Momentan sieht es nach steigenden Staatsschulden aus

Jörg Angelé und Gottfried Steindl, RBI Wien, zum US-Rentenmarkt.

In den kommenden Tagen stehen mit dem ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe und dem Arbeitsmarkbericht zwei Veröffentlichungen mit hoher Marktrelevanz am Datenkalender. Die bisher vorliegenden regionalen Umfragen haben im September ihr hohes Niveau gehalten (New York Fed, Kansas City Fed) bzw. sind von erhöhtem Niveau teils deutlich weiter gestiegen (Philly Fed und Richmond Fed). Wir gehen daher davon aus, dass auch der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe sein hohes Niveau vom August in etwa gehalten hat. Negative Auswirkungen der Hurrikans Harvey und Irma erwarten wir nicht. 2005, als die Hurrikans Katrina und Rita etwa zur gleichen Zeit die USA erreichten, legte der ISM Index sogar deutlich zu.

Dagegen dürften die Wirbelstürme deutlich Spuren bei den Arbeitsmarktdaten hinterlassen. Die Beschäftigung nahm zwischen Juni und August durchschnittlich um 185.000 pro Monat zu. Im September dürfte das Ergebnis wegen der Hurrikans Harvey und Irma, die weite Teile Texas und Floridas verwüsteten, deutlich schlechter ausfallen. Beispielsweise hat sich der Wochenschnitt der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im September auf 278 Tsd. von 237 Tsd. im August erhöht. Es ist aber schwer abzuschätzen, wie stark die Auswirkungen auf die Beschäftigung genau sind. Wir behelfen uns daher mit dem Blick auf den September 2005. Damals hatten die Hurrikans Katrina und Rita die Südküste der USA heimgesucht. In der Folge ging die Beschäftigung im September 2005 gegenüber August einer ersten Schätzung nach sogar um 35.000 zurück. Wir setzen für die Beschäftigung im September daher eine Stagnation an. Die Arbeitslosenquote kletterte im September 2005 um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 %. Da die Quote im August 2017 schon bei 4,44 % lag, setzen wir einen Anstieg auf 4,6 % an. Die durchschnittlichen Stundenlöhne dürften nichtsdestotrotz um 0,3 % p.m. gestiegen sein.

Die US Fed konnte sich in den letzten Tagen mehr Gehör verschaffen. Nachdem vor der Zinssitzung Mitte September der Markt die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung Ende des Jahres bei nur rund 20 % preiste, wurde diese Einschätzung seither sukzessive nach oben geschraubt und liegt nunmehr bei rund 75 %. Immerhin lassen auch die Wortmeldungen von FOMC Mitgliedern in der abgelaufenen Woche in Summe einen nächsten Zinsschritt im Dezember erwarten. Neben der Neubewertung des Leitzinsausblicks führte das Comeback des „Trump Trade“ zu einem Anstieg der Rendite von US-Staatsanleihen. Nach dem überraschenden Wahlsieg von Trump stellte sich der Markt auf eine expansive Fiskalpolitik ein, was die Rendite von US-Treasuries stark steigen und den US-Dollar deutlich aufwerten ließ. Ab März dieses Jahres kehrte jedoch angesichts der Amtsführung von Trump Ernüchterung ein. Mit der Vorstellung der Steuerpläne flackerte zuletzt jedoch Hoffnung auf, dass zumindest dieses Vorhaben nicht gänzlich scheitert.

Das Weiße Haus hat in der abgelaufenen Woche das lang erwartete „historische“ Steuerkonzept vorgelegt. Allerdings handelt es sich eher um eine Ansammlung bereits seit langem bekannter Wünsche und Absichten. So soll bspw. die Zahl der Einkommensteuersätze von sieben auf drei sinken: 12%, 25% und 35%. Der Grundfreibetrag soll für Alleinstehende auf USD 12.000 und für Paare auf USD 24.000 verdoppelt werden. Laut Entwurf sollen von der Reform vor allem Steuerzahler aus der Mittelschicht profitieren. Ob das tatsächlich so ist, ist aber fraglich. Im Zuge der Reform sollen nämlich fast alle bisher ansetzbaren, die Steuerlast mindernden Abzugsposten gestrichen werden. Vor allem für kinderreiche Familien und Steuerzahler in Bundesstaaten mit einer hohen Einkommensteuer auf Bundesebene könnte die Steuerbelastung am Ende daher höher ausfallen als bisher. Genau lässt sich das aber noch nicht beurteilen, da der Steuerentwurf viele Detailfragen offen lässt. Sicher profitieren würden aber die obersten Einkommensbezieher. Der Entwurf sieht neben der Senkung des Spitzensteuersatzes auch die Abschaffung der Grunderwerbssteuer sowie der Erbschaftssteuer vor. Laut Gary Cohn, dem wichtigsten Wirtschaftsberater von Präsident Trump soll die jährliche Entlastung für einen durchschnittlichen Steuerzahler zwischen USD 650 und USD 1000 liegen. Völlig offen ist dabei, wie die steuerlichen Entlastungen finanziert werden sollen. Momentan sieht es nach steigenden Staatsschulden aus.

Digitale Umwälzung: künstliche Intelligenz

Roboter übernehmen die Welt. Und zwar nicht mithilfe einer Armee von Cyborgs, sondern durch eine sanftere und subtilere Infiltration intelligenter Technologie. Künstliche Intelligenz (KI) ist einer der wachstumsstärksten Bereiche der digitalen Technologie und revolutioniert unser Leben – und unsere Anlageportfolios, zeigt  Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management.

Mit den neuesten Geräten von Amazon, Microsoft, Google und Co kann man bereits das Licht anschalten, die Wettervorhersage ansehen, seinen Kalender aufrufen, Musik hören, einen Wasserkocher anstellen oder ein Taxi bestellen – und das alles per Sprachbefehl.1 Bald wird die KI – also die Nachbildung von Handlungen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern, durch Computer – noch sehr viel mehr können. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die Investitionen digitaler Unternehmen, die die Systeme des maschinellen Lernens inzwischen als eine Hauptquelle für künftiges Wachstum ansehen.

Der KI-Markt ist schon jetzt groß. Aber Prognosen zufolge dürfte er noch sehr viel größer werden. Schätzungen zufolge wird er von USD 2 Milliarden im Jahr 2015 auf USD 127 Milliarden im Jahr 2025 wachsen.2 Derzeit spielen die USA und China eine führende Rolle, wobei der Großteil der Investitionen aus den Sektoren High-Tech, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen dieser Länder kommt. 

Wegbereiter für alle Sektoren

Für die weltweite Wirtschaft könnte das Billionen von Dollar zusätzliches Wachstum bedeuten, sowohl durch höhere Produktivität als auch über eine Ankurbelung des Konsums, wenn die Verbraucher wieder mehr Geld für neue oder verbesserte Waren und Dienstleistungen ausgeben.

Schnelles Wachstum
Weltweite KI-Einnahmen, Mrd. USD

 

Quelle: Bank of America Merrill Lynch 

Die KI-Revolution wird sich nicht nur auf eine Branche beschränken. Es handelt sich um eine grundlegende und überall einsetzbare Technologie, die den Gewinn von einigen Unternehmen vervielfachen, aber gleichzeitig den Untergang anderer Unternehmen in vielen verschiedenen Bereichen auslösen wird. In zahlreichen Fällen könnte der Erfolg oder das Scheitern eines Geschäfts davon abhängen, wie effizient und schnell die Firmen KI einsetzen. 

Für die meisten Unternehmen bedeutet eine effiziente Nutzung von KI die Fähigkeit, Daten zu analysieren – und zwar sehr viele Daten. Bis 2025 dürften wir Prognosen zufolge jährlich 163 Billionen Gigabytes Daten produzieren, d.h. 10 Mal so viel wie noch 2016.3

Durch maschinelles Lernen können Algorithmen historische Daten verwenden, um Muster auszumachen und zu prognostizieren, was in der Zukunft passieren könnte. Der nächste Schritt ist das tiefgehende Lernen („Deep Learning“). Hier lernen Computer aus ihren Fehlern und verfeinern Prognosen mit jedem neuen Informationsfragment. So werden die Computer immer besser im Erkennen von Bildern und Sprache sowie der Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing, NLP) – also darin, gesprochene und geschriebene Wörter so wie Menschen zu verstehen und im entsprechenden Kontext zu antworten.

KI macht sich bereits in so unterschiedlichen Branchen wie Gesundheit, Finanzen und Einzelhandel bemerkbar. Im Gesundheitsbereich verbessert sie die medizinische Diagnostik und ebnet so den Weg für personalisierte Medizin. In der Transportbranche ist KI die Schlüsseltechnologie für selbstfahrende Autos. Und auch die Finanzbranche transformiert sie: Banken und Anlageberater erfahren eine existentielle Bedrohung durch Roboter-Beratung. Und wer KI als Einzelhändler ignoriert, tut dies ebenfalls auf eigene Gefahr. Maschinelles Lernen kann die Logistik verbessern und ermöglicht zudem eine umfassendere kundenspezifische Produktanpassung.

Genauso wie Unternehmen es sich nicht leisten können, KI zu ignorieren, könnten Unternehmen, die auf die Entwicklung von KI-basierter Technologie spezialisiert sind, von einer starken Umsatz- und Gewinnsteigerung profitieren. Dies stellt wiederum eine Anlagechance dar und ist der Grund, warum KI eines der Schlüsselthemen unserer digitalen Strategie ist.

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Quellen:
1) Amazon, Microsoft und Google gehören zu Pictets digitaler Strategie
2) Bank of America Merrill Lynch, August 2016
3) IDC: Data Age 2025, April 2017

Weitere Artikel zum Thema Digital Disruption:

Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Behavioral Finance-Ansatz kann bei Value-Aktien Überrenditen erwirtschaften

In unsicheren Zeiten neigen Anleger naturgemäß zu emotionalen Entscheidungen – Mit einem Behavioral Finance-Ansatz lassen sich daraus resultierende Anlegerfehler systematisch nutzen. Daraus abgeleitet hat Degroof Petercam Asset Management ein quantitatives Behavioral Value-Modell entwickelt, das die Aktienauswahl Sektor neutral vornimmt und breiter anlegt als klassische Value-Ansätze

Emotionen bestimmen menschliche Anlageentscheidungen

„Wann ist der optimale Zeitpunkt, um in einen Markt oder ein Wertpapier ein- und auszusteigen“ – mit dieser Fragestellung beschäftigen sich Anleger immer wieder. Und ganz besonders in unsicheren Zeiten, die – wie aktuell – von Marktschwankungen und zahlreichen Risiken auf der Makro- und Mikroebene geprägt sind. Menschliches Verhalten und damit auch menschliche Entscheidungen werden sehr stark von Emotionen beeinflusst. Unsicherheiten oder auch extreme Ereignisse führen häufig dazu, dass Anleger übereilte Entscheidungen treffen. Vielfach kann man beobachten, dass Anleger bei erfolgreichen Investments zu früh aussteigen oder Verlustphasen zu lange aussitzen. „Emotionales Verhalten führt systematisch zu immer wiederkehrenden Anlegerfehlern. Angst und Gier und die damit verbundenen Anlageentscheidungen verhindern regelmäßig den Anlageerfolg“, sagt Philippe Denef, Lead Portfolio Manager Quantitative Strategies bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM). „Im Rahmen eines Behavioral Finance-Ansatzes können Anlegerfehler und die daraus resultierenden Preisanomalien an den Finanzmärkten analysiert und die Ergebnisse nachhaltig verbessert werden“.

Behavioral Finance bei Value-Aktien

Akademische Studien zeigen, dass das irrationale Verhalten von Anlegern zu einer Unterbewertung von Aktien führt. Value-Aktien, die in Bezug auf die fundamentalen Unternehmensdaten als unterbewertet gelten, bieten nach Jahren schlechterer Performance ein erhebliches Aufholpotenzial. Interessant ist es hierbei, solche Unternehmen zu selektieren, bei denen sich die Meinung der Anleger langsam aber stetig verbessert. Das relative Preis-Buchwert-Verhältnis von europäischen Value-Aktien im Vergleich zu Wachstumstitel konnte nach der US-Präsidentschaftswahl zwar etwas steigen. Dennoch befindet sich diese Kennzahl nach wie vor in der Nähe ihres 10-Jahres-Tiefs. Aktuelle Faktoren lassen darauf schließen, dass das Momentum von Value-Aktien wieder an Schwung gewinnen kann. Ein wichtiger Treiber hierfür ist die steigende Inflation.

„Value-Titel sind eine lohnende Strategie zur Diversifizierung klassischer Aktienportfolios. Sie tragen dazu bei, die langfristige Performance eines breit angelegten Aktienportfolios zu glätten. Wenn man den Gedanken des Value Investing mit den Grundsätzen der Behavioral Finance verbindet, lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Value-Indizes attraktive langfristige Renditen erzielen“, sagt Denef. Basierend auf den Grundsätzen der Behavioral Finance hat DPAM ein Modell zur Bewertung von Value-Aktien entwickelt. Das Ergebnis ist eine atypische Auswahl von Aktien, die den Diversifizierungseffekt eines Value-Portfolios noch verstärken kann.

Rückkehr zum Mittelwert

So sind in der Vergangenheit nach Phasen übertriebenen Anlegerverhaltens mit überzogenen Abverkäufen die Aktienkurse in der Regel gestiegen und zum Mittelwert zurückgekehrt (Mean Reversion). Häufig geht diese Bewegung mit erfolgreichen Veränderungen in den Unternehmen einher. Unterbewertete Aktien qualitativ hochwertiger Unternehmen steigen also mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder. 

Eine Art, die Irrationalität von Anlegern zu messen, besteht darin, sich die Differenz zwischen den teuersten und den billigsten Aktien auf einem bestimmten Markt anzuschauen. Je größer die Differenz, desto eher sind die Bewertungen überzogen. „Zurzeit liegt diese Differenz dicht am historischen Durchschnittsniveau für Aktien aus den USA, Europa und der Eurozone. Das bedeutet, dass es noch viele Unternehmen gibt, die übermäßig billig sind und deren Aktien das Potential haben zu steigen“, betont Denef.

Mehr Chancen durch Marktneutralität

Mit einem Behavioral-Value-Ansatz lassen sich anhand des Preis-Buchwert-Verhältnisses aus jedem Sektor die günstigsten Aktien zusammenstellen. Dies ist der Unterschied zu einem klassischen Value-Ansatz, bei dem nur die absolut günstigsten Unternehmen interessant sind. Dies führt zu einer starken Konzentration auf wenige Sektoren. Fakt ist aber, dass die verhaltensbedingten Kursanomalien in jedem Sektor vorkommen. 

„Mit einem Behavioral Value-Ansatz, der konsequent gleichgewichtet in die am niedrigsten bewerteten Aktien jedes Sektors des jeweiligen Marktes investiert, lässt sich eine Marktneutralität herstellen. Das heißt Anleger sind nicht mehr abhängig von bestimmten Sektor-Entwicklungen“, sagt Denef.

Regelbasiertes Investieren lässt kein Platz für Emotionen

Dies unterscheidet die DPAM-Behavioral Value-Strategie von vielen anderen Sektor- oder Value-Fonds-Strategien. Dank einer systematischen Vorgehensweise von objektiven Faktoren im Titelauswahlprozess werden Wert schaffende Bewertungsanomalien systematisch ermittelt. Emotionaler Druck, zu kaufen oder zu verkaufen, wird so ausgeschlossen. Das Behavioral-Value-Modell von DPAM ist über drei Fonds zugänglich, die auf die Aktienmärkte der USA, Europas bzw. der Eurozone fokussiert sind.

DPAM beschäftigt sich rund zwei Jahrzehnte mit Behavioral Finance und deren Umsetzung.  Bereits 2001 wurde die entwickelte Investmentstrategie in einem Publikumsfonds umgesetzt. Zurzeit verwaltet DPAM ein Vermögen von über zwei Milliarden Euro mit seiner Behavioral Value-Strategie. Über 5 Jahre lieferte der DPAM-Prozess eine Überschussrendite gegenüber herkömmlichen Value-Indizes zwischen knapp 12 Prozent (MSCI USA Value Net Return) und 19 Prozent (MSCI EMU Value Net Return). Dies unterstreicht die Mehrwert stiftende Wirkung eines Behavioral Finance-Ansatzes auf ein Portfolio von Value-Aktien.

Die vollständige PM inklusive der Behavioral Value-Strategien von DPAM im Überblick finden Sie links als PDF.

Commodities vs Producers – an in-depth comparison

Commodity prices have outperformed their respective producers with a lower price volatility. Commodities historically are less sensitive to equity factors and a better source of diversification, shows James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy, in ETF Securities triannual outlook. Reduced supply and capital expenditures may benefit commodities to detriment of producers.

Commodities are key alternative investments that may offer diversification benefits for portfolio allocations and may improve the overall investment experience. The choices around accessing this asset class, however, remain in dispute with investors split among implementing their commodity exposure directly through commodity futures or indirectly through equities of the producers of these raw materials.

Price and yield – an on-going debate

Much of the maligned sentiment towards commodities in recent years has been due to a negative performance experience. Extending the picture a bit further back, however, reveals that commodities have offered a positive risk adjusted return over the past two decades - both through the prices of commodity futures as well as equities of global producers.

Over this period, an equity investment in commodity producing companies (~6.2%) outperformed the underlying commodities (~2.2%) on a total return basis by about 400 basis points. This outperformance has come with a 42% higher volatility compared to commodities as well as a higher equity correlation. This picture, however, isn’t a reflection of commodities lagging their respective producers’ economic activities.

In fact broad commodities significantly outperform producers on a spot price basis. While commodities lack the cash flows offered by producer equities, the true source of underperformance stems from commodity futures contracts rolling into a new, higher-priced contract at maturity (i.e. contango). This negative roll yield is quite significant over time relative to the positive dividend yield provided by commodity producers.

Selecting commodity contracts further into the future may help provide a positive yield for investors. Historically, the roll yield for longer-dated commodity indices garnered a higher total return than commodity producers (6.38% vs 6.23%) as well as a lower volatility than producers and standard commodity indices.

Look to commodities for diversification

Beyond performance, investors should evaluate the diversification and risk management benefits that commodities may provide in context to their asset allocations. In this category, broad commodities provide several advantages for portfolios compared to producer equities.

Starting with a moderate risk portfolio (60% equity/40% bond), the addition of a 10% allocation to either commodities or producers may help reduce portfolio drawdowns and improve portfolio efficiency as evidenced by higher portfolio Sharpe Ratios. Commodity producers and longer-dated commodity futures could boost portfolio returns to 5.3% respectively compared to the 4.9% portfolio return from an allocation to the Bloomberg Commodity Index (BCOM). Yet given that producers are equity investments, they increase the overall portfolio volatility and beta, while broad commodities significantly reduce these measures – highlighting their ability to better serve as a risk management tool.

Another measure that demonstrates the diversification benefits of commodities over producer equities is their lower risk contribution to total portfolio volatility. The fundamental factors that impact commodity prices directly help offset those equity factors inherent to producers. Therefore, many broad commodities provide an efficient source of diversification with their overall weight of portfolio risk (11.5%) significantly less than producers (18.7%).

Outlook: relative valuations and supply cuts may continue to favour commodities

The current recovery in commodity markets has thus far been less pronounced for broad commodities than their producers, who have benefited from rising equity indices and rising profit margins through reduced costs and debt repayments.

Commodities may see further upside capture as continued supply side destruction in response to multiple years of overproduction and supply gluts may provide a boost for prices. Additionally, while falling capital expenditure has boosted producer profitability in the short term, without sufficient investment into new supply and technology, long term profitability may suffer.

This impact on producer costs is particularly prevalent among metals with a lack of investment for the last 4 years having already begun to damage supply in the coming year.

In focus: Gold vs Gold Miners

While gold miners are valid investments, they are an investment in equity not gold and shouldn’t be viewed as a perfect substitute. Investors should view gold miners as distinct from gold allocations within portfolios in order to potentially benefit from gold’s unique investment and risk management characteristics.

Gold miners are a poor proxy for gold allocations because they depend on industry competition and company specific factors beyond the gold price. Their valuation is dependent on profitability, operational costs, financial health, and other company specific risks while industry outlook and growth prospects dictate investor sentiment.

Gold has a proven track record with an average return of 7% during market drawdowns of more than 10% in the S&P 500 since 1987. Turning to gold miners, however, their ability to hedge against large equity pullbacks is less enticing. The Philadelphia Stock Exchange Gold & Silver Index2, a broad gold mining equity index, on average has posted a total return of - 7.2%, offering limited downside protection.


1) Philadelphia Stock Exchange Gold & Silver Index (XAU) is a capitalization- weighted index composed of companies involved in the gold or silver mining industry

Die Urbanisierung in Asien: Herausforderung und Chance

Asiens Städte wachsen und wachsen. Dies stellt die Infrastruktur vor große Herausforderungen. Dank des technischen Fortschritts nimmt die Bedeutung umweltfreundlicher Verkehrslösungen zu. Davon können auch Anleger profitieren, so die Kernaussagen in einem Gastkommentar für das Magazin „Global Investor“. 

Die Bevölkerung in Asien legt rasant zu – vor allem in den Städten. Die zunehmende Urbanisierung stellt die Städte- und Infrastrukturplanung vor neue Herausforderungen – und zwar weltweit. Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung  betrug im Jahr 2015 weltweit durchschnittlich ca. 53 Prozent: Jeder zweite Mensch lebt also in einer Stadt. Asien weist mit ca. 46 Prozent einen unterdurchschnittlichen Urbanisierungsgrad auf – trotz einer hohen Anzahl von Mega-Städten mit hoher Bevölkerungsdichte. Allein Chinas Metropolen verzeichnen jährlich einen Zuzug von ca. 13 Millionen Menschen aus ländlichen Gegenden.

Bis zum Jahr 2035 zehn Mal mehr Autos in China

Immer mehr Menschen in den Städten bedeuten naturgemäß große Herausforderungen für die Infrastruktur. Das starke Wachstum der Mobilität führt zu einer zunehmenden Übernutzung der Verkehrsinfrastruktur mit dramatischen Folgen für die Umweltbelastung. Die Internationale Energieagentur erwartet für das Jahr 2035 global einen Fahrzeugbestand von rund 1,7 Milliarden PKW (IEA, 2013). Die PKW-Dichte würde sich in Indien mehr als verdreifachen, in Indonesien mehr als vervierfachen und in China sogar verzehnfachen.

Der Ausbau der Infrastruktur im öffentlichen Nah- und Fernverkehr steht daher im Fokus der Regierungen in Asien. Neben Umweltaspekten gibt es ein volkswirtschaftliches Interesse: Die Abhängigkeit von Rohöl-Importen soll durch umweltfreundliche Fortbewegungsmittel verringert werden.

E-Busse und E-Taxis gewinnen an Bedeutung

Elektromobilität gewinnt in diesen Konzepten weiter an Bedeutung und wird im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt. Besonders in China werden Elektro-Busse in vielen Städten getestet und eingesetzt. Ende 2014 waren Schätzungen der internationalen Energiebehörde zufolge bereits ca. 36.500 Elektrobusse in China in Betrieb. Aber nicht nur China findet Gefallen an der umweltfreundlichen Fortbewegung im öffentlichen Nahverkehr: In mehreren Regionen Asiens kommen die E-Busse zum Einsatz, u.a. in Bangalore (Indien), Bonifacio (Philippinen) oder in Kuala Lumpur (Malaysia), wo das erste asiatische „Bus Rapid Transit Programm“ auf die Beine gestellt wurde. Auch elektrische Taxiflotten, erstmals in Shanghai 2010 getestet, werden mittlerweile in verschiedenen Städten weltweit eingesetzt.

Parkhaustürme werden zu E-Car Verleih-Stationen

Etwa 200 Kilometer südwestlich von Shanghai liegt die Stadt Hangzhou mit etwa 8,8 Millionen Einwohnern. Unter der Führung des chinesischen Fahrzeugherstellers Kandi (ISIN US4837091010) startete im Jahr 2012 das Projekt „Self-driving Electric Vehicle Rental for Public Transportation in Hangzhou“ zur Einführung elektrischer Stadtfahrzeuge. Das Projekt steht für die Verbindung von Nachhaltigkeit mit Elektromotoren, Nutzungseffizienz durch Car-Sharing und Raumeinsparung durch mechanische Abstellanlagen. Das Besondere an dem Projekt sind die Verleih-Stationen. In mechanisierten Parkhaustürmen werden die Elektroautos auf Gestellen, die Hebebühnen ähneln, gestapelt und gleichzeitig geladen. Mittlerweile wurde dieses Konzept auf Joint Venture Basis auch erfolgreich in Shanghai, Nanjing, Chengdu und in anderen Städten  in China etabliert.

Vollautomatische fahrerlose E-Autos werden in Singapur getestet

Fast nirgendwo auf der Welt ist die Bevölkerungsdichte so hoch wie in Singapur mit seinen 4,6 Millionen Einwohnern. Aufgrund einer überschaubaren Fläche von 650 Quadratkilometern und einer hochentwickelten Infrastruktur gilt Singapur als ein ideales Testfeld für die Elektromobilität. Die National University of Singapore testet seit dem Jahr 2013 ein vollautomatisiertes fahrerloses Elektroauto für den Straßeneinsatz. Den Berechnungen der Universität von Singapur zu Folge würde eine Flotte von 300.000 autonom fahrenden Taxis ausreichen, dass selbst in der Hauptverkehrszeit niemand länger als 15 Minuten auf seinen Wagen warten müsste.

Superzüge mit bis zu 350 km/h

Doch nicht nur im Individualverkehr scheint ein neues Zeitalter angebrochen. Im öffentlichen Fernverkehr in Asien wird in letzten Jahren massiv in den Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen investiert. Die schnell wachsenden Metropolen sollen durch kürzere Reisezeiten besser miteinander verbunden werden.

