Ausblick 2021: Die 98% Wirtschaft

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Die risikobehafteten Wertpapierklassen haben in den vergangenen Wochen eine sehr gute Ertragsentwicklung gezeigt. Die Aktienkurse sind weiter angestiegen und die Renditeaufschläge für das Kreditrisiko haben das Vor-Pandemie Niveau erreicht beziehungsweise sind auf dem besten Weg dorthin.

Wie passt das zusammen, wo doch zahlreiche Länder mitten in der zweiten Infektionswelle stecken? Was kann für nächstes Jahr erwartet werden?

Durchhaltevermögen

Das wohl wichtigste bestimmende Element für die Kapitalmärkte sind die positiven Impfstoffnachrichten. Effekte und sichere Impfstoffe haben das Potential, den negativen Zusammenhang zwischen Virusentwicklung und Mobilität zu brechen.

Aktuell sind die hohen Fallzahlen in den USA Besorgnis erregend. In Europa werden aufgrund der negativen Virusentwicklung in einigen Ländern die Lockdownmaßnahmen verlängert beziehungsweise verschärft.

Die Entwicklung von Sars-CoV-2 wird auch im Jahr 2021 die Volkswirtschaften und die Märkte maßgeblich beeinflussen. Denn es wird einige Monate dauern, bis ein genügend großer Anteil der Bevölkerung geimpft werden kann, um Herdenimmunität zu erreichen. Zudem hängt viel von der Impfbereitschaft der Leute ab.

Damit ist entscheidend, dass die Marktteilnehmer weiterhin die aktuell negativen Nachrichten von der epidemiologischen und der volkswirtschaftlichen Seite ignorieren und auf eine anhaltende Erholung des BIP-Wachstums und der Unternehmensgewinne setzen. Eine dritte Infektionswelle stellt ein wichtiges Risiko für die erste Jahreshälfte 2021 dar.

Die 98% Wirtschaft

Das Basisszenario lautet auf eine holprige, uneinheitliche und teilweise Erholung. „Holprig“ deshalb, weil das Bruttoinlandsprodukt in Europa im vierten Quartal schrumpfen wird und auch jenes in den USA im ersten Quartal fallen könnte.

In einem Risikoszenario könnte es ruppig bleiben. Neben einer weiteren Infektionswelle ist hier der Fokus auf ansteigende Unternehmenskonkurse gerichtet. „Uneinheitlich“ deshalb, weil einige Sektoren und Länder weniger stark von der Pandemie betroffen sind als andere. Die Einzelhandelsumsätze haben in vielen Ländern bereits das Niveau vom Jänner überschritten und die Industrieproduktion sowie die Exporte sind auf dem besten Weg dorthin.

Während der Gütersektor also einen V-förmigen, wenn auch holprigen, Erholungspfad zeigt, sind wenig überraschend einige Sektoren im Servicesektor (jene mit direkten Konsumentenkontakten) stark beeinträchtigt. „Teilweise“ deshalb, weil jüngste Forschungen darauf hindeuten, dass diese Sektoren auf Jahre hinaus beeinträchtigt bleiben.

Man spricht von der 98%-Wirtschaft. Nichtsdestotrotz schlägt die Aussicht auf Herdenimmunität eine nachhaltige Erholung der globalen Wirtschaft vor. Das Risiko liegt in einer ruppiger als erwarteten Erholung und in einem stärkeren bleibenden volkswirtschaftlichen Schaden.

Herausforderndes Umfeld

Das strukturelle Umfeld ist jedoch herausfordernd. Dabei hat die Pandemie zum Teil bestehende Trends verstärkt. Die Zinsen sind nahe null Prozent, die Zentralbankgeldmengen sind nach oben hin explodiert, die Staatsverschuldung ist kräftig angestiegen und die soziale Ungleichzeit hat weiter zugenommen.

Zudem erfordert der Klimawandel gewaltige Investitionen, fällt das Wachstum der Erwerbsbevölkerung immer weiter und steigt der Altenquotient immer mehr an. Darüber hinaus hat die Digitalisierung einen Schub nach vorne erhalten, schreitet der Aufstieg Chinas voran ebenso wie die Integration der Europäischen Union. Zu guter Letzt bedeutet eine US-Präsidentschaft unter Biden unter anderem die Wiederbelebung des Multilateralismus.

Sekundärrundeneffekte vs. Strukturwandel

Um nur einen wichtigen Trend beziehungsweise Zielkonflikt hervorzuheben: Nach den Rettungsmaßnahmen im heurigen Jahr sind weiterhin große Anstrengungen seitens der Wirtschaftspolitik notwendig, um Sekundärrundeneffekte- und Überwälzungseffekte von den direkt betroffen Sektoren (Servicesektor) auf die gesamte Volkswirtschaft einzudämmen und gleichzeitig den Wirtschaftskreislauf möglichst effizient zu halten.

Doch wie nachhaltig ist die Tendenz von Offline zu Online? Wie viel wird weiterhin im Internet gekauft werden, wie viel wird weiterhin zu Hause gearbeitet werden und wie viele Geschäftstreffen werden auch in Zukunft virtuell stattfinden? Für welche Unternehmen sollen Konkurse abgewendet werden, welche sind vom Strukturwandel negativ betroffen (Zombieunternehmen)?

Wie lange soll es für welche Sektoren Kurzarbeitsprogramme geben? Im Basisszenario sind anhaltende Unterstützungsmaßnahmen seitens der Fiskalpolitik sehr wahrscheinlich. Im Unterschied zur Situation nach der Großen Finanzkrise 2008/2009 werden die Budgetdefizite langsamer zurückgefahren werden.

Paradigmenwechsel

Innerhalb kurzer Zeit haben auf der wirtschaftspolitischen Ebene vier Paradigmenwechsel stattgefunden.

  1. Zentralbanken kaufen in sehr großem Ausmaß Staatsanleihen, mit denen die Staatsdefizite finanziert werden. Helikoptergeld zur Krisenbekämpfung ist mittlerweile ein konventionelles Werkzeug der Wirtschaftspolitik. Der Unterschied zwischen Geld- und Fiskalpolitik ist verschwommen.
  2. Das Wiederaufbauprogramm der Europäischen Union ist ein Schritt in Richtung Vergemeinschaftung der Schulden.
  3. Die Umstellung der Politik der US-amerikanischen Zentralbank (Fed) auf ein durchschnittliches Inflationsziel bedeutet, dass es auf absehbare Zeit keine Leitzinsanhebungen geben wird, auch wenn die Inflation ansteigt und die Arbeitslosenrate fällt.
  4. Die Signale der Fed und der Europäischen Zentralbank für ein Management der Zinskurve haben sich verdichtet. Deutliche Anstiege der Zinsen sind für das System schwer verkraftbar. Denn die Verschuldung im privaten und öffentlichen Sektor hat markant zugenommen und ein wichtiger Einflussfaktor für die außerordentlich gute Ertragsentwicklung der Kapitalmärkte in den vergangenen Jahrzehnten war das fallende Zinsniveau.

Konsensmeinung

Der Ausblick für die risikobehafteten Wertpapierklassen ist positiv, das heißt, Kursanstiege bei Aktien und Unternehmensanleihen mit einer niedrigen Kreditqualität, Kursrückgänge beim US-Dollar gegenüber einem Währungskorb und nur geringfügige Renditeanstiege (Kursverluste) bei Staatsanleihen mit einer hohen Kreditwürdigkeit.

Das kann mit der Erwartung einer anhaltenden wirtschaftlichen Erholung, den ultra-expansiven Geldpolitiken, den weiterhin unterstützenden Fiskalpolitiken und einer niedrigen Inflation begründet werden. Allerdings ist die Sichtweise zu 100 Prozent mit dem Konsens im Einklang.

Risiken

Risiken gibt es zahlreiche, denen noch dazu eine erhöhte Wahrscheinlichkeit innewohnt.

1) Die Bewertungskennzahlen der Wertpapierklassen sind bereits erhöht, das heißt, eine wirtschaftliche Erholung und ein kräftiger Anstieg der Unternehmensgewinne ab dem zweiten Quartal 2021 wird zu einem guten Teil in den Wertpapierkursen reflektiert.

2) Eine Konkurswelle und ansteigende Arbeitslosenraten, weil die Geld- und Fiskalpolitik zu früh die Unterstützungsmaßnahmen zurückfahren sowie eine dritte Infektionswelle könnten eine Erholung maßgeblich beeinträchtigen.

3) Die Inflation könnte überraschend signifikant ansteigen. Das würde zu Kursverlusten, das heißt, deutlichen Renditeanstiegen bei kreditsicheren Staatsanleihen führen, und damit den gesamten Kapitalmarkt unter Druck bringen (wenn die Zentralbanken dann nicht dagegenhalten).

Graue Rhinozerosse

Diese Risiken sind keine „schwarzen Schwäne“ (niedrige Wahrscheinlichkeit, starke Auswirkung), sondern eine Herde von grauen Rhinozerossen (erhöhte Wahrscheinlichkeit, ebenso starke Auswirkung), die nur darauf warten wütend zu werden.

Frei nach dem Buch von Michele Wucker „The Gray Rhino“. Auch wenn die positiven Impfstoffnachrichten Anlass für Optimismus geben, kann ein Portfolio nicht auf Autopilot (Erholung) gestellt werden.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Sieben Themen, die Anleger 2021 beachten sollten

- Von defensiven Sektoren bis hin zu steileren Zinskurven: Alex Pelteshki, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund, beleuchtet sieben Themen und Risiken, die die Anlagemärkte im Jahr 2021 prägen dürften.

"Es war ein denkwürdiges Jahr für die Welt und für die Finanzmärkte. Doch jetzt, da die Coronavirus-Krise dank rechtzeitiger Impfstoffbemühungen wohl schon im Rückspiegel zu sehen ist, ändern sich die Perspektiven für 2021 rasant.“

1. Einengung des Renditeabstands zwischen den Sektoren, doch Alpha wird outperformen

Wir erwarten weiterhin eine Renditekompression bis ins Jahr 2021 hinein und gehen davon aus, dass sich der Abstand zwischen Covid-Verlierern und Covid-Gewinnern schließlich einengt. Wir rechnen mit weiteren Gewinnen, insbesondere im Reise-, Freizeit- und Glücksspielsektor, also in Bereichen, die von der Pandemie im Jahr 2020 direkt betroffen waren und die am meisten von der Wiedereröffnung der Wirtschaft profitieren dürften. Zugleich sehen wir wenig weitere Gewinne für "defensive" Sektoren wie TMT und Versorger. Diese sind prädestiniert dafür, im Jahr 2021 unter dem Strich negative Renditen zu generieren. Insgesamt erwarten wir von nun an wenige Fortschritte bei den Leitindizes. Wir glauben vielmehr, dass die Titelselektion die Rendite Ihrer Anleiheallokation im Jahr 2021 dominieren wird, im Gegensatz zur Jagd nach Beta.

2. Vorsicht vor dem Übermut der Anleger

Zudem empfehlen wir dringend, Trades zu vermeiden, die mittlerweile totgeritten und in den Kursen eingepreist sind. Eine zunehmende Einengung der Indexniveaus ist – auch wenn mathematisch immer noch erreichbar – ein Paradebeispiel für einen solchen Trade. Seit der Ankündigung einer wohl positiven Entwicklung eines Impfstoffs ist die Stimmung der Anleger extrem optimistisch geworden. Daher notieren Positionen in (synthetischen) Kreditindizes in der Nähe der Allzeithochs.

Wir sind sehr vorsichtig, jetzt solche Trades zu tätigen. Während wir uns weiterhin auf engere Spreads zum Jahresende 2021 einstellen, reduzieren wir die Risiken, um ein Liquiditätspolster für einen günstigeren Einstiegspunkt zu schaffen. 

3. Carry ist Trumpf

Long-Positionen in Cash-Bonds gegenüber Short-Positionen in Anleihe-Indizes waren dank der Begrenzung des Renditeniveaus durch die globalen Zentralbanken selten so attraktiv. Da sie nicht in der Lage waren, genügend Anleihen auf dem freien Markt zu erwerben, und von dem schnellen Stimmungswandel im Hinblick auf die Risiken überrascht wurden, mussten viele Investoren mit exorbitant hohen Bargeldpositionen dem Markt hinterherlaufen. Sie hatten kaum eine andere Wahl, als die synthetischen Anleihe-Indizes in die Nähe ihrer Allzeithochs zu bringen. Dies lässt viele Möglichkeiten offen, ein sorgfältig ausgewähltes Portfolio mit ausgesuchten Anleihen zu verwalten, die vom Markt noch übersehen werden, und das Marktrisiko für einen attraktiven Carry herauszunehmen. 

4. Steilere Zinskurven

Die Zinskurven werden steiler und das allgemeine Zinsniveau dürfte im Jahr 2021 höher sein als jetzt.  Allein die Tatsache, dass das kurze Ende der der Zinsstrukturkurve für Staatsanleihen durch das Dreigestirn FED, EZB und BOE stabil gehalten wird, bedeutet, dass das einzige mögliche Ausgleichsventil am langen Ende der Kurve liegt.  Dennoch erwarten wir keine gravierende Zunahme der Kurvensteilheit. Während wir mit weiteren moderaten Entwicklungen dieser Art rechnen, sind die Zinskurven derzeit angemessen steil. Zudem werden sie gedeckelt, wenn man sie als restriktiv hinsichtlich der finanziellen Rahmenbedingungen betrachtet.

5. Der vorzeitige Abgesang auf die Risikoparität

Ausgehend von den obigen Ausführungen vertreten wir grundsätzlich die Gegenposition zu dem in letzter Zeit sehr gängigen Argument, dass die berühmte Risikoparität zwischen Risikoaktiva und risikofreien Staatsanleihen nicht mehr besteht. Wenngleich die Ergänzung einer traditionell auf Staatsanleihen basierenden Absicherung durch Alternativen wie Edelmetalle oder Devisen durchaus sinnvoll erscheint, sind wir dennoch vorsichtig, da es sich dabei um wesentlich volatilere und weniger stabile Möglichkeiten handelt.

Gleichzeitig wird uns der sukzessive Anstieg des globalen Zinsniveaus, der die Konsenserwartung des Marktes widerspiegelt, viele gute Gelegenheiten bieten, die Absicherung von Kreditrisiken auf eine eher traditionelle Weise neu zu strukturieren.

6. Die Rückkehr der Schwellenländer

Ausgewählte Emerging Markets bieten unserer Ansicht nach derzeit mehr Potenzial als manche Teile der Investment Grade- und High Yield-Märkte der Industrieländer. Die deutlich schnellere, durch eine erfolgreiche Fiskalpolitik sowie die Eindämmung des Virus angetriebene Erholung – insbesondere in Asien – bringt eine zyklische Erholung zurück ins Spiel. Von diesem Trend profitieren in erster Linie die Rohstoffexporteure sowie die exportorientierten Volkswirtschaften der Alten Welt.

7. Die Positionierung der Investoren sowie ETFs können zu größeren Ausschlägen führen

Unsere größten Bedenken für das Jahr 2021 bestehen in Bezug auf die Konsenspositionierung der Anleger, den Überschwang der Anleger und die Marktliquidität. Die beiden erstgenannten hängen direkt mit dem FOMO-Faktor (Fear Of Missing Out – die Angst, etwas zu verpassen) zusammen. Angesichts der aktuellen Bewertungen gehen wir davon aus, dass wir nicht mehr weit vom Punkt der maximalen Zuversicht entfernt sind. Dies ist für sich genommen kein negativer Katalysator, könnte sich aber dazu entwickeln.

