Liegt die Zukunft der Wirtschaft in der Cloud?

von Chris Gannatti, Head of Research, Europe, WisdomTree.

Auch wenn "Krisen" und "Marktstörungen" nicht so selten sind, wie wir gerne glauben möchten, so hatten sie doch selten so bedeutende Auswirkungen auf das tägliche Leben, wie wir es bei der Covid-19-Pandemie gesehen haben.

Cloud Computing löst Probleme, wie wir sie früher mit der auf Diskette befindlichen Software kannten. Die Cloud aktualisiert diese heute auf die neueste Version und bietet Lösungen für Probleme zum Download. Zwar gab es diese Vorteile schon vor Covid-19, da seit Ausbruch der Pandemie so viele Menschen gezwungen waren, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Realisierung dieser Vorteile hat sich jedoch aufgrund der Krise stark ausgeweitet.

Wenn wir einen Blick auf die Dienste werfen, die von Cloud-Unternehmen angeboten werden, sehen wir viele, die speziell aufgrund der Covid-19-Pandemie eine steigende Nachfrage verzeichnen. So hat die Pandemie zum Beispiel der Netzwerkdatenübertragung und der Cybersicherheit einen hohen Stellenwert eingeräumt, da viele Mitarbeiter in der Lage sein mussten, relativ schnell von überall aus zu arbeiten. Unternehmen wie Fastly und Zscaler, die sich diesen Herausforderungen stellen, haben in diesem Umfeld gut abgeschnitten und ihre Einnahmen im Jahresvergleich um 38.1 Prozent1 bzw. 39.7 Prozent2 gesteigert. Ähnlich verhält es sich mit Videokonferenzen, die für Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, zu einem unverzichtbaren Instrument geworden sind. Die Nachfrage nach einem zuverlässigen Dienst für diejenigen, die eine virtuelle Verbindung benötigen, hat dazu geführt, dass der Umsatz von Zoom im Vergleich zum Vorjahr um 169 Prozent3 gestiegen ist.

Dies ist nur eine Momentaufnahme davon, wie einige der marktführenden Cloud-Unternehmen während der Pandemie zurechtkamen. Es ist vernünftig, sich zu fragen, wie die Zukunft des Geschäfts in einer Welt nach der Corona-Pandemie aussehen wird, und ob das Arbeiten von zu Hause aus zur neuen Norm wird. Wenn das der Fall ist, müssen die Unternehmen ihre Pläne für den Übergang zur Cloud beschleunigen. Dieser Übergang wird ein Segen für die Cloud-Branche sein. Es ist fast unvorstellbar, dass Unternehmen wieder aus der Cloud aussteigen, wenn man bedenkt, wie wichtig sie in den letzten Monaten für die Geschäftskontinuität war. So gesehen kommt man leicht zu der Überzeugung, dass die Zukunft des Geschäfts auf der Cloud beruhen könnte.

Das Analysehaus Gartner hat für das Jahr 2020 einen weltweiten Umsatz von 266 Milliarden US-Dollar für öffentliche Cloud-Dienste prognostiziert. Im Jahr 2022 könnten es Gartner zufolge etwa 354 Milliarden US Dollar sein, d.h. fast 100 Milliarden Dollar mehr in nur zwei Jahren. Wenn sich die Schätzungen der Analysten als richtig erweisen, entspricht dies einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 15-16 Prozent, was einen Anstieg von 266 Milliarden US Dollar im Jahr 2020 auf 354 Milliarden US Dollar 2022 bedeuten könnte4.

Angesichts des Potenzials der Cloudanbieter, liegt es auf der Hand, dass dieser Sektor für Investoren attraktiv ist. Cloud Computing könnte ein Weg für ein spezifischeres Engagement bei Technologieunternehmen mit ganz anderen Wachstumsaussichten im nächsten Jahrzehnt sein. Unserer Ansicht nach haben die Software- und Geschäftsmodellvorteile von Cloud-Unternehmen in der Vergangenheit zu besseren Margen, mehr Wachstum, freiem Cashflow und Effizienzmerkmalen im Vergleich zu Softwareunternehmen ohne Cloud Computing geführt.

Gegenwärtig gibt es Tausende von privaten Cloud-Unternehmen und 86 von ihnen gelten als "Einhorn"-Unternehmen im Wert von mehr als 1 Milliarde US Dollar. Der Blick auf dieses aktive Ecosystem eröffnet die Vorstellung über das zukünftige Potential der Cloud, denn viele der disruptiven, spannenden Ideen kommen von diesen neuen Firmen. Bis 2030 könnte mehr als 80 Prozent der Unternehmenssoftware in der Cloud betrieben werden5.


1) Fastly Announces First Quarter 2020 Financial Results https://investors.fastly.com/files/doc_financials/2020/q1/1Q20-Shareholder-Letter-FINAL.pdf
2) Zscaler Reports Third Quarter Fiscal 2020 Financial Results https://ir.zscaler.com/static-files/ef576930-524f-440c-a8fd-5c92b0d446fb
3) Zoom Reports First Quarter Results for Fiscal Year 2021, https://investors.zoom.us/news-releases/news-release-details/zoom-reports-first-quarter-results-fiscal-year-2021
4) Source: “Gartner Forecasts Worldwide Public Cloud Revenue to Grow by 17% in 2020.” Gartner Press Release. 13 November 2019.
5) Source: Deeter, April 2020.

Bieten Gesundheitsaktien Schutz in der Pandemie?

von Vinay Thapar, Portfoliomanager für US-Wachstumsaktien und das International Health Care Portfolio von AllianceBernstein.

Der Gesundheitssektor hat sich selbst in den schwierigsten Märkten als zuverlässiger, sicherer Hafen erwiesen. Doch die Coronavirus-Pandemie wirft Fragen nach seiner Widerstandsfähigkeit auf.

Bieten Gesundheitsaktien Schutz in der Pandemie?

Der Gesundheitssektor hat sich selbst in den schwierigsten Märkten als zuverlässiger, sicherer Hafen erwiesen. Doch die Coronavirus-Pandemie wirft Fragen nach seiner Widerstandsfähigkeit auf. Wenn man über die Pandemie hinaus auf die Veränderungen schaut, die die gesamte Branche erfasst haben, können Anleger defensive Gesundheitsaktien finden, die auch langfristige Wachstumsaussichten bieten.

Aktien des Gesundheitswesens haben sich im ersten Quartal besser entwickelt als alle anderen Sektoren. Im MSCI World Index fiel der Gesundheitssektor um 10,8 %, während die Benchmark in lokaler Währung um 20,1 % fiel (Abbildung, Diagramm links). Die Sektoren mit der schlechtesten Performance, wie Finanzen und Energie, fielen gar um 30,2 % respektive 43,0 %. Dagegen stellte das Gesundheitswesen einen relativ soliden Sektor in einem unsicheren Umfeld dar. Unsere Analyse zeigt, dass die Gesundheitsbranche während des jüngsten Abschwungs eine bessere relative Performance im Vergleich zum MSCI World erzielte als in früheren Marktkrisen (Abbildung, Diagramm rechts).


Abbildung: Bedingungen verschlechtern sich mit der Ausbreitung von COVID-19

Trotz ihrer guten relativen Wertentwicklung steht die Gesundheitsbranche vor Herausforderungen. Insbesondere wurden vielerorts Arztpraxen, die nicht direkt dem Bedarf im Zusammenhang mit Viren dienen, geschlossen, von Allgemeinmedizinern, Familienkliniken und Tierärzten bis hin zu anderen medizinischen Einrichtungen.

Große medizinische Einrichtungen und Netzwerke sind ebenfalls stark betroffen. Das liegt daran, dass sie elektive Operationen, Behandlungen chronischer Krankheiten, Orthopädie und andere Dienstleistungen, die den größten Teil ihrer Einnahmen generieren, für die Behandlung von COVID-19-Patienten zurückgestellt haben. Auch die Zahl der unfallbezogenen Operationen ist stark zurückgegangen, weil weltweit weniger Menschen Auto fahren, Fahrrad fahren, Sport treiben oder zu Fuß ins Freie gehen, weil sie zu Hause bleiben müssen. Wir glauben, dass die Krankenhäuser noch einige Zeit kämpfen werden, selbst wenn ihnen massiv geholfen wird, wie etwa durch mindestens 100 Milliarden US-Dollar aus dem CARES-Gesetz in den USA.

Auch die Arzneimittelunternehmen sind nicht immun. Als Antwort auf den weltweiten Ruf nach Virusbehandlungen und einem Impfstoff haben die großen Pharmakonzerne die sonstigen medizinischen Forschungsarbeiten in ihren Pipelines gebremst.

Es ist ein gemischtes Bild, aber alle Unternehmen des Gesundheitswesens haben ein beunruhigendes Merkmal gemein: Keines versucht auch nur zu erraten, wie hoch die Gewinne in den nächsten sechs Monaten sein werden. Doch trotz der getrübten Aussichten glauben wir, dass für die meisten Unternehmen im Gesundheitssektor der Nachfrageeinbruch durch die Krise nicht von Dauer sein wird.

Blick über die reine Wissenschaft hinaus

Kurzfristig sind viele Unternehmen des Gesundheitswesens dabei, dem Ruf nach dringend benötigter Hilfe nachzukommen. Diejenigen, die sich zum Beispiel auf Tests, Behandlungen und Schutzausrüstungen spezialisiert haben, beschleunigen die Produktion während der Krise exponentiell.

Die Reaktion ist beispiellos. Aber was den Gesundheitssektor zu einem Dauerbrenner macht, sind die Unternehmen, die alle Widrigkeiten überstehen. Deshalb ist es wichtig, über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse hinauszublicken und die Grundlagen jener Gesundheitsunternehmen zu betrachten, die für die Zukunft gerüstet sind.

Pandemie beschleunigt Wandel

Wie jeder Sektor umfasst auch das Gesundheitswesen viele Spezialgebiete, von denen einige direkt vom Umbruch profitieren können. Zum Beispiel können technologische Innovationen das Arzt-Patienten-Verhältnis revolutionieren. Da das Coronavirus Patienten dazu zwingt, Ärzte aus der Ferne zu konsultieren, glauben wir, dass sich die Einführung der sogenannten Telemedizin jetzt beschleunigen und eine neue Norm für Routineuntersuchungen und nicht dringende medizinische Konsultationen über Computer oder mobile Geräte schaffen wird.

In ähnlicher Weise erforschen Pharmaunternehmen virtuelle Produktmarketingstrategien, die das alte Kontaktmodell zwischen Außendienstmitarbeitern und medizinischen Fachkräften vor Ort auf den Kopf stellen werden. Tatsächlich hat das Gesundheitswesen bei der Einführung neuer Technologien in der Vergangenheit nur zögerlich Fortschritte gemacht. Es bedurfte einer Krise, um einen Innovationsschub auszulösen.

Heute auf Heilung hoffen, aber für morgen investieren

Angesichts der weltweiten massiven Anstrengungen wurden auch Hoffnungen auf einen Coronavirus-Impfstoff oder ein Heilverfahren geweckt. Doch man sollte es unserer Überzeugung nach unterlassen, in reine Hoffnungen auf ein Blockbuster-Medikament gegen COVID-19 zu investieren. Investments sollten langfristig ausgerichtet sein, keine binäre Wette auf einen plötzlichen Gewinn eingehen, egal wie hoch der Einsatz ist. Und in ein Unternehmen zu investieren, das davon überzeugt ist, dass es den Impfstoff entdecken könnte, ist unserer Ansicht nach hochriskant.

Sicherlich wird das Unternehmen, das den Impfstoff gegen COVID-19 findet, der große Gewinner sein, auch wenn Vermarktungschancen und Profitabilität insgesamt bescheiden sein könnten. Aber die Vorhersage wissenschaftlicher Durchbrüche ist keine umsichtige Auswahlstrategie für Gesundheitsaktien. An erster Stelle stehen solide Fundamentaldaten wie gesunde Bilanzen und dauerhafte Wettbewerbsvorteile.

Gesundheitsaktien bieten sowohl defensive Attribute als auch Wachstumspotenzial

Aus einer defensiven Perspektive betrachtet profitiert der Gesundheitssektor von einem stetigen Strom von Kunden, die seine vielfältigen Produkte und Dienstleistungen benötigen. Gleichzeitig verändert die rasante Innovation im Gesundheitswesen alles, von der Diagnostik und Roboterchirurgie bis hin zu minimal-invasiven Therapien und Technologien. Wir sind davon überzeugt, dass dieses ausgewogene Profil nicht nur in einer Krise, sondern auch in einer letztlichen Erholung sowohl Widerstandsfähigkeit als auch Wachstumsaussichten bietet.


Der Text stammt von FondsTrends – Die Zukunft des Fondsgeschäftes, veröffentlicht am 28. Mai 2020.

Vinay Thapar

Vinay Thapar ist Senior Vice President und Portfoliomanager für US-Wachstumsaktien und das International Health Care Portfolio. Thapar stieß im Jahr 2011 zu AllianceBernstein (AB) und war zuvor drei Jahre lang Senior Investment Analyst für das globale Gesundheitswesen bei American Century Investments. Davor arbeitete er acht Jahre lang bei Bear Stearns in der Biotech Equity Research Group. Thapar hat einen Bachelor of Arts in Biologie von der New York University und ist CFA-Charterholder. Standort: New York.

ACATIS äußert sich zu Wirecard

Kapitalmarktexperte Stefan Riße führte ein Video-Interview mit Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführender Gesellschafter der ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, zum Fall „Wirecard“. Dr. Leber erklärt, weshalb er im Oktober 2017 Wirecard in die internationalen ACATIS Aktienfonds gekauft hatte, dann aber Ende 2018 nach einem Gespräch mit CEO Markus Braun große Zweifel am Geschäftsmodell von Wirecard bekam und konsequent die Aktie aus allen Fonds abverkaufte, damals noch mit gutem Gewinn für die Anleger.

Neben Dr. Leber kommen auch die beiden Indien-Experten Sidd Mehta-Thomas und Kimi Venkataraman aus Bangalore, Indien, zu Wort, die ihrerseits über das Geschäftsgebaren von Wirecard recherchiert hatten und eine Vielzahl von Ungereimtheiten dabei fanden.

China am Weg zurück zur alten Stärke?

Die Corona Pandemie hat China schwer getroffen. Noch dazu gilt das Land mit dem weltweit zweithöchsten Bruttoinlandsprodukt als Ausgangspunkt des Virus und muss sich teilweise aus Furcht vor einer „zweiten Infektionswelle teilweise wieder abschotten, wie die jüngsten Bilder aus der Hauptstadt Peking zeigen.

Dabei wird übersehen, dass China die Krise bisher relativ gut gemeistert hat und das Wachstum der Industrieproduktion wieder angezogen hat. Auch die Verschuldung ist trotz diverser Hilfsmaßnahmen und Steuererleichterungen der Regierung „im Rahmen“ geblieben. Ein Umfeld, in dem Investoren Ausschau nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten halten. Dafür bietet sich der chinesische Anleihenmarkt an.

Rendite, die sich sehen lassen kann

Im Ranking der größten Staatsanleihenmärkte steht China bereits an 3. Stelle – nach den USA und Japan. Vergleicht man die durchschnittliche Verzinsung der großen Staatsanleihenmärkte, so ist China ziemlich der einzige Markt, den man mit dem Wort „Rendite“ in Zusammenhang bringen kann, betont Mario Kaudela, Experte im Produktmanagement der Erste Asset Management.

