Landes

Quelle: Yi Wen (2015) The making of an economic superpower – Unlocking China’s secret of rapid industrialization, Working Paper, Federal Reserve Bank of St. Louis.

Was bedeutet der chinesische Politikmix für das Wachstum?

Die im vergangenen Monat auf dem 19. Nationalkongress von Staats- und Parteichef Xi Jinping vorgestellten politischen Maßnahmen, die der chinesischen Wirtschaft und Bevölkerung ein „besseres Leben“ bescheren sollen, lassen ein langsameres Wirtschaftswachstum erahnen, deuten aber insgesamt auf eine nachhaltigere Zukunft für China hin. 

Abb. 2 19. Parteikongress der Kommunistischen Partei Chinas: Politik und deren Auswirkungen

Quelle: Pictet Asset Management, November 2017

In Sachen Politik sind die beiden konjunkturbelebenden Initiativen vielleicht ambitioniert, reichen aber nicht aus, um die Auswirkungen der restriktiveren Maßnahmen zu kompensieren.

Details werden Ende Dezember auf der Zentralen Ökonomischen Arbeitskonferenz bekannt gegeben.

Könnte die hohe Verschuldung eine Krise auslösen?

Mit aktuell  250 % des BIP  ist die Schuldenlast Chinas zwar groß, aber unter Kontrolle.

Abb. 3. Gesamtverschuldung Schwellenländer nach Branchen und Märkten
Q1 2017, % BIP

Quelle: Pictet Asset Management, BIS, CEIC, Datastream, Daten aus Q1 2017 

Die größten Risiken sind die finanzielle Liberalisierung und die Öffnung der Kapitalbilanz – beides waren Auslöser der vergangenen Finanzkrisen in Schwellenländern. Es gibt jedoch auch abschwächende Faktoren, wie vor allem folgende:

  1. Die größten Gläubiger (Großbanken) und Schuldner (2/3 der Unternehmensverschuldung entfallen auf staatseigene Betriebe) befinden sich im Eigentum des Staats.
  2. China ist kaum im Ausland verschuldet, sondern im Wesentlichen im eigenen Land.

Was unternimmt China, um seine Verschuldung in den Griff zu bekommen?

Abb. 4 Chinesische Politik, kurz- und langfristige Zinssätze

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Daten vom 13.11.2017

Die straffere Geldpolitik hat dazu beigetragen, die mit der chinesischen Schuldenlast verbundenen Risiken zu verringern. Seite Ende letzten Jahres haben die Währungshüter des Landes einen stetigen Anstieg der Geldmarktsätze zugelassen. Infolgedessen sind die Zinssätze von ihren Tiefständen im Oktober 2016 gestiegen (Abb. 4).

Diese Straffung trägt zu einer Stabilisierung der Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung des RMB im Vorfeld des Zinsanhebungszyklus in den USA bei, da der Spread zwischen China und den USA in Schach gehalten wird.

Im weiteren Verlauf des EM Monitors erfahren Sie, mit welchen Wachstumsraten in den kommenden Jahren in China zu rechnen ist. Außerdem befasst sich unser aktueller EM Monitor mit den üblichen Grafiken und Datentrends, mit denen wir die Entwicklung am Schwellenländermarkt illustrieren.


Lesen Sie mehr über China und die Schwellenländer allgemein:

Über den Autor
Patrick Zweifel kam 1997 zu Pictet. Er ist als Chef-Ökonom von Pictet Asset Management tätig. Bevor er 2009 in diese Funktion wechselte, leitete er das Macro Research Team von Pictet Private Wealth Management. Dort war er insbesondere für Schwellenländer und Japan sowie die Entwicklung quantitativer Modelle für die wichtigsten Anlagekategorien, hauptsächlich Wechselkursmodelle, zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Forschungsassistent der Fachrichtung Ökonometrie und Geldmarkttheorie und beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten der Weltbank und der Europäischen Union. Patrick Zweifel hat einen Doktortitel im Fachgebiet Ökonometrie von der Universität Lausanne.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Ende der Anleihekäufe nur eine Frage der Zeit

Gottfried Steindl, RBI Wien, zu den Rentenmärkte der Eurozone.

Die vorläufige Schätzung der Einkaufsmanagerindizes (Eurozone, Deutschland, Frankreich) übertraf die allgemeinen Erwartungen deutlich. Die Einkaufsmanagerindizes im Industriebereich liegen inzwischen auf einem außerordentlich hohen Niveau. Beispielsweise weist die Umfrage für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone mit einem Indexstand von 60 Punkten den höchsten Wert seit dem Jahr 2000 aus. Die vorliegenden Ergebnisse lassen auf einen Anstieg der in den kommenden Tagen anstehenden PMI für Italien und Spanien schließen. Mindestens so positiv sollten die Sentiment Umfragen der EU-Kommission ausfallen. Wir rechnen mit einer neuerlichen Aufhellung der Stimmung im Industrie- und Dienstleistungsbereich sowie des Wirtschaftsvertrauens. Das Hauptinteresse sollte jedoch der vorläufigen Schätzung der Inflationsrate im Monat November gelten. Daten aus Spanien, Deutschland und auch Frankreich werden zunächst eine erste Indikation liefern, ehe das Resultat für die Eurozone veröffentlicht wird. Unseren Kalkulationen zufolge wird es ein knappes Rennen, ob sich die Vorjahresrate um 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte erhöht hat. Da energiepreisbedingt ein Anstieg der Teuerung um 0,1 Prozentpunkte wahrscheinlich ist, wird ausschlaggebend sein, ob der Preisauftrieb ohne Energie und Nahrungsmittel (Kernrate) zugelegt hat. Die Kernrate verbuchte im Oktober einen überraschenden Rücksetzer, welcher sich zum Teil durch den starken Preisrückgang in der Untergruppe Bildung erklärt. Dieser inflationsdämpfende Einflussfaktor wird sich aber nicht unmittelbar durch eine Gegenbewegung auflösen. Weiters sind Daten zur Geldmengenentwicklung und zum Arbeitsmarkt erwähnenswert. In den Niederlanden hat sich die Arbeitslosenquote im Oktober um 0,2 Prozentpunkte, in Irland um 0,1 Prozentpunkte reduziert. Da wir auch in Frankreich, Italien und Spanien einen Rückgang für möglich halten, setzen wir für die Eurozone einen geringeren Wert als zuvor an.

Das letzte Woche veröffentlichte Protokoll zur letzten EZB Zinssitzung enthielt eine kleine Überraschung. Die Reduktion der Anleihekäufe (ab Jänner 2018 EUR 30 Mrd. von aktuell EUR 60 Mrd.) soll nicht proportional über alle Programme erfolgen. Vielmehr sollen die Anleihekäufe von privaten Emittenten weniger stark zurückgefahren werden. Wir denken aber nicht, dass dies den Einfluss der Notenbank auf die Rendite von Staatsanleihen verändern wird. Die Käufe und das erworbene Volumen werden unserer Meinung nach ein anhaltend dämpfender Faktor bleiben. Ebenfalls von Interesse ist der Umstand, dass die Wortwahl bezüglich des weiteren Verlaufs der Anleihekäufe durchaus diskutiert wurde. Zwar stimmte die große Mehrheit für eine Kommunikation, die eine nochmalige Verlängerung offen lässt. Allerdings wurde klar, dass dieser easing bias bei einer verbesserten Wirtschaftseinschätzung zur Disposition steht. In Summe scheint es nur mehr eine Frage der Zeit bis die EZB klarstellt, dass im September 2018 die Anleihekäufe ihr Ende finden sollen. Wir denken, dass dies spätestens im Frühling 2018 erfolgt – Inflationsrate wird dann wohl deutlich anziehen.

Grünes Licht für Industriemetalle

Industriemetall-ETPs verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Sommer 2014. Bei Robotik-ETPs setzen sich die Rekordzuflüsse aufgrund der unerwartet guten Berichtssaison fort, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Gold- und Rohöl-ETPs kam es zu Abflüssen, da sich die Preise weiter erholen. Silber-ETPs profitierten von der Attraktivität der industriell genutzten Metalle.

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Sommer 2014. In der vergangenen Woche lagen sie mit einem wöchentlichen Rekordzufluss von 112,9 Mio. USD, dem höchsten seit August 2014, an der Spitze unserer Tabelle. Vor allem die Engagements in den Rohstoffkorb und in Kupfer wurden erhöht, und zwar um 77,3 Mio. USD beziehungsweise 34,5 Mio. USD. Was die Preisentwicklung anbelangt, so schnitt Nickel mit einem Plus von 4 Prozent am besten ab, gefolgt von Kupfer, das 3,3 Prozent zulegte, da die jeweiligen internationalen Studiengruppen gemeldet hatten, dass das Angebotsdefizit der beiden Metalle höher als im letzten Jahr ausfallen werde. Daneben zeigten die Anleger eine Reaktion auf den Klimawandel. Der jüngste Bericht des Global Carbon Project sagt für dieses Jahr einen Anstieg der Kohlendioxidemissionen um 2 Prozent voraus, was die Einhaltung des globalen Zielwerts von 1,5 °C unwahrscheinlich werden lässt. „Wir halten zusätzliche Investitionen in grüne Projekte, erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge für sehr wahrscheinlich. Dadurch könnte ein langfristiger Trend einsetzen, der Kupfer, Nickel und anderen Basismetallen zugutekommt“, meint Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Bei Robotik-ETPs (A12GJD) setzen sich die Zuflüsse aufgrund der unerwartet guten Berichtssaison fort. In der vergangenen Woche kam es hier zu Zuflüssen in Höhe von 49 Mio. USD, sodass das verwaltete Fondsvermögen die Marke von 1 Mrd. USD überschritt. 92 Prozent der Unternehmen des Robotikindex gewährten bis letzte Woche Einblick in ihre Bücher, und 62 Prozent von ihnen übertrafen die Erwartungen. Die Gewinne selbst lagen 12 Prozent über den Prognosen. „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Robotikindex liegt derzeit mit 29,8 über dem historischen Durchschnitt. Damit ist er aber immer noch günstiger als der MSCI World IT“, sagt Hein.

Gold- (A0LP78) und Rohöl-ETPs (A1N49P) verzeichneten aufgrund von Gewinnmitnahmen Abflüsse, da die Preise entgegen den Markterwartungen weiter steigen. Da die Rohölpreise neue Hochs erreichten, kam es bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) zu Rekordabflüssen, und zwar in Höhe von 21 Mio. USD. Aus Gold-ETPs (A0N62G) flossen 31 Mio. USD ab, da sich der Goldpreis trotz des möglichen Abwärtsdrucks im Vorfeld der Fed-Zinsanhebung im Dezember wieder der Marke von 1.300 USD/oz. näherte. Obwohl die US-Rohölförderung nun ihr Hoch von 2015 hinter sich gelassen hat, erholte sich Rohöl der Sorte WTI in der vergangenen Woche um 4,2 Prozent – möglicherweise aufgrund des unerwartet hohen Rückgangs der US-Lagerbestände. Die Sorte Brent stieg um 1,8 Prozent, sodass der Preisunterschied zu WTI auf 4,9 USD/Barrel schrumpfte. Brent blieb zurück, da die saudi-arabischen Exporte im November gegenüber September und den Oktober-Schätzungen trotz der um 560.000 Barrel pro Tag gekürzten Kontingente zunahmen. „Long-WTI-ETPs verzeichneten Abflüsse in Höhe von 14,5 Mio. USD, während aus Long-Brent-ETPs 5,9 Mio. USD abgezogen wurden“, so Hein.

Silber-ETPs (A0N62F) profitierten von der Attraktivität der Industriemetalle und verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit September. „Rund 8 Prozent des Silberbedarfs entfallen auf die Herstellung photovoltaischer Zellen. Da sich die Welt im Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft befindet, wird dieser Anteil in den nächsten zehn Jahren wohl zunehmen. Silber dürfte deshalb wie einige andere Basismetalle von einer Nachfragesteigerung profitieren. In der letzten Woche flossen trotz geringer Kursbewegungen 8,6 Mio. USD in Silber-ETPs“, schließt Hein.

UK small and mid caps: in search of growth

For equity investors seeking exciting growth companies the UK market offers some compelling opportunities, shows Simon Keane, Investment Writer at Schroders.

Investors in UK-quoted companies have two key markets from which to choose: the main market of the London Stock Exchange with its well-established FTSE indices and 319-year pedigree1, and relative newcomer the Alternative Investment Market (AIM). For active managers focused on growth the pair offers a diverse range of opportunities.

The size of the largest companies on the main market can sometimes draw attention away from the rich seam of small and mid caps which sit below them. Meanwhile, AIM’s characterisation as the ‘junior’ of the two tends to overlook its constituency of mature growth businesses, which are increasingly competing on a global stage.

