How different assets perform in an economic slowdown

It appears that the US is entering the slowdown phase of the economic cycle, argues Martin Arnold, Economist at Schroders. But what might that mean for returns across asset classes? And can a recession be avoided?

For the first time in two years the Schroders US output gap model is signalling a change in the US business cycle. It suggests the economy is moving from “expansion” to “slowdown” (the other two stages in the cycle being “recession” and “recovery”).

The last slowdown period occurred during the Global Financial Crisis and so this should be seen as a warning sign to US policymakers that a recession could be on the horizon.

Is a recession in the offing?

The Schroders output gap model is a way to estimate the difference between the actual and potential output of the economy (GDP). It uses unemployment and capacity utilisation as variables.

Since the model was launched in 1978, there have been six separate instances when it has indicated the US economy was in slowdown mode. Of these six phases, four have been followed by a recession. The two periods of slowdown that did not result in recession and reverted to expansion, occurred in early 1990 (when the slowdown was a false signal) and in the final months of 1998 (when it was a slowdown in the middle – not the end – of the cycle).

In our view, US growth has been supported by accommodative central bank policy and we expect that slowing US growth will force the Federal Reserve’s (Fed) hand in cutting rates in 2020 to bolster activity. Although we feel that the slowdown phase will be prolonged and not end in recession, the balance of our scenario risks indicates that recession is a possibility, especially if policymakers don’t respond to the threat.

What might a slowdown mean for multi-asset performance?

Recession prospects aside, the slowdown phase of the economic cycle has historically had considerable implications for the performance of various asset classes. Of course, past performance is no guide to what will happen in the future and may not be repeated.

The table below shows the average performance of US equities, government bonds, high yield (HY), investment grade bonds (IG) and commodities, over the various stages of the cycle, since February 1978.

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During a slowdown phase in the output gap model, equity markets not only perform the worst compared to other phases of the business cycle but exhibit greater volatility. During the slowdown phase, US equities have returned on average less than 5% on an annual basis, with volatility of more than 15%.

Periods of slowdown are historically the only phase when sovereign bonds outperform equities.

Also during slowdowns, sovereign bonds have outperformed investment grade corporate bonds, which in turn have outperformed high yield credit, by around 2% and 4.5%, respectively, on an annual basis. During a recession, performance tends to reverse: high yield credit has outperformed both investment grade and sovereign bonds, by around 2% and 5%, respectively, on average.

This time could be different

The current slowdown phase could be different. The recovery from the Global Financial Crisis was the longest and shallowest in history. With monetary policy remaining accommodative, there is the potential for the Fed to engineer a slowdown phase that is longer than average and which doesn’t end in recession – a period of so called “secular stagnation”.

On the surface, such a period of weak growth appears bad. But arguably, if it doesn’t end in a recession, central bank policy may have finally delivered on an objective it has been trying to achieve for decades: smoothing growth and avoiding the boom and bust cycle of the economy. Indeed, the Fed states that monetary policy works “by spurring or restraining growth of overall demand for goods and services”. In this way, it can “stabilise the economy” and “guide economic activity…to more sustainable levels”.

Time will tell and investors will likely keep their fingers crossed.


This article has first been published on schroders.com.

Technologie-Aktienrallye: USA sind das „Maß der Dinge“

von Bernhard Ruttenstorfer, Fondsmanager der ESPA STOCK TECHNO.

Nach einem kräftigen Rücksetzer im Dezember 2018 feierten Technologie-Aktien in den ersten vier Monaten dieses Jahres ein fulminantes Comeback. Börsengänge wie jene der Fahrdienstanbieter Uber und Lyft sowie des Online-Grafik-Anbieters Pinterest sorgten für mediale Aufmerksamkeit. Auch die Gewinne der meisten Technologie-Unternehmen entsprachen den Erwartungen oder lagen darüber. Was waren die Gründe für den neuerlichen Kursaufschwung? Wovon profitiert der Technologie-Sektor und welche Perspektiven haben Anlegerinnen und Anleger? Darüber sprachen wir mit Bernhard Ruttenstorfer, Senior Fondsmanager ESPA STOCK TECHNO.

Worauf führen Sie die starken Kursanstiege im Jahr 2019 zurück?

Die Rallye im 1. Quartal war vor allem eine Folge der übertriebenen Kursrückgänge im 4. Quartal. Damals kam es zu einem irrationalen Abverkauf. Investoren nützen die günstigere Preisbasis um Aktien-Positionen im Technologie-Sektor aufzubauen bzw. aufzustocken. Dahinter steht natürlich eine positive Erwartung an die Geschäftsaussichten. Der Markt geht davon aus, dass sich die Geschäftsentwicklung der Unternehmen ab 2020 wieder deutlich verbessert. Die Kurse nehmen das jetzt schon weg. Die für das 1. Quartal gemeldeten Gewinne der Unternehmen konnten die Erwartungen mehrheitlich erfüllen oder wurden sogar übertroffen. Vor allem Unternehmen aus dem Software-Segment überzeugten. 2019 kann man als Übergangsjahr betrachten – mit geringfügigen Gewinnsteigerungen.

Sind die Aktien jetzt überbewertet bzw. sehen Sie weiteres Potenzial?

Ein Kursanstieg von rund 20 Prozent (Quelle: Reuters auf Basis eines weltweiten Technologie-Aktienindex) in wenigen Monaten schlägt sich natürlich in der Bewertung nieder. Doch hier muss man schon unterscheiden: Es gibt natürlich Segmente mit sehr ambitionierten Bewertungen wie z.B. bei gewissen Anbietern von Cloud-Software und Anbietern mobiler Zahlungsdienste. Bei den Letztgenannten sind die Bewertungen größtenteils gerechtfertigt, weil der Markt deutlich wächst und die Unternehmen profitabel wirtschaften mit relativ geringen Gewinnschwankungen. Wir sprechen hier von Unternehmen wie Paypal, Mastercard oder Visa. Sie sind die strukturellen Gewinner im Zahlungsverkehr und profitieren von einem geänderten Konsumverhalten, der sich in mehr Kaufabwicklungen über das Internet bzw. das Handy manifestiert. Attraktiv bewertet ist der Halbleitermarkt. Hier kam es in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu einem Nachfrage-Einbruch. Jetzt zieht der Markt wieder an, die Nachfrage erholt sich. In Summe die Bewertung im Technologie-Sektor so attraktiv, dass nichts gegen weitere Kursanstiege spricht.

TechnologieHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Welche Themen sind aussichtsreich? Welche Schwerpunkte setzen Sie bei Ihren Investitionen?

Es sind alle Innovationen, die derzeit und in Zukunft den Zyklus von Produkten, deren Produktion, Absatz und Verbreitung bis hin zum Verbraucher berühren. Siehe Box: Die Treiber des Technologie-Aktienbooms. Da geht es um Themen wie Automatisierung, das Internet of Things, künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos, mobiles Zahlen, Cyber-Security usw. Im Bereich der Software ist das Thema Auslagerung in die Cloud nach wie vor sehr wichtig, und der Video-Gaming-Bereich mit seinen gigantischen Wachstumsperspektiven – damit verbunden die Zahlungsdienste. Im ESPA STOCK TECHNO-Fonds bevorzugen wir im Moment eher die Software-Anbieter: Dort sind die Preisschwankungen nicht so groß wie bei den Halbleitern. Die Preisentwicklung der Produkte ist da einfach stabiler.

Unternehmen wie Lyft, Uber, Pinterest sind heuer bereits an die Börse gegangen? Wie sieht es mit weiteren Börsengängen von Technologie-Unternehmen aus? Wie bedeutend sind die US-Börsen?

Die USA sind der Motor der Innovationen und daher auch an der Börse das Maß der Dinge. Die bedeutendsten und größten Börsengänge finden dort statt. Dazu kommt, dass die Aktienkurse in China stärker durch den Handelskonflikt in Mitleidenschaft gezogen werden als US-Tech-Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist die Verbannung von Huawei auf eine schwarze Liste, die die Börsen am falschen Fuß erwischte. Was das bedeutet: US-Unternehmen können keine Produkte mehr an Huawei liefern. Das ist natürlich ein Bremsfaktor und schlecht für beide Konfliktparteien. Ich bin überzeugt, dass der Handelskrieg nur ein kurzfristiger Störfaktor sein wird. Er ändert nichts an dem radikalen Wandel bei Unternehmen und Konsumenten (durch die virtuelle Realität). Viele Branchen müssen sich auf starke Veränderungen einrichten: vom Autohandel bis zu den Zeitungen und Zeitschriften.

ESPA STOCK TECHNO – Investieren in die weltweit bedeutendsten Technologie-Unternehmen

Der ESPA STOCK TECHNO ist ein Aktienfonds, der in den bedeutendsten Technologieunternehmen weltweit investiert ist. Dabei entfallen ca. 80 Prozent auf US-Titel, sowie je 10 Prozent auf europäische und  japanische Aktien. Die Währungen werden gegenüber dem Euro nicht abgesichert. Der Fonds eignet sich als Beimischung zu einem bestehenden Aktienportfolio und ist für einen langfristigen Substanzzuwachs bestimmt. Aktuell werden Software-Unternehmen bevorzugt und Speicherchips eher untergewichtet. Technologie-Aktien bergen die Chancen auf hohe Kursgewinne. Allerdings können jederzeit  deutliche Kursrückschläge eintreten. Bei einer Investition in den Fonds sollte man  zu einer höheren Risiko-Bereitschaft bereit sein bzw. mögliche Kursverluste in Kauf nehmen können.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Es rumort in Südamerika - Argentinien

Für Anleger gibt es interessante Entwicklungen in Argentinien und Brasilien. Wir haben uns vor Ort umgeschaut, so Adriana Cristea, Macro Strategist, und Guido Chamorro, Co-Head EM Hard Currency Debt, beide Pictet Asset Management.

Die beiden Seiten des Wasserfalls

Die Iguazú-Wasserfälle an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien gehören vielleicht zu den eindrucksvollsten Naturwundern, aber das Tosen der 1,5 Millionen Liter Wasser, die jede Sekunde gegen die Felsen donnern, ist nicht mehr als ein Rumoren im Vergleich zu den wirtschaftlichen Entwicklungen, die zurzeit auf beiden Seiten der Grenze toben. Zwei Mitglieder unseres Emerging Markets Teams haben in beiden Ländern vor Ort recherchiert – Guido Chamorro in Argentinien und Adriana Cristea in Brasilien.

Bei diesen Besuchen standen nicht nur Treffen mit Zentralbank- und Regierungsvertretern auf dem Programm. Mit der Unterstützung, einer Stiftung, die sich für die Jugendförderung einsetzt, haben wir uns in die Dörfer, die Favelas und Barrios begeben, um nach Hinweisen zu suchen, dass die öffentlichen Programme in diesen Volkswirtschaften tatsächlich etwas bewirken. Wir glauben, dass dieser aktive, integrative Ansatz uns zu besseren und verantwortungsvolleren Anlegern macht. 

Unsere Erkenntnisse sind in unsere Positionierung eingeflossen. Wir sind im argentinischen Peso und in auf US-Dollar lautenden argentinischen Staatsanleihen und auch leicht im brasilianischen Real übergewichtet und warten die weiteren Entwicklungen ab. Davon machen wir es abhängig, ob wir diese Position ausbauen und möglicherweise zu einer Übergewichtung brasilianischer Lokalwährungsanleihen übergehen.

Argentinien – Guido Chamorro

von Guido Chamorro, Co-Head EM Hard Currency Debt bei Pictet Asset Management.

Vor sechs Monaten, bei meinem letzten Besuch, standen alle Signale in dem Land auf Rot. Die Wirtschaft kühlte sich rapide ab, die Inflation schoss in die Höhe und das Risiko, dass Argentinien seine Schulden nicht würde refinanzieren können, nahm zu – Beobachter fragten sich, ob die vom Internationalen Währungsfonds zugesagten Mittel von 50 Mrd. US-$ schnell genug zur Verfügung stehen würden.

Ungeachtet der Marktturbulenzen, die sich daraufhin einstellten, scheint das Schlimmste vorüber zu sein. Bei meinem letzten Besuch vor ein paar Wochen habe ich zumindest genug gesehen, das Anlass zu Optimismus gibt. Die Wirtschaft hat im letzten Jahr einen starken Dämpfer erlitten, lässt jetzt aber wieder Lebenszeichen erkennen. In den ersten drei Monaten des Jahres ist sie mit 0,5% im Quartal gewachsen. Zudem hat das Refinanzierungsrisiko abgenommen, nachdem der IWF sein Darlehen um 7 Mrd. US-$ aufgestockt und mit Auszahlungen begonnen hat.