Während US-Treasuries mit 10-jähriger Restlaufzeit eine jährliche Rendite von 0,70 Prozent liefern und deutsche Staatsanleihen eine negative Verzinsung von -0,44 Prozent aufweisen, bieten chinesische Obligationen eine Rendite von aktuell 2,92 Prozent (Quelle Refinitiv Datastream, 23.6.2020).

Renditen 10-jähriger Staatsanleihen

Quelle: Refinitiv Datastream; Stand: 23.06.2020

Erholungstendenz nach Corona

Die globale Pandemie, die in der chinesischen Provinzstadt Wuhan ihren Ausgang nahm, hat der chinesischen Wirtschaft im 1. Quartal ordentlich zugesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um 6,8 Prozent und war damit erstmals seit 1992 negativ.

Dennoch erwarten die Analysten von Moody’s für das heurige Gesamtjahr ein Wachstum von 1 Prozent. Nächstes Jahr sollte sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft auf 7,1 Prozent beschleunigen. Der Rückgang durch den Shutdown ist relativ zu betrachten: Jedes Jahr zum Chinesischen Neujahr wird die Wirtschaft runter gefahren. Ein Shutdown „der anderen Art“. Das ist also nichts Außergewöhnliches.

Diese Phase wurde durch die Pandemie quasi „verlängert“. Immerhin ist die Industrieproduktion nach dem massiven Einbruch im Mai wieder um 4,4 Prozent gewachsen verglichen zum Vorjahreswert. Die Einzelhandelsumsätze liegen aber noch unter den Werten von 2019.

Regierung und Notenbank drehen den Geldhahn auf

Indes kommen klare Initiativen der Politik und der Notenbank, um die Wirtschaft wieder ins Laufen zu bringen. Der Volkskongress der Regierungspartei, der Ende Mai tagte, hat sich 3 wesentliche Ziele gesetzt:

  • Wirtschaftliche Erholung
  • Stabiler Arbeitsmarkt
  • Öffnung der Wirtschaft und der Finanzmärkte

Ein explizites Wachstumsziel wurde dabei nicht formuliert. Vor allem das Bekenntnis zur Öffnung und Stärkung der Finanzmärkte kann als positives Signal für internationale Investoren gewertet werden.

Die Regierung will die Wirtschaft so schnell wie möglich vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie schützen und Akzente zur Wiederbelebung setzen. Das vom Volkskongress in die Wege geleitete Maßnahmenpaket ist umfangreich und von Gewicht.

Hier die wesentlichsten Punkte:

  • Reduktion der Mehrwertsteuer auf Exporte (ausgenommen Güter mit hoher Luftverschmutzung und hohem Ressourceneinsatz)
  • Steuererleichterungen bis Ende 2020 im Ausmaß von 500 Mrd. US-Dollar
  • Erhöhung der Investitionen in das Gesundheitssystems
  • Eigene COVID-19 Bonds
  • Investitionen in die Infrastruktur und in das Gesundheitswesen im Ausmaß von 6,5 Prozent des BIP

Das sind aber nur die großen Eckpfeiler. Weitere Maßnahmen sind:

  • Steuern auf Produkte zur Eindämmung der Pandemie sollen gestrichen werden
  • Klein- und Kleinstbetriebe können eine Steuerstundung bis März 2021 in Anspruch nehmen
  • Renovierung von städtischen Gemeindebauten als Teil eines Konjunkturprogrammes
  • Gutscheine für Konsumenten
  • Reduktion des Strompreises für Unternehmen um 5 Prozent

Damit der Arbeitsmarkt vor allem im urbanen Umfeld wieder in Schwung kommt sollen hier mehr als 9 Millionen Jobs geschaffen werden und Trainings zur Aus- und Weiterbildung angeboten werden.

Neben der Regierung hat auch die chinesische Notenbank Initiativen gesetzt, die sich sehen lassen können.

  • Liquiditätsmaßnahmen 420 Mrd. US-Dollar im Februar und 3 Mrd. US-Dollar im März
  • Stundung von Krediten für Klein- und Mittelbetriebe bis März 2021
  • Geschäftsbanken sollen die Kreditvergabe an Klein- und Kleinstbetriebe um 40 Prozent erhöhen
  • Wechselkurs soll möglichst stabil gehalten werden (gegenüber einem Währungskorb)
  • Senkung des Mindestreservesatzes für Banken, die dadurch mehr Mittel haben um Kredite zu vergeben
  • Senkung der kurzfristigen und mittelfristigen Zinssätze

Handelskonflikt noch nicht ausgestanden

Über all dem schwebt der noch lange nicht ausgestandene Handelskonflikt zwischen China und den USA. Das beiderseitige Säbelrasseln hat zuletzt wieder an Intensität zugenommen. Der Wahlkampf in den USA könnte das Klima in den nächsten Monaten beeinträchtigen. Ebenso sind die Autonomiebestrebungen Hongkongs Auslöser für Spannungen zwischen den Supermächten.

ERSTE BOND CHINA: Baustein zur Diversifikation

In der Vergangenheit zeigten chinesische Staatsanleihen eine sehr geringe Korrelation mit traditionellen Anleihenmärkten wie beispielsweise europäische Staats- oder Unternehmensanleihen. Auch zu Aktienmärkten zeigen chinesische Staatsanleihen eine geringe Korrelation, weshalb sie eine interessante Möglichkeit zur Beimischung in ein bestehendes Portfolio sind.

Wer somit an ein Wiedererstarken der chinesischen Wirtschaft glaubt und einen Baustein zur Diversifikation des eigenen Portfolios sucht, für den bietet der Anleihenfonds ERSTE BOND CHINA eine Perspektive. Er verfolgt das Ziel in am chinesischen Festland gehandelte, von der Volksrepublik China begebene oder garantierte Anleihen in Lokalwährung zu investieren. Dieser Tage feierte der ERSTE BOND CHINA seinen 1. Geburtstag.

Quelle: EAM; Hinweis: Aufgrund der erst sehr kurzen Laufzeit hat diese Darstellung der Wertentwicklung nur wenig Aussagekraft.

FAZIT

Neben der im internationalen Vergleich attraktiven Rendite, können AnlegerInnen an einem möglichen Anstieg der chinesischen Währung partizipieren. „Gerade in den letzten Wochen ist der Euro gegen den Yuan stärker gelaufen, worunter der Fonds etwas gelitten hat“, so Experte Kaudela.

Sollte China wieder zurück zu seinem Wachstumspfad finden, könnte das aktuelle Wechselkursverhältnis sowie das aktuelle Renditeniveau von 2,9 Prozent ein interessantes Einstiegsniveau darstellen. Sollte sich die Pandemie negativ auswirken, so wären wohl eine sinkende Rendite und damit höhere Bond-Preise die Folge.

Grundsätzlich sollten AnlegerInnen eine Anlagedauer von mindestens 6 Jahren einplanen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Ein Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Irrationaler Übermut auf den Aktienmärkten überdeckt Risiken in der Realwirtschaft

von Mobeen Tahir, Associate Director, Research, WisdomTree.

Seit Jahresbeginn fast 11 Prozent Gesamtrendite. Die Stimmung bei Anlegern in den techlastigen NASDAQ-Composite-Index ist heiter und 2020 bislang ein großartiges Jahr. Das Leben an der Wall Street verläuft entsprechend gut. Bei anderen Anlegern, deren Vermögen auf den S&P500-Index ausgerichtet ist, herrscht zwar etwas mehr Nervosität, weil deren Renditen nicht so überragend ausfielen. Schlaflose Nächte haben Sie dennoch nicht, denn sie sehen, dass die Kurve ihres Index schnell ansteigt.

In der Realwirtschaft gingen im April 20 Millionen Arbeitsplätze verloren, und im Mai wurden nur 2,8 Millionen wieder zurückgewonnen. Nach den jüngsten Daten vom Juni liegt die Arbeitslosenquote in den USA jetzt bei 13,3 Prozent, im Februar lag die Quote noch bei 3,5 Prozent. Die US-Wirtschaft schrumpfte nach revidierten Schätzungen im ersten Quartal um annualisierte 5 Prozent. Dann kam es zu den Lockdowns, die alle Aktivitäten zum Stillstand brachten. Die Wachstumszahlen für das zweite Quartal werden dementsprechend besorgniserregender sein. Der erwähnte Zuwachs von 2,8 Millionen Arbeitsplätzen im Mai wurde an der Wall Street weithin gefeiert, während man andernorts auf Konjunkturprogramme von der Regierung wartete, um das Essen auf den Tisch bringen zu können.

Aktienmärkte und Realwirtschaft - diese beiden Universen waren in der Vergangenheit eng miteinander verbunden. Jetzt scheinen für beide unterschiedliche Realitäten zu gelten. Aktienkurse prognostizieren zukünftige Aktivitäten. Dies hängt stark von der Verfassung der zugrunde liegenden Wirtschaft ab. Wie sich die Aktienrenditen in der zweiten Hälfte dieses Jahres entwickeln werden, hängt von dieser Schlüsselfrage ab: Ist der Markt über sich selbst hinausgewachsen, oder prognostizieren die Aktienkurse richtig, was als eine schnellere als erwartete Erholung der Wirtschaftstätigkeit enden könnte?

Die Wirtschaft dürfte viel Arbeit vor sich haben, wenn die Aktienmärkte Recht haben. Noch nie waren die beiden Welten seit der globalen Finanzkrise so weit voneinander entfernt. Was ist die Ursache dafür und was sollten Anleger angesichts dieser neuen Verhältnisse tun?


Source: WisdomTree, Bloomberg. Data as at 17/06/2020. Die historische Performance ist kein Hinweis auf die zukünftige Performance, und jede Anlage kann an Wert verlieren.

Wo steht die US-Notenbank Fed? Auf der Seite der Realwirtschaft oder der Aktienmärkte?

Nach dem heftigen Crash Mitte März, als die Coronavirus-Pandemie die Märkte stärker in Mitleidenschaft zog, kam es zu einer starken Erholung der Aktienmärkte. Viele Investoren haben die Baisse "gekauft" und damit den Märkten geholfen, sich zu drehen und ein positives Momentum aufzubauen. Die Märkte fanden Trost in den Wirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Zentralbanken auf der ganzen Welt prognostizierten schnell eine starke Erholung für 2021.

Den heiligen Gral jedoch stellte die Intervention der US-Notenbank (Fed) und anderer Zentralbanken auf der ganzen Welt dar. Ein monetärer Stimulus auf die Realwirtschaft wirkt – wenn überhaupt - nicht unmittelbar. Wachstum entsteht, wenn die Menschen Geld ausgeben. Aber diese halten sich in Zeiten erhöhter Unsicherheit zurück. Wenn die Beschäftigungssituation einer Person auf der Kippe steht, ist es unwahrscheinlich, dass sie sich ein neues Auto oder Haus kaufen wird - selbst wenn die Zinsen niedrig sind. Ein monetärer Stimulus führt jedoch zu einer sofortigen Liquiditätsspritze für die Finanzmärkte. Erhöhen Anleger jedoch das Risiko in ihren Portfolios, indem sie Aktien kaufen, weil diese attraktiv sind oder weil "es keine Alternative gibt"? Wenn sicherere Alternativen keine oder sogar negative Renditen aufweisen, sind die Anleger dann gezwungen, mehr Risiko einzugehen?


Quelle: WisdomTree, Bloomberg. Daten per Stand 17. Juni 2020. Die historische Performance ist kein Hinweis auf die zukünftige Performance, und jede Anlage kann an Wert verlieren.

Abbildung 2 zeigt den klaren Zusammenhang zwischen der US-Geldmenge und steigenden Aktienbewertungen. Denken Sie daran, dass das Verhältnis von Terminkurs zu Gewinn das Verhältnis zwischen dem heutigen Kurs einer Aktie und dem erwarteten Gewinn im nächsten Jahr ist. Versierte Anleger hinterfragen die Nützlichkeit dieser Kennzahl vor allem dann kritisch, wenn die erwarteten Gewinne derart ungewiss sind. Aber genau das ist der Punkt. Eine ungewisse Ertragslage würde eine vernünftigere Bewertung in den Preis einfließen lassen.

In den 1970er und 1980er Jahren, als die Fed-Zinssätze zweistellig waren, lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für US-Aktien oft im einstelligen Bereich. Im Laufe der Zeit führten die Geldmengenexpansion der Fed und der Kauf von Vermögenswerten zu einem Rückgang der Zinssätze, was die Risikobereitschaft der Anleger erhöhte und die Aktienbewertungen in die Höhe trieb. Dies war allgemein ein stetiger Prozess bis zum laufenden Jahr, denn sowohl der Umfang der Bilanz der Fed als auch die Aktienbewertungen stiegen stark an.

Nun ist der Preis einer Aktie der Gegenwartswert, den Investoren künftigen Cashflows für die Dauer des Bestehens des Unternehmens beimessen. Aber hier liegt der Kern der Diskussion. Diese Unternehmen müssen auch nach Überwindung der Krise weiter bestehen. Wie Buchhalter sagen würden, braucht es ein "going concern", ein gut gehendes Geschäft. Kluges Investieren erkennt die Risiken. Was die Risiken verdeckt, ist irrationaler Übermut.

Wer die Risiken ignoriert, lässt sie nicht verschwinden

Am Donnerstag, 11. Juni, fiel der S&P-500-Index um rund sechs Prozent, als der von der Fed präsentierte düstere Wirtschaftsausblick die Märkte überraschte. Der CBOE-Volatilitätsindex (VIX) stieg am selben Tag von 27 auf fast 44, als die Anleger in Scharen Schutz suchten. Am 16. Juni legten die Märkte wieder zu, als die Fed ihre Entscheidung zum Aufkauf von Unternehmensanleihen bekräftigte. Die "Fed Put" kam ins Spiel - und setzte damit erneut eine Preisuntergrenze, von der sie sich wieder erholen konnten. Die zugrunde liegende wirtschaftliche Realität blieb unverändert.

Eine ganze Reihe von Risiken steht am Horizont, während sich die Märkte gleichzeitig nach vorne bewegen: Eine zweite Welle der Pandemie könnte die Regierungen zwingen, den Lockdown wieder zu verschärfen; zunehmende Konkurse könnten das Vertrauen der Unternehmen beeinträchtigen; verlorene Arbeitsplätze können dann vielleicht nicht wiederhergestellt werden; und leider könnte sich die U-förmige wirtschaftliche Erholung in einen „Nike-Swoosh“ bzw. ein "W" verwandeln. Nicht zu vergessen sind zudem die Handelskriege, die Märkte und die Weltwirtschaft zwei Jahre lang vor Ausbruch der Pandemie geplagt haben. Angesichts der erneuten Spannungen zwischen den USA und China in jüngster Zeit im Zusammenhang mit dem Sicherheitsgesetz für Hongkong ist das Problem noch lange nicht gelöst.

Ein klügerer Ansatz zum Umgang mit den Risiken

Ein defensiver Ansatz könnte dazu beitragen, die Risiken zu bewältigen, die wir derzeit an den Märkten sehen. Dies bedeutet nicht, dass wir auf potenzielle Aufwärtsgewinne verzichten müssen. Defensiv zu sein ist vielmehr gleichbedeutend mit einem ausgewogenen Investitionsansatz. Es bedeutet, die Risiken zu erkennen und eine Widerstandsfähigkeit des Portfolios aufzubauen, um im Laufe der Zeit ein besseres risikobereinigtes Ergebnis zu erzielen. Es geht darum, ein Bewusstsein dafür zu haben, was in der Realwirtschaft passiert. Es geht darum, ein Portfolio aufzubauen, das Schocks standhält. Beispielsweise dann, wenn eine Zentralbank das Offensichtliche sagt, so wie die Fed mit ihrer Aussage, dass die anhaltende globale Pandemie wirtschaftliche Herausforderungen schaffen wird.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, defensive Portfolios aufzubauen. Wir wissen, wie wichtig es ist, dies auch umzusetzen. Deshalb widmen wir einen ganzen Abschnitt auf unserer Website ein Framework für defensive Assets. Autor Pierre Debru zeigt zu dieser Thematik Prinzipien auf, die für den Aufbau robusterer Portfolios erforderlich sind.


