Pestizide, Futtermittel und Fleischkonsum – Die Food Revolution

von Stefanie Schock, Senior Research Analyst der Erste Asset Management.

Die Entwicklung der Welternährung ist durch die stetig wachsende Nachfrage nach Produkten aus Tierhaltung, geprägt. Wo ist der Fleischkonsum am meisten gestiegen?

Die Food Revolution, also die vermehrte Nachfrage nach Fleischprodukten, findet vor allem in Entwicklungsländern statt, die den größten Anteil am Bevölkerungswachstum tragen und Fleischprodukte nachfragen. Laut Welternährungsorganisation FAO hat sich die weltweite Fleischproduktion seit 1965 von damals 84 Millionen Tonnen auf 335 Millionen fast vervierfacht. Der Verbrauch und die Produktion von Fleisch könnten bis 2050 um 120 Prozent steigen.

Historisch sind große Teile des Konsumwachstums auf China und Brasilien zurückzuführen: der weltweite durchschnittliche Pro-Kopf-Fleischkonsum wuchs von 30,7 kg in den 1980ern auf 36,4 kg in 1997/1999. Vor allem die in dieser Periode stark wachsende Schweinefleischproduktion in China erklärt diesen Effekt, ohne China wäre der weltweite Durchschnitt annähernd unverändert geblieben. In Brasilien stieg der Fleischkonsum zwischen 1975 bis 1990 um 55%.

Die FAO rechnet außerdem damit, dass sich Schwellenländer an die sogenannte „western diet“ mit starkem Fleischanteil, angleichen werden.

Die Fleischproduktion ist an Futtermittel gebunden

Gebunden an die wachsende Nachfrage nach Fleisch ist auch der steigende Bedarf an Futtermitteln (hauptsächlich Getreide und Ölsaaten) deren Anbau aber auch negative Umwelt- u. Klimaeffekte haben kann:

  1. Durch den großflächigen Anbau von Futtermittel werden Primärwälder verdrängt, die ein wichtiger CO2- Speicher sind. Besonders herausfordernd ist die Situation in Australien wie ein WWF-Bericht aus dem Jahr 2018 beschreibt: hier wird 88% der gerodeten Waldfläche in Weideland umgewandelt. In Südamerika wurden zwischen 1990 und 2015 90 Mio. Hektar Waldfläche für Sojaanbau und Weidezwecke gerodet, wobei Soja auch als Futtermittel dient um z.B. die europäische Fleischnachfrage zu bedienen.
  2. Der Einsatz von Kunstdünger ist sowohl Energie- als auch CO2-intensiv und belastet die Umwelt. Durch übermäßigen Eintrag auf Feldern (man spricht auch von Eutrophierung) geraten auch angrenzende Ökosysteme wie Fließgewässer in Mitleidenschaft, denn der erhöhte Nährstoffgehalt im Wasser macht diese Systeme für sensible Lebensformen unbewohnbar.
  3. Pestizide, die in der konventionellen Landwirtschaft ebenfalls eingesetzt werden, haben negative Umwelteinflüsse und werden einer karzinogenen Wirkung wegen, verdächtigt.

Bayer AG & Monsanto Co: Punitive Damages

Nach der Übernahme von Monsanto Co. durch die Bayer AG kam es in den Vereinigten Staaten zu mehreren Klagen bzgl. des Herbizids „Roundup“, dass sich im Produktportfolio der Monsanto Co. befindet und einer karzinogenen Wirkung wegen unter Verdacht steht.

Der Bayer AG wurde vorgeworfen, die rechtlichen und Reputationsrisiken unterschätzt zu haben, die durch die Akquisition von Monsanto Co. entstanden sind und welche sich auf den Unternehmenswert negativ auswirken könnten. Der internationale Stimmrechtsberater ISS (International Shareholder Services) schlug daher vor, diese Fehleinschätzung auch in der Abstimmung über die Entlastung des Vorstands bei der diesjährigen Hauptversammlung Rechnung zu tragen.

In einer Reaktion der Bayer AG wurde darauf hingewiesen, dass nach Ergebnissen zahlreicher Studien ein Zusammenhang zwischen Roundup und karzinogenen Erkrankungen ausgeschlossen werden könnte.

In den Vereinigten Staaten kam es jedoch bereits zu 3 Gerichtsurteilen, die das Gegenteil beschlossen, bei der letzten Gerichtsverurteilung im Mai wurde einem klagenden Ehepaar die bis dato höchste Strafe von über zwei Milliarden Dollar zugesprochen. „Punitive damage“ meint in diesem Zusammenhang, dass die Strafe über den eigentlichen Schaden hinausgeht um unter anderem als Abschreckungssignal zu dienen. Bezüglich ihrer Glyphosat Produkte sieht sich die Bayer AG in Amerika mit rund 13.000 Klagen konfrontiert.

Auch über ein Einsatz-Verbot von Glyphosat wird vielerorts diskutiert: in Los Angeles wurde ein solches bereits eingeführt, mit dem Hinweis, dass das Herbizid nicht mehr einzusetzen sei, bis öffentliche Gesundheitsstellen und Umweltbeauftragte sicherstellen, dass der Einsatz bedenkenlos sei und auch in Österreich konnte sich eine Mehrheit für ein solches Verbot finden.

Bayer-Vorstand nicht entlastet

Bei der Hauptversammlung am 26.4.2019 wurde schließlich mit 56%er Mehrheit beschlossen, dass der Vorstand für das vergangene Geschäftsjahr nicht zu entlasten sei, der Aufsichtsrat jedoch mit 66% schon. Bei diesem Ergebnis spricht man auch von symbolischem Charakter, da wie auch schon in der Vergangenheit bei Klimaanträgen (Exxon Mobil, 2017) bewiesen wurde, Investoren ihr Stimmrecht auch zunehmend einsetzen, um Nachhaltigkeitsthemen zu adressieren, die sich negativ auf den Unternehmenswert auswirken könnten. 

Fleisch


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Leben auf Pump: Erdüberlastungstag

In weniger als sieben Monaten hat die Menschheit alle Ressourcen der Erde für 2019 verbraucht, so Pictet Asset Management. Mit unserem Modell quantifizieren wir die Auswirkungen, die die Aktivitäten des Menschen und die weltweit grössten Unternehmen auf die Umwelt haben.

Der 29. Juli 2019 ist ein Datum, das wir alle rot in unserem Kalender markieren sollten.

Denn das ist der Erdüberlastungstag, der Tag, an dem die Menschheit die gesamten natürlichen Ressourcen eines Jahres aufgebraucht hat – Ressourcen wie etwa Holz, Fisch, Wasser und Mineralien.

Den Rest des Jahres zapfen wir die Vorräte an, die eigentlich zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen sollten, und produzieren dabei Abfallprodukte wie Kohlendioxid.

Besorgniserregend ist, dass der Überlastungstag, der von der Non-Profit-Organisation Global Footprint Network (GFN) berechnet wird, seit Anfang der 1970er Jahre, als der Ressourcenbedarf der Menschheit erstmals in der Geschichte die Kapazitäten der Natur überschritt, jedes Jahr früher erreicht wird.

Die Untersuchungen von Pictet Asset Management ergeben ein ähnlich alarmierendes Bild. Sie zeigen, dass die Aktivitäten des Menschen und die daraus entstehenden Abfallprodukte das Ökosystem unseres Planeten auf potenziell unumkehrbare Weise verändern.

Unsere Analysen, die sich auf das Konzept der planetaren Belastungsgrenzen (Planetary Boundaries, PB) – ein Instrument zur Messung der Biokapazität – stützen, quantifizieren den Ressourcenverbrauch und die Abfallproduktion jeder einzelnen der mehr als 100 Branchen, aus denen sich die Weltwirtschaft zusammensetzt.

Das vom Stockholm Resilience Centre entwickelte Modell untersucht den Zustand des Ökosystems in neun ökologischen Dimensionen – darunter Wasserverbrauch, Landnutzung und Abbau der Ozonschicht –, um so den ökologischen „sicheren Handlungsspielraum“ zu definieren, innerhalb dessen sich die Aktivitäten des Menschen abspielen sollten.

Fünf dieser Belastungsgrenzen sind bereits überschritten.

Nehmen wir den biochemischen Eintrag von Stickstoff und Phosphor in die Umwelt als Beispiel.

Stickstoff und Phosphor sind Makronährstoffe, die im grossen Massstab in Düngemitteln zum Einsatz kommen. Infolge der intensiven Landwirtschaft, der industriellen Produktion und des Bevölkerungswachstums ist die Konzentration von Makronährstoffen in unseren Flüssen und Meeren auf ein gefährliches Niveau gestiegen, das zu einem übermässigen Algenwachstum führt.

Das ist ein Problem, denn Algen entziehen dem Wasser Sauerstoff und töten somit Wasserpflanzen und Fische – ein Prozess, der als Eutrophierung bezeichnet wird. Wissenschaftler schätzen, dass die Bereiche ohne Sauerstoff im Meer, die sogenannten „Todeszonen“, heute viermal grösser sind als noch in den 1950er Jahren und dadurch marine Ökosysteme rund um den Globus bedroht sind1.

Unsere Analysen auf Branchenebene haben ergeben, dass heute 40 Prozent mehr biochemische Abfallprodukte freigesetzt werden, als die Umwelt vertragen kann.

Doch die Situation ist nicht völlig hoffnungslos.

Es gibt Anzeichen dafür, dass Massnahmen zum Umweltschutz – seien es politische Initiativen oder neue innovative Technologien, die der Zerstörung der Umwelt entgegenwirken – langsam Früchte tragen.

Laut dem GFN wurde der Erdüberlastungstag zwischen den 1970er Jahren und 2014 jedes Jahr durchschnittlich drei Tage früher erreicht. Seitdem hat sich diese Entwicklung jedoch auf weniger als einen Tag pro Jahr verlangsamt.

Auch unser Modell gibt Grund zur Hoffnung. Es zeigt, dass es manchen Zweigen der Forstwirtschaft und anderer umweltbezogener Sektoren gelingt, weniger biochemische Abfälle zu produzieren, unter anderem mithilfe innovativer Technologien im Bereich Luft-, Gewässer- und Bodenreinhaltung.

Diese Unternehmen tragen wesentlich dazu bei, unsere ökologische „Schuldenlast“ zu verringern und dem Leben auf Pump ein Ende zu setzen.

GEO and eutrophication_AM

Investments gegen die biochemische Verschmutzung

Das PB-LCA-Konzept liegt dem Aufbau unseres Pictet-Global Environmental Opportunities (GEO) Portfolios zugrunde.

Die Unternehmen in diesem Portfolio haben eine erheblich geringere biochemische Bilanz als die im MSCI All-Country World Aktienindex vertretenen.

EIN GROSSER UNTERSCHIED

Biochemische Einträge pro Jahr in kg Stickstoffäquivalent pro 1 Million USD Jahresumsatz
Abbildung Biochemische Einträge
Quelle: Pictet Asset Management, Daten vom 31.12.2018.

Was zeichnet die Pictet-Global Environmental Opportunities Strategie aus?

Die Strategie investiert in Aktien von Unternehmen in zukunftsträchtigen Umweltbranchen, die einen aktiven Beitrag zum Schutz der natürlichen Ressourcen unseres Planeten leisten. Die Anlagen werden aus einem breiteren Universum der 3.500 umweltbewusstesten Aktiengesellschaften der Welt auswählt – Unternehmen, die die Kriterien unseres hauseigenen PB-LCA-Konzepts erfüllen.

Bei der Strategie handelt es sich um ein konzentriertes Portfolio mit 50–60 Aktien von Unternehmen, die in Bereichen wie Umweltreinhaltung, Wasserversorgung, erneuerbare Energien, Abfallmanagement und nachhaltige Landwirtschaft tätig sind.

Unsere Global Environmental Opportunities Strategy hat ein ähnliches Risiko-Rendite-Profil wie eine wachstumsorientierte Strategie und ist eine sinnvolle Ergänzung zur Aktienallokation in einem globalen Portfolio.


