Die Börsenbilanz für 2017 fällt erfreulich aus

Die Kapitalmärkte entwickelten sich im Jahr 2017 erfreulich. Die Wertentwicklung der einzelnen Anlageklassen fällt wie aus dem Bilderbuch der Finanzwirtschaftslehre aus. Je höher das Risiko der einzelnen Anlageklasse, desto höher war auch der Ertrag. Erfreulich: selbst niedrig verzinste Anlageklassen wie Euro-Staatsanleihen oder US-Staatsanleihen (in US-Dollar betrachtet) warfen mit etwas mehr als 1% einen positiven Ertrag ab1. Dies kam etwas überraschend, zumal viele Experten mit höheren Renditen bei Staatsanleihen gerechnet haben, was sich negativ auf die Kurse ausgewirkt hätte.

Noch mehr Ertrag brachten Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Bonität und sogenannte High-Yield-Anleihen oder Hochzinsanleihen. Besonders positiv waren die Aktienmärkte, und hier besonders Aktien aus den Schwellenländern Asiens. Einziger Wermutstropfen für den Euro-Investor war der schwache US-Dollar. Seit Jahresbeginn büßte der Greenback gegenüber dem Euro um etwa zwölf Prozent an Wert ein, was den Aktienertrag aus Sicht des Euro-Investors entsprechend schmälerte.

Kryptowährungen in aller Munde

Das Jahr 2017 war sicher auch das Jahr von Bitcoin, der digitalen Währung. Auch wenn Zentralbanken und Experten immer wieder warnen, und andere Gefahren wie Hack-Angriffe um die Ecke lauern, wurden Bitcoins und andere Kryptowährungen stark nachgefragt. Für traditionelle Asset Manager gibt es hier noch zu viele offene Fragen: das größte Problem ist jene der mangelnden Bewertbarkeit. Damit sind Kryptowährungen für viele institutionelle Anleger zu spekulativ und damit nicht investierbar.

Weltweit robustes Wirtschaftswachstum

Die Konjunktur in Europa und den USA ist sehr breit und erfasst auch die schwächeren Länder in der Peripherie. Die US-Wirtschaft befindet sich in einer der längsten Expansionsphasen ihrer Geschichte. Auch in den Schwellenländern scheinen die Sorgenkinder der vergangenen Jahre wie Brasilien und Russland ihre Rezession überwunden zu haben und wieder neu durchzustarten.

Inflation global betrachtet moderat

Besonderes Augenmerk schenkten die Notenbanken der Entwicklung der Inflation. Im Jahr 2017 blieb die Teuerungsrate in den USA aber auch in Europa hinter den Erwartungen zurück. Viele Volkswirte wundern sich, dass die niedrige Arbeitslosenrate und die relativ gute Kapazitätsauslastung zu keiner deutlichen Erhöhung der Teuerungsrate führte. In den USA liegt beispielsweise die Arbeitslosenrate bei 4,1% und damit so niedrig wie viele Jahrzehnte nicht. Ähnliches gilt für den OECD Raum insgesamt.

Notenbanken passen ihre Zinspolitik an

Die US-Notenbank blieb ihrer Politik des moderaten aber stetigen Drehens an der Zinsschraube treu. Sie war es auch, die 2017 damit begonnen hat, die von ihr im Rahmen der Staatsanleihen-Kaufprogramme erworbenen Staatsanleihen auslaufen zu lassen. Die europäische Zentralbank hinkt in der Geldpolitik den USA hinterher. So blieb die EZB der Nullzinspolitik im abgelaufenen Jahr treu.

Österreich wächst mit höherer Inflation

Das Wirtschaftswachstum in Österreich wurde von Seiten des Wirtschaftsforschungsinstituts auf 3,0% nach oben revidiert. Erfreulich bleibt die Dynamik bei den Exporten, welche deutlich zulegen konnten. Auch die Investitionen zeigten nach Jahren der schwachen Entwicklung deutliche Steigerungsraten. Wermutstropfen bleibt in Österreich die Inflation, die zuletzt im November mit 2,4% deutlich über dem EU-Durchschnitt von 1,8% liegt. Preistreiber sind Wohn-, Wasser- und Energiepreise. Man darf gespannt sein, welche Maßnahmen seitens der neuen Regierung kommen werden.

Hohe politische Risiken

Das abgelaufene Jahr hat ein hohes Maß an politischer Unsicherheit gebracht. Besonders irritierend waren die Raketentests von Nordkorea, die für ein Säbelrasseln mit den USA gesorgt haben. Aber auch die Konflikte zwischen der Ukraine und Russland oder das umstrittene Verfassungsreferendum in der Türkei sorgten für Unsicherheit. Das Terrorismusrisiko ist im Jahr 2017 ebenfalls deutlich angestiegen. Für diese Vielzahl an erhöhten Risiken waren die Börsen in Summe überraschend wenig volatil.

Optimistisch in das Jahr 2018

Die meisten Experten gehen optimistisch in das Jahr 2018 und sehen unverändert gute Chancen für Anlegerinnen und Anleger. Risiken, wie ein unerwartet starkes Anspringen der Inflation oder mögliche Eskalationen politischer Natur, dürfen nicht außer Acht gelassen werden. In Summe könnte die Schwankungsfreudigkeit im Vergleich zu 2017 ansteigen. Dies spricht für aktiv gemanagte Investmentlösungen, da sie auf die Entwicklungen an den Kapitalmärkten flexibel reagieren können.


1) Betrachtung auf Basis von Indizes, ohne Berücksichtigung von Spesen und Kosten.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Schwellenländeranleihen: eine Oase in unsicheren Zeiten

Schwellenländeranleihen können attraktive Renditen bringen und mit einer niedrigen Volatilität aufwarten, auch wenn sich für andere Anleihen die Aussichten verdüstern, so Alain-Nsiona Defise, Head of Emerging Corporates bei Pictet Asset Management, im Interview mit Pictet.

Die Pictet-Emerging Corporate Bonds-Strategie gibt es jetzt seit fünf Jahren. Wie hat sich die Anlageklasse in dieser Zeit verändert?

Die offensichtlichste Veränderung ist schnelles Wachstum. Der Markt für Schwellenländeranleihen ist seit 2012 um mehr als 50% auf 1,4 Bio. USD angewachsen (siehe Diagramm). Dies ging mit einer Diversifizierung des Universums einher:  Die Anlageklasse wird durch mehr Unternehmen und mehr Länder als je zuvor repräsentiert. Zudem wird der Markt  immer größer und bietet immer mehr Chancen, sodass Anleger ihn gar nicht mehr übersehen können.

EINE GROSSE ANLAGECHANCE MIT VIEL WACHSTUMSPOTENZIAL
In Umlauf befindliche Unternehmensanleihen aus Schwellenländern (geschätzt, in Mrd. USD)

Quelle: Bank of America Merrill Lynch, Stand 31.10.2017

Aber Größe ist nicht alles. Es gibt noch weitere, subtilere – aber nicht weniger wichtige – strukturelle Veränderungen. Der Markt ist reifer geworden hinsichtlich der Art, wie er auf lokale Krisen reagiert. Was vor Jahren noch allgemeine Panik ausgelöst hätte, wird jetzt meist als isoliertes Ereignis betrachtet. Als Anfang des Jahres Probleme in Russland und Brasilien auftraten, blieb der übrige Markt davon weitgehend unberührt. Dieser Rückgang des systemischen Risikos ist sehr wichtig für die Widerstandskraft und Stabilität von Schwellenländeranleihen insgesamt.

Ein Großteil des jüngsten Wachstums des Markts ging von Asien aus. Woran liegt das und was bedeutet dies für die Anleger?

Im Wachstum Asiens spiegeln sich tiefgreifende Veränderungen im Verhalten und in den Bedürfnissen der Unternehmen und Anleger der Region wider. Auf der einen Seite hat sich die Zahl potenzieller Anleiheemittenten erhöht, weil die Wirtschaft in der Region gewachsen ist und private Unternehmen jetzt mehr Handlungsfreiheit haben. Auf der anderen Seite hat auch die Nachfrage rasch zugenommen. Kapitalkräftige asiatische Anleger wollen die relative Stabilität von Anlagen, die auf fremde Währungen lauten, und gleichzeitig an ihrem Heimatmarkt anlegen, weil sie mit den dortigen Gepflogenheiten vertraut sind.

Der Aufstieg Asiens war und ist für Schwellenländeranleihen insgesamt sehr positiv. Asiatische Unternehmen haben in   der Regel höhere Ratings als vergleichbare Unternehmen in anderen Regionen und diesen Vorteil haben sie in den letzten fünf Jahren ausgebaut. Zudem sind die Ausfallquoten sehr niedrig – und nicht nur im Vergleich zu anderen Emittenten  aus Schwellenländern. Seit 2013 sind die Ausfallquoten bei spekulativen asiatischen Emittenten niedriger als bei ihren Pendants in den USA. Für die Anleger bedeutet der Aufstieg Asiens nicht nur eine größere Diversifizierung, sondern auch stabilere Renditen.

Das globale Umfeld verschlechtert sich für Anleihen, weil die Zentralbanken beginnen, die geldpolitischen Impulse zurückzuschrauben. Was bedeutet das für Unternehmensanleihen aus Schwellenländern? 

Die Schwellenländer kommen den Anlegern vielleicht nicht als erstes in den Sinn, wenn sich die Lage verschlechtert, aber Schwellenländeranleihen sind bestens positioniert, um Turbulenzen am breiteren weltweiten Anleihenmarkt zu  überstehen und sich als attraktive Quelle für Ertrag und Kapitalzuwachs zu behaupten. Zudem ermöglichen sie eine sinnvolle Diversifizierung.

ATTRAKTIVER WERT
Spread pro Hebel, Basispunkte/Verschuldungsgrad: Unternehmensanleihen Schwellenländer und USA

Quelle: Bank of America Merrill Lynch, Stand 31.10.2017

Das liegt daran, dass solche Wertpapiere im Allgemeinen kürzere Laufzeiten und höhere Kupons als andere gängige Anleiheformen haben. Dadurch ist ihre Duration – bzw. Sensitivität gegenüber steigenden Zinssätzen – mit 4,9 Jahren niedriger als bei auf US-Dollar lautenden Schwellenländer-Staatsanleihen (6,9 Jahre) und US-amerikanischen Investment-Grade-Unternehmensanleihen (7,4 Jahre).1 Eine niedrige Duration dürfte wertvollen Schutz bieten, da die US-Notenbank und andere große Zentralbanken in den Industrieländern ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten und Jahren straffen werden.

Hinzu kommt, dass das wirtschaftliche Umfeld für die Schwellenländer äußerst günstig ist. Unser Economics Team geht davon aus, dass die Volkswirtschaften der Schwellenländer 2018 real um 5,0% wachsen werden – mehr als doppelt so viel wie für die Industrieländer prognostiziert.

Darüber hinaus sind die Preise für Schwellenländeranleihen nicht so übertrieben hoch wie bei anderen festverzinslichen Anlageklassen. Das bedeutet, dass sie steigende Renditen auffangen und weiter attraktive Renditen erwirtschaften können. Eine unserer Bewertungsmethoden besteht darin, die Spreads pro Hebel zu analysieren – bzw. uns die Frage zu stellen, wie viel Rendite die Anleger im Verhältnis zur Verschuldung des Unternehmens erhalten. Auf dieser Grundlage bieten diese Anleihen gleichbleibend besseren Wert als US-Unternehmensanleihen (siehe Diagramm). Und da Unternehmensanleihen aus Schwellenländern kein homogenes Universum sind, haben einige Regionen sogar noch mehr Wert zu bieten, wie zum Beispiel einige lateinamerikanische Anleihen mit B-Rating.

Nicht zuletzt ist die Anlegerbasis sehr solide. Sie wird von institutionellen Anlegern beherrscht, die in der Regel einen längeren Anlagehorizont haben. Potenziell volatile börsengehandelte Fonds (ETFs) hingegen machen nur einen kleinen Teil des Markts für Schwellenländeranleihen aus. 

Wo sehen Sie bei Schwellenländeranleihen die attraktivsten Chancen für nächstes Jahr?

Wir betrachten unser Portfolio als Fußballmannschaft – ein Mix aus Positionen mit verschiedenen Merkmalen, die – wenn sie richtig kombiniert werden – die bestmöglichen Ergebnisse bringen.

DIE RICHTIGEN SPIELER AUSWÄHLEN
Auswahl der Investment-Positionen der Pictet-Emerging Market Credit-Strategie

Quelle: Pictet Asset Management, Stand 30.11.2017

In unserer Aufstellung setzt sich die Verteidigung – oder der Anker für unser Portfolio – unter anderem aus nicht- zyklischen Unternehmen wie saudi-arabischen Versorgern, deren Bonität und Fähigkeit zur Erwirtschaftung eines  stabilen Cashflows auch in Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwungs stark sein dürften, zusammen. Das Mittelfeld besteht aus Emittenten, die mittelfristig ein höheres Potenzial für Kapitalwachstum bieten, wie zum Beispiel  Konsumgüter und Bergbau. Unsere Stürmer schließlich sind unsere anspruchsvolleren Engagements, die langfristig das größte Potenzial aufweisen, aber auch etwas risikoreicher sind. Zu nennen sind hier insbesondere nigerianische Finanzunternehmen. Sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie erfolgreiche Anleiheemittenten sind, attraktive Fundamentaldaten vorweisen können und mit Ölpreisschwankungen zurechtkommen, was man von anderen Bereichen des nigerianischen Anleihenmarkts nicht unbedingt behaupten kann.

In den letzten fünf Jahren ist der Markt für Schwellenländeranleihen gewachsen, hat sich diversifiziert und ist gereift. Er hat auch bewiesen, dass er in der Lage ist, neben Kapitalgewinnen attraktive Erträge zu erwirtschaften. Unserer Ansicht nach dürfte das Potenzial für die nächsten fünf Jahre mit der richtigen Investment-Aufstellung sogar noch größer sein.


1) JP Morgan EM Bond-Indizes, Stand 31.10.2017

Über den Autor
Alain-Nsiona Defise kam 2012 als Leiter des Emerging Corporate Teams zu Pictet Asset Management. Zuvor arbeitete er bei JPMorgan in London, wo er das Geschäft im gleichen Bereich mit einem Wert von über 2 Mrd. USD leitete. Vor dem Wechsel zu JPMorgan war er neun Jahre lang bei Fortis Investments tätig, zuerst als Senior-Kreditanalyst mit Schwerpunkt Hochzinsmarkt und anschließend als Senior-Portfoliomanager. In dieser Funktion baute er den Bereich für festverzinsliche Schwellenländeranlagen auf.
Alain-Nsiona Defise erwarb den Master als Betriebswirtschaftsingenieur der Solvay Business School in Brüssel sowie ein Diplom als Finanzanalyst der Europäischen Union der Vereinigungen für Finanzanalyse.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 24
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Government Shutdown nur erneut verschoben

Jörg Angelé, RBI Wien, zu den US-Rentenmärkten.

In der Woche nach Weihnachten werden in den USA eine Handvoll Konjunkturdaten veröffentlicht. Von Interesse sind dabei im Wesentlichen das Conference Board Verbrauchervertrauen (Mi) und der Chicago PMI (Do). Beim Verbrauchervertrauen rechnen wir mit einem leichten Rückgang. Mit den von uns erwarteten 127,0 Punkten läge das Stimmungsbarometer aber noch immer näher bei seinem Allzeithoch als beim historischen Durchschnitt von 94 Punkten. Beim Chicago PMI rechnen wir mit einem neuerlichen Rückgang.

In der ersten Woche des neuen Jahres stehen mit dem Arbeitsmarktbericht (Fr) und dem ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe (Mi) gleich zwei Datenhighlights des Monats an. Was die Beschäftigungsentwicklung im Dezember angeht sind wir deutlich optimistischer als der Konsens. Wir rechnen mit einer Zunahme der Beschäftigung um 225.000, der Konsens geht von 185.000 aus. Nach zwei Monaten mit sehr schwachem Lohnwachstum dürften die durchschnittlichen Stundenlöhne im Dezember dank eines günstigen Kalendereffekts um 0,3 % bis 0,4 % zum Vormonat zugelegt haben. Bei der Arbeitslosenquote gehen wir anders als der Konsens nicht von einem Rückgang aus.

Die Rendite der 10-jährigen US Staatsanleihe hat in den letzten Tagen 12 Basispunkte auf 2,48 % zugelegt. Belastend wirkten für amerikanische Staatsanleihen wohl die vom Kongress beschlossene Steuerreform sowie ungebrochen gute Konjunkturdaten.

Die Kernpunkte der Steuerreform liegen in der Absenkung des Unternehmenssteuersatzes von 35 % auf 21 % sowie der Senkung der Einkommenssteuersätze. Quasi alle vorliegenden Analysen der Steuerreform kommen zum Ergebnis, dass der größte Teil der steuerlichen Entlastung auf Unternehmen und Individuen mit einem sehr hohen Einkommen entfällt. Anders als wiederholt von Präsident Trump behauptet, handelt es sich bei der Steuerreform bei weitem nicht um die größte Steuerreform in der Geschichte der USA. Die Entlastung von Unternehmen und Haushalten gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt liegt einer Schätzung des Committee for a Responsible Federal Budget (CRFB) zufolge bei 0,9 % über einen Zeitraum von zehn Jahren. Damit käme die Reform gerade einmal auf Platz 10 was die Entlastungswirkung früherer Steuerreformen angeht. Misst man die Entlastungswirkung anhand um die Inflation bereinigter absoluter USD-Beträge kommt die Reform mit USD 190 Mrd. immerhin auf Platz 4, liegt laut CRFB aber weit hinter der im Jahr 2012 unter Präsident Barack Obama beschlossenen steuerlichen Entlastung von USD 321 Mrd. Die konjunkturellen Auswirkungen der Steuerreform sehen wir aus den genannten Gründen daher als kurzlebig und überschaubar an. Wir gehen weder davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt in Folge der Reform nachhaltig stärker wachsen wird als im Schnitt der letzten fünf Jahre (2,2 % p.a.), noch dass 2018 und/oder 2019 mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als 2016 bzw. 2017. Im Gegenteil, angesichts des in weiten Teilen ohnehin schon leergefegten Arbeitsmarktes werden sich Unternehmen in den nächsten Quartalen zunehmend schwer tun, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden.

Einen Government Shutdown ab dem 22. Dezember hat der Kongress verhindert. Repräsentantenhaus und Senat stimmten für eine Verlängerung der Ausgabenermächtigung bis zum 19. Januar. Das Problem wurde also erneut nur verschoben.

Which of the major stockmarkets are 'cheap' going into 2018?

by Duncan Lamont, Head of Research and Analytics at Schroders.

We use five measures to value global stockmarkets and offer a colour-coded table to reflect value.

Finding value in stockmarkets at present is like looking for the sixpence in a Christmas pudding1. It’s there but it’s hard work finding it. Others round the table are likely to end up disappointed.

Stockmarkets have been on quite a run for several years now and 2017 has failed to disappoint. Unfortunately for investors, the gifts of those Christmases-past means that there is little left on the table for this year.

The table below shows a number of valuation indicators compared with their average (median) of the past 15 years, across five different regional equity markets. A description of each valuation indicator is provided at the end.

Figures are shown on a rounded basis and have been shaded dark red if they are more than 10% expensive compared with their 15-year average and dark green if more than 10% cheap, with paler shades for those in between.

