Sind die schwachen Einzelhandelsumsätze ein schlechtes Omen für die Schwellenländer?

Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze in den Schwellenländern verläuft seit sechs Monaten schleppend, zeigt Patrick Zweifel, Chief Economist bei Pictet Asset Management. Müssen sich die Anleger Sorgen machen?

Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze in den Schwellenländern ist in den letzten sechs Monaten von 6% auf 4% gesunken, wie aus Abb. 1 unten hervorgeht.

Schauen wir uns einmal an, was hinter diesem plötzlichen Rückgang steckt.

ABB. 1 – STARKER RÜCKGANG DER EINZELHANDELSUMSÄTZE IN DEN SCHWELLENLÄNDERN IN DEN LETZTEN SECHS MONATEN

Einzelhandelsumsätze Industrie- und Schwellenländer (Volumen, % im Jahresvergleich, gleitender 3-Monats-Durchschnitt)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Daten für Industrieländer bis November 2018; Daten für Schwellenländer bis Dezember 2018.

China, Türkei und Argentinien sind eine schwere Last

Das Wachstum der Auto-Umsätze – eine wichtige Komponente der Einzelhandelsumsätze – ist im November 2018 auf -5,4% im Jahresvergleich gefallen, der niedrigste Stand seit zehn Jahren (siehe Abb. 2 unten). 

Lassen wir jedoch China, die Türkei und Argentinien außen vor, verzeichneten die Auto-Umsätze in den Schwellenländern einen beeindruckenden Anstieg von 9,7% in diesem Zeitraum. Dies macht deutlich, welch starken Einfluss diese drei Volkswirtschaften auf den Gesamtwert haben.

ABB. 2 – AUTO-UMSÄTZE IN DEN SCHWELLENLÄNDERN: LICHT AM ENDE DES TUNNELS? 

Auto-Umsätze Schwellenländer (Volumen, % im Jahresvergleich, gleitender 3-Monats-Durchschnitt)

Quelle: Pictet Asset Management, BIS, CEIC, Datastream, 31.12.2018.

Wir machen uns aus folgenden Gründen keine allzu großen Sorgen wegen des abnehmenden Wachstums in diesen drei Volkswirtschaften:

  1. In China hat die Regierung die Steuer auf das Einkommen der privaten Haushalte und die Mehrwertsteuer (von 16% auf 13% bei Fertigerzeugnissen und von 10% auf 9% bei bestimmten Dienstleistungen) gesenkt1. Zusammen mit den geldpolitischen Impulsen stützt dies den Konsum. Die chinesischen Einzelhandelsumsätze (ohne Autos) ziehen wieder an und verzeichneten im Januar einen Anstieg von 10,4% im Jahresvergleich2.
  2. In Argentinien und der Türkei ist der Rückgang der Auto-Umsätze um fast 50% mit dem hohen Leitzinsniveau zu erklären – in beiden Ländern haben die Regierungen die Kontrolle über die Inflation verloren. Es handelt sich hierbei weitgehend um isolierte Ereignisse, die kein Risiko für das breitere Schwellenländeruniversum darstellen.

Die Auto-Umsätze steigen langsam wieder, dadurch erhöhte sich das Umsatzwachstum außerhalb dieser drei Volkswirtschaften im Dezember 2018 auf 11%.

Von diesen drei Ländern abgesehen – wie wird sich die Binnennachfrage in den Schwellenländern entwickeln?

Der private Konsum hängt eng mit dem Arbeitsmarkt zusammen, von dem es in den Schwellenländern insgesamt nur Erfreuliches zu berichten gibt. Wie aus Abb. 3A unten hervorgeht, ist die Arbeitslosenquote in den Schwellenländern weiter niedrig. 

ROBUSTER ARBEITSMARKT UND ZU ERWARTENDER ANSTIEG DER REALLÖHNE IN DEN SCHWELLENLÄNDERN, WENN DIE INFLATION ZURÜCKGEHT

Abb. 3A (links) – Privater Konsum & Arbeitslosenquote Schwellenländer (Veränderung über 1 Jahr)/ Abb. 3B (rechts) – Privater Konsum & Reallöhne Schwellenländer

Quelle: Pictet Asset Management, BIS, CEIC, Datastream. Daten zum privaten Konsum bis August 2018; Daten zu den Reallöhnen in den Schwellenländern bis November 2018; Daten zur Arbeitslosenquote in den Schwellenländern bis Dezember 2018.

Sorge bereitet allein das schwache Wachstum der Reallöhne, das zwischen Juni 2012 und November 2018 von 6,8% auf 3,3% gesunken ist (Abb. 3B). 

Eine hohe Inflation aufgrund von Währungsabwertungen hatte den Druck auf die Löhne erhöht. Aber der Inflationstrend scheint sich langsam umzukehren, was darauf schließen lässt, dass es sich um einen vorübergehenden Schock handelt und die Reallöhne wieder anziehen. Das wiederum dürfte die privaten Haushalte in Ausgabelaune versetzen.

Dies bestätigt auch unsere eigene Kennzahl für den privaten Konsum in den Schwellenländern, die auf einen mittelfristigen Anstieg hindeutet (Abb. 4).

INDIKATOR VON PICTET AM DEUTET AUF MITTELFRISTIGEN ANSTIEG DES PRIVATEN KONSUMS IN DEN SCHWELLENLÄNDERN HIN

Abb. 4 – Privater Konsum in Schwellenländern (mittelfristige Funktion)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. * Mittelfristiger Indikator: F (Vertrauen der Verbraucher, Arbeitslosenquote, Reallöhne). Daten zum privaten Konsum in Schwellenländern bis August 2018; Daten zur mittelfristigen Funktion bis Dezember 2020.

Alles in allem sind wir weiterhin zuversichtlich, dass sich die Volkswirtschaften der Schwellenländer trotz rückläufiger Einzelhandelsumsätze behaupten können. Dieser Abschwung, der hauptsächlich auf die Auto-Umsätze zurückzuführen ist, beschränkt sich weitgehend auf drei Länder: Argentinien, Türkei und vor allem China. Argentinien und die Türkei stellen kein systemisches Risiko für die Schwellenländer dar und wir rechnen nicht mit einer harten Landung in China, vor allem nicht, wenn die Handelsgespräche mit den USA einen positiven Ausgang finden. Wir sind zuversichtlich, dass sich das seit Dezember 2018 zu beobachtende Wachstum des privaten Konsums in den Schwellenländern fortsetzt.

MARKTBEOBACHTUNG 

DATEN ZUR MARKTBEOBACHTUNG

28.02.2019

Quelle: Datastream, Bloomberg; Daten vom 28.02.2019, in USD. Angaben zu den Aktienindizes auf Basis der Wiederanlage der Nettodividenden; Angaben zu Anleihen- und Rohstoffindizes auf Basis der Gesamtrendite. Die Entwicklung der Wechselkurse wird als Performance-Berechnung basierend auf den Währungskursen herangezogen.
*Chinabond Composite in Verbindung mit dem Bloomberg Barclays China Composite zum 31.12.2018.


1) Quelle: Government Work Report 2019, 05.03.2019.
2) Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, März 2019.

Lesen Sie mehr über Schwellenländer: Zeit für eine Retourkutsche der Schwellenländerwährungen?

Über Patrick Zweifel

Patrick Zweifel kam 1997 zu Pictet. Er ist als Chef-Ökonom von Pictet Asset Management tätig. Bevor er 2009 in diese Funktion wechselte, leitete er das Makro-Research-Team von Pictet Private Wealth Management. Dort war er insbesondere für Schwellenländer und Japan, sowie für die Entwicklung quantitativer Modelle für die wichtigsten Anlagekategorien, hauptsächlich Wechselkursmodelle, zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Forschungsassistent der Fachrichtung Ökonometrie und Geldmarkttheorie und beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten der Weltbank und der Europäischen Union. Patrick Zweifel hat einen Doktortitel im Fachgebiet Ökonometrie von der Universität Lausanne.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

US economy: Extending the cycle

The recent soft patch in growth and dovish shift from the Fed has made it less likely that the US enters recession next year, argues Tim Drayson, Head of Economics at Legal & General Investment Management.

Six months ago, my best guess was that warning signals for the US economy would build through the course of 2019. I had been worrying that the fiscal stimulus was badly timed and would lead to overheating and potential recession in 2020. However, as Emiel suggested at the time, the risks seemed skewed towards a later downturn.

Now Emiel’s point appears increasingly prescient. Our updated recession indicators, while still a forecast, are looking more benign than I anticipated for the start of 2020. So what has changed? Surely the US economy is even more late cycle, with wages finally picking up?

The big shift has been dovish pivot from the Federal Reserve (Fed). Rates are on hold earlier than I expected. It would be easy to blame the increased market volatility towards the end of last year, but we believe the primary reason is the softer inflation outlook, which in turn is driven by a number of factors.

Three reasons for a longer cycle

First, global growth has weakened with China disappointing. So imported price pressures are largely absent. While Erik is confident that China’s stimulus efforts will help growth stabilise, we are not expecting a significant rebound.

Second, US growth has slowed. Not disastrously, but enough to reduce the risk of the economy overheating. It appears that uncertainty around the trade war, the government shutdown and general Washington dysfunction have undermined business investment. In contrast, we view the terrible December retail sales data as an anomaly and continue to see the US consumer as an engine of growth.

Finally, inflation expectations have unexpectedly declined. This is crucial, as it will likely put downward pressure on price and wage setting behaviour. The Fed now appears willing to keep interest rates lower for longer in order to eventually generate a modest inflation 'overshoot' to help drag inflation expectations upwards. Indeed, the potential move to average inflation targeting represents a change in the Fed’s reaction function.

Recession clues

In terms of the twenty US recession indicators we track, the reduced risk of an inflation overshoot and the lower path for interest rates across the curve alleviates my concern that private debt-servicing costs will soon become more challenging. The cautious behaviour by companies (regarding capex for instance) is also helping to prevent the build up of excesses.

There now seems less risk of over-production and unprofitable investment leading to an inventory build or a rapid deterioration in the corporate financing gap. This in turn will probably make banks more willing in future to continue lending as their customers will not be experiencing as much financial stress.

To get a recession usually requires either rising inflation to force the Fed to slam on the brakes, a policy mistake, excesses in the private sector or the bursting of an asset price bubble. Despite the tight US labour market suggesting the economy is late cycle, none of these factors seem present today. There is always the risk of a large exogenous shock and while the recent news on the China - US trade war suggests at least a ceasefire, there is still the destabilising threat of tariffs on autos.

The US also has to deal with battles in Congress over the debt ceiling which are likely to coincide with a potential fiscal cliff in October if lawmakers fail to agree to lift the spending caps. But if major disruption can be avoided it seems likely the cycle will go on. Historically it has been difficult to engineer a US soft landing (returning growth to around potential, which we currently estimate at roughly 1½%), but as the fiscal stimulus fades in 2020 this is now becoming our baseline forecast.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Einheitliche Kriterien schaffen Vertrauen bei den Anlegern

Der Markt nachhaltiger Geldanlagen boomt nicht nur in Deutschland, sondern rund um den Globus. Vor allem institutionelle Investoren achten immer mehr darauf, dass ihre Engagements strengen nachhaltigen Kriterien gerecht werden. Mit einem Wachstum von über 16 Prozent allein im vergangenen Jahr erreichte in Deutschland das Volumen nachhaltiger Fonds und Mandate, bei denen ökologische und soziale Kriterien einfließen, einen historischen Höchststand von gut 92 Milliarden Euro. Rechnet man alle Anlageformen – also neben Mandaten und Fonds auch Eigen- und Kundeneinlagen – mit ein, liegt der Wert bei über 170 Milliarden Euro.

Viele Varianten, aber keine einheitlichen Regeln

Es bleibt die Frage: Was ist eigentlich eine „nachhaltige Geldanlage“? Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Es gibt zahlreiche Varianten und Vorstellungen zu diesem Thema, aber bisher keine verbindliche und einheitliche Regelung. Einig ist man sich zumindest darüber, dass es um gesellschaftliche Probleme wie Armut, Menschenrechte, Umweltverschmutzungen und Klimawandel gehen soll. Doch eine konkrete Handlungsanweisung fehlt. Da gibt es etwa die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, die wiederum unterscheiden sich von den Nachhaltigkeitskriterien der Evangelischen Kirche in Deutschland, und die wiederum von den Kriterien von Natur- und Tierschützern, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nun hat die Europäische Union einen Weg eingeschlagen, der hier für mehr Einheitlichkeit sorgen kann. Seit 2018 müssen alle betrieblichen Altersvorsorgeeinrichtungen ihren Umgang mit Nachhaltigkeitsvorgaben transparent machen. In diesem Jahr soll ein sogenannter EU-Aktionsplan zur nachhaltigen Neuausrichtung des Finanzmarktes folgen. Dieser soll ein verbindliches Klassifizierungssystem erarbeiten, das die Anlage- und Unternehmenswelt im Sinne der Nachhaltigkeitsregeln in positiv bzw. negativ einteilt. Darauf basierend sollen dann schließlich Anlageentscheidung getroffen werden.

Wird der EU-Aktionsplan zu einem „Bürokratiemonster“?

Nun befürchten einige Vermögensverwalter wie etwa der weithin geachtete Kölner Fondsmanager Bert Flossbach, dass sich ein solches Klassifizierungssystem, auch ESG-Taxonomie genannt, zu einem wahren „Bürokratiemonster“ entwickeln wird. Wenn man an die Regelungswut der Brüsseler Administration denkt, mag diese Befürchtung durchaus berechtigt sein, vor allem, wenn die Formulierungen der gesetzten Kriterien zu großen interpretatorischen Spielraum lassen. Um dem vorzubeugen, sollen Ratingagenturen die einzelnen Kriterien und Bestimmungen ausarbeiten und konkretisieren. Nun, auch darüber kann man diskutieren, ob dies ein guter Weg ist. Schließlich sind sich auch Ratingagenturen nicht immer darüber einig, wie sie Nachhaltigkeitskriterien im Einzelnen definieren. Vergleiche bei den Nachhaltigkeitskriterien von ISS-oekom research, Sustainalytics, Morningstar oder Scope machen dies deutlich.

Gute Erfahrung mit Nachhaltigkeitsratingagentur

Wir arbeiten bei unserem global investierenden Nachhaltigkeitsaktienfonds PRIMA – Global Challenges (WKN: A0JMLV) seit vielen Jahren mit der Nachhaltigkeitsratingagentur ISS-oekom zusammen. Diese durchleuchtet anhand von mehr als hundert verschiedenen Kriterien je Branche, ob ein Unternehmen in unserem Sinne nachhaltig arbeitet und agiert. So wird zunächst im Rahmen des oekom Corporate Ratings die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards durch die Unternehmen überprüft. Unternehmen aus den Geschäftsfeldern Atomenergie, Biozide, Chlorchemie, grüne Gentechnik, Rüstung sowie Fossile Brennstoffe (Kohle & Öl) werden aufgrund sehr streng definierter Ausschlusskriterien von vornherein aussondiert. Auch Unternehmen, die gegen Umweltauflagen, fundamentale Menschenrechts- und Arbeitsschutznormen oder grundlegende Governance-Prinzipien wie Korruption oder Bilanzfälschung verstoßen, finden keinen Eingang in das Anlageuniversum.

Positivselektion mit hohen Anforderungen an die Unternehmen

In einem abschließenden Selektionsprozess werden diejenigen Unternehmen ausgewählt, die im Rahmen ihres Kerngeschäfts sowohl etwa verantwortungsvolle Führungsstrukturen oder substanzielle und richtungsweisende Beiträge zur Bewältigung der globalen Herausforderungen wie der Bekämpfung von Armut, den Folgen des Klimawandels, der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung nachweisen können. Darüber hinaus legen wir Wert darauf, dass die im PRIMA – Global Challenges enthaltenen Unternehmen sich dieser Verantwortung aktiv stellen und durch ihre Produkt- und Dienstleistungspalette eine nachhaltige Entwicklung fördern.

