Momentan sieht es nach steigenden Staatsschulden aus

Jörg Angelé und Gottfried Steindl, RBI Wien, zum US-Rentenmarkt.

In den kommenden Tagen stehen mit dem ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe und dem Arbeitsmarkbericht zwei Veröffentlichungen mit hoher Marktrelevanz am Datenkalender. Die bisher vorliegenden regionalen Umfragen haben im September ihr hohes Niveau gehalten (New York Fed, Kansas City Fed) bzw. sind von erhöhtem Niveau teils deutlich weiter gestiegen (Philly Fed und Richmond Fed). Wir gehen daher davon aus, dass auch der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe sein hohes Niveau vom August in etwa gehalten hat. Negative Auswirkungen der Hurrikans Harvey und Irma erwarten wir nicht. 2005, als die Hurrikans Katrina und Rita etwa zur gleichen Zeit die USA erreichten, legte der ISM Index sogar deutlich zu.

Dagegen dürften die Wirbelstürme deutlich Spuren bei den Arbeitsmarktdaten hinterlassen. Die Beschäftigung nahm zwischen Juni und August durchschnittlich um 185.000 pro Monat zu. Im September dürfte das Ergebnis wegen der Hurrikans Harvey und Irma, die weite Teile Texas und Floridas verwüsteten, deutlich schlechter ausfallen. Beispielsweise hat sich der Wochenschnitt der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im September auf 278 Tsd. von 237 Tsd. im August erhöht. Es ist aber schwer abzuschätzen, wie stark die Auswirkungen auf die Beschäftigung genau sind. Wir behelfen uns daher mit dem Blick auf den September 2005. Damals hatten die Hurrikans Katrina und Rita die Südküste der USA heimgesucht. In der Folge ging die Beschäftigung im September 2005 gegenüber August einer ersten Schätzung nach sogar um 35.000 zurück. Wir setzen für die Beschäftigung im September daher eine Stagnation an. Die Arbeitslosenquote kletterte im September 2005 um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 %. Da die Quote im August 2017 schon bei 4,44 % lag, setzen wir einen Anstieg auf 4,6 % an. Die durchschnittlichen Stundenlöhne dürften nichtsdestotrotz um 0,3 % p.m. gestiegen sein.

Die US Fed konnte sich in den letzten Tagen mehr Gehör verschaffen. Nachdem vor der Zinssitzung Mitte September der Markt die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung Ende des Jahres bei nur rund 20 % preiste, wurde diese Einschätzung seither sukzessive nach oben geschraubt und liegt nunmehr bei rund 75 %. Immerhin lassen auch die Wortmeldungen von FOMC Mitgliedern in der abgelaufenen Woche in Summe einen nächsten Zinsschritt im Dezember erwarten. Neben der Neubewertung des Leitzinsausblicks führte das Comeback des „Trump Trade“ zu einem Anstieg der Rendite von US-Staatsanleihen. Nach dem überraschenden Wahlsieg von Trump stellte sich der Markt auf eine expansive Fiskalpolitik ein, was die Rendite von US-Treasuries stark steigen und den US-Dollar deutlich aufwerten ließ. Ab März dieses Jahres kehrte jedoch angesichts der Amtsführung von Trump Ernüchterung ein. Mit der Vorstellung der Steuerpläne flackerte zuletzt jedoch Hoffnung auf, dass zumindest dieses Vorhaben nicht gänzlich scheitert.

Das Weiße Haus hat in der abgelaufenen Woche das lang erwartete „historische“ Steuerkonzept vorgelegt. Allerdings handelt es sich eher um eine Ansammlung bereits seit langem bekannter Wünsche und Absichten. So soll bspw. die Zahl der Einkommensteuersätze von sieben auf drei sinken: 12%, 25% und 35%. Der Grundfreibetrag soll für Alleinstehende auf USD 12.000 und für Paare auf USD 24.000 verdoppelt werden. Laut Entwurf sollen von der Reform vor allem Steuerzahler aus der Mittelschicht profitieren. Ob das tatsächlich so ist, ist aber fraglich. Im Zuge der Reform sollen nämlich fast alle bisher ansetzbaren, die Steuerlast mindernden Abzugsposten gestrichen werden. Vor allem für kinderreiche Familien und Steuerzahler in Bundesstaaten mit einer hohen Einkommensteuer auf Bundesebene könnte die Steuerbelastung am Ende daher höher ausfallen als bisher. Genau lässt sich das aber noch nicht beurteilen, da der Steuerentwurf viele Detailfragen offen lässt. Sicher profitieren würden aber die obersten Einkommensbezieher. Der Entwurf sieht neben der Senkung des Spitzensteuersatzes auch die Abschaffung der Grunderwerbssteuer sowie der Erbschaftssteuer vor. Laut Gary Cohn, dem wichtigsten Wirtschaftsberater von Präsident Trump soll die jährliche Entlastung für einen durchschnittlichen Steuerzahler zwischen USD 650 und USD 1000 liegen. Völlig offen ist dabei, wie die steuerlichen Entlastungen finanziert werden sollen. Momentan sieht es nach steigenden Staatsschulden aus.

Digitale Umwälzung: künstliche Intelligenz

Roboter übernehmen die Welt. Und zwar nicht mithilfe einer Armee von Cyborgs, sondern durch eine sanftere und subtilere Infiltration intelligenter Technologie. Künstliche Intelligenz (KI) ist einer der wachstumsstärksten Bereiche der digitalen Technologie und revolutioniert unser Leben – und unsere Anlageportfolios, zeigt  Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management.

Mit den neuesten Geräten von Amazon, Microsoft, Google und Co kann man bereits das Licht anschalten, die Wettervorhersage ansehen, seinen Kalender aufrufen, Musik hören, einen Wasserkocher anstellen oder ein Taxi bestellen – und das alles per Sprachbefehl.1 Bald wird die KI – also die Nachbildung von Handlungen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern, durch Computer – noch sehr viel mehr können. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die Investitionen digitaler Unternehmen, die die Systeme des maschinellen Lernens inzwischen als eine Hauptquelle für künftiges Wachstum ansehen.

Der KI-Markt ist schon jetzt groß. Aber Prognosen zufolge dürfte er noch sehr viel größer werden. Schätzungen zufolge wird er von USD 2 Milliarden im Jahr 2015 auf USD 127 Milliarden im Jahr 2025 wachsen.2 Derzeit spielen die USA und China eine führende Rolle, wobei der Großteil der Investitionen aus den Sektoren High-Tech, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen dieser Länder kommt. 

Wegbereiter für alle Sektoren

Für die weltweite Wirtschaft könnte das Billionen von Dollar zusätzliches Wachstum bedeuten, sowohl durch höhere Produktivität als auch über eine Ankurbelung des Konsums, wenn die Verbraucher wieder mehr Geld für neue oder verbesserte Waren und Dienstleistungen ausgeben.

Schnelles Wachstum
Weltweite KI-Einnahmen, Mrd. USD

 

Quelle: Bank of America Merrill Lynch 

Die KI-Revolution wird sich nicht nur auf eine Branche beschränken. Es handelt sich um eine grundlegende und überall einsetzbare Technologie, die den Gewinn von einigen Unternehmen vervielfachen, aber gleichzeitig den Untergang anderer Unternehmen in vielen verschiedenen Bereichen auslösen wird. In zahlreichen Fällen könnte der Erfolg oder das Scheitern eines Geschäfts davon abhängen, wie effizient und schnell die Firmen KI einsetzen. 

Für die meisten Unternehmen bedeutet eine effiziente Nutzung von KI die Fähigkeit, Daten zu analysieren – und zwar sehr viele Daten. Bis 2025 dürften wir Prognosen zufolge jährlich 163 Billionen Gigabytes Daten produzieren, d.h. 10 Mal so viel wie noch 2016.3

Durch maschinelles Lernen können Algorithmen historische Daten verwenden, um Muster auszumachen und zu prognostizieren, was in der Zukunft passieren könnte. Der nächste Schritt ist das tiefgehende Lernen („Deep Learning“). Hier lernen Computer aus ihren Fehlern und verfeinern Prognosen mit jedem neuen Informationsfragment. So werden die Computer immer besser im Erkennen von Bildern und Sprache sowie der Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing, NLP) – also darin, gesprochene und geschriebene Wörter so wie Menschen zu verstehen und im entsprechenden Kontext zu antworten.

KI macht sich bereits in so unterschiedlichen Branchen wie Gesundheit, Finanzen und Einzelhandel bemerkbar. Im Gesundheitsbereich verbessert sie die medizinische Diagnostik und ebnet so den Weg für personalisierte Medizin. In der Transportbranche ist KI die Schlüsseltechnologie für selbstfahrende Autos. Und auch die Finanzbranche transformiert sie: Banken und Anlageberater erfahren eine existentielle Bedrohung durch Roboter-Beratung. Und wer KI als Einzelhändler ignoriert, tut dies ebenfalls auf eigene Gefahr. Maschinelles Lernen kann die Logistik verbessern und ermöglicht zudem eine umfassendere kundenspezifische Produktanpassung.

Genauso wie Unternehmen es sich nicht leisten können, KI zu ignorieren, könnten Unternehmen, die auf die Entwicklung von KI-basierter Technologie spezialisiert sind, von einer starken Umsatz- und Gewinnsteigerung profitieren. Dies stellt wiederum eine Anlagechance dar und ist der Grund, warum KI eines der Schlüsselthemen unserer digitalen Strategie ist.

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Quellen:
1) Amazon, Microsoft und Google gehören zu Pictets digitaler Strategie
2) Bank of America Merrill Lynch, August 2016
3) IDC: Data Age 2025, April 2017

Weitere Artikel zum Thema Digital Disruption:

Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Behavioral Finance-Ansatz kann bei Value-Aktien Überrenditen erwirtschaften

In unsicheren Zeiten neigen Anleger naturgemäß zu emotionalen Entscheidungen – Mit einem Behavioral Finance-Ansatz lassen sich daraus resultierende Anlegerfehler systematisch nutzen. Daraus abgeleitet hat Degroof Petercam Asset Management ein quantitatives Behavioral Value-Modell entwickelt, das die Aktienauswahl Sektor neutral vornimmt und breiter anlegt als klassische Value-Ansätze

Emotionen bestimmen menschliche Anlageentscheidungen

„Wann ist der optimale Zeitpunkt, um in einen Markt oder ein Wertpapier ein- und auszusteigen“ – mit dieser Fragestellung beschäftigen sich Anleger immer wieder. Und ganz besonders in unsicheren Zeiten, die – wie aktuell – von Marktschwankungen und zahlreichen Risiken auf der Makro- und Mikroebene geprägt sind. Menschliches Verhalten und damit auch menschliche Entscheidungen werden sehr stark von Emotionen beeinflusst. Unsicherheiten oder auch extreme Ereignisse führen häufig dazu, dass Anleger übereilte Entscheidungen treffen. Vielfach kann man beobachten, dass Anleger bei erfolgreichen Investments zu früh aussteigen oder Verlustphasen zu lange aussitzen. „Emotionales Verhalten führt systematisch zu immer wiederkehrenden Anlegerfehlern. Angst und Gier und die damit verbundenen Anlageentscheidungen verhindern regelmäßig den Anlageerfolg“, sagt Philippe Denef, Lead Portfolio Manager Quantitative Strategies bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM). „Im Rahmen eines Behavioral Finance-Ansatzes können Anlegerfehler und die daraus resultierenden Preisanomalien an den Finanzmärkten analysiert und die Ergebnisse nachhaltig verbessert werden“.