Argentinien könnte sich 2019 für Schwellenländeranleger als Topp oder Flopp erweisen. Wir glauben, dass die Verschuldung des Landes attraktive Chancen eröffnet. Seine auf US-Dollar lautenden Anleihen bieten ordentliche Renditen vor dem Hintergrund der geringen Refinanzierungsrisiken. Die Lokalwährungsanleihen werden den Anlegern mit Sicherheit eine holprige Tour bescheren, aber wer einen robusten Magen und einen klaren Kopf hat, kann hohe Renditen erzielen.

Diese Zeichen der Hoffnung werden jedoch durch die besorgniserregend hohe Inflation und erhebliche politische Unsicherheit getrübt.

Der Schein trügt

Wer sich in den eleganten Stadtbezirken von Buenos Aires aufhält, übersieht leicht, dass es um die Wirtschaft Argentiniens nicht gut bestellt ist. Internationale Flüge in die Hauptstadt sind genauso voll wie das Four Seasons. Nette Restaurants sind unter der Woche ausgebucht. Die Wohlhabenden haben es geschafft, sich aus der Krise herauszumanövrieren, indem sie ihre Ersparnisse in US-Dollar umgewandelt haben.

Bei der übrigen Bevölkerung sieht es ganz anders aus. Nach einem starken Start ins Jahr 2018 ging die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um jährlich 4% und im dritten Quartal um weitere 3,5% zurück. Die Inflation war zügellos.

Aber dank des größten Kreditprogramms in der Geschichte des IWF hat sich die Lage verbessert. Die Löhne schließen langsam zu den Preisen auf und die Stimmung stabilisiert sich. Eine gute Sojaernte könnte das Wachstum weiter beflügeln, sodass es genügend Raum für positive Überraschungen gibt. Der Vertreter des IWF war positiv überrascht, wie schnell sich die Wirtschaft stabilisiert hat, auch wenn die Inflation weiter enttäuscht.

AUF DEM WEG DER BESSERUNG

Gesamtstaatlicher Haushaltssaldo und Leistungsbilanz, % des BIP (Prognose aus 2019)

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook April 2019.

Die Inflation liegt bei rund 50% – wenngleich der Starbucks-Kaffee, den ich mir auf dieser Reise gegönnt habe, 50 Prozent teurer war als letzten Oktober. Der IWF hat seine Prognose für das aktuelle Jahr von 20% auf 30% angehoben. Zum Glück macht der IWF Strukturprobleme und nicht die politischen Lenker des Landes für die Probleme verantwortlich. Die Beziehung zwischen dem IWF und Argentinien scheint recht stabil zu sein, aber das muss sie auch. Es wird lange dauern, bis Argentinien seine Schulden zurückgezahlt hat.

Der argentinische Durchschnittsbürger ist nach wie vor misstrauisch gegenüber dem IWF, dem viele die Schuld für die Staatspleite und die Wirtschaftskrise 2001 geben. Die Vertreter des IWF haben erklärt, dass sie ihren Ansatz geändert haben und viel unternommen wurde, um Prinzipien wie sozialer Zusammenhalt, Gleichstellung der Geschlechter und Schutz der Schwächsten der Gesellschaft Geltung zu verleihen. Wie sagte die IWF-Chefin Christine Lagarde so schön: „Das ist nicht der IWF, wie ihn Ihre Großeltern kannten.“

Oktober-Revolution?

Die größte Sorge des Markts ist die Frage, was bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober passieren wird. Vorerst findet ein offenes Rennen zwischen mehreren Kandidaten statt, unter anderem Mauricio Macri, dem marktfreundlichen amtierenden Präsidenten, und Cristina Kirchner, der marktfeindlichen ehemaligen Präsidentin und Angehörigen der Peronistischen Partei. Die jüngste Marktvolatilität lässt darauf schließen, dass Kirchner in der Gunst der Wähler aufsteigt, aber ich glaube, Macri oder ein anderer Kandidat aus seiner Koalition haben nach wie vor die Oberhand und die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs liegt bei 60–70%.

Kirchner polarisiert die Wähler, aber da die Peronistische Partei und damit eine starke Wählerschaft hinter ihr steht, wäre es ein Fehler, sie abzuschreiben. Ein peronistischer Kompromiss – der vermutlich nicht ganz so abschreckend für die Märkte ist wie Kirchner – könnte aus den Reihen der ehemaligen Minister kommen.

ESG

So sinnvoll es auch ist, sich mit Politikern und Zentralbankvertretern in schicken Besprechungsräumen in Buenos Aires zu unterhalten – wir müssen uns auch damit beschäftigen, welches Leben der argentinische Normalbürger führt. Um mehr darüber zu erfahren, sind wir eine Partnerschaft mit  einer Stiftung eingegangen, die lokale Wohltätigkeitsorganisationen und Vereine unterstützt, welche jungen Menschen helfen. Unsere Kontaktpersonen haben bestätigt, dass die Macri-Regierung die sozialen Ausgaben erhöht hat, aber sie stellen gleichzeitig die Wirksamkeit dieser Bemühungen in Frage. Sie prangern auch an, dass sich das argentinische Bildungswesen in den vergangenen zehn Jahren immer mehr verschlechtert hat – das könnte am Ende zu einer strukturellen Belastung für die Wirtschaft werden.

Wo wir stehen

Im Ergebnis dürften sich argentinische Staatsanleihen, die auf US-Dollar lauten und mit 11–12% rentieren, gut entwickeln, wenn das Hartwährungsuniversum insgesamt weiter eine Rally vollführt, aber diese Renditen sind an den Anleihemärkten der Schwellenländer nichts Besonderes. Dank des IWF-Programms besteht nur ein geringes Das kurzfristiges Refinanzierungsrisiko. Wir sind übergewichtet positioniert, wenngleich unsere positive Einschätzung zum Zustand des Hartwährungsmarkts insgesamt einen großen Anteil hat.

Der Markt für argentinische Anleihen in Lokalwährung ist um einiges attraktiver. Das sind die einzigen Anleihen, bei denen ich mir Renditen von um die 50% vorstellen kann. Und das hat seinen Grund. Die natürliche Entwicklung des argentinischen Peso sieht so aus, dass er mit der Inflation abwertet – mit rund 30% pro Jahr –, sodass die Anleger mit Realrenditen von etwa 20% rechnen können. Diese Entwicklung kann jedoch holprig sein. Der Peso hat in der Vergangenheit alle paar Monate Ausverkäufe in einer Größenordnung von 10% erlebt, ohne dass es dafür einen offensichtlichen Auslöser gegeben hätte. Das bedeutet: Egal, wie hoch die Rendite erscheint, hier kann man leicht Geld verlieren, wenn der Zeitpunkt nicht richtig gewählt ist.


Kommende Woche präsentieren wir die Erkenntnisse, die Adriana Cristea in Brasilien gewonnen hat.

Mehr zu Schwellenländern:

Über die Autoren

Guido Chamorro kam 2005 als Kreditanalyst zum Fixed-Income-Credit-Research-Team von Pictet Asset Management und wurde 2007 Investment Manager für Schwellenländeranleihen mit Spezialisierung auf Unternehmensanleihen. Zurzeit ist er als Senior Investment Manager für weltweite Schwellenländeranleihen-Portfolios verantwortlich. Bevor er zu Pictet kam, hatte er schon sieben Jahre Erfahrung in der Kreditanalyse, nachdem er bei Fitch Inc. in Chicago als Direktor der Latin American Corporate Finance Group und bei Duff & Phelps Credit Rating als Analyst tätig gewesen war. Guido Chamorro erwarb an der Universität Chicago einen BA in Wirtschaftswissenschaften und an der Graduate School of Business der gleichen Universität einen MBA.

Adriana Cristea ist seit April 2018 bei Pictet Asset Management beschäftigt und gehört als Macro Strategist dem Emerging Debt Team an. Sie war sechs Jahre bei DG Partners, einem globalen Macro-Hedgefonds, als Senior Global Macro Research Analyst und Strategist tätig. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt lag auf Strategien in den Bereichen Emerging Markets Forex, Rates und Credit. Adriana Cristea besitzt einen BSc in Financial Management der Universität Essex und einen MSc in Finance der Universität Warwick. Zudem hat sie das Investment Management Certificate (IMC) erworben.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Country Report: Wirtschaft in Kroatien

von Ivana Kunstek, Senior Fund Manager der Erste Asset Management Croatia.

Meine Damen und Herren, Kroatiens Wirtschaft fährt offiziell unter vollen Segeln! Kroatien hat endlich das lang erwartete Investment-Grade-Rating erhalten, damit werden Anleihen mit guter bis sehr guter Bonität zusammengefasst. Zufälliger Weise (oder nicht) von derselben Agentur, die es zunächst vor sieben Jahren verweigerte. Zugegeben, die Reaktion darauf war im Land selbst recht verhalten (im Gegensatz zu jener, als Kroatien das Finale der Fußball-WM erreicht hatte!) – laut internen Schätzungen wurde nicht ein einziges Bier pro Kopf aufgrund der Rating-Nachricht geleert.

Dies kommt nicht ganz überraschend, zumal die unerträgliche Leichtigkeit des Seins und der Mangel an Kenntnissen im Bereich makroökonomischer Daten nach wie vor feste Grundpfeiler dieses Landes sind. Es besteht kein Zweifel, dass die neuesten Trends vielversprechend aussehen – doch haben wir tatsächliche Fortschritte gemacht, oder ist Kroatien nur ein Kollateralprofiteur von positiven äußeren Umständen, wie einige Analysten es behaupten?

Die Wirtschaft in Kroatien: Pro

Die Märkte sind seit jeher den Rating-Agenturen voraus. Wenn man sich die kroatische Anleihenrendite ansieht, so war die jüngste Rating-Heraufstufung ein perfekt vorgezeichnetes und erwartbares Szenario. Fiskale Parameter haben sich verbessert, und obwohl der Verschuldungsgrad (Verschuldung/BIP) mit 73,3%, absolut betrachtet, nach wie vor hoch ist, wurde er in den letzten drei Jahren um 10 Prozentpunkte reduziert. Gute Makrodaten in Verbindung mit guten Marktdaten ermöglichen die Chance, den Verlauf des Verschuldungsgrads zumindest auf einem nachhaltigen Niveau zu halten. Angesichts der Tatsache, dass sich die Renditen der langfristigen Anleihen nunmehr unter der Wachstumsrate des kroatischen BIPs befinden, bestehen gute Chancen, die Verschuldungskennzahlen auf „Lehrbuch-Niveau“ zu senken.

Anhaltende Verbesserungen im Budget

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Der stark besteuerte Inlandskonsum bleibt das Rückgrat der Erholung für die Wirtschaft in Kroatien. Es wurde von der dreistufigen Einkommenssteuerreform, die vor allem Erwerbstätige mit mittleren und hohen Einkommen betraf, zusätzlich gestärkt. Man muss allerdings sagen, dass selbige hier eher selten sind, doch ein Potenzial darstellen, mit dem die Regierung arbeiten will. Fiskalüberschüsse sind keine Seltenheit mehr, sondern eher die Regel – trotz des Sturzes des größten kroatischen Handelsunternehmens und des Umstandes, dass Staatsgarantien im Rahmen eines vor kurzem aufkommenden Problems in der Schiffswerftindustrie aktiviert werden mussten.

Im August sollten Änderungen im Körperschaftssteuergesetz schlagend werden und hoffentlich den schwächelnden und noch immer seinen Schuldenberg abbauenden Unternehmenssektor unterstützen. Gleichzeitig kommt es in den Haushalten zu ungezügelter Kreditaufnahme: das Gesamtvolumen an Konsumentenkrediten ist nur 10% vom Gesamtvolumen an Eigenheimfinanzierungen entfernt. Die steigende Durchdringung mit EU-Fonds ist ebenso positiv zu sehen, da sie das Investitionswachstum fördert und weil sie den EUR-Wechselkurs in Zaum hält und somit ein jahrelanges Aufwertungsmuster der Lokalwährung unterstützt, und zwar nur Monate, bevor Kroatien sich offiziell um die Lancierung des Wechselkursmechanismus II (ERM2-Prozess) bemühen wird.

Lokalwährung in engem Band vor Wechselkursmechanismus II( ERM2) Beitritt

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Quelle: EAM

Letzteres sollte eine reine Formalität darstellen, da sich Kroatien bereits mit vier von fünf Kriterien (1.Kompatibilität von Rechtswesen, 2.Preisstabilität, 3.Budget und 4.Konvergenz der langfristigen Zinsen) qualifiziert – einzig 5.Währungsstabilität, steht hier noch aus. Doch diese wird auch erst dann einer Überprüfung unterzogen, wenn man offiziell um Mitgliedschaft ansucht. Die historische Zeitreihe des Wechselkurses zeigt deutlich das Bekenntnis der kroatischen Zentralbank zur Aufrechterhaltung einer engen Bandbreite von Euro / Kroatische Kuna, wenngleich mit Anzeichen saisonaler Volatilität (bei der wir von keiner Änderung in der nahen Zukunft ausgehen).