Quelle: WisdomTree, Bloomberg, Datenstand per 17.06.2020. Die historische Performance ist kein Hinweis auf die zukünftige Performance, und jede Anlage kann an Wert verlieren.

Defensive Anlagen tragen dann zum Erfolg bei, wenn sie am meisten gebraucht werden. Bedenken Sie die starke Outperformance von Gold gegenüber Aktien in diesem Jahr (siehe Abbildung 03). In einem Portfolio ersetzt das Gold die Aktien nicht, sondern hat lediglich eine ergänzende Funktion. Andere defensive Anlageklassen tun dasselbe - wenn auch auf unterschiedliche Weise. Einer der bekanntesten Grundsätze lautet, nicht alle Eier in einen Korb zu setzen. Darüber sollten alle Anleger nachdenken.

Und erinnern Sie sich in diesem Zusammenhang an das Gebot der Nächstenliebe? Vielleicht ist dies etwas, worüber die Akteure auf den Aktienmärkten nachdenken sollten. Ihr Schicksal scheint sich von dem ihrer Nachbarn in der realen Wirtschaft zu unterscheiden, aber beider Wege werden sich irgendwann kreuzen. Das müssen sie auch.


Sofern nicht anders angegeben, ist die Datenquelle Bloomberg mit Stand vom 17. Juni 2020.

„Ausblick nach dem Lock-Down: Aktien bieten weiterhin Chancen“

von Alexander Chamier, Senior Portfolio Manager für die Bereiche Renten & Multi Asset der Apo Asset Management GmbH (apoAsset).

Nach der Lockerung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen „Lock-Downs“ setzt die Konjunktur zur Erholung an. Zeitgleich sind die Bewertungen für Aktien massiv gestiegen. Noch sind die Investoren allerdings defensiv aufgestellt. In den Markt könnte noch viel Liquidität fließen. Das bietet Anlegern weiterhin Chancen. Dies gilt erst Recht für Aktien aus dem Gesundheitssektor. Diese sind relativ zum Gesamtmarkt historisch günstig bewertet.

Die globale Konjunkturerholung hängt am seidenen Faden des Covid-19-Infektionsverlaufs.

Die globale Konjunktur hat im zweiten Quartal 2020 bedingt durch die Covid-19-Pandemie einen schockartigen Einbruch erlebt. Auch Europa befindet sich aktuell in einer tiefen Rezession, vielleicht fällt der Rückgang noch stärker aus als in der Finanzmarktkrise 2008/2009. Die Regierungen der einzelnen Länder sowie die Zentralbanken haben weltweit rasch reagiert und massive geld- und fiskalpolitische Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, welche das Ausmaß der Finanzmarktkrise 2008/2009 überschreiten. Nachdem der gesellschaftliche und wirtschaftliche „Lock-Down“ im Zuge der Stabilisierung der globalen Infektionswelle gelockert werden konnte, werden Anzeichen sichtbar, dass sich die Konjunktur bereits auf dem Weg der Erholung befindet. Sollte eine große zweite Infektionswelle vermieden werden, ist von einer deutlichen Erholung im zweiten Halbjahr auszugehen. Aufgrund des sehr starken Einbruchs ist aber erst im Laufe des Jahres 2021 zu erwarten, dass die wirtschaftliche Aktivität das Niveau von Ende 2019 wieder erreicht.

Wir werden uns an höhere Bewertungen am Aktienmarkt gewöhnen müssen!

Die Aktienmärkte sind aufgrund des globalen Konjunktureinbruchs im März regelrecht eingestürzt. Kursrückgänge um bis zu 38 % (Quelle: Bloomberg; Index: Eurostoxx 50; Zeitraum: 19.02.2020-18.03.2020) in nur 4 Wochen haben sogar die Bewegungen aus dem Jahr 2008 in den Schatten gestellt. Allerdings haben Aktien fast ebenso schnell zur Erholung angesetzt. Getrieben von einer Stabilisierung der Infektionswelle und einer regelrechten Liquiditätsflut haben Aktien einen Großteil der Verluste bereits wieder ausgeglichen. Die Kombination von stark reduzierten Gewinnprognosen und der jüngsten Aktienmarktrallye hat zu Bewertungen am Aktienmarkt geführt (Kurs-Gewinn-Verhältnis (KVG) in Europa: 17,9), welche wir bisher nur aus der Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre kannten (KGV auf Basis der geschätzten Gewinne; Quelle: MSCI, Thomson Reuters; Stand: 12.06.2020). Langfristig mag man zu Recht argumentieren, dass diese keine besonders attraktiven Einstiegsgelegenheiten bieten. Man muss sich aber vor Augen führen, dass das in Europa grassierende Negativzinsumfeld seit Jahren kaum Alternativen bietet. Dem Club der Niedrigzinsen sind die USA in den letzten 12 Monaten beigetreten. Am Immobilienmarkt haben wir ebenfalls eine Neubewertung in den vergangenen Jahren erlebt. Insofern ist es gut vorstellbar, dass diese hohen Bewertungen am Aktienmarkt uns noch eine Zeit begleiten und erst durch den Anstieg der Unternehmensgewinne in den nächsten Jahren abgebaut werden. Auf kurzfristige Sicht ist bemerkenswert, dass taktische Stimmungs- und Positionierungsdaten trotz der stark angezogenen Bewertungen keine Warnsignale geben. Teilweise sprechen Positionierungsdaten noch für ein sehr defensives Agieren der Investoren – dies bietet Chancen. Es scheint noch eine Menge Liquidität an der Seitenlinie zu warten, welche in den Aktienmarkt kommen könnte. Sollte eine zweite Infektionswelle vermieden werden, sehen wir daher mittelfristig, trotz der jüngsten Erholungsrallye, mehr Chancen für Aktien als für sichere Staatsanliehen.

Gesundheits-Aktien historisch günstig bewertet.

Während die Aktienmarktbewertungen in den letzten Wochen teilweise Augenreiben und Bauschmerzen auslösen, erscheinen Gesundheitsaktien relativ günstig bewertet. Während die Unternehmensgewinne am Gesamtmarkt eingebrochen sind, haben sich die Gewinnschätzungen am Gesundheitsmarkt sehr stabil entwickelt. Entsprechend sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse von Gesundheitsaktien viel weniger als am Gesamtmarkt gestiegen. Die relative Bewertung von Gesundheitsaktien erscheint gegenüber dem Gesamtmarkt so günstig wie seit 10 Jahren nicht mehr (KGV auf Basis der geschätzten Gewinne Europa Healthcare 17,5 vs. Europa Gesamtmarkt 17,9; Quelle: MSCI, Thomson Reuters; Stand: 12.06.2020). Wir sehen daher für diese Branche nicht nur aufgrund des strukturell stärkeren Gewinnwachstums ein überdurchschnittliches Chance-Risiko-Verhältnis.


Über Alexander Chamier

Alexander Chamier, CFA, ist seit 2015 Teil des Portfoliomanagements der Apo Asset Management GmbH (apoAsset) und als Senior Portfolio Manager für die Bereiche Renten & Multi Asset zuständig. Davor war der gelernte Bank- und Diplom-Kaufmann bei der Union Investment Institutional GmbH als Portfoliomanager Multi Asset/Investmentstratege tätig. Weitere Station seines Berufslebens war die AXA Konzern AG. Alexander Chamier ist verheiratet und Vater von 2 Kindern.

Über die Apo Asset Management GmbH

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) ist einer der führenden Anbieter von Anlageprodukten mit Gesundheitsprofil. Seit über 20 Jahren entwickelt und managt das Unternehmen Investmentfonds für private und institutionelle Anleger. Weitere, langjährige Schwerpunkte sind Multi-Asset-Fonds sowie Rentenfonds. apoAsset wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem vom Anlegermagazin „Focus Money“ als eine der besten Fondsanlage-Gesellschaften Deutschlands. Die Fondsmanager der apoAsset bilden zusammen mit der Beteiligung am Biotech-Investment-Spezialisten Medical Strategy GmbH, einem hochkarätigen wissenschaftlichen Beirat sowie den Gesellschafter Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG und Deutsche Ärzteversicherung AG ein europaweit einzigartiges Netzwerk für Gesundheits-Investments. Derzeit verwalten das Unternehmen ein Fondsvermögen von insgesamt rund 3,5 Mrd. Euro, davon rund 1 Mrd. Euro in Gesundheitsfonds.
Weitere Informationen unter www.apoasset.de.

Chancen bei Eurozonen-Aktien mit Low-Volatility und Dividenden spielen

der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Die globalen Aktienmärkte haben im Jahr 2020 im Zusammenhang mit COVID-19 und der damit verbundenen wirtschaftlichen Abschwächung einen erheblichen Rückschlag erlebt. Angesichts des Zeitpunkts und der Schwere, mit der die Pandemie kritische Länder wie Frankreich und Italien traf, sowie der Sektorzusammensetzung der europäischen Indizes war der Rückgang bei den Aktien der Eurozone besonders stark. Diese reagieren sehr empfindlich auf Ölpreise, Konsumgüter und Tourismus/Reisen und korrelieren viel weniger mit dem Technologiesektor (der verhältnismäßig stark vom Handel mit der "virtuellen Wirtschaft" profitiert hat). Das hat zu einer relativen Erholung der Aktien der Eurozone geführt, die aus der Sicht der Wertpapierpreise hinter den USA zurückbleiben – obwohl die großen europäischen Volkswirtschaften etwas früher wieder geöffnet haben.

Wie wir schon seit geraumer Zeit diskutieren, bereiten sich die Anleger angesichts der sich weiter stabilisierenden Aktienvolatilität zunehmend auf einen Markt vor, der wieder auf der Grundlage von Fundamentaldaten handeln wird. Die Erholung verläuft nach wie vor langsam und es ist wahrscheinlich, dass sich die Unternehmen infolge der globalen Pandemie strukturellen Veränderungen unterziehen werden. Wir sind noch weit davon entfernt, Klarheit über eindeutige Gewinner zu haben, aber die Märkte erholen sich weiter. Der US-Markt hat fast alle Verluste der letzten Jahre wieder wettgemacht, und die wichtigsten Indizes nähern sich wieder ihren Allzeithochs von vor der Krise. Die Indizes der Eurozone werden weiterhin von Anlegern verkauft.

Die relative Möglichkeit, diese Erholung durch Aktien der Eurozone mitzuspielen, ist für Anleger nach wie vor attraktiv, vorausgesetzt, sie können das Portfolio durch das Eingehen von Long-Positionen in Aktien mit niedriger Volatilität und stabilen Dividendenstrategien schützen. Während viele Indizes auf risikoärmere, weniger volatile Aktien abzielen, bietet SPDR-ETFs eine Strategie mit geringer Volatilität, die einer einfachen, aber effektiven Methodik folgt.

Die von unserem SPDR ETF verfolgte Low-Volatility-Strategie in der Eurozone bietet zwei wichtige Merkmale, die sie von den Minimum-Volatility-Indizes unterscheiden. Indizes mit geringer Volatilität sind weitgehend "uneingeschränkt", was ihnen mehr Flexibilität bei der Ausrichtung ermöglicht und sie sind "dynamischer", da sie häufiger ein Rebalancing vornehmen. Diese Unterscheidungen tragen dazu bei, dass niedrige Volatilität im Vergleich zu Minimum-Volatility-Strategien oft die geringste Volatilität (d.h. das höchste Faktorrisiko) aufweist. Wie die Abbildung 1 zeigt, bietet der EURO STOXX Low Risk Weighted 100 Index (den unser ETF nachbildet) das stärkste Exposure gegenüber dem (niedrigen) Volatilitätsfaktor.

Abbildung 1: Vergleich des aktuellen FaCS-Aktiv-Exposure (vs. EURO STOXX Index)

Flughäfen – Einstiegschancen durch Covid-19

Ruhig und leer ist es am Himmel geworden. Wie lange Flughäfen noch auf Minimalbetrieb laufen ist offen. Sicher ist jedoch: Investoren bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten, so Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments.

„Covid-19 hat den Flugverkehr in eine Art Winterschlaf versetzt“, sagt Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments. „Die Pandemie, genauer die damit verbundene Unsicherheit, Reisebeschränkungen und geschlossenen Grenzen haben die Passagierzahlen um 97 Prozent einbrechen lassen. Als Antwort darauf haben Flughäfen ihre Kapazitäten um 90 Prozent reduziert.

Passagiere sind ihre größte Einkommensquelle, weshalb Flughäfen als zyklisch, aber dennoch resilient gelten. Abhängig vom Geschäftsmodell macht der Flugbetrieb zwischen 40 Prozent und 60 Prozent des Umsatzes eines Flughafens aus, der Einzelhandel an den Terminals zwischen 20 Prozent und 30 Prozent und Eigentum, Parkplätze und andere Investments die restlichen 10 Prozent bis maximal 40 Prozent.

Puffer für die Schwankungen im Flugbetrieb war historisch der Einzelhandel, der in Flughäfen von geringen Mieten und hohen Margen profitiert. Doch auch diese Einnahmequelle ist in den vergangenen Wochen entfallen.

Wann sich die Lage bessert, ist offen. Die größte Unbekannte ist, wann das Covid-19-Virus so weit unter Kontrolle ist, dass Regierungen und Passagiere die Lage wieder als sicher genug zum Reisen einschätzen. Und so ist es auch noch zu früh, um beurteilen zu können, wie langfristig der aktuelle Nachfrageschock Flughäfen schadet.


Source: BITRE, Union Pacific, First Sentier Investors.

Hoffen lässt der Blick auf die vergangenen Jahrzehnte, in denen sich der Sektor von mehreren Krisen erholt hat. Darunter waren Kriege, Pandemien und Terroranschläge. Der Terroranschlag auf das World Trade Center 2001 senkte die Nachfrage nach Flügen für zwei bis drei Jahre. Nachdem die Sars-Pandemie im Jahr 2003 abgeklungen war, dauerte es jedoch nur drei Monate bis die Passagierzahlen ihr Vorkrisenniveau erreichten. Gesunkene Ticketpreise und steigende Haushaltseinkommen haben die Nachfrage nach Flügen nach Krisen beschleunigt.

Kein Flughafen ist gegen die Folgen der Corona-Pandemie immun, doch werden einige sie besser überstehen als andere. Am besten positioniert für diese lange Periode der Unsicherheit sind Objekte mit einer stabilen Bilanz, an einem wirtschaftlich starken Standort und einem attraktiven Passagiermix. Durch breite Ausverkäufe sind in der Krise dort Kaufgelegenheiten entstanden. Investoren können die günstigen Kurse nutzen, um Qualität in ihren Portfolios stärker zu gewichten.“


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State Investments mittlerweile unter dem Namen First Sentier Investors tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten.

Reisebranche hofft nach Grenzöffnungen auf rasche Erholung

Mit den anlaufenden Grenzöffnungen vieler europäischer Länder hofft auch die schwer angeschlagene Reisebranche auf eine Wiederbelebung des zuletzt praktisch zum Stillstand gekommenen Reiseverkehrs und Tourismus. Insbesondere die teilweise existenzbedrohten Airlines hoffen auf ein rasches Wiederhochfahren des Flugbetriebs.