Behavioral Finance bei Value-Aktien

Akademische Studien zeigen, dass das irrationale Verhalten von Anlegern zu einer Unterbewertung von Aktien führt. Value-Aktien, die in Bezug auf die fundamentalen Unternehmensdaten als unterbewertet gelten, bieten nach Jahren schlechterer Performance ein erhebliches Aufholpotenzial. Interessant ist es hierbei, solche Unternehmen zu selektieren, bei denen sich die Meinung der Anleger langsam aber stetig verbessert. Das relative Preis-Buchwert-Verhältnis von europäischen Value-Aktien im Vergleich zu Wachstumstitel konnte nach der US-Präsidentschaftswahl zwar etwas steigen. Dennoch befindet sich diese Kennzahl nach wie vor in der Nähe ihres 10-Jahres-Tiefs. Aktuelle Faktoren lassen darauf schließen, dass das Momentum von Value-Aktien wieder an Schwung gewinnen kann. Ein wichtiger Treiber hierfür ist die steigende Inflation.

„Value-Titel sind eine lohnende Strategie zur Diversifizierung klassischer Aktienportfolios. Sie tragen dazu bei, die langfristige Performance eines breit angelegten Aktienportfolios zu glätten. Wenn man den Gedanken des Value Investing mit den Grundsätzen der Behavioral Finance verbindet, lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Value-Indizes attraktive langfristige Renditen erzielen“, sagt Denef. Basierend auf den Grundsätzen der Behavioral Finance hat DPAM ein Modell zur Bewertung von Value-Aktien entwickelt. Das Ergebnis ist eine atypische Auswahl von Aktien, die den Diversifizierungseffekt eines Value-Portfolios noch verstärken kann.

Rückkehr zum Mittelwert

So sind in der Vergangenheit nach Phasen übertriebenen Anlegerverhaltens mit überzogenen Abverkäufen die Aktienkurse in der Regel gestiegen und zum Mittelwert zurückgekehrt (Mean Reversion). Häufig geht diese Bewegung mit erfolgreichen Veränderungen in den Unternehmen einher. Unterbewertete Aktien qualitativ hochwertiger Unternehmen steigen also mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder. 

Eine Art, die Irrationalität von Anlegern zu messen, besteht darin, sich die Differenz zwischen den teuersten und den billigsten Aktien auf einem bestimmten Markt anzuschauen. Je größer die Differenz, desto eher sind die Bewertungen überzogen. „Zurzeit liegt diese Differenz dicht am historischen Durchschnittsniveau für Aktien aus den USA, Europa und der Eurozone. Das bedeutet, dass es noch viele Unternehmen gibt, die übermäßig billig sind und deren Aktien das Potential haben zu steigen“, betont Denef.

Mehr Chancen durch Marktneutralität

Mit einem Behavioral-Value-Ansatz lassen sich anhand des Preis-Buchwert-Verhältnisses aus jedem Sektor die günstigsten Aktien zusammenstellen. Dies ist der Unterschied zu einem klassischen Value-Ansatz, bei dem nur die absolut günstigsten Unternehmen interessant sind. Dies führt zu einer starken Konzentration auf wenige Sektoren. Fakt ist aber, dass die verhaltensbedingten Kursanomalien in jedem Sektor vorkommen. 

„Mit einem Behavioral Value-Ansatz, der konsequent gleichgewichtet in die am niedrigsten bewerteten Aktien jedes Sektors des jeweiligen Marktes investiert, lässt sich eine Marktneutralität herstellen. Das heißt Anleger sind nicht mehr abhängig von bestimmten Sektor-Entwicklungen“, sagt Denef.

Regelbasiertes Investieren lässt kein Platz für Emotionen

Dies unterscheidet die DPAM-Behavioral Value-Strategie von vielen anderen Sektor- oder Value-Fonds-Strategien. Dank einer systematischen Vorgehensweise von objektiven Faktoren im Titelauswahlprozess werden Wert schaffende Bewertungsanomalien systematisch ermittelt. Emotionaler Druck, zu kaufen oder zu verkaufen, wird so ausgeschlossen. Das Behavioral-Value-Modell von DPAM ist über drei Fonds zugänglich, die auf die Aktienmärkte der USA, Europas bzw. der Eurozone fokussiert sind.

DPAM beschäftigt sich rund zwei Jahrzehnte mit Behavioral Finance und deren Umsetzung.  Bereits 2001 wurde die entwickelte Investmentstrategie in einem Publikumsfonds umgesetzt. Zurzeit verwaltet DPAM ein Vermögen von über zwei Milliarden Euro mit seiner Behavioral Value-Strategie. Über 5 Jahre lieferte der DPAM-Prozess eine Überschussrendite gegenüber herkömmlichen Value-Indizes zwischen knapp 12 Prozent (MSCI USA Value Net Return) und 19 Prozent (MSCI EMU Value Net Return). Dies unterstreicht die Mehrwert stiftende Wirkung eines Behavioral Finance-Ansatzes auf ein Portfolio von Value-Aktien.

Die vollständige PM inklusive der Behavioral Value-Strategien von DPAM im Überblick finden Sie links als PDF.

Commodities vs Producers – an in-depth comparison

Commodity prices have outperformed their respective producers with a lower price volatility. Commodities historically are less sensitive to equity factors and a better source of diversification, shows James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy, in ETF Securities triannual outlook. Reduced supply and capital expenditures may benefit commodities to detriment of producers.

Commodities are key alternative investments that may offer diversification benefits for portfolio allocations and may improve the overall investment experience. The choices around accessing this asset class, however, remain in dispute with investors split among implementing their commodity exposure directly through commodity futures or indirectly through equities of the producers of these raw materials.

Price and yield – an on-going debate

Much of the maligned sentiment towards commodities in recent years has been due to a negative performance experience. Extending the picture a bit further back, however, reveals that commodities have offered a positive risk adjusted return over the past two decades - both through the prices of commodity futures as well as equities of global producers.

Over this period, an equity investment in commodity producing companies (~6.2%) outperformed the underlying commodities (~2.2%) on a total return basis by about 400 basis points. This outperformance has come with a 42% higher volatility compared to commodities as well as a higher equity correlation. This picture, however, isn’t a reflection of commodities lagging their respective producers’ economic activities.

In fact broad commodities significantly outperform producers on a spot price basis. While commodities lack the cash flows offered by producer equities, the true source of underperformance stems from commodity futures contracts rolling into a new, higher-priced contract at maturity (i.e. contango). This negative roll yield is quite significant over time relative to the positive dividend yield provided by commodity producers.

Selecting commodity contracts further into the future may help provide a positive yield for investors. Historically, the roll yield for longer-dated commodity indices garnered a higher total return than commodity producers (6.38% vs 6.23%) as well as a lower volatility than producers and standard commodity indices.

Look to commodities for diversification

Beyond performance, investors should evaluate the diversification and risk management benefits that commodities may provide in context to their asset allocations. In this category, broad commodities provide several advantages for portfolios compared to producer equities.

Starting with a moderate risk portfolio (60% equity/40% bond), the addition of a 10% allocation to either commodities or producers may help reduce portfolio drawdowns and improve portfolio efficiency as evidenced by higher portfolio Sharpe Ratios. Commodity producers and longer-dated commodity futures could boost portfolio returns to 5.3% respectively compared to the 4.9% portfolio return from an allocation to the Bloomberg Commodity Index (BCOM). Yet given that producers are equity investments, they increase the overall portfolio volatility and beta, while broad commodities significantly reduce these measures – highlighting their ability to better serve as a risk management tool.

Another measure that demonstrates the diversification benefits of commodities over producer equities is their lower risk contribution to total portfolio volatility. The fundamental factors that impact commodity prices directly help offset those equity factors inherent to producers. Therefore, many broad commodities provide an efficient source of diversification with their overall weight of portfolio risk (11.5%) significantly less than producers (18.7%).

Outlook: relative valuations and supply cuts may continue to favour commodities

The current recovery in commodity markets has thus far been less pronounced for broad commodities than their producers, who have benefited from rising equity indices and rising profit margins through reduced costs and debt repayments.

Commodities may see further upside capture as continued supply side destruction in response to multiple years of overproduction and supply gluts may provide a boost for prices. Additionally, while falling capital expenditure has boosted producer profitability in the short term, without sufficient investment into new supply and technology, long term profitability may suffer.

This impact on producer costs is particularly prevalent among metals with a lack of investment for the last 4 years having already begun to damage supply in the coming year.

In focus: Gold vs Gold Miners

While gold miners are valid investments, they are an investment in equity not gold and shouldn’t be viewed as a perfect substitute. Investors should view gold miners as distinct from gold allocations within portfolios in order to potentially benefit from gold’s unique investment and risk management characteristics.

Gold miners are a poor proxy for gold allocations because they depend on industry competition and company specific factors beyond the gold price. Their valuation is dependent on profitability, operational costs, financial health, and other company specific risks while industry outlook and growth prospects dictate investor sentiment.

Gold has a proven track record with an average return of 7% during market drawdowns of more than 10% in the S&P 500 since 1987. Turning to gold miners, however, their ability to hedge against large equity pullbacks is less enticing. The Philadelphia Stock Exchange Gold & Silver Index2, a broad gold mining equity index, on average has posted a total return of - 7.2%, offering limited downside protection.


1) Philadelphia Stock Exchange Gold & Silver Index (XAU) is a capitalization- weighted index composed of companies involved in the gold or silver mining industry

Die Urbanisierung in Asien: Herausforderung und Chance

Asiens Städte wachsen und wachsen. Dies stellt die Infrastruktur vor große Herausforderungen. Dank des technischen Fortschritts nimmt die Bedeutung umweltfreundlicher Verkehrslösungen zu. Davon können auch Anleger profitieren, so die Kernaussagen in einem Gastkommentar für das Magazin „Global Investor“. 

Die Bevölkerung in Asien legt rasant zu – vor allem in den Städten. Die zunehmende Urbanisierung stellt die Städte- und Infrastrukturplanung vor neue Herausforderungen – und zwar weltweit. Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung  betrug im Jahr 2015 weltweit durchschnittlich ca. 53 Prozent: Jeder zweite Mensch lebt also in einer Stadt. Asien weist mit ca. 46 Prozent einen unterdurchschnittlichen Urbanisierungsgrad auf – trotz einer hohen Anzahl von Mega-Städten mit hoher Bevölkerungsdichte. Allein Chinas Metropolen verzeichnen jährlich einen Zuzug von ca. 13 Millionen Menschen aus ländlichen Gegenden.

Bis zum Jahr 2035 zehn Mal mehr Autos in China

Immer mehr Menschen in den Städten bedeuten naturgemäß große Herausforderungen für die Infrastruktur. Das starke Wachstum der Mobilität führt zu einer zunehmenden Übernutzung der Verkehrsinfrastruktur mit dramatischen Folgen für die Umweltbelastung. Die Internationale Energieagentur erwartet für das Jahr 2035 global einen Fahrzeugbestand von rund 1,7 Milliarden PKW (IEA, 2013). Die PKW-Dichte würde sich in Indien mehr als verdreifachen, in Indonesien mehr als vervierfachen und in China sogar verzehnfachen.

Der Ausbau der Infrastruktur im öffentlichen Nah- und Fernverkehr steht daher im Fokus der Regierungen in Asien. Neben Umweltaspekten gibt es ein volkswirtschaftliches Interesse: Die Abhängigkeit von Rohöl-Importen soll durch umweltfreundliche Fortbewegungsmittel verringert werden.

E-Busse und E-Taxis gewinnen an Bedeutung

Elektromobilität gewinnt in diesen Konzepten weiter an Bedeutung und wird im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt. Besonders in China werden Elektro-Busse in vielen Städten getestet und eingesetzt. Ende 2014 waren Schätzungen der internationalen Energiebehörde zufolge bereits ca. 36.500 Elektrobusse in China in Betrieb. Aber nicht nur China findet Gefallen an der umweltfreundlichen Fortbewegung im öffentlichen Nahverkehr: In mehreren Regionen Asiens kommen die E-Busse zum Einsatz, u.a. in Bangalore (Indien), Bonifacio (Philippinen) oder in Kuala Lumpur (Malaysia), wo das erste asiatische „Bus Rapid Transit Programm“ auf die Beine gestellt wurde. Auch elektrische Taxiflotten, erstmals in Shanghai 2010 getestet, werden mittlerweile in verschiedenen Städten weltweit eingesetzt.