Die Wirtschaft in Kroatien: Contra

Analysten warnen davor, dass all dies möglicherweise nicht reichen könnte. Dazu ist zu sagen: Kroatien ist tatsächlich in seiner Vergleichsgruppe eher ein Nachzügler (ungeachtet etwaiger Excel-Fähigkeiten).

Ein verlorenes Jahrzehnt?

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Quelle: EAM

Es stimmt, dass unser BIP auf normierter Basis noch immer nicht das Niveau von vor zehn Jahren erreicht hat. Und, dass wir Glück haben, dass unsere Haupthandelspartner wirtschaftlich gut dastehen und unsere Flaggschiff-Industrie, der für 20% des BIPs verantwortlich zeichnende Tourismus, den Trend mitgemacht hat. Es ist auch korrekt, dass die beachtliche Emigration die pro-Kopf-Zahlen nach oben verzerrt. Ohne Zweifel hätte man mehr tun sollen, und es ist klar, dass der Versuch der Regierung, alle Verdienste für sich in Anspruch zu nehmen, mit dem gesunden Menschenverstand nicht in Einklang zu bringen ist (und dass er auch von schlechtem Geschmack zeugt).

Aber es stimmt auch, dass vieles anders gemacht hätte werden können, was wahrscheinlich zu einer schlechteren Situation als der derzeitigen geführt hätte. Einige uns vergleichbare Staaten haben sich zu einer großangelegten Pensionsreform entschieden. Kroatien hat dies nicht getan. Die von Pensionsfonds gehaltenen Staatsanleihen machen beinahe 25% der Staatsschuld aus. Die Verbringung dieser Aktiva in die Erste Säule bei gleichzeitiger Sterilisierung hätte sich jederzeit positiv auf die Verschuldungskennzahlen ausgewirkt. Obwohl diese Idee im Raum stand, verschwand sie erstaunlicher Weise wieder in der Lade, aus der sie gekommen war.

Pensionsfonds widerstehen wundersamer Weise der Verlockung fiskalischer Anreize

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Fazit

Es ist zu konstatieren, dass uns ein weiteres gutes Jahr bevorsteht. Ja, unser Fortschritt ist ein langsamer, und ja, es hätte besser gemacht werden können. Doch das sind versunkene Kosten. Wir sehen Aufwärtspotenzial in unserem Fondsvermögen (jenseits von EUR 800 Mio.), die Immobilienpreise erholen sich, Haushalte nehmen Kredite, und das globale Umfeld erzeigt positives Momentum für zukünftige Fremdkapitalemissionen. Sollte Fitch im Juni zu einem ähnlichen Urteil wie S&P Global Ratings kommen, so könnte dies zusätzlichen Schwung verleihen und einen großartigen Sommer einläuten. Bleiben Sie dran!


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Der erste deutsche Hanf Aktienfonds – das Finanzvehikel für den Bio-Rohstoff Hanf

Seit dem 3. Dezember 2018 ist der erste Branchenfonds für Hanf in Deutschland handelbar. ws-hc Stehr & Co. Hanf Consulting UG lancierte den Fonds mit dem Ziel 100 % der Vermögenswerte in den jungen Wachstumsmarkt zu tätigen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Eine breite Streuung in die vielfältigen Industriezweige zur Risikodiversifikation ist unser Anspruch, daher berücksichtigen wir die gesamte Wertschöpfungskette: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie des Hanfs.

Wer sich intensiver mit Hanf beschäftigt, wird feststellen, dass es sich bei dieser Pflanze um einen sehr wirkungsvollen Bio-Rohstoff handelt. Hanf kommt mit allen relevanten Wirtschaftszweigen in Berührung und wird bereits in mehr als 50.000 Produkten verarbeitet. Zudem nimmt Hanf viel CO2 auf und revitalisiert Agrarflächen. Die Hanf-Industrie ist die am schnellsten wachsende Branche in den USA und ist global weiter auf dem Vormarsch.

Wachstumsprognosen für den US-Amerikanischen Markt

Im Sektor der Pharmazie und des Erwachsenenkonsums gehen seriöse Quellen von einer Verzehnfachung des aktuellen globalen Marktvolumens (ca. 25 Milliarden Dollar) in den nächsten 10 Jahren auf 250 Milliarden Dollar aus. Auch wir Teilen die Meinung der weltweiten Experten, wobei die weiteren Wirtschaftszweige noch gar nicht berücksichtigt sind.

Das Marktwachstum bezieht sich auf die drei Industriezweige der Cannabis Industrie:

  • Medizinalhanf
  • Nutzhanf
  • Freizeitkonsum

und wird durch die sukzessive Legalisierungswelle weiter vorangetrieben.

Weltkarte der bisherigen legalen Absatzmärkte und somit potenzial weiterer Legalisierungen

Neben den medizinischen Anwendungsbereichen sorgen bereits legalisierte Absatzmärkte für reales Wirtschaftswachstum. Blau markierte Nationen wie Kanada, Uruguay und 11 Staaten der USA, haben Cannabis bereits vollumfänglich legalisiert, somit neben der medizinischen Verwendung auch den Freizeitkonsum der erwachsenen Bürger. Grün markierte Nationen wie Deutschland, Großbritannien oder auch vermeintlich restriktivere asiatische Nationen wie Thailand haben medizinisches Cannabis legalisiert.

Nutzhanfindustrie Nordamerika – nachhaltige Agrarwirtschaft und Bio-Rohstoff für vielseitige Industriezweige

Der bisher größte Abnehmer von Nutzhanferzeugnissen ist die Automobilindustrie. Diese verwendet vorrangig die Hanffaser für Dämmungen im Innenraum und diverse Formteile. Durch die hohe Zugfestigkeit und die geringe Dichte bietet sich die Hanffaser zudem optimal für den Leichtbau an, beispielsweise hat Lotus die Karosserie des Eco Elise mit einem Hanffaserverbundstoff hergestellt. So werden biologisch abbaubare und CO2 sparende Teile für Automobil, Luft- und Raumfahrt gefertigt.

Im Dezember 2018 wurde die 80-jährige Prohibition durch die Unterzeichnung von Donald Trumps „Farm Bill“ in den USA offiziell beendet. In diesem Jahr wird der Nutzhanf auf gesamter Bundesebene der USA angebaut werden, zu erwarten ist eine weitreichende Verzweigung in die weiterverarbeitende Industrie.

Massive zukünftige Rohstoffströme lassen sich für die Papier-, Textil-, Chemie-, Automobil-, Pharma-, Bau- und Lebensmittelindustrie prognostizieren. Medical Cannabis wird in der Pharmaindustrie bereits als wirkungsvolle Alternative für die Opioid-Schmerztherapie angesehen.

Im Portfolio des ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) finden sich im Schwerpunkt Unternehmen aus dem nordamerikanischen Gesundheitswesen wieder. Die Hersteller von medizinischem Cannabis sind staatlich reguliert und von Gesundheitsbehörden akkreditiert. Die Anwendungsbereiche von medical Cannabis sind extrem umfangreich und lassen auf breite Absatzmärkte schließen, wie etwa in der Schmerz-, Demenz- und Krebstherapie. Neben Volkskrankheiten sind auch seltene, schwerere Krankheiten im Fokus der Cannabinoiden Medizin. Kulturell, somit geschichtlich wurde Cannabis schon seit Jahrhunderte therapeutisch angewandt. Gegenwärtig wird mit dem fortschreitendem Verständnis der Molekularbiologie die Cannabinoide Medizin in die moderne Schulmedizin eingegliedert.

Spätestens mit der Entdeckung des Endogenen, somit körpereigenen, Cannabinoid Systems und der Verbindung zu den Wirkstoffen, also Phytocannabinoiden der Cannabispflanze, lassen sich klinische Studien für angewandte und patentierte moderne Medizin umsetzen.

ws-hc Investmentprozess

Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die verschiedenen Industriezweige: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an.

„Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 1 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Einst Exoten, heute Mainstream: Euro Hochzins-Anleihen 20 Jahre Raiffeisen-Europa-HighYield

Als in den USA in den 1970ern und 1980ern der Boom bei Hochzinsanleihen („high yield bonds“) begann, war dies eigentlich eine Party der „gefallenen Engel“. Reihenweise waren damals Investmentgrade-Anleihen herabgestuft worden, waren kein bonitätsstarkes, erstklassiges Investment mehr.

Nach und nach ließ der High-Yield-Markt das Image einer eher exotischen Spielwiese hinter sich und etablierte sich Anfang der 1990er als ein legitimes und zunehmend besser reguliertes Segment der Anleihemärkte. Kurz darauf begannen High-Yield-Anleihen auch in Europa ihren Siegeszug.

Raiffeisen Capital Management war damals eine der ersten, die die Chance erkannte und mit dem Raiffeisen-Europa-HighYield seit nunmehr 20 Jahren erfolgreich auf Hochzinsanleihen setzt.

Stürmisches Wachstum

Europas High-Yield-Anleihemarkt ist in den letzten zwei Jahrzehnten stürmisch gewachsen. Sowohl für Investoren als auch Unternehmen stillt er offenkundig einen echten Bedarf. Gerade in der Euro-Zone sind High-Yield-Bonds für Unternehmen eine mehr als willkommene Alternative zur traditionell sehr stark ausgeprägten Finanzierung über Bankkredite. 2017 und 2018 gab es jeweils neue Rekorde beim Emissionsvolumen. Dabei wird die Schar der Emittenten zunehmend globaler. In den letzten Jahren begaben vor allem US-amerikanische Unternehmen zunehmend Anleihen in Euro, nicht zuletzt um die aktuell erheblich niedrigeren Renditeniveaus in Europa für ihre Finanzierung zu nutzen.

Kernkompetenz Anleihemanagement

Um als Investor in dem stetig wachsenden Markt den Überblick zu behalten und Mehrwert für Anleger zu generieren, bedarf es eines entsprechend großen Know-hows und gewissenhaften Researchs. Raiffeisen Capital Management hat das Managen globaler Anleihen frühzeitig als seine erste Kernkompetenz definiert und dafür systematisch Fondsmanagement-Kapazitäten auf- und ausgebaut. Das Managementteam umfasst derzeit 19 Fondsmanager – das ist fast ein Drittel aller Investment-Professionals der Raiffeisen KAG – und arbeitet nach klaren Grundsätzen.

Schlüsselfaktoren: Emittentenauswahl und Risikomanagement

Die Kehrseite der höheren Zinskupons von High-Yield-Anleihen ist die größere Ausfallshäufigkeit von Emittenten im Vergleich zu Investmentgrade-Anleihen. Die Renditen für Hochzinsanleihen sollten im Rahmen eines Portfolios daher mindestens für die realistisch zu erwartenden Ausfallsraten entschädigen. Es liegt auf der Hand, dass eine sorgfältige, gute Emittentenauswahl das Risiko-Ertrags-Profil sehr positiv beeinflussen kann. Ein weiterer Aspekt ist der Investmentzeitpunkt. HighYield-Anleihemärkte sowie die Ausfallsraten der Unternehmen folgen volkswirtschaftlichen und monetären Zyklen. Diese Faktoren wirken auf mehreren Ebenen: Zum einen über sich verändernde Ausfallsraten. In Rezessionen und/oder bei strafferer Geldpolitik steigen diese normalerweise an und nehmen in Konjunkturaufschwüngen nach und nach wieder ab. Zum anderen unterliegen auch High-Yield-Anleihen dem allgemeinen Zinsänderungsrisiko. Generell steigende Renditen (beispielsweise im Zuge von Zinsanhebungen der Notenbanken) wirken sich natürlich in den meisten Fällen auch auf Hochzinsanleihen aus. Aufgrund ihrer höheren Zinskupons können High-Yield-Anleihen solche allgemeinen Renditeanstiege auf den Anleihemärkten allerdings meist besser abfedern als etwa Staatsanleihen. Das gilt vor allem dann, wenn diese Renditeanstiege eher moderat und allmählich erfolgen.

Raiffeisen-Europa-HighYield: ein „Low-Beta-Fonds“ im High-Yield-Markt

In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass der Raiffeisen-Europa-HighYield ein so genannter „Low-Beta-Fonds“ ist. Das heißt, dass er defensiver ausgerichtet ist und darauf abzielt, weniger riskant und schwankungsintensiv zu sein als der High-Yield-Markt insgesamt. Erreicht werden soll dies im Wesentlichen zum einen durch seinen Fokus auf die fundamental gesünderen Emittenten und zum anderen durch ein striktes Risikomanagement, das, wie bereits erwähnt, integraler Bestandteil des Investmentprozesses ist.

Spektakuläre Firmenpleiten erfolgreich umschifft

Dieser Investmentansatz hat sich bislang gut bewährt, auch in den Krisen und Marktabschwüngen, die der europäische High-Yield-Markt in den letzten 20 Jahren durchlaufen hat. Unbeschadet überstand der Fonds beispielsweise die spektakulären Zusammenbrüche zweier damaliger US-Giganten im Jahre 2001. Sowohl der Telekommunikationsriese Worldcom als auch der Energie-Großkonzern Enron hatten sich in den USA und am europäischen High-Yield-Markt refinanziert. Der Raiffeisen-Europa-HighYield gehörte nicht zur langen Liste der geschockten Investoren. Ebenso machte der Fonds einen großen Bogen um den italienischen Parmalat-Konzern, der 2003 zu einer der größten europäischen Firmenpleiten wurde.

Generell hat der Raiffeisen-Europa-HighYield über seine ganze Historie hinweg vergleichsweise wenig Finanzanleihen in seinem Portfolio gehalten. Das hat in der einen oder anderen Marktphase zwar durchaus etwas an Performance gekostet, dafür war der Fonds in der globalen Finanzkrise 2008/2009 von den massiven Turbulenzen und Verwerfungen im Banken- und Versicherungssektor deutlich weniger betroffen.

Potenzielle Liquiditätsrisiken im Krisenfall?

Durchaus betroffen war der Fonds – so wie alle Marktteilnehmer – gleichwohl von der zeitweise stark geschrumpften Liquidität auf den High-Yield-Märkten in den Jahren 2008/2009. Die neuen Regularien speziell für Banken und Versicherungen, die danach erlassen wurden, dürften zwar insgesamt das Finanzsystem stabiler machen. Für die Anleihemärkte haben sie allerdings auch Schattenseiten. Viele Banken und Broker haben ihre Anleihe-Handelsabteilungen seither stark reduziert oder ganz abgebaut und nehmen viel weniger Anleihen „auf die eigenen Bücher“ als früher. Damit können sie bei künftigen Krisensituationen bei weitem nicht mehr so stark als Stabilisatoren und Bereitsteller von Marktliquidität fungieren, wie in den vergangenen Jahrzehnten. Natürlich muss man dabei anmerken, dass sie das auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zumeist auch nicht mehr konnten.

Ausblick: ruhiges Fahrwasser – aber mit Klippen voraus?

Die weiterhin extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, niedrige Inflation und die zwar schwächelnde, aber insgesamt intakte Konjunktur in Europa schaffen günstige Rahmenbedingungen für High-Yield-Anleihen mit sehr überschaubaren Zinsrisiken und anhaltend niedrigen Ausfallsraten. Wobei heute das Wort „Hochzinsanleihen“ natürlich mehr denn je relativ zu sehen ist. Die heutigen Renditen waren für „High Yield“ noch vor einem Jahrzehnt ähnlich unvorstellbar wie negative Staatsanleiherenditen.

Bei Unternehmensanleihen ist in den letzten Jahren das unterste Bonitätssegment im Investmentgrade-Bereich besonders stark gewachsen. Diese Anleihen würden bereits bei geringen Bonitätsherabstufungen in das High-Yield-Segment abrutschen. Einige Beobachter befürchten bereits seit längerem, dass es bei schlechterer Konjunktur oder externen Schocks zu einer ganzen Welle an solchen Herabstufungen und Verkäufen kommen könnte. Das könnte auch den High-Yield-Markt belasten, zumindest vorübergehend.

Nun ist ein solches Szenario recht spekulativ und bislang nicht eingetreten. Langfristig müsste es auch nicht zwangsläufig negativ sein. Sofern sich die tatsächlichen Ausfälle im Rahmen halten, könnten sich daraus sogar neue, langfristige Chancen für High-Yield-Investoren ergeben. Umso mehr, falls viele der „gefallenen Engel“ nach und nach „wiederauferstehen“. Vor 40 Jahren begann schließlich genau damit überhaupt der große Aufstieg von High-Yield-Anleihen.

Viele Portfolios nicht optimal diversifiziert – in drei Schritten die Effizienz steigern

Die Zinsen im Euroraum bleiben niedrig. Und das noch eine ganze Weile, geht man von der aktuell vorherrschenden Ansicht aus, dass die Europäische Zentralbank den Zinssatz bis mindestens 2020 nicht anheben wird. Für Anleger geht die Suche nach Rendite im Niedrigzinsumfeld weiter. Laut Dr. Martin Dietz, Fondsmanager und Head of Diversified Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM), sehen diese sich aktuell vor allem mit einer Frage konfrontiert: Können die erwarteten Renditen gesteigert werden, ohne das Risiko zu erhöhen? Der Experte beantwortet diese Frage wie folgt: „Ja, mit einer durchdachten Portfoliodiversifikation. Sie ist eines der wenigen Konzepte, von dem wir wissen, dass es strukturell Wert in einem Portfolio generiert.“

Allerdings gebe es Stand heute noch viele Portfolios, die nicht voll diversifiziert seien. Das habe recht einfache Gründe. Unter anderem hänge es damit zusammen, dass ein voll diversifiziertes Portfolio komplex zu managen sei – nicht nur dank der vielen Anlageklassen, sondern auch wegen der vielen Entscheidungen, die getroffen werden müssten, und wegen des nötigen Monitorings. „Zudem ist Diversifikation kein statisches Konzept: Es gibt neue Anlageklassen, neue Daten und neue Konzepte. Was vor fünf Jahren als diversifiziertes Portfolio galt, muss nach heutigem Stand verbessert werden“, sagt Dietz.

Drei Schritte zur Steigerung der Portfolioeffizienz

Dies soll Anlegern mithilfe von drei pragmatischen Schritten gelingen. „Erstens sollten Anleger Exposures in vielen unterschiedlichen Assetklassen eingehen. Denn diese könnten weitere Renditequellen bieten, die sich von Aktien und Anleihen eines konventionellen Mischportfolios unterscheiden. Die zweite Säule sollte die Diversifikation nach Regionen bilden. Und drittens kann ein Engagement in Fremdwährungen eine stärkere Diversifikation bewirken und sowohl als Absicherung gegen Extremrisiken dienen als auch für höhere Renditen sorgen.“ Um all diese Schritte in der Portfoliodiversifikation zu berücksichtigen, nutzt der Experte historische Daten, quantitative Modelle und Stresstests. „Daneben ist aber auch ein qualitativer Check nach Regeln wichtig, die uns helfen, Portfolios wirklich zu diversifizieren“, so Dietz.

Zwar sei Diversifikation kein Patentrezept für den Umgang mit der Marktvolatilität. Der Experte ist jedoch davon überzeugt, dass europäische Anleger die Effizienz ihrer Portfolios mithilfe der genannten Schritte steigern können: „Gerade wenn es darum geht, in unterschiedlichen Marktszenarien Renditen zu erzielen und die Abhängigkeit gegenüber der Performance des Aktienmarktes zu reduzieren, ist Diversifikation von entscheidender Bedeutung.“ Ein schöner Nebeneffekt sei darüber hinaus die natürliche Risikoabsicherung, zum Beispiel durch ein Exposure in sicheren Häfen wie dem US-Dollar. „Insgesamt steigert Diversifikation die Effizienz des Portfolios. Anleger können die damit erzielten Gewinne zur Steigerung ihrer erwarteten Rendite oder zur Risikominderung einsetzen“, schließt Dietz.

Indien: Wahlergebnisse mit wenig Auswirkung auf Aktienmarkt

Der Wahlausgang in Indien wird langfristig keinen nennenswerten Einfluss auf indische Unternehmen haben. Gründe hierfür sind einerseits ununterbrochene Reformprozesse, andererseits die föderal-staatlichen Strukturen des Landes. Sie sind zugleich wirtschaftlicher Treiber und somit ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg Indiens.

„Aus unserer Sicht wird die Rolle der Zentralregierung Indiens im wirtschaftlichen Kontext oftmals überschätzt“, sagt Vinay Agarwal, Portfoliomanager des First State Indian Subcontinent Fund, bei First State Stewart Asia. „Wir sind daher überzeugt, dass die Wahlergebnisse in Indien auf lange Sicht kaum Einfluss auf den indischen Aktienmarkt haben werden.

Seit der Liberalisierung der indischen Wirtschaft im Jahr 1991 gab es mehrere Regierungen, die jeweils unterschiedlichste Ideologien verfolgten und über verschiedene politische Stärken verfügten. Während eine Regierung lediglich 16 Tage Bestand hatte, dauerte eine andere vom Jahr 2004 bis zum Jahr 2014. Es gab Regierungen mit einer absoluten Mehrheit im Unterhaus, während eine frühere Regierung mit bis zu 27 Partnern koalieren musste, von denen jeder eine eigene Agenda verfolgte. Trotz dieser politisch volatilen Historie besteht seit längerem eine wichtige Konstante: der ununterbrochene Reformprozess. Neue Regierungen haben nach der Umsetzung einer Reform ihren Kurs dahingehend nie geändert, unabhängig von der eigenen Ideologie. Das wäre unseres Erachtens auch dieses Mal nicht der Fall gewesen.

Die insgesamt 29 Bundesstaaten Indiens spielen eine dominante Rolle, wenn es darum geht, Bevölkerung und Unternehmen mit staatlichen Diensten zu unterstützen. Denn gut 95 Prozent der Verwaltungsangestellten in Indien stehen im Dienst der Bundesstaaten und der Zentralregierung. Auch Zweidrittel der Staatsausgaben werden auf bundesstaatlicher Ebene finanziert und kontrolliert – auch hier spielt die Zentralregierung eine untergeordnetere Rolle. So hätte selbst ein Wechsel in der Zentralregierung nur begrenzte Auswirkungen auf die indische Bevölkerung gehabt. Wir sind daher zurückhaltend bei Investitionen in Unternehmen, die vom zentralpolitischen Wandel abhängig sind sowie von hochgradig regulierten Industrien.

Im Zuge der Wahlergebnisse können sich die Aktienmärkte zwar kurzfristig volatiler verhalten. Ein negativer Einfluss auf den Unternehmenserfolg und die langfristigen Renditen dürfte unserer Ansicht nach jedoch nicht bestehen und wir erwarten daher langfristig solide Ergebnisse.“

Transformationsprozess in China

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste AM.

Der Aufstieg von China ist eine Erfolgsstory. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in den vergangenen 38 Jahren beträgt beeindruckende 10%. Mittlerweile ist China mit knapp 16% Anteil am Welt-Bruttoinlandsprodukt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Begleitet wurde der wirtschaftliche Aufstieg von China von einem enormen Zugewinn an Bedeutung in den Bereichen Technologie, Geopolitik und Militär. Kann diese Erfolgsgeschichte eine Fortsetzung finden?

Transformationsprozess in China

Eine wichtige Maßzahl für den Entwicklungsstand einer Volkswirtschaft ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bereinigt um die Kaufkraftunterschiede. Hier hat China im vergangenen Jahr mit rund 18000 US-Dollar pro Kopf eine wichtige Marke erreicht. Der Wert beträgt knapp 29% des Entwicklungsstandes in den USA (rund 62000 US Dollar Volkseinkommen pro Einwohner). Auf diesem Niveau besteht im Allgemeinen für eine Volkswirtschaft das Risiko, in eine Stagnationsphase zu fallen (Middle-Income-Trap).

Das Modell „hohes Wachstum durch Kapitalakkumulation“ kann nicht mehr gehalten werden. Die Infrastruktur (Städte, Schienen, Häfen, Internet) ist hergestellt. Schlussendlich ist die wohl wichtigste Schlüsselgröße um das Entwicklungspotenzial einer Volkswirtschaft einzuschätzen die Produktivität. Schätzungen zufolge liegt das durchschnittliche jährliche Produktivitätswachstum (Total Factor Productivity) bei rund 3%.

Um sicherzustellen, dass dieser vergleichsweise hohe Wert Bestand hält, hat die chinesische Wirtschaftspolitik mittlerweile einen (weiteren) Transformationsprozess mit großen Ambitionen eingeleitet. Grob gesprochen geht es um die strategische Umstellung von Quantität (hohes Wachstum durch Kapitalakkumulation) auf die Qualität (mehr Wertschöpfung durch Innovation und technologischen Wandel):

  • Der Wachstumsfokus wurde vom Produktions- auf den Servicesektor, von den Investitionen auf den Konsum und vom externen Sektor auf die Inlandswirtschaft gelenkt.
  • Die Strategie „Made in China 2025“ oder MIC2025 ist eine Blaupause für die Verbesserung der Wertschöpfung in wichtigen Sektoren der Industrie mit dem Ziel in rund 30 Technologiesektoren die Führerschaft zu erreichen. Zudem soll in der Hochtechnologie ein größerer Anteil im Inland hergestellt werden (zum Beispiel bei Halbleitern). Darüber hinaus soll bis 2030 die Technologieführerschaft in dem Schlüsselsektor Künstliche Intelligenz erreicht werden.
  • Die Neue Seidenstraße („Belt and Road Initiative“) ist ein Sammelsurium an unterschiedlichen Investitionsprojekten außerhalb Chinas mit Ziel der Integration Eurasiens und Afrika mit China.
  • Gleichzeitig wird die Währung auf die lange Sicht internationalisiert. Das hat zur Folge, dass immer mehr Transaktionen, sowohl Waren als auch Dienstleistungen und Finanzen, nicht mehr in US-Dollar sondern in Renminbi abgerechnet werden. Mittlerweile ist die chinesische Währung Renminbi sogar eine offizielle Reservewährung, d.h., sie ist in den Korb der Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgenommen worden. Tatsächlich werden chinesische Wertpapiere in immer größerem Ausmaß in die internationalen Aktien– und Anleiheindizes aufgenommen.

China Grafik: Schüsselindikator Produktivität Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Die größten Streitpunkte für China

Aus dem Aufstieg von China zur Weltmacht erwächst naturgemäß eine Rivalität mit der bestehenden Supermacht, den USA. Diese wird durch den Aufschwung von nationalistischen und protektionistischen Grundhaltungen überlagert. Aktuell dominiert das drohende Scheitern der Handelsgespräche zwischen den USA und China das Marktgeschehen. Die Streitpunkte sind

  • das Handelsbilanzdefizit der USA mit China,
  • der vermeintlich erzwungene Technologietransfer von US zu chinesischen Unternehmen,
  • der schlechte Schutz für Rechte an geistigem Eigentum,
  • der Schutz und die Unterstützung für chinesische Unternehmen (Protektionismus),
  • die zukünftige Entwicklung der chinesischen Währung und
  • die chinesische Industriepolitik (MIC2025).

Eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China würde negative Auswirkungen für die Weltwirtschaft haben. In diesem Fall würde China wohl wirtschaftsunterstützende Maßnahmen setzen (höhere Staatsausgaben, niedrigere Steuern, höheres Kreditwachstum, Abschwächung der Währung). Allerdings: Selbst wenn ein Kompromiss gefunden werden sollte, bleibt die strategische Rivalität bestehen. Zukünftige Konflikte sind in der neuen multipolaren, immer mehr nationalistisch geprägten Welt inhärent. Das ändert nichts daran, dass die Erfolgsgeschichte von China eine Fortsetzung finden wird, solange das gute Produktivitätswachstum gehalten werden kann.


Investieren in die Staatsanleihen einer aufstrebenden SupermachtDer Erste Bond China

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Three reasons why the UK stock market looks compelling

UK equities are unloved, undervalued and high yielding; an ideal scenario for stock pickers, argues Sue Noffke, Head of UK Equities at Schroders.

Whatever the opposite of a sweet spot is, many investors think UK equities are currently in one. With Brexit still unresolved, some have put the market in the “too difficult” basket. While it is understandable to fear uncertainty, as stock pickers we embrace the mis-priced opportunities created by it.

The global nature of the market means that international developments often set the tone for UK equities, and following the trough in the wake of the global financial crisis (GFC) of 2007/08 they’ve had a good run, as have equities generally. However, Brexit has still loomed large and been a drag on returns.

UK equities have underperformed global equities since the EU referendum. As a consequence, relative to global equities they are now the most lowly valued for decades. The market also looks very attractive in absolute terms: its current dividend yield is significantly in excess of the long-term average yield.

1. Unloved

The negativity of international investors towards UK equities is entrenched – global fund managers have been “underweight” the UK for three years, according to the Bank of America Merrill Lynch’s global fund manager survey (see chart, below). Investors are said to be underweight an asset class when they are allocating less capital to it than would normally be the case.

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As patient investors, we are often interested in how corporate investors are behaving since we share their long-term mentality. Overseas companies (and private equity) buyers are capitalising on the relative valuation opportunity of UK equities, and sterling weakness.

To cite two recent examples, Coca Cola has acquired the Costa Coffee chain from FTSE 100 group Whitbread, while shareholders in mid-cap speciality pharmaceutical company BTG have approved a bid from Boston Scientific.

Costa Coffee generates the bulk of its profits from the UK, although it has a fast growing international franchise business. In contrast, 90% of BTG’s revenues derive from customers based in the US1. To our minds the bids for these assets underline the indiscriminate negativity towards UK equities – many investors have sold ALL UK equities, both their domestically and internationally focused ones. Remember the UK equity market derives more than two thirds of its revenues from overseas.

Share buybacks2 by companies are another interesting theme. It is, perhaps, no coincidence that Whitbread has proceeded to use the larger part of the the Costa sale proceeds to repurchase stock.

Whitbread has joined a number of other UK quoted companies which have either recently initiated, or extended share buyback programmes, including Standard Chartered and UK-focused peer Lloyds Banking.

It seems to us that many UK corporates see their own shares as undervalued, so are sending another valuable signal.

2. Undervalued

Indeed, valuations reflect the degree to which investors have shunned UK equities. The chart below tracks the market’s valuation discount versus global equities based on the average of three metrics. The metrics used are the price-to-book value (PBV) ratio and price-to-earnings (PE) and price-to-dividends (PD) ratios.

All valuation metrics have their strengths and weaknesses, so combining three reduces the risk of distortions (see the end of the article for a description of these metrics).

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Based on this analysis, UK equities are trading at a 30% valuation discount to global peers, close to their 30-year lows. While it is likely to persist until there is some form of clarity over the terms of any Brexit deal, the valuation gap provides an attractive entry point for investors with long time horizons.

Please be aware the value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.

The valuation of domestically-focused equities is particularly attractive, and consequently we have been increasing exposures to this area of the market. The uncertainty created by Brexit has driven a slowdown in the UK economy since the EU referendum (albeit, by less than feared), while the global economy has held up well.

Associated UK political uncertainty is further weighing on valuations, and might continue to do so given the relatively high probability of either a leadership election or a UK general election in 2019.

3. Attractive yield

Over the past 30 years the dividend yield of the UK equity market, relative to the rest of the world has only been higher during the 1991 recession and at the peak of the technology media and telecoms (TMT) bubble (see chart, below).

CS11445_Equities_chart_v1_UK_dividend_V2.jpgPast performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

In absolute terms, the UK equity market is currently yielding c. 4.5% (MSCI UK index), which compares very favourably to the average dividend yield over the past 30 years of 3.5%. For yields to revert back to their long-term average, either the market has to rise or bad news needs to arrive soon and companies cut payments. They would need to cut by a good margin more than they did following the GFC and ensuing global recession – is this likely?

Following the GFC, UK dividends fell by 15% over two years on a cumulative basis, and that includes the effect of BP suspending its dividend following the Deepwater Horizon disaster in the Gulf of Mexico. We don’t believe we are on the cusp of a recession like the one which followed the GFC. Despite some recent high profile and material dividend cuts from Vodafone and Marks & Spencer, overall we still believe that the market’s dividend payment will continue to rise.

If we do experience a recession in the near term, we would expect it to be local to the UK (possibly the result of  a disordely Brexit) rather than a global one, although we are in the latter stages of the economic cycle. This gives us a degree of comfort that the UK equity market’s yield is sustainable as the large majority of UK stock market dividends derive from overseas.

The charts and data highlighted help put the opportunities within UK equities into a broader context. In light of these conditions it is perhaps unsurprising that our allocation to overseas equities is currently at the lower end of its historical range.

As stock pickers we see plenty of opportunities within the UK – across all parts of the market, large as well as small and mid-sized companies – which could help build portfolios capable of generating superior long-term returns.

Investments concentrated in a limited number of geographical regions can be subjected to  large changes in value which may adversely impact the performance of the fund.

Equity [company] prices fluctuate daily, based on many factors including general, economic, industry or company news.

Please be aware the value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.


1) See page 124 of BTG’s 2018 annual report and accounts, at: https://btgplc.com/BTG/media/BTG/pdf/annual-report-and-accounts-2018.pdf
2) Share buybacks are where a company repurchases its own shares in the open market. Similar to dividends, it is a way for companies to return cash to shareholders.

This article has first been published on schroders.com.

Anleihen: Weiter gute Stimmung

Die beeindruckende Renten-Rally des ersten Quartals 2019 hat sich verlangsamt, jedoch nicht umgekehrt. Die Politik der führenden Notenbanken für das laufende Jahr ist klar auf Zurückhaltung umgeschwenkt. Es gibt keine Leitzinserhöhungen, aber auch keine neuen expansiven Maßnahmen.

Das gefällt den Anlegern, es werden weiterhin sowohl Staatsanleihen bei Renditen um null und darunter als auch Unternehmensanleihen mit Renditeaufschlag gekauft. Gerade bei kürzeren Laufzeiten ist hier der „Investitionsnotstand“ der zumeist institutionellen Anleger zu spüren. Unternehmensanleihen und High Yield – in Europa und den USA – profitieren daher weiter und legten auch im April generell zu. Lediglich die deutschen Bundesanleihen – die Benchmark für Euro-Qualitäts-Anleihen – haben etwas nachgegeben. In dieser globalen Bond-Rally konnten auch die Emerging Markets gut abschneiden.

Die Währungsentwicklung darf nicht außer Acht gelassen werden, der US-Dollar legte etwa 2,2 % und das britische Pfund 4,5 % seit Jahresbeginn zu.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt: Deutsche Bund-Renditen in negativem Terrain

Die Renditen deutscher zehnjähriger Staatsanleihen notieren nach wie vor nahe der Null-Linie und die Renditekurve ist vergleichsweise flach. Dies liegt unter anderem daran, dass die wesentlichen Konjunkturvorlaufindikatoren eine wirtschaftliche Schrumpfkur für Europas größte Volkswirtschaft anzeigen. Auch in den USA hat die Notenbank ihre Zinsprojektionen nach unten angepasst, für 2019 sind keine Zinsschritte vorgesehen, 2020 dürften die Leitzinsen eher gesenkt werden. Das aktuell über den Erwartungen liegende Wirtschaftswachstum bei abnehmender Inflationsdynamik lässt jedenfalls Raum für Spekulationen zur weiteren US-Geldpolitik.

Da sich eine Erholung der Datenlage in den Emerging Markets, insbesondere in China, abzeichnet und der starke Rückgang des globalen Handels gestoppt sein sollte, erwarten wir, dass sich auch die Datenlage der exportorientierten europäischen Länder, wie eben Deutschland, verbessern sollte.

Wir hatten uns Ende 2018 auf eine Verflachung der deutschen und der US-Renditekurven positioniert und schließen nun beide Positionen.

Staats- und Unternehmensanleihen: Unternehmensanleihen weiter gefragt

Die Renditen bonitätsstarker Staatsanleihen entwickelten sich im April seitwärts und die Zinskurven waren weniger flach. Dennoch: rund 19 % der ausstehenden globalen Staatsanleihen notieren mit negativer Rendite! Vieles deutet darauf hin, dass die großen Notenbanken – allen voran die Bank of Japan – die geldpolitischen Zügel weiter locker halten. Davon profitiert unter anderem auch die Euro-Peripherie.

Unternehmensanleihen bleiben trotz schwachem Unternehmens- und Konjunkturausblick gefragt, somit sind die Risikoprämien von Unternehmensanleihen seit Jahresbeginn und auch im April weiter gesunken. So paradox es klingen mag, aber risikoreiche Anlageklassen wie Unternehmensanleihen scheinen von guten wie von schwachen Wirtschafts- und Unternehmensdaten zu profitieren, zumal zu erwarten ist, dass die Notenbanken via Wertpapierkäufen und ähnlichen Maßnahmen unterstützend eingreifen.

Wir bleiben bei unserer Übergewichtung von Euro-Qualitäts-Unternehmensanleihen gegenüber High-Yield-Anleihen.

Energiespeicher der Zukunft: Batteriemarkt als wachstumsstarker Megatrend

Der jüngste öffentliche Streit zwischen Tesla und Panasonic über die gemeinsam betriebene Batterieanlage hat den Batteriemarkt in ein eher negatives Licht gerückt. Dabei gehört er eher zu den positiven Geschichten, die es zu erzählen gilt – davon ist Aanand Venkatramanan, Head of ETF Investment Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM), überzeugt. Denn die Ursache für die Meinungsverschiedenheiten zwischen Tesla und seinem Lieferanten von Lithium-Ionen-Batteriezellen ist unter anderem der Wunsch nach einer schnelleren Produktion. Davon würde nicht nur die Autoindustrie profitieren.

„Der Batteriemarkt ist ein wachstumsstarker Megatrend, der Raum für attraktive Investmentmöglichkeiten bietet. Allein der Energieverbrauch durch Elektrofahrzeuge soll bis 2030 von derzeit unter 50 Gigawattstunden pro Jahr auf fast 1.600 Gigawattstunden pro Jahr steigen“, sagt Venkatramanan. Das Wachstum des Marktes werde jedoch nicht nur von einer einzelnen Branche beflügelt. Auch die nächste Generation der globalen Energieinfrastruktur erweise sich als wichtige Nachfragequelle für die Batterietechnologie, wie ein aktuelles Research-Paper des US-amerikanisches Professional-Services-Unternehmen Strategen im Auftrag von LGIM zeige1. „Allein im Jahr 2018 wurden beinah vier Gigawatt Speicherkapazität installiert. Die damit kumulierte installierte Leistung hat sich darauf verdoppelt. Bis 2040 sollte sie auf eine geschätzte kumulierte Gesamtleistung von rund 1.000 Gigawatt ansteigen“, sagt Venkatramanan. Zwar würden nicht alle dieser neu installierten Speicher in Form von elektrischen Batterien geliefert. „Dennoch sollte diese Technologie entscheidend sein, um den von Wind- und Solaranlagen erzeugten Strom den ganzen Tag über zuverlässiger verfügbar zu machen“, so Venkatramanan weiter.