1) https://science.sciencemag.org/content/359/6371/eaam7240

Eine englische Version dieses Beitrags finden Sie hier: Living beyond our means: Earth Overshoot Day

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
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European equities: which style has been in vogue this year?

European shares made a strong advance in the first half of 2019, but the gains were not evenly spread across the market, shows Simon Corcoran, Investment Specialist, UK & European Equities, at Schroders.

Given the headlines over the past six months, it feels a little odd to realise that European equities are up 16% in the same timeframe. From trade wars to slowing economic growth to Brexit, there are plenty of reasons why the market shouldn’t have rallied. But the gains perhaps look less surprising when we dig into the detail behind them.

We looked at the return for the overall index - MSCI Europe – and then for four style factors within this index: growth, quality, high dividend yield and value.

Style factor definitions:

  • Growth companies may currently be growing at a faster rate than the overall market, and/or have higher potential for future growth.
  • Quality is defined by low debt, stable earnings, consistent asset growth, and strong corporate governance.
  • Dividend yield is calculated by dividing the dividend per share by the price per share; a high dividend yield could be a sign a stock is underpriced, or it could be that the stock is under pressure and future dividends may not be so high.
  • Value refers to those stocks that have low prices relative to their fundamental value. This is commonly tracked by metrics such as price to earnings (a company’s share price divided by its profits).

As the table below shows, growth and quality have been the factors in greatest demand in the past six months. Returns from these parts of the market have significantly outpaced returns from value and high dividend yield stocks.

index-style-ytd-return.jpgPast Performance is not a guide to future performance and may not be repeated. 

The uncertain economic backdrop may be one reason why investors have favoured stocks with these growth and quality attributes. After all, this economic cycle has been very long. As we move towards the end of a cycle, investors often look for those businesses with reliable, predictable earnings that can potentially fare better than the rest of the market in a slowdown or recession.

The MSCI Europe Quality and Growth indices have outperformed the Value index by over 10%. Sectors such as industrials, technology, luxury goods and food products form a large weighting within these indices and have led the gains.    

There is considerable overlap between the MSCI Europe Quality and Growth indices. The table below shows eight stocks that are among the top ten constituents by size in both indices, and the returns posted by these stocks in the six months to the end of June. Only AstraZeneca has failed to outperform the broader MSCI Europe index. 

stock-ytd-return-valuation.jpgAny reference to securities are for illustrative purposes only and not a recommendation to buy/and or sell.

As well as offering quality and growth characteristics, large companies such as these are often favoured in times of uncertainty due to their size. Larger companies are often assumed to offer greater stability than small companies, and have usually weathered a number of economic cycles successfully.  

What does this mean for valuations? The chart below shows the forward price-to-earnings ratio for the next 12 months for MSCI Europe Quality relative to MSCI Europe Value. It shows that investors have recently been willing to pay a larger premium than they did previously for quality stocks.

Quality valuations have become elevated

quality-valuations-have-become-elevated.jpg

Martin Skanberg, fund manager, says;

“Such a situation can persist for some time, but is unlikely to do so indefinitely. There are signs recently that the quality rally is fading as companies struggle to meet lofty growth expectations. That said, it is impossible to time precisely when the trend might change. As investors, we look for the best trade-off between risk and reward that we can find”.


This information is not an offer, solicitation or recommendation adopt any investment strategy.  If you are unsure as to the suitability of any investment please speak to a independent financial adviser.

For more on the factors driving the market, see why growth stocks look vulnerable.

See our Alpha Equity strategic capability page for further equity insights.

This article has first been published on schroders.com.

Wird aus der Wasserpistole wieder eine Bazooka?

Wird aus einer harmlosen Wasserpistole der europäischen Notenbank wieder eine voll nachgeladene Bazooka? Diese Frage stellt sich Andreas Billmeier, Sovereign Research Analyst bei der Legg Mason-Tochter Western Asset Management, nach der heutigen EZB-Sitzung.

„Mit der heutigen Sitzungserklärung und der Pressekonferenz will EZB-Präsident Draghi aus der Wasserpistole, die nach dem Ende des Wertpapierankaufprogramms vergangenen Dezember übriggeblieben war, eindeutig wieder die ursprüngliche Bazooka machen. Die Kombination aus einer ausdrücklichen Fokussierung auf die Zielsymmetrie und einer essentiellen Überprüfung aller politischen Hebel in den entsprechenden Ausschüssen ist definitiv ein starkes Signal der Kompromissbereitschaft für die kommenden Quartale. Darüber hinaus sehen wir, dass die Beweislast für einen Handlungsbedarf deutlich stärker mit Draghis Rede im portugiesischen Sintra Ende Juni übereinstimmt als mit der Sitzung des EZB-Rates am 6. Juni und damit den Weg zur lockeren Politik der Tauben zementiert.

Auf der anderen Seite gab es in der Pressemitteilung keinerlei Hinweise darauf, die (selbstgesetzten) Aufkaufbeschränkungen zu lockern, wohingegen ein Tiering eindeutig erwähnt wird. Während Draghi dies auf der Presskonferenz auf die Arbeit des Ausschusses zurückführt, kann es durchaus auch ein Zeichen dafür sein, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Mehrheit im EZB-Rat für diesen zusätzlichen Schritt gibt. Mit anderen Worten: Es ist gut möglich, dass eine Neuauflage der quantitativen Lockerung weiter entfernt ist als manch andere Maßnahme, die auf der nächsten EZB-Sitzung im September bekannt gegeben werden könnte.

Wir glauben, dass eine deutliche Lockerung der Ankaufbeschränkungen die kompromissbereite Haltung glaubwürdiger machen und den Druck einer erneuten QE-Runde nehmen würde. Dies wäre ein ernsthaftes Nachladen der Bazooka. Von der Marktperspektive gehen wir davon aus, dass sich die Renditeabstände zwischen den europäischen Kernländern und der Peripherie weiter verkleinern sollten.“

„Geldpolitische Lockerung wird kommen"

Hetal Mehta, Senior European Economist bei Legal & General Investment Management (LGIM), kommentiert die EZB-Sitzung:

„Die EZB mag diejenigen enttäuscht haben, die sich nach einem Übermaß an schwachen Stimmungsdaten eine sofortige Zinssenkung erhofften, aber ihre Absichtserklärung ist klar: Die geldpolitische Lockerung wird kommen, und zwar bald. Mögliche Optionen sind dabei ein abgestufter Einlagenzinssatz, weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen und Zinssenkungen. Draghi und der Rest des EZB-Rates wollen so demonstrieren, dass ihnen die Instrumente nicht ausgegangen sind. Die Stärkung ihrer Glaubwürdigkeit hat eindeutig oberste Priorität, und sie können nicht länger leugnen, dass die Inflationserwartungen verankert sind."

Living beyond our means: Earth Overshoot Day

Humans have consumed a year's worth of natural resources in less than seven months, explains Pictet Asset Management. Our model quantifies the environmental impact of over-consumption.

July 29 is the date everyone should mark in their diary in 2019.

That’s because it is Earth Overshoot Day, the day when humans will have used up a year’s worth of the planet’s natural resources, such as timber, fish, water, and minerals.

For the rest of the year, we will be drawing down on what will be available for future generations - using more than the Earth can naturally replenish in a 12-month period - and producing waste such as carbon dioxide emissions as we do so.

What is worrying is that Overshoot Day, calculated by non-profit organisation Global Footprint Network (GFN), has fallen earlier every year since the start of the 1970s.

Pictet Asset Management's research paints a similarly alarming picture. It shows that human activity, and the waste it generates, is leading to potentially irreversible changes to the planet’s ecosystem.

Our analysis, which is based on a bio-capacity measurement tool called the Planetary Boundaries (PB) framework, quantifies resource consumption and waste emissions across each of the 100-plus industries that make up the global economy. 

Developed by the Stockholm Resilience Centre, the model assesses the state of the ecosystem along nine environmental dimensions – which include water use, land use and ozone depletion among others – to set the ecological “safe operating space” within which human activities should take place.

Already, five of those thresholds have been breached.

Take the biochemical flow of nitrogen and phosphorus for example.

Nitrogen and phosphorus are macronutrients that are used extensively in fertilisers. Intensive farming, industrial activity and population growth have increased the volume of macronutrients in rivers and oceans to dangerous levels, triggering excessive growth of algae.

This is a problem because algae deplete oxygen in water, killing aquatic plants and fish in a process called eutrophication. Scientists estimate that sea areas with zero oxygen, or “dead zones”, have quadrupled since 1950s, threatening marine ecosystems around the world1.

Our industry level analysis shows biochemical waste is being released at a rate that is 40 per cent more than the environment can handle.

However, it’s not all doom and gloom.

There are signs that efforts to stop environmental damage – be it policy measures or new innovative technologies to address ecological degradation – are starting to pay off. 

According to GFN, throughout the 1970s to 2014, Overshoot Day fell earlier each year by an average of three days. Since then, however, the pace has slowed to less than a day per year.

Our model also gives reason for optimism. It shows that some of the industries serving forestry and other environmental sectors are managing to reduce the amount of biochemical waste they produce, aided by innovative technologies in areas such as pollution-control.

These companies play an important role in helping us pay our environmental "debt" and live within our means.

GEO and Eutrophication

Investing to mitigate biochemical pollution

The PB-LCA framework is used in the construction of our Pictet-Global Environmental Opportunities (GEO) portfolio.

Stocks in GEO have a significantly lower biochemical footprint than those represented in the MSCI All-Country World equity index. 

MAKING AN IMPACT

Biochemical flows per year in kg, nitrogen-equivalent, per USD million of annual revenueBiochemical flows chartsSource: Pictet Asset Management, data as of 31.12.2018

Here's how Pictet-Global Environmental Opportunities strategy works:

  • The strategy invests in the shares of companies within a thriving environmental industry that are making an active contribution to safeguarding the world’s natural resources.
  • Investments are chosen from a broader universe consisting of the world’s 3,500 most environmentally-responsible publicly-held firms – companies that meet the criteria of our proprietary PB-LCA framework.
  • The strategy is a concentrated portfolio of 50 to 60 stocks, operating in fields such as pollution control, water supply, renewable energy, waste management and sustainable agriculture.
  • With a risk-return profile similar to that of a growth-oriented investment strategy, Pictet AM's Global Environmental Opportunities can be used to complement an equity allocation within a global portfolio.

1) https://science.sciencemag.org/content/359/6371/eaam7240

Please find a German version of this article here: Leben auf Pump: Erdüberlastungstag

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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„2040 werden 60 Prozent aller Neuwagen E-Autos sein“

Kein Tag vergeht, an dem nicht auf die Folgen der Erderwärmung verwiesen wird bzw. Lösungsmöglichkeiten auf wirtschaftlicher und politischer Ebene diskutiert werden. In vielen Wirtschaftszweigen ist der Wandel schon heute spürbar. Die Finanzwirtschaft mit ihren Investitionen bietet einen Hebel um die Dekarbonisierung der Wirtschaft und eine Wende hin zu erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Die Erste Asset Management beschäftigt sich seit fast zwei Jahrzehnten mit den Umwelttechnologien von heute und morgen. Über den Fonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT kann man sich an den spannendsten Unternehmen beteiligen und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz der Natur und im Kampf gegen den Klimawandel. In unserem Interview beschreibt Fondsmanager Clemens Klein die Folgen der demografischen Entwicklung und welche neuen Umwelttechnologien erfolgversprechende Anwendungen erwarten lassen.

Ist der Klimawandel wieder ein in Mode gekommener Begriff oder eine Realität, der wir ins Auge sehen müssen?

Clemens Klein: Es braucht nicht allzu viel Fantasie um festzustellen, dass sich unser Klima verändert. Überschwemmungen ebenso wie Dürren, Verwüstungen durch Hurrikans, Luftverschmutzung in den Großstädten – die Naturkatastrophen der letzten Jahre häufen sich. Sie mahnen uns, wie wichtig die Begrenzung der Emission von Treibhausgasen und nachhaltiges Wirtschaften generell sind.