Denn ohne milliardenschwere Rettungspakete würden einige Airline-Gruppen wohl vor dem Aus stehen. Von März bis Mai war der Flugverkehr in Europa und vielen anderen Regionen wegen der weltweiten Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie praktisch vollständig zum Erliegen gekommen.

Nach einem Tiefpunkt im April mit einem Einbruch von weltweit mehr als 90 Prozent kam der Flugverkehr bisher nur schleppend in die Gänge. So wurden im Mai am Flughafen Wien 20.202 Reisende gezählt, das sind 0,7 Prozent des Vorjahreswertes. Die Flugbewegungen verzeichneten im Mai ein Minus von 95,6 Prozent. Ähnliche Zahlen meldete zuletzt der deutsche Flughafenbetreiber Fraport.

So wurden in Frankfurt, dem größten Airport Deutschlands, im Mai zwar wieder mehr Passagiere abgefertigt als noch im April. In Frankfurt lag die Zahl der Passagiere dennoch um 95,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Auch im Juni dürften die Passagierzahlen in Europa trotz des langsam anlaufenden Flugverkehrs noch massiv unter den Vorjahreswerten liegen. Der internationale Branchendachverband der Fluggesellschaften IATA prognostiziert für die meisten europäischen Länder im Juni Einbrüche um die 60 Prozent. Passagiere buchen derzeit auch deutlich kurzfristiger als früher. 41 Prozent der Tickets werden derzeit erst drei Tage vor dem Flugdatum gebucht, das mache es schwierig für Fluggesellschaften, den Bedarf einzuschätzen und ihre Flugpläne zu erstellen, sagte IATA-Chefökonom Brian Pearce.

Eine beschleunigte und koordinierte Lockerung der Beschränkungen und Wiederaufnahme des Flugbetriebs in Europa ist laut IATA nun entscheidend, wenn das Schlimmste verhindert werden soll. Mehr als sechs Millionen Jobs in der Branche stehen laut IATA auf dem Spiel.

Weltweit erwartet die IATA für 2020 einen Nettoverlust der Airlines von 84 Mrd. Dollar (75 Mrd. Euro). Der Branchenverband fordert daher auch weiter staatliche Hilfen in Form von Finanzspritzen und längere Lockerungen bei der Zuteilung von Start- und Landeslots an die Airlines. Eigentlich müssen Fluggesellschaften 80 Prozent ihrer erlaubten Slots nutzen, sonst können sie ihre Slots an Konkurrenten verlieren. Diese Regel war zu Beginn der Krise gelockert worden.

Milliarden-Rettungspakete sind auf dem Weg

Milliardenschwere staatliche Rettungspakete für die Airlines sind vielerorts bereits auf dem Weg. Bereits beschlossen wurde ein Rettungspaket für die Lufthansa-Tochter AUA. Je 150 Mio. Euro schießen die Republik Österreich und Eigentümer Lufthansa zu. Darüber hinaus gibt es einen 300 Mio. Euro schweren staatlich garantierten Bankkredit für die AUA.

Noch nicht abgesegnet ist das geplante Lufthansa-Rettungspaket. Der staatliche deutsche Rettungsfonds WSF soll über eine Kapitalerhöhung für 306 Mio. Euro mit 20 Prozent bei der AUA-Mutter einsteigen. Weitere 5,7 Mrd. Euro sollen über eine Stille Einlage fließen, dazu kommen 3 Mrd. Euro in Form eines Kredites der Staatsbank KfW. Der Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele lehnte eine Staatsbeteiligung an der Lufthansa zuletzt allerdings ab, die entscheidende Hauptversammlung am 25. Juni könnte daher noch zur Zitterpartie werden. Ohne Staatshilfe würde der Airline-Gruppe nach Einschätzung des Lufthansa-Vorstands Ende Juni das Geld ausgehen.

Frankreich hat zuletzt ein 15 Mrd. Euro schweres Rettungspaket für die Luftfahrtbranche auf den Weg gebracht. Darin enthalten sind Kredithilfen in Höhe von 7 Mrd. Euro für die Air France. Die Luftfahrtbranche hat für Frankreichs Wirtschaft eine große Bedeutung, denn allein bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus mit der Schaltzentrale in Toulouse arbeiten rund 48.000 Menschen.

Reiseveranstalter in den roten Zahlen

Auch börsenotierte Reiseveranstalter und Tourismuskonzerne sind mit der Corona-Pandemie in die Krise geschlittert. Der Reiseveranstalter TUI verbuchte in seinem abgelaufenen Geschäftshalbjahr von Oktober bis März unterm Strich einen Verlust von 892 Mio. Euro und war damit mehr als zweieinhalb Mal so tief in den roten Zahlen wie im Vorjahreszeitraum. Insgesamt brachen die Umsätze von Reisebüros und -veranstaltern in Deutschland laut Daten des statistischen Bundesamts im ersten Quartal um rund 23 Prozent ein.

Der börsenotierte US-Kreuzfahrtkonzern Carnival meldete für sein zweites Quartal einen Nettoverlust von 4,4 Mrd. Dollar. Vor einem Jahr hatte Carnival noch 451 Mio. Dollar verdient. Der Umsatz des Konzerns, zu dem auch der deutsche Kreuzfahrtanbieter Aida gehört, brach von 4,8 Mrd. auf 700 Mio. Dollar ein. Der international tätige US-Hotelriese Marriott meldete für das erste Quartal einen verhältnismäßig glimpflichen Umsatzrückgang von 7 Prozent, der Gewinn brach allerdings um 91 Prozent ein.

Nun hofft die Branche auf eine Erholung des Reiseverkehrs mit den jüngsten Grenzöffnungen. In Europa haben viele Länder ihre Grenzen zuletzt geöffnet oder stehen kurz davor. Bereits seit 5. Juni konnte man von Österreich in die östlichen Nachbarländer Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Slowenien auflagenfrei reisen. Deutschland, Liechtenstein und die Schweiz öffneten ihre Grenze für Österreicher und andere EU-Bürger Mitte Juni. Mit Dienstag fielen die österreichischen Einreisebeschränkungen für die meisten anderen europäischen Länder. Seit Sonntag gibt es keine Beschränkungen mehr für Reisen nach Spanien bzw. für die Rückkehr nach Österreich.

Flugbetrieb und Tourismus fahren langsam wieder hoch

Die AUA hat ihren Flugbetrieb zuletzt wieder aufgenommen. Im Juni sind fünf Prozent des Vorjahresangebotes im Programm, sagte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech. Im Juli soll das Angebot auf 20 Prozent steigen, dann soll es auch das Comeback der Langstrecke geben.

Bis zum Jahresende seien 50 Prozent „gegenüber Normalzeiten“ geplant. Die AUA-Mutter Lufthansa will im September wieder 90 Prozent aller ursprünglich geplanten Kurz- und Mittelstreckenziele sowie 70 Prozent der Langstreckenziele anfliegen. Auch die irische Ryanair hat ihren Linienflugbetrieb von und nach Deutschland wieder aufgenommen. Ab 1. Juli sollen wieder 200 Strecken von und nach Deutschland verfügbar sein. Ab August will die Airline auch wieder von Wien aus fliegen.

Buchungen kommen langsam in Schwung

Auch die Tourismusbranche kommt wieder in die Gänge, wenn auch vorerst nur verhalten. Bei TUI läuft das verzögerte Sommergeschäft jetzt an. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen in den kommenden Wochen schrittweise immer mehr Ziele angesteuert werden. Ungefähr ein Viertel des Programms für die Hauptsaison sei derzeit ausgebucht. In der vergangenen Woche habe das Interesse der Kunden laut TUI „spürbar“ zugenommen.

„Insbesondere Deutschland und Belgien verzeichnen eine deutliche Erholung“, hieß es. In Deutschland, Österreich und auch Mallorca wurden erste TUI-Hotels geöffnet, im Juli sollen weitere Mittelmeer-Ziele folgen.

Ob die gelockerten Reisevorschriften der Branche Aufwind verleihen werden, hängt nun auch stark von der Reisebereitschaft der Verbraucher ab. Italiens Tourismus stellt sich etwa trotz der Lockerungen auf massive Einbrüche im Sommer ein. Laut einer Studie des Touristikerverbands Assoturismo dürften sich in diesem Sommer die Zahl der Ausländer, die in Italien urlauben gegenüber dem Vorjahr halbieren.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Ein Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

US-Wahlen: Die Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf den Markt

von Elliot Hentov, Leiter des Policy Research EMEA bei State Street Global Advisors.

"Obwohl die amerikanisch-koreanischen Spannungen im Vorfeld der US-Wahlen wahrscheinlich zunehmen werden, können die Märkte diese Belastung ignorieren, da Nordkorea zwar eine Gelegenheit verspüren könnte, die Zugeständnisse der USA zu nutzen, aber es ist unwahrscheinlich, dass es die Kurse wichtiger Vermögenswerte dauerhaft beeinflussen wird. Daher sollte jeder Anstieg der Risikoprämien abgezinst werden.

Im Gegensatz dazu sind die Beziehungen zwischen den USA und China wesentlich und bieten nach wie vor sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken. Wir gehen davon aus, dass die Eskalation vor der Wahl im November eingedämmt werden kann, da Präsident Trump versucht, die Stimmung an den Aktienmärkten während der Wahlkampf-Hauptsaison zu stabilisieren und seine Anti-China-Position daher auf die Wahlkampfrhetorik beschränkt. Der Iran, dessen Wirtschaftskrise ohne eine geopolitische Neuausrichtung unhaltbar ist, bleibt ein weiterer geopolitischer Risikofaktor. Trumps Zurückhaltung gegenüber einer militärischen Beteiligung könnte zu Fehlkalkulationen führen, die überraschend bärischen Gegenwind erzeugen könnten".

Rentenmärkte: Zurück zur Normalität?

Am Höhepunkt des „Corona­ Crashs“, Ende März, verloren selbst die ansonst sicheren Staatsanleihen deutlich. Zuletzt trat nun wieder Beruhigung und Normalisierung ein, stark unterstützt durch die Anleihenkäufe der Zentralbanken. Staatsanleihen sind, generell gesprochen, 2020 wieder im Plus. Mit Abstand in Führung liegen die US-Treasuries, die von der raschen und deutlichen Zinssenkung der US-Notenbank profitieren konnten, so Raiffeisen Capital Management in der neusten Ausgabe von märkte | unter uns.

Mit der Verbesserung der globalen Stimmung erfahren auch die Unternehmensanleihen wieder gute Nachfrage, eine allgemeine Einengung der Renditeabstände ist die Folge. Im Segment der höheren Kredit-Risiken setzten im Mai auch High-Yield- und Emerging-Market-Anleihen ihre Erholung fort, wenn auch von weit tieferen Niveaus. Lokale Fundamentaldaten spielen in den Schwellenländern dabei eine untergeordnete Rolle. Die Phase der strikten Risikovermeidung („Risk­ off“) ist also überwunden, es herrscht somit wieder Zuversicht, obwohl wirtschaftlich vieles noch bevorsteht.

Geld-/Kapitalmarkt: Globale Nullzinspolitik die Lösung?

Nun ist die globale Nullzinspolitik erreicht: Die US-Notenbank hat Ende April beschlossen den Leitzins in der Bandbreite von 0 bis 0,25 % zu belassen, an gar negative Zinsen – siehe EZB – wird aber nicht gedacht. Daneben sind auch die global aggregierten Staatsanleiherenditen nach jahrzehntelanger Talfahrt nahe dem Null-Niveau angelangt.

Bisher noch nie dagewesene umfangreiche Fiskalpakete und geldpolitische Maßnahmen in Kombination mit der Aussicht auf eine voranschreitende Normalisierung des Wirtschaftslebens lassen die Investoren aktuell sämtliche Risikofaktoren ausblenden. „Corona“ ist ja tatsächlich keine Finanzkrise, sondern eine globale Gesundheitskrise mit extremen wirtschaftlichen Folgen. Die Liquiditätslage hingegen ist üppiger alsje zuvor, zumindest in der Geldwirtschaft.

Dazu kommen nun die – etwa von der EZB seit längerem, früher allerdings in wesentlich geringerem Umfang geforderten – Fiskalstimuli. Gerade das jüngst vorgestellte 750-Milliarden-Euro-Programm der Europäischen Kommission wurde vom Markt freudig aufgenommen.

Staats- und Unternehmensanleihen: Sinkende Risikoprämien

Innerhalb des Universums europäischer Staatsanleihen bevorzugen wir europäische „Peripherieanleihen” gegenüber europäischen Kernländern wie insbesondere Deutschland oder Frankreich. In Summe wird davon ausgegangen, dass die Risikoprämien am Staatsanleihenmarkt – entgegen der fundamentalen Verfassung der meisten Staaten – vorerst weiter sinken werden. Daher wird auch die Übergewichtung von US-Staatsanleihen gegenüber Euro-Staatsanleihen beibehalten, ebenso das Übergewicht von UK-Staatsanleihen.

Nachdem wir Euro-Unternehmensanleihen (Investmentgrade) zuletzt bereits übergewichtet hatten, erhöhen wir dieses Übergewicht. Wir nehmen eine Position bei US-High-Yield-Anleihen ein, zumal sich die Refinanzierungsmöglichkeiten für diese Unternehmen etwas verbessert haben. Dieses Segment profitiert auch von einem wieder steigenden Ölpreis. Die Renditeaufschläge am Euro-High-Yield-Markt sind ebenfalls gesunken, hier sehen wir die unterstützenden Faktoren aber weniger ausgeprägt.

Emerging Markets

Das Übergewicht an Hartwährungsanleihen, im Vormonat bereits erhöht, wurde aktuell beibehalten. Diese Anleihenklasse bleibt für uns unverändert eine der attraktiveren, zumal wir einen Großteil der durch die Krise ausgelösten fundamentalen Probleme hier bereits eingepreist sehen. Wir finanzieren das Übergewicht durch ein Untergewicht bei europäischen Staatsanleihen.

Dividendentitel und Corona – worauf man achten sollte

von Harald Egger, Chief Analyst der Erste Asset Management.

Speziell in Krisenzeiten fürchten Anleger nicht nur Kursverluste, sondern auch Ausfälle von Dividendenzahlungen. Diese Ängste sind nicht unbegründet, nach Berechnungen der DZ Bank sind die Zahlungen der DAX Unternehmen in früheren Rezessionen um gut 25% reduziert worden. Aufgrund des Ausmaßes der Corona-Krise könnten die Ausfälle sogar noch stärker ausfallen. Speziell in Europa gab es zudem politischen Druck die Dividendenzahlung ausfallen zu lassen, speziell dann wenn öffentliche Fördergelder in Anspruch genommen werden.

Diskussionen, die für dividendenstarke Unterrnehmen nicht förderlich sind. In diesem Blog wollen wir uns mit der aktuellen Situation der Dividendenkaiser beschäftigen, vor allem mit der Frage wie sich High Dividend Aktien in der Krise bisher gehalten haben:

Value und High Dividends hinken der Gesamtperformance in 2020 hinterher

Auch wenn Anfang Juni eine Value Phase (Outperformance zyklischer Aktien) begonnen hat, stand das Jahr 2020 bislang ganz im Zeichen von Qualitäts- und Growth Aktien (profitable Wachstumsunternehmen). Das ist verständlich, da Wachstumswerte stärker von einem Zinsrückgang profitieren und während einer Krise die Nachfrage nach Qualität generell hoch ist. In diesem Zusammenhang stellt sich oft die Frage, ob Dividendentitel einen Schutz vor negativer Performance liefern. Wie aus Chart 1 ersichtlich ist, war dem nicht so. Generell haben Dividendenwerte in der aktuellen Krise underperformt, d.h. schlechter als der Gesamtmarkt abgeschnitten.