Experteneinschätzungen bleiben gefragt

Trotz des enormen Wachstumspotenzials sei jedoch nicht außer Acht zu lassen, dass sich viele Unternehmen am Batteriemarkt in einer frühen Wachstumsphase befinden. „Es kann Schwierigkeiten dabei geben, die langfristige Tragfähigkeit ihrer Batterieprojekte zu beurteilen. Dies erfordert die Zusammenarbeit mit unabhängigen Experten, die nicht nur aufzeigen können, was bestimmte Unternehmen heute tun, sondern auch, wie sich ein so entstehender Markt entwickelt“, sagt Venkatramanan.

So seien beispielsweise Lithium-Batterien heute die dominierende Technologie für Elektrofahrzeuge. Morgen könne das jedoch schon anders aussehen. „In 10 Jahren könnten Flow-basierte Batterien durchaus den größeren Marktanteil bei der Speicherung im Netz haben. Daher sollten diese Technologien nicht ignoriert werden“, so Venkatramanan.

Investitionen in Bergbauunternehmen - insbesondere in solche, die bereits die Rohstoffe produzieren und nicht in Explorateure und Entwickler - können eine weitere Diversifizierung bewirken. Lithiumproduzenten könnten von höheren Metallpreisen profitieren. Die würde die negativen Auswirkungen auf die Unternehmen, die Lithium verbrauchen, möglicherweise ausgleichen.

Um Batterietechnologie als thematische Investition auszuschöpfen, sei ein aktives Research über das Ausmaß der Beteiligung eines Unternehmens an diesem Bereich von entscheidender Bedeutung. „Diese Technologie ist sehr jung. Daher ist es wichtig, dass Investoren die finanzielle Umsetzbarkeit von Batterieprojekten überprüfen. Der Betrieb eines betrieblichen Netzspeichers ist ein hilfreicher Lackmustest“, so der Experte.

Der Experte fasst zusammen: „Ein erfolgreiches Portfolio sollte über die gesamte Wertschöpfungskette der Batterie diversifiziert werden. Ziel ist es, durch ein diversifiziertes und völlig transparentes Portfolio in das säkulare Wachstumsthema selbst zu investieren.“

Globale Risiken: Die Geisterfahrer

von Gerold Permoser, Chief Investment Officer der Erste Asset Management.

Eine alte Branchenweisheit besagt: Fondsmanagement ist Risikomanagement. Welche Risiken es dabei zu managen gilt, hat sich in den letzten Jahren spür- und objektivierbar verändert. Politische und gesellschaftliche Risiken laufen traditionellen, ökonomischen Risiken wie ausufernden Inflation oder Deflation, einer Blasenbildung auf den Finanzmärkten, einem Staatsbankrott oder einer großen Finanzkrise immer mehr den Rang ab.

Entsprechend diskutieren wir die und den Umgang mit der veränderte Risikolandschaft auch bei uns im Unternehmen heftig. Meist wird diese Diskussion mithilfe einer Risikomatrix geführt, in der man potentielle Risiken definiert und dann nach ihrem vermuteten Impact, z.B. auf die Aktienmärkte, und anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Diese Vorgehensweise ist nicht besonders originell, erlaubt aber, sehr schnell zu erkennen ist, was zählt und was nicht.

Globale Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit

Mit dieser Vorgehensweise sind wir nicht alleine. Anfang  jeden Jahres treffen sich im Schweizerischen Davos für ein paar Tage DIE globalen Entscheidungsträger und tun dasselbe. Sie bewerten die aus ihrer Sicht weltweit maßgeblichen Risiken nach Impact und Eintrittswahrscheinlichkeit und veröffentlichen die Ergebnisse im World Economic Forum Global Risk Report.

Säuberlich gegliedert in die Kategorien wirtschaftliche, geopolitische, gesellschaftliche, technologische und Umweltrisiken werden dort die Top-Ängste der globalen Elite aufgezählt.Das Ergebnis ist durchaus spannend und überraschend, denn die gewichtigsten Risiken sind durch die Bank Umweltrisiken. Die wirtschaftlichen Risiken hören auf, bevor die Umweltrisiken überhaupt erst beginnen. Und diese Einschätzung stammt nicht aus der Feder einiger allzu ökoorientierten Bäumeumarmer, sondern direkt aus dem Herz und Hirn des weltweiten Kapitalismus.

Global Risks Landscape 2019

Global risk

Quelle: World Economic Forum Global Risks Perception Survey 2018–2019, Link zum Report

Sie kennen sicher den Witz mit der Geisterfahrerwarnung im Radio: Ein Autofahrer hört die Meldung und wundert sich, warum nur vor einem Geisterfahrer gewarnt wird, obwohl ihm so viele entgegenkommen.Vor ein paar Jahren wurde man als nachhaltiger Asset Manager als Geisterfahrer auf der wirtschaftlichen Autobahn gesehen. Inzwischen sind ESG Risiken im Herz des Kapitalismus angekommen.

Angelehnt an Sartre: Die Geisterfahrer, das sind inzwischen die Anderen. Wir wollen in diesem ESG Letter auf diese Veränderung der Risikoeinschätzung eingehen und über die weltweit größten Risiken berichten und zeigen, wie man als nachhaltiger Asset Manager damit umgehen und auch noch Geld verdienen kann.

Viel Spaß beim Lesen unseres Dossiers zu Global Risk.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Ein verlässlicher regulatorischer Rahmen etwa für Initial Coin Offerings ist essentiell“

Interview mit Prof. Dr. Volker Brühl zu den Herausforderungen der Blockchain-Technologie und der zunehmenden Tokenisierung in der Finanzwelt. Das Interview führte Hedgework-Gründer Uwe Lill.

HEDGEWORK NEWS: Im Ursprung war die Blockchain-Technologie eine strikt dezentrale, für jeden zugängliche Technologie. Jetzt treten immer mehr private oder Corporate Blockchains auf den Plan, Stichwort JP Morgan Coin. Hat der „revolutionäre“ Gedanke einer Beteiligung durch jedermann ausgedient?

Prof. Dr. Volker Brühl: Aus meiner Sicht war der mit Bitcoin verbundene Grundgedanke zwar eine interessante Vision, aber letztlich auch nicht mehr. Was bleibt ist in der Tat die Weiterentwicklung der dem Bitcoin und anderen Kryptowährungen zugrunde liegenden Distributed Ledger- bzw. Blockchain-Technologie, mit deren Hilfe man Transaktionen in einem dezentralen Netzwerk schnell und sicher durchführen bzw. validieren kann. Dass wir in der Zwischenzeit einige Versuche sehen, mit eigenen Verrechnungseinheiten in geschlossenen Netzwerken zu experimentieren, ist naheliegend. Die JP Morgan Coin ist dafür ein prominentes Beispiel.

HEDGEWORK NEWS: Während in der Wirtschaft immer mehr Blockchain-Projekte starten, scheint das Thema beim Gesetzgeber noch gar nicht angekommen zu sein. Täuscht der Eindruck? Und was müsste Berlin oder gar Brüssel hier vor allem tun?

Prof. Brühl: Nach meiner Einschätzung ist das Thema inzwischen durchaus auf der politischen Agenda angekommen. Denn ein verlässlicher regulatorischer Rahmen etwa für Initial Coin Offerings (ICOs) ist essentiell, um auch hierzulande Finanzinnovationen zu fördern, ohne aber den Anlegerschutz zu vernachlässigen. Eine europäische Regelung wäre natürlich wünschenswert.

HEDGEWORK NEWS: Wie schätzen Sie die Expertise deutscher Unternehmen – ob Fintech oder Konzern – im internationalen Vergleich bei Blockchain-Projekten ein?

Prof. Brühl: Der deutsche Finanzsektor zählt hier sicher nicht zu den Vorreitern, auch wenn die großen deutschen Geldhäuser in allen nennenswerten Konsortien dabei sind. Andererseits gibt es ermutigende Signale im Trade und Export Finance, wo deutsche Banken schon erfolgreiche Pilotprojekte durchgeführt haben. Deutsche Fintechs tun sich derzeit noch schwer mit der Blockchaintechnologie.

HEDGEWORK NEWS: Der Bitcoin hat in den vergangenen Jahren die Krypto-Diskussion bestimmt, erst mit Hype (2017), dann mit Bust (2018). Hat sich die Krypto-Branche mittlerweile vom Bitcoin emanzipiert?

Prof. Brühl: Das kann man durchaus so sagen. Allerdings haben wir in den letzten Jahren sehr viele neue Kryptowährungen gesehen, deren Existenzberechtigung am Markt kaum zu erkennen ist. Viele verzeichnen nur eine geringe Marktkapitalisierung und dürften in absehbarer Zeit wieder vom Markt verschwinden. 

HEDGEWORK NEWS: Der neue Modebegriff ist „Tokenisierung“. Sämtliche Assets von der Aktie bis zur Immobilie sollen als Token auf einer Blockchain handelbar sein. Ist das ein Wunschtraum oder eine vorstellbare Entwicklung?

Prof. Brühl: Das hängt sehr stark von den künftigen regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Noch sind die Token so unterschiedlich ausgestaltet, dass manche von ihnen eher einem Coupon ähneln, andere wiederum eher den Charakter eines Finanzinstrumentes haben. Die BaFin hat jüngst etwas mehr Klarheit in die Debatte gebracht, indem sie Anfang 2019 den ersten Wertpapierprospekt zu einem Security Token Offering in Deutschland gebilligt hat und dadurch aufgezeigt hat, unter welchen Voraussetzungen Token als Wertpapiere einstuft.


Professor Dr. Volker Brühl ist Geschäftsführer des Center for Financial Studies an der Goethe Universität. Außerdem ist er Professor für Banking und Finance an der Hochschule für Ökonomie und Management. Er beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Digitalen Transformation sowie der Bedeutung der Künstlichen Intelligenz und der Blockchaintechnologie im Finanzsektor. Daneben ist er als Beirat in verschiedenen akademischen und nicht-akademischen Institutionen aktiv.

Argentinien – im Auge des Hurrikans

Argentinien ist von einer Inflation und Zinssätzen auf Rekordniveau gebeutelt und steht seit Anfang 2018 auf wackeligen Beinen. Die bevorstehenden Wahlen schüren die Unsicherheit nur weiter, so Anjeza Kadilli, Economist bei Pictet Asset Management.

Eine angeschlagene Wirtschaft...

Der argentinische Peso hat so stark abgewertet, dass 1 US-$ jetzt doppelt so viel kostet wie vor einem Jahr (siehe Abbildung unten links). Während der starken Rezession seit Anfang 2018 ist die Wirtschaftsleistung des Landes 2018 um 2,5% zurückgegangen. Für 2019 werden allenfalls -1% erwartet.

Trotz einer leichten Verbesserung im März 2019 hat sich unser Wachstumsindikator immer weiter verschlechtert, sodass der längerfristige Durchschnitt in negatives Territorium abgerutscht ist (siehe Abbildung rechts).

DIE ARGENTINISCHE WÄHRUNG UND WIRTSCHAFT LAUFEN IM GLEICHSCHRITT IN DEN ABSCHWUNG

Abb. 1a (links) – Wechselkurs: Argentinischer Peso gegenüber dem US-Dollar/Abb. 1b (rechts) – Pictet Leitindex für Wachstum (3M/3M annualisiert)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, April 2019

...Politik unter Handlungsdruck

Die Stabilisierung der Inflation war eine der wichtigsten Prioritäten von Präsident Macri, als er Ende 2015 sein Amt antrat. Die bislang ergriffenen Maßnahmen haben allerdings noch keinen Erfolg gebracht und die jährliche Inflation liegt mittlerweile bei rund 55%. Die monatlichen Inflationszahlen haben ebenfalls Höchststände erreicht. Die Kosten für Verkehrsmittel z. B. sind im März um 5% gestiegen. Es wurde eine Reihe von Vorschriften eingeführt und wieder abgeändert, da sich die Regierung nicht sicher war, ob sie die Kaufkraft durch Bezuschussung von Versorgungsleistungen zugunsten der Verbraucher stärken soll oder nicht (siehe Abbildung unten).

VPI ALS GRADMESSER FÜR DIE ZWEIFEL DER REGIERUNG

Abb. 2 – VPI: Wohnen, Wasser, Strom, Verkehrsmittel und Gesundheit

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, April 2019

Bei einem letzten Versuch, die Situation noch vor den Wahlen im Oktober in den Griff zu bekommen, hat die Regierung ein Maßnahmenpaket angekündigt, mit dem die Kaufkraft verbessert werden soll:

  • Preiskontrollen für 60 Basisprodukte, darunter Lebensmittel, für mindestens 6 Monate
    Dies dürfte zu einer Knappheit bei diesen Waren und möglicherweise zur Herausbildung eines Sekundärmarkts führen.
  • Anstieg der Preise für Versorgungsleistungen vorerst gestoppt
    Dadurch werden die Kosten vom Verbraucher zurück an den Staat verschoben, der allerdings ohnehin schon knapp bei Kasse ist.
  • Einführung bezuschusster Kreditlinien für die privaten Haushalte

Diese Maßnahmen schließen sich an die Entscheidung der Zentralbank an, die Ausweitung der Geldmenge zu beschränken und innerhalb der im vergangenen Jahr eingeführten Schwankungsbreite der Währung aktiv einzugreifen. Die Zinssätze, die zurzeit bei über 65% liegen, dürften sich mindestens bis Sommer auf diesem hohen Niveau halten.

Wie geht es weiter?

Kann die Abwertung der Währung gebremst werden?

Auch wenn wir glauben, dass die Maßnahmen in die richtige Richtung gehen, ist alles möglich. Der Umstand, dass die meisten Ersparnisse der argentinischen Haushalte bereits in US-Dollar angelegt sind, begrenzt die Risiken eines weiteren binnenwirtschaftlichen Drucks auf die Währung.

Das Problem ist, dass die Zentralbank und die Regierung trotz guter Absichten bislang aus Panik reagiert und langfristig orientierte Anleger das Vertrauen verloren haben.

Bevorstehende Wahlen im 4. Quartal 2019

Der Druck auf die Regierung Macri hat zugenommen, vor allem seit Jahresbeginn. Die Argentinier merken, dass ihre Kaufkraft durch die Inflation und die Sparmaßnahmen geschwächt wird. Darüber hinaus bleibt bis zur Präsidentschaftswahl Ende des Jahres nicht viel Zeit für eine Verbesserung der Wirtschaftslage.

Wir werden im Juni sehen, ob Macri und seine linksgerichtete Rivalin, die ehemalige Präsidentin Cristina Kirchner, kandidieren werden.

Fazit

Wir müssen abwarten, wie die Wahlen im Oktober ausgehen werden. Das Schicksal Macris hängt davon ab, ob seine Regierung in der Lage ist, die Währung zu stabilisieren und die Inflation zu dämpfen. Vorerst ist seine Popularität gesunken, was Ex-Präsidentin Cristina Kirchner in die Hände spielt. Da Kirchner wegen ihrer damaligen Amtsführung umstritten ist, bereitet ihre Kandidatur Anlegern im In- und Ausland Sorge. Wir befürchten, dass sie die Schulden nicht begleicht oder die Finanzhilfe des IWF nicht zurückzahlt, sollte sie wieder an die Macht kommen.


Mehr zu Schwellenländern: Wirtschaftskrise in der Türkei: Der Türkei steht eine Zahlungsbilanzkrise bevor, wenn sie keine politischen Reformen anstößt.

Über die Autorin

Anjeza Kadilli kam 2015 zu Pictet und arbeitet als Ökonomin im Economic Analysis Team von Pictet Asset Management, wo sie für die makroökonomische Analyse von Schwellenländern, insbesondere Lateinamerika, zuständig ist. Sie hat einen PhD in Econometrics von der Universität Genf, wo sie ebenfalls einen MSc und BSc in Economics erwarb. Während ihres PhD-Studiums war sie auch Gaststudentin an der Universität von Südkalifornien, der Riksbank und der HEC Montreal.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Sink or swim – how less liquid assets could buoy portfolio returns

With public equity markets trading close to all-time highs and low yields available from bonds, interest in private assets like infrastructure and private equity has risen, argues Tim Boole, Head of Product Management at Schroder Adveq Group.

In a climate of lower expected returns, both retail and institutional investors are asking where they can generate the performance needed from their portfolios.

With public equity markets trading close to all-time highs and low yields available from bonds, many are exploring less liquid alternatives to get the returns they require. Consequently, investments such as infrastructure or private equity have all seen strong growth in interest.

Yet even in private assets, a record year for fund raising in 2017 has led to questions on whether historic returns are sustainable.

Tim Boole, Head of Product Management at Schroder Adveq, advises that investors worried about this should remember the differences between public and private markets.

“Investors must keep uppermost in their minds that private assets are long-term commitments, meaning they are almost certain to experience at least one complete business cycle. Investment decisions should be considered with due care. Selecting investments that align with long-term trends in the economy are usually best performing.”

Why diversification is key in private assets

Despite the appeal of private assets though, there are also difficulties and challenges to investing in the asset class, not to mention significant risks. There is a lot of dispersion in private markets. While the best managers do very well, the worst can provide investors with quite a dismal experience.

Heeding this warning, what should investors avoid doing and where within private assets offers the best returns going forward? The key, according to Tim, is to avoid following the herd and instead look for where the future opportunities are.

“For those investors who are relatively new to private asset investing, another important lesson is to target portfolio diversification, both in the traditional sense - such as by sector and region - but also by vintage. The latter is a particular characteristic of closed ended funds whereby investments at a different period of the investment cycle are included in the portfolio. This helps combine investments that are already cash flow positive into a fund that is in its launch phase. Investments at a later point in their investment cycle also tend to be more stable. 

“Within private equity there are some areas that have attracted huge amounts of capital and other areas where the growth has hardly changed. For example, huge amounts have been going into the large and mega buy out funds and late stage venture capital finance, whereas capital into small and medium buy-out funds and early stage venture capital has changed much less in the past 20 years1.

Time is on your side

Tim believes that patience and attention to detail are often overlooked in the rush to commit capital to markets. Given the longer market tenure of private assets, investors can afford to dig deeper into new opportunities.

“Investors want to put a lot of money to work and as a result are chasing the big opportunities. But if you are nimble and can work with those who specialise in smaller buy-outs or in venture capital, the returns may be more attractive. This is because the gap between the valuations of buy-outs at the larger end and those at the smaller end have never been as wide as they are today.

“Given that the main access route to investing in private assets is currently via limited partnership structures or closed-ended funds, at present it is a challenge for intermediaries to get easy access to the asset class.

“One of the things we expect to see a lot over the next five to 10 years are intermediary investors being offered more options for private asset investing. This is a particular focus of Schroders and described as the “democratisation of private assets”. One of the things Schroders is working on this year is creating new products for the intermediary market, which are open-ended with periodic liquidity to provide underlying exposure to the underlying private assets.”

A broad offering

The complexity of the numerous instruments within private assets, as well as the extended time commitment, can make choosing a partner for the investment journey a challenging task. Tim suggests that when selecting a manager for the job, investors consider the length and breadth of their experience before taking the plunge.

“Schroders is more often associated with public market investing but has a far more extensive history and platform for private market investing than many realise. In 1971 it set up a real estate business, which at the end of June 2018 housed just under $20 billion of assets. In 2017 it acquired the Swiss private equity business Adveq which in itself has over 20 years of private equity investing experience and today runs close to $10 billion. Schroders Infrastructure Finance team have executed on 46 transactions in just three years. Schroders Insurance Linked Business (“ILS”) is run by Dirk Lohmann, an early pioneer in the field of insurance securitisation, who placed the world’s first non-life insurance securitization (KOVER) in 1993/94.

“With these capabilities, Schroders is well placed to deliver within all areas in private assets. It has a very broad offering, meaning there is a good perspective on where the opportunities are and can act accordingly. It is specialists in all areas, applying the same levels of thought, care and diligence to our private asset products as we do to our public equity offerings.

Given that investments into private assets are often a 10 to 15 year commitment, investors also need to know their manager will be around for that amount of time. Schroders has been around for 200 years, has the backing of the Schroder family and adopts a long-term time horizon.”


1. Source: Preqin, Pitchbook, Zero2IPO, Schroder Adveq 2018. Late stage/growth capital includes 50% of SoftBank Vision Fund and includes investment activity from non-traditional sources of capital (e.g. corporate investors).

This article has first been published on schroders.com.

April was a good month for active managers

Over a 12-month-rolling period, only 22% of Europe managers, 22% of US managers as well as 39% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. Before fees, the respective numbers are 35%, 36% and 62%. The underperformance of small caps over the last 12 months hurt most managers in Europe and the US since a majority had an overweight in this market cap cluster.

In April, the performance of active managers in the US and Europe was quite good. 58% of US managers, 56% of Europe managers and 51% of emerging markets managers outperformed their respective indices net of fees. In Europe as well as in the US, growth indices showed a better performance than value indices. As most active managers have a growth bias, they benefited from this development. Sector wise, healthcare performed poorly while information technology showed a strong performance in both regions.

Please find the full fundinfo Research News - May 2019 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

Warum steigt der Ölpreis inmitten von Wachstumssorgen?

Der Ausblick für das weltweite Wirtschaftswachstum ist deutlich eingetrübt. Dennoch hält sich der Ölpreis auf einem hohen Niveau. J. Gibson Cooper, Portfolio Manager und Senior Research Analyst bei der auf Anleihen spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset Management, geht auf Spurensuche und findet gleich eine ganze Reihe möglicher Gründe: ein widerstandsfähiges Nachfragewachstum, die gestiegene US-Produktion, die Zusammenarbeit zwischen der OPEC und Russland mit Blick auf Zielquoten, Angebotsunterbrechungen sowie geopolitische Risiken. Folglich seien die Fundamentaldaten deutlich ausgewogener, was die aktuelle Ölpreisentwicklung stütze. „Ein Blick auf die Nachfrageseite der Gleichung verrät, dass der Bedarf ungebrochen ist – getrieben von den Schwellenländern, allen voran China und Indien. Die Nachfrage aus den Industrienationen kommt vorrangig aus den USA. Europa ist dank einer höheren Energieeffizienz jedoch flach“, analysiert Cooper. Insgesamt wäre die Nachfrage zwar schwächer als in vorherigen Jahren, bliebe jedoch trotz des zu beobachtenden schwächeren Wirtschaftswachstums auf einem gesunden, positiven Niveau. 

Womit wir bei der Angebotsseite wären. Und hier sieht Cooper den Haupttreiber hinter der Ölpreisdiskussion: „Die amerikanische Ölproduktion ist auf einem Rekordniveau und hat sogar die saudische Produktion überholt. Das verändert die Marktdynamik und nimmt den Saudis ihre historische Kontrolle über das Angebot und damit den Preis.“ Nach dem Preiseinbruch 2015-2016 hätten sich US-Produzenten vor allem auf kurzfristige, unkonventionelle Chancen, wie Ölschieferreserven, konzentriert. Sie wüssten technologische Innovationen gezielt für Produktivitätssteigerungen und eine höhere Effizienz zu nutzen, um so für eine Kostendeflation sowie niedrigere Breakeven-Kosten zu sorgen, Margen zu erhalten und freien Cashflow zu generieren. „Die neuentdeckte Politik der US-Produzenten, die finanziellen Konservativismus über Wachstumsziele stellt, hat dazu geführt, dass sich Bilanzen und Liquidität verbessert haben. Was wir hingegen nicht mehr sehen, sind hohe Kapitalinvestitionen, was Explorationen einschließt“, sagt der Western Asset-Experte. Zudem seien neue Projekte auch durch einen eingeschränkten Marktzugang limitiert. „Zusammen führen diese Faktoren dazu, dass sich langfristige Projekte verzögern, was wiederum zu einem geringeren Angebotswachstum in der Zukunft führen könnte.“

„Der Ölmarkt wird sich weiter verengen“

Langfristig, sagt Cooper, würde der Fokus der Industrie auf die unkonventionelle Förderung eine ganze Reihe von Fragen zur Nachhaltigkeit des Wachstums beim Ölangebot aufwerfen. Ein Beispiel sei die Ölschieferproduktion in den USA, die von steilen Produktionsrückgängen gekennzeichnet sei und hohe Kapitalaufwendungen erfordert, um die Produktion erneut zu steigern. „Der Abbau von Schieferöl geht zudem immer mit Erdgas als Nebenprodukt einher. Mit zunehmendem Verfall wird mehr Gas als Öl produziert, was die Rückgangsraten des Öls verschärft und deshalb das Angebotswachstum zusätzlich verlangsamt“, führt Cooper weiter aus.