Benefits of a diversified approach

Small and mid-cap (smid) companies can be volatile, which makes them an area well-suited to collective vehicles such as unit trusts and investment trusts. Diversification helps offset stock-specific risks, while well-resourced and experienced investment teams are well-positioned to identify good early-stage growth companies, before they move on to the radar of the wider market. Small caps remain an area where passive solutions have struggled to gain traction.

AIM was established in 1995 with the objective of helping growing companies access equity capital from the public market. Once its young companies adjust to the glare of public ownership it is often assumed the best will graduate to the main market (which many have done, to great effect), gain a place in the mainstream FTSE indices and enjoy access to a much larger base of investors. However, growth companies have been increasingly able to develop on AIM as the secondary market for further fundraisings has proved resilient.

A significant number of successful UK smid caps in the past decade have heralded from the healthcare and technology sectors. Companies with internet-based models have done very well, including disruptors like the specialist residential property advertising groups and niche online retailers. Others have been at the vanguard of entirely new industries made possible by the web and rising connectivity.

Tried-and-tested models have had their own degree of success, such as the ‘roll-up’ strategies2 which have realised material shareholder value by consolidating fragmented sectors to unlock advantages of scale.

Focus on stockpicking

Both the main market and AIM can point to compelling success stories. These include FTSE 100 global accounting and payroll software specialist Sage Group, which joined the main market in 1989 with a modest market valuation of £20 million3 (currently valued at £8.4 billion3) or online fashion retailer ASOS, valued at around £12 million at its IPO on AIM in 20015 and which is now capitalised at £4.9 billion (see footnote No. 4).

The success of AIM in the past decade at fostering smid caps (both from the UK and overseas) is testing the theory it can’t act as both the launch pad and developer of growth companies – a number of its biggest constituents would not look out of place in the FTSE 250 index, based on their market values.

The market’s reputation with investors has improved greatly from the early days, as has its performance track record (see charts below), albeit the journey has remained volatile – note the pronounced peak and trough in 2014. The regulatory framework for companies is less prescriptive and costly than that of the main market, so AIM does potentially entail greater risks for investors and it remains one very much for the stockpicker.

Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested. Investments in smaller companies can be less liquid than investments in larger companies.

Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested. Investments in smaller companies can be less liquid than investments in larger companies.

Maximising the upside, managing the downside

Experienced smid cap fund managers will often run with their winners, avoiding the temptation to take profits early when the shares in a good business initially perform very well. Those early into companies such as ASOS or Sage Group could have made many times their original investments by following such a strategy.

Conversely, at a time of growing concern around the longevity of the current bull market, active managers are well-placed to manage the risks.

Andy Brough, veteran UK small and mid cap fund manager, says:

“The UK smid cap sector is highly dynamic and packed full of companies taking advantage of new technologies and the internet to drive growth and generate exceptional shareholder value.

“Many of these are following in the footsteps of established success stories, including the online fashion retailers such as ASOS, by using the internet to unlock overseas growth opportunities.

“Others look well-positioned to harness the web to disrupt and take share from market incumbents. Many have patiently stuck with sensible long-term growth plans and invested in the required infrastructure to scale up and take advantage of opportunities as and when they arise, such as those currently seen in the UK budget airline and packaged holiday sectors, for instance.

“In a fast-evolving world, smid cap companies are generally better able to capitalise on the opportunities as they tend to be more dynamic, and have a small base from which to achieve growth. There are always new and exciting smaller businesses coming through which makes investing in this area a particularly compelling proposition.

“In our opinion, long-term investors seeking capital growth should consider having part of their assets in the UK smid-cap sector. The sector’s dynamism is perhaps best underlined by the ever-changing constituent list of the FTSE 250, which, internally, we’ve come to refer as the “Heineken index” given its potential to refresh your portfolio in a way that large caps can’t.

“Across the UK smid cap market there are hundreds of companies from which to choose and active managers have a key role to play. It’s an area where passive solutions have struggled to gain traction, and one which remains very much suited to the experienced and well-resourced stockpicker.”


Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested. Investments in smaller companies can be less liquid than investments in larger companies.

This article has first been published on schroders.com.

Sources:
1) See page 7 of www.LSEG.com/sites/default/files/content/documents/LSEG_GUIDE_TO_LISTING_WEB2_0.PDF
2) Roll-up strategies consolidate highly fragmented markets where the current competitors are too small to achieve scale economies.
3) www.sage.co.uk/about-sage/how-we-started#
4) Source: Thomson Reuters Datastream, as at 21/11/17
5) https://www.investegate.co.uk/asseenonscreen-hldgs/rns/admission-to-aim/200110030919240473L/

Emerging Markets sind längst kein Rohstoff-Thema mehr

Der weltweite Konjunkturmotor „brummt“ ordentlich. Und auch in den Ländern an der Schwelle zu den Industrieländern ist das angesprungene Wachstum spürbar. Selbst in „Problemstaaten“ wie Brasilien oder Russland geht es, u.a. aufgrund des gestiegenen Ölpreises, wieder aufwärts.

Gabriela Tinti, Fondsmanagerin des ESPA STOCK GLOBAL EMERGING MARKETS, beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was sagen die Wachstumsprognosen über die Schwellenländer aus?

Bis 2021 wird in den entwickelten Märkten mit einem jährlichen Wachstum von über 2 Prozent im Schnitt gerechnet. Das Wachstum der Schwellenländer könnte mindestens doppelt so stark ausfallen und an der 5 Prozent Marke „kratzen“. Besonders die größte Region Asien gibt den Ton an.

Was sind die Gründe für das erfreuliche Wachstum?

Noch mehr zählt, dass alle 24 Schwellenländer positive Raten aufweisen und die Prognosen laufend vom IWF weiter erhöht werden. Die Konjunktur in den Schwellenländern ist getrieben von der Erholung der Rohstoffpreise aber auch von anziehenden Exportzahlen und steigendem Konsum. Sinkende Inflationszahlen und stabile Währungskurse zum USD unterstützen zusätzlich. Allen voran China scheint mit einem Exportplus von 20 Prozent wieder auf Schiene zu sein. Hinter dem Wachstum steht ein Megatrend, der alle Schwellenländer erfasst hat: der Wachstum des Wohlstands und die Heranbildung einer konsumbereiten Mittelschicht, die sich vorwiegend in den Mega-Städten niederlässt. In Asien hat sich ein riesiger Investitionsbedarf aufgestaut. Die Kaufkraft in Asien lässt E-Commerce boomen.

Wie sieht es bei Innovation in Asiens Wirtschaft aus?

Die Region setzt stark auf Innovation und Technologie-Entwicklung. Fand vor einigen Jahren noch ein Knowhow-Transfer in Richtung Schwellenländer statt. So ist China mit seinen 1.400 Forschungszentren der 2. größte Technologieführer weltweit. Die Initiative „Made in China 2025“ soll 10 ausgewählte Sparten wie zum Beispiel Elektromobilität zur globalen Marktführerschaft pushen. Unternehmen wie Samsung oder Alibaba haben sich diesen Leaderstatus bereits erfolgreich erkämpft.

Was kann die neue Seidenstraße bewirken?

Besondere Bedeutung kommt dabei der Idee Chinas zu, zwischen dem Reich der Mitte und Europa eine neue Seidenstraße zu errichten. Diese Idee hatte Chinas Präsident Xi Jinping im Jahr 2013 auf das Tapet gebracht: Über insgesamt sechs Wirtschaftskorridore sollen China, Zentralasien und Europa auf dem Landweg verbinden (Quelle: CorporAid, Ausgabe 72/2017). Neben dem Landweg soll auch eine Seeroute über Sri Lanka und Indonesien an der afrikanischen Ostküste und weiter über den Suezkanal bis ins Mittelmeer etabliert werden.

Kann die Infrastruktur dem Wachstum „standhalten“?

Die ehrgeizigen Pläne erfordern Milliarden-Investitionen in allen Bereichen der Infrastruktur. Allein Chinas Metropolen verzeichnen jährlich einen Zuzug von ca. 13 Millionen Menschen aus ländlichen Gegenden. Im öffentlichen Fernverkehr in Asien wird in den letzten Jahren massiv in den Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen investiert. Die schnell wachsenden Metropolen sollen durch kürzere Reisezeiten besser miteinander verbunden werden. China verfügt inzwischen mit unglaublichen 22.000 Kilometern über das weltweit größte Netzwerk. Großer Fokus liegt in Zukunft vermehrt auf Umweltschutz. Präsident Xi Jinping hat dieses Thema zur Top-Priorität erklärt.

Wie haben sich die Schwellenländer-Börsen entwickelt?

An den Börsen der Schwellenländer wurden die wirtschaftliche Erholung und die Aussichten auf eine Fortschreibung des Wachstums positiv aufgenommen. Seit Jahresbeginn haben Aktien der Schwellenländer im Schnitt bereits um über 30 Prozent an Wert gewonnen (bezogen auf den MSCI Emerging Markets +33,65 Prozent auf US-Dollar Basis, Stand 23.11.2017). Doch im 5-Jahres-Vergleich liegen sie gegenüber globalen Aktien deutlich zurück. Die Bewertung der Aktien liegt gut 25 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, woraus sich ein „gesundes“ Wachstumspotenzial für die nächsten Jahre ergibt.

Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Welche Gefahren lauern für Investoren?

Die Börsen der Schwellenländer sind keine Einbahnstraße. Ein Verfall der Rohstoffpreise, besonders des Ölpreises, sowie ein starker US-Dollar können sich negativ auswirken. Ebenso muss man als Investor auch das politische Risiko im Auge behalten. Ereignisse wie der Putschversuch in der Türkei oder die Abwahl der brasilianischen Präsidentin Rousseff. Diktator Kim in Nordkorea oder der politische Korruptionsskandal rund um die koreanische Präsidentin Park waren nicht gerade vertrauensbildend. Dennoch spricht das enorme Wachstumspotenzial langfristig für die gesamte Region, in der rund drei Viertel der Weltbevölkerung leben.

Die Wachstumsregionen in einem Fonds

Der ESPA STOCK GLOBAL EMERGING MARKETS bietet die Möglichkeit, breit gestreut über Länder, Regionen und Branchen in Aktienmärkte der Schwellenländer zu investieren. Das Fondsmanagement wählt für die Veranlagung qualitativ hochwertige Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstum und attraktiver Bewertung aus.

Im Rahmen dieses aktiven Investmentansatzes werden die Gewichtungen der Regionen Asien, Afrika bzw. Naher Osten und Lateinamerika sowie die Auswahl von Unternehmen und Sektoren gesteuert.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Mehr Infos über den ESPA STOCK GLOBAL EMERGING MARKETS

Brasilien ebnet Weg für private Infrastrukturinvestments

Alles ist groß in Brasilien, das Land, die Bevölkerung, die Städte und so auch das Bedürfnis nach einer effektiven und gut ausgebauten Infrastruktur. Aktuelle politische Maßnahmen zur Öffnung des Infrastruktursektors für Investitionen aus privater Hand sowie die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung begünstigen das Wachstum des Sektors.

„Brasiliens Politik hat sich die Erneuerung und den Ausbau der Infrastruktur des Landes auf die Agenda gesetzt“, sagt Andrew Greenup, Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „So sehen wir derzeit trotz politischer, rechtlicher und regulatorischer Herausforderungen im Infrastruktursektor eine Zunahme an Programmen, die private Infrastrukturinvestments vereinfachen sollen. Die Regierung treibt dieses Vorhaben hauptsächlich durch einen bereits etablierten Konzessionsvergabeprozess sowie umfassende Anlageverkäufe an private Kapitalgeber voran. Das bietet nationalen und internationalen Investoren eine große Vielfalt an Investmentmöglichkeiten in Brasilien, beispielsweise in Mautstrecken, Flughäfen oder im Güterverkehr. Wir gehen derzeit davon aus, dass bis spätestens 2018 die Konzessionen für sechs weitere Mautstraßen durch die Regierung an Privatunternehmen versteigert werden. Zusätzlich erwarten wir, dass finanziell in Bedrängnis stehende Straßenbauunternehmen innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre ihre Assets teilweise veräußern. Auch der Luftverkehr in Brasilien befindet sich im Moment im Umbruch. Waren 2012 noch alle Flughäfen in Regierungsbesitz, so sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits 51 Prozent der Anteile an neun Flughäfen in privater Hand. Der Einstieg privater Investoren verspricht aus unserer Sicht eine Verbesserung der Produktivität sowie anhaltendes strukturelles Wachstum. Infrastrukturinvestments stellen einen Teil der Lösung sozialer, politischer und ökonomischer Herausforderungen Brasiliens dar. Die aktuellen positiven Rahmenbedingungen untermauern das zukünftige Potential dieses Sektors. Bei allen Wachstumsaussichten sollten jedoch einige Risiken nicht außer Acht gelassen werden: eine skandalbehaftete Regierung in den letzten Zügen ihrer Amtsperiode, Neuwahlen in 2018, ein von Unsicherheit geprägtes Vergabesystem der Konzessionen, sowie ein eher träges Rechtssystem, das zur Verzögerung nötiger Reformen führen kann.“

Wende in China

von Maarten-Jan Bakkum, Senior Stratege Emerging Markets bei NN Investment Partners.