Sind dies die besten und perfekten Nachhaltigkeitskriterien? Wir hoffen schon, auch wenn uns bewusst ist, dass sich auch darüber vortrefflich streiten lässt. Sehr vortrefflich sogar, denn neben den Anforderungen an Kriterien kommt auch häufig die Frage der Machbarkeit auf – wie vollziehen Ratingagenturen die gesamte Wertschöpfungskette inklusive aller Zulieferer bzw. Subunternehmer nach? Kann hier wirklich bis zur letzten Komponente eine Garantie für nachhaltiges, weil ethisch korrektes Verhalten ausgesprochen werden? Man sollte dem EU-Aktionsplan aber zumindest eine Chance geben. Denn jede Vereinheitlichung in diesem Bereich ist ein Fortschritt – vor allem auch für die Anleger, die damit mehr Vertrauen in nachhaltige Investmentfonds gewinnen können.


Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Thomas Hellener

Thomas Hellener ist Vorstand der VSP Financial Services AG und seit Juni 2013 Geschäftsführer der PRIMA Fonds Service GmbH. Diese ist eine unabhängige Investment-Boutique für innovative und qualitativ hochwertige Investmentfonds. Die PRIMA-Fonds werden von externen Vermögensverwaltern und Fondsmanagern gemanagt, die über eine langjährige Expertise in ihren jeweiligen Schwerpunktbereichen verfügen, wie zum Beispiel Dr. Hendrik Leber, ACATIS Investment KVG mbH (Fondsmanager des PRIMA – Global Challenges, WKN: A0JMLV) oder Frank Fischer, Shareholder Value Management AG (Fondsmanager des PRIMA – Globale Werte, WKN: A0D9KC).

Wasser: mehr als bloß ein Tropfen auf dem heißen Stein?

von Walter Hatak, Senior Research Analyst der Erste Asset Management.

Wasser ist ein lebensnotwendiges Gut – eine medizinische Faustregel besagt, dass der Mensch nur drei Tage ohne Wasser überleben kann. Nicht ohne Grund wird bei der Erforschung fremder Planeten zuerst nach der Quelle des Lebens, dem Wasser, gesucht. Wassermangel kann ganze Regionen unbewohnbar machen und Menschen zur Flucht zwingen, weshalb die Beurteilung der Wasserverfügbarkeit auch auf globaler Ebene zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Das World Resources Institute hat eine Unterteilung des Wasserrisikos in physische, regulative und Reputationsrisiken vorgenommen und davon 12 Schlüsselindikatoren abgeleitet um eine Evaluierung der weltweit wichtigsten Wassereinzugsgebiete vornehmen zu können.

Beispielsweise wird bei den physischen Risikoindikatoren das Verhältnis der jährlichen Wasserentnahme zum Angebot an Wasser, die Häufigkeit von Fluten oder der Schweregrad von Dürreperioden gemessen. Ebenso wird die Rücklaufquote erhoben, also jene Wassermenge, die nach der Verwendung wieder rückgewonnen wird, sowie der Wasseranteil, der durch geschützte Ökosysteme bereitgestellt wird. Der Anteil an Süßwasser-Amphibien, die nach IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) als gefährdet eingestuft sind, stellt einen Indikator für das regulative Risiko dar: Ein hoher Anteil impliziert sensible Ökosysteme, die zukünftig verschärfte Regulierungen bei der Wasserentnahme zur Folge haben können. Denn vielerorts stammen Regulierungen aus Perioden mit noch genügend Wasserreserven und sind mittlerweile überholt. OECD-Angaben zufolge hat sich alleine die Entnahme aus Grundwasserreservoiren in den letzten 50 Jahren verzehnfacht, zwischen 2010 und 2055 wird ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach Wasser um 55% prognostiziert.

Das Ergebnis dieser Risikoevaluierung ist der „Aqueduct Water Risk Atlas“ des World Resources Institutes, der eine weltweite Gegenüberstellung von Wasserrisiken auf regionaler Ebene ermöglicht. Jene Regionen mit einem geringen Wasserrisiko werden dabei hellgelb eingefärbt, jene mit einem hohen Wasserrisiko dunkelrot, Regionen ohne ausreichende Daten grau.

Overall Water Risk

Beispielhaft seien die folgenden Risiko-Regionen erwähnt, die in jüngerer Vergangenheit mit Wasserverknappung zu kämpfen hatten: Kalifornien hatte 2014 mit einem Dürre-Notstand zu kämpfen, der mit mehreren Waldbränden und einer Absackung des Bodens einherging. Kapstadt sah sich Anfang dieses Jahres zu drastischen Wassersparmaßnahmen gezwungen um den sogenannten Day Zero (=Tag ohne Wasser) zu verhindern.

Wasser(-mangel) als globales Risiko

Eine globale Wasserkrise wird vom World Economic Forum unter Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen als fünftgrößtes Risiko für 2018 gewertet. Generell wird das Risiko einer Wasserverknappung seit 2012 konstant unter den 5 größten Risiken angeführt. An zweiter Stelle der globalen Bedrohungen stehen für 2018 extreme Wetterereignisse. Hier gibt es direkte Zusammenhänge: Die bereits existierende Wasserkrise kann auf fehlende Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zurückgeführt werden, der wiederum in Verbindung mit extremen Wetterereignissen steht. Durch längere Trockenperioden und intensivere Niederschläge kann der ausgetrocknete Boden die Regenmassen nicht mehr aufnehmen wodurch Wasser oberirdisch abrinnt und weniger Grundwasserneubildung wahrscheinlich ist. Nach Angaben des World Resources Institutes leben derzeit eine Milliarde Menschen in Regionen mit knappen Wasserressourcen. Bis 2025 könnte sich diese Zahl auf 3,5 Mrd. Menschen erhöhen. Die häufigsten Ursachen für Wasserknappheit sind die Verschmutzung von Wasser und die damit verbundene Bedrohung von Süßwasserquellen sowie der Klimawandel, der Dürreperioden sowie Fluten verstärkt, Niederschlagsrhythmen verändert, das Schmelzen von Gletschern beschleunigt und damit das Angebot an Wasser verändert.

Da ohne Wasser den Menschen die Lebensgrundlage fehlt, kann die Wasserverknappung in massiven Flüchtlingsbewegungen resultieren, die globale Auswirkungen über die betroffenen Gebiete hinaus haben. Man spricht deshalb mittlerweile von einem Risiko mit gesellschaftlichen Auswirkungen.

Wasser als Fußabdruck der ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds

Die Erste AM hat sich im Jahr 2015 dazu entschieden, als erste KAG in Österreich den Montreal Carbon Pledge zu unterzeichnen und dadurch verpflichtet, den CO-Fußabdruck der relevanten Aktienbestände zu veröffentlichen. Mit der Unterzeichnung und dem damit verbundenen koordinierten Vorgehen bedeutender Assetmanager konnte entsprechender Druck auf Unternehmensseite aufgebaut werden, um die Veröffentlichung von CO2–Daten voranzubringen. 

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte soll die in Österreich erstmalige Berechnung des Wasserfußabdrucks für die ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds der Erste AM schreiben. Eine gesamtheitliche Analyse darf sich nicht auf die Messung des CO2-Ausstoßes beschränken.

Bei der Ermittlung der durchschnittlichen Wasserintensität der im Fonds gehaltenen Unternehmen wurde als zentrale Kennzahl die von den Unternehmen veröffentlichte Wasserentnahme herangezogen. Die mit der erstmaligen Messung des Wasserfußabdrucks einhergehende Pionierrolle hat allerdings den Nachteil, dass viele Datenpunkte noch nicht in ausreichender Qualität vorhanden sind. Um trotzdem eine seriöse Datengrundlage sicherzustellen, werden nur jene Werte berücksichtigt, die unabhängig von mehreren Datenprovidern bereitgestellt werden. Datenpunkte, die für weniger als 80 Prozent der relevanten Unternehmenstätigkeit ausgewiesen werden, bleiben gänzlich unberücksichtigt. Die daraus resultierende Menge an Wasserdaten ist mit einer Gesamtabdeckung von knapp 50% der Portfoliobestände leider noch nicht im Bereich der CO2-Kennzahlen. Diesbezüglich findet ein intensiver Austausch mit den Researchpartnern statt, um einerseits eine höhere Abdeckung zu erreichen und andererseits ein verstärktes Bewusstsein für die Bedeutung des regionalen Wasserverbrauchs aus Investorensicht zu erzielen.

Das Glas ist mehr als halb voll

Gesamtabdeckung der ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds mit Wasserdaten
Wasser - Intensität Erste Responsible AktienfondsQuelle: Bloomberg, MSCI-ESG, ISS-oekom, Berechnungen Erste Asset Management Wasser- und Umsatzdaten Geschäftsjahre 2015-2018

Wasserentnahme und -region als Inputgrößen für den Erste AM Waterfootprint

Der Süßwasserverbrauch gibt an, welche Wassermengen vom Unternehmen im letzten Geschäftsjahr aus Oberflächengewässern oder aus dem Grundwasser entnommen wurden. Der Wert ist sehr stark von der Branche des jeweiligen Unternehmens abhängig. Die Zuteilung des Wasserverbrauchs auf Wasserrisikoregionen (hoch/mittel/niedrig) erlaubt jedoch eine Differenzierung auch innerhalb der Branche und somit eine Einschätzung, inwieweit das Unternehmen zukünftig von einer Wasserverknappung betroffen sein könnte. Dazu muss vorab die Normalisierung des Wasserverbrauchs über den Jahresumsatz erfolgen, um eine Vergleichbarkeit von Unternehmen unterschiedlicher Größe zu ermöglichen. Die so ermittelte Wasserintensität kann dann, in einem letzten Rechenschritt, in Abhängigkeit der regionalen Verteilung der Standorte des Unternehmens, sowie der Gewichtung im Fonds, zu einem gewichteten Mittelwert aggregiert werden.

Im Gegensatz zum CO2-Fußabdruck liefert die regionale Komponente beim Wasserfußabdruck eine sehr wichtige Zusatzinformation. Unternehmen, deren Produktionsstätten in Regionen mit einem hohen Wasserstresslevel angesiedelt sind, haben ein besonders hohes Wasserrisiko, selbst wenn der Wasserverbrauch im Branchenschnitt liegt. Das liegt daran, dass in diesen Regionen die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Wasserverknappung weitaus größer als in low stress regions (Regionen mit einem geringem Wasserstresslevel) ist. Eine tatsächliche Wasserverknappung kann unterschiedliche Implikationen wie strengere Regulierung der Wasserentnahmen, massive Preisanstiege oder sogar eine Schließung der Produktionsstätte nach sich ziehen. Insofern erscheint die Beurteilung des Wasserrisikos auch aus ökonomischer Sicht geboten. Die Einteilung in low, medium und high stress regions orientiert sich an der bereits beschriebenen Risikoeinstufung des World Resources Institutes inder physische, regulatorische und Reputationsrisiken berücksichtigt werden. Die darauf basierende Weltkarte mit regionaler Unterscheidung der Risikogebiete (siehe Grafik oben) ist auch online einsehbar.

Welche Pegelstände werden bei der Messung der Wasserinensität erreicht?

Wasser Intensität Erste Responsible Aktienfonds im VergleichQuelle: Bloomberg, MSCI-ESG, ISS-oekom, Berechnungen Erste Asset Management Wasser- und Umsatzdaten Geschäftsjahre 2015-2018; Indexdaten per 28.12.2018

Das Ergebnis zeigt aus Sicht der Erste AM, dass die Wasserintensität der in den ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds gehaltenen Unternehmen sowohl bei Betrachtung nach Risikoregion, als auch gesamthaft deutlich geringer ist, als im globalen Aktienmarkt. Dieses Ergebnis lässt sich auf die umfassende ESG-Analyse zurückführen, die sämtliche Unternehmen, die in den ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds gehalten werden, durchlaufen müssen. Ein wichtiger Teilaspekt des Nachhaltigkeitsratings ist dabei die Beurteilung, inwieweit ein Unternehmen von hohen Wasserentnahmen in Risikogebieten abhängig ist. Insofern zeigt diese Auswertung, dass die in den ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds investierten Unternehmen auch beim Wassermanagement zu den Branchenbesten zählen.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

14 years of returns: history’s lesson for investors

The graphic shows the best and worst performing assets each year since 2005. Schroders research illustrates why diversifying your investments matters, explains David Brett, Investment Writer at Schroders.

The temptation among investors is to stick to what you know. That is no bad thing. It is a strategy championed by successful investment pioneers such as Warren Buffett, a famous devotee of stocks.

It can work, when the market is rising and you have picked the right asset. However, it’s also important for investors to consider the merits of diversification.

This table underlines the importance of spreading your money around. It can potentially help reduce risk and maybe even improve the long-term performance of your overall portfolio. It shows the returns achieved by some of the main asset classes in each year.

Of course it’s important to note that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Stock market performance is measured by the MSCI World Total Return index. Investment grade bonds relates to global government and corporate bonds deemed to be at relatively low risk of default. Property relates to the returns from global real estate markets as measured by Thomson Reuters. More detail on the indices used for each asset can be found at the foot of the table.

Asset class performances 2005-2018

14 years of asset returnsPast performance is not a guide to future performance and may not be repeated. Source: Schroders, Refinitiv data correct as of 01 January 2019.  Stock Market: MSCI World Total Return Index, Property: Thomson Reuters Developed Market Real Estate Total Return Index. Cash: IBA US dollar interbank LIBOR 3 month, High Yield Bonds: BofA Merrill Lynch Global High Yield TR Index, Investment Grade Bonds: ICE BofAML Global Corporate Total Return Index, Commods: Bloomberg Commodity Index, Gold: Gold Bullion LBM $/t oz. All show total return in local currency.

What are the benefits of diversification?

The tables reflects how the fortunes of assets often diverge.

Consider the example of gold. It is often described as the ultimate diversifier because it tends to be uncorrelated with the movement of other assets. In particular, it is perceived as being an asset to hold during times of uncertainty. In 2011, stock markets lost 5% amid the uncertainty of the European debt crisis. But investors who held some money in gold will have had their losses eased thanks to an 11% return for that asset.

The benefits of diversification can be described in various ways:

Managing risk: A crucial imperative for investors is not to lose money. There is risk with every investment - the risk that you receive back less than you put in or the probability that it will deliver less than you had expected. This risk varies by the type of investment. Holding different assets mean this risk can be spread. It could also be managed by you or by a professional, such as financial adviser. Specialist fund managers can also allocate money to help manage risks.

Retaining better access to your money: The ease with which you can enter or exit an investment is important. Selling property can take a long time compared with selling equities, for example. Holding different types of investment that vary in terms of "liquidity" (the ease of buying and selling) means you can still sell some of your investments should you suddenly need money. 

Smoothing the ups and downs: The frequency and magnitude by which your investments rise and fall determines your portfolio’s volatility. Diversifying your investments can give you a greater chance of smoothing out those peaks and troughs.

Johanna Kyrklund, Global Head of Multi-Asset Investments at Schroders, said: “For me, the merits of diversification cannot be emphasised strongly enough. I’ve been a multi-asset investor for more than 20 years and have inevitably faced some pretty turbulent spells for markets. Each time, the ability to nimbly move between different types of assets has better equipped me to navigate those periods.

"Diversification, if carefully and constantly managed, can potentially deliver smoother returns; it’s a key tool to help in balancing the returns achieved versus the risks taken.”

Too much diversification?