Der Klimagipfel von Paris mit seiner Erkenntnis, dass der maximale Temperaturanstieg 1,5 Grad Celsius betragen darf, um eine Klimakatastrophe abzuwenden, ist beinahe schon vergessen?

Clemens Klein: Nein, allein dadurch, dass in vielen Ländern Klimaschutz ein zentrales Thema im politischen Diskurs geworden ist, zeigt schon, dass sich was bewegt. Das Abkommen von Paris war eine wichtige Weichenstellung und hat die Grundlage und das Regelwerk für die notwendigen Schritte und Maßnahmen festgelegt. Was momentan noch fehlt, ist die rasche Umsetzung auf Einzelstaaten-Ebene. Aber der Druck auf die Politik, das Abkommen umzusetzen, von Seiten der Bevölkerung wächst laufend. Und wir werden auch nicht darum herumkommen: Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 auf rund 10 Milliarden und bis 2100 weiter auf rund 11 Milliarden Menschen anwachsen (derzeit: 7,7 Milliarden).

Treiber dieses Wachstums sind Asien und Afrika, die gemeinsam zur nächsten Jahrhundertwende rund 80 Prozent der Weltbevölkerung stellen werden. Dazu kommt der Trend zur Urbanisierung und damit verbunden steigenden Einkommen: Heute schon leben 55 Prozent der Menschen in Städten. 2050 werden es 70 Prozent sein. Die Menschen, die dort leben benötigen Strom, Wasser, Transportmittel, konsumieren zunehmend nach westlichen Gewohnheiten und verursachen wachsende Müllberge. Es braucht daher neue Technologien, um diese Herausforderungen bewältigen zu können.

Wie glaubhaft sind Sie als Asset Manager in Sachen Kohlendioxid-Verringerung? Welche Aspekte berücksichtigen Sie in der Kapitalanlage?

Clemens Klein: Erste Asset Management unterzeichnete 2015 als erste Fondsgesellschaft Österreichs den Montréal Carbon Pledge. Diese internationale Investoreninitiative wurde Ende 2014 mit dem Ziel ins Leben gerufen, durch die Messung und Veröffentlichung von CO2-Emissionen der in den Aktienfonds gehaltenen Unternehmen, langfristig zu einer Reduktion der Treibhausgase beizutragen. Mittlerweile ist diese Initiative auf über 120 Investoren angewachsen, die über 10.000 Milliarden Dollar an Vermögenswerten verwalten.

Wodurch unterscheidet sich der ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT von anderen nachhaltigen Fonds Ihres Hauses?

Clemens Klein: Der ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT konzentriert sich als Themenfonds ausschließlich auf Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit mit Umwelt- sowie Klimaschutz in Zusammenhang steht. Unsere Philosophie ist es, Unternehmen zu identifizieren, deren Produkte und Dienstleistungen für die Bewältigung der Auswirkungen von Megatrends wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung oder Wachstum der Mittelklasse bzw. der damit verbundenen Folgen wie Treibhausgasemissionen, Klimawandel, Knappheit von Ressourcen und ein erhöhtes Abfallvolumen von entscheidender Bedeutung sind.

Damit sich unsere Leser etwas vorstellen können: Nennen Sie uns die wichtigsten Themen, die sich im ERSTE STOCK WWF ENVORNMENT widerspiegeln.

Clemens Klein: Solar- und Windenergie zählen mittlerweile in vielen Ländern der Welt zu den billigsten Technologien zur Stromerzeugung. Damit wird sich das rasante Wachstum der vergangenen Jahre auch künftig, unabhängig von Förderungen weiter fortsetzen. Darüber hinaus werden neue Märkte wie Indien, Südamerika aber auch Afrika zu Schlüsselmärkten für die Wind- und Solarindustrie. Der Anteil der Solarenergie an der weltweiten Energieerzeugung wird von derzeit 3 Prozent bis 2050 in Richtung 30 Prozent steigen. Gleiches nehmen wir für den Einsatz der Windenergie an. Der weltweite Strom wird ‚a la long‘ sauberer werden.

Neue Antriebstechnologien wie Elektroautos und Wasserstoffautos und Biotreibstoffe der dritten Generation werden weiter an Bedeutung gewinnen. Auch hier sind es neben Umweltaspekten vor allem fallende Kosten, die für überdurchschnittliche Wachstumsraten sorgen werden. Nirgendwo sonst wird der technologische Fortschritt so mit Spannung beobachtet wie bei der neuen Generation von Fahrzeugen. Laut Bloomberg New Energy Finance werden im Jahr 2040 E-Autos 60 Prozent aller Neuwagenverkäufe ausmachen. Im Jahr 2016 lagen die Schätzungen noch bei 35 Prozent.

In Europa ist Norwegen jetzt schon führend und mehr als die Hälfte aller Neuwagen sind Elektrofahrzeuge: Neben steuerlichen Anreizen darf man dort mit einem E-Auto auf Busspuren fahren und braucht keine Autobahnvignette bezahlen. Wir dürfen aber nicht die Augen vor den Problemen verschließen: Wir benötigen sichere, erschwingliche Batterien mit genügend Reichweite. Und wir müssen einerseits klären, woher die Rohstoffe für die Produktion kommen und ebenso, was am Ende der Nutzungsdauer mit den Batterien geschieht. Unternehmen müssen ausweisen, dass zB ihre Lieferanten nicht Kobalt aus dem Kongo verwenden. Damit hätten wir als nachhaltige Investoren keine Freude.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Wind- und Solarenergie, aber auch dem zu erwartendem starken Wachstum der Elektromobilität gewinnen Themen wie Optimierung des Energie-Transports, aber auch „Smart Grid“ (intelligente Netzwerke) und „Smart Metering“ (intelligente Stromzähler) sowie Energiespeicher in Form von z.B. Batteriesystemen, aber auch Wasserstoff („Power to Gas“) stark an Bedeutung.

Die globale Wassernachfrage wird aufgrund der angeführten Megatrends bis 2050 um mehr als 50 Prozent zunehmen. Urbanisierung und steigende Einkommen führen zu einem geänderten Konsumverhalten. Daher sind hohe Investitionen in die Infrastruktur, Verbrauch- und Kostensenkung, Hygiene, Wasseraufbereitung aber auch Meerwasserentsalzung erforderlich.

Das globale Abfallvolumen wird sich bis 2025 gegenüber 2014 auf 6 Millionen Tonnen pro Tag verdoppeln und könnte bis 2100 weiter auf 11 Millionen Tonnen pro Tag ansteigen. Schon jetzt gelangen jedes Jahr mehr als 8 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Das entspricht dem Gewicht von 16 Burj Chalifa, des aktuell höchsten Gebäudes der Welt oder 32.000 Wiener Riesenrädern. Ohne Maßnahmen, die der gigantischen Müllexplosion Einhalt gebieten, droht 2050 gewichtsmäßig mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren zu sein. Abfallvermeidung, Abfalltrennung und -sammlung, Abfallwiederverwertung und Recycling werden neben neuen Verpackungstechnologien zu zentralen Themen im Umweltbereich.

Welche Kriterien muss ein Unternehmen erfüllen, um auf Ihre Watchlist zu kommen? Und was muss geschehen, dass es in den ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT aufgenommen wird?

Clemens Klein: Wir legen Wert darauf, dass das Geschäftsmodell eines Unternehmens zum überwiegenden Teil von den von uns erwarteten Entwicklungen profitiert. Neue Technologien, die zur Lösung der durch die erwähnten Megatrends hervorgerufenen Auswirkungen beitragen, werden laufend ausgewertet und in das Portfolio aufgenommen. Es liegt in der Natur der Sache, dass dadurch auch viele jüngere und kleinere oder mittelgroße Unternehmen im Portfolio vertreten sind.

Wie gehen wir dabei vor? Zunächst werden laufend Unternehmen identifiziert, die die strengen Anforderungen der definierten Fondsstrategie erfüllen. Neue Ideen werden nach Prüfung durch den WWF sowie eines externen Research-Partners einem Umweltbeirat zur Entscheidung über die Aufnahme ins investierbare Anlageuniversum vorgelegt.

Aus dem investierbaren Universum erfolgt dann die Entscheidung über die Aufnahme ins Portfolio nach eingehender qualitativer sowie quantitativer Analyse durch uns als Fondsmanager. Ziel und Teil der Strategie ist es, Unternehmen über lange Perioden, entsprechend den langen Trends, die sie mit ihren Produkten oder Dienstleistungen bedienen, im Portfolio zu behalten. Einzelne Unternehmen befinden sich seit Auflage des ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT im Jahr 2001 durchgehend in den Beständen des Fonds. Abhängig von kurz- und mittelfristigen Entwicklungen, makroökonomischen Faktoren oder dem allgemeinen Marktumfeld erfolgt primär eine Anpassung der Themen und Gewichtungen im Fonds.

Aktuell liegt der Schwerpunkt der Veranlagungen in den Bereichen „Erneuerbare Energie“, „Energieeffizienz“ sowie „E-Mobilität“, die gemeinsam mehr als 60 Prozent der Portfoliostruktur repräsentieren. In den Bereichen „Erneuerbare Energie“ sowie „E-Mobilität“ sehen wir in den nächsten Jahren das größte Wachstumspotential. Dazu zählen aber auch komplementäre Technologien wie „Energiespeicherung“, „Selbstfahrende Autos“ oder „Intelligente Stromnetze“, die von den erwarteten Entwicklungen profitieren werden.

Können Sie uns einige Unternehmen im Fonds verraten, die die Umwelt nachhaltig „bearbeiten“ und ökologisch/klimaschonend wirtschaften?

Clemens Klein: Zu den größten Positionen zählen beispielsweise First Solar, eines der führenden Unternehmen im Solarbereich, TPI Composites, ein spezialisierter Hersteller von Rotorblättern für die Windindustrie, Xylem, führend im Bereich Wasserinfrastruktur, Wasseranalyse und Wasseraufbereitung aber auch Tomra Systems, der Weltmarktführer im Bereich Abfalltrennung, Abfallsortierung und Recycling.

Welche anderen (Umwelt)-Technologien spielen im Fonds eine wichtige Rolle?

Clemens Klein: Wasserstoff bzw. Brennstoffzellen, Meerwasserentsalzung, Wärmedämmung, oder effiziente Beleuchtungssysteme. Ein interessantes Unternehmen ist z.B. NEL ASA wegen Power to Gas- Energiespeicherung. Eines noch: Wo hohe Gewinnchancen, da auch höhere Risiken. Generell gilt für eine Investition in Umweltaktien, dass man eine entsprechende Risikobereitschaft mitbringen und auch stärkere Kursschwankungen vertragen muss.


Seit mehr als 10 Jahren gehen die Umweltschutzorganisation WWF und Erste Asset Management einen gemeinsamen Weg für den Klima und Umweltschutz. Der ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT, dessen Anlagepolitik der WWF mitträgt, berücksichtigt sowohl wirtschaftliche als auch soziale und ökologische Kriterien. Für die Aufnahme in das Portfolio kommen nur Unternehmen in Frage, die ihre Verantwortung beim Kohlendioxid-Ausstoß und Wasserverbrauch ernst nehmen. Ein Anlagebeirat mit dem WWF prüft, ob die strengen Umweltvorgaben und Ausschlusskriterien eingehalten werden. Diese Partnerschaft beinhaltet auch eine Unterstützung der WWF-Flusserhaltungs- und Klimaschutzprojekte. Immerhin kamen der Natur dadurch bereits mehr als zwei Millionen Euro zugute.

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A Secular Outlook - Emerging Markets

After the longest equity bull market ever over the past ten years, change is in the air for investors. Chief Strategist at Pictet Asset Management, Luca Paolini, gives his view on emerging markets for the next five years.