Die Entscheidungsträger in China haben die Kontrolle wiedererlangt, die ihnen 2015 zu entgleiten schien. Damals führte die Kombination aus rückläufigem Wachstum und einem rapide steigenden Schuldenstand zu einer alarmierenden Kapitalflucht. In den letzten Monaten des Jahres 2015 verschärfte China dann seine Kapitalkontrollen und startete ein ehrgeiziges Reformprogramm für Staatsunternehmen. Dadurch wurde es schwieriger für Unternehmen und Einzelpersonen, Kapital ins Ausland zu verlagern, während gleichzeitig aber auch die Ursachen der Kapitalflucht ernsthaft angegangen wurden. Bereits nach wenigen Quartalen zeichnete sich eine Verbesserung der Stimmungslage ab. Insbesondere zahlten sich Chinas Bemühungen um einen Abbau der Überkapazitäten und der rapiden Verschuldung seiner defizitären Staatsunternehmen aus. So verbesserte sich die Profitabilität des staatlichen Sektors und damit der Umfang der Neuverschuldung. Die Kapitalabflüsse gingen deutlich zurück, der Druck auf die Währung flaute ab und die Zuversicht erholte sich.

Zugleich sorgten die Entspannung am Immobilienmarkt und das kräftige Weltwirtschaftswachstum dafür, dass sich die Wachstumsdynamik in China nicht zu sehr verlangsamt hat. Die Angst am Markt, Chinas Wachstumsrate könne binnen weniger Jahre von 7 auf 4 Prozent fallen, erwies sich als unbegründet. Ökonomen und Investoren sind mittlerweile überwiegend davon überzeugt, dass China auch in den kommenden Jahren ein Wachstum von über 6 Prozent erreichen wird. Der Konsum über E-Commerce-Kanäle hat sich zum wichtigsten Wachstumstreiber entwickelt. Faktoren wie das anhaltend starke Wachstum der verfügbaren Einkommen, die zunehmende Urbanisierung und die abnehmenden Einkommensunterschiede seit der Krise 2008 haben dazu geführt, dass der Anteil des Konsums an der Wirtschaftsleistung gegenüber der Investitionstätigkeit steigt. Dieser Anteil liegt mittlerweile bei über 50 Prozent. Damit ist der Konsum der wichtigste Antriebsfaktor für die Investitionstätigkeit - eine Rolle, die in früheren Jahrzehnten dem Exportsektor zukam. Die chinesische Regierung tut alles, um das Konsumwachstum weiter anzukurbeln, vor allem über E-Commerce. So wurde die Regulierung gelockert und Investitionen in die Infrastruktur vorgenommen, um vor allem den Warentransport zwischen und in den Städten zu verbessern.

Im Ergebnis hat sich Chinas Konsumwachstum zu einem der spannendsten Investmentthemen entwickelt. Das zeigt sich insbesondere an der überragenden Wertentwicklung der bekannten Internet- und E-Commerce-Aktien. Die Wachstumsaussichten dieses Sektors sind zweifelsohne positiv und möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist. Auch für die übrigen Schwellenländer ist dieser Trend äußerst relevant. In der Vergangenheit profitierten die Rohstofferzeugerländer vom Bauboom in China, jetzt sind es vor allem Elektronik- und Verbrauchsgüterhersteller in Asien, die Chinas Konsumboom für sich nutzen können.

Auf der Suche nach einem Unterschlupf bei Anleihe

Weil das weltweite Wachstum auf festeren Füßen steht, bewegen sich mehrere große Zentralbanken in Richtung einer Straffung ihrer Geldpolitik. Die Auswirkungen einer möglichen zeitlich abgestimmten Anhebung der Zinsen durch die Zentralbanken ist den Anleihenmärkten noch immer relativ wenig bekannt. Das wirft die Frage auf, ob im Halten von Anleihen aktuell irgendein Wert besteht. „Ein synchronisierter Schritt der Zinsanhebung unter den Zentralbanken dürfte bei den Staatsanleihen der Industrienationen für hohe Volatilität sorgen“, ist Quentin Fitzsimmons, Portfoliomanager und Mitglied des Global Fixed Income Investment Teams, überzeugt. „Durch dieses Umfeld zu navigieren, verlangt nach einem smarten Ansatz.“

Das Blatt wendet sich

Nach Jahren einer übermäßig entgegenkommenden Geldpolitik scheint sich das Blatt zu wenden. Die Federal Reserve steht kurz davor, die sich in ihrem Besitz befindenden 4,5 Billionen Dollar schweren Anleihen ab Oktober abzubauen. Im Dezember dürfte sie für die dritte von ihr verabschiedete Zinserhöhung dieses Jahres sorgen. Unter den anderen großen Zentralbanken hat die Bank of Canada die Zinsen bereits zweimal seit Juli erhöht, und auch die Bank of England bewegt sich erstmals seit einem Jahrzehnt langsam in Richtung einer Erhöhung der Zinsen, um den Inflationsdruck abzukühlen. Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass die europäische Zentralbank in Kürze ein Tapering ihres Anleihenkaufprogramms bestätigen wird, das im kommenden Jahr beginnen dürfte.

„Bei der Portfoliokonstruktion wird wahrscheinlich die genaue Positionierung auf der Zinskurve in den Mittelpunkt rücken“, sagt Quentin Fitzsimmons. „US-Anleihen mit langen Laufzeiten werden trotz des zunehmenden Drucks am kurzen Ende der Zinskurve stabil bleiben.“ Während die Fed auf ihrem letzten Meeting für Klarheit über ihren Zinserhöhungszyklus gesorgt habe, habe sie ebenfalls ihren Ausblick auf die Terminal Rate – die Rate, bei der die Wirtschaft weder expandiert noch abflaut – von 3 Prozent auf 2,75 Prozent gesenkt.

Reduziert Japan seine Anleihekäufe?

Das Gegenteil könnte dem Experten zufolge auf Japan zutreffen, wo darüber spekuliert wird, dass die Bank of Japan ihre Käufe von Anleihen mit längeren Laufzeiten reduzieren könnte. Das könnte in einer steileren Kurve resultieren. In anderen Märkten dürften auch technische Faktoren, wie die Nachfrage heimischer Investoren, eine Rolle spielen. „Während Ende und Bauch der Zinskurve Großbritanniens im aktuellen Umfeld verletzlich ausschauen, gibt es für 50-jährige britische Staatsanleihen Unterstützung durch technische Faktoren“, sagt Fitzsimmons und fügt an, dass die mögliche Nachfrage nach diesem Teil der Zinskurve den Zahlungsverpflichtungen von britischen Versicherungs- und Rentenanstalt nachkommen müsse.

Neben der Positionierung auf der Zinskurve bestehe ein weiterer Weg, um durch das gegenwärtige Umfeld zu navigieren, in der Auswahl von Ländern, die weniger anfällig für ein Umfeld der Zinserhöhung sind. In dieser Hinsicht rage Australien heraus. Denn obwohl dessen heimischer Anleihenmarkt nach Ansicht von Quentin Fitzsimmons wahrscheinlich eine Reaktion auf einen Abverkauf von US-Staatspapieren zeigen dürfte, sollte er schnell dazu zurückkehren, von den heimischen Fundamentaldaten getrieben zu werden, wenn sich der Markt beruhigt. „Die in der Warteschleife stehende Reserve Bank of Australia wird die heimische Zinskurve gleich belassen“, meint der Portfoliomanager.

Israel als Refugium für Zinsvolatilität?

Auch Israel sei Fitzsimmons zufolge ein mögliches Refugium für Zinsvolatilität. Weil es weniger Signale für eine Inflation der dortigen Wirtschaft gebe, dürfte die Israelische Zentralbank in absehbarer Zeit unverändert bleiben. Dennoch sieht es auch hier danach aus, als würde die Zinskurve hier einen ähnlichen Verlauf nehmen, wie er von den Vereinigten Staaten verfolgt wird. 

„Hieraus ergibt sich, dass die implizierte Steilheit der Zinskurve im gegenwärtigen Klima eine verlockende Gelegenheit schafft“, erklärt Fitzsimmons. Ein anderer Markt, der das Potenzial hat, weniger mit den Hauptmärkten zu korrellieren, ist dem Experten zufolge Malaysia. „Die starke Investorenbasis in Malaysia sollte dabei helfen, die steigenden Gewinne nach oben zu begrenzen“, so Fitzsimmons. Er fügt hinzu, dass die Zinsvolatilität bei malaysischen Staatsanleihen im Allgemeinen niedriger sei.

Niedrig rentierende Märkte werden attraktiver

Nichtsdestotrotz: Sollten Länder mit niedrigen Zinsen einfach abgetan werden? Nach Meinung des Portfoliomanagers kann das Investieren in niedrig rentierende Märkten, in denen die Finanzierung günstig ist, trotz der Geldpolitik der dortigen Zentralbanken einen vergleichsweise attraktiven relativen Wert auf einer währungsbesicherten Basis bieten. „Schweden ist das perfekte Beispiel für ein Land, in dem wir weiterhin Werte finden, auch wenn Anleihen sehr hoch gehandelt werden“, so Fitzsimmons. „Der positive Effekt, der sich aus der Währungssicherung ergibt, macht dies für US-Dollar-, Sterling- und Euro-Investoren attraktiv“, fügt er hinzu.

Weil die Zentralbanken versuchen, über den kniffligen Pfad einer wohl überlegten geldpolitischen Straffung zu schreiten, verlagert sich das Umfeld insgesamt weg von einer reinen Betrachtung der Laufzeit hin zu einer relativen Positionierung von Ländern sowie einer Zinskurven-Positionierung. Das Suchen nach einem Unterschlupf bei festverzinslichen Wertpapieren fühlt sich gegenwärtig sehr wie eine aktive Position an.

Über T. Rowe Price
T. Rowe Price ist eine globale Investmentgesellschaft mit EUR 823,7 Milliarden Euro Assets under Management (Stand: 31. Oktober 2017). Das 1937 von Thomas Rowe Price jr. gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Baltimore (USA) und ist mit eigenen Büros in den USA und Kanada, EMEA und Asien präsent. Diversifizierung, Stiltreue und ein fundiertes Research zeichnet den disziplinierten und risikokontrollierten Investmentansatz von T. Rowe Price aus. Kunden aus Deutschland bietet T. Rowe Price insbesondere Aktien- und Fixed-Income-Lösungen. Für weitere Informationen besuchen Sie www.troweprice.com

In Sachen Inflation keine neue Zeitrechnung angebrochen

Jörg Angelé, RBI Wien, zum US-Rentenmarkt.

Nächste Woche wird datenseitig der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe für November im Mittelpunkt des Interesses stehen. Ausnahmsweise wird nämlich der Arbeitsmarktbericht nicht veröffentlicht, obwohl es sich um den ersten Freitag des Monats handelt. Die Daten kommen erst am 8. Dezember. Trotz der deutlichen Eintrübung der beiden bereits vorliegenden regionalen Stimmungsumfragen im Verarbeitenden Gewerbe (Empire State Index, Philly Fed Index) rechnen wir für den ISM Index mit einem in etwa unveränderten Niveau. Positiv wirkt der seit Oktober deutlich gestiegene Ölpreis. Zudem setzen wir bei weiteren regionalen Stimmungsindikatoren (Richmond Fed Index, Chicago PMI) auf eine Verbesserung im November. Bleibt diese allerdings aus, muss für den ISM Index wohl ein Minus angesetzt werden.

Die persönlichen Konsumausgaben dürften im November erneut gestiegen sein. Das Plus dürfte mit 0,2 % p.m. aber deutlich kleiner ausfallen als der durch die Nachwirkungen der Wirbelstürme nach oben verzerrte Zuwachs im Oktober. Die Vorjahresrate des Preisindex des Deflators des privaten Konsums dürfte unverändert bei 1,6 % gelegen haben. Die Kernrate dürfte dagegen minimal auf 1,4 % p.a. zugelegt haben.

Für die zweite Schätzung zur Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal rechnen wir mit einer leichten Aufwärtsrevision auf annualisiert 3,2 % p.q.
Das vom Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen dürfte ähnlich wie das Pendant der Universität von Michigan im November deutlich nachgegeben haben. Unser Modell deutet sogar auf ein noch niedrigeres Niveau hin als unsere Schätzung von 121,9 Punkten.