Chart 1: Relative Faktor-Performance Global (Quelle: Thomson Reuters)

Eine globale Betrachtung überdeckt naturgemäß regionale Unterschiede, wie zum Beispiel Dividendenhöhe oder Qualität der Unternehmen, weshalb wir den Gesamtmarkt auf unterschiedliche Regionen aufteilen wollen. Wir betrachten jeweils zwei Portfolios, zum einen jene Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite (DY) sowie jene mit einer unterdurchschnittlichen.

Chart 2: Regionale Performance nach Dividendenrendite (Quelle: Bloomberg)

Die regionale Betrachtung ergibt ein einheitliches Bild. Wie aus Chart 2 ersichtlich ist, haben Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite in 2020 deutlich schlechter abgeschnitten als jene Unternehmen, die keine oder eine unterdurchschnittliche Rendite aufweisen. In den USA ist das Bild extrem mit einer positiven Performance von 11,8% der „Wenig“-Ausschütter gegenüber -7,6% der High Dividend-Unternehmen. D.h. mit Unternehmen, die keine oder geringe Dividende ausschütten konnte man global ein positives Ergebnis erzielen, während man mit Dividenden-Zahler im Minus liegt.

Wenn es regional schon kaum Unterschiede gibt, wollen wir analysieren, ob dies innerhalb der Sektoren der Fall ist. Abermals erkennen wir in Chart 3, dass Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite deutlich schlechter abgeschnitten haben als ihr Gegenstück.

Energieversorger, Gesundheitsaktien und Industrietitel haben sich behauptet

Allerdings offenbart Chart 3 eine wichtige Erkenntnis. Das Ausmaß der negativen Performance ist nicht einheitlich. Finanz-, Energie und Telekom (Communication Services) Unternehmen haben deutlich schlechter abgeschnitten als Unternehmen aus dem Industrie, Gesundheit-oder Versorger-Sektor.

Dies ist wenig überraschend, da die Investoren (zu Recht) befürchten, dass Unternehmen aus gewissen Sektoren ihre Dividendenzahlungen kürzen oder zur Gänze ausfallen lassen. Im Finanzbereich wird befürchtet, dass aufgrund der Krise viele Unternehmen und Privatpersonen ihre Kredite nicht begleichen können, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Dividendenpolitik. In Europa haben einige Banken beabsichtigte Dividendenzahlung vom Frühsommer auf den Herbst verschoben, wenn das Ausmaß der Krise besser abschätzbar ist.

Im Energiesektor leiden viele Unternehmen unter dem massiven Preisverfall des Öls. Eine Dividendenkürzung ist unter diesen Umständen zu erwarten, auch bei großen Konzernen, die bislang eine sehr kontinuierliche Auszahlungspolitik verfolgt haben. Der Telekom-Sektor ist normalerweise für eine kontinuierliche Auszahlungspolitik bekannt. Der Zusammenbruch des Tourismus hinterlässt aber auch in diesem Sektor Suren, da das lukrative Roaming Geschäft wegbricht. Andere Sektoren haben weniger Probleme.

Der Gesundheit-Sektor profitiert eher von der Krise und hat kaum mit Gewinneinbußen zu rechnen. Ähnlich verhält es sich im Versorger-Sektor.

Chart 3: Sektor Performance Dividendenrendite (source: Bloomberg)

Chart 3 lässt vermuten, dass die Kontinuität der Dividendenzahlungen von großer Bedeutung ist.

Nicht die Höhe der Dividende ist relevant sondern die Stabilität

Für Anleger ist es wichtig neben der Dividendenhöhe auf die Stabilität der Dividenden zu achten. Im High Dividend-Bereich müssen Anleger unterscheiden zwischen zyklischen und nichtzyklischen Sektoren. Der Finanz- und Energiesektor zählen zu den zyklischen Sektoren, die Wahrscheinlichkeit für den Ausfall der Dividenden in einer Krise (Rezession) ist deutlich höher.

Dies ist seit langem bekannt, weshalb vor allem in den USA die Dividenden-Aristokraten einen besonderen Stellenwert einnehmen: Dividenden-Aristokraten sind Aktien, welche mindestens 25 Jahre lang eine Dividende zahlten und diese stetig jedes Jahr erhöhen konnten.

Aber auch in Europa gewinnt die Strategie immer mehr Anhänger. Im Unterschied zu den USA gibt es aber kaum Unternehmen mit einer 25-jährigen kontinuierlichen Dividendenpolitik, weshalb hier die Regel etwas aufgeweicht wurde: Euro-Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche mindestens 10 Jahre lang eine Dividende zahlten und diese jedes Jahr konstant gehalten oder erhöht haben.

Gemäß dieser Definition gibt es aktuell 123 US Dividenden-Aristokraten und 42 Euro Dividendenaristokraten. Die Zahlen verdeutlichen, wer auf Dividenden-Kontinuität setzt kommt an einem Übergewicht in den USA nicht vorbei. In keinem anderen Land gibt es Unternehmen, die eine derart lange stabile Dividendenpolitik aufweisen können.

Stabilität zahlt sich aus. Diese Unternehmen genießen ein überdurchschnittliches Vertrauen bei den Investoren. Um eine solche Stabilität zu gewährleisten muss die Qualität des Business Modell passen. Nur wenige schaffen es in diesen Kreis der erlauchten Unternehmen. Wie aus Chart 4 ersichtlich ist, konnten die Dividenden-Aristokraten den Gesamtmarkt seit 2002 outperformen, während die Gesamtheit der High Dividend Aktien den Markt deutlich underperformt hat. Dies zeigt einmal mehr, dass es nicht ausreicht auf die Dividendenhöhe zu achten, sondern die Stabilität von großer Bedeutung ist.

Chart 4. Dividenden Aristokraten (source: Bloomberg)

Kennzahlen der US Dividenden-Aristokraten

Tabelle 1: Performance Kennzahlen US Aristokraten (Quelle: Bloomberg)

Die US-Aristokraten haben nicht nur den Gesamtmarkt und die restlichen High Dividenden Aktien outperformt, sondern dies bei einer geringeren Volatilität geschafft. Zudem ist der maximale Drawdown während einer 1-Jahresperiode mit -37,9% deutlich geringer ausgefallen als beim Gesamtmarkt und der High Dividend Gesamtheit. Dies zeigt deutlich, dass bei der Auswahl von Dividendenaktien Vorsicht geboten ist, da viele zyklisch sind und dementsprechend deutlich riskanter als der Gesamtmarkt sind.

Chart 5: US Aristokraten 2020 (Quelle: Bloomberg)

Chart 6: Euro Aristokraten 2020 (Quelle: Bloomberg)

Langfristig erfolgsversprechend, kurzfristig weniger erfolgreich

Wie aus Chart 5 und Chart 6 ersichtlich ist, konnten die Dividendenaristokraten weder in den USA noch in Europa den Gesamtindex in 2020 bislang outperformen. Der Rückgang fiel sogar etwas heftiger aus, die Erholung aber ebenso. Wenn wir einen Blick auf die Sektorgewichtung der Aristokraten in Europa und in den USA werfen wird sich diese Aussage etwas relativieren. Das Jahr 2020 war bislang (Stichtag 8.6.2020) geprägt von einer positiven Performance der Sektoren IT und Healthcare. Wie aus Chart 7 erkennbar ist, sind diese Sektoren in einem High Dividend Portfolio stark unterrepräsentiert.

Chart 7: Sektor Gewichte EURO, US Aristokraten im Vergleich Gesamtuniversum (Quelle: Bloomberg)

Chart 7 zeigt deutlich, dass in einem High Dividend (Aristokraten) Portfolio die Sektoren Industrie, Grundstoffe (Materials) und Versorger stark übergewichtet sind. IT und Communication Services (Telekom und Medien) sind hingegen stark unterrepräsentiert.

Sehr interessant ist zudem, dass viele Dividenden-Aristokraten gleichzeitig ESG Leader sind, nämlich 58% der europäischen Dividenden-Aristokraten. Kein einziges Unternehmen fällt in die Kategorie ESG Laggards (MSCI Methodik).

Diese Erkenntnis ist durchaus interessant. Unternehmen, die eine stabile Dividendenpolitik betreiben, verhalten sich offenbar auch in anderen Bereichen nachhaltig.

Chart 8: Dividendenperformance nach ESG Klassifikation (Quelle: Bloomberg)

Eine Kombination aus ESG und hoher stabiler Dividende macht Sinn

In unserem ERSTE RESPONSIBLE STOCK DIVIDEND verfolgen wir genau diese Strategie: In diesem Fonds finden ausschließlich Aktien Berücksichtigung, welche den strengen Nachhaltigkeitskriterien der EAM entsprechen. Gleichzeitig wird bei der Aktienselektion sowohl auf eine deutlich überdurchschnittliche Dividendenrendite, als auch auf eine hohe Dividendenqualität geachtet. Des Weiteren investiert der Fonds ausschließlich in großkapitalisierte Unternehmen, deren Aktienkurs in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlichen Schwankungen (geringe Volatilität) unterworfen war.

Resümee

Auch wenn stabile High Dividend Unternehmen während der Krise nicht überzeugen konnten, erwartet der Autor über längere Sicht eine überdurchschnittliche Entwicklung. Längerfristige Betrachtungen zeigen, dass vor allem Dividenden-Aristokraten nicht nur die Unternehmen mit einer instabilen Dividendenpolitik sondern auch den Gesamtmarkt outperformen können. Es ist deshalb essentiell nicht nur auf die Höhe der Dividende zu achten, sondern auf die Kontinuität. Andernfalls ist eine Underperformance vorprogrammiert. Wer diesen Ratschlag befolgt ist mit großer Wahrscheinlichkeit zudem auch ein nachhaltiger Investor.

Dividenden-Aristokraten sind im IT und Gesundheit-Sektor stark unterrepräsentiert, weshalb sich diese Strategie auch für Anleger eignet, die bereits in diesen Sektoren investiert sind und eine vielversprechend Diversifikation suchen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Ein Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Alte Bekannte: die Welt nach der Akutphase der Corona-Krise

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Wird die Welt nach der Akutphase der Corona-Krise anders aussehen als vorher?

Solange epidemiologische Faktoren eine Rolle spielen, sicherlich ja. So lange kein Impfstoff auf breiter Basis einsetzbar beziehungsweise Herdenimmunität erreicht ist, werden Themen wie Antikörper-Tests, Rückverfolgung von Kontakten, Quarantänemaßnahmen und soziale Distanzierung das Zusammenleben beeinflussen. Wir wollen jedoch strukturelle wirtschaftliche und politische Zusammenhänge beleuchtet werden.

Bounce-Back

Zuvor noch ein Update zum zyklischen wirtschaftlichen Ausblick: Der Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität im Februar in China sowie in den Monaten März und April im Rest der Welt war katastrophal. Mittlerweile werden die Eindämmungsmaßnahmen in immer mehr Ländern gelockert.

Zahlreiche Wirtschaftsindikatoren für Mai (umfragebasierte Indikatoren zur Unternehmens- und Konsumentenstimmung sowie alternative Indikatoren zum Elektrizitätsverbrauch) weisen eine Verbesserung auf. Tatsächlich sind überdurchschnittliche Wachstumsraten in den kommenden Monaten wahrscheinlich, solange es zu keiner zweiten Infektionswelle kommt (W-förmige Erholung).

Um möglichst zu gewährleisten, dass es sich um keinen „Dead Cat Bounce“ handelt (L-förmige Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes), sind die Wirtschaftspolitiken extrem expansiv geworden. Die fiskalischen (Budgetdefizite) und die monetären (Drucken von Zentralbankgeld) Stimuli wurden und werden ausgeweitet.

Die V-förmige Erholung bleibt das optimistische Szenario: Schnelle Erholung des gesamten BIP-Einbruchs. Keine permanenten negativen Effekte. Das Basisszenario lautet nach wie vor auf eine U-förmige wirtschaftliche Erholung: Die Erholung nach dem Einbruch dauert länger (zwei Jahre oder länger). Es gibt permanente negative wirtschaftliche Effekte.

Szenarien für das Wirtschaftswachstum

Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Wird ein Blick auf strukturelle Entwicklungen gelegt, zeigt sich, dass die Corona-Pandemie eher bereits bestehende Trends verstärkt als neue schafft.

Ansteigende Staatsverschuldung: Um die möglichen Überwälzungs- und Sekundärrundeneffekte, wie etwa eine Konkurswelle und anhaltend hohe Arbeitslosigkeit einzudämmen, haben viele Staaten Hilfspakete geschnürt. Für die zweite Phase haben einige Staaten bereits Konjunkturprogramme verlautbart. Die damit einhergehende Ausweitung der Budgetdefizite führt zu einem drastischen Anstieg der Staatsverschuldung. Die OECD rechnet mit einem Anstieg der Staatsschuldenquote auf 137% des Bruttoinlandsproduktes für 2020.

Niedrige Effektivität der Zinspolitik: Als Reaktion auf den Einbruch der Wirtschaft haben viele Zentralbanken den jeweiligen Leitzinssatz gesenkt. Für die entwickelte Welt beträgt der Leitzinssatz nur noch 0%, für die Emerging Market Economies nur noch 3%. Das bedeutet zweierlei. A) Die ohnehin geringe Effektivität der Zinspolitik ist weiter gefallen. Zinsen können als Reaktion auf eine Rezession nicht viel mehr gesenkt werden. Es droht das Szenario einer säkularen Stagnation. In diesem Umfeld sind die Zinsen sehr niedrig. Sie müssten dennoch weiter abgesenkt werden, um stimulierend auf die wirtschaftliche Nachfrage zu wirken. Das geht aber nicht, weil das Zinsniveau an eine (theoretische) Untergrenze (Effective Lower Bound) anstößt. Das Ergebnis sind anhaltend niedrige Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt, bei der Inflation und bei den Unternehmensgewinnen sowie erhöhte Arbeitslosenraten. B) Die Zinsen haben auch nach oben hin nur einen geringen Spielraum.

Finanzrepression: In der Zusammenschau mit den hohen Staatsschulden können die Zinsen und die Renditen von Staatsanleihen nicht mehr stark ansteigen. Die Staatsschuldendynamik ist so lange nachhaltig, so lange der Zinssatz auf die Staatsschuld unter dem nominellen Wirtschaftswachstum liegt. Für die letzten fünf Jahre liegt diese Schwelle für die entwickelte Welt bei rund 3,5%. Nötigenfalls können die Zentralbanken einen starken Renditeanstieg mit der Einführung einer Zinsobergrenze verhindern (Yield Curve Control). Immerhin hat davon bereits mit dem Präsidenten der New York Fed, John Williams, ein prominenter Zentralbanker gesprochen.

Zentralbanken kaufen Anleihen: Darüber hinaus haben die großen Zentralbanken die Anleiheankaufsprogramme hochgefahren. Die aggregierte Zentralbankbilanz der G4 ist mittlerweile auf 45% des Bruttoinlandsproduktes angestiegen. Aber auch Zentralbanken in den Emerging Markets haben Kaufprogramme begonnen. Am Anfang der Krise war es die Motivation der Zentralbanken den Finanzmarkt zu beruhigen. Die Nachfrage nach Cash war deutlich angestiegen. Mittlerweile scheint die Hauptmotivation zu sein, das große Emissionsvolumen an (Staats-)anleihen aufzufangen. Theoretisch stellt das keine monetäre Finanzierung der Staatsbudgets dar, solange die Zentralbank die Anleihen wieder verkauft. Das ist jedoch zweifelhaft.