Further information on the outlook for different asset classes over the next five years can be found in Pictet Asset Management's Secular Outlook. Please find further information here and the full Secular Outlook here.


Über den Autor

Luca Paolini kam 2012 als Chefstratege zu Pictet Asset Management. Davor arbeitete er als Aktienstratege bei Credit Suisse Securities, wo er für die Vermögens-, Sektor- und geografische Allokation verantwortlich war. Von 2005 bis 2007 war er bei Union Investment als Anlagestratege tätig. Luca Paolini begann seine Karriere 2001 bei Allianz Dresdner Asset Management. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Bereich Asset-Allokation und Anlagestrategie wurde er zum Prokurist befördert. Luca Paolini hat einen Master in Volks- und Betriebswirtschaft von der SDA Bocconi School of Management in Mailand und ein Laurea Magistrale in Politikwissenschaften von der Universität Bologna.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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WTI versus Dubai - Begrenzte Preisdifferenz vor Inkrafttreten der neuen IMO-Vorschriften

von Nitesh Shah, Director Research und Rohstoffexperte beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree.

Neue Vorschriften in Bezug auf den Schwefelgehalt in Bunker- bzw. Schiffskraftstoffen, die von der Internationalen Maritime Organisation (IMO) erlassen wurden und ab Anfang 2020 gelten, dürften die Nachfrage nach schwefelarmen, leichten Rohölen wie den West Texas Intermediate (WTI) auf Kosten des schwefelreichen und schweren Rohöls erhöhen. Schwefelarme Rohöle erfordern eine weniger aufwändige Raffination, um sie zu Endprodukten zu verarbeiten, die den neuen Regularien entsprechen.

Infolgedessen sehen wir einen begrenzten Preisabschlag bei WTI-Rohöl im Verhältnis zum schwefelreicheren Dubai. Zwischen 2016 und 2018 weitete sich der Abschlag aus, da es bei Schweröl zu Lieferengpässen kam, während leichtere Öle reichlich vorhanden waren. Die Produktion von Schweröl ist im Zuge der angebotssteuernden Politik der OPEC und Kanadas sowie wegen des Produktionseinbruchs in Venezuela zurückgegangen. Unterdessen hat der Anstieg der Schieferöl-Förderung in den USA das Angebot an leichteren Rohölen weltweit erhöht. Da wir uns der Umsetzung der IMO Anfang 20201 nähern, ist es wahrscheinlich, dass die Nachfrage nach leichterem und schwefelarmem Rohöl steigt und damit die Preisdifferenz zwischen WTI und Dubai im Jahr 2019 sinken wird.

WTI_vs_Dubai_new.png


1) Die Internationale Maritime Organisation wird den Schwefelgehalt aller Schiffskraftstoffe ab 2020 auf 0,5 Prozent begrenzen, mit Ausnahme von Kraftstoffen, die in Regionen verbrannt werden, die bereits an niedrigeren Schwefelgrenzwerten liegen.

Bank of Japan officially enters the currency wars

The Bank of Japan’s stance at its July meeting is aimed at stopping the yen appreciating, explains Piya Sachdeva, Economist at Schroders.

The Bank of Japan (BoJ) today signalled readiness to expand stimulus “without hesitation” if downside risks to inflation were to rise.

Until now, the BoJ had acknowledged downside risks to both growth and inflation, but had given little explicit guidance that it would ease policy. It has kept more quiet than the Federal Reserve (Fed) and European Central Bank (ECB).

There were no major changes to the overall monetary policy framework at the BoJ’s July meeting. The short term policy rate was kept on hold at -0.1%, the 10-year government bond yield target kept at “around zero per cent”, alongside an unchanged ¥80tn annual pace of JGB purchases.

In its quarterly Outlook Report that accompanied the announcement, the BoJ yet again revised its inflation forecasts* down to 0.8% year-on-year (y/y) and 1.2% y/y in (fiscal year) 2019 and 2020, respectively. These exclude the effects of the upcoming consumption tax hike.

The growth projection for 2019 was edged down slightly to 0.7% y/y and remain unchanged at 0.9% y/y for 2020.

Ultimately, inflation well below its target is nothing new to the BoJ and its growth projections actually remain fairly healthy by Japanese standards.

Its “ready to act” stance is aimed at stopping the Japanese yen from appreciating against a backdrop of heighted expectations for easing from both the Fed and the ECB. In other words, the BoJ has officially entered the currency wars.

It is well known to investors that the BoJ has little to ease further, given that interest rates are already negative and a full blown asset purchase programme. We believe that the BoJ will be reluctant to ease further, but so far will be quite happy about its ability to keep the yen fairly stable.


This article has first been published on schroders.com.

Renminbi-Anleihen: Silberstreif am Horizont

Warum die Demografie in China die Internationalisierung des dortigen Markts für Lokalwährungsanleihen beschleunigt erklärt Cary Yeung, Head of Greater China Debt bei Pictet Asset Management.

Chinas alternde Bevölkerung könnte für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zum Problem werden, andererseits aber auch dazu beitragen, dass aus dem 13 Bio. US-$ schweren Anleihenmarkt eine internationale Anlageklasse wird.

Um zu verstehen warum, schauen wir uns zunächst den Zusammenhang zwischen Demografie, Ersparnissen und Zahlungsbilanz eines Landes an.

In China lag der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter – also derjenigen zwischen 15 und 64 – vor rund zehn Jahren auf dem höchsten Stand und wird UN-Prognosen zufolge bis 2030 auf 52 Prozent zurückgehen.

Da die Bevölkerung immer älter wird, steigen auch deren Gesamtausgaben – hauptsächlich für Gesundheit und Ruhestand. Die Rentenausgaben zum Beispiel steigen seit 2012 pro Jahr schneller als die Renteneinnahmen.

Die durchschnittliche jährliche Rentenlücke in China dürfte 2050 bei 1,41 Bio. RMB liegen, aktuell sind es 50 Mrd. RMB.1

Um diese Lücke zu schließen, muss das Land auf seine Ersparnisse zurückgreifen; diese dürften bis 2030 von einem Höchststand von 46% auf unter 40% des BIP fallen.

Aufgrund dieses Umstands sowie des gleichzeitigen Anstiegs der Ausgaben des Landes ist es nur eine Frage der Zeit, bis China sich in ein Leistungsbilanzdefizit manövriert – also mehr verbraucht als es produziert.

Diese Entwicklung hat entscheidende Konsequenzen für den chinesischen Anleihenmarkt.

Wenn es tatsächlich so weit kommt, muss das Land dieses Defizit finanzieren, indem es sich mehr Geld im Ausland beschafft. Mit anderen Worten, China wird von einem Kapitalexporteur zu einem Importeur.

Peking hat erkannt, was auf das Land zukommt, und ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um die Kapitalmärkte zu liberalisieren und seine Attraktivität für ausländische Investoren zu erhöhen.

Entscheidend für den Erfolg dieser Reformen ist die Öffnung des chinesischen Onshore-Anleihenmarkts.

Im Zuge der Aufnahme chinesischer Anleihen in die großen Benchmarks globaler Indexanbieter können Anleger nicht umhin, in diese Anlageklasse zu investieren.

Nach Einführung des „Bond Connect“-Programms 2017, das ausländischen Anlegern die Möglichkeit bot, in Hongkong ohne Onshore-Konto mit Anleihen zu handeln, ist China jetzt auch auf die Lieferung-gegen-Zahlung-Abwicklung umgestiegen, um die Abrechnungsrisiken zu minimieren.

Peking hat außerdem ausländischen institutionellen Anlegern eine dreijährige Steuerbefreiung auf Anleiheerträge bis November 2021 gewährt. Darüber hinaus plant die Volksrepublik China, die Vorschriften für Repo-Geschäfte und sonstigen Derivathandel für ausländische Anleger zu lockern.

Diese Schritte sowie weitere geplante Maßnahmen zur Öffnung des Markts sorgen dafür, dass RMB-Anleihen zunehmend Bestandteil internationaler Portfolios sind.

Im 1. Quartal 2019 befanden sich Anleihen im Wert von rekordhohen 271 Mrd. US-$ im Besitz ausländischer Anleger, Ende 2018 waren es nur 160 Mrd. US-$. Das liegt zum Teil auch daran, dass globale Indexanbieter chinesische Anleihen in ihre großen internationalen Anleihen-Benchmarks aufnehmen.

In den Global Aggregate Bond Index von Bloomberg-Barclays sind im April chinesische RMB-Anleihen eingezogen – diesem Beispiel werden weitere Indexanbieter folgen. Alles in allem dürfte die Aufnahme Chinas in die großen Indizes dem Land in den kommenden Jahren Zuflüsse von fast 300 Mrd. US-$ bescheren.

Internationale Anleger sind zurzeit mit weniger als 3 Prozent in der Anlageklasse investiert, aber die Volksrepublik China geht davon aus, dass sich dieser Anteil in den nächsten zehn Jahren auf 10–15 Prozent vervielfachen wird.

Korrelation und Währung

RMB-Anleihen weisen besondere Merkmale auf, sodass ihre Aufnahme in ein internationales Anleiheportfolio dessen Risiko- und Renditedynamik verändern kann.

Wie Abb. 1 zeigt, korrelieren die Renditen von RMB-Anleihen nicht sehr stark mit irgendeiner der großen globalen Anlageklassen – weder mit Anleihen noch mit Aktien.

ABB. 1 ES LEBE DIE UNABHÄNGIGKEIT

Korrelation chinesischer Onshore-Anleihen mit anderen Anlageklassen (%, 100 = perfekte Korrelation)

Quelle: Chinabond, JP Morgan, HSBC, Bloomberg. Alle Indizes auf Basis der Gesamtrendite und in US-Dollar, sofern nicht anders angegeben. Basierend auf monatlichen Daten vom 31.10.2008–31.12.2018.

Die Renditen von RMB-Anleihen sind höher als bei Staatsanleihen aus Industrieländern.

Die Rendite auf fünfjährige chinesische Staatsanleihen liegt bei 3,1%, im Vergleich dazu sind es 1,9% bei US-Staatsanleihen, -0,24% bei japanischen Staatsanleihen und -0,67% bei deutschen Bundesanleihen, jeweils mit gleicher Laufzeit.

Anleger in RMB-Onshore-Anleihen dürften auch vom Potenzial der chinesischen Währung, sich zu einer internationalen Währung zu entwickeln, profitieren. Mit diesem strukturellen Trend dürfte langfristig eine Aufwertung des Renminbi einhergehen, sodass sich Anlegern in Onshore-Anleihen eine weitere Renditequelle erschließt.

Die Internationalisierung der chinesischen Währung nimmt in Asien bereits Gestalt an.

Die Region hat sich zu einem regelrechten RMB-Block entwickelt, da die benachbarten Handelspartner Chinas Verträge in der chinesischen Währung abwickeln.

Der Renminbi ist zu einem wichtigen Anker für asiatische Währungen geworden. Unsere Ökonomen schätzen, dass die Schwankungen des Renminbi für 15% der Veränderungen bei asiatischen Wechselkursen verantwortlich sind – 2006 war sein Einfluss gleich null. Auf den RMB-Block entfallen rund 23% des weltweiten BIP, 2006 waren es gerade mal 5%.

Dies lässt darauf schließen, dass die globalen Zentralbankreserven in Zukunft zu 13% aus Renminbi bestehen werden, das Siebenfache des aktuellen Bestands.

Das chinesische Seidenstraßen-Infrastrukturprogramm „One Belt, One Road“, mit dem das Land die Kreditvergabe und den Handel in Renminbi ankurbeln möchte, dürfte die Internationalisierung des Renminbi ebenfalls beschleunigen, ebenso wie Kapitalzuflüsse in den Finanzmarkt des Landes und die Öffnung seines Versicherungs- und Bankensektors.

Risikomanagement

Chinesische Onshore-Anleihen entwickeln sich unübersehbar zu einer wichtigen Anlageklasse, auf die internationale Anleger in ihren diversifizierten Portfolios nicht mehr verzichten wollen. Anleger müssen jedoch eine sorgfältige Auswahl treffen.