Die Rendite amerikanischer Staatsanleihen kam in der abgelaufenen Woche leicht unter Druck. Auslöser war das Protokoll der letzten FOMC-Zinssitzung vom 1. November. Gemäß Protokoll haben die Mitglieder des FOMC intensiv darüber diskutiert, ob der ausbleibende Inflationsdruck tatsächlich auf Sonder- und Einmaleffekte zurückgeht oder ob es nicht doch strukturelle Gründe gibt. Bei einigen Währungshütern scheinen die Zweifel zu wachsen, ob die Inflationsrate in absehbarer Zeit tatsächlich wieder zum Notenbankziel von 2 % p.a. zurückkehrt. Wäre dies so, hätte es erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Leitzinspfad. Über die als sicher geltende Zinsanhebung im Dezember hinaus erwartete die Mehrheit der FOMC-Mitglieder zuletzt jeweils drei weitere Zinsanhebungen 2018 und 2019. Steigt die Inflationsrate tatsächlich nicht an, sondern bleibt auf dem aktuellen Niveau, wären wohl deutlich weniger Zinsschritte angezeigt. Dies hätte vor allem mit Blick auf das lange Ende am Staatsanleihenmarkt Auswirkungen. Wir sind aber explizit nicht der Meinung, dass in Sachen Inflation eine neue Zeitrechnung angebrochen ist. Zwar wird die Inflationsrate strukturell bedingt nicht mehr auf Werte von 4 % p.a. oder 5 % p.a. klettern. Allerdings gibt es sehr gute Gründe anzunehmen, dass es wegen der hohen und weiter steigenden Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten, des Auslaufens preisdämpfender Effekte bei Öl und Wechselkurs sowie des Wegfalls starker Basiseffekte im Frühling 2018 zu einem Anstieg der Inflationsrate auf über 2 % p.a. kommt. Je nach Ölpreis- und Wechselkursentwicklung ist im zweiten Halbjahr auch das Erreichen der Marke von 3 % p.a. nicht völlig aus der Welt. Wir gehen daher davon aus, dass sich die Sorgen der Währungshüter mit Blick auf den Inflationsdruck ab Frühling des nächsten Jahres deutlich verringern und der Leitzins schließlich in dem Ausmaß steigt, das auch bisher in Aussicht gestellt worden ist. Die Rentenmärkte müssten in einem solchen Fall ihre Einschätzung korrigieren.

Defensive Aktien: auf stabilerem Weg zu höheren Erträgen

Überdurchschnittliche Erträge dank Anlagen in attraktiv bewerteten defensiven Unternehmen mit stabiler Rentabilität und historisch umsichtigem Wachstum. Von Laurent Nguyen, Leiter des Quantitative Equities Teams bei Pictet Asset Management.

Langsam und beharrlich macht das Rennen. So war es schon in der Fabel von Äsop. Und das gilt auch heute für Aktienanlagen. Wir sind überzeugt, dass sich Anleger langfristig überdurchschnittliche Erträge sichern können, indem sie in Unternehmen mit stabiler Rentabilität, soliden Bilanzen und attraktiven Bewertungen investieren.

Dies passt nicht zur herkömmlichen Auffassung, wonach Anleger umso mehr gewinnen, je mehr Risiko sie eingehen. An den Finanzmärkten sind derzeit weitverbreitete und hartnäckige Verhaltensmuster zu beobachten: Anleger wenden sich Unternehmen zu, die schnelles – und vielleicht nicht nachhaltiges – Wachstum verheißen. Umgekehrt unterschätzen die meisten Anleger das Potenzial konservativer und stabiler Unternehmen, die sich im Zeitverlauf bewährt haben.

Genau diese Marktineffizienz versucht unsere Strategie für defensive Aktien Welt zu nutzen. Wir glauben nicht, dass sich Glanz lohnt. Wir sind nicht einverstanden damit, dass höhere Risiken auf lange Sicht zu höheren Erträgen führen. Aktien, die rasches Wachstum verheißen, beinhalten eine unangemessen hohe Prämie, die die Erträge belastet.

Stattdessen glauben wir, dass Anleger überdurchschnittliche Erträge einfahren können, wenn sie in ein diversifiziertes Portfolio gut geführter defensiver Unternehmen anlegen, die zum richtigen Preis gekauft werden.

„Der Erhalt von Kapital bei Markt-Baissen beeinflusst die langfristigen Erträge positiv.“

Solche Firmen haben unter Beweis gestellt, dass sie attraktive Erträge für die Aktionäre erwirtschaften können, ohne unangemessene Risiken einzugehen. Aus unserer Sicht sind sie besser für Änderungen im Konjunkturzyklus und Wirtschaftsabschwünge gerüstet.

Defensive Unternehmen zu entdecken, verlangt eine umfassende Analyse. Mit unserem Ansatz verschaffen wir uns eine 360-Grad-Übersicht, indem wir eine Reihe von Merkmalen untersuchen, die zusammen ein abgerundetes und defensives Profil ergeben. Denn so vermeiden wir es, nur auf ein Element wie niedrige Volatilität zu setzen. Überdies kann sich die Art, wie der Markt defensive Eigenschaften bewertet, im Zeitverlauf ändern, und einige dieser Aspekte können plötzlich hoch bewertet werden. Darum überwachen wir ständig die Bewertung einzelner defensiver Eigenschaften und schichten unsere Anlagen gegebenenfalls um.

Während defensive Aktien in der Anfangsphase einer Marktrally tendenziell zurückbleiben, geben sie typischerweise weniger, manchmal viel weniger nach als andere Anlagen. Der Erhalt von Kapital bei Markt-Baissen beeinflusst die langfristigen Erträge positiv. Wegen des Kumulierungseffekts sollten defensive Aktien, in die wir anlegen, den MSCI World Index im Laufe eines Marktzyklus sowohl absolut als auch volatilitätsbereinigt übertreffen. Zudem sind diese Aktien attraktiver als typische Aktien mit niedriger Volatilität, weil sie tendenziell bei einer Baisse weniger nachgeben und bei einer Hausse stärker zulegen.

Sichtung defensiver Unternehmen

Traditionsgemäß bedeutete das Anlegen in defensiven Aktien die Konzentration auf Unternehmen mit sehr spezifischen Eigenschaften, etwa solche mit niedriger Volatilität oder überdurchschnittlichen Dividenden. Aber Strategien mit Einzelfaktoren können anfällig für Wendepunkte im wirtschaftlichen und finanziellen Zyklus sein. Sie können allzu beliebt, also Opfer ihres eigenen Erfolgs werden oder ihr Glück kann sie aufgrund makroökonomischer Entwicklungen wie höherer Zinsen verlassen.

Um diese Schwachstellen zu berücksichtigen, haben wir einen eigenen mehrdimensionalen Rahmen mit Fokus auf vier wesentlichen Bestimmungsfaktoren für den defensiven Charakter – Ertragskraft, Umsicht, Schutz und Preis – entwickelt, den wir nach ihren englischen Entsprechungen „profitability, prudence, protection, price“ unseren „4P“-Rahmen nennen. Er funktioniert wie eine Lupe, mit der wir Unternehmen identifizieren, die unsere umfassenden defensiven Kriterien in einem breiten Universum erfüllen.

4P, EIN MULTIDIMENSIONALER RAHMEN

Quelle: Pictet Asset Management

Die Ertragskraft hilft uns, Stärken des Geschäfts und Wettbewerbsvorteile zu beurteilen. Unternehmen, die hier gut abschneiden, weisen ein anhaltendes Gewinnwachstum, geringes operatives Leverage und hohe Cash-Generierung auf. Wir haben festgestellt, dass Unternehmen mit solider Ertragskraft tendenziell zuverlässigere und vorhersehbarere Gewinne haben als Firmen mit Aktienbewertungen, die zum Teil auf hohen Gewinnerwartungen beruhen.

Umsicht ist unser Maßstab für die Bewertung der operativen und finanziellen Risiken eines Unternehmens. Umsichtige Unternehmen haben ein geringeres Ausfallrisiko und wachsen organisch. Wir legen in Unternehmen an, die Shareholder Value schaffen und erhalten können, indem sie überschaubares Wachstum anstreben und ein solides Finanzprofil pflegen. Wir messen dies an der Art und an der Stabilität der Cashflows, die ein Unternehmen in Anbetracht seiner finanziellen Verpflichtungen, einschließlich Zinsen, Dividenden oder Investitionen, erwirtschaftet.

Wir beziehen Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) in den gesamten Analyse- und Anlageprozess ein, um die Erträge zu verbessern. Dies dient auch als zusätzliches Sicherheitspolster.

Anhand der Schutzkennziffern verfolgen wir, wie sich ein Unternehmen im Laufe des Konjunkturzyklus im Kontext der Branchenstruktur verhält, um systematische oder unternehmensspezifische Risiken zu überwachen. Wir halten Ausschau nach Unternehmen, die nachhaltige Geschäftsmodelle und eine geringe Anfälligkeit für Konjunkturzyklen aufweisen. Zugleich analysieren wir auch die Volatilität der Aktie und ihre Korrelation mit anderen Titeln, um zu verstehen, wie das Risiko-/Ertrags-Profil des Portfolios insgesamt davon beeinflusst wird.

Schließlich wollen wir unsere Anlagen auch nicht zu teuer bezahlen. Unser Preisfilter umfasst daher mehrere zuverlässige Bewertungsmodelle, die uns helfen, die Aktien mit den attraktivsten Preisen zu identifizieren. Ohne diesen Filter könnten die Portfoliomanager vielversprechende Anlagen übersehen oder Aktien wählen, denen ein Kapitalverlust droht.

Der 4P-Rahmen ist das Fundament unseres Anlageverfahrens. Wir kombinieren den 4P-basierten systematischen Filter mit einer Bottom-Up-Fundamentalanalyse, um die besten Anlageideen zu finden und ein Portfolio mit etwa 150 Unternehmen aufzubauen.

Als Ergebnis des 4P-Ansatzes hat unser Portfolio bestimmte variable Faktor- und Stil-Exposures, namentlich Large-Cap-, Qualitäts- und Substanzaktien sowie Titel mit möglichst geringer Volatilität.

Dynamisch, nicht statisch

Zunächst gewichten wir grundsätzlich alle 4 Ps gleich, wenn wir Aktien filtern. Aber danach nehmen wir aktive und taktische Gewichtungsänderungen vor, die auf unserer Dynamikanalyse und Bewertung jedes P beruhen, welches vor dem Hintergrund unserer Einschätzung der aktuellen und künftigen Makro- und Marktbedingungen beurteilt wird. Wir sind überzeugt, dass diese dynamische Anpassung die Anleger vor einem zu starken oder schwachen Exposure bei jedem einzelnen der defensiven Faktoren bewahrt. So wiederum wird die Ertragsmaximierung unterstützt.

Betrachten wir nun ein Beispiel. Im Vorfeld des britischen Referendums über die EU-Zugehörigkeit im Juni 2016 wurden die Aktienmärkte nervös. Die Anleger mieden weitgehend Aktien mit höherem Wachstum zugunsten defensiverer Sektoren wie Versorger.

So kam es, dass Aktien mit den besten Schutzwerten in unserem Rahmen vor dem Brexit-Votum eine außergewöhnlich starke Rally erfuhren. Sie war so stark, dass sie schnell zu den teuersten Aktien wurden, die Anleger kaufen konnten. Wie unsere Analyse eindrücklich zeigte, bewegten sich die Kurs-Buchwert-Verhältnisse solcher Unternehmen etwa 40 Prozent über dem Durchschnitt aller notierten Firmen. In den letzten 24 Jahren war dieser Wert nur einmal höher (siehe Grafik).

Chart 2: SCHUTZ ERREICHT EXTREMWERTE
Relative Bewertung gemessen am Kurs-Buchwert von Unternehmen des obersten Quartils der Schutzkennziffern

 

Kurs-Buchwert-Verhältnisse relativ zum MSCI World Index. Quelle: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datastream, Worldscope. 31.12.1991 – 29.9.2017

Für uns war das ein Warnsignal. Wie unser Research ergab, kann der Kauf von Schutz, wenn er derart teuer wird, die künftigen Erträge schmälern (siehe Grafik). Daher senkten wir die Gewichtung der Schutz-Kategorie von 25 auf 15 Prozent, während wir die Gewichtung der Preis-Kategorie auf 35 Prozent erhöhten.

Chart 3: ÜBERBEWERTUNG FÜHRT ZU UNTERPERFORMANCE
Relative Ein-Jahres-Performance (%) von Unternehmen mit besten Schutzkennziffern auf Basis ihres Kurs-Buchwert-Verhältnisses zum Marktdurchschnitt jeweils zum Monatsende

Die graue senkrechte Linie entspricht dem jüngsten Höhepunkt des Preis-Buchwertverhältnisses (siehe vorherige Grafik). Quelle: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datastream, Worldscope. Daten 31.12.1987 – 29.9.2017

Die taktische Anpassung trug Früchte. In der zweiten Jahreshälfte 2016 hätte ein reines Schutz-Portfolio – ausschließlich bestehend aus Aktien mit hohen Schutzkennziffern – eine negative aktive Performance von -7,1 Prozent verzeichnet, während ein nur auf guten Preiskennziffern beruhendes Portfolio den MSCI World Index um etwa 8,4 Prozent übertroffen hätte.