Grafik: Stark ansteigende Zentralbankliquidität Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

(Vorerst) niedrige Inflation: Die erste Phase der Coronakrise übt einen Druck auf sinkende Inflationsraten aus (Disinflation). Für das nächste Jahr ist der Fokus darauf gerichtet, ob es den Unternehmen gelingen wird, etwaige höhere Kosten an die Konsumenten weiter zu geben. Das könnte zu einer einmaligen Verschiebung der Preise nach oben führen (überraschend höhere Inflationsraten im nächsten Jahr). Im Basisszenario bleiben die Inflationsraten auch im nächsten Jahr niedrig, weil die Arbeitslosenraten erhöht (negativer Output Gap) und das Lohnwachstum niedrig bleiben werden. Selbst wenn die Arbeitslosenrate auf ein sehr niedriges Niveau gesunken sein wird, ist nicht klar, ob die Inflation tatsächlich anzieht (flache Phillips Kurve). Auf lange Sicht könnte die sehr expansive Geldpolitik vor allem dann zu einem signifikanten Anstieg der Inflation beitragen, wenn sich das Hauptziel der Zentralbank von der Erreichung des Inflationsziels auf die Gewährleistung einer nachhaltigen Staatsschuldendynamik verschiebt. In diesem Fall würden die Leitzinsen nicht angehoben werden beziehungsweise würden die Staatsanleihen in der Zentralbankbilanz nicht reduziert werden, obwohl das Inflationsrisiko zunimmt. Nachsatz: Auf absehbare Zeit wird es diesen Zielkonflikt wahrscheinlich nicht geben.

Niedriges Produktivitätswachstum: Bereits vor der Coronakrise war das Produktivitätswachstum niedrig. In den letzten fünf Jahren betrug es im Durchschnitt lediglich 0,8% im Jahresabstand. Vor allem die anhaltend niedrigen Unternehmensinvestitionen, aber auch der Rückbau der Globalisierung (dazu später), die wahrscheinliche Tendenz in Richtung mehr Versorgungssicherheit (weniger Just-In-Time), und möglicherweise auch die höhere Einflussnahme des Staates in den privaten Sektor sprechen zumindest gegen einen Anstieg des niedrigen Produktivitätswachstums.

Niedrige Investitions- und Ausgabenbereitschaft im privaten Sektor. Der Rückstau an Investitionen könnte anfangs zu einem überdurchschnittlichen Investitionswachstum führen. Danach wird die Investitionstätigkeit wahrscheinlich auf ein mediokeres Niveau fallen. Dafür sprechen die Einkommens- und Gewinnverluste, die ansteigende private Verschuldung und die erhöhte Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Zudem könnten die Unternehmenskonkurse ansteigen und wird es einige Jahre dauern, bis die Arbeitslosenraten das niedrige Niveau von 2019 erreicht haben werden. Damit einher gehend wird das Lohnwachstum niedrig bleiben.

Digitalisierung und Klimawandel: Der Bedarf eines stattlichen Konjunkturprogramms und die strukturellen Trends A) Digitalisierung sowie B) Klimawandel haben zumindest in der Europäischen Union zu Vorschlägen für einen Ausbau der staatlich geförderten Programme in diesen Bereichen geführt.

Integrative Schritte in der Europäischen Union: Das bekannte Muster, wonach unliebsame aber notwendige integrative Schritte in der EU erst in einer Krise stattfinden, ist auch während der Coronakrise erkennbar. Für die EU, vor allem aber für die Eurozone, würde ein anhaltendes Auseinanderlaufen der volkswirtschaftlichen Kenngrößen (Wirtschaftswachstum, Inflation, Produktivität, Arbeitslosigkeit, Verschuldung) die Wahrscheinlichkeit für ein Auseinanderbrechen ansteigen lassen. Staatliche Investitionen sollten sich an der wirtschaftlichen Notwendigkeit, nicht an der Kreditwürdigkeit eines Landes orientieren. Der jüngste Vorschlag der Europäischen Kommission (Next Generation EU), wonach die EU Anleihen im Ausmaß von Euro 750 Milliarden begeben könnte und Euro 500 Milliarden in Form von Zuschüssen verwendet werden würden geht in die Richtung Transferunion.

Rivalität zwischen den USA und China: Die Rivalität zwischen der größten Volkswirtschaft der Welt und dem aufstrebenden China hat in den vergangenen Jahren an Intensität gewonnen. Auch in den vergangenen Monaten haben sich die Beziehungen verschlechtert (Hong Kong, Exportbeschränkungen für Halbleiter). Der Konflikt hat negative Implikationen auf mehreren Ebenen. Unter anderem dämpft die dadurch entstandene Unsicherheit die Unternehmensstimmung und damit die Investitionstätigkeit der Unternehmen.

Globalisierung im Rückbau: Nach der Großen Rezession 2008 / 2009 haben die globalen Exporte und Importe einen deutlich geringeren Wachstumspfad eingeschlagen. Mit dem Handelskonflikt zwischen den USA und China hat der Welthandel sogar eine fallende Tendenz eingeschlagen. Die Coronakrise hat zu einem deutlichen Einbruch der Exporte und Importe geführt. Im Bereich Handel könnte die Coronakrise zwei bleibende Auswirkungen haben. A) Die Tendenz zur staatlichen Unterstützung von strategischen Industrien beziehungsweise zur Abschottung könnte durch eine zunehmende protektionistische Grundhaltung verstärkt werden und damit schlussendlich auch nicht strategische Industrien betreffen. B) Der Ruf nach mehr Versorgungssicherheit betrifft generell die Reduktion der Just-In-Produktion und den Aufbau der Produktion von medizinischen Produkten in der Nähe des Endverbrauchs. Auch diese Entwicklung könnte überschießen und zu einem Rückgang des Welthandels in Sektoren außerhalb des Gesundheitsbereichs führen.

TINA: Die Triebfeder für Finanzinvestitionen wird in absehbarer Zeit abermals mit „There-Is-No-Alternative“ zu risikobehafteten Wertpapierklassen beschrieben werden können. Die Kombination von anhaltend sehr niedriger Verzinsung von Staatsanleihen, die Verbesserung der Wirtschaftsdaten und die sehr hohe von den Zentralbanken erzeugte Liquidität unterstützt Veranlagungsformen wie Aktien und Unternehmensanleihen. Das allgemeine Risiko liegt in einer Asset Price Inflation. In diesem Szenario kommt es zu einer Abkopplung der Wertpapierpreise von den Wirtschaftsdaten. Denn obwohl es keine Alternative zu riskanten Veranlagungen zu geben scheint, ist mit diesem Ansatz natürlich noch nicht gesagt, welche Veranlagungen zu welchem Zeitpunkt am günstigsten sind.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Ein Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Warum Infrastrukturinvestitionen trotz Covid-19 lohnen

Leere Autobahnen, Flughäfen und Züge sowie unterbrochene Lieferketten, haben das Interesse an Infrastrukturinvestments in den letzten Wochen gedrückt. Das ist nicht immer berechtigt. Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments, erklärt, in welchem Segment der Sektor Chancen bietet und warum.

„Unser Alltag findet jetzt online statt“, sagt Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments. „Virtuelle Calls mit Kollegen und Kunden unterteilen den Arbeitstag und nach Feierabend erholen wir uns mit Videospielen, Skype und Netflix. Während die Straßen leer sind, ist die Datenautobahn überlastet. Nach Angaben einiger Telekommunikationsanbieter hat der Internetverkehr seit Ausbruch der Covid-19 Pandemie um bis zu 60 Prozent zugenommen, wie aus einem Bericht der OECD hervorgeht.

Damit Mobilfunknetze und Internetverbindungen trotz des steigenden Datenverbrauchs stabil bleiben, müssen Telekommunikationsdienstleister ihr Netzwerk ausbauen. Wir sind überzeugt, dass die Umsätze der Anbieter der entsprechenden Infrastruktur spätestens in der mittleren Frist steigen werden. So wird die Nachfrage nach Funktürmen wachsen, wenn dort mehr Flächen angemietet werden, um beispielsweise Antennen anzubringen. Eigentümer von Telekommunikationsinfrastruktur können daher sogar von Kontakt- und Ausgehbeschränkungen sowie Büroschließungen profitieren, im Gegensatz zu vielen anderen Infrastrukturunternehmen.

Auch unabhängig davon, wann und wie stark Regierungen die Vorgaben lockern, sind die Aussichten für Vermieter von Funktürmen positiv. Der steigende Datenverbrauch ist ein langfristiger Trend, besonders die Nachfrage nach mobilen Daten wächst stetig. Seit Jahren verlagern wir unseren Alltag ins Internet: Streaming statt Fernsehen, Online-Banking statt Filialbesuch und Online-Shopping statt Einkauf im Laden. Der Ausbruch des Coronavirus hat diese Entwicklung nur beschleunigt, nicht ausgelöst.

Zum Wachstum des Sektors trägt auch der anstehende Umstieg auf 5G bei, die neue Generation des Mobilfunknetzes, die ein dichteres Netz an Funktürmen benötigt. Positiv für Unternehmen und ihre Investoren ist dabei, dass die Einstiegshürden hoch sind und die Mietverträge mit fünf bis zehn Jahren lange Laufzeiten haben. Daher haben Eigentümer von Funktürmen eine hohe Preissetzungsmacht. Pro Jahr können sie die Mieten um durchschnittlich drei Prozent anheben. Wir erwarten, dass das US-Kerngeschäft dieses Jahr um fünf Prozent wachsen wird, was einen Anstieg der Cashflows um acht bis neun Prozent wahrscheinlich macht.“


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State Investments mittlerweile unter dem Namen First Sentier Investors tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten.

Die Marke 3000

Fast zeitgleich haben der Euro Stoxx 50 Index und der S&P 500 Index die 3000er Marke wieder überwunden, so Raiffeisen Capital Management in der neusten Ausgabe von märkte | unter uns. Manche sprechen von technischen Marken, deren Überspringen Gutes verheißt. Und das mag durchaus sein, denn der Markt ist bekanntlich zu einem wesentlichen Teil von Psychologie und Stimmung getrieben. Allerdings ist das Sentiment der Anleger im umgekehrten Sinne zu lesen. Bedeutet: eine sehr schlechte Stimmung unter den Marktteilnehmern ist oft ein Vorzeichen für eine positive Marktentwicklung. Diverse Indikatoren deuten darauf hin, dass viele Anleger trotz der Markterholung der letzten zwei Monate immer noch vorsichtig sind. Eine Marktanalyse, die an diesem Punkt endete, käme daher zu dem Ergebnis, dass Aktien übergewichtet sein sollten. Jetzt kommen aber die Fundamentaldaten ins Spiel, also Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne. Gerade bei letzteren stehen noch dramatische Einbrüche ins Haus. Dies wird der Markt nicht ohne Korrekturen verkraften, weshalb bis auf weiteres an der vorsichtigen Position festgehalten wird. Der scheinbare Gleichlauf um die „Schwelle 3000“ ist aber auch eine Bestätigung der bedauerlichen Underperformance europäischer Aktien. Denn vor genau 10 Jahren lag der Euro Stoxx 50 bereits bei 2600, der S&P 500 bei 1100. Man muss kein Finanzmathematiker sein, um zu sehen, dass der Performanceunterschied massiv ist. Natürlich kann man alles gut begründen. Die großen und sehr erfolgreichen Technologie- und Internetunternehmen gibt es in den USA und nicht hierzulande. Und US-Banken performen seit Jahren stabil, während man das von den heimischen Finanzwerten – zumindest im Aggregat – nicht behaupten kann. In der nächsten Konjunkturerholung werden europäische Werte allerdings eine neue Chance bekommen. Immerhin sollten die hiesigen Exporteure von einem Anspringen des Welthandels profitieren. Spätestens dann sollten auch die attraktiven Aktienbewertungen ins Auge springen, während die US-Unternehmen schon relativ teuer sind.

Aktien: Erholungsrally hält an, und dann?

Rückblickend gesehen setzte vielerorts bereits ab Ende März eine überraschend starke, nahezu V-förmige Erholung ein, die bis heute – wenn auch abgeflacht – andauert. Auch im längerfristigen historischen Vergleich ist diese Erholung außerordentlich. Es wird also mehr über zukünftige Wachstumsraten spekuliert als über gegenwärtige, recht dramatische Rezessionsszenarien.

Doch das gilt nicht gleichermaßen für alle Marktsegmente. Technologie- und Pharmatitel profitieren deutlich mehr als Industrie-, Finanz oder Konsumgüter. Deshalb weisen auch US-Indizes, insbesondere Titel der „Tech­Börse“ NASDAQ, wesentlich bessere Performance auf als beispielsweise Europa. Erst Ende Mai konnten vernachlässigte Branchen etwas aufholen. Emerging Markets können noch nicht mithalten, vor allem Lateinamerika ist stark und mehrfach betroffen, denn schon vor COVID-19 waren die Konjunkturaussichten teilweise schwach. Auch China verlor insbesondere durch die politischen Spannungen in Hongkong zuletzt etwas.

Globale Konjunktur: Optimismus berechtigt?

Derzeit überhäufen sich kurzfristig aktualisierte Konjunkturprognosen. Sie haben eines gemein: das Fehlen valider Parameter über den weiteren Verlauf der Corona-bedingten Maßnahmen und folglich über das Verhalten von Konsumenten und Unternehmen. Die führende Volkswirtschaft USA kann als Beispiel im Schaubild dienen: War die Konsumlaune bis Februar praktisch durch nichts zu erschüttern und hielt sich der entsprechende Index seit mehreren Jahren auf historischem Höchstniveau, so ist diese Messgröße zuletzt doch deutlich eingebrochen.

Zum einen, weil auch in den USA der klassische Konsum infolge des Lockdowns der Geschäfte in vielen Bundesstaaten und Regionen gelitten hat. Zum anderen, weil die Arbeitslosigkeit in einem noch nie gesehenen Ausmaß und in kürzester Zeit nach oben geschnellt ist, verbunden mit entsprechender Verunsicherung bei den sonst so stabilen US-Konsumenten. Die Prognosen streuen einigermaßen, die Märkte scheinen sich jedoch mit einem optimistischen Pfad einer schnellen Überwindung der Krise anzufreunden.

Aktien USA und Europa: US-Markt wieder führend

Die internationalen Aktienmärkte präsentierten sich in den letzten Wochen weiter beeindruckend stark. Obwohl die Gewinnentwicklung schon für das erste Quartal entsprechend negativ ausgefallen ist und nun die aktuelle und durchaus realistische Erwartung auch ein deutlich negatives zweites Quartal sieht.

Der US-Aktienmarkt, gemessen am S&P 500 Index, entwickelt sich schon seit Jahren mit wenigen kurzen Unterbrechungen stärker als sein Pendant in der Eurozone (Euro Stoxx 50). Diese Entwicklung hat sich auch 2020 fortgesetzt, obwohl sich Europa seit den Tiefstständen im März anfänglich stärker erholen konnte.

Dies ist einerseits auf die Branchenzusammensetzung der Indizes zurückzuführen, andererseits auf die bessere Gewinnentwicklung der amerikanischen Unternehmen. Auch wenn die europäischen Aktien derzeit billiger erscheinen, favorisieren wir vorerst aus den genannten strukturellen Gründen den US-Markt. Und wir sehen bei den aktuellen Fundamentaldaten auch kurzfristig zu viel Zuversicht eingepreist.

Emerging Markets: Vieles eingepreist!?

Unsere Sichtweise in Bezug auf die Schwellenländer hat sich zuletzt nicht geändert.

In der globalen Erholung, zumindest Stabilisierung, auch bei den Rohstoffpreisen, konnten sich auch die Aktien aus den Emerging Markets zuletzt verbessern. Abseits von regionalen Besonderheiten zeigt die Branchenebene das Dilemma: Zwar sind die Bereiche Health Care und Telekom seit Jahresbeginn sogar im Plus, die zyklischen Sektoren wie Finanz, Energie/Grundstoffe und Industrie wiegen aber schwer auf der Wertentwicklung. Schwellenländer sind zumeist „zyklischer“ aufgestellt und die Dynamik der IT-Branche fehlt zumeist.

Cash is King: Emissionsflut bei Unternehmensanleihen

von Hannes Kusstatscher, Fund Manager – Fixed Income, Erste AM.

Viele Unternehmen stellt der Ausbruch des neuartigen Coronavirus und die damit einhergehende Veränderung des Konsumverhaltens vor eine existentielle Krise. Sektoren wie Luftfahrt und Hotellerie droht der völlige Einbruch des Umsatzes über mehrere Monate und viele andere müssen mit starken Einbußen rechnen.

Als sich das Virus erstmals Ende Februar schlagartig in Europa verbreitet hat und erste Gegenmaßnahmen ergriffen wurden, hat das auf den Finanzmärkten zu starken Turbulenzen geführt. Die Liquidität von Unternehmen, d.h. die Fähigkeit kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, rückte dabei schnell in den Fokus der Anleger.

Der plötzliche Einbruch der Einnahmen kann in kurzer Zeit oft nicht durch Ausgabenkürzungen ausgeglichen werden. Solche Maßnahmen sind schmerzhaft für die Gesamtwirtschaft. Sie führen zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und lösen Sekundärrundeneffekte aus. Daher ist es für Unternehmen in erster Linie wichtig ihre Bilanzen zu kräftigen und mit frischem Kapital vorzusorgen, um die Zeit bis nach Corona zu überbrücken. Während dies zu Beginn der Krise nur unter größter Mühe und zu hohen Kosten möglich war, hat sich die Situation mittlerweile dank verschiedener fiskal- und geldpolitischer Unterstützungsmaßnahmen entschärft.

Liquiditätskrise am Anleihenmarkt

Der Ausbruch des Virus in Europa Ende Februar hat auf den Finanzmärkten schnell zu einem Abverkauf geführt. Dadurch haben sich auch die Aufschläge für das Kreditrisiko (Kreditspreads) bei Unternehmensanleihen massiv ausgeweitet.

Quelle: ICE BofA Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Quelle: ICE BofA Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Diese Aufschläge sind ein Indikator dafür, für wie wahrscheinlich Investoren einen Kreditausfall über die Restlaufzeit der Anleihen gegenüber relativ sicheren Staatsanleihen halten. Für Anleihen mit Investment Grade Rating (IG) in US-Dollar hat sich der Spread im März fast vervierfacht und ist von 100 auf 400 Basispunkte gestiegen (100 Basispunkte = 1 Prozentpunkt, Anm.), während sich der Spread bei Unternehmensanleihen in Euro mehr als verdoppelt hat.

Durch den Einbruch des Wirtschaftslebens war bei vielen Unternehmen ein zusätzliches Bargeldpolster plötzlich überlebensnotwenig geworden. Die Investoren an den Kapitalmärkten scheuten sich allerdings dieses bereitzustellen. So brach der Markt für Neuemissionen (Primärmarkt) von Unternehmensanleihen ab Ende Februar völlig zusammen.

In der Woche zwischen dem 23. Februar und 28. Februar 2020 wurden in US-Dollar gerade einmal 6 Neuemissionen auf den Markt gebracht, und in Euro war es sogar nur eine Emission. Eine wichtige Finanzierungsform für Unternehmen war somit völlig ausgetrocknet. Viele Unternehmen mussten sich nach anderen Finanzierungsquellen umsehen.

Dabei wurde kurzzeitig alles zu Barem gemacht was zu verkaufen ging. Nicht nur Aktien sind dadurch in den ersten Märzwochen stark gefallen. Auch mit Gold und den als sehr sicher geltenden Staatsanleihen, die normalerweise in solchen Marktphasen an Wert gewinnen, ging es im Preis nach unten. Kurzlaufende unterjährige Unternehmens- und Kommunalanleihen, die von Unternehmen oft zum Zwischenparken von Cash-Beständen genutzt werden und häufig als Äquivalent zu Bargeld gesehen werden, kamen ebenfalls stark unter Druck.

Letztendlich mussten die Banken einspringen und Unternehmen kurzfristig mit Darlehen versorgen. Auch diese stießen damit bald an ihre Kapazitätsgrenzen. So wurde es notwendig, von politischer Seite aus einzugreifen.

Zentralbanken stellen Liquidität sicher

Liquiditätskrisen werden meistens durch fehlendes Vertrauen ausgelöst. Wenn sie nicht sofort bekämpft werden, können sie verheerend sein, da Unternehmen keinen Zugang mehr zu Kapital haben. Dadurch können sie kurzfristige Rechnungen nicht mehr begleichen, was zum Bankrott führt. Die EZB und Fed haben die Situation schnell erkannt und rasch interveniert.

Am 03. März hat die Fed ihre Zinsen als Sofortmaßnahme erstmals um einen halben Prozentpunkt gesenkt und in einer Sondersitzung am 15. März nochmals um einen weiteren vollen Prozentpunkt. Zusätzlich dazu wurden ab Mitte März mehrere Programme aufgesetzt, um den Zugang zum Kapitalmarkt zu sichern.

Die Fed hat dabei sogar das erste Mal in ihrer Geschichte angekündigt in Zusammenarbeit mit dem US Treasury Department Unternehmensanleihen zu kaufen und Unternehmen direkt am Primärmarkt zu finanzieren, sollten ihnen Investoren kein Kapital mehr bereitstellen wollen. Auch die EZB hat beginnend mit Mitte März zusätzliche Maßnahmen getroffen, um das Finanzsystem zu stützen. Es wurden mehrere neue Pakete aufgelegt und das Anleihen-Kaufprogramm massiv aufgestockt. Zusammen mit der Ankündigung von großen fiskalpolitischen Maßnahmen hat das dafür gesorgt, dass sich die Lage langsam wieder entspannt hat und die Kreditspreads (Risikoaufschläge) nach und nach gefallen sind.

US-Renditen wieder auf Vorkrisenniveau

Durch die beträchtliche Zinssenkung der Fed um 1,5 Prozentpunkte sind die Renditen von Unternehmensanleihen in US-Dollar wieder auf Vorkrisenniveau gefallen. Unternehmensanleihen in Euro rentieren noch etwas höher. Unternehmen können sich aber weiterhin recht günstig Kapital besorgen.

Rekordvolumina am Primärmarkt

Während Ende Februar und Anfang März für mehrere Wochen fast keine neuen Anleihen begeben werden konnten, haben Unternehmen in den vergangenen beiden Monaten die Gelegenheit intensiv genutzt um sich mit frischem Kapital einzudecken und für die kommenden Monate vorzusorgen.

In den USA wurden so ab dem 15. März wieder zunehmend Anleihen emittiert und in Euro wurden Unternehmen eine Woche später wieder aktiv, auch wenn der Neustart noch etwas holprig war. Unternehmen mussten Investoren anfangs mit lukrativen Prämien gegenüber den Renditen ihrer Bonds am Sekundärmarkt locken. Das zurückgekehrte Vertrauen in den Markt und starke Rückflüsse von Kapital ließen die Nachfrage nach Neuemission allerdings bald in die Höhe schnellen.

Nachdem bereits der März ein Rekordmonat für Neuemissionen von Unternehmensanleihen in US-Dollar war, haben die Unternehmen im April nochmal eins draufgelegt und laut Bloomberg mit über 300 Mrd. US-Dollar einen neuen Rekord am Primärmarkt aufgestellt. Ein ähnliches Bild zeigt sich für Unternehmensanleihen in Euro. War der März hier noch recht durchschnittlich und Unternehmen eher vorsichtig mit Neuemissionen, so haben sie im April insgesamt fast 67 Mrd. EUR an neuen Anleihen begeben.

Das waren so viele wie noch nie zuvor. Auch der Mai zeigte ein ähnliches Bild. Mit 267 Mrd. Emissionsvolumen in US-Dollar und 62 Mrd. in EUR konnte er den April zwar nicht mehr toppen, reiht sich damit aber auf Platz 2 ein. Das Emissionsvolumen in US-Dollar ist seit Jahresanfang fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. In Euro liegt es um fast 60 Prozent über dem Vorjahreswert.

Viele Unternehmen haben sich mittlerweile genügend Barreserven beschafft, um ihren Zahlungsverpflichtungen in den kommenden Monaten nachzukommen. Die Fälligkeiten ihrer Kredite und Anleihen wurden in die nächsten Jahre verschoben. Coca ColaPepsi oder Disney haben beispielsweise in den letzten Wochen langfristige US-Dollar Anleihen begeben und damit ihre Commercial Paper Programme ersetzt. Diese kurzfristige Finanzierungsform mit Laufzeiten zwischen 30 und 270 Tagen ist im derzeitigen Marktumfeld weniger gefragt. Durch die tiefen Zinsen sind länger laufende Anleihen auch für Unternehmen interessanter.

Quelle: Bloomberg

Fazit

Für die Unternehmen ist das alles vorläufig ein gutes Zeichen. Durch das frische Kapital ist die Zahlungsfähigkeit vorerst gesichert, auch wenn die Normalität erst in einigen Monaten einkehren wird. Langfristig kann sich die zunehmende Verschuldung allerdings negativ auf das Wachstum auswirken.

Unternehmen müssen mehr Ressourcen für Zinszahlungen und die Rückzahlung der Schulden bereitstellen und es bleibt möglicherweise weniger Kapital für Projekte und Investitionen übrig. Zunächst gilt es jedoch die kommenden Monate zu überstehen und dafür ist ein solider Kapitalpuffer äußerst wichtig.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Ein Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Demand for cloud services drives strong revenue growth

by Chris Gannatti, Head of Research, Europe, WisdomTree.

The Covid-19 pandemic has been a very difficult period for global investors. From 19 February 2020 to 23 March 2020, currently the lowest recent point, the MSCI ACWI Index lost more than 33% of its value. Since 23 March 2020, however, the situation has improved for global equities, with the MSCI ACWI Index appreciating more than 36% through 2 June 2020. 

For 2020 year-to-date, we’ve seen the MSCI ACWI Index deliver a return of -7.26%. From a sector perspective:

  • During the downdraft (3 worst decliners)
    • Energy, as the price of oil was also dropping precipitously, was down 51.85%.
    • Financials, as there have been concerns about future non-performing loans, were down 41.44%.
    • Industrials were down 38.21%.
  • During the subsequent rally (3 best performers)
    • Energy, as the price of oil underwent a bit of recovery, was up 56.6%.
    • Materials were up 45.0%.
    • Consumer Discretionary was up 40.6%
  • For Year-to-Date 2020
    • Tech and Healthcare are the only two sectors in positive territory.
    • Financials and Energy are still down more than 22%.

It’s easier to follow good news

The contrarians amongst us may be thinking that Financials and Energy have really been hit hard by the Covid-19 pandemic, so there may be veritable “bargains” available there. However, with negative headlines, dividend cuts or cancellations, and possibilities of increasing non-performing loans, these certainly aren’t easy sectors to be comfortable with at present1.

Behaviourally speaking, it’s much easier to go after the more positive announcements, even if companies able to make more positive announcements would usually tend to have higher valuations. This may be an example of what is happening within cloud computing companies presently2.

Amidst the Covid-19 pandemic, cloud computing companies are delivering strong revenue growth

Within Figure 1, we look at the top 10 companies from within the BVP Nasdaq Emerging Cloud Index and take the most recent reported year-over-year growth in revenue. A few things were immediately clear:

  • Zoom Video Communications stands out. The company reported earnings results on 2nd June 2020 and highlighted year on year growth in revenue from $122 million to $328 million3, or 169%.
  • Datadog and Crowdstrike, while not having the overall brand recognition of Zoom in the current period, delivered year over year growth in revenues in the 80-90% range. 
  • Within this chart it’s important to keep in mind that what looks like lower year over year revenue growth, is actually still in the 20-40% range. Zoom is so high that it repositions the vertical scale, but to be clear all of these firms have grown revenues strongly through their most recent announcements.

Figure 1: Year-over-Year Revenue Growth for Top 10 Emerging Cloud Companies


Source
: Bloomberg, with the 10 companies selected being those with the 10 highest weights within the BVP Nasdaq Emerging Cloud Index as of 2 June 2020. Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value. You cannot invest directly in an index

Cloud company services have been in-demand

These companies are in fact representative of providing services that have seen demand rising during the Covid-19 Pandemic.

  • Fastly, Datadog and Zscaler, broadly speaking, are involved with helping networks deal with spikes in traffic and security in different ways. The pandemic has placed a premium on network data transmission and cybersecurity, as many employees needed to be able to work from anywhere quite quickly.
  • Zoom has generated a lot of attention, when people are forced to connect virtually, suddenly the demand for reliable video conferencing increases substantially. Twilio also operates in the communications space.
  • Shopify has made a name helping businesses jump into ecommerce efficiently. Wix.com specialises in helping users more easily develop presences on the web.
  • Docusign takes a formerly physical action, signing a piece of paper, into the virtual world. 2U is helping universities undertake a transition to providing more and more of their services online.
  • Okta provides an extremely useful service in a world that places more importance on using applications, since it seeks to improve security and helps people store passwords to multiple different web pages, among other things.

We don’t know exactly how the Covid-19 pandemic will influence the future of how business is done or how humans interact, but it’s becoming clear that the services of these types of companies may have become more important for the foreseeable future.


Unless otherwise stated, the data source is Bloomberg data source as of 2 June 2020.

1) As of 02 June 2020
2) As of 02 June 2020
3) Zoom Reports First Quarter Results for Fiscal Year 2021, https://investors.zoom.us/news-releases/news-release-details/zoom-reports-first-quarter-results-fiscal-year-2021

Immobilien sind weiter gefragt

Wegen der Corona-Krise blicken viele Investoren gespannt auf die Immobilienmärkte. Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Investorennachfrage nach Immobilien und damit die Immobilienpreise stabil bleiben. Durch die Hilfsaktionen der Notenbanken und der Staaten ist viel Geld im Umlauf und die Zinsen werden noch auf längere Zeit bei Null bleiben. Das stützt Anlegen in Immobilien.

Trotzdem steuern wir auf eine der schwersten Rezessionen seit den 1930-er Jahren zu. Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen. Da stellt sich für Investoren natürlich die Frage, ob der Immobilienboom der letzten Jahre in so einem Umfeld anhalten wird und wie sehr Immobilienfonds von der Krise betroffen sind? Dieter Kerschbaum von der Erste AM sprach mit Peter Karl, Vorsitzender der Geschäftsführung der ERSTE IMMOBILIEN KAG, über die Aussichten für die Immobilienmärkte und Immobilienfonds in Zeiten von Corona.

Wie geht es der ERSTE Immobilien KAG und den beiden Immobilienfonds in Corona-Zeiten?

Immobilienfonds waren in den letzten Jahren stark gefragt und an dieser Situation hat sich auch durch Corona nichts geändert. Im Gegenteil. Durch die Rettungsmaßnahmen der Notenbanken wird weltweit neues Kapital in den Kreislauf der Geldwirtschaft gepumpt, um die Wirtschaft vor Kollateralschäden zu bewahren.