China verfügt inzwischen mit unglaublichen 22.000 Kilometern über das weltweit größte Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz. Alle anderen Länder zusammen kommen nicht annähernd an diesen Wert heran.

Mit bis zu 350 Stundenkilometern führt China auch die Liste der schnellsten Serienzüge der Welt an. Dank vieler Technologietransfers verfügen die Chinesen inzwischen über genügend Wissen, um ihre Hochgeschwindigkeitszüge selbst zu konstruieren. Etablierte Zughersteller bekommen es mit CRRC Corp Ltd (ISIN CNE100000BG0) mit einem gewichtigen Konkurrenten zu tun. Gemeinsam mit Russland wird China mit CRRC die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke für Frachtzüge von Moskau nach Kazan bauen. Die Aufnahme des Fahrbetriebs ist für 2019 geplant. Die Kosten des Projekts werden sich auf 16,9 Mrd. US-Dollar belaufen.

Mit ihrem Erfolg, reichlich Erfahrung im Inland und ihren fortschrittlichen Technologien, hat die CRRC und CRC nun damit begonnen, sich nach mehr Chancen in den überseeischen Märkten umzusehen, darunter in Indien, Malaysia, Singapur, Indonesien (Jakarta-Bandung High-Speed Railway, China-Laos Railway) und vielen anderen Ländern. Indien plant Hochgeschwindigkeitsstrecken und die vorgeschlagene Chennai-Neu-Delhi Strecke mit 2.200 km könnte die zweitgrößte der Welt nach Bejing-Guangzhou-Linie mit ca. 2.300 km werden.

Schienenlose Bahn

Auch die Entwicklung einer schienenlosen Bahn – The ART, Autonomous Rail Rapid Transit“ – von Zhuzhou CRRC Times Electric Co (ISIN CNE1000004X4), die in der Provinz Hunan am 2. Juni 2017 bereits ihren Betrieb aufgenommen hat, zeigt die Innovationsfreudigkeit der chinesischen  Unternehmen. Der 30 Meter lange  E-Zug fährt auf Gummireifen statt auf Schienen, transportiert bis zu 500 Passagiere  und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern. Mit Hilfe von eingebauten Sensoren wählt er Fahrtrouten auf „virtuellen Schienen“ aus.

Günstige Bewertung an der Börse

Die Infrastrukturausgaben in Asien wachsen weiter schneller als im Rest der Welt. In den nächsten 10 Jahren möchte China mehr als 18 Billionen US-Dollar in die Infrastruktur investieren. Ein Drittel davon entfällt auf den Transportsektor*)  Damit stiegt Chinas Anteil an den Infrastrukturausgaben weltweit auf 60 Prozent bis 2027. Auch Indiens Anteil wird sich in diesem Zeitraum von 15 Prozent auf 26 Prozent erhöhen.  Ein Großteil entfällt dabei auf Verkehr und den Transport-Sektor. Mit dem Ziel den Ausbau von 2.830 Kilometern neuer Bahnstrecken bis 2018 zu bewältigen, bietet dieser Sektor den Investoren weiterhin gute Anlagechancen. Die Unternehmen im Rail- bzw. Schienenbereich (H-Shares) notieren aktuell mit einem KGV 2017e von 8,2x bzw. 2018e von 7,1x. Auch die K/BW 2017e sind mit 1x bzw. 0,9x für 2018e günstiger als der MSCI China bewertet. Auf einen längeren Anlagehorizont ausgerichtet, könnten sich Investitionen in Aktien, die vom Ausbau der Infrastruktur in Asien profitieren, lohnen, entsprechende Risikobereitschaft vorausgesetzt.

*) Quelle: Chinesische Regierung

Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 4,00 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Gabriela Tinti ist seit 2008 Senior Fondsmanagerin im Aktien-Team der Erste Asset Management/ERSTE-SPARINVEST. Ihr Schwerpunkt liegt auf globalen Aktien aus den Schwellenländern und auf Immobilienaktien. Sie ist seit 1988 in der Finanzbranche tätig. Zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie bei einer Kommerzbank, wo Sie vielseitige Erfahrungen im Wertpapierbereich, im Privat- und Firmenkundengeschäft bei internationalen Finanzierungen und im Bereich Corporate Finance sammeln konnte. Seit 2002 ist Gabriela Tinti im Asset Management tätig.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Vorgezogene Neuwahl in Japan aus Investorensicht

Am Montag kündigte Premierminister Shinzo Abe seine Pläne an, das Unterhaus des japanischen Parlaments am 28. September aufzulösen und im Oktober eine vorgezogene Neuwahl einzuberufen. Reiko Mito, Portfoliomanagerin bei GAM, analysiert im Folgenden die möglichen Auswirkungen auf die Märkte:

Der Hauptgrund für Abe, den Zeitplan für die Wahlen zu beschleunigen – neben seiner Bereitschaft, den politischen Druck auf Nordkorea zu verstärken – ist das Abklären der Wählerstimmung in Bezug auf die Verwendung der Erlöse aus der geplanten Konsumsteuererhöhung.

Die japanische Konsumsteuer wird voraussichtlich im Oktober 2019 von acht auf zehn Prozent erhöht, was zu zusätzlichen Steuereinnahmen in Höhe von fünf Billionen Yen (45 Milliarden US-Dollar) führen würde. Ursprünglich hatte die Regierung vier Billionen Yen zur Tilgung der Staatsverschuldung und eine weitere Billion Yen für soziale Dienste vorgesehen.

Nun plant Abe, zwei Billionen Yen (18 Milliarden US-Dollar) für Bildungs- und Pflegedienste auszugeben – insbesondere für kostenlose Kinderbetreuungsdienste und Kindergärten für zwei bis fünfjährige, kostenlose Schulgebühren für einkommensschwache Haushalte sowie eine Gehaltserhöhung für Pflegekräfte. Dies würde zu einer Verringerung der Schuldentilgung führen, sodass die Regierung ihr Ziel, bis 2020 einen Primärbilanzüberschuss wiederzuerlangen, möglicherweise verschieben müsste. 

Potentieller politischer Gegenwind

Die von Abe geforderte zügige Neuwahl steht offensichtlich im Zusammenhang mit seiner Überzeugung, dass zurzeit die Chancen für einen klaren Sieg seiner Partei, der Liberal-Demokratischen Partei (LDP), sehr gut stehen. Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage würde die LDP auf etwa 44 Prozent Stimmen kommen, während andere Parteien im Nationalen Parlament nicht mehr als zehn Prozent erreichen.

Unterdessen ereignete sich am selben Tag von Abes Wahlankündigung ein interessantes Ereignis: Yuriko Koike, die Gouverneurin von Tokio, verkündete die Gründung der "Partei der Hoffnung". Die neue konservative Partei hat derzeit 15 Mitglieder und wird in den kommenden Wochen wohl weiter wachsen. 

Yuriko Koike wurde im August 2016 mit einem Erdrutschsieg zur Gouverneurin von Tokio gewählt. Im Mai 2017 schloss sie sich mit der Mitte-Rechts-Partei Komeito zusammen und übernahm die Mehrheit bei den Präfekturwahlen im Juli 201 von der LDP. Koike kündigte an, die Partei der Hoffnung werde sich der geplanten Erhöhung der Konsumsteuer widersetzen und schlug vor, diese zu verschieben, "bis die Nation den wirtschaftlichen Aufschwung im Alltag spürt". Obwohl ihr politischer Appell und die Dynamik ihrer neuen Partei Gegenwind für Abes Regierung darstellt, wird die aufkeimende Bewegung wahrscheinlich nicht stark genug sein, um die Dynamik der Neuwahlen zu verändern.

Märkte werden wohl nicht betroffen sein

Aufgrund der aktuellen politischen Situation in Japan gehen wir davon aus, dass die kommende Wahl wahrscheinlich keinen signifikanten Einfluss auf die lokalen Aktienmärkte haben wird. Wir erwarten, dass die LDP gemeinsam mit der alliierten Komeito eine Mehrheit erreichen wird. Selbst wenn Abe etwas an Macht verlieren oder von einem anderen Parteichef abgelöst werden sollte, gehen wir davon aus, dass seine Wirtschaftspolitik von seinen Nachfolgern innerhalb der Partei weitergeführt wird.

Aus Bottom up-Perspektive stechen die Ertragsrevisionen in Japan im Vergleich zu anderen entwickelten Märkten heraus. Dies ist nicht zuletzt auch als Resultat der soliden weltweiten Erholung und der Anstrengungen der Unternehmen, ihre Margen zu verbessern. Darüber hinaus sorgen die Auslandsnachfrage, die Inlandsproduktion, der Konsum und die öffentlichen Ausgaben derzeit für Rückenwind. Einige Sektoren im Bereich der Kinderbetreuung und des Pflegedienstes könnten bei Annahme der geplanten Konjunkturpakete überproportional stark wachsen, deren Größe ist allerdings überschaubar. Für die meisten anderen Sektoren dürften die Auswirkungen zumindest in absehbarer Zeit gering sein. 

Die Spannungen mit Nordkorea geben jedoch nach wie vor Anlass zur Sorge und stellen die guten Fundamentaldaten Japans in den Schatten. Der Aktienmarkt stagnierte in den vergangenen Monaten trotz hoher Unternehmensgewinne. Die bevorstehende Wahl könnte zu mehr politischer Stabilität für Japan führen und die angespannte geopolitische Situation etwas mildern.

Über GAM GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Hochzinsanleihen mit schwächeren Ratings entschädigen nicht für Risiken

Peter Khan, Manager des Fidelity Global High Yield Fund, ordnet die Bewertung von globalen Hochzinsanleihen ein.

Wir befinden und in der Spätphase des aktuellen Kreditzyklus und in einem Umfeld mit magerem Wirtschaftswachstum sowie niedriger Inflation. In diesem Szenario bleiben regelmäßige Erträge aus globalen Hochzinsanleihen für renditesuchende Anleger interessant. Daher ist für Anleger wichtig, dass sie für die mit diesen Papieren verbundenen Liquiditäts-, Kredit- und Ausfallrisiken angemessen entschädigt werden.

Fidelity International hat daher die durchschnittlichen und extremen Verlustszenarien bei Zahlungsausfall für die unterschiedlichen Ratingkategorien analysiert. Anschließend haben die Experten diese den aktuellen Spread-Prämien, die Anleger für das höhere Risiko eines Verlusts entschädigen, in jeder Kategorie gegenübergestellt. Das Ergebnis: Am unteren Ende des Ratingspektrums bieten weder Anleihen mit Rating B noch solche aus den Kategorien Caa bis C bei einem Ausfall einen angemessenen Renditepuffer. High Yields mit schwächeren Ratings entschädigen also nicht für die mit ihnen verbundenen Risiken.

Das gilt teilweise auch für Schwellenländer, wenngleich diese aufgrund ihrer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen günstig erscheinen. Mit einer fundamentalen Kreditanalyse lassen sich hier jedoch auch attraktive Anlagechancen finden. „Wir haben Papiere höher verschuldeter Emittenten mit ungünstigen Spreads oder schwacher Liquidität verkauft. Zudem haben wir Anfang des Jahres beispielsweise ein taktisches Engagement bei einer mongolischen Staatsanleihe aufgebaut. Sie bietet einen Kupon von über 10 Prozent. Dabei ist sie weitgehend den gleichen makroökonomischen Faktoren ausgesetzt wie die Anleihe eines chinesischen Immobilienentwicklers mit einer Verzinsung von nur 6,3 Prozent“, so Peter Khan, Manager des Fidelity Global High Yield Fund.

Gold-Zuflüsse setzen sich fort, da die Geopolitik ins Zentrum rückt

Gold-Zuflüsse erreichen Dreiwochenhoch, da ETP-Anleger einen sicheren Anlagewert suchen. Bei Rohöl-ETPs halten Gewinnmitnahmen in der dritten Woche in Folge an. Industriemetall-ETPs verzeichnen aufgrund fallender Preise Abflüsse, so ETF Securities im wöchentlichen Rohstoffüberblick.

Zuflüsse in Gold (A0LP78) steigen auf ein Dreiwochenhoch, da die Anleger aufgrund des erneuten Säbelrasselns einen sicheren Anlagewert suchen. Auch wenn die Goldpreise die Zugewinne des vergangenen Monats größtenteils wieder abgaben, stiegen die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0N62G) auf 39,3 Mio. USD. Die US-Notenbank gab den Beginn ihres quantitativen Straffungsprogramms bekannt, das es ihr erlaubt, im Oktober Staatsanleihen in Höhe 6 Mrd. USD und Hypothekentitel im Wert 4 Mrd. USD aus der Bilanz zu nehmen. Die Fed deutete außerdem an, dass sie die relativ zahmen aktuellen Inflationszahlen sowie die mögliche temporäre hurrikanbedingte Konjunkturschwäche unberücksichtigt lässt und sich auf die Auswirkungen des Arbeitsmarkts auf den Inflationsdruck konzentriert. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember stieg daher laut Fed-Fund-Future innerhalb eines Monats von 35 Prozent auf aktuell 70 Prozent erheblich an. Gold fiel um 1,7 Prozent, da die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,03 Prozent auf 2,27 Prozent zunahm. ETP-Anleger nutzten jedoch die Preisschwäche der letzten Woche, um ihre ETP-Bestände zu erhöhen, da die geopolitischen Risiken nicht nachzulassen scheinen. „Nachdem Präsident Trump Nordkorea mit „totaler Vernichtung“ gedroht hatte, sagte Kim Jong-un, er werde für seine Rede teuer bezahlen, und drohte seinerseits mit dem Test einer Wasserstoffbombe im Pazifik. Als die Geopolitik am Freitag wieder ins Blickfeld der Märkte geriet, stieg Gold um 0,5 Prozent“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs (A1N49P) setzen sich fort, da nach der Rally Gewinne mitgenommen wurden. Die Rohölpreise stiegen in den letzten zwei Wochen um fast 5 Prozent, da die Märkte an Zuversicht gewannen, dass sich die Nachfrage erholt und die OPEC-Länder zu ihrer Vereinbarung zur Kappung des Angebots stehen. Die Anleger verkauften Rohöl-ETPs (A0KRJX) im Wert von 21,7 Mio. USD, da sie Gewinne mitnahmen. Der Irak sprach sich öffentlich für eine Verlängerung der aktuellen Quoten aus, was die Markterwartungen an das Treffen des Gemeinsamen Ministerausschusses der OPEC am Freitag aufhellte. Da aber der Irak die bestehenden Quoten selbst nicht eingehalten hat, ist er ein kein guter Fürsprecher für den Fortbestand der Vereinbarung. Es war nicht wahrscheinlich, dass auf dem Treffen echte politische Entscheidungen fallen würden, da es dafür nicht geplant war. „Das nächste wichtige Beschlusstreffen der OPEC wird im November stattfinden. Ohne eine Verlängerung der Einigung wird es auf den globalen Rohölmärkten wohl wieder zu einem Überschuss kommen“, so Hein.

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten in der dritten Woche in Folge Abflüsse. Da die Preise der Industriemetalle weiter verloren, kürzten die Anleger ihre Positionen. Jedoch waren die Abflüsse im Vergleich zu den Vorwochen, als 117 Mio. USD und 119 Mio. USD abgezogen wurden, mit 9,8 Mio. USD in der vergangenen Woche relativ gering. Unseres Erachtens ziehen sich die Preise kurzfristig zurück, da die Momentum-Händler nach der starken Rally, die im Juni begann, den Markt verlassen. „Die Anleger werden nach dem Rückgang wohl einen besseren Einstiegspunkt vorfinden. Aufgrund des sich ausweitenden Angebotsdefizits und der Nachfragestärke bleibt die fundamentale Situation der Industriemetalle fest“, schließt Hein.

Bundestagswahl: Ergebnis auch aus europäischer Perspektive durchwachsen

von Willem Verhagen, Senior Economist des Multi-Asset-Teams bei NN Investment Partners.

Ein relativ großer Teil der deutschen Wähler hat sich von den Parteien der politischen Mitte wegbewegt hin zu kleineren Parteien an den Rändern des politischen Spektrums. Da das Ergebnis – mehr oder weniger – den Umfragewerten vor der Wahl entspricht, werden wir keine großen kurzfristigen Marktauswirkungen erleben. In den kommenden Wochen wird in dieser Hinsicht viel davon abhängen, wie die Koalitionsverhandlungen verlaufen und daraufhin künftig die gemeinsame politische Linie aussieht.

Aus Sicht der europäischen Integration ist der Wahlausgang mit der möglichen Jamaika-Koalition durchwachsen zu bewerten. Deutschlands bisherige Politik ist charakterisiert durch eine deutliche Präferenz für ausgeglichene Haushalte und Leistungsbilanzüberschüsse. Letztere wurden unter anderem durch mehrere Jahre der Lohnzurückhaltung ermöglicht, was nun möglicherweise eine Rolle dabei gespielt hat, dass die Zahl der Protestwähler deutlich zugenommen hat. Was die Institutionen der europäischen Währungsunion angeht, hat Deutschland großen Wert darauf gelegt, dass alle Mitglieder die gemeinsamen Regeln befolgen. Auf der anderen Seite der institutionellen Gleichung war Deutschland allerdings zurückhaltend – also dabei, das Risiko im fiskalischen Bereich und bei den Banken sinnvoll zu teilen. Ähnliches gilt für Lastenteilung in der Realwirtschaft.

Eine solide und stabile Währungsunion benötigt jedoch eine Balance zwischen der Einhaltung der Regeln und Solidarität, die anerkennt, dass alle Staaten im selben Boot sitzen. Es ist im Sinne aller, dass es jedem Euroland gut geht. Dabei möchte der französische Präsident Macron vorangehen. Sein politisches Programm enthält ein starkes Bekenntnis zu strukturellen Reformen in Frankreich und zur Einhaltung der fiskalischen Regeln. Im Gegenzug hat sich die Bereitschaft von Bundeskanzlerin Merkel erhöht, vorsichtig in Richtung mehr europäischer Solidarität einzuschwenken. Die Grünen würden sie in einer Jamaika-Koalition darin unterstützen. Die große Frage ist jedoch, ob die FDP zu mehr europäischer Solidarität bereit ist.

Durch ‚Big Data‘ von systematischen Strategien profitieren

Das Thema Datenwachstum ist vor dem Hintergrund von Big Data ein Dauerthema. Und das zu Recht: Eine Studie des amerikanischen Festplattenherstellers Seagate und des IT-Marktbeobachtungshauses IDC zum weltweiten Datenwachstum bis 2025 ergab, dass im Jahr 2025 weltweit rund 163 Zettabyte an Daten generiert werden – also das Zehnfache an Daten im Vergleich zum Jahr 2016 (16 Zettabyte). Für Unternehmen sind diese Daten von beträchtlichem Wert, denn anhand dieser können sie die Vorlieben der Öffentlichkeit und ihrer Kunden besser verstehen und ihr Angebot darauf zuschneiden, um im Wettbewerb besser zu bestehen. „Auch Investmentmanager nutzen Big Data und künstliche Intelligenz, um die Diversifikation und das Risiko-Rendite-Potenzial von Portfolios zu verbessern“, sagt Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM. „Systematische Strategien können diese ‚Big Data‘ maschinell auswerten, um Anlagesignale über alle Anlageklassen hinweg frühzeitig zu erkennen.“

Beim systematischen Investieren liegt der Fokus auf Daten und Evidenz. Dadurch werden für Anleger typische oder gängige Verhaltensmuster bei Anlageentscheidungen umgangen. Auch wird die Investmentkapazität sehr deutlich übertroffen, da korrekt programmierte Maschinen tausende Variablen in Echtzeit auswerten können, um so zu fundierten Anlageentscheidungen zu gelangen und zugleich strikte Risikokontrollen zu beachten. Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse durch Big Data können komplexe Algorithmen dann fundierte Anlageentscheidungen treffen.

Weiterentwicklung statt Revolution

„Anleger freunden sich immer mehr mit der Idee von computerunterstützten Anlagestrategien an. Das ist keine Revolution, sondern die Weiterentwicklung des Ansatzes, wie Anlageanalysen und -entscheidungen durch den Einsatz von Algorithmen, Big Data und vermehrt auch künstlicher Intelligenz verbessert werden können“, so Lawler. Abgesehen von ihrer Skalierbarkeit hätten quantitative Strategien in den letzten Jahren wettbewerbsfähige Ergebnisse erbracht, während einige eher traditionelle Ansätze im Vergleich schwächer abgeschnitten hätten. Dies habe zum Teil auch daran gelegen, dass Algorithmen – anders als der Mensch – nicht durch Verhaltenstendenzen oder Emotionen beeinflusst werden. „Wir beurteilen das systematische Investieren als einen guten Schritt, um Kunden im Bereich der Investmentansätze eine breitere Diversifikation sowie die Möglichkeit zu bieten, ihre Anlageergebnisse zu verbessern“, erklärt Lawler.

Durch regelbasierte Algorithmen positive absolute Renditen erzielen

Als systematische Strategien werden Strategien mit einem regelbasierten Anlageprozess bezeichnet. Das heißt, die Anlageentscheidungen werden auf der Grundlage von klar und transparent formulierten Regeln gefasst. „Dies verhindert, dass der Prozess durch kognitive Verzerrungen beeinträchtigt wird, die das menschliche Urteilsvermögen nachteilig beeinflussen können. Die zuvor festgelegten Regeln werden in Algorithmen definiert, die dann Millionen von Datenpunkten abarbeiten können, um Anlageentscheidungen für ein Portfolio zu treffen“, erklärt Lawler. Ein erfahrenes Expertenteam für quantitative Strategien überprüft und überwacht die Algorithmen und Analysen dabei genau. Das Ziel ist es, positive absolute Renditen zu erzielen, die eine geringe Korrelation mit traditionellen Anlageklassen oder anderen Anlagestilen aufweisen. Zudem bringe das systematische Investieren immer wieder neue Innovationen hervor. „Zum Beispiel wird nun durch Fortschritte bei der natürlichen Sprachverarbeitung die Auswertung geschriebener und gesprochener Wörter im Rahmen systematischer Anlageentscheidungen möglich“, so Lawler.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

With the German election over, it’s time to focus on Europe’s growth opportunities

With Angela Merkel set for a fourth term as Chancellor, we think the market’s focus should return to Europe’s strengthening economy, says Rory Bateman, Head of UK & European Equities at Schroders.

As expected, Angela Merkel has emerged as the victor in the German elections with her centre-right CDU/CSU bloc winning 33% of Sunday’s vote. The centre-left SPD took 20.5% and has said it will go into opposition. The dominant parties in Germany remain pro-EU although the far-right AfD won a higher-than-expected 12.6% of the vote.

Negotiations over the formation of a governing coalition will now take place and these may take some time. (For further information on possible coalition partners, please see the comment at the end of this piece from Azad Zangana, Senior European Economist & Strategist).

While Merkel is set to remain as Chancellor, her CDU/CSU bloc won a smaller share of the vote than expected. Nonetheless, Merkel played the election campaign well, having regained the impression of offering calm and controlled leadership. Internationally she continues to be seen as a “safe pair of hands”.

Strong euro a risk for Germany

Of concern for Germany is the recent strength of the euro, given the country’s export-led economy. The election result has seen a slight dip in the euro but this may prove short-lived. In the longer-term, the European Central Bank (ECB) will be keen not to taper quantitative easing too quickly so as to avoid further upward pressure on the currency. Meanwhile, ECB president Mario Draghi is talking down the risks of inflation in 2018.

Is further EU integration likely?

With elections over in both France and Germany, it had been hoped that a stronger alliance between the two could provide a boost to EU cohesion after the UK’s damaging decision to leave. 

For example, there could be further strides towards a full banking union or a eurozone deposit protection scheme. On the fiscal side, Merkel has already proposed a “eurozone fiscal facility” which provides preferential loans and guarantees for those countries willing to adopt reformist agendas.

However, achieving deep European reforms looks likely to be a complex process given the uncertainty over the formation of a governing coalition in Germany.

Europe’s economy is recovering

After Emmanuel Macron’s victory in the French elections earlier this year, there continues to be hope that he can enact much-needed structural reforms. These include improving labour market flexibility, decreasing union power and reducing employment overheads. A more dynamic French economy would of course be beneficial for Germany and the wider EU.

Overall though, the European economy is recovering nicely. We see scope for further gains for European equities, driven by ongoing low interest rates and improving corporate profit margins. In fact, we believe investors could potentially see a market appreciation of up to 30% from current levels on a three-year view.

Lower rates imply higher stockmarket valuations

Although the European economy is performing well, and other major economies are doing likewise, this is not translating into higher inflation. As a result, there is little pressure on the ECB or other major central banks to raise interest rates.

In our view, this means interest rates should normalise at a lower level than we have seen in the past. History tells us that as interest rates decline, the valuation placed on the market increases. Therefore, if interest rates normalise at a lower level than has previously been the case, then this implies that the market valuation should be correspondingly higher.

Profit margins playing catch-up

Since the global financial crisis, corporate profit margins in Europe have lagged behind those of the US. The eurozone crisis of 2011-12 seriously impacted corporate profitability. It has taken a substantial amount of time for capacity utilisation in the economy to improve and for unemployment to come down.

However, European corporate profit margins are now improving. We think this is the start of a multi-year process where European profit margins will eventually return to levels similar to their US counterparts. This would be consistent with the experience of the 2000s and could be another driver of stockmarket gains.

What are Merkel’s coalition options?

Azad Zangana, Senior European Economist & Strategist, says:

Angela Merkel’s CDU/CSU party must now decide who to work with in forming a government. The SPD has ruled out forming another coalition, leaving a “Jamaica” coalition with the FDP and Greens as the only possible majority government.

The FDP is the CDU/CSU parties’ preferred coalition partners given their pro-business liberal stance. This combination was in government before the last election and worked well together. However, it was the FDP’s hawkish stance on helping Greece and other peripheral governments which held up bailouts during the European sovereign debt crisis. While this coalition could be better for German businesses, it may be less likely to be positive for European integration.

It is worth noting that the Greens and FDP do not agree on environmental issues, so this would be a challenge the CDU/CSU would have to manage. We would expect the Greens to push for a tougher stance on environmental issues, such as diesel cars.

The AfD outperformed expectations. It is expected to be the third largest party, entering the Bundestag for the first time. Although its direct power will be limited, the swing towards the right is a signal that government policy on immigration and the EU may need to change.

Meanwhile, the SPD is likely to relish the opportunity to be in opposition during what will probably be Merkel's last term as Chancellor.

In any case, we should expect negotiations to go on into December, and perhaps even the new year.


This article has first been published on schroders.com.

Wahl in Deutschland: Märkte reagieren nur kurzfristig verunsichert

Die Union von Angela Merkel ist am 24. September mit 33 % – trotz herber Verluste – wie erwartet stärkste Kraft bei der deutschen Bundestagswahl geworden. Die SPD ist auf ein Rekordtief zurückgefallen (20,5 %), die Linke (9,2 %) und die Grünen (8,9 %) gewinnen leicht. Sieger der Wahl sind vor allem die AfD (12,6 %) und die FDP (10,7 %). Die Wahlbeteiligung lag mit 75 % etwas höher als bei der letzten Bundestagswahl 2013 (71,5 %).

Koalitionsverhandlungen könnten sich schwieriger gestalten als erwartet

Die Bildung einer Koalition könnte sich für die CDU/CSU schwierig gestalten. Die SPD hat bereits angekündigt, in Opposition zu gehen. Ein Bündnis der Union mit Grünen und FDP ist daher die wahrscheinlichste Koalitionsvariante. Sollten CDU und CSU ein Regierungsbündnis mit der FDP und den Grünen eingehen, wäre das auf Bundesebene eine Premiere. Zwar gelten die inhaltlichen Differenzen zwischen FDP und Grünen nicht als unüberwindbar, es gibt aber grundlegende unterschiedliche Ansichten etwa bei den Themen Klimaschutz, Steuerverteilung und Verkehrspolitik. Gemeinsamer Nenner sind die bürgerliche Ausrichtung, ein grundsätzlich proeuropäischer Kurs und die politische Gegnerschaft zur AfD. Spekulationen über eine Minderheitenregierung wies Angela Merkel am Wahlabend noch zurück. Sie wünsche sich eine stabile Regierung für Deutschland, es gäbe viele Zukunftsaufgaben zu lösen.

Politische Unsicherheit an den Märkten kurzfristig leicht gestiegen

Der Euro hat auf den Ausgang der Bundestagswahl zunächst (im asiatischen Handel) mit Kursverlusten reagiert – hat inzwischen aber wieder an Wert gewonnen. Für die Börsen ist vor allem das starke Abschneiden der AfD und die massiven Verluste von Union und SPD wenig erfreulich. Die Sorge eines nicht mehr ganz so stabilen Deutschlands steht im Raum – politische Unsicherheiten sind zumindest kurzfristig möglich. Der deutsche Aktienmarkt hat sich zu Börsenbeginn vom Ergebnis der Bundestagswahl nur wenig beeindrucken lassen und ist ebenso wie andere europäische Aktienmärkte ohne nennenswerte (negative) Ausschläge in den Tag gestartet. Generell reagieren die Börsen auf politische Ereignisse in der Regel nur sehr kurzfristig und erholen sich meist wieder rasch von etwaigen Ausschlägen.

Die Portfolios von Raiffeisen Capital Management: Business as usual

Das Aktienteam für entwickelte Märkte profitiert seit Jahresbeginn von der positiven Entwicklung an den europäischen Aktienmärkten. Der Blick auf die Unternehmensgewinne zeigt (trotz negativer Revisionen in den letzten Wochen) in Summe ein sehr erfreuliches Bild. Die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2017 sind deutlich positiv und wurden seit Jahresbeginn spürbar angehoben.

Als langfristig orientierter Value-Investor betrachten wir kurze negative Ausschläge an den Börsen aufgrund politischer Ereignisse nicht als unmittelbaren Handlungsbedarf. Wir ziehen vor allem die solide Unternehmensführung und den Preis in die Bewertung mit ein. Etwaige Korrekturen nützen wir für weitere Zukäufe.

Auf den Anleihemärkten wurde das Ergebnis der Wahl mit Gelassenheit aufgenommen. Dies hat vermutlich damit zu tun, dass das nun wahrscheinlichste Szenario – eine sogenannte „Jamaika-Koalition“ – schon vor den Wahlen als realistische Möglichkeit diskutiert wurde. Bundrenditen zeigten sich de facto unverändert, während Peripherieanleihen leicht schwächer eröffneten. Mittelfristig könnten die Risikoprämien von Peripherieanleihen auch deshalb leicht ansteigen, weil eine weniger stark europaorientierte Regierung den Ausstieg aus dem Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht erleichtern dürfte. Die sollte auch dem zuletzt sehr starken Euro etwas Wind aus den Segeln nehmen.

US Notenbank wird ab Oktober den Anleihenbestand abbauen

Die wichtigste Zentralbank der Welt, die Federal Reserve der USA, hat im Rahmen der geldpolitischen Sitzung am 20. September eine historische Entscheidung bekannt gegeben: Die durch das Anleiheankaufsprogramm stark gewachsene Zentralbankbilanz wird ab Oktober langsam reduziert. Das ist generell ein gutes Zeichen. Denn diese Entscheidung kann als ein weiteres Zeichen für die Normalisierung des volkswirtschaftlichen Umfelds gedeutet werden.

Zentralbankbilanz bis 2014 auf 4500 Milliarden US-Dollar gewachsen

Vor der Großen Rezession Anfang 2007 betrug die Zentralbankbilanz noch knapp US-Dollar 900 Milliarden US-Dollar. Ab dem dritten Quartal 2008 bis zum dritten Quartal 2014 wurde immens viel Liquidität in den Markt gepumpt. Diese Maßnahme war wahrscheinlich ausschlaggebend dafür, dass die USA und die Weltwirtschaft ein Abgleiten in eine Depression und Deflation vermeiden konnten. Seit Anfang 2015 verharrt die Zentralbankbilanz bei beachtlichen 4500 Milliarden US-Dollar. Mit dem Fortschreiten der wirtschaftlichen Erholung war eine weitere Ausweitung nicht mehr nötig. Ab dem kommenden Oktober wird sie nun graduell reduziert. Genauer: In einem ersten Schritt werden die auslaufenden Anleihen und Kuponzahlungen bis zu einer Obergrenze von 10 Milliarden US-Dollar nicht mehr reinvestiert. Das wirtschaftliche Umfeld wird also als selbst tragend genug eingeschätzt, um eine graduelle Reduktion der Zentralbankbilanz zu verkraften.

Anhebungen des Leitzinssatzes angepeilt

Die Bandbreite für den Leitzinssatz wurde unverändert bei 1-1,25 Prozent belassen. Mit der für Juli veröffentlichten Kernrate für die persönlichen Konsumausgaben von 1,4 Prozent im Jahresabstand ergibt sich ein realer Leitzinssatz von minus 0,28 Prozent. Das entspricht ungefähr dem von Fed-Ökonomen geschätzten realen neutralen Zinssatz von minus 0,22 Prozent. „Neutral“ bedeutet in diesem Zusammenhang weder eine unterstützende noch eine dämpfende Wirkung auf die Wirtschaft. Die Prognosen der Fed schlagen einen graduellen Anstieg der Inflation auf 2 Prozent bis 2019 vor. Das würde theoretisch zweieinhalb Leitzinsanhebungen auf 1,8% erforderlich machen, damit der reale Leitzinssatz unverändert bleibt. Tatsächlich ist die Fed noch optimistischer: Für Ende 2017 wird nach wie vor ein Wert von 1,4 Prozent (eine Zinsanhebung), für Ende 2018 bereits ein Wert von 2,1 Prozent (drei weitere Anhebungen) angegeben. Dahinter steckt die implizite Annahme, dass auch der neutrale Leitzinssatz etwas ansteigen wird (von aktuell minus 0,22 auf 0 Prozent im nächsten Jahr).

Die „Key Facts“ der Notenbank-Politik

  • Das US-Wirtschaftswachstum wird immer selbst tragender und nachhaltiger. Gemäß den Fed-Prognosen wird eine Abschwächung von heuer 2,4 Prozent auf das geschätzte Potenzialwachstun von 1,8 Prozent im Jahr 2020 erfolgen.
  • Anstieg der aktuell niedrigen Inflation in Richtung Zentralbankziel (2 Prozent) bis 2019.
  • Reduktion der Zentralbankbilanz.
  • Anstieg des neutralen Leitzinssatzes auf langfristig 2,8 Prozent (realer neutraler Zinssatz: 0,8 Prozent).
  • Leitzinsanhebungen im Einklang mit der wirtschaftlichen Verbesserung auf langfristig gesehen das neutrale Leitzinsniveau: Das Ausmaß wird bestimmt a) vom veranschlagten Anstieg der Inflation und b) von der impliziten Annahme für einen Anstieg des neutralen Leitzinssatzes.

Dieses Szenario ist allgemein positiv für Aktien und nachteilig für kreditsichere Staatsanleihen. Nachsatz: in den kommenden Monaten werden einige Fed-Mitglieder inklusive Chairwoman Yelllen neu besetzt. Das könnte das beschriebene Szenario natürlich umstoßen.


Gerhard Winzer
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Augenscheinlich hat Mexiko den Kampf gegen die Inflation gewonnen

von Anjeza Kadilli, Volkswirtin (links), und David Chatterjee, Senior Portfoliomanager bei Pictet Asset Management.

2016 erreichte die Inflation nach einer vorübergehenden Währungsabwertung ihren Höhepunkt. Unserer Ansicht nach wird sie nun im Verlauf des kommenden Jahres rasch sinken, hauptsächlich, weil die Zentralbank präventiv aggressive Maßnahmen ergriffen und die Zinsen erhöht hat.

CPI inflation, policy rate and inflation target range

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Daten per August 2017.

Wachstum wird sich vermutlich 2018 beschleunigen

Der Wahl Donald Trumps im November 2016 zum Trotz hat die mexikanische Wirtschaft sich als robuster herausgestellt als erwartet und die USA hinter sich gelassen. Der Inlandskonsum lieferte dabei wichtige Impulse, gestützt durch gute Arbeitsmarktbedingungen, hohe Überweisungen aus den USA und eine Erholung beim Konsumentenvertrauen.

Für 2017 wird ein Wachstum von 2,0% prognostiziert, mit leichter Beschleunigung im nächsten Jahr.

Mexican real GDP growth and potential, US GDP growth

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Mexican and US GDP growth data to Q2 2017; Mexican potential growth data to Q4 2017. *Mixed forecasting: non-accelerating inflation growth of output, HP filtering, working-age population.

Stetige Verbesserung der Fundamentaldaten des Landes

Die Behörden haben beim Versuch, das Defizit zu senken und die Staatsverschuldung zu begrenzen, gute Erfolge erzielt. Beispielsweise sind von der  Restrukturierung der staatseigenen Ölgesellschaft  Pemex im letzten Jahr Einsparungen in Höhe von 0,5% des BIP zu erwarten. Die Anstrengungen führten zu einem Upgrade auf „stabiler Ausblick“ durch die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch.

Wie in der Grafik ‘Reformbereitschaft der Schwellenländer’ unserer Juliausgabe dargestellt, hat Mexiko 2015 80% der OECD Empfehlungen umgesetzt und 2016 40% und weist damit noch immer mit die höchsten Werte für Schwellenländer auf.

Mexico’s Fiscal BAlance (% GDP)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Daten per Q2 2017.

Die Ansicht unseres Teams für Schwellenländeraktien:
Der mexikanische Aktienmarkt zeigt sich widerstandsfähig

Nach der US-Wahl stürzten mexikanische Aktien innerhalb von zwei Wochen um 20% ab. Seither hat der Markt sich um ca. 35% erholt, nachdem einige der extremen Befürchtungen bezüglich Trumps Einfluss auf die Beziehungen zwischen den beiden Länder nachgelassen hatten.

Bouncing back: Mexico post November 2016 US elections

Quelle: Bloomberg, Daten per 04/09/2017

Unserer Ansicht nach ist der Bankensektor wegen seiner geringen Kreditrate attraktiv

Während wir die politische Entwicklung ganz genau beobachten, sind wir aus bottom up-Sicht in Mexiko übergewichtet, mit Schwerpunkt auf dem Bankensektor. Mexiko ragt hier heraus, da seine Kreditrate im Vergleich zu den wichtigsten EM-Märkten sehr niedrig ist.

Credit penetration in Mexico

Source: JP Morgan, INEGI, CNVB (Mexican data includes SOFOMES owned by banks). Data to end of 2016. 


Außerdem befasst sich unser aktueller EM Monitor mit den üblichen Grafiken und Datentrends, mit denen wir die Entwicklung am Schwellenländermarkt illustrieren. Zum kompletten EM Monitor.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

A short-term pull-back in industrial metals likely to open new entry points

Industrial metal prices have staged a strong rally as tightening supplies support fundamentals. Given the long lead times in exploration and development of mines, even though capital expenditure may soon start to increase, we expect supplies to remain tight and the market is unlikely to achieve balance in the short term, says Nitesh Shah, Commodity Strategist, at ETF Securities.

However, there are threats to the current rally as strong momentum could give way to a pull-back in prices. Historically periods in which trading volumes in China have risen sharply have been followed by a correction. These pull-backs are usually an opportunity to shake out momentum trades and allow the market to focus on fundamentals rather than a sustained downturn.

Recovering losses

Industrial metals are staging a strong rally. Year to date, the Bloomberg Industrial Metals sub-index for example has risen 17%. Industrial metal prices last peaked in 2011 and since lost 60% by the time it hit a trough in 20161. About 34% of those losses have recovered so far in the rally that started in 2016. While zinc is currently trading higher than it was in 2011, all other metals still have not recovered to their prior levels.

Metals in a supply deficit

The demand for zinc, copper and nickel is expected to be higher than supply. These metals have gone through back-to- back years of supply deficits. Copper has been in a supply deficit for the past seven years and by 2018, the metal will have recorded nine consecutive years of stock withdrawals if the International Copper Study Group’s forecasts are correct. The lead market is broadly balanced. Aluminium could shift into a supply deficit if China follows through with its attempts to cut capacity in winter months to improve the environment.

Increase in production unlikely soon

Since industrial metal prices began to fall in 2011, capital expenditure by miners collapsed. In mid-2017 capital expenditure by the largest 100 mines was 60% lower than in mid-2013. Given the long lag times behind investment and completion of mines, we don’t expect the tightness of mine supply to reverse any time soon.

Added to that, miners are cautious to increase spending as they wait for the price recovery to prove sustainable. Historically we have seen about a year-long lag between a recovery in price and a recovery in capital spending. Given that the rally stalled between February and June this year (before starting again), miners could exercise even more caution in this cycle.

Historically we have found that metal markets begin to move towards a balance two years after miner profit margins hit rock-bottom. Miner margins fell to a low of 2% at the beginning of 2016 and since have recovered to just over 7%. So if we see a repeat of historical patterns, we should see supply begin to improve in late 2018, but it could take years to move back into balance.

Rally sustainabilty

We believe that the tightness in the metals market provides fundamental strength to prices. However, we have observed periodic pull-backs in prices: November - December 2016 and March – June 2017, when metal prices declined close to 10% in each episode. Given the rapid 17% increase in prices since June, are we due another correction?

In November 2016 we saw the price pull-back occur shortly after volumes of trading in Chinese futures increased and subsequently fell. The price volatility was largely driven trading volatility. At the time the Chinese authorities had increased their regulatory grip on the market to stop destabilizing trades from ‘tourist’ investors from influencing the market. Given the rise in trading volumes on the Shanghai Futures Exchange in August, we could be witnessing another episode of herd-like buying that could dissipate very quickly.

We note that, while in the November 2016, pre-7am trading in LME copper surged (indicating increased buying from Asia), this time around, volumes have remained stable. However, pre- 7am LME aluminium volumes have increased alongside SHFE volumes in August.

Indeed, we could be witnessing a broader trend of Asian trading having a wider influence on LME prices. With the exception of copper once again, the share of pre-7am trading in most LME metals has been rising over the past two years.

A pull-back in prices is a likely outcome as momentum trades withdraw. However, as the fundamentals remain strong, we believe that a good entry point will open up as result.

Das Risiko an den Märkten ist nicht größer geworden

von Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Investment Officer bei NN Investment Partners.

Das aktuelle Verhalten der Märkte mag manche Beobachter verwirren, im Grunde hat sich jedoch nichts Neues getan. Die Welt ist voller Unsicherheiten, und wir befassen uns gerne mit den Ursachen dafür. Es ist jedoch kaum möglich, stichhaltige Argumente für die Auffassung zu finden, die Unsicherheit sei derzeit ungewöhnlich hoch. Hurrikane, geopolitische Konflikte, Unklarheit über den politischen Kurs und potenzielle Umwälzungen in der Wirtschaft hat es in praktisch jedem Jahrzehnt seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben.

Trotz Aus der Entwicklung an den Märkten lässt nichts darauf schließen, dass sich in jüngster Zeit viel geändert hat oder wir äußerst unsicheren Zeiten entgegen gehen. Das heißt natürlich nicht, dass keine Unsicherheit vorhanden ist – aber man sollte diese Einschätzung der Märkte auch nicht außer Acht lassen. Zwar haben sie in der Vergangenheit hin und wieder Schocks und Krisen nicht vorausgesehen. Viel häufiger ist es jedoch der Fall, dass erfahrene Marktteilnehmer Alarm schlagen und dann keine Krise eintritt.

Daher lohnt sich der Hinweis, dass im bisherigen Jahresverlauf keine aufsehenerregende Marktentwicklung stattgefunden hat. In den meisten Anlageklassen wurden moderate Renditen erzielt, und die Volatilität nimmt weiter ab. Vielerorts sind die absoluten Bewertungen hoch, gleichzeitig liegen die relativen Risikoprämien jedoch zumeist nahe oder über dem langfristigen Durchschnitt. Nur bei Unternehmensanleihen erscheinen die Spreads gegenüber Staatsanleihen im historischen Vergleich gering.

Anlegerverhalten drückt Marktvolatilität

Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die wichtigsten Marktfaktoren: die Makro-Fundamentaldaten, den politischen Ausblick und das Verhalten der Anleger. Fangen wir mit dem Verhalten der Anleger an. Die steigende Beliebtheit von passiven Anlagen und Algorithmus-basiertem Handel, die ausgeprägten quantitativen Lockerungen und die durch neue Regulierungsvorschriften ausgelösten Kapitalströme in die Rentenmärkte könnten das Verhalten der Anleger so beeinflusst haben, dass es die Marktvolatilität drückt. Kurzfristig dürften zudem die größere Vorsicht und die anhaltend hohen Kassenbestände der aktiven Manager dazu geführt haben, dass eine plötzliche Zunahme oder ein Anhalten von Marktturbulenzen weniger wahrscheinlich geworden ist. 

Fundamentaldaten mit Licht und Schatten

Was die Fundamentaldaten betrifft, so befindet sich die Weltwirtschaft im besten Zustand seit einem Jahrzehnt und die Unternehmensgewinne verzeichnen die stärkste Erholung seit dem Jahr 2009. Allerdings haben in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Hoffnungen auf eine globale Reflation die Märkte getragen. Im laufenden Jahr zeigte sich jedoch allmählich, dass es nach wie vor an Produktivitätssteigerungen und Inflation für eine solche Entwicklung mangelt. Ohne diese Faktoren kann das nominale Wachstum der Weltwirtschaft jedoch nicht über den oberen Rand des Korridors steigen, in dem es sich seit drei Jahren befindet. Für reale, wachstumsorientierte Vermögenswerte wie Aktien wäre dies jedoch erforderlich, damit die Kurse noch weitere ein bis drei Jahre steigen können. In der Zwischenzeit dürften zahlreiche Anleger weiter auf Vermögenswerte setzen, die regelmäßige Erträge oder Renditen erbringen. Angesichts der guten konjunkturellen Situation ist das Risiko von Zahlungsausfällen und Dividendenkürzungen niedrig. Gleichzeitig reicht ein relativ schwaches Wachstum, um die Renditeziele zu erreichen.

Und zudem sinken die Risikoprämien an den Renten- und Aktienmärkten auch deshalb nicht, weil der Inflationsausblick unklar ist und traditionelle Analysemodelle hier nicht mehr richtig tragen. Zumal auch Unsicherheit über den Kurs der Zentralbanken besteht. Darüber hinaus lassen die Märkte die (geo-)politischen Risiken natürlich auch nicht völlig außer Acht. Das Zusammenfallen all dieser Unsicherheiten erklärt weitgehend, warum die Risikoprämien an den Märkten für Staatsanleihen und den Aktienmärkten (im Vergleich zu Anleihen) im historischen Vergleich nicht gering sind.

In gewisser Weise hat sich also an der Situation wenig geändert, wie sie bereits über weite Strecken des Jahres oder sogar noch länger zu beobachten ist. Dennoch lohnt es sich, sich immer darüber im Klaren zu sein, welche Faktoren eine Rolle spielen. Denn so kann man besser verstehen, warum der Markt sich gerade so und nicht anders verhält – und was ihn künftig zu einem Kurswechsel veranlassen könnte. In der derzeitigen Situation halten wir an einer diversifizierten Asset Allokation und einer moderaten Risikobereitschaft fest, denn im jetzigen fundamentalen Umfeld sind die Renditeaussichten für Fixed-Income-Spreadprodukte, Immobilien und Rohstoffe günstiger als für niedriger rentierende Fixed-Income-Produkte. Zudem kann man weiter auf eine überzeugendere Reflation hoffen. Aber um die Risiken, die von eventuellen politischen Schocks ausgehen könnten, in den Hintergrund rücken zu lassen, wären weitere Hinweise auf eine Inflationsbeschleunigung und ein stärkeres Produktivitätswachstum erforderlich. Wir hoffen auf eine Entwicklung der Märkte in diese Richtung.

REITs spielen bei der Suche nach den Perlen in Europas Aktienuniversum eine wichtige Rolle

Die Immobilienmärkte in Europa boomen. Zum einen, weil die Bevölkerungszahlen in vielen europäischen Ländern steigen und damit der Bedarf an Wohnraum – besonders in den Ballungsräumen. Zum anderen führt die gute wirtschaftliche Verfassung in Europa zu einer weiter steigenden gewerblichen Immobiliennachfrage in den Segmenten Einzelhandel, Büro, Industrie und Logistik. Davon profitieren auch Immobiliengesellschaften, deren Portfolios als börsennotierte REITs gelistet sind. „Wir gehen davon aus, dass bei europäischen REITs die Cashflows in den kommenden 2 Jahren im Durchschnitt um 6 Prozent per anno wachsen können. Parallel steigen die Nettoinventarwerte weiter, so dass jährliche Immobilienrenditen zwischen 6 und 7 Prozent zu erwarten sind“, sagt Vincent Bruyère, Senior-Portfoliomanager European Listed Real Estate bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM). Rückenwind kommt derweil von der Zinsseite. „Die Finanzierungskosten für Immobilienunternehmen könnten in den kommenden Jahren nicht nur niedrig bleiben, sondern sogar noch weiter sinken. Somit wird der Abstand zwischen den Immobilienrenditen und den Finanzierungskosten weiterhin attraktiv bleiben“.

Anleger können von der Erfolgstory an den europäischen Immobilienmärkten über aktiv gemanagte Immobilienaktienfonds profitieren, zumal die Bewertungsabschläge auf die Nettoinventarwerte im Wohn-, Einzelhandels- und Bürobereich noch immer beträchtlich sind. So werden zum Beispiel Büroimmobilien im europäischen Durchschnitt mit einem Abschlag von knapp 10 Prozent zum offiziellen Objektwert gehandelt.

„Für Fondsmanager gilt es, die wirklich guten börsennotierten Immobiliengesellschaften vom Mittelmaß zu unterscheiden, denn es ist längst nicht alles Betongold, was glänzt. Vor allem kommt es darauf an, sich das Management der einzelnen Unternehmen anzuschauen, denn es sind die handelnden Personen, die in den meisten Fällen den Unterschied machen“, sagt Bruyère.

Neben diesem Investmentkriterium sind dem Manager des DPAM Capital B Real Estate EMU Dividend bei der Aktienselektion weitere qualitative Merkmale wichtig, wie die Qualität und Diversifikation des Immobilienportfolios sowie die Finanzierungstrukturen. Darüber hinaus müssen quantitative Kennzahlen wie Cashflow- und Dividendenrenditen, Loan to Value (Verhältnis von Krediten zum Marktpreis einer Immobilie) und der Zinsdeckungsgrad stimmen.

Vorzeigebeispiel: Aroundtown

Starke Finanzkennzahlen, eine diversifizierte Schuldenstruktur und die Fähigkeit, bei Transaktionen schnell zu sein, zeichnet Aroundtown aus. Das SDAX-Unternehmen konzentriert sich auf hochqualitative Wohn-, Hotel- und Büroimmobilien in bevölkerungsreichen Regionen in Deutschland und den Niederlanden. Erhebliches Mietsteigerungspotenzial bei den Bestandsobjekten sowohl im Wohn- wie auch gewerblichen Bereich sowie weit unterdurchschnittliche Leerstände lassen weitere Ergebnissteigerungen des Unternehmens in den kommenden Jahren erwarten. Die hohe Cashquote und schnell liquidierbare Assets ermöglichen dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile bei attraktiven Akquisitionen. Die Finanzierungsstruktur ist mit Aktienemissionen, klassischen Anleihen sowie Wandel- und Daueranleihen sehr ausgeglichen.

Europas Immobilienmärkte stecken voller Chancen

Wenngleich das Immobilienaktienuniversum lange nicht so ausgeprägt ist wie in den Vereinigten Staaten, bietet der europäische Kontinent aktiven Stock-Pickern eine große Fülle an Opportunitäten in den verschiedenen Immobiliensegmenten. Dazu zählen in Deutschland neben dem sozialen Wohnungsbau auch Pflegeheime. „Aufgrund des hohen Bedarfs im Zuge steigender Bevölkerungszahlen sowie der demographischen Überalterung gehen wir davon aus, dass die Nachfrage das Angebot dauerhaft übersteigen wird. Außerdem ist bei diesen Immobilien die Visibilität der Cashflows besonders stark“, sagt Vincent Bruyère. Aussichtsreich hält der Experte auch Logistikimmobilien in Deutschland und Frankreich. Insbesondere der starke Boom im Onlinehandel treibt die Nachfrage in diesem Segment. Anfangsrenditen bezogen auf die Anschaffungskosten zwischen 7 und 8 Prozent seien bei guten Logistikobjekten realistisch. VIB Vermögen ist nach Ansicht von Bruyère das derzeit attraktivste von insgesamt nur vier börsengelisteten Logistikimmobilienunter-nehmen in Europa.

Bei Immobilienaktien aus dem Einzelhandelssegment kommt es dem DPAM-Fondsmanager vor allem auf eines an: Top-Qualität. „Durch den wachsenden E-Commerce haben B-Qualitäten bereits Probleme. Wir bevorzugen deshalb die absoluten Top-Player in Europa“, sagt er. Dazu zählt Bruyère die beiden französischen Shopping Center-Riesen Klépierre und Unibail-Rodamco. Letzterer vereint die 70 größten und besten europäischen Konsumgütertempel unter seinem Unternehmensdach. Beide Gesellschaften agieren global mit dem Ziel, den Konsumenten wahre Shopping-Erlebnisse zu vermitteln.

Immobilienaktien-Perlen finden sich auch in Spanien. Das Land lässt gerade die wirtschaftliche Krise hinter sich. Besonders Büroimmobilien in den Metropolregionen Barcelona und Madrid profitieren davon. Eine dieser Erfolgstories ist Axiare. Das Unternehmen wurde erst nach der letzten großen Krise gegründet und versteht es, insbesondere im Rahmen von Off-Market-Deals günstige Immobilien zu erwerben, die nach teilweiser Sanierung und einer gewissen Haltedauer mit hohen Gewinnen weiterveräußert werden.

Zum britischen Immobilienmarkt äußert sich Vincent Bruyère folgendermaßen: „Von Unternehmen, die im Londoner Büromarkt investiert sind, lassen wir derzeit die Finger. Mieten und Bewertungen sind dort weiter auf Talfahrt. Attraktiv sind jedoch Logistikimmobilien und Studentenwohnheime sowie Einzelhandelsobjekte, sofern sie in der Peripherie und nicht in den großen Zentren angesiedelt sind.“

Über Degroof Petercam
Degroof Petercam Asset Management (DPAM), mit Hauptsitz in Brüssel, ist eine in den Benelux-Ländern führende unabhängige Asset Management-Gesellschaft mit langjähriger Marktreputation in Long Only- Anlagekonzepten sowie spezialisierten Asset Management-Lösungen. Neben aktiv gemanagten Publikumsfonds verwaltet DPAM Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Investoren in ganz Europa und stellt seine Expertise über ein breites Netzwerk von über 400 Vertriebspartnern zur Verfügung. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot von DPAM richtet sich vornehmlich an öffentliche und betriebliche Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, private Banken sowie gemeinnützige Organisationen. Aktuell verwaltet DPAM ein Vermögen von über 37 Milliarden Euro.

Homogeneous sector and style performance in August makes it difficult to outperform

Over a 12-month-rolling period, 37% of US managers and 49% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. Only 30% of Europe managers could beat their benchmarks net of fees.

Europe managers underperformed their indices in August. Only 36% outperformed their benchmarks net of fees. In the US, only 26% of the managers outperformed their respective indices net of fees. 54% of emerging market managers were able to beat their benchmarks.

European sectors developed very homogeneously in August. This applies also to different market capitalisations and styles. The difference in performance between the best sector and the worst sector was just 1%. In such an environment it is very difficult for active managers to outperform. In the US, the performance differences were more heterogeneous as the energy sector showed a minus of more than 5% and utilities increased more than 2%. In addition to that, small caps underperformed large caps. As many of the active funds have an overweight exposure in this market cap area, the underperformance can be partly explained by this factor.

Please find the full fundinfo Research News for September 2017 including a summary of manager meetings attached on the left.

Szenarien für die Wirtschaftsentwicklung 2018

Das dritte Quartal neigt sich dem Ende zu. Traditionell beginnt damit die Formulierung einer Strategie für das nächste Jahr. Ein wichtiger Teil davon ist die Erstellung von Szenarien. Ausgehend vom aktuellen Umfeld skizziert Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management, drei weitere Szenarien.

Szenario 1 – „Goldilocks“

Das aktuelle Umfeld ist günstig für viele Wertpapierklassen. Das reale globale Wirtschaftswachstum ist kräftig und breit abgestützt. Vom ersten auf das zweite Quartal ist die Weltwirtschaft mit 3,8 Prozent auf das Jahr hochgerechnet gewachsen (Quelle: Erste AM).  Dieser Wert liegt um mehr als einen Prozentpunkt über dem langfristig zu erwartenden Wert, dem Potential, und befindet sich am oberen Ende der Bandbreite des Quartalswachstums seit dem Jahr 2010. Die Vorlaufindikatoren für das dritte Quartal schlagen nur eine moderate Verlangsamung auf rund 3 Prozent vor (Quelle: Erste AM).

Gleichzeitig ist die Inflation niedrig. In vielen Teilen der Welt befindet sich die Konsumentenpreisinflation unter dem jeweiligen Ziel der Zentralbank. Im Einklang damit ist die Politik der Zentralbanken sehr unterstützend. Die Leitzinsen sind niedrig, die Liquidität der großen Zentralbanken wird heuer um mehr als US-Dollar 1000 Milliarden gewachsen sein und die Signale der Zentralbankmitglieder hinsichtlich der zukünftigen geldpolitischen Ausrichtung deuten auf ein vorsichtiges Vorgehen hin.

Es gibt einen Pferdefuß: Dieses günstige Umfeld wird bereits in den Preisen der Wertpapierklassen reflektiert.

Die Bewertungen sind erhöht. Definitionsgemäß ist „Goldilocks“ das Beste aller denkbaren Szenarien. Diesem Umfeld wird eine subjektive Wahrscheinlichkeit von 30% zugewiesen. 

In weiterer Folge soll ein Abriss von Szenarien vorgestellt werden, die dieses sehr günstige Umfeld für den Finanzmarkt umstoßen können. Die dafür veranschlagten Wahrscheinlichkeiten sind von am wahrscheinlichsten bis wenig wahrscheinlich gereiht.

Szenario 2 – Normalisierung

Das tiefe Zinsniveau führt vor Augen, dass die Erholung von der Großen Rezession der Jahre 2008/2009 noch nicht in jedem Bereich abgeschlossen ist. Im Szenario „Normalisieren“ streben die wichtigen volkswirtschaftlichen Kenngrößen Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinsniveau auf mittlere bis lange Sicht (mehrere Jahre) die jeweiligen wichtigen Referenzgrößen

  • Potenzialwachstum (Welt: 2,7 Prozent),
  • Inflationsziel der Zentralbank (rund 2 Prozent in vielen Industriestaaten) und
  • neutrales Zinsniveau (rund 2 Prozent in den USA, rund 1,5 Prozent in der Eurozone) an.

Zusatz: Auch die Anleiheankaufsprogramme der Zentralbanken laufen aus und werden zurückgeführt; beides in einer vorsichtigen Weise. Gegenüber dem Szenario „Goldilocks“ verändern sich die Werte in einer nicht dramatischen Weise. Hier wird eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent veranschlagt. Dieses Umfeld ist für Aktien positiv und für kreditsichere Anleihen nachteilig.

Szenario 3 – Stagflation

Im Unterschied zum Szenario „Normalisierung“ verändern sich die wichtigen volkswirtschaftlichen Indikatoren ausgeprägter. Das Wirtschaftswachstum schwächt sich deutlich auf ein Niveau unter das Potenzial ab. Mitunter wird dafür auch der Begriff „Wachstumsrezession“ verwendet. Das verflixte an der Beziehung zwischen Wachstum und Inflation ist der nicht lineare und träge Charakter. Lange Zeit scheint es keinen Zusammenhang zu geben. Die Inflation bleibt niedrig, obwohl die Wirtschaft boomt. Erst wenn sich das Wachstum bereits abzuschwächen beginnt, steigt die Inflation. Die Inflationsraten steigen auf über das jeweilige Zentralbankziel an. Das zwingt die Zentralbanken auf die Bremse zu treten, sprich: die Leitzinsen werden auf über das neutrale Leitzinsniveau angehoben. Dieses Szenario tritt mit subjektiven Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent ein und ist natürlich nachteilig für die meisten Wertpapierklassen mit der Ausnahme von Cash.

Szenario 4 – Schock

Der Name lässt bereits vermuten, dass in diesem Szenario ein negatives Ereignis mit einer geringen Wahrscheinlichkeit (10 Prozent) aber einer hohen Auswirkung eintritt. Etwas konkreter betrifft das alle Ereignisse die einen sogenannten Deflationsschock (Schock für anhaltend fallende Preise und Löhne) darstellen. Die Inflationsraten sind in vielen Teilen der Welt niedrig. Der Abstand zur Nulllinie, die die Grenze zwischen Inflation und Deflation darstellt, ist damit gering. Zudem gibt es Hinweise dafür, dass die langfristigen Inflationserwartungen der Konsumenten, der Marktteilnehmer und der Volkswirte bereits jetzt nach unten tendieren. Aber auch die Leitzinsen sind sehr niedrig. Der Abstand zu jenem Niveau, ab dem die Leitzinsen nicht mehr gesenkt werden können, ist gering. Die Zentralbanken können also nicht mehr viel tun, um ein negatives Ereignis aufzufangen. Die jeweiligen Regierungen springen erfahrungsgemäß erst mit einer Zeitverzögerung ein und weiten die Budgetdefizite aus um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Zentralbanken helfen, indem sie neue Wertpapierankaufsprogramme installieren. Dieses Umfeld ist positiv für kreditsichere Staatsanleihen und nachteilig für Aktien. Welche Ereignisse könnten zu einem solchen negativen Umfeld führen? Blickt man auf die volkswirtschaftliche Großwetterkarte, sticht vor allem der kräftig gewachsen Kreditbestand in China hervor. Dieser könnte – wie schon öfter in der Vergangenheit in anderen Ländern geschehen (USA, Spanien, Irland vor zehn Jahren) – unter dem eigenen Gewicht zusammen brechen.

Inflation ist der Schlüssel

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent bleibt das Umfeld für die Finanzmärkte sehr günstig („Goldilocks“: 30 Prozent plus „Normalisierung“: 40 Prozent). Das realistische nachteilige Szenario „Stagflation“ hat eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent. Im eindeutig negativen Szenario mit einer niedrigen Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent findet ein Deflationsschock statt. Es fällt auf, dass mit der Entwicklung des volkswirtschaftlichen Indikators Inflation ein Gutteil der insgesamt vier Szenarien beschrieben werden kann:

  1. Goldilocks: niedrige Inflation
  2. Normalisierung: Anstieg der Inflation in Richtung Zentralbankziel
  3. Stagflation: Anstieg der Inflation auf über das Zentralbankziel
  4. Schock: Negative Inflation

Die erste Erkenntnis für die Strategiebildung 2018: der Einschätzung für die Inflation kommt eine kritische Bedeutung zu.


Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Gerhard Winzer
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Industriemetalle: Kursgewinne führen zu Mittelabflüssen

Nach den auf Gewinnmitnahmen beruhenden hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Bei Industriemetallen kam es erneut zu Abflüssen, die sich in der letzten Woche auf 118 Mio. USD und im gesamten Monat auf 272 Mio. USD beliefen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Landwirtschafts-ETPs zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren.

Nach den auf Gewinnmitnahmen beruhenden hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle (A0N62H) in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Hauptnutznießer waren die Silber-ETPs (A0N62F), in die 25 Mio. USD flossen.  Da die Gold-Silber-Ratio derzeit 75 beträgt, liegt die Vermutung nahe, dass Silber immer noch attraktiver als Gold bewertet ist. Außerdem ist die CFTC-Zahlen zufolge bisher überkaufte Silber-Position nun zum langfristigen Durchschnitt zurückgekehrt. Aus makroökonomischer Sicht fielen die jüngsten Daten uneinheitlich aus, wobei die Erwartungen im Allgemeinen verfehlt wurden. Dass die Fed die Zinsen in dieser Woche anheben könnte, wird praktisch nicht erwartet, wenngleich die Erwartungen für eine Zinsanhebung im Dezember nun auf 50 Prozent gestiegen sind, da man die Delle für vorübergehend ansieht. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Fed ihre Strategie der „gemäßigten Straffung“ weiterverfolgen und in diesem Jahr nur noch einmal die Zinsen anheben wird, da sie die Konjunktur am liebsten mit Hilfe negativer Realzinsen stützen würde“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Die im Zuge von Hurrikan Irma erwartete Angebotsverknappung führte bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) zu Abflüssen in Höhe von 15 Mio. USD – und bei Energie-ETPs mit einer höheren Gewichtung von Benzin zu Zuflüssen in Höhe von 19 Mio. USD. Hurrikan Katrina hatte aufgrund der Raffinerieausfälle eine Benzinverknappung und damit eine kurzlebige Erholung der Benzinpreise zur Folge. Das jüngste Stimmungshoch auf dem Rohölmarkt ist wahrscheinlich eine Folge der Prognose der internationalen Energiebehörde, die in der letzten Woche die erwartete Rohölnachfrage aufgrund des geschwächten US-Dollar für 2017 nach oben korrigierte. „Die vermutete konsequentere Einhaltung der OPEC-Fördergrenzen kam den Preisen ebenso zugute“, so Hein.

Bei Industriemetallen (A0SVX7) kam es erneut zu Abflüssen, die sich in der letzten Woche auf 118 Mio. USD und im gesamten Monat auf 272 Mio. USD beliefen. Anfang September standen die Industriemetalle gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent und gegenüber dem Jahresanfang um 22 Prozent höher. Seither kommt es zu Verkäufen, die unseres Erachtens auf Gewinnmitnahmen beruhen. Obwohl die Investitionen bald wieder anziehen werden, rechnen wir in Anbetracht der langen Vorlaufzeiten bei der Erkundung und Entwicklung von Minen damit, dass das Angebot knapp bleiben und der Markt kurzfristig nicht ins Gleichgewicht zurückfinden wird. Dennoch ist die aktuelle Rally bedroht, da das starke Momentum in einen Preisverfall übergehen könnte. In der Vergangenheit folgte auf Phasen, in denen die Handelsvolumina Chinas steil anstiegen, stets eine Korrektur. „Bei solchen Kursrückgängen handelte es sich aber gewöhnlich nicht um einen nachhaltigen Abschwung, sondern um eine Chance, die Trendfolger aus dem Markt zu drängen und den Blick wieder auf die fundamentale Situation zu richten“, erläutert Hein.

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren und unter den Subsektoren des Rohstoffbereichs am höchsten ausfallen. „Auch wenn aus North Dakota und Russland gemeldet wird, dass die Weizenernte äußerst ertragreich ausfällt, wurden Weizen- und andere Landwirtschafts-ETPs gekauft – nach unserer Überzeugung eine Folge der Preisschwäche, aber auch der NOAA-Prognose, dass die Wahrscheinlichkeit einer La-Niña-Wetterlage zunimmt“, sagt Hein.

Gold is under-owned by investors… for now

There could be a great rebalancing from passive ETFs and other traditional investments back towards gold, which would boost demand for gold and gold-related equities for years to come, show Mark Lacey, Equities Fund Manager, and James Luke, Metals Fund Manager, at Schroders.

In our article last month “Market complacency could bolster case for gold” we discussed one of the reasons we think gold has entered a new bull market.

Given the recent pick-up in both gold and gold equity prices, this month we wanted to stress that gold as an asset class remains extremely under-owned. The positive investment cycle in this asset class potentially has many years to run.

What do we mean by under-owned?

Despite having a solid track record as a currency of last resort in times of uncertainty, and despite the current global environment being arguably more uncertain than any point since the second world war, current gold ETF holdings as a percentage of global ETF assets are tiny.

An ETF (short for exchange traded fund) is a security that tracks an index. As chart 1 below shows, in 2012 gold was relatively well-owned, with gold ETFs over 10% of all ETF assets (including equities, bonds etc).

Since then ETFs have expanded across asset classes while we have seen strong bull markets in bonds and equities. At the same time, and partly as a result, gold ETF holdings have fallen from over 85 million ounces in 2012 to around 68 million ounces (in August). Gold ETFs as a percentage of all ETF assets are now closer to 2%.

For gold, in a world still awash in liquidity and with financial asset values very high, this is positive.

We are not suggesting that ETF holdings in gold are not increasing; we have already seen total ETF holdings of gold increase by 32% in 2016 and by a further 8% year-to-date 2017.

What we are saying is that around $15 trillion of liquidity has been injected into global financial markets from central banks since 2008. So, when investors start meaningfully allocating to gold again, gold ETF holdings have the potential to grow at significantly higher rates than we saw during the 2004 to 2012 period.

Gold equities

Now, if we look at gold equities, we see a similar picture (see chart 2). The current weighting of North American gold equities in the S&P500 and TSX has fallen to just 0.6% after reaching a peak of over 2% in 2012.

To put this low weighting in perspective, the entire North American (US & Canadian) gold producers have a combined market cap of less than $150 billion. This is tiny and highlights the scarcity value of gold equities if a bull market in gold gets going. Essentially, this extremely low weighting reflects investors’ current low positioning around gold and gold equities, as well as the very high valuations of other more mainstream sub-sectors.

This relatively low weighting surprises us given increasing geo-political risk, increasing risk of inflation and therefore negative real rates. Also, given that the majority of the companies we invest in have improving fundamentals and are trading at the lower end of their historical valuation range.

Relative to gold, we believe gold equities still look cheap and we would stress that our equity holdings are currently discounting gold prices of less than $1,200/oz, at a time when the actual gold price is $1327 (as at 12 September).


This article has first been published on schroders.com.

Aktien europäischer Banken im Aufwind

von Tamas Menyhart, Aktien-Fondsmanager der Erste Asset Management.

Nach einer jahrelangen Durststrecke haben europäische Bankaktien heuer eine solide Wertentwicklung an den Tag gelegt. Der Stoxx 600 Banken-Index, der die 45 größten europäischen Banken beinhaltet, konnte seit Jahresbeginn bis Ende August ca. sechs Prozent zulegen.1 Damit haben sich europäische Banken besser geschlagen als europäische Aktien insgesamt (um 2,6 Prozent, bezogen auf den Stoxx 6001) als auch US-Banken-Aktien (um 4,7 Prozent bezogen auf den KBW Bank-Index1).

Wir glauben, dass der europäische Bankenindex auch im zweiten Halbjahr seine Stärke gegenüber europäischen Aktien und US-Banken behaupten wird. 

Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Index zu. 
Seit Jahresbeginn haben sich Aktien europäischer Banken stärker entwickelt als US-Bankaktien und Aktien anderer europäischer Branchen.
Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Index zu.
In den letzten fünf Jahren waren hingegen US-Bankaktien die klaren Gewinner.

Gründe für den guten Lauf europäischer Bankaktien

Die unterschiedliche Entwicklung des Bankensektors auf den zwei Seiten des Atlantiks hat mehrere Ursachen:

Da wäre einmal der Basiseffekt: Der starke Aufschwung der europäischen Banken seit Jahresbeginn ist darauf zurückzuführen, dass die Ausgangsbasis eine niedrigere war. Nimmt man als Basis für den Kursanstieg den Tag nach der Brexit-Entscheidung (24. Juni 2016), so sind zunächst US-amerikanische Banken besser gelaufen als europäische. Dies hat damit zu tun, dass europäische Bankaktien negativer von dem Brexit betroffen waren. Umgekehrt konnten US-Banken nach dem Wahlsieg Trumps im November 2016 von den gestiegenen Wachstums- und Inflationserwartungen profitieren.

Einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die gute Performance hatte die Entwicklung der Anleihenrenditen, die dieses Jahr besonders politischen Ereignissen getrieben wurden. Höhere Renditen wirken sich positiv auf die Banken aus, da die Erträge aus der Zinsmarge – eine der Haupteinkommensquellen für Banken – steigt.

Vertrauen in gemeinsames Europa

2017 hat sich das politische Klima in Europa deutlich besser entwickelt als in den USA. Das größte politische Risiko für Europa stellte die Präsidentschaftswahl in Frankreich dar. Der Wahlsieg Macrons ließ vorhandene Ängste vor einer Stärkung populistischer Strömungen in den Hintergrund rücken. Auch die Wahl in den Niederlanden, sowie Fortschritte im italienischen Bankensektor verbesserten das politische Umfeld.

US-Markteuphorie über Trump „verflogen“

In den USA nahm die anfängliche Euphorie der Investoren nach Trumps Wahlsieg kontinuierlich ab. Die Vorwürfe in der Russland-Affäre konnten nicht beseitigt werden. Personalveränderungen in der Regierung häuften sich, und die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea spitzen sich immer weiter zu. Auch die Problematik um die Anhebung der Schuldenobergrenze wurde nicht langfristig gelöst. Die neue Deadline wurde nun auf den 15. Dezember hinausgeschoben. Dies alles trug dazu bei, dass die Hoffnung der Investoren in Infrastrukturpläne, Steuerreformen und weniger Regulatorien immer weiter zurückging.

Dieser Vertrauensverlust ist besonders an den Entwicklungen der US-Renditen abzulesen: 10-jährige US-Renditen, die stark vom langfristigen Wachstumsausblick abhängen, fielen seit Jahresanfang um mehr als 32 Basispunkte (100 Basispunkte = 1 Prozent). Von ihrem Jahreshoch im März waren es sogar über 50 Basispunkte (Angaben per 31.8.2017, Quelle: Bloomberg).

In Europa konnte sich die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen dem fallenden Renditentrend – ausgelöst durch zunehmende geopolitische Risiken – in den letzten Wochen zwar nicht entziehen. Ende August stand sie jedoch etwa 10 Basispunkte höher als zu Jahresbeginn.

Der Euro steigt und steigt

Der Euro – beflügelt von der relativ komfortablen politischen Situation in der Eurozone, als auch durch solide Wachstums- und Makrodaten –  konnte in diesem Jahr mehr als 13 Prozent gegen den US-Dollar gewinnen, siehe Grafik (31.8.2017, Quelle: Bloomberg). EZB-Präsident Draghi zeigte sich bislang recht unbesorgt über die stärkere Gemeinschaftswährung und stellte in Aussicht, im Oktober Details hinsichtlich der geplanten Reduzierung des Anleihekaufprogramms der EZB zu verkünden. Diese Ankündigung ließ den Wert des Euro im September weiter steigen.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.
Starkes Comeback des Euro in den letzten Monaten.

Gute Wirtschaftsdaten und Hoffnung auf Renditeanstieg treiben Banken

Solide Wirtschaftsdaten aus der Eurozone sowie das bevorstehende Tapering der EZB (=Reduktion des Volumens der Anleihekäufe), sollten sich positiv in Form eines höheren Zinsausblicks auf europäische Banken auswirken. Weiterhin zu erwartende politische Spannungen in den USA – vor allem Nordkorea und die Deadline zur Anhebung der Schuldenobergrenze – sollten unterstützend auf den Euro wirken. Der stärkere Euro ist nicht per se positiv für den europäischen Bankensektor. Banken werden von der stärkeren Gemeinschaftswährung jedoch weniger negativ beeinflusst als exportsensitive europäische Sektoren, die unter dem höheren Euro leiden.

Die genannten Gründe stimmen uns optimistisch, dass europäische Bankaktien den europäischen Gesamtmarkt auch im zweiten Halbjahr schlagen werden. Den größten Schub hat zweifellos die französische Präsidentschaftswahl ausgelöst. Der Aufwärtstrend könnte deswegen schaumgebremster ausfallen als im ersten Halbjahr. Auch gegenüber US-Banken könnten die Europäer abermals die Nase vorn haben, da die politische Unsicherheit sich weiterhin negativ auf US-Zinsen und den US-Dollar auswirken sollte.


1) Quelle: Daten per 31.8 2017, Quelle: Bloomberg

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Bundestagswahl: Diese Sektoren sollten Anleger im Blick behalten

Die Bundestagswahl steht vor der Tür: Am 24. September wird entschieden, wie Deutschlands Regierung in den nächsten vier Jahren aussehen wird. Der Ausgang der Wahl wird spannend. Zumindest verheißt das die jüngste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Sowohl CDU als auch SPD verzeichnen Verluste, während FDP, Linke und AfD einen Zuwachs an Stimmen verzeichnen. Auch für Investoren ist die Zusammenstellung der Regierung im Hinblick auf ihre Portfolio-Positionen interessant. Oliver Maslowski, Fondsmanager bei GAM, verrät, welche Koalitionen er für wahrscheinlich hält – und auf welche Sektoren Anleger seiner Meinung nach ein besonderes Auge werfen sollten.

Auf Immobilien setzen

„Im Vergleich zu 2013 könnte in diesem Jahr die FDP der große Gewinner der Bundestagswahl sein. Dies könnte zu einer Jamaikakoalition (CDU, FDP und Grüne) oder schwarz-gelben Koalition (CDU, FDP) führen, auch wenn eine Fortsetzung der großen Koalition (CDU, SPD) unter Führung von Angela Merkel am wahrscheinlichsten ist“, so Maslowski. Sollte die FDP Einzug in die Regierung erhalten, könnte es zu einer Abschaffung der Mietpreisbremse kommen. Hiervon würden große Privatvermieter, also deutsche Wohnungsunternehmen wie Vonovia, LEG Immobilien oder Deutsche Wohnen profitieren. „Die Mieteinnahmen deutscher Wohnungsunternehmen liegen zum Teil unter dem Mietspiegel und indizieren somit weiteres Aufwärtspotenzial, selbst unter den Rahmenbedingungen einer großen Koalition. Die Übergewichtung des Immobiliensektors erscheint aus Risiko-Rendite-Perspektive sinnvoll“, erklärt Maslowski. 

Deutsche Versorger profitieren

Die Schatten des Dieselskandals reichen auch bis zur Bundestagswahl: Bestimmte Koalitions-Konstellationen könnten laut Maslowski aufgrund der unterschiedlichen Vorstellungen zur Handhabung des Skandals von vornherein ausgeschlossen werden: „Eine Jamaikakoalition könnte an dem Thema fossile Verbrennungsmotoren scheitern, da die Grünen keine Koalition eingehen, die kein Verbrennerverbot einleitet.“ Die Elektromobilität als Alternative zu Diesel und Benzin werde zwar aktiv von den deutschen Autoherstellern umgesetzt. Eine hohe zukünftige Durchdringung von Elektrofahrzeugen erfordere jedoch den Bau vieler neuer Kraftwerke, da die Stromproduktion erheblich gesteigert werden müsse. Zudem fehlten die Kapazitäten der bis 2022 abgeschalteten Atomkraftwerke. „Somit liegt der Gedanke nahe, dass die deutschen Versorger von dieser Situation profitieren, denn auf absehbare Zeit sind fossile Energieträger unverzichtbar. Wir gewichten diesen Sektor daher über“, erklärt Maslowski. Neben den steigenden Strompreisen könnten zudem vermehrt Übernahmephantasien zum Tragen kommen. „Denkbar wäre einerseits eine europäische Konsolidierung, andererseits aber auch ein Einstieg von strategischen Investoren, wie zum Beispiel große Ölkonzerne.“ 

Fokus auf Unternehmen mit Digitalstrategie

Unabhängig vom Wahlausgang sieht Maslowski den Themenkomplex Digitalisierung stärker zum Tragen kommen. In Deutschland soll vor allem die Breitbandversorgung ausgebaut werden. „Fast alle Parteien sind sich einig, dass schnelles Internet Chancen im Bereich Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Industrie bietet. Die Telekommunikationsbranche stellt dabei den Motor der Digitalisierung dar. Sie steht daher in einem starken Preis- und Technologiewettbewerb. Nutznießer sind deshalb oftmals nicht die Infrastrukturunternehmen, sondern Unternehmen mit einer klaren Digitalstrategie. Aus Diversifikationsgründen gewichten wir darum Unternehmen mit einer überzeugenden Digitalstrategie aus unterschiedlichen Branchen über, die Telekommunikationsbranche dagegen lediglich neutral“, so Maslowski.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Can digital/crypto currencies influence monetary policy?

Widespread usage of cryptocurrencies has the potential to impair the transmission and aim of monetary policy. However, cryptocurrencies are unlikely to impact monetary policy because scale and volatility are key barriers to adoption, says Martin Arnold, FX & Macro Strategist at ETF Securities, in the second Triannual Outlook 2017.

Digital Vs Crypto

Digital currencies have been around since computers enabled the electronic storage of account balances online. A digital currency can be broadly defined as money stored in electronic form that can be used to make and receive payments. Crypto currencies are a much more recent phenomenon, with Bitcoin the most widely recognised. A cryptocurrency is a subset of digital currency whereby encryption techniques are used to regulate the creation and transfer of currency units. Cryptocurrency market capitalisation reached US$1.3bn by end – July 2017, according to website www.coinmarketcap.com, which is divided among about 1000 currencies. Usage is therefore growing quickly, but can they be considered money?

Is it money?

The short answer is no. In order to be considered currency, a form of money (i.e. digital currencies) must be used as a unit of account, a store of value and a medium of exchange. Cryptocurrencies are being used as a store of value (although with significantly higher volatility than traditional currencies) but broadly fail to satisfy the other two criteria. Scale of usage is certainly an issue that is unlikely to see cryptocurrencies impact monetary policy in the foreseeable future.

Cryptocurrencies do not have intrinsic value. Although limited as a resource – bitcoin and other cryptocurrencies have a finite supply - investors mainly trade on the ability to exchange the cryptocurrency for a higher value in the future rather than the ability to purchase other goods and services (although usage for other initial coin offerings are rising).

As a medium of exchange, cryptocurrencies are only used to a limited extent to purchase goods and services. Additionally, purchases are also generally transferred back to sovereign currencies, like the US Dollar or Euro, and as such crypotocurrencies are not used for accounting purposes, therefore do not satisfy the unit of account characteristic.

Trust is lacking, volatility is not

Volatility is a hindrance for the universal acceptance of cryptocurrencies to garner a wide following and for paying and settling transactions, a unit of account and a store of value. Digital currencies exhibit extreme volatility: buying power is therefore constantly changing.

Price stability is critical for currencies to be a trusted medium of exchange: if a particular basket of goods costs 100 pounds today and 50 pounds in a week’s time, then this provides disincentives to widespread adoption. If the digital currency value is dropping, it encourages consumers to get rid of it as quickly as possible, and if it’s rising, to hoard the currency.

Monetary policy implications

In contrast to sovereign payment systems and other digital currency, the innovation of the distributed ledger (that was developed for Bitcoin), whereby transactions are recorded and verified by a decentralised group of network participants called miners, digital currencies do not need a trusted third party to exchange and settle transactions between two independent parties to a transaction. Cryptocurrencies, through their decentralised nature circumvent the normal monetary channels. In this way, monetary policy would be undermined if the scale of usage were to expand and challenge fiat currencies for dominance as a means of payment. Furthermore, cryptocurrency are global, exacerbating the potential problem, because usage bypasses sovereign (and central bank) jurisdictions. Monetary policy would need to become more globally coordinated in order to have an impact in a world of cryptocurrency dominance.

Another issue with cryptocurrencies in implementing monetary policy is the limited supply. Without the ability to manipulate money supply, the problems with potential hoarding being able to decrease supply are twofold. By not being able to increase money supply, the supportive nature of policy is reduced. In a world of quantitative easing, a fixed supply of (digital) money is clearly an impediment to the effective transmission of monetary policy. Moreover, the reduction of the money supply can lead to deflation by reducing demand.

Central bank digital currencies

In a time of crisis, a decentralised digital currency framework is not likely to engender confidence in the case of a financial crisis, as there is no one institution standing behind the value of the digital currency. Cryptocurrencies have a decentralised distribution network, and unlike fiat currencies or a central bank issuing digital currency, there is no trusted counterparty that, in essence guarantees, the currency. Indeed, recent ‘hard forks’ in both Bitcoin and Ethereum highlight the uncertainty of a cryptocurrency’s value.

A digital currency issued by a central authority (clearly the antithesis of the rise in popularity of cryptocurrency) but using a distributed leger framework could reduce the number of intermediaries and enhance the effectiveness and efficiency of monetary policy in several ways. Firstly, transactions would be independently verifiable and this would arguably increase transparency. Secondly, currency being settled outside of a single entity could potentially save time and be less costly. Importantly, by funding being distributed straight to the consumers and businesses, the transmission of policy would be more direct, essentially bypassing the banking system.

The ECB highlights issues of remuneration: the interest rate for digital currency could influence demand. If the central bank remunerates at the deposit rate (for many this is currently negative) it would dissuade the usage of the currency and be more compelling to hold deposits at normal banks which generally do not charge negative interest rates. If the central bank put the deposit rate at 0% (instead of a negative rate), this could also cause problems: banks could set up non-bank subsidiaries that would be able to hold digital currency at the central bank for no cost, thereby undermining the effects of monetary policy.

The bottom line...

Many major central banks, including the Bank of England (BOE) the Bank of Canada and the European Central Bank, have tested or considered the ability to use digital currencies and distributed ledger technology in the monetary policy arena. Due to elevated volatility and the lack of widespread usage, crypto (or digital) currencies will not impact monetary policy in any significant way.

A central bank issued digital currency has the potential to make monetary policy more effective, however, there are many hurdles that need to be overcome in terms of the framework for pricing and distribution.

US-Dollar könnte durch rückläufige Zinserwartungen fallen

Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International, gibt eine Einschätzung zur Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve am 20. September:

„Das wichtigste Ergebnis der Fed-Sitzung am 20. September dürften die Erwartungen der einzelnen Mitglieder des Offenmarktausschusses zur künftigen Zinsentwicklung sein sowie die geplante Vorgehensweise hinsichtlich einer Bilanzverkürzung der Notenbank. Sollten die Mitglieder ihre Zinserwartungen für den Rest des Jahres und für 2018 zurückschrauben, wird der Dollar meines Erachtens weiter an Wert verlieren. Dann könnten auch die Renditen von US-Staatsanleihen noch weiter fallen.

Aktuell strömt Gegenwind auf die Renditen von US-Anleihen ein – durch das technische Bild, die Positionierung der Anleger und die Großwetterlage der globalen Politik. Angesichts der hohen Kurse an den Aktienmärkten ist deshalb ein gewisses Maß an Duration am US-Markt sinnvoll, das vor Turbulenzen an den Aktienmärkten schützt. Mit einer Zinsanhebung rechne ich vorerst nicht, auch nicht im Dezember."

Do rising rates reduce returns on income assets?

Our research, which looks at episodes of rising rates since 1970, suggests income-producing assets don’t perform as investors might expect. By Clement Yong, Strategist, Research and Analytics, at Schroders.

Many will remember to their cost the infamous “taper tantrum” in June 2013. It was the moment Ben Bernanke, the then Chairman of the US Federal Reserve, indicated that the quantitative easing (QE) would be scaled back, or tapered.

The QE programme had fed money into the financial system to stimulate the economy following the financial crisis of 2008. It had helped keep the yields on government bonds at exceptional lows.

In a matter of hours, government bond yields jumped by over a percent as bond holders unloaded assets. It was perhaps one of the more painful illustrations of the inverse relationship between government bond yields and prices (as yields increase, prices fall).

Many assume that the same relationship holds true for all income-generating assets - that when rates and yields rise, prices will fall.  

It may therefore come as a surprise that our research suggests this is, in many cases, a fallacy. Indeed, even in 2013, very few income asset returns suffered any lasting damage, and many actually recorded positive returns by the end of the year.

When we talk about income assets we mean a universe that extends well beyond government bonds to include the likes of investment-grade bonds (issued by more creditworthy companies), high-yield bonds (issued by less creditworthy companies, but offering more income in exchange), real estate investment trusts (REITs, a type of property company), emerging market bonds and high-dividend equities (which offer above average income).

They are particularly relevant today because, while these assets have all performed strongly over the past few decades, boosted by low government bond yields, the climate is definitely changing. The US Federal Reserve now seems determined to raise interest rates. Several rate-setters on the Bank of England’s Monetary Policy Committee recently voted for a rise and questions are being raised about whether the European Central Bank will follow suit. In light of all that, many investors could be forgiven for wondering whether the party is over and it is time to sell these income assets.

We have looked into past episodes of rising rates in the period since 1970 and concluded that they do not necessarily spell doom for such assets. In fact:

  1. All income assets produced positive returns, on average, in rising-rate environments, with the exception of government and corporate bonds.

  2. Government bonds (such as US Treasuries) and investment-grade corporate bonds have performed far worse when yields have been rising than when they have been falling.

  3. Many other assets typically included in income portfolios have held up well, and some have actually performed better, when yields have been rising.

Asset classes have varying lengths of historical data. Source: Bank of America Merrill Lynch (BAML), Datastream, FRED, Keneth French, JP Morgan (JPM), MSCI and Schroders, as at 28 February 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

These conclusions should provide comfort for income investors. As interest rates tend to rise in anticipation of stronger economic growth, assets which are more sensitive to economic growth (such as high yield debt, REITs and high-dividend equities) can still perform well. As corporate fundamentals usually also improve, this provides a boost to corporate earnings and improves the creditworthiness of borrowers, supporting equities and corporate bonds.

Moreover, our analysis confirms the general assumption that income levels are generally less sensitive to changes in interest rates than overall returns. Companies are loath to cut dividends, given the negative signal that it sends to the market, while coupons on bonds are one of the first claims on a company’s income, ranking above other demands. With few exceptions, we found the impact of rising interest rates on income levels has been minimal and in some cases income levels actually picked up when yields rose. In fact, income levels overall deteriorated more during times of falling interest rate environments than rising.

Asset classes have varying lenths of historical data. The coupon yields of all bond assets have been adjusted for market price, with the exception of local EMD, where market price data were not available. Source: Datastream, BAML, FRED, Kenneth French, JPM, MSCI and Schroders, as at 28 February 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

In all this it is important to remember that, like any other asset class, investing in income assets requires an adequate time horizon. Being patient in income investing and not panicking when interest rates go up is a sound strategy. We found that, more often than not, patience paid off for both returns and the income generated by the asset. 

The variation in performance of income assets, combined with the fact that most returns have been positive during rising-yield environments, underlines the importance of asset allocation during times of rising rates. Indeed, we would argue that, if investors can combine savvy asset allocation with an awareness of income assets’ behaviour when rates rise, they should add value even when the going looks tough and the temptation might otherwise be to sell. 


Important information
Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested. Exchange rate changes may cause the value of any overseas investments to rise or fall. High yield bonds (normally lower rated or unrated) generally carry greater market, credit and liquidity risk. Emerging markets generally carry greater political, legal, counterparty and operational risk. Funds that invest in real estate related securities and investments focus on specific sectors and can carry more risk than funds spread across a number of different industry sectors.

This article has first been published on schroders.com.

Die Kraft einflussreicher Trends

Profitieren Sie vom Potenzial der Megatrends an den Weltmärkten. Hans Peter Portner, Senior Investment Manager und Leiter des Thematic Equities Team bei Pictet Asset Management, zeigt wie.

Um unsere Zukunft zu sichern, führen Regierungen immer mehr multilaterale Rahmenwerke ein, darunter globale Regelungen zur Verlangsamung des Klimawandels. Gleichzeitig revolutioniert das veränderte Konsumverhalten die Unternehmenstätigkeit. Daher dürften Unternehmen, die in der Lage sind, die neuen Anforderungen durch innovative Produkte und Dienstleistungen zu erfüllen, von einem unvergleichlichen Wachstumspotenzial profitieren. Eine Multi-Themen-Strategie mit dem Schwerpunkt auf grundlegenden Veränderungen, die in den kommenden Jahrzehnten bevorstehen, erschließt potenziell dauerhafte Wachstumsbereiche.

Egal, welchen Entwicklungen Privatpersonen, Unternehmen oder Länder künftig unterliegen: Die wichtigsten treibenden Kräfte, darunter Urbanisierung, Technologie, Ressourcen und Gesundheitswesen, dürften kontinuierliche und markante Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.

Der Pictet-Global Megatrend Selection Fonds nutzt starke Trends, welche die Entwicklung des Menschen beeinflussen. Er  bietet ein Engagement in neun Anlagethemen, die ein breites Spektrum an Ideen, Unternehmen und Sektoren abdecken und von aktuellen, gut etablierten Unternehmen bis hin zu den Erfolgsgeschichten von morgen reichen. Und zwar in einer einzigen Anlage.


Hans Peter Portner ist Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management und leitet das Thematic Equities Team. Er begann seine Laufbahn im Anlagengeschäft 1992 bei UBS Brinson in Basel als Portfoliomanager für internationale Aktien und verwaltete dort Fonds einzelner Länder sowie Absicherungsfonds. Zu Pictet Asset Management kam er 1997 als Senior Investment Manager für internationale Aktien. Hans Peter Portner hat ein Diplom als Chartered Financial Analyst (CFA) und einen Master in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Bern.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Rendite Radar: September 2017

Die Rentenmärkte konnten sich zuletzt fast durchwegs positiv entwickeln. Die leicht unter den Erwartungen liegenden US-Konjunkturzahlen, vorsichtige Äußerungen der Zentralbanker beim jährlichen Treffen in Jackson Hole und geopolitische Unsicherheiten durch die Entwicklungen in Nordkorea haben zu einer leicht positiven Entwicklung von Staatsanleihen geführt. Ebenfalls leicht positiv zeigten sich Unternehmensanleihen und Anleihen aus Schwellenländern. Eine Ausnahme bildeten die US-amerikanischen Hochzinsanleihen, die leichte Einbußen hinnehmen mussten.

Anleihen mit besserer Bonität weisen weiterhin ein asymmetrisches Ertrags-/Risikoprofil auf. Etwas attraktiver wird derzeit die Zinskurve in den USA eingeschätzt. Bei Hochzinsanleihen erscheinen die Bewertungen trotz gesunkener Renditeaufschläge im Vergleich zu anderen Anleihen-Kategorien attraktiv.

Quelle: ERSTE-SPARINVEST; www.erste-am.at; Daten per 31. August 2017; Fondskennzahl: „Rendite“ – siehe Fußnote 1)
1) Anmerkung: Die Fondskennzahl „Rendite“ entspricht der durchschnittlichen Wertpapierrendite der im Fonds gehaltenen Wertpapiere vor Abzug von Kosten aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken; bitte beachten Sie, dass diese Rendite-Kennzahl nicht der Fondsperformance entspricht. Die Performanceübersicht (Wertentwicklung) der angeführten Fonds finden Sie auf Seite drei in der Übersichtstabelle. In der oben angeführten Tabelle sind auch keine ertragsmindernden Kosten wie die Verwaltungsgebühr oder individuelle Konto– und Depotgebühren berücksichtigt.
2) Die Risikoeinteilung von Investmentfonds erfolgt auf Basis des SRRI-Indikators auf einer Skala von 1 bis 7, wobei 7 die höchste Risikostufe repräsentiert. Die Berechnung basiert auf europäischen regulatorischen Vorschriften und ist integraler Bestandteil der wesentlichen Anlegerinformationen
(Key Investor Document). Die Berechnungsmethode finden Sie auf fondsabc.erste-am.com/srri/

Rendite-Entwicklung von US- und EUR-Staatsanleihen und EUR-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr gute Bonität von 08/2012-08/2017 (Europa, USA)

Rendite-Entwicklung von europäischen Hochzinsanleihen im Vergleich zu globalen Hochzinsanleihen und Unternehmensanleihen von Schwellenländern (08/2012-08/2017)

 

Kennzahlen-Übersicht (mehr Informationen finden Sie unter http://www.erste-am.at/)

Daten per 31.08.2017.
Die Berechnung der Wertentwicklung und Volatilität (3 Jahre) erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 3,50 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu

Hinweis zu den Grafiken:
Die Renditeentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Anlagesegments oder Investmentfonds zu. In der Grafik sind keine Spesen oder Gebühren berücksichtigt.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Mit Private Credit die Kreditlücke am Gewerbeimmobilienmarkt schließen

In den vergangenen Jahren gab es ein deutliches Ungleichgewicht von Kredit-Angebot und -Nachfrage. Seit der Finanzkrise unterliegen die Banken deutlich höheren Regularien, die ihre Handlungsspielräume bei der Kreditvergabe stark einschränken. Das bedeutete für viele Unternehmen große Schwierigkeiten, insbesondere bei der Finanzierung von Gewerbeimmobilien. Private-Credit-Investoren, also Investoren, die in besicherte Kredite zur Finanzierung von Gewerbeimmobilien investierten, konnten die Kluft zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Krediten überbrücken. „Der Markt für Gewerbeimmobilien in Europa und Großbritannien ist zwar selbst angesichts des Brexits und dem allgemeinen Klima politischer wie ökonomischer Unsicherheit relativ stabil geblieben, aber das Gewicht dieser Unsicherheit wird zweifellos Druck auf die Bewertungen und Mieten ausüben“, sagt Jon Rickert, Investment Director bei GAM. „Mit Private-Credit-Investitionen in den Gewerbeimmobilienmarkt können Investoren nicht nur höhere laufende Renditen erwirtschaften, sondern sich gleichzeitig gegen diese Abwärtsrisiken absichern. Gerade im Vergleich zu direkten Immobilieninvestitionen und anderen festverzinslichen Alternativen generieren Private-Credit-Anlagen attraktive risikobereinigte Renditen.“

Die Bewertungen und Miethöhen britischer Gewerbeimmobilien seien trotz einiger Schwächen seit dem Brexit-Votum im Juni 2016 relativ stabil geblieben. Im ersten Quartal 2017 war das Verkaufsvolumen von Investmentimmobilien zwar relativ hoch, das sei aber aber auf einige wenige, sehr große Transaktionen zurückzuführen. Die Miethöhen für Einzelhandelsimmobilien hätten sich im ersten Quartal verbessert, angesichts der rückläufigen Konsumausgaben in Großbritannien sei es aber unwahrscheinlich, dass sich dieses Wachstum fortsetzen werde. Die Mieten für Büroräume in Großbritannien wären im Großen und Ganzen gestiegen. In London jedoch seien sie aufgrund einer schwächeren Mieternachfrage zurückgegangen, während das Angebot an neuen, im Bau befindlichen Büroräumen zunahm. Einziger Lichtblick wären industrielle Lagerhäuser, da sie vom sehr geringen Niveau spekulativer Entwicklungen in den vergangenen zehn Jahren profitierten. 

Restriktivere Kreditvergabe durch Banken

Wie in diesem Umfeld zu erwarten gewesen sei, wurden die Kriterien für die Kreditvergabe der britischen Banken noch restriktiver. „Die Banken haben die Beleihungsquoten gesenkt und legen bei zweitrangigen Standorten und Immobilien mit kurzfristigen Ertragsprofilen eine vorsichtigere Haltung an den Tag. Selbst wenn man den steigenden Marktanteil von Kreditgebern berücksichtigt, die keine Banken sind – und dieser Anteil ist von praktisch null auf rund 25 Prozent in fünf Jahren gestiegen – blieb der Gesamtumfang der Kreditvergabe in Großbritannien in den letzten Jahren relativ unverändert“, sagt Rickert. Eine Untersuchung der DeMontfort University zeige, dass vor 2008 die Banken gewöhnlich Darlehen in Höhe von 80 Prozent des Immobilienwerts oder mehr vergaben. Seit 2010 sei diese Quote jedoch stetig zurückgegangen, da Gewerbeimmobilienkredite infolge der Vorschriften für die Kapitalquoten und der verschärften aufsichtsrechtlichen Überwachung weniger attraktiv wurden.

„Derzeit werden in der Regel Darlehen in Höhe von 60 Prozent des Immobilienwerts oder weniger vergeben. Für Anleger, die direkt in Immobilien investieren, ist dies zwar keine gute Nachricht. Allerdings profitieren davon Anleger, die in Kredite investiert haben, die durch diese Immobilien besichert sind“, sagt Rickert. Darlehen seien grundsätzlich gegenüber einem Wertrückgang geschützt. Darlehensgeber erhielten Zinszahlungen und in einigen Fällen in jedem Quartal Tilgungen. Darüber hinaus bedeuten die Einschränkungen der Kreditvergabe von Banken, dass alternative Kreditgeber eine attraktive Prämie verlangen können. „Erträge aus Direktinvestitionen in die Immobilie selbst hingegen leiden erheblich bei einem Wertrückgang. Bei einem Abschwung am Markt für Gewerbeimmobilien dürften sich Private-Credit-Investitionen daher besser entwickeln als direkte Immobilieninvestitionen.“

Europäische Immobilienwerte bleiben trotz Brexit stabil

Die Volkswirtschaften der Eurozone meldeten für 2016 relativ gute BIP-Zahlen. Dieser starke ökonomische Hintergrund habe zu anhaltenden Verbesserungen an den meisten europäischen Immobilienmärkten geführt. „Es ist allerdings wichtig zu berücksichtigen, dass der Anteil notleidender Kredite in den meisten europäischen Ländern immer noch erhöht ist. Diese Probleme werden die Kreditvergabekapazität und die Risikobereitschaft der Banken weiter begrenzen“, sagt Rickert.

Zeichen für einen Immobilienmarktabschwung aufgrund der Unsicherheiten durch den Brexit sieht Rickert derzeit allerdings nicht: Übermäßige und aggressive Kreditvergabe von Banken sowie negative Renditedifferenzen und Überbauung seien derzeit nicht zu erkennen. „Die Wirtschaft in Großbritannien und Europa ist relativ solide. Die Banken haben ihr Engagement in Gewerbeimmobilien reduziert und wenden bei der Kreditgewährung nach wie vor hohe Standards an. Die spekulative Entwicklung ist mit Ausnahme von London relativ begrenzt, und die Kreditvergabe der Banken zur Finanzierung dieser Entwicklung bleibt stark eingeschränkt. Das wahrscheinlichste Szenario ist ein Seitwärts- bis leichter Abwärtstrend der Immobilienwerte in Großbritannien innerhalb der nächsten zwei Jahre. Die Werte europäischer Immobilien werden unseres Erachtens stabil bleiben und in einigen Fällen in diesem Zeitraum anziehen“, sagt Rickert. 

Schuldenabbau von Banken schafft Chancen für alternative Kreditgeber

Der Schuldenabbau der Banken zeige sich als wichtiger Impuls für neue Anlagechancen für Private-Credit-Investitionen im Gewerbeimmobilienmarkt: Die Banken verlagerten Kredite auf spezialisierte Investoren, die sich auf einer kommerzielleren Basis mit den Kreditnehmern und Vermögenswerten auseinandersetzen können. „Die anschließende Refinanzierung dieser Vermögenswerte erfordert Kreditgeber, die einen pragmatischeren Ansatz als traditionelle Bankkreditgeber verfolgen können. Großbritannien liegt in dieser Hinsicht in Führung, gefolgt von Irland. Mittlerweile kommt der Prozess auch in anderen europäischen Ländern in Gang, wo sich die Kreditnehmer zur Finanzierung zunehmend an alternative Kreditgeber wenden“, erläutert Rickert.

Die Kombination aus relativ stabilen Gewerbeimmobilienmärkten, laufenden Schuldenabbauprogrammen und eingeschränkten Kriterien für die Vergabe von Bankkrediten schaffe Chancen für alternative Kreditgeber, die mit direkten Immobilieninvestments mithalten und dank Verlustabsicherung auf risikobereinigter Basis sogar übertreffen können. „Investitionen in durch Gewerbeimmobilien besicherte Kredite bieten eine attraktive Kombination aus höheren Ertragsrenditen und gleichzeitigem Schutz vor Verlusten. Unserer Meinung nach wird sich dieses Anlageumfeld so schnell nicht verändern. Vielmehr ist zu erwarten, dass Private-Credit-Investitionen in Gewerbeimmobilien noch mehrere Jahre lang attraktive absolute und risikobereinigte Erträge generieren“, schließt der Experte.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Nachhaltigkeit? Wichtiger als man vielleicht denkt!

von Gerold Permoser, Chief Investment Officer der Erste Asset Management.

Unlängst habe ich einen interessanten Research Report einer unserer unabhängigen Research Partner, Gavekal Research, gelesen. Gavekal Research agiert von Hongkong aus und zeichnet sich durch ein exzellentes Marktverständnis des Asiatischen Raumes aus. In dem Beitrag mit dem Titel „Good Governance, Poor Performance“ ging es um gute Unternehmensführung. Damit gemeint ist ein Grundpfeiler des traditionellen und auch des nachhaltigen Investmentansatzes. 

Bringt gute Unternehmensführung höhere Erträge?

Um diese Frage beantworten zu können, möchte ich kurz (und mit Einverständnis von Neil Newman, dem Autor des Gavekal Reports) den Inhalt des Berichts wiedergeben: Nach dem japanischen Premier Shinzo Abe ist ein bedeutendes Wirtschaftsprogramm benannt, die sogenannten „Abenomics“. Die ersten beiden Pfeile sind der expansiven Geld- und Fiskalpolitik gewidmet. Am interessantesten ist der dritte Pfeil, auf den meist vergessen wird: den langfristigen Wachstumspfad der japanischen Wirtschaft durch strukturelle Reformen zu erhöhen.

Eine dieser Reformen besteht darin, den Anreiz für gute Unternehmensführung zu stärken. Denn, so die Grundannahme: gut geführte Unternehmen sollten schlechter geführte wirtschaftlich (und in Folge auch in der Kursperformance) outperformen. Zu diesem Zweck wurden quantitative und qualitative Filter mit dem Ziel definiert, die 400 besten japanischen Unternehmen unter den 1.000 mit der höchsten Kapitalisierung zu identifizieren. Diese 400 Unternehmen werden im JPX-Nikkei 400 zu einem Index gebündelt. Dieser Index dient als Vorlage für passive Investments, unter anderem des riesigen staatlichen Pensionsfonds. Die auf diese Weise erzeugte Nachfrage sollte dafür sorgen, dass die Idee (gute Unternehmensführung = gute Performance) aufgeht.

So weit so gut. Doch das Ergebnis war auf dem ersten Blick enttäuschend: Betrachtet man die Grafik (Performance des JPX-Nikkei 400 relativ zum TOPIX), scheint es so, als würde gute Unternehmensführung in einem konstanten Minderertrag münden. 

Was ist passiert? 

Durch den mechanischen Zugang beim Rebalancieren des Index (jährlich mit Ende des japanischen Geschäftsjahres am 31.3. kommen ca. 30 bis 40 Unternehmen in den Index hinein, während 30 bis 40 andere den Index verlassen müssen), ist schon vor dem Rebalancing klar, wer diese Unternehmen sein werden. Da der JPX-Nikkei 400 vor allem von passiven Investoren genutzt wird, müssen viele Investoren diese Veränderung nachvollziehen.

Infolge dessen ist klar, dass es bei einer Aufnahme einer Aktie in den Index am Tag X große Nachfrage gibt. Umgekehrt, wenn der Titel den Index verlässt, kommt ein großes Angebot einer Aktie auf den Markt. Das sind ideale Voraussetzungen für aktive Manager, die sich auf den Tag X vorbereiten. Sie kaufen die in den Index aufgenommenen Titel billig ein. Die aus dem Index fallenden Titel werden vorher leerverkauft und dann billiger zurückgekauft. Genau darauf deuten die von Gavekal Research gerechneten Performance-Analysen hin. Dieser Effekt ist so groß, dass er in Summe für die Underperformance des JPX-Nikkei 400 vs. dem Topix führt. 

Welche Schlüsse kann ich aus den Analysen von Gavekal Research ziehen?

  • Nach vielen Jahren Erfahrung am Kapitalmarkt bin ich tief vom „Gesetz der unbeabsichtigten Nebenwirkungen“ überzeugt: Jede noch so gut geplante und gemeinte Aktion erzeugt Anreize. Der Kapitalmarkt ist ein perfekter Mechanismus, diese Anreize auszunützen – ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt. In der Regel sind es vor allem unbeabsichtigte Nebenwirkungen, die einem Fondsmanager Jahre später das Leben schwer machen (z.B. während der Immobilien- oder Eurokrise).
  • Liest man Berichte über die Zukunft des Asset Management, scheint der unaufhaltsame Siegeszug der passiven Investments (passive Fonds bzw. ETFs) eine unumstößliche Tatsache zu sein. Aus meiner Sicht vergisst man hier nur allzu oft, dass ein Kapitalmarkt nur dann existieren kann, wenn es unterschiedliche Auffassungen zu einem Investment gibt. Ansonsten gibt es keine Käufer und(!) Verkäufer. Dazu kommt, dass passives Management unweigerlich auch unbeabsichtigte Anreize kreiert. Der oben beschriebene Zusammenhang ist nur ein Beispiel dafür. Und genau davon können aktive Manager leben.
  • Gute Unternehmensführung ist ein, wenn nicht DER Schnittpunkt aus nachhaltigem und traditionellem Fondsmanagement. Der dritte Pfeil von Abenomics hat nicht das Ziel Japan zu einem Vorreiter der Nachhaltigkeit zu machen, sondern das Potentialwachstum zu erhöhen. Aus meiner Sicht ist es schön, wenn die Bestätigung dafür, dass Nachhaltigkeit auch für die Performance Sinn machen kann, aus einer Ecke kommt, mit der man gar nicht rechnet.
  • Gavekal zeigt auch auf, wie schwierig es ist, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, etwa zur Frage, bringt oder kostet Nachhaltigkeit im Fondsmanagement etwas.
    • An der Oberfläche kommen die Daten zu einfachen Ergebnissen. Drei Jahre beinahe konstanter Underperformance „beweisen“ eindeutig: Nachhaltigkeit kostet.
    • Geht man aber tiefer, scheint eher das Gegenteil zu gelten: Nachhaltige Unternehmen scheinen besser zu performen. Allerdings bilden nachhaltige Indizes diesen Effekt nicht ab (einer der Gründe, warum wir sie nicht verwenden).
    • Geht man aber noch einen Schritt tiefer, scheint es nicht die Unternehmensführung zu sein, um die es wirklich geht, sondern das Angebot und die Nachfrage nach Aktien, die in einen bestimmten Index enthalten sind.

Genau das ist aus meiner Sicht auch die wirklich wichtige Information. Nachhaltigkeit ist ein rasant wachsendes Thema. Und je mehr Investoren (am besten passive) sich danach verhalten, desto klarer kommt heraus, dass (aktive) Manager damit guten Ertrag erzielen können.


Über den Autor
Gerold Permoser ist seit Anfang April 2013 Veranlagungschef (Chief Investment Officer) der Erste Asset Management. In dieser Funktion verantwortet er die gesamten Asset Management Aktivitäten und Anlagestrategien aller Investmentfonds der Erste Asset Management Gruppe in Österreich, Deutschland, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Vor seinem Eintritt im Unternehmen übte er diese Funktion bei Macquarie Investmentmanagement Austria KAG aus. Permoser verfügt über Erfahrung im Veranlagungsbereich seit 1997.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Anleger streben bei Edel- und Industriemetallen Gewinnmitnahmen an

Anleger nehmen bei Gold und Silber Gewinne mit, da jene Mehrmonatshochs erreicht haben. Während sich die US-Raffinerien von Hurrikan Harvey erholen, verzeichnen Rohöl-ETPs moderate Abflüsse. Nach dem diesjährigen zweistelligen Zuwachs wurden auch bei Industriemetallen Gewinne mitgenommen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Anleger verringerten ihre Long-Positionen in Gold- und Silber-ETPs (A0LP78, A0N62F). Wir verzeichneten bei unseren Gold- und Silber-ETPs in der letzten Woche Abflüsse in Höhe von 354,5 Mio. USD beziehungsweise 116,7 Mio. USD. Gleichwohl läuft der Goldpreis unterstützt von der Schwäche des US-Dollar und des Aktienmarkts auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten seitwärts. Da der Markt eine erneute Zinsanhebung der Fed nicht mehr erwartet, ist eine Aufwertung des US-Dollar auf kürzere Sicht unwahrscheinlich. Die Spannungen um Nordkorea und die Naturkatastrophen dürften den US-Dollar zusätzlich behindern. „Ferner gab Stanley Fischer, stellvertretender Vorsitzende der Fed, in der letzten Woche unerwartet bekannt, dass er sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegen wird. Sein Rücktritt erhöht die Unsicherheit über die künftige Führung der Fed und die Gestaltung ihrer Geldpolitik. Darüber hinaus dürften den US-Dollar auch die laufenden Gespräche über die Anhebung der US-Schuldenobergrenze schwächen“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Wir verzeichneten bei Rohöl-ETPs (A1N49P)  Abflüsse in Höhe von 26,3 Mio. USD, da eine Zunahme der Lagerbestände erwartet wird. Die Rohölpreise stiegen in der letzten Woche um 2 Prozent an, da die US-Produktionsmengen nach der durch den tropischen Sturm Harvey bedingten vorübergehenden Stilllegung der Raffinerien wieder zunahmen. Der abwertende US-Dollar und auch die Gespräche zwischen Russland und Saudi-Arabien über eine mögliche Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen gaben den Rohölpreisen Rückenwind. Am Wochenende erreichte Irma, ein Hurrikan der höchsten Kategrie, Florida und gefährdete die dortigen Förder- und Handelseinrichtungen für Rohöl und Erdgas. Die Bedrohung der Pipeline-Infrastruktur und Raffineriekapazitäten wird die Rohölpreise erneut schwächen und die Benzinpreise wie am letzten Freitag steigen lassen. „Wie aus dem wöchentlichen Bericht des US-Energieministeriums hervorging, stiegen die US-Öllagerbestände in der Woche zum 1. September schon infolge von Harvey stark an. Wahrscheinlich wird auch Irma dazu führen, dass die Rohölbestände steigen und die Benzinvorräte sinken“, so Hein.

Da die Preise der Industriemetalle ins Rutschen kamen, nahmen die Anleger Gewinne mit. Wir verzeichneten bei Industriemetall-ETPs in der vergangenen Woche Abflüsse in Höhe von 119,9 Mio. USD, als es im Zuge des fallenden US-Aktienmarkts zu einer moderaten Preiskorrektur kam. Der globale makroökonomische Ausblick wirkt sich zwar insgesamt stützend auf die Rohstoffnachfrage aus, doch leiden die Preise unter der Auflösung spekulativer Positionen, da sich die Anleger um Gewinnmitnahmen bemühen. „Bei Kupfer-ETPs (A0KRJU) kam es mit 65,5 Mio. USD zu den höchsten Abflüssen seit Oktober 2014, wobei allerdings zuvor aufgrund der in diesem Jahr starken Entwicklung von +18,4 Prozent zuvor 41,7 Mio. USD in Kupfer geflossen waren“, sagt Hein.

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 43,3 Mio. USD an. Mexikos Südküste wurde am letzten Freitag von einem massiven Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert, dem ein Tsunami folgte. Dies gefährdet Arabica-Kaffee aus der Region Mittelamerika, die immerhin für 20 Prozent der globalen Kaffeeproduktion verantwortlich ist. „Die Schäden könnten die anstehende Oktober-Ernte in Mexiko verzögern und die Kaffeepreise aufwärts treiben“, so abschließend Hein.

Jüngsten Konjunkturdaten waren in Summe erfreulich

Jörg Angelé, RBI Wien, zu den US-Rentenmärkten.

Die relevanten Konjunkturdaten der nächsten Tage stehen alle am Donnerstag und Freitag an. Aus Sicht der meisten Marktteilnehmer die wichtigste Veröffentlichung dürften die Verbraucherpreiszahlen (Do) für August sein. Nachdem der Preisauftrieb seit Februar spürbar nachgelassen hat – genauer gesagt stagnieren die Preise bereinigt um saisonale Effekte seither – deutet sich nun eine Wende an. Im August dürften die Verbraucherpreise ohne die Berücksichtigung von Energie- und Nahrungsmittelpreisen um 0,2 % gegenüber dem Vormonat gestiegen sein. Bei der Gesamtinflationsrate zeichnet sich sogar ein Plus von 0,4 % p.m. ab. Allein der – für einen August untypische – Anstieg der Kraftstoffpreise dürfte 0,15 Prozentpunkte zum Anstieg der Verbraucherpreise beigetragen haben. Die höheren Kraftstoffpreise sind Folge von Hurrikan Harvey. Der wahre Preisschock droht aber im September. Bis jetzt liegen die Kraftstoffpreise 10 % über dem Durchschnitt vom August. Selbst wenn sich hier im Verlaufe des Monats eine Normalisierung einstellt, werden die Preise im Monatsschnitt wohl mindestens um 8 % höher liegen als im August. Angesichts der beiden nächsten Wirbelstürme Irma und Jose, die auf die USA zuziehen, ist ein rascher Preisrückgang unwahrscheinlich. Da die Kraftstoffpreise im September normalerweise um 1 % bis 2 % p.m. sinken, wird nach erfolgter Saisonbereinigung ein Plus von etwa 10 % p.m. stehen. Dieser Effekt würde zu einem Anstieg der Verbraucherpreise um 0,35 % p.m. führen. Die Vorjahresrate der Verbraucherpreise dürfte im August auf 1,9 % geklettert sein, im September rechnen wir mit 2,1 %.

Abseits der Inflationsdaten halten wir die Einzelhandelsdaten (Fr) für August für sehr wichtig. Nachdem der Umsatz im Juni und Juli kräftig zugelegt hatte, rechnen wir für August mit einem schwächeren Ergebnis. Den höheren Kraftstoffpreisen, die den Umsatz aufblähen, steht ein markanter Rückgang bei den Neuwagenverkäufen gegenüber. In den nächsten Monaten dürften die Einzelhandelsumsätze dann von den Wiederaufbauarbeiten in den von den Wirbelstürmen betroffenen Gebieten profitieren.

Mit den Zahlen zur Industrieproduktion steht nächsten Freitag ein weiterer „harter“ Konjunkturindikator an. Die vorliegenden Arbeitsmarktdaten für das Verarbeitende Gewerbe lassen hier auf ein deutliches Produktionsplus schließen. Trotz eines leicht rückläufigen Outputs bei Versorgern und im Bergbau dürfte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August um 0,3 % höher ausgefallen sein als im Juli. In Folge der Wirbelstürme dürfte die Produktion im September aber deutlich sinken.

Laut Insidern aus dem Weißen Haus hat Donald Trumps bisheriger Wunschkandidat für die Nachfolge von Fed-Präsidentin Yellen, Gary Cohn, wegen seiner kritischen Äußerungen zu Trumps Haltung zu den Ausschreitungen von Charlottesville wohl keine Chance mehr auf diesen Posten. Sollte sich Präsident Trump dazu entschließen, Frau Yellen nicht mit einer zweiten Amtszeit zu betrauen, kann er nach dem überraschenden Rücktritt von Fed-Vize Stanley Fischer fünf Positionen des Fed Boards neu besetzen. Sollte Lael Brainard wie kolportiert auch vor einem Rücktritt stehen, wären es sogar sechs der insgesamt sieben Posten.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen notiert nur noch knapp über 2 %. Gründe für das niedrige Renditeniveau zu finden, fällt uns zugegebenermaßen etwas schwer. Es scheint beschlossene Sache zu sein, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 20. September ankündigt, ab Oktober mit der Reduktion des gigantischen Anleiheportfolios zu beginnen. Die jüngsten Konjunkturdaten waren in Summe erfreulich und auch die Aussichten sind positiv. Die Inflationsrate wird in den nächsten Monaten wohl wegen der Effekte der Wirbelstürme deutlich höher ausfallen als noch bis vor kurzem gedacht. Der Dollar hat seit seinem jüngsten Hoch handelsgewichtet rund 8 % an Wert verloren und macht damit Anlagen in US-Anleihen weniger interessant. Durch die Einigung auf eine Verlängerung der Aussetzung der Schuldenobergrenze sowie einen Übergangshaushalt bis Mitte Dezember hat sich die Wahrscheinlichkeit eines Government Shutdown zunächst erheblich reduziert. Nachdem die Rendite von US-Staatsanleihen dennoch nicht steigt, setzen wir unser Dezemberrenditeziel über alle Laufzeiten in Revision.

Wertentwicklung in Europa weiterhin sehr erfreulich

An den Aktienmärkten war in den Sommermonaten nur geringfügig mehr Bewegung als an den ruhigen Rentenmärkten. Zwar haben der US-Aktienmarkt und der globale Marktindex im August neue Höchststände erreicht, für Euro-Investoren sind diese globalen Aktienindizes aber trotz gutem Konjunkturumfeld wieder nahe der Null-Linie angelangt.

Die Aktienwelt besteht durch die Währungsentwicklung für Euro-Investoren weiter aus zwei Zonen: Europa und der Rest der Welt (insbesondere USA, Großbritannien, Japan).

Während sich die Performance im Rest der Welt bescheiden gestaltet, ist die Wertentwicklung in Europa weiterhin sehr erfreulich. Auch wenn die Dynamik seit Mai abnimmt. Das liegt teilweise an Kommentaren der Notenbanken, die das Aktienklima leicht getrübt haben, Hauptgrund ist jedoch auch hier (indirekt) der starke Euro.

Nach wie vor sehr gut hält sich der österreichische ATX, der im August wieder einen Jahreshöchststand erreicht hat. Zum historischen „all-time-high“ bleibt noch etwas Raum nach oben.

Solide Basis durch Gewinndynamik

Der US-Aktienmarkt, etwa am S&P500 Index gemessen, befindet sich nahe an seinem Jahreshöchststand und deutlich über dem 50-Wochen-Mittelwert. Angetrieben und unterstützt wird der Index von großkapitalisierten Wachstumswerten, während Value-Aktien ebenso wie kleinere Werte weniger gefragt sind.

Die Unternehmensgewinne bilden nach wie vor eine solide Basis für den Aktienmarkt, wenngleich das Gewinnwachstum im zweiten und voraussichtlich auch im dritten Quartal jeweils etwas schwächer ausfällt, als im jeweiligen Vorquartal. Die Risikoaversion, gemessen an der eingepreisten Volatilität, ist weiter sehr gering.

Europa: Der Blick auf die Gewinnrevisionen (siehe Grafik) zeigt trotz negativer Revisionen in den letzten Wochen in Summe ein positives Bild für 2017. Die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr sind deutlich positiv und wurden seit Jahresbeginn spürbar angehoben. Die konjunkturelle Erholung der letzten Quartale spiegelt sich damit auch in einer besseren Gewinndynamik bei den Unternehmen wider.

Die vollständige September 2017 Ausgabe von märkte | unteruns finden Sie links als PDF.

Europäische Aktien: Ein positiver Kreislauf

Für Aktienanleger ist Europa dank der robusten wirtschaftlichen Erholung und der verbesserten Aussichten für die Unternehmen die attraktivste unter den wichtigen Regionen, zeigt Tomás Pintó, Co-Head of European Equities bei Pictet Asset Management.

In Europa scheint sich die fundamentale Situation auf Makro- und auf Unternehmensebene zu verbessern. Worin sehen Sie die erfreulichste Entwicklung? 

TP: In Europa gibt es gleich mehrere Gründe für Optimismus.

Zunächst einmal werden europäische Unternehmen weltweit konkurrenzfähiger. Dank Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen können sie ihren Anteil an den globalen Exporten erhöhen.

Ein zweiter positiver Faktor ist die geringe Lohninflation. Die Beschäftigungsquoten steigen in Europa zwar an, bleiben aber hinter denen anderer Regionen zurück. Daher sind die Überkapazitäten am europäischen Arbeitsmarkt größer, und es dauert länger, bis Lohndruck die Kosten in die Höhe treibt. Dies verschafft europäischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern aus den USA, Japan und den Schwellenländern.

Hinzu kommen die Verbesserungen im europäischen Finanzsektor. Viele europäische Banken sind so gut aufgestellt wie seit Jahren nicht mehr, und sie übererfüllen die Anforderungen der Regulierungsbehörden im Hinblick auf Kapitalunterlegung und Verschuldungsquoten. Die jüngste Rettung zweier italienischer und einer spanischen Bank wurde von den Anlegern als abschließende Bereinigung nach immer wieder neuen Krisen gewertet. Noch vor zwei Jahren hätte dieser Vorgang Panik an den Aktienmärkten ausgelöst.

Insgesamt verbessern sich die Bilanzen von Staaten, Unternehmen und Konsumenten erstmals seit vielen Jahren. Unserer Einschätzung nach wird dies zu einer starken Belebung der Investitions- sowie der Fusions- und Übernahmetätigkeit führen, da die europäischen Unternehmen die erwirtschafteten überschüssigen Barmittel nutzen möchten – ein weiterer positiver Impuls für die Aktien der Region. 

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass die europäischen Firmen mittlerweile nur noch durch Investitionen und Übernahmen wachsen können, nachdem die Kapazitätsauslastung bei 80% einen Wendepunkt erreicht hat. Dementsprechend ist der Wert der Fusions- und Übernahmetransaktionen in Europa im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 135 Prozent gestiegen. Ausländische Unternehmen erkennen zunehmend den relativen Wert europäischer Beteiligungen. So entfielen fast zwei Drittel (d.h. 550 Mrd. EUR) des Wertes der jüngsten Fusionen und Übernahmen auf Käufer außerhalb Europas.1 

Insgesamt sorgt all dies für einen Puffer, der es der Wirtschaft ermöglicht, mit einer etwaigen Reduzierung der geldpolitischen Anreize seitens der Europäischen Zentralbank fertig zu werden.

VERFÜGBARE BARMITTEL
Freie Cashflow-Rendite (%) des MSCI Europe ex-financials

Quelle: MSCI, FactSet Fundamentals, Morgan Stanley Research, per 31.03.2017

Wie beurteilen Sie den Gewinnausblick bei europäischen Unternehmen? 

TP: Erstmals seit sieben Jahren haben Analysten ihre ursprünglichen Prognosen für Unternehmensgewinne in Europa nach oben angepasst. Der Konsens rechnet für 2017 nunmehr mit einem Wachstum von 15 Prozent. Wir erkennen Spielraum für weitere Verbesserungen, da sich die Gewinne noch immer unterhalb ihres langfristigen Trends bewegen.

Das bleibt den Anlegern nicht verborgen. Mittlerweile engagieren sich auch jene Anleger bei europäischen Aktien, die die Region lange Zeit untergewichtet hatten. In diesem Jahr haben Investmentfonds und börsennotierte Fonds (Exchange-Traded Funds, ETF) bislang mindestens 30 Mrd. EUR in europäische Aktien investiert, nachdem 2016 Mittelabflüsse von 100 Mrd. EUR verzeichnet wurden.2

Wie können Aktienanleger das verbesserte Investitionsklima in Europa am besten nutzen?

TP: Oberflächlich betrachtet, bieten sich an den europäischen Aktienmärkten zahlreiche Anlagegelegenheiten. Aber es gibt Unterschiede. Anleger sollten in guten Zeiten genauso kritisch sein wie in schlechten. 

Wir engagieren uns ausschließlich in Unternehmen, die unseres Erachtens in der Lage sind, starke Cashflows zu erwirtschaften und diese mit hohen Renditen wieder neu zu investieren.  

„Dieser Ansatz erfordert Überzeugung, Geduld und Disziplin.“

Wir möchten nur an solchen Unternehmen beteiligt sein, die ihre Kapitalrendite konstant halten oder verbessern können. Um dies beurteilen zu können, blicken wir nicht zurück, sondern nach vorne, wobei wir beispielsweise unser eigenes Prognosemodell für die freien Cashflows der Unternehmen einsetzen. Ein wesentliches Element unseres Anlageansatzes ist die Überzeugung, dass die genannten Ziele mit dem Geschäftsmodell auf Dauer erreicht werden und das Unternehmen seine Barerträge künftig steigern kann. Allen von uns ausgewählten Unternehmen trauen wir für die Zukunft starke Cashflows zu, die der Markt aktuell nicht angemessen einpreist. 

Neben der Fähigkeit, Cashflows und hohe Erträge zu erwirtschaften, erwarten wir von den Unternehmen auch Wertsteigerungspotenzial. Wir kaufen daher Aktien, die einen Abschlag auf eine konservative Schätzung ihres inneren Wertes aufweisen, wodurch wir etwaiges Abwärtspotenzial bei unseren Anlagen begrenzen. Um das Wertsteigerungspotenzial einer Aktie einschätzen zu können, setzen wir daher, anders als viele unserer Mitbewerber, ein absolutes Kursziel und keinen relativen Referenzpunkt.

Dieser Ansatz erfordert Überzeugung, Geduld und Disziplin.

Im Übrigen stellen wir unser Portfolio schrittweise zusammen, wobei wir bei unseren Entscheidungen von unserem eigenen Research und nicht von einem Referenzindex ausgehen. Wir halten demnach über das gesamte Spektrum der Marktkapitalisierungen hinweg Ausschau nach Gelegenheiten. Bis zu 20 Prozent des Portfolios können auf Aktien von Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung unter 2,5 Mrd. EUR entfallen.

Innerhalb des europäischen Aktienuniversums decken wir mindestens 2000 Werte ab. Bei der Zusammenstellung unserer Portfolios unterliegen wir keinen Benchmark-Beschränkungen, und wir engagieren uns ausschließlich in Unternehmen, von denen wir am stärksten überzeugt sind. Das Ergebnis ist ein konzentriertes Portfolio mit etwa 40 Positionen.

Der aktive Anteil des Portfolios liegt deutlich über 80 Prozent, und unser geringer Portfolioumschlag von rund 30 Prozent ist ein weiterer Beleg dafür, wie stark wir von unseren Anlagen überzeugt sind. 

Auf diesem Weg möchten wir ein Portfolio zusammenstellen, das auf lange Sicht stabile Erträge erzielen und seine Konkurrenzprodukte übertreffen kann.


Quellen:
1) Bloomberg per 30.6.2017. Ohne zurückgezogene und abgeschlossene Transaktionen
2) EPFR per 9.8.2017

Über den Autor
Tomás Pintó kam 2014 zu Pictet Asset Management und hat innerhalb des Developed Equities Teams die Position des Co-Head of European Equities inne. 
Vor seinem Wechsel zu Pictet war er für Verrazzano Capital in Paris als Gründungspartner und Senior Investment Officer tätig. Davor arbeitete er fünf Jahre bei Henderson Global Investors, zuletzt als Portfoliomanager. Zu Henderson kam Tomás Pintó durch die Übernahme von Gartmore Investment Management, wo er eine ähnliche Position bekleidet hatte. Dem vorangegangen waren fünf Jahre als Research-Analyst bei Kepler Capital Markets. Begonnen hatte er seine Laufbahn als Prüfer und Berater bei Arthur Andersen in Madrid (1999). 
Er besitzt einen Abschluss der Universität Carlos III (Madrid) im Bereich Management und Betriebswirtschaft.

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How frightening is quantitative tightening?

Robin McDonald, Fund Manager at Schroders, and Marcus Brookes, Head of Multi-Manager at Schroders, examine some of the potential consequences for markets when the Fed removes the punchbowl of QE. Will it be as boring a process as Janet Yellen hopes?

A high level of uncertainty surrounds the Federal Reserve’s (Fed) reversal of quantitative easing (QE), otherwise known as balance sheet normalisation or quantitative tightening (QT).

In a similar way, uncertainty surrounded QE’s introduction in 2008. While investors quickly grasped that it was bullish for asset prices (and have seldom looked back since), they also thought it would be highly inflationary for the real economy. This has not been the case. 

Understandably, Fed officials are playing down the significance of shrinking its balance sheet.  Only last week, Fed President Williams remarked “we’re trying to make it boring”. In June, Janet Yellen said she hoped the process would be akin to watching paint dry. Here, we’ll attempt to evaluate whether that is the most likely scenario.

Extreme monetary loosening

“The US government has a technology called a printing press (or today its electronic equivalent), that allows it to produce as many US dollars as it wishes at no cost, ” Ben Bernanke, November 2002

Between 2009 and 2014, the US Federal Reserve created $3.5 trillion during three phases of QE. It used that money to buy $3.5 trillion dollars worth of financial assets – principally government bonds and mortgage backed securities issued by the government-sponsored entities Fannie Mae and Freddie Mac. 

Now, a quick exercise to provide context to that number. Let’s say a shopper is tasked with spending $20 per second and has to do so 24 hours per day until penniless. For example, a shopper beginning with $100 could shop for a mere five seconds; a shopper beginning with $1,000 could shop for 50 seconds, and so on. For some, this might sound like nirvana (much like the above quote).  But imagine having to do it for 578 days straight!  Even worse, imagine then finding out that having only spent $1 billion, you’re not even 1% done… not even 0.1% done in fact! 

If that doesn’t make you pause for thought, understand that in order for you to spend what the Fed has printed and spent through its quantitative easing programme at a rate of $20 per second, it would take you the grand total of 5,547 years, give or take.  So if you started in around the year 3530 BC, you’d be just about done. Phew! 

The point is that $3.5 trillion is a pretty large amount of money. One which you would expect if spent over a six-year period would distort the price of anything, bond markets included.

Before looking at how the Fed plans to unwind its balance sheet, let’s reflect on what QE has helped facilitate for the real economy, at least in the short-term. Note that throughout the following paragraphs we’ll be using the following terms interchangeably: bond yields, market interest rates and cost of credit – they’re all essentially one and the same: 

  1. First things first; the initial rounds of QE injected money into the economy at a time when the banking sector was deleveraging. An important lesson from the Great Depression was to not allow broad money growth to turn negative. QE helped to avoid that. It has subsequently been used as a tool to realise other objectives…
  2. By lowering market interest rates, QE has permitted the government to run budget deficits more cheaply than would otherwise have been the case. Indeed, as any profits earned by the Fed on its bond holdings are remitted back to the Treasury department, these deficits have effectively been part-funded free of interest. In case that sounds inconsequential, last year alone the Fed returned $92 billion of ‘profit’ to the government, reducing the budget deficit by 14%. Between 2009 and 2016, the total amount remitted has been $676 billion. To the extent that this has enabled the government to run larger deficits than would otherwise have been the case, it has incrementally helped stimulate the economy.
  3. Lowering market interest rates has also stimulated the economy by making private sector credit more affordable. For the household sector, this has helped sustain consumption growth in spite of stagnating wages. Indirectly, it has also created a positive wealth effect for consumers by pushing up the prices of stock, bonds and real estate. Household net worth currently stands at an all-time high of approximately $90 trillion – some 60% higher than its low of 2009.
  4. Judging the consequences for the economy of reducing the cost of credit to the corporate sector is more complicated. In the short term it can be argued that it has been beneficial for both profits and P/E multiples, therefore contributing to the positive wealth effect described above. On the other hand it can also be argued that it has encouraged financial engineering over capital investment; reducing future productivity growth, as well as impeding the process of creative destruction by allowing weak companies to stay alive - leading to a decline in the longer-term structural growth rate of the economy.

A critical point to note, however, is that governments, households and the corporate sector are all more leveraged today than they were pre-crisis, making the system potentially very sensitive to higher interest rates and thus more fragile. 

For now though, we think most would argue that the benefits of QE have outweighed the potential costs and risks. It remains to be seen whether this will remain the case as the programme is unwound.

Extreme monetary tightening?

“I have absolutely no doubt that when the time comes to reduce the size of the balance sheet we’ll find that a whole lot easier than we did when expanding it,” Sir Mervyn King, February 2012

At present, when the bonds owned by the Fed mature, it simply reinvests the proceeds into new bonds, thus keeping the size of its balance sheet stable while having very little impact on the market. However, when quantitative tightening begins, the Fed will start tapering these reinvestments, allowing its balance sheet to gradually shrink.

Over time, the plan is to reinvest less and less - as per the schedule reproduced in the table at the foot of the article - until such a time as it considers its balance sheet ‘normalised’. 

Incidentally, the Fed has not communicated what it considers its normalised balance sheet size to be. We’re not surprised by the desire to be vague here, as a lot will depend on how the economy and financial markets behave. What we assume though is that the Fed will not seek to unwind the full $3.5 trillion, as the balance sheet has always grown naturally over time, reflecting a steady increase of currency floating around the economy. 

It is currently expected that QT will begin in October, at the start of the US government’s 2018 fiscal year. Richard Koo at Nomura estimates that, assuming currency in circulation continues to expand in line with its recent trend, the programme will  continue until June 2021 (all being well), contracting the balance sheet by approximately $2 trillion.

So, the obvious question at this point is: if QE pushed interest rates lower and asset prices higher, why would the opposite not unfold under QT?...and there is the $3.5 trillion question! 

We expect the Fed will have three basic objectives when it comes to unwinding its balance sheet:

  1. Don’t crash the bond market
  2. Don’t crash the stockmarket
  3. Don’t crash the economy

If the risk of any of these becomes uncomfortably high (most likely brought about by bond yields jumping), the Fed has already hinted that it could either resume reinvestments to stabilise its balance sheet, cut short-term interest rates, or in extremis re-expand the balance sheet through further asset purchases (QE4). 

For those of a bullish disposition who interpret that as an effective ‘put’ and a green light to buy bonds at microscopic real yields and/or equities at record high prices, what follows is a closer look at the challenges of unwinding the programme.

Objective no.1: Don’t crash the bond market

As mentioned above, keeping bond yields from moving sharply higher is critical to the success of QT.

In theory, through passively unwinding its balance sheet by just allowing the bonds it owns to mature, the Fed circumnavigates the fear of what might happen to yields if it was to ever try and sell such a large amount of bonds directly.

In practice however, there is next to no difference. The Treasury, for instance, doesn’t actually have the money available to repay the Fed for its maturing bonds. As such, it will need to issue new debt in the form of ‘refunding bonds’ to the private sector in order to repay the Fed. This will have exactly the same economic effect as if the Fed had sold the bonds directly. 

The proceeds from these refunding bonds will then be transferred from the treasury to the Fed, who will retire it, removing it permanently from the bond market and simultaneously shrinking its balance sheet.

Referring again to the Fed’s schedule in the appendix, you will see that the numbers we are talking about here are hardly trivial.  Assuming the programme gets underway in October, the Fed stands to retire $300bn in FY2018 and $600bn in FY2019.  For reference, $600 billion is roughly equivalent to the federal budget deficit last year.  According to the US Office of Management & Budget, the deficit is projected to average $519 billion per year between 2017 and 2021.  This is before making any allowance for President Trump’s plans for both tax cuts and increased spending, so the numbers could be significantly higher.

Collectively, this equates to a massive amount of new supply – $2 trillion or higher in the next two years. This is the equivalent of literally doubling the size of the budget deficit out to 2021. While we have little doubt that these bonds will be bought, the question is at what price, or more specifically, what yield? The levels of compensation bond investors currently receive across the risk spectrum range from negligible in real terms (government bonds) to among the lowest in history (high yield). To an extent, this is a consequence of the artificial suppression of yields elicited by central banks through QE. 

With a significant increase in supply hitting the market in coming years and the largest uneconomic buyer exiting stage left, pressure should build for yields to move higher.

There is an additional risk facing the market for corporate bonds. While their yields would most likely move higher in sympathy with those of government debt, corporate securities are also vulnerable to a re-widening of credit spreads that have been crushed as a result of the global reach for yield. That corporate bonds have been sold to many low-risk investors seeking to offset the negative real returns from cash should be of great concern here.

Objective no.2: Don’t crash the stockmarket 

The equivalent outcome for the equity market – effectively an increase in risk premia – would manifest itself in a falling P/E multiple. Generally speaking, the US stockmarket today is richly priced on pretty much every meaningful measure one cares to analyse.  In practice this means that:

  1. Future returns for the balance of this cycle will likely be dismal, particularly on a risk-adjusted basis - regrettably just at the point where past returns appear most impressive, inspiring a wave of passive investment
  2. Stocks are rather vulnerable to a negative shift in fundamentals and/or a bearish swing in investor sentiment

Although this has been the case for some time now, it has been overcome by the liquidity support central bankers have provided by remaining spectacularly dovish nine years into this recovery. Investors have been conditioned to buy every dip. We would merely ask for how long that will remain the correct response going forward as liquidity is withdrawn. An additional consequence of QE has been the collapse in volatility to historically very depressed levels. We think it’s complacent to expect it to remain so low.

Objective no.3: Don’t crash the economy

Boiling it down for the economy, the crucial question for the US (and globally) is what happens to the cost of credit. As mentioned above, governments, households and the corporate sector are all more leveraged today that they were when the world began falling to bits a decade ago as a result of too much debt. 

Gary Cohn, who is currently President Trump’s chief economic adviser and a frontrunner to replace Janet Yellen as chair of the Fed next year, recently said “If we woke up tomorrow and every central bank in the world raised their interest rates by 300 basis points, the world would be a better place.” In many ways, we think that’s right.  Sadly, in practice there’s just too much debt in the world to allow it to happen.

We’ve written previously about how the economy has changed from decades past, but essentially since interest rates peaked and began falling in the early 80s, credit has replaced savings as the driver of economic growth. When credit growth was strong, economic growth was strong. When credit growth was weak, as has been the case this cycle, economic growth has been weak. 

All else being equal, we think it’s reasonable to assume that if interest rates move higher as a result of QT, private sector credit growth, which is already slowing, will slow further. This may be compounded by a negative wealth effect if asset prices move lower too.

All of which places even more emphasis on resolving the absolute disarray in Washington. Suffice to say that the combination of a gridlocked government and a sluggish consumer is not great for the overall economy.

For all of these vulnerabilities, it is easy to see why many believe the Fed won’t make much progress with unwinding QE. The economy and the markets simply won’t permit it.

Concluding thoughts

We began this note by highlighting that there was a lot of uncertainty surrounding QT. What we have tried to do is draw attention to some of the realities of what the Fed is trying to do.

Unwinding a significant proportion of its gigantic balance sheet without disturbing the economy or markets, quite frankly, looks challenging. It’s never had to be done before. Moreover, there are a number of questions that remain unanswered.  Here are six:

  1. What is the Fed’s tolerance for rising bond yields?
  2. How will they respond if the S&P falls 20%?
  3. How tapped out is the consumer, and what is their sensitivity to higher interest rates?
  4. If credit spreads rise, will companies continue to issue debt to buy back shares?
  5. If all goes well, how long will it be before other central banks begin reversing their unconventional policies?
  6. What policies will President Trump put in place? Will they be inflationary? Will they push up interest rates? 

Now, does all of this uncertainty mean you shouldn’t invest? No. Does it suggest you ought to be investing conservatively? In our view, yes. Does it mean that you should ensure your portfolio and risk tolerance are properly aligned?  Absolutely!

According to FactSet, over the past five years, trailing earnings per share for the S&P 500 have risen by 12% in total – roughly in line with the rate of inflation. Over the same five years, the S&P index has risen by about 72%. Put simply, quantitative easing has inflated asset prices. In hindsight, you’d have hoped its unwind would be taking place at a time when the economic cycle was less mature than it appears today. But we are where we are.

To the extent that watching paint dry really is rather boring, we’re going to have to disagree with Janet Yellen on this one. We expect the next few years to be rather more interesting.


This article has first been published on schroders.com.

Multi-Asset-Strategien der nächsten Generation lösen klassische Allokation ab

Für ein ausgewogenes, diversifiziertes Portfolio ist die richtige Zusammensetzung aus Aktien und Anleihen entscheidend. Viele Anleger wenden dabei das sogenannte 60/40-Modell an: Eine Gewichtung, bei der 60 Prozent in Aktien und 40 Prozent in Anleihen investiert wird. „Obwohl sich dieser Standardansatz für die Asset-Allokation nicht als Patentrezept für jede Marktsituation eignet, hat er den Anlegern bisher gute Dienste erwiesen“, sagt Larry Hatheway, Chefökonom und Head of Investment Solutions bei GAM. „Aber es ist an der Zeit, dieses Konzept zu überdenken, denn die 60/40-Regel erfüllt ihren Zweck im heutigen Marktumfeld nicht mehr.“

Der traditionelle Ansatz gehe davon aus, dass Aktien und Anleihen nur schwach korrelierten. In den letzten 40 Jahren sei dies jedoch überwiegend nicht der Fall gewesen. So zeigten seit Beginn der 1980er Jahre sowohl die Aktien- als auch die Anleihekurse einen grundlegenden Aufwärtstrend. „Das Ergebnis dieser Entwicklung kam dem 60/40-Ansatz dennoch zugute“, sagt Hatheway. „Die mangelnde Diversifikation wurde durch die soliden Kursgewinne kompensiert.“ So hätten zum Beispiel nach der Finanzkrise Aktien und Anleihen kräftig zugelegt, da die extrem niedrigen Bewertungen und der Wiederanstieg der Rentabilität die Aktienrenditen beflügelten, während die Geldpolitik der Zentralbanken die Gewinne der Anleiheanlagen steigen ließ. 

Beunruhigendes Marktumfeld für klassische Portfolios

„An den Wendepunkten des Konjunkturzyklus sinkt die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen jedoch in der Regel in den negativen Bereich“, sagt Hatheway. „In frühen Erholungsphasen nach einer Rezession oder in Volkswirtschaften, die eine Deflation überwinden, erzielen Aktien Kursgewinne, während die Anleiheerträge nachgeben. Auch vor einer drohenden Rezession treten negative Korrelationen auf, da Staatsanleihen dann Gewinne verbuchen, während die Aktienkurse sinken.“ Die 60/40-Regel biete für negative Korrelationen zwar mit der taktischen Asset-Allokation eine Lösung. Diese soll die Wendepunkte von Zyklen antizipieren. Bei richtiger Handhabung sei es mit einem flexiblen 60/40-Ansatz auch möglich, durch das Auf und Ab des Konjunkturzyklus zu navigieren. „Dieser Ansatz funktioniert aber nicht immer, selbst wenn ein kompetenter Taktiker am Ruder steht. Das aktuelle Marktumfeld ist im Hinblick auf die 60/40-Regel besonders beunruhigend.“

Die größte makroökonomische Herausforderung sei aktuell ein unerwarteter Anstieg der Inflation. „Steigende Inflationsraten lösen Verkaufswellen am Anleihenmarkt aus und führen aufgrund der wachsenden Unsicherheit zu höheren Risikoprämien bei Aktien. Folglich geben die Aktienkurse nach“, sagt Hatheway. „Da Aktien und Anleihen dann gleichermaßen unter Druck stehen, wird es selbst einem begabten 60/40-Taktiker nicht gelingen, die unentbehrliche Diversifikation zu erreichen.“ 

Die anhaltend niedrige Inflation habe es den Zentralbanken ermöglicht, relativ lange an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten. Dies habe zu einer extremen Überbewertung von Anleihen geführt. In Verbindung mit einem stetigen Wirtschaftswachstum und hohen Unternehmensgewinnen habe die Flut an billigem Geld auch die Bewertungen der meisten Aktien über ihren langfristigen Durchschnitt steigen lassen. „Um es auf den Punkt zu bringen: Das klassische 60/40-Portfolio wird derzeit aus zwei Gründen infrage gestellt“, sagt Hatheway. „Erstens wird dieser Ansatz scheitern, wenn die Inflation an Fahrt gewinnt. Zweitens besteht ein solches Portfolios aus überbewerteten Vermögenswerten, die somit nur mäßige zukünftige Renditen erwarten lassen. Ein 60/40-Portfolio bietet derzeit eine Mischung aus Instrumenten mit niedrigen Renditen und hohen Risiken – also genau das Gegenteil seiner angestrebten Eigenschaften.“

Target-Return-Strategien als attraktive Alternative

Es gebe jedoch bessere Alternativen. „Die Idee, durch die Kombination schwach korrelierter Renditen Diversifikationseffekte zu erzielen, ist nach wie vor richtig.“ Die 60/40-Regel weise den entscheidenden Mangel auf, dass sie übermäßig stark von nur zwei Renditequellen abhänge – das reiche im heutigen Umfeld nicht mehr aus. Multi-Asset-Lösungen der nächsten Generation hingegen, insbesondere Target-Return-Strategien, böten Portfolios mit verschiedenen unabhängigen Renditequellen. „Ein Target-Return-Portfolio besteht in der Regel aus 20 bis 30 Marktpositionen, in der richtigen Kombination haben diese mit großer Wahrscheinlichkeit eine höhere Portfoliodiversifikation als der 60/40-Ansatz.“ Zudem könne jede Position in einem Target-Return-Portfolio anhand ihrer Korrelation mit verschiedenen Faktorrenditen bewertet werden. Diese Faktorpositionen ließen sich dann über das gesamte Portfolio aggregieren und ermöglichten dem Portfoliomanager dadurch eine fundierte Entscheidung über die Art und den Umfang der gewünschten Faktorrisiken für das Gesamtportfolio. 

„Target-Return-Engagements können als Short-, Long- oder marktneutrale Positionen konzipiert sein und bieten im Vergleich zu einem 60/40-Portfolio zusätzliche Renditequellen – und somit mögliche Diversifikationseffekte“, sagt Hatheway. Die Größe der Einzelpositionen werde anhand ihrer Volatilität und ihrer Korrelation zu anderen Positionen festgelegt. Das Ergebnis sei ein Portfolio, in dem jede Position den gleichen Beitrag zur Gesamtperformance leiste. „Sicherlich erfordert die Verwaltung eines Target-Return-Portfolios besondere Fähigkeiten, um Anlagechancen in allen Segmenten der Kapitalmärkte auszumachen. Wichtig ist zudem ein entsprechendes Know-how im Hinblick auf die Portfoliokonstruktion, die Risikokalibrierung und das Positionsmanagement.“ Dieser Ansatz erfordere Teamarbeit und die Fähigkeit, unterschiedliche Kompetenzen optimal zu nutzen.

„In einer Welt, in der ein 60/40-Modell nur mäßige potenzielle Renditen bei gleichzeitig hohen Risiken verspricht, sind alternative Ansätze gefragt. Diese Alternativen müssen den ursprünglichen Grundprinzipien dieses Modells besser gerecht werden und eher dafür geeignet sein, den Anlegern ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Das Target-Return-Konzept ist ein solcher Ansatz“, schließt Hatheway.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

US Schuldenobergrenze hält die Finanzmärkte auf Trab

von Felix Dornaus, Senior Fondsmanager der Erste Asset Management.

Die Trump-Regierung in Washington dürfte in den nächsten Wochen die Finanzmärkte auf Trab halten. Wieder einmal geht es um die Staatsschulden, die bald an das gesetzliche Limit stoßen werden.

Die USA haben sich vor Jahren selbst eine Schuldenobergrenze auferlegt (derzeit 19,9 Billionen US-Dollar). Bis zu dieser Grenze kann die Bundesregierung eigenständig entscheiden, wann sie Kredite zur Finanzierung von Ausgaben innerhalb der jährlichen Haushaltsgesetze aufnimmt. An und für sich kein Problem, denn in der Vergangenheit wurde die Schuldenobergrenze, wenn sie erreicht wurde, üblicherweise angehoben, damit die USA ihre Rechnungen bezahlen können.

Ausgabensperre: Kein Geld für Staatsdiener

Im Jahr 2013 lagen sich die Demokraten mit dem damaligen Präsidenten Obama und die Republikaner aber deswegen ordentlich in den Haaren. Und es kam zu einem Zahlungsmoratorium, das mehrere Tage dauerte (Government Shutdown). Dh es wurden nur die nötigsten Ausgaben getätigt, Museen blieben geschlossen, etliche Staatsdiener mussten auf ihre Löhne warten, ca. 800.000 wurden auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Dienstleistungen „nicht essentieller“ Organisationen/Institutionen mit Staatsfinanzierung wurden zurückgefahren oder sogar eingestellt. Davon betroffen waren ZB bestimmte Gesundheitseinrichtungen oder auch Finanzämter.

Wann genau den USA das Geld ausgehen könnte, kann nur ungefähr erahnt werden. Aber ohne Deal zwischen den beteiligten Akteuren könnte es zwischen Ende-September und Mitte Oktober so weit sein. Jedenfalls endet am 5. September die Sommerpause des Kongresses und dann dürfte die heiße Phase der Verhandlungen beginnen. Allzu viel Zeit für eine Einigung bleibt aber nicht.

Unsicherheit an den Anleihen-Märkten

Die Unsicherheit führte bereits dazu, dass kurzlaufende US-Schatzscheine mit Fälligkeit im Oktober Federn lassen mussten im Vergleich zu jenen, deren Rückzahlung im November fällig werden. Die Oktober-Fälligkeiten verzeichneten einen Anstieg der Rendite auf ca. 1,04%, den höchsten Satz seit 2008.

Erinnerungen an das Jahr 2013 werden wach. Was ist damals passiert?

10-jährige Staatsanleihen:
Nach einem Hoch bei ca. 3% am 5.9.13 fällt die Rendite um ca. 50 Basispunkte (100 Basispunkte = 1 Prozent) in der Zeit des Government Shut Down (30.9.-16.10.2013). Es dauert bis Ende Dezember 2013, bis sie wieder bei 3% steht.

Aktien:
Zwischen 18.9. und 8.10.2013 fällt der Standard&Poors-Index um ca. 75 Zähler (ca. – 4,3%), erholt sich aber schneller und konnte die Verluste bereits um den 17.10.2013 wieder wett machen.

US-Dollar:
Zwischen 5.9. und 22.10.2013 (= Startpunkt Erholung) verlor der Bloomberg USD Spot Index ca. 3,8%.

US O/N Repo-Rate:
Anstieg von ca. 0,05% auf 0,23% (zwischen Anfang September und Mitte Oktober 2013.

Noch keine Einigung

Die Republikanische Parteiführer befürworten die Verabschiedung einer “Clean Debt Ceiling Bill”, also OHNE Ausgaben- und Schuldenreformen als Vorbedingung.

Obwohl sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat republikanische Mehrheiten bestehen, werden die Republikaner für ihren Plan die Stimmen der Demokraten benötigen. Der Grund ist naheliegend: Etliche Republikaner haben die Nase voll und wollen die Linie der Parteiführung, die Schulden abermals netto zu erhöhen, nicht mittragen und verknüpfen ihre mögliche Zustimmung aber mit einer Forderung nach einer Steuerreform. Schließlich hat manchen dies schon während der Obama Administration nicht gefallen. Die Demokraten scheinen eher zu einer bedingungslosen Erhöhung der Schuldenobergrenze zu neigen.

Um die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko sicherzustellen, möchte sie Präsident Trump mit der Schuldenobergrenzen-Diskussion legistisch verknüpfen. Anderenfalls droht er mit einem Veto, welches zu einem Shutdown, also einer Ausgabensperre, führen würde.

Harvey machts möglich: kurzfristige Anhebung des Limits als Lösung?

Wie es in schwierigen Phasen oft der Fall, kommt es anders als angenommen. Der fürchterliche Wirbelsturm Harvey, der durchs Land gezogen ist und in Texas zu historischen Überschwemmungen und Verwüstungen geführt hat, lässt die Streitparteien möglicherweise enger aneinander rücken. Eine teilweise Stilllegung der Staatsleistungen, noch dazu, wenn es um die dringliche Auszahlung von Hilfsgeldern für die Opfer der Sturmkatastrophe geht, will niemand politisch in Kauf nehmen. Es kann daher durchaus sein, dass das Schuldenlimit rascher als befürchtet zunächst bis Ende 2017 erhöht wird, um dem Kongress und Trump mehr Zeit zum Verhandeln einer nachhaltigeren Lösung zu geben.

Komplett Ausfall unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen

Ein Zahlungsausfall (Default) ist unwahrscheinlich, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Falls es dennoch zu einem Default kommt, gilt es zu beurteilen, ob er nur eine temporäre Störung (wie 2013) sein wird oder ob eine nachhaltige, kritische Disfunktion in der Regierbarkeit des Staats gegeben ist. In einem solchen Fall dürfte es zu einer erheblichen Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Zinskosten kommen mit wahrscheinlich rezessiven Auswirkungen und einer Herabstufung des US Staatsrisiko-Ratings. Standard & Poors schätzt, dass ein „Government Shut-Down“ Kosten in Höhe von mindestens U 6,5 Milliarden US-Dollar pro Woche verursachen würde, bei einer Wachstumsabschwächung von 0,2% im 4. Quartal 2017. Das wären höhere Reibungsverluste als 2008 die Lehman Krise verursachte.


 

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Gute Chancen, dass sich noch günstigere Einstiegszeitpunkte ergeben werden

Judith Galter, Finanzanalystin der RBI Wien, zu den etablierten Aktienmärkten.

Die erneute Zuspitzung des USA-Nordkorea-Konfliktes sorgte für eine zwischenzeitliche Risk-off Phase an den internationalen Finanzmärkten. Der Goldpreis verzeichnete Anstiege, während die etablierten Aktienmärkte wieder kurzfristig einen Rücksetzer hinnehmen mussten. Japanische Aktien zeigten sich besonders belastet, da Nordkorea die Raketen über die japanische Insel Hokkaido hinweg abfeuerte. Eine militärische Intervention seitens der USA bzw. ein Präventivschlag scheint uns allerdings weiterhin unwahrscheinlich. Die Machthaber beider Länder sind zwar wenig berechenbar, das Risiko, dass ein amerikanischer Militärschlag mit massiver Zerstörung in Südkorea verbunden ist, dürfte aber doch zu hoch sein – selbst für den aktuellen US-Präsidenten oder wenigstens sein Regierungsteam. Die Beendigung der gemeinsamen jährlichen Militärübung von USA und Südkorea könnte dazu beitragen, dass die Situation zumindest nicht weiter eskaliert. Der negative Einfluss auf die Aktienmärkte sollte daher von kurzer Dauer sein, was sich auch an der schnellen Erholung der Indizes an Tagen ohne Trump Twitter Meldungen zeigt.

Europäische Titel unterlagen aufgrund der Euro-Aufwertungsbewegung gegenüber dem USD in Folge von Draghis Rede in Jackson Hole zusätzlichem Abgabedruck. Grund war, dass der EZB-Chef keine Sorgen über die starke Gemeinschaftswährung äußerte, woraufhin diese zwischenzeitlich die magische Marke von 1,20 (ab diesem Level wird die Aufwertung laut EZB als unangenehm empfunden) sprengte. In diesem Zusammenhang könnte die EZB-Sitzung am Donnerstag von Interesse für die Anleger sein.

Hurrikan Harvey hatte auf die US-Aktienmärke wenig Einfluss. Nur der Finanzsektor stand aufgrund von Kursverlusten von Versicherungen etwas unter Abgabedruck. Für den Energiesektor ergab sich die ungewöhnliche Situation, dass aufgrund der Schließungen von Raffinerien in Texas die US-Benzinpreise stark gestiegen sind (über 20 %) – es wird aktuell weniger Benzin produziert – aber der Ölpreis Rückgänge verzeichnete – es wird aktuell auch weniger Öl nachgefragt.

Auf Sicht Dezember bleibt unsere Einschätzung für Aktienmärkte aufgrund der soliden Konjunktur und der guten Wachstumsaussichten für Unternehmensgewinne ein positives. Im September, dem saisonal volatilsten Monat des Jahres für Aktienmärkte, sehen wir aber gute Chancen, dass sich noch günstigere Einstiegszeitpunkte ergeben werden (Stichwort: „Government Shutdown“). Ausgewählte Indizes (DAX, Euro STOXX 50) erscheinen aufgrund der letzten Rückgänge bei Bewertungen und Kursen schon jetzt attraktiv genug für einen Einstieg. Für die restlichen Indizes würden wir die Empfehlung bei Kursschwäche von „Halten“ auf „Kauf“ drehen.

Nordkorea-Spannungen stützen die Goldnachfrage

Gold-ETPs verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit März, da die Spannungen im Nordkorea-Konflikt zunahmen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Short-Rohöl-ETPs kam es zu Zuflüssen, da die Rohölpreise um die Durchschnittsmarke von 50 USD/Barrel schwankten. Die Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in China nahm im August stärker als erwartet zu, sodass die Anleger auch Gelder in Kupfer-ETPs lenkten.

Als Nordkorea weitere Raketentests in der Nähe von US-Gewässern androhte, strömten die Anleger in Scharen in Gold-ETPs (A0LP78). Da sich die Nordkorea-Spannungen in der vergangenen Woche verschärften, flossen 122,5 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G). Demonstrationen der militärischen Stärke sind zwar mindestens seit den Achtzigerjahren Teil der Politik Nordkoreas, aber seit Kim Jong-un im Sommer 2016 behauptete, seine Raketen könnten auch die USA treffen, werden die Provokationen zunehmend schärfer. Als eine dieser Raketen am Dienstagmorgen Japan überflog, war die Grenze vom verbalen Affront zur Militäraktion überschritten. Südkorea und seine Verbündeten reagierten noch am selben Tag mit einer Übung mit Gefechtsmunition, an der auch US-Bomber teilnahmen, das heißt, mit einer eigenen Machtdemonstration. Russland und China andererseits drängen auf eine Fortsetzung der diplomatischen Gespräche. „Der Goldpreis stieg am Dienstag um 2,6 Prozent, sodass er mit 1.318 USD/oz. auf dem höchsten Stand seit September 2016 schloss. Die Woche beendete er mit 1.320 USD/oz. Platin und Silber hingegen verzeichneten vermutlich aufgrund von Gewinnmitnahmen Abflüsse in Höhe von 12,4 Mio. USD beziehungsweise 34,5 Mio. USD. Die Preise hatten zuvor den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2017 erreicht“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Trotz der robusten Nachfrage in den USA zeigten Short-Rohöl-ETPs gemischte Signale. Hurrikan Harvey, der die US-Golfküste traf, beschädigte ein Drittel der US-Raffinerien, sodass Heizöl und Benzin auf den höchsten Stand seit Sommer 2015 stiegen. Der Hurrikan, der inzwischen auf ein tropisches Tiefdruckgebiet herabgestuft wurde, ist der erste Sturm der Kategorie 3 seit 2005, der das Festland der USA erreicht hat. Die Rohölpreise haben sich auf ihrem aktuellen Niveau gleichwohl kaum bewegt. Rohöl der Sorte WTI fiel in der vergangenen Woche um 1,2 Prozent, während die Sorte Brent weiter seitwärts lief. Erdgas legte im Wochenverlauf um 6,2 Prozent zu, da der September-Kontrakt am Mittwoch mit Contango in den Oktober-Kontrakt weitergerollt wurde. „Nach den Abflüssen der letzten sechs Wochen verzeichneten Rohöl-ETPs diesmal Zuflüsse in Höhe von 5,8 Mio. USD, hauptsächlich in Short-Rohöl-ETPs. Die Anleger sind offenbar der Meinung, dass die Preise in ihren aktuellen Spanne verharren werden. In den USA bleibt die Inlandsnachfrage fest, und die Lagerbestände fielen in der letzten Woche deutlicher als erwartet, obwohl die Fördermengen erneut zunahmen“, so Hein.

Kupfer-ETPs (A0KRJU ) verzeichneten Zuflüsse aufgrund der im August zunehmenden Aktivitäten des verarbeitenden Sektors in China. Der entsprechende chinesische Einkaufsmanagerindex überraschte den Markt positiv, während die Einkaufsmanagerindizes des Servicebereichs und des nicht-verarbeitenden Gewerbes so langsam wie zuletzt vor vier Monaten stiegen, da sich das Wachstum im Bausektor verlangsamte. Interessanterweise wurden die Industrieaktivitäten am Freitag vom Caixin-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes bekräftigt, der von 51,1 im Juli auf 51,6 anstieg und die Erwartungen von 51 übertraf. Während die Daten des chinesischen Statistikbüros auf mittleren und großen Unternehmen beruhen, folgt der Caixin Klein- und Privatunternehmen, sodass er als unabhängige Bestätigung der offiziellen Zahlen gelten kann. „Industriemetalle verteuerten sich in der vergangenen Woche im Schnitt um 3,0 Prozent und im vergangenen Monat um 10,8 Prozent. „Wir rechnen weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen und die Nachfrage nach Metallen stützen werden“, sagt Hein.

Chart attack: Seven market snapshots from August

Solar production, Asian equities, bullish Bitcoin, tech short-seller, economic growth, valuations, and tea all feature among the seven charts that caught our eye last month, says the Schroder's Investment Communications Team.

Solar production eclipsed (briefly)

The US came to a standstill on 21 August as people looked skyward to witness a remarkable solar eclipse. But as the moon blocked the sun it also temporarily blocked solar energy production.

California aims to generate 33% of electricity from renewable sources by 2020.

The main grid operator in the state, California Independent System Operator (CAISO), currently has around 29% of installed capacity in renewable energy sources. Of this 29%, almost half is in solar, close to 10,000 megawatts (MW).

As the chart highlights, installed capacity is not always available for distribution. Solar production varies by the weather and time of day. 

Although California State experienced only a partial eclipse on 21 August, the impact on solar energy production was marked. Across the length of the state, obscuration (the amount of the sun covered by the moon) ranged from 58-76%.

Ahead of the eclipse, CAISO estimated this would likely result in a loss of around 4,194MW of solar power production. The grid operator had spent a year planning for the event, in order to ensure it could offset this impact and still meet electricity demand. At the time of the last US eclipse in 1979, no solar generation was connected to the California grid.

Andrew Rymer

Asian equities bolstered by weak dollar

US dollar weakness is usually a positive signal for Asian stockmarket performance. It generally results in an increase in capital inflows, boosting demand for stocks in the region. It’s also good for those Asian companies which have loaded up on dollar debt in recent years, as the cost of servicing that debt is lowered. For a US dollar investor, local currency gains amplify stockmarket returns in the region.

Recent weakness in the greenback has seen the dollar index fall -8.9% year-to-date, but has coincided with robust returns for Asian stocks. The MSCI AC Asia ex Japan index has seen gains of 28.2% in the same period, comfortably outperforming returns from global equities.

It remains to be seen how long this run can last and whether it will reverse on the back of renewed US dollar strength or more hawkish signs on rates from the Federal Reserve.

Tim Phillips

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Bullish Bitcoin bets build

Bitcoin, the cryptocurrency, is still relatively new and not necessarily widely understood. It is defined as an open source peer-to-peer currency and a digital payment system. It operates without any central authority, bank or administrator, with payments processed directly between participants on an open network.

Its origins are also somewhat murky. It was founded by an unknown programmer. But this hasn’t stopped Bitcoin quadrupling in value, in US dollar terms, since the start of the year, following a 60% surge in August.

One source of increased demand for Bitcoin has come from initial coin offerings (ICOs) — unregulated issuances of crypto coins where start-up companies can raise money in bitcoin or other crypto currencies.

There is also a suggestion among analysts that the performance in August, taking place against a backdrop of increased market turbulence, indicates Bitcoin is coming to be regarded as something of a safe haven asset.

Aside from Bitcoin there are over 800 other ‘alt-coins’ with a total market capitalisation of around $50 billion. The spike in Bitcoin in August was precipitated by the cryptocurrency being split into Bitcoin and Bitcoin Cash following surging demand year-to-date.

The rapid increase in volume had caused difficulties in processing of payments with Bitcoin Cash designed to allow faster execution. There were also suggestions in the financial press of disagreements among key Bitcoin stakeholders.

James Molony

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Short-sellers get their teeth into FANGs

Eight out of the 12 most-shorted stocks in the US are from the tech sector, and the short interest is growing, according to latest data from S3 Partners.

If, as is frequently argued, Elon Musk’s Tesla is categorised as a tech stock rather than a car manufacturer, that figure rises to nine out of 12.

Investors “short” a stock when they expect the price to fall.

The tech sector, which includes the so-called “FANG” quartet of Facebook, Amazon, Netflix and Google (now Alphabet), has outperformed strongly in recent years. As a result, valuations have risen to levels that make some investors (including our Value team) nervous.

Year-to-date as at 29 August the S&P 500 North American Tech Sector index has risen 22.5%, compared to a return from the broad S&P 500 of 10.6%, according to Bloomberg. Over three years the respective numbers are 64% versus 36%.

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Philip Haddon

Goldilocks lives on 

In the latest Economic and Strategy Viewpoint (please note that it is written for professional investors and is not suitable for retail investors), our economists explain how steady global growth and low inflation mean we remain in a “Goldilocks” environment. This is a scenario where activity is – like the little girl’s porridge in the fairy tale – neither too hot nor too cold.

Chief Economist Keith Wade and his team continue to forecast global growth at 3% this year, after 2.6% in 2016. But they have trimmed their inflation forecast to 2.3% from 2.4%.

Looking into 2018, global growth is expected to remain stable at 3% with modest downgrades to the US, offset by upgrades to the eurozone and emerging markets.

Simon Keane

Safety in staples?

During the past few years of ultra-low interest rates, investors have largely favoured stable stocks offering attractive dividend yields. These were typically higher quality stocks in the healthcare and consumer staples sectors.

Sometimes described as “safe havens”, these are both sectors that enjoy demand for their products regardless of what’s going on in the economic cycle. As the chart below shows, the valuations of these two sectors ran up to peak levels in late 2015/early 2016 before starting to fall back again.

This decline coincided with a synchronised global economic recovery, optimism over President Trump’s pro-growth plans, and moves towards a more normal interest rate environment.

Both sectors are now significantly cheaper than they were a couple of years ago. However, they are still not far below their peak valuations and many investors would consider them to remain expensive, despite the recent declines.     

Emma Stevenson

Let them eat cake

The wildly popular cookery show Great British Bake Off returned to UK television screens this week to great fanfare.

Despite some concern over the move away from the BBC this season, the charm of the iconic big white tent (where the baking contest takes place) appears to remain unscathed.

But the positive influence of quintessentially British shows like Downton Abbey and “Bake Off” could be about more than just food for the soul.  They may have also contributed to a sharp acceleration in the UK’s food and drink exports to China in the past two years.

There has been a particularly steep climb in goods relating to “afternoon tea”.

In 2016, tea exports from the UK to China rose by 63%, and milk powder exports increased by 134%. Cake exports climbed 26% and spring water leapt by 139%, according to the Food and Drink Federation.  

Andrew Lacey


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Rückenwind für Biotechnologie-Aktien

von Harald Kober, Senior Fondsmanager der Erste Asset Management.

Aktien der Biotechnologie-Branche zählen zu den Bestperformern der letzten zehn Jahre. Nach der überdurchschnittlich starken Wertentwicklung von 2010 bis Anfang 2015, kam es zu einer Konsolidierung, ausgelöst durch Hedgefonds, die sich nun zu Ende neigt. Der NASDAQ Biotechnologie-Index, das für Biotech-Aktien wichtigste Kursbarometer, konnte seit Jahresbeginn 25% an Wert zu legen (Quelle: Reuters Datastream, per 31.08.2017). Auch die Emissionstätigkeit hat im zweiten Quartal 2017 deutlich angezogen. Der Biotechnologie-Sektor wird von neuen, innovativen und erfolgreichen Medikamenten-Entwicklungen profitieren. Was dürfen Anlegerinnen und Anleger von diesem Sektor erwarten? Ein durchschnittlichen zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstum der an der Börse notierten Biotechnologie-Unternehmen ist keinesfalls eine zu gewagte Prognose.

Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen
Bestperformer über 10 Jahre
Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen
Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen
Bewertung Biotechnologiesektor 2001-2017
Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen

Überalterung und Medikamenten-Innovationen sind die Wachstums-Treiber

Das Gesundheitswesen gilt als Leitindustrie des 21. Jahrhunderts. Durch das Wachstum der weltweiten Bevölkerung auf 9,2 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 und die prognostizierte Verdoppelung der Personen über 60 bis dahin, werden die Ausgaben für Gesundheit in den OECD-Ländern von derzeit 6% des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5% steigen (Quelle: OECD).

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die Medikamenten-Entwicklung revolutioniert. Trotz zahlreicher Innovationen und Forschungserfolge sind nur wenige Medikamente für die 1.200 seltenen Krankheiten am Markt. Selbst in den USA, die seit dem Amtsantritt von Präsident Trump durch die politische Debatte um eine Abänderung der Gesundheitsreform („Obamacare“) in die Schlagzeilen gerieten, wird die Gesundheitswirtschaft im nächsten Jahrzehnt der größte Arbeitgeber sein.

Dabei sind viele Krankheiten noch nicht erforscht, geschweige denn gibt es wirksame Medikamente. Das könnte sich bald ändern. Die Zulassung einer ganzen Reihe neuer Medikamente, etwa des Hautkrankheitspräparats Dupixent von Sanofi, des Wirkstoffs Ocrevus von Roche gegen Multiple Sklerose oder Durvalumabein Onkologie-Medikament von Astrazeneca gegen Blasenkrebs, steht bevor.

Quelle: Evaluate Pharma
Zulassung neuer Medikamente bringt Umsatzpotential
Quelle: Evaluate Pharma

Bewertung an der Börse halb so hoch als vor zwei Jahren

2016 stammten bereits 60% aller Medikamenten-Zulassungen aus den Labors von Biotechnologie-Unternehmen, geht man bei Evaluate Pharma aus. Die Zuversicht, dass die Erfolgsquote der Biotech-Unternehmen rasant steigen wird ist einer von mehreren Gründen, weshalb die Übernahmeaktivitäten wieder an Dynamik gewonnen haben. Die großen Pharmariesen halten Cash für Übernahmen bereit. Wir sehen, dass sich die Emissionstätigkeit im zweiten Quartal 2017 verglichen mit den zwei Quartalen davor mehr als verdoppelt hat. Damit könnte die ersehnte Trendwende bei Biotech-Aktien begonnen haben. Jüngster Paukenschlag: Das US-Pharmaunternehmen Gilead wird die Biotech-Firma Kite Pharma für 11,9 Milliarden US-Dollar übernehmen und will sich damit einen Platz im äußerst lukrativen Markt der Krebsbehandlung sichern. (siehe zB Handelsblatt vom 28.8.2017)

Niemand kann die Börsenentwicklung vorhersehen, aber was die Bewertung betrifft, hat es schon schlechtere Einstiegszeitpunkte gegeben. Auf Basis des Kurs-Umsatz-Verhältnisses ist der gesamte Sektor an der Börse nur etwa halb so hoch bewertet als am vorläufigen Höhepunkt der Aktienkurse im März 2015.

ESPA STOCK BIOTEC: Portfolio mit den Top-Biotech-Unternehmen

Anleger, die breit gestreut den globalen Biotechnologie-Sektor abdecken möchten, könnten zB. in den ESPA STOCK BIOTEC investieren. Der im Jahr 2000 aufgelegte Aktienfonds der Erste Asset Management investiert in ein Portfolio, bestehend aus 92 börsennotierten Unternehmen, vornehmlich aus den USA, das als Zentrum der Biotech-Branche gilt. Seit seinem Fondsstart hat der ESPA STOCK BIOTEC eine jährliche Performance von 9,04% (per 31.7.2017, Quelle www.erste-am.at) erzielt*. In diesem Fonds werden alle wesentlichen Anwendungsgebiete der Biotechnologie erfasst wie zB. Krebsforschung, personalisierte Medizin, Alzheimer, Zelltherapien, Seltene Krankheiten und Genforschung. Unter den Top-Positionen finden sich die führenden Biotechnologie-Unternehmen wie zB GileadBiogenSareptaCelgene, VertexRegeneron oder Alexion, um nur einige zu nennen. Wer in den ESPA STOCK BIOTEC investiert, genießt die Chance auf hohe Wertsteigerung, muss aber auch entsprechende Risikobereitschaft mitbringen und hohe Kursschwankungen verkraften können. Mit regelmäßigen Investitionen in einen Fondssparplan (s Fonds Plan) lässt sich das Timing-Risiko in Zaum halten.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

*) Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 4,00 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Rechtsdokumente und weitere Informationen zu dem genannten Fonds finden Sie unter www.erste-am.at.

Auf Sicht der nächsten Tage kaum Potenzial

Jörg Angelé, RBI Wien, zu den US Rentenmärkten.

In den nächsten Tagen stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. Auf größeres Interesse dürfte bei den Marktteilnehmern lediglich der ISM Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe (Mi) treffen. Nach dem überraschenden Rückgang im Juli rechnen wir für August mit einer Gegenbewegung. Mit einem erwarteten Anstieg auf 56,0 Punkte sind wir etwas optimistischer als der Konsens. Der sechswöchentliche Konjunkturbericht der US-Notenbank, das Beige Book, dürfte erneut das Bild einer moderat wachsenden US-Wirtschaft zeichnen.

Ersten Schätzungen zufolge dürften die Kosten für den Wiederaufbau bzw. die Reparatur der Zerstörungen durch Hurrikan Harvey weit über USD 100 Mrd. liegen. Da die wenigsten Schäden versichert sind, wird wohl der Staat für den größten Teil der Kosten aufkommen. Für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Hurrikan Katrina im Jahr 2005 summierten sich die staatlichen Hilfen schätzungsweise auf USD 120 Mrd. Angesichts des betroffenen Gebiets sowie der Schwere der Schäden dürfte diese Summe im Falle von Hurrikan Harvey am Ende nicht ausreichen. Der Wiederaufbau dürfte den Zuwachs der Wirtschaftsleistung in den nächsten Jahren um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte erhöhen. Wobei der größte Teil dieses Effekts wohl in den Jahren 2018 und 2019 anfallen wird. Kurzfristig, sprich im laufenden Quartal und eventuell auch im vierten Quartal dürfte der Zuwachs des realen Bruttoinlandsproduktes aber um ein paar zehntel Prozentpunkte gedämpft werden. Im September dürfte man die Auswirkungen des Hurrikans vor allem in den Daten zur Industrieproduktion (deutlicher Rückgang), zum Arbeitsmarkt (starker Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe; deutlich schwächerer Anstieg der Beschäftigung), zu den Verbraucherpreisen (deutlicher Anstieg) sowie den Umfragen zum Verbrauchervertrauen (deutlicher Rückgang) sehen.

Angesichts der aktuellen Naturkatastrophe sind einige wichtige politische Themen etwas aus dem Fokus gerückt. Dies dürfte sich aber nächste Woche ändern. Am 5. September endet die Sommerpause des Kongress und man wird sich wieder zu Beratungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze sowie zum Haushalt für das am 1. Oktober beginnende neue Fiskaljahr treffen. Wir sehen die Chancen für eine rechtzeitige Einigung aufgrund der Folgen des Hurrikans nun etwas höher. Um den Betroffenen rasch in nennenswertem Umfang helfen zu können, ist eine Anhebung der Schuldenobergrenze unabdingbar, da die benötigten Mittel wohl nur über neue Schulden aufgestellt werden können. Angesichts des Leids hundertausender US-Bürger wäre es wohl politischer Selbstmord, sollte Präsident Trump in dieser Situation tatsächlich versuchen, mit einem künstlich herbeigeführten Government Shutdown Geld für den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko zu erpressen.

Auf Sicht der nächsten Tage sehen wir kaum Potenzial für einen Anstieg der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen, die gegenwärtig bei knapp 2,1 % liegt.