Der jüngste Ausfall der börsennotierten Anleihe des chinesischen Einzelhändlers Neoglory hat rechtzeitig an die Risiken erinnert, die mit Unternehmen in stark verschuldeten Sektoren verbunden sind.

Wir sehen jedoch keine systemischen Refinanzierungsrisiken in der Anlageklasse. China tut viel dafür, um das Wachstum der Unternehmensverschuldung einzudämmen (siehe Abb. 2).

Durch diese gezielten Maßnahmen kann Peking einerseits die Schulden aus den Konjunkturbelebungsimpulsen der Vergangenheit abbauen und andererseits kleine und private Unternehmen unterstützen – die am meisten unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China zu leiden haben.

ABB. 2 AUF DER ZIELGERADEN

Gezielte politische Maßnahmen zum Abbau der Verschuldung im privaten Sektor

Quelle: Volksrepublik China, IWF, Pictet Asset Management, Daten vom 03.07.2019

Der Abstand zwischen Kreditwachstum und nominalem BIP hat sich von 7,3% im Jahr 2014 auf 1% in 2018 verkleinert.2

Ebenfalls beruhigend ist, dass die Ausfallrate Chinas mit weniger als 1,5% unter derjenigen vieler Industrie- und anderer Schwellenländer liegt.3

Der Markt für auf RMB lautende Onshore-Anleihen dürfte sich in den kommenden Jahren stark vergrößern, um den veränderten Erfordernissen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt Rechnung zu tragen. Aus den genannten Gründen können internationale Anleger diesen Markt einfach nicht mehr ignorieren.


1) Wuhan Universität und Chinese Academy of Labour and Social Security, Sustainability 2019,11, 1418; doi:10.3390/su11051418
2) Basierend auf der Differenz zwischen Sozialfinanzierung ohne Eigenkapital und nominalem BIP-Wachstum. Quelle: Pictet Asset Management, Refinitiv und CEIC
3)  Nachlaufende Ausfallquote 12 Monate bis April 2019. Quelle: Bank of America Merrill Lynch

Mehr zu chinesischen Anleihen:

Über den Autor

Cary Yeung kam 2014 als Leiter für Greater China Debt zu Pictet Asset Management. Zuvor war er bei Taikang Asset Management in Hongkong für den Bereich Fixed Income verantwortlich und Portfoliomanager für verschiedene asiatische Anlagen in festverzinslichen Produkten zuständig.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Chinese Growth Story – Was für eine Fortsetzung spricht

Johannes Scheuplein, Junior Fund Manager der Erste Asset Management, erklärt, warum der Handelskrieg mit den USA nicht das Ende der Entwicklungsgeschichte bedeutet und was für die Fortsetzung der Wachstums-Story Chinas spricht.

Beginnen wir mit dem Offensichtlichem: Der Handelskonflikt traf die Märkte im Mai hart und das chinesische Wirtschaftswachstum hat weiter an Dynamik verloren. Allerdings kann der Handelskonflikt nicht ewig weitergehen.

Trump hat seine Kandidatur für die nächsten Präsidentschaftswahlen angekündigt, und wenn er sein Image als pragmatischer Geschäftsmann aufpolieren möchte, so sieht er sich gezwungen mit China ein Handelsabkommen zu schließen.

Sein Wahlkampf 2016 stützte sich auf drei Wahlversprechen. Das erste – Deregulierung und Steuersenkungen – hat er eingehalten. Das zweite – die Lösung des Immigrationsproblems und der Bau einer Mauer, für die Mexico zahlen soll – ist nach wie vor ungelöst. Daher besteht für Trump eine gewisse Dringlichkeit beim dritten Wahlversprechen – die Handelsbedingungen zwischen den USA und China neu zu ordnen – einen Erfolg zu verbuchen. Obwohl der Handelskrieg zu einem Technologiekrieg ausgeweitet und das chinesische Unternehmen Huawei hart getroffen wurde, hat China in Form von Rohstoffen auch Druckmittel gegenüber den USA und darüber hinaus genügend Möglichkeiten die Auswirkungen des Handelskrieges zu mildern.

Mit dem US-China-Friedensabkommen und der weicheren Haltung gegenüber Huawei haben sich zudem die Gespräche während des G20-Gipfels als konstruktiv erwiesen. Interessanterweise wurden die Zugeständnisse von US-Seite angekündigt und von den Chinesen nicht vollständig bestätigt. Ist dies ein weiterer Hinweis darauf, dass China die Oberhand hat und die USA einen Deal wirklich dringend brauchen?

Spielraum für Geldpolitik

Wachstums-Story China LeitzinsenAbbildung 1, Quelle: Bloomberg

Im Vergleich zu den meisten Industriestaaten hat China nach wie vor Spielraum für geldpolitische Maßnahmen (siehe Abbildung 1). Die jüngsten Fiskalpolitik konzentrierte sich eher auf Steuersenkungen (so wurden letztes Jahr Senkungen im Umfang von 1,4% des BIP und heuer von etwa 2% des BIP angekündigt) anstelle von Infrastrukturinvestitionen.

Aufgrund der hohen Sparquote (etwa 40% des verfügbaren Einkommens, verglichen mit 10% in den USA) könnte sich der Effekt nicht unmittelbar einstellen, doch auf lange Sicht sollten die Steuersenkungen zu einer besseren Ressourcenallokation führen, da Individuen und Unternehmen bei der Veranlagung überschüssiger Ersparnisse Risiko-Ertrags-Erwägungen miteinbeziehen werden.

Die höheren Ersparnisse werden auch den jüngsten Kreditboom relativieren. Wenn man die Ersparnisse in Betracht zieht, so erscheint die Nettokreditsumme weniger überwältigend. Darüber hinaus könnten Ersparnisse auch das sich verlangsamende Kreditwachstum kompensieren.

Wachstums-Story China Sparquote Abbildung 2, Quelle: Bloomberg

Von Alibababa zur politischen Struktur

Die politische Struktur Chinas kommt langfristigen strukturellen Entscheidungen ebenfalls entgegen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern verfügt in China die Regierung über die Möglichkeit, unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen, die sich langfristig bezahlt machen, da sie bei keiner Wählerschaft auf Stimmenfang gehen müssen. Dies führt zu einer höheren Stabilität bei politischen Entscheidungen mit einem langfristigen Zeithorizont.

Dies ist bei Langzeitprojekten wie China 2025 und der Belt Road Initiative (BRI) augenscheinlich. Die BRI zielt auf höhere Marktintegration ab. Die Infrastrukturinvestitionen könnten zu einer verringerten Abhängigkeit von den USA führen und Ricardianischem Wachstum analog zur Europäischen Integration führen.

Ein höheres Handelsvolumen in Renminbi (RMB) könnte auch den Anspruch des RMB, zu einer Leitwährung zu werden, stärken und gleichzeitig die Verwundbarkeit gegenüber der US-amerikanischen Strategie, den US-Dollar als Waffe in geopolitische Konflikte einzubringen, verringern.

Was China 2025 angeht, so lässt sich beobachten, dass China mehr und mehr versucht , in der Wertschöpfungskette weiter nach oben zu klettern. Der Technologiesektor im Speziellen ist ein gutes Beispiel, dass China zunehmend unabhängiger vom Rest der Welt wird.

Alibaba, Baidu und Tencent sind alles chinesische Unternehmen, die konkurrenzfähige Alternativen zu Amazon, Google und Co anbieten. Auch an der Front der Elektromobilität ist China sehr gut aufgestellt, da man bereits sehr früh mit Subventionen angefangen hat.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich alles um strukturellen Wandel dreht. Der hohe Anteil an staatlichen Unternehmen in der chinesischen Volkswirtschaft und die schwachen Urheberrechte bergen ein enormes Potential an Ineffizienzen, die in Zukunft behoben werden können.

Eine der Hauptaufgaben, mit denen sich China konfrontiert sieht, ist die Stärkung des Privatsektors und die Verringerung der Export- und Investitionsabhängigkeit durch die Erhöhung privater Ausgaben. China hat offensichtlich Bestrebungen in diese Richtung etwas zu tun. Die Reformthemen der Kommunistischen Partei Chinas beinhalten u.a. die Verbesserung der Sozialversicherung mittels einer Gesundheits- und Pensionsvorsorgereform. Eine verbesserte Sozialversicherung könnte letztlich zu einer Reduktion der Sparquote und somit zu erhöhtem Konsum führen.

Der Handelskonflikt sollte generell nicht als Übel angesehen werden, sondern als Chance für weitere Reformen in China. Angesichts des Drucks seitens der USA und des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums könnte sich China in Zukunft weiter dazu verpflichten geistiges Eigentum zu schützen.

Genau das wäre eine gute Neuigkeit für China-Investoren. Die Öffnung der Wirtschaft wird China die Möglichkeit geben das Wachstum durch Technologietransfers weiter voranzutreiben. Es gibt bereits Beispiele von Joint Ventures mit Unternehmen wie z.B. BMW, in denen ausländische Unternehmen einen Mehrheitsanteil halten.

Die Quintessenz ist letztendlich, dass noch ein enormes Verbesserungspotenzial besteht und dass China bereits dabei ist, seine strukturellen Probleme in Angriff zu nehmen. Obwohl große Unsicherheit besteht, scheint es das Risiko wert zu sein. Insbesondere vor dem Hintergrund der Integration Chinas in die globalen Finanzmärkte kann man davon ausgehen, dass die Aufnahme in große Benchmark-Indizes im Anleihen- und Aktienbereich weiter Impulse liefern wird. Die Wachstums-Story von China ist noch nicht vorbei.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

What is “energy transition” and why does it matter to investors?

The switch to renewable energy is gathering pace and is likely to prove hugely disruptive, explains Mark Lacey, Head of Commodities at Schroders.

Renewable energy is well on its way to becoming a core part of our energy mix. In May this year, the UK went a full week without using coal to generate power for the first time since 1882. Clean energy sources are increasingly being used as cost effective and low emission alternatives to coal, oil and gas.

But renewable energy makes up just a small part of the global energy mix at present. This needs to rise substantially if we are to meet climate targets, including the Paris agreement designed to limit temperature rises to 2°C. We therefore need a rapid switch to renewable sources of energy.

There have been two previous transitions to new sources of energy: from traditional biofuels (such as wood) to coal in the late 19th century, and from coal to oil and gas in the mid 20th century. The chart below shows how the global energy mix has changed since 1800.

Change-in-global-energy-consumption-283180.jpg

As the chart shows, renewables are currently just a small part of the picture. But we think they could reach a 30-40% share of the total mix in the next 30 years.

Both of the two previous energy transitions were long-term structural changes that proved hugely disruptive. Use of coal was spurred by the introduction of the steam engine. The transition to oil & gas was driven by the move to the internal combustion engine. These technologies then powered enormous changes in society.

While full adoption of coal took around 70 years and full adoption of oil and gas took around 50 years, we think the full adoption of renewables will take closer to 30 years, essentially happening much more quickly. This is because it will be driven by forced change; the severity of the threat posed by climate change means government policy simply has to support the energy transition to renewables. 

But switching to energy generated by renewables and away from fossil fuels is only one part of the energy transition. Just as crucial is the development of the infrastructure needed to enable the switch. For example, wind and solar farms can generate a huge amount of power when it’s windy or sunny, but this will need to be stored until it’s needed by consumers.

Similarly, there will need to be huge investment in the transmission and distribution networks to support increased demand for electricity rather than other forms of energy. In addition, a significant amount of investment is needed to make the entire system more efficient and this involves a large amount of technology-driven investment. An important part of this demand is the growing popularity of electric vehicles and therefore new, large-scale charging infrastructure for these will be needed.

To sum up, when we talk about energy transition, generating power from renewables is only part of the picture. The mass introduction of electric transport infrastructure, energy storage, improved transmission and distribution networks, coupled with the increased usage of technologies to improve energy efficiency, are all part of the transition too. We expect this to prove hugely disruptive to the energy industry over the next few decades.