Das allgemeine Zinsniveau wird dadurch in den nächsten Jahren gedämpft bleiben, wodurch die Immobilienmärkte gut unterstützt bleiben sollten. Das Volumen der beiden ERSTE Immobilien-Fonds ist seit Jahresbeginn trotz Corona leicht gestiegen. Wir halten Ende April bei einem Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden Euro.

Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Wie haben die enormen Kursschwankungen an den Börsen die Immobilienfonds beeinflusst?

Gar nicht. Immobilienfonds notieren nicht an der Börse. Ihr Preis orientiert sich an den laufenden Mieterträgen sowie an der Entwicklung am Immobilienmarkt. Angebot und Nachfrage an den Finanzmärkten haben keinerlei Auswirkungen auf die Immobilienfonds.

Aber die großen Dellen, die die weltweite Pandemie verursacht hat, werden zu spüren sein?

Natürlich ist der Immobilienmarkt von dieser globalen Rezession betroffen. Grundsätzlich gehen wir aber davon aus, dass Immobilien als Anlageklasse auch in Zukunft von Investoren gefragt sein werden. Es sind weiterhin keine Zinssteigerungen zu erwarten, also fehlt es an Alternativen. Immer wichtiger wird bei der Immobilienanlage die Differenzierung nach Lage und Nutzungsart.

So wird es für Nutzungsarten, die stärker von der Corona-Krise und der Rezession betroffen sind bzw. schwierigere Lagen aus unserer Sicht höhere Risikoabschläge geben. Gute Qualität in guten Lagen wird zumindest stabil bleiben.

Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen, die besonders betroffen sind, wie z.B. in der Gastronomie und im Tourismus, ist alles andere als rosig. Sind die Fonds der ERSTE Immobilien KAG mit Mietausfällen infolge von Corona konfrontiert und wenn ja, wie stark beeinträchtigen diese voraussichtlich die Rendite?

Beide Immobilienfonds sind gut aufgestellt. Der Großteil der Objekte sind Wohnimmobilien. Sowohl für den ERSTE IMMOBILIENFONDS als auch für den ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS gilt außerdem, dass der überwiegende Teil der Geschäfts- und Büroflächen an Unternehmen vermietet ist, die nicht von einer Schließung betroffen waren und sind. Das sind z.B. zahlreiche Lebensmittelsupermärkte sowie Behörden, Apotheken oder Ärzte. Natürlich gibt es aber auch einzelne Flächen (zB Gastronomie oder Kindergärten), die von Schließungen betroffen waren. Diese wirken sich aber auf Grund des sehr kleinen Anteils am Portfolio für die Fonds nur minimal aus.

Der überwiegende Anteil der Objekte in ihren Fonds sind also Mietwohnungen. Wie sieht es da aus? Kommen die Mieten herein, können sich die Menschen die Mieten noch leisten, wenn sie arbeitslos geworden sind oder sich in Kurzarbeit befinden?

Die beiden Fonds verfügen über ein breit gestreutes Portfolio mit rund 7.400 Wohnungen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Österreich über ein im internationalen Vergleich sehr gutes Sozialsystem verfügt. Neben den bestehenden sozialen Leistungen wie Arbeitslosengeld, Beihilfen, etc. greift die Republik in diesen Zeiten unterstützend mit weiteren Maßnahmen wie Kurzzeitarbeit aktiv ein.

Diese Mechanismen federn die Auswirkungen der Krise im Wohnungsmarkt ab. Außerdem macht sich bezahlt, dass wir beim Aufbau unseres Wohnportfolios immer darauf geachtet haben, dass die Mieten für eine breite Schicht von Nutzern auch leistbar sind. Tatsache ist jedenfalls, dass wir bisher keine Corona-bedingten Mietausfälle zu verzeichnen haben und nur eine Hand voll Mieter um eine Stundung angefragt haben.

Es kann aber trotzdem der Fall eintreten, dass Mieten nach einer gewährten Stundung nicht einbringlich ist. Dies würde dann einen Ausfall der Mieteinnahme der Wohnung bedeuten. Aus aktueller Sicht gehen wir aber wie gesagt nur von geringen Auswirkungen auf die Performance der Fonds aus.

Was plant die ERSTE Immobilien KAG in nächster Zeit? Können die beiden Fonds für neue AnlegerInnen geöffnet werden? Wann wird man wieder Anteile kaufen können?

Der Wohnbereich ist nach wie vor gut nachgefragt. Denn Wohnen zählt zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Die demografische Entwicklung ist dabei ausschlaggebend. In Zeiten von hohen Arbeitslosenraten spielt der Faktor Leistbarkeit natürlich eine zentrale Rolle. Auf der Angebotsseite ist die Lage nach wie vor unverändert: Es sind leider immer noch relativ wenige attraktive Objekte am Markt.

Wir prüfen laufend verschiedene Immobilien bzw. Projekte für einen möglichen Ankauf. Hier zeichnet sich eine Investmentmöglichkeit ab. Daher können wir den ERSTE IMMOBILIENFONDS am 2. Juni wieder für den Erwerb von Anteilen öffnen, was uns sehr freut.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Ein Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

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Vorgezogene OPEC Plus -Tagung könnte die Voraussetzung für eine Ausweitung der Produktionskürzungen schaffen

von Nitesh Shah, Director, Research, WisdomTree.

Die OPEC+ hatte sich auf ein früher als ursprünglich geplantes Treffen vorbereitet. Dies trieb die Ölpreise in die Höhe. Streitigkeiten über die Einhaltung der Quoten lassen jedoch Zweifel an einer Vorverlegung des Treffens auf den heutigen Donnerstag aufkommen. Sollte das Treffen tatsächlich diese Woche stattfinden, dürften die Ölpreise am 3. Juni die Tagesverluste wieder wettmachen. Dies könnte dazu führen, dass Brent über 40 US Dollar pro Barrel und WTI über 38 US Dollar pro Barrel steigen.

Angesichts der raschen Vernichtung der Nachfrage und eines Angebotsüberhangs aus der Zeit, als das Kartell in einen Preiskrieg verwickelt war, schien die Herausforderung für die OPEC+, die Ölmärkte ins Gleichgewicht zu bringen, als sie Anfang Mai 2020 schließlich Förderkürzungen akzeptierte, unüberwindbar. Die Förderkürzungen von 9,7 Millionen Barrel pro Tag (mb/d) - die größte jemals koordinierte Förderkürzung - erschienen uns nicht ausreichend, um die Märkte in Balance zu bringen, da diese Kürzungen nur zwei Monate (Mai und Juni) gedauert hätten, bevor sie sich bis Ende dieses Jahres auf 7,7 mb/d verlangsamen und von Januar 2021 bis April 2022 wieder auf 5,8 mb/d zurückgehen sollten. Doch die Nachfrage (von einem niedrigen Niveau ausgehend) scheint erste Anzeichen einer Erholung zu zeigen. Es könnte sein, dass die OPEC+ die Kürzungen um 9,7 mb/d um mehrere Monate verlängert. Das dürfte sich positiv auf den Ölpreis auswirken. Die OPEC+ hatte darüber diskutiert, ihr politisches Treffen vor dem geplanten Treffen am 10. Juni auf den 4. Juni vorzuverlegen. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels war die Datumsänderung noch nicht bestätigt. Russlands anfängliches Zögern, die Kürzungen zu verlängern, scheint überwunden zu sein, aber Russland und Saudi-Arabien sind sich einig, dass alle Mitglieder zuvor die Compliance verbessern müssen.

Warum wäre es sinnvoll, das Datum des Treffens zu ändern? Weil viele OPEC-Mitglieder in den ersten Wochen des Monats (für den Folgemonat) über ihre Preise und Absatzmengen entscheiden, bietet ihnen ein Treffen Anfang Juni eine gewisse Flexibilität bei den Versandentscheidungen im Juli. Wenn man bis zum 10. Juni warten würde, würden die Mitglieder Entscheidungen auf der Grundlage von Kürzungen um 7,7 mb/d treffen. Es wird schwierig sein, eine Erweiterung auf eine Produktionskürzung von 9,7 mb/d (oder eine Erhöhung der Kürzungen) umzusetzen, wenn man es bei der Sitzung am 10. Juni belässt. Ein vorgezogenes Abhalten des Treffens deutet darauf hin, dass die Bereitschaft besteht, für eine längere Zeit tiefere Einschnitte vorzunehmen.

Es versteht sich von selbst, dass sich die Ergebnisse eines OPEC+-Treffens selten im Voraus absehbar sind. Bei seinem Treffen im März 2020 kam das Kartell ohne jeden Deal davon, obwohl sich alle OPEC-Kernmitglieder für eine Kürzung aussprachen. Russland - der größte Nicht-OPEC-Partner - war mit den vorgeschlagenen Kürzungen nicht einverstanden. Dieser Schock löste einen Preiskampf aus. Im April dauerten die Dringlichkeitssitzungen der Gruppe Tage, nachdem Mexiko - ein weiterer Nicht-OPEC-Partner - sich weigerte, der ihm zugeteilten Quote zuzustimmen. Erst US-Präsident Trump - ein langjähriger Kritiker des Kartells - stimmte den Kürzungen im Namen Mexikos zu, um die Pattsituation aufzulösen. Das Drama um die Verschiebung des Sitzungstermins ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwierig es ist, das Verhalten der OPEC vorherzusagen.

Laut einer Umfrage von Bloomberg scheint die Einhaltung der Quoten auf einem Niveau von 77 Prozent moderat zu sein. Die üblichen Nachzügler wie Irak und Nigeria scheinen die Bemühungen zu untergraben. Russland, ein Land, das sich normalerweise nicht so recht an die Quoten hält, scheint jedoch im Mai nahe daran gewesen zu sein, die Produktion auf das Quotenniveau zu bringen.

Seit dem letzten Treffen am 12. April ist die Produktion von Brent um 23 Prozent gestiegen, während WTI um 61 Prozent gestiegen ist. Allerdings gab es in diesem Zeitraum eine beträchtliche Volatilität auf dem Ölmarkt (einschließlich der WTI-Preise, die zum ersten Mal ins Negative sanken). Angesichts des starken Contango auf dem Markt war es für die Anleger schwierig, Renditen in der Nähe dieser Niveaus zu erzielen. Allerdings ist der Contango in der Tat auch erheblich zurückgegangen. Wenn die Ölpreise weiter steigen, könnten die Anleger dem Spot näher kommen.

China erholt sich weiter

von Jenny Teng, Senior Fund Manager, Erste Asset Management.

Als Land, wo die COVID-19-Krise zuerst zuschlug, aber auch zuerst wieder abebbte, kehrt China nunmehr langsam zum Normalzustand zurück. Die Aprilzahlen bestätigen die Widerstandskraft der chinesischen Wirtschaft und die anhaltende Erholung von den negativen COVID-19-Auswirkungen.

Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich sprungartig von negativen 1,1% im März auf +3,9% im April. Exporte erhöhten sich um 3,5% und läuteten somit eine deutliche Trendwende zum Rückgang im März von 6,6% ein. Investitionen in Anlagevermögen und Einzelhandelsverkäufe sanken zwar weiterhin, dies aber mit verminderter Geschwindigkeit.

Das Muster der allmählichen Rückkehr zum Alltag findet sich auch im chinesischen Kraftfahrzeugmarkt und Immobilienmarkt wieder. Die Anzahl verkaufter Fahrzeuge verdoppelte sich beinahe im März und stieg dann nochmals um 50% im April (im Monatsvergleich), nach einem Absacken um 75% im Februar.

KFZ-Umsätze großteils wieder auf Vorkrisenniveau

Quelle: Verband der Automobilindustrie China Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Diese Erholung hob das Umsatzvolumen Fahrzeugsektor wieder über das Niveau von April 2019. Chinas Hauspreise und die Aktivitäten im Immobiliensektor nahmen ebenfalls wieder Fahrt auf. Laut dem Staatlichen Amt für Statistik der Volksrepublik China National Bureau of Statistics (NBS) stiegen die Hauspreise in 70 Städten Chinas im April um 5,2% im Jahresvergleich.

Die Aktivitäten im Immobilienmarkt sind merklich hochgeschnellt und befinden sich nunmehr wieder ungefähr auf historisch durchschnittlichem Niveau. Immobilieninvestitionen liegen nun wieder im positiven Wachstumsbereich mit +6,9% im Jahresvergleich im April, womit dieser Sektor die generelle Erholung bei den Anlageinvestitionen anführt.

Die Arbeitsmarktkonditionen verbesserten sich deutlich im April, ebenso war eine beständige Erholung der Aktivitäten festzustellen. Ein Update des Arbeitsmarktreports seitens des NBS zeigt eine Erhöhung der Arbeitslosenrate auf 6,0% im April, doch gleichzeitig fiel die Unterbeschäftigungsrate (d.h. in Angestelltenverhältnis aber freigestellt) dramatisch von 18,3% Ende März auf 3,5% Ende April (bzw. von 76 Millionen auf 15 Millionen).

V-förmige Erholung der Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsätze

Quelle: Staatliches Amt für Statistik der Volksrepublik China Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Es besteht nach wie vor Gegenwind

Neben einer potenziellen zweiten COVID-19-Welle und dem Absinken der globalen Nachfrage ist eine ernsthafte Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China unter den größten Abwärtsrisiken für die chinesische Wirtschaft heuer einzuordnen.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Spannungen zwischen den USA und China wieder in ein Akutstadium zurückgeführt. Da das Phase 1-Abkommen mit den USA, welches am 15. Januar geschlossen wurde, nur eine temporäre Lösung darstellte, kommt die neuerliche Eskalation nicht überraschend. Fundamentale Änderungen in der Beziehung zwischen den USA und China waren die Treiber der Konfrontation in den Bereichen Handel, Technologie, Finanzen und Geopolitik, vor allem im Wahljahr in den USA.

Hongkong findet sich im Kreuzfeuer der Spannungen wieder. Während des Nationalen Volkskongresses kündigte China an, ein neues Nationales Sicherheitsgesetz für Hongkong erlassen zu wollen. Das neue Gesetz verbietet Abspaltung, Umstürze, Einmischung von außen und Terrorismus.

Ein ähnliches Gesetz war schon 2003 vorgeschlagen, doch nach Massenprotesten letztlich verworfen worden. Dieser überraschende Schritt von Peking ließ Sorgen über eine ungewisse Zukunft Hongkongs wiederaufleben und erhöht auch das Risiko der weiteren Verschärfung der Spannungen mit den Vereinigten Staaten.

Politischer Ausblick

China verhängte den ersten Teil des Maßnahmenkatalogs gegen die COVID-19-Krise im Februar. Die fiskalischen Maßnahmen beinhalten ein Stimuluspaket von etwa 3,5% des BIP. Der Umfang ist somit im Vergleich zu anderen größeren Volkswirtschaften und Chinas eigenem Konjunkturprogramm im Ausmaß von 10% des BIP während der globalen Finanzkrise relativ moderat.

Auf geldpolitischer Ebene beinhaltete der Katalog eine Liquiditätsspritze, die Verringerung der Minimumreservequote (Required Reserve Ratio, RRR) und die Reduzierung des Leitzinssatzes sowie von wichtigen Zinssätzen am Finanzmarkt. Darüber lässt man erhöhte regulatorische Nachsicht walten, um Unternehmen dabei zu unterstützen, die zeitweilige Störung zu überstehen. Dessen ungeachtet muss die Hilfe seitens der Politik noch deutlicher ausfallen, so China eine stärkere Erholung in der zweiten Hälfte dieses Jahres und im nächsten Jahr begünstigen will.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Ein Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.