Wäre die 4P-Gewichtung statisch geblieben, hätten die Anleger möglicherweise ein zu starkes Exposure bei der teuren Schutzkomponente und einen Verlust erfahren. So erging es jenen in den meisten Fonds mit niedriger Volatilität. Zum Beispiel verlor der MSCI World Minimum Volatility Index im zweiten Halbjahr 2016 mehr als 9 Prozent gegenüber dem MSCI World.

Durch diese dynamische Gewichtung des 4P-Rahmens und unsere Bottom-up-Aktienanalyse streben wir gegenüber dem MSCI World Index über einen vollen Marktzyklus, der gewöhnlich fünf bis sieben Jahre dauert, eine Outperformance vor Gebühren von annualisierten 3 Prozent an.

In den letzten fünf Jahren wies unsere Strategie eine niedrigere Volatilität als die Benchmark aus, während ihr Aufwärts-/Abwärts-Beta-Verhältnis asymmetrische 90 zu 73 Prozent betrug. Dies bedeutet, dass die Strategie durchschnittlich 90 Prozent einer Rally nutzte, aber nur unter 73 Prozent einer Baisse litt.1

Wir sind überzeugt, dass unsere defensive Strategie eine zentrale Säule einer Weltaktienallokation sein kann. Sie hilft auch bei der Diversifizierung eines bestehenden Aktienportfolios dank der Contrarian-Eigenschaften der Anlage in Unternehmen, die der Markt falsch bewertet.

Gegen Verhaltensmuster für langfristige Erträge

Übliche Verhaltensmuster sind schwer aufzubrechen. Die Anleger wollen zyklische und spektakuläre Unternehmen, die schnelles Wachstum versprechen, und unterschätzen systematisch defensive und stabile Gesellschaften mit attraktiven Bewertungen.

Aber wegen solcher Muster können die Anleger ins Hintertreffen geraten. Wir sind überzeugt, dass die Anleger dank Anlagen in Unternehmen mit abgerundetem defensivem Profil dem Markt enteilen und langfristig nachhaltige Erträge erzielen können.


Quelle:
1) Von der Einführung der Strategie am 30.11.2012 bis zum 30.9.2017. Quelle: Pictet Asset Management und MSCI. Die in der Vergangenheit erzielte Performance gibt keinen Hinweis auf die zukünftige Entwicklung. Der Wert der Anlagen und deren Erträge können steigen oder sinken und werden nicht garantiert. Es ist möglich, dass Sie den anfänglich investierten Betrag nicht zurückerhalten.

Mehr über defensive Aktien:

Über den Autor
Laurent Nguyen kam 1998 zu Pictet Asset Management. Er leitet das Quantitative Equities Team. Bevor er zu Pictet kam, arbeitete er bis 1996 Lehrassistent in den Bereichen Portfoliomanagement und Optionstheorie. Von 1997 bis 2007 war er außerdem als Dozent bei der AZEK – Swiss Training Center for Investment Professionals – tätig. Laurent Nguyen erwarb an der Universität Genf einen Master in Finanzwirtschaft.

Wenn Sie mehr über die Verwaltung der Strategie Pictet Global Defensive Equities erfahren möchten, kontaktieren Sie Frank Böhmer von Pictet Asset Management in Frankfurt.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Gold-Ausblick: Weiterhin solide Basis trotz Gegenwind

Der Goldpreis dürfte sich im restlichen Jahresverlauf innerhalb einer Preisrange von 1.200 bis 1.350 US-Dollar bewegen. Dieser Meinung ist Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds des US-amerikanischen Asset-Managers VanEck. Bis zum Jahresende könnte vor allem ein stärkerer US-Dollar die Kursentwicklung des Edelmetalls hemmen. Der langfristige Ausblick des Experten fällt hingegen positiver aus.

Warum mit höherem Druck durch den US-Dollar zu rechnen ist

„Aktuell rechnet der Markt fest mit einer dritten Zinserhöhung durch die Federal Reserve im Dezember, was Druck für den Goldkurs bedeuten würde. Allerdings war bereits in den vergangenen beiden Jahren zu beobachten, dass Gold vor Dezember-Zinsentscheidungen stark abverkauft wurde und sich in den jeweils darauffolgenden beiden Monaten wieder stark erholt hat“, sagt Foster. 2015 und 2016 sei der Goldkurs über den November und Dezember um 7,1 beziehungsweise 9,8 Prozent ins Minus gerutscht, um in den darauffolgenden Monaten um 16,7 und 8,3 Prozent zu steigen. Zweitens deuteten verschiedene Wirtschaftsindikatoren darauf hin, dass die US-Wirtschaft nach zwei Quartalen mit einem starken Wachstum von rund 3 Prozent weiter auf Kurs bleibe. Zu guter Letzt würde eine erfolgreiche Umsetzung der Steuerreform in den USA kurzfristig zulasten von Gold gehen – trotz langfristiger fiskalischer Risiken. Diese Aussichten sprächen für ein beschränktes Gold-Kurspotenzial bis zum Jahresende. 

Ein knapperes Goldangebot dürfte den Kurs stärken

Langfristig rechnet Foster aber mit einem stärkeren Goldkurs, zum einen aufgrund des stark fortgeschrittenen Wirtschaftszyklus und damit einhergehenden finanziellen Risiken. Zum anderen insbesondere durch die weltweit stagnierende Goldproduktion. „Über Jahrzehnte hinweg konnten die Goldminenbetreiber ihre Produktion um durchschnittlich 2,5 Prozent jährlich steigern. Doch das meiste Gold, das nahe an der Oberfläche liegt und damit für Minenbetreiber einfach aufzuspüren sowie förderbar ist, wurde bereits zu Tage gefördert. Seit rund zehn Jahren stagniert die Produktion – und das bei gleichzeitig deutlich gestiegenen Explorationsausgaben“, erklärt der Experte, der rund 14 Jahre lang als Geologe für Goldminenbetreiber gearbeitet hat. Dieses mangelnde Produktionswachstum dürfte sich bei gleichbleibender bis steigender Nachfrage positiv auswirken.

Investoren, die statt auf den Goldkurs lieber auf Goldaktien setzen, stelle diese Entwicklung vor Herausforderungen: „In diesem Umfeld wird sich im Goldminensektor die Spreu vom Weizen trennen. Für Anleger wird es zunehmend schwieriger, die erfolgsversprechenden Goldminenbetreiber zu identifizieren“, berichtet Foster. „Damit uns das gelingt, sind wir regelmäßig vor Ort in Goldminen, um uns selbst ein Bild von den Aktivitäten machen zu können. Im laufenden Jahr waren wir alleine vier Mal in Kanada, dessen Goldminensektor aktuell boomt“. Grund dafür sei der gegenüber dem Kanadischen Dollar starke Goldkurs. Der Preis für eine Feinunze Gold in Kanadischen Dollar sei seit seiner Bodenbildung im Januar 2014 um 31 Prozent gestiegen. Ein Grund dafür, dass Foster und sein Team derzeit in eine Reihe von vielversprechenden Projekten in Kanada investiert sind.

Über VanEck
VanEck steht für intelligente Investmentstrategien, die gezielt attraktive Möglichkeiten im Markt aufgreifen. Seit Gründung im Jahr 1955 ist das Unternehmen ein Vorreiter für globale Investments und stellt traditionell und unabhängig vom Marktumfeld die Interessen seiner Kunden allen anderen voran. Bis heute ist VanEck dieser Tradition verpflichtet und bietet vorausschauende, aktive und passive Investment-Portfolios in den Bereichen Rohstoffe, Schwellenmärkte, Edelmetalle, Renten sowie weiteren alternativen Anlageklassen an.
Mehr Informationen zu VanEck und unseren Fonds finden Sie auf www.vaneck.com oder unserem Blog www.vaneck.com/etf-europe/blog.

Bon Bonn? What the UN Climate Conference taught us

The 23rd UN Climate Conference in Bonn last week showed that the world needs to seriously accelerate efforts to counter climate change, says Andrew Howard, Head of Sustainable Research at Schroders.

We did not expect many announcements at COP23 that would reshape how we look at the world. None surprised us1.

In our view, the key takeaways lie in the picture painted of global commitment and the platform built for tougher action in the future. Here there was some progress. Outside the formal proceedings, the EU reached an initial agreement to tighten its emissions trading scheme2 and a group of 19 countries launched an alliance to phase out coal-fired power3.

Global action continues to move forward, albeit slowly

Against a backdrop of the commitments leaders made in Paris to limit temperature rises to two degrees, we continue to see collective ambition mixed with reluctance to take individual action or to be held to account. But despite the hurdles some countries tried to erect, the conference marked a step closer to the binding rules that will translate commitments made in Paris into tangible action.

As investors, we see two main factors in the climate challenge.

  • The pace and timing of a transition toward decarbonisation
  • The implications of tougher policies and action for industries, companies and investment returns

We developed the Climate Progress Dashboard to track a range of trends that tell us where the world’s collective actions will take us.  It still points to a 4°C temperature rise; indicating a persistent gap between ambition and action. The Bonn conference doesn’t materially change that conclusion, but the building blocks for tougher action are being built.

Walking before you can run

As Brazil’s environment minister put it, "Right now we're moving at a brisk walk, so all countries will need to really pick up the pace from here." In our view, the world is going to have to start sprinting soon. 

Although the Paris agreement was hailed as a watershed in tackling climate change, it amounted more to a set of goals than a clear path of how to achieve them. Filling in the details has been a priority and COP23 was meant to make headway on drawing the roadmap to limiting global temperature rises to two degrees over pre-industrial levels4. Complicating matters, policy makers have a range of other domestic and international issues to grapple with. The US decision to withdraw from the accord sidelined the world’s largest economy.

The 2020 COP is slated to confirm a rulebook translating the Paris goals into tangible actions.  The meeting in Bonn was meant to start drafting that rulebook.  There were two main topics on the agenda and progress was made on both fronts.

  1. There was a debate as to whether financial support, from developed countries to emerging economies, should be legally binding. Despite the question being dropped from the official agenda before talks started, some of those pre-2020 actions were included in the final agreement. 
  2. A measurement of countries’ greenhouse emissions - so that progress toward individual national commitments can be tracked – was discussed. Although developed countries including the US and EU resisted measurement, there was an agreement to convene a “stocktake” in 2019.

Both points represent progress on how commitments made in Paris will be delivered. As we have argued before, these details are key. A collective agreement without tangible action doesn’t amount to much. 

The task ahead

Limiting temperature rises to two degrees will mean cutting annual greenhouse gas emissions by close to two-thirds through 2050, during which time with the world’s population will rise by about a fifth and its economic output will triple. The efforts we have seen so far just scratch the surface.  Research from the Global Carbon Project, released during the conference, found that global emissions are set to reach a new record this year.

Looking forward, a huge amount of change lies ahead if global leaders are to translate the commitments they made in Paris in 2015 into tangible action. The conference in Bonn brought those changes a small step closer. 


This article has first been published on schroders.com.

Quelle:
1) In the end, the final agreement was not published until Saturday morning. The full text of the final communique is at http://unfccc.int/resource/docs/2017/cop23/eng/l13.pdf
2) The full declaration is available here: www.ym.fi[(2Fdownload) was not found]2Fnoname[(2F) was not found]257B2ECC2AA5-F5D9-4551-BEC1-63C29DDB57A4[(257D) was not found]2F132328&usg=AOvVaw0zafi19TN96ECi7g3--PDu. Its signatories do not include the world’s major coal consuming countries, or countries for which coal remains a significant proportion of their energy mix
3) See http://www.schroders.com/en/lu/professional-investor/featured/climate-change-dashboard/ for more details
4) References to temperature rises refer to the long run (2100) increase over pre-industrial levels (which the IPCC and most researchers take to be 1850-1900). Temperatures have already risen by 1.1° since that period.

Aktien: Optimistisch, aber mit Vorsicht

2017 war ein neuerliches Rekordjahr für die Aktienmärkte weltweit; der MSCI All Country-Index legte in den ersten zehn Monaten des Jahres um etwa 18% (in USD) zu. Allerdings begann der Monat November nicht gut für risikobehaftete Vermögenswerte.

Europäische Aktien verloren 2,9% in der ersten Monatshälfte, US-Aktien verliefen flach, die Risikoprämien der Unternehmensanleihen weiteten sich aus, und der VIX, der oft als Risikogradmesser der Wall Street gesehen wird, stieg nach Rekordtiefs im Oktober. Keine dieser Entwicklungen ließe auf etwaige dramatische Vorgänge schließen. Der Abschwung war vermutlich eine Antwort auf die wachsenden politischen Spannungen im Nahen Osten und den damit verbundenen Ölpreisanstieg sowie auf die Unklarheit hinsichtlich der US-Steuerreform.

Aufgrund der Tatsache, dass sich der Aktienzyklus im fortgeschrittenen Stadium befindet, die Bewertungen in allen Anlagebereichen ambitioniert sind, und sich die Aktienmarktvolatilität seit geraumer Zeit in verdächtig niedrigem Bereich aufhält, ist die Frage berechtigt, ob der Hintergrund für Aktien im Begriff ist, sich zu verschlechtern, während wir uns auf das Jahr 2018 zubewegen.