As if a glass of red wine has been spilled over it, the table is stained red. With perhaps the exception of Japan, expensiveness abounds. No market is unequivocally cheap so all come with a health warning.

Japan stands out as the one market which could arguably make a case for being attractively valued.

It offers an above-average dividend yield and is cheap on a price/earnings basis. It also has the added support that profit margins are expanding and both monetary and fiscal policy are supportive.

However, even here some valuation indicators are on the expensive side and the market is highly exposed to risks from protectionism and North Korea.

Emerging markets have had a very strong 2017, returning more than 30% and outperforming developed markets in the process.

However, prices have now shifted to expensive territory on most bases and returns may moderate significantly.

Within the other major developed markets, there are slim pickings. The UK hints at cheapness but is very expensive on a trailing price/earnings basis and is heavily reliant on the oil price recovery holding out, due to oil companies making up such a large chunk of the market.

Brexit, of course, cannot be forgotten, although any weakness in sterling should benefit overseas earners and may provide a counterbalance to domestic weakness.

Europe is better placed than valuations would suggest. A cyclical recovery is underway and there is room for profit margins to expand and support earnings and stockmarket returns.

The US sticks out as being the most expensive market, but this is nothing new. It has been the case for a number of years.

Furthermore, the Trump administration’s tax reduction plans should provide a short term boost to corporate profitability and underpin prospects. Valuations are highly likely to count against the US market in the long term, but they are rarely in themselves the reason why markets take a turn for the worse.

Of course, past performance offers no guide to the future and your capital is at risk with any investment.

Five ways to measure stockmarket value – with pros and cons for each

Valuation is key to making investment decisions. Invest when markets are expensive and future returns are more likely to be poor over the medium to long term. Buy when markets are cheap and the odds are stacked much more in your favour.

But a word of warning – valuations are useless at predicting stockmarket behaviour over short timeframes when fear, greed and other noisy factors tend to dominate.

When considering equity valuations there are many different measures that investors can turn to. Each tells a different story. They all have their benefits and shortcomings so a rounded approach which takes into account their often-conflicting messages is the most likely to bear fruit.

Forward P/E

A common valuation measure is the forward price-to-earnings multiple or forward P/E. We divide a stockmarket’s value or price by the aggregate earnings per share of all the companies over the next 12 months. A low number represents better value.

An obvious drawback is that no one knows what companies will earn in future. Analysts try to estimate this but frequently get it wrong, largely overestimating and making shares seem cheaper than they really are.

Trailing P/E

This is perhaps an even more common measure. It works similarly to forward P/E but takes the past 12 months’ earnings instead. In contrast to the forward P/E this involves no forecasting. However, the past 12 months may also give a misleading picture.

This is particularly true if earnings have slumped but are expected to rebound. For example, UK equities are very expensive on this measure at present, partly because of past commodity price declines and the UK market’s large commodity exposure.

CAPE

The cyclically-adjusted price to earnings multiple is another key indicator followed by market watchers, and increasingly so in recent years. It is commonly known as CAPE for short or the Shiller P/E, in deference to the academic who first popularised it, Professor Robert Shiller.

This attempts to overcome the sensitivity that the trailing P/E has to the last 12 month’s earnings by instead comparing the price with average earnings over the past 10 years, with those profits adjusted for inflation. This smooths out short-term fluctuations in earnings.

When the Shiller P/E is high, subsequent long term returns are typically poor. One drawback is that it is a dreadful predictor of turning points in markets. The US has been expensively valued on this basis for many years but that has not been any hindrance to it becoming ever more expensive.

Price-to-book

The price-to-book multiple compares the price with the book value or net asset value of the stockmarket. A high value means a company is expensive relative to the value of assets expressed in its accounts. This could be because higher growth is expected in future.

A low value suggests that the market is valuing it at little more (or possibly even less, if the number is below one) than its accounting value. This link with the underlying asset value of the business is one reason why this approach has been popular with investors most focused on valuation, known as value investors.

However, for technology companies or companies in the services sector, which have little in the way of physical assets, it is largely meaningless. Also, differences in accounting standards can lead to significant variations around the world.

Dividend yield

The dividend yield, the income paid to investors as a percentage of the price, has been a useful tool to predict future returns.

A low yield has been associated with poorer future returns.

However, while this measure still has some use, it has come unstuck over recent decades.

One reason is that “share buybacks” have become an increasingly popular means for companies to return cash to shareholders, as opposed to paying dividends (buying back shares helps push up the share price).

This trend has been most obvious in the US but has also been seen elsewhere. In addition, it fails to account for the large number of high-growth companies that either pay no dividend or a low dividend, instead preferring to re-invest surplus cash in the business to finance future growth.

A few general rules...

Investors should beware the temptation to simply compare a valuation metric for one region with that of another. Differences in accounting standards and the makeup of different stockmarkets mean that some always trade on more expensive valuations than others.

For example, technology stocks are more expensive than some other sectors because of their relatively high growth prospects.

A market with sizeable exposure to the technology sector, such as the US, will therefore trade on a more expensive valuation than somewhere like Europe. When assessing value across markets, we need to set a level playing field to overcome this issue.

One way to do this is to assess if each market is more expensive or cheaper than it has been historically, as we have done above.

Finally, investors should always be mindful that past performance and historic market patterns are not a reliable guide to the future.


1. A British Christmas tradition is to hide a coin in the Christmas pudding for one lucky recipient to find.

This article has first been published on schroders.com.

Mündelsicherheit und Kursschwankungen, passt das zusammen?

Für die Veranlagung von Mündelgeldern stehen unterschiedliche Veranlagungsalternativen zur Verfügung. Eine davon ist die Veranlagung in Österreichische Staatsanleihen bzw. in einen Fonds, der in diese Papiere investiert. Häufig wird die Qualität der Mündelsicherheit, welche sich auf die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls der Zins- und Rückzahlungen bezieht, mit dem Fehlen von Kursschwankungen gleichgesetzt.

Um den Unterschied zwischen dem Merkmal der Mündelsicherheit und dem Merkmal der Kursschwankungen näher zu erläutern, haben wir mit dem ESPA BOND EURO-MÜNDELRENT einen Investmentfonds ausgewählt, der für die Veranlagung von Mündelgeldern seit vielen Jahren gerne herangezogen wird.

Die wichtigsten Erkenntnisse vorweg:

  • Mündelsicherheit bezieht sich auf die Bonität der Veranlagung
  • Anleihen (auch wenn sie mündelsicher sind) unterliegen Kursschwankungen

Weiters gehen wir darauf ein, ob sich ein Investment in den ausgewählten Fonds im aktuellen Marktumfeld anbietet.

ESPA BOND EURO-MÜNDELRENT

Der Fonds investiert in mündelsichere Anleihen österreichischer Emittenten, welche auf Euro lauten (Bundesanleihen, Pfandbriefe und fundierte Bankschuldverschreibungen). Alle diese Anlagen (der Schwerpunkt liegt auf österreichischen Bundesanleihen) bieten eine sehr hohe Bonität.

In den letzten Jahren gab es einen Trend zu fallenden Renditen bei Anleihen mit guter Bonität – wie es auch österreichische Staatsanleihen sind. Das bedeutet, dass bestehende Anleihen stark im Kurs gestiegen sind. Von diesem Trend konnten auch die Anleihen im ESPA BOND EURO-MÜNDELRENT profitieren und somit kann der Fonds eine durchaus respektable historische Wertentwicklung vorweisen.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung (Performance) des Fonds über die letzten 10 Jahre sowie die Entwicklung der Rendite für österreichische Staatsanleihen im gleichen Zeitraum. Gut zu erkennen ist auch der Zusammenhang zwischen der Rendite und der Performance.

Grafik: Entwicklung ESPA BOND EURO-MÜNDELRENT, 10 Jahre
Quelle: Datastream, Daten per 08.12.2017
Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode.
In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 2,50 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt.
Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Die Wertentwicklung bei einem Anleihefonds setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Zinszahlungen der Anleihen (Kupons)
  • Veränderung der Anleihekurse (Kurssteigerungen oder Kursrückgänge)

Die Renditen bei Anleihen mit guter Bonität, wie es auch österreichische Staatsanleihen sind, sind in den letzten 10 Jahren tendenziell gesunken. Das bedeutet, dass im Fonds neu erworbene Anleihen einen niedrigeren Kupon aufweisen. Somit konnten in Summe immer weniger Zinszahlungen lukriert werden. Im Gegenzug wirken sich sinkende Renditen der im Fonds befindlichen Anleihen aber positiv auf deren Wertentwicklung aus. Wenn man die Ergebnisse betrachtet, kann man feststellen, dass es sich bei diesem Fonds dadurch in der Vergangenheit um ein sehr ertragreiches Investment gehandelt hat. In den letzten 12 Monaten war der Gesamtertrag jedoch negativ (u.a. weil die Renditen etwas angestiegen sind).

Tabelle: Performance ESPA BOND EURO-MÜNDELRENT
Quelle: ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Stichtag: 30.11.2017

Wie kann man die zukünftigen Ertragschancen einschätzen?

Wie oben erwähnt sind die Renditeniveaus in den vergangen Jahren stark gesunken. Werfen wir daher zunächst einen Blick auf die aktuellen Renditen für die Anleihen, die für diesen Fonds erworben werden:

Grafik: Renditestrukturkurve österreichische Staatsanleihen
Quelle: Datastream, Daten per 11.12.2017
Hinweis: Die Entwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.

Die Zinskurve (Renditestrukturkurve) für österreichische Staatsanleihen stellt die Rendite bezogen auf die Restlaufzeit in Form einer Grafik dar. Anleihen mit hoher Qualität sind aktuell sehr gefragt und weisen bereits niedrige Renditen auf. Staatstitel mit einer Restlaufzeit bis 6 Jahre rentieren unter Null Prozent. Das bedeutet: Eine Veranlagung verbunden mit einem Halten bis zur Fälligkeit der Anleihe führt zu einem Kapitalverlust! Auch für eine 10-jährigen Restlaufzeit halten sich die Zinserträge in Grenzen.

Wenn man berücksichtigt, dass eventuell noch Spesen und Steuern für diese Investments anfallen, kann man erkennen, dass es sich bei diesen Anleihen aktuell nicht um besonders attraktive Anlagen handelt, wenn man die zukünftigen Ertragschancen betrachtet.

Zu beachten ist:

  • Zinserträge sind in den kommenden Jahren bestenfalls nur in sehr geringem Umfang zu erwarten.
  • Kursgewinne würden sich nur einstellen, wenn die Zinsen noch weiter fallen.
  • Bei steigenden Renditen sind Kursverluste zu erwarten!

ESPA BOND EURO-MÜNDELRENT – Historie vs. Ausblick

Der Fonds konnte in den vergangenen Jahren attraktive Erträge für die Anlegerinnen und Anleger erzielen. Die langfristige Veranlagung in österreichische Staatsanleihen war zweifellos aus Investorensicht eine sehr gute Entscheidung.

Wiegt man nun die zukünftigen Chancen ab, dominieren sehr niedrige bis negative Zinsen bei den Anleihen, die für den Fonds erworben werden können und eventuell auch Kursrückgänge bei den Anleihen im Falle von steigenden Renditen. Beides sind für Anleihe-InvestorInnen nachteilige Komponenten. Um die negativen Auswirkungen von möglicherweise steigenden Renditen auf die Kursentwicklung des Fonds zu beschränken, wurde das Anlageuniversum im November 2017 angepasst und das entsprechende Risiko reduziert.

Aus Ertragssicht drängen sich neue Investments in diesen Fonds dennoch nicht auf und bestehende Investments sollten hinsichtlich möglicher Umschichtungen in Anlagen mit höheren Ertragschancen überdacht werden.

Falls jedoch Wert auf eine Veranlagung in Anleihen mit sehr hoher Bonität bzw. in österreichische Staatsanleihen gelegt wird, ist dieser Fonds eine passende Wahl.

Die Erkenntnisse

Jeder Fonds hat einen zugrunde liegenden Markt, in den investiert werden kann bzw. muss. Euro-Staatsanleihen mit sehr guter und guter Bonität waren in der Vergangenheit ein gutes Investment. Mit vielen Fonds, die in diesem Segment veranlagen, waren in den letzten Jahren überproportional hohe Erträge zu erzielen. Für die kommenden Jahre sieht das Bild eher umgekehrt aus, denn die Ertragsmöglichkeiten sind sehr begrenzt und es sind auch Jahre mit negativen Ergebnissen zu erwarten.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Moderate Zinsanstiege dürften Immobilienbewertungen nicht wesentlich beeinflussen

„Unser Ausblick für den Vermietungsstand von Immobilien mit Investmentgrade ist positiv“, sagt Stephen Hayes, Head of Global Property Securities bei First State Investments. „ Dies führen wir einerseits auf die verbesserte Weltwirtschaft andererseits auf die sinkenden Arbeitslosenzahlen in den meisten Industrienationen zurück. Das bestehende Niedrigzinsumfeld hat die privaten Marktwerte gestützt. Während das Immobilienangebot in einigen Märkten wieder steigt, sind Projektentwickler und Vermieter jedoch immer noch in der Lage, neue Vorhaben zu realisieren. In den meisten Märkten erzeugt die Kombination aus starker Mietnachfrage und neuen Angeboten ein Marktgleichgewicht. Ein moderater Zuwachs auf dem Mietmarkt sowie hohe Vermietungsstände unterstützen zudem den Anstieg des Cashflows. Wir erwarten daher, dass die Zinsen in 2018 leicht ansteigen, was eine kurzfristige Volatilität im Markt auslösen könnte. Allerdings rechnen wir insgesamt nicht mit veränderten Bewertungen aufgrund leichter Zinsanstiege.

In den Vereinigten Staaten dürfte der Mietsektor für Einfamilienhäuser (freistehende Objekte) durch anstehende Steuerreformen und leicht steigender Zinsen weiter in guter Form bleiben. Auch Hotels sollten von einer verbesserten Wirtschaft und steigenden Unternehmensausgaben profitieren. Dem Büromarkt an der Westküste könnte indes ein starkes Beschäftigungswachstum zugutekommen.

Innerhalb Europas könnte sich hingegen der Büromarkt in Paris und Madrid verschärfen. Leerstandsquoten auf den Märkten dürften auf ein niedriges Niveau absinken und einem deutlichen Mietwachstum gegenüberstehen. Der deutsche Wohnungsmarkt ist unserer Ansicht nach für anhaltenden Cashflow gut aufgestellt, vor allem in Berlin.

In Großbritannien erwarten wir, dass sich das Wirtschaftswachstum in 2018 weiter verlangsamen wird, da Entscheidungsprozesse bis zur finalen Ausfertigung des BREXIT auf Eis liegen. Der Büromarkt in London wird voraussichtlich einen leichten Anstieg der Leerstandsquote spüren. Die Einzelhandelsumsätze dürften aufgrund der importierten Inflation, die sich auf die Haushaltsfinanzen auswirkt, gedämpft werden.

Die verbesserte Wirtschaftslage in Japan wird voraussichtlich den Büromarkt in Tokio unterstützen. Dies wird unserer Meinung nach durch hohe Mietnachfragen ausgelöst, die über dem Angebot liegt. Somit könnten die Leerstandsquoten weiterhin niedrig bleiben. Die Immobilienmärkte in Singapur und Hongkong sind unserer Ansicht nach für 2018 gut positioniert, da die Regionalwirtschaft durch den verbesserten Welthandel unterstützt wird.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 30. September 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Zuflüsse in ETPs aufgrund von taktischen Allokationen

In der vergangenen Woche flossen 26 Mio. USD in Platin- und Silber-ETPs. Zugleich wurden aus Rohstoffkorb- und Palladium-ETPs 25 Mio. USD abgezogen. Bei Rohöl-ETPs kam es aufgrund der Zuflüsse in Short-ETPs zum ersten Mal seit September wieder zu Netto-Zuflüssen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Thematische Aktien- und EuroSTOXX-ETPs verzeichneten Zuflüsse, da die Brexit-Verhandlungen nun die Handelsbeziehungen zum Gegenstand haben.

Die den Erwartungen entsprechenden Notenbankentscheidungen führten in der vergangenen Woche zu geringen Zuflüssen in Aktien-, Energie- und Edelmetall-ETPs. Das Ergebnis der Notenbanksitzungen wurde in der vergangenen Woche fast nicht zur Kenntnis genommen. Die Fed hob ihren Leitzins am Mittwochabend um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent an, wobei die Entscheidungsträger weiterhin mit drei weiteren Zinserhöhungen im nächsten Jahr rechnen. Der US-Dollar gab am selben Tag um 0,7 Prozent nach, konnte seine Verluste aber wieder aufholen. In Europa erhofften sich die Anleger Klarheit über das künftige Auslaufen der quantitativen Lockerung der EZB, wurden aber enttäuscht. Die EZB hob stattdessen die Wachstumsprognose für die Eurozone 2018 an, was darauf hindeutet, dass die Inflation weiter zunimmt und die Notenbank womöglich früher als erwartet handeln muss. „In Großbritannien ließ Carney, der Gouverneur der Bank of England, den Basiszins unverändert, obwohl die Inflation im November sprunghaft auf 3,1 Prozent kletterte. Für 2018 prognostizieren die Notenbanken ein starkes Wachstum und bessere Arbeitsmarktbedingungen, was sich auf die Vermögenspreise generell unterstützend auswirken dürfte“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

In der vergangenen Woche flossen 26 Mio. USD in Platin- (A0N62D) und Silber-ETPs (A0N62F) . Zugleich wurden aus Rohstoffkorb- (A0N62H) und Palladium-ETPs (A0N62E) 25 Mio. USD abgezogen. Bei Platin-ETPs kam es mit 14,4 Mio. USD zum ersten Mal seit Oktober wieder zu Zuflüssen, während sie sich bei Silber-ETPs mit 12 Mio. USD in der vierten Woche in Folge fortsetzten. Der Preis von Platin fiel in der vergangenen Woche um 1,1 Prozent auf 882 USD/oz., sodass der Abstand zu Palladium mit 146 USD/oz. den höchsten Stand seit 2001 erreichte. Der Silberpreis andererseits stieg im gleichen Zeitraum um 1 Prozent auf fast 16 USD/oz., da sich die Industriemetalle weiter erholten. „Zugleich wurden 20,1 Mio. USD aus  Rohstoffkorb-ETPs und 5Mio. USD aus Palladium-ETPs abgezogen. Dies legt nahe, dass es um taktische Umschichtungen in Edelmetall-ETPs handelt, die eine bessere Chance bieten“, so Hein.

Bei Rohöl-ETPs kam es aufgrund der Zuflüsse in Short-ETPs zum ersten Mal seit September wieder zu Netto-Zuflüssen, und zwar in Höhe von 12,6 Mio. USD, so hoch wie zuletzt im Juli. Allein in Short-Rohöl-ETPs flossen trotz der geringen Preisänderungen in der vergangenen Woche 23 Mio. USD. „Long-Rohöl-ETPs (A1N49P) andererseits verzeichneten Abflüsse in Höhe von 10,1 Mio. USD. Die von der OPEC angekurbelte Rally könnte entsprechend an ihre Grenzen stoßen, da die Marktteilnehmer mit einer kurzfristigen Preiskorrektur rechnen. Den jüngsten Daten zufolge stieg die Förderung in den USA um weitere 73.000 Barrel pro Tag , während der unerwartet hohe Rückgang der US-Lagerbestände anhält“, sagt Hein.