Parkhaustürme werden zu E-Car Verleih-Stationen

Etwa 200 Kilometer südwestlich von Shanghai liegt die Stadt Hangzhou mit etwa 8,8 Millionen Einwohnern. Unter der Führung des chinesischen Fahrzeugherstellers Kandi (ISIN US4837091010) startete im Jahr 2012 das Projekt „Self-driving Electric Vehicle Rental for Public Transportation in Hangzhou“ zur Einführung elektrischer Stadtfahrzeuge. Das Projekt steht für die Verbindung von Nachhaltigkeit mit Elektromotoren, Nutzungseffizienz durch Car-Sharing und Raumeinsparung durch mechanische Abstellanlagen. Das Besondere an dem Projekt sind die Verleih-Stationen. In mechanisierten Parkhaustürmen werden die Elektroautos auf Gestellen, die Hebebühnen ähneln, gestapelt und gleichzeitig geladen. Mittlerweile wurde dieses Konzept auf Joint Venture Basis auch erfolgreich in Shanghai, Nanjing, Chengdu und in anderen Städten  in China etabliert.

Vollautomatische fahrerlose E-Autos werden in Singapur getestet

Fast nirgendwo auf der Welt ist die Bevölkerungsdichte so hoch wie in Singapur mit seinen 4,6 Millionen Einwohnern. Aufgrund einer überschaubaren Fläche von 650 Quadratkilometern und einer hochentwickelten Infrastruktur gilt Singapur als ein ideales Testfeld für die Elektromobilität. Die National University of Singapore testet seit dem Jahr 2013 ein vollautomatisiertes fahrerloses Elektroauto für den Straßeneinsatz. Den Berechnungen der Universität von Singapur zu Folge würde eine Flotte von 300.000 autonom fahrenden Taxis ausreichen, dass selbst in der Hauptverkehrszeit niemand länger als 15 Minuten auf seinen Wagen warten müsste.

Superzüge mit bis zu 350 km/h

Doch nicht nur im Individualverkehr scheint ein neues Zeitalter angebrochen. Im öffentlichen Fernverkehr in Asien wird in letzten Jahren massiv in den Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen investiert. Die schnell wachsenden Metropolen sollen durch kürzere Reisezeiten besser miteinander verbunden werden.

China verfügt inzwischen mit unglaublichen 22.000 Kilometern über das weltweit größte Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz. Alle anderen Länder zusammen kommen nicht annähernd an diesen Wert heran.

Mit bis zu 350 Stundenkilometern führt China auch die Liste der schnellsten Serienzüge der Welt an. Dank vieler Technologietransfers verfügen die Chinesen inzwischen über genügend Wissen, um ihre Hochgeschwindigkeitszüge selbst zu konstruieren. Etablierte Zughersteller bekommen es mit CRRC Corp Ltd (ISIN CNE100000BG0) mit einem gewichtigen Konkurrenten zu tun. Gemeinsam mit Russland wird China mit CRRC die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke für Frachtzüge von Moskau nach Kazan bauen. Die Aufnahme des Fahrbetriebs ist für 2019 geplant. Die Kosten des Projekts werden sich auf 16,9 Mrd. US-Dollar belaufen.

Mit ihrem Erfolg, reichlich Erfahrung im Inland und ihren fortschrittlichen Technologien, hat die CRRC und CRC nun damit begonnen, sich nach mehr Chancen in den überseeischen Märkten umzusehen, darunter in Indien, Malaysia, Singapur, Indonesien (Jakarta-Bandung High-Speed Railway, China-Laos Railway) und vielen anderen Ländern. Indien plant Hochgeschwindigkeitsstrecken und die vorgeschlagene Chennai-Neu-Delhi Strecke mit 2.200 km könnte die zweitgrößte der Welt nach Bejing-Guangzhou-Linie mit ca. 2.300 km werden.

Schienenlose Bahn

Auch die Entwicklung einer schienenlosen Bahn – The ART, Autonomous Rail Rapid Transit“ – von Zhuzhou CRRC Times Electric Co (ISIN CNE1000004X4), die in der Provinz Hunan am 2. Juni 2017 bereits ihren Betrieb aufgenommen hat, zeigt die Innovationsfreudigkeit der chinesischen  Unternehmen. Der 30 Meter lange  E-Zug fährt auf Gummireifen statt auf Schienen, transportiert bis zu 500 Passagiere  und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern. Mit Hilfe von eingebauten Sensoren wählt er Fahrtrouten auf „virtuellen Schienen“ aus.

Günstige Bewertung an der Börse

Die Infrastrukturausgaben in Asien wachsen weiter schneller als im Rest der Welt. In den nächsten 10 Jahren möchte China mehr als 18 Billionen US-Dollar in die Infrastruktur investieren. Ein Drittel davon entfällt auf den Transportsektor*)  Damit stiegt Chinas Anteil an den Infrastrukturausgaben weltweit auf 60 Prozent bis 2027. Auch Indiens Anteil wird sich in diesem Zeitraum von 15 Prozent auf 26 Prozent erhöhen.  Ein Großteil entfällt dabei auf Verkehr und den Transport-Sektor. Mit dem Ziel den Ausbau von 2.830 Kilometern neuer Bahnstrecken bis 2018 zu bewältigen, bietet dieser Sektor den Investoren weiterhin gute Anlagechancen. Die Unternehmen im Rail- bzw. Schienenbereich (H-Shares) notieren aktuell mit einem KGV 2017e von 8,2x bzw. 2018e von 7,1x. Auch die K/BW 2017e sind mit 1x bzw. 0,9x für 2018e günstiger als der MSCI China bewertet. Auf einen längeren Anlagehorizont ausgerichtet, könnten sich Investitionen in Aktien, die vom Ausbau der Infrastruktur in Asien profitieren, lohnen, entsprechende Risikobereitschaft vorausgesetzt.

*) Quelle: Chinesische Regierung

Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 4,00 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Gabriela Tinti ist seit 2008 Senior Fondsmanagerin im Aktien-Team der Erste Asset Management/ERSTE-SPARINVEST. Ihr Schwerpunkt liegt auf globalen Aktien aus den Schwellenländern und auf Immobilienaktien. Sie ist seit 1988 in der Finanzbranche tätig. Zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie bei einer Kommerzbank, wo Sie vielseitige Erfahrungen im Wertpapierbereich, im Privat- und Firmenkundengeschäft bei internationalen Finanzierungen und im Bereich Corporate Finance sammeln konnte. Seit 2002 ist Gabriela Tinti im Asset Management tätig.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Vorgezogene Neuwahl in Japan aus Investorensicht

Am Montag kündigte Premierminister Shinzo Abe seine Pläne an, das Unterhaus des japanischen Parlaments am 28. September aufzulösen und im Oktober eine vorgezogene Neuwahl einzuberufen. Reiko Mito, Portfoliomanagerin bei GAM, analysiert im Folgenden die möglichen Auswirkungen auf die Märkte:

Der Hauptgrund für Abe, den Zeitplan für die Wahlen zu beschleunigen – neben seiner Bereitschaft, den politischen Druck auf Nordkorea zu verstärken – ist das Abklären der Wählerstimmung in Bezug auf die Verwendung der Erlöse aus der geplanten Konsumsteuererhöhung.

Die japanische Konsumsteuer wird voraussichtlich im Oktober 2019 von acht auf zehn Prozent erhöht, was zu zusätzlichen Steuereinnahmen in Höhe von fünf Billionen Yen (45 Milliarden US-Dollar) führen würde. Ursprünglich hatte die Regierung vier Billionen Yen zur Tilgung der Staatsverschuldung und eine weitere Billion Yen für soziale Dienste vorgesehen.

Nun plant Abe, zwei Billionen Yen (18 Milliarden US-Dollar) für Bildungs- und Pflegedienste auszugeben – insbesondere für kostenlose Kinderbetreuungsdienste und Kindergärten für zwei bis fünfjährige, kostenlose Schulgebühren für einkommensschwache Haushalte sowie eine Gehaltserhöhung für Pflegekräfte. Dies würde zu einer Verringerung der Schuldentilgung führen, sodass die Regierung ihr Ziel, bis 2020 einen Primärbilanzüberschuss wiederzuerlangen, möglicherweise verschieben müsste. 

Potentieller politischer Gegenwind

Die von Abe geforderte zügige Neuwahl steht offensichtlich im Zusammenhang mit seiner Überzeugung, dass zurzeit die Chancen für einen klaren Sieg seiner Partei, der Liberal-Demokratischen Partei (LDP), sehr gut stehen. Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage würde die LDP auf etwa 44 Prozent Stimmen kommen, während andere Parteien im Nationalen Parlament nicht mehr als zehn Prozent erreichen.

Unterdessen ereignete sich am selben Tag von Abes Wahlankündigung ein interessantes Ereignis: Yuriko Koike, die Gouverneurin von Tokio, verkündete die Gründung der "Partei der Hoffnung". Die neue konservative Partei hat derzeit 15 Mitglieder und wird in den kommenden Wochen wohl weiter wachsen. 

Yuriko Koike wurde im August 2016 mit einem Erdrutschsieg zur Gouverneurin von Tokio gewählt. Im Mai 2017 schloss sie sich mit der Mitte-Rechts-Partei Komeito zusammen und übernahm die Mehrheit bei den Präfekturwahlen im Juli 201 von der LDP. Koike kündigte an, die Partei der Hoffnung werde sich der geplanten Erhöhung der Konsumsteuer widersetzen und schlug vor, diese zu verschieben, "bis die Nation den wirtschaftlichen Aufschwung im Alltag spürt". Obwohl ihr politischer Appell und die Dynamik ihrer neuen Partei Gegenwind für Abes Regierung darstellt, wird die aufkeimende Bewegung wahrscheinlich nicht stark genug sein, um die Dynamik der Neuwahlen zu verändern.

Märkte werden wohl nicht betroffen sein

Aufgrund der aktuellen politischen Situation in Japan gehen wir davon aus, dass die kommende Wahl wahrscheinlich keinen signifikanten Einfluss auf die lokalen Aktienmärkte haben wird. Wir erwarten, dass die LDP gemeinsam mit der alliierten Komeito eine Mehrheit erreichen wird. Selbst wenn Abe etwas an Macht verlieren oder von einem anderen Parteichef abgelöst werden sollte, gehen wir davon aus, dass seine Wirtschaftspolitik von seinen Nachfolgern innerhalb der Partei weitergeführt wird.

Aus Bottom up-Perspektive stechen die Ertragsrevisionen in Japan im Vergleich zu anderen entwickelten Märkten heraus. Dies ist nicht zuletzt auch als Resultat der soliden weltweiten Erholung und der Anstrengungen der Unternehmen, ihre Margen zu verbessern. Darüber hinaus sorgen die Auslandsnachfrage, die Inlandsproduktion, der Konsum und die öffentlichen Ausgaben derzeit für Rückenwind. Einige Sektoren im Bereich der Kinderbetreuung und des Pflegedienstes könnten bei Annahme der geplanten Konjunkturpakete überproportional stark wachsen, deren Größe ist allerdings überschaubar. Für die meisten anderen Sektoren dürften die Auswirkungen zumindest in absehbarer Zeit gering sein. 

Die Spannungen mit Nordkorea geben jedoch nach wie vor Anlass zur Sorge und stellen die guten Fundamentaldaten Japans in den Schatten. Der Aktienmarkt stagnierte in den vergangenen Monaten trotz hoher Unternehmensgewinne. Die bevorstehende Wahl könnte zu mehr politischer Stabilität für Japan führen und die angespannte geopolitische Situation etwas mildern.