Es gäbe jedoch noch einen weiteren Faktor, der die Angebotsseite im Gesamtbild komplizierter mache, sagt der Experte der Legg Mason-Tochtergesellschaft: die unzureichenden Investitionen in traditionelle Ölfördermethoden wie Tiefseebohrungen. „Investitionen in die konventionelle Ölförderung wurden aufgrund ihrer Investitionsgrößen und der Langfristigkeit der Projekte überwiegend von großen Ölkonzernen getätigt. Die konzentrieren sich derzeit jedoch auf kohlenstoffarme Bemühungen. Dazu zählt ein stärkerer Fokus auf Erdgas, ein Herabsteigen in der Wertschöpfungskette hin zur Petrochemie, Energieerzeugung und Biokraftstoffe sowie ein Abwenden von langfristigen Feldentwicklungen zugunsten der kurzfristigen Schieferölproduktion.“ Diese fehlenden Investitionen in langfristige Angebotsquellen werden nach Meinung von Cooper und seinen Kollegen wohl dazu führen, dass sich der Markt weiter verengt – womit der OPEC Raum eingeräumt wird, wieder mehr Markteinfluss zu gewinnen. In der Zwischenzeit blieben die OPEC und Russland bei ihren Produktionseinschnitten – und zwar über die vereinbarten Zielquoten hinaus. Man dürfe sogar davon ausgehen, dass die Vereinbarung auf dem nächsten OPEC Treffen im Juni um weitere sechs Monate verlängert werde, glaubt Cooper.

Und zu guter Letzt dürfe man auch die geopolitischen Risiken nicht unterschätzen, die sich weiter hochschraubten. „In Libyen und Nigeria kam es bereits zu Produktionsausfällen. Hinzu kommen Sanktionen in Venezuela und dem Iran”, betont Cooper und führt weiter aus, „es dürfte bis zu einem Jahr dauern, bis die Auswirkungen des erst kürzlich bekanntgegebenen Endes der iranischen Ausnahmegenehmigung spürbar werden. Jedoch verschwindet damit das gesamte iranische Ölangebot vom Markt. Die Lücke müssen vermutlich die OPEC, hauptsächlich Saudi-Arabien, sowie eine Freigabe der US Strategic Petroleum Reserve schließen. Auch das wird zu einer Verengung des Ölmarktes führen, da Kapazitäten entfernt werden.“ Zusammengefasst bedeutet das, dass trotz eher moderater Wachstumsaussichten weltweit die fundamentalen Angebots- und Nachfragedaten den aktuellen starken Ölpreis auch weiterhin stützen.


Über Legg Mason

Das Motto von Legg Mason lautet „Investing to Improve LivesTM“. Ziel ist es, Anlegern weltweit dabei zu helfen, bessere Ergebnisse bei der Geldanlage zu erzielen und ihnen dafür ein breiteres Spektrum an Investitionsstrategien, Anlegevehikeln sowie Zugang zu unabhängigen Investmentmanagern mit einer breiten Expertise bei Aktien, Anleihen, alternativen und liquiden Investments anzubieten. Insgesamt verwaltet Legg Mason ein Vermögen von 637 Milliarden US-Dollar (Stand: 30. Juni 2018). Wenn Sie mehr über Legg Mason und seine Tochtergesellschaften erfahren möchten, schauen Sie auf der web site oder im newsroom vorbei oder folgen Sie Legg Mason auf LinkedInTwitter, oder Facebook.

Signale in Summe neutral

Nach der globalen Hochkonjunktur des Jahres 2017 hat sich die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr abgeschwächt. Als wichtigste Einflussfaktoren für diesen Rückfall sind das leichte Anziehen der geldpolitischen Zügel sowie der von den USA vom Zaun gebrochene Handelskrieg zu nennen. Politische Unsicherheiten, wie etwa der Brexit oder der italienische Budgetstreit, waren auch nicht unterstützend. Am stärksten ist die Abschwächung in Europa zu spüren, weshalb Zinsanhebungen zumindest für das Jahr 2019 wohl abgesagt sind. Aber auch andere Notenbanken signalisierten zuletzt eine weiterhin sehr unterstützende Geldpolitik, während sich die politischen Themen zu entspannen scheinen. In Summe sind somit einige der Belastungsfaktoren weggefallen, eine Erholung der Konjunkturindikatoren ist das wahrscheinlichere Szenario. Erste Anzeichen dafür haben wir in den letzten Wochen schon gesehen.

Die Aktienmärkte haben die Erholung teilweise schon vorweggenommen. Dem Prinzip Hoffnung müssen aber bald verbesserte harte Daten folgen. Wenn dies in den nächsten Monaten eintritt, gibt es nach wie vor Gewinnpotenzial an den Aktienmärkten. Andernfalls lautet das Motto: „Sell in May!“. Insgesamt scheint sich die Stimmung breit zu machen, dass nichts mehr schiefgehen kann. Zugegeben: eine lockere Geldpolitik, entspannte Kapitalmärkte, der Veranlagungsnotstand vieler Investoren sowie der scheinbar bevorstehende Abschluss eines Handelsabkommens zwischen den USA und China sind starke Argumente pro Aktienmarkt. Nicht zuletzt deshalb ist die Volatilität am Aktienmarkt – ein Indikator für die Besorgnis unter den Anlegern – auf den tiefsten Stand der letzten Jahre gefallen. Gerade dies ist allerdings ein Warnhinweis, denn allzu großer Optimismus und Sorglosigkeit werden am Aktienmarkt in aller Regel mit Kurskorrekturen bestraft. In der Taktischen Asset-Allocation nehmen wir vor diesem Hintergrund eine abwartende neutrale Haltung ein.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien: Synchroner Aufschwung nach schwachem Jahresende 2018

Das Pendel schwingt weiter – stärker als selbst Optimisten erwartet haben. Die Wertentwicklung der ersten vier Monate übersteigt eine gute Jahresperformance bereits bei weitem. Auch im April haben die Märkte nicht an Schwung verloren, ganz im Gegenteil: Märkte die eher hintendran waren, z. B. Japan oder Deutschland, haben gut aufgeholt. Allen voran – nein, nicht die USA – liegen Russland und China. Dort trägt die Währungskomponente wesentlich zur Wertentwicklung bei.

Aufkommende Konjunkturentwicklungsbefürchtungen in China haben sich verflüchtigt und auch die USA kann überraschend gute Konjunkturdaten berichten. Das wirkt sich natürlich auch auf die Emerging Markets aus, selbst Lateinamerika fasst wieder Tritt.

Dennoch, alle Augen sind auf die USA gerichtet, respektive auf die Gewinndynamik der US-Unternehmen. Unternehmen, die Gewinnrückgänge verzeichnen, werden an den Börsen entsprechend abgestraft. In Summe überwiegt jedoch ein positiver Trend. Die übrigen Aktienmärkte folgen diesem.

Aktien USA und Europa: US-Gewinndynamik weiter gut

Obwohl die Gewinnwachstumsdynamik in den USA in den letzten beiden Quartalen merklich nachlässt – unter anderem ein Basiseffekt nach der Steuersenkung im Vorjahr – können die Unternehmen die operative Gewinnmarge bis dato auf Höchstniveau halten. Dies ist umso beeindruckender, weil höhere Lohnkosten infolge des sehr festen US-Arbeitsmarktes und der zuletzt wieder angestiegenen Rohstoffpreise zu verkraften sind.

Nach derzeitigem Stand dürfte auch die aktuelle Gewinnberichtssaison in Relation zu den im Vorfeld deutlich nach unten revidierten Analystenerwartungen positiv überraschen und somit etwaige Befürchtungen über einen Gewinnrückgang im Jahresvergleich abschwächen.

Die Stimmungslage der Investoren gegenüber Europa ist aktuell spürbar zurückhaltend. Dafür sprechen einige Punkte. Während die USA für das erste Quartal einen Anstieg des Wirtschaftswachstums von annualisiert mehr als 3 % melden, prognostizieren die Experten für 2019 in der Eurozone gerade mal einen Wert von knapp über 1 %. Aufgrund der Stabilisierung bei den Fundamentaldaten haben wir unsere Aktienuntergewichtung geschlossen.

Emerging Markets: Aufschwung hält an

Emerging-Market-Aktien können sich in diesem Jahr recht erfreulich entwickeln, wenn auch im Vergleich zu US-Aktien leicht schwächer. Anfang des Jahres war die Dynamik vor allem noch auf die sich verbessernde Liquiditätssituation zurückzuführen, nunmehr folgen auch immer mehr ökonomische Vorlaufindikatoren diesem Muster.

Wir gehen davon aus, dass der gesamte Stimulus, der insbesondere in China gesetzt wurde, erst voll zu wirken beginnt und daher heuer durchaus weitere Konjunkturanstiege folgen werden, was die Aktien weiter antreiben könnte.

Chinas Erholung schlägt ein neues Kapitel auf

Es wirkt wie ein Déjà-vu: Nach einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsaktivität setzt die chinesische Führungsriege einen deutlichen Impuls und leitet damit die Erholung der Wirtschaftstätigkeit ein – die Weltwirtschaft erhält dadurch einen dringend benötigten Schub. Magdalena Polan, Senior Economist bei Legal & General Investment Management (LGIM) ist jedoch der Meinung: „Nicht jede Erholung Chinas und seine Auswirkungen auf den Rest der Welt wird dem gleichen alten Skript folgen.“

Für diese Annahme hat die Expertin mehrere Gründe. Erstens sei der Wachstumsimpuls auf mehr als nur den Leverage-Effekt zurückzuführen. „Zwar haben die Behörden die Geldhähne wieder geöffnet und das Kreditwachstum angekurbelt. Hinter diesem Stimulus steckt aber mehr als ein weiterer Infrastruktur- und Investitionsschub.“ Denn die Regierung senke darüber hinaus auch die Steuern – vor allem auf Konsumgüter. „Infolgedessen beschleunigt sich der Übergang vom investitions- zum konsumgetriebenen Wachstum, da sich die chinesischen Importe weg von Rohstoffen hin zu Konsümgütern bewegen“, sagt Polan. Mehr Geld in den Taschen der chinesischen Verbraucher bedeute zudem mehr Ausgaben für Dienstleistungen, die allgemeinhin jedoch weniger handelbar seien.

Zweitens veränderten sich die Strukturen des globalen Handels, da die Integration von Handelspartnern innerhalb der Regionen zunehme, während die Beteiligung von abgelegenen Lieferanten an globalen Produktionsketten schrumpfe. „Dieser Impuls wird sich also nicht nur auf die globalen Rohstoffpreise und auf die rohstoffexportierenden Schwellenländer auswirken, sondern auch zu einer relativen Verschiebung der chinesischen Nachfrage hin zu regionalen oder chinesischen Herstellern führen“, so Polan weiter.

Nichtsdestrotrotz werde Chinas Anteil an der Weltwirtschaft weiterwachsen. „Eine Wachstumsrate von sechs Prozent ist natürlich weniger als zehn Prozent zu Hochzeiten – die Nachfrage aus China ist jedoch nach wie vor hoch und damit für die Weltschaft noch immer positiv“, sagt Polan. Das unterstreichen auch die Zahlen: Nur ein Prozent zusätzliches Wachstum beim chinesischen Bruttoinlandsprodukt tragen heutzutage mehr als 130 Milliarden US-Dollar zum globalen Bruttoinlandsprodukt bei – und damit so viel wie die Ukraine oder Ungarn. Vor einem Jahrzehnt noch waren es lediglich 50 Milliarden US-Dollar. „Für das globale Wachstum 2019 bedeutet das noch immer einen großen Schub und bessere Aussichten“, schließt die Expertin.


ÜBER LEGAL & GENERAL INVESTMENT MANAGEMENT

Mit einem verwalteten Vermögen von 1.178 Mrd. Euro1 ist Legal & General Investment Management (LGIM) für die Kapitalanlage institutioneller Investoren der größte europäische Asset Manager und insgesamt einer der größten Asset Manager der Welt. LGIM ist zudem der größte Indexfondsmanager außerhalb der USA und der weltweit größte Manager von Liability Driven Investments (LDI).
Sein Produktspektrum hat LGIM darauf zugeschnitten, die Bedürfnisse von institutionellen Investoren und Wholesale-Kunden zu erfüllen und für sie Alpha zu generieren oder ihnen einen effizienten Marktzugang zu bieten. Das Produktangebot deckt dabei alle Asset-Klassen ab – ein besonderer Fokus liegt auf Indexfonds und ETFs mit intelligent konstruierten Lösungen, aktiven Credit-/Fixed-Income-Strategien und LDI-Solutions.
Als einer der größten Asset Manager der Welt ist sich LGIM seiner Verantwortung bewusst und engagiert sich aus Überzeugung aktiv in den Unternehmen, in die LGIM investiert – angefangen bei der Ausübung von Aktionärsstimmrechten bis hin zum direkten Dialog mit den Unternehmen auf Vorstandsebene. LGIM ist überzeugt davon, auf diese Weise einen Mehrwert für seine Kunden zu erzielen und dazu beizutragen, die Finanzmärkte nachhaltiger zu gestalten. Die Muttergesellschaft Legal & General Group wurde 1836 gegründet und ist an der Londoner Börse im FTSE 100 notiert.

1) Stand: 31. Dezember 2018. Beinhaltet Derivatpositionen und betreute Vermögen. Darin enthalten sind Gelder, die von LGIMA, einem SEC-registrierten Investmentmanager, verwaltet werden.