Thematische Aktien ziehen nach wie vor Gelder an. Zugleich erhöhen die Anleger ihr Engagement in EuroSTOXX-ETPs. „In der vergangenen Woche verzeichneten thematische Aktien Rekordzuflüsse in Höhe von 12,3 Mio. USD, wobei insbesondere der Robotik-ETP (A12GJD) mit 7,9 Mio. USD hervorstach. Ferner lenkten die Anleger 12,3 Mio. USD in EuroSTOXX-ETPs, da die Brexit-Verhandlungen nach einem turbulenten Monat mit vielem Hin und Her in die zweite Phase gehen“, schließt Hein.

Absolute Return – unbegrenzte Möglichkeiten und günstige Fallschirme

Anleger blicken derzeit eher pessimistisch auf die Entwicklung der Anleihenmärkte – nicht zuletzt, weil die Sorge über eine stärker anziehende Inflation zunimmt. Niedrige absolute Renditen und eine geringe Volatilität liefern darüber hinaus weiteren Grund zur Annahme, dass sich Aktien besser entwickeln könnten als Anleihen. Mit einem Absolute-Return-Ansatz können Anleger sich in diesem Umfeld dennoch gut positionieren: „Vor dem Hintergrund allmählich steigender Zinsen, flacher Renditekurven und Rücknahmen der quantitativen Lockerungsprogramme ist ein Absolute-Return-Ansatz für festverzinsliche Anlagen ideal“, sagt Tim Haywood, Investment Director bei GAM. Absolute-Return-Anleihenfonds streben danach, das Kapital zu erhalten und ungeachtet der Marktbedingungen konstant positive Erträge zu erzielen. „Die Fähigkeit, das Vermögen sowohl auf verschiedene Sektoren als auch über Long- und Short-Positionen zu verteilen, ermöglicht, auf ein besonders breites Spektrum an Chancen und Renditequellen zuzugreifen. Diese Flexibilität ist eine wichtige Voraussetzung für den Schutz des Kapitals der Kunden“, sagt Haywood.

Schwieriges Marktumfeld

Das Marktumfeld für Anleihen erweist sich als herausfordernd. So fällt Haywood zufolge das Risiko-Rendite-Profil von Staatsanleihen nach einer fast 40-jährigen Hausse negativ asymmetrisch aus. Dies verdeutliche ein Stresstest: Bei einer Rückkehr der Rendite von zehnjährigen britischen Staatspapieren auf ihren historischen Durchschnittswert von 5,2 Prozent würden Anleger einen Marktwertverlust von rund 30 Prozent erleiden. Selbst wenn sich die britischen Renditen lediglich an das Niveau der US-Renditen anglichen, würden Anleger etwa 7 Prozent einbüßen. Aus geldpolitischer Sicht könnten zudem im Jahr 2018 bis zu drei weitere Zinserhöhungen durch die Fed um jeweils 25 Basispunkte folgen und für fallende Anleihenkurse sorgen. 

Günstig absichern

„Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, sich auf ein solches Umfeld einzustellen. Unter anderem mit Relative-Value-Trades, ‚Steepener-Anleihen‘, die auf eine steilere Renditekurve setzen, sowie direkten Short-Positionen“, sagt Haywood. Angesichts der Rücknahme der quantitativen Lockerungsprogramme bieten sich unkonventionellere Maßnahmen an. „Anleger können beispielsweise nicht nur Kreditabsicherungen kaufen, sondern auch ‚Versicherungen auf Versicherungen‘: Durch den Kauf einer so genannten Receiver-Option können sie sich zu sehr geringen Kosten gegen eine noch stärkere Verengung der Kreditspreads absichern“, so Haywood. Dies sei potenziell attraktiv, da das absolute Einstiegsniveau für den Kauf von Kreditabsicherungen so niedrig sei. Sollte ein Schockereignis eintreten, stelle die Kombination effektiv einen kostengünstigen Fallschirm dar.

Wandelanleihen seien eine weitere Option für Anleger, die die Entwicklung von Anleihen pessimistischer als die von Aktien sehen. „Die Unternehmensanleihenkomponente hat zwar angesichts der niedrigen Zinssätze und engen Kreditspreads keinen großen Wert mehr. Die Aktienoption könnte jedoch erheblich im Wert steigen, wenn der Markt kräftig zulegt“, so der Experte weiter.

Herausforderungen und Chancen für festverzinsliche Anlagen

In den vergangenen Monaten waren Anleger mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Die erhöhten politischen Spannungen sprachen für den Umstieg auf defensive Anlagen, während die Möglichkeit steigender Zinssätze darauf hindeutete, dass ein solcher Wechsel teuer werden könnte. „Es stimmt, dass sich ein Umfeld der geldpolitischen Normalisierung für viele traditionelle Anleihenanleger als tückisch erweisen könnte. Doch die in den Finanzmedien vorherrschenden negativen Prognosen halten wir für zu pessimistisch. Tatsächlich schaffen die Abweichungen, die wir allmählich zwischen den Zentralbanken in Industrie- und Schwellenländern beobachten können, eine Fülle von Chancen für festverzinsliche Anlagestrategien ohne Einschränkungen. Dank der engen Kreditspreads können  sich Absolute-Return-Anleger günstige Schnäppchen sichern. Aufgrund der niedrigen Volatilität kostet es auch nicht viel, das Portfolio gegen einen Anstieg der Volatilität abzusichern“, schließt Haywood.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Gute Entwicklung bei Hybridanleihen

Roman Swaton, Fondsmanager des ERSTE BOND CORPORATE PLUSSeit dem Fondsstart des Hybridanleihenfonds ERSTE BOND CORPORATE PLUS ist ein Jahr vergangen. Aus diesem Anlass hat die Erste Asset Management Fondsmanager Roman Swaton 3 Fragen zu dem von ihm gemanagten Fonds gestellt.

Der ERSTE BOND CORPORATE PLUS hat in seinem ersten Jahr eine Wertentwicklung von 8,85 Prozent* erreicht. Warum hat sich der Fonds im aktuellen Niedrigzinsumfeld so gut entwickelt?

Unternehmensanleihen waren das ganze Jahr über stark nachgefragt. Die Konjunktur in Europa boomt, das ist gut für Umsatz und Wachstum und stützt das Vertrauen der Investoren. Europäische Unternehmen sind international gesehen relativ gering verschuldet und halten auch entsprechend hohe liquide Mittel in ihren Bilanzen. Im etwas höher verzinsten Nischensegment der Hybridanleihen und nachrangigen Bankanleihen sind die Renditen 2017 besonders stark gesunken und sorgten seit Jahresbeginn für eine Performance von über 8 Prozent im Fonds. Die aktuelle Rendite im Fonds beträgt 1,85 Prozent (Stand 15.12.2017).

Erwähnenswert ist hier der Beitrag von französischen Emittenten. Mit rund 1/3 des Portfolios gehört Frankreich zu den am stärksten vertretenen Ländern im Fonds. Daher wirkte sich die Erleichterung nach den französischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Frühjahr 2017 deutlich positiv auf die Performance aus. Die Sektoren Energie und Versorger mit Unternehmen wie OMV AG oder Total haben zusammen ein relativ hohes Gewicht von 37 Prozent. Demnach wirkte sich der in der zweiten Jahreshälfte 2017 gestiegene Ölpreis – nicht zuletzt dank der zwischen OPEC und Russland vereinbarten Förderquoten – unterstützend auf die Kursentwicklung der Anleihen aus diesen Sektoren aus.

Wo stehen wir jetzt?

Per 12.12. ist der Fonds gegenüber dem Zinsrisiko etwas vorsichtiger aufgestellt als zu Jahresbeginn. Das Durchschnittsrating ist mit BBB nahezu unverändert gegenüber jenem zum Startzeitpunkt von BBB+. Die marginale Kreditverschlechterung ist der Rating-Herabstufung von Energie Baden Württemberg geschuldet und dem Upgrade der nachrangigen Emission von Volvo auf Investment Grade, wodurch diese Anleihe investierbar wurde.

Neu dazugekommen sind die Emittenten Danone und Evonik, die im Zusammenhang mit Zukäufen von anderen Unternehmen erstmalig Hybridanleihen emittierten. Erwähnenswert ist dabei, dass mit der Anleihe der BBB- gerateten Danone erstmals eine Hybridanleihe mit einem Kupon von unter 2 Prozent am Markt platziert werden konnte.

Wie sind die Aussichten für 2018?

Wir gehen davon aus, dass das Emissionsvolumen 2018 ein wenig höher sein wird als 2017. Der Grund dafür ist, dass viele Hybridemissionen 2018 das erste Call Datum haben und refinanziert werden sollten. Darüber hinaus rechnen wir aber mit nur wenig neuen Emittenten von Hybridanleihen. Durch die tendenziell gute Liquiditäts-Situation der europäischen Unternehmen gibt es weniger Bedarf an Hybridemissionen. Eine Ausnahme davon bieten Emissionen im Rahmen von Firmenfusionen und –übernahmen. Hier sind die Emittenten daran interessiert sich die aktuell niedrigen Risikoaufschläge für die nächsten Jahre zu sichern und das Senior-Anleiherating durch eine Hybridanleihe-Emission zu stärken.

In der ersten Jahreshälfte sehen wir den Markt für Hybridanleihen gut unterstützt. Mit einer Wertentwicklung wie 2017 rechnen wir jedoch nicht. Die Europäische Zentralbank wird ihr Ankaufsprogramm zwar reduzieren, jedoch wird erwartet, dass die Reduktion bei Staatsanleihen stärker ausfällt als bei Unternehmensanleihen. Auch wenn Hybridanleihen nicht direkt von der Europäischen Zentralbank gekauft werden können, stützt das Ankaufprogramm indirekt dieses Segment. Die Renditeaufschläge von Hybridanleihen im Vergleich zu Senior-Anleihen derselben Emittenten halten wir immer noch für attraktiv und die Kupons sorgen für einen ansprechenden laufenden Ertrag.

Bei allen positiven Faktoren ist jedoch auch immer zu berücksichtigen, dass nicht vorhersehbare Marktereignisse eintreten können. Kommt es dazu, muss man bei den historisch niedrigen Renditen mit höherer Volatilität und phasenweise stärkeren Korrekturen rechnen. Eine große Unbekannte ist die Auswirkung des Endes des Anleihen-Ankaufprogrammes der EZB mit 30. September 2018.


*Zeitraum: 12.12.2016 bis 12.12.2017., Quelle: ERSTE SPARINVEST Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt in Euro und ohne Berücksichtigung des Ausgabeaufschlages (Höhe siehe Basisdaten zum Fonds), Steuern und weiterer ertragsmindernder Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren. Die Verwaltungsgebühr wird berücksichtigt. Wertentwicklungen unter zwölf Monaten haben aufgrund der kurzen Dauer wenig Aussagekraft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Bitcoin-Bewertung: Grenzkosten

Der Stromverbrauch beim Bitcoin-Mining entspricht derzeit dem Verbrauch von rund 600.000 Haushalten oder Ausgaben in Höhe von 3,4 Mio. USD täglich. Dieser Wert wird sich bis Ende 2018 verdoppeln. Die aktuellen Mining-Kosten bei Bitcoin implizieren Produktionsgrenzkosten von 2.250 USD. Inklusive Anschaffungskosten für die Hardware belaufen sich diese auf 4.300 USD, so James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy, at ETF Securities. Die aktuellen Bitcoin-Preise scheinen nur unter der Prämisse einer massenhaften Verbreitung gerechtfertigt zu sein, die derzeit noch gering ausfällt.

Ist Bitcoin nützlich, und wie kann eine Bewertung erfolgen?

Dies sind vermutlich die beiden wichtigsten Fragen bei der Beurteilung, ob es sich bei Bitcoin um eine zukunftsfähige Anlage handelt. Die erste Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zu beantworten. Bitcoin entspricht in etwa einem Start-up-Unternehmen, das potenziell eine gute Idee darstellt, dessen Markt allerdings noch nicht groß genug ist, um seine Tragfähigkeit zu belegen. Doch sind bereits erste Anzeichen des Potenzials zu erkennen: Bitcoin verfügt über Anhänger, ist wohlbekannt und wird von Einzelhändlern allmählich als Zahlungsmittel akzeptiert, ebenso wie in einigen Schweizer Kantonen für Steuerzahlungen. Unseres Erachtens stellen Kryptowährungen eine aufstrebende digitale Anlageklasse dar, die angesichts des attraktiven Konzepts Potenzial aufweist, das sie aber erst noch unter Beweis stellen muss. Zudem bestehen nach wie vor berechtigte Sorgen im Hinblick auf die Volatilität und die aktuellen Bewertungen. Entsprechend sollten Anleger wie bei Investitionen in ein Start-up-Unternehmen weiter Vorsicht walten lassen.

Um was für eine Anlage handelt es sich?

Bitcoins lassen sich als Anlage nur sehr schwer kategorisieren. Sie weisen einige Merkmale einer Währung auf, stellen an sich ein Tauschmittel dar, sind derzeit aber nicht so stabil wie der US-Dollar und ähnlich starken Schwankungen unterworfen wie einige Frontier-Markt-Währungen. Zudem ähneln sie einem Rohstoff, da sie mittels wertvoller Ressourcen (Energie und Computer-Hardware) erstellt („gemint“) werden und eine endliche Ressource darstellen. Es ist fraglich, ob das Mining einen Sinn ergibt. Gleichwohl lässt sich diese Logik aber auch auf Gold anwenden, da es in nur sehr begrenztem Maße in der Industrie Anwendung findet (Gold weist, wie im Beitrag Disruptive Themen beflügeln die künftige Rohstoffnachfrage dargelegt, gute industrielle Merkmale auf, kommt aufgrund der aktuellen Preise in diesem Bereich aber kaum zum Einsatz). Letztendlich erachten Bergbauunternehmen und Anleger Gold als Wertanlage und daher als erstrebenswert. Dies gilt in zunehmendem Maße auch für Bitcoin. Im Wesentlichen findet der Abbau und die Prägung von Bitcoins mittels Megawatt anstelle von Schaufeln und Prägestempeln statt.

Bewertung von Bitcoin

Es gibt verschiedene Arten, Bitcoin zu bewerten. Aufgrund der Ähnlichkeit mit Rohstoffen erscheint uns aber eine Berechnung der Produktionsgrenzkosten sinnvoll. Zwar variiert dies bei Rohstoffen mit den Veränderungen des Angebots und der Nachfrage. Dennoch stellt dies eine effektive Methode dar, den langfristigen Gleichgewichtspreis zu ermitteln. Bitcoin bilden insofern eine Ausnahme, als das Angebot vorhersagbar ist, da es durch die Struktur des zugrunde liegenden Algorithmus bestimmt wird. Der Bitcoin-Algorithmus legt fest, dass sich die Mining-Vergütung nach einer bestimmten Anzahl geminter Blöcke halbiert. Die Bitcoin-Vergütung entwickelt sich linear, und dies wird sich vermutlich fortsetzen, solange das Mooresche Gesetz5 für exponentielles Wachstum bei der Rechnerleistung Bestand hat. Der letzte Bitcoin wird voraussichtlich bis 2130 gemint werden, wobei 99 Prozent aller Bitcoins bereits bis 2027 „abgebaut“ werden dürften. Die Mining-Geschwindigkeit könnte gesteigert werden, was aber vom Erfolg von Quanten-Computern abhängt, die den Bitcoin-Algorithmus zumindest in der Theorie deutlich schneller lösen könnten. Dies hätte aber womöglich einen deutlich höheren Stromverbrauch zur Folge.

Die Wachstumsrate der Hashs im Bitcoin-Netzwerk, mit der die Mining-Geschwindigkeit von Bitcoin-Blöcken gemessen wird, kann zusammen mit dem bekannten Stromverbrauch zur Schätzung der Stromkosten herangezogen werden. Diese stellen das Äquivalent zu den Produktionsgrenzkosten dar, die oftmals bei der Bewertung von Rohstoffen zum Einsatz kommen.

Schätzung historischer Stromkosten

Bitcoins traten Ende 2009 in Erscheinung. Damals wurden sie von begeisterten Anhängern auf deren Privatrechnern gemint, was zu der Zeit zwar rentabel, aber äußert ineffizient war. In der Folge begannen die Hersteller, dedizierte ASIC6-Miner zu verkaufen, welche die Effizienz enorm steigerten. Diese ASIC-Miner kamen 2013 auf, und jedes neue Modell zeichnete sich durch eine noch höhere Hash-Rate aus, was zu einem explosionsartigen Anstieg der Gesamt-Hash-Rate des Netzwerks führte, da immer mehr Miner hinzukamen. Der Stromverbrauch dieser kommerziellen Bitcoin-Miner ist bekannt, ebenso wie die Gesamt-Hash-Rate. Anhand historischer Stromkosten weltweit schätzen wir den Stromverbrauch auf derzeit 1,5 Gigawatt/Stunde. Dies entspricht dem Verbrauch von rund 600.000 Haushalten oder Ausgaben in Höhe von 3,4 Mio. USD täglich. Bei der aktuellen Wachstumsrate des Bitcoin-Netzwerks werden sich die derzeitigen Stromkosten bis Ende 2018 verdoppeln.

Produktionsgrenzkosten

Zur Berechnung der Produktionsgrenzkosten wird die Gesamtzahl der pro Tag geminten Bitcoins durch die Mining-Kosten dividiert: anhand der aktuellen Verbrauchs- und Produktionsniveaus ergibt sich somit ein Wert von rund 2.250 USD, der deutlich unter dem gegenwärtigen Kurs liegt. Berücksichtigt man allerdings die Anschaffungskosten für Hardware zum Bitcoin-Mining, und geht man dabei von einem zweijährigen Austauschzyklus aus, so erhöhen sich die derzeitigen Produktionsgrenzkosten auf 4.300 USD.

Künftige Grenzkosten

Da sich die Hash-Rate des Netzwerks gemäß dem Mooreschen Gesetz entwickeln dürfte und der Schwierigkeitsgrad beim Mining linear zunimmt, können die Stromkosten geschätzt werden. Das Streudiagramm unterstreicht diese enge Beziehung zwischen Kurs und Mining-Schwierigkeit.

Sollte das historische Verhältnis zwischen Mining-Schwierigkeitsgrad und Kosten Bestand haben, so dürfte sich der Stromverbrauch ausgehend von den aktuellen Niveaus bis Ende 2018 verdoppeln. Wir rechnen bis Ende nächsten Jahres mit einem Anstieg der Grenzkosten von Bitcoin auf 4.230 USD oder 6.500 USD (einschließlich der Anschaffungskosten für Hardware). Erst Ende 2019 nähern sich die Grenzkosten dem heutigen Kurs an. Allerdings wird sich die Vergütung für das Bitcoin-Mining (wie durch den Bitcoin-Algorithmus bedingt) bis Anfang 2020 halbieren und die Grenzkosten auf rund 16.000 USD treiben.

Dabei stellt die Grenzkosten-Methode nur einen Bewertungsansatz von vielen dar. Es könnte angeführt werden, dass die derzeit hohen Bewertungen gerechtfertigt sind, da sich eine massenhafte Verbreitung trotz der geringen Wahrscheinlichkeit wesentlich auf den Kurs auswirken würde. Möglicherweise ist dies der Grund für die umfangreichen Spekulationsgeschäfte. Ein weiterer Ansatz wäre das Metcalfesche Gesetz, welches besagt, dass der Wert eines Netzwerks dem Quadrat der Nutzer entspricht, wobei aber die Zahl der Nutzer nur schwer feststellbar ist. Wenigstens wissen wir nun, wie hoch die Kosten sind.