Über GAM GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Hochzinsanleihen mit schwächeren Ratings entschädigen nicht für Risiken

Peter Khan, Manager des Fidelity Global High Yield Fund, ordnet die Bewertung von globalen Hochzinsanleihen ein.

Wir befinden und in der Spätphase des aktuellen Kreditzyklus und in einem Umfeld mit magerem Wirtschaftswachstum sowie niedriger Inflation. In diesem Szenario bleiben regelmäßige Erträge aus globalen Hochzinsanleihen für renditesuchende Anleger interessant. Daher ist für Anleger wichtig, dass sie für die mit diesen Papieren verbundenen Liquiditäts-, Kredit- und Ausfallrisiken angemessen entschädigt werden.

Fidelity International hat daher die durchschnittlichen und extremen Verlustszenarien bei Zahlungsausfall für die unterschiedlichen Ratingkategorien analysiert. Anschließend haben die Experten diese den aktuellen Spread-Prämien, die Anleger für das höhere Risiko eines Verlusts entschädigen, in jeder Kategorie gegenübergestellt. Das Ergebnis: Am unteren Ende des Ratingspektrums bieten weder Anleihen mit Rating B noch solche aus den Kategorien Caa bis C bei einem Ausfall einen angemessenen Renditepuffer. High Yields mit schwächeren Ratings entschädigen also nicht für die mit ihnen verbundenen Risiken.

Das gilt teilweise auch für Schwellenländer, wenngleich diese aufgrund ihrer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen günstig erscheinen. Mit einer fundamentalen Kreditanalyse lassen sich hier jedoch auch attraktive Anlagechancen finden. „Wir haben Papiere höher verschuldeter Emittenten mit ungünstigen Spreads oder schwacher Liquidität verkauft. Zudem haben wir Anfang des Jahres beispielsweise ein taktisches Engagement bei einer mongolischen Staatsanleihe aufgebaut. Sie bietet einen Kupon von über 10 Prozent. Dabei ist sie weitgehend den gleichen makroökonomischen Faktoren ausgesetzt wie die Anleihe eines chinesischen Immobilienentwicklers mit einer Verzinsung von nur 6,3 Prozent“, so Peter Khan, Manager des Fidelity Global High Yield Fund.

Gold-Zuflüsse setzen sich fort, da die Geopolitik ins Zentrum rückt

Gold-Zuflüsse erreichen Dreiwochenhoch, da ETP-Anleger einen sicheren Anlagewert suchen. Bei Rohöl-ETPs halten Gewinnmitnahmen in der dritten Woche in Folge an. Industriemetall-ETPs verzeichnen aufgrund fallender Preise Abflüsse, so ETF Securities im wöchentlichen Rohstoffüberblick.

Zuflüsse in Gold (A0LP78) steigen auf ein Dreiwochenhoch, da die Anleger aufgrund des erneuten Säbelrasselns einen sicheren Anlagewert suchen. Auch wenn die Goldpreise die Zugewinne des vergangenen Monats größtenteils wieder abgaben, stiegen die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0N62G) auf 39,3 Mio. USD. Die US-Notenbank gab den Beginn ihres quantitativen Straffungsprogramms bekannt, das es ihr erlaubt, im Oktober Staatsanleihen in Höhe 6 Mrd. USD und Hypothekentitel im Wert 4 Mrd. USD aus der Bilanz zu nehmen. Die Fed deutete außerdem an, dass sie die relativ zahmen aktuellen Inflationszahlen sowie die mögliche temporäre hurrikanbedingte Konjunkturschwäche unberücksichtigt lässt und sich auf die Auswirkungen des Arbeitsmarkts auf den Inflationsdruck konzentriert. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember stieg daher laut Fed-Fund-Future innerhalb eines Monats von 35 Prozent auf aktuell 70 Prozent erheblich an. Gold fiel um 1,7 Prozent, da die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,03 Prozent auf 2,27 Prozent zunahm. ETP-Anleger nutzten jedoch die Preisschwäche der letzten Woche, um ihre ETP-Bestände zu erhöhen, da die geopolitischen Risiken nicht nachzulassen scheinen. „Nachdem Präsident Trump Nordkorea mit „totaler Vernichtung“ gedroht hatte, sagte Kim Jong-un, er werde für seine Rede teuer bezahlen, und drohte seinerseits mit dem Test einer Wasserstoffbombe im Pazifik. Als die Geopolitik am Freitag wieder ins Blickfeld der Märkte geriet, stieg Gold um 0,5 Prozent“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs (A1N49P) setzen sich fort, da nach der Rally Gewinne mitgenommen wurden. Die Rohölpreise stiegen in den letzten zwei Wochen um fast 5 Prozent, da die Märkte an Zuversicht gewannen, dass sich die Nachfrage erholt und die OPEC-Länder zu ihrer Vereinbarung zur Kappung des Angebots stehen. Die Anleger verkauften Rohöl-ETPs (A0KRJX) im Wert von 21,7 Mio. USD, da sie Gewinne mitnahmen. Der Irak sprach sich öffentlich für eine Verlängerung der aktuellen Quoten aus, was die Markterwartungen an das Treffen des Gemeinsamen Ministerausschusses der OPEC am Freitag aufhellte. Da aber der Irak die bestehenden Quoten selbst nicht eingehalten hat, ist er ein kein guter Fürsprecher für den Fortbestand der Vereinbarung. Es war nicht wahrscheinlich, dass auf dem Treffen echte politische Entscheidungen fallen würden, da es dafür nicht geplant war. „Das nächste wichtige Beschlusstreffen der OPEC wird im November stattfinden. Ohne eine Verlängerung der Einigung wird es auf den globalen Rohölmärkten wohl wieder zu einem Überschuss kommen“, so Hein.

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten in der dritten Woche in Folge Abflüsse. Da die Preise der Industriemetalle weiter verloren, kürzten die Anleger ihre Positionen. Jedoch waren die Abflüsse im Vergleich zu den Vorwochen, als 117 Mio. USD und 119 Mio. USD abgezogen wurden, mit 9,8 Mio. USD in der vergangenen Woche relativ gering. Unseres Erachtens ziehen sich die Preise kurzfristig zurück, da die Momentum-Händler nach der starken Rally, die im Juni begann, den Markt verlassen. „Die Anleger werden nach dem Rückgang wohl einen besseren Einstiegspunkt vorfinden. Aufgrund des sich ausweitenden Angebotsdefizits und der Nachfragestärke bleibt die fundamentale Situation der Industriemetalle fest“, schließt Hein.

Bundestagswahl: Ergebnis auch aus europäischer Perspektive durchwachsen

von Willem Verhagen, Senior Economist des Multi-Asset-Teams bei NN Investment Partners.

Ein relativ großer Teil der deutschen Wähler hat sich von den Parteien der politischen Mitte wegbewegt hin zu kleineren Parteien an den Rändern des politischen Spektrums. Da das Ergebnis – mehr oder weniger – den Umfragewerten vor der Wahl entspricht, werden wir keine großen kurzfristigen Marktauswirkungen erleben. In den kommenden Wochen wird in dieser Hinsicht viel davon abhängen, wie die Koalitionsverhandlungen verlaufen und daraufhin künftig die gemeinsame politische Linie aussieht.

Aus Sicht der europäischen Integration ist der Wahlausgang mit der möglichen Jamaika-Koalition durchwachsen zu bewerten. Deutschlands bisherige Politik ist charakterisiert durch eine deutliche Präferenz für ausgeglichene Haushalte und Leistungsbilanzüberschüsse. Letztere wurden unter anderem durch mehrere Jahre der Lohnzurückhaltung ermöglicht, was nun möglicherweise eine Rolle dabei gespielt hat, dass die Zahl der Protestwähler deutlich zugenommen hat. Was die Institutionen der europäischen Währungsunion angeht, hat Deutschland großen Wert darauf gelegt, dass alle Mitglieder die gemeinsamen Regeln befolgen. Auf der anderen Seite der institutionellen Gleichung war Deutschland allerdings zurückhaltend – also dabei, das Risiko im fiskalischen Bereich und bei den Banken sinnvoll zu teilen. Ähnliches gilt für Lastenteilung in der Realwirtschaft.

Eine solide und stabile Währungsunion benötigt jedoch eine Balance zwischen der Einhaltung der Regeln und Solidarität, die anerkennt, dass alle Staaten im selben Boot sitzen. Es ist im Sinne aller, dass es jedem Euroland gut geht. Dabei möchte der französische Präsident Macron vorangehen. Sein politisches Programm enthält ein starkes Bekenntnis zu strukturellen Reformen in Frankreich und zur Einhaltung der fiskalischen Regeln. Im Gegenzug hat sich die Bereitschaft von Bundeskanzlerin Merkel erhöht, vorsichtig in Richtung mehr europäischer Solidarität einzuschwenken. Die Grünen würden sie in einer Jamaika-Koalition darin unterstützen. Die große Frage ist jedoch, ob die FDP zu mehr europäischer Solidarität bereit ist.

Durch ‚Big Data‘ von systematischen Strategien profitieren

Das Thema Datenwachstum ist vor dem Hintergrund von Big Data ein Dauerthema. Und das zu Recht: Eine Studie des amerikanischen Festplattenherstellers Seagate und des IT-Marktbeobachtungshauses IDC zum weltweiten Datenwachstum bis 2025 ergab, dass im Jahr 2025 weltweit rund 163 Zettabyte an Daten generiert werden – also das Zehnfache an Daten im Vergleich zum Jahr 2016 (16 Zettabyte). Für Unternehmen sind diese Daten von beträchtlichem Wert, denn anhand dieser können sie die Vorlieben der Öffentlichkeit und ihrer Kunden besser verstehen und ihr Angebot darauf zuschneiden, um im Wettbewerb besser zu bestehen. „Auch Investmentmanager nutzen Big Data und künstliche Intelligenz, um die Diversifikation und das Risiko-Rendite-Potenzial von Portfolios zu verbessern“, sagt Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM. „Systematische Strategien können diese ‚Big Data‘ maschinell auswerten, um Anlagesignale über alle Anlageklassen hinweg frühzeitig zu erkennen.“

Beim systematischen Investieren liegt der Fokus auf Daten und Evidenz. Dadurch werden für Anleger typische oder gängige Verhaltensmuster bei Anlageentscheidungen umgangen. Auch wird die Investmentkapazität sehr deutlich übertroffen, da korrekt programmierte Maschinen tausende Variablen in Echtzeit auswerten können, um so zu fundierten Anlageentscheidungen zu gelangen und zugleich strikte Risikokontrollen zu beachten. Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse durch Big Data können komplexe Algorithmen dann fundierte Anlageentscheidungen treffen.

Weiterentwicklung statt Revolution

„Anleger freunden sich immer mehr mit der Idee von computerunterstützten Anlagestrategien an. Das ist keine Revolution, sondern die Weiterentwicklung des Ansatzes, wie Anlageanalysen und -entscheidungen durch den Einsatz von Algorithmen, Big Data und vermehrt auch künstlicher Intelligenz verbessert werden können“, so Lawler. Abgesehen von ihrer Skalierbarkeit hätten quantitative Strategien in den letzten Jahren wettbewerbsfähige Ergebnisse erbracht, während einige eher traditionelle Ansätze im Vergleich schwächer abgeschnitten hätten. Dies habe zum Teil auch daran gelegen, dass Algorithmen – anders als der Mensch – nicht durch Verhaltenstendenzen oder Emotionen beeinflusst werden. „Wir beurteilen das systematische Investieren als einen guten Schritt, um Kunden im Bereich der Investmentansätze eine breitere Diversifikation sowie die Möglichkeit zu bieten, ihre Anlageergebnisse zu verbessern“, erklärt Lawler.