Die Hauptfaktoren, welche die internationalen Aktienmärkte zu unterschiedlichen Zeitpunkten während des Jahres unterstützten, waren die folgenden:

  • eine breit aufgestellte, globale Erholung, die sich durch positives Wachstum in 40+ von der OECD verfolgten Volkswirtschaften auszeichnete;
  • der Hintergrund einer anhaltend freundlichen Geldpolitik;
  • ein starker Gewinnausblick für sämtliche größeren Regionen;
  • Hoffnung auf politische Reformen in den USA und Japan;
  • fallendes Risiko in China;
  • wachsende Zuversicht, dass Populisten, gleichwohl sie in Kern-Europa über steigenden politischen Einfluss verfügen, nicht in der Lage sein werden, das europäische Projekt zu zerstören.

Keiner dieser Faktoren hat sich in den letzten paar Tagen oder Wochen signifikant verändert. Insbesondere wird das globale Wachstum vermutlich robust bleiben; Bewegungen in der Geldpolitik werden, trotz der deutlich erkennbaren Festigungstendenz, mit extremer Vorsicht vollzogen und werden den Anlegern gegenüber gut kommuniziert; und die Konsensus-Schätzungen deuten auf eine weitere positive Gewinnperformance in 2018 hin. Daher besteht die Hoffnung, dass die jüngste Schwäche auf den internationalen Märkten nur von kurzer Dauer sein könnte.

Bewertung: ambitioniert, aber keine Blase

Die Bewertungen bleiben ein Sorgenkind. Historisch betrachtet, sind Aktien teuer, vor allem in den USA. Allerdings befinden sich die Multiples noch nicht auf einem Niveau, auf dem man von einer Blasenbildung sprechen könnte. Was wichtiger ist, Bewertungen alleine sind selten ein Auslöser von Korrekturen. Der nachfolgende Chart zeigt beispielsweise, dass, historisch betrachtet, US-Aktien seitwärts oder negativ über die nachfolgenden zwölf Monate performen, wenn sich das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) den mittleren und hohen 20ern nähert. Überraschenderweise ist die Performance in den nachfolgenden zwölf Monaten bei KGVs von 22 oder darunter generell von der Bewertung zu Beginn abgekoppelt.

Derzeit wird der S&P 500 zu einem KGV von 21,6 (auf Basis historischer Gewinne) gehandelt, was zwar knapp an, aber doch außerhalb der Gefahrenzone ist. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass, obschon das „Dieses Mal ist alles anders“-Argument oftmals sehr gefährlich ist, der derzeitige makroökonomische Hintergrund hinsichtlich r* (d.h. des natürlichen Zinssatzes) und des Wachstumsausblicks Marktbewertungen deutlich jenseits historischer Niveaus rechtfertigen könnte, wenngleich doch unterhalb des derzeitigen Niveaus (siehe Lansing, K.J, Stock Market Valuation and the Macroeconomy, FRBSF Economic Letter, 2017-33, 13. November 2017).

Gründe, die zur Vorsicht mahnen

Obwohl weder Top-down-Fundamentaldaten noch Bewertungen die Alarmglocken läuten lassen, gibt es nach wie vor einige Gründe, in absehbarer Zeit größere Vorsicht walten zu lassen:

Wachstumsenttäuschung. Zwar hat das globale Wachstum 2017 positiv überrascht, und der Ausblick für 2018 bleibt positiv, aber eine weitere Beschleunigung in 2018 ist unwahrscheinlich. Europa und die USA wachsen bereits über Potenzial, und für das Wachstum in China und Japan wird eine Verlangsamung erwartet. Außerdem wurden die Erwartungen hinsichtlich der Wirtschaftsneuigkeiten als Reaktion auf die eingehenden Daten angehoben, was weitere positive Überraschungen unwahrscheinlicher macht. Daher könnten Wachstumsüberraschungen als Treiber von Gewinnerwartungen und Aktienkursen nächstes Jahr fehlen.

Exzessiver Optimismus. Investorenumfragen zeigen, dass die generelle Einstellung der Anleger nach wie vor sehr bullish ist. Beispielsweise ließ die neuliche Umfrage unter Fondsmanagern von BoAML (“It’s frothy FAANG”, 14. November 2017) verlauten, dass der Anteil an institutionellen Investoren, die an ein nachhaltiges Goldilocks-Szenario von hohem Wachstum und niedriger Inflation glauben, im Laufe des Jahres stark angestiegen ist und sich nun auf einem Rekordhoch befindet. Somit besteht Potenzial für unsanftes Erwachen, sollte die Inflation im Laufe von 2018 ansteigen und/oder die Wachstumsraten enttäuschen.

Das Ende (von QE) ist nah. Die Geldpolitik stellt vermutlich das größte Risiko dar. Selbst unter Ausschluss der Möglichkeit eines politischen Fehlers (wie z.B. der zu schnellen Anhebung der Zinsen) ist die Tatsache, dass die US-Zentralbank damit begonnen hat, ihre Bilanz zu schrumpfen und dass die EZB damit vermutlich 2019 beginnen wird, eine Quelle der Unsicherheit. Zwar wird der Effekt zum größten Teil im Anleihemarkt spürbar sein, doch wird der Effekt der Bilanzverkürzung seitens der Zentralbanken auch auf risikobehaftete Vermögenswerte übergreifen – entweder direkt über Liquiditätseffekte, oder indirekt über die Auswirkungen auf die Risikoprämien (und somit die Abzinsungssätze).

Neue Risiken. Obwohl die Märkte in den vergangenen 18 Monaten erstaunlich gut in der Lage waren, Eventrisiken zu absorbieren (Brexit-Abstimmung, Trump, Korea, Katalonien), wäre es leichtsinnig anzunehmen, dass dieses Muster notwendigerweise intakt bleibt. Ein Misserfolg bei der US-Steuerreform, eine weitere Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten, die italienischen Wahlen, die Art und Weise, wie die spanische Regierung mit der katalonischen Situation umgeht, oder ein völliger Stillstand der laufenden Brexit-Verhandlungen – all diese Ereignisse könnten eine längerfristige Repositionierung in Richtung „risk-off“ zur Folge haben.

Um zusammenzufassen: die Fundamentaldaten für Aktien, welche sich in den vergangenen 12 bis 18 Monaten deutlich verbessert haben, sehen noch immer gut aus. Sowohl Wirtschafts- als auch Gewinnwachstum unterstützen nach wie vor, doch in 2018 wird das Momentum zurückgehen, und neue Risiken werden auftauchen. Zwar besteht noch Aufwärtspotenzial für Aktien, doch die Wiederholung der starken Performance in 2017 ist unwahrscheinlich, während die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur klar im Steigen begriffen ist.


Peter Szopo
Peter Szopo ist seit März 2015 Chief Equity Strategist der Erste Asset Management. Zuvor war er bereits als Berater für das Aktienfondsmanagement der Erste Asset Management für Zentral- und Osteuropäische Aktienmärkte tätig. Von November 2009 bis April 2013 war er Leiter der Researchabteilung der Alfa-Bank in Moskau.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Rohölanleger kürzen ihre Positionen, während sie auf das OPEC-Treffen warten

Rohöl-ETPs verzeichnen seit elf Wochen in Folge Abflüsse, da die Anleger Gewinne mitnehmen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Short-US-Dollar-ETPs waren die Zuflüsse so hoch wie zuletzt vor zehn Wochen. Mittlerweile belaufen sie sich auf 11,3 Mio. USD. Aufgrund der überdehnten Aktienbewertungen kam es bei Gold-ETPs in der vierten Woche in Folge zu Zuflüssen. Landwirtschafts-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit neun Wochen und beendeten damit die seit einem Monat andauernden Abflüsse.

Rohöl-ETPs (A1N49P) verzeichnen seit elf Wochen in Folge Abflüsse, da die Anleger kontinuierlich Gewinne mitnehmen. Allein aus Long-Rohöl-ETPs wurden in diesem Zeitraum 434 Mio. USD abgezogen. In der vergangenen Woche gaben die Rohölpreise ein Drittel ihrer Vormonatsgewinne wieder ab. Dies legt nahe, dass sich die Prämie für das geopolitische Risiko schon wieder auflöst. Ein weiterer Grund für den Druck, der auf den Preisen lastet, ist das Angebot, das vor allem in den USA wächst. Die Rohölförderung erreichte zum zweiten Mal hintereinander einen Wochenrekord (den höchsten seit Beginn der Datenerhebung durch die Energieinformationsbehörde 1983), was für die Rentabilität auf dem aktuellen Preisniveau spricht. „Die Anleger werden die Äußerungen der OPEC vor dem Treffen Ende November mit Argusaugen verfolgen. Sollte das Kartell die Verlängerung der Förderkürzungen nicht hinkriegen, ist es wahrscheinlich, dass Rohöl weiter abrutscht“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Aufgrund der überdehnten Aktienbewertungen kam es bei Gold-ETPs (A0LP78) in der vierten Woche in Folge zu Zuflüssen. Long-Gold-ETPs verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse von 24,1 Mio. USD, in den letzten zehn Wochen von insgesamt 508 Mio. USD. Lediglich in zwei Wochen kam es zu Abflüssen. Die Unsicherheit, ob die Aktienmärkte ihre kometenhafte Rally fortsetzen können, führte dazu, dass die Anleger sich gegen eine mögliche Korrektur abzusichern versuchten. "Wir erwarten zwar, dass die Fed die Geldpolitik weiter straffen wird, doch halten wir andererseits auch die Abwärtsrisiken von Gold für eher begrenzt, da die Realzinsen gedämpft bleiben, solange die Inflation in den USA an Fahrt gewinnt. Ein Schockereignis jedoch könnte Gold nach oben treiben, sodass es für ein diversifiziertes Portfolio ein attraktiver defensiver Wert ist“, so Hein.

Bei Short-US-Dollar-ETPs waren die Zuflüsse so hoch wie zuletzt vor zehn Wochen. Mittlerweile belaufen sie sich auf 11,3 Mio. USD. Auf der anderen Seite der Short-US-Dollar-ETPs, die die höchsten Zuflüsse verzeichneten, stand in der Regel der Euro. Der Markt scheint einzupreisen, dass die Fed die Zinsen in einem angemessenen Zeitrahmen anhebt, um eine Versteilung der US-Renditekurve zu bewerkstelligen und dem steigenden Inflationsdruck entgegenzutreten. Da 2018 die drei führenden Vertreter der Fed in einem Jahr voller Änderungen ihre Ämter abgeben, besteht die erhöhte Gefahr, dass es zu einem politischen Fehler kommt. „Die Positionierung auf dem Terminmarkt ist von Kontrasten geprägt: Abgesehen vom Yen ist der Dollar im langfristigen Vergleich nach wie vor die unbeliebteste der großen Währungen, wobei die Netto-Position knapp über dem Rekordtief schwankt“, erläutert Hein.

Landwirtschaftskorb-ETPs (A0KRKB) verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit neun Wochen und beendeten damit die seit einem Monat andauernden Abflüsse. Insgesamt 14,9 Mio. USD wurden in Long-Landwirtschafts-ETPs angelegt, wobei der Löwenanteil in diversifizierte Landwirtschaftskörbe floss. Anscheinend verleitet die Preisschwäche die Anleger, in diesem Bereich Positionen aufzubauen. „Zucker, dessen Preise in der letzten Woche dem Sektortrend entgegen liefen und 2,7 Prozent zulegten, war mit den höchsten Zuflüssen seit sieben Wochen eine Ausnahme“, schließt Hein.

US Emerging market managers underperformed in October

Over a 12-month-rolling period, 44% of US managers and 49% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. Only 31% of Europe managers could beat their benchmarks net of fees.

Europe managers underperformed their indices in October. Only 42% outperformed their benchmarks net of fees. In the US, 45% of the managers outperformed their respective indices net of fees. In the absence of any other significant factors, fees have been the main reason for this underperformance. Gross of fees, 49% and 48% respectively have beaten their benchmarks. Only 26% of emerging market managers were able to beat their benchmarks.

The underperformance of emerging market managers in October is owed to a number of factors. As the rally of Tencent, Samsung and Alibaba continued, the underweight position of most active managers in those stocks did contribute negatively. Other managers have been caught on the wrong foot by a strong recovery of the Indian stock market in October. Last but not least, some funds were affected by the slump in the Brazilian market following several months of strong growth.

Please find the full fundinfo Research News for November 2017 including a summary of manager meetings attached on the left.

Renten- und den Devisenmarkt lässt eine Steuerreform inzwischen kalt

Jörg Angelé, RBI Wien, zum US-Rentenmarkt.