1) Das Gesetz besagt, dass sich die Zahl der Transistoren in einem integrierten Schaltkreis etwa alle zwei Jahre verdoppelt
2) ASIC – Application-specific integrated circuit (Anwendungsspezifische integrierte Schaltung)

Hier finden Sie den vollständigen Ausblick 2018 von ETF Securities.

Emissions-Boom am indischen Aktienmarkt

Viele Unternehmen nutzen den aktuellen Aufschwung der indischen Wirtschaft und gehen mit großem Erfolg an die Börse. Deutliche Überzeichnungen der Neuemissionen zeigen das starke Interesse der Investoren an Aktien, da die Renditen traditioneller Anlageklassen wie Real Estate oder Fixed Income derzeit stagnieren.

„Wir erleben derzeit einen regelrechten Run auf das indische Börsenparkett“, sagt Vinay Agarwal, Portfolio Manager bei First State Stewart Asia. „Seit 2016 haben rund 50 indische Unternehmen ihre Börsennotierung aufgenommen. Unserer Ansicht nach ist diese Entwicklung auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Historisch gesehen war die Sparquote der Haushalte in Indien schon immer relativ hoch (500 Mrd. US-Dollar). Allerdings war davon lediglich ein kleiner Teil in Finanzinstrumente investiert – ganz zu schweigen von Aktien. Die Bargeldreform im November 2016 führte jedoch dazu, dass private Anleger und Unternehmen ihre Ersparnisse zunehmend in Finanzwerte investieren. Die Assetklassen Fixed Income und Real Estate standen hier von je her im Fokus – nicht zuletzt, weil beide über eine Dekade hinweg solide Renditen erwirtschafteten. Nun stagnieren diese im Bereich Real Estate in den meisten indischen Städten, und auch Benchmark-Anleihen sind in den letzten drei Jahren von 9 Prozent auf 6,4 Prozent gefallen. Diese Entwicklung führt bei Privatanlegern und Unternehmen gleichermaßen zu einer erhöhten Nachfrage nach Aktien. Dadurch herrscht an den indischen Aktienmärkten, angetrieben durch die vorhandene Liquidität, eine spürbare Euphorie. Jene Situation versuchen derweil Unternehmen durch einen Börsengang für sich zu nutzen, um ihr Wachstum zu finanzieren oder ihre Bilanzen zu bereinigen. Diese Kombination spiegelt sich in einer deutlichen Überzeichnung der Börsenneulinge wider. So war das Wertpapier eines erst vor fünf Jahren gegründeten Bauunternehmens 186-fach überzeichnet – die höchste Überzeichnung in Indien seit dem Jahr 2000. In einem anderen Beispiel war die staatlich kontrollierte Wertpapiersammelbank Central Depository Services bei ihrem Börsengang mit einem Faktor von 170 überzeichnet und erfuhr zudem am ersten Handelstag einen Kursanstieg von 80 Prozent. Zudem werden indische Unternehmen trotz besserer Wachstumsraten im Vergleich zu internationalen Playern mit Geschäft in Indien, wie beispielsweise Unilever oder Nestlé, meist schlechter bewertet. Dies führt zu verhältnismäßig niedrigen Einstiegspreisen und das von Investorenseite daraus abgeleitete Renditepotenzial zu den hohen Überzeichnungen. Bullisch gestimmte Investoren würden wohl argumentieren, dass derzeit nur circa 10 Prozent der Ersparnisse seitens privater Haushalte in Aktien investiert sind. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass sich dieser Wert noch vor zwei Jahren bei 5 Prozent befand. Es gibt zwar durchaus Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend zu einem strukturell langfristig höheren Investment in Aktien seitens privater Haushalte erhöhen wird, jedoch haben wir derzeit das Gefühl, dass die derzeitige Stimmung am indischen Aktienmarkt erwartet, dass sich der Anteil über Nacht sprunghaft erhöht. Diesen Enthusiasmus haben wir in der Vergangenheit schon an anderer Stelle gesehen und leider endete dies nie im Guten.“

What does record-high German business confidence mean for stocks?

by Emma Stevenson, Investment Writer at Schroders.

We look at what the Ifo index tells us about German business sentiment and the prospects for equities.

The German Ifo business climate index is at a new record high, surpassing the previous peak registered in 1969, the year of the moon landings. But what does this mean, and what does it imply for equity markets?

The index is a survey of business sentiment in Germany. The index compiler (the Ifo Institute for Economic Research) asks companies across the manufacturing, construction, wholesale and retail sectors to give an assessment of both the current business situation and their business expectations for the future.

Optimistic expectations

The chart below shows the Ifo index hit a new record high of 117.5 in November 2017. This indicates buoyant sentiment among German businesses.

That said, the breakdown of the index suggests that companies’ assessments of the current business situation are no longer as positive as in October. That reading slipped back to 124.4 in November from 124.8 in October.

However, business expectations were far more optimistic (111.0 versus 109.2), leading to the record high for the overall index.

In particular, the manufacturing sector reported very upbeat expectations. This is interesting as capital expenditure (capex) by companies has been fairly disappointing since the end of the global financial crisis. A potential pick-up in capex could help to extend the current period of global growth.

The data points to an ongoing positive outlook for the German economy and German companies, even after the recovery seen this year.

Limited impact from political uncertainty

It is notable that the slow progress on forming a government after Germany's September elections seems to have had little bearing on business sentiment.

However, the Ifo institute said that around 90% of responses were submitted before the collapse of the “Jamaica” coalition talks between Angela Merkel’s CDU/CSU, the Greens and the FDP.

The next Ifo index reading, due on 19 December, may shed further light on the impact that the political uncertainty has had on business sentiment.

Fund manager view: Martin Skanberg, European equities, says:

“Forward-looking economic indicators in Europe have been exceptionally strong and the Ifo is one example of this. The fact the expectations index is so high suggests the current economic expansion should continue.

“This implies an encouraging backdrop for companies operating in Europe. 2017 is on track to be the first year of corporate earnings growth for quite some time and valuations have moved up to reflect this. We see good prospects for 2018 too. There is scope for profit margins to improve as pricing power returns (i.e. companies are able to increase their prices without denting volumes).

“The outcome of the German election has produced some uncertainty. However, this can be over-played, and the evidence so far suggests it has not dampened the economic recovery. Should there be market volatility as a result of political uncertainty, we could see some mispriced opportunities emerge and we would try to take advantage of this.”


This article has first been published on schroders.com.

Rendite Radar: Dezember 2017

Das Wirtschaftswachstum ist global betrachtet sehr robust, auch die Wirtschaft der Schwellenländer hat an Dynamik gewonnen. Die Einkaufsmanagerindizes waren im November etwas niedriger als zuvor und lassen eine moderate Verlangsamung im vierten Quartal beim globalen Wirtschaftswachstum erwarten. Die Inflation fällt in den entwickelten Volkswirtschaften weiterhin niedrig aus. In immer mehr Ländern fallen die Arbeitslosenraten unter jene Untergrenze, bei der Inflationsdruck entstehen könnte.

In den USA hat die FED wie erwartet den Referenzzins um 25 Basispunkte auf 1,25% bis 1,50% erhöht. Für das kommende Jahr sind drei weitere Zinsschritte eingepreist. Auch wenn die Renditeaufschläge von risikobehafteten Anleihen im historischen Vergleich nicht mehr günstig sind, bleibt dieses Segment aus relativer Sicht (insbesondere gegenüber Staatsanleihen) attraktiv.

Quelle: ERSTE-SPARINVEST; www.erste-am.at; Daten per 30. November 2017; *US Leitzins per 13.12.2017; Fondskennzahl: „Rendite“ – siehe Fußnote 1)
1) Anmerkung: Die Fondskennzahl „Rendite“ entspricht der durchschnittlichen Wertpapierrendite der im Fonds gehaltenen Wertpapiere vor Abzug von Kosten aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken; bitte beachten Sie, dass diese Rendite-Kennzahl nicht der Fondsperformance entspricht. Die Performanceübersicht (Wertentwicklung) der angeführten Fonds finden Sie auf Seite drei in der Übersichtstabelle. In der oben angeführten Tabelle sind auch keine ertragsmindernden Kosten wie die Verwaltungsgebühr oder individuelle Konto– und Depotgebühren berücksichtigt.
2) Die Risikoeinteilung von Investmentfonds erfolgt auf Basis des SRRI-Indikators auf einer Skala von 1 bis 7, wobei 7 die höchste Risikostufe repräsentiert. Die Berechnung basiert auf europäischen regulatorischen Vorschriften und ist integraler Bestandteil der wesentlichen Anlegerinformationen
(Key Investor Document). Die Berechnungsmethode finden Sie auf fondsabc.erste-am.com/srri/

Rendite-Entwicklung von US- und EUR-Staatsanleihen und EUR-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr gute Bonität von 11/2012-11/2017 (Europa, USA)

Rendite-Entwicklung von europäischen Hochzinsanleihen im Vergleich zu globalen Hochzinsanleihen und Unternehmensanleihen von Schwellenländern (11/2012-11/2017) 

Hinweis zu den Grafiken:
Die Renditeentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Anlagesegments oder Investmentfonds zu. In der Grafik sind keine Spesen oder Gebühren berücksichtigt.
 

Kennzahlen-Übersicht (mehr Informationen finden Sie unter http://www.erste-am.at/)

Daten per 30.11.2017.
Die Berechnung der Wertentwicklung und Volatilität (3 Jahre) erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 3,50 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Emerging market managers outperformed in November

Over a 12-month-rolling period, only 33% of US managers as well as 33% of Europe managers outperformed their benchmarks net of fees. 53% of emerging market managers could beat their benchmarks net of fees.

Europe and emerging market managers achieved good results in November. 52% of Europe managers and 67% of emerging market managers outperformed their benchmarks net of fees. Gross of fees, even 58% and 69% respectively have beaten their benchmarks. In the US, only 28% of the managers outperformed their respective indices net of fees. The performance of different styles (value versus growth), market cap clusters (small cap versus large cap) and sectors have been in a small range and had no significant effect on the performance of European managers. The majority of the outperformance is therefore due to good stock selection and a slightly more defensive positioning. The outperformance of emerging market managers in November is owed to the better performance of small caps as well as due to fact that the rally of Tencent and Alibaba is losing steam and the price of Samsung Electronics even declined. The underweight position of most active managers in those stocks did contribute positively.

Please find the full fundinfo Research News - December 2017 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

In the spotlight: French office market increasingly targeted by international investors

by Catherine Luithlen, Président Real I.S. France SAS.

The situation on the Paris office market is complex. There is certainly a great deal of capital floating around, and investors are under a pressure to invest, but only a small number of attractive properties are currently making it onto the market. This means that potential buyers need to do their pre-acquisition due diligence very carefully before deciding whether, despite high prices, their target investment offers sufficient long-term (and, more importantly, realisable) value-add potential. As market rents rise, it is still possible to find lucrative investments, providing investors adopt the right property management strategies and do their due diligence carefully. German fund managers have long recognised this fact and are increasingly targeting real estate investments in France – primarily in Paris – as they look to diversify their portfolios. After all, German real estate markets are just as tight, but with an added level of complexity created by Germany's poly-centric federal system, which has created very different framework conditions from state to state. Then there’s the locational strengths of Paris, which is located both in the heart of Europe and within easy reach of London, just two and a half hours away on the high-speed Eurostar train. 

A highly dynamic market

The Paris office market is buoyant. The French capital is both the undisputed centre of cultural life and the economic engine of the entire nation. The ninth and tenth arrondissements are currently riding high as major centres for startups in general, and FinTech companies in particular. These young, creative companies are not only disrupting the traditional office market, they are also committed to providing high-quality working environments for their employees – which is why they are primarily interested in Paris’ up-and-coming, future-oriented neighbourhoods. Versatile properties that can satisfy tenants’ ever-more sophisticated requirements are therefore especially attractive for fund managers. With a value add strategy and efficient management, existing properties can be repositioned and subsequently developed into core properties, generating stable cash flows for many years to come.

Many national and international buyers are still pursuing more conservative investment strategies. They have maintained their focus on prime locations, as demonstrated by the recent successful sale of our Parisian office property Avenue Hoche from our Luxembourg-based real estate special AIF, BGV III, to a French real estate fund, which achieved excellent returns for our investors. 

France’s politicians have also given the Parisian office market a positive boost. The economy has responded well to Emmanuel Macron's election and the pro-European viewpoints of a majority of the French population. For example, Paris’ CAC 40 stock market rose to an impressive 5,267 points in the aftermath of Macron's election victory. The office market stands to benefit in the medium term as companies confidence increases. In addition, investors are also betting on a potential influx of jobs from London in response to the UK’s imminent Brexit. Companies are starting to make their relocation decisions and Paris is well-positioned, boasting better transport connections to London than, for example, Germany’s financial centre, Frankfurt am Main. 

German investors target investments in France’s regional centres

While the investment focus of most French real estate companies is still trained on the French capital, German fund managers have long since identified medium-sized cities with high-speed TGV links to Paris as attractive investment locations. Lyon, Lille and Marseille, for example, are the major economic hubs in their respective regions. It is no surprise that German fund managers are diversifying their property portfolios across France, especially given their experience of federalism and poly-centrism, which leads them to replicate the strategies they pursue in their German home markets. In doing so, they are reaping the rewards of recent political efforts to decentralise power and economic structures in France, which were restarted in 2003 and given fresh impetus by new legislation in 2013 to 2015. 

French fund managers, in contrast, tend to invest in line with their tried and tested models. In a real estate industry whose most important players are traditionally based in Paris, the capital city attracts a clear majority of investment. Compared to German institutional investors, however, French investors are more willing to consider opportunistic investments in their own country, provided their portfolios as a whole are risk-diversified.

Tradition casts a large shadow over France’s institutional investors 

As a result of these market developments, a growing number of German institutional investors, such as savings banks, insurance companies and foundations, are receptive to fund products with a significant proportion of property in France. The French real estate market is easy for them to understand. In addition, France’s real estate market is more transparent than the German market. In last year’s JLL Global Real Estate Transparency Index, the French market was ranked the fifth most transparent in the world, and the most transparent market in continental Europe.

So, while German investors exhibit high levels of interest in France, French institutional investors often find the German market to be overly opaque. This is partly due to the fact that Germany has seven top markets, all of which appear to be relatively equal in value to outsiders. The situation is further complicated by the large number of local players and the non-uniform real estate transfer tax system, with tax rates determined by each of Germany’s 16 individual state governments. 

One of the first things fund managers who are looking to invest in France need to do is to establish a global network of market contacts and partners. This will enable them to put together a balanced portfolio of properties, both within and outside the EU, and thus achieve a broad diversification of their fund products. At the same time, the fund companies also need a local presence in order to establish the personal business relationships that are so important in the French market. More than anywhere else, the markets in France’s regional cities are dominated by local market participants. Negotiation cultures vary so widely, so it is crucial to work with local representatives. French negotiating partners place great emphasis on personal relationships and continuity – far more can often be achieved over an extended lunch than via hours and hours of meetings. Germans, on the other hand, have no objection to dispensing with face-to-face contact during contract negotiations if they have to. For international fund managers, it is therefore extremely important to establish long-term local market access if they hope to leverage the full potentials of the French office market for their investors.

A closer look at emerging market equities

Global equities have been rallying in 2017, led by Asian emerging countries and North America to a lesser extent. The IMF expects Asian economies to continue to drive global growth while central banks in advanced economies are gradually reducing their financial support. We believe US equities are overvalued and see greater opportunities within Latin American and Asian equities for 2018, says Edith Southammakosane, Multi Asset Director at ETF Securities.

Strong economic data from major advanced and developing countries combined with a decline in perceived political uncertainty has led to a surge of optimism on the global financial market. Extremely accommodative monetary policies in place since the great financial crisis are bearing fruit. 2018 will likely see these accommodative policies gradually dismantled, opening the path to new investment opportunities.

2017 performance

This year has seen global equities rallying since November 2016 as market participants are more confident that global economic growth has returned and will continue. While few risks remain, with the Italian election next year and the ongoing fight against terrorism and North Korea, the populist threat seen in 2016 has faded away. Unemployment is near its lowest in the US and UK with central banks now focussing on dismantling quantitative easing and tackling the inflation issue.

Looking at 2017 performance so far, the MSCI AC World index rose by 22%, driven by the rally of emerging markets (EM) and more specifically, emerging countries from Asia (39%). The developed markets (DM) with North America come second at 19.5%, followed by emerging Latin America at 18.5%. While one would expect volatility to pick up, 2017 saw the market volatility index (VIX) at its lowest level ever, at 9.6 on average, compared to 20 its historical average, suggesting that investors could increase their allocation to equities almost risk free.

Of the top 20 performers, 75% are emerging market countries. Argentina is leading the board with 62.6% year-to-date while China comes fourth (52%) and India eleventh (25.7%).

In its October World Economic Outlook, the International Monetary Fund (IMF) estimated global growth at 3.6% in 2017 and 3.7% in 2018 from 3.2% in 2016 driven by rising industrial activities and business and consumer confidence. Global growth will be mainly driven by EM countries projected at 4.6% in 2017 and 4.9% in 2018. China GDP has been revised upward by 0.2% compared to April, at 6.8% in 2017 and 6.5% in 2018 while India GDP for 2017 was revised down from 7.2% to 6.7%. In Latin America, Argentina is expected to rebound after last year’s recession with growth projected at 2.5% for 2017 and 2018 as consumption and investment recover.

What are the ratios saying?

The cyclically adjusted price to earnings ratio (CAPE) of DM over EM shows that developing countries remain attractive from a valuation point of view. Whilst the MSCI Emerging Market index has returned 30% year-to-date, the below chart suggests there is still scope for further gains in 2018.

In the following chart, the Latin American countries Argentina, Brazil, Colombia, Mexico and Chile, appear to be the most undervalued. Despite prices for these countries rising by 23% on average, the CAPE ratio remains below their respective historical averages driven by lower-than-average real earnings. However, all except Chile saw their real earnings growing this year in absolute terms, suggesting further potential catch-up of their earnings in the near term.

At the other end of the spectrum, US, Japan and few European countries are considered as overvalued. The CAPE ratio for each stands above their historical level due to real earnings having already catched up with its respective historical level and price rally. Further gains would be more difficult to justify.

A closer look at China

Xi Jinping came out of the 19th Congress of the Chinese Communist Party stronger than ever. Elevated to the same level as Mao Zedong, the president of the Republic of China has been given more power than any of his contemporary predecessors and with no one in its close committee potentially qualified to replace him in five years. With Xi having a history of stalling reform, we may see the implementation of short term stimulus, as opposed to long term structural reforms, continue. This should be positive for Chinese equities as the country focuses on sustainable growth, attracting foreign investment and remaining the largest consumers of commodities to meet the need of its economy and population. The outcome has initially been positively received as the MSCI China Index gained 8% one month following the Congress before declining recently as Chinese economic activities continue to show signs of a mild slowdown.

