Has momentum lost its mojo?

Historically it has often paid to buy into assets that have already performed well recently. That has led to investors deliberately targeting momentum as a source of return. But in currencies, it's gone terribly wrong in recent years.

John Roe, Head of Multi-Asset Funds at Legal & General Investment Management, with a warning tale about why factors can fail if there's a big change in market dynamics.

Moderates Wachstum als Treiber für die Kapitalmärkte in 2020

Erste Asset Management (Erste AM) blickt auf ein überdurchschnittlich gutes Anlagejahr zurück. Dank der überaus positiven Entwicklung nahezu aller Anlageklassen und erfreulicher Neuzuflüsse hat sich das Anlagevolumen von 58,5 Mrd. Euro zum Ultimo 2018 auf 63,7 Mrd. Euro (per 31.10.2019) gesteigert.

Das bedeutet einen Zuwachs von 8,9% und das Jahr ist noch nicht zu Ende. „Wer 2019 in Fonds investiert war, wurde durch eine außergewöhnliche Performance belohnt“, betont Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste AM.

Nachhaltiges Fondsvolumen wächst deutlich zweistellig

Noch deutlicher fiel das prozentuelle Plus beim Volumen der Nachhaltigkeitsfonds aus: Waren es zu Jahresbeginn noch 5,4 Mrd. Euro, so kletterte das nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) verwaltete Volumen Ende Oktober auf 6,2 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 16,8% entspricht.

Mit insgesamt 15 nachhaltigen Publikumsfonds und mehreren Spezialfonds ist die Erste AM im Nachhaltigkeitsbereich Marktführerin in Österreich.

Wir nehmen eine Pionierrolle im Bereich Ethik und Nachhaltigkeit ein: Bereits 2001 wurde der erste nachhaltige Publikumsfonds aufgelegt. Nachhaltigkeit ist in unseren Augen kein Schlagwort, sondern entspricht unserer Überzeugung, dass ökologische und soziale Faktoren für unsere KundInnen langfristig eine bessere Performance bringen“, betont Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste AM.

Milde Erholung des globalen Wirtschaftswachstums

Eine milde Erholung der Weltwirtschaft 2020 ist wahrscheinlicher geworden“, betont Anlagechef (Chief Investment Officer) Gerold Permoser. Seit etlichen Monaten werde von einer möglichen Abflachung der Weltwirtschaft gesprochen. „Einzelne Wirtschaftsindikatoren weisen darauf hin, dass die Weltkonjunktur nicht mehr ganz so rund läuft, aber von einer Rezession sind wir weit entfernt“, so Permoser.

Der private Konsum und die niedrige Arbeitslosigkeit stützen die Weltwirtschaft. Die Inflation verharre auf einem niedrigen Niveau und sei „unter Kontrolle“.

Die Börsen gelten gemeinhin als Vorlaufindikator für wirtschaftliche Entwicklungen und sind gerade nahe neuer Allzeit-Hochs bzw. haben diese übersprungen. Dagegen sind die Kurse der kreditsicheren Staatsanleihen nach ihrem Allzeit-Hoch Anfang September gefallen.

Um einer Konjunkturabflachung vorzubeugen haben die internationalen Notenbanken neuerlich die Geld- und Zinspolitik gelockert.

Permoser: „Die Börsen spiegeln die Zuversicht über den weiteren Konjunkturverlauf wider. Die Zuversicht überwiegt die Unsicherheiten, und das ist gut für die Kapitalmärkte.“

Deeskalation im Handelsstreit USA-China

Die Aussicht auf eine Übereinkunft im Konflikt zwischen den USA und China hat zugenommen. Diese wird zwar voraussichtlich nicht alle Konfliktbereiche (Handel, Technologie, Finanzen, Währung, Patentschutz) betreffen, aber immerhin könnten sich die beiden Länder auf einen „Waffenstillstand“ einigen.

Als belastend Themen stellen sich für Erste Asset Management der schwache Automobilsektor und damit verbunden eine „maue“ Geschäftslage im verarbeitenden Gewerbe dar, die der zyklischen Entwicklung geschuldet seien.

Bullenmärkte enden in der Regel in einem Feuerwerk

Auch 2020 sei die Erzielung positiver Renditen im Niedrigzinsumfeld die größte Herausforderung für Investoren. Die Aussicht auf eine Erholung der Weltkonjunktur und die moderate Bewertung in Relation zu den Unternehmensgewinnen machen Aktien auch 2020 zu einem attraktiven Anlageinstrument.

Das Ertragspotenzial von Dividende plus Gewinnwachstum liege zwischen 6 und 8 Prozent. Die Alternativen zu Aktien und Aktienfonds seien „überschaubar“, unterstreicht Heinz Bednar.

Dass der Aktienbullenmarkt nun schon seit über einem Jahrzehnt anhält, sei Tatsache und habe den AnlegerInnen im Laufe der Jahre überdurchschnittliche Gewinne beschert. „Wir sind trotz der mehr als zehnjährigen Hausse positiv gestimmt, was eine Fortsetzung des Aufwärtstrends 2020 betrifft. Die positiven Signale überwiegen“, so Bednar.

Asiatische Aktien besonders chancenreich

Im Aktiensegment sehen die Fondsmanager von Erste Asset Management Werte aus Asien als besonders aussichtsreich ein, aber auch die Börsen der USA, Europas, Japans und der Schwellenländer Zentral- und Osteuropas sollten nicht enttäuschen.

Bei den Branchen liegt der Fokus auf Rohstoffaktien, Industrie- und Konsumwerten sowie Finanzwerten. Neben Aktien sehen die Experten der Erste Asset Management höher rentierenden Unternehmensanleihen im Euro-Raum und in den USA sowie Anleihen der Schwellenländer in Hart- und Lokalwährung als attraktive Anlageklassen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Vielfältige Facetten des Risikos - Worauf Anleihe-Investoren achten sollten

von Lidia Treiber, Director - Research bei WisdomTree.

Das Anlagerisiko bei Anleihen liegt in der Bereitschaft und der Fähigkeit der Emittenten, die Schulden zurückzuzahlen. Je nachdem, welche Anlageklasse in der Anleihe abgebildet wird, ist das Ausfallrisiko einer Anleihe unterschiedlich zu bewerten.

Schwellenmarktanleihen: Politische Risiken dominieren

Um die Fähigkeit zur Schuldentilgung bei Emerging Market Sovereign Bonds (EM Sov) einschätzen zu können, sind grundlegende Aspekte eines Landes zu berücksichtigen: Ein starkes Wirtschaftswachstum, eine stabile Währung, die Ertragsfähigkeit (d. h. operative Steuereinnahmen), Schuldenlast und verbesserte demografische Merkmale.

Die Bereitschaft eines Schwellenlands zur Schuldentilgung hängt unmittelbar mit der Staatsführung bzw. dem bestehenden politischen System zusammen. Es ist durchaus möglich, dass eine Regierung beschließt, ihre Schulden nicht zurückzuzahlen, auch wenn sie aus fundamentaler Sicht dazu in der Lage ist. Das politische Risiko darf bei der Betrachtung der Exposition in Schwellenländer nicht außer Acht gelassen werden und schlägt sich normalerweise in den Bewertungen der Ratingagenturen nieder.

Bei Engagements in Schwellenländer-Staatsanleihen in Landeswährung müssen Anleihegläubiger zudem mit Abwertungsrisiken umgehen. Die Regierung eines Schwellenlandes kann die landeseigene Währung abwerten und dabei technisch kein Ausfall- oder Kreditereignis generieren. Dies sollten Anleger berücksichtigen, wenn sie das Risiko-Ertrags-Verhältnis zwischen Schwellenländer-Staatsanleihen und anderen festverzinslichen Risikoaktiva vergleichen.

High-Yield-Anleihen: Ausfallraten hängen vom Marktumfeld ab

Emittenten, die von den Ratingagenturen als hochverzinslich eingestuft werden, erhalten diese Bewertung ebenfalls in Anlehnung an die mit den Anleiheinhabern vereinbarte Fähigkeit und Bereitschaft, Zinsen und Kapitalbetrag zurückzuzahlen. Emittenten, bei denen ein Ausfallrisiko in Bezug auf Zins- oder Tilgungszahlungen besteht, erhalten ein High Yield bzw. Non-Investment Grade Rating. Um Investoren für den Kauf ihrer Emission zu gewinnen, zahlen Emittenten dann in der Regel einen höheren Kupon als Emittenten mit Investment Grade-Rating. Eine Anleihe gilt als Non-Investment-Grade-Anleihe, wenn ihre Bonität von Standard & Poor's und Fitch unter BBB- und von Moody's unter Baa3 liegt.

Die Ausfallraten für Emittenten mit hohen Renditen steigen in der Regel, wenn das Marktumfeld negativ ist. Dies erzeugt Druck auf die Emittenten, wie dies während der Finanzkrise 2008 der Fall war. Das Risiko wird in der Regel neu bewertet und der von Investoren erwartete optionsbereinigte Credit Spread (OAS) kann erheblich steigen, wie es am amerikanischen High Yield Markt, unter Berücksichtigung des hier als Referenz geltenden ICE BofAML US-High Yield Master II OAS-Index (US HY-Index), der Fall war. Der US-High Yield-Index erreichte im November 2008 einen Höchststand von fast 2000 Basispunkten über US-Staatsanleihen. Derzeit – per 31. Oktober 2019 - liegt er bei rund 398 Basispunkten.

Wandelanleihen: Anleger profitieren vom Aufwärtspotential des Unternehmens

Wandelanleihen, sogenannte Convertibles, sind ebenfalls festverzinsliche Schuldtitel von Aktiengesellschaften. Der Emittent schüttet Zinsen aus, kann die Anleihe aber in eine vorgegebene Anzahl an Stammaktien oder Aktien umwandeln. Die Umstellung von einer Anleihe auf eine Aktie kann entsprechend des Anleiheprospekts zu bestimmten Zeiten erfolgen und liegt normalerweise im Ermessen des Anleiheinhabers.

Aus Sicht der Emittenten besteht der Vorteil der Emission von Wandelschuldverschreibungen darin, dass der Emittent die Schuldverschreibungen in vielen Fällen zu einem niedrigeren Kupon anbieten kann, als dies bei einer Anleihe ohne Wandelschuldverschreibung der Fall wäre. Der Anleiheinhaber kann die Anleihen in Aktien umwandeln und damit potenziell von dem damit verbundenen Aufwärtspotenzial profitieren. Typischerweise sinkt die Rendite je höher der Wert der Umwandlungseigenschaft ist.

Unter Bonitätsgesichtspunkten handelt es sich bei mehr als 50 Prozent der Wandelanleihe-emissionen um Anleihen ohne Rating, wobei die andere Hälfte hauptsächlich zwischen High-Yield- und Investment-Grade-Anleihen beinhaltet1. Wandelanleihen werden in der Regel von Unternehmen mit niedriger Bonität und hohem erwarteten Wachstum ausgegeben. Tesla Motors beispielsweise haben bereits 2014 eine große Anzahl an Wandelschuldverschreibungen emittiert. Damals wiesen sie nur geringe bis negative Gewinne aus und konnten Anlegern niedrigere Kupons anbieten als es mit festverzinslichen Anleihen zum gleichen Zeitpunkt möglich gewesen wäre. Die Kouponzahlung für ihre Wandelschuldverschreibungen lag zwischen 25 und 125 Basispunkten, weit unter dem Niveau, dass sie mit anderen Anleihen aufgrund ihrer damals schwachen Fundamentaldaten erreicht hätten. 

Additional-Tier-1-Convertible Bonds, kurz CoCo-Bonds: Positiver Trend bei den Ratings europäischer Banken

Additional-Tier-1-Convertible Bonds haben sich als Anlageklasse nach der Finanzkrise von 2008 entwickelt mit dem Ziel, das Systemrisiko im globalen Bankensystem zu verringern. Die sogenannten AT1-CoCos werden in der Regel von europäischen Banken ausgegeben, um ihre Kapitalbeschaffung aufgrund der nach der Finanzkrise strengeren Basel-III-Kapitalanforderungen zu stärken.

Innerhalb der Kapitalstruktur einer Bank gehören AT1-CoCo-Anleihen zu den Nachranganleihen. Diese gelten als Hybrid-Instrumente, die unter bestimmten Bedingungen (Auslöser) in Aktien umgewandelt oder abgeschrieben werden können. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass die Wandlung oder Abschreibung zu einem Zeitpunkt erfolgt, der eher für den Emittenten günstiger ist als für Anleger. Deshalb ist auch ein Renditeaufschlag erforderlich, damit das Risiko-Rendite-Profil überhaupt attraktiv ist.

Anleger von AT1-CoCos tendieren dazu, die Fundamentaldaten der Emittenten zu analysieren, wenn sie das Instrument erwägen. Banken mit starken Fundamentaldaten und Kapitalreserven neigen in der Regel weniger dazu, den Einsatz des Konvertierungsmechanismus zu fordern. Der Benchmark für die Anlageklasse, der Contingent Convertible Liquid Developed Europe AT1-Index von iBoxx, besteht größtenteils aus Schuldtiteln großer europäischer Banken, deren vorrangige Anleihen derzeit ein Rating bei „Investment Grade“ aufweisen. Insbesondere 24 Prozent2 des Index setzen sich aus Anleihen zusammen, die von den Ratingagenturen mit BBB bewertet und von global systemrelevanten Banken (GSIBs) begeben wurden.

Generell profitierten AT1-CoCos emittierende europäische Banken von einer Verbesserung ihrer Fundamentaldaten mit Rating-Upgrades um fast 36 Prozent im Jahr 2017, 30,2 Prozent im Jahr 2018 und bereits 9,3 Prozent im Jahr 20193. Dies spiegelt einen positiven Trend für das Segment der europäischen Banken wider, da die Anzahl der Upgrades die der Downgrades in den letzten drei Jahren übertrafen. Der langfristige S&P-Ausblick für das Jahr 2019 für die Stichprobe der europäischen Banken, die AT1 CoCos emittieren, zeigt, dass der Sektor im Jahr 2019 weitgehend stabil ist. 33 Banken wiesen eine stabile Prognose auf, sieben Banken eine positive und nur sechs Banken eine negative Prognose4. Das durchschnittliche Rating der AT1-Cocos emittierenden europäischen Banken, beträgt Ende September 2019 A-. 

Die Darstellung der jeweiligen Rendite festverzinslicher Risikoaktiva je Laufzeiteinheit veranschaulicht die unterschiedliche Renditeentwicklung in diesen Anlageklassen (Abb. 1).

Abbildung 1


Quelle: WisdomTree, Markit, Bloomberg. Daten Stand 1. Oktober 2019 spiegeln Zahlen nach der Neugewichtung wieder. Rendite ist Yield-to-Worst, Effektive OA-Dauer ist die effektive, optionsbereinigte Duration. Markit-Indizes verwenden für die Rendite eine dauerangepasste Marktwertgewichtung. Der AT1 CoCos ist der iBoxx Contingent Convertible Liquid Developed Europe AT1 Index, der US HY ist der iBoxx USD Liquid High Yield Index, der EUR HY ist der iBoxx EUR Liquid High Yield Index, der EM Gov ist der iBoxx USD Liquid Emerging Markets Sovereigns Index und die Wandelanleihen werden durch die Titel des Bloomberg Barclays Global Convertibles Composite Total Return Unhedged USD repräsentiert.

Sie können nicht direkt in einen Index investieren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.

Während alle Anleiheinstrumente unterschiedliche Renditeprofile bieten, ist die Korrelationsmatrix (Abb. 2) dieser Risiko-Exposures gleichfalls erwähnenswert. Es ist zu erkennen, dass ein breit gefächertes Engagement in Risikoaktiva innerhalb von Anleihen von Vorteil ist. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Aktiva nicht perfekt korrelieren und eine Diversifizierung dazu beitragen kann, das potenzielle Risiko-Ertragsprofil von Anlegerportfolios bei unterschiedlichen wirtschaftlichen Ergebnissen zu verbessern.

Abbildung 2


Quelle: WisdomTree, Bloomberg. für den Zeitraum vom Freitag, 31. Dezember 2013 bis zum 30. Februar 2019. Basiert auf monatlichen Renditen und enthält Backtesting-Daten. Alle Indizes lauten auf ihre Basiswährung (in der Tabelle angegeben). Alle Anleihenindizes sind Total-Return-Indizes. Alle Aktienindizes sind Net-Total-Return-Indizes. AT1 CoCos EUR H ist der iBoxx Contingent Convertible Liquid Developed Europe AT1 Index (EUR hedged), US HY ist der iBoxx USD Liquid High Yield Index, EUR HY ist der iBoxx EUR Liquid High Yield Index, EM Gov ist der iBoxx USD Liquid Emerging Markets Sovereigns Index und die Wandelanleihen werden durch die Bestandteile des Global Convertibles Composite Total Return Unhedged USD von Bloomberg Barclays repräsentiert.

Sie können nicht direkt in einen Index investieren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.


Quellenangaben

1Quelle: Bloomberg. Daten per 31. Oktober 2019. Das Rating entspricht dem von Bloomberg angegebenen allgemeinen Qualitätsrating basierend auf dem konservativen Durchschnitt von Moody's, S & P und Fitch, ausgedrückt in der Moody's-Nomenklatur. Moody's, S & P und Fitch sind die drei wichtigsten Ratingagenturen, die Ratings vergeben, die die Fähigkeit eines Schuldners zur Rückzahlung von Schulden durch rechtzeitige Kapital- und Zinszahlungen sowie die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls bewerten. Moody's weist Anleiheratings von Aaa, Aa, A, Baa, B, Caa, Ca, C zu, wobei WR und NR als zurückgezogen und nicht bewertet gelten. Standard & Poor's und Fitch weisen Anleiheratings mit AAA, AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C und D zu.Ratings unter Baa3 von Moody's oder BBB- von S & P und Fitch gelten als Non-Investment Grade. Der bedingte Wandelanleihenmarkt wird durch die Bestandteile des Global Convertibles Composite Total Return Unhedged USD von Bloomberg Barclays repräsentiert.
2Quelle: WisdomTree, Markit. Daten per 30. September 2019.
3Quelle: WisdomTree, Markit. Daten per 30. September 2019. Unsere Stichprobe basiert auf europäischen Banken innerhalb der Markit-Indizes, die AT1-CoCos unter Berücksichtigung der S & P-Bonität emittieren.
4Quelle: Bloomberg. Daten zum Ratingausblick per 6. November 2019. Unsere Auswahl an Emittenten basiert auf europäischen Banken innerhalb der Markit-Indizes, die AT1 CoCos unter Berücksichtigung der S & P-Bonität zum 30. September 2019 emittieren. 

Dieses Material wurde von WisdomTree und seinen verbundenen Unternehmen erstellt und soll nicht für Prognosen, Research oder Anlageberatungen herangezogen werden. Zudem stellt es weder eine Empfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren oder zur Übernahme einer Anlagestrategie dar. Die geäußerten Meinungen wurden am Herstellungsdatum getätigt und können sich je nach den nachfolgenden Bedingungen ändern. Die in diesem Material enthaltenen Informationen und Meinungen wurden aus proprietären und nicht proprietären Quellen abgeleitet. Daher übernehmen WisdomTree und seine verbundenen Unternehmen sowie deren Mitarbeiter, Führungskräfte oder Vertreter weder die Haftung für ihre Richtigkeit oder Zuverlässigkeit noch die Verantwortung für anderweitig auftretende Fehler und Auslassungen (einschließlich Verantwortlichkeiten gegenüber einer Person aufgrund von Fahrlässigkeit). Die Verwendung der in diesem Material enthaltenen Informationen erfolgt nach eigenem Ermessen des Lesers. Wertsteigerungen in der Vergangenheit lassen keinen Schluss auf zukünftige Ergebnisse zu.

Eurozone: ein Plan für eine freundlichere Zukunft

Das neue Massnahmenpaket der Eurozone zur Konjunkturbelebung könnte der Wirtschaft den grössten geld- und fiskalpolitischen Schub seit 2008 geben. Ausserdem ist es ein Zeichen dafür, dass sich die Region auf eine solidere Basis stellt, erklären Sabrina Khanniche, Senior Economist, und Steve Donzé, Senior Macro Strategist, beide Pictet Asset Management.

Langsam zeichnen sich die Konturen eines neuen Plans zur Belebung des Wachstums in der Eurozone ab, nur wenige Tage, nachdem Ursula von der Leyen ihr Amt als Präsidentin der Europäischen Kommission angetreten und Christine Lagarde ihre Rolle als EZB-Chefin übernommen hat.

Dieser Plan verspricht die stärksten koordinierten Impulse seit der Finanzkrise 2008.

Ausgehend von dem Haushaltsentwurf 2020, welcher der Europäischen Kommission vorgelegt wurde, rechnen wir damit, dass die Eurozone die grosszügigsten Steuersenkungen seit 2010 vornehmen wird, ein fiskalpolitischer Impuls in einer Grössenordnung von 0,3% des BIP.

Der Grossteil des Impulses wird von Deutschland ausgehen, dessen produktionslastige Wirtschaft kurz vor der Rezession steht. Der fiskalpolitische Kurs Deutschlands, konjunkturzyklusbereinigt und bereinigt um bestimmte Einmaleffekte, wird im nächsten Jahr von -0,7% in 2018 auf expansive 0,8% steigen.

Aber selbst das wird wohl nicht ausreichen. Auf Deutschland entfällt rund ein Drittel des BIP der Eurozone und unseren Analysen zufolge wird der Ausgabenplan für 2020 dem Land höchstens 0,4 Prozentpunkte Wachstum bescheren (siehe Abbildung).

FISKALPOLITISCHER IMPULS FÜR DEUTSCHLAND


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv und Bloomberg, Daten vom 08.11.2019

Es ist daher keine grosse Überraschung, dass der deutsche Gesetzgeber versucht, seine langgehegte Politik des ausgeglichenen Haushalts zu lockern.

Kanzlerin Angela Merkel sagte im Oktober, dass sich die Deutschen nicht an der Schwarzen Null festbeissen sollten und dass Investitionen in die Zukunft ebenfalls Priorität haben. Finanzminister Olaf Scholz schlug zudem vor, dass die Regierung 50 Mrd. Euro zusätzlich ausgeben sollte.

Auch der IWF drängt Deutschland zu öffentlichen Investitionen. In diesem Sinne erklärte auch die neugewählte Kommissionspräsidentin, dass sie einen Plan für nachhaltige Investitionen vorlegen werde, durch den Mittel in Höhe von 1 Bio. Euro für die nächsten zehn Jahre bereitgestellt werden sollen.1

Berlin kann auch Sozialversicherungsbeiträge senken oder Anreize zum Kauf langlebiger Güter bieten – das würde den Einkommen der privaten Haushalte sofort einen Impuls geben und die Konsumausgaben stärken.

Damit fiskalpolitische Impulse jedoch Wirkung zeigen, muss auch die Zentralbank ihren Beitrag leisten. Höhere Staatsausgaben können nämlich einen kontraproduktiven Effekt haben und zu einem Anstieg der Fremdkapitalkosten führen.

Die EZB ist bereits dabei, die Geldmenge im Finanzsystem zu erhöhen, um die Zinssätze niedrig zu halten.

Das neue Massnahmenpaket, das im September vorgestellt wurde, sieht Anleihenkäufe von 20 Mrd. Euro pro Monat vor. Falls sich an diesem Umfang bis zum selbst auferlegten Ende des Programms nichts ändert, dürfte die Zentralbank in den kommenden beiden Jahren eine halbe Billion Euro ins System pumpen.2  Dadurch würde sich die Liquidität auf ihren höchsten Stand seit 2014 erhöhen und über dem 12-Jahres-Durchschnitt liegen.3

Die EZB könnte auch ihr bestehendes Kreditprogramm „Targeted Longer Term Refinancing Operations“ (TLTROs) wieder auflegen. Im Extremfall könnte sie die Bedingungen dieses Programms drastisch lockern, indem sie z. B. angeschlagenen Banken eine unbefristete Kreditlinie gewährt. Sie könnte aber auch auf eine Steuerung der Zinskurve wie in Japan zurückgreifen.

Die neue EZB-Chefin Lagarde muss aber vielleicht gar nicht so weit gehen. Sollten sich aber die globalen Konjunkturbedingungen verschlechtern, haben die EZB und die Regierungen der Mitgliedstaaten noch einiges in ihrer Trickkiste, um das Wachstum zu beleben.

Aus diesen Gründen – wie auch in unserem Secular Outlook dargelegt – wird in der Eurozone in den kommenden Jahren das Fundament für eine freundlichere Zukunft gelegt.

Erfahren Sie mehr zu den Perspektiven Europas.


1) https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/political-guidelines-next-commission_en.pdf
2) Die EZB beschränkt das Volumen ihrer möglichen Staatsanleihenkäufe je Mitgliedstaat auf 33% der insgesamt in Umlauf befindlichen Anleihen.
3) Summe der von den Notenbanken neu zur Verfügung gestellten Liquidität und der von Banken und Nichtbanken neu zur Verfügung gestellten privaten Liquidität, in Prozent des nominalen BIP

Über die Autoren

Sabrina Khanniche ist seit 2011 als Ökonomin im Fixed Income-Team bei Pictet Asset Management beschäftigt. Vor Pictet war sie vier Jahre als Finanzingenieurin bei Groupama Asset Management tätig und in dieser Funktion für die Analyse und Modellierung von Hedgefondsrisiken zuständig. In dieser Rolle veröffentlichte und präsentierte sie ihre Arbeiten auf internationalen Fachkonferenzen. Frau Khanniche hat an der Universität Paris West Nanterre La Défense einen Masterabschluss und einen Doktortitel erworben.

Steve Donzé kam 2007 zu Pictet Asset Management. Er ist Senior Makro-Stratege im Team International Multi Asset und beitragendes Mitglied des Strategie-Teams von Pictet Asset Management. Steve Donzé erwarb einen MA am Graduate Institute of International and Development Studies (IHEID) und einen PhD an der London School of Economics.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Künstliche Intelligenz als Investition in die Zukunft

Investitionen in Zukunftstechnologien sind eine spannende Sache und eröffnen Chancen auf Gewinne in der Zukunft. In mehreren Beiträgen haben wir uns bereits mit den wichtigsten Entwicklungen beschäftigt, auch auf dem Gebiet der Gesundheits- und Umwelttechnologien. Heute geht es um das Thema „künstliche Intelligenz“. Bernhard Selinger, Fondsmanager des ERSTE FUTURE INVEST, gibt einen Einblick, welche Megatrends unser Leben in den nächsten Jahren verändern werden.

Künstlicher Intelligenz (per Definition ein Teilgebiet der Informatik, verbunden mit Automatisierung und maschinellem Lernen), wird zugeschrieben verschiedenste Bereiche des alltäglichen Lebens von Grund auf verändern zu können. Als eine Art Wegbereiterin kann die Digitalisierung gesehen werden. Sie schreitet seit Jahren unaufhaltsam voran und ist in beinahe jeden Lebensbereich vorgedrungen.

Folglich sind die Anforderungen an Rechner- und Speicherkapazität sowie Internet-Bandbreiten beinahe exponentiell im Steigen begriffen. Künstliche Intelligenz soll auf immer mehr Anwendungsfelder ausgerollt werden.

Die Mobilfunk-„Evolution“ von 5G zu 6G

5G ist heute in aller Munde –  das ultraschnelle Mobilfunk-Netz, das gerade ausgerollt wird. Aktuelle Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass 5G in weniger als 10 Jahren schon wieder überholt sein könnte. Höhere Frequenzen (4G rund 3GHz bzw. 5G bis zu 30GHz), die für größere Bandbreiten benötigt werden, gehen üblicherweise mit einer geringeren Reichweite einher.

Das ist nicht ganz unproblematisch, zumal die Infrastruktur auch hierzulande noch hinter her hinkt. Die Anzahl an benötigten Basisstationen könnte demnach auch bei einem Wechsel auf 6G noch einmal deutlich steigen.

Auch die Sicherheitsanforderungen an die Telekom- und Netzwerkinfrastruktur werden kontinuierlich steigen – mit interessanten Möglichkeiten für Nischenplayer, die hier Lösungen bieten (z.B. Cyan).

Computer Rechenleistung verdoppelt sich alle paar Jahre

Die anfallenden Datenmengen wollen in vernünftiger Zeit verarbeitet und ausgewertet werden. Das Mooresche Gesetz besagt, dass sich die Prozessorgeschwindigkeit von Computern alle paar Jahre verdoppelt – bei annähernd gleichbleibenden Kosten.

In den letzten Jahren hat diese Entwicklung an Fahrt verloren, zumal mittlerweile physische Limits beim Chipdesign erreicht sind: Auf modernen Prozessoren von ein paar Quadratmilimetern finden Milliarden an Transistoren Platz.

Leiterbahnen sind nur noch ein paar Atome breit. Branchenschätzungen gehen davon aus, dass auf Basis der aktuellen Siliziumtechnologie bei rund 5-7 Nanometern (1 Nanometer = 1 Millionstel Millimeter) endgültig Schluss ist mit weiteren Verkleinerungen. Der US-Chipproduzent Intel stellte im August 2019 die ersten 10 Nanometer Chips („Ice Lake“) vor. 7 Nanometer Chips befinden sich aktuell in der Entwicklungsphase und sollen nicht vor 2021 in den Handel kommen.

Bei grafikintensiven Anwendungen wie 3D-Design oder Virtual Reality (Dassault Systeme) kommen spezielle Grafik-Chips zum Einsatz. NVIDIA sehen wir in diesem Zusammenhang besonders gut positioniert.

Das große Match zwischen Netflix und Disney

Das große Match zwischen Netflix und Streaming-Newcomer Disney wird neben dem Content- Angebot auch über künstliche Intelligenz entschieden werden. Wer hat auf Basis der gesammelten Nutzerdaten seinen Algorithmus am besten trainiert um neuen Zusehern die für sie passendsten Filme und Serien vorschlagen zu können?

Chinesen Vorreiter bei automatisierten Fastfood-Bestellungen

Ähnliches kann man bei Fastfood-Selbstbedienungsterminals beobachten. Während manche einfach nur das Menü anzeigen, werden bei schlaueren Terminals Vorschläge auf Basis personenbezogener Daten gemacht: Beispielsweise gibt man seine Bonusclub-Daten ein, wo neben dem Alter und dem Geschlecht auch bisherige Bestellungen gespeichert sind.

Weiters können Faktoren wie Tag, Uhrzeit oder auch Wetter miteinbezogen werden. Yum China ist seit Jahren in diesem Bereich Vorreiter. KFC – neben Pizza Hut und Taco Bell die wichtigste Marke von Yum China – geht sogar noch einen Schritt weiter und setzt auf den sprachgesteuerten Bestellroboter „Dumi“.

Der Roboter, der in Zusammenarbeit mit dem Suchmaschinenbetreiber Baidu entwickelt wurde, ist in der Lage unterschiedliche lokale Dialekte zu verstehen. Er erkennt das Geschlecht, das Alter und sogar die Stimmung von seinem Gegenüber und passt die Menüvorschläge entsprechend an.

Der Branchenriese McDonalds hat erst kürzlich erkannt, dass er hier Aufholbedarf hat und investiert – allerdings mit Jahren Verspätung – vermehrt in digitale Bestellterminals, Apps und Datenauswertung.

Autonomes Fahren – Software macht den Unterschied

Eine der derzeit anspruchsvollsten Anwendungen für künstliche Intelligenz ist das autonome Fahren. Neben einer Vielzahl von technischen Systemen, wie Prozessoren, Kameras oder verschiedensten Sensoren (Radar, LIDAR, Ultraschall) ist es vor allem Software, die mit Hilfe eines Algorithmus Objekte erkennen und räumlich zuordnen kann.

Der Begriff „Machine Learning“ beschreibt den Prozess, bei welchem der Algorithmus durch Hinzugabe weiterer Daten trainiert und somit die Vorhersagen verbessert werden können. Wenn beispielsweise in das System zigtausende Bilder von roten Ampeln (aus verschiedenen Blickwinkeln, bei unterschiedlichem Wetter usw.) eingelesen und spezifische Merkmale definiert werden, kann der Algorithmus auf den von den Kameras aufgenommenen Bildern eine „echte“ rote Ampel im Straßenverkehr zuverlässig erkennen und entsprechend reagieren.

Erfolgt das Training mit neuen Daten selbstständig – wenn also der Algorithmus seine „Erfahrung“ nutzt um sich selbst zu verbessern – spricht man auch von „Deep Learning“. Waymo, ein Unternehmen der börsennotierten Alphabet, ist im Bereich autonomes Fahren einer der aussichtsreichsten Kandidaten.

Das Unternehmen hat den besten Algorithmus in der Branche entwickelt basierend auf einem riesigen Datenschatz: In den letzten 10 Jahren haben Waymo Fahrzeuge rund 10 Millionen autonom gefahrene Kilometer abgespult. Aktuell sind rund 600 Fahrzeuge in Phoenix, Arizona, im Einsatz. Zudem startete Waymo zu Beginn des Jahres einen ersten kommerziellen Robo-Taxi Service.

ERSTE FUTURE INVEST – Der Fonds für alle Megatrends

Nicht aus jedem Hype oder Trend wird ein Megatrend. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial wichtige langfristige technologische Veränderungen zu bewirken. Die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz beeinflusst nicht nur unser tägliches Leben sondern eröffnet auch neue Investitions-Möglichkeiten.

Wenn Anleger Megatrends erkennen und frühzeitig in entsprechende Aktien investieren, können sie unter Umständen ansehnliche Renditen erzielen. Vor diesem Hintergrund investiert der neue Aktienfonds ERSTE FUTURE INVEST in 5 potenzielle Megatrends – wie Gesundheit & Vorsorge, Lebensstil, Technologie & Innovation, Umwelt & saubere Energie und Aufstrebende Märkte, die für AnlegerInnen als attraktiv erachtet werden.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Gesundheits-Apps – auch ein Rezept für Anleger?

Ab 2020 übernehmen Krankenkassen die Kosten für vom Arzt verschriebene Gesundheits-Apps. Mit dem entsprechenden Gesetz, das am 07. November 2019 verabschiedet wurde, leistet der Gesetzgeber nicht nur der Digitalisierung im Gesundheitswesen Vorschub. Er schafft außerdem die Voraussetzung, dass sich neben den bisher weit über 100.000 Apps, die sich vor allem Lifestyle, Fitness und Ernährung widmen, auch eine steigende Anzahl von Gesundheits-Apps aus den Bereichen Diagnostik und Therapie etablieren. Um Patienten, die sich bislang auf die hauseigenen Angebote ihrer Krankenkasse oder auf die Berichte von Stiftung Warentest verlassen mussten, die Auswahl zu erleichtern, soll mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine zentrale Instanz für die Beurteilung von Gesundheits-Apps geschaffen werden.

Nutzen und ethische Fragen

Auch wenn Medikamentenpreise oft als zu hoch kritisiert werden und neue Therapien für seltene Krankheiten mit bis zu siebenstelligen Beträgen Schlagzeilen machen, so fällt der Löwenanteil der Gesundheitsausgaben doch für die Behandlung an. Durch die geplanten Gesundheits-Apps auf Rezept können enorme Behandlungskosten, wie sie z.B. durch mehrfache Diagnostik entstehen, eingespart werden.

So vielversprechend die Gesundheits-Apps auf Rezept auch sind: Noch stehen die ethischen Fragen nach Datenhoheit und -schutz und nach einer möglichen Unterwanderung des Solidaritätsprinzips der Krankenversicherung im Raum, die geklärt werden müssen. Klar ist aber auch: Die Durchdringung der Medizin mit digitalen Lösungen wird fortschreiten, weil sie signifikante Vorteile für die Gesundheitsversorgung bietet. Gesundheits-Apps sind dabei nur ein Baustein und werden schon bald Teil unseres immer stärker vernetzten Alltags sein.

Wo es Bedarf gibt

Gesundheits-Apps, bei denen es um mehr als Lifestyle und Fitness geht, adressieren oft Krankheitsfelder, bei denen der Patient bzw. sein Verhalten eine entscheidende Rolle für den Erfolg einer Behandlung hat. Diabetes und das zugehörige Insulinmanagement sind so ein Fall. Aber auch psychische Krankheiten, bei denen schnelle Hilfe sehr wichtig ist, Patienten aber oft erst Monate auf einen Termin warten müssen, sind ein vielversprechender Ansatzpunkt für „erste Hilfe“ durch eine App oder telemedizinische Konsultation.

Eine lohnende Entwicklung aus Anlegersicht?

Der Markt für Gesundheits-Apps ist noch sehr jung. Daher gibt es bislang kaum investierbare, d.h. börsennotierte Unternehmen, die sich auf die Entwicklung von Gesundheits-Apps konzentrieren. In diesem Feld tummeln sich zahlreiche Start-ups und sogar die Krankenkassen selber bieten entsprechende Gesundheits-Apps an. Da in Deutschland gerade erst die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Verschreiben von Apps geschaffen wurden, hält sich der Umsatz in diesem Bereich noch in Grenzen. Hier lohnt der Blick ins Ausland, wo es bereits einzelne Unternehmen gibt, die ihr Geld mit Gesundheits-Apps verdienen. Livongo aus den USA beispielsweise ist erst im Sommer an die Börse gegangen und bietet eine ganze Reihe von Apps oder App-ähnlichen Lösungen an, mit denen Patienten, Verwandte und Ärzte die Behandlung von chronischen Krankheiten besser überwachen und umsetzen können. Fest steht: In den nächsten Jahren dürfte der Markt für Gesundheits-Apps wachsen, sich ausdifferenzieren und auch für Investoren vielfältiger und attraktiver werden.


Über Hendrik Lofruthe

Hendrik Lofruthe verfügt über langjährige professionelle Investment-Erfahrung im weltweiten Gesundheitsmarkt. Er gehört als Portfolio Manager Healthcare der Apo Asset Management GmbH (apoAsset) zum Spezialisten-Team für die mehrfach ausgezeichneten globalen Gesundheitsfonds apo Medical Opportunities, apo Digital Health und apo Medical Balance sowie für den neu aufgelegten apo Emerging Health.

Über die Apo Asset Management GmbH

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) ist laut Focus Money die beste Fondsanlagegesellschaft Deutschlands (Branchensieger beim Deutschlandtest 2019). Sie wurde 1999 gegründet und verwaltet ein Anlagevermögen von rund 3,5 Milliarden Euro, davon rund 1 Mrd. Euro in Gesundheitsfonds.
apoAsset bildet das größte deutsche Spezialisten-Netzwerk für Gesundheits-Investments. Dazu gehört neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung am Biotech-Investment-Spezialist Medical Strategy GmbH und ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat, unter anderem mit dem Weltärztepräsidenten Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, dem Vorsitzenden des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, und Dr. Markus Müschenich, Gründungsvorstand des Bundesverbands Internetmedizin. Die Gesellschafter sind die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG und Deutsche Ärzteversicherung AG. Weitere Informationen unter www.apoasset.de

Asset managers must do more – and not just on climate change

We are proud of our voting record on climate issues, but our engagement goes far beyond that – and we still can and must do more, explains Sacha Sadan, Director of Corporate Governance at Legal & General Investment Management.

When asset managers have hit the headlines lately, it has rarely been good news. That has of course been painfully apparent over the past few weeks, but was also evident in a more subtle but insidious way.

The Guardian published an article highlighting not only the extent to which large asset managers invest in fossil-fuel companies, but also their routine opposition to shareholder motions related to climate change. And just today a report characterised some fund managers as being ‘too cosy with companies on climate crisis’.

Whether or not asset managers should have any exposure to oil and gas is a contentious topic, but it seems clear that where they do have voting rights in these stocks they should – at the very least – be cast in favour of greater transparency around businesses’ climate plans.

Almost every asset manager now espouses the importance of investing responsibly and reflecting environmental, social, and governance considerations into ESG-branded funds, but the Guardian article makes plain that many are not putting this rhetoric into practice.

At LGIM, we feel we can speak out on this topic because we do speak out. The Guardian’s analysis highlighted our longer-term record, and this year alone we have continued to consistently back ‘climate-critical’ shareholder resolutions.

Unfortunately, there is significant variation in industry practice. While the new research published today found many investors are too ‘cosy’ with companies on the climate crisis, it simultaneously praised LGIM as one of the ‘top five’ best performers in terms of its voting record on climate issues.

Where there is less variation is in the industry’s tendency to agree that investors selling out of high-carbon sectors will not solve the climate challenge.

While there remain buyers of fossil fuels, the mere act of divesting from companies owning those hydrocarbons will not reduce the impact on the climate from those fossil fuels being burnt. Nor does this necessarily mean climate-related risks have been reduced, if – as often happens in practice – divestment results in overexposure to seemingly low-carbon industries such as financials; i.e. to the lenders and insurers of the very same fossil-fuel assets.

We agree that engagement is preferable to divestment, but believe that forceful engagement is needed. As the new UK Stewardship Code recognises, “asset owners and asset managers play an important role as guardians of market integrity and in working to minimise systemic risks” such as climate change.

It is therefore incumbent on asset owners to raise their expectations; on asset managers to put a professed commitment to ESG principles into action; and on key intermediaries such as investment consultants, ratings agencies and proxy voting advisers to accelerate the process.

With the new code pushing investors for timely disclosure of their full voting record, alongside rationales for contentious votes (such as abstentions or votes against shareholder proposals), we expect to see more progress.

New: here’s resolutions

There are already some positive signs. Over the summer, the Harvard Business Review noted that the proportion of total shareholder resolutions focused on environmental and social issues had grown from around 33% between 2006 and 2010 to over 50% by 2017.

Morningstar has reported that during the 2019 proxy voting season, which ended in June, investors had their say on 177 shareholder resolutions addressing environmental and social concerns. The average shareholder support for these resolutions was 29%, up from 25% last year, and 14 resolutions won a majority of voted shares.

As investors become more engaged, it is also important not to take a narrow view of companies, but also consider the impact of wider issues like deforestation in supply chains, or of the emissions associated with companies’ products. The impact on government policy is also important, which is why LGIM is also a consistent supporter of resolutions calling on companies to review and suspend membership from any trade associations whose lobbying activities are inconsistent with the Paris Agreement.

With the emergence of the largest-ever group of investors calling on governments to step up their climate ambitions – a group LGIM has joined – it is essential that corporate lobbying is aligned with this goal.

Investors who are sceptical about such engagement should remember that these more muscular attempts to raise ESG standards via resolutions are not a zero-sum game; they benefit the entire market. By working together as asset managers, we can influence boards and improve corporate conduct.

E – and SG

Importantly, this isn’t and shouldn’t just be about the environment. The focus on environmental policies is understandable given the climate emergency, but we at LGIM are equally committed to social and governance factors.

We champion diversity through our engagement activities, for example. In 2018, we voted against more than 100 board chairs in the UK over the lack of diversity in their companies. We also regularly promote good governance practices through our votes, on issues such as board independence, auditor rotation, or the alignment of pension contributions between executives and the workforce.

Importantly, when we express our commitment to higher ESG standards through our entire voting weight – we vote as LGIM on every stock across our entire equity book, not fund by fund – it sends a powerful message.

Our clients and the market would benefit even more if the industry took a more consistent approach, encouraging investee companies to improve their practices and turning the direction of travel towards a sustainable future.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Nachfrage am Ölmarkt verliert Dynamik erst ab 2030

Vor dem Hintergrund der weltweiten Debatte über geeignete Maßnahmen zum Klimaschutz wurde der Jahresbericht der Internationalen Energiebehörde (IEA) Mitte November mit Spannung erwartet. Dieser lieferte unter anderem Hinweise auf die mögliche Entwicklung der Öl-Nachfrage, die wiederum maßgeblich für die Preise ist, deren Bedeutung weit über die Erdölindustrie hinausgeht.

Bis 2025 bleibt das Wachstum der Nachfrage robust

Die IEA zeichnet in ihrem aktuellen Bericht ein differenziertes Bild der zu erwartenden Veränderungen durch die Bemühungen, den Ausstoß von Treibhausgasen einzudämmen. Ihr zufolge wird die Nachfragedynamik bei Öl wegen der Zunahme von Elektroautos und energiesparenden Fahrzeugen stark zurückgehen. Allerdings werde aus heutiger Sicht diese Entwicklung voraussichtlich erst ab den 2030er Jahren einsetzen: „Das Wachstum der Nachfrage bleibt bis 2025 robust“, sagte IEA-Direktor Fatih Birol.

In den kommenden fünf Jahren rechnet die Agentur mit einem jährlichen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um durchschnittlich eine Million Barrel pro Tag und erst danach dürfte das Nachfragewachstum nachlassen. Ab 2030 wird schließlich nur mehr mit einer Zunahme um 100.000 Barrel pro Tag gerechnet. Im Vergleich zu ihren Prognosen aus dem Vorjahr hat die IEA die Erwartungen hier halbiert.

Kurzfristig ist für die Nachfrage die Entwicklung der Weltkonjunktur zentral. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) schätzt das Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung aktuell sowohl für heuer als auch für 2020 konstant auf 3 Prozent. Dies geht aus dem monatlichen Ölmarktreport der OPEC hervor, der nur einen Tag nach dem Jahresbericht der IEA veröffentlich wurde.

Saudi Aramco: größter Börsengang aller Zeiten

Die OPEC schätzt die Nachfrage nach Öl aus ihren Mitgliedsländern in diesem und im nächsten Jahr trotz der weltweit steigenden Nachfrage weiterhin leicht rückläufig ein. Grund dafür ist die zunehmende Bedeutung anderer Förderländer – allen voran der USA.

Am 5. Dezember treffen sich Vertreter der OPEC mit verbündeten Staaten, um angesichts der aktuellsten Einschätzungen über eine Verlängerung der Förderbeschränkungen zu beraten, mit denen sie die Preise stabilisieren wollen. Allgemein wird erwartet, dass die Fördermengen nicht weiter gesenkt, aber zumindest konstant gehalten werden.

Für das führende OPEC-Mitglied Saudi-Arabien fällt das Treffen in eine besonders spannende Zeit: Denn inzwischen können Anleger Aktien des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco zeichnen. Aramcos Börsenwert wird auf bis zu 2.000 Milliarden Dollar geschätzt.

Die Zeichnungsfrist für Anteile des mit Abstand wertvollsten Unternehmens der Welt endet nur einen Tag vor dem OPEC-Treffen. Längerfristig stabile Aussichten auf den Ölmarkt dürften dem größten Börsengang aller Zeiten gelegen kommen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Aufwärtskorrektur beim Ölpreis möglich

von Nitesh Shah, Director, Research, WisdomTree.

Seit Monaten herrscht auf dem Ölmarkt eine flaue Stimmung. In sieben der letzten acht Wochen waren die US-Öllagerbestände höher als es die Ergebnisse der Bloomberg Konsensus-Umfrage konstatierten. Dies trug zum pessimistischen Sentiment bei. Selbst die zweiwöchige Schließung der Keystone Pipeline, die kanadisches Öl in die USA bringt, tat wenig dazu, die Preise nach oben zu treiben.

Angesichts dieser schwachen Preissituation ist die Anzahl der Öl-Bohranlagen in USA zurückgegangen. Dennoch bleibt die US-Ölproduktion auf Spitzenniveau konstant.


Quelle: WisdomTree, Baker Hughes, Energy Information Administration, Daten per 8. November 2019

Die USA zogen angebohrte, aber noch unfertige Bohrlöcher, sogenannte „DUCs“ heran, die zu Zeiten höherer Preise gebaut, aber für die zukünftige Nutzung geschlossen wurden, um die Produktion auf gleicher Höhe zu halten. Die DUC-Bestände können jedoch nicht ewig währen. Eine Ära schwacher Preise setzt die Schieferöl-Produzenten unter Druck. Chesapeake Energy beispielsweise gab vergangene Woche eine "Going-Concern"-Warnung heraus. Niedrigere Produktionsmengen könnten im Laufe der Zeit zu einer Aufwärtskorrektur der Preise führen.


Quelle: WisdomTree, Daten per September 2019

Was für eine Erholung der Weltwirtschaft spricht

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

In den vergangenen Wochen ist das Szenario einer Erholung  der Weltwirtschaft wahrscheinlicher geworden. Dem Lehrbuch entsprechend sind die Kurse der Aktienindizes angestiegen und die Kurse der kreditsicheren Staatsanleihen gefallen.

Darüber hinaus hat sich der US-Dollar, dem oftmals eine antizyklische Eigenschaft innewohnt, gegenüber einem Währungskorb abgeschwächt. In dem Blog sollen für diese Entwicklung sowohl die Gründe als auch die notwendigen Voraussetzungen für eine Fortsetzung beschrieben werden.

Positive Entwicklungen

  • Die Aussicht auf eine Übereinkunft im Konflikt zwischen den USA und China hat zugenommen. Diese wird zwar voraussichtlich nicht alle Konfliktbereiche (Handel, Technologie, Finanzen, Währung, Patentschutz) betreffen, aber immerhin könnten sich die beiden Länder auf einen „Waffenstillstand“ einigen. Das bedeutet, dass die nach unten gerichteten Risiken für die Weltwirtschaft abgenommen haben (Tail-Risiken).
  • Die Hinweise für eine Stabilisierung in den schwachen beziehungsweise kaum wachsenden Sektoren der Weltwirtschaft haben zugenommen. Das betrifft die sowohl die Industrieproduktion als auch die Unternehmensinvestitionen. Ein wichtiger Indikator in diesem Bereich ist der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor, der im Monat Oktober bereits das dritte Mal in Folge angestiegen ist. Auch bei jenem Indikator der am kräftigsten seit Anfang 2018 gefallen ist – die Unternehmensstimmung – gibt es vorsichtige Hinweise für eine Bodenbildung.
  • Tatsächlich sind generell die Stimmungsindikatoren stärker gefallen als die realwirtschaftlichen Indikatoren (Produktion, Konsum). Konstruktive Ereignisse hinsichtlich der globalen und geopolitischen Unsicherheit hätten die Kraft eine Trendumkehr einzuleiten.
  • Die Zentralbanken kaufen wieder Staatsanleihen (auf Netto-Basis). Die Federal Reserve kauft zwar nur kurzlaufende Staatspapiere (T-Bills), aber der Effekt einer zunehmenden Liquidität bleibt. Der Effekt ist eine Lockerung des Finanzumfelds (Financial Conditions), sprich: viele Assetpreise sind in diesem Jahr angestiegen. Mit einiger Zeitverzögerung wirkt das unterstützend für das Wirtschaftswachstum.
  • Auch die Fiskalpolitiken wurden lockerer, zwar nur in einem geringen Ausmaß, aber immerhin. Die relevante Maßzahl ist in diesem Zusammenhang das Staatsbudget exklusive Zinszahlungen, bereinigt um die Effekte des Wirtschaftszyklus in Relation zum Potenzialoutput der Volkswirtschaft. Das Aggregat für den OECD-Raum ist von 2018 auf 2019 um 0,4 Prozentpunkte auf minus 1,4 Prozent mehr ins Minus gerutscht. Das übt einen marginal positiven Impuls auf das Wirtschaftswachstum aus.
  • Beim Kreditumfeld ist vor allem die Entwicklung in China hervorzuheben. Von Anfang 2016 bis Ende 2018 war der Kreditimpuls negativ, d.h, die Veränderung des Kreditwachstums in Relation zum Wirtschaftswachstum war negativ. Neben der angestiegenen geopolitischen Unsicherheit und der Reduktion der globalen Zentralbankgeldmenge war das wahrscheinlich einer der Hauptgründe für die Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums. Seit Anfang 2019 ist der Kreditimpuls in China positiv – wenn auch nur leicht.

Diese positiven Entwicklungen sind allerdings gerade einmal stark genug, um eine weitere Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums anzuhalten. Für eine Trendumkehr reicht es wahrscheinlich nicht aus. Welche Entwicklungen sind dazu nötig? Natürlich müssen die bereits eingetretenen positiven Faktoren Bestand halten. Vor allem drei Eckpunkte sind relevant:

  • Die negativen Überwälzungseffekte von den schwachen auf die guten laufenden Sektoren Konsum / Services müssen gering bleiben. Hier ist die Nachrichtenlage weniger erfreulich. Das Beschäftigungswachstum hat sich bereits abgeschwächt und der Einkaufsmanagerindex für die Beschäftigungslage deutete auf einen weiteren Rückgang hin. Das bedeutet eine Erosion für die wichtigste Säule des Wirtschaftswachstums, den privaten Konsum. Für eine Trendumkehr ist es mithin zu früh. Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich für einige Quartale niedrig (unter dem Potenzial) bleiben.
  • Die Einschätzung, dass die Lockerung der Geldpolitik ausreichend effektiv war, um die Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu stabilisieren mag stimmen. Allerdings signalisiert die Zentralbank in den USA ein Ende der Leitzinssenkungen (insgesamt um 0,75 Prozentpunkte auf eine Band von 1,5% – 1,75%). Das bedeutet eine höhere Hürde für die anderen Zentralbanken, die Leitzinsen zu senken. Anders ausgedrückt: der globale Zinssenkungszyklus läuft aus. Chairman Powell von der Federal Reserve hat allerdings klar gemacht, dass die Hürde für Leitzinsanhebungen groß ist. Diese würden vor allem im Fall eines nachhaltigen Inflationsanstiegs angedacht werden, weniger im Fall eines höheren Wirtschaftswachstums. Schlussfolgerung: die Geldpolitiken müssen locker bleiben.
  • Zu guter Letzt: Die Unternehmensgewinne müssen wieder wachsen. In den vergangenen Monaten ist das Gewinnwachstum der Unternehmen weltweit deutlich gefallen. Mittlerweile stagnieren diese. Das hat sowohl mit dem Ertragswachstum zu tun, das ebenso wie das nominelle Wirtschaftswachstum gefallen ist, als auch mit einem zunehmenden Wachstum der Lohnstückkosten.

Aufgrund des immer noch engen Arbeitsmarktes hat in zahlreichen Ländern eine Beschleunigung des Lohnwachstums eingesetzt. Das ist generell erfreulich. Weil allerdings das Produktivitätswachstum auf einem niedrigeren Niveau verharrt, ist das Wachstum der Lohnstückkosten angestiegen. Das kann theoretisch einen Druck für eine höhere Konsumentenpreisinflation bedeuten, oder aber einen Druck auf die Gewinnmargen. Genau das ist in den vergangenen Quartalen eingetreten. Im Erholungsszenario sinkt der Druck auf die Gewinnmargen der Unternehmen, wahrscheinlich über ein höheres Ertragswachstum.

Schlussfolgerung: Der Auftrieb für die risikobehafteten Wertpapierklassen kommt immer weniger von den Leitzinssenkungen der Zentralbanken (die auslaufen), sondern vor allen von den abnehmenden, nach unten gerichteten Risiken (Tail-Risiken), getrieben von der Aussicht auf einen Mini-Deal zwischen den USA und China.

Für eine Trendumkehr beim Wirtschaftswachstum müssen die negativen Überwälzungseffekte gering und die Zentralbankpolitiken locker bleiben sowie die Unternehmensgewinne wieder wachsen. Das könnte noch einige Quartale dauern.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Einschätzungen zur Asset-Allocation: Es klart ein wenig auf

Die Zentralbanken öffnen erneut die Geldschleusen und wirken damit den Sorgen über Wachstum und Unternehmensgewinnen entgegen. Die Aussichten für Schwellenländeranlagen verbessern sich daher, erklärt das Strategy Unit von Pictet Asset Management.

Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank treten erneut auf das geldpolitische Gaspedal. Die USA und China halten sich mit ihren Kampfansagen im Handelsstreit zurück. Und unser Konjunkturfrühindikator lässt erste positive Anzeichen erkennen.

Hinter China allerdings stehen nach wie vor Fragezeichen und in Deutschland ist die Lage weiterhin sehr angespannt. Insgesamt scheint es aber, dass sich die globale konjunkturelle Grosswetterlage aufhellt. Wir haben daher beschlossen, unsere Aktienallokation von untergewichtet auf neutral zu erhöhen, einhergehend mit einer Reduzierung unserer Liquiditätsposition.

MONATSÜBERSICHT: ASSET-ALLOCATION

November 2019

Quelle: Pictet Asset Management

Unseren Konjunkturzyklusindikatoren zufolge liegen die globalen Wachstumsaussichten weiter unter dem Potenzial, aber unser Frühindikator deutet auf eine gewisse konjunkturelle Verbesserung in den kommenden Monaten hin. Dies ist zum Grossteil auf zunehmend positive Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Industrie in den USA sowie das erstaunlich robuste Konsumverhalten der Amerikaner zurückzuführen. Wenn die handelspolitischen Gespräche zwischen China und den USA in einen Kompromiss münden – und sei er auch noch so zaghaft –, dürfte sich das Geschäftsklima deutlich verbessern.

Eine Entspannung im Handelsstreit wäre vor allem für China von Vorteil. Auch wenn die Frühindikatoren des Landes auf eine Verbesserung hindeuten, wird die Wirtschaft weiterhin durch den Rückgang privater Investitionen, die schwachen Konsumausgaben und den massiven Abbau der Bestände infolge der Afrikanischen Schweinepest belastet. Deutschland, das vermutlich in einer Rezession steckt, wartet aufgrund seiner Abhängigkeit von Fertigung und Exporten ebenfalls sehnsüchtig auf gute Nachrichten von der Handelsfront.

ABB. 1. RICHTUNGSWEISEND

Globaler Konjunkturfrühindikator, 3M/3M annualisiert

Quelle: Pictet Asset Management. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.01.2017 bis 30.09.2019.

Die globalen Liquiditätsbedingungen sind für die risikoreicheren Anlageklassen neutral. Die US-Notenbank scheint erpicht darauf zu sein, ihre quantitative Straffung mit Eingriffen am Repo-Markt wieder zurückzufahren. Offiziell ist das zwar keine quantitative Lockerung, aber der Effekt ist der gleiche. Gleichzeitig hat die Fed dreimal ihre Leitzinsen gesenkt.

Auf dieser Seite des Atlantiks legt die EZB ihr eigenes Lockerungsprogramm auf – ein Abschiedsgeschenk ihres scheidenden Präsidenten Mario Draghi. Hinzu kommt die starke private Kreditvergabe in der Eurozone. Einige Schwellenländer haben ebenfalls mit Zinssenkungen begonnen.

China hat noch nicht nachgezogen. Das Land kümmert sich weiter vorrangig um die Bekämpfung von Schattenbanken, während die steigende Inflation – infolge der verheerenden Schweinepest – den Handlungsspielraum der Zentralbank einschränkt. Ein Handelsabkommen könnte jedoch etwas mehr Flexibilität bringen.

Unsere Bewertungsindikatoren haben sich im vergangenen Monat nicht wesentlich verändert, trotz der Rally bei Risikoanlagen und des Ausverkaufs am Anleihenmarkt. Aktien sind im Allgemeinen angemessen bewertet, wobei innerhalb der Anlageklasse die USA weiterhin sehr teuer sind und das Vereinigte Königreich sehr günstig. Staatsanleihen sind teuer – und Unternehmensanleihen extrem teuer.

Die markttechnischen Indikatoren haben sich gegenüber dem Vormonat ebenfalls kaum verändert – leicht positiv für Anleihen und Aktien sowie unter Berücksichtigung saisonaler Effekte weitgehend neutral für beide Märkte. Bei Staatsanleihen aus der Schweiz und Japan kehren sich die Trendsignale ins Negative.

Erfahren Sie mehr darüber, warum wir Schwellländeraktien und den Finanzsektor übergewichten und warum wir Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bevorzugen.


Die vollständige Markteinschätzung und Asset Allocation - November 2019 finden Sie hier. Pictet Asset Management hebt Schwellenländer und Finanzen auf übergewichtet an und stuft zyklische Konsumgüter auf untergewichtet herab. Pictet Asset Management favorisiert Schwellenländeranleihen in Lokalwährung aufgrund des sich bessernden Konjunkturausblicks und attraktiver Wechselkurse.

Über das Pictet Strategy Unit

Die PSU (Pictet Strategy Unit) ist eine firmeneigene Investmentgruppe, die unseren Investmentteams und Kunden Empfehlungen für die Allokation von Aktien, Anleihen, liquide Mittel und Rohstoffe ausarbeitet.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Unterschiedliche Signale

Je nach Betrachtung kann ein Glas halb voll oder halb leer sein. Die Rentenmärkte senden unterschiedliche Signale aus. Eigentlich wären schwächere Konjunkturdaten und wieder expansivere Notenbanken ja eine gute Unterstützung. Doch die Märkte gingen zuletzt eher schwächer: die Renditen sind wieder etwas gestiegen, der Bullenmarkt legt eine Pause ein – oder ist das die Bodenbildung nach einem langen Zyklus fallender Renditen?

Wenn auch der abgelaufene Monat schwächer verlief, das Gesamtjahr steht prächtig da. Selbst in Deutschland – alle Laufzeiten weisen hier negative Renditen auf – liegt die Wertentwicklung noch über 4 %. Unternehmensanleihen liegen entsprechend höher, bei ihnen lebt die Fantasie durch das erwartete Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank weiter.

Gewinner der letzten Monate waren sicherlich die Emerging Markets, vor allem in lokaler Währung. Dort können einige Regionen die erlittenen Rückschläge langsam wieder aufholen. Allen voran liegen weiterhin die US-Unternehmensanleihen, synchron zum Boom an den US-Aktienbörsen.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt: Steigende Renditen trotz expansiver Zentralbanken

Noch bevor das monatliche Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank Ende Oktober/Anfang November gestartet ist, sind die Renditen europäischer Staatsanleihen relativ deutlich angestiegen. Gleichzeitig präsentierte sich die konjunkturelle Verfassung der europäischen Wirtschaft zunehmend schwächer. Beide Aspekte hätten im Normalfall für sinkende oder unverändert niedrige Renditen sprechen sollen. In einem Umfeld negativer Zinsen zeigt sich jedoch, dass es den Normalfall nicht mehr gibt. Vor allem sorgte vermutlich die positive Nachrichtenlage in Bezug auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China für Renditeanstiege.

Wir hatten europäische Staatsanleihen (vor allem Deutschland und Frankreich) taktisch untergewichtet und behalten diese Untergewichtung weiterhin bei. Bei US-Staatsanleihen erwarten wir eine Versteilerung der Zinskurve (5 vs. 30 Jahre) und wir gehen von einem engeren Interkontinentalspread (Renditediffe- renz US 10 vs. DE 10 Jahre) aus.

Staats- und Unternehmensanleihen: EZB-Kaufprogramm läuft wieder an

Die US-Notenbank befindet sich noch mitten im Zinssenkungsmodus, sie möchte damit in erster Linie negativen Effekten aus dem Handelsstreit mit China vorbeugen. Zuletzt ist die US-Zinskurve deutlich angestiegen und nun wieder positiv geneigt. Die Hinweise sind vage, aber eine US-Rezession inklusive lauter geldpolitischer Begleitmusik scheint in den kommenden 12 Monaten möglich. Wir übergewichten US-Anleihen und erwarten eine steilere US-Zinskurve.

Euro-Unternehmensanleihen bleiben im Rahmen unserer Taktischen Asset-Allocation ein wesentlicher Baustein. Vor allem mit dem Beginn der monatlichen Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (20 Milliarden Euro ab Anfang November 2019) gehen wir davon aus, dass gute Bonitäten zu den größeren Profiteuren zählen werden. Unser Übergewicht von Unternehmensanleihen hoher Qualität bleibt aufrecht. Im Euro-High-Yield-Segment erwarten wir in den kommenden Monaten ein Ansteigen der Ausfallsrate und ein dadurch bedingtes negativeres Sentiment.

Emerging Markets: Stabilisierung

Die Datenlage hat sich zuletzt zwar nicht verbessert, aber zumindest auf niedrigem Niveau stabilisiert. So zeigen etwa die Einkaufsmanager-Indizes für die Emerging Markets keinen weiteren Verfall an, in einigen Regionen sogar leichte Aufwärtstendenzen.

Am Rentenmarkt kann mit moderat niedrigeren Risikoprämien für Hartwährungsanleihen gerechnet werden. Somit belassen wir diese Anleihen gegenüber globalen und europäischen Staatsanleihen weiterhin übergewichtet. Emerging-Market-Aktien konnten sich in der relativen Entwicklung seit August stabilisieren, dennoch gehören sie im Jahr 2019 zu den relativen Verlierern im Spiel der globalen Aktienmärkte. Verantwortlich dafür ist die schwache Entwicklung des globalen verarbeitenden Gewerbes, das von Natur aus einen größeren Niederschlag bei Aktien aus den Emerging Markets findet. Die Gewinnentwicklung, insbesondere im asiatischen Raum, scheint einen Boden auszubilden. Daher ist es aus unserer Sicht nicht mehr angebracht, die Region unterzugewichten.

Time to seize the European small cap equity opportunity

von Aneeka Gupta, Associate Director, Research, WisdomTree.

Macro-economic data in Europe has been weak since the start of 2018. Global macro headwinds linked to the US – China trade wars coupled with domestic structural issues such as tightening of emission regulations are to blame. Sentiment towards European equities is at its weakest point evident from the record outflows of US$8.1Bn from European linked Exchange Traded Funds (ETFs) in the first 10 months of 2019. We believe investors’ loss of confidence is probably overdone. As of late European economic data is starting to stage a turnaround especially when compared to US macro-economic data evident from the chart below.

Figure 1: European economic data starts to improve


Source: WisdomTree, Bloomberg as of 21 October 2019.

Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Early lead of small caps price performance could signal further upside in macro data

European small cap stocks have historically tracked the annual change in Eurozone industrial production since 2000. The chart below illustrates the annual change of industrial production in the Eurozone with a 3-month lag plotted against the performance of small versus large cap European stocks. Its worth noting that the industrial sector constitutes the highest sector weight across European Small caps (22%) in comparison to large caps (11%)1. The improvement in price performance of small versus large cap European stocks has historically signalled a rebound in Eurozone industrial production.

Figure 2: Small vs large cap stock performance compared to EU Industrial Production (3-month lag)


Source: WisdomTree, Bloomberg as of 30 September 2019.
Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Brexit and German Fiscal boost – the next catalysts for European small caps

There are a few catalysts on the horizon that could trigger further upside in Eurozone industrial production, such as (1) improvement in Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) lead indicators (2) additional fiscal easing from Germany (3) easing of Brexit related uncertainty as the odds of a No-deal reduces. While the withdrawal bill passed Parliament “in principle” on 22 October, the government was defeated on the fast-tracking of the implementation. The EU has agreed to postpone the Brexit deadline until 31 January 2020 to allow Boris Johnson more time to persuade members of Parliament to ratify the deal he struck on October 17. The UK will now hold a general election on December 12 in an attempt to break the deadlock. The United Kingdom (UK) is the largest and oldest small cap market in Europe, representing 33% of the small cap universe in Europe. As we receive more clarity on the path UK might follow in its departure from the EU, we believe it will pave the way for further upside across European small cap stocks permitting a greater willingness to invest. The next largest small cap region by market cap is Germany – accounting for 11% of European small cap market share1. Germany, Europe’s largest economy has been hit hardest by trade, the Chinese slowdown and the ongoing US-China trade wars. The fact that Germany has a continent-wide supply chain that accounts for 29% of Eurozone GDP raises the probability of Germany’s slide into recession negatively impacting other Western European economies. So far, the German government announced a €54Bn climate spending package aimed at reaching the 2030 emissions reduction target on 20 September 2019. This is expected to be financed from existing surpluses in the energy and climate fund implying a minor net fiscal net boost of less than 1.6% of GDP. We believe this is far from sufficient to fight the downturn of the German economy. We expect the recent run of weak economic data releases from Germany to eventually persuade the German finance minister Olaf Scholz to unleash a more meaningful round of fiscal stimulus.

Small cap stocks are not a value trap

European small cap stocks are attractively valued compared to large cap stocks. The Price to Earnings ratio (P/E) of small versus large cap European stocks is trading at a 7% discount compared to its long-term average since 2007. The estimated dividend yields for MSCI Europe Small Cap real time Index at 2.97% is in line with the long-term average since 2007. Leverage for small caps is only slightly higher that of its large cap peers, confirmed by Net Debt to Earnings before interest, tax, depreciation and amortization (EBITDA) at 3.91 vs 3.79x respectively. Owing to the cautious outlook on Europe, there has been an overcrowding in defensive sectors which constitute a larger proportion of large caps compared to small caps.1 Free cash flow yields of European small cap stocks also remain healthy at 3.62x.

Figure 3: Small cap vs large cap European stocks are trading at a 7% discount to their long-term average


Source: WisdomTree, Bloomberg as on 30 September 2019.

Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Interestingly relative earnings momentum of small versus large cap European stocks has started to improve over the second half of 2019 and this is clearly being reflected in the outperformance of small versus large cap European stocks, which we believe is still at a nascent stage.

Figure 4: Small cap vs large cap European price performance versus earnings momentum 3-month % change


Source: WisdomTree, Bloomberg as on 30 September 2019.

Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

European small cap stocks are known to be more inefficient than large caps which offers a greater possibility of alpha generation. While sentiment remains weak across Europe, favourable valuations, positive earnings momentum coupled with a slowly improving macro backdrop could provide a timely opportunity to invest in European small cap stocks.


1) Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Batterie oder Brennstoffzelle – wer macht das Rennen?

von Clemens Klein, Senior Fondsmanager der Erste Asset Management.

Volkswagen investiert in den kommenden Jahren 40 Milliarden Euro in den Bereich Elektromobilität. Bis 2030 sollen 300 neue, batteriebetriebene Modelle lanciert und ab 2025 jährlich 2,5 Millionen Elektroautos abgesetzt werden. Einen ganz anderen Weg geht Hyundai.

Der koreanische Autokonzern setzt auf Wasserstoff und investiert Milliarden in den Aufbau einer Brennstoffzellenproduktion. Bis 2030 will das Unternehmen jährlich 500.000 Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb produzieren und damit weltweit zum Marktführer in dieser Technologie werden. Doch welcher Technologie gehört die Zukunft?

Brennstoffzellen- oder Wasserstoffautos

Genaugenommen sind Brennstoffzellen– oder Wasserstoffautos auch Elektroautos1. Nur wird der Elektromotor nicht mittels einer Batterie betrieben, sondern von einer Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom erzeugt.

Der Wasserstoff wird, wie vom Verbrennungsmotor gewohnt, innerhalb weniger Minuten getankt und ermöglicht Reichweiten von bis zu 700 Kilometer. Emissionen gibt es so gut wie keine – aus dem Auspuff kommt Wasserdampf.

Wasserdampf als einzige Emission, große Reichweite, schnelles Tanken – das Rennen scheint entschieden. Doch die Realität sieht anders aus. Während im vergangenen Jahr 2 Millionen Elektroautos neu zugelassen wurden und die weltweite Flotte auf mittlerweile 5 Millionen Fahrzeuge angestiegen ist, fuhren Ende 2018 gerade einmal 10.000 Wasserstoffautos rund um den Globus, 4.000 mehr als im Jahr zuvor.

Wie so oft sind es vor allem die Kosten, die über den Erfolg einer Technologie entscheiden. Und hier haben die in der Anschaffung ohnehin schon nicht ganz günstigen Elektroautos, dank dem rasanten Rückgang der Batteriepreise in den vergangenen Jahren, ganz klar die Nase vorn.

Auch im Betrieb sind die batteriebetrieben den Brennstoffzellenmodellen kostenmäßig überlegen. Und dann wäre da noch die Infrastruktur. In Österreich gibt es aktuell gerade einmal 5 Tankstellen, an denen Wasserstoff getankt werden kann.

Ist die zuletzt wieder aufkeimende Euphorie rund um die Brennstoffzelle, die sich auch in der Kursentwicklung der an der Börse gelisteten Unternehmen widerspiegelte, also einmal mehr nur ein Strohfeuer? Aus unserer Sicht nicht.

Zu überzeugend sind die Vorteile dieser Technologie, wie die Möglichkeit der längerfristigen Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie, die Nutzung bestehender Leitungsnetze, kurze Betankungszeiten sowie große Reichweite.

Batteriebetrieben oder Brennstoffzelle

Dazu kommt, dass der zur Gewinnung von Wasserstoff benötigte „Rohstoff“ Wasser nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht. Wissenschafter der Standford University haben ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, Wasserstoff auch aus Meerwasser zu gewinnen, das bekanntlich 97% der Wasserreserven der Erde darstellt.

Und dass die Kosten neuer Technologien mit steigender Verbreitung dramatisch sinken können, haben Beispiele wie Wind- und Solarenergie, die mittlerweile in vielen Teilen der Welt die billigste Formen der Stromerzeugung darstellen, ebenso wie der Kostenrückgang bei Batterien von mehr als 85% während der vergangenen 10 Jahre eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Batteriebetrieben oder Brennstoffzelle, klar scheint jedenfalls, dass sich das Zeitalter der Verbrennungsmotoren nach einem 100-jährigen Siegeszug dem Ende zuneigt. Über die Notwendigkeit, einen der großen Verursacher für Treibhausgase, den Transportsektor, sauberer zu gestalten, besteht in vielen Ländern Konsens.

Norwegen will ab 2025 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zulassen, Holland, Schweden, Dänemark und weitere Länder, planen den Ausstieg bis 2030 und eine Reihe weiterer Staaten sieht das Ende der Verbrenner spätestens im Jahr 2040 gekommen.

Aber ist dieser Umstieg ökologisch wirklich sinnvoll? Immer wieder tauchen Studien auf, die zu belegen versuchen, alternative Antriebstechnologien wären nur geringfügig oder gar nicht umweltfreundlicher als die derzeit dominierenden Verbrennungsmotoren.

Klar ist: auch batteriebetriebene ebenso wie Brennstoffzellenautos verursachen Treibhausgas-, Stickoxid- sowie Partikelemissionen. Das liegt vor allem am Produktionsprozess für die Fahrzeug- sowie die Akku- bzw. Brennstoffzellenherstellung.

Bei Elektroautos kommen dazu Emissionen die bei der Produktion des benötigten Stroms, bei Wasserstoffautos jene Emissionen, die bei der Herstellung des Wasserstoffes anfallen. Im Betrieb verursachen beide Technologien keine Treibhaus- oder Stickoxidemissionen.

Eine aktuelle Studie des Bundesumweltamtes kommt daher zum Ergebnis, dass abhängig vom Strommix die Emissionen beider Technologien bei Treibhausgasen um bis zu 87%, bei Stickoxid um bis zu 66% unter jenen von Verbrennungsmotoren liegen.2


1) Zur Vereinfachung werden batteriebetriebene Elektroautos im Weiteren als Elektroautos bezeichnet, wasserstoffbetriebene als Brennstoffzellen- oder Wasserstoffautos.
2) Quelle: Ökobilanz alternativer Antriebe, Umweltbundesamt 2018

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

An alternative approach to investing in Japan Inc

Japan is an especially rich hunting ground for equity investors looking to achieve long-term capital growth with a market neutral approach, explains Teruhiko Nishimura, Head of Total Return Japanese Equities at Pictet Asset Management.

For Japan, August 2, 2018 was a momentous occasion.

That was the day when the country’s stock market overtook China’s to become the world’s second biggest, regaining the title it lost four years earlier.

Valued at just over USD6 trillion, Japan’s stock market is undoubtedly one of the most liquid in the world. However, ironically, it is also among the most inefficient: share prices can deviate markedly from fair value.

FIG. 1 MIND THE GAP

Analyst estimates and company guidance for Nintendo's FY2019-2020 operating profit in JPY bln

Source: Bloomberg, Pictet Asset Management, data as of 30.10.2019

Why these discrepancies? It’s partly to do with information scarcity. Compared with its peers, the Japanese stock market is under-researched – about 42 per cent of companies listed in the TOPIX index have no sell-side analyst coverage whatsoever.

This compares with about 1 per cent for the equivalent index in the US, the S&P 1500.1 But even those companies which do have broker coverage experience a wide dispersion in analyst estimates - there is often a significant gap between company guidance and what counts for consensus market forecasts.

Take the case of gaming and entertainment giant Nintendo. Among 21 analysts who cover the firm, there’s a 40 per cent gap between the highest and lowest estimates for the operating profit for fiscal year ending March 2020 (see FIG. 1).

The company's own guidance, in line with the most conservative estimate, stands 15 per cent below the consensus forecast. And Nintendo is not an isolated example – the experience is the same for many other Japanese companies, which can lead to wild swings in share prices during earnings results seasons.

Another distinguishing feature of Japan’s stock market is its investor base. Its deep liquidity and low transaction costs have made it popular with foreign investors, who make up on average at least half of daily trading volume.2

That has a significant bearing on market dynamics. During episodes of stress, such as an emerging market crisis or a China-driven sell-off, this group of investors tends to liquidate their Japanese assets, regardless of corporate fundamentals, and use the money to cover losses elsewhere.

Conversely, during rallies foreign investors tend to chase the market higher, often reacting to specific corporate events or domestic developments (see FIG. 2). As such, their presence tends to expose the market to swings in global investor sentiment, which can lead to higher volatility.

FIG. 2 GAIJIN INFLUENCE

TOPIX moves (%) and net purchase by foreigners on a 12-week moving average basis in JPY bln

Source: Bloomberg , data covering period 15.06.2001 and 11.10.2019

At the same time, the market is host to another distinctive block of investors whose trading activities do not always pay regard to corporate fundamentals.

These include the Bank of Japan and the Government Pension Investment Fund, which together are the biggest shareholders in well over 400 companies on the Tokyo Stock Exchange’s first section, nearly one quarter of all issues. What is more, the BOJ now owns nearly 80 per cent of Japan’s exchange-traded fund market, having bought almost JPY29 trillion of the product since 2013.3

It is because of these idiosyncrasies that the Japanese stock market lends itself especially well to alternative investment approaches.

Market neutral for Japan

We believe investors looking to improve the diversification of their current allocation should consider an equity market neutral approach focused on Japan.

This distinctive investment style combines long and short equity positions and seeks to produce returns almost exclusively from “alpha” – or the security-specific return generated by a skilled investor manager.

At the same time, it aims to limit “beta” exposure, or risks stemming from overall market movements. It seeks to generate superior risk-adjusted returns in all market phases, without relying on the overall direction of the equity market.

Our market neutral portfolio, or PTR-Akari, combines bottom-up stock selection with insight into Japan-specific, technical market factors. The strategy, which invests in liquid and mainly large cap stocks, aims to identify attractive investment opportunities while achieving a low correlation to the broader market.

The portfolio, managed by a team of experienced investment professionals based in Tokyo, is made up of individual “strategies” within the various sub-sectors.

Each strategy contains a combination of long and short positions designed to extract uncorrelated, company-specific sources of returns independent of market moves – we hold single or multiple long or short positions and hedge them against single stocks, or sometimes a customised basket.

Japan’s wide market breadth, as well as its low stock borrowing cost – the cheapest in Asia – mean that we can find optimal hedges within each industry sub-sector.

While targeting overall beta to be neutral,4 we also take steps to diversify our industry exposure. At the same time, we seek to identify and hedge other common systematic risks – they include moves in foreign exchange and interest rates as well as broader stock market shifts driven by style rotations. This fine-tuning helps ensure our portfolio's returns are not correlated with those of the market.

Japan's wide market breadth and its low stock borrowing cost mean that we can find optimal hedges within each industry sub-sector.

Global value chain analysis

To identify investment opportunities, we typically analyse Japanese companies from the perspective of their global value chains – the full range of activities involved in the production of a good or service.

For example, a smart phone may be designed in one country but assembled in another, using labour and materials from several suppliers from around the world. All of these sub-sectors make up a smart phone value chain.

This approach allows us to analyse companies beyond the traditional industry framework used by mainstream equity benchmarks and gives us a broader perspective, which helps to determine how competitive or profitable a particular Japanese firm is in the context of the global economy.

This also helps us to identify sources of return that cannot be replicated easily by exchange-traded funds.

We form our strategies by analysing relevant stocks within a certain value chain and anticipating domestic or global events which could trigger changes in their earnings outlook or financial positions.

For example, when we look at the electric appliances sector, we consider it through the value chains of technology, machinery and chemical goods. We see demand picking up for electric components after years of stagnation because industries such as automobile are using more electric parts to enable automation and data analysis. Similarly, the rollout of faster 5G networks is creating diverse investment opportunities across value chains.

Dynamic investment process for a diversified portfolio

Our investment process starts with screening around 2,200 Japanese companies for liquidity and market capitalisation.5

Among those which make the cut, we analyse corporate fundamentals from the perspective of global value chains, meeting company management in the process. We put a particular focus on market moves and forecast changes around the earnings season – a period when we tend to find rich trading opportunities given significant gaps in sell-side earnings estimates.

Here, our investigations go far below the surface. For example, we may gather intelligence from a diverse set of companies – including small-cap in which we do not invest – to validate a growth outlook of a certain firm we’re looking to invest into. This also helps us gauge the extent of the gap between various sell-side estimates and our own earnings forecasts.

This screening takes the potential investment candidates down to about 200-300. We then use our extensive industry experience in buy-side, sell-side and running proprietary trading books to choose optimal entry and exit points and maximise opportunities which the market presents.

In doing so, we take into account Japan-specific technical factors, including supply and demand of stocks, different trading patterns of domestic and foreign investors, seasonality and share buybacks.

FIG. 3 NO ATTACHMENT

Monthly correlation of various investment strategies

Source: Bloomberg, Pictet Asset Management. Calculated for the period 30.10.2016 – 30.09.2019 

We fine-tune the portfolio, taking into account factors such as size, liquidity and technical signals. At the same time, we seek to eliminate residual market risks.

Our final portfolio has around 150 positions across up to 80 strategies.

Japan is a market that is often overlooked but offers potentially rewarding opportunities. Our distinctive investment approach focusing on the world's third largest economy has proven to be resilient during times of market stress and should therefore appeal to investors who wish to diversify their existing global equity portfolios with returns that are uncorrelated with those of other asset classes.

FIG. 4 DOWNSIDE PROTECTION

Five worst months of the TOPIX vs Strategy, %*

Strategy’s relative performance since inception during worst five months for TOPIX.
Source: Bloomberg, Pictet Asset Management, data as of 30.09.2019


1) Source: Pictet Asset Management and Bloomberg as of 07.09.2018
2) Tokyo Stock Exchange’s first section trading volume data as of 18.10.2019. Source: Tokyo Stock Exchange
3) Source: Nikkei
4) We aim to limit the range of beta to be between -0.2 and +0.2. vs Topix Index
5) The initial universe includes companies listed on TOPIX, Nikkei, Tokyo Stock Exchange Mothers. Only the 500 or so stocks which either have market capitalisation of over USD1 billion or average daily trading volume of over USD10 million form our investable universe.

* For illustrative purposes only. The representative strategy performance is composed of actual gross returns for the Japanese Equities L/S segment within PTR-Diversified Alpha from 10.10.2016 to 30.09.2018 and actual gross returns for the PTR-Akari JPY fund from 01.10.2018, the first full month since the fund was launched, to present. During the period, the segregated segment followed the same investment approach as the PTR-Akari fund and was managed by the Akari investment team. The PTR-Diversified Alpha fund is a Luxembourg SICAV that invests primarily in market-neutral strategies managed by selected Pictet AM teams. These investment strategies have exposure to various financial assets (equities, bonds and other debt-related securities, financial derivatives) globally. Note: All performance data are shown in JPY, gross of fees and based on daily returns. Please note that a standalone vehicle will be subject to fees and expenses such as management, performance, administration, operational etc. that will result in lower net returns for your investment. Past performance is not a reliable guide to future performance. Performance data does not include the commissions and fees charged at the time of subscribing for or redeeming shares. The value of investments and the income from them may fluctuate and investors may not get back the full amount invested. The strategy is unconstrained by a benchmark. TOPIX is a reference index, provided for comparison purposes only. This reference index does not influence the portfolio construction process and the securities included in this index may differ from the strategy’s investment universe. Source: Pictet Asset Management, as of 30.09.2019.

More from Pictet AM’s Total Return Team

About the author

Teruhiko Nishimura joined Pictet Asset Management in 2016 as Head of Total Return Japanese Equities and co-manager of the Total Return Japanese Equities strategy.
Prior to joining Pictet, Teruhiko was Chief Investment Manager at Mizuho, responsible for an in-house hedge fund.
Teruhiko was the head of Asian capital goods team at Credit Suisse and covered Japanese and Korean equities before taking an MBA from INSEAD.
Teruhiko is currently working on a doctoral dissertation on management science at Kyoto University.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Indexausschlüsse – aber wohin verschwindet das Geld?

Viele Kunden sind der Ansicht, dass ein an ESG-Kriterien ausgerichteter Indexfonds unter keinen Umständen in Sektoren wie Öl und Gas investiert sein sollte. Wird dies auf einen globalen Index angewandt, wird die Allokation neu verteilt, hauptsächlich auf die ohnehin schon stark vertretenen Technologie- und Finanzsektoren. Was zuvor ein breiter Marktindex war, ist plötzlich ein sehr begrenztes Anlageuniversum geworden.

Im Podcast in englischer Sprache spricht Legal & General Investment Management über die unbeabsichtigten Folgen von Ausschlüssen ganzer Sektoren und untersucht, wie Anleger ihre ESG-Kriterien optimal umsetzen und ihren Tracking Error minimieren können.

Die Talfahrt der Cannabis Stocks 2019

Bereits seit 7 Monaten setzt sich die abwärts Rally der Cannabis Aktien fort. Allein im Oktober verlor der kanadische Cannabis Index 18 % sowie der US Index 6 %. Das strapaziert die Hanfaffinen Anleger auf das Äußerste. Natürlich bedeutet das ebenfalls: Man konnte seit 2016 die führenden Titel der Branche nicht mehr so günstig einkaufen. Für Investoren, die mit dem Einstieg in die Cannabis Industrie liebäugeln, könnte somit die gegenwärtige Situation äußerst interessant sein, so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Für bereits investierte Anleger ist das Marktniveau eine Geduldsprobe. Generell war klar, dass ein Investment in die junge Industrie Risikokapital darstellt und langfristig ausgelegt sein sollte.

Amerikanische Finanzhäuser betreiben seit Anfang 2019 erste Short-Derivat Produkte auf die Cannabis Industrie. Somit verdienen Investoren Geld am Kursverfall der Industrie. Für gewöhnliche Anleger mit einem Long-Term-Fokus ein eher unangenehmes Finanz-Instrument.

Die E-Liquid Industrie der USA erlitt durch eine grassierende Lungenkrankheit deutliche Vertrauenseinbußen. Auch wenn die Situation mittlerweile unter Kontrolle erscheint und die Medien andere Spektakel in den Vordergrund stellen, es bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Zudem ist der Zwist der Lebensmittel- und Pharmaindustrie rund um das hochwirksame Bio-Präparat Cannabidiol (CBD) noch immer nicht beigelegt. Die Lobby-Riesen streiten auf dem amerikanischen Parkett (FDA) und dem europäischen Kontinent um die Lizenz und Vertriebserlaubnis des in der Cannabispflanze enthaltenen Wirkstoffs.

Eine positive Erwartungshaltung birgt die Legalisierungsthematik in Mexiko. Hier entschied das Bundesgericht, das eine Legalisierung dem mexikanischen Grundgesetz entspräche, somit ist das Parlament im Zugzwang. Die Frist für eine funktionale Gesetzgebung wurde allerdings Ende Oktober verschoben. Eine Legalisierung von Cannabis würde dem Land mit 130 Mio. Einwohnern eine neue Dynamik verschaffen und die massiven Kartell-Strukturen des Schwarzmarktes aufweichen.

Grundsätzlich gibt es mittelfristig nahezu weltweit Bemühungen Cannabis zu legalisieren. Luxembourg wird voraussichtlich 2020/21 das erste europäische Land mit einer funktionalen Cannabis Liberalisierung sein, welches eine hohe Symbolkraft mit sich brächte. 

Medizinisches Cannabis hat mittlerweile einen akzeptablen Stellenwert in der modernen Schulmedizin. Vor wenigen Jahren noch als Droge stigmatisiert finde es nun in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und Teilen Asiens sowie Afrikas breite und ausweitende Anwendung.

Durch technologischen Fortschritt und die legalen Rechtsräume entstand eine regelrechte Forschungswelle. Während im vergangenen Jahrhundert kaum klinische Studien durchgeführt wurden, werden gegenwärtig über 350 klinische Studien spezifisch um Cannabinoide ausgeführt und versprechen weitere Patente und Lizenzen.

Auch der nachwachsende Rohstoff aus der Nutzhanf Pflanze findet weitere Verwendung. Die Industrie steckt teils noch in den Kinderschuhen, dennoch kann man behaupten das Nutzhanf „best in class“ der regenerativen Rohstoffe ist. Dieser Umstand findet in der gegenwärtigen Klima-Debatte größtmöglichen Zuspruch. Politik und Gesellschaft fordern exakt derlei Innovationen um Konsum aus der Lebensmittel-, Bau-, Textil- und Verpackungsindustrie mit einem bestmöglichen Umweltschutz zu verbinden.

Auch wenn Hanf Aktien aktuell schwere Zeiten durchleben, langfristig gibt es genügend aussichtsreiche Perspektiven, um positiv voraus zu schauen.

Am Freitag, den 8. November 2019 sind signifikante 2,2 Milliarden Dollar in den Cannabis-Markt geflossen, der globale Hanf Index legte über 5% zu. Ein Indikator, dass die Talsohle möglicherweise durchschritten wurde.


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Konjunkturelle Abschwächung setzt sich fort

Mit dieser Aussage übertitelt das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) die jüngste Einschätzung der österreichischen Wirtschaft. Die Abschwächung zeige sich vor allem in der Industrie und am Bau, während die Dynamik in Konsum und Dienstleistungen weiterhin robust verlaufe. Österreich spiegelt somit – als offene kleine Volkswirtschaft wenig überraschend – die internationalen Trends gut wieder. Allerorten ist das erwähnte Auseinanderklaffen von schwachem Industriebereich und robustem Dienstleistungssektor zu beobachten. Die Industrie leidet vor allem unter dem Handelskonflikt, während Dienstleistungen und Konsum von der guten Beschäftigungslage profitieren.

Wie wird sich die Lücke schließen – durch Erholung der Industrie oder durch Absacken der Dienstleistungen? Diese Frage wird wohl in Washington und Peking entschieden werden, denn der Handelskrieg gilt als größter Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft und somit auch als wesentlicher Grund für die Zurückhaltung bei den Ausrüstungsinvestitionen.

Eine andere Ungereimtheit ist weniger stark präsent, nämlich jene zwischen „weichen“ Umfragedaten und „harten“ Wirtschaftsdaten. Dabei zeigt sich, die Stimmung ist schlechter, als es die harten Daten rechtfertigen. Beispiel: die US-Industrieproduktion, Kategorie harte Daten, wächst zwar nicht mehr, fällt aber auch nicht. Die dazu passende Umfrage, der ISM-Index, liegt jedoch auf dem tiefsten Niveau seit dem Rezessionsjahr 2009.

In den letzten Jahren war es oft so, dass die Realität den negativen Erwartungen der Befragten nicht vollumfänglich gefolgt ist. Der Aktienmarkt dürfte angesichts von Kursen nahe der Jahreshochs auch diesmal eine solche Entwicklung antizipieren. Dass zyklische Aktien zuletzt deutlich besser gelaufen sind, ist auch als Zeichen der Zuversicht zu verstehen. Für eine abschließende Bestätigung fehlt allerdings Klarheit bezüglich des Handelskonfliktes sowie eine Stabilisierung beziehungsweise Erholung relevanter Indikatoren. Daher halten wir bis auf Weiteres eine neutrale Aktienquote.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien: Neue Höchststände

Im Gegensatz zu den Rentenmärkten ist bei den Aktien das Glas eindeutig voll. Gegen Ende Oktober versuchten die Aktienmärkte, die sich seit Mai in einer Konsolidierungsphase befanden, wieder einmal nach oben auszubrechen, der globale Aktienindex (MSCI World) erreichte dabei einen neuen Höchststand. Das war nicht ausschließlich dem US-Aktienmarkt zu verdanken, sondern auch der guten Performance in Europa. Hier wurde einiges aufgeholt, der DAX hat sogar den Dow Jones eingeholt! Dabei sind – typisch für solche Phasen – die Volatilitätsindizes wieder unter die langjährigen Durchschnitte gefallen. Das nennt sich gerne „Risk-on-Szenario“.

Jedenfalls waren, nach einem schwächeren August, die letzten beiden Monate wieder sehr gut. Vorne liegt wieder Russland – ein Teil der Wertentwicklung kommt aus der Währung – und damit Osteuropa. Auch Lateinamerika (Brasilien) sowie China und damit Asien sahen einen guten Monat Oktober. Generell sollten die Voraussetzungen für ein gutes Aktienjahr 2019 gegeben sein.

Aktien USA und Europa: Feste Märkte aber stagnierende

Die entwickelten Aktienmärkte präsentierten sich in den letzten Wochen von ihrer freundlichen Seite. Unterstützung kommt dabei unverändert von den internationalen Notenbanken, auch die politischen Risiken sind zumindest kurzfristig etwas in den Hintergrund getreten. Der Blick auf die Fundamentaldaten relativiert dies, sind doch die Gewinnwachstumsraten für das Jahr 2019 mittlerweile nur mehr leicht positiv und die Gewinnrevisionen unverändert negativ.

Der Gewinn je Aktie, kalkuliert für den S&P 500 Index für die jeweils letzten 12 Monate, stagniert seit einigen Quartalen auf hohem Niveau, die Dynamik ging verloren. Allerdings ist hierbei der Sonderfaktor US-Steuerreform enthalten, der das Gewinn-Niveau entsprechend stark angehoben hat. Dieser Basiseffekt ist ebenso zu berücksichtigen, wie der Umstand, dass die Unternehmen etwa über den Lohndruck (Stichwort Arbeitsmarkt) doch einen gewissen Margendruck zu stemmen haben.

Aufgrund des in Summe uneinheitlichen Bildes nehmen wir aktuell keine aktive Positionierung ein.

ESG-Regulierung – Auswirkungen auf deutsche (alternative) Asset Manager

von Dr. Harald Glander und Daniel Lühmann, Rechtsanwälte bei Simmons & Simmons LLP, anlässlich des 169. Hedgeworks.

Environmental, Social and Governance – ESG sind Begriffe, welche nicht erst seit der Konsultation des Entwurfs des Merkblatts der BaFin zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken, Aufmerksamkeit unter den unterschiedlichen Akteuren im Finanzsektor erfahren haben. Sie stehen in Zusammenhang mit den ehrgeizigen Klimaschutz-, Umweltschutz- und Nachhaltigkeitszielen der EU, welche wesentliche Auswirkungen auf den europäischen Finanzsektor haben. Eine Einschätzung.

Ende September 2019 hat die BaFin den Entwurf eines Merkblatts zum Umgang mit dem Thema „Nachhaltigkeitsrisiken“ zur Konsultation gestellt. Darin weist sie darauf hin, dass verbindliche gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Vorgaben im Hinblick auf Nachhaltigkeitsrisiken durch das Merkblatt weder abgeschwächt noch erweitert werden sollen. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die noch ausstehenden europäi­schen Konkretisierungen zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken bei den im Anwendungsbereich des Merkblatts befindlichen Unternehmen. Dennoch möchte die BaFin den von ihr beaufsichtigten Unternehmen eine Orientierung im Umgang mit diesem Thema geben. Dazu definiert die BaFin in ihrem Entwurf den Begriff „Nachhaltigkeitsrisiken“.

Unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips sieht die BaFin das von ihr veröffentlichte Merkblatt als ein Kompendium von Good-Practices, das in den unterschiedlichen Unternehmen Anwendung finden soll. Somit stellt dieses beispielsweise für AIF-KVGen eine Ergänzung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement, wie sie in der KAMaRisk niedergelegt sind, dar.

Aktionsplan und Legislativvorschläge der EU-Kommission: Die Initiative der BaFin ist im Zusammenhang mit den europäischen Bemühungen zur Finanzierung eines nachhaltigen Wachstums zu betrachten. Der Aktionsplan der Kommission soll das Erreichen der Klimaziele der Europäischen Union bis zum Jahr 2030 sicherstellen. Durch die Annahme der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie des Übereinkommens von Paris über den Klimawandel im Jahr 2015 hat sich die EU verpflichtet, eine nachhaltige Gesellschaft und Wirtschaft zu fördern. Insoweit hat sich die EU unter anderem dazu verpflichtet, die Treibhausgasemissionen ihrer Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2030 um 40 % gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

Um die vereinbarten Klimaziele erreichen zu können, werden nach Einschätzung der EU-Kommission jährlich bis zu 180 Milliarden Euro zusätzlicher Investitionen benötigt. Auf Grundlage des von der Kommission im März 2018 vorgestellten Aktionsplans zur Finanzierung eines nachhaltigen Wachstums, soll dieser Investitionsrückstand durch die Hilfe des europäischen Finanzsektors aufgeholt werden. Der Fondsindustrie als Schnittstelle zwischen Investoren und (alternativen) Investments kommt dabei eine tragende Rolle zu.

Der Aktionsplan der Kommission berücksichtigt die Empfehlungen einer von ihr im Jahr 2016 eingesetzten hochrangigen Sachverständigengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen. Unter dem Eindruck der Empfehlungen der Sachverständigengruppe verfolgt die Kommission mit dem Aktionsplan drei Ziele. Kapitalflüsse sollen zunächst auf nachhaltige Investitionen umgelenkt werden, um ein nachhaltiges und integratives Wachstum zu erzielen. Ferner sollen durch die Umsetzung des Aktionsplans die finanziellen Risiken, welche sich aus Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltzerstörung und sozialen Problemen ergeben, bewältigt werden. Schließlich soll auf lange Sicht die Transparenz in der Finanz- und Wirtschaftstätigkeit gefördert werden.

Die Umsetzung der zuvor genannten Ziele soll durch zehn Maßnahmen sichergestellt werden. Kernpunkte dieser Maßnahmen sind die Einführung eines europäischen Klassifikationssystems für nachhaltige Tätigkeiten (sog. Taxonomie). In diesem Zusammenhang hat die Kommission im Mai 2018 drei Legislativvorschläge zur Umsetzung des Aktionsplans veröffentlicht. Zentrales Element der Vorschläge ist die Taxonomie-Verordnung, auf deren Grundlage der Grad der ökologischen Nachhaltigkeit einer Investition messbar gemacht werden soll. Zu den Legislativvorschlägen der Kommission zählt auch die Offenlegungs-Verordnung. Diese sieht umfassende Offenlegungspflichten bezüglich der Nachhaltigkeitsrisiken für beispielsweise Finanzportfolioverwalter, AIF- und OGAW-Verwaltungsgesellschaften vor.

Änderungen europäischer Richtlinien und Level-2-Maßnahmen: Neben den Legislativvorschlägen der Kommission soll die Umsetzung des Aktionsplans durch Änderungen europäischer Richtlinien und dazugehöriger Level-2-Maßnahmen unterstützt werden. Hierzu hat die Kommission unter anderem die ESMA im Juni 2018 aufgefordert, Vorschläge für eine Implementierung von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren durch die Änderung der OGAW-Richtlinie, der AIFM-Richtlinie sowie der zweiten Finanzmarkt-Richtlinie samt Level-2-Maßnahmen bis Ende April 2019 vorzubereiten. Mit den durch die ESMA erarbeiteten und bereits konsultierten Änderungsvorschlägen soll erreicht werden, dass einerseits zugelassene OGAW- und AIF-KVGen Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren aufgrund eines prinzipienbasierten Ansatzes in ihre interne Prozesse integrieren. Insoweit umfasst die Empfehlung der ESMA Vorgaben bezüglich der organisatorischen Anforderungen, der Verhaltenspflichten sowie an das Risikomanagement der KVGen. Andererseits sollen ESG-Präferenzen in die Prozesse und Verfahren der Unternehmen im Anwendungsbereich der zweiten Finanzmarkt-Richtlinie implementiert werden. Wertpapierdienstleistungsunternehmen sollen demnach künftig die ESG-Präferenzen ihrer Kunden abfragen und diese Präferenzen in Bezug auf Produkte und Dienstleistungserbringung berücksichtigen.

Auswirkungen auf die Fondsindustrie: Das durch die BaFin zur Konsultation gestellte Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken kommt für die betroffenen Unternehmen zu keinem idealen Zeitpunkt. Mit dem Merkblatt unterstreicht die BaFin ihre Absicht, Nachhaltigkeit im Finanzsektor zu einem aufsichtsrechtlichen Schwerpunktthema zu machen. Nach Abschluss der Konsultation wird erwartet, dass dieses als Grundlage für die aufsichtliche Praxis der BaFin dienen wird. Dieser Umstand steht im Spannungsverhältnis zu der Umsetzung der europäischen Regulierungsbestrebungen. Zwar nimmt die Umsetzung des Aktionsplans der Kommission durch die Entwicklungen weiter Konturen an. Es wird aber wohl nicht zum zeitlichen Gleichlauf mit der BaFin-Initiative kommen. Insoweit ist durch die ausstehenden europäischen Konkretisierungen zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die unternehmens­eigenen Prozesse ein mehrstufiger Implementierungsprozess zu erwarten. Dies macht es nicht nur den betroffenen Unternehmen, sondern auch den (regulierten) Investoren schwer, einen gemeinsamen Nenner im Investitionsprozess zu finden. Durch den Druck der Kapitalgeber gibt es bereits jetzt auf der Seite der Investoren viele individuelle Kriterien, die im Rahmen eines nachhaltigen Investments Beachtung finden sollen.

Auch auf der politischen Ebene scheinen die europäischen und nationalen Bestrebungen in Bezug auf eine nachhaltige Finanzwirtschaft auseinanderzulaufen. So wird die Bundesregierung durch den Sustainable-Finance-Beirat bei der Umsetzung einer nachhaltigen Wirtschaftsfinanzierung unterstützt. Trotz der pluralistischen Zusammensetzung des Beirats, sind die betroffenen Unternehmen nicht durch ihre Interessenvertretungsverbände (bspw. BAI oder BVI) als Mitglieder des Beirats vertreten. Dies hat unter den betroffenen Verbänden zu Kritik geführt. Sind sie jedoch auf der europäischen Ebene am Gesetzgebungsprozess beratend beteiligt.

Trotz der Kritik am Status quo wird die Zukunft zeigen, ob die europäischen und nationalen Initiativen zu einer nachhaltigen Finanzwirtschaft führen und positive Auswirkungen auf die Klimaschutz-, Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsziele der EU haben werden.


Dr. Harald Glander

ist Rechtsanwalt und Partner bei Simmons & Simmons und im Bereich Financial Services und Investmentfonds am Frankfurter Standort von Simmons & Simmons tätig. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin und der University of Cape Town (LL.M.) hat er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zum Dr. jur. promoviert.

Daniel Lühmann

ist Rechtsanwalt und Supervising Associate im Bereich Financial Services und Investmentfonds der inter­nationalen Wirtschaftskanzlei Simmons & Simmons und am Frankfurter Standort tätig.

Simmons & Simmons LLP

ist eine führende Rechtsanwaltskanzlei mit über 1.500 Mitarbeitern in Asien, dem Nahen Osten und Europa. In Deutschland unterhält die Kanzlei Büros in Düsseldorf, Frankfurt am Main und München. Ein Schwerpunkt der internationalen Beratungstätigkeit von Simmons & Simmons stellt der Sektor Asset Management und Investmentfonds dar. 

KONTAKT

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Internet: www.simmons-simmons.com 

Sprechen Sie Krypto – welche Krypto-Währungen gibt es?

von Harald Egger, Chief Analyst der Erste Asset Management.

Das Thema Libra ist wieder aktuell. Derzeit überwiegen aber die kritischen Stimmen, womit eine Realisierung aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich erscheint.

Für uns ein Anlass das Thema Krypto-Währungen ganz allgemein zu beleuchten. Laut der Internetseite Coinmarketcap gibt es per 15.10.2019 2980 Krypto-Währungen mit einer Marktkapitalisierung von $226,9 Mrd. Wie ist diese Zahl aber einzuordnen? Die meisten haben von Bitcoin gehört (die mit Abstand bedeutendste Krypto-Währung), heißt das, dass 2979 Krypto-Währungen mit Bitcoin als Zahlungsmittel konkurrieren? Die einfache Antwort lautet NEIN.

Jede Krypto-Währung verfolgt ein unterschiedliches Ziel. Wir wollen in diesem Blog nicht auf die unterschiedlichen Absichten eingehen, präsentieren aber im Folgenden eine einfache Unterteilung, nach der man diese Krypto-Währungen einordnen kann. Damit wird schnell klar, dass es sich bei den meisten sogenannten Krypto-Währungen gar nicht um eine Währung handelt.

Eine Währung zeichnet sich durch drei Eigenschaften aus:

  • Tauschmittel
  • Recheneinheit
  • Wertspeicher

Selbst Bitcoin erfüllt diese drei Eigenschaften nur zum Teil. Als Tauschmittel kann Bitcoin mitunter eingesetzt werden, aber bei weitem nicht flächendeckend. Die meisten Käufer halten Bitcoin als Wertspeicher (viele sprechen von Gold 2.0), das gilt umso mehr, wenn ein Staat eine schwache Währung hat (Bsp. Venezuela, Argentinien, Türkei, u.a.). Die mitunter wichtigste Eigenschaft, die Recheneinheit, ist nicht gegeben. D.h. mit ganz wenigen Ausnahmen werden keine Produkte in Bitcoin-Einheiten angeboten.

Dazu kommt, dass ein Staat bestimmt was eine offizielle Währung ist. Eine Währung ist dann staatlich anerkannt, wenn ein Kreditgeber diese als Rückzahlung akzeptieren muss (im englischen Legal Tender). Außerdem bestimmt der Staat womit man Steuern zahlen kann (der Kanton Zug in der Schweiz akzeptiert Steuerzahlungen in Bitcoin, in Japan ist Bitcoin Legal Tender).

Ein besserer Ausdruck statt Krypto-Währungen wäre demnach digitale Token, klingt aber nicht so spannend. Alle diese Token haben gemein, dass sie „nur“ digital existieren und von einer Software produziert werden, die kryptographische Verschlüsselungsmethoden anwendet.

Jeder, der sich ein wenig für diese Token interessiert sollte wissen, dass man diese grob gesprochen in 3 Gruppen einteilen kann, die ich im Folgenden kurz beschreiben möchte:

Payment Token

Dazu zählen beispielsweise Bitcoin, Bitcoin Cash, Dash, Monero u.a. Die Entwickler dieser Token verfolgen das Ziel ein Token anzubieten, der als Tauschmittel eingesetzt werden kann. D.h. die Token wurden als Zahlungsmittel entwickelt um Produkte zu erwerben.

Zu den Payment Token zählen auch sogenannte Stable Coins, also Token, die an eine Währung wie z.B. US Dollar gekoppelt sind (z.B. Tether). Im weitesten Sinne fällt auch die angedachte digitale Währung Libra in diese Kategorie. Im Gegensatz zu den oben genannten Payment Tokens hat Libra aber ein Unternehmen (Facebook mit Partner) als Emittenten.

Facebook sieht sich derzeit massivem Widerstand seitens vieler Regulierungsbehörden ausgesetzt, womit die Realisierung des Projekts sehr fraglich ist. Viele Staaten glauben, dass Libra systemrelevant sein könnte und wollen ihr Währungsmonopol keineswegs in Frage stellen.

Einige Partner wie Visa oder Mastercard haben  sich bereits von diesem Projekt distanziert.

Utility Token

Mehr als 90% der „Krypto-Währungen“ fallen in diese Kategorie.

Diese Token wurden dazu entwickelt um bestimmte Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Diese Token können aber nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden Viele haben solche Token in ähnlicher Form schon kennengelernt ohne diese als Währung zu bezeichnen.

Vielleicht haben Sie schon einmal einen Flug mit Miles und More Punkten bezahlt. Oder Sie waren Autodrom fahren. Um das Gerät in Bewegung zu setzen müssen Sie 3€ in einen Plastik-Chip wechseln. Kein Supermarkt würde aber diesen Plastik-Chip als Bezahlmittel anerkennen.

So verhält es sich auch mit den Utility Tokens. Viele haben im ICO-Boom diese Token fälschlicherweise als Investment eingestuft – ein fataler Fehler. Utility Token sind nicht reguliert, wozu auch? Die FMA reguliert auch keine Autodrom-Chips.

Security Tokens

Security Token sind eine junge, aber vielversprechende Token-Kategorie. Im Gegensatz zu Utility Token sind diese reguliert. D.h. jemand der einen  Security Token auf den Markt bringt unterliegt der Prospektpflicht und benötigt eine Genehmigung einer Regulierung.

Security Token sind Aktien oder Anleihen ähnlich. D.h. der Besitzer eines Security Tokens hat bestimmte Rechte, wie z.B. Eigentumsanspruch, Stimmrecht, Dividendenanspruch. Wie funktionieren Security Token? Jeder kann Token generieren, allerdings benötigt man eine Rechtsanwaltskanzlei, die eine Verbindung zwischen dem Token und einem realen Asset herstellt.

Dazu kommt die Genehmigung einer Regulierung. Doch was wird tokenisiert? Derzeit sind es hautsächlich Immobilien, Kunstwerke, Juwelen, etc. es ist zum Beispiel möglich eine Immobile mit einem Gegenwert von 2Mio. zu tokenisieren. D.h. jemand kauft diese Immobilie, gründet dazu eine Zweckgesellschaft und begibt 200 Token im Gegenwert von €10,000.

Der Besitzer eines Token besitzt nun 0,5% dieser Immobile und erhält den entsprechenden Gegenwert der Miteinnahmen.

Noch sind diese Token schwer handelbar, weil es an funktionieren Märkten fehlt. Allerdings bereiten sich traditionelle Börsen darauf vor den Handel mit diesen Security Tokens aufzunehmen. Security Tokens haben das Potenzial das Finanzwesen deutlich zu verändern.

So wird es in absehbarer Zukunft auch möglich sein ohne Bankverbindung Aktien oder Fondsanteile in Form von Security Tokens zu erwerben. Wer heute schon Aktien, Indices oder Rohstoffe in Form von Security Tokens erwerben möchte, kann dies z.B. auf der Internetseite currency.com realisieren.

FAZIT

Krypto-Währungen werden sehr unterschiedlich eingesetzt. Auch im Wertpapierbereich hält die  Technologie langsam Einzug. Wir beobachten die Entwicklung genau. Auf der Veranlagungsseite sind Kryptowährungen für uns als Erste Asset Management kein Thema. Dafür fehlen wichtige Voraussetzungen. Auf der Technologieseite ist jedoch einiges zu erwarten.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.