This article has first been published on schroders.com.

Starker Juni bringt Höchststände

„Sell in May and go away“ wäre diesmal ein schlechter Rat gewesen, denn im Juni wurde die Korrektur aus dem Mai nahezu völlig aufgefangen, der US-Aktienmarkt (S&P 500 Index) erzielte sogar ein neues Allzeithoch. Die Wertentwicklung 2019 liegt auch global wieder im zweistelligen Bereich – und das bereits zur Jahresmitte! Ausschlaggebend waren wohl nicht fundamentale Daten, die Konjunkturverlangsamung ist ja weiterhin gegeben, sondern die in Aussicht gestellte monetäre Lockerung der US-Notenbank und infolge auch der EZB und anderer führender Notenbanken. Die Erwartung fortgesetzter Liquiditätspolitik lässt auch eine Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China oder den USA-Iran-Konflikt in den Hintergrund treten.

Gewinner der ersten Hälfte 2019 war sicherlich Russland und damit Osteuropa, auch Europa hat gut aufgeholt, das sah nach dem ersten Quartal noch schlechter aus. China und damit auch Emerging Asia sind im 2. Quartal zurückgefallen, verständlich angesichts des von den USA ausgehenden Handelsstreits.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Globale Konjunktur: Pro und Contra bei Konjunkturdaten

Bei den Konjunkturdaten stehen weiter rückläufige Frühindikatoren für Produktion und Export infolge des Handelskonflikts den bislang stabilen Arbeitsmarkt- und Konsumdaten sowie den positiven Managerumfragen im Dienstleistungsbereich gegenüber. Auch die Entwicklung am Immobilienmarkt zeigt zwar eine gewisse Konsolidierung auf hohem Niveau, aber noch keine Anzeichen einer nachhaltigen Schwächung. Dennoch, die rückläufige Inflationsentwicklung und insbesondere die zuletzt deutlich niedriger gepreisten Inflationserwartungen könnten für die US-Notenbank FED Leitzinssenkungen rechtfertigen, wenngleich die aktuelle US-Konjunktur und die bis dato geringe Arbeitslosenrate solche Maßnahmen derzeit nicht zwingend notwendig erscheinen lassen.

Positive und negative Einflussfaktoren gleichen sich derzeit nicht nur bei den Wirtschaftsdaten, sondern auch bei den Unternehmensdaten aus. Die Stimmung am Aktienmarkt hat sich durch die Erholung im Juni wieder aufgehellt und auch die technische Analyse ergibt ebenso wie die Marktbreite ein konstruktives Bild.

Aktien USA und Europa: Rally trotz abflauender Konjunktur

Obwohl der Höhepunkt in den Gewinnwachstumsraten im Verlauf des Vorjahres erreicht wurde, sind die Zuwachsraten der letzten 12 Monate immer noch deutlich positiv. Die Gewinnschätzungen wurden zwar angesichts einzelner Warnungen von Unternehmen zuletzt wieder mehrheitlich nach unten revidiert, dennoch stellt sich das erwartete Gewinnwachstum im zweiten Halbjahr 2019 und für 2020 trotz abflauender Konjunkturdynamik noch immer durchaus positiv dar.

Die relative Performance zwischen Large Caps und Small Caps in den USA bewegt sich in Zyklen. Seit 2016 haben sich die Aktien der großkapitalisierten Werte mit wenigen Unterbrechungen wesentlich besser entwickelt als die Aktien kleinerer Titel. Nunmehr hat diese Outperformance neue Höchststände erreicht. Eine vorläufige Gegenbewegung käme daher nicht unerwartet. Noch dazu, wo die eher binnenmarktorientierten kleineren Werte weniger vom laufenden Handelskonflikt der USA mit China betroffen sein sollten. Wir haben uns hier entsprechend positioniert.

Niedrige Zinsen und ein solider Konsumsektor stützen das Wachstum

Der vereinbarte Waffenstillstand im Handelskrieg zwischen den USA und China steht auf dünnem Eis und ist so unsicher, dass womöglich ein einziger Tweet von US-Präsident Donald Trump ausreichen würde, um ihn zunichte zu machen. Die Unsicherheiten rund um den Handelskonflikt und seine möglichen Folgen scheinen der globalen Produktion und dem Handel mehr Schaden zugefügt zu haben, als zunächst angenommen. Vor allem China bekam die Auswirkungen des Handelskrieges zu spüren: Bis Ende Mai gingen die Warenexporte in die USA um 14 Prozent zurück. Daneben wirkt sich der Handelskrieg störend auf die Lieferketten aus und sorgt für rückgestellte Investitionen, da Unklarheit über die Produktionsstandorte herrscht. „Dennoch bleiben unsere Wachstumsprognosen positiv“, sagt Tim Drayson, Head of Economics bei Legal and General Investment Management (LGIM).

Gründe dafür hat der Experte einige. So habe unter anderem der Rückgang der globalen Rendite dazu beigetragen, dass der Dienstleistungs-Sektor und die Beschäftigungsrate relativ gut gesichert sind. Darüber hinaus hätten sich die US-Rezessionsindikatoren in den letzten Monaten hinsichtlich der Margen verbessert, da der Druck auf die Schuldendienstkosten nachließ. „Besonders hervorzuheben sind die soliden US-Verbraucherdaten und die niedrige Inflation, die für höhere Realeinkommen sorgt. Der Wohlstand nimmt zu und Kredite sind leichter zugänglich“, führt Drayson fort. Auch das Verbrauchervertrauen sei sehr hoch und stehe im Einklang mit einem anhaltend robusten Wachstum der Konsumausgaben, die mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmachten. „Die Produktionsindustrie hingegen macht nur acht Prozent der Beschäftigungsrate aus. Sofern dieser Wirtschaftsbereich nicht signifikant nachlässt, ist eine Rezession unwahrscheinlich“, resümiert Drayson.

Niedrige Hypothekenzinsen dürften auch den Wohnungsmarkt stützen. Zwar haben Wohnungsbauinvestitionen das Wachstum in den vergangenen Quartalen geschmälert, in der zweiten Jahreshälfte könnten sie sich jedoch positiv entwickeln. „Sollte es nicht zu einer Eskalation im Handelskrieg kommen, dürfte das Gesamtwachstum positiv ausfallen, selbst wenn die Unternehmensinvestitionen stagnieren“, so Drayson.

Neben dem Ausgang der Handelsgespräche seien auch die Haushaltsgespräche im Kongress der Vereinigten Staaten entscheidend: „Bleibt eine Einigung aus, steht die USA vor einer moderaten Fiskalklippe, denn die diskretionären Ausgaben würden 2020 bedingt durch die Budgetobergrenze unter der bestehenden Gesetzgebung um drei Prozent sinken.“

Zusammenfassend geht der Experte davon aus, dass der Zyklus weiter anhalten und das Wirtschaftswachstum 2020 weiter zunehmen werde. „Die Hauptrisiken ergeben sich aus politischen Fehlern, die hinsichtlich des Handelskriegs und in der Fiskalpolitik entstehen könnten. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass jeder Schock durch die Bereitschaft der Fed abgefedert wird, auf Anzeichen von wirtschaftlicher Schwäche zu reagieren“, schließt Drayson.

Marktausblick für das 2. Halbjahr 2019

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Das erste Halbjahr 2019 ist vorbei. Auf dem Finanzmarkt verzeichneten viele Wertpapierklassen deutliche Kursanstiege. Gleichzeitig deutete die fallende Tendenz bei zahlreichen Wirtschaftsindikatoren auf eine Abschwächung des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes hin. Lesen Sie in unserem Marktausblick, wie das zusammenpasst.

Stagnation im Fertigungssektor

Zwischen der 2. Jahreshälfte 2018 und dem 1. Quartal 2019 ist die Weltwirtschaft am Potenzial gewachsen. Das ist jener Wert, der langfristig erwartet werden kann  – das heißt über einen Wirtschaftszyklus hinweg betrachtet. Das Potenzial-Wachstum liegt zwischen 2,5 und 3 Prozent. Der Gütersektor musste eine Abschwächung hinnehmen: Sowohl das Wachstum der Industrieproduktion als auch jenes der Unternehmensinvestitionen ist auf ein niedriges Niveau gefallen.

Die Güterexporte schrumpften sogar. Die Frühindikatoren für diese Sektoren, wie etwa der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Sektoren“, Zeitreihe „Manufacturing Overall“, Quelle: JP Morgan) zeigen eine weitere Abschwächung in Richtung Stagnation an: für die Produktion und die Investitionen beziehungsweise eine weitere Schrumpfung der Güterexporte.

Erosion im Servicesektor

Im Unterschied dazu blieb der Servicesektor bis zum ersten Quartal vergleichsweise stark. Der globale Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor ist im Juni zwar leicht angestiegen, der rückläufige Trend seit dem vergangenen Jahr ist aber eindeutig (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Sektoren“, Zeitreihe „Services Business Activity“, Quelle: JP Morgan).

Globaler Einkaufsmanagerindex, Sektoren

marktausblick Winzer Grafik Quelle: JP Morgan. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Wachstum unter Potenzial

Betrachtet man die Unterkomponente „Output“ für die beiden Sektoren Fertigung und Services zusammen, schlägt der letzte Wert (51,2) ein Wachstum des realen globalen Bruttoinlandsproduktes zwischen 2,0 und 2,5 Prozent auf das Jahr hochgerechnet vor (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten“, Zeitreihe „All-industry Output/business activity“).

Abschwächung des Beschäftigungswachstums

Der Arbeitsmarkt ist in vielen Teilen der Welt Dank der wirtschaftlichen Boom-Phase der vergangenen Jahre nach wie vor kräftig, sprich: die Arbeitslosenraten sind niedrig, und das Lohnwachstum steigt langsam aber doch an. Das unterstützt das Einkommens- und Konsumwachstum.

Allerdings sind auch hier Abschwächungstendenzen erkennbar (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten“, Zeitreihe „ All-industry Employment). Sollte das Wirtschaftswachstum tatsächlich unter Potenzial fallen, würde das mit einer Abschwächung des Beschäftigungswachstums einhergehen.

Abwärtsdruck bei der Inflation

Die Inflationsraten in den entwickelten Volkswirtschaften sind niedrig. Gleichzeit fallen sowohl die markt- als auch die umfragebasierten Inflationsindikatoren (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten“, Zeitreihe „All-industry Output Prices“).

Zusammen mit dem Wirtschaftswachstum unter dem Potenzial hat sich das Risikoprofil für den Inflationsausblick markant verschoben, nämlich von einer ansteigenden Inflation in Richtung einer fallenden Inflation.

Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten

marktausblick Winzer Grafik 2Quelle: JP Morgan. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Abnahme der politischen und geldpolitischen Risiken

Gleichzeitig haben aufgrund von zwei Entwicklungen die nach unten gerichteten Risiken abgenommen:

  • Erstens wurde Ende Juni am Rande des G20-Treffens in Japan eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen China und den USA verkündet. Damit ist die Gefahr einer unmittelbaren Eskalation im Handels- und Technologiestreit vom Tisch. Bis auf weiteres werden die USA keine weiteren Zollanhebungen auf chinesische Importe vornehmen. Die mittel- und langfristigen Konfliktpotenziale bleiben natürlich bestehen.
  • Zweitens haben zahlreiche Zentralbanken eine Veränderung der geldpolitischen Ausrichtung auf Lockerung vorgenommen. Für die USA werden Leitzinssenkungen im Ausmaß von insgesamt einem Prozentpunkt innerhalb eines Jahres in den Marktpreisen reflektiert. Eine Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte Ende Juli ist sehr wahrscheinlich. Noch vergangenen September ging man von Leitzinsanhebungen um insgesamt 0,8 Prozentpunkte aus.