The above chart shows that China CAPE ratio currently stands above its historical level, suggesting that Chinese equities are overvalued. However, the surge of the MSCI China Index price level has been the main driver of the increase in the CAPE ratio. The index real earnings per share have been below its historical average over the past two years but are gradually recovering toward its mean since the beginning of the year. This picture combined with the potential decade length investiture of the “Strongman” suggests further potential upside for Chinese equities in the medium term.

Non-resident capital inflows in EM, mainly China, reached a bottom in 2015, according to the IMF, on concerns over the impact the US taper tantrum could have on EM asset prices and the potential depreciation of the Yuan. Inflows have revived since but is still half of the volume seen at its peak in Q1 2013. The recovery of investor sentiment regarding the global economy should see capital inflows in EM assets increase further in 2018.

Finanzmarkt Monitor: Risikomärkte schon weit gelaufen

Diese Woche hat das letzte Investment Komitee der Erste AM im Jahr 2017 stattgefunden. Die generelle Risikobereitschaft des Teams hat sich im Vergleich zum Vormonat nicht geändert (von 78,85 Prozent auf 79 Prozent in unserer von 0 bis 100 Prozent reichenden Skala). Unverändert sieht das Team die Zukunft optimistisch und ist „Risk On“.

Quelle: Erste AM

Zum ersten Mal haben wir auch abgefragt, welchen Risk Stance (gemeint Risikoneigung) die einzelnen Mitglieder für das Komitee insgesamt erwarten. Das Ergebnis: Der Durchschnitt der Teammitglieder glaubt selber mehr Risiko als die Gruppe zu nehmen. Die Teammitglieder sind zwar noch optimistisch, sehen das aber im Vergleich zum „Markt“ als „mutig“. Aus unserer Sicht ein weiteres Zeichen dafür, wie weit der aktuelle Zyklus bereits gelaufen ist.

Risiko für Korrektur steigt

In der anschließenden Diskussion waren vor allem zwei Themen Gegenstand unserer Debatte. Zum einen sollte die Steuerreform in den USA den US-Unternehmen erlauben, ihre Gewinne 2018 zu steigern. Zum anderen werden die Bewertungen vieler Asset Klassen als hoch wahrgenommen. Das Risiko, dass damit auch relativ unbedeutende Ereignisse eine Korrektur auslösen können, steigt an. Summa summarum spricht die gute Konjunktur weiterhin dafür optimistisch zu bleiben und risikobehaftete Anlageklassen im Portfolio prominent zu gewichten. Die Luft ist aber dünn.

Ein wesentlicher Teil der Diskussion gehörte unserem Inflationsausblick für 2018. Zusammengefasst spricht einiges dafür, dass die Inflationsraten in den USA im nächsten Jahr ca. 0,5% ansteigen.

Gründe für höhere Inflation in den USA

  • Die gute Wirtschaftslage
  • Weniger Druck vom Arbeitsmarkt
  • der schwache US-Dollar
  • höhere Importpreise
  • höhere Rohstoffpreise

Beispielhaft haben wir hier eine Grafik, die den ISM Index, also den Stimmungsindex von 400 US-Einkaufsmanagern, (18 Monate in die Zukunft verschoben) und die Kerninflationsrate (CPI, Consumer Price Index) gegenüberstellt: Angesichts der jüngsten Wirtschaftsentwicklung wären höhere Inflationsraten keine Überraschung.

ISM = Institute of Supply Management; CPI = Consumer Price Index (Konsumentenpreisindex)
Quelle: Erste AM 
Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

US-Notenbank könnte unter Zinsdruck geraten

Sollte diese Prognose eintreffen oder gar übertroffen werden, würde die US-Notenbank unter Druck geraten, die Zinsen stärker zu erhöhen als derzeit vom Markt erwartet (die Fed Fund Futures für Dezember 2018 liegen bei 1,795%) oder von der Fed selber kommuniziert (Mittelwert der Fed Dots für Ende 2018 liegt bei 2,125%). Das wäre jedenfalls negativ für US-Staatsanleihen und Instrumente mit einem hohen Beta* zu diesen, wie zB Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen im Rating-Segment Investment Grade.
*Beta ist die Kennzahl, welche die relative Schwankungsbreite eines Wertpapiers im Verhältnis zum Gesamtmarkt ausweist.

Kursgewinne von Bitcoins nicht nachhaltig

Die zweite große Diskussion gehörte dem Thema Bitcoin. Bei unserem letzten Komitee haben wir uns die Aufgabe gesetzt, Bitcoin als Anlageklasse intensiv zu analysieren und wie man in Bitcoins investieren kann. Es gibt inzwischen eine Reihe von Instrumenten, die ein Investment in Bitcoins möglich machen. Ein Teil der Mitglieder unseres Investment Komitees hat auch bereits in Bitcoins investiert. Diese Glücklichen konnten sich allein seit dem letzten Komitee vor einem Monat über eine Wertsteigerung von ca. 115% freuen. Solche Zahlen machen es wiederum schwierig das Thema seriös zu analysieren. Zugespitzt würde ich die Stimmung Bitcoin gegenüber frei nach Donald Rumsfeld mit Shock and Awe (zu Deutsch „Schock“ und „Furcht“) bezeichnen. Höflich ausgedrückt halten wir die jüngsten Kursgewinne von Bitcoins für nicht nachhaltig. 

Letzter Punkt unseres Komitees war die Diskussion unserer „Eventliste“. Welche Themen werden die Märkte die nächsten 12 bis 18 Monaten prägen?

EIC = Erste AM Investment Comittee 
Quelle: Erste AM
Hinweis: Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen. 

Bevor ich auf Inhalte eingehe, eine Erklärung zur Matrix. Die Themen sind geordnet nach der Häufigkeit, mit der sie von einzelnen Teammitgliedern genannt wurden.  Im Kreis steht das Ranking des jeweiligen Ereignisses – von 1 bis 14. Die Farbe des Kreises gibt an, ob wir das Event als eindeutig positiv (grün) oder negativ (rot) oder eben nicht eindeutig bestimmbar (grau) für die Finanzmärkte sehen. Die Dimension Probability gibt an, wie wahrscheinlich ein solcher Ausgang des Events ist. Die Dimension Impact on Portfolio Positions zeigt, wie potential stark sich das jeweilige Ereignis auf unsere Portfolien auswirken kann.

Wahlen in Italien als größtes Marktrisiko

Das am häufigsten genannte Event/Risiko waren die Wahlen in Italien, die laut Verfassung bis spätestens 20. Mai angesetzt werden müssen. Eine „mittlere“ Wahrscheinlichkeit und ein „hoher“ Impact eines für die Finanzmärkte negativen Ausgangs machen die Wahlen zu einem der großen Themen für die ersten Monate im Jahr 2018. Nach den Wahlen in Frankreich, den Niederlande und Deutschland bzw. dem Ende der Turbulenzen rund um die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien ignoriert der Markt politische Risiken in der Eurozone inzwischen wieder weitgehend. Damit besteht das Risiko auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. 

PS: In den 24 Stunden bevor ich diesen Beitrag schrieb (07.12.2017 – 19:30), ist Bitcoin über 23 Stunden beinahe stetig um 31% gestiegen, um dann in den letzten 60 Minuten um 10% zu fallen.


Gerold Permoser
Gerold Permoser ist seit Anfang April 2013 Veranlagungschef (Chief Investment Officer) der Erste Asset Management. In dieser Funktion verantwortet er die gesamten Asset Management Aktivitäten und Anlagestrategien aller Investmentfonds der Erste Asset Management Gruppe in Österreich, Deutschland, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Vor seinem Eintritt im Unternehmen übte er diese Funktion bei Macquarie Investmentmanagement Austria KAG aus. Permoser verfügt über Erfahrung im Veranlagungsbereich seit 1997.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Outlook 2018: Sustainability

Examining companies without considering the social and environmental backdrop that will define future leadership is becoming increasingly untenable, says Jessica Ground, Global Head of Stewardship - ESG at Schroders.

Global equity markets and corporate profits hit new highs in 2017 but beneath that apparently placid surface, tensions in the real economy are setting other records which point to growing challenges in the years ahead. For example:

  • The world’s average temperature hit a new high and Hurricane Irma became the strongest storm the Atlantic Ocean has seen1
  • Across developed economies, median real wages continued to stagnate, while Forbes reported the largest jump in billionaires on record2.
  • Trust in government sank to record lows3, while more CEOs than ever report concern about lack of trust in business4

None are new challenges; we could have made similar points for several years. However, it is clear that companies face challenges growing larger and changing faster than ever before. Against this backdrop, the rules for investors and for companies have got harder and rewards for success larger.

The growing detachment between the corporate world and the societies to which companies belong has created challenges across a range of areas. 

Licence to operate costs high, and increasing…

While Angela Merkel’s success in Germany’s 2017 elections may have provided a respite from the stream of upsets by unconventional politicians, disenfranchisement with the traditional order seems more entrenched – and increasingly empowered – than ever. Multinational companies are an easy target for the growing backlash against inequality and globalisation, as well as the social tensions that are changing the political agenda.

Despite the anti-globalisation movement, there is a trend for policy initiatives introduced in one region or sector to be adopted by others. A global consensus appears to have emerged that by coordinating activities like consumer protection, labour standards and governance standards, political leaders can strengthen standards to everyone’s benefit.

It is important that companies move to the highest common denominator to future-proof their operations.  The US already has clear rules on the disclosure of payments to lobby groups and we expect more scrutiny globally.  Modern slavery legislation, adopted in the UK to bring some much needed scrutiny to supply chains, has been co-opted in Australia and other countries are investigating similar approaches.  Banks have been forced to adopt stricter guidelines for responsible lending; auto finance looks like it will be next.

Workforce pressures are especially stark. On the one hand, policymakers are putting pressure on corporates to provide “decent” employment, bridge skills gaps and make progress on gender diversity. On the other, opportunities for automation make headlines every day and laggards in replacing people with capital may face growing competitive difficulties. Walking a line between those competing pressures will be vital.

While investor activism has been increasing for some time, the upcoming revision of the UK Corporate Governance code, the grandfather of global codes, will turn pressures into explicit practices and requirements. This already happens in the Netherlands and less explicitly in Japan. Meanwhile China has been clear about the role it expects the Communist party to take in decisions. A tipping point has been reached; shareholders will be on the pitch rather than spectators.  

...and climate change remaining in focus

It is official: the concentration of greenhouse gasses has reached all-time highs and global temperatures have set new records. President Trump’s withdrawal from the Paris Agreement on climate change (COP 21) appears to have strengthened the resolve of US companies, cities and states as well as other countries to take action. 

Our Climate Progress Dashboard shows that political ambition is lagging action, and we expect this gap to begin to close.  2017 saw announcements of policies aimed at the phasing out of internal combustion cars in countries including the UK, France, Netherlands and India. Traditional energy companies are far from prepared.

The climate challenge will reach every corner of the global economy and investment sector. Plans already agreed will put a price on 25% of the world’s carbon emissions.  The next step will be for those prices to ratchet to levels at which they have a meaningful impact on business models and corporate strategies.

Whereas company planning for tougher climate action has been a luxury, failure to understand the impacts of moving to a low carbon global economy will impact business models and is looking increasingly irresponsible. The Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) initiative, led by Bank of England Governor Mark Carney, reflects financial markets’ growing demand for more and more useful information to assess those risks.

And now moving to investment

A climate of greater scrutiny is not only the province of companies. As Environmental, Sustainability and Governance (ESG) integration becomes more mainstream, with everyone from the largest pension fund in the world down endorsing the Principles of Responsible Investment, we should expect more scrutiny on the outcomes and impacts of all this activity. 

Too many asset managers have viewed ESG investing as a marketing platform and opportunity to sell more products, rather than as an investment driver to define, measure and manage.

We believe that the real goal of ESG integration is better capital allocation and investment decisions.

Conclusion      

There is an irony in writing a 12-month outlook for sustainability, which has at its heart a long term perspective. There is ample evidence that environmental and social challenges and tensions continue to grow and many of their impacts are likely to accelerate in 2018. However, the closing gap between social and political scrutiny of the corporate sector’s role in addressing those challenges is of more significance to us.

Examining companies without considering the social and environmental backdrop that will define future leadership is becoming untenable.

We believe the winners of the future will be those management teams, boards and investors who realise that both the cost and value of a social licence to operate is rising. These winners will adjust their business models to build, identify and support those actions which will create true business sustainability.


This article has first been published on schroders.com.
Other articles in Schroder's Outlooks 2018 series are available here.

Sources:
1) https://www.theguardian.com/environment/2017/nov/06/2017-set-to-be-one-of-top-three-hottest-years-on-record and https://www.cnbc.com/2017/09/11/here-are-some-of-the-records-hurricane-irma-set.html
2) Forbes reports a 13% rise in the number of billionaires and 18% increase in their wealth in its most recent survey https://hypebeast.com/2017/3/forbes-2017-billionaires-list
3) For example the combined view of democrat and republican abilities to run government http://www.people-press.org/2017/05/03/public-trust-in-government-remains-near-historic-lows-as-partisan-attitudes-shift/2-17/
4) 58% of CEOs surveyed by PWC report concern over trust in business, but from 37% in 2013 http://www.people-press.org/2017/05/03/public-trust-in-government-remains-near-historic-lows-as-partisan-attitudes-shift/2-17/

Die Investmentlandschaft 2018 – Wachstum über alles

2018 verspricht ein weiteres gutes Jahr für Aktien zu werden, was dem breit abgestützten weltweiten Wirtschaftswachstum zuzuschreiben ist. Eine Einschätzung des Pictet Strategy Unit (PSU).

Egal, wo die Anleger hinblicken, es scheint Gründe zu geben, sich ein wenig zurückzuhalten. Zum einen ist die politische Landschaft weiterhin alles andere als stabil. Der Brexit, das Säbelrasseln Nordkoreas, die unkonventionelle Politik von US-Präsident Donald Trump – diese Unwägbarkeiten könnten die Märkte im kommenden Jahr auf Talfahrt schicken. Ein weiteres Warnzeichen ist die bemerkenswert lange Aktien-Hausse. Sowohl der MSCI World als auch der S&P 500 testen historische Grenzen an und verzeichneten in den letzten 12 Monaten jeweils einen Anstieg. Höhere Zinssätze sind ebenfalls ein Thema. Die US-Notenbank und die Bank of England haben den Leitzins hochgesetzt und die Europäische Zentralbank wird ihre Anleihenkäufe demnächst zurückfahren. Für die Finanzmärkte bedeutet die geldpolitische Straffung, dass sie nicht mehr aus dem Vollen schöpfen können.

Für Aktien dürfte 2018 jedoch ein weiteres gutes Jahr werden. Der Hauptgrund ist Wachstum. Wir gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft 2018 kräftig wachsen wird – mit 3,4% gegenüber 3,3% 2017, also besser als die Konsensprognosen der Ökonomen.

Prognosen für Wirtschaftswachstum, Inflation und Gewinne 2018, im Jahresvergleich, %

Quelle: Pictet Asset Management, I/B/E/S, Thomson Reuters Datastream

Erfreulich ist, dass das Wirtschaftswachstum 2018 breiter abgestützt sein dürfte als in den letzten Jahren und durch einen deutlichen Anstieg der Investitionen bei Staat und Unternehmen sowie solide Konsumausgaben gekennzeichnet sein wird. Die Schwellenländer dürften sich besonders gut entwickeln; sie profitieren von niedriger Inflation und anziehenden Rohstoffpreisen. Unsere Begeisterung für Aktien ist trotz möglicher weiterer Zinsanhebungen in den USA ungebrochen. Selbst wenn die Fed die geldpolitischen Zügel anzieht – wir gehen von drei Zinsschritten im kommenden Jahr aus – werden die Realzinssätze in den USA, Europa und Japan noch einige Zeit negativ bleiben.

Aber was gut für Aktien ist, ist noch lange nicht gut für Anleihen in Industrieländern. Die Zinsanhebungen durch die US-Notenbank werden sicherlich einen negativen Einfluss auf US-amerikanische Staats- und Unternehmensanleihen haben, die wir für teuer halten. Wir rechnen damit, dass die Renditen dieser Papiere im Laufe des Jahres 2018 ansteigen werden.

In die entgegengesetzte Richtung wird sich der US-Dollar bewegen, der unseren Modellen zufolge überbewertet bleiben wird, vor allem gegenüber Schwellenländerwährungen. Wir gehen davon aus, dass die US-Währung weiter abwerten wird, da sich in den USA Inflationsdruck aufbaut.

Für die Anleger wird auch 2018 kein sorgenfreies Jahr sein. Aber in puncto Aktien und um Schwellenländeranlagen werden sie die Klippen sicherlich umschiffen.


Zum kompletten Jahresausblick 2018: Die Investmentlandschaft 2018.

Die PSU (Pictet Strategy Unit) ist eine firmeneigene Investmentgruppe, die den Investmentteams und Kunden Empfehlungen für die Vermögensallokation von Aktien, Anleihen, liquiden Mittel und Rohstoffe ausarbeitet.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Tech-IPOs 2018: Die Kandidaten der GAMAX Management AG

Wachstumsstark und disruptiv: Regelmäßig sind es junge Tech-Unternehmen, die Börsengeschichte schreiben. Facebook, Amazon, Netflix und Google etwa gehörten vor zehn Jahren nicht einmal in die Top-Ten der börsennotierten Unternehmen. Heute jedoch kommen sie gemeinsam auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,7 Billionen US-Dollar. Ein frühes Investment hätte sich für viele Anleger dementsprechend gelohnt: Wer beispielsweise vor 20 Jahren 2.000 US-Dollar in Amazon investiert hätte, wäre heute Millionär. Anleger müssen sich aber nicht zu sehr über verpasste Chancen ärgern: Auch 2018 streben wieder einige vielversprechende Tech-Unternehmen an die Börsen. Die Fondsboutique GAMAXManagement AG wirft einen ersten Blick auf die potenziellen Neulinge, ihre Stärken und ihre Risiken.

Airbnb: Disruptiver Marktführer

Der Community-Marktplatz hat vor fast 10 Jahren den Trend zur Shared Economy mitbegründet und schreckt mit der Vermittlung von Unterkünften die Hotelbranche in mehr als 191 Ländern auf. Das Unternehmen arbeitet seit 2016 profitabel und hat bisher mehr als 4 Milliarden US-Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Die aktuelle Marktbewertung beläuft sich auf rund 31 Milliarden US-Dollar. Auch Privatanleger könnten bald die Chance bekommen, an der Erfolgsgeschichte teilzuhaben: Nach Aussagen von CEO Brain Chesky laufen die Vorbereitungen für einen Börsengang auf Hochtouren.

Größtes Risiko: Dem Geschäftsmodell werden zurzeit Steine in Form von politischen Regulierungen, beispielsweise dem Zweckentfremdungsverbot in Berlin, in den Weg gelegt. 

Größte Stärke: Airbnb ist First Mover in einem neuen Marktsegment, das die Spielregeln für die weltweite Hotelbranche verändert. Inzwischen macht die Plattform klassischen Hotels nicht nur Privatkunden, sondern auch Geschäftsreisende streitig und kooperiert dazu seit 2016 mit den drei international führenden Geschäftsreise-Ketten American Express Global Business Travel (GBT), CWT und BCD Travel.