There is no fixed rule as to how many assets a diversified portfolio should hold: too few can add risk, but so can holding too many.

Hundreds of holdings across many different types of investment can be hard for an individual investor to manage.

What has been the best and worst performing assets since 2005?

Gold was the best performing asset, bolstering its reputation as a safe haven during times of uncertainty. It’s worth noting that much of the gains were made in the early part of that period before the uncertainty of the financial crisis took hold.

Gold’s strong performance is all the more noteworthy when commodities were found to be the worst performing asset over the 14 years. They alone of the six assets would have lost investors money.

In real terms, $1,000 invested in gold in 2005 would now be worth $2,925 – an 8.3% annual return. $1,000 invested in commodities would now be worth $630 – representing a 2.3% annual loss.


This article has first been published on schroders.com.

Weltwassertag: Wie gehen wir mit Wasserarmut um?

Im Jahr 2006 begann eine international viel beachtete Partnerschaft zwischen der Erste Asset Management und dem WWF Österreich mit dem Ziel ein Produkt zu kreieren, das Finanzströme in eine nachhaltige Richtung lenkt, besonders nachhaltige Unternehmen fördert und einen positiven Nutzen für die Umwelt zu liefern. Der von der UNESCO ins Leben gerufene Weltwassertag möchte auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage aufmerksam machen.

Bedrohter Meer-Wert

Die unvorstellbaren Weiten der Weltmeere bedecken 71% unseres Planeten. Unerschöpflich scheinen die kostbaren Schätze, die sie uns Menschen bieten. Jedoch sind 93 Prozent der globalen Fischbestände überfischt oder bis an die Grenzen befischt. Was uns drastisch vor Augen führt, dass die Ozean-Giganten durch menschliche Eingriffe massiv unter Druck geraten und deren Ressourcen sehr wohl endlich sind.

Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Lebensgrundlage von über 800 Millionen Menschen, die vom Fang, der Produktion, der Verarbeitung und dem Verkauf von Fisch abhängen. Die meisten von ihnen leben in Entwicklungsländern. Fisch ist in armen Teilen der Welt lebensnotwendige Nahrungs- und primäre Proteinquelle, die Abhängigkeit von der Meeres-Delikatesse also ungleich größer als in unseren Breiten.

Europa als weltweit größtem Markt und Importeur von Fisch- und Meeresfrüchten kommt entscheidende Bedeutung dabei zu, diese Lebensgrundlage zu erhalten. Schließlich stammen mehr als die Hälfte der Fisch-Importe aus Entwicklungsländern. Ohne sie könnte die europäische Nachfrage nicht gedeckt werden.

Machtlose Konsumenten?

Europäischen Konsumentinnen und Konsumenten ihre Macht beim Fischkauf bewusst zu machen, ist Ziel der WWF-Informations-Kampagne Fish Forward. In 11 EU-Ländern wird dafür geworben, Meere und Menschen mit dem Kauf von nachhaltigem Fisch zu unterstützen.

Mit dem WWF Fischratgeber fällt es beim Einkauf leicht, eine verantwortungsvolle Wahl zu treffen. Es werden Gütesiegel empfohlen und über 60 Fisch- und Meeresfrüchtearten nach dem einfachen Ampelsystem bewertet. Auf dem Smartphone ist der Ratgeber im Geschäft schnell bei der Hand.

Hinter den Kulissen arbeitet der WWF daran, die politischen Rahmenbedingungen in der weltweiten Fischerei zu verbessern. Auch Handelsunternehmen werden beraten, um mit einer nachhaltigen Einkaufspolitik ihrer wichtigen Rolle gerecht zu werden.

Geht doch

Was möglich ist, wenn Verbraucher, Unternehmen und Politik an einem Strang ziehen, zeigt ein WWF Fischerei-Verbesserungsprojekt auf den Philippinen:

Durch das Zusammenspiel von europäischer Konsum-Nachfrage nach nachhaltigem Thunfisch, der entsprechenden Umstellung des Fisch-Angebots eines heimischen Handelsbetriebs sowie den richtigen politischen Anreizen (drohende EU-Importverbote für Staaten, die illegale Fischerei unzureichend bekämpfen), arbeiten heute über 6.000 philippinische Fischer nachhaltig. Mit Handleinen fangen sie Gelbflossenthunfische für den europäischen Markt, erzielen damit ein höheres Einkommen und schonen die Fischbestände in ihren Gewässern.

Jeder kann einen Beitrag zum Schutz von Meeren und davon abhängigen Menschen leisten. Kaufen Sie nachhaltigen Fisch.

WELTWASSERTAG FAKTEN

  • Meere bedecken 71 Prozent unseres Planeten
  • 90 Prozent der Fischbestände sind überfischt oder bis an die biologischen Grenzen befischt
  • Fisch sichert die Lebensgrundlage von 800 Mio. Menschen – vor allem in Entwicklungsländern
  • 90 Prozent der weltweiten Fischer sind kleingewerblich
  • Weniger als 4 Prozent der Meeresfläche sind geschützt – Schutzgebiete sind essenzielle „Kinderstuben“ und Erholungsräume für Fischbestände
  • Europa ist der weltweit größte Markt und Importeur von Fisch und Meeresfrüchten – mehr als die Hälfte der Importe kommt aus Entwicklungsländern

Von Florian Kozak, Pressesprecher des WWF Österreich und Kommunikations-Koordinator der europaweiten WWF-Initiative ‚ Fish Forward – Nachhaltiger Fischkonsum zum Schutz von Meeren und Menschen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Techlash: Why investors may be too worried

While I still like tech, there are two 'R's in particular that I worry about: recession and regulation, explains Lars Kreckel, Global Equity Strategist at Legal & General Investment Management. Focusing on regulation, the risk is real, but is the market too concerned about it?

In the year since the Facebook / Cambridge Analytica scandal hit, a regulation backlash, or 'techlash', has become widely feared by investors in tech stocks. It's fair enough, I share the concerns. But with this being such a consensus view, it is worth pointing out some counterintuitive good news and why the risk of aggressive tech sector regulation could be lower than some bears fear.

Exhibit one is a poll by Georgetown University’s Baker Center, which made for fascinating and somewhat comforting reading. The poll asked 3,000 Americans how much confidence they have in 20 institutions. The result highlighted that Amazon and Google are among the most trusted institutions in the United States; only the military is more trusted. Facebook did less well in the poll. It ranked number 18 out of 20. The only institutions that are less trusted are Facebook’s regulators: political parties and Congress. I have two conclusions from the survey:

  1. The pressure to enact severe regulation on tech is not (yet?) high enough to trigger material action. The most obvious targets are companies that meet two criteria: they make lots of money AND are disliked by the public. Both applied to banks, oil majors and utilities in the past, but so far the tech sector only ticks one of these boxes.

  2. Facebook’s fate highlights the cost of mistakes. It only takes one mistake to fall from grace. This may help explain why companies like Apple are going out of their way to be seen as 'the good guys' on privacy.

The second perhaps surprising bit of positive news has been the praise the sector received from the European Commission, which has generally taken a relatively hard line with tech regulation. European Commissioner for Justice Věra Jourová said in February that the code of conduct on hate speech, as a voluntary exercise, "works well" and talked about "good results". Nearly three-quarters of content notified as hate speech was removed, compared with only 28% when the process was first launched, and the commission "do not wish to see a removal rate of 100 percent". None of this suggests that tech companies are off the hook, but the report shows that the EU Commission is happy with the results of this light-touch self-regulatory process. The comments sound conciliatory rather than like an institution gearing up for a more aggressive approach.

Finally, it is worth remembering that what seems like a bipartisan chorus of anti-Silicon Valley comments is actually a hugely diverse group with very different views and interests. It is possible that while there is a growing consensus that some form of regulation is necessary, it will be much more difficult to agree on the type of regulation that is required and pass legislation. 

None of the above changes our view that escalating regulatory pressures are one of the two greatest risks to our tech position. It does, however, highlight that the case for regulation that hits tech profits is perhaps less clear than some think. For now, I still like tech and we remain long the theme.


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Asiatische Aktien – nicht nur Wachstum, sondern Income

Immer mehr Anleger schauen sich auf der Suche nach einem regelmäßigen Einkommen auch auf Aktienseite um – getrieben von den niedrigen Anleiherenditen seit der weltweiten Finanzkrise. Asiatische Aktien wurden bislang jedoch eher weniger als Einkommensquelle wahrgenommen. Eine vertane Chance, wie Ajay Dayal, Head of International Equity bei Legg Mason, erläutert: “Bisher waren asiatische Aktien vor allem aufgrund ihres starken Wirtschaftswachstums interessant und daher eher eine Investition mit Fokus auf Kapitalwachstum. Doch das ist zu kurz gedacht.“

Was der Aktienexperte des internationalen Vermögensverwalters damit meint: Ein Engagement in asiatische Aktien kann viele der Herausforderungen lösen, vor denen Anleger derzeit stehen, und Legg Mason mit seinen Fonds einen entscheidenden Beitrag dazu leisten. „Anleger wünschen sich ein stabiles, attraktives aber auch wachsendes Einkommen. Der Weg dahin ist eine Kombination aus Einkommen und Einkommenswachstum“, sagt Dayal. Er betont, dass globale Unternehmen zwar insgesamt mehr Dividenden auszahlen würden, asiatische Firmen jedoch ebenfalls bereits auf einen Dividendenpool von weit über 240 Milliarden US-Dollar kommen. Zudem seien nicht nur die Renditen in Asien mit denen in Europa und den USA vergleichbar, die Wachstumsrate von Dividendenausschüttungen asiatischer Firmen sei um ein Vielfaches größer.

Risiken managen

„Ein Argument, das wir häufig hören: Chancen auf den asiatischen Märkten können im Vergleich zu Industrienationen nur mit einem zusätzlichen Risiko wahrgenommen werden“, weiß Dayal. Diese zusätzliche Volatilität reduziere dann nicht selten den Appetit der Anleger. Dabei sei der Trick schlicht, nicht zu viel zu verlieren: „Es ist gerade in den volatilen asiatischen Märkten wichtig, Chancen und Risiken auszubalancieren. Was man dafür braucht, sind Portfolios, die in Abwärtsmärkten nicht zu viel verlieren können. Denn einmal eingehfahren Verluste auszugleichen, ist oftmals die eigentliche Herausforderung. Wiederholen sich hohe Verluste zu häufig, hat das einen immensen Effekt auf das letztendliche Ergebnis.“

Hinzu käme, dass Anleger, die nur ab und zu vereinzelte Verluste erleiden, auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit investiert blieben. Und wer investiert bleibe, habe eine größere Chance, die längerfristigen Renditen innerhalb eines Zyklus mitzunehmen. Dies gelte für einkommensorientierte Anleger in asiatischen Werten gleichermaßen – wenn nicht sogar stärker.

QS Investor mit robustem asiatischen Portfolio

Wer asiatische Aktien als Einkommensquelle für sich nutzen will, braucht also ein ausbalanciertes, robustes Portfolio. Laut Dayal sind der Schlüssel zum Erfolg die Dividendeneinkommen, die wie eine Sicherheitsmarge wirken: „Zunächst sorgt das Einkommen wie eine stabilisierende Komponente für eine positive Gesamtrendite. Und auch der Aufzinsungseffekt von Dividenden darf nicht unterschätzt werden. In den letzten 18 Jahren waren Dividenden für etwa 50 Prozent der Gesamtrendite asiatischer Aktienmärkte verantwortlich, in den letzten 30 Jahren immerhin noch für knapp 40 Prozent. Dividenden spielen eine entsprechend wichtige Rolle, wenn es darum geht, Investoren für Risiken zu kompensieren.“

Genau auf diese Strategie setzt die Legg Mason-Tochtergesellschaft QS Investors mit ihrem QS MV Asia Pac ex Japan Growth and Income Fund. Das Fondsmanagement setzt bei der Titelauswahl bewusst auf eine Kombination verschiedener Faktoren. Werte, die es ins Portfolio schaffen, müssen fundamental attraktiv sein, gesunde und nachhaltige Dividenden liefern und weniger sensibel auf Marktentwicklungen reagieren. Das Ergebnis ist ein Portfolio mit hohem Kapitalwachstumspotenzial, einer niedrigen Volatilität und Beta, dafür aber mit einem höheren Income-Faktor als der durchschnittliche Markt. „Das Portfolio des QS MV Asia Pac ex Japan Growth and Income Fund ist vor allem aufgrund seiner Kombination von Auswahlkriterien so robust. Während fundamental attraktive Unternehmen mit nachhaltigen Dividendenausschüttungen Mehrwert im Portfolio schaffen, sorgt die geringere Anfälligkeit für Marktschwankungen für eine ausgewogene Volatilität im Fonds“, schließt Dayal ab.

ECB succession: the race to replace Mario Draghi

Forget the debates about nationality – the next ECB chief’s most important quality will be their ability to keep the show on the road in the next crisis, argues Hetal Mehta, Senior European Economist at Legal & General Investment Management.

Mario Draghi has helped to steer the euro area economy through existential crisis since becoming president of the European Central Bank in 2011. It’s no exaggeration to call him a titan in the world of monetary policy.

The Italian economist is due to step down in October, so investors are understandably gripped by the question of who will replace the man who has dominated markets by deftly navigating a sovereign debt crisis, steering the ECB through the Grexit saga and chartering new territory in the form of negative rates.

It’s the politics, stupid

Because EU country leaders will ultimately choose Draghi’s replacement, after their finance ministers recommend their preferred candidate, the decision is deeply political – expect a lot of manoeuvring among the larger nations.

And because there are a number of top EU jobs up for renewal this year, we can’t look at one without the others. For example, it’s seen as crucial for the ECB president and head of the European Commission to be of different nationalities.

The chart below details the main runners and riders, alongside my estimates for their chances of attaining the key economic role; you can see that the race remains wide open at this stage.

The Macron-Merkel dynamic

Much will hinge on talks between the French president and German Chancellor. Emmanuel Macron wants deeper fiscal integration in the euro area. He knows his chances of getting this are slim, so likely feels the need for a ‘creative’ ECB that will continue to support the bloc.

For her part, Angela Merkel reportedly favours installing a German EU Commission chief, instead of pushing for a controversial candidate to run the central bank. By “controversial”, read Bundesbank chief Jens Weidmann, an uber-hawk who is the hard man of euro-area monetary policy.

One of the ECB’s pragmatic Finns, such as Erkki Liikanen or Olli Rehn, would probably be acceptable to Macron if he had to forgo putting a Frenchman (or woman, but no strong contenders have emerged) at the head of the institution. Both Liikanen and Rehn are very experienced and highly regarded.

Portfolio implications

The ECB’s toolkit is much bigger now than before the central bank was forced to deal with insolvent nations and broken bond markets. It is also a consensus-building institution: even Draghi could not have magicked up the crisis-fighting tools overnight; he had to gain buy-in from his fellow policy makers.

So with the possible exception of Weidmann, none of the candidates are likely to change my economic forecasts or rate expectations for the short term.

We continue to anticipate the first, albeit small i.e. only 0.15%, rate increase in 2020 as the ECB gradually tries to normalise policy. Indeed, within the Asset Allocation team we have recently raised our stance on the euro to neutral, from negative, which was a tactical and medium-term view we held since 2017.

The next ECB president will matter most when there is a crisis. Regardless of their nationality, only then will we learn whether they are blessed with Draghi’s ability to keep the economy on an even keel*.


*If you have noticed the sailing metaphors you’d be forgiven for thinking I’m a fan. Nothing could be further from the truth – I get very sea sick, so very much appreciate a good captain in stormy waters!

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Stabilisierung oder Abschwung?