Lockerung der Geldpolitik

Die bis Ende 2018 begonnene Normalisierung der Leitzinsen (Anhebungen) und der Zentralbankbilanz (Schrumpfung) stand im Widerspruch zur Konjunkturabschwächung.

Nunmehr deuten Zentralbanken Lockerungsschritte an beziehungsweise haben bereits einige Zentralbanken mit Leitzinssenkungen reagiert. Die verwendeten Argumente der Zentralbanken können in drei Kategorien unterteilt werden:

Erstens, geringer Spielraum

Der Abstand der Leitzinsen zur Zinsuntergrenze ist bei den meisten Zentralbanken gering. In der Vergangenheit reagierten Zentralbanken auf eine Rezession mit Leitzinssenkungen im Ausmaß von mehreren Prozentpunkten . Das ist nun nicht mehr möglich. Leitzinsen können nur noch in einem geringen Ausmaß in den negativen Bereich abgesenkt werden.

Zweitens, erhebliche Schätzfehler

Um die Kernvariablen Beschäftigung und Inflation zu prognostizieren, verwenden die Zentralbanken zahlreiche volkswirtschaftliche Modelle. Jede Modellprognose hat jedoch Schätzfehler. Darum blicken die Zentralbanken nicht nur auf Punktprognosen, sondern auch auf die Streuung und verwenden aufgrund der inhärenten Modellunsicherheit nicht nur ein sondern mehrere Modelle. Seit einigen Jahren treffen die vom Zustand des Arbeitsmarktes abgeleiteten Inflationsprognosen (Anstieg) nicht zu. Die sogenannte Phillips-Kurve (Zusammenhang von Inflation und Arbeitslosenrate) ist verstärkt einer kritischen Betrachtung ausgesetzt. Zudem ist die Modellierung eines Handelskonfliktes mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Darüber hinaus gibt es eine große Bandbreite bei der Schätzung des neutralen Leitzinssatzes. Das ist jener Zinssatz der weder dämpfend noch unterstützend auf das Wirtschaftswachstum wirkt. Die ersten beiden Punkte implizieren rascher als früher auf eine Eintrübung des Umfeldes zu reagieren.

Drittens, Veränderung der Reaktion

Wie soll die Zentralbank auf das volkswirtschaftliche Umfeld reagieren? Aktuell geht es vor allem um die Frage, ob die Vergangenheit berücksichtigt werden soll. In vielen Ländern war die Inflation über Jahre hinweg unter dem Inflationsziel der jeweiligen Zentralbank. Wenn das langfristige Inflationsziel der Zentralbank erreicht werden soll (oftmals bei 2 Prozent), würde das eine angestrebte Inflation für die kommenden Jahren erforderlich machen, die über dem Inflationsziel liegt. Wenn die Zentralbanken tatsächlich auf eine solche Sichtweise umstellen, würde das eine noch lockerere geldpolitische Haltung bedeuten.

Marktausblick

Die wichtigsten Gründe für die umfassenden Kursanstiege können mit der vergleichsweise frühen Reaktion der Zentralbanken auf die Eintrübung des volkswirtschaftlichen Umfelds sowie dem „Waffenstillstand“ zwischen den USA und China erklärt werden. Für den Marktausblick auf des 2. Halbjahr geht es vor allem um eine Frage: Wie kräftig wird der schwache Gütersektor den Servicesektor, die Beschäftigung und die Inflation beeinflußen?

Dies wird die Gewinnentwicklung der Unternehmen maßgeblich beeinflussen. Im 4. Quartal 2018 und im 1. Quartal 2019 sind die Gewinne  geschrumpft. Solange es die Zentralbanken schaffen, das Wirtschaftswachstum etwas unter dem Potenzial zu stabilisieren und kein externer Schock eintritt (Handelsstreit, „harter“ Brexit, Krieg mit dem Iran), bleibt der Ausblick vorsichtig optimistisch für die risikobehafteten Wertpapierklassen (Aktien, Anleihen mit höherem Kreditrisiko, Unternehmensanleihen). Mit einer Fortsetzung der überdurchschnittlichen Kursanstiege sollte jedoch nicht gerechnet werden.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Investment-Chancen in die moderne Pharmaindustrie

Neben den Anwendungen an Patienten, die sich nebenwirkungsarme Linderung von Volkskrankheiten sowie seltenen, schweren Krankheiten erhoffen dürfen, wird durch absolvieren von klinischen Studien eine Patentierung vollzogen, die Investoren berechtigt aufhorchen lässt, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

So betrachtet man beispielsweiße den Branchen Primus der Cannabinoiden Medizin - GW Pharmaceuticals - aus Großbritannien.

Das von GW patentierte Medikament „Sativex“ wird bereits in mehreren Ländern zur Behandlung von Multiplen Sklerose Spastiken angewandt. Dieses Medikament besteht ca. im Verhältnis 1:1 aus synthetischem THC, das unter dem Prädikat „Dronabinol“ bekannt ist, und natürlichem 
Cannabidiol (CBD).

Gegenwärtig liegt die größte Erwartung auf dem Medikament „Epidiolex“.

2018 gelang es GW das erste pflanzliche Cannabismedikament von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) zuzulassen. Das CBD-Medikament wurde zur Behandlung von zwei seltenen und schweren Formen der Epilepsie zugelassen.

GW meldete für das Medikament im Q4 einen höheren Umsatz als die Analysten erhofften. Bis Anfang des Jahres schien das GW-Vertriebsteam mit rund 70 % aller Epilepsie behandelnden Ärzte Kontakt aufgenommen zu haben. Epidiolex wird bereits für mehr als 80 % der Amerikaner mit einer privaten Krankenversicherung, 90 % der Managed-Medicaid-Verwender sowie 99 % der staatlichen Medicaid-Versicherten Kosten übernommen und angewandt.

Laut Analysten kann allein in den USA das Medikament Epidiolex jährlich einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar erwirtschaften. Nun liegt der Fokus weitergehend auf der europäischen Zulassung von Epidiolex, was GW in diesem Jahr erwartet.

Weitere Zulassungen für die Medikamente Sativex und Epidiolex werden nicht nur für Regionen, sondern auch Krankheitsbilder erwartet. GW arbeitet an verschiedenen Cannabinoid-Präparaten, die etwa gegen Tuberkulosekomplexes (TSC), Autismus-Spektrum-Störungen, Glioblastom (Gehirntumor) sowie Schizophrenie therapieren sollen.

Auch wenn GW nun ein Vorreiter der Cannabinoiden Pharmazie ist, halten sie natürlich kein Monopol auf die Patentierung von Cannabinoiden. Dutzende vielversprechende Unternehmen forschen an Cannabis-Medikation für ein breites Anwendungsspektrum. Betrachtet man nun die Investitionschancen in die Cannabinoide Medizin kann man erwartungsvoll in die Zukunft blicken.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 6 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Wasserstoff-Fahrzeuge: Endlich vor dem Durchbruch?

Jules Verne beschrieb in seinem Roman „Die geheimnisvolle Insel“ bereits 1874 „Wasser als Brennstoff der Zukunft“. Die Bemühungen um wasserstoffbetriebene Fahrzeuge weckten seither jedoch eher Assoziationen mit Samuel Becketts „Warten auf Godot“. In den letzten Jahren liefen ihnen zudem Batteriefahrzeuge den Rang ab. Wasserstoffantriebe könnten dennoch das zentrale Element künftiger E-Mobilität bilden, möglicherweise auch in Koexistenz mit dem Batterieantrieb, erklärt Stephan Meier, Investment Writer bei der Raiffeisen KAG.

Wasserstoff ist energiereich, faktisch unbegrenzt verfügbar und als Verbrennungsprodukt fällt im Grunde nur Wasser an. Trotz dieser positiven Voraussetzungen gibt es bislang nur sehr wenige wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, vor allem aufgrund technologischer Hürden und mangelnder Wirtschaftlichkeit. In einigen Bereichen ändert sich das aber zusehends.

Wasserstoff ist im Universum zwar das häufigste Element, in freier Form auf der Erde aber kaum verfügbar. Er wird heutzutage vorrangig aus Erdgas extrahiert, zum Teil auch aus Erdöl oder Biomasse. Dabei wird mit den Standardverfahren jedoch ähnlich viel CO2 freigesetzt wie beim Verbrennen von Öl und Gas. Nur sehr wenig Wasserstoff wird derzeit durch das Aufspalten von Wasser (Elektrolyse) erzeugt. Dieses Gewinnungsverfahren macht den eigentlichen grünen Reiz einer Wasserstoffwirtschaft aus, benötigt aber viel Elektroenergie. Wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist es nur, wenn dafür Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingesetzt wird, vorzugsweise solcher, der ohnehin gerade nicht anderweitig verwendbar ist.

Dieser könnte in Form von Wasserstoff zugleich kostengünstig gespeichert werden. Damit ließe sich auch ein ganz zentrales Problem beim Ausbau erneuerbarer Energien lösen. Denn nur mit Speichermöglichkeiten, für die bei Wind und Solar zeitweise anfallenden Stromüberschüsse, ist der Ausbau dieser Energiegewinnung wirklich sinnvoll. Pumpspeicherwerke oder Batterien werden dafür bei weitem nicht ausreichen. Erneuerbare Energiegewinnung und den Transportsektor koppeln zu können, ist ein Hauptargument für den Wasserstoff. Laut einer deutschen Studie aus dem Jahr 2017 könnte allein die Überschussleistung der bis 2050 geplanten Wind- und Solarkapazitäten den gesamten deutschen Straßenverkehr mit Wasserstoff versorgen. Im Fahrzeugbereich ließe sich Wasserstoff ganz konventionell in einem Ottomotor verbrennen.

WASSERSTOFF: THEMA FÜR GROSSFAHRZEUGE IM DAUERBETRIEB – WENIGER FÜR PKWS

Die Fahrzeughersteller konzentrieren sich aber eher auf den Elektroantrieb mit Hilfe einer Brennstoffzelle. Die Gesamtkosten für Anschaffung und Betrieb eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs (Fuel Cell Electric Vehicle, kurz: FCEV) liegen dabei noch weit über denjenigen von Batterie- oder Verbrennungsfahrzeugen und die Energiebilanz für den Gesamtprozess (Strom zu Strom) ist sehr dürftig. Inklusive Herstellen, Speichern und anschließendem Rückverstromen von Wasserstoff beträgt der Wirkungsgrad derzeit weniger als 50 %. Batterien sind da weit effizienter. Doch ihre Herstellung verschlingt oft enorme Ressourcen, sie sind schwer, groß und nur begrenzt verfügbar. Für Schwerlastanwendungen mit großen Reichweiten und Dauerbetrieb (LKWs, Busse, Schiffe, Züge) sind Batterieantriebe kaum geeignet. Hier werden weltweit in wachsendem Maße Brennstoffzellen eingesetzt, zumal die benötigten Wasserstofftanks sich dort besser unterbringen lassen und die erforderliche Infrastruktur überschaubarer ist. Bei PKWs hingegen bleiben Batterien wohl auf absehbare Zeit das Mittel der Wahl für E-Mobilität.

ZAHLREICHE HERAUSFORDERUNGEN

Bislang muss Wasserstoff für Lagerung, Transport und Bereitstellung stark komprimiert oder verflüssigt werden. Das kostet abermals Energie, erfordert teure Betankungsanlagen und birgt Sicherheitsrisiken. Einen Ausweg bieten möglicherweise neue Metallhydrid- und LOHC-Technologien. Flüssige organische Wasserstoffträger (Liquid Organic Hydrogen Carriers, kurz: LOHC) können durch chemische Reaktion Wasserstoff aufnehmen und wieder abgeben. In LOHC gespeicherter Wasserstoff ist völlig ungefährlich und für den Transport lässt sich die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen, etwa Pipelines oder Tanklaster. Der Trägerstoff LOHC ist dabei hunderte Male verwendbar. Vor allem für stationäre Speicherung und für Großfahrzeuge wie Busse, Schiffe oder Züge könnte er deutliche Vorteile bieten und bei großen Speichermengen sehr viel günstiger sein als Batterien. Für PKWs ist das LOHC-Konzept auf absehbare Zeit nicht umsetzbar.