Dies führt zu unserer zweiten großen Befürchtung: die Marktliquidität. Die Kombination aus der überzogenen Positionierung und der Dominanz von Indexfonds (ETFs) könnte sehr schnell dazu führen, dass die Marktliquidität verkümmert, wenn die größten passiven Manager zusätzliche Mittel benötigen.

Beides könnte einen explosiven Cocktail bilden, der viele Portfolios in Flammen aufgehen lassen könnte. Daher halten wir uns von Crowded Trades fern und ziehen es vor, agil zu sein, wenn andere gierig sind.


About Aegon Asset Management

Aegon Asset Management is comprised of active global investors. Our 380 investment professionals manage and advise on assets of €364 / USD 408 billion (as of June 30, 2020) for a global client-base of pension plans, public funds, insurance companies, banks, wealth managers, family offices and foundations.
We organize our investment capabilities around four focused investment platforms where we have extensive asset-class expertise: fixed income, real assets, equities and multi-asset & solutions. Each platform has dedicated teams, organized globally and committed to maximizing their specialist areas. These platforms are supported by teams dedicated to responsible investing and multi-management.
By organizing our investment teams globally, we work to harness our expertise and research resources across regional boundaries. We believe this enhances our performance potential and helps provide better investment outcomes for clients.
Across platforms, we share a common belief in fundamental, research-driven active management, underpinned by effective risk management and a commitment to responsible investment. Our investment platforms have the flexibility to organize their resources and processes to best suit their area of focus.
We are a global business: Our 1,200 employees work across Europe, the Americas and Asia. We invest globally and serve clients locally.
For more information about Aegon Asset Management, visit www.aegonam.com

Moderate Aussichten für die Aktienmärkte am Jahresanfang

von Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Kurz vor dem Jahreswechsel sorgten zwei entscheidende politische Entscheidungen noch einmal für positive Stimmung an den internationalen Kapitalmärkten. In den USA bedeutet die Zustimmung des amtierenden Präsidenten Trump zum neuen Konjunkturpaket mit einem Umfang von 900 Milliarden USD, dass wichtige staatliche Unterstützungen für Arbeitslose, Mieter und Unternehmen, wie etwa Gaststätten und Fluggesellschaften, gezahlt werden können. Zudem unterzeichnete Trump einen Übergangshaushalt, um einen kurzfristigen Government-Shutdown, also die Schließung von Bundesbehörden aufgrund fehlender Finanzierung der Ausgaben, zu vermeiden.

In Europa hingegen lag der Fokus auf dem Ende der Brexit-Übergangsfrist am 31. Dezember. Zwar tritt der kurz vor Weihnachten ausgehandelte Vertrag zwischen der Europäischen Union und Großbritannien über die künftigen Handelsbeziehungen aufgrund der notwendigen, aber erst im kommenden Jahr möglichen Zustimmung des EU-Parlaments am 1. Januar nur vorläufig in Kraft – und auch in den kommenden Jahren dürften immer wieder langwierige Verhandlungen zu Detailfragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit folgen. Trotzdem konnten mit dem Erhalt des zollfreien Handels zu befürchtende chaotische Verhältnisse an den Grenzen und für bestehende Lieferketten vermieden werden.

Damit wurden sowohl in den USA als auch in Europa gewichtige wirtschaftliche Belastungsfaktoren für den Start ins neue Jahr aus dem Weg geräumt. Ohnehin leiden Volkswirtschaften und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks nach wie vor erheblich unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die vor allem die Konsumentenstimmung und die Zuversicht in vielen Dienstleistungssektoren zuletzt deutlich dämpfte. Der weitere Verlauf der Pandemie und daraus resultierende Shutdown-Maßnahmen dürften somit in den kommenden Wochen die wichtigsten Einflussfaktoren an den Börsen bleiben.

Zwar stimmte der Beginn der Impfkampagnen in vielen Staaten zuletzt ebenfalls positiv, doch bis ausreichend viele Menschen zur Erreichung einer Herdenimmunität geimpft sind, werden noch Monate vergehen. Damit erscheinen alle möglichen, derzeit absehbaren positiven Markteinflüsse bereits weitgehend eingepreist zu sein – immerhin notieren mittlerweile nicht mehr nur die US-Aktienindizes, sondern auch der DAX auf einem Allzeithoch. Das erhöht jedoch die Gefahr eines Jahresstarts mit größeren Schwankungen, vor allem, wenn wie zuletzt in Großbritannien, negative Corona-Überraschungen vermeldet werden müssen.

Exklusiver Content entscheidet im Streaming-Krieg

Walt Disney hat aktuell seine Wachstumspläne bekannt gegeben. Bis 2024 erwartet das Unternehmen bis zu 350 Mio. Abonnenten für seine Streaming-Dienste. Disney plant darüber hinaus, seine Investitionen in Inhalte zu verdoppeln und arbeitet an etwa 35 Fernsehserien. Exklusiver Content gilt als das entscheidende Unterscheidungsmerkmal im Streaming-Krieg. Die Kinobosse leiden noch immer unter der kürzlich erfolgten Ankündigung von Warner, alle 17 neuen Filme im nächsten Jahr auf dem Streaming-Dienst HBO Max zur gleichen Zeit wie in den US-Kinos zu veröffentlichen.

Die jüngste Studie von Ampere Analysis über den US-amerikanischen und europäischen Markt für Abonnement-Video-on-Demand (SVOD) zeigt, dass der durchschnittliche US-Haushalt mittlerweile im Schnitt vier verschiedene Abonnement-Videodienste nutzt. Zum Vergleich: In den fünf größten westeuropäischen Ländern haben die Streaming-Haushalte im Durchschnitt zwei Dienste.

„Die Pandemie, nationale Lockdowns und die Einführung neuer, von den Studios unterstützter Abo-Dienste haben den Trend zum parallelen Nutzen verschiedener Abo-Streaming-Dienste beschleunigt“, erläutert Mikko Ripatti, Senior Client Portfolio Manager bei DNB Asset Management. Inzwischen gibt es in den USA und den großen westeuropäischen Märkten mehr als 400 Millionen Abonnements für Streaming-Dienste. Aber das Debüt von Diensten wie HBO Max, Peacock und Disney+ und der damit verbundene Rückzug der Studios bei der Lizenzierung von Film- und Fernsehrechten an Dritte bedeutet, dass die Verbraucher zunehmend mehrere Produkte abonnieren müssen, um Zugang zu allen Fernseh- und Filmen zu haben, die sie sehen wollen. Während also der Durchschnittshaushalt nun mehr Dienste abonniert, um auf zusätzliche aktuelle Inhalte zugreifen zu können, bedeutet der Rückzug der Studios bei der Lizenzierung von Film- und Fernsehrechten an Dritte, dass einige Angebote schrumpfen.

Da sich der Wettbewerb verschärft und langjährige Lizenzvereinbarungen auslaufen, wird sich dieser Trend vermutlich fortsetzen. Dies bedeutet, dass für die Nutzer die Möglichkeit nur einen oder zwei Streaming-Dienste zu bezahlen und auf alle wichtigen TV-Sendungen und Filme zuzugreifen, zunehmend an Bedeutung verliert.

Alexios Dimitropoulos, Research Manager bei Ampere Analysis, kommentiert: "2020 war ein unglaubliches Jahr für Abo-Video-on-Demand. Die Pandemie hat zu einem massiven Wachstum der Abonnementzahlen geführt, und die neuen Dienste, die in diesem Jahr gestartet sind, haben beeindruckende Kundenzahlen verzeichnet. Die Verbraucher werden Zugang zu mehr hochwertigen Inhalten als je zuvor haben, da neue und bestehende Dienste mehr Originalinhalte produzieren. Da die Studios jedoch ihre Direct-to-Consumer-Strategie fortsetzen, neigt sich das goldene Zeitalter des Zugangs zu preiswerten Inhalten seinem Ende zu.“


Über DNB

DNB Asset Management S.A. ist ein führender nordischer Vermögensverwalter, der Produkte innerhalb der nordischen Anlageklassen und in ausgewählten Themenbereichen anbietet. Er gehört zu 100% der an der Osloer Börse notierten DNB ASA Group, die zu den erfolgreichsten Finanzdienstleistern Skandinaviens zählt.

London Coughing – SARS-CoV2 Mutation bringt Herausforderungen

von Markus Auer, Discretionary Portfolio Management der Erste AM.

Die gute Nachricht zuerst. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Effektivität der momentan in Produktion und Verteilung befindlichen Impfstoffe durch die seit September 2020 in Großbritannien in Umlauf befindliche Mutation von SARS-CoV-2 beeinträchtigt wird, ebenso wie dass die neue Virusvariante schwerere Verläufe oder eine erhöhte Sterblichkeit verursacht. Die höhere Übertragbarkeit der Virus-Variante dürfte jedoch zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung erfordern.

Eine klingende Bezeichnung und höhere Übertragbarkeit – in der Petri-Schale

VUI-202012/01 oder B.1.1.7 oder N501Y – eine klingende Bezeichnung für die englische Covid Variante, die über das Wochenende Panik in den Medien verbreitete, wurde ebenso wenig fixiert wie deren epidemiologischen Konsequenzen. Bekannt ist vorerst, dass die Variante wohl das erste Mal im Spätsommer in der Umgebung von London auftrat und 17 Mutationen (14 Austauschungen und 3 Löschungen im Genom) aufweist. Acht dieser Mutationen betreffen das Spike-Protein an der Virushülle, welches als Zielscheibe für die momentan in Produktion befindlichen Impfstoffe dient.

Zwar halten sich die Impfstoffhersteller mit Entwarnungsnachrichten noch zurück aber führende Forscher wie Dr. Christian Drosten von der Berliner Charitee und Dr. Emma Hodcroft von der Uni Bern zeigen sich optimistisch, dass die Impfstoffeffektivität nicht gefährdet ist. Die meisten Impfstoffe sind auf das gesamte Spike-Protein „trainiert“ und lassen sich von ein paar Mutationen nicht verwirren. Sollte wider Erwarten die Impfstoffeffektivität betroffen sein, könnten zumindest die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna relative rasch „umprogrammiert“ werden – einer der vielen Vorteile der neuen mRNA Methode.

Tatsächlich geht die Gefahr bei der neuen Virus-Variante mehr von der erhöhten Übertragbarkeit aus. Speziell die N501Y Mutation erhöht die Affinität des Virus sich an ACE2 Rezeptoren menschlicher Zellen zu binden – das Virus bleibt leichter picken. Zwar zeigte die Virus Variante in der Petri-Schale eine um 70% höhere Übertragbarkeit aber inwieweit dieses Faktum oder eine Verkettung von saisonalen und epidemiologischen Rahmenbedingungen dazu geführt hat, dass sich diese Variante im Südosten Englands zur dominanten entwickelt hat ist noch nicht restlos geklärt.

Klar ist aber, dass im Fall einer leichteren Übertragbarkeit mit einem stärkeren Anstieg der Fallzahlen in den Gegenden gerechnet werden muss, in denen die Variante einen signifikanten Teil der Infektionen hervorruft. In letzter Konsequenz würde das vermutlich stärkere Restriktionen des Alltags- und Wirtschaftslebens erfordern, um eine Überlastung des betreffenden Gesundheitssystems zu verhindern.

Was die Mutationen bedeuten

Diverse EU Staaten haben Flug- und Fährverkehr von und nach Großbritannien eingeschränkt, was auf den ersten Blick sinnlos erscheint, da bereits Infektionen mit der neuen Variante in Italien, Belgien und Dänemark festgestellt wurden. Experten begrüßen die Maßnahmen jedoch, da es den Behörden die Möglichkeit gibt verstärkt nach Clustern mit der neuen Variante zu suchen und diese zu isolieren bevor die neue Variante dominierend wirkt.

Leider erschweren die Mutationen (69-70del Mutation) dieses Vorhaben, da diese bei einigen Testverfahren zu Fehlern führt. Zudem müssten für die rasche Identifikation der neuen Variante viel mehr Virenproben genetisch sequenziert werden, wofür in vielen Ländern schlicht die Laborkapazitäten fehlen. Eine gute Nachricht gibt es dann aber doch noch. Durch eine Mutation der neuen Variante wird das Virus für das Immunsystem an der Außenseite von befallenen Zellen leichter zu identifizieren sein.

Um die Veränderungen im Genom des Virus zu veranschaulichen, stellt man sich das Virus am Besten als Einbrecher vor, der versucht in einer Nacht so viele Häuser (Zellen) wie möglich auszurauben. Neuerdings hat der Einbrecher ein stärkeres Brecheisen (N501Y Mutation) mit dem er schneller Türen (ACE2 Enzyme) aufbrechen kann und dunklere Kleidung (69-70del Mutation) durch die er schwerer zu erkennen ist.

Gleichzeitig ist der Einbrecher aber auch unvorsichtiger geworden und löst während des Einbruchs öfter Lichtschranken aus. Polizisten (CD8+ Immunzellen), die nachts durch die Nachbarschaft patrouillieren sehen das auffällige Licht in den Fenstern (MHC Moleküle) und lassen das Haus samt Einbrecher in die Luft gehen.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Mögliche Szenarien für 2021 – als Blick über den Tellerrand

von David Wehner, Senior Portfoliomanager bei der Do Investment AG.

Nach einem ereignisreichen Kapitalmarktjahr 2020, das durch die Covid-19-Pandemie geprägt war und alle vorigen Einschätzungen widerlegt sowie soziale wie wirtschaftliche Super-Trends verstärkt hat, wollen wir einen etwas anderen Blick ins neue Jahr wagen: Mit drei Szenarien, die generell unter dem Radar liegen und bitte nicht als unsere offizielle Sicht auf die Märkte verstanden werden sollten. Wir möchten vielmehr über den Tellerrand blicken – und zum Nachdenken anregen.

Die Erwartungen an 2021 sind sehr hoch. Die vergangenen drei Jahre waren durch eine Konjunkturschwäche geprägt, die letztendlich mit der Covid-19-Pandemie ihren Tiefpunkt fand. Durch die massiven fiskal- und geldpolitischen Unterstützungsprogramme und den Durchbruch bei der Impfstoff-Entwicklung im November dieses Jahres ist eine konjunkturelle Erholung im nächsten Jahr Markt-Konsens und nahezu ausgemacht. Bei ihren Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Aktienmarktentwicklung überbieten sich die Investmenthäuser und Analysten. Wir gehen ebenfalls von einer konjunkturellen Erholung im nächsten Jahr aus. Dabei glauben wir, dass diese Entwicklung alles andere als linear erfolgen wird – und es im Verlauf des Jahres zu Rückschlägen an den Märkten kommen kann. Allerdings ist ein Kapitalmarktjahr lang. Wie auch in diesem Jahr kann ein Ereignis alle Erwartungen über Bord werfen.

Drei teils zugespitzt formulierte Thesen:

1. Der Covid-19-Impfstoff rettet Menschenleben – tötet aber Unternehmen

Die Pandemie hat den eingeschlagenen Weg der Zentralbanken seit der Finanzkrise 2008/09 nochmals verstärkt. Der Ankauf von Billionen Euro an Assets hat dazu geführt, dass die Renditen von Staatsanleihen und Investmentgrade-Unternehmensanleihen neue Tiefststände erreicht haben. Investoren sind gezwungen immer größere Risiken einzugehen, um entsprechende Zielrenditen zu erzielen. Sie investieren verstärkt in Hochzins-Anleihen von Unternehmen mit einer fragwürdigen Bonität. Die durch den Impfstoff eingeleitete Konjunktur-Erholung sollte Unternehmen mit einer schwachen Bonität unterstützen.

Doch die Realität sieht anders aus. Die massiven Unterstützungsmaßnahmen gepaart mit dem Konjunktur-Boom in 2021 führt zu einer Überhitzung der Wirtschaft. Die Inflation steigt rapide an. Die nachlassende Unterstützung seitens der Zentralbanken führt zu steigenden Renditen bei langen Laufzeiten. Unternehmen, die nur durch die extrem niedrigen Finanzierungsmöglichkeiten überlebensfähig waren, müssen in der zweiten Hälfte des Jahres Insolvenz anmelden. Trotz Konjunktur-Erholung steigen die Ausfallraten bei Hochzins-Unternehmensanleihen.

2. Schuldenkrise 2.0: Deutschland übernimmt explizite Haftung für Europa

Unser Wirtschaftssystem basiert auf einem schuldenfinanzierten Wachstum. Dieses System kann bis zu einem gewissen Punkt ausgereizt werden, ab dann überwiegen die Nachteile. Seit der Finanzkrise haben sich die globalen Schuldenstände nahezu verdoppelt. Die erste europäische Schuldenkrise hat Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Irland ins Visier genommen. Einige Länder haben in den vergangenen Jahren zum Teil strukturelle Veränderungen vorgenommen. Andere Länder wie Italien genießen eher die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten, welche die EZB bereitstellt und unternehmen keinerlei Anstrengungen.

Es gibt einen neuen „kranken Mann Europas“: Frankreich. Der Verschuldungsgrad der privaten Haushalte wird aufgrund der Covid-19-Pandemie auf 140% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) steigen. Die Staatsverschuldung erreicht ein Niveau von 120% des BIP. Aufgrund weiterer Lockdown-Maßnahmen und ständiger fiskalpolitischer Unterstützung durch die Regierung in Paris beginnt der Markt an der Schuldentragfähigkeit Frankreichs zu zweifeln. Die Renditen für französische und weitere südeuropäische Länder steigen stark an. Die Bonität der Rettungsprogramme EFSF und ESM wird ebenfalls angezweifelt. Die EZB kann durch weitere Anleihekäufe keine Stabilisierung herbeiführen. Deutschland bleibt keine andere Wahl als die explizite Garantie für die Schulden der Eurozone auszusprechen. Aus der Europäischen Union würde eine Transferunion.

3. Digitalisierung macht Arbeiten obsolet – Grundeinkommen kommt

Die Corona-Krise hat Digitalisierungsprozesse nochmals beschleunigt. Die harten und leichten Lockdowns haben die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Aus Präsenzterminen und globalen Flugreisen wurden Videokonferenzen. Aus Bürotätigkeit wurde zum Großteil Homeoffice. Die Industrie wird ebenfalls ihre Lehren aus diesem Jahr ziehen und die Automatisierung stärker vorantreiben, um unabhängig von der Gesundheitssituation ihrer Angestellten und verhängten Lockdowns produzieren zu können.

Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Auswirkungen. Eine Studie der Oxford-Universität geht davon aus, dass durch künstliche Intelligenz, Automatisierung und Globalisierung zwei Milliarden Jobs weltweit und 50% der Stellen in den USA wegfallen könnten. In der gleichen Zeit steigt der wirtschaftliche Output, selbst in der Pro-Kopf-Betrachtung. Um sozialen Unfrieden zu vermeiden wird das Grundeinkommen eingeführt. Menschen, die trotz guter Bildung keinen Arbeitsplatz erhalten können, werden durch eine Transferzahlung entlohnt. Diese Systemveränderung hat gravierende gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Die Städte haben Überkapazitäten bei Bürogebäuden, die in diesem Szenario nicht mehr genutzt werden. Zudem sind die Menschen nicht mehr gezwungen in den überteuerten Städten zu leben. Viele ziehen aufs Land und widmen sich in der nun frei gewordenen Zeit der Bildung und Kultur.

Unterm Strich: Dieser Blick über den Tellerrand hat in Summe geringe Eintritts-Wahrscheinlichkeiten, zumindest für 2021. Allerdings hat auch für 2020 im Vorfeld niemand mit einer globalen Pandemie gerechnet. Der daraus resultierende Paradigmen-Wechsel wird das nächste Jahrzehnt weiter prägen. Über die Do Investment AG: Die Do Investment AG ist Teil der Unternehmensgruppe von Herrn Silvius Dornier. Eingebunden in ein einzigartiges Netzwerk und in enger Verknüpfung mit dem Family Office der Familie Silvius Dornier werden Privatpersonen, mittelständische Unternehmerfamilien, konservative Institutionen und Stiftungen ganzheitlich in allen Fragen der Vermögensplanung und des Vermögensmanagements betreut. Die Kernkompetenzen der Do Investment AG liegen neben der Strukturierung und Verwaltung von liquiden Vermögenswerten in ausgewählten Sachwertinvestments im Bereich der Agrarwirtschaft. Die Do Investment AG ist durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemäß Kreditwesengesetz (KWG) zugelassen und unterliegt deren Aufsicht.

Statement Nicolas Mackel, Luxembourg for Finance, zum Abkommen-EU-UK

Statement von Nicolas Mackel, CEO von Luxembourg for Finance, zum Abschluss des Abkommens zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich:

„Fast viereinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum haben die EU und das Vereinigte Königreich endlich eine Vereinbarung gefunden, die ihre künftigen Beziehungen regeln wird.

Finanzdienstleistungen sind zwar nie Gegenstand der Verhandlungen gewesen und spielen im Abkommen keine Rolle. Dennoch ist es für die Finanzbranche in Europa gut und wichtig, dass ein Abkommen zustande gekommen ist. Denn die grundsätzliche Fähigkeit von EU und Vereinigtem Königreich, sich schlussendlich doch zu einigen ist ein positives Signal im Hinblick auf die finanzmarktrelevanten Themen, die beide Partner noch zu klären haben; etwa die Äquivalenz-Regeln.

Wir können nun mehr darauf hoffen, dass diese Diskussionen wieder von einem guten Willen beider Seiten getragen werden, der dringend benötigt wird. Denn es ist im Interesse aller Beteiligten, den Zugang zu Kapital nicht zu erschweren – auch und gerade angesichts der großen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und deren Folgen.

Generell gilt: Finanzdienstleister müssen weiter zusammenarbeiten, um die unterschiedliche Expertise aus den verschiedenen Finanzzentren Europas einschließlich Londons zu nutzen. Nur so lassen sich die großen Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, meistern. Hierzu zählen die Digitalisierung, die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie sowie die Förderung eines nachhaltigen Wachstums.“


Hintergrundinformation

Seit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 haben mehr als 60 internationale Finanzdienstleister, unter anderem Banken, Vermögensverwalter, Versicherungen und Zahlungsdienstleister, bekanntgegeben, ihre Geschäftstätigkeiten und -funktionen nach Luxemburg zu verlagern. Über Luxembourg for Finance

Luxembourg for Finance (LFF) ist für die Entwicklung des Finanzzentrums Luxemburg zuständig. LFF wurde 2008 gegründet und agiert als öffentlich-private Partnerschaft zwischen der luxemburgischen Regierung und dem luxemburgischen Verband der Finanzindustrie. Ziel der Vereinigung ist es, die luxemburgische Finanzdienstleistungsbranche weiterzuentwickeln und neue Geschäftsmöglichkeiten zu identifizieren. LFF verbindet internationale Investoren mit den in Luxemburg angebotenen Finanzdienstleistungen, wie zum Beispiel Investmentfonds, Vermögensverwaltung, Kapitalmarktoperationen oder Beratungsdienstleistungen.

EZB und Europa-Parlament bringen Krisenprogramme für 2021 auf Schiene

Die Europäische Zentralbank (EZB) und das Europa-Parlament haben knapp vor Jahresende noch ihre jeweiligen Programme für den Kampf gegen die Krise im kommenden Jahr auf Schiene gebracht. Die EU-Abgeordneten haben zuletzt den rund 1,1 Billionen Euro schweren Gemeinschaftsetat für die kommenden sieben Jahre abgesegnet. Darin enthalten sind Corona-Hilfen im Umfang von 750 Mrd. Euro. Die EZB hat vergangene Woche zur Stützung der Konjunktur in der Krise unter anderem beschlossen, ihr „PEPP“ getauftes Pandemie-Anleihenkaufprogramm um 500 Milliarden Euro auf 1,85 Billionen Euro aufzustocken und die Käufe um neun Monate bis Ende März 2022 zu verlängern.

Gestartet hat die EZB ihr Notfallprogramm knapp nach Eskalation der Pandemie im März mit einem Volumen von damals 750 Milliarden Euro zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Das Anleihekaufprogramm PEPP („Pandemic Emergency Purchase Programme“) soll laut EZB dazu beitragen, dass alle Wirtschaftssektoren von besseren Finanzierungsbedingungen profitieren und damit den Corona-Schock absorbieren können.

Anleihenkaufprogramm soll bei Finanzierung der Krisenprogramme helfen

Konkret werden durch die Anleihenkäufe die Zinssätze am Anleihenmarkt gesenkt, Staaten und auch Unternehmen können sich so in der Krise günstiger refinanzieren. So können etwa Staaten ihre milliardenschweren Rettungsprogramme leichter finanzieren, wenn die EZB selbst als Käufer ihrer Staatsanleihen auftritt.

Während frühere EZB-Anleihenkaufprogramme an einen Kapitalschlüssel gebunden waren, der sich nach Bevölkerungsgröße und Wirtschaftskraft der einzelnen Euro-Länder bemisst, darf die Notenbank bei ihrem Corona-Notfallprogramm von diesem Schlüssel abweichen. Sie ist damit flexibler und kann mehr Anleihen der besonders von der Krise betroffenen Staaten kaufen.

Tatsächlich sanken die Kurse europäischer Staatsanleihen bei Ausbruch der Krise und ihre Renditen schossen kurzfristig nach oben, zeitgleich mit dem Start der PEPP-Anleihenkäufe legten die Anleihenkurse aber wieder zu und die Renditen kamen im Gleichschritt zurück. Nach einer ersten Aufstockung im Juni, hat die EZB nun erneut ihr Pandemie-Anleihenkaufprogramm massiv ausgeweitet.

Mit den Anleihenkäufen kämpft die EZB auch gegen die aktuell negative Inflation und versucht die Teuerungsrate wieder auf das volkswirtschaftlich gewünschte Maß zu heben. Zuletzt lag die Inflationsrate der Eurozone bei minus 0,3 Prozent und ist damit weit entfernt von der EZB-Zielmarke von rund zwei Prozent.

Hinweis: Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Liquiditätsspritzen an Banken verlängert

Zudem sollen bei den „TLTRO III“ genannten großen EZB-Liquiditätsspritzen die Privatbanken nun deutlich länger von günstigeren Bedingungen profitieren. Bei diesen Geldspritzen winkt den Instituten sogar eine Prämie, wenn sie sich die Gelder leihen. Zudem sollen drei weitere dieser Kreditgeschäfte zwischen Juni und Dezember 2021 aufgelegt werden.

Der EZB-Rat beschloss zugleich auch eine neue Serie von Notfallkrediten für Banken, sogenannte „Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations“ (PELTRO). Im nächsten Jahr soll es davon vier Tranchen geben. Die Käufe im Rahmen des älteren Anleihenprogramms APP sollen darüber hinaus in einem monatlichen Umfang von 20 Milliarden Euro fortgesetzt werden.

Ihren Leitzins beließ die Notenbank hingegen wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, auf dem er bereits seit März 2016 liegt. Auch der Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent. Das bedeutet, dass Banken derzeit Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken.

Auch der Beschluss des EU-Budgets war diesmal mit besonderer Spannung erwartet worden. Ungarn und Polen wollten ursprünglich mit einem Veto verhindern, dass die Auszahlung von EU-Geld künftig an die Einhaltung von Rechtsstaatsprinzipien geknüpft wird. Deshalb blockierten sie zunächst das 1,1 Billionen Euro schwere EU-Budgetpaket. Ohne eine Lösung hätte damit gedroht, dass die EU mit einem Notbudget ins Jahr 2021 starten muss und auch das Corona-Hilfspaket nicht starten kann.

Nach Veto von Ungarn und Polen macht Kompromiss den Weg frei für das EU-Budget

Die Staats- und Regierungschefs einigten sich aber zuletzt auf ihrem Gipfel-Treffen auf einen Kompromiss. Dieser sieht vor, dass das neue Verfahren zur Ahndung von Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit durch eine Zusatzerklärung ergänzt wird. Darin ist unter anderem festgelegt, welche Möglichkeiten Ungarn und Polen haben, sich gegen die Anwendung der Regelung zu wehren. Eine davon ist eine Überprüfung der Verordnung für das Verfahren durch den Europäischen Gerichtshof.

Damit ist das im Budget vorgesehene Corona-Konjunkturprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro auf Schiene und soll den Aufschwung nach der Krise nun stützen. Der schnelle Einsatz von Corona-Impfstoffen könnte aus Sicht der EU-Kommission die wirtschaftliche Erholung dabei beschleunigen. „Wir könnten schneller als erwartet eine Rückkehr zum Bruttoinlandsprodukt auf dem Niveau vor der Krise sehen“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni zuletzt. Im ersten Quartal 2021 seien erste positive Zeichen zu erwarten. Davor würde aber ein schwieriger Winter vor uns liegen, so Gentiloni.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Zum Jahreswechsel

Mit 2020 geht ein Jahr zu Ende, das in vielerlei Hinsicht historisch war und das wohl für die meisten von uns mit großen Einschränkungen – insbesondere, was den sozialen Austausch mit Familie und Freunden betrifft – verbunden war. Es war ein Jahr, das uns viel abverlangt hat, das uns aber auch vor Augen geführt hat, wie wichtig nachhaltige Strukturen und vertrauensvolle Beziehungen für unsere Gesellschaft sind.

Auch für die Kapitalmärkte war 2020 ein prägendes Jahr, das im März – mit den ersten Lockdowns in Europa und den USA – historische Verluste insbesondere bei Aktieninvestments brachte. Auch unsere Fonds konnten sich den Verwerfungen an den Kapitalmärkten in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie nicht entziehen. Doch anders als in anderen Krisen haben die allermeisten unserer Anlegerinnen und Anleger Ruhe bewahrt und darauf vertraut, dass ihr Investment mit größtmöglicher Sorgfalt verwaltet wird. Mehr noch, viele unserer Kundinnen und Kunden haben die niedrigen Einstiegspreise genutzt, weitere Fondsanteile zuzukaufen oder haben überhaupt erstmals in eines unserer Produkte Kapital investiert. Für dieses Vertrauen sind wir sehr dankbar und es freut uns, dass es auch belohnt wurde. Was sich im Frühjahr noch dramatisch dargestellt hat, hat sich inzwischen wieder normalisiert. Der Großteil aller Assetklassen hat die Verluste wieder aufgeholt (siehe Grafik im PDF links). Und auch unsere Produkte haben sich wieder erholt. Bei nicht wenigen unserer Fonds steht – zumindest aus heutiger Sicht – mit Jahresende ein Plus vor der (teilweise sogar zweistelligen) Wertentwicklung. Wobei die Performance der Vergangenheit natürlich keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung eines Investments zulässt.

Apropos Wertentwicklung...

Die Corona-Krise hat auch eines klar gezeigt: Verantwortliches Investieren geht nicht auf Kosten der Performance. Viele nachhaltig gemanagte Produkte sind aufgrund ihrer Anlagestruktur und ihres detaillierten Risikomanagements wesentlich besser durch die kritische Zeit gekommen – selbst wenn natürlich auch nachhaltige Investments den Kapitalmarktschwankungen und der damit verbundenen möglichen Verluste, ausgesetzt sind. Die Fonds von Raiffeisen Capital Management1 zählen hinsichtlich ihres Investmentansatzes konstant zu den besten Nachhaltigkeitsfonds im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Das hat sich auch am Jahresende 2020 nochmals gezeigt. Bei der diesjährigen Vergabe der begehrten FNG-Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlagen wurden alle eingereichten Fonds – insgesamt 14 Produkte unterschiedlicher Assetklassen – mit der Höchstnote „3 Sterne“ auszeichnet. Raiffeisen Capital Management war somit der erfolgreichste Asset Manager aller 15 teilnehmenden Länder.

Nachhaltigkeit ist Programm...

Auch wir als Unternehmen sind mit unserer nachhaltigen Unternehmens- und Produktstrategie gut durch die Krise gekommen. Verglichen mit dem Gesamtmarkt haben wir in dieser Phase deutlich besser performt und konnten nicht nur Fondsvolumen (per Ende November insgesamt 39,8 Milliarden Euro), sondern auch Marktanteile (insgesamt 19,6 %) dazugewinnen. Unser breites Angebot an nachhaltigen Investments war für diese positive Entwicklung mitentscheidend.

...und wird weiter forciert

In den letzten Jahren haben wir es geschafft, Raiffeisen Capital Management nicht nur in Österreich, sondern auch international – insbesondere in Italien und Deutschland – als glaubwürdigen und bedeutenden Player bei nachhaltigen Investments zu etablieren. Gemeinsam mit den Netzwerkbanken unserer Eigentümerin, der Raiffeisenbank International AG, möchten wir nachhaltiges Investieren nun auch in Zentral- und Osteuropa konsequent vorantreiben und in guter Tradition dort als „First Mover“ dieses Segment besetzen. Parallel dazu arbeiten wir in Wien mit vollem Einsatz daran, unser Produktangebot noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit zu transformieren. 2020 haben wir mit dem Raiffeisen-SmartEnergy-ESG-Aktien ein innovatives Produkt im Energiebereich lanciert. Auch der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Europa-Aktien (zuvor Raiffeisen-Europa-Aktien) ist seit einiger Zeit ein streng nach ESG-Kriterien2 gemanagter Fonds. Grundsätzlich steht mehr oder weniger die gesamte Produktpalette auf dem Prüfstand, denn mittelfristig möchten wir die ESG-Kriterien in sämtliche Investmentprozesse unserer Fonds integrieren. Last but not least, bemühen wir uns, unseren eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Im vergangenen Jahr haben wir erstmals in einem gemeinsamen Projekt mit der BOKU unseren CO2-Verbrauch ausgeglichen und setzen weitere Maßnahmen, diesen möglichst klein zu halten.

Digitale Beziehungspflege

2020 war wohl auch das Jahr der Webinare, Online-Meetings und Videokonferenzen. Covid-19 hat nicht nur der Nachhaltigkeit Schub verliehen, sondern auch der Digitalisierung. An dieser Stelle möchten wir uns bei Ihnen für Ihre Offenheit und Flexibilität bedanken, diese Tools gemeinsam mit uns zu nutzen. Uns war es wichtig, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben, Ihre Anliegen aufnehmen zu können und Ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass unsere Betreuung lückenlos und in gewohnter Qualität weiterläuft. Auch wenn nichts über den persönlichen Austausch geht, so haben uns digitale Formate in dieser schwierigen Zeit geholfen, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben.

Kontinuität gewährleisten

Eine vertrauensvolle Basis ist im Veranlagungsgeschäft unerlässlich und eng mit den handelnden Personen verknüpft. Mit Jahreswechsel (ab 1.1. 2021) wird es an der Spitze des institutionellen Geschäfts von Raiffeisen Capital Management zu einem personellen Wechsel kommen. Wir freuen uns, dass wir für diese Position, die für unser Unternehmen von zentraler Bedeutung ist, Christiane Flehberger (CPM, CEFA) gewinnen konnten, denn damit kann einerseits die Kontinuität in der Betreuung gewährleistet und andererseits ein ebenso wichtiger Generationenwechsel vollzogen werden. Christiane Flehberger ist seit 2011 in der Raiffeisen Bankengruppe verankert und seit 2015 bei Raiffeisen Capital Management beschäftigt. Zuletzt war sie für den Bereich „Institutionelle Kunden & Sektorkunden“ verantwortlich. Darüber hinaus leitete sie das Großkunden-Geschäft in den Märkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein & Frankreich. Als Gesamtverantwortliche für das Institutionelle Kundengeschäft, wird sie auch weiterhin für beide genannten Bereiche zuständig bleiben.

Wie geht es an den Kapitalmärkten weiter?3

Wenn es nach unserer Erwartung für die Aktienmärkte geht, dann wird das Jahr 2021ein gutes werden. Diese Einschätzung basiert zunächst auf der Entwicklung der globalen Konjunktur. Nach beispiellosen Einbrüchen im Jahr 2020 wird im neuen Jahr eine spürbare Erholung eintreten. Diese könnte sogar stärker ausfallen, als es aktuell von den Volkswirten erwartet wird. Hand in Hand mit einer besseren Wirtschaftsdynamik werden sich auch die Unternehmensgewinne erholen – sogar zweistellige Zuwachsraten sind möglich. Wie schon in den letzten Jahren wird eine lockere Geldpolitik als unterstützender Faktor bleiben und auch die Fiskalpolitik wird weiterhin großzügig sein. Was gibt es schöneres, als Geld auszugeben, das man zwar nicht hat, aber freigiebig von der Notenbank zur Verfügung gestellt bekommt – ein Selbstläufer für jeden Politiker. Hier liegt auch ein wesentliches Risiko für das positive Marktszenario begraben. Sollten die Notenbanken gezwungen sein, ihre Liquiditätsinjektionen zu reduzieren oder einstellen zu müssen, hätte das starke Auswirkungen auf viele Marktsegmente. So hat nur die EZB seit Ausbruch der Krise ihre Bilanz um 340 Millionen Euro ausgeweitet – pro Stunde, 24/7. Dieses Geld ist zunächst in Staats- und Unternehmensanleihen geflossen. Kein Wunder, dass wir hier die Renditetiefstände wieder erreicht haben. Aber frei nach dem Motto „Das Wasser findet seinen Weg“ waren natürlich auch Hochzinsanleihen und Aktien begünstigt. Was wäre also dieser „Game-Changer“, der zu einem Umdenken bei den Notenbanken führen würde? Eine solche Entwicklung sähen wir nur im Fall eines starken Anstiegs der Inflation. Das ist nicht unsere Erwartung, aber zweifellos eines der Risikoszenarien für 2021.


1) Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH
2) ESG steht für Umwelt (Environment, E), Soziales (Social, S) und gute Unternehmensführung (Governance, G).
3) Die nachfolgenden Einschätzungen und Positionierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Sie sind keine Prognose für die künftige Entwicklung der Finanzmärkte oder von Produkten.

Von Bitcoin bis Populismus – was bringt das Börsenjahr 2021?

von Olivier de Berranger, CIO bei LFDE.

Weihnachten bedeutet gemeinsame Zeit mit der Familie bei einem guten Festessen. Es ist aber bei manchen auch die bevorzugte Zeit, um Diskussionen über brennende aktuelle Themen loszutreten. Bei jenen, die in diesem Jahr das Glück haben werden, ein Familienmitglied zu treffen, das sich für Finanzen interessiert, besteht ein gewisses Risiko, dass die Gespräche abschweifen: von COVID-19 über Bitcoin bis zur Entkopplung von Finanzmärkten und „Realwirtschaft“.

Bitcoin mal wieder auf Höhenflug

Zuerst zum Bitcoin. Genauso wie wir uns in erster Linie an die verspäteten Züge erinnern, tendieren wir umgekehrt auch dazu, uns auf die Finanzwerte mit außerordentlich starker Wertentwicklung zu konzentrieren. Nachdem sich der Bitcoin seine Einladung zum Festessen an Weihnachten 2017 durch einen Jahresanstieg von +1.375 % verdient hatte, ist er 2020 dank der Verdreifachung seines Kurses wieder mit von der Partie – auch wenn er als Tauschmittel bei weitem noch nicht massenhaft genutzt wird. Das Thema ist so interessant, dass sich auch die Zentralbanken allmählich damit befassen. Aber kann man hier ernsthaft von einer Währung sprechen? Und was ist mit Libra – inzwischen unter dem neuen Namen „Diem“ – der virtuellen Währung von Facebook? Wer bezahlt heutzutage sein Brot mit einer Kryptowährung?

Keine Anzeichen für echte Entkopplung der Finanzmärkte

Neben dem Bitcoin ist das Thema, das für Gesprächsstoff sorgt, die offenkundige Entkopplung zwischen Wirtschaft und Märkten. Es wird wahrscheinlich mit folgenden Worten eingeläutet: „Die Märkte sind verrückt geworden. Die Aktien steigen, während es immer mehr soziale Hilfspakete gibt. Ein Blick in die Zeitung genügt, um das zu verstehen!“ Auch wenn der zweite Teil des Satzes richtig ist, gilt dies für den ersten bei weitem nicht. Die wirtschaftliche Lage ist wirklich komplex. Steigende Arbeitslosigkeit, soziale Ungleichheit, und sinkende Unternehmensrentabilität – die Wirtschaftskrise, die wir derzeit erleben, ist die schwerste der Nachkriegszeit. Doch es gilt zu verstehen, dass sich die zeitliche Dimension der Realwirtschaft und der Kurse von Finanzwerten strukturell unterscheidet. Daher kommt es häufig zu einer vermeintlichen Entkopplung. Die Konjunkturdaten bilden die Vergangenheit ab oder bestenfalls die aktuelle Lage, während die Finanzmärkte die Zukunftserwartungen widerspiegeln. Ihr Zeithorizont wird in der Regel auf rund sechs Monate geschätzt. Genau hierin liegt der ganz entscheidende Unterschied.

Populismus bleibt langfristiges Risiko

Mitte 2021 dürften die Wirtschaftsaussichten viel klarer sein als gegenwärtig. Die Verabreichung der ersten Impfstoffe wird zunächst das Tempo der Ansteckungen verringern und sie dann hoffentlich ganz verhindern. Die Regierungen werden die Wirtschaft in dieser schwierigen Phase weiterhin unterstützen und beispiellose Konjunkturpakete schnüren, um das Tempo der Erholung zu beschleunigen. Die Staatsausgaben werden folglich steigen. Überdies werden die Notenbanken weiterhin Liquidität bereitstellen, damit sich Staaten, Unternehmen und Privathaushalte auf Dauer günstig finanzieren können. Die Fed verkündete jüngst, dass sie die extrem lockeren geldpolitischen Bedingungen noch für längere Zeit beibehalten wird, wie dies auch die EZB kurz zuvor bekanntgegeben hatte. Die Aussichten könnten alleine durch das längerfristige politische Risiko getrübt werden, denn es herrscht ein Misstrauen gegenüber den traditionellen Parteien. Dies könnte sich durch die zunehmenden sozialen Ungleichheiten und einen bisweilen riskanten Umgang mit der Pandemie verstärken. Die nächsten Wahlen werden ein gutes Barometer für den derzeit anschwellenden Populismus sein.


Über LFDE – http://www.lfde.com

LFDE hat sich seit ihrer Gründung 1991 zu einer der bedeutendsten und dynamischsten Fondsgesellschaften Frankreichs entwickelt. Kernkompetenzen: Investments in europäische und internationale börsennotierte Unternehmen. LFDE nutzt ihre überzeugungsbasierte Managementexpertise, um institutionellen Investoren, Vertriebsgesellschaften und Privatanlegern nachhaltige Lösungen anzubieten, die eine Wertsteigerung der Kundeninvestments ermöglichen. LFDE ist in Deutschland, Spanien, Italien, der Schweiz und in den Benelux-Ländern vertreten und verwaltet zum 31.12.2019 Vermögen in Höhe von rund 10 Mrd. Euro. LFDE ist Unterzeichner der UNPRI-Grundsätze und des Carbon Disclosure Project und gehört zur Primonial-Gruppe, dem unabhängigen Marktführer in den Bereichen Entwicklung und Verwaltung von Anlagelösungen und Anlageberatung in Frankreich.

2021: Das Jahr der Erholung für Japan?

von Reiko Mito, Investment Director für japanische Aktien bei GAM Investments.

Mit Blick auf das Jahr 2021 gibt es unseres Erachtens mehrere Gründe, die für eine gute Konjunkturerholung in Japan sprechen. Zum einen haben die Quartalsergebnisse für Q3 2020 die Bodenbildung bei den Gewinnen bestätigt, denn sie haben die Ergebnisse in Q2 und den Konsens deutlich übertroffen. Im Jahresvergleich sind die Gewinne immer noch rückläufig, was bedeutet, dass sich der Aufwärtstrend in 2021 fortsetzen dürfte. Die Fundamentaldaten haben inzwischen begonnen, sich zu erholen, nachdem die Frühindikatoren im Mai ihren Tiefpunkt erreicht hatten.

Zum anderen ist die aktuelle Corona-Lage in Japan besser als in anderen Industrieländern. Zwar erlebt Japan ähnlich wie andere Länder seit Ende November die sogenannte dritte Welle, allerdings gibt es täglich «nur» etwa 3.000 neue Fälle bei einer Bevölkerung von 120 Millionen, weshalb die wirtschaftliche Aktivität weiterhin intakt ist.

Darüber hinaus sorgt der Wahlsieg von Joe Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen für mehr Vorhersehbarkeit und es wird erwartet, dass die Volatilität abnimmt. Eine Reihe von Bidens politischen Maßnahmen sind für japanische Unternehmen förderlich. So dürfte seine Umweltpolitik japanischen Unternehmen zugutekommen, die zu den Vorreitern im Bereich energiesparende Produktion zählen.

Die starke Erholung im benachbarten China ist ebenfalls positiv für Japan. Chinas Stärke – sowohl in der Produktion, als auch im Konsumbereich – trägt zu den Umsätzen vieler japanischer Unternehmen bei. Außerdem kündigte der japanische Premierminister Suga am 8. Dezember ein Konjunkturpaket im Wert von 700 Mrd. US-Dollar an. Auch wenn die Erwartungen an den Märkten gering sind, kommt seine Politik der Deregulierung und den Märkten zugute. So setzt er sich beispielsweise für eine Konsolidierung der Industrie ein, was die Rentabilität der japanischen Unternehmen verbessern sollte. Kurzfristig liegt der Fokus der Regierung insbesondere auf der Bewältigung der Corona-Pandemie. Sugas Politik und ihre Auswirkungen könnten die Märkte im weiteren Verlauf jedoch durchaus überraschen.


Über GAM

GAM ist eine führende unabhängige, reine Vermögensverwaltungsgruppe. Das Unternehmen bietet aktive Anlagelösungen und -produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft wird durch eine Private-Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte umfasst. Per 30. Juni 2020 hat GAM 747 Vollzeitbeschäftigte in 14 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Mailand und Lugano. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.
Die Aktien von GAM (Symbol «GAM») mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert. Per 30. September 2020 verwaltet die Gruppe Vermögen in Höhe von CHF 120.4 Milliarden (USD 131.1 Milliarden).1

1) Einschließlich CHF 0.3 Milliarden Geldmarktfonds per 30. September 2020. Wie mit den H1 2019 Resultaten bekanntgegeben, hat GAM mit der ZKB eine Vereinbarung über deren Verkauf abgeschlossen.

Schwellenländeranleihen: Liquidität, ungleichmäßige Konjunkturerholung und Schuldentragfähigkeit

von Liam Spillane, Head of Emerging Market Debt bei Aviva Investors.

Was die Finanzmärkte betrifft, so zeigen sich die radikalen Veränderungen durch die Pandemie nirgendwo so deutlich wie in den Schwellenländern. Die beispiellose Unterstützung durch die Notenbanken und Staaten hat geholfen, die Märkte zu stabilisieren. Die Impfstoffe lassen zwar eine Konjunkturerholung erwarten, doch die Unterstützung dürfte dennoch nicht übereilt zurückgefahren werden. Vorerst könnte dies dazu führen, dass weitere Risiken eingegangen werden, was zu einer Outperformance von Lokalwährungsanleihen führen könnte. Den Anlegern muss hier jedoch ein Drahtseilakt gelingen. Sie müssen den langfristigen finanziellen Schaden vieler Länder ebenso berücksichtigen wie mögliche Anzeichen dafür, dass die Notenbanken die Liquidität schneller einschränken als erwartet.

1. Schwellenländeranleihen bieten echte Portfoliodiversifizierung

Die Märkte für Schwellenländeranleihen dürften 2020 positive Renditen verzeichnen – trotz des schwierigen Jahresbeginns. Die kontinuierliche und großzügige Bereitstellung von Liquidität durch die Notenbanken lässt hoffen, dass dieser Trend anhält.

Weltweit haben die Notenbanken als Reaktion auf die Corona-Pandemie Rekordmengen an Anleihen und anderen Vermögenswerten aufgekauft und dabei in historischem Ausmaß Liquidität in die Finanzmärkte gepumpt. Die Schwellenländer, in denen manche Notenbanken erstmals seit vielen Jahren auf quantitative Lockerungen und unkonventionelle Maßnahmen gesetzt haben, bildeten hier keine Ausnahme.

Die Folge: Weltweit schwimmen die Anleger in Liquidität. Da festverzinsliche Anlagen in den Industrieländern nur geringe Renditeaussichten bieten, zog die globale Nachfrage nach Schwellenländeranleihen an. Dies gilt insbesondere für Staatsanleihen in Hartwährung.

Die Impfstoffverteilung lässt zwar auf eine dynamischere Konjunkturentwicklung im kommenden Jahr hoffen, doch die Notenbanken dürften dennoch zögern, die Geldpolitik übereilt zu straffen. Dies wird die Nachfrage nach renditestärkeren Anlagen wie Schwellenländeranleihen wohl weiter stützen, nicht zuletzt, da sie eine echte Portfoliodiversifizierung ermöglichen.

2. Hartwährungsanleihen präferiert

In den Volkswirtschaften der Schwellenländer hat sich der Ausbruch des Coronavirus ganz unterschiedlich ausgewirkt. Die asiatischen Länder haben sich insgesamt relativ gut behauptet. Andere Länder, insbesondere in Lateinamerika, wurden sehr viel stärker in Mitleidenschaft gezogen.

Die ökonomischen Aussichten für das Jahr 2021 sind etwas besser, obwohl sich die Anleger wie immer darüber im Klaren sein sollten, dass Schwellenländeranleihen keine einheitliche Anlageklasse bilden. Während einige Länder die Pandemie früher oder später relativ unbeschadet hinter sich lassen dürften, haben andere massiven Schaden genommen.

Die rasante Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds hat zu einer scharfen Abwertung von Schwellenländerwährungen geführt. Dies ist eine Erklärung dafür, dass sich Schwellenländeranleihen in Hartwährungen 2020 mit großem Abstand besser entwickelt haben als ihre Pendants in Lokalwährungen.

Wir ziehen Hartwährungsanleihen weiterhin vor. Lokalwährungsanleihen könnten jedoch zunehmend attraktiver werden, wenn die Lage der Weltwirtschaft sich schneller bessert als wir derzeit erwarten – etwa infolge der Impfkampagnen.

3. Nachhaltigkeit einiger Schwellenländer wird infrage gestellt

Die globale Liquiditätsschwemme hat den Schwellenländern geld- und fiskalpolitische Maßnahmen ermöglicht, die mit Blick auf ihren Umfang und ihre Umsetzung außergewöhnlich waren. Für manche Volkswirtschaften der Schwellenländer besteht nun jedoch ein erhebliches Risiko, dass die Nachhaltigkeit einiger dieser Maßnahmen infrage gestellt wird, sobald die Welt zu einer gewissen Normalität zurückkehrt.

Der Markt hat den Schwellenländern bisher einen Vertrauensvorschuss eingeräumt, da die Welt teilweise regelrecht in Liquidität schwimmt. Das Risiko für manche Länder besteht darin, dass die Notenbanken den Hahn zudrehen und sie allmählich auf dem Trockenen sitzen.

Die Renditen auf den Märkten für Industrieländeranleihen sind weiter extrem niedrig. Sollten die Impfkampagnen eine stärkere Konjunkturerholung nach sich ziehen, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen. In einem solchen Szenario dürften Anleger von Schwellenländeranleihen sehr viel wählerischer werden.

Zahlreiche Schwellenländer hatten vor der Corona-Pandemie ein Jahrzehnt schwächeren Wirtschaftswachstums hinter sich, da der internationale Handel stagnierte und strukturelle Reformen ausblieben. Auch wenn die Impfstoffe im Jahr 2021 eine moderate Konjunkturerholung auslösen, dürften die Sorgen angesichts der langfristigen Wachstumsaussichten der Schwellenländer bleiben.

Hierdurch wird es wahrscheinlicher, dass die Anleger früher oder später die Fähigkeit einiger Länder infrage stellen werden, die 2020 stark gestiegene Staatsverschuldung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Auch die Nachhaltigkeit der Geldpolitik könnte in Zweifel gezogen werden.


AVIVA INVESTORS

Aviva Investors ist die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc. Das Unternehmen liefert seinen Kunden weltweit Investmentmanagementlösungen, Dienstleistungen und kundenorientierte Performance. Aviva Investors ist in 14 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, Nordamerika und Großbritannien tätig und verwaltet ein Vermögen von 389 Milliarden Euro per 30. Juni 2020.

Gold: Neues Jahr, neue Chancen?

von Stefan Breintner, stellvertretender Leiter Research & Portfoliomanagement bei der DJE Kapital AG.

Goldanlagen zählen 2020 zu jenen Investments, die insgesamt vom Ausbruch der Covid-19-Pandemie profitierten: trotz eines Einbruchs der historisch gesehen wichtigsten Nachfragekomponente – der Schmuckindustrie – um 40,5 Prozent auf 910,3 Tonnen. In den ersten neun Monaten 2020 konnte der Goldpreis um ca. 20 Prozent auf 1.827 US-Dollar pro Unze (oz) zulegen. In Euro gerechnet lag das Kursplus aufgrund des gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung abwertenden US-Dollar bei ca. 11 Prozent.

2020: Rekordjahr für Gold als Investment

Treiber des Goldpreisanstiegs 2020 war die Investmentnachfrage – vor allem nach mit Gold hinterlegten Indexfonds (ETFs). Von Januar bis November standen trotz eines größeren Abflusses im November insgesamt Zuflüsse von 916 Tonnen zu Buche, ein historischer Rekordwert. Somit kompensierte die ETF-Nachfrage den Rückgang auf der Schmuckseite. Auch die Nachfrage nach Barren und Münzen entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf sehr gut und erreichte mit ca. 627 Tonnen in etwa das Niveau aus dem Jahr 2009, als Gold aufgrund der Finanzkrise stark gefragt war. 2020 stellt damit auf der Gold-Nachfrageseite eine absolute Ausnahmesituation dar. Es ist das Jahr, in dem die Investmentnachfrage erstmals die Schmucknachfrage als traditionell wichtigste Nachfragekomponente deutlich übertreffen sollte, was nicht einmal im Krisenjahr 2009 der Fall war.

Im November 2020 kam es beim Goldpreis zum stärksten Monatsrückgang seit vier Jahren. Der Grund hierfür waren vor allem Nachrichten über die Wirksamkeit von potenziellen Covid-19-Impfstoffen und damit verbundene Hoffnungen über eine Eindämmung der Pandemie im kommenden Jahr. Der Goldpreisrückgang im November ging einher mit ETF-Abflüssen. Nachdem die ETFs zuvor acht Monate hintereinander Zuflüsse verbuchten, kam es im November aufgrund der temporären Impfstoff-Euphorie zu Abflüssen. Die gute Marktstimmung trug dazu bei, dass zyklische Rohstoffe wie Öl und Industriemetalle stärker nachgefragt wurden und Gold als sicherere Anlage dagegen verkauft wurde. Nach Daten des World Gold Councils flossen im November 107 Tonnen mit einem Wert von ca. 6,8 Mrd. US-Dollar ab. Dies war der erste Monatsabfluss seit einem Jahr und in US-Dollar gerechnet der zweithöchste seit Beginn der Datenreihe.

Covid-19 geht, Geldschwemme und Staatsschulden bleiben

Die entscheidende Frage im Hinblick auf die Goldpreisentwicklung im kommenden Jahr dürfte sein, ob die ETF-Nachfrage auf hohem Niveau bleiben wird oder ob Anleger wieder Gold aus den ETFs abziehen. Die ultra-lockere Geldpolitik der Notenbanken dürfte sich auch im Falle eines durchschlagenden Erfolgs der Impfstoffe und einer graduellen Normalisierung der Wirtschaft erst einmal nicht ändern. EZB-Präsidentin Lagarde hat sich bereits dahingehend geäußert, dass ein Impfstoff kein „Game-Changer“ sei. Die Covid-19-Pandemie hat zu einem in der Geschichte beispiellosen Anstieg von Notenbankbilanzsummen und Staatsschulden geführt. So entsprechen beispielsweise seit Ausbruch der Pandemie die Netto-Käufe von Staatsanleihen durch die EZB den Netto-Anleiheemissionen der Euro-Staaten.

Die amerikanische Notenbank hat seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie Anleihen im Umfang von rund 3.000 Mrd. US-Dollar erworben. Die EZB hat mit ihren Anleihekäufen von rund 2.000 Mrd. Euro allein seit dem Frühjahr 2020 die Neuverschuldung der Euro-Staaten voll finanziert. Zum Vergleich: Der Wert der Gold-Jahresproduktion aller weltweiten Minen in Höhe von 3.464 Tonnen entspricht ca. 204 Mrd. US-Dollar. Der insgesamte Wert des jemals geförderten Goldes beträgt aktuell ca. 12.000 Mrd. US-Dollar. Ein Ende des Gelddruckens von EZB und FED ist nicht in Sicht. Noch weniger ist aus heutiger Sicht an eine Rückführung dieser kaum rückzahlbaren Schulden zu denken. Gold sollte hiervon als wertstabile Anlage profitieren und demzufolge dürfte die Investmentnachfrage im kommenden Jahr weiter hoch, aber wohl nicht auf den Rekordniveaus des Jahres 2020 liegen.

Schmucknachfrage dürfte 2021 wieder anziehen

Im kommenden Jahr ist konjunkturbedingt aber mit einer besseren Schmucknachfrage zu rechnen – insbesondere aus den beiden wichtigsten Ländern China und Indien. Beide verzeichneten in den ersten neun Monaten historische Einbrüche von 43 Prozent auf 274 Tonnen bzw. 57 Prozent auf 171 Tonnen. Damit erscheint die Prognose, dass 2021 die zusätzliche Schmucknachfrage einen möglichen Rückgang der Investmentnachfrage kompensieren kann, nicht abwegig. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 fragten die Schmuckverarbeiter Chinas und Indiens 637 bzw. 545 Tonnen nach und machten damit 56 Prozent der weltweiten Goldnachfrage der Schmuckindustrie von 2.107 Tonnen aus. Die jüngst kräftige Erholung der chinesischen Wirtschaft von der Corona-Pandemie spricht auch für eine bevorstehende Erholung der chinesischen Schmucknachfrage. Insgesamt könnte 2021 damit die gesamte Gold-Nachfrage das Angebot durchaus übertreffen – was natürlich vorteilhaft für die Preisentwicklung wäre.

Niedrigzinsen: auch 2021 positiver Treiber für Gold

Die US-Geldmenge M1 wächst aktuell als Folge der ultra-lockeren Geldpolitik der Notenbank gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent. Aus heutiger Sicht wird sich daran vorerst nichts ändern, da die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie weiter bekämpft werden müssen. Angesichts weiterhin hoher Corona-Neuinfektionen, die schärfere Lockdowns zur Folge haben, wächst aktuell der Druck auf die Politik nochmals zusätzliche Stimulierungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Ein Ende des Gelddruckens von EZB und FED ist damit zunächst weiter nicht in Sicht. Gold sollte hiervon als wertstabile Anlage in einer Papiergeldwelt profitieren. Zu einer Änderung der Notenbankpolitik in den USA dürfte es erst dann kommen, wenn die Inflation über einen längeren Zeitraum über zwei Prozent liegt und gleichzeitig Vollbeschäftigung herrscht. Beide Kriterien zusammen waren in den letzten 20 Jahren nur selten erfüllt. Zinserhöhungen erscheinen daher weiter auf absehbare Zeit unrealistisch.

Die Geldschwemme sollte perspektivisch zu mehr Inflation führen und die Realrenditen (Zinsen abzüglich Inflationsrate) von Anleihen weiter in den negativen Bereich drücken. Zusätzliche schuldenfinanzierte Konjunkturhilfen würden die Inflationserwartungen voraussichtlich steigen lassen und die Realzinsen ebenfalls drücken. Negative Realzinsen sind ein sehr starkes Argument für einen steigenden Goldpreis, denn das große Gegenargument gegen die Goldanlage ist, dass sie keinen laufenden Ertrag (Zinsen oder Dividenden) abwirft. Insgesamt sollten die Zinsen in den USA und Europa wohl noch für lange Zeit auf sehr niedrigem Niveau verharren und daher Gold als zinslose Anlage keine Konkurrenz machen. Man muss sich bei dieser Betrachtung auch stets vor Augen halten, dass aktuell laut Bloomberg das Volumen aller ausstehenden Anleihen mit derzeitiger Negativverzinsung bei fast 18.000 Mrd. US-Dollar liegt – also dem 1,5-fachen des Wertes des jemals geförderten Goldes. Solange an den Rentenmärkten solche Konstellationen herrschen, wird auch der Aufwärtstrend bei Gold anhalten.

Goldangebot aus Minenproduktion könnte strukturell fallen

Generell folgt die Preisfindung auch auf den Edelmetall- und Rohstoffmärkten den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Die weltweite Goldminenproduktion steht für ca. 73 Prozent des jährlich neu hinzukommenden Goldangebots – der Rest entfällt auf die Altgoldaufbereitung. Bereits 2018 könnte die Goldminenproduktion mit 3.509 Tonnen (Wert ca. 206 Mrd. US-Dollar) einen Höhepunkt erreicht haben. In den ersten neun Monaten in 2020 fiel die weltweite Goldminenproduktion vor allem aufgrund der zahlreichen Covid-19 bedingten Minenschließungen im 2. Quartal um 5,4 Prozent auf 2.456 Tonnen. Im 2. Quartal lag der Rückgang sogar bei -10 Prozent. 2021 sollte sich die Produktion wieder erholen, aber generell dürfte das Goldangebot aus laufender Produktion in den kommenden Jahren strukturell fallen. Dies ist vor allem auf kaum mehr nennenswerte Goldfunde in den letzten Jahren, den generell abnehmenden Goldgehalt im Gestein, sowie die in den letzten Jahren geringe Explorationstätigkeit zurückzuführen.

Während die Geldmengen also weltweit wegen der Anleihekäufe der Zentralbanken mit einem enormen Tempo steigen, fällt das Goldangebot. Der Wert des in einem Jahr neu hinzukommenden Goldes kann die neu hinzukommenden Schulden in den USA oder im Euroraum keineswegs aufwiegen. Auch das sämtliche in den Gold-ETFs gehaltene Gold hat aktuell nur einen Marktwert von rund 240 Mrd. US-Dollar. Das ist nur ein Bruchteil bzw. ca. 12 Prozent der Marktkapitalisierung von Apple. Von einer zu starken Positionierung der Anleger in Gold kann daher nicht gesprochen werden.

Fazit: Weiteres Aufwärtspotenzial für Goldpreis in 2021

Von dem Anfang August verzeichneten Rekordniveau – 2.075 US-Dollar pro Unze – hat sich Gold in US-Dollar rund 12 Prozent verbilligt. Die Chancen, dass der Goldpreis seinen im Herbst 2020 unterbrochenen Aufwärtstrend in 2021 wieder aufnimmt, sind angesichts der weiter ultra-lockeren Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken und weiterhin tiefen bzw. negativen Realzinsen gegeben. Auf der Nachfrageseite sollte sich die Investment-Komponente in 2021 zwar schwächer entwickeln, aber dies sollte durch eine anziehende Schmucknachfrage und eine wieder bessere Zentralbanknachfrage kompensiert werden. Auf der Angebotsseite ist mit einem weiteren Rückgang zu rechnen und auch die Markttechnik gibt derzeit eher Kauf- als Verkaufssignale.


Über die Dr. Jens Ehrhardt Gruppe

Die DJE Kapital AG ist seit 45 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit rund 150 Mitarbeitern (davon rund 25 Fondsmanager und Analysten) aktuell über 13,4 Milliarden Euro (Stand: 30.09.2020) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Zudem bietet die DJE Kapital AG seit 2017 mit Solidvest eine einzeltitelbasierte Online-Vermögensverwaltung an – als digitale Lösung im Rahmen aktiv gemanagter Depots. Das Online-Konzept basiert auf den breiten Kompetenzen in Vermögensverwaltung und Anlagestrategie der DJE Kapital AG – und ermöglicht ein diversifiziertes Portfolio nach individuellem Rendite-Risiko-Profil mit persönlichen Themenschwerpunkten im Aktienbereich. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. Der Anspruch der DJE Kapital AG ist, ihren Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten. Die DJE Kapital AG gehört zu den Unterzeichnern der „Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren“ der Vereinten Nationen (UNPRI). Dadurch ist die gesamte Vermögensverwaltung und damit auch Solidvest seit 2018 auf die Einhaltung übergreifender Nachhaltigkeitskriterien wie Umweltschutz und die Einhaltung von Menschenrechten sowie Arbeitsstandards ausgerichtet.

Gesundheitsinvestments 2021: „So günstig bewertet wie nie!“

Das vergangene Jahr hat verdeutlicht: Gesundheit gehört zu den wertvollsten Gütern überhaupt. Gleichzeitig ist sie eines der Megatrends unserer Zeit. Günstige Bewertungen, rasante Entwicklungen vor allem im Bereich Digitalisierung und Telemedizin sowie eine ungebrochene Innovationskraft halten für Anleger auch 2021 Chancen bereit.

Die Gesundheitsbranche wird seit Jahren vor allem durch den demografischen und ökonomischen Wandel, die Globalisierung sowie eine enorme Innovationskraft beflügelt. Gesundheit ist dadurch zu einem Megatrend geworden, der ungebrochen und nachhaltig anhält. So profitierten Anleger, die 2021 auf Gesundheitsinvestments setzen, trotz Pandemie erneut von zahlreichen Chancen im Gesundheitsmarkt.

Attraktive Bewertung

Wie in anderen Krisenzeiten war die Branche dabei nicht nur ein sicherer Hafen, sondern auch ein Wachstumsmotor. Den Experten der Apo Asset Management GmbH (apoAsset) zufolge wird sich dies auch 2021 nicht ändern. „Zudem ist der Gesundheitssektor mit einem Abschlag von derzeit 23 % gegenüber dem breiten Markt, der nach wie vor in einem unsicheren Umfeld schwebt, so günstig bewertet wie nie“, erklärt Dr. Heiko Opfer, Mitglied der Geschäftsführung der apoAsset.

Symbiose von Technik und Gesundheit setzt sich fort

Einige Entwicklungen, allen voran die Digitalisierung, haben in 2020 an Fahrt gewonnen und werden sich 2021 fortsetzen. Die Pandemie verhalf der Telemedizin zu einem unerwartet schnellen Durchbruch. „Digitalisierung verbessert die medizinische Versorgung ungemein und ist eng mit Effizienzsteigerung sowie Kostensenkungen verknüpft, was im vor uns liegendem Jahr positiv zu Buche schlagen wird“, so Opfer.

Ungebrochene Innovationskraft

Gleichzeitig sieht Opfer in diesem Jahr eine ungebrochene Innovationskraft der Branche: Das meiste Geld der Forschung bei klinischen Entwicklungen fließt in die Onkologie. „Im Impfstoffbereich jenseits von Covid-19-Präparaten tut sich sehr viel, wie bei der Erforschung des mRNA-Impfstoffes gegen Krebszellen.“ Ein Blick auf kleine Unternehmen kann sich lohnen: „Innovationstreiber sind oftmals kleinere Unternehmen, wie die prominenten Beispiele BioNTech und Curavec illustrieren.“ Hinsichtlich Neuzulassungen geht Opfer davon aus, dass 2021 das gute Niveau vom Vorjahr gehalten wird. Für den M&A-Bereich ist er zuversichtlich, dass Übernahmen wieder attraktiver werden.

Mehrwert für das Depot

Für das Anleger-Portfolio kann die Beimischung von Gesundheits-Aktien einen erheblichen Mehrwert bedeuten. Ein Weg für Anleger, am Megatrend „Gesundheit“ teilzuhaben, führt über Unternehmen mit Schwerpunkt Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik, Digital Health und Dienstleistungen. „Ein Investment in den Gesundheitssektor ist allerdings kein Selbstläufer“, betont Opfer. Vielmehr käme es darauf an, sinnvoll und breit zu diversifizieren. „Ein aktiv von Spezialisten verwaltetes globales Fondsportfolio, das die aussichtsreichsten Aktien der vielfältigen Subsektoren umfasst, unterscheidet sich grundlegend von Lösungen, die passiv einen Healthcare-Index abbilden.“


Apo Asset Management GmbH

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) wurde 1999 gegründet und verwaltet ein Anlagevermögen von rund 3,5 Milliarden Euro. Ihre Schwerpunkte sind globale Gesundheitsfonds und Multi-Asset-Fonds. Das Unternehmen verfügt über ein europaweit einzigartiges Netzwerk für Gesundheits-Investments. Dazu gehören neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung am Biotech-Investment-Spezialisten Medical Strategy GmbH und ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat. Die Gesellschafter sind die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG. Weitere Informationen unter www.apoasset.de.

Immobilien auch in Zeiten der Pandemie bei Investoren gefragt

Auch in der Corona-Krise hält die Nachfrage der Investoren nach Immobilien an. Durch die Hilfsaktionen der Notenbanken und der Staaten ist viel Kapital im Umlauf und die Zinsen werden noch längere Zeit auf den niedrigen Niveaus verharren. Die Volumina der in Österreich angebotenen offenen Immobilienfonds sind folglich auch 2020 gestiegen. Laut Statistik der Vereinigung Österreichischer Investmentfondsgesellschaften (VÖIG) lag das in offenen Immobilienfonds veranlagte Volumen Ende November bei 9,6 Milliarden Euro – ein Zuwachs um 4,7 Prozent verglichen mit Jahresbeginn. Neuerlich ein Rekordwert!

ERSTE Immobilien KAG steigert Anlage-Volumen auf rund 2,4 Milliarden Euro

Die ERSTE Immobilien KAG – sie steht für die Entwicklung, Auflage und Verwaltung von soliden Immobilieninvestments konnte mit den beiden Publikumsfonds ERSTE IMMOBILIENFONDS und ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS das Fondsvolumen noch deutlicher auf 2,48 Milliarden Euro erhöhen – ein Zuwachs von 10,7 Prozent verglichen mit dem Jahresende 2019 (Quelle VÖIG/OeKB per 30.11.2020). Für den ERSTE IMMOBILIENFONDS, der zu seinem „Geburtstag“ im Mai die 2 Milliarden Marke überschritten hatte, wurde im Juni eine Tranche von 100 Millionen Euro zur Zeichnung aufgelegt. Die Tranche war binnen weniger Wochen „ausverkauft“. Weitere Tranchen für beide Fonds sind für 2021 in Planung.

Wohnungsmarkt blieb von COVID-19 weitgehend verschont

Traditionellerweise ist die ERSTE Immobilien KAG mit ihren Immobilienfonds auf den Schwerpunkt Wohnen konzentriert. Die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie waren kaum zu spüren, wie Geschäftsführer Peter Karl betont. Was die Geschäfts- und Büroflächen anbelangt sei der überwiegende Teil nicht von den Covid-19 bedingten Schließungen betroffen gewesen. Karl sagte mir: „Unsere Investmentstrategie hat sich bei beiden Fonds auch in unruhigen Zeiten bewährt. Daher werden wir weiterhin daran festhalten.“

Mietwohnungen im Stadtgebiet weiterhin gefragt

Die Vermietungstätigkeit ist nach der Lockdown-Zeit deutlich angesprungen. Seit März wurden 8 Objekte (5 in Wien, 1 in Schwechat, 1 in Fischamend und 1 Büroobjekt in Hamburg – siehe Objektdetails) mit einem Volumen von rund 292 Millionen Euro in die Portfolios der beiden Fonds übernommen. Die Vermietungen laufen „erfreulich“, wie Karl berichtet: „Die Mieten sind marktüblich, wir können unsere Wohnungen erfolgreich am Markt platzieren.“ In der Planung wird auf Wohnungsgrößen, Grundrisse und Ausstattung Einfluss genommen. Was zählt ist die Lage, die Ausstattung und gut durchdachte Grundrisse mit Größen zwischen 40 und 60 Quadratmetern. Jede der neu übernommenen Wohnungen verfügt über Freiflächen wie Garten, Terrassen, Balkone oder Loggien, die in Zeiten von Corona noch mehr an Bedeutung gewonnen haben.

Wohnen zählt zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Die demografische Entwicklung ist dabei ausschlaggebend. Die Menschen ziehen vor allem im letzten Jahrzehnt verstärkt in Städte und städtische Ballungszentren. „Und wir investieren dort, wo Wohnraum nachgefragt wird bzw. in zunehmendem Ausmaß Pflegebedürfnisse gegeben sind“, betont ERSTE Immobilien-Geschäftsführer Karl.

Nachhaltige Objekte sind noch rar

Einen immer größeren Stellenwert am Immobilienmarkt bekommt das Thema Nachhaltigkeit. Beim ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS sind die klimaaktiv Basis- beziehungsweise Muss-Kriterien die Grundvoraussetzung für ein Investment. Außerdem sind ökologische und soziale Aspekte entscheidend. Der Fonds kann diese Ansprüche erfüllen und wurde letztes Jahr mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. „Das Angebot am Markt für Objekte, die unseren Kriterien entsprechen, ist allerdings noch überschaubar“, bedauert Karl. „Umso mehr freut es uns, dass wir gerade in jüngster Zeit unser Portfolio um 3 Objekte erweitern konnten“. Auch für 2021 hat ERSTE Immobilien interessante Objekte im Visier und sieht einer positiven Realisierung zuversichtlich entgegen.

Details zu den neuen Objekten, die 2020 erworben wurden

Area 5.0 – ERSTE IMMOBILIENFONDS
Deelbögenkamp 4; 22297 Hamburg

Im Oktober hat der ERSTE IMMOBILIENFONDS das größte Einzelinvestment der Unternehmensgeschichte eingebucht. Die Büroimmobilie „Area 5.0“ befindet sich im Norden von Hamburg und wurde in den letzten Monaten umfangreich modernisiert. Das Objekt beherbergt moderne Büros aller Größenordnungen mit Meeting-Räumen und vielseitigen voll flexiblen Bereichen. Die Büroimmobilie verfügt über rd. 32.000 m² Nutzfläche und ist zu 100% vermietet. Die bonitätsstarken Unternehmen kommen unter anderem aus der Telekommunikationsbranche, dem Rundfunk sowie dem Technologie- und Internetbereich.

Favoritenstraße 92; 1010 Wien – ERSTE IMMOBILIENFONDS 

Das in Bau befindliche Wohnprojekt liegt unweit des Wiener Hauptbahnhofes und des Sonnwendviertels in der Fußgängerzone unweit des Columbuscenters. Neben Geschäftsflächen im EG und Büroräumlichkeiten im 1. OG sind 99 Wohnungen in Errichtung. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2022 geplant.

Schichtgründe 3B – ERSTE IMMOBILIENFONDS
Hans-Cermak-Gasse / Erna-Musikgasse, 1210 Wien

Die Schichtgründe (benannt nach der früheren Sodafabrik von Georg Schicht) liegen in einem größeren Entwicklungsgebiet im 21. Wiener Gemeindebezirk, nahe der Veterinärmedizinischen Universität. Die Wohnimmobilie verfügt über 200 Wohneinheiten, die sich auf 4 Gebäudekomplexe aufteilen. Die Wohnungen, mit 2 bis 4 Zimmern, sind mit Eichenparkett, modernen Fliesen sowie hochwertigen sanitären Einrichtungen ausgestattet. Die Immobilie besticht mit großzügig begrünten Freiflächen und einem Kinderspielplatz. Vor wenigen Tagen wurde das von dem Architekten Markt Gilbert konzipierte Gebäude mit dem Architecture Masterprize 2020 ausgezeichnet.

„Stages – Wohnen wo Unterhaltung zu Hause ist“ – ERSTE IMMOBILIENFONDS
Paragonstraße 2; 1030 Wien

Eine Wohnimmobilie über 11 Stockwerke mit insgesamt 115 Wohnungen und einem Kindergarten im Erdgeschoss. Wohnungen zwischen 49m² und 119 m², mit Freiflächen (Garten, Balkon oder Terrasse), hochwertige Ausstattung mit Parkettböden, Fußbodenheizung und Komplettküche, Nähe U3 Station Gasometer, bereits voll vermietet vor der Übergabe.

„Der Markhof“ – ERSTE IMMOBILIENFONDS 
Mautner Markhof-Strasse 6; 2320 Schwechat

Eine Wohnimmobilie mit 101 Wohnungen auf 2 Baukörper aufgeteilt, nahe der Wiener Stadtgrenze. Alle Wohnungen sind mit Parkettböden, kontrollierter Wohnraumlüftung sowie Küche mit hochwertigen Geräten ausgestattet. Es gibt eine große allgemeine Dachterrasse und einen Innenhof. Hauseigene Tiefgarage mit 160 PKW- und Motorrad-Stellplätzen, E-Car Ladestation.

Schichtgründe 4A – ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS
Hans-Cermak-Gasse / Angyalföldstraße, 1210 Wien

Weiteres Gebäude nahe der Veterinärmedizinischen Universität für studentisches Wohnen mit 69 Wohneinheiten, Gemeinschaftsküchen, Aufenthaltsräumen sowie Waschküche. Voll möblierte Zimmer, hochwertig ausgestattet mit komplettem Medienzugang (A1, UPC und SAT-Anschluss). Darüber hinaus befinden sich im Gebäude weitere 97 Wohnungen sowie eine Bäckerei und ein Kindergarten im Erdgeschoss. Die Wohnungen, mit 2 bis 4 Zimmern und einer Größe zwischen 39 und 100 m², verfügen mehrheitlich über individuelle Freiflächen wie Gärten, Terrassen oder Balkone. Die Immobilie ist klimaaktiv-zertifiziert mit dem Bronze Status.

Donaufelder Straße 95, 1210 Wien – ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS

Eine Wohnhausanlage mit 50 Wohnungen und Größen zwischen 40 und 74 Quadratmetern. Die Wohnungen verfügen Freiflächen wie Eigengärten, Terrassen, Balkone und Loggien. Schulen und Kindergärten befinden sich in der Nähe. Die Wohnhausanlage wird gerade errichtet und im Juni 2022 fertiggestellt. Das Gebäude ist klimaaktiv – Bronze Standard zertifiziert.

Seniorenresidenz Fischamend – ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS
Hainburger Straße 17-19, 2401 Fischamend

Ein Wohnheim mit Wohnräumen auf die Bedürfnisse der Bewohner/innen abgestimmt – in einer familiären und häuslichen Umgebung. Das Heim wird von HUMANOCARE betrieben. Das Unternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich betreut seit über 20 Jahren Seniorenwohnheime in ganz Österreich. Mit seiner Erfahrung und Kompetenz unterstützt es ältere Menschen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Rehabilitation. Das Gebäude ist klimaaktiv ausgezeichnet.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Zyklische Sektoren, die 2020 gelitten haben, sollten 2021 einen deutlichen Gewinnsprung erleben“

Francesco Sedati, Head of Fundamental Research bei Eurizon, blickt überaus optimistisch ins neue Jahr. Einerseits bezeichnet er die langfristigen Wachstumschancen für den Technologiesektor als intakt, andererseits erwartet er bei zyklischen Sektoren einen Gewinnsprung. Auch bei britischen Aktien sieht er, ungeachtet der Unsicherheiten hinsichtlich des Brexit, Chancen. Gleichwohl betont er, dass Stockpicking in seinem Investmentansatz „King“ sei.

Das folgende Interview mit Francesco Sedati ist zu Ihrer freien Verwendung, ein Foto in Druckqualität schicken wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.

Francesco, die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und die Hoffnung auf einen Impfstoff zeigen auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte. In einer ersten Reaktion haben die Anleger Geld aus dem Technologiesektor in zyklischere Aktien umgeschichtet. Halten Sie diese Entwicklung für nachhaltig?

Francesco Sedati: Die langfristige Wachstumschance für den Technologiesektor ist ohne Zweifel intakt und in vielerlei Hinsicht durch die Pandemie begünstigt. Einige Gewohnheiten bei Arbeit und Konsum haben sich nachhaltig verändert, und dieser Wandel wurde durch Technologie ermöglicht – Stichwort Smart Working oder E-Commerce. Allerdings wird 2021 – hoffentlich – ein Jahr des Neubeginns sein, und viele zyklische Sektoren, die 2020 gelitten haben, sollten einen deutlichen Gewinnsprung erleben, was letztlich eine bessere Wertentwicklung im Vergleich zur Technologieindustrie unterstützen könnte.

In diesem Zusammenhang ist die alte Diskussion über Value vs. Growth wieder aufgekommen. Was halten Sie grundsätzlich von diesen beiden Begriffen zur Kategorisierung von Aktien?

Francesco Sedati: Ich mag es generell nicht, Aktien in diese Kategorien einzuteilen. Sie vereinfachen die Eigenschaften der Unternehmen zu sehr. Letztlich ist eine „billige“ Aktie nicht wirklich „billig“, wenn sie mit sehr negativen strukturellen Trends konfrontiert ist, denn dann wird es keine Gewinnverbesserung geben, die eine Neubewertung rechtfertigt. In ähnlicher Weise kann Wachstum bei jeder Bewertung oft zu großen Verlusten führen, selbst bei einer kleinen Änderung der Konsensschätzungen. Dennoch beobachte ich die Trends in diesen Stilen, denn manchmal überreagiert der Markt und bietet großartige Kaufgelegenheiten – genau wie die, die wir im November gesehen haben. Die Kluft in der Wertentwicklung und der Bewertung zwischen Value und Growth hatte ein derart ausgedehntes Niveau erreicht, das signalisierte, der Markt würde davon ausgehen, dass sich die während der Pandemie beobachteten Trends dauerhaft fortsetzen würden. Das erschien im Kontext früherer Pandemieepisoden und eines möglichen Impfstoffs nicht sinnvoll und signalisierte eine klare Chance bei Value-Titeln.

Welche Sektoren sind in einer Phase, in der sich ein Einstieg jetzt lohnen könnte – und in welchen Sektoren sollten Anleger lieber warten?

Francesco Sedati: Der Reise- und Freizeitsektor hat noch reichlich Spielraum nach oben. Der Markt preist immer noch keine Normalisierung der Gewinne und eine Wiederaufnahme des Wachstums ein. Kurzzyklische Industrie- und Rohstoffwerte sind ebenfalls noch eine gute Möglichkeit, um ein Engagement in der Wiederbelebung zu bekommen. Banken und Energie sind eher umstritten und eigentlich das, was wir als richtige „Deep-Value“-Sektoren bezeichnen können – die Bewertungen sind sehr niedrig und die langfristigen strukturellen Trends sind ziemlich negativ; dennoch denke ich, dass 2021 ein Jahr sein könnte, in dem auch diese Sektoren gut abschneiden könnten, da positive Makroimpulse ihre Gewinne anheben sollten.

Wenn aus Ihrer Sicht die Entscheidung für oder gegen einzelne Sektoren gar nicht so relevant ist – worauf kommt es stattdessen an?

Francesco Sedati: Ungeachtet dessen, was ich zu den Sektoren gesagt habe, ist Stockpicking in meinem Investmentansatz „King“. Es gibt in jedem Sektor Aktien mit starken Aufwärtschancen, sodass es mit einer rigorosen Fundamentalanalyse möglich ist, diese zu identifizieren und Positionen einzugehen, die überzeugen. Diese werden zu den wichtigsten Treibern für die Wertentwicklung meiner Portfolios.

Abschließend gefragt, wie ist Ihre Einschätzung bezüglich der Länderrotation?

Francesco Sedati: Die Wertentwicklung von Ländern spiegelt im Allgemeinen die zugrunde liegende Sektorzusammensetzung wider. In Anbetracht dessen, was über das Jahr 2021 gesagt wurde, bevorzuge ich jene Länder und Regionen, die ein höheres zyklisches Engagement aufweisen, insbesondere die Schwellenländer. Auch der britische Markt sieht auf den aktuellen Niveaus interessant aus; die Benchmark hat ein gutes zyklisches Exposure, aber wegen des Brexit ist sie weiter unter Druck geraten, was ihre Bewertung im Vergleich zur Historie attraktiv macht.


Über Francesco Sedati

Francesco Sedati leitet seit 2019 das Fundamental Research Team bei Eurizon. Er begann seine Karriere 1999 bei Arthur Andersen im Bereich Unternehmensberatung, nachdem er einen Abschluss in Economia e Commercio an der Universität "LUISS - Guido Carli" in Rom erworben hatte. Im Jahr 2000 zog er in die USA, um bei Fayez Sarofim & Co als Research-Analyst für US-Banken zu arbeiten und wechselte 2004 zu Fidelity International. Von 2009 bis 2019 arbeitete er schließlich bei JP Morgan AM als Research-Analyst und Fondsmanager für europäische Banken.

Über Eurizon

Eurizon ist ein bedeutender Akteur in der internationalen Vermögensverwaltungsbranche und bietet eine breite Palette von Produkten an. Eurizon Capital SGR ist Teil der Vermögensverwaltungsabteilung der Gruppe Intesa Sanpaolo. Sie ist in Europa durch ihre Tochtergesellschaften vertreten: Eurizon Capital S.A., eine Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, die sich auf die Entwicklung ausländischer Märkte konzentriert; Epsilon SGR, ein in Italien ansässiges Unternehmen, das auf quantitatives Portfoliomanagement spezialisiert ist; die osteuropäische HUB (Eurizon Asset Management Slovakia, CIB IFM und PBZ Invest); Eurizon Capital Real Asset (51%), die sich auf alternative Anlageklassen konzentriert; und Eurizon SLJ Capital LTD (65%), eine Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Großbritannien, die sich auf makroökonomisches Research und Währungsstrategien konzentriert. Eurizon ist in Asien durch Eurizon Capital Asia Limited und seine 49%ige Beteiligung an dem chinesischen Unternehmen Penghua Fund Management vertreten. Eurizon vertreibt seine Luxemburger Fonds in 25 Ländern und ist in Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz tätig. Eurizon ist mit seiner Minderheitsbeteiligung an Oval Money, einem Start-up-Unternehmen, das in den Bereichen digitale Zahlungsdienste und Sparen tätig ist, im Fintech-Sektor aktiv. Elektrotechnik erworben.

Prognosen 2021: Euro stärker, Yen schwächer

John Vail, Chief Global Strategist bei Nikko Asset Management, erwartet fürs kommende Jahr eine leichte Yen-Abwertung, einen etwas stärkeren Euro und leicht steigende Anleiherenditen in den USA, Japan und Euroland.

Trotz des starken Wirtschaftswachstums sollten die Inflationsdaten, mit Ausnahme der Zahlen fürs zweite Quartal 2021 (aufgrund des niedrigen Niveaus im laufenden Jahr), für Rentenanleger erträglich bleiben. Allerdings wird sich die Preissteigerung verstärkt den Inflationszielen der Zentralbanken annähern, so dass die 10-jährigen Renditen im Jahr 2021 moderat ansteigen dürften. Einen stärkeren Anstieg verhindern die niedrigen Leitzinsen und die fortgesetzten quantitativen Lockerungsprogramm der Zentralbanken, wenn nicht sogar die zunehmend explizite Steuerung der Renditestrukturkurve.

Am Devisenmarkt erwarten wir eine leichte Abschwächung des Yen und einen leichten Anstieg des Euro. Dies entspricht dem allgemeinen Trend, dass der Euro gegenüber dem Yen aufwertet, wenn die globalen Risiken günstig eingeschätzt werden. Es spiegelt aber auch das gestiegene Vertrauen der Märkte in den Zusammenhalt Europas und dessen massiven Handelsüberschuss wider.

 

Jahresmitte 2021 

Jahresende 2021 

10j. US-Staatsanleihen 

1,00 % 

1,10 % 

10j. Bundesanleihen 

-0,45 % 

-0,35 % 

10j. japanische Staatsanleihen 

0,05 % 

0,1 % 

EUR 

1,23 USD / 106 Yen 

1,25 USD / 108 Yen 

Ölpreis (Barrel Brent) 

47 USD 

47 USD 

Verbraucherpreise USA (Kernrate) 

+3,0 % (+2,7 %) 

+2,2 % (+2,2 %) 

Wir glauben, dass die Aussichten auf ein stark steigendes iranisches Ölangebot und der beschleunigte Trend weg vom Öl hin zu alternativen Energiequellen die Ölpreise nach ihrem jüngsten Aufschwung beruhigen sollten. Außerhalb bestimmter Städte dürften die Hauspreise in den USA weiter steigen, aber die Komponenten der Wohnungsmieten in den VPI-Indizes, die auf die Großstädte ausgerichtet sind, dürften sich in Verbindung mit einigen Mietausfalleffekten weiter leicht abschwächen. Die US-Inflationszahlen sollten damit unter Kontrolle bleiben.

In Europa und Japan dürfte es unserer Ansicht nach zu einem ähnlich moderaten Anstieg der Verbraucherpreisindizes kommen. Die globale Erholung wird also zumindest in Bezug auf die Verbraucherpreise nicht inflationär sein, gleichzeitig aber Fortschritte in Richtung der Zentralbankziele machen.


Über Nikko Asset Management

Mit einem verwalteten Vermögen von 249,1 Milliarden US-Dollar* ist Nikko Asset Management (Nikko AM) einer der größten Vermögensverwalter in Asien. Das Unternehmen bietet hochwertiges aktives Fondsmanagement für eine Vielzahl von Aktien-, Renten-, Multi-Asset- und alternativen Strategien. Im passiven Segment deckt Nikko AM mehr als 20 Indizes ab und umfasst einige der größten börsennotierten Fonds (ETFs) in Asien.
Nikko AM ist seit 1959 in Japan ansässig und beschäftigt in 11 Ländern rund 200** Finanzfachleute mit rund 30 Nationalitäten. Weltweit vertreiben mehr als 400 Banken, Broker, Vermögensberater und Lebensversicherer die Produkte von Nikko AM.
Die Investmentstrategie des Hauses verbindet seine asiatische DNA konsequent mit einer globalen Perspektive für eine langfristige und nachhaltige Performance. Nikko AM ist zudem stolz auf seinen fortschrittlichen lösungsorientierten Ansatz, der zu der Auflage zahlreicher innovativer Fonds für seine Kunden geführt hat.

* Assets under Management zusammengefasst einschließlich aller verbundenen Unternehmen von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften zum 30. September 2020.
** Stand 30. September 2020 einschließlich aller Mitarbeiter von Nikko Asset Management und seiner Tochtergesellschaften.

Klimawandel 2021: Nachzügler, Elektrofahrzeuge und Energiespeicherung

von Jaime Ramos Martin, Portfoliomanager für Aviva Investors Climate Transition-Strategien, und Klimaexperte Rick Stathers.

Öl- und Gasunternehmen, die sich mit Netto-Null-Versprechen bisher Zeit gelassen haben, werden 2021 kritischer beobachtet werden. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen dürfte angesichts der sinkenden Kosten anziehen. Zudem werden die positiven Entwicklungen bei der Energiespeicherung die Aussicht auf Netzstabilität aus Erneuerbaren realistischer machen. Diese Themen könnten mit Blick auf Klimawandelstrategien im kommenden Jahr dominieren.

1. Auf Worte müssen Taten folgen

Öl- und Gasunternehmen stehen unter immer stärkerem Druck, ihre Zukunft und Rolle zu definieren, die sie in der Energiewende spielen wollen. Nachdem die globale Klimaagenda zunächst kaum Fortschritte erzielte, könnte das kommende Jahr nun einen bedeutenden Wendepunkt markieren. Die von dem Wetterphänomen La Niña ausgelösten typischen Wettermuster dürften zwar nach den ersten Monaten 2021 nachlassen, doch Meteorologen zufolge könnte darauf ein weiteres Jahr mit neuen Rekordtemperaturen folgen.

Unternehmensseitig wird entscheidend sein, wie Öl- und Gasunternehmen ihre angestrebte Rolle in der Energiewende definieren. Im Jahr 2020 haben weitere Unternehmen entschieden, ihre Karten auf den Tisch zu legen. So haben etwa Unternehmen wie BP angekündigt, ihre absoluten CO2-Emissionen im Rahmen der Öl- und Gasproduktion bis 2050 netto auf null zu senken und die Kohlenstoffintensität ihrer verkauften Produkte zu reduzieren.

Doch die überwiegende Mehrheit ist keine solche Selbstverpflichtung eingegangen – und laut der Internationalen Energieagentur stehen diese Unternehmen für etwa 90 Prozent der Öl- und Gasproduktion. Werden sie sich der Vision der Netto-Null-Emissionen anschließen oder nicht? Man wird künftig genauer auf Worte und Taten schauen. In einer Branche, die der allgemeinen Entwicklung hinterherhinkt, können sich solche Entscheidungen auf die Finanzierungskosten der Unternehmen und das Risiko verlorener Vermögenswerte auswirken.

2. Unterstützung für Elektrofahrzeuge nimmt Fahrt auf

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wächst weiter und die Gesamtbetriebskosten erreichen auf mehr Märkten das Niveau von Verbrennern. Obwohl die Corona-Krise die Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen Anfang 2020 kurzfristig stark einbrechen ließ, wächst die Nachfrage insgesamt weiter. Vor der Pandemie hatte der Verkauf von batteriebetriebenen Elektro- sowie Hybridfahrzeugen angezogen, doch sie machen mit unter drei Prozent weiterhin nur einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts mit Neufahrzeugen aus.

Am stärksten werden allerdings die Verbraucher von den Kosten abgeschreckt: Die Gesamtbetriebskosten eines Elektrofahrzeugs waren bisher meist höher als die eines reinen Verbrenners. Nach unserer Erwartung werden 2021 jedoch weitere Märkte den bedeutenden Wendepunkt erreichen, ab dem der Kostenvorteil bei den Elektrofahrzeugen liegt.

Dies erklärt sich teilweise durch die großzügigeren Subventionen. In Frankreich beispielsweise wurde die Unterstützung für Elektrofahrzeuge im Rahmen des im Juni verkündeten nationalen Corona-Aufbauplans auf 7.000 € erhöht. Zudem ist vorgesehen, konventionelle Fahrzeuge mit hohem Treibstoffverbrauch und hohen Emissionen sehr viel stärker zu besteuern. In Deutschland wird damit gerechnet, dass der Klimaschutzaufschlag auf Fahrzeuge mit hohen Emissionen erheblich angehoben wird.

Unterdessen werden praktische Herausforderungen schrittweise angegangen. Großbritannien hat sich dazu verpflichtet, den Umstieg auf Elektromobilität zu beschleunigen, indem es den Verkauf konventioneller Neuwagen ab 2030 verbietet. Zudem haben mehrere Regierungen angekündigt, im Rahmen ihrer Konjunkturmaßnahmen die Ladeinfrastruktur auszubauen. Die beschriebenen Maßnahmen dürften den Erwerb und Betrieb eines Elektrofahrzeugs erleichtern.

3. Positive Entwicklungen bei der Energiespeicherung fördern Ausbau erneuerbarer Energien

Die Entwicklungen bei der Energiespeicherung zeigen, dass Netzstabilität aus Erneuerbaren realistisch wird. Die fehlende Möglichkeit, Energie zuverlässig im großen Maßstab zu speichern, war lange ein wesentliches Hemmnis für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die jüngsten Entwicklungen bei der Energiespeicherung lassen hoffen, dass dieses Problem überwunden werden könnte, indem die unvermeidlichen Spitzen- und Niedrigzeiten überbrückt werden, die im Tag-Nacht-Zyklus auftreten. Durch die Kombination aus Erneuerbaren mit Speicherlösungen für große Energiemengen kann überschüssige Energie in Spitzenproduktionszeiten aufgenommen, für einen bestimmten Zeitraum gespeichert und dann wieder ins Netz eingespeist werden.

Da die installierte Kapazität der Erneuerbaren steigt, rechnen wir mit weiter anziehender Nachfrage nach Batteriespeicherlösungen. Der Wandel vollzieht sich in rasantem Tempo – so rechnen die Analysten etwa zwischen den Jahren 2021 und 2023 mit einem durchschnittlichen Wachstum von über 30 Prozent. Dies dürfte wiederum mit Blick auf die Steuerung der Einspeiseflüsse ein verbessertes Stromnetz erfordern. Nach unserer Auffassung könnten die Investitionen, die für einen sicheren und effizienten Betrieb des Systems nötig sind, unterschätzt worden sein.


AVIVA INVESTORS

Aviva Investors ist die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc. Das Unternehmen liefert seinen Kunden weltweit Investmentmanagementlösungen, Dienstleistungen und kundenorientierte Performance. Aviva Investors ist in 14 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, Nordamerika und Großbritannien tätig und verwaltet ein Vermögen von 389 Milliarden Euro per 30. Juni 2020.

US-Outlook 2021: Bidens Erfolg hängt von drei Dingen ab

Ron Temple, Co-Head von Multi-Asset und Head von US Equity bei Lazard Asset Management, gibt einen Ausblick auf die politische Lage in den USA für das kommende Jahr und beleuchtet, was das für Investoren bedeutet.

„Erfolg oder Misserfolg der Biden-Administration dürfte von drei Dingen abhängen: Covid-19, Klimawandel und China. Die ersten Aufgaben des neuen Präsidenten werden die Pandemie betreffen. Dazu zählen ein weiteres Steuerpaket, Test- und Rückverfolgungsinitiativen sowie Impfstoffverteilung und Logistikmanagement. Sofortige fiskalische Erleichterungen müssen durch längerfristige Investitionen ergänzt werden, um die Erholung nach der Pandemie zu stärken. Außerdem gilt es, Herausforderungen anzugehen, die schon lange vor dem Virus bestanden, insbesondere Einkommensunterschiede und Rassismus. Während Biden wahrscheinlich in der Lage sein wird, parteiübergreifende Unterstützung für ein weiteres Stimuluspaket zu sammeln, könnte die Verzögerung bis zu seinem Amtsantritt am 20. Januar und der Verabschiedung eines Steuerpakets viele im Land teuer zu stehen kommen. Selbst wenn die Demokraten am Ende eine hauchdünne Mehrheit im Senat haben sollten, wird es für die Biden-Administration schwierig sein, ein Gesetz ohne die Unterstützung der Republikaner zu verabschieden. Eine solche parteiübergreifende Unterstützung dürfte sich jedoch eher auf Infrastrukturausgaben konzentrieren, da mehrere Republikaner bei diesem Thema bereits Bereitschaft signalisiert haben.

Biden hat immer wieder betont, wie wichtig das Thema Klima für seine Wirtschaftspläne sei. Ein Infrastrukturpaket könnte daher klimafreundliche Vorschläge enthalten, wie z.B. die Begrünung und energetische Sanierung bestehender Gebäude und die Auflage, dass Neubauten energieeffizient sein müssen. Die Verabschiedung eines Klimapakets, das nur annähernd das Volumen von 2 Billionen US-Dollar erreicht, mit dem Biden im Wahlkampf geworben hatte, wird jedoch aufgrund der allgemeinen Abneigung der Republikaner, den Klimawandel anzugehen, extrem schwierig sein. Um ernsthafte Fortschritte zu erzielen, wird die Biden-Administration hier kreativ sein müssen.

In der Außenpolitik schließlich wird Biden die Chance haben, einige wichtige Beziehungen neu zu gestalten. In Bezug auf China wird sich die US-Politik wahrscheinlich nicht wesentlich ändern, wohl aber der Umgangston. Biden ist dafür bekannt, gegen China einen strengen Kurs anzustreben, sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus humanitären Gründen. Zunächst wird er entscheiden müssen, was mit den milliardenschweren Zöllen auf chinesische Produkte geschehen soll. Statt sie ganz abzuschaffen, wird Bidens Team sie wahrscheinlich als Druckmittel einsetzen, um politische Ziele zu erreichen. Die Biden-Administration dürfte für China als auch für Investoren größere Stabilität und Vorhersehbarkeit bei der Entscheidungsfindung bedeuten.

Die EU wurde in den letzten vier Jahren unter der Trump-Administration hart angegangen, einschließlich bei der Auferlegung von Zöllen. Bidens Umgang mit Europa dürfte viel geradliniger sein. Die Lösung von Handelsstreitigkeiten mit Europa wird wahrscheinlich eine hohe Priorität haben. Der Wiedereintritt in das Pariser Klimaabkommen wird für die USA der erste Schritt sein, um zum Multilateralismus zurückzukehren und die eigene Glaubwürdigkeit im Ausland wiederherzustellen. Genau wie für China dürfte die Berechenbarkeit einer der größten Vorteile einer Präsidentschaft Bidens sein: Entscheidungen werden über traditionelle Kanäle erfolgen und wahrscheinlich nicht auf Twitter verkündet werden.

Wie wirkt sich der Führungswechsel in den USA auf Investments aus?

In den USA erwarten wir vom designierten Präsidenten Biden bedeutende politische Veränderungen, rechnen aber gleichzeitig mit einem Stillstand in der Gesetzgebung. Der EU-Rettungsfonds und die Konjunkturprogramme in China sollten das Wachstum vor Ort ankurbeln, während die USA auf eine zyklische Erholung nach der Pandemie werden warten müssen. Wir gehen davon aus, dass die Zentralbanken weiterhin versuchen werden, das Wachstum zu stimulieren, obwohl sie nur noch wenige Instrumente zur Verfügung haben.

Insgesamt werden Investoren auch im kommenden Jahr vor schwierigen Entscheidungen in Bezug auf eine angemessene und ausgewogene Kapitalanlage stehen. Wir gehen davon aus, dass es für den Erfolg mehr denn je auf die Titelselektion ankommen wird. Wir würden dazu raten, sich auf die Fundamentaldaten jedes einzelnen Wertpapiers zu konzentrieren und gleichzeitig dem Drang zu widerstehen, sich zu großen Risiken auszusetzen. Das vergangene Jahr war turbulent, aber es gibt einen Lichtblick am Horizont. Die Pandemie hat außerdem die Kraft wissenschaftlicher Innovationen unter Beweis gestellt und stimmt uns optimistisch hinsichtlich der Bewältigung anderer großer Herausforderungen wie chronischer Gesundheitsprobleme und des Klimawandels.“


Über Lazard Asset Management LLC

Als indirekte Tochtergesellschaft von Lazard Ltd (NYSE: LAZ) bietet Lazard Asset Management (LAM) weltweit eine breite Palette von Aktien-, Anleihen- und Alternativen Investmentprodukten. LAM und verbundene Vermögensverwaltungsgesellschaften der Lazard-Gruppe verwalten ein Kundenvermögen in der Höhe von 207 Milliarden Euro (Vorläufiges Ergebnis, Stand: 30. November 2020).
Weitere Informationen über Lazard Asset Management finden Sie auf www.lazardassetmanagement.com. Folgen Sie LAM auf Twitter über @LazardAsset.

Starke Nachfrage nach sauberem Wasser: Renditeperlen bei projektbezogenen grünen Anleihen

von Michael Gollits, Vorstand der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds.

Wasser hat für die Weltwirtschaft eine elementare Bedeutung, ob für einen einzelnen privaten Verbraucher oder einen Industriekonzern. Anleger sollten nicht nur auf regionale Versorger und Entsorgungsunternehmen sehen. Im Anlageuniversum aus Wasserinfrastruktur, Aufbereitungssystemen, Pumpen- und Rohrhersteller, Wasseraufbereitung oder Entsalzungstechniken finden sich manche Renditeperlen.

Für Wasser als Anlagesegment spricht zuerst das knappe Angebot. Gemessen an seiner universalen Bedeutung für Ernährung, Hygiene, Landwirtschaft und Industrie dürfte Trinkwasser eines der knappsten Güter weltweit sein. Nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist Frischwasser, von dem aber nur ein Bruchteil direkt genutzt werden kann. Zudem ist nutzbares Wasser sehr ungleich verteilt. Auch die Nachfrage nach sauberem Trinkwasser boomt. Pro Jahr wächst die Weltbevölkerung netto um rund 80 Millionen, fast ausschließlich in den Schwellenländern. Die Menschen ziehen vermehrt in die Städte und fordern bessere Lebensstandards. Als das lässt den Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser steigen. Das sorgt für allem in Asien und Lateinamerika für milliardenschwere Investitionen in Wasser-Infrastruktur.

„Nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist Frischwasser, von dem aber nur ein Bruchteil direkt genutzt werden kann“

Gesucht sind zum Beispiel Lösungen gegen die Wasserknappheit. Singapur hat mit dem Auffangen aufbereiteter Abwässer begonnen. Mit diesem Wasser deckt Singapur bereits 30% der eigenen Wassernachfrage ab. China will den gleichen Weg einschlagen. Unterdessen wurden in den USA Meerwasserentsalzungsanlagen für die Trinkwassergewinnung gebaut. Die Wiederaufbereitung von Wasser ist ein Wachstumsmarkt. Rund 70 Prozent des jährliche Wasserverbrauchs entfällt jedoch auf die Landwirtschaft. Der steigende Lebensstandard lässt die Nachfrage nach wasserintensiveren Lebensmitteln steigen lassen. Gleichzeitig gefährdet dieser Nachfragedruck durch Wasserknappheit die weltweite Getreideproduktion. Chancen, die Situation in den Griff zu bekommen, bieten innovative Technologien. Präzisions-Landwirtschaft, die Wasser bedarfsgerecht und verlustfrei an die Pflanze bringt, ist ein Teil des Lösungsangebots.

Investieren in Wasser umfasst heute weit mehr als Versorgungsunternehmen. Sowohl in Aktien- wie auch Anleiheportfolios ist eine hohe Risikostreuung möglich und es sind Ertragsprofile von defensiv bis offensiv möglich. Kern eines traditionellen Portfolios sind sicherlich die staatlich regulierten Wasserversorger, wie man sie häufig in Großbritannien und den USA findet. Die Staaten tun weiter gut daran, ein günstiges regulatorisches Umfeld für die Unternehmen beizubehalten, weil hier weiter Investitionsbedarf besteht.

„Während die Versorger vor allem durch gesicherte, planbare Erträge bestechen, ist Wasseraufbereitung ein Wachstumsmarkt, der jährlich um 20 Prozent wächst.“

In der Vergangenheit wurde es erreicht, die Wünsche nach Rendite und Stabilität der Investoren, mit einer verlässlichen Versorgung der Bevölkerung unter einen Hut zu bringen. In Europa mag jedem der konzessionierte Wasserversorger Veolia Environnement in den Sinn kommen. Während die Versorger vor allem durch gesicherte, planbare Erträge bestechen, ist Wasseraufbereitung ein Wachstumsmarkt, der jährlich um 20 Prozent wächst. Ein großer Anbieter ist hier Ecolab. Das Unternehmen ist keineswegs ein „Pure-Play“ im Anlagethema Wasser. Dennoch findet sich die Aktie unter den Top-Positionen in vielen Wasser-Fonds. Bei projektbezogene Anleihen ist regelrecht eine grüne Welle an den Kapitalmarkt gebrandet. Projektbezogene Finanzierungen und auch Covered Bonds oder Green Asset Backed Securities von großen Emittenten wie Toyota oder der KfW sind dort ebenso zu finden, wie kleine Renditeperlen. Besonders interessant können Anleihen sein, die gleich ein Portfolio aus mehreren Projekten finanzieren. In Kanada müssen schätzungsweise 40.000 kleinere Wasserwerke erneuert werden. Darunter sind Unternehmen, die meist mit höheren Gewinnspannen als die großen Anbieter wirtschaften.

„Bei projektbezogene Anleihen ist regelrecht eine grüne Welle an den Kapitalmarkt gebrandet.“

Durch die Bündelung dieser einzelnen Finanzierungsprojekte in einer Anleihe erhalten diese Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt. Gleichzeitig können diese dank ihrer überdurchschnittlichen Profitabilität einen höheren Zins zahlen. Beide Seiten gewinnen durch diese Strukturen. Da hier in bereits bestehende Infrastruktur mit ebenso festen Kundenbeziehung investiert wird, bleiben auch die Risiken überschaubar.


Michael Gollits ist Vorstand von der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds. Der Fonds strebt die Erzielung einer attraktiven laufenden Ausschüttung bei möglichst gleichzeitiger Wertstabilität an. Michael Gollits startete seine Karriere bei F&C Management Ltd, in London. 1996 wechselte er zu einer deutschen Privatbank und war dort zuletzt als Bereichsleiter Wertpapiergeschäft verantwortlich für Kapitalmarktresearch, individuelles Vermögensmanagement und verantwortlicher Portfoliomanager einer Fondsfamilie. Von 2005 bis 2013 gestaltete er u.a. den Aufbau einer Privatbank in München und war als Geschäftsführer einer Hamburger Vermögensverwaltung für Kundenportfolios und gemischte Fonds mit Fokus auf Zukunftsthemen zuständig.