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Die Mehrzahl der Wirtschaftsindikatoren deutet auf eine Abschwächung des weltweiten realen Wirtschaftswachstums hin. Insbesondere der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor hat im Monat Februar den fallenden Trend fortgesetzt und damit eine andauernde Schwäche im Fertigungssektor angezeigt. Es gibt zwar schwache Anzeichen für ein Ende des Abschwungs innerhalb der kommenden Monate, die Unsicherheit bleibt jedoch erhöht. Die Zentralbanken haben darauf reagiert und die geplanten Leitzinsanhebungen ausgesetzt beziehungsweise sogar Lockerungsmaßnahmen gesetzt. Gleichzeitig reflektieren die Marktpreise bereits eine Stabilisierung des Wachstums. Wie wird diese Zweiteilung zwischen dem Markt und dem wirtschaftlichen Umfeld aufgelöst werden?

„Normale“ Verlangsamung

Ein Teil der Abschwächung des Wirtschaftswachstums kann auf eine „Normalisierung“ im Sinne eines Wachstumsrückgangs vom überdurchschnittlich auf durchschnittlich zurückgeführt  werden. Dazu kommen aber auch die generelle Verschärfung der Zentralbankliquidität sowie der Anstieg der Unsicherheit.

Weniger Zentralbankliquidität

Motiviert durch das kräftige Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren haben die Zentralbanken in den entwickelten Volkswirtschaften eine Politik der graduellen „Normalisierung“ eingeleitet. Das bedeutet die Anhebung der sehr niedrigen Leitzinsen und die Einstellung beziehungsweise die Rückführung der Anleiheankaufsprogramme. Letzteres hat zu einem Rückgang der von den Zentralbanken deutlich ausgeweiteten Geldmenge (Geldbasis = Geldmenge M0) geführt.

Schrumpfung des Schattenbankensektors in China

Gleichzeitig sind einige Schwellenländer mit Ungleichgewichten durch die Leitzinsanhebungen in den USA unter Druck geraten die Leitzinsen anzuheben. In China war ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik auf die Schrumpfung des Schattenbankensektors gerichtet. Die Motivation in China war die hohe Schuldenquote (Schuldenbestand in Prozent des nominellen Bruttoinlandsproduktes) nicht weiter ansteigen zu lassen. Das wiederum hat zu einer deutlichen Abschwächung des Kreditwachstums geführt.

Anstieg der Unsicherheit

Zur selben Zeit sind die Unsicherheiten über die zukünftigen Beziehungen zwischen den großen Wirtschaftsblöcken angestiegen. Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China kann hier genannt werden. Aber auch der chaotische Brexit-Prozess und die Zweifel an der Integrität der Eurozone (Italien) haben das Ihre dazu beigetragen.

Eintrübung der Unternehmensstimmung

Eine unmittelbare Auswirkung dieser ungünstigen Kombination von Faktoren ist eine Verschlechterung der Stimmung bei den Unternehmen. Sie drückt auf das Wachstum der Unternehmensinvestitionen. Im Unterschied dazu ist das Beschäftigungswachstum vergleichsweise kräftig geblieben (niedrige Arbeitslosenraten). Solange der Arbeitsmarkt fest bleibt (gutes Beschäftigungs- und Lohnwachstum), werden die privaten Einkommen und der private Konsum unterstützt. Der Pferdefuß: der Arbeitsmarkt ist ein Indikator, der der Konjunktur hinterher hinkt. Der überraschende geringe Beschäftigungsanstieg in den USA im Monat Februar (plus 20.000 Quelle: Bloomberg) im Vergleich zum Fünf-Jahresdurchschnitt von 215.000 besitzt zwar keine statistische signifikante Aussagekraft, hilft aber nicht die Unsicherheit zu verringern.

Grafik: Wachstum der Geldmenge und der Produzentenpreise in China sind wichtige globale Konjunkturindikatoren

Erholung am Finanzmarkt

Der Finanzmarkt hat im vierten Quartal 2018 auf die Eintrübung des Umfelds mit deutlichen Kursverlusten von risikobehafteten Wertpapierklassen (Aktien) reagiert. Die Hürde für positive Überraschungen war damit klein. Diese hat es tatsächlich gegeben:

  • Einige wichtige Zentralbanken haben Lockerungsmaßnahmen gesetzt. Hervorzuheben ist, dass für die USA die im Markt gepreisten Leitzinsanhebungen vollkommen verschwunden sind. Ein höheres Lohnwachstum würde die Fed jedoch in eine unkomfortable Situation bringen. Soll der Blick mehr auf die Beschäftigung oder die Inflation  gerichtet sein? Der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne im Februar auf ein Niveau, das zuletzt vor zehn Jahren erreicht wurde, ist nicht hilfreich.
  • In der Eurozone ist die Stoßrichtung der Europäischen Zentralbank mittels einer Neuauflage eines geldpolitischen Instruments (TLTRO – langfristig günstige Liquidität für Banken in großer Menge) die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors und damit der gesamten Wirtschaft in der Eurozone zu erhöhen. Zudem hat die EZB den frühestmöglichen Zeitpunkt für die erste Leitzinsanhebung auf Beginn 2020 verschoben. Der Spielraum der Geldpolitik ist jedoch eingeschränkt. Die Ähnlichkeiten mit einer sogenannten Liquiditätsfalle (Japan-Szenario) sind auffällig.
  • In China ist das Kreditwachstum zuletzt angestiegen. Gleichzeitig fallen jedoch wichtige Indikatoren wie das Geldmengenwachstum M1 und die Produzentenpreisinflation.
  • Die Signale zu den Verhandlungen zwischen den USA und China stimmen vorsichtig optimistisch. Neben der nach wie vor erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein Scheitern der Verhandlungen besteht jedoch das Risiko für Zollanhebungen auf Güter aus der EU in die USA.
  • Im Brexit-Prozess zeichnet sich auf die kurze Sicht als wahrscheinlichstes Szenario eine Verlängerung ab. Das Vereinigte Königreich wird im April wahrscheinlich noch Mitglied der Europäischen Union für ein paar Monate sein. Ein „Unfall“ (Austritt ohne Austrittsvertrag) kann jedoch leicht geschehen.
  • Die Signale für eine Wachstumsstabilisierung sind vorhanden aber schwach. Diese umfassen Indikatoren wie den globalen Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor, der im Februar angestiegen ist.

Zusammenfassung

Die Mehrzahl der Frühindikatoren für die wirtschaftliche Aktivität befindet sich in einem fallenden Trend. Der Rückbau der Globalisierung hat unter Umständen nur eine Verschnaufpause erhalten. Immerhin haben die Zentralbanken die Politik der Liquiditätsverknappung gestoppt beziehungsweise sogar umgekehrt. Für eine Fortsetzung der seit Jahresanfang eingesetzten Erholung bei den risikobehafteten Wertpapierklassen ist eine Wachstumsstabilisierung nötig. Die Anzeichen dafür sind nach wie vor zu schwach. Die Kurse neigen sich seit Anfang März abermals nach Süden. Solange von der geopolitischen Seite keine Eintrübung erfolgt (Verhandlungen zwischen den USA und China, zwischen den USA und der EU und Japan, zwischen dem UK und der EU), besteht eine gute Chance, dass die stimulierenden Maßnahmen (mehr Liquidität) mit einer Zeitverzögerung von ein paar Monaten eine Wachstumsstabilisierung ermöglichen.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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Hochzinsanleihen als moderne Anlageform

Der sich entwickelnde Markt für europäische Hochzinsanleihen bietet ertragsorientierten Anlegern neue Möglichkeiten – ohne dass sie hohe Risiken eingehen müssen, erklärt Prashant Agarwal, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Europäische Anleger stehen vor einem Dilemma: Auf der einen Seite müssen sie ihre Portfolios angesichts des mageren Wirtschaftswachstums, des anhaltenden handelspolitischen Säbelrasselns und des zunehmenden Populismus schützen, auf der anderen Seite wird das Angebot defensiver ertragsgenerierender Anlagen immer kleiner, vor allem an den Märkten für europäische Staats- und High-Grade-Anleihen. Trotz Beendigung der quantitativen Lockerung durch die Europäische Zentralbank bewegen sich die Renditen von Staatsanleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren mit hohem Rating um Null bzw. sogar im negativen Bereich, wenn man die Inflation berücksichtigt. 

Die Frage ist, wie können Anleger genügend Einkommen erzielen, ohne ein zu großes Risiko eingehen zu müssen? Europäische kurzlaufende Hochzinsanleihen fallen einem vielleicht nicht als erstes ein, aber wir finden, im aktuellen Klima ist diese Option nicht die schlechteste. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Starke Fundamentaldaten

Die Qualität des Markts für europäische Hochzinsanleihen hat sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich verbessert. Die Anlageklasse ist liquide und vielfältig geworden, die Unternehmen stammen aus unterschiedlichsten Branchen. Heute bestehen rund 71% des Universums aus Anleihen mit BB-Rating – gerade mal eine Stufe unter Investment-Grade. Im Dezember 2008 waren es nur 54%.

KOMFORTZONE

Europäische Hochzinsanleihen – Netto-Fremdkapitalanteil in % des EBITDA

Quelle: Morgan Stanley Research. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.03.2003–30.09.2018.

Europäische Nicht-Investment-Grade-Unternehmen waren seit der Krise 2008 im Allgemeinen sehr zurückhaltend mit der Aufnahme von Fremdkapital. Mit gerade mal dem 3,2fachen des EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) liegt ihr Netto-Fremdkapitalanteil unter dem 15-Jahres-Durchschnitt (siehe Abbildung). Auch andere Verschuldungskennzahlen wie der freie Cashflow im Verhältnis zur Verschuldung sowie die Zinsdeckung haben sich gegenüber früher verbessert. 

Zudem liegen die Ausfallraten bei Emittenten europäischer Hochzinsanleihen bei nur 1,5% (während der Finanzkrise waren es 13%) und dürften auch im kommenden Jahr niedrig bleiben.1

Sollte es eine Rezession geben, werden die Unternehmen natürlich Probleme haben, ihre Schulden zu refinanzieren, und die Ausfallraten werden nach oben gehen. Der Schaden dürfte sich aber in Grenzen halten, weil viele Emittenten europäischer Hochzinsanleihen den Großteil ihrer kurzfristigen Schulden bereits refinanziert haben. Dadurch verlagert sich die „Maturity Wall“ – also der Zeitpunkt, zu dem die meisten Anleihen zurückgezahlt oder refinanziert werden müssen – bis ins Jahr 2022.

Zudem hat die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Rezession kommt, aufgrund der jüngsten Zentralbankmaßnahmen abgenommen. Die US-Notenbank hat eine Zinspause signalisiert. Die EZB hat zugesagt, ihre Leitzinsen bis 2020 nicht anzuheben, und ein neues GLRG-Programm zur Förderung der Vergabe von Bankkrediten an Unternehmen in der Eurozone aufgelegt.

Optimalzustand

Das Zusammenspiel von niedrigen Zinssätzen und langsamem, aber stetigem Wirtschaftswachstum ist im Allgemeinen positiv für die Märkte für Hochzinsanleihen.  

Indem sich die Anleger insbesondere auf kürzer laufende Anleihen konzentrieren, können sie sich höhere Erträge sichern, ohne die normalerweise mit dieser Anlageklasse verbundene Volatilität. 

Die Investition in Nicht-Investment-Grade-Anleihen mit kürzerer Laufzeit hat sich als Strategie bewährt – sowohl während der Marktturbulenzen Ende letzten Jahres als auch langfristig.

Seit ihrer Auflegung 2012 war  bei der Pictet-EUR Short Term High Yield Strategie der maximale Rückgang vom höchsten zum tiefsten Stand – der sogenannte „Drawdown“ – viel geringer als bei den breiteren Hochzins- und Investment-Grade-Universen sowie beim Aktienmarkt (siehe Abbildung). Zudem war in diesem Zeitraum die annualisierte Volatilität der Renditen niedriger als bei anderen Anlagen.

VORSICHT ZAHLT SICH AUS

Maximaler Drawdown nach Strategie/Anlageklasse, % des absoluten Werts

Quelle: Pictet Asset Management. Performance des Pictet-EUR Short Term High Yield vor Gebühren ohne Swing-Faktoren, ICE BofAML Euro Investment Grade Constrained Index, JP Morgan EMU Government Bond IG index, ICE BofAML Euro High Yield Constrained Index und MSCI Equity Index, Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.01.2012–31.01.2019.

Der Widerstandsstärke kurzlaufender Hochzinsanleihen kommt die Vielfalt des Marktes zugute, die ein breites Spektrum an Investmentausrichtungen abdeckt. 

Ein Beispiel hierfür ist der Brexit. Auch wenn in Großbritannien große Unsicherheit wegen des Austritts aus der Europäischen Union herrscht, halten wir das Land weiterhin für eine leistungsstarke Volkswirtschaft mit vielen robusten Unternehmen. Um diesen Überlegungen Rechnung zu tragen, haben wir unser Portfolio in Richtung nicht-zyklischer Unternehmen ausgerichtet und unser Engagement in Großbritannien auf Anleihen beschränkt, die in den kommenden beiden Jahren fällig werden. 

Die jüngste Abnahme der Spannungen zwischen der populistischen Regierung in Italien und der EU ist eine weitere Entwicklung, von der Anleger profitieren können, wenn sie sich am Markt für kurzlaufende Hochzinsanleihen engagieren. Wir möchten unser Engagement in italienischen Unternehmensanleihen mit kurzer Laufzeit moderat erhöhen, da wir glauben, dass deren Bewertungen das mit einer Aufhellung des Ausblicks für Italien verbundene Potenzial nicht angemessen widerspiegeln. Hier würden wir auch längere Laufzeiten in Erwägung ziehen – drei oder vier Jahre statt nur ein Jahr.

Durch Fokussierung auf die Endfälligkeit der Anleihen anstatt auf die Duration – an dieser Kennzahl orientieren sich traditionell die Portfoliomanager – lässt sich die Portfoliovolatilität weiter reduzieren. Das ist eine wichtige Unterscheidung, weil die meisten Hochzinsanleihen kündbar sind und die Duration zum ersten oder darauffolgenden Kündigungstermin berechnet wird. Damit ist ein Prolongationsrisiko verbunden: Wenn sich die Lage des Unternehmens verschlechtert, wird es die Kündigungsoption nicht ausüben – das bedeutet für den Anleiheninhaber mehr Risiko. Durch den Fokus auf die Endfälligkeit anstatt auf die Duration lassen sich auch stabilere Renditen erzielen.

Kurzum, hohe Rendite bedeuten nicht immer hohes Risiko. Die großen Zentralbanken schwenken zunehmend auf einen expansiven Kurs ein, die Fundamentaldaten der Unternehmen sind stabil und es wird nicht so bald passieren, dass eine große Anzahl an Anleihen auf einmal fällig wird, daher glauben wir, dass kurzlaufende Hochzinsanleihen eine seltene Gelegenheit darstellen, attraktive Erträge mit niedriger Volatilität zu erwirtschaften.

RISIKOBEGRENZUNG: PICTET EUR SHORT-TERM HIGH YIELD STRATEGIE IN AKTION

Überzeugende Erfolgsbilanz

Die Strategie rentierte 2018 mit -0,80%, gegenüber -3,6% beim breiteren europäischen Hochzinsmarkt.

Modifizierte Duration von 1,7 Jahren

Positionen mit der längsten Fälligkeit, d. h. 4–6 Jahre, machen nur 10% des Portfolios aus und sind auf 20 bis 30 Emittenten verteilt, um das Risiko weiter zu begrenzen.

Fokus auf hohe Kreditqualität im Universum

Anleihen mit CCC-Rating oder niedriger machen weniger als 3% des Portfolios aus – die Obergrenze liegt bei 10%.