In den nächsten Tagen ist der Datenkalender eher dünn besetzt. Hauptaugenmerk dürfte auf den Zahlen zum Auftragseingang dauerhafter Güter im Oktober liegen (Mi). Ohne den volatilen Transportsektor hat sich beim Auftragseingang in den letzten Monaten ein stabiler Aufwärtstrend ausgebildet. Für Oktober rechnen wir mit einer Fortsetzung dieses Trends. Gegenüber September dürften die Unternehmen 0,5 % mehr Orders erhalten haben. Aufgrund der Auftragsentwicklung bei Boeing wird der Transportsektor wohl ebenfalls ein Plus zum Vormonat aufweisen, welches aber durch einen ähnlich starken Rückgang im Rüstungssektor ausgeglichen werden dürfte.

Am Dienstag werden die Zahlen zu den Verkäufen bestehender Wohnhäuser für Oktober veröffentlicht. Wir sind hier etwas zuversichtlicher als der Konsens. Die bereits vorliegenden Indikatoren vom Immobilienmarkt deuten auf einen merklichen Anstieg der Verkaufszahlen hin. Das FOMC-Sitzungsprotokoll der Zinssitzung vom 1. November dürfte keine neuen Erkenntnisse mit Blick auf die weitere Leitzinsentwicklung bringen. Eine Zinsanhebung Mitte Dezember ist gemessen an den Fed Funds Futures quasi gänzlich eingepreist. Die Daten der letzten Wochen haben zudem keinerlei Indikation dafür geliefert, dass die Mitglieder des FOMC ihre Absichten ändern könnten.

Das House of Representatives hat am 16. November für einen Gesetzentwurf einer Steuerreform gestimmt. Die Republikaner konnten sich dabei 13 Abweichler in den eigenen Reihen leisten und kamen auf 227 bei 218 benötigten Stimmen. Das ist zwar ein erster Schritt Richtung einer tatsächlichen Umsetzung einer Steuerreform, allerdings deutlich weniger als die halbe Miete. Im Senat wird weiter an einem Gesetzentwurf gearbeitet, der von dem gestern verabschiedeten in wichtigen Teilen abweicht bzw. in krassem Widerspruch zu diesem steht. Die drei wichtigsten Unterschiede sind zum einen das Vorhaben, mit dem Gesetz zur Steuerreform die vom damaligen Präsidenten Obama durchgesetzte Gesundheitsreform (Obamacare) in Teilen rückabzuwickeln. Zum anderen sollen die Steuersenkungen bei der Einkommenssteuer auf acht Jahre begrenzt werden. Drittens schließlich soll die Senkung der Unternehmenssteuersätze erst ab 2019 in Kraft treten und nicht schon 2018. Alle drei Maßnahmen sind dazu gedacht, den durch die Steuersenkungen zu erwartenden Anstieg der Staatsverschuldung in den nächsten zehn Jahren auf die erlaubten USD 1,5 Billionen zu begrenzen. Eine Abstimmung ist nach Thanksgiving (23. November) geplant. Wir gehen aber nicht davon aus, dass der jetzt vorliegende Entwurf eine Chance hat, im Senat verabschiedet zu werden. Ein republikanischer Senator hat bereits ange- kündigt, mit Nein stimmen zu wollen, da ihm der Entwurf zu sehr zugunsten von Unternehmen geht, während die Entlastungen für geringe und mittlere Einkommen nicht dauerhaft sind. Zudem ist es sehr wahrscheinlich, dass die drei Senatoren erneut ihre Zustimmung verweigern werden, die schon im Sommer gegen den Gesetzentwurf zur Rückabwicklung von Obamacare gestimmt hatten. Bei nur vier Stimmen Mehrheit können sich die Republikaner aber nur zwei Abweichler aus den eigenen Reihen leisten. Bis man sich auf einen Gesetzentwurf verständigt hat, der im Senat mehrheitsfähig ist, können also noch Wochen vergehen. Aber selbst wenn schließlich ein Gesetzentwurf durch den Senat geht, ist eine Steuerreform kein Selbstläufer. Der Gesetzentwurf des Repräsentantenhauses und des Senats werden sich wie gesagt in wichtigen Punkten stark unterscheiden. Man muss sich aber in beiden Kammern auf einen identischen Entwurf verständigen. Die Verhandlungen hierzu dürften erneut Wochen in Anspruch nehmen. Wir rechnen daher erst für das erste Quartal 2018 damit, dass Präsident Trump tatsächlich ein Gesetz unterzeichnen kann. Da die Steuerreform nach derzeitigem Anschein vor allem Unternehmen und (sehr) hohe Einkommen entlasten wird, werden sich die positiven Konjunkturimpulse unserer Meinung nach in Grenzen halten. Vor allem wird sie nicht zu einem nachhaltigen höheren Wachstumspfad führen. Anders als von Trump und den Republikanern versprochen, wird die Steuerreform auch nicht zur Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze führen. Denn selbst wenn die Unternehmen mehr neue Mitarbeiter einstellen wollten als ohnehin geplant, werden sie große Schwierigkeiten haben, diese angesichts der schon jetzt angespannten Lage am Arbeitsmarkt zu finden. Dementsprechend überrascht es auch nicht, dass den Renten- und den Devisenmarkt die Aussicht auf eine Steuerreform inzwischen kalt lässt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen beispielsweise bewegt sich weiter um 2,35 %, während der Dollar zum Euro zuletzt sogar leicht unter Druck kam.

Welche Risiken und Chancen Anleger 2018 erwartet

Die größten Risiken und Chancen werden 2018 von der gleichen Stelle ausgehen: der Straffung der Geldpolitik der Zentralbanken. Zu dieser Meinung kommt Arif Husain, Global Head of Fixed Income bei der Fondsgesellschaft T. Rowe Price. Die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank, die Bank of England, die Bank of Canada und die Bank of China würden ihre Geldpolitik aus inländischen Gründen straffen. „Jedes Anheben der Zinsen einzelner Zentralbanken könnte möglicherweise problemlos verlaufen, wenn aber alle zusammen synchron vorgehen, könnte das Auswirkungen haben, auf die die Märkte nicht vorbereitet sind“, sagt Husain.

Doch aus Sicht des Experten würde das auch viele Chancen bieten: „Erstens, weil die Volatilität bei systematischen Risikofaktoren steigt, was im Gegenzug mehr interessante Bereiche für Investoren schafft. Und zweitens, weil es eine größere Differenzierung zur Folge haben würde, da einige Zentralbanken mit der Lockerung fortfahren dürften und andere nicht.“ Wegen der unterschiedlichen Geldpolitiken sei es gut möglich, dass sich einige Länder, denen in der Vergangenheit ein hohes Risiko bescheinigt worden war, besser für Investitionen eignen als die traditionellen Länder, die als „sicherer“ Hafen gelten.

Unter die systematischen Risiken fasst Husain große Faktoren wie Credit Spreads und Bewegungen bei Aktien, Zinsen usw. Zu den idiosynkratischen Risiken zählt der Portfoliomanager alle Faktoren, die sich in eine andere Richtung bewegen als der breite Markt. Diese Risiken würden zu ihrer eigenen Melodie tanzen. „Ich denke, dass sich die meisten Menschen einig darüber sind, dass das Gros systematischer Risikofaktoren in der Welt im Augenblick kein attraktives Risiko-/Chancen-Profil bietet, weil die Zinsen derart niedrig sind, Kredite knapp sind und die Volatilität verhalten bleibt“, sagt Husain. „Ein Weg, um hierauf zu antworten und sich anders als der breite Markt zu positionieren, besteht darin, Mittel stärker bei idiosynkratischen Risikoaktiva zu allokieren, die genügend durch ihre eigenen Geschichten getrieben werden.“

Dennoch glaubt Husain, dass es aktuell nur wenige solcher idiosynkratischen Risiken gibt. Um davon zu profitieren, sei es deshalb notwendig, konzentriertere Positionen über einen langen Zeithorizont einzunehmen und dabei mitunter nachteilige Ergebnisse zu tolerieren.

Versichern kann man sich laut Husain im Wesentlichen über zwei Wege: Entweder sei man untergewichtet oder man betreibe Leerverkauf von eher renditestarken Papieren, was einem die Opportunitätskosten schenke. Alternativ könne man hierzu auch direkt in Optionen investieren. „Beide Arten der Versicherung sind aktuell günstiger, als sie es jemals waren“, so der Experte. Das liege im ersten Fall daran, dass die Gewinne so niedrig seien, dass sich geringe Opportunitätskosten böten, sie nicht zu besitzen. Im zweiten Fall habe es damit zu tun, dass die implizite Volatilität niedrig sei, was die Kosten für Optionen reduziere.

Davon abgesehen, dass sie so günstig seien, bleibe dennoch fraglich, ob Versicherungen in den vergangenen Jahren einen guten Wert für ihren Preis geboten hätten. „Zuletzt haben sich die Märkte nicht ausreichend stark bewegt, als schlechte Dinge passiert sind, um von einer Versicherung zu profitieren“, sagt Husain. „Als beispielsweise Nordkorea eine Rakete über Japan geschossen hat, reagierte der Markt unbekümmert; als das Vereinigte Königreich dafür stimmte, die EU zu verlassen, war die Reaktion eine stärkere, hat aber nur etwa fünf Tage angehalten. Wir müssen damit umgehen, wie die Märkte tatsächlich reagieren, nicht damit, wie wir meinen, dass sie reagieren sollten.“

Für das kommende Jahr ist die entscheidende Frage Husain zufolge, ob die Märkte weiterhin unbekümmert bleiben werden oder ob es exogene Risikoereignisse am Horizont gibt, die bedeuten, dass sie keine andere Möglichkeit haben, als zu reagieren. „Wir denken, dass es Risiken gibt, die eine gewisse Form an Versicherung benötigen, hauptsächlich die Zinsstraffungen der Zentralbanken und die Situation in Nordkorea“, so der Portfoliomanager.

„Die fundamentalen Dinge, die Kunden möchten, bleiben die gleichen: Ertrag, Schutz gegen Abwärtsbewegungen und Diversifikation“, betont Husain. „Ich glaube nicht, dass sich das jemals ändern wird.“ Dennoch sei auch klar, dass die üblichen Ertrags- und Schutzquellen nicht so gut funktionierten, wie sie es in der Vergangenheit getan hätten – die Zinsen seien so gering, dass US-Bundesanleihen nicht länger den gleichen Schutz wie früher böten, während traditionelle Ertragsprodukte für weniger Ertrag sorgen würden. „Das bedeutet, dass wir an unterschiedlichen Orten nach diesen Qualitäten Ausschau halten müssen“, so Husain. „Gleichzeitig spezifizieren Kunden das Niveau an Schutz und Ertrag, das sie voraussetzen, immer stärker. Zusammen schaffen diese beiden Entwicklungen die Notwendigkeit einer größeren Produktvielfalt, die auf die besonderen Bedürfnisse der Kunden eingeht, indem in eine größere Bandbreite an Anlagen investiert wird.“

Hinsichtlich der Frage, ob uns die letzte Finanzkrise womöglich besser auf die nächste vorbereitet hat, ist Husain zwiegespalten. Dagegen spreche, dass die nächste Krise fundamental anders sein werde. „Die Welt arbeitet daran, die Kreditprobleme zu beheben, die für die vorherige Krise verantwortlich waren“, meint der Experte. „Eine Folge davon ist aber, dass die Aufmerksamkeit von den möglichen Ursachen einer kommenden Krise weggeführt hat. Deshalb könnten wir in dieser Hinsicht unzureichend vorbereitet sein.“

Für eine verbesserte Vorbereitung spreche, dass die Erfahrung der letzten Krise die Welt stärker psychologisch gerüstet habe, mit der nächsten umzugehen. „In ihrer Antwort auf die letzte Krise haben die Regulierungsbehörden so viele Regeln gebrochen und so viele neue Dinge ausprobiert, dass sie einen legislativen Rubikon überschritten haben – sie haben einen Punkt hinter sich gelassen, an dem sie sagen würden: ‚Es gibt keinen Weg, das zu machen‘“, so Husain. „Wenn die nächste Krise kommt, haben die Behörden nicht direkt die passenden Werkzeuge zur Verfügung, aber sie werden psychologisch vorbereitet sein, schneller angemessen zu handeln.“

Über T. Rowe Price
T. Rowe Price ist eine globale Investmentgesellschaft mit EUR 823,7 Milliarden Euro Assets under Management (Stand: 31. Oktober 2017). Das 1937 von Thomas Rowe Price jr. gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Baltimore (USA) und ist mit eigenen Büros in den USA und Kanada, EMEA und Asien präsent. Diversifizierung, Stiltreue und ein fundiertes Research zeichnet den disziplinierten und risikokontrollierten Investmentansatz von T. Rowe Price aus. Kunden aus Deutschland bietet T. Rowe Price insbesondere Aktien- und Fixed-Income-Lösungen. Für weitere Informationen besuchen Sie www.troweprice.com

China auf dem Weg zu neuer Stärke

Thomas Oposich, Senior Fondsmanager Anleihenfonds bei der Erste Asset Management, mit den Eindrücke einer Pekingreise.