Lufax: Peer-to-Peer-Kredite made in China

Lufax ist eine der führenden internetgestützten Peer-to-Peer-Kreditplattformen (P2P), die chinesische private Geldgeber und Kreditnehmer zusammenbringt und Darlehen zwischen ihnen vermittelt. Das gerade einmal fünf Jahre alte Unternehmen wächst rasant und ist seit dem ersten Halbjahr 2017 profitabel. Das Wachstum wird vor allem von der zurückhaltenden Kreditvergabe der traditionellen Banken an Privatkunden getrieben, denn Geringverdiener oder Selbständige haben dabei meist das Nachsehen und nutzen deshalb verstärkt alternative Kreditmöglichkeiten. Investoren haben das Potenzial dieses Marktes erkannt: Bei der letzten Finanzierungsrunde 2016 sammelte Lufax 1 Milliarde US-Dollar ein. Der Wert des Unternehmens wurde daraufhin auf 18 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die nächsten Ziele des Fintechs: Die Expansion ins Ausland und der Börsengang in Hongkong.

Größtes Risiko: Die chinesischen Aufsichtsbehörden verschärfen zurzeit die Regulierung der Branche, um Misswirtschaft und Betrug entgegenzuwirken. Lufax gehört allerdings zur renommierten Ping An Insurance Group, die im Volksmund als „Goldman Sachs Chinas“ bezeichnet wird, und sollte deshalb neue Compliance-Anforderungen korrekt und zügig umsetzen können.

Größte Stärke: Die chinesische P2P-Branche befindet sich aufgrund der neuen Regulierung in einer Konsolidierungsphase. Schätzungen zufolge werden von den rund 4.000 Anbietern circa 200 bis 300 übrigbleiben. Als Ping-An-Tochter mit solidem Geschäftsmodell hat Lufax aber beste Chancen, auch in Zukunft zu den Marktführern zu gehören. Mit der Expansionsstrategie ist zudem der erste Schritt getan, Anteile auch in ausländischen Märkten zu gewinnen. Und das Wachstumspotenzial des weltweiten P2P-Marktes ist enorm: 2025 werden die globalen P2P-Kredite laut Nunatak Group voraussichtlich ein Volumen von knapp 1 Billion US-Dollar erreichen.

Spotify: Kein klassischer IPO-Kandidat

Der schwedische Musik-Streamingdienst wurde 2006 gegründet und verzeichnet laut Fortune Magazin inzwischen über 140 Millionen aktive Nutzer. Der Umsatz stieg in den letzten Jahren kontinuierlich und erreichte zuletzt 3,4 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Wehrmutstropfen: Trotz steigender Umsätze verzeichnete Spotify 2016 einen Rekordverlust von 600 Millionen US-Dollar. Grund hierfür sind jedoch massive Investitionen in die Produktentwicklung und die internationale Expansion. Die roten Zahlen haben zudem keine negative Auswirkung auf die Bewertung des Unternehmens: 16 Milliarden US-Dollar soll Spotify wert sein, an der Börse könnte es sogar für noch mehr gehandelt werden. Die Schweden streben allerdings keinen klassischen IPO, sondern eine direkte Registrierung an der weltweit größten Wertpapierbörse, der New York Stock Exchange, an.

Größtes Risiko: Die stark steigenden Kosten für Exklusivkooperationen mit Labels und Künstlern: Rund 80 Prozent der Einnahmen müssen zurzeit an Plattenfirmen und Interpreten abgeführt werden.

Größte Stärke: Spotify ist bis jetzt mit mehr als 60 Millionen zahlenden Nutzern unangefochtener Marktführer in den Industrieländern. Wettbewerber Apple Music kommt dagegen nur auf knapp über 28 Millionen zahlende Abonnenten.

Tencent Music Entertainment: Ehrgeizige Tochter

Mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent ist die Tencent Music Entertainment Group klarer Spitzenreiter auf dem chinesischen Markt für Musik-Streamingdienste. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des chinesischen Tech-Giganten Tencent Holdings und ist aus einer Fusion mit der China Music Corp. im Jahr 2016 hervorgegangen. Tencent vertreibt seine Musik hauptsächlich über die Apps QQ Music, Kugou und Kuwo und hat dafür Verträge sowohl mit asiatischen Plattenfirmen als auch mit internationalen Schwergewichten, wie der Universal Music Group, Sony Music und der Warner Music Group, abgeschlossen. Um seine Führungsposition weiter zu festigen und sich als First Mover Wettbewerbsvorteile an den Kapitalmärkten zu sichern, bereitet Tencent Music zurzeit seinen IPO vor. An welchem Börsenplatz dieser stattfinden wird, ist allerdings noch offen.

Größtes Risiko: Schlagkräftige und finanzstarke Wettbewerber wie Netease und Alibaba. Tencent und Spotify denken zurzeit jedoch über einen Anteilstausch von rund 10 Prozent im Falle eines IPOs nach. Diese Überkreuzbeteiligung würde sicherstellen, dass es zumindest zwischen diesen beiden Playern keinen margenzerstörenden Preiskampf gibt.

Größte Stärke: Das Streaming-Segment hat in China großes Wachstumspotenzial. Bereits heute nutzen 600 Millionen Chinesen Streaming-Dienstleistungen und mit Tencent Holdings als Mutterkonzern hat Tencent Music eine sehr gute Marktposition, um seine Anteile weiter auszubauen.

Xiaomi: Fernöstlicher Apple-Konkurrent

Smartphones, Smartwatches und Fitnessarmbänder – Das chinesische Xiaomi ist in der Tech-Branche eine Größe, mit der zu rechnen ist und hat auf seinem Heimatmarkt in puncto Marktanteil inzwischen Apple überholt. Seit 2017 expandiert Xiaomi auch nach Europa. Als erste Stationen wurden Osteuropa und Spanien erschlossen und seit Dezember sind die Produkte auch in Deutschland erhältlich. Auch finanziell wagt Xiaomi den nächsten Schritt: Ein Aktienmarktdebut ist für das kommende Jahr geplant und laut Reuters hat vor kurzem der Auswahlprozess für begleitende Banken begonnen. Der Wert des Unternehmens wurde zuletzt auf 69 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Größtes Risiko: Die (chinesische) Konkurrenz schläft nicht. Die Wettbewerber Oppo und Vivo etwa haben Xiaomi mittlerweile Marktanteile abgejagt. Gute Technik alleine reicht in Zukunft nicht mehr aus, um sich dauerhaft am Markt zu behaupten. Xiaomi wird seine Marge nur schützen können, wenn es zusätzlich eine starke Marke aufbaut.

Größte Stärke: Die Beliebtheit bei den jüngeren Konsumenten. Das Beratungsunternehmen RTG befragte im Jahr 2016 junge Chinesen zu ihren Lieblingsmarken und fand heraus, dass Apple zwar die beliebteste Marke der Generation Y ist, bei der jüngeren Generation Z (geboren nach 1995) belegte jedoch Xiaomi den ersten Platz.

Drum prüfe, wer sich…

Dies ist nur eine Auswahl vielversprechender Unternehmen, die Liste möglicher Börsengänge im nächsten Jahr ist deutlich länger. Anleger sollten also nichts überstürzen. „Egal, wie erfolgreich das Geschäftsmodell ist, eine Garantie für einen erfolgreichen IPO gibt es nicht“, sagt Eoin Donegan, Fondsexperte der GAMAX Management AG. „Man sollte sich vor einem Investment intensiv mit dem jeweiligen Unternehmen auseinandersetzen und sich beispielsweise informieren, wofür der Gewinn aus den Aktienverkäufen verwendet wird.“ Die Bewertungen von Tech-Unternehmen sind zurzeit hoch, doch wer einen kühlen Kopf bewahrt, hat bei einem frühzeitigen Einstieg die Chance, attraktive Renditen zu erwirtschaften.

Kapitalflüsse von Gold und Silber nicht gleichgerichtet

Zu Abflüssen kam es vorwiegend bei Industriemetall-ETPs, die angeführt von breit aufgestellten Rohstoffkorb-ETPs 130,4 Mio. USD verloren. Bei Edelmetall-ETPs fließen die Kapitalströme in verschiedene Richtungen, wobei Gold-ETPs die höchsten Abflüsse und Silber-ETPs die höchsten Zuflüsse zu verzeichnen hatten. Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs setzten sich hauptsächlich getragen von WTI-Rohöl-ETPs in der zwölften Woche in Folge fort, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) unterbrachen ihre zweiwöchige positive Serie aufgrund von Gewinnmitnahmen, die nach den starken Zugewinnen der letzten Wochen einsetzten. Die Abflüsse beliefen sich auf 130,4 Mio. USD. Besonders betroffen waren die breit aufgestellten Industriemetallkorb-ETPs, die hierzu 118,4 Mio. USD beitrugen. Wir gehen jedoch davon aus, dass das Angebotsdefizit wegen der ausbleibenden Investitionen in die Mineninfrastruktur bis 2018 anhalten wird. „Darüber hinaus sollte das starke Wachstum der Schwellenmärkte, die 70 Prozent der Nachfrage nach Industriemetallen stellen, auch künftig Unterstützung bieten“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions bei ETF Securities.

Gold-ETPs (A0LP78) erlitten in der dritten Woche in Folge Abflüsse, diesmal im Wert von 39,6 Mio. USD. Gold erlebte mit -2,63 Prozent seinen höchsten wöchentlichen Preisrückgang seit Mai dieses Jahres, da der robuste Beschäftigungsbericht vom Freitag die straffere Geldpolitik der Fed rechtfertigt und nicht-verzinsliche Edelmetallanlagen an Reiz verloren. Durch die Vorwegnahme der höheren Zinsen in den USA und die Fortschritte bei der Steuerreform, die den US-Dollar steigen ließen, geriet der Goldpreis zusätzlich unter Druck. Ferner nimmt auch die Bedeutung von Gold als sicherer Anlagewert ab, da die Risikobereitschaft aufgrund der aufgeschobenen Stilllegung des öffentlichen Dienstes in den USA und der Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen steigt. Nicht zuletzt verblasst der Glanz des gelben Metalls neben dem Bitcoin, dessen explosive Wertzuwächse alles überstrahlen. „Wenn wir die Wahrscheinlichkeit aufflammender geopolitischer Spannungen außer Acht lassen, dürfte sich Gold im kommenden Jahr seitwärts entwickeln“, sagt Hein.

Aufgrund der Rekordtiefs fühlen sich Schnäppchenjäger zu Silber-ETPs (A0N62F) hingezogen, sodass hier die höchsten Zuflüsse seit zehn Wochen zu verzeichnen waren – 42,5 Mio. USD. Da Silber bekanntermaßen überwiegend im Industriesektor Verwendung findet, wirkt Silber vor allem in Anbetracht der Rally des Industriemetallsektors insgesamt unterbewertet.  Außerdem hinkt es seinen Edelmetallpendats aus Stimmungsgründen hinterher. „Da aber die Story von der sich verbessernden Weltwirtschaft nach wie vor intakt ist, rechnen wir damit, dass sich Silber getragen von der positiven Anlegerstimmung und der steigenden Industrienachfrage vom aktuellen Niveau erholen wird“, so Hein.

Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs (A1N49P) setzten sich in der zwölften Woche in Folge mit 20,4 Mio. USD fort, wobei die Abflüsse aus WTI-Rohöl-ETPs (A0KRJX) mit 19,3 Mio. USD den Löwenanteil stellten.  Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die von der OPEC angefachte Rally kurzlebig ist. Insbesondere die aktuell gute Vertragstreue ist in Gefahr, da die Möglichkeit einer vorzeitigen Beendigung der Förderkürzungen besteht. „Angesichts der aktuellen Expansion der Rohölförderung in den USA ist das globale Angebotsdefizit wohl nur von kurzer Dauer, was gleichfalls die Preisentwicklung belasten dürfte“, schließt Hein.

Is the UK government heading towards a softer Brexit?

The joint progress report leaves several options open for the UK but phase II of negotiations is likely to prove at least as difficult as phase I. Azad Zangana, Senior European Economist and Strategist at Schroders, on progress and options in the Brexit negotionations.

The UK and European Union (EU) have agreed on a joint progress report on citizens’ rights, Northern Ireland, and the divorce bill. This is expected to allow the EU Council to recommend opening the second phase of negotiations.

Most of the details on citizens’ rights and the divorce bill had already been agreed, but the Northern Ireland (NI) border issue had been a significant obstacle, especially as the government is reliant on the NI Democratic Unionist Party (DUP) for its majority in the House of Commons.

At this point, the NI issue is still unresolved, but the report has outlined principles which all sides have agreed to and which help form the resolution to the problem.

These principles also act as constraints for the UK’s position in phase II, where negotiations will move on to the future relationship along with all other aspects of the divorce, including a transitional or implementation period, and a framework for a future trade agreement.

Door remains open to EEA membership

The principles outlined in the report state that the 1998 NI peace agreement will be respected by both sides, and so the UK will guarantee the avoidance of a “hard-border”, presumably through the use of technology.

Should it not be possible to reach a solution to this in the context of the overall EU-UK future relationship, the UK “…will maintain full alignment with the rules of the Internal Market and the Customs Union, now or in the future…”.

This suggests that the UK still believes that it can achieve some kind of “bespoke” arrangement, although, as things stand at the moment, the EU27 will probably take the view that this would involve the UK agreeing to membership of the European Economic Area (EEA).

EEA membership could be problematic for Brexiteers, as “alignment” or even membership of the single market would require free movement of labour, while the customs union would stop the UK negotiating bilateral trade deals with other parts of the world.

Could Northern Ireland have special status?

There could be another route should the UK struggle with the above. The report goes on to state that “in the absence of agreed solutions…the UK will ensure that no new regulatory barriers develop between Northern Ireland and the rest of the UK…”.

The text does not mention the avoidance of regulatory divergence, only barriers. This could lead to a scenario where the NI becomes a special economic zone, which adheres to EU rules to allow for full access to the Republic of Ireland, but can diverge from the rest of the UK.

However, the UK would have to respect the rules in NI, in order to continue unfettered access to the rest of the UK. In a sense, NI could end up being the back door to the EU and UK.

Two other elements of the text are worth mentioning:

  • Under the 1998 peace accord, those born in Northern Ireland have the right to choose whether to take British citizenship, Irish citizenship, or both. Both sides have agreed for this to continue, and will therefore provide a way to also gain EU citizenship. We suspect this could lead to a new birthing-tourism industry in NI.
  • Under the section of citizens’ rights, both sides will have the right to bring over immediate family members regardless of nationality (including non-EU). This could prove to be difficult to accept for UK anti-immigration groups.

A long and winding road remains to Brexit

Overall, the details of the progress report highlight the immense difficulty of the UK leaving the EU without a substantial agreement, and while continuing to adhere to the terms of the 1998 NI peace accord.

It shows a desire and willingness on both sides to progress the discussions, but in fairly traditional EU style, leaves many cracks papered over for now. This suggests a softer Brexit may be the easier path to follow for the UK government, especially if it wants to maintain its majority in parliament.

Meanwhile, negotiations will move on to include the framework for a future trade relationship. Trade will easily be as contentious as negotiations in phase I, with EU officials already warning that it is unlikely that a full agreement can be completed in time for Brexit in March 2019. Moreover, establishing a transition or implementation period could also be legally difficult to agree.

Progress so far should be seen as positive, but there is still a long and winding road ahead.


This article has first been published on schroders.com.

Die Index-Tracking-Welle

Wenn die Indexnachbildung zur vorherrschenden Anlageform wird, hat das weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen, so Renaud de Planta, Chairman, und Supriya Menon, Senior Multi Asset Strategist, beide Pictet Asset Management.

Selten wurden die Investmentkosten so gründlich unter die Lupe genommen. Und selten mit so nachhaltiger Intensität. Da die meisten aktiven Aktienportfolios seit der Schuldenkrise 2008 hinter ihren Benchmarks zurückgeblieben sind, scheinen Regulierer und Investmentberater mit den vielen Fonds, zu deren ständiger Underperformance sich auch noch hohe Gebühren gesellen, die Geduld verloren zu haben.

Das Gleiche gilt für die Finanzpresse. Die zunehmende Desillusionierung bei aktiv verwalteten Fonds und der Fokus der Investment-Gatekeeper auf die Kosten verändern die Finanzlandschaft. Passives Investieren gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Seit Ende 2007 sind passiven börsengehandelten Fonds (ETFs) 1,7 Bio. USD (netto) zugeflossen. Dem stehen 1,2 Bio. USD entgegen, die im gleichen Zeitraum aus aktiv verwalteten Anlageinstrumenten abgezogen wurden. Aus Perspektive des Einzelanlegers ist die Umorientierung sinnvoll. Die Gebühren sind bei Fonds, die einen Index nachbilden, niedriger. Hinzu kommt, dass diese Index-Tracker bessere Renditen erzielen als der durchschnittliche aktive Fonds (nach Anlagegebühren)1.

Es wird sicherlich zu Problemen kommen, wenn die Indexnachbildung zur vorherrschen Anlageform wird. In einem solchen Szenario ist nicht klar, ob der Finanzmarkt in der Lage sein wird, das Kapital effizient zu verteilen. Genauso wenig ist sicher, ob die Unternehmensleiter in die Pflicht genommen werden. Es könnte auch sein, dass auf einmal ganze Branchen von einigen wenigen Gesellschaften, die passives Investment betreiben, beherrscht werden – eine Entwicklung, die die Säulen der freien Marktwirtschaft zum Wanken bringen und Innovation unterdrücken könnte.

Die Begeisterung für Indexnachbildung ist aus dem Bestreben der Regulierer und Berater entstanden, die Kosten unter Kontrolle zu bekommen. Das ist an sich ein löbliches Ziel. Aber die längerfristigen Kosten, die im Zuge der weiteren Verbreitung des passiven Investierens entstehen, wurden dabei außer Acht gelassen. Wenn die Mehrheit der Anleger sich dessen bewusst wird, drohen Index-Tracker das System zu sabotieren, auf dem sie eigentlich errichtet wurden.

Die komplette Ausarbeitung ist nur auf Englisch verfügbar und kann hier heruntergeladen werden.


Über den Autor
Renaud de Planta ist seit 1998 geschäftsführender Teilhaber der Pictet-Gruppe. Er ist CEO und mitverantwortlicher Teilhaber von Pictet Asset Management, dem institutionellen Geschäftsbereich der Pictet-Gruppe. Er überwacht auch die Finanzen und Tresorerie der Gruppe. Vor seinem Eintritt bei Pictet war Renaud de Planta 12 Jahre für die UBS tätig. Dort arbeitete er in verschiedenen Manager-Positionen, unter anderem mit Verantwortung für festverzinsliche Derivate in Zürich, bevor er als CEO von UBS Nordasien nach Hongkong ging. Danach wurde er Global Head of Equity Derivatives bei UBS Warburg in London. Renaud de Planta studierte und promovierte in Finanzwirtschaft an der Universität St. Gallen. Außerdem hat er einen MBA von der Universität Chicago mit Spezialisierung in Finanzen. Er ist Mitglied des Stiftungsrats des Swiss Finance Institutes und des Global Advisory Board der Universität Chicago - Booth School of Business sowie der Vorstände verschiedener Wohltätigkeitsorganisationen.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 24
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Aktien – wieder ein gutes Jahr

Aktien gehören – wie auch in den letzten Jahren – zu den Gewinnern des Jahres. Ende August kamen die Aktienmärkte nach einem kleinen Sommerloch wieder in Fahrt. Auch ein eher mäßiger November kann nichts am hervorragenden Gesamtbild ändern.