1) Nachlaufende Ausfallrate bei europäischen Hochzinsanleihen, 12 Monate, nach Moody’s, Stand 30.11.2018 Daten zu Pictet Fonds per 31.01.2019.

Mehr zu festverzinslichen Anlagen:

Über den Autor

Prashant Argawal kam 2004 als Kreditanalyst zum Fixed Income Credit Research Team von Pictet Asset Management. Er ist heute Senior-Investmentmanager im High Yield Bond Team. Bevor Prashant Agarwal zu Pictet kam, war er 4 Jahre lang als Direktor bei Vertex Entreprises Pvt. Ltd. für Operations & Finance zuständig. Danach arbeitete er 2 Jahre als Manager bei ICRA, einem Schwesterunternehmen von Moody's Investor Service in Indien. Prashant Agarwal hat einen BSc von der Banaras Hindu University und einen MBA von der Graduate School of Business der Universität Chicago. Er hat auch ein Diplom als Chartered Financial Analyst (CFA).

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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„Stabile Renditen unabhängig von Marktbewegungen“

Scott Davies, Mitbegründer und CIO von CDAM (UK) Ltd., stellte anlässlich des 163. Hedgeworks die CDAM Global Opportunities-Anlagestrategie vor, die marktunabhängige Renditen anstrebt. Sie zeichnet sich durch selektive Langzeit-Aktieninvestments aus, die gegen kurzfristig anhaltende, negative Marktbewegungen abgesichert werden.

Hedgework: Mr. Davies, Sie haben mit CDAM eine spezielle Global-Opportunities-Strategie aufgelegt. Was steckt dahinter?

Scott Davies: Die Strategie bietet einen differenzierten Ansatz zur Aktienanlage mit einem speziellen Fokus auf das Kapitalzuteilungsmodell von Unternehmen. Unser Ziel ist es, stets etwa 20 sorgfältig ausgewählte Aktientitel langfristig zu halten. Hierbei selektieren wir Unternehmen mit überlegenen Fundamentaldaten, bei denen die Ausrichtung des Managements von Unternehmen sich mit unseren Interessen deckt, bezogen auf das Verständnis, wie Kapital im Unternehmen verwendet wird. Unsere durchschnittliche Haltedauer beträgt 3,5Jahre, unsere längste gehaltene Aktie ist bald neun Jahre im Portfoliobestand. Ich würde auch unsere langjährige Rentenmarkterfahrung als entscheidend für die DNA des Unternehmens hervorheben. Das Verständnis, wo Aktien bezogen auf die Kapitalstruktur einzuordnen sind und die Tatsache, dass sie eine Anlageklasse mit langer Duration darstellen, sind zwei Faktoren, die in unseren Aktien-Ansatz integriert wurden.

Hedgework: Der Aktienselektion kommt dabei besondere Bedeutung zu. Wie gehen Sie hier vor?

Davies: Beim Filtern von Daten versuchen wir, moderne Technologie in unsere Prozesse zu integrieren.Nachdem wir den gefilterte Datensatz erhalten haben, nutzen wir fundamentale Bottom-up-Modelle, um potenzielle Aktien zu identifizieren. Wir verfolgen einen konzentrierten, antizyklischen Anlageansatz und wollen mit unserem Aktienauswahlprozess ein attraktives Renditepotenzial für unsere Investoren aufbauen. Im Hinblick auf mögliche Opportunitäten konzentrieren wir uns auf zwei Bereiche: Die Identifizierung von sogenannten Compounders, die hohe ROICs durch anhaltenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern aufrechterhalten können. Diese Positionen haben typischerweise eine lange Haltedauer. Und zweitens Sondersituationen wie zyklische Branchen, Spin-Offs und attraktive Bar-Ausschüttungen mit einer kürzeren Haltedauer. 

Hedgework: Gibt es Branchen oder Regionen, die Sie bei der Aktienauswahl favorisieren?

Davies: Wir fokussieren uns auf Regionen, die uns sehr gut bekannt sind. Das sind die westlichen Volkswirtschaften – insbesondere Nordamerika und Westeuropa einschließlich Großbritannien. Wir investieren nicht in Asien oder in den Emerging Markets. In letzter Zeit haben wir uns zudem verstärkt auf weniger kapitalintensive Unternehmen fokussiert, wie beispielsweise Software und „Software as a Service“.

Hedgework: Wie viele Unternehmen analysieren Sie regelmäßig und nach welchen Aspekten?

Davies: Angesichts unserer geografischen und Liquiditätspräferenzen besteht unser Universum theoretisch aus rund 3500 Aktien. In der Praxis und mit Hilfe unserer quantitativen Modelle filtern wir dieses Universum. Ausgeschlossen werden Unternehmen, deren Charakteristika wirnicht mögen. Zudem identifizieren wir vorteilhafte sowie häufig vorkommende Unternehmens-Charakteristika. Die Kombination aus quantitativer und qualitativer Arbeit des Investment-Teams hilft uns, die Liste auf überschaubare rund 300 Werte zu reduzieren, die wir detaillierter untersuchen. Aktuell befinden sich etwa 100 Titel auf der Watchlist.

Hedgework: Welche Titel schaffen es dann letztlich ins Portfolio?

Davies: Unser „Long Book“ besteht normalerweise aus 20 Titeln. Dafür nehmen wir die Haltung eines Eigentümers der Unternehmen ein. Es ist wichtig, eine Investition aus dieser Perspektive zu betrachten und nicht nur als Stück Papier oder theoretisches Konstrukt. Zudem ist es wichtig für unsere Kunden, dass wir Aktien kaufen, die überwiegend nicht Teil der breiteren Aktien-Indizes sind. Dabei ist das Ziel, eine sehr aktive Aktienselektion zu bieten und zugleich Aktien mit geringem Aktienmarktrisiko zu halten.

Hedgework: Widerspricht dieses sehr konzentrierte Portfolio von nur 20 nicht dem Gedanken der Risikostreuung?

Davies: Empirisch betrachtet erachten wir konzentrierte Portfolios als weniger risikobehaftet als diversifizierte. Wir wollen stets die Kontrolle über das Schicksal einer Aktien haben und nicht abhängig von der Unvorhersehbarkeit der Märkte sein. Unsere Erfahrungen haben gelehrt, dass Volatilität eine bessere Maßgröße für Opportunität ist als für Risiko. 

Hedgework: Was müsste wiederum passieren, damit Sie eine zuvor gekaufte Aktie aus wieder aus dem Portfolio werfen?

Davies: Unabhängig von jeglichen Kursbewegungen werden wir eine Aktienposition dann abbauen, wenn die Anlagethesis nicht mehr Bestand hat. Zudem erstellen wir Zielkurse für unsere Value-Anlagen. Diese werden allgemein von einer Neubewertung getrieben. Sobald dies geschieht, werden wir verkaufen.

Hedgework: Lassen Sie uns über die Hedging-Strategie reden, die ein weiterer elementarer Teil Ihrer Strategie ist. Können Sie kurz beschreiben, was Sie damit bezwecken?

Davies: Wir versuchen, das Long-Book durch den opportunistischen Einsatz von börsennotierten Futures und Optionen nach unten abzusichern. Anstatt spezifische Aktien- oder Sektorrisiken abzusichern, versuchen wir, das Risiko auf Portfolioebene zu verringern und das Beta im Verlauf des Marktzyklus langsam zu reduzieren. Da es sich bei Aktien um eine Anlageklasse mit langer Duration handelt, möchten wir Anlegern den Zugang zu idiosynkratischen Unternehmen mit attraktivem Ertragspotenzial und zeitnaher Absicherung nach unten bieten.

Hedgework: Wann und und in welchem Ausmaß sichern Sie ab?

Davies: Je nachdem, wo wir uns im Marktzyklus befinden, werden wir uns angemessen absichern wollen. Dies bedeutet, dass am Tiefststand eines Zyklus das Brutto- und Netto-Exposure gleich sein kann. Während wir uns durch einen Markt-Zyklus bewegen, unter ständiger Beobachtung der verschiedenen fundamentalen Daten, Marktindikatoren und makroökonomischen Faktoren, wird das Absicherungsniveau allmählich zunehmen. Im Allgemeinen sollte man erwarten, dass das Netto-Exposure des Fonds im Höchststand fast 100 Prozent betragen kann und im Tiefststand etwa 45 Prozent. Aufgrund unserer Erfahrung glauben wir, dass bei einem Netto-Exposure von 45 Prozent das Aktien-Portfolio zusammen mit der Absicherung sich vorteilhafter darstellt als man vielleicht annehmen würde. Aus diesem Grund möchten wir das Netto-Exposure nicht weiter reduzieren, da unser Ziel letztlich darin besteht, die Auswirkungen des Markt-Beta zu beseitigen und nicht auf die Marktrichtung zu spekulieren. 

Hedgework: Und welche Faktoren entscheiden darüber, ob ein Hedge wieder aufgelöst oder gelockert wird?

Davies: Die gleichen fundamentalen und makroökonomischen Faktoren, die ursprünglich die Absicherung vorgaben, aber im umgekehrten Sinne. Typischerweise erfolgt die Reduzierung der Absicherung in korrigierenden Marktphasen.

Hedgework: Sie runden mit einer speziellen Optionsstrategie als zusätzliche Renditequelle die Strategie ab. Wie funktioniert die und wie oft wird sie angewendet?

Davies: Wir sind Käufer von langlaufenden Out-of-the-money-Puts bekannter Indizes wie S&P 500, NASDAQ oder Russell 2000. Diese müssen gut zum Aktien-Portfolio passen und entsprechende Korrelationen aufweisen. Wir kaufen Puts mit 9 bis 12 Monaten Restlaufzeit, die ca. 5 bis 7 Prozent aus dem Geld sind. Damit wollen wir uns zunutze machen, dass diese Optionen dann günstig zu kaufen sind und für das Portfolio in schwierigen und volatilen Marktphasen eine Art Versicherung darstellen. 

Hedgework: Rückblickend betrachtet – was hat die Global-Opportunities-Strategie von CDAM insgesamt bislang gebracht?

Davies: Die Hedged-Equity-Strategie blickt auf eine 13-jährige Erfolgsbilanz zurück, nachdem sie im April 2006 aufgelegt wurde. Der Ursprung der Strategie geht jedoch noch weiter zurück. Sie wurde anfangs bei Manulife in Toronto, Kanada, entwickelt, wo ich Anfang der 2000er-Jahre als Senior Portfolio Manager tätig war. Was als ein Experiment begann und dem Vertrauensvorschuss für Manulife zu verdanken ist, erwies sich als sehr erfolgreich. Mir hat sichverdeutlicht, dass dieser Ansatz funktioniert und zudem skalierbar ist. 

Hedgework: Kann man aufschlüsseln, welchen Beitrag die einzelnen Bausteine dazu geleistet haben?

Davies: Im Off-Shore-Fonds, dem CDAM Global Opportunities Fund, konnte seit Auflegung eine kumulierte Nettorendite von 112 Prozent erzielt werden, wobei rund 80 Prozent der Bruttorendite aus Aktienanlagen und 20 Prozent aus der Absicherung stammen.

Hedgework: Seit 2018 sind Sie auch mit einer OGAW-Version am Start. Für welche Klientel ist die gedacht?

Davies: Wir suchen nach gleichgesinnten Partnern, die unsere Ansichten über die Vorteile von konzentrierten, langfristigen Anlagen teilen. In der Praxis wird uns das OGAW-Angebot helfen, eine breitere Basis von Investoren in Europa zu erreichen. Die Zusammensetzung unserer bestehenden Investorenbasis sind Family Offices, Vermögensverwalter und große Institutionen inkl. öffentliche Pensionskassen und Staatsfonds. Aktuell fragen insbesondere US-Investoren diese Strategie nach. Da wir in London beheimatet sind, freuen wir uns natürlich auch, inzwischen eine europäische Fondsstruktur für diese Strategie anbieten zu können.

Hedgework: Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen damit? Hat der Fonds in real life die Erwartungen erfüllt?

Davies: Ich glaube, dass man in diesem Geschäft die Erwartungen nie voll erfüllen kann: man verdient immer zu wenig und verliert stets zu viel. Aber jetzt mal ernsthaft, es gibt noch andere Aspekte als nur den Ertrag. Ich bin stolz auf unsere Unternehmenskultur und gemeinsamen Werte bei CDAM und insbesondere auf starke Kundenorientierung.

Hedgework: Zum Schluss noch ein paar Infos zu CDAM. Welche Services bieten Sie außer der Global-Opportunities-Strategie noch an?

Davies: Die Kernstrategie ist unsere Hedged-Equity-Strategie, wo der Großteil der Vermögenswerte angelegt wird. Seit 2012 bieten wir zudem eine weiter Version der Strategie an, die ausschließlich die etwa 20 Titel der Aktienseite beinhaltet.

Hedgework: Wie lange gibt es CDAM schon und wie viele Assets betreuen Sie?

Davies: Das Unternehmen wurde Ende 2005 von Adam Chamberlain, dem CEO, und mir gegründet. CDAM ist im Laufe der Zeit kontinuierlich auf sieben Vollzeitmitarbeiter angewachsen, sodass wir weiterhin ein flexibles und schlagfertiges Team geblieben sind. Wir verzeichneten zudem eine gute Dynamik bei der Zunahme der verantworteten Anlagevolumina. Erst kürzlich sind die Assets Under Management auf über 850 Millionen USD angestiegen, wobei institutionelle Anleger die größte Anlegergruppe darstellen.

Hedgework: Mr. Davies, vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte Ronny Kohl


Scott Davies hat im April 2006 zusammen mit Kollegen Adam Chamberlain den unabhängigen Asset-Manager CDAM in London gegründet. Vor seiner Ernennung zum Investment Manager war Scott vier Jahre lang als Senior Portfolio Manager für die Eigeninvestments bei Manulife Financial tätig. Zuvor war er von April 1999 bis November 2001 Vice President Proprietary Trading bei TD Securities Inc. Von 1991 bis 1999 war er vor allem in Toronto und London im Bereich Fixed Income bei J. P. Morgan tätig. Scott ist Chartered Financial Analyst (CFA) und Mitglied der London Society of Financial Analysts. Er absolvierte das Trinity College an der Universität von Toronto mit einem Bachelor of Commerce in Finance and Economics.

CDAM (UK) Limited

ist ein im Jahr 2006 gegründeter unabhängiger Asset Manager mit Basis in London. CDAM wird von Kepler Partners LLP betreut. Die Assets Under Management belaufen sich auf über 850 Millionen USD, wobei institutionelle Anleger die größte Anlegergruppe darstellen.

Kontakt: Roland Schulz
Kepler Partners LLP
Tel.: +49 175 2032333
E-Mail: roland@keplerpartners.com
Internet: www.keplerpartners.com

Sichere Häfen werden verlassen

Im Zuge der Kursrally der Aktienmärkte leben auch die Anleihemärkte mit höherem Risiko wieder auf. Die sicheren Häfen der Staatsanleihen werden also wieder verlassen – obwohl auch diese erstaunlich robust bleiben. Anleihen, die zum Ende 2018 deutliche Kursabschläge hinnehmen mussten, sind wieder gefragt: High Yield und Emerging Markets. Gerade die Emerging Markets litten 2018 unter den steigenden US-Zinsen und dem Druck durch die Handelsspannungen. Mit der Neubewertung der US-Geldpolitik wurde nun auch an den Rentenmärkten ein Aufschwung und eine Phase höherer Risikobereitschaft eingeleitet.

Auch die stets als sicherer Hafen angesehenen deutschen Bundesanleihen legten etwas zu, deren 10-jährige Rendite ging dabei wieder auf ca. 0,2 % zurück. Zwei bedeutende europäische Märkte entwickeln sich hingegen gegenläufig: etwas unerwartet ist in Großbritannien leichte Entspannung eingetreten, vor allem das Pfund legte zu. In Italien sind hingegen wieder Zweifel an politischer und fiskalischer Stabilität aufgetreten.