Durch regelbasierte Algorithmen positive absolute Renditen erzielen

Als systematische Strategien werden Strategien mit einem regelbasierten Anlageprozess bezeichnet. Das heißt, die Anlageentscheidungen werden auf der Grundlage von klar und transparent formulierten Regeln gefasst. „Dies verhindert, dass der Prozess durch kognitive Verzerrungen beeinträchtigt wird, die das menschliche Urteilsvermögen nachteilig beeinflussen können. Die zuvor festgelegten Regeln werden in Algorithmen definiert, die dann Millionen von Datenpunkten abarbeiten können, um Anlageentscheidungen für ein Portfolio zu treffen“, erklärt Lawler. Ein erfahrenes Expertenteam für quantitative Strategien überprüft und überwacht die Algorithmen und Analysen dabei genau. Das Ziel ist es, positive absolute Renditen zu erzielen, die eine geringe Korrelation mit traditionellen Anlageklassen oder anderen Anlagestilen aufweisen. Zudem bringe das systematische Investieren immer wieder neue Innovationen hervor. „Zum Beispiel wird nun durch Fortschritte bei der natürlichen Sprachverarbeitung die Auswertung geschriebener und gesprochener Wörter im Rahmen systematischer Anlageentscheidungen möglich“, so Lawler.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

With the German election over, it’s time to focus on Europe’s growth opportunities

With Angela Merkel set for a fourth term as Chancellor, we think the market’s focus should return to Europe’s strengthening economy, says Rory Bateman, Head of UK & European Equities at Schroders.

As expected, Angela Merkel has emerged as the victor in the German elections with her centre-right CDU/CSU bloc winning 33% of Sunday’s vote. The centre-left SPD took 20.5% and has said it will go into opposition. The dominant parties in Germany remain pro-EU although the far-right AfD won a higher-than-expected 12.6% of the vote.

Negotiations over the formation of a governing coalition will now take place and these may take some time. (For further information on possible coalition partners, please see the comment at the end of this piece from Azad Zangana, Senior European Economist & Strategist).

While Merkel is set to remain as Chancellor, her CDU/CSU bloc won a smaller share of the vote than expected. Nonetheless, Merkel played the election campaign well, having regained the impression of offering calm and controlled leadership. Internationally she continues to be seen as a “safe pair of hands”.

Strong euro a risk for Germany

Of concern for Germany is the recent strength of the euro, given the country’s export-led economy. The election result has seen a slight dip in the euro but this may prove short-lived. In the longer-term, the European Central Bank (ECB) will be keen not to taper quantitative easing too quickly so as to avoid further upward pressure on the currency. Meanwhile, ECB president Mario Draghi is talking down the risks of inflation in 2018.

Is further EU integration likely?

With elections over in both France and Germany, it had been hoped that a stronger alliance between the two could provide a boost to EU cohesion after the UK’s damaging decision to leave. 

For example, there could be further strides towards a full banking union or a eurozone deposit protection scheme. On the fiscal side, Merkel has already proposed a “eurozone fiscal facility” which provides preferential loans and guarantees for those countries willing to adopt reformist agendas.

However, achieving deep European reforms looks likely to be a complex process given the uncertainty over the formation of a governing coalition in Germany.

Europe’s economy is recovering

After Emmanuel Macron’s victory in the French elections earlier this year, there continues to be hope that he can enact much-needed structural reforms. These include improving labour market flexibility, decreasing union power and reducing employment overheads. A more dynamic French economy would of course be beneficial for Germany and the wider EU.

Overall though, the European economy is recovering nicely. We see scope for further gains for European equities, driven by ongoing low interest rates and improving corporate profit margins. In fact, we believe investors could potentially see a market appreciation of up to 30% from current levels on a three-year view.

Lower rates imply higher stockmarket valuations

Although the European economy is performing well, and other major economies are doing likewise, this is not translating into higher inflation. As a result, there is little pressure on the ECB or other major central banks to raise interest rates.

In our view, this means interest rates should normalise at a lower level than we have seen in the past. History tells us that as interest rates decline, the valuation placed on the market increases. Therefore, if interest rates normalise at a lower level than has previously been the case, then this implies that the market valuation should be correspondingly higher.

Profit margins playing catch-up

Since the global financial crisis, corporate profit margins in Europe have lagged behind those of the US. The eurozone crisis of 2011-12 seriously impacted corporate profitability. It has taken a substantial amount of time for capacity utilisation in the economy to improve and for unemployment to come down.

However, European corporate profit margins are now improving. We think this is the start of a multi-year process where European profit margins will eventually return to levels similar to their US counterparts. This would be consistent with the experience of the 2000s and could be another driver of stockmarket gains.

What are Merkel’s coalition options?

Azad Zangana, Senior European Economist & Strategist, says:

Angela Merkel’s CDU/CSU party must now decide who to work with in forming a government. The SPD has ruled out forming another coalition, leaving a “Jamaica” coalition with the FDP and Greens as the only possible majority government.

The FDP is the CDU/CSU parties’ preferred coalition partners given their pro-business liberal stance. This combination was in government before the last election and worked well together. However, it was the FDP’s hawkish stance on helping Greece and other peripheral governments which held up bailouts during the European sovereign debt crisis. While this coalition could be better for German businesses, it may be less likely to be positive for European integration.

It is worth noting that the Greens and FDP do not agree on environmental issues, so this would be a challenge the CDU/CSU would have to manage. We would expect the Greens to push for a tougher stance on environmental issues, such as diesel cars.

The AfD outperformed expectations. It is expected to be the third largest party, entering the Bundestag for the first time. Although its direct power will be limited, the swing towards the right is a signal that government policy on immigration and the EU may need to change.

Meanwhile, the SPD is likely to relish the opportunity to be in opposition during what will probably be Merkel's last term as Chancellor.

In any case, we should expect negotiations to go on into December, and perhaps even the new year.


This article has first been published on schroders.com.

Wahl in Deutschland: Märkte reagieren nur kurzfristig verunsichert

Die Union von Angela Merkel ist am 24. September mit 33 % – trotz herber Verluste – wie erwartet stärkste Kraft bei der deutschen Bundestagswahl geworden. Die SPD ist auf ein Rekordtief zurückgefallen (20,5 %), die Linke (9,2 %) und die Grünen (8,9 %) gewinnen leicht. Sieger der Wahl sind vor allem die AfD (12,6 %) und die FDP (10,7 %). Die Wahlbeteiligung lag mit 75 % etwas höher als bei der letzten Bundestagswahl 2013 (71,5 %).

Koalitionsverhandlungen könnten sich schwieriger gestalten als erwartet

Die Bildung einer Koalition könnte sich für die CDU/CSU schwierig gestalten. Die SPD hat bereits angekündigt, in Opposition zu gehen. Ein Bündnis der Union mit Grünen und FDP ist daher die wahrscheinlichste Koalitionsvariante. Sollten CDU und CSU ein Regierungsbündnis mit der FDP und den Grünen eingehen, wäre das auf Bundesebene eine Premiere. Zwar gelten die inhaltlichen Differenzen zwischen FDP und Grünen nicht als unüberwindbar, es gibt aber grundlegende unterschiedliche Ansichten etwa bei den Themen Klimaschutz, Steuerverteilung und Verkehrspolitik. Gemeinsamer Nenner sind die bürgerliche Ausrichtung, ein grundsätzlich proeuropäischer Kurs und die politische Gegnerschaft zur AfD. Spekulationen über eine Minderheitenregierung wies Angela Merkel am Wahlabend noch zurück. Sie wünsche sich eine stabile Regierung für Deutschland, es gäbe viele Zukunftsaufgaben zu lösen.

Politische Unsicherheit an den Märkten kurzfristig leicht gestiegen

Der Euro hat auf den Ausgang der Bundestagswahl zunächst (im asiatischen Handel) mit Kursverlusten reagiert – hat inzwischen aber wieder an Wert gewonnen. Für die Börsen ist vor allem das starke Abschneiden der AfD und die massiven Verluste von Union und SPD wenig erfreulich. Die Sorge eines nicht mehr ganz so stabilen Deutschlands steht im Raum – politische Unsicherheiten sind zumindest kurzfristig möglich. Der deutsche Aktienmarkt hat sich zu Börsenbeginn vom Ergebnis der Bundestagswahl nur wenig beeindrucken lassen und ist ebenso wie andere europäische Aktienmärkte ohne nennenswerte (negative) Ausschläge in den Tag gestartet. Generell reagieren die Börsen auf politische Ereignisse in der Regel nur sehr kurzfristig und erholen sich meist wieder rasch von etwaigen Ausschlägen.

Die Portfolios von Raiffeisen Capital Management: Business as usual

Das Aktienteam für entwickelte Märkte profitiert seit Jahresbeginn von der positiven Entwicklung an den europäischen Aktienmärkten. Der Blick auf die Unternehmensgewinne zeigt (trotz negativer Revisionen in den letzten Wochen) in Summe ein sehr erfreuliches Bild. Die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2017 sind deutlich positiv und wurden seit Jahresbeginn spürbar angehoben.

Als langfristig orientierter Value-Investor betrachten wir kurze negative Ausschläge an den Börsen aufgrund politischer Ereignisse nicht als unmittelbaren Handlungsbedarf. Wir ziehen vor allem die solide Unternehmensführung und den Preis in die Bewertung mit ein. Etwaige Korrekturen nützen wir für weitere Zukäufe.

Auf den Anleihemärkten wurde das Ergebnis der Wahl mit Gelassenheit aufgenommen. Dies hat vermutlich damit zu tun, dass das nun wahrscheinlichste Szenario – eine sogenannte „Jamaika-Koalition“ – schon vor den Wahlen als realistische Möglichkeit diskutiert wurde. Bundrenditen zeigten sich de facto unverändert, während Peripherieanleihen leicht schwächer eröffneten. Mittelfristig könnten die Risikoprämien von Peripherieanleihen auch deshalb leicht ansteigen, weil eine weniger stark europaorientierte Regierung den Ausstieg aus dem Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht erleichtern dürfte. Die sollte auch dem zuletzt sehr starken Euro etwas Wind aus den Segeln nehmen.

US Notenbank wird ab Oktober den Anleihenbestand abbauen

Die wichtigste Zentralbank der Welt, die Federal Reserve der USA, hat im Rahmen der geldpolitischen Sitzung am 20. September eine historische Entscheidung bekannt gegeben: Die durch das Anleiheankaufsprogramm stark gewachsene Zentralbankbilanz wird ab Oktober langsam reduziert. Das ist generell ein gutes Zeichen. Denn diese Entscheidung kann als ein weiteres Zeichen für die Normalisierung des volkswirtschaftlichen Umfelds gedeutet werden.

Zentralbankbilanz bis 2014 auf 4500 Milliarden US-Dollar gewachsen

Vor der Großen Rezession Anfang 2007 betrug die Zentralbankbilanz noch knapp US-Dollar 900 Milliarden US-Dollar. Ab dem dritten Quartal 2008 bis zum dritten Quartal 2014 wurde immens viel Liquidität in den Markt gepumpt. Diese Maßnahme war wahrscheinlich ausschlaggebend dafür, dass die USA und die Weltwirtschaft ein Abgleiten in eine Depression und Deflation vermeiden konnten. Seit Anfang 2015 verharrt die Zentralbankbilanz bei beachtlichen 4500 Milliarden US-Dollar. Mit dem Fortschreiten der wirtschaftlichen Erholung war eine weitere Ausweitung nicht mehr nötig. Ab dem kommenden Oktober wird sie nun graduell reduziert. Genauer: In einem ersten Schritt werden die auslaufenden Anleihen und Kuponzahlungen bis zu einer Obergrenze von 10 Milliarden US-Dollar nicht mehr reinvestiert. Das wirtschaftliche Umfeld wird also als selbst tragend genug eingeschätzt, um eine graduelle Reduktion der Zentralbankbilanz zu verkraften.