Der Monat November war vor allem in Europa etwas schwächer. Die EZB-Entscheidung vom 26. Oktober mussten die Märkte erst verarbeiten. Auch der österreichische ATX hat im November einige Punkte abgegeben. Doch die jüngsten Konjunkturdaten zeichnen allesamt ein positives Bild. So erreichte das Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone ein zyklisches Hoch und sogar den höchsten Stand seit Oktober 2000. Gute Unternehmensdaten wirkten jüngst weiter unterstützend.

Der Leitmarkt USA (Dow Jones, S&P 500, NASDAQ) brachte auch im abgelaufenen Monat wieder „all-time-highs“ hervor. Eine Entwicklung, die fast schon zur Gewohnheit wird. Allerdings wirkt die erneute Stärke des Euro abschwächend auf die US-amerikanischen und globalen Aktienerträge.

Aktien USA und Europa – stetiger Anstieg

Der US-Aktienmarkt befindet sich weiterhin in der Phase eines sehr stabilen Anstiegs, die Schwankungen sind äußerst gering. Der Markt wird dabei angetrieben von den großen Wachstumsaktien („Large Cap Growth"), die insbesondere im Technologiesektor zu finden sind. Gute Fundamentaldaten (Konjunkturausblick, Unternehmensgewinne, niedrige Inflation) und ein robustes technisches Bild (z. B. Marktbreite) wirken unterstützend.

Auch die europäischen Aktienmärkte konnten in den letzten Monaten deutlich zulegen. Sehr gute Konjunkturdaten, ein positives Bild bei den Unternehmensgewinnen sowie eine weiterhin sehr expansive Notenbankpolitik unterstützten diese Entwicklung.

Nach deutlich positiven Gewinnrevisionen in den ersten sechs Monaten, in denen die Gewinnschätzungen für die Mehrzahl der Unternehmen angehoben wurden, hat diese Dynamik zuletzt nachgelassen. Angesichts der sehr positiven global-konjunkturellen Rahmenbedingungen sehen wir die Gefahr von markant negativen Revisionen in den nächsten Monaten aber als sehr gering an.


Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finde Sie links als PDF.

Finanzmärkte 2018: Wird die Party-Stimmung anhalten?

2017 neigt sich dem Ende zu, und man kann die bisherige Entwicklung so zusammenfassen: Es lief wesentlich besser als gedacht. Die Weltwirtschaft expandierte seit der Finanzkrise im Jahr 2008 niemals schneller und vor allem geschlossener als im Jahr 2017. Dazu kommt, dass die Inflation nach unten überraschte und zum wiederholten Male hinter den Erwartungen der Zentralbanken bzw. der Analysten zurückblieb.

Zwar sind die Bewertungen bei vielen Assets ambitioniert, aber die Phase der starken Konjunktur bzw. niedrigen Inflation scheint sich auch zu Beginn des Jahres 2018 nahtlos fortzusetzen. Ein wenig erinnert die bärenstarke Wirtschaft, gepaart mit sportlichen Bewertungen, an das Jahr 1999. Der Rest ist bekanntlich Geschichte. Was heißt das nun für 2018? Folgt der Party an den Märkten ein Kater?

Kräftiges Wachstum auch 2018

Wir von der Erste Asset Management gehen davon aus, dass die Wirtschaft 2018 weiterhin kräftig und breit wachsen wird. In den USA könnten Steuererleichterungen die ohnehin gut laufende Wirtschaft noch zusätzlich ankurbeln. Und in Europa ist der Aufschwung inzwischen so breit angelegt, dass auch die schwächeren Länder in der Peripherie davon profitieren. Auch in den Emerging Markets scheinen die Sorgenkinder der vergangenen Jahre wie Brasilien und Russland ihre Rezession überwunden zu haben und wieder neu durchzustarten. Eine Phase der starken Konjunktur spricht dafür, weiterhin risikobehaftete Anlageklassen wie Aktien oder höher rentierende Unternehmensanleihen im Portfolio zu halten.

US-Wirtschaft in einer der längsten Expansionsphasen ihrer Geschichte

Die US-Wirtschaft, die in dieser Hinsicht Europa deutlich voraus ist, befindet sich in einer der längsten Expansionsphasen ihrer Geschichte (in den USA hat man dafür Daten bis zurück in die 1850er Jahre!). Dies mahnt zur Vorsicht. Expansionsphasen sterben zwar nicht an Altersschwäche, aber lange Phasen der Expansion führen üblicherweise dazu, dass sich in der Wirtschaft und/oder im Finanzsystem Ungleichgewichte aufbauen. So etwas gab es 2008 beim Immobilienmarkt oder 2000 mit der „DotCom Blase“. Derzeit scheint wenig darauf hinzuweisen, dass massive Ungleichgewichte in der US Wirtschaft bestehen.

Änderung in der Zinspolitik der Notenbanken als Hauptrisiko

Damit bleibt die US-Notenbank und ihre Politik des moderaten aber stetigen Drehens an der Zinsschraube als „Hauptgefahr“ für die Konjunktur. Zu hohe Zinsen waren in der Vergangenheit oft die Ursache dafür, dass die US-Wirtschaft (aber nicht nur diese) in die Rezession kippte (z.B. zu Beginn der 1980 Jahre). Wir gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft noch nicht an dieser Schwelle steht. Stehen die Zinsen in einem Jahr aber tatsächlich, wie derzeit von der US-Notenbank avisiert, um 1% höher, bleibt abzuwarten, wie die immer noch extrem hoch verschuldete US-Wirtschaft damit zu Recht kommt. Das scheint aus heutiger Sicht ein Risiko für 2019 und nicht für 2018 zu sein.

Inflation bleibt moderat

Wichtig wird in dieser Hinsicht die weitere Entwicklung der Inflation sein. 2017 blieb die Teuerungsrate in den USA aber auch in Europa wieder einmal hinter den Erwartungen zurück. Angesichts des guten Wachstums ist davon auszugehen, dass die freien Kapazitäten in der Wirtschaft zunehmend knapper werden. In den USA liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 4,1% und damit wieder bei den Tiefstständen der letzten Jahrzehnte. Ähnliches gilt für den OECD-Raum insgesamt. Ökonomisch bleibt das Risiko, dass die Inflation im Jahr 2018 nicht nur steigen sondern nach oben überraschen könnte. Das würde die Zentralbanken, allen voran die US Notenbank, dazu nötigen, die Zinszügel stärker anzuziehen, als es der Markt erwartet.

Zusätzliches US-Staatsanleihen-Angebot wird zu moderatem Renditeanstieg führen

Die US-Notenbank hat 2017 damit begonnen hat, die von ihr im Rahmen der Staatsanleihen Kaufprogramme erworbenen Staatsanleihen auslaufen zu lassen. Abreifende Staatsanleihen werden bis zu einem bestimmten Volumen nicht wieder investiert. In Summe sollten damit 229 Milliarden US-Dollar an Staatsanleihen „zusätzlich“ auf den Markt kommen. Wir gehen davon aus, dass dieses zusätzliche Angebot im Jahr 2018 zu einem moderaten Aufwärtsdruck bei den Renditen von Staatsanleihen führen wird. In Summe werden die Europäische Zentralbank und die Japanische Notenbank im Jahr 2018 immer noch mehr Staatsanleihen kaufen, als in den USA, der Eurozone und in Japan zusammen netto emittiert werden.

Gute Chancen für mutige Investoren

Wir starten optimistisch ins Jahr 2018 und sehen unverändert gute Chancen für AnlegerInnen. Das gute Wachstum spricht weiterhin dafür, risikobehaftete Anlageklassen prominent in den Portfolien zu gewichten. Demgegenüber gehen wir bei Staatsanleihen von moderaten Renditeanstiegen aus, was diese relativ unattraktiv macht.

In den USA, immer noch der größten und wichtigsten Volkswirtschaft weltweit, befinden wir uns aber in einer späten Phase der Expansion. Die Geschichte lehrt, dass in dieser Phase für mutige Investoren noch etwas zu holen ist, dass man die Risiken aber nicht außer Acht lassen darf. Vor diesem Hintergrund werden wir besonders auf mögliche Hinweise auf ein Ende der Expansionsphase achten.


Gerold Permoser
Gerold Permoser ist seit Anfang April 2013 Veranlagungschef (Chief Investment Officer) der Erste Asset Management. In dieser Funktion verantwortet er die gesamten Asset Management Aktivitäten und Anlagestrategien aller Investmentfonds der Erste Asset Management Gruppe in Österreich, Deutschland, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Vor seinem Eintritt im Unternehmen übte er diese Funktion bei Macquarie Investmentmanagement Austria KAG aus. Permoser verfügt über Erfahrung im Veranlagungsbereich seit 1997.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Rekordzuflüsse in Robotik-ETPs

Robotik-ETPs verzeichneten in der vergangenen Woche mit 51 Mio. USD die höchsten jemals verzeichneten wöchentlichen Zuflüsse, so ETF Securities im wöchentlicher Markt- und Flowbericht. Aus US-Dollar-Long-Positionen flossen in den letzten zwei Monaten 40 Mio. USD ab. Bei Landwirtschafts-ETPs kam es in der vergangenen Woche zu Abflüssen in Höhe von 40 Mio. USD. Betroffen waren insbesondere Weizen und Mais.

Robotik-ETPs (A12GJD) verzeichneten in der vergangenen Woche mit 51 Mio. USD die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit Auflegung. Damit summiert sich das verwaltete Vermögen erstmals auf über 1 Mrd. USD. Im Zuge der erfolgreichen Berichtssaison haben nun 92 Prozent der Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt, und wir stellen fest, dass Umsätze und Gewinne nach einer Schwächephase über ihre Höchststände aus dem Jahr 2015 hinausgewachsen sind. „Im Vergleich zum Vorquartal entwickelte sich der 3D-Druck-Bereich schwach, aber sein Einfluss auf die Gesamtgewinne, die um 17,7 Prozent zulegten und um 12 Prozent über den Erwartungen lagen, war geringfügig. Entsprechend blieben auch die Bewertungen stabil. Das akuelle KGV von 29 entspricht relativ zum MSCI World Tech dem langfristigen Durchschnitt“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Aufgrund der für Dezember drohenden Zinsanhebung der Fed kam es in der vergangenen Woche bei Gold-ETPs (A0N62G) zu Abflüssen in Höhe von 43 Mio. USD. In den letzten zwei Monaten waren kontinuierlich insgesamt 450 Mio. USD zugeflossen. „Trotz der Abflüsse sind wir überzeugt, dass Gold aufgrund der nach wie vor mangelnden Nachfrage nach dem US-Dollar, der zunehmenden geopolitischen Ängste hauptsächlich in Zusammenhang mit Nordkorea und der befürchteten Auswirkungen der geldpolitischen Anpassungen nichts von seiner Beliebtheit einbüßen wird“, so Hein.

Parallel zu Gold (A0LP78) flossen in den letzten zwei Monaten 40 Mio. USD aus US-Dollar-Long-Positionen ab, und zwar in erster Linie gegenüber dem Euro. „Unseres Erachtens ist dieser Umstand Ausdruck der Skepsis der Anleger darüber, ob Präsident Trump die beabsichtigten Steuersenkungen wirklich durch den Kongress bringen kann, und der weiterhin positiven Konjunkturdaten der Eurozone“, meint Hein.

Bei Rohöl (A1N49P) kam es erneut zu Abflüssen, insgesamt in Höhe von 22 Mio. In 20 der 21 Wochen seit Juli kam es zu Abflüssen, die sich mittlerweile auf 694 Mio. USD summieren, das heißt auf 43 Prozent des aktuell verwalteten Vermögens. Unseres Erachtens bedeutet dies, dass die Anleger die Nachhaltigkeit des aktuellen Ölpreisniveaus zunehmend in Zweifel ziehen. Außerdem dürfte sich die jüngste Verlängerung der Förderkürzungen, auf die sich die OPEC unlängst einigte, langfristig kaum auswirken. Bei dem aktuellen Expansionstempo in den USA wird das globale Angebotsdefizit nur von kurzer Dauer sein und bis zum ersten Quartal 2018 wieder in einen Produktionsüberschuss übergehen. Russland ist ferner beunruhigt, dass der Aufschwung der US-Ölindustrie durch die kürzungsbedingt steigenden Preise überhaupt erst möglich wurde. Aus diesem Grund findet sich in der neuen OPEC-Vereinbarung eine Passage, derzufolge die Einigung im Juni 2018 überprüft werden soll. „Da Rohöl der Sorte Brent nun bei 63 USD/Barrel steht, könnte die Vertragstreue wieder einmal nachlassen, da die Versuchung besteht, die höheren Preise zu nutzen“, sagt Hein.

„Bei Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) kam es in der vergangenen Woche zu Abflüssen in Höhe von 40 Mio. USD, die insbesondere Weizen und Mais betrafen. Dies ist unseres Erachtens auf Meldungen zurückzuführen, dass die Erträge sowohl in den USA als auch in Russland höher als erwartet ausgefallen sind. So hoch waren die Abflüsse zuletzt im Juli 2015“, sagt Hein.

Xi Jinpings neue Ära

Der alle fünf Jahre in Peking stattfindende Nationalkongress der Kommunistischen Partei Chinas ist in jedem Fall ein wichtiges politisches Ereignis, doch der heurige Parteikongress stellte einen Meilenstein dar – zeigte er doch, dass eine neue Ära in China begonnen hatte. Präsident Xi Jinping zementierte seine Macht weiter als Chinas oberster Führer ein – ein Führer, der das Land über das kommende Jahrzehnt regieren könnte und dabei sehr ambitioniert ist.

Xi Jinping, geboren am 15. Juni 1953, war in China und im Rest der Welt relativ unbekannt, bevor er in 2012 an die Macht kam. Als Sohn eines hochrangigen Parteifunktionärs der Kommunistischen Partei Chinas wurde er als einer der eher unscheinbaren „Prinzen“ angesehen und hätte innerhalb der Partei aufgrund der guten Familienbeziehungen aufsteigen sollen. Sein Leben änderte sich dramatisch, als sein Vater 1968 während der Kulturrevolution inhaftiert wurde. Im Alter von 15 Jahren, und so wie Millionen anderer Jugendlicher, die „weggeschickt“ wurden, wurde er in ein entlegenes Dorf, entsandt, um harte physische Arbeit in der Landwirtschaft zu verrichten. Er verbrachte sieben Jahre in dem Dorf und wuchs dort zu einem erwachsenen Mann heran. Ein weiterer Wendepunkt in seinem Leben kam 1974, als Xi nach neun erfolglosen Versuchen endlich als Mitglied der Kommunistischen Partei akzeptiert wurde. Er begann seine politische Laufbahn als Sekretär eines Ortsvereins der Partei in seinem Dorf und marschierte von dort aus durch die Ränge der Kommunistischen Partei bis hin zum Gipfel der Macht.

Xi zeigte seine Ambitionen, kurz nachdem er der Führer Chinas geworden war. Während seiner ersten fünfjährigen Amtsperiode, welche 2012 begann, enthüllte er seine Vision für China: eine großangelegte Renaissance und eine prominentere internationale Position für die chinesische Nation; mehr Bildung, bessere Gesundheitsversorgung und ein verbessertes Pensionssystem, stabile Arbeitsplätze, höhere Einkommen, eine verbesserte Lebensqualität und Umwelt für das chinesische Volk. Seine Vision wird auch als „der chinesische Traum“ bezeichnet. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die China als armes Entwicklungsland heruntergespielt hatten, spricht Xi von China als Großmacht. Er konsolidierte auch seinen persönlichen Machtbereich durch eine erbarmungslose Anti-Korruption-Kampagne. Die Kampagne brachte die Disziplinierung von mehr als einer Million Parteioffiziellen mit sich, 440 davon in ministeriellem Rang – dabei auch viele von Xis politischen Widersachern.

Fünf Jahre später stärkte Xi seine Position neuerlich und erhielt dafür einen überwältigenden Grad an Bestätigung seiner Befugnisse seitens des 19. Nationalen Parteikongresses. Die meisten, am 25. Oktober 2017 bekanntgegebenen Mitglieder des neuen Ständigen Komitees des Politbüros sind Unterstützer Xis. Xis voller Name ist nunmehr in der Verfassung der Kommunistischen Partei verewigt, womit er es in Sachen Status dem legendären Führer der Kommunistischen Partei, Mao Zedong, gleichgetan hat, welcher China 1949 einte. Das zeigt, dass Xi auf genug Unterstützung in der Partei zählen kann, um seinen Plan des „chinesischen Traums“ umzusetzen. In seiner dreieinhalbstündigen Marathon-Rede im Rahmen der Eröffnung des Parteikongresses kündigte Xi eine „neue Ära“ in China an und erläuterte den Zeitplan für die Entwicklung Chinas: von 2020 bis 2035 wird China zu einem vollständig modernen Land“ werden; von 2035 bis 2050 wird China eine „globale Führungsrolle“ übernehmen. Man kann davon ausgehen, dass China während Xis zweiter Amtsperiode eine aktivere Außen- und Innenpolitik betreiben wird.

Während so mancher Xi als starken Führer feiert, bezichtigen ihn andere des Personenkults. Unabhängig davon, mit welcher Seite man übereinstimmt, ist die Tatsache nicht zu leugnen, dass Xi zum autoritärsten Führer seit Mao Zedong geworden ist und man erwarten kann, dass er China in den kommenden Jahren entsprechen seinen Vorstellungen formen wird.


Jenny Teng ist Senior Fondsmanagerin im Aktien-Team der Erste AM. Die gebürtige Chinesin ist seit 2008 für die ERSTE-SPARINVEST tätig und für die asiatischen Aktienmärkte zuständig.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

14 years of investment returns: history’s lesson for investors

Equities were the best performing asset class between 2004 and 2017, but it has been a rollercoaster ride. Diversification can help you smooth out those highs and lows, shows David Brett, Investment Writer at Schroders.

The stockmarket has provided the best returns among the major asset classes over the last 14 years. But the total profits belie wild fluctuations year by year.

Such volatility can cause problems for those who need to draw down money from their investments at certain points of their lives. A sudden drop in the stockmarket just before university fees are due or before retirement can derail best laid plans.

That is where diversification can help. Spreading your money around can potentially help reduce risk, smooth out those highs and lows, and may even improve the long-term performance of your overall portfolio.

The table below shows the performance of some of the main asset classes in each year.

Of course it’s important to note that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Equities relates to world stockmarkets as measured by the MSCI AC World Total Return index. “Govts” relates to the performance of government bonds around the world and property relates to returns from UK commercial property. More detail on the indices used for each asset can be found at the foot of the table.

14 years of asset returns

Table: 14 years of asset returns

Source: Schroders, Datastream as of 31 October 2017.  Equity: MSCI AC World Total Return Index (local currencies); Property: UK IPD Index (sterling); Cash: 3 month Sterling LIBOR (sterling); Government bonds: Barclays Global Treasury Index (dollars); Commodities: Bloomberg Commodity index (dollars). All show total return either in local currency or currency of denomination. Please remember past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

It is possible to map events to some of the good and bad years for different assets. Perhaps the most iconic was the boom in the price of nearly every asset, particularly property, in the mid-Noughties. It famously ended in disaster in 2007 when the sub-prime mortgage crisis caused a global recession.

In the year that followed, UK commercial property lost 22.5% while global stockmarkets registered a near 40% loss. Portfolios that contained government bonds, which returned more than 10% that year, will have seen losses somewhat offset.

The price of mainstream assets rallied after the global financial crisis. In part, it was a reaction to the extreme measures taken by central banks to boost economies. But even in this period, not all investments moved in the same direction.