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Geld-/Kapitalmarkt: neue Richtung der Geldpolitik?

Seit Jänner steht die US-Notenbank vor einer veritablen Strategiewende. Statt angekündigter weiterer Zinsschritte – der Leitzins steht aktuell bei max. 2,5 % – hat Fed-Chef Powell angekündigt, die Geldpolitik sei an die aktuelle Situation angepasst und in weiterer Folge werde man die Entwicklungen beobachten. Es gebe keinen vorgegebenen Pfad (mehr).

Während in den USA Zinsanhebungen in den nächsten zwölf Monaten praktisch vollständig ausgepreist wurden, stehen dort mittlerweile sogar Zinssenkungen für 2020 im Raum.

Auf Seiten der Europäischen Zentralbank gab es zuletzt weniger spektakuläre Entwicklungen. Der Preis druck im Euroraum ist nach wie vor schwach. So sank die Kerninflationsrate (exklusive Lebensmittel und Energie) jüngst auf 1 %. Die nächste Sitzung der EZB findet bereits am 7. März 2019 statt, dort werden die Ratsmitglieder über künftige monetäre Maßnahmen entscheiden. Fest steht, dass die Mehrzahl der Konjunkturindikatoren seit rund einem Jahr mehrheitlich enttäuscht hat und die negative Dynamik nach wie vor stark ausgeprägt ist.

Staats- und Unternehmensanleihen: Risikoprämien bei Unternehmensanleihen sinken wieder

Trotz der beeindruckenden Aktien-Rally ist es in den vergangenen Wochen auch bei den bonitätsstarken Staatsanleihen, den „sicheren Häfen“, global zu moderaten Renditerückgängen und damit Kursanstiegen gekommen. Entstanden sind diese durch nicht verschwinden wollende Event-Risiken (Hard-Brexit, Handelskrieg) sowie durch schwächere Wirtschaftsdaten. Vor allem die Industrie kam zuletzt zunehmend unter Druck. Wir begegnen dieser Situation in erster Linie durch Positionierungen auf den Zinskurven.

Entgegen der konjunkturellen Entwicklung sanken 2019 auch die Risikoprämien von Unternehmensanleihen, insbesondere in den USA aber auch in Europa. Vor allem die Ankündigung der US-Notenbank und anderer Notenbanken, die geldpolitischen Zügel vorerst nicht weiter anzuziehen, hat die Aktienmärkte und die Unternehmensanleihen stärker positiv beeinflusst, als dies schwache Konjunkturindikatoren davor im negativen Sinne taten. Wir erhöhen unsere Übergewichtung von Euro-Qualitäts-Unternehmensanleihen gegenüber High-Yield-Anleihen.

Global economic outlook: slowdown, not recession

We have cut our global GDP growth forecast again for 2019 but have revised up our prediction for 2020 amid greater optimism on the longer-term outlook, explains the Schroders Economics Team.

We have revised down our forecast for global GDP growth in 2019 to 2.8% from 2.9%, but increased our projection for 2020 to 2.7% (from 2.5%). The downgrade for this year (the fourth in consecutive quarters) is driven by cuts to our forecasts for the eurozone, UK and Japan which offset a small increase to our China forecast.

In 2020, the upward revision is across the board with, for example, the US upgraded to 1.6% (previously 1.3%), Japan to 0.4% (previously 0%) and China nudged up to 6.1% from 6%.

Meanwhile, our inflation forecasts have been reduced for this year and next with reductions across all regions except Europe. US inflation is also lower as a result of a smaller rise in core inflation (i.e. excluding food & energy prices) which we expect to peak at a lower level before declining in 2020.

Longer-term picture looks brighter

Underpinning these forecasts are a number of factors which give us reasons to be more cheerful about the longer-term outlook:

  • Firstly, oil prices are lower. While this is a symptom of weak global demand, it is helping to bring down inflation and boost consumers’ spending power.
  • Second, the US and China are moving closer to a trade deal. President Trump extended the deadline for raising tariffs on $200bn of Chinese imports from 10% to 25% beyond 1 March. This means tariff increases will now be more limited, helping to reduce costs, protect profit margins and contain inflation.
  • Thirdly, monetary policy is easier. This is partly a reflection of lower inflation but it also marks a shift in Federal Reserve (Fed) policymaking where the central bank has become more responsive to financial market conditions.

We now expect the Fed to increase interest rates only once more before they start to fall in 2020 as the boost from tax cuts disappears and monetary tightening feeds through. It seems unlikely that additional fiscal stimulus will be passed by the Democrat-controlled House.

While a trade truce between the US and China could help boost external demand later this year, even as the trade war quietens down the tech war will remain in full swing. We would expect the US to continue to challenge China in this area either through sanctions on Chinese companies or preventing its own companies from exporting key technology items.

Temporary factors have weighed on eurozone growth

We have pushed out rate increases in the UK and eurozone. In the case of the UK, this reflects the growing likelihood that a short delay may be required to facilitate Brexit. Conversely, in Europe, temporary factors have held back growth but we expect the effects to begin dissipating in a few more months.

Among these temporary factors, Germany was impacted by changes to car emissions testing which caused sales of new vehicles to slump sharply from September 2018. Sales have begun recovering. Germany’s woes were compounded by a drought that reduced the river Rhine's water levels so significantly that it led to disruption in raw materials shipments.

In the meantime, in Italy political uncertainty caused financing costs to rise across the economy. In the end, the government’s expected spending splurge was far more modest than feared and the 2019 budget was approved, albeit after a very public battle with the European Commission.  

Given the temporary nature of these shocks, we expect to see an improvement in growth by the summer. Fundamentals are sound in Europe with monetary policy still very loose while most countries have completed their austerity programmes. Following the 8 March European Central Bank meeting, we now forecast a rate rise in March 2020.

VAT increase in focus in Japan

In Asia, we expect the Bank of Japan to leave monetary policy unchanged. Energy and one-off factors should drive a further moderation in inflation before a VAT-led spike in October, as the VAT rate rises to 10% from 8%. We expect a subsequent sharp decline in demand and dissipating inflationary stimulus. On the other hand, more infrastructure spending for disaster prevention should support growth at the end of 2019, and more substantially in 2020.

China is expected to ease further through a lower reserve requirement ratio which is now forecast at 10% by end 2020 (previously 11%). The ratio dictates the amount of cash banks have to hold in reserve, so a lower ratio frees up more capacity for lending.

The main changes for emerging markets come from inflation. Crude oil prices have fallen dramatically since we last updated our numbers. Combined with surprisingly low domestic inflation this sees substantial downward revisions to the inflation outlook for all BRIC economies bar Russia, for whom cheaper oil means a weaker currency and hence more imported inflation.

Turning to currencies, the US dollar is expected to remain firm in the near term, but to weaken later in the year as rates peak in the US whilst monetary policy tightens in the eurozone and UK. Sterling is also boosted by our assumption that a Brexit deal is struck and the UK enters a transition period after 29 March, rather than crashing out of the EU.

Alternative scenarios

These forecasts represent our baseline case, to which we attach a 60% probability. We also model a number of alternative scenarios. One of these is “Recession excluding US”, whereby the outlook in China and Europe deteriorates significantly, while another is “US recession 2020”. These two scenarios would both have a deflationary impact on the world economy and we estimate the probability of these at 17%.

We also model three scenarios that would have a stagflationary impact, i.e. causing persistent inflation and stagnant growth. These are “Trade war: US versus Rest of the World”, “Global inflation surge” and “Italian debt crisis”. We attach a 14% probability to these three scenarios.

We see a lower probability for two reflationary scenarios. In the first of these, “China reopens the spigots”, we assume large scale stimulus from Chinese policymakers. In the second, we model a “US supply side surprise” whereby more people enter the US workforce, therefore containing wages and inflation and extending the economic cycle. 

Table of GDP and inflation forecasts

Source data for table


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Ungarn: Normalisierung auf fiskalpolitischer und geldpolitischer Ebene in Sicht?

von István Kovács, Portfolio Manager Erste Asset Management Ungarn.

Die europäischen Medien verfolgen seit Jahren die unorthodoxe Wirtschaftspolitik in Ungarn und unterstützen diese oder lehnen sie ab, je nach politischer Couleur. Gleichzeitig betonen ungarische Entscheidungsträger immer wieder, dass sie sich im Normalbereich bewegen. Die Preisfrage derzeit lautet: können wir nun endlich von einer Normalisierung der Geld- und Fiskalpolitik in den kommenden Jahren ausgehen?

Was meine ich mit normaler Geld- und Fiskalpolitik, und worauf deuten die Signale hin? Normale Fiskalpolitik bedeutet einen Maßnahmen-Mix, der auf professioneller volkswirtschaftlicher Kompetenz beruht und nachhaltiges Wachstum sowie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes unterstützt. Eine normale Geldpolitik erfordert eine glaubwürdige, unabhängige Zentralbank, die Inflation bekämpft und finanzielle Stabilität zum Ziel hat.

Ungarn: Leistungsbilanz in % des Bruttoinlandsprodukts (2008-2020E) 

Quelle: MNB; Erste Research; per 28.2.2019

Ein Blick hinter die Zahlen

Im Bereich der Fiskalpolitik sehen wir, dass sich die wichtigsten Makrozahlen verbessert haben und während der Orbán-Regierung unter Kontrolle gebracht worden sind; das Verhältnis von Verschuldung zu Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt langsam; das Defizit der Regierung beträgt seit fünf Jahren etwa 2% vom BIP. Es wird Jahr für Jahr ein Leistungsbilanzüberschuss erwirtschaftet und die Beschäftigung verzeichnet Rekordstände. Die Zahlen per se sehen gut aus, doch sollte man hinter selbige blicken, um Nachhaltigkeit oder deren Absenz zu konstatieren. Die Wirtschaftsstruktur hat sich kaum verändert: die Wirtschaft wächst nach wie vor aufgrund multinationaler Industrieinvestitionen und Produktion sowie der sehr zyklischen Aktivität im Bausektor über ihrem Potenzial. Ungarn ist noch immer sehr exponiert gegenüber dem globalen Wirtschaftswachstum und damit ökonomisch verwundbar, wenngleich die größten Rating-Agenturen anerkennen, dass Ungarn große Fortschritte hinsichtlich seiner Widerstandsfähigkeit gegen Wirtschaftsschocks gemacht hat. S&P und Fitch haben Ungarn soeben auf zwei Stufen über Investment-Grade hinaufgestuft.

Ungarn: Exportquote in % des Bruttoinlandsprodukts (2008-2018)

Quelle: Weltbank; Februar 2019

Es ist Zeit, die Nachhaltigkeit der Geldpolitik unter Beweis zu stellen

Die Geldpolitik der Orbán-Ära sieht ähnlich aus. Es gibt zahlreiche positive Ergebnisse, wie z.B. die deutlich verminderte Brutto- und Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland,  niedrige Inflationsraten, niedrige Renditen und ein stabiler Forint. Zwei Faktoren waren dabei entscheidend: die weltweit lockere Geldpolitik und die sich langsam verbessernde Glaubwürdigkeit der Zentralbank (obwohl letztere eher auf dem Erreichten als auf der Unabhängigkeit der Bank selbst beruht).

Nun ist es Zeit für den Gouverneur und das Team der Zentralbank zu beweisen, dass der bereits erreichte Fortschritt der ungarischen Geldpolitik ein nachhaltiger ist. – Gutes Timing, da Gouverneur Matolcsy gerade für eine zweite sechsjährige Amtsperiode gewählt wurde. Noch Ende letzten Jahres machte das Gerücht die Runde, dass Gouverneur Matolcsy es vorzöge, das Amt eines Ministers mit Verantwortlichkeit für die volkswirtschaftliche Strategie des Landes zu bekleiden, doch es sieht danach aus, als ob Herr Orbán dem bekannten Prinzip aus der Sportwelt folgte: Never change a winning team!

Schlussfolgerung

Wir gehen davon aus, dass die geldpolitische Normalisierung heuer beginnen sollte, sofern die Zentralbank die hart erkämpfte Glaubwürdigkeit behalten möchte. Der Ton der Zentralbank hat sich schon dahingehend geändert, dass sie nun betont, dass sich angesichts des von der Wirtschaft erreichten Potenzialwachstums die Geldpolitik nun einzig auf die Inflationszielerreichung fokussieren sollte; dabei wird die steueradjustierte Kerninflationsrate als Haupt-Benchmark für die Ausrichtung der Geldpolitik eingesetzt. Die Zukunft wird zeigen, ob das neue Sechsjahres-Mandat erfolgreich sein wird oder nicht. Wir hoffen auf das Beste, aber bleiben aufmerksam.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Active US managers continue to outperform their benchmarks

Over a 12-month-rolling period, only 20% of Europe managers and 31% of US managers as well as 21% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. The underperformance of small caps in a declining market hurt most managers as a majority had an overweight in this market cap cluster.

In February, the performance of active managers in the US was very convincing. 69% of US-managers outperformed their respective indices net of fees. The picture in the emerging markets is with 54% also quite good. In Europe, 48% of the managers beat their indices net of fees. During the continued market recovery in February, small caps in the US significantly outperformed large caps, which was again the main reason for the good performance of US managers. This was not the case in Europe where large caps outperformed small caps. In Europe, sectors like real estate, telecom and utilities showed weak performance. As most Europe managers have a low exposure to those industries, it helped the relative performance versus benchmark.

Please find the full fundinfo Research News - March 2019 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

Rally deckt schwache Fundamentaldaten zu

Wie Tag und Nacht verliefen das Jahr 2018 und der Jahresbeginn 2019. War im letzten Jahr die Wertentwicklung sehr vieler Märkte negativ, so kommt es seit dem Jahreswechsel zu einer breit angelegten Erholung. Aktien haben schon jetzt eine Wertsteigerung erfahren, die für ein ganzes Jahr reicht. Aber auch die Anleihenmärkte werfen tolle Erträge ab, allen voran High Yield und Emerging Markets. Unternehmens- und Staatsanleihen liegen auch im Plus, wenn auch nicht so spektakulär. Schließlich sind auch noch die Rohstoffe zu erwähnen: Gold, Rohöl und Kupfer sind allesamt angestiegen, zum Teil signifikant.

Was steht hinter dieser Entwicklung? Die Antwort ist klar: ein Sinneswandel der Notenbanken führte zu einem ebensolchen bei den Anlegern. Man könnte meinen, dass die Investoren im Jahr 2018 geldpolitisch auf Entzug gesetzt wurden und dementsprechend schlecht gelaunt waren. In den ersten Wochen des neuen Jahres hatten die Notenbanken dann doch ein Einsehen und gönnten der Anlegergemeinde eine neue Dosis des lockeren Geldes. Und siehe da: alles ist gut! Jetzt wird der Handelskrieg nicht mehr als Bedrohung gesehen, sondern dessen baldige Lösung vorgefeiert. Der Brexit ist auch kein Risiko mehr, weil er verschoben oder vielleicht sogar abgesagt wird. Auch das wird abgefeiert, siehe Pfund. Und über das Absacken diverser Konjunkturindikatoren muss man sich auch keine Sorgen mehr machen. Immerhin ist die Schwäche nur temporär, die Erholung eine Frage der Zeit. Somit haben sich in einigen Bereichen nicht die Fakten verändert, sondern bloß die Wahrnehmung derselben. Dies betrifft vor allem die Fundamentaldaten, deren Schwäche für eine Beibehaltung des vorsichtigen Aktienausblicks spricht. Tatsächlich verbessert hat sich allerdings die technische Situation des Marktes. Dies wird zum Anlass genommen, die Untergewichtung in Aktien um einen Schritt zu reduzieren.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien: die Rally hält vorerst an

Nach dem schwachen 4. Quartal 2018 sollten entweder die Wirtschaftsdaten diesen Pessimismus bestätigen – oder das Pendel zumindest teilweise zurückschwingen. Letzteres ist eingetreten, sogar recht deutlich. Diese technische Erholung wurde durch Äußerungen der US-Notenbank zur weiteren Zinspolitik und Erwartung einer Einigung im Handelskonflikt mit China unterstützt. Der Impuls ging von den USA aus, aber die stärkste Aufwärtsbewegung erzielten vorerst die Emerging Markets, allen voran China. Auch dort setzte die Notenbank expansive Schritte. Diese Kursrally hat im Februar angehalten, die US-Aktien gaben weiter die Richtung vor. Dabei hat auch wieder ein Wechsel zu Wachstumstiteln und sogenannten zyklischen Werten stattgefunden, der Konjunkturpessimismus vom Jahresende 2018 ist vorerst verflogen. Diese Marktstimmung nennt man gerne Risk-on.

In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden somit bereits gute Jahresgewinne erreicht. Man darf jedoch nicht vergessen, dass nun erstmal das schwache 4. Quartal des vergangenen Jahres kompensiert ist.

Aktien USA und Europa: Rally deckt schwache Fundamentaldaten zu

Der Jahresauftakt an den Aktienmärkten kann wohl nur als spektakulär bezeichnet werden. Trotz schwächerer Konjunktur- und Gewinndaten führte der schon erwähnte Richtungsschwenk der US-Notenbank zu starken Kursanstiegen. Wir sehen diesen Widerspruch zwischen Fundamentalfaktoren und Liquiditätseuphorie weiterhin kritisch und daher das weitere Aufwärtspotenzial begrenzt.

Die fundamentale Beurteilung der Aktienmärkte hat sich nicht verbessert, der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Unternehmensgewinne trübt sich derzeit weiter ein. So wird aktuell für die USA im ersten Quartal 2019 ein negatives Wachstum im Jahresvergleich erwartet und auch für die folgenden beiden Quartale dürfte sich nur ein knapp positives Ergebnis ausgehen. Weiterhin ist eine Eintrübung des wirtschaftlichen Umfeldes zu beobachten, das belegen weltweit schwächere Einkaufsmanagerindizes und auch andere Konjunkturdaten.

Die Stimmungsindikatoren befinden sich nach der Rally der letzten Wochen wieder im optimistischen Bereich. Wir bleiben daher bei unserer (nunmehr reduzierten) Aktienuntergewichtung.

Emerging Markets: Liquidität treibt die Rally – noch...

Emerging-Market-Aktien sind im seit Jahresanfang herrschenden globalen Trend sehr freundlich ins neue Jahr gestartet. Dies ist auf den ersten Blick verwunderlich, wenn man sich die fundamentalen Faktoren wie etwa die Konjunkturentwicklung und Gewinnentwicklung ansieht, denn diese enttäuschen weiterhin. Auf den zweiten Blick erkennt man aber das allüberstrahlende Thema: die Liquiditätsversorgung. Hier setzt insbesondere die chinesische Zentralbank deutliche Impulse und flutet die Märkte mit dem heißersehnten Stoff, der Aktienmärkte wieder steigen lässt: Liquidität.

Daher sind auch die Renditeabstände (Spreads) von Hartwährungsanleihen deutlich gesunken. Neben einem geldpolitisch freundlicheren Ton der US-Notenbank profitierte dieses Anleihensegment von stabilen und zum Teil steigenden Rohstoffpreisen, was den rohstoff-exportierenden Emerging Markets entgegenkam.

Ein geldpolitisch freundlicher Ton alleine dürfte jedoch nicht reichen, sofern es zu einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China käme. Wir haben folglich keine Position in Emerging-Market-Anleihen.

Five fintech trends to watch in 2019

Technology is transforming financial services and the way we interact with our money. Charlotte Wood, a fintech expert at Schroders, reveals the trends she's monitoring.

There’s no shortage of stories on how tech breakthroughs will transform financial services, from changing the way we interact with our personal finances to threatening entire banking institutions with disruption.

It can be difficult to predict exactly what this landscape will look like in the next few years, but most seem to agree that the pace of change, with rapid creation and adoption of tech solutions, will not be letting up.

Part of my role involves identifying key innovations which are set to change the financial industry. Here are five trends I’ll be keeping an eye on in 2019.

1. The death of blockchain vanity projects 

Blockchain is the technology sitting behind Bitcoin, the “digital currency” that is separate from any central bank. While cryptocurrencies like Bitcoin have had a lukewarm (at best) response from most banks, the underlying technology has generated much more interest across the industry. Blockchain allows the transfer of digital ownership through a constantly growing chain of time-stamped records called blocks, and the proclaimed impacts of this technology seem endless, being touted as disrupting existing banks in areas such as payments, loans and trading.

Consensus has been gradually emerging that blockchain is an interesting technology that opens up new possibilities. However, it is neither the solution to every challenge nor a replacement to every existing utility, and there are hurdles to implementation, including technical, regulatory and even behavioural barriers.

This year there will be more sophisticated conversations about these limitations. We’ll see fewer experimental proofs of concept (some of which could never become reality at scale and are little more than vanity or PR projects), and more solid examples of how it can help businesses and individuals like you and me.

2. Open banking having an impact after a slow start in 2018

Have you heard of open banking? If not, that is not hugely surprising. It’s been described in the Financial Times as “the quiet digital revolution”.

Many people will be aware of some new apps designed to access and aggregate their financial information - this is a result of the open banking launch just over a year ago, a government-backed initiative which means banks must share customers’ information with other authorised providers on request.

Banks will only share this data if given explicit permission, and it’s up to customers if they wish to do so, to gain new insights into their finances or to get a better deal on financial products. The objective is to make banking fairer and more transparent and encourage new product development, but it’s taking longer than expected to take off.

Although awareness is considered low, and people are rightly cautious about sharing their financial data, the number of people taking advantage of it is increasing. This year we should see banks and fintechs (financial technology start-ups) collaborate better, and communicate the benefits more effectively, hopefully resulting in more people buying into how open banking can help them.

3. The ethics of artificial intelligence (AI)

Artificial intelligence is expected to infiltrate almost every aspect of modern life within a generation. For now development of AI has probably been most widely visible to consumers in the form of ‘smart’ assistants and chatbots, while in the background important questions are being raised on how to ensure we don’t stray into ethically dubious territory. 

In addition to the oft-cited concern of the ‘next industrial revolution’ on employment prospects, a key ethical issue of AI is how we ensure the right parameters are set and data is used so that the machine behaves in the way humans would agree is ‘right’. Just one of the areas this has implications for is financial inclusion, where we need to be able to show why people get turned down for products such as personal loans, mortgages or insurance. An issue being discovered in testing is biases contained in the data so that machines in some cases are essentially trained to be racist, sexist or otherwise discriminatory in this decision making.

In Europe, the European Parliament Committee on Industry, Research and Energy backed plans in January for a comprehensive policy framework on AI and robotics, weeks after ethical concerns in the field were highlighted in an EU report. So we’re likely to see more commentary emerging on these topics, a new area for most organisations to consider.

4. Biometric advances – paying with your face

Starting with fingerprint and facial recognition on smartphones, biometric innovations are now real, and for many people simply normal. Banks in particular are increasingly using voice and imaging technology to verify their customers’ identities, for example KFC in China and the retail giant Alibaba have both tested letting people pay by smiling. Apple has even patented a vein recognition ID scan.

There is potential for this technology to help combat fraud and it’s an area that is rapidly developing, however there are still concerns that fake videos can easily be created.

This has implications for banking security as well as the potential danger of attacks to people’s reputations and use in disinformation campaigns.

5. Continued lowering of the barriers to investing

Roboadvisers in one form or another, like Nutmeg, WealthFront and Acorns, have been around for a while now and have opened up the route to simple investing for many people through technology. (For full disclosure, Schroders has a stake in Nutmeg).

Crowdfunding platforms such as Crowdcube and Funding Circle also offer alternative investment opportunities, where people can purchase equity in small companies, social movements and creative projects

These will become ever more sophisticated and increasingly give people access to new asset classes, based on their interests and values as well as on their desire to invest their cash.

As a couple of examples, Royalty Exchange offers an online marketplace for investors to buy royalties from music artists via auctions, while YieldStreet enables investors to build portfolios across multiple asset classes including real estate and marine assets.

Good for the little guy

This accelerating change is hard to keep up with but it’s not a bad time to be a consumer. These advancements – and many more we haven’t covered - favour customers by giving them more power and increasing transparency of services.

Banks are being forced to innovate in order to give their clients better, differentiated services. In addition, they need to constantly assess the ethical implications of the advances being made.


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Zeit für eine Retourkutsche der Schwellenländerwährungen?

Die Verlangsamung des Wachstums in den Schwellenländern wird unseren Frühindikatoren zufolge viel weniger ausgeprägt sein als in den Industrieländern. Dieser Wachstumsabstand zugunsten der Schwellenländer spricht für eine Aufwertung der Schwellenländerwährungen, so Patrick Zweifel, Chief Economist bei Pictet Asset Management.

Im Sinkflug?

Das BIP-Wachstum in den Industrieländern tendiert nach unten, liegt aber immer noch bei 2,1% (siehe Abbildung links). Unser Frühindikator deutet darauf hin, dass es in den kommenden Monaten weiter sinken könnte. 
Wir beobachten einen ähnlichen Trend bei den Schwellenländern, aber ausgehend von einer höheren Wachstumsrate von 4,2% und mit einer weniger stark ausgeprägten Verlangsamung.  

ABB. 1A: INDUSTRIELÄNDER – FRÜHINDIKATOR FÜR DIE WIRTSCHAFTSAKTIVITÄT & REALES BIP-WACHSTUM/ABB. 1B: SCHWELLENLÄNDER  – FRÜHINDIKATOR FÜR DIE WIRTSCHAFTSAKTIVITÄT* & REALES BIP-WACHSTUM


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Daten zum realen BIP in Industrieländern von Januar 1998 bis August 2018. Daten zum realen BIP in Schwellenländern von Januar 1996 bis August 1998. Frühindikatoren-Daten Industrie- und Schwellenländer zum 31. Dezember 2018
* Der Frühindikator für die Industrieländer (links) entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Frühindikatoren von 14 Ländern. Der Frühindikator für die Schwellenländer (rechts) entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Frühindikatoren von 24 Ländern.

Willkommen beim neuen Normal...

In der Abbildung unten haben wir alle Zeiträume seit 1994 dargestellt, in denen ein Wachstumsabstand zugunsten der Schwellenländer herrschte, und wollen schauen, was wir aus der Geschichte lernen können. 

ABB. 2: WACHSTUMSABSTAND WIRTSCHAFTSAKTIVITÄT SCHWELLENLÄNDER & INDUSTRIELÄNDER: ZEITRÄUME, IN DENEN DAS WACHSTUM IN DEN SCHWELLENLÄNDERN GRÖSSER WAR ALS IN DEN INDUSTRIELÄNDERN


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Frühindikator-Daten zum 31. Dezember 2018.

Es gibt drei Möglichkeiten, wie das Wachstum in den Schwellenländern besser ausfallen kann als das in den Industrieländern: 

  1. In beiden Länderuniversen geht das Wachstum zurück, aber in den Schwellenländern ist die Verlangsamung nicht so stark (rote Balken)
  2. Das BIP-Wachstum in den Schwellenländern steigt, während das in den Industrieländern sinkt (graue Balken)
  3. In beiden Länderuniversen steigt das Wachstum, aber in den Schwellenländern schneller (grüne Balken)

Wir befinden uns aktuell in Szenario 1.

Was bedeutet das für Schwellenländeranlagen?

Unsere Analysen haben ergeben, dass in allen drei Szenarien Schwellenländeraktien in der Vergangenheit besser abgeschnitten haben als Industrieländeraktien und die Spreads von auf US-Dollar lautenden Staatsanleihen aus Schwellenländern gestiegen sind. 
Es überrascht nicht, dass Schwellenländeraktien und -anleihen in Szenario 3 ihre stärkste Outperformance verzeichneten, als das Wachstum auf breiter Front stark war. Für Schwellenländerwährungen hingegen ist in der Regel Szenario 1 am günstigsten – und in diesem Szenario befinden wir uns gerade.

ABB. 3: MARKTPERFORMANCE, ALS DAS WACHSTUM IN DEN SCHWELLENLÄNDERN GRÖSSER WAR ALS IN DEN INDUSTRIELÄNDERN


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Februar 2019. * Durchschnitt von 31 Währungen. ** In den Daten für diese Form der Dynamik ist die letzte Phase nicht berücksichtigt (Jan 18 bis jetzt). Die Daten zur Marktperformance sind annualisiert und stellen einen Durchschnittswert über die verschiedenen Zeiträume  jeder Phase dar. Etwaige zahlenmäßige Abweichungen sind rundungsbedingt.

Können wir also damit rechnen, dass sich die Schwellenländerwährungen gut entwickeln? 

Wenn wir uns die Zeiträume in Szenario 1 über die vergangenen beiden Jahrzehnte anschauen, sehen wir, dass Schwellenländerwährungen gegenüber dem US-Dollar in allen Zeiträumen außer dem aktuellen aufgewertet haben. Der Trend kehrt sich langsam um, mit einer leichten Aufwertung in den letzten Monaten, und wir gehen davon aus, dass sich dieser Aufwärtstrend fortsetzt.

ABB. 4: WICHTIGSTE SCHWELLENLÄNDERWÄHRUNGEN* GEGENÜBER DEM US-DOLLAR & PHASEN MIT ABSTAND BEIM BIP-WACHSTUM ZWISCHEN SCHWELLEN- UND INDUSTRIELÄNDERN.

 
Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Währungsdaten bis Januar 2019. * Ungewichteter Durchschnitt von 23 Schwellenländerwährungen.

Ist mit einem Ende des sieben Jahre andauernden Bärenmarkts bei Schwellenländerwährungen zu rechnen?

Weitere Hinweise finden wir, wenn wir uns die vorherrschenden gesamtwirtschaftlichen Bedingungen in Zeiträumen anschauen, in denen Schwellenländerwährungen aufwerteten.

Mögliche Erholung bei Rohstoffen

Alle Zeiträume waren durch rückläufiges US-Wachstum, fallende Zinssätze bei 10-jährigen US-Staatsanleihen und angemessenes Wachstum bei Schwellenländerexporten gekennzeichnet – und genau diese Bedingungen herrschen gerade vor.

Eine Ausnahme war die jüngste Schwäche der Rohstoffpreise, die in allen anderen Zeiträumen typischerweise hoch sind. Aber auch hier gibt es Grund zur Hoffnung, in Anbetracht des Anstiegs von 11% beim S&P GSCI Rohstoffindex seit Jahresbeginn1.

Wir können also davon ausgehen, dass die Schwellenländerwährungen ihr Comeback feiern.

ABB. 5: GLOBALE MAKROINDIKATOREN, ALS DAS WACHSTUM IN DEN SCHWELLENLÄNDERN GRÖSSER WAR ALS IN DEN INDUSTRIELÄNDERN

Steht Rohstoffen eine Erholung bevor?

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Rohstoffpreise zu Januar 2019.


1) Quelle: Datastream, Daten zur Wirtschaftsleistung vom 31.12.2018 bis 15.02.2019.