Anhebungen des Leitzinssatzes angepeilt

Die Bandbreite für den Leitzinssatz wurde unverändert bei 1-1,25 Prozent belassen. Mit der für Juli veröffentlichten Kernrate für die persönlichen Konsumausgaben von 1,4 Prozent im Jahresabstand ergibt sich ein realer Leitzinssatz von minus 0,28 Prozent. Das entspricht ungefähr dem von Fed-Ökonomen geschätzten realen neutralen Zinssatz von minus 0,22 Prozent. „Neutral“ bedeutet in diesem Zusammenhang weder eine unterstützende noch eine dämpfende Wirkung auf die Wirtschaft. Die Prognosen der Fed schlagen einen graduellen Anstieg der Inflation auf 2 Prozent bis 2019 vor. Das würde theoretisch zweieinhalb Leitzinsanhebungen auf 1,8% erforderlich machen, damit der reale Leitzinssatz unverändert bleibt. Tatsächlich ist die Fed noch optimistischer: Für Ende 2017 wird nach wie vor ein Wert von 1,4 Prozent (eine Zinsanhebung), für Ende 2018 bereits ein Wert von 2,1 Prozent (drei weitere Anhebungen) angegeben. Dahinter steckt die implizite Annahme, dass auch der neutrale Leitzinssatz etwas ansteigen wird (von aktuell minus 0,22 auf 0 Prozent im nächsten Jahr).

Die „Key Facts“ der Notenbank-Politik

  • Das US-Wirtschaftswachstum wird immer selbst tragender und nachhaltiger. Gemäß den Fed-Prognosen wird eine Abschwächung von heuer 2,4 Prozent auf das geschätzte Potenzialwachstun von 1,8 Prozent im Jahr 2020 erfolgen.
  • Anstieg der aktuell niedrigen Inflation in Richtung Zentralbankziel (2 Prozent) bis 2019.
  • Reduktion der Zentralbankbilanz.
  • Anstieg des neutralen Leitzinssatzes auf langfristig 2,8 Prozent (realer neutraler Zinssatz: 0,8 Prozent).
  • Leitzinsanhebungen im Einklang mit der wirtschaftlichen Verbesserung auf langfristig gesehen das neutrale Leitzinsniveau: Das Ausmaß wird bestimmt a) vom veranschlagten Anstieg der Inflation und b) von der impliziten Annahme für einen Anstieg des neutralen Leitzinssatzes.

Dieses Szenario ist allgemein positiv für Aktien und nachteilig für kreditsichere Staatsanleihen. Nachsatz: in den kommenden Monaten werden einige Fed-Mitglieder inklusive Chairwoman Yelllen neu besetzt. Das könnte das beschriebene Szenario natürlich umstoßen.


Gerhard Winzer
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Augenscheinlich hat Mexiko den Kampf gegen die Inflation gewonnen

von Anjeza Kadilli, Volkswirtin (links), und David Chatterjee, Senior Portfoliomanager bei Pictet Asset Management.

2016 erreichte die Inflation nach einer vorübergehenden Währungsabwertung ihren Höhepunkt. Unserer Ansicht nach wird sie nun im Verlauf des kommenden Jahres rasch sinken, hauptsächlich, weil die Zentralbank präventiv aggressive Maßnahmen ergriffen und die Zinsen erhöht hat.

CPI inflation, policy rate and inflation target range

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Daten per August 2017.

Wachstum wird sich vermutlich 2018 beschleunigen

Der Wahl Donald Trumps im November 2016 zum Trotz hat die mexikanische Wirtschaft sich als robuster herausgestellt als erwartet und die USA hinter sich gelassen. Der Inlandskonsum lieferte dabei wichtige Impulse, gestützt durch gute Arbeitsmarktbedingungen, hohe Überweisungen aus den USA und eine Erholung beim Konsumentenvertrauen.

Für 2017 wird ein Wachstum von 2,0% prognostiziert, mit leichter Beschleunigung im nächsten Jahr.

Mexican real GDP growth and potential, US GDP growth

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Mexican and US GDP growth data to Q2 2017; Mexican potential growth data to Q4 2017. *Mixed forecasting: non-accelerating inflation growth of output, HP filtering, working-age population.

Stetige Verbesserung der Fundamentaldaten des Landes

Die Behörden haben beim Versuch, das Defizit zu senken und die Staatsverschuldung zu begrenzen, gute Erfolge erzielt. Beispielsweise sind von der  Restrukturierung der staatseigenen Ölgesellschaft  Pemex im letzten Jahr Einsparungen in Höhe von 0,5% des BIP zu erwarten. Die Anstrengungen führten zu einem Upgrade auf „stabiler Ausblick“ durch die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch.

Wie in der Grafik ‘Reformbereitschaft der Schwellenländer’ unserer Juliausgabe dargestellt, hat Mexiko 2015 80% der OECD Empfehlungen umgesetzt und 2016 40% und weist damit noch immer mit die höchsten Werte für Schwellenländer auf.

Mexico’s Fiscal BAlance (% GDP)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Daten per Q2 2017.

Die Ansicht unseres Teams für Schwellenländeraktien:
Der mexikanische Aktienmarkt zeigt sich widerstandsfähig

Nach der US-Wahl stürzten mexikanische Aktien innerhalb von zwei Wochen um 20% ab. Seither hat der Markt sich um ca. 35% erholt, nachdem einige der extremen Befürchtungen bezüglich Trumps Einfluss auf die Beziehungen zwischen den beiden Länder nachgelassen hatten.

Bouncing back: Mexico post November 2016 US elections

Quelle: Bloomberg, Daten per 04/09/2017

Unserer Ansicht nach ist der Bankensektor wegen seiner geringen Kreditrate attraktiv

Während wir die politische Entwicklung ganz genau beobachten, sind wir aus bottom up-Sicht in Mexiko übergewichtet, mit Schwerpunkt auf dem Bankensektor. Mexiko ragt hier heraus, da seine Kreditrate im Vergleich zu den wichtigsten EM-Märkten sehr niedrig ist.

Credit penetration in Mexico

Source: JP Morgan, INEGI, CNVB (Mexican data includes SOFOMES owned by banks). Data to end of 2016. 


Außerdem befasst sich unser aktueller EM Monitor mit den üblichen Grafiken und Datentrends, mit denen wir die Entwicklung am Schwellenländermarkt illustrieren. Zum kompletten EM Monitor.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

A short-term pull-back in industrial metals likely to open new entry points

Industrial metal prices have staged a strong rally as tightening supplies support fundamentals. Given the long lead times in exploration and development of mines, even though capital expenditure may soon start to increase, we expect supplies to remain tight and the market is unlikely to achieve balance in the short term, says Nitesh Shah, Commodity Strategist, at ETF Securities.

However, there are threats to the current rally as strong momentum could give way to a pull-back in prices. Historically periods in which trading volumes in China have risen sharply have been followed by a correction. These pull-backs are usually an opportunity to shake out momentum trades and allow the market to focus on fundamentals rather than a sustained downturn.

Recovering losses

Industrial metals are staging a strong rally. Year to date, the Bloomberg Industrial Metals sub-index for example has risen 17%. Industrial metal prices last peaked in 2011 and since lost 60% by the time it hit a trough in 20161. About 34% of those losses have recovered so far in the rally that started in 2016. While zinc is currently trading higher than it was in 2011, all other metals still have not recovered to their prior levels.

Metals in a supply deficit

The demand for zinc, copper and nickel is expected to be higher than supply. These metals have gone through back-to- back years of supply deficits. Copper has been in a supply deficit for the past seven years and by 2018, the metal will have recorded nine consecutive years of stock withdrawals if the International Copper Study Group’s forecasts are correct. The lead market is broadly balanced. Aluminium could shift into a supply deficit if China follows through with its attempts to cut capacity in winter months to improve the environment.

Increase in production unlikely soon

Since industrial metal prices began to fall in 2011, capital expenditure by miners collapsed. In mid-2017 capital expenditure by the largest 100 mines was 60% lower than in mid-2013. Given the long lag times behind investment and completion of mines, we don’t expect the tightness of mine supply to reverse any time soon.

Added to that, miners are cautious to increase spending as they wait for the price recovery to prove sustainable. Historically we have seen about a year-long lag between a recovery in price and a recovery in capital spending. Given that the rally stalled between February and June this year (before starting again), miners could exercise even more caution in this cycle.

Historically we have found that metal markets begin to move towards a balance two years after miner profit margins hit rock-bottom. Miner margins fell to a low of 2% at the beginning of 2016 and since have recovered to just over 7%. So if we see a repeat of historical patterns, we should see supply begin to improve in late 2018, but it could take years to move back into balance.

Rally sustainabilty

We believe that the tightness in the metals market provides fundamental strength to prices. However, we have observed periodic pull-backs in prices: November - December 2016 and March – June 2017, when metal prices declined close to 10% in each episode. Given the rapid 17% increase in prices since June, are we due another correction?

In November 2016 we saw the price pull-back occur shortly after volumes of trading in Chinese futures increased and subsequently fell. The price volatility was largely driven trading volatility. At the time the Chinese authorities had increased their regulatory grip on the market to stop destabilizing trades from ‘tourist’ investors from influencing the market. Given the rise in trading volumes on the Shanghai Futures Exchange in August, we could be witnessing another episode of herd-like buying that could dissipate very quickly.

We note that, while in the November 2016, pre-7am trading in LME copper surged (indicating increased buying from Asia), this time around, volumes have remained stable. However, pre- 7am LME aluminium volumes have increased alongside SHFE volumes in August.

Indeed, we could be witnessing a broader trend of Asian trading having a wider influence on LME prices. With the exception of copper once again, the share of pre-7am trading in most LME metals has been rising over the past two years.

A pull-back in prices is a likely outcome as momentum trades withdraw. However, as the fundamentals remain strong, we believe that a good entry point will open up as result.

Das Risiko an den Märkten ist nicht größer geworden

von Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Investment Officer bei NN Investment Partners.

Das aktuelle Verhalten der Märkte mag manche Beobachter verwirren, im Grunde hat sich jedoch nichts Neues getan. Die Welt ist voller Unsicherheiten, und wir befassen uns gerne mit den Ursachen dafür. Es ist jedoch kaum möglich, stichhaltige Argumente für die Auffassung zu finden, die Unsicherheit sei derzeit ungewöhnlich hoch. Hurrikane, geopolitische Konflikte, Unklarheit über den politischen Kurs und potenzielle Umwälzungen in der Wirtschaft hat es in praktisch jedem Jahrzehnt seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben.

Trotz Aus der Entwicklung an den Märkten lässt nichts darauf schließen, dass sich in jüngster Zeit viel geändert hat oder wir äußerst unsicheren Zeiten entgegen gehen. Das heißt natürlich nicht, dass keine Unsicherheit vorhanden ist – aber man sollte diese Einschätzung der Märkte auch nicht außer Acht lassen. Zwar haben sie in der Vergangenheit hin und wieder Schocks und Krisen nicht vorausgesehen. Viel häufiger ist es jedoch der Fall, dass erfahrene Marktteilnehmer Alarm schlagen und dann keine Krise eintritt.

Daher lohnt sich der Hinweis, dass im bisherigen Jahresverlauf keine aufsehenerregende Marktentwicklung stattgefunden hat. In den meisten Anlageklassen wurden moderate Renditen erzielt, und die Volatilität nimmt weiter ab. Vielerorts sind die absoluten Bewertungen hoch, gleichzeitig liegen die relativen Risikoprämien jedoch zumeist nahe oder über dem langfristigen Durchschnitt. Nur bei Unternehmensanleihen erscheinen die Spreads gegenüber Staatsanleihen im historischen Vergleich gering.

Anlegerverhalten drückt Marktvolatilität

Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die wichtigsten Marktfaktoren: die Makro-Fundamentaldaten, den politischen Ausblick und das Verhalten der Anleger. Fangen wir mit dem Verhalten der Anleger an. Die steigende Beliebtheit von passiven Anlagen und Algorithmus-basiertem Handel, die ausgeprägten quantitativen Lockerungen und die durch neue Regulierungsvorschriften ausgelösten Kapitalströme in die Rentenmärkte könnten das Verhalten der Anleger so beeinflusst haben, dass es die Marktvolatilität drückt. Kurzfristig dürften zudem die größere Vorsicht und die anhaltend hohen Kassenbestände der aktiven Manager dazu geführt haben, dass eine plötzliche Zunahme oder ein Anhalten von Marktturbulenzen weniger wahrscheinlich geworden ist. 

Fundamentaldaten mit Licht und Schatten

Was die Fundamentaldaten betrifft, so befindet sich die Weltwirtschaft im besten Zustand seit einem Jahrzehnt und die Unternehmensgewinne verzeichnen die stärkste Erholung seit dem Jahr 2009. Allerdings haben in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Hoffnungen auf eine globale Reflation die Märkte getragen. Im laufenden Jahr zeigte sich jedoch allmählich, dass es nach wie vor an Produktivitätssteigerungen und Inflation für eine solche Entwicklung mangelt. Ohne diese Faktoren kann das nominale Wachstum der Weltwirtschaft jedoch nicht über den oberen Rand des Korridors steigen, in dem es sich seit drei Jahren befindet. Für reale, wachstumsorientierte Vermögenswerte wie Aktien wäre dies jedoch erforderlich, damit die Kurse noch weitere ein bis drei Jahre steigen können. In der Zwischenzeit dürften zahlreiche Anleger weiter auf Vermögenswerte setzen, die regelmäßige Erträge oder Renditen erbringen. Angesichts der guten konjunkturellen Situation ist das Risiko von Zahlungsausfällen und Dividendenkürzungen niedrig. Gleichzeitig reicht ein relativ schwaches Wachstum, um die Renditeziele zu erreichen.

Und zudem sinken die Risikoprämien an den Renten- und Aktienmärkten auch deshalb nicht, weil der Inflationsausblick unklar ist und traditionelle Analysemodelle hier nicht mehr richtig tragen. Zumal auch Unsicherheit über den Kurs der Zentralbanken besteht. Darüber hinaus lassen die Märkte die (geo-)politischen Risiken natürlich auch nicht völlig außer Acht. Das Zusammenfallen all dieser Unsicherheiten erklärt weitgehend, warum die Risikoprämien an den Märkten für Staatsanleihen und den Aktienmärkten (im Vergleich zu Anleihen) im historischen Vergleich nicht gering sind.

In gewisser Weise hat sich also an der Situation wenig geändert, wie sie bereits über weite Strecken des Jahres oder sogar noch länger zu beobachten ist. Dennoch lohnt es sich, sich immer darüber im Klaren zu sein, welche Faktoren eine Rolle spielen. Denn so kann man besser verstehen, warum der Markt sich gerade so und nicht anders verhält – und was ihn künftig zu einem Kurswechsel veranlassen könnte. In der derzeitigen Situation halten wir an einer diversifizierten Asset Allokation und einer moderaten Risikobereitschaft fest, denn im jetzigen fundamentalen Umfeld sind die Renditeaussichten für Fixed-Income-Spreadprodukte, Immobilien und Rohstoffe günstiger als für niedriger rentierende Fixed-Income-Produkte. Zudem kann man weiter auf eine überzeugendere Reflation hoffen. Aber um die Risiken, die von eventuellen politischen Schocks ausgehen könnten, in den Hintergrund rücken zu lassen, wären weitere Hinweise auf eine Inflationsbeschleunigung und ein stärkeres Produktivitätswachstum erforderlich. Wir hoffen auf eine Entwicklung der Märkte in diese Richtung.

REITs spielen bei der Suche nach den Perlen in Europas Aktienuniversum eine wichtige Rolle

Die Immobilienmärkte in Europa boomen. Zum einen, weil die Bevölkerungszahlen in vielen europäischen Ländern steigen und damit der Bedarf an Wohnraum – besonders in den Ballungsräumen. Zum anderen führt die gute wirtschaftliche Verfassung in Europa zu einer weiter steigenden gewerblichen Immobiliennachfrage in den Segmenten Einzelhandel, Büro, Industrie und Logistik. Davon profitieren auch Immobiliengesellschaften, deren Portfolios als börsennotierte REITs gelistet sind. „Wir gehen davon aus, dass bei europäischen REITs die Cashflows in den kommenden 2 Jahren im Durchschnitt um 6 Prozent per anno wachsen können. Parallel steigen die Nettoinventarwerte weiter, so dass jährliche Immobilienrenditen zwischen 6 und 7 Prozent zu erwarten sind“, sagt Vincent Bruyère, Senior-Portfoliomanager European Listed Real Estate bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM). Rückenwind kommt derweil von der Zinsseite. „Die Finanzierungskosten für Immobilienunternehmen könnten in den kommenden Jahren nicht nur niedrig bleiben, sondern sogar noch weiter sinken. Somit wird der Abstand zwischen den Immobilienrenditen und den Finanzierungskosten weiterhin attraktiv bleiben“.

Anleger können von der Erfolgstory an den europäischen Immobilienmärkten über aktiv gemanagte Immobilienaktienfonds profitieren, zumal die Bewertungsabschläge auf die Nettoinventarwerte im Wohn-, Einzelhandels- und Bürobereich noch immer beträchtlich sind. So werden zum Beispiel Büroimmobilien im europäischen Durchschnitt mit einem Abschlag von knapp 10 Prozent zum offiziellen Objektwert gehandelt.

„Für Fondsmanager gilt es, die wirklich guten börsennotierten Immobiliengesellschaften vom Mittelmaß zu unterscheiden, denn es ist längst nicht alles Betongold, was glänzt. Vor allem kommt es darauf an, sich das Management der einzelnen Unternehmen anzuschauen, denn es sind die handelnden Personen, die in den meisten Fällen den Unterschied machen“, sagt Bruyère.

Neben diesem Investmentkriterium sind dem Manager des DPAM Capital B Real Estate EMU Dividend bei der Aktienselektion weitere qualitative Merkmale wichtig, wie die Qualität und Diversifikation des Immobilienportfolios sowie die Finanzierungstrukturen. Darüber hinaus müssen quantitative Kennzahlen wie Cashflow- und Dividendenrenditen, Loan to Value (Verhältnis von Krediten zum Marktpreis einer Immobilie) und der Zinsdeckungsgrad stimmen.

Vorzeigebeispiel: Aroundtown

Starke Finanzkennzahlen, eine diversifizierte Schuldenstruktur und die Fähigkeit, bei Transaktionen schnell zu sein, zeichnet Aroundtown aus. Das SDAX-Unternehmen konzentriert sich auf hochqualitative Wohn-, Hotel- und Büroimmobilien in bevölkerungsreichen Regionen in Deutschland und den Niederlanden. Erhebliches Mietsteigerungspotenzial bei den Bestandsobjekten sowohl im Wohn- wie auch gewerblichen Bereich sowie weit unterdurchschnittliche Leerstände lassen weitere Ergebnissteigerungen des Unternehmens in den kommenden Jahren erwarten. Die hohe Cashquote und schnell liquidierbare Assets ermöglichen dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile bei attraktiven Akquisitionen. Die Finanzierungsstruktur ist mit Aktienemissionen, klassischen Anleihen sowie Wandel- und Daueranleihen sehr ausgeglichen.

Europas Immobilienmärkte stecken voller Chancen

Wenngleich das Immobilienaktienuniversum lange nicht so ausgeprägt ist wie in den Vereinigten Staaten, bietet der europäische Kontinent aktiven Stock-Pickern eine große Fülle an Opportunitäten in den verschiedenen Immobiliensegmenten. Dazu zählen in Deutschland neben dem sozialen Wohnungsbau auch Pflegeheime. „Aufgrund des hohen Bedarfs im Zuge steigender Bevölkerungszahlen sowie der demographischen Überalterung gehen wir davon aus, dass die Nachfrage das Angebot dauerhaft übersteigen wird. Außerdem ist bei diesen Immobilien die Visibilität der Cashflows besonders stark“, sagt Vincent Bruyère. Aussichtsreich hält der Experte auch Logistikimmobilien in Deutschland und Frankreich. Insbesondere der starke Boom im Onlinehandel treibt die Nachfrage in diesem Segment. Anfangsrenditen bezogen auf die Anschaffungskosten zwischen 7 und 8 Prozent seien bei guten Logistikobjekten realistisch. VIB Vermögen ist nach Ansicht von Bruyère das derzeit attraktivste von insgesamt nur vier börsengelisteten Logistikimmobilienunter-nehmen in Europa.

Bei Immobilienaktien aus dem Einzelhandelssegment kommt es dem DPAM-Fondsmanager vor allem auf eines an: Top-Qualität. „Durch den wachsenden E-Commerce haben B-Qualitäten bereits Probleme. Wir bevorzugen deshalb die absoluten Top-Player in Europa“, sagt er. Dazu zählt Bruyère die beiden französischen Shopping Center-Riesen Klépierre und Unibail-Rodamco. Letzterer vereint die 70 größten und besten europäischen Konsumgütertempel unter seinem Unternehmensdach. Beide Gesellschaften agieren global mit dem Ziel, den Konsumenten wahre Shopping-Erlebnisse zu vermitteln.

Immobilienaktien-Perlen finden sich auch in Spanien. Das Land lässt gerade die wirtschaftliche Krise hinter sich. Besonders Büroimmobilien in den Metropolregionen Barcelona und Madrid profitieren davon. Eine dieser Erfolgstories ist Axiare. Das Unternehmen wurde erst nach der letzten großen Krise gegründet und versteht es, insbesondere im Rahmen von Off-Market-Deals günstige Immobilien zu erwerben, die nach teilweiser Sanierung und einer gewissen Haltedauer mit hohen Gewinnen weiterveräußert werden.

Zum britischen Immobilienmarkt äußert sich Vincent Bruyère folgendermaßen: „Von Unternehmen, die im Londoner Büromarkt investiert sind, lassen wir derzeit die Finger. Mieten und Bewertungen sind dort weiter auf Talfahrt. Attraktiv sind jedoch Logistikimmobilien und Studentenwohnheime sowie Einzelhandelsobjekte, sofern sie in der Peripherie und nicht in den großen Zentren angesiedelt sind.“

Über Degroof Petercam
Degroof Petercam Asset Management (DPAM), mit Hauptsitz in Brüssel, ist eine in den Benelux-Ländern führende unabhängige Asset Management-Gesellschaft mit langjähriger Marktreputation in Long Only- Anlagekonzepten sowie spezialisierten Asset Management-Lösungen. Neben aktiv gemanagten Publikumsfonds verwaltet DPAM Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Investoren in ganz Europa und stellt seine Expertise über ein breites Netzwerk von über 400 Vertriebspartnern zur Verfügung. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot von DPAM richtet sich vornehmlich an öffentliche und betriebliche Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, private Banken sowie gemeinnützige Organisationen. Aktuell verwaltet DPAM ein Vermögen von über 37 Milliarden Euro.

Homogeneous sector and style performance in August makes it difficult to outperform

Over a 12-month-rolling period, 37% of US managers and 49% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. Only 30% of Europe managers could beat their benchmarks net of fees.

Europe managers underperformed their indices in August. Only 36% outperformed their benchmarks net of fees. In the US, only 26% of the managers outperformed their respective indices net of fees. 54% of emerging market managers were able to beat their benchmarks.