Mit sehr viel höheren Stückzahlen ließen sich die Kosten für Herstellung und Betrieb von FCEV und die nötige Infrastruktur deutlich senken, doch verhindern die hohen Preise bislang eine entsprechende Nachfrage. Genau diese Kostendegression gibt es derzeit bei batteriebetriebenen Elektroautos (Battery ElectricVehicle, kurz: BEV). Deshalb und aufgrund des hohen regulatorischen Drucks zur CO2-Reduktion forcieren fast alle Automobilhersteller gegenwärtig die Batterietechnologie. Zwar verfolgen sie den Wasserstoffantrieb meist trotzdem weiter. Das Risiko besteht jedoch, dass gerade die europäischen Autokonzerne sich zu sehr auf den Batterieantrieb fixieren und Alternativen wie Wasserstoff zu wenig beachten. China dagegen betrachtet Wasserstoff und die Brennstoffzelle offenbar als essenzielle Zukunftstechnologien, potenziell sogar noch vor Batteriefahrzeugen. Mittels hoher Subventionen und Investitionen sollen auch hier die notwendige kritische Masse und die globale Technologieführerschaft erreicht werden.

Eine Studie des Forschungszentrums Jülich sieht in etwa vergleichbar große Kosten für Aufbau und Betrieb einer BEV-respektive FCEV-Infrastruktur. Sie empfiehlt eine intelligente Kombination beider Konzepte, statt eines Entweder-oders, um die jeweiligen Stärken beider Technologien auf verschiedenen Anwendungsfeldern zu verbinden.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Elektromobilität“ finden Sie links als PDF.

Cybersicherheit: Die Sterne stehen günstig

Geopolitische Spannungen, mehr Regulierung und das neue 5G. Dieses ungleiche Sternentrio strahlt über der Cybersicherheitsbranche und deren Anlegern, so das Advisory Board von Pictet Asset Management.

Trumps Angriff auf Huawei machte einmal mehr deutlich, dass der Handelskrieg mit China viel bedeutsamer ist als das US-Handelsdefizit. Im Wesentlichen geht es bei dem Streit um die nationale Verteidigung – ein Segen für die Sicherheitsbranche und diejenigen, die darin investieren. 

ABB. 1 AUSGABEBOOM

Weltweite Ausgaben für Sicherheitslösungen, in Mrd.US-$ 

Quelle: IDC, 2018 

In einer Welt, in der Informationen Macht bedeuten, ist es mehr der digitale als der physische Raum, der am meisten geschützt werden muss – das hat die russische Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen in den USA 2016 über soziale Medien eindrucksvoll gezeigt.

Die Abwehr disruptiver Angriffe sowie der Schutz von Informationen und der Bürger vor Datenausschleusung und potenziell schädlichen Einflüssen sind zu nationalen Prioritäten für viele Industrieländer geworden.

Die globalen Ausgaben für Cybersicherheit wachsen um rund 10% pro Jahr – das ist dreimal so viel wie die breitere Wirtschaft – und dürften bis 2021 auf  120 Mrd. US-$ steigen (siehe Abb. 1).

Wir gehen davon aus, dass geopolitische Spannungen der Branche und den Renditen für die Anleger zusätzlich Auftrieb geben werden.

Europa auf dem Vormarsch

Die Sicherheitsbranche, die ihren Ursprung in Nordamerika hat, wird zunehmend auch in anderen Ländern stark. Europa bringt immer mehr vielversprechende Innovationen und Unternehmen im Bereich der Cybersicherheit hervor – das konnten wir und die Fondsmanager nach ausführlichen Gesprächen vor Ort und Treffen mit Startups überall auf dem Kontinent feststellen.

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Erstens: Die Regierungen in Europa haben erkannt, dass sie es alleine nicht schaffen können. In der gesamten Region haben sie sich mit Cybersicherheitsunternehmen zusammengetan – im Rahmen einer EU-Initiative stehen Gelder in Höhe von 450 Mio. Euro für eine neue privat-öffentliche Partnerschaft in diesem Bereich zur Verfügung. Im Vereinigten Königreich werden durch steuerliche Anreize Investitionen in Technologie-Startups, die sich in einer frühen Entwicklungsphase befinden, gefördert; davon profitieren auch Cybersicherheitsunternehmen.

Zweitens: Europa kann aus einem enormen Wissenspool auf dem Gebiet der Sicherheit schöpfen. Als nach der Schuldenkrise 2008 Arbeitsplätze in der europäischen Finanzbranche abgebaut wurden, wechselten viele der klügsten Köpfe des Kontinents in die Technologiebranche.

Drittens: Regulierung. Mit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) der EU 2018 hat die Nachfrage nach Cybersicherheit branchenweit zugenommen.

Viertens: Europäische Unternehmen sind sehr gut aufgestellt, da die Feindseligkeiten zwischen den USA und China neue Möglichkeiten für Sicherheitsdienstleistungen von Dritten eröffnen.

Die Schätzungen gehen auseinander, aber Analystenunternehmen gehen von einem zweistelligen jährlichen Wachstum für den europäischen Cybersicherheitsmarkt in den kommenden fünf Jahren aus.1

ABB. 2 EIN PROBLEM, DAS MIT 13 MRD. US-$/JAHR ZU BUCHE SCHLÄGT

Kosten von Cyberangriffen 2018 nach Angriffsart, Mrd. US-$

Quelle: Accenture, „The cost of cybercrime“, 2019

Herausforderung „Internet der Dinge“

Das wiederum dürfte die Branche in eine bessere Lage versetzen und ihr die Möglichkeit geben, die mit dem Wachstum des „Internet der Dinge“ verbundene Herausforderung zu meistern.

Da überall auf der Welt die 5G-Technologie eingeführt wird, werden mehr Geräte denn je mit dem Internet verbunden sein. 2021 könnten es 25 Milliarden verbundene Geräte weltweit sein, aktuell sind es rund 14 Milliarden. Diese Geräte – vom Kühlschrank bis zur Türklingel – könnten ein Viertel aller Ziele von Cyberangriffen ausmachen.2

Mit der wachsenden Zahl verbundener Geräte explodiert auch das Volumen privater Daten, deren Richtigkeit und Echtheit immer schwieriger zu überprüfen sind. KI-Tools könnten dabei helfen, während langfristig vermutlich Quantencomputing die nötige Schnelligkeit und Kapazität für die Bewältigung des Volumens bieten wird.

Cyberkonsolidierung

Zusammen bilden die neuesten technologischen Entwicklungen, regulatorischen Veränderungen und der stärkere Fokus der Regierungen auf Verteidigung angesichts der geopolitischen Spannungen ein außerordentlich fruchtbares Umfeld für Wachstum – und Investmentgelegenheiten –  in der Cybersicherheitsbranche.

Ein Beleg hierfür ist die Welle an Fusionen und Übernahmen. Zu den spektakulärsten Transaktionen gehörte die Übernahme von Imperva (befand sich zum Zeitpunkt der Übernahme im Portfolio von Pictet-Security) durch Thoma Bravo für 2,1 Mrd. US-$ und der Erwerb von Duo, einem Spezialisten für Identitätsauthentifizierung, durch Cisco für 2,35 Mrd. US-$.

Nach unserer Einschätzung haben Anleger in der Sicherheitsbranche nicht nur die Möglichkeit, an dem langfristigen Wachstumstrend zu partizipieren, sondern sie profitieren auch von gewissem Schutz im Fall unvorhersehbarer größerer globaler Ereignisse.


1) ResearchAndMarkets.com, TechSciResearch
2) Gartner, „Leading the IoT“ und „Top Strategic IoT Trends and Technologies Through 2023“

Mehr über thematische Anlagen:

Über das Beratungsgremium

Jede thematische Strategie profitiert von einem engagierten Beratungsgremium namhafter Wissenschaftler, Unternehmer und Akademiker. Dies ermöglicht uns, unsere Ansichten gegen Fachleute in ihren jeweiligen Bereichen zu testen und uns damit ein vertieftes Verständnis für das regulatorische Umfeld und die Trends zu verschaffen, die das Thema unterstützen.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Where next for China A-shares?

by Louisa Lo, Head of Greater China Equities at Schroders.

The rise of China’s A-shares market is a theme that can’t be ignored. Here’s where we’re seeing opportunities in the country.

China’s domestic stock market is on the rise and we think it represents a potentially very attractive long term opportunity for investors.

There is a striking disparity between China’s share of global economic growth and its share of the global stockmarket index. Chinese stocks currently represent just 3.8% of the MSCI All-Country World Index, while China’s share of global GDP is 16%.

With the market opening up to foreign investors, and given MSCI’s recent decision to include China A-shares into its global indices, we expect China’s representation in global portfolios to increase significantly over the coming years..

How investors access Chinese shares

Investors can access Chinese equities through a variety of channels:

  • The companies quoted in Hong Kong (H-shares, red chips and P-chips)
  • The depository receipts quoted on the NASDAQ exchange in the US (these are called American Depositary Receipts and enable access to the likes of tech giants Alibaba or Baidu)
  • The on-shore domestic market (A-shares).

There is still important progress to be made in A-shares, with the on-shore market only recently opening up to international investors through the Shanghai-Hong Kong (2014) and Shenzhen-Hong Kong (2016) Stock Connect programmes.

These programmes allow foreign investors to access domestic Chinese equities (A-shares) through the Hong Kong Stock Exchange. However, only 3% of investors in the domestic market are foreigners.

Retail investor dominance

The A-shares market remains dominated by domestic retail investors who make up 86% of daily trading volume, compared to 35% for the Hong Kong market.

This high proportion of retail investors contributes to the higher volatility of the market relative to more developed exchanges. This is because retail investors typically have shorter investment time horizons and respond more to market events, resulting in more buying and selling of shares and higher market volatility.

That said, the market is attractive for active fund managers who can take advantage of the inefficiencies in the market. Looking across the board, the median China A-shares fund manager has outperformed the MSCI China A Onshore benchmark in four of the last five years.

Market shifts

Over the last few years, investor interest has shifted from "old" China (infrastructure, banks, telecoms) to a greater focus on consumer (staples, food & beverages) and so-called "new economy" stocks (healthcare, consumer discretionary, IT).

This is because the driving force behind Chinese growth is increasingly based on the consumer. We expect this shift to continue.

Another theme we’ve been seeing in China is the push towards automation, given the need for China to improve productivity. This move is also consistent with the need to produce goods with better quality, and to become more self reliant in terms of technological capability.

The A-shares market remains very well balanced in terms of sectors, especially when compared to Hong Kong where technology, banks and commodities still dominate the index. This means it is possible to manage a more diversified portfolio on the A-shares market.

Meanwhile, inflows to the market have been strong since the start of the year, despite constant headlines around US-China trade tensions.

It’s also worth noting that the Chinese market has a low correlation to the other global markets, which can provide diversification benefits. But investors need to remember that this is still an emerging market, with a higher level of volatility.

Which sectors in China A-shares are of interest?

At the moment, we continue to see a number of potentially attractive investment opportunities in the Chinese market.

One of the sectors we are especially interested in is healthcare. There has been a strong trend towards the outsourcing of manufacturing and research & development of drugs by pharmaceutical companies. We expect firms operating in this area to become more prevalent going forward.

Elsewhere, while we remain cautious on real estate companies, insurance companies are of interest to us due to the level of penetration of insurance products in China, which remains low.

Corporate governance catch-up

Finally, from a corporate governance perspective, in many cases companies are still catching up, in terms of the standards generally seen in more developed markets. However, the trend is definitely positive and we think the level of domestic ESG (Environmental Social and Governance) standards will improve going forward, with increased engagement from institutional investors.


The views and opinions contained herein are those of the author and may not necessarily represent views expressed or reflected in other Schroders communications, strategies or funds.

This article has first been published on schroders.com.