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Über den Autor

Patrick Zweifel kam 1997 zu Pictet. Er ist als Chef-Ökonom von Pictet Asset Management tätig. Bevor er 2009 in diese Funktion wechselte, leitete er das Makro-Research-Team von Pictet Private Wealth Management. Dort war er insbesondere für Schwellenländer und Japan, sowie für die Entwicklung quantitativer Modelle für die wichtigsten Anlagekategorien, hauptsächlich Wechselkursmodelle, zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Forschungsassistent der Fachrichtung Ökonometrie und Geldmarkttheorie und beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten der Weltbank und der Europäischen Union. Patrick Zweifel hat einen Doktortitel im Fachgebiet Ökonometrie von der Universität Lausanne.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Chance im Risiko – Cyberangriffe beflügeln Cybersecurity-Sektor

Zum Opfer eines Cyberangriffs zu werden, gehört heute zu den drittgrößten Risiken in den USA. Alle 20 Minuten finden 100 Ransomware-Attacken statt – die bei Erfolg Computersysteme infiltrieren und sämtliche Daten irreversibel zerstören. Die Sorge vor den Folgen von Cyberangriffen ist groß. Denn eine erfolgreiche Ransomware-Attacke ist mit enormen Kosten für Unternehmen verbunden und stellt ein ernstzunehmendes Risiko für Aktionäre dar. So verlor Marsk, die größte Reederei der Welt, durch einen einzigen Angriff rund 300 Millionen US-Dollar, und auch FedEx und Merck meldeten ähnliche Verluste. „Der Cybersecurity-Sektor erlebt durch die zunehmende Sorge vor Cyberangriffen einen deutlichen Aufschwung – 2018 konnte er mit über acht Prozent Wachstum den vergleichbaren Global Information Technology Index outperformen“, sagt Aanand Venkatramanan, Head of ETF Investment Strategies bei Legal & General Investment Management. Und ein ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Schätzungen zufolge werden die globalen Ausgaben für Cybersecurity bis 2021 auf über eine Billion US-Dollar ansteigen.1

Cybersecurity: kein allgemeingültiger Begriff

Venkatramanan rät jedoch, vor einem Investment einen genauen Blick auf Cybersecurity-Unternehmen zu werfen. „Nicht jedes Unternehmen verfügt über die notwendigen Kenntnisse oder Werkzeuge, um mit allen Cyberangriffen fertig zu werden“, so der Fachmann. Im privaten Bereich lege man die Sicherheit im Internet nach wie vor in die Hände von Retail-orientierten Unternehmen, die Softwarepakete oder Apps anbieten. Bei Unternehmen müssten jedoch andere Sicherheitsstandards gewährleistet sein, zum Beispiel Datenverschlüsselung, geschützte Finanztransaktionen und E-Mail-Sicherheit. Und bei Regierungen widerum seien die Anforderung nochmals höher, um die sensiblen Daten ihrer Bürger zu schützen. „Die Zunahme von Cyberangriffen wird für Wachstum in allen drei Bereichen sorgen. Zur Zeit wird aber kein Unternehmen den Bedürfnissen von allen gerecht“, sagt Venkatramanan. Um die Chancen des Cybersecurity-Sektors zu nutzen, sei entsprechend ein ausführliches aktives Research zu den Fundamentaldaten der Wachstumstreiber in den verschiedenen Unternehmensbereichen vonnöten.

Digitalisierung und Datenschutzverordnung als Wachstumstreiber

Zwei der Wachstumstreiber der kommenden Jahre stehen für Venkatramanan aber schon jetzt fest: Die zunehmende Digitalisierung und stärkere regulatorische Kontrollen. „Im Alltag machen wir immer mehr von digitalen Lösungen Gebrauch, seien es Einkäufe über eBay und Amazon, Eingaben über sprachgesteuerte Assistenzssysteme wie Alexa oder Finanzdienstleistungen über reine Online Fin-Techs. Unser Standort kann zu jeder Zeit von unseren Mobiltelefonen oder Smartwatches ermittelt werden. Mit jeder Interaktion teilen wir viele Daten mit diesen Unternehmen, deren Sicherheit nur mit der Investition von viel Zeit und großen Geldsummen gewährleistet werden kann“, so der Experte. So betrug das Budget für Cybersecrutiy bei JP Morgan im Jahr 2016 500 Millionen US-Dollar, das der Bank of America Merrill Lynch 400 Millionen. Auch die US-Regierung investierte viel Geld in die Datensicherheit und gab allein 2017 20 Milliarden US-Dollar dafür aus.

Mit der Einführung der Allgemeinen Datenschutzverordnung (GDPR) seien die mit einer Datenschutzverletzung verbundenen Geldbußen mit bis zu vier Prozent der Unternehmensgewinne zudem so hoch, dass der Anreiz, mehr für Sicherheit auszugeben, nie größer war.

Zunahme von M&A-Aktivitäten

Venkatramanan vermutet darüber hinaus, dass weitere Cybersecurity-Unternehmen an die Börse gehen und Merger- und Übernahme-Aktivitäten zunehmen könnten: „Vor einigen Jahren kamen einige wenige Cybersecurity-Unternehmen an den Markt. Weitere werden voraussichtlich noch in diesem Jahr ihren Börsengang abschließen, zum Beispiel Palantir.“ Gleichermaßen sei auch eine Konsolidierung des Marktes wahrscheinlich, da größere Cybersecurity-Unternehmen ihre Expertise auf neue Bereiche ausweiten wollen. Dass die Zusammenarbeit von Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen gut funktioniert, hätte die Kollaboration von FireEye und Hewlett Packard in 2015 bewiesen, da das Cybersecurity- und IT-Dienstleistungsunternehmen voneinander profitierten.

„Zusammenfassend zeigt uns die starke Performance des Cybersecurity-Sektors trotz eines schwierigen Marktumfeldes, dass es sich um einen Trend handelt, der sich bisher als widerstandsfähig erwiesen hat und und aus unserer Sicht noch weiteres großes Wachstumspotenzial bietet“, schließt der Experte.


1) Cybersecurity Ventures, 2017

Was können Biotechnologie-Aktien?

Aktien der Biotechnologie-Branche zählen zu den Aktien mit den höchsten Wachstumschancen aber auch mit den größten Kursschwankungen nach oben oder unten. Investmentfonds bieten eine Streuung auf eine größere Anzahl interessanter börsennotierter Biotechnologie-Unternehmen. Einer von diesen, der ESPA STOCK BIOTEC, konnte nach einem Rücksetzer im Jahr 2015 kontinuierlich zulegen (siehe Grafik Reuters Eikon, 22.2.2019*). Die Chancen stehen gut, dass Biotech-Aktien in den kommenden Jahren diese Wachstumsdynamik fortsetzen können. Im Biotechsektor herrscht derzeit eine große Aufbruchsstimmung. Bahnbrechenden Forschungsergebnisse in Krankheitsfeldern mit hohem medizinischem Bedarf wie auch das anhaltende Umsatz- und Gewinnwachstum liefern plausible Kaufargumente.

*) Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Biotechnologie einfach erklärt

Biotechnologie ist eine Technologie, die auf Biologie basiert. Sie nutzt zelluläre und biomolekulare Prozesse, um neue Medikamente zu entwickeln. Derzeit stehen Patienten mehr als 250 biotechnologische Produkte und Impfstoffe zur Verfügung, viele davon für zuvor nicht behandelbare Krankheiten.

Biotechnologie steht als Sammelbegriff für eine nahezu unüberschaubare Vielzahl von Verfahren, Produkten und Methoden. Die Einsatzmöglichkeiten der Biotechnologie sind nicht auf ein Gebiet beschränkt, sondern sehr vielfältig. So erforschen Biotechnologen kleine und große Organismen, Pflanzen, Tiere und Menschen, aber auch kleinste Teile wie einzelne Zellen oder Moleküle.

Zweige der Biotechnologie

Die Grüne Biotechnologie betrifft pflanzliche Anwendungen, zum Beispiel für landwirtschaftliche Zwecke. Die Rote Biotechnologie ist der Bereich medizinisch-pharmazeutischer Anwendungen, wie zum Beispiel die Herstellung von Medikamenten und Diagnostika. Die Weiße Biotechnologie oder Industrielle Biotechnologie umfasst biotechnologische Herstellungsverfahren, vor allem für chemische Verbindungen in der Chemieindustrie, aber auch Verfahren in der Textil– oder Lebensmittelindustrie. (Quelle: BMBF, Deutschland)

Gesundheitsausgaben steigen weltweit

Das Gesundheitswesen gilt als Leitindustrie des 21. Jahrhunderts. Durch das Wachstum der weltweiten Bevölkerung auf 9,2 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 und die prognostizierte Verdoppelung der Personen über 60 bis dahin, werden die Ausgaben für Gesundheit in den OECD-Ländern von derzeit 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5 Prozent steigen (Quelle: OECD).

Der Biotechnologie-Sektor wird von neuen, innovativen und erfolgreichen Medikamenten-Entwicklungen profitieren. Es wird für die nächsten Jahre ein Umsatz und Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich erwartet. Schon 2018 Jahr gab es in den USA eine rekordhohe Anzahl an Neuzulassungen. Letztes Jahr wurden 59 Medikamente zugelassen, nachdem schon im Jahr davor mehr als 40 Zulassungen erfolgten (Quelle: US Gesundheitsbehörde FDA). Die USA sind in der Forschung federführend und werden weiter die Innovationen fördern.

Wer sind die Wachstumstreiber der Biotechnologie?

  • Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die Medikamenten-Entwicklung revolutioniert. Trotz zahlreicher Innovationen und Forschungserfolge sind nur wenige Medikamente für die 1.200 seltenen Krankheiten am Markt. Die Biotechnologie ist gefordert.
  • Kampf dem Krebs. Laut WHO starben 9,6 Millionen Menschen im Vorjahr an Krebs. Die Kosten dieser heimtückischen Krankheit belaufen sich auf gigantische 1,2 Billionen Dollar. Viele Krankheiten sind noch nicht hinreichend erforscht, geschweige denn gibt es wirksame Medikamente. Das könnte sich bald ändern. Neuartige Medikamente können gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt werden, etwa Revlimid von Celgene, zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom. Weniger erfolgreich verlief der klinische Versuch von Bristol-Myers für das Medikament Opdivo. Ende des Vorjahres musste das Unternehmen bekannt geben, dass die Behandlung von Lungenkarzinom-Erkrankten fehlschlug.
  • Die Lebenstil-Krankheiten wie Diabetes (422 Millionen Erwachsene Erkrankte) oder Leberkrankheiten müssen wirksam bekämpft werden. Das dänische Unternehmen Novo Nordisk testet gerade eine Substanz gegen Fettleber, die gleichzeitig zur Bekämpfung von Allzheimer eingesetzt werden soll.
  • Immuntherapien stehen stellvertretend für das neue Zeitalter der Krebstherapie. Aktuell stehen hier die zellulären Ansätze im Vordergrund.
  • Daneben sind die Pipelines im Bereich der neurologischen Erkrankungen gut gefüllt. Die jüngsten Durchbrüche zeigen sich mit neuen Medikamenten für schwere Formen von Epilepsie und Wochenbettdepression.
  • Vermehrte Unternehmenskäufe und Übernahmen. Patentabläufe in der Pharma- und Biotechnologie-Branche gefährden die einstige Erfolgsgeschichte und müssen mit neuen Produkten ausgeglichen werden. Unternehmenskäufe und Übernahmen sind ein Weg um das Wachstum fortsetzen zu können. Ende Februar gab der amerikanische Diagnostik- und Biotechnikkonzern Danaher die Übernahme der Biopharmasparte von General Electric für 21,4 Milliarden Dollar bekannt. Der Schweizer Pharmakonzern Roche vereinbarte unterdessen die Übernahme der US-Biotechfirma Spark für 4,3 Milliarden Dollar und engagiert sich damit erstmals im Bereich der Gentherapie (Quelle: Handelsblatt, 26. Februar 2019).

Weitere Beispiele sind die Übernahmen von Celgene durch Bristol MyersLoxo durch Eli Lilly und Tesaro durch GlaxoSmithKline sowie IMDZ durch Merck.

Rückschlag-Gefahren für die Biotechnologie

Den grundsätzlich positiven Wachstumsperspektiven stehen potenzielle Rückschlag-Gefahren gegenüber, die nicht unterschätzt werden dürfen. So wirkte sich schon im letzten US-Präsidentschaftswahlkampf der Einfluss der Politik auf die Preisgestaltung bei Medikamenten negativ aus. Sowohl Hilary Clinton als auch ihr Kontrahent Donald Trump hatten sich für niedrigere Medikamentenpreise ausgesprochen. Wenn jedoch Innovationen nicht honoriert werden dürfen und die Preise noch dazu stark reguliert sind, wird es dann noch Innovation geben?

Ein weiterer Faktor, der das Wachstum in der Zukunft hemmen könnte, ist die Konzentration der Forschung und unternehmerischen Tätigkeit der Biotechnologie-Unternehmen in den USA. Das Biotechnologie-Cluster liegt in den USA und nicht in Europa. Das heißt nicht, dass in Europa keine Innovation stattfindet. Das Ausmaß ist aber mit den USA nicht zu vergleichen. In den USA gibt es einige Clusters um Boston, San Francisco und New York herum. Dort forschen die Unternehmen schwerpunktmäßig zusammen. In dem Ausmaß gibt es das in Europa nicht. Es gibt einige in der UK, Frankreich, Deutschland und Schweden aber das ist Im Vergleich zu den USA sehr klein. Zudem ist die Angelsächsische Risiko-Mentalität eine andere als die der Europäer. Risiko-Kapital, was wir brauchen um schneller erfolgreich zu sein, ist dort leichter verfügbar als in Europa.

ESPA STOCK BIOTEC: Portfolio mit den Top-Biotechnologie-Unternehmen

Anleger, die breit gestreut den globalen Biotechnologie-Sektor abdecken möchten, könnten zum Beispiel in den ESPA STOCK BIOTEC investieren. Der im Jahr 2000 aufgelegte Aktienfonds der Erste Asset Management investiert in ein Portfolio, bestehend aus rund 80 börsennotierten Unternehmen, vornehmlich aus den USA, das als Zentrum der Biotechnologie-Branche gilt. Seit seinem Fondsstart hat der ESPA STOCK BIOTEC eine jährliche Wertsteigerung von 8,70 Prozent (per 31.1.2019, Quelle www.erste-am.at) erzielt*. In diesem Fonds werden alle wesentlichen Anwendungsgebiete der Biotechnologie erfasst wie zum Beispiel Krebsforschung, personalisierte Medizin, Alzheimer, Zelltherapien, seltene Krankheiten und Genforschung. Wer in den ESPA STOCK BIOTEC investiert, genießt die Chance auf hohe Wertsteigerung, muss aber auch entsprechende Risikobereitschaft mitbringen und hohe Kursschwankungen in Kauf nehmen. Mit regelmäßigen Investitionen in einen Fondssparplan lässt sich das Timing-Risiko in Zaum halten.

Aktien aus dem Segment der Biotechnologie ziehen zu Recht das Interesse der Anlegerinnen und Anleger auf sich. Für die nächsten Jahre wird ein Umsatz- und Gewinnwachstum der Unternehmen im hohen einstelligen Bereich erwartet. So wie in den letzten Jahren könnten neue Forschungsergebnisse und Firmenzusammenschlüsse den Aktien Auftrieb verschaffen. Beim Geld Anlegen in Biotechnologie-Aktien sollten die Risiken im Auge behalten werden. Starke Schwankungen der Aktienkurse können jederzeit auftreten. Mit dem s Fonds Plan Mix (Fondssparen) kann man auch schon mit kleinen Beträgen am Wachstum der aufstrebenden Biotechnologie-Aktien teilnehmen.


*Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt laut OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr und eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung berücksichtigt. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 4,00 Prozent und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (zum Beispiel Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.