European sectors developed very homogeneously in August. This applies also to different market capitalisations and styles. The difference in performance between the best sector and the worst sector was just 1%. In such an environment it is very difficult for active managers to outperform. In the US, the performance differences were more heterogeneous as the energy sector showed a minus of more than 5% and utilities increased more than 2%. In addition to that, small caps underperformed large caps. As many of the active funds have an overweight exposure in this market cap area, the underperformance can be partly explained by this factor.

Please find the full fundinfo Research News for September 2017 including a summary of manager meetings attached on the left.

Szenarien für die Wirtschaftsentwicklung 2018

Das dritte Quartal neigt sich dem Ende zu. Traditionell beginnt damit die Formulierung einer Strategie für das nächste Jahr. Ein wichtiger Teil davon ist die Erstellung von Szenarien. Ausgehend vom aktuellen Umfeld skizziert Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management, drei weitere Szenarien.

Szenario 1 – „Goldilocks“

Das aktuelle Umfeld ist günstig für viele Wertpapierklassen. Das reale globale Wirtschaftswachstum ist kräftig und breit abgestützt. Vom ersten auf das zweite Quartal ist die Weltwirtschaft mit 3,8 Prozent auf das Jahr hochgerechnet gewachsen (Quelle: Erste AM).  Dieser Wert liegt um mehr als einen Prozentpunkt über dem langfristig zu erwartenden Wert, dem Potential, und befindet sich am oberen Ende der Bandbreite des Quartalswachstums seit dem Jahr 2010. Die Vorlaufindikatoren für das dritte Quartal schlagen nur eine moderate Verlangsamung auf rund 3 Prozent vor (Quelle: Erste AM).

Gleichzeitig ist die Inflation niedrig. In vielen Teilen der Welt befindet sich die Konsumentenpreisinflation unter dem jeweiligen Ziel der Zentralbank. Im Einklang damit ist die Politik der Zentralbanken sehr unterstützend. Die Leitzinsen sind niedrig, die Liquidität der großen Zentralbanken wird heuer um mehr als US-Dollar 1000 Milliarden gewachsen sein und die Signale der Zentralbankmitglieder hinsichtlich der zukünftigen geldpolitischen Ausrichtung deuten auf ein vorsichtiges Vorgehen hin.

Es gibt einen Pferdefuß: Dieses günstige Umfeld wird bereits in den Preisen der Wertpapierklassen reflektiert.

Die Bewertungen sind erhöht. Definitionsgemäß ist „Goldilocks“ das Beste aller denkbaren Szenarien. Diesem Umfeld wird eine subjektive Wahrscheinlichkeit von 30% zugewiesen. 

In weiterer Folge soll ein Abriss von Szenarien vorgestellt werden, die dieses sehr günstige Umfeld für den Finanzmarkt umstoßen können. Die dafür veranschlagten Wahrscheinlichkeiten sind von am wahrscheinlichsten bis wenig wahrscheinlich gereiht.

Szenario 2 – Normalisierung

Das tiefe Zinsniveau führt vor Augen, dass die Erholung von der Großen Rezession der Jahre 2008/2009 noch nicht in jedem Bereich abgeschlossen ist. Im Szenario „Normalisieren“ streben die wichtigen volkswirtschaftlichen Kenngrößen Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinsniveau auf mittlere bis lange Sicht (mehrere Jahre) die jeweiligen wichtigen Referenzgrößen

  • Potenzialwachstum (Welt: 2,7 Prozent),
  • Inflationsziel der Zentralbank (rund 2 Prozent in vielen Industriestaaten) und
  • neutrales Zinsniveau (rund 2 Prozent in den USA, rund 1,5 Prozent in der Eurozone) an.

Zusatz: Auch die Anleiheankaufsprogramme der Zentralbanken laufen aus und werden zurückgeführt; beides in einer vorsichtigen Weise. Gegenüber dem Szenario „Goldilocks“ verändern sich die Werte in einer nicht dramatischen Weise. Hier wird eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent veranschlagt. Dieses Umfeld ist für Aktien positiv und für kreditsichere Anleihen nachteilig.

Szenario 3 – Stagflation

Im Unterschied zum Szenario „Normalisierung“ verändern sich die wichtigen volkswirtschaftlichen Indikatoren ausgeprägter. Das Wirtschaftswachstum schwächt sich deutlich auf ein Niveau unter das Potenzial ab. Mitunter wird dafür auch der Begriff „Wachstumsrezession“ verwendet. Das verflixte an der Beziehung zwischen Wachstum und Inflation ist der nicht lineare und träge Charakter. Lange Zeit scheint es keinen Zusammenhang zu geben. Die Inflation bleibt niedrig, obwohl die Wirtschaft boomt. Erst wenn sich das Wachstum bereits abzuschwächen beginnt, steigt die Inflation. Die Inflationsraten steigen auf über das jeweilige Zentralbankziel an. Das zwingt die Zentralbanken auf die Bremse zu treten, sprich: die Leitzinsen werden auf über das neutrale Leitzinsniveau angehoben. Dieses Szenario tritt mit subjektiven Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent ein und ist natürlich nachteilig für die meisten Wertpapierklassen mit der Ausnahme von Cash.

Szenario 4 – Schock

Der Name lässt bereits vermuten, dass in diesem Szenario ein negatives Ereignis mit einer geringen Wahrscheinlichkeit (10 Prozent) aber einer hohen Auswirkung eintritt. Etwas konkreter betrifft das alle Ereignisse die einen sogenannten Deflationsschock (Schock für anhaltend fallende Preise und Löhne) darstellen. Die Inflationsraten sind in vielen Teilen der Welt niedrig. Der Abstand zur Nulllinie, die die Grenze zwischen Inflation und Deflation darstellt, ist damit gering. Zudem gibt es Hinweise dafür, dass die langfristigen Inflationserwartungen der Konsumenten, der Marktteilnehmer und der Volkswirte bereits jetzt nach unten tendieren. Aber auch die Leitzinsen sind sehr niedrig. Der Abstand zu jenem Niveau, ab dem die Leitzinsen nicht mehr gesenkt werden können, ist gering. Die Zentralbanken können also nicht mehr viel tun, um ein negatives Ereignis aufzufangen. Die jeweiligen Regierungen springen erfahrungsgemäß erst mit einer Zeitverzögerung ein und weiten die Budgetdefizite aus um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Zentralbanken helfen, indem sie neue Wertpapierankaufsprogramme installieren. Dieses Umfeld ist positiv für kreditsichere Staatsanleihen und nachteilig für Aktien. Welche Ereignisse könnten zu einem solchen negativen Umfeld führen? Blickt man auf die volkswirtschaftliche Großwetterkarte, sticht vor allem der kräftig gewachsen Kreditbestand in China hervor. Dieser könnte – wie schon öfter in der Vergangenheit in anderen Ländern geschehen (USA, Spanien, Irland vor zehn Jahren) – unter dem eigenen Gewicht zusammen brechen.

Inflation ist der Schlüssel

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent bleibt das Umfeld für die Finanzmärkte sehr günstig („Goldilocks“: 30 Prozent plus „Normalisierung“: 40 Prozent). Das realistische nachteilige Szenario „Stagflation“ hat eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent. Im eindeutig negativen Szenario mit einer niedrigen Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent findet ein Deflationsschock statt. Es fällt auf, dass mit der Entwicklung des volkswirtschaftlichen Indikators Inflation ein Gutteil der insgesamt vier Szenarien beschrieben werden kann:

  1. Goldilocks: niedrige Inflation
  2. Normalisierung: Anstieg der Inflation in Richtung Zentralbankziel
  3. Stagflation: Anstieg der Inflation auf über das Zentralbankziel
  4. Schock: Negative Inflation

Die erste Erkenntnis für die Strategiebildung 2018: der Einschätzung für die Inflation kommt eine kritische Bedeutung zu.


Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Gerhard Winzer
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Industriemetalle: Kursgewinne führen zu Mittelabflüssen

Nach den auf Gewinnmitnahmen beruhenden hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Bei Industriemetallen kam es erneut zu Abflüssen, die sich in der letzten Woche auf 118 Mio. USD und im gesamten Monat auf 272 Mio. USD beliefen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Landwirtschafts-ETPs zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren.

Nach den auf Gewinnmitnahmen beruhenden hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle (A0N62H) in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Hauptnutznießer waren die Silber-ETPs (A0N62F), in die 25 Mio. USD flossen.  Da die Gold-Silber-Ratio derzeit 75 beträgt, liegt die Vermutung nahe, dass Silber immer noch attraktiver als Gold bewertet ist. Außerdem ist die CFTC-Zahlen zufolge bisher überkaufte Silber-Position nun zum langfristigen Durchschnitt zurückgekehrt. Aus makroökonomischer Sicht fielen die jüngsten Daten uneinheitlich aus, wobei die Erwartungen im Allgemeinen verfehlt wurden. Dass die Fed die Zinsen in dieser Woche anheben könnte, wird praktisch nicht erwartet, wenngleich die Erwartungen für eine Zinsanhebung im Dezember nun auf 50 Prozent gestiegen sind, da man die Delle für vorübergehend ansieht. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Fed ihre Strategie der „gemäßigten Straffung“ weiterverfolgen und in diesem Jahr nur noch einmal die Zinsen anheben wird, da sie die Konjunktur am liebsten mit Hilfe negativer Realzinsen stützen würde“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Die im Zuge von Hurrikan Irma erwartete Angebotsverknappung führte bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) zu Abflüssen in Höhe von 15 Mio. USD – und bei Energie-ETPs mit einer höheren Gewichtung von Benzin zu Zuflüssen in Höhe von 19 Mio. USD. Hurrikan Katrina hatte aufgrund der Raffinerieausfälle eine Benzinverknappung und damit eine kurzlebige Erholung der Benzinpreise zur Folge. Das jüngste Stimmungshoch auf dem Rohölmarkt ist wahrscheinlich eine Folge der Prognose der internationalen Energiebehörde, die in der letzten Woche die erwartete Rohölnachfrage aufgrund des geschwächten US-Dollar für 2017 nach oben korrigierte. „Die vermutete konsequentere Einhaltung der OPEC-Fördergrenzen kam den Preisen ebenso zugute“, so Hein.

Bei Industriemetallen (A0SVX7) kam es erneut zu Abflüssen, die sich in der letzten Woche auf 118 Mio. USD und im gesamten Monat auf 272 Mio. USD beliefen. Anfang September standen die Industriemetalle gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent und gegenüber dem Jahresanfang um 22 Prozent höher. Seither kommt es zu Verkäufen, die unseres Erachtens auf Gewinnmitnahmen beruhen. Obwohl die Investitionen bald wieder anziehen werden, rechnen wir in Anbetracht der langen Vorlaufzeiten bei der Erkundung und Entwicklung von Minen damit, dass das Angebot knapp bleiben und der Markt kurzfristig nicht ins Gleichgewicht zurückfinden wird. Dennoch ist die aktuelle Rally bedroht, da das starke Momentum in einen Preisverfall übergehen könnte. In der Vergangenheit folgte auf Phasen, in denen die Handelsvolumina Chinas steil anstiegen, stets eine Korrektur. „Bei solchen Kursrückgängen handelte es sich aber gewöhnlich nicht um einen nachhaltigen Abschwung, sondern um eine Chance, die Trendfolger aus dem Markt zu drängen und den Blick wieder auf die fundamentale Situation zu richten“, erläutert Hein.

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren und unter den Subsektoren des Rohstoffbereichs am höchsten ausfallen. „Auch wenn aus North Dakota und Russland gemeldet wird, dass die Weizenernte äußerst ertragreich ausfällt, wurden Weizen- und andere Landwirtschafts-ETPs gekauft – nach unserer Überzeugung eine Folge der Preisschwäche, aber auch der NOAA-Prognose, dass die Wahrscheinlichkeit einer La-Niña-Wetterlage zunimmt“, sagt Hein.