Eine Fahrt durch Peking führt eines vor Augen: Gigantomanie ohne Grenzen – in Bezug auf Häuser, Verkehr und Menschen. Eine Fahrt mit dem Tuk Tuk, der einem Motorroller auf drei Rädern ähnelt, erlaubt eine kurze Reise in die Vergangenheit. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird einem in diesem Moment sichtbar vor Augen geführt.

Ungeachtet der Gegensätze in den sozialen Strukturen, bleibt die Blickrichtung in der Millionen-Metropole nach vorne gerichtet. Geführt von staatlicher Hand soll das Land zu „neuer Stärke“ geführt werden. Die Einflussnahme gerade im Bereich der Infrastruktur und bei Immobilienprojekten ist enorm.

Produktionsrückgang wegen Luftverschmutzung

So müssen rund 28 Unternehmen im Raum von Peking und nordöstlich bis Mitte März ihren Betrieb drastisch reduzieren. Grund dafür: Die immer stärker währende Luftverschmutzung, gerade über die Wintermonate, muss in den Griff bekommen werden. Kurzer Kommentar der betroffenen Unternehmen: „Es ist wie es ist“.

Der Grund meines Besuches war eine China-Konferenz. Bei meinen zahlreichen Gesprächen mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen scheint hier alles sprichwörtlich in „Butter“ zu sein.

Bei den Staatsbanken hat sich nicht nur die Asset-Qualität verbessert. Auch die Zahl der notleidenden Kredite ist deutlich zurückgegangen. Leichte Einbußen gibt es im Kommissionsgeschäft, da sich da und dort die Gebührenstruktur massiv reduziert hat – natürlich von staatlicher Hand verordnet. Der Vermögensverwalter China Cinda Asset Management betreibt ein blühendes Geschäft mit problembehafteten Vermögenswerten (distressed Assets), die 40 Prozent zum Gesamtertrag beitragen.

Immobilien bleiben ein wichtiger Faktor

Im Immobiliensektor ist die Goldgräberstimmung zwar nicht mehr so groß wie noch 2016 und zu Beginn des heurigen Jahres. Aber der Trend sollte stabil bleiben – mit einem leichten Hang zum Abschwung vor allem in den Megastädten. Denn eines ist klar: Die Nachfrage nach dem „Betongold“ ist weiterhin ungebremst stark. Große Baufirmen werden immer größer, um das Netzwerk bei den lokalen Behörden ständig verstärken zu können. Manche Unternehmen fürchten sich davor, dass sie quasi von einem „Haifisch“ zu einem „Fisch“ werden und damit selbst Ziel einer Übernahme.

Auch der Konsum sollte allmählich wieder in die Gänge kommen. Gerade Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Klimaanlagen erleben gerade einen Höhenrausch. Ersatzanschaffungen machen in den sogenannten Tier 1 Städten (größer als 20 Millionen Einwohner.) 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus. In Tier 4 Städten (größer 150.000 Einwohner) liegt der Anteil der Haushaltsgeräte am Konsum bei etwa 20 Prozent.

Online-Handel blüht

So wie in anderen Erdteilen steigt die Bedeutung des Online-Konsums rasant. Bereits 16 Prozent der Umsätze im Konsum werden online generiert. Mit einem jährlichen Zuwachs von 5 Prozent kann hier in den nächsten Jahren durchaus gerechnet werden. Der sogenannte „Singles’ Day“ am 11. November, hat gezeigt, wie groß der Kaufrausch in Peking ist: Die Onlinehändler lieferten sich eine Rabattschlacht.

So stellte beispielsweise Alibaba, Chinas größter Internethändler, mit Verkäufen im Wert von 15,6 Milliarden Euro bereits zur Mittagszeit seinen Rekord aus dem Vorjahr ein. Insgesamt hat Alibaba am gesamten Tag Waren im Wert von 21,8 Milliarden Euro verkauft.

Zinssenkungen fördern den Optimismus der Konsumenten

Woher kommt eigentlich all dieser Optimismus? Vieles lässt sich dadurch erklären, dass sich China in einer Zinssenkungsphase befindet. Aktuell liegt der Leitzinssatz bei 4,35 Prozent. Vor 5 Jahren war das Niveau noch bei 6 Prozent. Die meisten Analysten gehen zwar von einem gleichbleibenden Zinssatz für 2018 aus. Luft nach unten gibt es dennoch genug.

Es stellt sich generell die Frage, wie kann überhaupt ein so großes Land organisiert und regiert werden? Und das durch die zentrale Lenkung einer einzigen Partei. Wieviel Selbstbestimmung, wieviel Freiheit darf eigentlich sein? Auch Gedankenfreiheit setzt einen langen Lernprozess voraus. Ein europäisches Demokratiemodell käme deshalb noch viel zu früh.

Denn schon in der vergangenen Geschichte war die Gesellschaftsordnung Chinas auf ein einiges Kraftzentrum ausgerichtet. Der Kaiser war eingebettet in strenge Regeln und Zeremonien, gab Orientierung und Sicherheit für Verwaltung und Volk. Der Bogen spannt sich daher vom Höhepunkt des chinesischen Reiches im 12. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert.

Maos Erben haben Planwirtschaft verdrängt

Waren in der Vergangenheit noch die Tore für Neues geschlossen, ist heute die ideologische Mauer an vielen Stellen durchbrochen. Maos erben haben die Planwirtschaft längst verdrängt. China wandelt sich unaufhaltsam zu einer Marktwirtschaft, weg von der Versteinerung des Kommunismus hin zur Glitzerwelt des Materialismus.

Der Schlüssel liegt in der Hierarchie, die die Massen auch im Alltag regierbar macht.

Das hat auch der in diesem Oktober abgehaltene 19. einwöchige Parteitag der kommunistischen Partei deutlich gezeigt. Und Staatschef Xi Jinping stellt die unumstößliche Spitze dar.


Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

One year of President Trump: the impact on markets

In the 12 months since Donald Trump was elected US president, stockmarkets have hit record highs. We look at how and why the markets have reacted. By David Brett, Investment Writer at Schroders.

President Trump has credited himself for the rise in the stockmarket since he won the US election 12 months ago.

It is not fake news. Demand for equities has been strong because it is hoped the Trump administration will pass legislation reducing tax for companies, which should boost their profitability.

Since the election on 8 November 2016 US stocks have risen by 22.1%. The S&P 500’s most recent all-time high of 2,581.07 was set on 27 October 2017.

It’s not just US stocks that have been buoyed. Global stocks are up 21.2% in the past year, as measured by the MSCI World index, and at all-time highs too.

It should be noted that markets are in the midst of a bull run that is in its ninth year. The S&P 500 is up 281% since its March 2009 low, equating to average annual rise of around 18%.

Stocks have recovered from the global financial crisis and continue to benefit from loose central bank monetary policy and low interest rates.

Markets rose fastest immediately after the election with investors buying into the “Trump trade” – the hope of tax cuts and policies that would boost spending, such as on infrastructure, and create inflationary pressure, which can make equities more attractive.

Trumps pro-business proposals included:

  • Lower corporate taxes
  • A repatriation tax holiday - a tax break on overseas profits
  • Massive infrastructure spending
  • Financial deregulation

How the US stockmarket has rallied in the past year

As a result of this rally, and company profits not rising fast enough to keep up, the stockmarket has become expensive.

The table below covers the most common ways to value equities.

  • A P/E ratio compares share prices with earnings, with a lower number suggesting better value.
  • CAPE or cyclically-adjusted price-to-earnings ratio, works similarly but is averaged over a decade to smooth out distortions of economic cycles. 
  • The dividend yield, the average income paid by S&P 500 companies, also offers some guidance to valuation

how US valuations have performed since Trump was elected

What has happened to bonds?

The prices for US government bonds, or Treasuries, have fallen sharply in the past year. 

This is for similar reasons for the strong performance of shares – because of the anticipated inflationary spending from the Trump administration.

Inflation is bad for bonds, making the fixed income they pay today less attractive when income available elsewhere may be rising.

As the chart below shows, bond prices and yields have an inverse relationship. So, while bond prices have been falling (the dark blue line on the chart), down by 0.55% in the past year for 10-year Treasuries, the yield (the light blue line on the chart) has risen from 1.85% to 2.37%.

Another factor has been rising rates. The Federal Reserve has increased rates from 0.5% to 1.25% with markets anticipating further increases. This has a similar effect of driving down bond prices and pushing up yields.

How US government bond prices and yields have performed since Trump's election

How market sectors have performed

Trump has found it difficult to pass his pre-election proposals through Congress and into law, raising a question mark about the recent rally in stocks.

Stocks in the financial sector, such as banks and insurers, would benefit most from the proposed financial deregulation. They have risen 35.5% in the last 12 months.

Shares in the industrial sector, which includes construction firms, are up by 24.1%; the materials sector, which includes miners who produce raw materials used in construction, have risen by 26.4%.

How US stockmarket sectors have performed since the election

Keith Wade, Schroders Chief Economist, said:
"Markets have performed well this year as a result of fading political risk in Europe and a goldilocks combination of robust growth and low inflation.

"The promise of lower taxes and deregulation have also played a role in the US although there are concerns that tax cuts might now add fuel to the fire and cause the US economy to overheat."


Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested. Exchange rate changes may cause the value of any overseas investments to rise or fall.

This article has first been published on schroders.com.

Zinskurve weiterhin sehr flach

Die Spannung vor der EZB-Sitzung am 26. Oktober war groß, wurden doch endlich konkrete Aussagen zum weiteren Verlauf des Anleihen-Kaufprogramms („Quantitative Easing“) erwartet. Viel war im Vorfeld betreffend Ausmaß und Dauer der Rücknahme der Ankäufe spekuliert worden. Obwohl das Ergebnis ziemlich genau im Rahmen der Erwartungen lag, waren die Marktteilnehmer scheinbar vor allem erleichtert, dass negative Überraschungen ausgeblieben sind.

Hintergrund dieser weiterhin expansiven Geldpolitik dürfte die nach wie vor schwache Entwicklung der Inflationsdaten sein. Dazu kommt die Unterstützung der finanzwirtschaftlichen Lage der europäischen Peripheriestaaten durch Anleihekäufe und Nullzinspolitik.

Die erste Zinserhöhung dürfte nach dieser EZB-Sitzung vorerst in weite Ferne, also ins Jahr 2019, gerückt sein. Ende 2019 läuft übrigens auch die Amtszeit von Mario Draghi aus. In den USA gilt eine nächste Leitzinsanhebung im Dezember als sehr wahrscheinlich.

Staats- und Unternehmensanleihen – unverhofft sorglose Stimmung

Trotz der allgemein guten Konjunkturdaten ist die Inflation in den USA nach wie vor niedrig. Für 2018 erwarten wir lediglich einen leichten Anstieg auf 2,2 %. Angesichts der guten Daten ist auch der erwartete Zinspfad überaus moderat. Bis Ende 2018 liegen die Leitzinsen dementsprechend immer noch unter 2 %.

Bei den Unternehmensanleihen fallen die Risikoaufschläge (Spreads) auf neue Tiefstände. Die Zinskurve ist unterdessen weiterhin sehr flach. Dieser Zustand passt nicht zum Rest des Szenarios. Die gute, fast sorglose, Stimmung auch in Europa ist ein wenig überraschend.

Die Beinahe-Eskalation der Situation zwischen den USA und Nordkorea im Sommer scheint vergessen, die katalonischen Separatisten in Spanien haben den Markt für europäische Staatsanleihen nur kurz bewegt.

Risikoaufschläge sind allerorts weiter rückläufig, sowohl bei Staatsanleihen als auch bei Unternehmensanleihen, unabhängig von deren Bonität. Die Ausfallsraten sind historisch niedrig. Alles erscheint sonnig. Doch nun sind diese Märkte schon teuer, das weitere Kurspotenzial ist dadurch mutmaßlich eingeschränkt.

Emerging Markets-Anleihen – stabile Rentenmärkte, Euro dämpft

Ökonomien mit starker Rohstofffixierung, das sind viele Emerging Markets, können wieder bessere Wachstumsraten aufweisen. Die Renditeaufschläge bei Hartwährungsanleihen sind weiter rückläufig, getrieben von einem für Emerging Markets freundlichen Umfeld: solides Wachstum unterstützt von steigenden Rohstoffpreisen. Aktuell können nicht einmal steigende US-Renditen die Suppe versalzen.

Auch die Emerging Markets-Währungen sind weitgehend stabil, wodurch vor allem als US-Investor die recht hohe Rendite verdient werden kann. Dies wird von den Investoren durch ungebremste Zuflüsse in diese Assetklassen honoriert. Für Euro-basierte Investoren wird 2017 durch die – insbesondere bis zum Sommer anhaltende – Dollar-Schwäche bzw. Euro-Stärke allerdings das Zinsergebnis stark reduziert.

Sollte die US-Notenbank daher ihren Zinsanhebungskurs weiter fortsetzen und der Markt darauf wieder vermehrt das Augenmerk legen, könnte auch hier kurzfristig Korrekturpotenzial liegen.


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