Commodities, which had surged in value with shares and property before the crisis, languished in the first half of this decade.

Equities returned the most, commodities the least

Over the whole period, it’s possible to calculate average returns from these assets. Equities returned an average of 7.7% annually between 2004 and 2017, according to data compiled by Schroders.

The next best performer of the assets analysed was real estate, or commercial property, which returned an average of 6.3%. It was followed by government bonds and cash.

Commodities have been the worst performing investment and the only one to produce a loss, of 2% a year, during that period.

Annual asset returns since 2004

In terms of total returns over the 14 years, the commercial property index rose 135%. For sterling investors, £1,000 invested in 2004 would be worth £2,355 today (31 October 2017).

It should be noted that some of the indices mentioned above are priced in various currencies. The actual returns would be determined by your local rate of exchange.

Currency movements can provide further diversification. By investing in assets overseas, it’s not just the performance of the asset that determines the return, but also the strength and weakness of the currencies of the investor and the location of the investments.

The benefits of diversification

Reducing risk: A crucial imperative for most investors is not to lose money. This is always a risk with investing, but diversifying may mitigate that risk.

Retaining access to the money you need: In times of stress the ease in which you can buy and sell an asset is critical. This varies between assets, known as liquidity. For instance, property can be more illiquid than equities. Diversification can help.

Smoothing the ups and downs: The frequency and extremity with which your investments rise and fall determines your portfolio’s volatility. Diversifying your investments can give a greater chance of smoothing out those peaks and troughs.

Too much diversification?

There is no fixed rule as to how many assets a diversified portfolio should hold: too few can add risk, but so can holding too many. Hundreds of holdings across many different assets can be hard to manage, and diversification for the sake of it runs the risk of poorer performance, sometimes called “diworsification”.


This article has first been published on schroders.com.

Übergewicht und Fettleibigkeit

Die Ziele 2 und 3 für nachhaltige Entwicklung der UNO (SDGs) sind „kein Hunger“ sowie „Gesundheit und Wohlergehen“. In der Vergangenheit war die Diskussion von Ernährungsproblemen fast immer gleichbedeutend mit dem Kampf gegen den Hunger. Mittlerweile hat sich Überernährung aber als fast gleichwertiges globales Problem neben die Unterernährung gesellt. Denn falsche Ernährung und, damit verbunden, Übergewicht oder gar Fettleibigkeit werden immer stärker zum sozialen Problem. Außerdem führen sie zu stetig steigenden Aufwendungen in den staatlichen Gesundheitssystemen.

Dabei ist Übergewicht längst kein Problem der überreichen Bevölkerungsschichten mehr. Denn in der Rangliste der Länder mit den höchsten Anteilen an fettleibigen Erwachsenen liegt beispielsweise Mexiko gleich hinter den USA an der wenig schmeichelhaften zweiten Stelle. Neben dem Faktor tendenziell höherer Einkommen gilt vor allem die tägliche Routine der Menschen – mehr sitzende Tätigkeiten und weniger Bewegung – als Grund für die steigende Anzahl an Übergewichtigen.

Die Nahrungsmittelindustrie bietet eine breite Palette von „ungesunden“ Produkten, also solchen mit beispielsweise hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt. Ihr kann daher, auch auf Basis teils irreführender Marketingmaßnahmen, eine Mitverantwortung an der Verbreitung der Fettleibigkeit zugeschrieben werden. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management* hat sich die großen Player im Bereich Nahrungsmittel genauer angesehen und Fragen rund um die Themen gesunde Ernährung und Übergewicht gestellt.

Übergewicht und Fettleibigkeit

Der Terminus Fettleibigkeit oder Adipositas bezeichnet starkes Übergewicht, also ein ausgeprägtes Missverhältnis von Körpergewicht in Relation zur Körpergröße. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Übergewicht und Adipositas auf Basis des Körpermasseindex BMI. Normalgewicht liegt bei einem BMI von 18,5–24,9 vor, Übergewicht bei 25–29,9 und Fettleibigkeit ab einem BMI von 30 kg/m2.

Fettleibigkeit ist kein modernes Thema. Bereits im antiken Griechenland wurde sie als medizinisches Risiko gesehen. Später wurde Übergewicht angesichts der immer wieder auftretenden Hungersnöte als Zeichen des Wohlstands und Reichtums interpretiert.

Aufgrund des aktuellen Schönheitsideals und wegen der Konsequenzen für die individuelle Gesundheit wird Übergewicht heute sehr negativ bewertet. Die weltweite Verbreitung der Adipositas ist allerdings ein Thema der jüngsten Vergangenheit. Erst in den letzten Jahren ist die Anzahl übergewichtiger und fettleibiger Menschen sprunghaft angestiegen. Nachdem der Fokus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jahrelang auf Unter- und Mangelernährung lag, schlägt das Pendel jetzt in die andere Richtung aus. 2014 waren gemäß WHO 1,9 Milliarden Menschen übergewichtig, davon 600 Millionen fettleibig. Bereits 2006 lag nach Berechnungen der OECD der Anteil der Übergewichtigen an der Weltbevölkerung bei 16 %, jener der unterernährten Menschen bei lediglich 12 %. Im globalen Vergleich ist der Anteil der fettleibigen Erwachsenen derzeit in den USA am höchsten, gefolgt von Mexiko und Neuseeland. Am Beispiel von Mexiko ist zu erkennen, dass die Anzahl der unter Fettleibigkeit leidenden Menschen auch in den Schwellenländern dramatisch zunimmt. In den Schwellenländern wie auch in den Industrieländern ist eine negative Korrelation von Adipositas zu Einkommen, Bildung und sozialem Status gegeben.

Die Erklärungsansätze für die steigende Anzahl von Übergewichtigen und Fettleibigen gehen unter anderem in Richtung veränderter Lebensweisen.

Der Alltag vieler Menschen ist geprägt durch sitzende Tätigkeiten, wenig Bewegung und vermehrten Stress in Beruf und Freizeit. Das Fehlen geregelter Mahlzeiten und das Verzweifeln am gängigen Schönheitsideal sind weitere sozio-kulturelle Faktoren, die Übergewicht begünstigen können.

Die Dynamik in Richtung höherer Verbreitung der Fettleibigkeit ist ausgeprägt. Dabei wird die Nahrungsmittelindustrie von vielen Seiten als eine Ursache des Problems gesehen. Unter anderem gerät Fast Food in den Mittelpunkt der Kritik. Dort kommen mit überdimensionierten Portionsgrößen, der überhöhten Essgeschwindigkeit und hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt gleich einige Grundübel der falschen Ernährung zusammen.

Weitere Vorwürfe an die Nahrungsmittelindustrie sind hohe Marketing- und Werbebudgets für eigentlich ungesunde Produkte und die Verwendung von Geschmacksverstärkern, Farb- und Geruchsstoffen, um den Appetit der Kunden anzuregen.

Wachsende Befürchtungen in Richtung „sugar is the new tobacco“ haben viele Unternehmen Akzente hinsichtlich „gesunder Ernährung“ setzen lassen. Die Risiken für Produzenten von als ungesund betrachteten Nahrungsmitteln gehen aber über mögliche Klagen durch Konsumenten hinaus. Es besteht auch ein regulatorisches Risiko, etwa für eine verstärkte Einführung von Junk-Food-Steuern oder für Steuern auf Nahrungsmittel mit hohem Fett- oder Zuckergehalt. Frankreich führte bereits 2012 eine Softdrinksteuer ein, die als Abgabe auf Getränke mit Zuckerzusatz oder Ersatzstoffen definiert ist.

Die Nahrungsmittelindustrie reagiert auf diese Bedrohung unter anderem mit Änderungen in der Produktpalette. Bestehende Produkte werden auf „weniger ungesund“ getrimmt, Zucker- und Fettanteile reduziert. Außerdem stellen die Unternehmen Mehrjahrespläne mit Zielen zur Reduktion von kritisierten Ingredienzien auf. Einige Fast-Food-Ketten beginnen, Obst und Gemüse quasi als „Beilagen“ zu entdecken. Zudem werden neue, gesündere Produkte eingeführt und die Standards in der Produktauszeichnung verbessert. Ein Beispiel hierfür ist die GDA – Guideline Daily Amount oder Richtlinie für den täglichen Verzehr. Sie soll Konsumenten in ihrem Essverhalten in positiver Weise unterstützen.

Internationale Kampagnen für eine Reduktion der Überernährung und die Förderung gesunder Ernährung sollen den Druck auf die Unternehmen erhöhen. Zu ihnen zählen die HWCF (Healthy Weight Commitment Foundation) und GAIN (Global Alliance for Improved Nutrition).

Im Gegensatz zur Überernährung steht die quantitativ gemäßigte und gesunde Ernährung. Gesunde Nahrung liefert dem Körper die nötigen Nährstoffe, um seine Funktionalität zu erhalten oder sogar zu verbessern. Das Thema Functional Food ist davon getrennt zu betrachten. Functional Food oder funktionelle Lebensmittel werden mit zusätzlichen Inhaltsstoffen angereichert und sollen einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben.

Meist sind positive gesundheitliche Wirkungen jedoch wissenschaftlich nicht wirklich nachgewiesen. Viele Nahrungsmittelhersteller reihen funktionelle Lebensmittel unter die gesunden Produkte ihres Warensortiments ein. Biologische Lebensmittel können zur Bekämpfung des Problems Fettleibigkeit theoretisch keinen Beitrag leisten. Denn sofern Adipositas durch übermäßige Kalorienzufuhr verursacht und nicht krankheitsbedingt ist, macht der Genuss von biologischen Lebensmitteln gegenüber herkömmlichen kaum einen Unterschied. Insofern sehen auch die Nahrungsmittelkonzerne biologische Produkte nicht als Problemlöser an. Auf der anderen Seite ist die bewusste Ernährung oft der Auslöser für gesündere Ernährung. Somit kann die positive Wirkung biologischer Produkte nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Fazit: Raiffeisen Capital Management ist derzeit in folgende Unternehmen im Bereich Nahrungsmittel, Restaurants und Einzelhandel investiert: Hain Celestial, Wessanen und SunOpta. Dabei handelt es sich in allen Fällen um auf Biolebensmittel spezialisierte Unternehmen.

Nachhaltigkeitsbewertung

Der steigende Anteil an fettleibigen Menschen trübt die Aussichten der Nahrungsmittelindustrie. Zunächst führt die immer größere Anzahl an Überernährten bei vielen Herstellern zwar noch zu positiven Effekten über höhere Umsätze und Gewinne.

Aber Regierungen aus denjenigen Ländern mit besonders „zunehmender“ Bevölkerung sind angesichts der immer höheren Gesundheitskosten alarmiert. Die betroffenen Unternehmen verspüren den Druck, der Entwicklung über Änderungen auf Produktebene und im Marketingbereich entgegenzuwirken. Für viele Branchen bedeutet die rasante Zunahme an übergewichtigen Menschen auch strategische Veränderungen und neue Herausforderungen.

Betroffen sind davon zunächst die Nahrungsmittelindustrie, Restaurants und der Einzelhandel. Etwas weiter gedacht, stehen auch die Hersteller von Pharmaprodukten und Sportausrüstung oder Versicherer neuen Herausforderungen gegenüber. Denn Übergewicht und Adipositas führen oft zu nachgelagerten Leiden wie Zuckerkrank heit, Fettstoffwechsel störungen oder, wie bereits erwähnt, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Daher bietet sich ein Dialog mit den Unternehmen der Branche an, um die Probleme aufzuzeigen und Lösungen einzufordern.

Im Zusammenhang mit dem Thema Übergewicht und Fettleibigkeit umfasst der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management die größten Unternehmen in den Sektoren Nahrungsmittelindustrie, Restaurants und Einzelhandel.

  • Sehen Sie die Zunahme von Adipositas in der Bevölkerung als Risiko für Ihr Unternehmen? Gibt es in diesem Zusammenhang regionale Unterschiede?
  • Mit welchen Maßnahmen versuchen Sie, den Kampf gegen die Überernährung zu unterstützen (spezielle Produkt- oder Speisenkennzeichnung, Verzicht auf Großpackungen oder kleinere Portionen etc.)?
  • Wie problematisch sehen Sie die Tendenz zu Steuern auf vermeintlich ungesunde Produkte, etwa auf Softdrinks mit hohem Zuckergehalt etc.?
  • Forcieren Sie als Antwort auf die Überernährungsthematik gesunde Produkte in Ihrem Produktportfolio oder bei den Speisen? Wie charakterisieren Sie derartige Produkte oder Speisen?
  • Kategorisieren Sie Ihre Produktpalette oder die angebotenen Speisen generell in gesunde und ungesunde Produkte?
  • Versuchen Sie, gesunde gegenüber ungesunden Produkten oder Speisen preislich attraktiver zu gestalten?
  • Haben Sie ungesunde Produkte oder Speisen strategisch aus Ihrer Produktpalette oder Ihrem Angebot gestrichen?
  • Sehen Sie Bioprodukte als Antwort auf die Adipositasproblematik?
  • Sehen Sie Functional Food als Antwort auf die Adipositasproblematik?
  • Nimmt Ihr Unternehmen an internationalen Kampagnen im Kampf gegen die Überernährung (HWCF, GAIN etc.) teil?

Von den während des Engagement-Prozesses kontaktierten Unternehmen haben uns mehr als die Hälfte Feedback gegeben.

Was die im Rahmen der Themen Übergewicht und Fettleibigkeit im Mittelpunkt stehenden Ziele für nachhaltige Entwicklung SDG 2 und SDG 3 betrifft, so sieht sich beispielsweise Tesco eindeutig dem SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ verpflichtet. Maßnahmen im Kampf gegen die Überernährung und Fettleibigkeit umfassen auf Produktebene die Änderung der Zusammensetzung – oder der Formeln – der angebotenen Lebensmittel sowie die Kreation neuer und gesünderer Produkte. Daneben stehen Maßnahmen wie die Verkleinerung der Packungsgrößen, Events zur Unterstützung gesunder Ernährung, die weitergehende Kennzeichnung von Produkten und Inhaltsstoffen, Informationsinitiativen und eine Veränderung der Präsentation des Warensortiments durch nachhaltiges Marketing.

Marks & Spencer hat für seine Kunden einen eigenen „health hub“ im Internet geschaffen.

Unter den sechs Bekenntnissen zu gesünderen Nahrungsmitteln, die Danone in den Mittelpunkt stellt, befinden sich auch das Verständnis von lokalen Ernährungspraktiken und die Herausforderungen durch Fehlernährung für die lokalen Gesundheitssysteme. Lindt & Sprüngli hat seine Produktpalette in Richtung von höheren – und dementsprechend gesünderen – Kakaoanteilen sowie kleineren Packungsgrößen angepasst.

Auch Hain Celestial setzt prinzipiell nicht auf Großpackungen.

Einige Unternehmen haben sich auch mehr oder weniger ehrgeizige Ziele gesetzt. Marks & Spencer will bis 2022 mindestens 50 % seiner globalen Lebensmittelumsätze mit gesünderen Produkten erzielen.

Danone hat in seinen „Ernährungszielen 2020“ die Vorhaben für Verbesserungen in Richtung gesunde Lebensmittel festgelegt.

Tesco verkauft nur mehr Softdrinks, die weniger als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter Getränk enthalten. Das Unternehmen hat außerdem die Preise für „gesunde“ Produkte und für frisches Obst und Gemüse gesenkt.

Steuern auf Softdrinks sehen die befragten Unternehmen naturgemäß kritisch. Man zitiert dabei auch die Weltgesundheitsorganisation WHO mit einer Aussage, nach der Softdrinksteuern nicht als optimaler Weg im Kampf gegen Fettleibigkeit betrachtet werden. Was das Thema Biolebensmittel betrifft, so werden diese von fast allen befragten Unternehmen nicht als Chance gesehen, Übergewicht und Fettleibigkeit in den Griff zu bekommen. Hain Celestial als Hersteller von Biolebensmitteln sieht die Möglichkeit eines Zusammenhangs, die aber bisher wissenschaftlich nicht bestätigt ist.

Was Kampagnen betrifft, so fokussieren Unternehmen ihre Aktivitäten gegen Übergewicht auf die wesentlichsten Heimmärkte. Tesco hat Partnerschaften mit der British Heart Foundation, Diabetes UK und Cancer Research UK, auch Marks & Spencer hat auf den UK-Markt fokussiert. Coca-Cola ist Gründungsmitglied der Healthy Weight Commitment Foundation und der International Food and Beverage Alliance.

Im Fokus: SunOpta

SunOpta ist ein vor allem im Bereich der Beschaffung, Verarbeitung und Verpackung von Natur- und Biolebensmitteln spezialisiertes Unternehmen. Sein Sitz befindet sich in Mississauga in der kanadischen Provinz Ontario. Das Unternehmen wurde 1973 gegründet und beschäftigt aktuell rund 1.800 Mitarbeiter.

Lieferkette

Das Management der Lieferkette und der damit verbundenen Nachhaltigkeitsrisiken ist für SunOpta von herausragender Bedeutung. Umweltrisiken wird unter anderem durch das Angebot von Ausbildungsmaßnahmen und Training im Bereich biologische Landwirtschaft begegnet. Im Bereich der sozialen Risiken hat SunOpta eine Richtlinie für Zulieferer zum Thema Arbeitsrechte umgesetzt.

Abfall und Recycling

Das Unternehmen hat sich das Ziel einer 90%igen Abfalltrennung bis zum Jahr 2020 gesetzt. Daneben wurde das Zwischenziel einer Abfalltrennung von 60 % und damit der weitgehende Verzicht auf Deponien bis Ende 2015 formuliert. Per Ende des Jahres 2015 lag die Abfalltrennung für das Gesamtunternehmen bei 79 %. Die Region Nordamerika wies einen Wert von 78 % auf. Für die internationalen Aktivitäten betrug der Wert 96 %.

CO2-Intensität

Die Kohlenstoffintensität von SunOpta stieg 2015 um 2,4 % an, das entsprach 0,131 Tonnen CO2 je produzierter Tonne. Damit wurden die Werte aus 2012 und 2013 mit 0,147 respektive 0,139 Tonnen zwar deutlich unterschritten, das Ziel einer Verringerung von 3 % gegenüber dem Vorjahr wurde jedoch klar verfehlt. Der Grund für den Anstieg der Kohlenstoffintensität 2015 lag vor allem in der Erweiterung der Herstellungskapazitäten am Standort Allentown, wo das Anfahren der neuen Anlagen sehr energieintensiv war.

Marktstrategien

Die Strategie des Unternehmens geht in drei Richtungen. SunOpta will effiziente Strukturen von der Nahrungsmittelproduktion bis zum Endprodukt schaffen. Dabei will das Unternehmen vor allem auf den Aufbau von Private Labels setzen. Die stark wachsenden Teilmärkte für gesunde Ernährung, auf die SunOpta fokussiert ist, sind gesundes Obst (Fruchtzubereitungen), gesunde Snacks (Riegel, Fruchtsnacks) und gesunde Getränke (Fruchtsäfte, Limonaden). Das SunOpta Innovation Center unterstützt das Unternehmen bei dieser Strategie und ist vor allem in der Entwicklung und Kommerzialisierung neuer Produkte tätig.


Weitere Informationen zum Thema finden Sie im links angehängten Dokument "nachhaltig investieren".

*Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH.