Kapitalmarktausblick 2022: Trotz Covid, Inflation und Lieferengpässen geht Erholung weiter

Die Erste Asset Management ist optimistisch, dass sich die Erholung der Wirtschaft in Folge der globalen Pandemie 2022 fortsetzt.

„Zwar werde das globale Wachstum nicht mehr im selben Tempo wie heuer voranschreiten, aber mit rund 5% werde ein Wert prognostiziert, der deutlich über dem Potential liege“, argumentiert Gerold Permoser, Chief Investment Officer, Erste AM bei der Pressekonferenz zum Kapitalmarktausblick 2022.

Erholung wird vom privaten Sektor getragen

„Verglichen mit früheren Rezessionen sind wir relativ schnell aus der Krise gekommen. Entscheidend dafür ist die Geld- und Fiskalpolitik der Notenbanken und Regierungen gewesen, die mit ihrer Unterstützung die starke Erholung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes im heurigen Jahr gestützt haben“, so Permoser.

2022 werde die Erholung weitergehen und stark durch den privaten Sektor getragen, ist Permoser überzeugt. Die Konsum-Nachfrage werde hoch bleiben. Auch das Auffüllen der nach der Pandemie leeren Lager werde sich 2022 positiv auf die Nachfrage auswirken.

Die Gefahr für Rückschläge durch eine weitere COVID-Welle sei zwar gegeben, aber nicht mehr so hoch wie in der Vergangenheit.

Ein weiteres Risiko für die optimistische Prognose gehe von anhaltend hohen Inflationsraten aus, welche wiederum die Zentralbank unter Druck bringen, die geldpolitischen Zügel schneller als derzeit erwartet, anzuziehen.

Der starke Preisauftrieb sei vor allem auf die Sondersituation der Engpässe bei Rohstoffen, Halbleitern und Transportkosten zurückzuführen. Diese Sondersituationen sollten sich im ersten Halbjahr 2022 weitgehend auflösen.

China mit neuer Wachstumsstrategie

Eine Schlüsselrolle für die Fortsetzung der Erholung nimmt China ein. Die straff geführte Wirtschafts-macht baue die Wirtschaft um und fokussiere sich auf eine Stärkung der Binnenwirtschaft und die größere Eigenständigkeit des Landes.

Erreicht werden soll das durch eine Konzentration auf Schlüsselindustrien, die Stabilität am Finanz- und Immobilienmarkt, Mega-Investitionen in die Dekarbonisierung und die Verringerung der hohen Einkommensungleichheit. Durch diese Neuorientierung werde China zwar kurzfristig langsamer wachsen, längerfristig sei das aber positiv für die Wachstumsaussichten Chinas einzuschätzen.

China könne damit der Motor der Weltwirtschaft bleiben, es werden nun aber eher Sektoren profitieren, die mit dem Konsum verknüpft sind und weniger die Immobilienwirtschaft und der Exportsektor.

Richtungsänderung in der Geldpolitik

Mit zunehmendem Fortgang der Erholung und einer stärkeren Rolle des Privaten Sektors werden Zentralbanken 2022 die extrem unterstützende Geldpolitik der vergangenen zwei Jahre schrittweise zurückfahren. Vor allem die aktuell hohen Inflationsraten haben viele Zentralbanken hier schneller als zu Beginn des Jahres unter Druck gesetzt.

Vor allem in den Emerging Markets, wo Inflationserwartungen weniger gut verankert bzw. Zentralbanken oftmals einen geringeren Grad politischer Unabhängigkeit aufweisen, waren viele Zentralbanken gezwungen, die geldpolitischen Zügel anzuziehen.

Kursanstiege 2021 vor allem auf Gewinnwachstum zurückzuführen

Gemessen an vergleichbaren Phasen in der jüngsten Vergangenheit haben sich die Unternehmensgewinne 2021 schneller und stärker erholt.

Damit veränderten sich auch die Bewertungen der Unter-nehmen trotz der Kursanstiege zum Vorjahr nicht wesentlich. Aktien werden daher in den Portfolien der Erste AM weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Permoser: „Wir erwarten, dass die Gewinne 2022 weiter steigen werden, aber nicht mehr mit der Dynamik, die wir heuer gesehen haben.“ Wir gehen von Zuwachsraten im Ausmaß des nominalen Wirtschaftswachstums – in der entwickelten Welt zwischen 5 und 10% – aus.

Damit sollten Aktieninvestoren auch mit Kursanstiegen in diesem Ausmaß rechnen können. Zumal Alternativen zu Aktien weiterhin rar gesät sind. Staatsanleihen seien wegen des Zinsänderungsrisikos weiter unattraktiv. „Und mit Renditeanstiegen ist in unserem Erholungsszenario zu rechnen“.

Anlagevolumen der Erste Asset Management 2021 stark gewachsen

Die erfreuliche Entwicklung bei den Volumina der Erste Asset Management hat sich 2021 fortgesetzt. Die Summe des veranlagten Investmentfonds- und Asset Management Volumens lag Ende Oktober bei 74,7 Mrd. Euro.

Das ist eine Zunahme von 9,5% gegenüber dem Wert zum Jahresende 2020. Die Volumina verteilen sich mittlerweile „ausgewogen“ auf die verschiedenen Anlage-Kategorien: Der größte Anteil der Volumina entfällt auf Gemischte Fonds (20,5 Mrd. Euro), Anleihenfonds (19,7 Mrd. Euro) und Aktienfonds (16,5 Mrd. Euro).

„Fonds, die schon mit Einstiegsbeträgen in moderater Höhe eine komplette Vermögensverwaltung bieten, aber auch nachhaltige Fonds und der Dauerbrenner Immobilienfonds haben zu diesem Wachstum wesentlich beigetragen“, betont Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste AM.

Das Nettomittelvolumen konnte seit Jahresbeginn um 3,3 Mrd. Euro gesteigert werden. Die stärksten Nettomittelzuwächse verzeichnete die Erste AM in Österreich, in Tschechien und in der Slowakei.

Weiter an Bedeutung gewonnen hat das Segment der nachhaltigen Investmentfonds mit einem veranlagten Volumen von über 14,3 Mrd. Euro. Die im März in Kraft getretene Offenlegungsverordnung der EU hat diesen Prozess beschleunigt. Durch die in den Klimakonferenzen festgeschriebenen CO2-Reduktionsziele – etwa was den Kohleausstieg betrifft – und abgeleitet durch die offensiven Pläne der neuen deutschen Bundesregierung in Richtung Dekarbonisierung oder die ökosoziale Steuerreform in Österreich werden Investitionen in den Klima- und Umweltschutz auf Dauer wachsen.

„Wir gehen davon aus, dass diese Beispiele in ganz Europa Schule machen werden“, so Bednar.

Als chancenreiche Fonds für 2022 erachtet Bednar daher weiterhin nachhaltige Fonds wie beispielsweise den globalen Aktienfonds ERSTE RESPONSIBLE STOCK GLOBAL und den grünen Themenaktienfonds ERSTE GREEN INVEST, den auf die Abwehr der Inflation ausgerichteten ERSTE REAL ASSETS und für den langfristigen Vermögensaufbau den Dachfonds YOU INVEST advanced, mit einer Mischung unterschiedlicher Anlageklassen, die dynamisch verändert werden könne.

Die gesamte Pressekonferenz


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Von Cloud-Computing bis zu Glasfasernetzen: Digitale Infrastruktur ist ein agiles Wachstumsinvestment

von Michael Gollits, Vorstand der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds.

Die Industrie 4.0 will mit intelligenten Fabriken, der Integration des Internet of Things (IoT) und der Nutzung künstlicher Intelligenz den Schritt zu einer Ressourcen-schonenderen, wirtschaftlich effizienteren und individuelleren Fertigung vollziehen. Oft wird übersehen, dass dieser Schritt nur mit einer modernen digitalen Infrastruktur möglich ist. Das bietet eine Chance für Investoren, sich rechtzeitig zu positionieren.

Zur Hannovermesse 2011 wurde erstmal Industrie 4.0 als Bezeichnung für eine umfassende Digitalisierung von Produktionsprozessen in die breite Öffentlichkeit getragen. Was als deutsches Projekt begann, hat unter anderen Namen international großen Anklang gefunden, zuletzt im chinesischen „Made in China 2025“. Digitale Produktionsprozesse können nur mit einer ebenso digitalen Infrastruktur funktionieren. Infrastruktur wird dadurch radikal zu einem technikgetriebenen Wachstumsmarkt transformiert. Schon früher hat eine Veränderung der Industrie direkt die Infrastruktur beeinflusst.

Mit der Massenproduktion von Waren wuchs zunächst die lokale Verkehrs- und Energieinfrastruktur. Mit der Globalisierung von Lieferketten musste auch die Verkehrsinfrastruktur global vernetzt werden. Bereits in der aktuellen Industrie 3.0 mit ihren automatisierten Produktionsschritten und Robotik-Einsatz spielt digitale Infrastruktur eine erhebliche Rolle. Die Industrie 4.0 stellt noch einmal höhere Anforderungen an die digitale Infrastruktur.

„Cloud-Computing benötigt trotz seines Namens viel Platz für Millionen Server“

Doch was ist nun digitale Infrastruktur? Das einfachste Beispiel liefert die Amazon-Tochter AWS (Amazon Web Services), die Rechenzentrumsleistungen vermietet. Obwohl die Cloud-Computing Sparte nur 12% zum Umsatz beiträgt, steuert sie aufgrund der Margenstärke 50% zum operativen Ergebnis von Amazon bei. Die Rechenzentren sind immer noch die Cash-Cows, mit denen Amazon seine Expansion im Online-Handel subventioniert. Natürlich gibt es auch reine Cloud-Anbieter ohne Zugehörigkeit zu einem Konzern. Denn die „Cloud“ befindet sich keinesfalls in den Wolken, sondern benötigt viel Platz, um die Millionen von Server unterzubringen, die das Cloud-Computing ermöglichen.

Börsennotierte Immobiliengesellschaften bedienen diese Nachfrage mit hochspezialisierten Gebäuden. Der Marktführer unter diesen Datacenter-REITs, Equinix, bedient auf fünf Kontinenten die Bedürfnisse von rund 50% der Fortune-500-Unternehmen. Darunter auch die großen Cloud-Computing-Anbieter wie Google, Amazon oder Microsoft. Ganz anders stellt sich ein Investment in den chinesischen Anbieter GDS-Holdings dar. Das Unternehmen konzentriert sich nur auf den chinesischen Markt und betreibt neben der Vermietung von Stellplätzen für Rechner auch eigene Cloud-Computing-Dienstleistungen an. IT-Dienstleister wie Cloudflare oder Akamai partizipieren am Cloud Wachstum, da sie die Auslieferung digitaler Inhalte beschleunigen und gleichzeitig Firmennetze vor Angriffen aus dem Internet abschirmen.

„Infrastruktur wird zu einem agilen Wachstumsinvestment“

An diesen Beispielen sieht man, wie das Bild der klassischen Infrastruktur in Form physisch-fassbarer Objekte mit High-Tech verschmilzt. Der enorme Energiebedarf solcher Einrichtungen führt zu strategischen Entscheidungen über deren Lage. Neben der Anbindung an Daten- und Energienetzen und der Verfügbarkeit von Arbeitskräften spielen klimatische Bedingung eine Rolle, die Kühlkosten reduzieren. Eine weiterer Aspekt der digitalen Infrastruktur sind Investitionen in den Ausbau von Kommunikationsnetzen, seien es die dichter gesetzten Sendeanlagen für das 5G-Mobilfunknetz oder Glasfasernetze. Aber genauso wichtig sind Dienstleistungen, die die Effizienz erhöhen. Datenerhebung und Datenanalyse optimieren künftig traditionelle Infrastruktur. Im laufenden Betrieb übertragene Daten zur Nutzung von Verkehrsinfrastruktur erlaubt eine Optimierung von Wartungsintervallen und damit die Verlängerung der Lebensdauer. Die Europäischen Union sieht in ihrem Weißbuch „Künstliche Intelligenz“ erhebliches Potenzial für die KI im Transportwesen. Autonomes Fahren kann Transportkosten senken und Transportleistungen effizienter und zielgerichteter zur Verfügung zu stellen. Wer entlang der gesamten Wertschöpfungskette denkt, findet noch mehr Investitionsmöglichkeiten. Beispiele sind technische Ausrüstung für Datentransfer, smarte Energie- und Verkehrsnetze oder auch Software für die Entwicklung neuer, Ressourcen-sparender Bauten. Gerade hier bietet das Investieren über börsennotierte Unternehmen einen Vorteil gegenüber den bei Infrastruktur beliebten Private-Equity-Investments. Investoren können schnell auf solche Trendveränderungen durch technische Disruption mit einer Umschichtung reagieren. Infrastruktur wird so ein agiles Wachstumsinvestment.


Michael Gollits ist Vorstand von der Heydt & Co. AG und Portfolioadvisor des OVID Infrastructure HY Income Fonds. Der Fonds strebt die Erzielung einer attraktiven laufenden Ausschüttung bei möglichst gleichzeitiger Wertstabilität an. Michael Gollits startete seine Karriere bei F&C Management Ltd, in London. 1996 wechselte er zu einer deutschen Privatbank und war dort zuletzt als Bereichsleiter Wertpapiergeschäft verantwortlich für Kapitalmarktresearch, individuelles Vermögensmanagement und verantwortlicher Portfoliomanager einer Fondsfamilie. Von 2005 bis 2013 gestaltete er u.a. den Aufbau einer Privatbank in München und war als Geschäftsführer einer Hamburger Vermögensverwaltung für Kundenportfolios und gemischte Fonds mit Fokus auf Zukunftsthemen zuständig.

Zu kurz gedacht: Warum das Bitcoin-Mining-Verbot ein Fehler wäre

von Eliézer Ndinga, Research Lead, 21Shares.

Der Gesamtmarkt der Kryptoassets hat im Laufe der letzten Woche rund zehn Prozent abgegeben. Daher hat auch die Performance von Bitcoin gelitten, das wertvollste Kryptoasset sank im gleichen Zeitraum um 15 Prozent im Wert. Diese Entwicklung wurde vor allem mit der Möglichkeit eines EU-weiten Verbots von Bitcoin-Mining in Zusammenhang gebracht, das von einigen Politikern in Norwegen und Schweden aufgebracht wurde. Sollten andere EU-Staaten eine ähnliche Position signalisieren, könnte das einen kurzfristigen Abwärtsdruck auf das Asset zur Folge haben. Aktuell gibt der Indikator für die Kostenbasis kurzfristiger Investoren (“Short-Term Holder Cost Basis'') für Bitcoin einen Wert von 53.000 Dollar an (siehe untenstehende Grafik). Daher könnte ein Kurs, der sich in Richtung dieses Wertes bewegt, für neue Anleger ein Indikator für einen Bärenmarkt darstellen, die den Großteil des Verkaufsdrucks ausmachen. Darauf sind wir bereits in unserer letzten Research Note eingegangen.1

Um noch einmal auf die politischen Entwicklungen in Norwegen und Schweden einzugehen: Führende Verantwortliche schwedischer Finanz- und Umweltschutzbehörden sprachen sich für ein EU-weites Verbot von Proof of Work-Mining aus. Als Begründung wurde die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien durch Bitcoin-Miner angegeben. Bjørn Arild Gram, Norwegens Kommunal- und Distriktminister, vertrat einen ähnlichen Standpunkt.2

Derzeit ist dieses Verbot rein spekulativ und damit natürlich noch keine gesetzliche Regelung. Damit dies geschieht, muss das Verbot erst von der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union - dem dritten der sieben Organe der Europäischen Union (EU) – und auch dem Europäischen Parlament, das seine Zustimmung zur Verabschiedung von Gesetzen geben muss - erlassen werden.

Selbst wenn Bitcoin zu 100 Prozent mit sauberer Energie geschürft würde, wie es in Norwegen und Schweden der Fall ist: Es geht in dieser Debatte schlussendlich darum, ob Bitcoin existieren darf und überhaupt irgendeine Art von Energie verbrauchen darf. Die Existenzberechtigung einer Anlageklasse in Frage zu stellen, ist eine fruchtlose Debatte, wenn widersprüchliche ideologische Vorstellungen statt objektiver und datengestützter Forschung genutzt werden, um politische Entscheidungen zu treffen. Es gibt Beweise dafür, dass Bitcoin bereits jetzt in verschiedenen Ländern für unterschiedliche Zwecke von großem Nutzen war. So diente Bitcoin beispielsweise in Ländern wie Venezuela und Libanon als zensurresistentes Sparkonto und Zahlungsnetzwerk oder als Ergänzung bzw. für einige risikofreudige Anleger im Rahmen einer Portfoliooptimierung als Ersatz für Gold.

Darüber hinaus verbraucht Bitcoin weniger Energie als die Goldförderung und -produktion, die Kupferproduktion und der gesamte Finanzsektor. Der Abbau dieser Rohstoffe ist zudem auch mit anderen Problemen verbunden, insbesondere in Schwellenländern. Dazu gehören Zwangsarbeit3 und die negativen Auswirkungen von Landabbau und -aneignung – all dies findet beim computergesteuerten Bitcoin-Mining nicht statt.

Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass Bitcoin ohne den Mining-Mechanismus nicht existieren kann, auch wenn fast 90 Prozent des zirkulierenden Bitcoin-Volumens bereits geschöpft wurde. Das Mining ist die Lebensader von Bitcoin und ist notwendig für dessen Funktion als zensurresistente Zahlungsinfrastruktur. Bitcoin-Mining erfüllt folgende Funktionen:

  1. Die Überprüfung von Transaktionen
  2. Die Verrechnung von Transaktionen
  3. Die Sicherung des Netzwerkes mit Rechenleistung, die elektrischen Strom benutzt
  4. Die Bezahlung von Minern und Schürfung neuer Coins als Belohnung für ihre Arbeit. Dies dient auch der Verteilung von BTC auf dem freien Markt, da die Miner ihre Betriebskosten decken müssen, indem sie sie nach 100 Blöcken oder 16 Stunden Arbeitszeit gegen lokale Währungen verkaufen. 

Bei 21Shares beobachten wir die Entwicklung dieser Situation genau. Nach Angaben von Euronews Next hat die EU-Kommission verlautbaren lassen, dass sie die Branche ermutigt, Anwendungen von energieintensiven Proof-of-Work-Blockchains (PoW)auf weniger anspruchsvolle Protokolle wie Proof-of-Stake (PoS) und hybride Konsensmodelle „umzustellen“. Es ist unwahrscheinlich, dass Bitcoin in absehbarer Zeit zu einem PoS-Sicherheitsmechanismus wechseln wird – im Gegensatz zu Ethereum und der Privacy-Coin Zcash. Wie bereits zu Beginn des Jahres erwähnt, haben die Umweltbedenken gegenüber PoW zu einer Entwicklung hin zu umweltfreundlichen Kryptonetzwerken, die auf PoS setzen, geführt – darunter Avalanche und Solana. Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen – trotz anderer Risiken, die mit diesen jungen Netzwerken verbunden sind.

Wöchentliche Renditen

Die Renditen der fünf wichtigsten Kryptoassets in der letzten Woche waren wie folgt: BTC (-6,5 Prozent), ETH (-3,2 Prozent), BNB (-5,3 Prozent), XRP (-5,2 Prozent) und ADA (-5,6 Prozent).

Sonstige News: Binance Smart Chain stößt vor Upgrade auf Kritik von der Community

Was ist passiert?

Nutzer der Binance Smart Chain (BSC), einer DeFi-Blockchain, die mit Ethereum konkurriert, haben Störungen erlebt, die hauptsächlich auf die Verkürzung der Blockzeit auf drei Sekunden zurückzuführen sind, im Gegensatz zur durchschnittlichen Blockzeit von 13 Sekunden bei Ethereum. Vor einigen Tagen erreichte die Nutzerbindung von BSC mit 14,7 Millionen Transaktionen ein Allzeithoch4. Nutzer beschuldigen nun Binance, die eigene Community für mehr Profit über den Tisch zu ziehen. Die wütende BSC-Community machte ihrem Frust auf Github Luft, ein Nutzer nannte die Blockchain gar eine „verlorene Sache“.5 Entwickler beschweren sich über die fehlende Überprüfung des Codes, die fehlende Reaktion auf Fehlerberichte, insbesondere bei nicht synchronisierten Knoten, und die fehlenden Betatests, die die Blockchain ins Chaos stürzen.

Wie Binance selbst beschreibt, ist BSC eine Dual-Chain-Architektur, die 2020 in Betrieb ging und die es ihren Nutzern ermöglichen soll, ihre dezentralen Apps und digitalen Vermögenswerte auf der einen Blockchain zu erstellen und die Vorteile des schnellen Handels auf der anderen zu nutzen.

Warum spielt es eine Rolle?

Die Unzufriedenheit mit dem Upgrade könnte sich vor allem auf die Binance-eigene Kryptowährung Binance Coin (Ticker: BNB) negativ auswirken. BNC liegt aktuell bei einem Marktwert von 599,61 Dollar (7,21 Prozent). Die entstandene Frustration könnte manche Entwickler dazu bringen, ihre Apps statt auf BNB auf Ethereum oder anderen Ökosystemen wie Avalanche oder Solana zu entwickeln.

Noch dazu kommt diese Entwicklung zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, da die Regulierungsbehörden in Großbritannien und kürzlich auch in Japan und Singapur gegen die Binance-Börse vorgehen. BSC ist somit in eine verzwickte Situation geraten: Regulierungsbehörden und sogar eigene Entwickler stellen sich gegen das Kryptoprojekt, und nur ein größeres Update könnte Abhilfe schaffen.

Das für den 30. November geplante sogenannte Bruno-Upgrade oder BEP-95 v1.1.5 wird sich auf die Validatoren oder Full-Node-Betreiber auswirken6. Nach der Aktivierung sollte die Blockchain in der Lage sein, eine Reihe von neuen Funktionen zu verarbeiten und bestehende Fehler zu beseitigen.

Über 21Shares

21Shares hat die weltweit größte Auswahl von börsengehandelten Kryptowährungsprodukten basierend auf ETPs. Im Jahr 2018 leistete das Unternehmen Pionierarbeit bei der Notierung des weltweit ersten Kryptowährungs-Index an der SIX Swiss Exchange. Im November 2021 verwaltet 21Shares knapp drei Milliarden Dollar in 20 Kryptowährungs-ETPs und 80 Notierungen. Darunter das weltweit einzige ETP-Produkt auf Binance sowie mit Tezos und Solana zwei ETPs, bei denen Anleger Staking-Erträge genieren können. Drei Krypto Baskets, HODL, HODLV und HODLX runden die aktuelle ETP-Suite ab. Die Krypto-ETPs sind an acht regulierten europäischen und schweizerischen Handelsplätzen notiert.
Die Vision von 21Shares ist es, allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit zu bieten, um über ein Bankkonto in Kryptowährungen zu investieren.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

Inflation – ein schmaler Grat

von Agne Loibl, Fund Managerin, Erste Asset Management.

Seit dem Frühjahr 2020 hat sich der Blick auf die Inflation weltweit komplett gedreht. Zwischen der Finanzkrise 2008 und dem Beginn der Pandemie war eine zu niedrige Inflation ein Thema, seit dem Frühjahr 2021 werden dagegen Mehrjahreshöchststände bei der Inflation erreicht. Dies war nicht nur eine Überraschung für die Kapitalmärkte, sondern auch für die Zentralbanken.

Eine höhere Inflation, die im Einklang mit dem jeweiligen Inflationsziel der Zentralbank steht (und bleibt), in Kombination mit einem hohen Wachstum könnte als positive Entwicklung für die Volkswirtschaften in einem sogenannten „Inflationsboom-Szenario“ angesehen werden. Dieser Blogbeitrag soll einen Überblick über die Ursprünge und Gefahren eines solchen Szenarios geben.

Makroökonomische Entwicklung seit 2020

Die Bühne für das Inflationsboom-Szenario wurde durch die Antwort der Finanz- und Währungsinstitutionen auf die Covid-Pandemie bereitet: Sie boten volle Unterstützung an, um die Wirtschaft zu retten. Auf der fiskalischen Seite wurden riesige Konjunkturpakete aufgelegt, die im Wesentlichen aus den Bilanzen der Zentralbanken finanziert wurden.

Infolgedessen stiegen die Primärsalden der öffentlichen Haushalte und die Verschuldung (in % des BIP) in die Höhe. Ein großer Teil dieser Schulden wurde von den Zentralbanken übernommen. Der massive Anstieg der Arbeitslosigkeit konnte jedoch deutlich rückgängig gemacht und glücklicherweise auf ein niedrigeres Niveau zurückgeführt werden.

Wie bereits erwähnt, war die Inflation im Jahr 2020 überhaupt kein Thema mehr. Eine säkulare Stagnation (anhaltend niedriges Wachstum, niedrige Inflation und niedrige Zinsen) schien ein realistischeres makroökonomisches Szenario zu sein.

Annahmen für ein Inflation Boom-Szenario

Um angesichts des makroökonomischen Umfelds ein Szenario für einen Inflationsboom zu schaffen, sind mehrere Bedingungen erforderlich:

  • In erster Linie ist ein höheres BIP-Wachstum erforderlich, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im gegenwärtigen (pandemischen) Umfeld könnte dieses Wachstum nur mit starken fiskalischen und monetären Eingriffen erreicht werden.
  • Die Kombination dieser Maßnahmen kann in der Tat als „Paradigmenwechsel“ bezeichnet werden und steht im Mittelpunkt des Szenarios. Im Prinzip bedeutet dies, dass sowohl die Geld- als auch die Fiskalpolitik im Vergleich zur Vergangenheit während der wirtschaftlichen Erholung lockerer bleiben. Einzelheiten zum „Paradigmenwechsel“ finden Sie im letztjährigen Blogeintrag zur Inflation.
  • Die anhaltende fiskal- und geldpolitische Unterstützung erhöht folglich die Nachfrage und steigert das BIP-Wachstum, wodurch die Arbeitslosenquote nach und nach sinkt. Wenn sie lange genug anhält, wird die Vollbeschäftigung erreicht werden. Zu diesem Zeitpunkt läuft die Wirtschaft bereits auf Hochtouren. Wenn die Behörden ihre Unterstützung nicht reduzieren, wird die Wirtschaft unterhalb der inflationsfreien Arbeitslosenquote (NAIRU) arbeiten, und es entsteht eine positive Produktionslücke. Die Wirtschaft beginnt sich zu überhitzen.

Diese Entwicklung übt von zwei Seiten Druck auf die Preise aus: erstens von der höheren Nachfrage und zweitens von der Angebotsseite aufgrund des Mangels an Arbeitskräften. Infolgedessen hebt ein etwas höheres Lohnwachstum die zugrunde liegende Inflation in Richtung des Zentralbankziels.

Rückblick auf die Annahmen

Das waren unsere Annahmen im Jahr 2020. Was hat sich bewahrheitet und was nicht?

  • Auf der fiskalischen Seite wurden riesige Konjunkturpakete aufgelegt, die zu steigenden staatlichen Primärdefiziten führten. Positiv zu vermerken ist, dass der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit recht erfolgreich war, da die Arbeitslosenquote in den USA von 14,8 % auf dem Höhepunkt im Frühjahr 2020 auf heute unter 6 % fiel.
  • Auf der monetären Seite erwarteten wir die Einführung einer Renditekurvensteuerung (Yield-Curve-Control). Dies geschah zwar nicht, aber die FED setzte ihr Programm zum Ankauf von Vermögenswerten mit ähnlicher Wirkung fort, und die Renditen blieben auf historischen Tiefstständen.
  • Darüber hinaus gingen wir von der Einführung des „Average Inflation Targeting“ aus. Dies wurde von der FED im August 2020 getan.

Aus heutiger Sicht kommen wir zu dem Schluss, dass der von uns erwartete Paradigmenwechsel nun eingetreten ist.

Inflation: Vorübergehend oder dauerhaft?

Die Pandemie hat in mehreren Dimensionen zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geführt, z. B. zu einer Verknappung von Halbleitern, zu höheren Transportkosten und zu einer höheren Warenpreisinflation aufgrund der steigenden Warennachfrage, was zu überraschend hohen Inflationsraten geführt hat.

Die vielleicht wichtigste Frage in der Makroökonomie ist derzeit, ob dieser derzeitige Anstieg der Inflation vorübergehend oder dauerhaft ist.

Derzeit gehen wir aus mehreren Gründen davon aus, dass dieser Anstieg vorübergehend ist.

  • Als die Verbote nachließen, überschwemmten die Verbraucher den Einzelhandel mit neuen Aufträgen. Das verarbeitende Gewerbe nahm die Produktion wieder auf, aber es kam zu massiven Unterbrechungen der Lieferkette. Diese Störungen werden jedoch endgültig behoben werden – und können daher als vorübergehend angesehen werden.
  • Der Anstieg der Inflation ist nicht auf breiter Basis zu beobachten, sondern konzentriert sich auf einige Sektoren wie Gebrauchtwagen und andere langlebige Konsumgüter. Einige dieser sehr hohen Inflationsraten sind bereits im August wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt.

Da es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt, muss die US Notenbank FED nicht mit einer Zinserhöhung reagieren, so dass die Wirkung des Paradigmenwechsels anhalten könnte.

Historisch gesehen begann eine dauerhafte Inflation jedoch immer mit einer vorübergehenden Inflation: Dieser Wechsel könnte vor allem auf den veränderten Erwartungen der Marktteilnehmer beruhen: Sobald sie anfangen, eine höhere Inflation zu erwarten, handeln sie entsprechend, indem sie höhere Löhne fordern und die Produzenten die höheren Produktionskosten an die Verbraucher weitergeben.

Dies könnte zu einer Lohn-Preis-Spirale führen und den Weg für eine dauerhaft höhere Inflation ebnen. In diesem Fall entwickelt sich das Szenario eines Inflationsbooms zu einem Stagflationsszenario. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaft hohen Inflation derzeit gering ist, betrachten wir eine vorübergehende Inflation als unseren Basisfall.

Ein schmaler Grat für die Zentralbanken

Die größte Bedrohung für das Szenario eines Inflationsbooms ist jedoch eine mögliche Änderung der Inflation in eine dauerhafte.

Wenn die Inflation dauerhaft wird, könnte die Zentralbank auf zwei Arten reagieren:

  • Erstens könnte sie sofort mit einer Straffung beginnen. Dies würde den Paradigmenwechsel grundsätzlich verhindern. Die wirtschaftliche Erholung würde viel länger dauern. Infolgedessen wäre die Inflation kein Thema, und die gegenwärtigen Versorgungsengpässe würden aufgrund des allgemein niedrigeren Wachstums schneller behoben. Dies würde zu einem Szenario der säkularen Stagnation führen.
  • Andererseits könnte die Zentralbank auch zu spät handeln. Sie könnte die Fehler der 1970er Jahre wiederholen, indem sie eine dauerhafte Inflation erst dann anerkennt, wenn bereits eine Preis-Lohn-Spirale eingetreten ist. In diesem Fall müsste die Zentralbank sehr viel stärker und schneller reagieren, was zu einem weiteren Schock mit großen Preisanpassungen auf den Märkten führen würde. Darüber hinaus würde dies höchstwahrscheinlich zu einer wirtschaftlichen Stagnation führen, während die Inflation nicht sofort zurückgehen würde. Die Kombination beider Effekte wäre die Stagflation.
  • Neben diesen Szenarien gibt es noch eine weitere Alternative. Diese kombiniert das Szenario des Inflationsbooms mit einer Verbesserung der Produktivität. Das Produktivitätsboom-Szenario hat einen deflationären Effekt, der das BIP-Wachstum anhebt und die Inflation senkt.

Folglich ist es eine dünne rote Linie, auf der sich die Zentralbank bewegen muss, um beim Szenario des Inflationsbooms zu bleiben.

Fazit

Um unsere Ergebnisse zusammenzufassen: Ein Inflationsboom-Szenario ist in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt wahrscheinlich. Verglichen mit dem Zeitraum zwischen dem Ende der Großen Finanzkrise und dem Beginn der Pandemie bedeutet dies ein höheres reales BIP-Wachstum und eine höhere Inflation.

Der „Paradigmenwechsel“ ist die wichtigste Triebkraft für dieses Szenario, da er den Schwerpunkt mehr auf Beschäftigung und Löhne als auf die Eindämmung der Inflation legt. Die beiden großen Risiken dieses Szenarios bestehen darin, dass 1) die derzeit hohen Inflationsraten dauerhaft bleiben und 2) eine starke wirtschaftliche Überhitzung nach Erreichen der Vollbeschäftigung ein stagflationäres Umfeld hervorruft.

Ein Inflationsschub war im Frühjahr und Sommer 2021 in den meisten der größten Volkswirtschaften weltweit zu beobachten sein, der Wachstum trotz eines rezessiven Umfelds erlaubt hat . Die Zentralbanken müssen die makroökonomische Entwicklung genau beobachten und die Überhitzung der Wirtschaft zum richtigen Zeitpunkt abbremsen.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Wie werden sich digitale Assets in naher Zukunft entwickeln?

von Benjamin Dean, Director, Digital Assets bei WisdomTree.

In etwas mehr als einem Jahrzehnt haben sich digitale Assets aus dem Nichts zu einem lebendigen, vielfältigen und schnell wachsenden Ökosystem entwickelt. Durch einige Maßnahmen, wie die Marktkapitalisierung, hat das Ökosystem kürzlich ein Allzeithoch von über drei Billionen US-Dollar erreicht1. Dies beinhaltet nicht den Wert der Unternehmen, auf denen aufgebaut wurde, oder die Nutzung digitaler Asset-Netzwerke. Als Beispiel: Coinbase wird derzeit auf über 70 Milliarden US-Dollar2 und FTX auf 25 Milliarden US-Dollar3 geschätzt. Darüber hinaus wickeln einige dieser dezentralen Zahlungsnetze täglich Transaktionen im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar ab4 – eine Zahl, die keine Transaktionen innerhalb von Closed-Loop-Diensten wie Cash App oder Blockchain.com beinhaltet.

Mit diesem Wachstum und diesen Meilensteinen, die nicht mehr nur rein hypothetisch sind, stellen sich zwei Fragen: Wie könnte dieser Bereich in Zukunft wachsen – und welche Chancen könnten sich daraus ergeben? Bei der Überlegung von Antworten auf diese Fragen ist es hilfreich, sein Denken in Bezug auf aufkommende Anwendungsfälle sowie technische Veränderungen zu strukturieren.

Zahlungen sind der ursprüngliche Anwendungsfall – die „Killer-App“ – für digitale Asset-Netzwerke und dieser Anwendungsfall wird nicht verschwinden. Die wichtigste Entwicklung für diesen Anwendungsfall ist die Integration von Digital Asset Networks – und deren Bezahlfunktionalität – in bestehende Internetplattformen und in alltägliche mobile Zahlungsanwendungen. Zum Beispiel hat Jack Dorseys Twitter damit begonnen, Benutzerprofilen Bitcoin Lightning-Wallets zuzuweisen, was Personen ermöglicht, sich im Austausch für Inhalte günstig, schnell und nahtlos gegenseitig „Trinkgelder“ zu geben5. Immer mehr Open Source Bitcoin Lightning Wallets erscheinen in mobilen App Stores mit besser gestalteten Benutzeroberflächen (zum Beispiel Muun6, Pine7, BlueWallet8). Dies ist mit neuartigen Möglichkeiten des Erwerbs von Bitcoin verbunden, wie beispielsweise dem Gutscheinprodukt „Mobile Recharge“ von Azte.co9. Western Union wird sein Geschäftsmodell wieder einmal ändern müssen.

Gleichzeitig finden Entwickler immer neue Wege, die dezentrale Anwendungsfunktionalität von Netzwerken wie Ethereum, Solana oder Avalanche voll auszuschöpfen. Der Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) wird die Vertreter im traditionellen Finanzwesen (TradFi) später nachts wach halten, während Börsen (zum Beispiel Uniswap10), Kreditvergabe (zum Beispiel Aave11) und Yield-Farming-Dienste (zum Beispiel yearn12) neue Nutzer gewinnen.

Nicht fungible Token (NFTs), einfacher als digitale Sammlerstücke bezeichnet, waren im Jahr 2021 einer der wichtigsten Teile des Ökosystems für digitale Assets. Sie haben neue Nutzer, insbesondere aus der Unterhaltungs- und Kunstbranche, herangebracht und eine enorme Aktivität über Plattformen wie OpenSea vorangetrieben13. Die ersten Iterationen von Geschäftsmodellen in diesem Bereich werden sich wahrscheinlich in naher Zukunft entwickeln. Wenn man technisch versierte Entwickler mit Kreativen aus Kunst, Musik und Gaming zusammenbringt, ergibt sich eine vielseitige Kombination.

Gaming ist ein weiterer Bereich, in dem die Smart Contract-Funktionalität vorangetrieben wird. Gaming generiert bereits seit Jahren mehr Umsatz als Hollywood14. Kürzlich haben 500 Millionen Menschen das Finale eines eSports-Turniers verfolgt15. Digital Asset Networks stellen die Infrastruktur zur Unterstützung von In-Game-Token und Ökonomien bereit, die vielen dieser virtuellen Welten zugrunde liegen (zum Beispiel Axie Infinity16). Während die Grenzen zwischen Meatspace und Cyberspace weiter verschwimmen17, werden Veränderungen in der Art sichtbar, wie Menschen finanziell in dem interagieren, was derzeit als Metaverse bezeichnet wird.

Dies alles ist vor dem Hintergrund ständiger technischer Verbesserungen und Weiterentwicklungen zu betrachten. Das Bitcoin-Netzwerk wurde diesen Monat einem großen Upgrade unterzogen – Taproot genannt – das darauf abzielt, die Privatsphäre und Sicherheit des Netzwerks zu erhöhen18. Irgendwann wird das Ethereum-Netzwerk den lang erwarteten Übergang zu einem Proof-of-Stake-Konsensmechanismus19 vollziehen, der eine neue Renditequelle für diejenigen schaffen wird, die Ether „einstecken“, um einen Validierungsknoten zu betreiben. Eine größere Interoperabilität20 zwischen digitalen Asset-Netzwerken ist zu erwarten, wenn versucht wird, das Beste aus einer Kombination spezialisierter Funktionalitäten zu machen, die in verschiedenen Netzwerken angeboten werden.

Über die Zukunft des Ökosystems für digitale Assets nachzudenken ist aufgrund der Unvorhersehbarkeit von Open-Source-Entwicklergemeinschaften in Verbindung mit dem iterativen Trial-and-Error-Prozess, der den unternehmerischen Motor kennzeichnet, schwierig. Dies gilt jedoch nicht nur für digitale Assets – es ist eine wesentliche Dynamik, die neue Technologien während ihrer Entwicklung, Kommerzialisierung und Verbreitung erfahren. Im letzten Jahrzehnt gab es verschiedene Höhen und Tiefen im Digital Asset Ecosystem – die alle dazu führten, wo sich der Bereich heute befindet – und dies wird sich fortsetzen, wenn neue technische Funktionalitäten entwickelt werden und man auf neue Probleme stößt, für die die Funktionalität von Digital Asset Networks neuartige Lösungen bieten.“


1) https://www.coingecko.com/en/global_charts
2) https://www.cnbc.com/2021/11/12/backblaze-ipo-takes-opposite-approach-to-rivian-going-public-small.html
3) https://www.finextra.com/pressarticle/89905/ftx-hits-25bn-valuation-on-420m-funding-round
4) https://www.coingecko.com/en/coins/high_volume
5) https://blog.twitter.com/en_us/topics/product/2021/bringing-tips-to-everyone
6) https://muun.com/
7) https://pine.pm/
8) https://bluewallet.io/
9) https://azte.co/
10) https://uniswap.org/
11) https://aave.com/
12) https://yearn.finance/
13) https://opensea.io/
14) https://www.marketwatch.com/story/videogames-are-a-bigger-industry-than-sports-and-movies-combined-thanks-to-the-pandemic-11608654990
15) https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-11-08/tencent-gets-respite-from-crackdown-with-league-of-legends-hits
16) https://axieinfinity.com/
17) https://www.wisdomtree.com/blog/2021-11-11/welcome-to-the-metaverse
18) https://www.theblockcrypto.com/linked/124276/bitcoin-taproot-activated
19) https://ethereum.org/en/eth2/
20) https://www.wisdomtree.eu/en-gb/blog/2021-11-10/digital-asset-networks-are-like-train-lines

ETF abgelehnt – Anleger bleiben BTC treu

von Eliézer Ndinga, Research Lead, 21Shares.

Die allgemeine Krypto-Marktstimmung lässt sich momentan als eher verhalten bezeichnen, was nicht zuletzt an der Ablehnung eines Antrags auf einen Bitcoin-Spot-ETF in den USA liegt. Die Nachricht hat vor allem kurzfristige Anleger zur Gewinnmitnahme bewegt, wie ein Blick auf die Bitcoin-Blockchain zeigt: In den letzten sieben Tagen fiel Bitcoin um acht Prozent. Etwa 90 Prozent des entstehenden Verkaufsdrucks kam (mit Stand 15. November) von kurzfristigen Investoren, also jenen, die innerhalb der letzten 12 Monate Bitcoin erworben hatten. Doch damit nicht genug: Bei 21Shares haben wir diesen Verkaufstrend auch unter der Gruppe der wertorientierten Anleger, die vor drei bis fünf Jahren gekauft hatten, identifiziert. Diese Gruppe macht jedoch nur rund vier Prozent des beobachteten Verkaufsdrucks aus – ein klarer Beleg dafür, dass langfristige Investoren nach wie vor auf Bitcoin und dessen Grundwerte und Innovationen vertrauen – und in weiterer Folge auf den restlichen Kryptomarkt.

Bei 21Shares sehen wir den Krypto-Markt am Beginn einer exponentiellen Wachstumskurve, die man mit dem Wachstum des Software as a Service (SaaS)-Marktes zu Beginn des Dotcom-Booms vergleichen könnte und die auch von zwischenzeitlichen, unerwarteten Einbrüchen – den „Black Swan“-Events – mit darauffolgender Abwärtsvolatilität nicht beendet werden wird. Obwohl noch weniger als zwei Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu Kryptowährungen haben, wird Krypto das kollektive Denken über Geld, Finanzdienstleistungen und der breiten Palette an täglich genutzten Internetdiensten neu definieren.

Bitcoin entwickelt sich als Basis-Layer stetig weiter, wie gerade mit seinem unbestreitbar bedeutendsten Upgrade seit 2017 namens “Taproot”. Taproot bietet neben einer verbesserten Privatsphäre auch Transaktions- und Automatisierungseffizienz, von der sowohl die Bitcoin-Blockchain als auch das Lightning Network profitieren. Nachfolgend finden Sie die Grundbausteine ​​von Taproot (Englisch).


Über 21Shares

21Shares verfügt über die weltweit größte Palette an börsengehandelten Kryptowährungsprodukten (ETPs). Mit der Notierung des ersten Kryptowährungsindices an der SIX Swiss Exchange im Jahr 2018 leistete 21Shares Pionierarbeit und erweitert sein Produktportfolio seitdem konsequent mit innovativer Forschung und zukunftsweisenden Ansätzen. 21Shares möchte allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit für den Kauf, Verkauf und Leerverkauf von Kryptowährungen über bestehende Bank- und Maklerkonten bieten. Onyx, die Emissionsplattform von 21Shares wird sowohl von 21Shares als auch von Drittpartnern für die Emission und das operative Geschäft mit Kryptowährungs-ETPs weltweit genutzt.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

Gute Börsen-Stimmung dank profitabler US-Unternehmen

Die Monate November und Dezember zählen traditionell zu den stärksten Börsen-Monaten des Jahres. Oftmals wird im Zusammenhang mit den letzten beiden Monaten von einer „Jahresendrallye“ gesprochen, wenn die Kurse nach oben laufen. Das Börsenjahr 2021 ist für AnlegerInnen die Investiert waren, bisher durchaus positiv verlaufen. Der S&P 500, der Index der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen, hat seinen Wert seit Jahresbeginn um cirka ein Viertel gesteigert. Bezogen auf die letzten 5 Jahre haben sich die Kurse im Schnitt verdoppelt (Quelle Refinitiv Datastream, Stand 15.11.2021) – trotz der Rückschläge in der 2. Jahreshälfte 2019 und (Corona-bedingt) im Frühjahr 2020.

Über 80% der Unternehmen mit positiven Gewinn-Überraschungen

Wir wollen uns in diesem Beitrag den fundamentalen Faktoren zuwenden, die für den starken Kursverlauf maßgeblich waren. Also der Frage, wie ist es bei den Unternehmen tatsächlich gelaufen? Konnten sie die Umsatz- und Gewinnprognosen erfüllen oder sogar übertreffen? In den USA neigt sich die Berichtssaison zum 3. Quartal dem Ende zu. Anfang der Woche haben 92% der im S&P500 vertretenen Unternehmen ihre Ergebnisse berichtet. Trotz des Gegenwindes durch die aufkeimende Inflation, den wieder in die Höhe schnellenden Covid-Zahlen und Lieferengpässen in der Industrie (Stichwort Halbleiter-Mangel) lief es für die Unternehmen in den USA erstaunlich gut: 81% der Unternehmen überraschten mit Gewinnen, die über den Erwartungen lagen. Drei Viertel konnten auch die Umsatz-Erwartungen übertreffen.

In Zahlen gegossen lag das Gewinnwachstum in 3. Quartal 2021 verglichen zum 3. Quartal des Vorjahres bei +39,1% (Quelle: FactSet). Geschätzt wurde lediglich eine Steigerung um 27,4 %, was ebenfalls mehr als ordentlich gewesen wäre. In der historischen Betrachtung können wir vom drittbesten 3. Quartal sprechen, das es jemals gab. Alle Sektoren glänzten mit einem positiven Wachstum und strafen alle, die nach dem Lockdown-Rebound einen Einbruch der Wirtschaft heraufkommen sahen.

Zahlen der Superlative

Die höchste Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den tatsächlich gelieferten Ergebnissen gab es im Finanzsektor. Dem stärksten Umsatzwachstum verglichen zu den Schätzungen der Analysten lieferte der Energiesektor. Nicht ganz den Erwartungen entsprochen haben die Gewinnmargen: Sie blieben mit 12,9% leicht unter den Schätzungen, aber in der Nähe des Rekord-Hochs der letzten Quartale und weit über dem 5-Jahres-Schnitt von 10,9%.

Bewertung über langjährigem Schnitt

Ein Wehrmutstropfen stellt die relativ hohe Bewertung der Aktien dar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 12-Monatssicht steht aktuell bei 21,2 und liegt damit deutlich über dem 5-jährigen Schnitt (18,4) und dem 10-jährigen Schnitt (16,5). Die Preiserhöhungen, die wir vor allem im Energiesektor beobachten können, aber nicht nur dort, haben die Schätzungen der Analysten beeinflusst: Für das angebrochene 4. Quartal wird eine Fortsetzung des Gewinnwachstums von rund 20% und ein Umsatzwachstum von über 12% erwartet.

YOU INVEST weiterhin mit hoher Aktienquote

Wer sich nicht tagtäglich mit Börsen, Inflation und Zinsen beschäftigen möchte, findet in YOU INVEST einen bequemen Weg zur Geldanlage. Flexible Lösungen, professionelles Management und hohe Transparenz – das zeichnet YOU INVEST aus. Der variable Einsatz unterschiedlicher Anlageklassen ist dabei ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Veranlagung. Jede Anlageklasse hat unterschiedliche Ertragschancen, aber auch unterschiedliche Verlustrisiken. Um ein optimales Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag herzustellen, erfolgt eine breite Streuung über viele verschiedene Anlageklassen wie z.B. Gelder, Anleihen, Aktien oder Alternative Investments. Zusätzlich wird auch in unterschiedliche Regionen und verschiedene Währungen veranlagt. YOU INVEST wird in verschiedenen Varianten, abhängig vom Risiko-Grad angeboten. In allen Varianten wird momentan eine relativ optimistische Aktienquote belegt, was sich gemessen an der Wertentwicklung bezahlt gemacht hat (siehe Grafik).

Die Variante YOU INVEST active bietet AnlegerInnen einen dynamischen Mix unterschiedlicher Anlageklassen. Das Portfolio wird von AnlageexpertInnen der Erste Asset Management laufend überwacht und den aktuellen Marktchancen entsprechend optimiert. Der Fokus liegt aktuell weiterhin auf Aktien, die mit 42,8% (von möglichen 50% Anm.) den höchsten Anteil im Portfolio darstellen. Aufgrund des guten Wirtschaftsumfeldes und der Ertragsprognosen der Unternehmen werden außerdem Hochzinsanleihen zur Ertragsoptimierung eingesetzt. In zinssensitiven Staatsanleihen, die von steigenden Renditen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, bleibt der Fonds weiter unterinvestiert. Trotz der positiven Wachstumsaussichten kann es an den Börsen jederzeit zu Gewinn-Mitnahmen und Rückschlägen aus anderen Gründen kommen. Es gilt daher die Risiken der Märkte im Auge zu behalten. Im YOU INVEST active haben die FondsmanagerInnen die Möglichkeit rasch die Investmentstrategie den Martgegebenheiten anzupassen und beispielsweise die Anleihen- und Gold-Quote zu erhöhen.

Hinweis: Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

FAZIT: Die US-Unternehmen glänzen mit hohem Gewinn- und Umsatzwachstum. Das spiegelt sich in den deutlich gestiegenen Aktienkursen wider. Wer das Marktgeschehen nicht täglich beobachten aber trotzdem von den Ertragsmöglichkeiten profitieren möchte hat mit YOU INVEST eine smarte Möglichkeit.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Digital Asset Networks sind wie Bahnlinien

von Benjamin Dean, Director, Digital Assets bei WisdomTree.

Digital Asset Networks sind wie Bahnlinien1. Ein wesentliches Merkmal, das ein effizientes und letztlich nützliches Eisenbahnnetz ausmacht, ist die Interoperabilität. Dies ist im Jahr 2021 nicht sofort offensichtlich, da die meisten Menschen an interoperable Eisenbahnnetze gewöhnt sind. Wer schon einmal an einer Landesgrenze umsteigen musste, hält diese Eigenschaft nicht für selbstverständlich – auch die Menschen in den 1850er Jahren taten dies nicht. Der gleiche Bedarf an Interoperabilität ist im gesamten digitalen Asset-Ökosystem offensichtlich geworden – und Entwickler arbeiten an Lösungen. Die Netzwerke, die in der Lage sind, „Brücken“ zu bauen und miteinander zu „kommunizieren“, werden letztendlich mehr Nutzen bringen – und damit einen höheren Wert schaffen.

Viele Menschen nutzen verschiedene Formen des Schienenverkehrs, ohne eine Sekunde über die Interoperabilität zwischen den Linien nachzudenken, die sie nutzen. Das war nicht immer so. Jahrzehntelang waren die ersten Bahnlinien genau: Linien. Jede wurde nach den Standards gebaut, die die Ingenieure angesichts der Anforderungen der Bahnlinie für angemessen hielten. Dies führte dazu, dass auf verschiedenen Strecken unterschiedliche Spurweiten verwendet wurden. Daher konnten Zugwaggons nicht ohne weiteres von einem Gleis auf ein anderes umgestellt werden – was mit einem hohen Zeitaufwand und hohen Kosten, bedingt durch das Umsteigen der Personen und/oder den Transfer der Fracht von einem Gleis zum anderen, verbunden war. Als diese Transaktionskosten deutlich wurden, wurden Lösungen entwickelt, die in einigen (nicht allen2) Ländern standardisierte Spurweiten beinhalteten.


Standardisierte Spurweiten sind … wichtig3

Ein ähnliches Phänomen lässt sich bei Digital Asset Networks beobachten. Der Code jedes Netzwerks ist in einer bestimmten Sprache geschrieben, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Das Endergebnis ist, dass viele dieser Netzwerke nicht mit den anderen „kommunizieren“ können. Dies erhöht die Schwierigkeit und die Kosten für Personen, die mehrere Dinge in diesen Netzwerken tun möchten.

Der Raum entwickelt sich jedoch weiter. Seit einigen Jahren werden eine Reihe von „Brücken“ zwischen verschiedenen Netzwerken entwickelt. Einfach ausgedrückt: „Eine Brücke in der Kryptowelt ist wie eine Brücke in der physischen Welt. Sie verbinden zwei unterschiedliche Standorte oder Gemeinschaften, sodass Verkehr und Ressourcen frei hin und her fließen können4.“ Diese Brücken ermöglichen es, Transaktionen in einem Netzwerk durchzuführen, die in einem anderen Netzwerk erkannt werden. Technisch gesehen „verpacken“ Personen Münzen oder Token so, dass diese Münzen oder Token in verschiedenen Netzwerken verwendet werden können. WBTC (wrapped bitcoin), bei dem es sich um Bitcoin in einem Ethereum-kompatiblen Wrapper handelt, ist ein solches Beispiel. Diese Lösung hat sich weitgehend bewährt – derzeit gibt es rund 13 Milliarden US-Dollar5 an verpackten Bitcoins – und das ist nur WBTC.

Ein weiterer Bereich, in dem eine größere Konnektivität zu beobachten ist, ist das Aufkommen interoperabler Protokolle. Dies lässt sich wie Eisenbahnlinien mit variabler Spurweite vorstellen6. Anstatt zu versuchen, einen exklusiven Raum zu schaffen, der die Benutzer einschränkt, haben sich einige der am schnellsten wachsenden Projekte entschieden, ihre Software so zu schreiben, dass ihre Dienste über verschiedene Netzwerke hinweg nutzbar sind. Die größten dezentralen Börsen haben früh erkannt, dass Interoperabilität notwendig ist. Curve, die derzeit größte dezentrale Börse mit einem Gesamtwert von 17 Milliarden US-Dollar7, ist mit sieben verschiedenen Protokollen interoperabel. SushiSwap ist der beste seiner Klasse – er ist mit dreizehn Protokollen interoperabel8. Dies geht jedoch über den Austausch hinaus. Aave, das Kredit-/Darlehenspools bereitstellt und daher so viel Liquidität wie möglich benötigt, ermöglicht, dass ihr Kredit-/Darlehensprotokoll in den Netzwerken Ethereum, Polygon und Avalanche verwendet werden kann.

Das digitale Asset-Ökosystem wächst und entwickelt sich weiter – genauso wie Zuglinien separat gebaut und dann zu den heute existierenden Netzwerken weiterentwickelt wurden. Die gute Nachricht ist, dass eine nachträgliche Implementierung der Interoperabilität in digitale Asset-Netzwerke, sei es über Brücken oder direkt über Protokollaktualisierungen, viel weniger kapitalintensiv ist, als Schienen aufzureißen und durch Schienen anderer Spurweite zu ersetzen. Dies ist eines der wesentlichen Merkmale von Software. Es kann damit gerechnet werden, dass Interoperabilität in den Teilen des Ökosystems eine Rolle spielt, die eine kritische Masse erreichen und aufrechterhalten – und dann letztendlich ihren Benutzern einen größeren Nutzen und Mehrwert bieten.


1) https://medium.com/hackernoon/bitcoin-analogies-7066c58df9ec
2) https://en.wikipedia.org/wiki/Rail_gauge_in_Australia
3) https://civilcrews.com/gauges/
4) https://medium.com/chainsafe-systems/bridges-in-crypto-space-12e158f5fd1e
5) https://www.coingecko.com/en
6) https://en.wikipedia.org/wiki/Variable_gauge
7) https://defillama.com/protocols
8) https://defillama.com/protocols

Wachsender Milliardenmarkt für Investoren - Was am Weltraum-Hype dran ist

Eine Reise ins All ist realistischer als je zuvor. Doch der Weltraumtourismus ist nicht nur für private Entdecker interessant, die einmal am eigenen Leib das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben möchten. Die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie wächst rasant und das sehen auch private Unternehmen und Investoren. Trotz des enormen Wachstums, ist der Markt noch nicht ganz ausgereift und bietet somit viele Chancen für den Finanzmarkt. Was bei einer Investition in die Luft- und Raumfahrt zu beachten ist und welche Aktie man im Auge behalten sollte, wissen die Experten von Freedom Finance.

Richard Branson, Jeff Bezos oder Elon Musk – sie alle machen es vor. Wer heutzutage ins Weltall fliegen möchte, muss keine langjährige Ausbildung im militärischen oder astronautischen Bereich nachweisen können. Private Raumfahrten nehmen rasant an Beliebtheit zu und die Reise ins Weltall scheint fast schon greifbar. Aber nicht alleine der Weltraumtourismus birgt ein hohes Wachstumspotential, auch die Beförderung von Gütern bei niedriger und mittlerer Schwerkraft, wird für private Unternehmen und Geldgeber immer attraktiver. Dabei ist es gar nicht allzu lange her, dass die Raumfahrtindustrie stagnierte. Dmitry Ivanov, Geschäftsführer von Freedom Finance Deutschland erklärt: „Erst vor wenigen Jahren stammten die Umsätze großer Raumfahrtsunternehmen größtenteils aus staatlichen Rüstungsaufträgen. Ein Markteintritt im privaten Sektor war mit enormen Barrieren verbunden und der Wettbewerb sowie die Entwicklung in der Branche wurde erheblich behindert. Hohe Anfangsinvestitionen und lange Amortisationszeiten erschwerten ebenfalls die Bedingungen.“

Neues Zeitalter für die Raumfahrt

Inzwischen hat sich der Luft- und Raumfahrtsektor rasant entwickelt und gewann in den letzten Jahren auch für das Finanzwesen und die Investmentbranche an hoher Attraktivität. Weil der Markt noch nicht ganz ausgereift ist, sehen Experten ein enormes Wachstumspotential für privaten Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie. „Bereits Anfang der 2000er Jahre tauchten viele neue Akteure auf. Aber erst jetzt sind diese Raumfahrtunternehmen in der Lage, Prototypen zu bauen und zu testen, um sie in einen funktionstüchtigen Zustand zu bekommen und so auf den Markt zu bringen. Die private Nachfrage ist gestiegen, ebenso die Zahl der Risikokapitalfonds. Dadurch können diese Unternehmen leichter an die Börse gehen“, weiß Dmitry Ivanov. Darüber hinaus haben Militär- und Raumfahrtorganisationen begonnen, ihre eigenen Budgets schrittweise zu erhöhen. Auf diese Weise werden nicht nur große Unternehmen, sondern auch neue Akteure unterstützt, die wiederum den Wettbewerb in der Branche fördern.

Höheres Budget für Raumfahrtorganisationen

Von 2011 bis 2021 stieg das Budget der NASA (National Aeronautics and Space Administration) von 18,5 Milliarden US-Dollar auf 23,3 Milliarden US-Dollar. Das Budget der ESA (European Space Agency) stieg in denselben 10 Jahren sogar von 2,98 Milliarden Euro auf 6,5 Milliarden Euro. Zusätzlich hat sich die Zahl der Segmente innerhalb der Branche erweitert. Die wichtigsten sind dabei die Raumfahrtindustrie, der Weltraumtransport, die Satellitenkommunikation und die Weltraumbeobachtung. Nach Schätzungen von SpaceTech Analytics werden die Investitionen in Raumfahrtunternehmen bis zum Jahr 2020 einen Wert von 132,2 Milliarden US-Dollar erreichen. SpaceX (6,6 Mrd.), OneWeb (4,7 Mrd.) und Inmarsat (1,75 Mrd.) sind die Spitzenreiter, was die aufgebrachten Mittel angeht. Laut Wall Street Reports könnte die potenzielle Größe des Marktes für den Transport von Satelliten in die Umlaufbahn in einigen Jahren einen Wert von 100 Milliarden US-Dollar übersteigen. SpaceTech Analytics hingegen schätzt die potenzielle Größte des Marktes für Weltraumtourismus auf 100 bis 300 Milliarden US-Dollar.

Die Investmentbranche der Zukunft

Auch Dmitry Ivanov sieht in der Raumfahrtindustrie eine gute Investmentmöglichkeit und stellt die vielversprechendsten börsennotierten Unternehmen der Raumfahrtindustrie vor. Dabei stehen vor allem drei Raumfahrt Unternehmen im Fokus. Virgin Galactic Holdings, Rocket Lab und Astra Space. Das US-Unternehmen Virgin Galactic Holdings stellt modernste Luft- und Raumfahrzeuge her, plant die Entwicklung touristischer suborbitaler Raumflüge sowie den Start von kleinen künstlichen Satelliten. Rocket Lab, ebenfalls US-amerikanischer Hersteller von Luft- und Raumfahrtprodukten, bietet vor allem Trägersystemen für Kleinsatelliten an. Das Unternehmen Astra Space entwickelt Trägerraketen, um Nutzlasten von bis zu 500 Kilogram in Umlaufbahnen mit einer durchschnittlichen Entfernung von bis zu 500 Kilometer zu bringen. Meistens handelt es sich dabei um Satelliten für die weltweite Kommunikation, Erdbeobachtung, Wetterüberwachung und Navigation. Der Geschäftsführer von Freedom Finance Deutschland findet: „Börsennotierte Unternehmen der Raumfahrtindustrie bergen zwar ein hohes Risiko, bringen allerdings auch ein enormes Wachstumspotenzial. Wer sich beispielsweise für eine Aktie des Unternehmens Virgin Galatic Holdings interessiert, sollte sie zu einem Preis von 20,9 US-Dollar kaufen und dem Investment ca. ein bis zwei Prozent des Portfoliobetrags zuweisen. Bei einem Kurs in Wert von 32 US-Dollar, kann die Aktie wieder verkauft werden.“


Freedom Finance ist eine internationale und international geprüfte Investmentgesellschaft mit mehr als 330.000 Kunden. Freedom Finance ist Teil der amerikanischen Freedom Holding Corp. mit einer Kapitalisierung von über 3,8 Mrd. USD. Sie beschäftigt weltweit über 2.500 Mitarbeiter und hat Niederlassungen in sieben Ländern. Die Freedom Holding Corp. ist als einziger europäischer Broker an der NASDAQ, einer führenden US-Börse, gelistet. Freedom Finance bietet direkten Zugang zum Handel an den größten Börsenplätzen: an amerikanischen, europäischen und asiatischen Märkten.

Zeitnaher Anstieg der Kerninflation in den USA auf 7 Prozent möglich

von Martin Roßner, Gründer und Geschäftsführer von ThirdYear Capital.

Im Oktober haben in den USA fallende Infektionszahlen zu einem weiteren Anstieg der amerikanischen Inflationsraten geführt, wie aktuelle Daten belegen. Die Konsumentenpreise erhöhten sich während der letzten zwölf Monate um 6,2 Prozent. Die annualisierte Kerninflationsrate stieg von 4 Prozent auf 4,6 Prozent an und könnte, gemäß eigener Indikatoren, während der nächsten Monate die 7-Prozent-Marke erreichen. Das wäre der höchste Wert seit 1982. Die Biden-Administration hatte ursprünglich Inflationsraten von um die 2 Prozent vorhergesagt.

Haupttreiber der Inflation ist eine politische Unterstützung, deren Ausmaß nur mit Weltkriegsperioden vergleichbar ist. Im Konsumgütersektor, der während der Covid-Krise zu keinem Zeitpunkt negatives Wachstum verzeichnete, kann das Angebot die mehr als hohe Nachfrage auf absehbare Zeit nicht mehr befriedigen. Steigende Unternehmensinvestitionen könnten zwar langfristig mehr Angebot schaffen, stellen jedoch kurzfristig zusätzliche Nachfrage dar. Engpässe in Lieferketten erhöhen derzeit also nicht nur das kurzfristige Inflationsrisiko sondern verhindern auch einen Produktivitätsboom, der eine rechtzeitige Angebotserhöhung ermöglicht. Zudem wird die Dienstleistungsinflation, welche in der Inflationsberechnung ein höheres Gewicht hat, aufgrund des straffen Arbeitsmarktes auch im kommenden Jahr zu deutlich erhöhten Inflationsraten beitragen.

In diesem Umfeld ist ein konzentriertes Investieren in wachstumsgetriebenen Märkten, wie es beispielsweise der Aktienmarkt ist, riskant. Ein weiterer Anstieg wichtiger Aktienmärkte würde über Wohlstandseffekte dazu beitragen, dass sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage weiter vergrößert. Inflationsraten könnten sich dadurch dauerhaft vom politischen Zielkorridor entfernen.


AGATHON Capital

Die AGATHON CAPITAL GmbH ist ein Spezialist für innovative und nachhaltige Wertsicherungsinvestments. Mit einem betreuten Volumen von über 1,6 Mrd. Euro gilt AGATHON seit mehr als 10 Jahren als unabhängiger und verlässlicher Partner für liquide Finanzprodukte im Bereich Spezial- und Publikumsfonds.
Das altgriechische Wort „agathon“ steht für „das Gute, das Nützliche“. Der Name ist zugleich Verpflichtung. Als Bindeglied hilft AGATHON institutionellen und semi-institutionellen Investoren Renditen zu sichern, Risiken zu steuern und mit innovativen Fondslösungen die Kapitalanlage zu diversifizieren. AGATHON bündelt finanzwissenschaftliches Know-how mit leistungsstarken Produkten ihrer Fondspartner und legt so die Grundlage für ein umfassendes Leistungsspektrum mit bestmöglicher Performance für ihre Kunden. Seit 2016 ist AGATHON Fondsinitiator der ART Fonds-Familie. Ziel ist es, spezialisierte Asset Manager zu finden und zu entwickeln, die in jedem Börsenzyklus eine attraktive Rendite generieren können. Im Rahmen des Core-Satellite-Ansatzes erhalten somit professionelle Investoren maßgeschneiderte Satelliten-Lösungen.
Weitere Informationen unter www.agathon-capital.de

Martin Roßner / ThirdYear Capital

Martin Roßner ist seit März 2015 Gründer und Geschäftsführer von ThirdYear Capital. Zuvor sammelte er über 8 Jahre Erfahrung bei der Man Group in verschiedenen Bereichen wie Global-Macro-Research, Risikomanagement und Asset Allokation. Er ist Träger eines Master-Abschlusses in Quantitative Economics der Universität St. Gallen und hat zahlreiche Weiterbildungsexamen wie CFA, CAIA und FRM bestanden.
Die Third Year GmbH ist bankenunabhängiger Anbieter „quantamentaler“ Makro-Strategie und Absoluter Returns mit Sitz in München. Das Team vereint langjährige Global Macro-Research und Investment Erfahrung bei einem führenden alternativen Asset Manager mit akademischer Präzision. Die Firma nutzt Daten und Technologien, um ein tiefes Verständnis der Volkswirtschaft systematisch und in Echtzeit auf liquide Anlageklassen anzuwenden. Das Unternehmen begann im Jahr 2015 mit der Strategie-Entwicklung und der Publikation ökonomischer Analysen. Seit August 2020 wird die Strategie systematisch im ART Global Macro (UCITS) Fonds angewendet und stetig optimiert.
Weitere Informationen unter www.third-year.com

Aktienmärkte: Fulminante Kurserholung im Oktober

Nach einem erstmals seit langem (leicht) negativen Aktienmarktmonat im September, setzte im Oktober bereits wieder eine fulminante Erholungsbewegung ein, die die US-Indizes sogar auf neue (Allzeit-)Höchststände katapultierte. Und das, obwohl Ölpreise, Inflationserwartungen und (Leit-)Zinserwartungen im Oktober weiter anstiegen. Dafür setzte sich in Bezug auf China und die Probleme im Immobiliensektor weitgehend die (aus unserer Sicht zutreffende) Meinung durch, dass China das Problem im Griff hat und eine Finanzmarktansteckung vermieden wird. Dementsprechend konnte auch der chinesische Aktienmarkt im Oktober den Vormonatsverlust praktisch wieder zur Gänze wettmachen, so Raiffeisen Capital Management in der neusten Ausgabe von märkte | unter uns.

In Summe verbuchten damit die meisten Märkte im Oktober satte Monatszuwächse. Nur Japan – der Starperformer im September – musste einen großen Teil seiner Kurszuwächse des Vormonats wieder abgeben. Auffällig auch die Kursschwäche in Lateinamerika, und die – trotz starker Entwicklung in China – zurückbleibende Entwicklung der Emerging Markets in Summe.

Kurzfristig neutral gewichtet, mittelfristig weiter optimistisch

Auch wenn sich die meisten Aktienmärkte ab Mitte Oktober rasch von ihrer Schwächephase erholten: Der kurzfristige Ausblick bleibt noch von zahlreichen Risiken geprägt, die jederzeit zu einer neuerlichen Korrektur führen könnten. Dazu gehören Lieferengpässe, Produktionsausfälle, Inflationssorgen und damit verbundene Notenbankängste (Kurswechsel in der Geldpolitik der US-Notenbank, was historisch häufig zu kurzfristigen Turbulenzen auf den Aktienmärkten führte), langsameres Gewinnwachstum der Unternehmen... In unserer kurzfristigen (taktischen) Asset-Allocation behalten wir deshalb die neutrale Aktienmarktgewichtung aus dem Vormonat bei.

Unser mittel- und langfristiger Aktienmarktausblick bleibt aber unverändert bullish: Das wirtschaftliche und geldpolitische Umfeld ist auch 2022 noch stark unterstützend für Unternehmensgewinne und Aktienmärkte. Im Vorfeld eines US-Zinsanhebungszyklus war die Börsenentwicklung zwar oft ruppig; in den ersten Jahren steigender US-Leitzinsen entwickelten sich die Aktienmärkte aber meistens noch ausgezeichnet. Wir sehen deshalb aus aktueller Sicht zwischenzeitige Kursschwächen als Gelegenheit für eine neuerliche Übergewichtung.

Keine Angst vor China

Trotz negativer Nachrichten aus China scheint der Markt zunehmend auf unsere Sichtweise umzuschwenken, dass der Abverkauf des chinesischen Aktienmarktes wegen stärkerer Regulierung der Internetkonzerne und Sorgen vor einer Ansteckung durch die Immobilienpleiten übertrieben war. Nach der kleinen Markterholung im Oktober sehen wir hier mittelfristig weiteres Aufholpotenzial. In Summe sind wir in Emerging Markets derzeit nur neutral gewichtet: Taiwan und Südkorea sind übergewichtet, werden aber durch die Untergewichtung in Südafrika kompensiert. Mittelfristig erscheinen Emerging Markets aufgrund der attraktiven Bewertung aber nach wie vor interessant.

In den USA setzen wir auf Small Caps (übergewichtet, breiter US-Markt untergewichtet, in Summe neutral). Europäische Aktien sind nach wie vor deutlich übergewichtet – der prozyklische Branchenmix in Europa sollte hier weiterhin Rückenwind verleihen. Auf diese Weise müssen wir die sehr teuren US-Internet- und Tech-Riesen nicht übergewichten. Wir halten eine Übergewichtung in europäischen Finanztiteln und haben nunmehr Energie untergewichtet.


Weitere Details finden Sie in der November-Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's "märkte | unter uns".

Trotz Fed-Entscheidung: BTC und ETH im Aufwind

von Karim AbdelMawla, Research Lead bei 21Shares. 

Der mit Beginn der Covid-19-Krise gestartete quantitative Lockerungsansatz der Fed könnte bald ein Ende haben. Das verkündete die US-Notenbank letzte Woche.1 Der darauffolgende Verkaufsdruck konnte vom Kryptomarkt jedoch sehr gut absorbiert werden, wie zwei neue Allzeithochs für Bitcoin und Ethereum – 68.500 Dollar und 4.850 Dollar – eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Der in dieser Ankündigung geäußerte Ton der Fed wird gewöhnlicherweise als bärisches Signal für risikobehaftete Vermögenswerte wie Kryptos und Aktien angesehen. Das liegt daran, dass die Bemühungen der Zentralbanken, die steigende Inflation mit geldpolitischen Maßnahmen einzudämmen, die Rolle beider Vermögenswerte als Inflationsschutz zunichtemacht. Indem das Gelddruckprogramm, welches die Wirtschaft nach dem Ausbruch der Pandemie am Laufen halten sollte (Quantitative Lockerung), zurückgeschraubt wird, werden die Renditen unterdrückt und die Anleihekurse angehoben.

Wie die On-Chain-Aktivitäten von Bitcoin und Ethereum unter Beweis stellen, konsolidierten sich beide Vermögenswerte zunächst, bevor sie ihre Rallyes wieder aufnahmen. Im Falle von Bitcoin (BTC) wird der dieser Trend mit einem Blick auf das Verhalten der Langzeitinvestoren verständlich. Denn Personen und Unternehmen, die ihre Assets seit über einem Jahr nicht angerührt haben, neigen normalerweise dazu, dies auch während größerer Rallyes nicht zu tun. Tatsächlich haben Langzeitinhaber im Laufe der vergangenen Woche BTC im Wert von etwa 2,8 weiteren Milliarden US-Dollar angesammelt.2

Aus institutioneller Sicht bestätigt auch ein Blick auf die gesamten Zuflüsse digitaler Vermögenswerte das breite Interesse daran, Bitcoin anzuhäufen. Denn insgesamt betragen diese Zuflüsse heuer bereits 8,9 Milliarden Dollar – das sind 2,2 Milliarden mehr als im gesamten vergangenen Jahr, fast 4,6 Milliarden davon entfallen auf BTC.3 Die Begeisterung für das Billionen-Dollar-Asset lässt sich aber auch mit anderen Faktoren erklären – etwa dem großen, bevorstehenden “Taproot Soft Fork” Upgrade, das die Gas-Gebühren des Netzwerks senken und gleichzeitig die zugrunde liegenden Fähigkeiten zum Hosten funktionaler Smart Contracts unterstützen soll.4

Die Rallye von Ethereum wiederum wurde durch eine andere Nachricht ausgelöst: Die Chicago Mercantile Exchange (CME) lanciert am 6. Dezember Cash-Settled Micro-Ether-Futures, ein Kryptoderivat auf der Basis von Ether.5 Zusätzlich verkündete der Asset Manager Bakkt, seinen Kunden bald Ethereum zum Kauf anzubieten.6 Bemerkenswert an der jüngsten Preisaktion von ETH ist, dass das Netzwerk sinkende Gas-Gebühren7 verzeichnete, nachdem es seit dem Absturz im Mai fast um das Zehnfache in die Höhe geschossen war – veranschaulicht am einbrechenden Handelsvolumen8 des Kryptoassets in der letzten Woche.

Nichtsdestotrotz suchen Privatanleger wieder nach kosteneffizienteren L1-Blockchains, um ihre DeFi- und NFT-Transaktionskosten zu optimieren. Dabei handelt es sich um einen Trend, der sich mit dem Kursgewinn von Etherum-Konkurrenten wie Solana (260 Dollar) und Avalanche (96 Dollar) erkennen lässt, die aktuell auf dem Weg neuer Allzeithochs sind. Die Entwicklung wurde jedoch nicht nur durch die Migration von Nutzern aufgrund der hohen Gebühren von ETH provoziert, sondern auch durch Solana Ventures, dem Investment-Arm von Solana. Das Unternehmen kündigte den Launch eines 100-Millionen-Dollar-Fonds9 zur Förderung der Blockchain-basierten Spieleentwicklung im Netzwerk und eine Integration mit dem krypto-nativen Browser Brave an.10 Auch auf der Seite von Avalanche gibt einen neuen Fonds: Die Avalance Foundation hat einen 200-Millionen-Dollar-Blizzard-Fonds11 veröffentlicht, der darauf abzielt, das Ökosystem des Netzwerks aus NFT-, DeFi- und kulturellen Applikationen zu stärken. Schließlich machte auch Polkadot Schlagzeilen: Die erste Runde an Parachain-Auktionen soll am 11. November starten.12


1) https://www.cnbc.com/2021/11/03/fed-decision-taper-timetable-as-it-starts-pulling-back-on-pandemic-era-economic-aid-.html
2) https://insights.glassnode.com/the-week-onchain-week-45-2021/
3) https://coinshares.com/research/digital-asset-fund-flows
4) https://cointelegraph.com/news/bitcoin-soft-fork-days-away-as-taproot-upgrade-closes-in
5) https://www.coindesk.com/business/2021/11/02/cme-to-launch-micro-eth-futures-on-dec-6/
6) https://decrypt.co/85351/bakkt-expands-crypto-bitcoin-ethereum
7) https://decrypt.co/85488/ethereums-gas-fees-plummet-while-prices-soar
8) https://finance.yahoo.com/news/ethereum-gas-fee-drops-drastically-153744410.html
9) https://news.bitcoin.com/solana-ventures-ftx-and-lightspeed-launch-100-million-blockchain-gaming-fund/
10) https://twitter.com/solana/status/1457742840969187328?s=20
11) https://cointelegraph.com/news/avalanche-creates-200-million-fund-to-lure-top-crypto-devs
12) https://twitter.com/Polkadot/status/1456355159592812549

Über 21Shares

21Shares verfügt über die weltweit größte Palette an börsengehandelten Kryptowährungsprodukten (ETPs). Mit der Notierung des ersten Kryptowährungsindices an der SIX Swiss Exchange im Jahr 2018 leistete 21Shares Pionierarbeit und erweitert sein Produktportfolio seitdem konsequent mit innovativer Forschung und zukunftsweisenden Ansätzen. 21Shares möchte allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit für den Kauf, Verkauf und Leerverkauf von Kryptowährungen über bestehende Bank- und Maklerkonten bieten. Onyx, die Emissionsplattform von 21Shares wird sowohl von 21Shares als auch von Drittpartnern für die Emission und das operative Geschäft mit Kryptowährungs-ETPs weltweit genutzt.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

IWF- und Weltbank-Tagung Herbst 2021: Schwellenländer vor Herausforderungen

von Felix Dornaus, Senior Fondsmanager Schwellenländeranleihen, Erste Asset Management.

Im Rahmen der Herbst-Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank fanden etliche (virtuelle) Veranstaltungen zum Thema Schwellenländer statt. Wir fassen die wichtigsten Punkte und Erkenntnisse zusammen, die Investoren in den Schwellenländern betreffen.

Die größten wahrgenommenen Risiken für die Schwellenländer sind weniger idiosynkratischer Natur, also von ihrer Eigentümlichkeit betrachtet, sondern – wenig überraschend – globaler Natur: Allen voran wird sich die Normalisierung der Geldpolitik, maßgeblich ausgehend von der amerikanischen Notenbank FED, auf die Finanzmärkte in den Emerging Markets auswirken. Damit verbunden sind Bedenken hinsichtlich der Inflation und Zinserhöhungen, die bereits begonnen haben. Es folgen die globale Energiekrise, der sogenannte Rohstoff-Superzyklus, und Wachstumssorgen, die sich vornehmlich aus der Reorientierung der chinesischen Wirtschaftspolitik ableiten.

Richtungswechsel in Chinas Wirtschaftspolitik

Im Zuge des Richtungswechsels der Wirtschaftspolitik Chinas im Sinne der sogenannten „Common Prosperity“ (frei übersetzt „Wohlstand für alle“, Anm.) wird eine Verlangsamung des Wachstums in den nächsten 2 bis 3 Jahren auf möglicherweise  unter 5 % pro Jahr erwartet. Die Tagungsteilnehmer gehen davon aus, dass sich die kommunistische Partei wieder verstärkt in das wirtschaftspolitische Geschehen einschalten wird.  Sie hat bereits stärkere fiskale Stimulation angekündigt. Bisher ist allerdings noch wenig Konkretes zu erkennen. Das Ziel ist eine Verdoppelung des Bruttoinlandsproduktes/Kopf in den nächsten 15 Jahren. Eine spürbare Entspannung zwischen den USA und China lässt auf sich warten. Vielmehr ist in Amerika auch nach Trump eine parteiübergreifende, solide Skepsis festzustellen. Dennoch ist die Haltung der Investoren zu China grundsätzlich positiv.

Globale Zinserhöhungen bedeuten Gegenwind

Globale Zinserhöhungen bedeuten Gegenwind, was die Refinanzierungsfähigkeit der Emering Markets betrifft. Die COVID-Krise hat in den meisten Schwellenländern zu einer Erhöhung der Verschuldung geführt. Das Ausmaß ist geringer als in den entwickelten Volkswirtschaften. Das Niveau der Verschuldung wird nicht als systemkritisch eingeschätzt, sondern als administrierbar. Zahlungsmoratorien auf staatlicher und Unternehmens-Ebene werden nicht als unmittelbare Gefahr erkannt. Fast alle Emerging Markets-Länder haben auf der Tagung Programme zur Reduzierung ihrer Schulden vorgestellt. Wirklichen fiskalen Spielraum haben derzeit nur erdölexportierende Länder. Was die geldpolitischen Maßnahmen angeht, sind viele Emerging Markets den entwickelten Volkswirtschaften voraus und befinden sich bereits in einem Zinserhöhungszyklus: So etwa hat im Oktober die russische Notenbank mit einer unerwartet starken Zinserhöhung auf die hohe Teuerungsrate im Land reagiert.

Erfolgreiche Refinanzierung am Lokalmarkt

Bezüglich der Refinanzierung lässt sich feststellen, dass die Schwellenländer erfolgreich auf lokale Kapitalmärkte zurückgreifen können und dies in verstärktem Ausmaß tun. Vor allem in Lateinamerika sind noch negative Realzinsen zu sehen.

Die Frontier Märkte, ein neues Segment von Schwellenländer-Märkten, erscheinen als großteils überinvestiert. Dabei handelt es sich um relativ kleine und weniger liquide Märkte. Bei den Frontier Marktes ist ein sehr selektives Investieren angebracht. Hier weisen Energie-Exporteure das interessantere Risiko-Profil auf.

Links-Populismus in Lateinamerika

In Lateinamerika zeichnet sich politisch eine Neigung zu Links-Populismus ab. So geschehen bei den kürzlichen stattgefundenen Präsidentschaftswahlen in Peru, Ecuador und Nicaragua. Auch bei den kommenden Wahlen in Kolumbien und Chile zeichnet sich ein Linksruck ab. Man muss hier fairerweise betonen, dass in den genannten Ländern eher schwache Regierungen entstanden oder entstehen – mit einer ungenügenden Repräsentanz in den jeweiligen Parlamenten. Diese sind zudem stark fragmentiert. Daraus resultiert einerseits ein Mangel an Leadership, andererseits ein reduziertes Risiko für traumatisch unorthodoxe Wirtschaftspolitik.

Leider ist das G20 „Common Framework“ (Schuldenreduktionprogramm für die ärmsten Schuldner) bisher eher zahnlos geblieben. Hier besteht Bedarf an Akzeptanz aber auch inhaltlichem Verständnis. In einer Investoren-Umfrage wurden alle Emerging Markets-Asset Kategorien als derzeit „unterinvestiert“ angegeben. Dieser Aspekt dürfte aus technischer Sicht von Vorteil sein.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Norwegen: Nächste Zinserhöhung wahrscheinlich im Dezember

In ihrem Bericht erklärte die Norwegische Zentralbank vergangene Woche, dass der Zinssatz "höchstwahrscheinlich" im Dezember weiter angehoben wird. In Ermangelung neuer Prognosen sah der Ausschuss davon ab, sich zu den Zinsaussichten über diesen Zeitpunkt hinaus zu äußern. Es wurde jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass "die Unsicherheit über die Auswirkungen höherer Zinssätze eine schrittweise Anhebung des Leitzinses nahe legt". „Dies stützt unsere Ansicht, dass die jüngsten Markterwartungen, die Zentralbank werde die Zinssätze schneller oder stärker anheben als im September angekündigt, übertrieben sind“, erklärt Dr. Malte Kirchner, Senior Sales Institutional bei DNB AM.

Die seit der letzten Sitzung eingetretenen Entwicklungen sind insgesamt ausgewogen. In der Meldung der Norwegischen Zentralbank heißt es, der Aufschwung der norwegischen Wirtschaft setze sich "in etwa wie erwartet" fort. Die zugrunde liegende Inflation, die derzeit bei niedrigen 1,2 % liegt, dürfte in der kommenden Zeit durch die zunehmende Wirtschaftstätigkeit und das steigende Lohnwachstum angehoben werden, "aber die jüngste Aufwertung der Krone könnte den Preisanstieg bremsen". Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Pandemie, die zu einem Anstieg der Infektionsfälle und Krankenhausaufenthalte führt, wird hervorgehoben.
Auch die Finanzmärkte waren ein wichtiges Gesprächsthema: "Der Ausschuss war besorgt, dass Störungen in den internationalen Produktionsketten den Wirtschaftsaufschwung dämpfen und zu einer höheren Inflation auch in Norwegen beitragen könnten." Die Formulierung verdeutlicht, dass nicht klar ist, wie eine optimale Zinsreaktion aussehen wird. Die Zentralbank könnte einen Standpunkt vertreten, wonach sie es für angemessen hält, eine solche Art von Inflationsanstieg in Norwegen zu überprüfen, da er mit einem geringeren und nicht mit einem höheren Wirtschaftswachstum einhergeht.

Auch die Erwartungen des Marktes an eine baldige Zinserhöhung der EZB sind unseres Erachtens wahrscheinlich zu hoch. Der zugrunde liegende Inflationsdruck in der Eurozone scheint weitaus geringer zu sein als in den USA, da die Geldversorgung der Öffentlichkeit durch die Behörden weit weniger spektakulär war. „Wir glauben daher, dass ein Teil der jüngsten Zinserhöhungen in der Eurozone wieder rückgängig gemacht wird, so dass sich das Zinsgefälle gegenüber den USA weiter vergrößert. Die Zinsdifferenzen sind im Jahr 2021 wieder zu einem wichtigen Treiber für dieses Währungspaar geworden“, so Kirchner weiter.

Hinzu kommen die veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Nach einem enttäuschenden Ergebnis im September erwarten sowohl wir als auch der Konsens einen Aufschwung des Beschäftigungswachstums im Oktober. Unsere Schätzung liegt bei 350.000, während die Konsensschätzung bei 450.000 liegt.

Willkommen im Metaversum

von Benjamin Dean, Director, Digital Assets, WisdomTree.

Die Idee eines Metaversums ist nicht neu. Neu ist, inwieweit die Grenzen zwischen physischer und virtueller Welt mittlerweile verwischt sind. Dieser Wandel in der Lebensweise der Menschen birgt immense Chancen – wie die Nachricht von Facebook, einem der weltweit größten Unternehmen, das sich in Meta umbenannt hat, zeigt. Digitale Assets sind ein großer Teil dieser Möglichkeiten. 

Eine Idee mit jahrzentelanger Entwickling

Der Begriff „Metaversum“ wurde von Neal Stephenson in seinem 1992 erschienenen Buch „Snowcrash“ geprägt. Das Buch ist ein Grundpfeiler jeder Geek-Bibliothek und handelt von einer postapokalyptischen Zukunft, in der die Hyperinflation den Wert des US-Dollars so stark geschwächt hat, dass die Leute stattdessen alternative Währungen wie Yen oder „Kongbucks“ verwenden. Um diesem dystopischen Albtraum zu entkommen, ziehen sich die Menschen in eine Virtual-Reality-Welt – das Metaversum – zurück und interagieren mit Avataren1. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, liegt es daran, dass ähnliche Ideen auch in den „Matrix“-Filmen und in jüngerer Zeit in „Ready Player One“ untersucht wurden.

Es gibt bereits viele Metaversen. Videospieler verstehen das Konzept. Second Life war einer der erfolgreichsten Versuche, etwas zu erschaffen, das heute als Metaversum bezeichnet wird. Es hatte seine eigene Floating-Währung, Linden-Dollar, die zu einem durchschnittlichen Kurs von etwa 250 zu eins in US-Dollar konvertierbar waren2. Diese virtuellen Welten haben ihr eigenes Bruttoinlandsprodukt, da Menschen im Spiel Dinge produzieren und tun, denen ein monetärer Wert zugeordnet werden kann. Im Jahr 2015 wurde das BIP (Bruttoinlandsprodukt) der Second Life-Wirtschaft auf etwa 500 Millionen US-Dollar geschätzt3.

Das Aufkommen digitaler Vermögenswerte und Währungen wie Bitcoin leitete eine neue Phase dieses technologischen Wandels ein. Ein Beispiel ist die Sandbox (denken Sie an Runescape meets Minecraft), wo der native Krypto-Token (SAND) eine aktuelle Marktkapitalisierung von rund zwei Milliarden USD hat4. Eine andere virtuelle Welt, Decentraland, hat einen Token (MANA), der in Bezug auf die Marktkapitalisierung auf USD 4,4 Milliarden geschätzt wird5.

In der Vergangenheit neigten die Menschen dazu, auf konzeptioneller Ebene zu denken, dass es eine physische Realität („Fleischraum“) und eine virtuelle Realität gibt. Früher bezeichneten die Menschen das Internet als „Informationsautobahn“ und die Interaktionen, die die Menschen über das Internet hatten, als „Cyberspace“. Alle diese Begriffe sind bezeichnend für die unterschiedlichen Versuche der Menschen, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen und wie sie die Lebensweise der Menschen verändern. Die Verwendung von Begriffen wie diesen schwindet, da neue Technologien, in diesem Fall das Internet, Teil der „Möbel im Raum6“ werden und Menschen immer mehr Dinge internetvermittelt tun. Zum Beispiel nennen die Leute den Kauf von Sachen bei Amazon nicht mehr „E-Commerce“ ... es ist einfach „Shopping“ .

Die Grenzen zwischen realen und virtuellen Räumen verschwimmen seit einiger Zeit. Wir befinden uns schon lange in Metaversen – auch wenn es uns nicht aufgefallen ist. Ich habe diesen Prozess vor etwa einem Jahrzehnt „Virtualisierung der Welt7“ genannt. Es ist wichtig, auf etwas Wesentliches hinzuweisen, das sich in den letzten zehn Jahren geändert hat. Erst in den letzten Jahren erinnert sich in den Industrieländern die Mehrheit (also mehr als 50 %) der Menschen nicht mehr an das Leben vor dem Internet. Dieser demografische Wandel wird sich weiter verschieben – insbesondere in Ländern, in denen Smartphones allgegenwärtig sind und die Bevölkerung jünger wird.

Bedeutung für das Metaversum

Eine offensichtliche Frage ist: Was wird die Währung in Mark Zuckerbergs Metaversum sein? Seit Jahren versucht Facebook, eine eigene digitale Währung zu entwickeln und auf den Markt zu bringen – damals „Libra“ und jetzt „Diem“ genannt8. Eine Möglichkeit, die Einführung dieser digitalen Währung voranzutreiben, könnte darin bestehen, sie in Meta zu einer Reservewährung zu machen. Wenn physische und virtuelle Realitäten verschwimmen, kann Diem schneller in den Alltag einsteigen – und wird so neben anderen bestehenden Währungen (z. B. USD, JPY, EUR usw.) zugänglich und nutzbar.

Wenn Sie sich bei dieser Vision eines monolithischen Mark-Zuckerberg-Metaversums unwohl fühlen, liegt die gute Nachricht in der geringen Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelnes Unternehmen alle anderen virtuellen Welten aufbauen, unterhalten und subsumieren oder ausschließen kann. Das wahrscheinlichere Ergebnis ist eine Reihe verschiedener Metaversen, die interoperable Protokolle und Open-Source-Software verwenden. Das hat Jack Dorseys Twitter erkannt – und integriert Open-Source-Bitcoin-Wallets in die Nutzerprofile9. Amazon sucht einen Direktor, der Kunden auf leitenden Ebenen dabei unterstützt, „die Art und Weise, wie sie digitale Vermögenswerte handeln, zu transformieren… von der Preisermittlung bis zur Ausführung, Abwicklung und Verwahrung“10. Diese Rolle deutet darauf hin, dass weitere Fortune-500-Unternehmen diesem Trend folgen werden.

Science-Fiction ist mehr als Dystopie

Die Grenzen zwischen physischer und virtueller Realität verschwimmen und werden dies auch in den kommenden zehn Jahren tun. Den dystopischen Science-Fiction-Kontext loszuwerden, in dem die Populärkultur dazu neigt, diesen Wandel zu behandeln, hilft dabei, die Chancen der Zukunft zu erkennen. Meta hat mit seinem Rebranding eine große Wette gemacht – aber die Möglichkeiten liegen weit über dem, was Meta in diesem Bereich tun wird. Metaversen sind nicht neu – neu sind die Investitionen in diesen Bereich und die wachsende Akzeptanz digitaler Assets bei einer wachsenden Kohorte von Digital Natives.


 

1) https://en.wikipedia.org/wiki/Snow_Crash
2) https://www.investopedia.com/terms/l/linden-dollar.asp
3) https://www.hypergridbusiness.com/2015/11/second-life-gdp-totals-500-million/
4) https://www.coingecko.com/en/coins/the-sandbox
5) https://www.coingecko.com/en/coins/decentraland
6) https://www.collinsdictionary.com/dictionary/english/part-of-the-furniture
7) https://bennydean.com/post/96921781828/the-virtualisation-of-the-world-advertising-and-the
8) https://en.wikipedia.org/wiki/Diem_(digital_currency)
9) https://blog.twitter.com/en_us/topics/product/2021/bringing-tips-to-everyone
10) https://coingape.com/amazon-looking-for-digital-assets-specialist-at-aws-is-crypto-integration-coming/

Japans Premier Kishida verspricht nach Wahlsieg Konjunkturprogramme gegen die Coronakrise

Bei den Parlamentswahlen in Japan hat die regierende LDP des Premierministers Fumio Kishida zuletzt überraschend eine stabile Mehrheit erzielt. Sie erhielt die für eine „absolute stabile Mehrheit“ nötigen 261 der 465 Mandate im Unterhaus. Gemeinsam mit ihrem kleineren Koalitionspartner Komeito hält die Partei sogar 291 Sitze. Damit kann die Regierung den Vorsitz in allen Ausschüssen kontrollieren und komfortabel Gesetze durch das Unterhaus bringen.

An der Tokioter Börse wurde der Wahlausgang positiv aufgenommen. Investoren hoffen auf Konjunkturprogramme und eine weiter expansive Geldpolitik unter der neuen Regierung. Der Nikkei-Index stieg am Tag nach der Wahl um 2,6 Prozent und notiert fast wieder so hoch wie im September, als er zeitweise auf den höchsten Stand seit 1990 gestiegen war.

Der 64-jährige Kishida war erst knapp vor der Wahl an die Macht in der Partei gekommen. Er war Anfang Oktober vom Parlament zum Ministerpräsidenten gewählt worden, nachdem sein weitgehend glücklos agierender Vorgänger Yoshihide Suga nach nur einem Jahr das Handtuch geworfen hatte. Suga war wegen seiner Corona-Politik in die Kritik geraten und hatte stark an Popularität verloren. Kishida setzte danach eine Neuwahl an, um von der Bevölkerung das Mandat für eine Regierung unter seiner Führung einzuholen.

Der frühere Banker hat zwar das Image wenig Charisma zu haben, steht aber auch für Kontinuität und eine Fortführung der traditionellen Politik des rechten Flügels seiner Partei. Kishida hatte vor seiner Wahl einen Neuanfang sowie massive Corona-Hilfen für die Wirtschaft versprochen. Auch am Tag nach der Wahl rückte Kishida die wirtschaftliche Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie, aber auch die Bekämpfung des Klimawandels und die Verteidigungspolitik zur stärkeren Abschreckung Chinas in den Mittelpunkt seines Programms.

Konjunkturpaket gegen Corona-Folge und „neuer Kapitalismus“

Für Mitte November kündigte Kishida ein umfassendes Paket zur Ankurbelung der Konjunktur an, das insbesondere auch Investitionen in umweltfreundliche Energien vorsieht, sowie ein Sonderbudget für Ende des Jahres. Zudem stellte er Hilfen für die Tourismusbranche in Aussicht. Er signalisierte aber auch, dass Japan die Fähigkeit zum Angriff auf feindliche Stützpunkte grundsätzlich als eine Option in Betracht ziehen müsse, um der Verteidigungstechnologie anderer Nationen etwas entgegenzusetzen. Damit steht nun auch eine drastische Erhöhung des Rüstungshaushalts auf der Agenda.

Kishida hat zudem einen „neuen Kapitalismus“ ausgerufen: Unter diesem Schlagwort will er die Gehälter der Japaner deutlich erhöhen, um die finanzielle Lage der ärmeren Bevölkerung und der Mittelschicht zu verbessern. Die genauen Pläne sind noch nicht bekannt, erwartet wird aber, dass Kishida auf eine expansive Fiskalpolitik und Maßnahmen zur Vermögensumverteilung setzt. Die Parteirechte hatte ihm diese Pläne vor der Wahl noch aus dem Programm gestrichen, mit der erlangten absoluten Mehrheit hat Kishida nun aber bessere Karten.

Auch die Atomkraftwerke sollen wieder hochgefahren werden. Seit der Atomkatastrophe im Jahr 2011 ist nur mehr ein Drittel der 33 betriebsbereiten Reaktoren am Netz. Angesichts der Kernschmelze von Fukushima vor zehn Jahren, die zur Stilllegung der AKW zwang, sehen viele Japaner eine Rückkehr zum Atomkurs aber kritisch.

Auf dem Konjunkturprogramm der neu gewählten Regierung ruhen großen Hoffnungen, denn die Pandemie, Lieferengpässe, Produktionsunterbrechungen in Asien und ein langsameres Wachstum in China haben Japans stark exportabhängiger Wirtschaft hart zugesetzt. So haben die meisten japanischen Autohersteller im September wegen des Mangels an Speicherchips und anderen Komponenten einen Rückgang ihrer weltweiten Produktion verzeichnet. Auch in Wirtschaftsstatistiken schlagen sich die Lieferengpässe nieder. Laut Regierungsdaten ist Japans Industrie im September um 5,4 Prozent gegenüber dem Vormonat geschrumpft. Das ist schon der dritte Rückgang in Folge.

Notenbank dürfte expansive Nullzinspolitik vorerst fortsetzen

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihre Prognose für Japans Wirtschaftswachstum zuletzt ebenfalls gesenkt. Die Notenbank erwartet für das bis 31. März laufende Steuerjahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,4 Prozent. Vor diesem Hintergrund hat die Notenbank Ende Oktober auch ihre konjunkturstützende, lockere Geldpolitik bestätigt. Sie beließ bei ihrer Zinsentscheidung ihr kurzfristiges Zinsziel bei minus 0,1 Prozent und die Zielrendite für zehnjährige Staatsanleihen bei null Prozent.

Anders als in anderen Industriestaaten gibt es in Japan auch keine steigenden Inflationsraten, die eine Abkehr von der Niedrigzinspolitik erfordern würden. Während andere Notenbanken in Europa und den USA vielleicht schon heuer oder kommendes Jahr ihre Zinsen erhöhen werden um die anziehende Inflation im Zaum zu halten, hat Japan das gegenteilige Problem: Die Bank of Japan schon seit Jahren gegen sinkende Löhne und Preise und versucht mit Wertpapierkäufen die Teuerung anzuheizen. Die BoJ erwartet, dass die Inflationsrate aber noch für mindestens zwei Jahre unter ihrer Zielmarke von 2 Prozent bleibt. Ein Ende ihrer lockeren Geldpolitik ist damit vorerst nicht in Sicht.

ERSTE STOCK JAPAN: Aktien im Land der „aufgehenden Sonne“

Mit dem ERSTE STOCK JAPAN können AnlegerInnen in eine Auswahl attraktiver Aktien an der Börse Tokyo investieren. Dazu zählen beispielsweise Werte wie der Elektronikriese Sony Group, das weltweit agierende Pharmaunternehmen Daiichi-Sankyo oder das größte japanische Chemieunternehmen Shi-Etsu Chemical. In den vergangenen 5 Jahren erreichte der Fonds eine Wertentwicklung von 7,1% p.a. (siehe Chart, Daten per 30.9.2021, Quelle OeKB).

Hinweis: Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

FAZIT: Die Parlamentswahlen in Japan brachten eine Bestätigung des wirtschaftsfreundlichen Kurses von Premier Fumio Kishida. Wird die Börse zu neuem Schwung ansetzen? Mit dem ERSTE STOCK JAPAN kann man in eine Auswahl attraktiver japanischer Aktien investieren.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Rentenmärkte weiterhin auf Verliererseite

Nach dem heftigen Renditeanstieg im September schwächte sich das Tempo des Anstiegs im Oktober zwar etwas ab – aber auch das reichte für den Großteil der Anleihemärkte aus, um einen weiteren Monat mit (leicht) negativer Wertentwicklung zu verbuchen. Selbst der Renditeaufschlag von Unternehmensanleihen genügte nicht, um die Kursrückgänge zu kompensieren, so Raiffeisen Capital Management in der neusten Ausgabe von märkte | unter uns. Einzig GBP-Anleihen erreichten durch eine deutliche Kurserholung des britischen Pfunds ein signifikantes Monatsplus. In Summe sind die Staatsanleiherenditen in den Industriestaaten damit wieder auf den Jahreshochs vom Frühjahr. Zieht man eine erste Zwischenbilanz für 2021, sieht man das klassische Muster einer starken Konjunkturerholung: Stärkste Performance bei High Yield (parallel zum Aktienmarkt) dank stark fallender Risikoprämien. Schlechteste (stark negative) Performance bei etablierten Staatsanleihen aufgrund steigender Marktrenditen – mit gut gerateten Unternehmensanleihen im Mittelfeld. Auf Euro-Basis stechen auch noch USD-Anleihen hervor, die aufgrund des im Jahresverlauf aufwertenden US-Dollars eine Extraperformance erzielten – auf USD-Basis ist auch dort die Staatsanleiheperformance tief negativ.

Hohe Inflationsraten: US-Notenbank reagiert in Kürze

Die Inflationsraten steigen weltweit weiterhin an. Das gilt insbesondere für Europa, wo man mit zuletzt 4,1 % p.a. dabei ist, zu den USA (die letzten Monate praktisch unverändert bei über 5 %) aufzuschließen. Hauptverantwortlich für den Anstieg sind der starke Rohstoffpreisanstieg und Lieferengpässe. Beides Faktoren, die für einen raschen Inflationsrückgang im Laufe von 2022 sorgen werden. Allein schon, weil die Rohstoffpreise dann nicht noch einmal so stark steigen werden. Für Europa ist deshalb bis Ende 2022 ein Rückgang unter 2 % realistisch, weshalb die EZB zu Recht keinen Grund für baldige Zinsanhebungen sieht.

In den USA dürfte es der Inflationsrückgang 2022 dagegen nicht mehr nachhaltig unter das 2 %-Ziel schaffen: Der wachsende Lohndruck könnte dort die Inflationsrate hartnäckig über diesem Wert halten. Dementsprechend bereitet sich die US-Notenbank auch schon auf ein Zurückfahren der Anleihekäufe im ersten Halbjahr 2022 vor – gefolgt von einem Zinsanhebungszyklus, vielleicht schon ab Herbst 2022.

Unternehmensanleihen bleiben übergewichtet gegenüber Staatsanleihen

Die Anleihemärkte stehen weiterhin im Zeichen des absehbaren Endes der Anleihekäufe und darauffolgender Zinsanhebungen der US-Notenbank. Resultat: An den Anleihemärkten sehen wir zunehmend höhere Renditen und flachere Zinskurven.

Nach dem starken Anstieg seit August preisen Anleiherenditen allerdings inzwischen recht aggressive Zinserwartungen ein und könnten kurzfristig eine Verschnaufpause einlegen, weshalb wir unsere kurzfristige Untergewichtung von Anleihen gegenüber Geldmarkt vorerst schließen.

Mittelfristig hat der Renditeaufwärtstrend aber insbesondere in den USA noch viel Luft nach oben: Innerhalb des Anleihesegments bleiben wir deshalb untergewichtet in risikoarmen Staatsanleihen (insbesondere US-Staatsanleihen) zugunsten einer starken Übergewichtung in Unternehmensanleihen (insbesondere auch High Yield). Geschlossen haben wir unsere Übergewichtung von EM-Hartwährungsanleihen.


Weitere Details finden Sie in der November-Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's "märkte | unter uns".

Weltklimakonferenz COP26: Hebel für Investments in den Klimaschutz notwendig

Anlässlich der Klimakonferenz in Glasgow machen die Erste Asset Management und die Umweltschutzorganisation WWF Österreich auf die Dringlichkeit von raschen Entscheidungen und gewaltigen Klimaschutz-Investitionen aufmerksam.

Fachleute betonen, dass die UN-Klimakonferenz die „letzte und beste Chance“ ist, einen konkreten Plan zur Begrenzung der globalen Erhitzung auf 1,5 Grad Celsius vorzulegen und den Übergang zu Netto-Null-Emissionen bis spätestens 2050 zu schaffen. Denn die grüne Transformation der Wirtschaft und die Abwendung der schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise erfordert nicht nur einen besseren politischen Rahmen, sondern auch die erforderlichen Finanzmittel.

15 Jahre Kooperation: Mehrwert für Natur- und Klimaschutz

Die Erste Asset Management nimmt gemeinsam mit dem WWF Österreich eine Pionierrolle ein: Bereits 2001 wurde der erste Umweltaktienfonds aufgelegt. „Nachhaltigkeit ist in unseren Augen kein Schlagwort, sondern entspricht unserer Überzeugung, dass ökologische und soziale Faktoren für unsere KundInnen langfristig eine bessere risikoadjustierte Performance bringe können“, betont Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste AM.

„Die Staats- und Regierungschefs müssen die Klimakrise als das behandeln, was sie ist: ein globaler Notfall. Dafür müssen alle Beteiligten vom Reden ins Handeln kommen – sowohl die Politik als auch die Wirtschaft sind massiv gefordert“, sagt Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich. Denn neben politischen Beschlüssen und öffentlichen Mitteln brauche es weltweit auch private Investitionen in 1000 Milliarden-Höhe. „Klima- und Umweltschutz müssen überall im Kerngeschäft ankommen – verbindlich, konkret und transparent“, sagt Andrea Johanides und verweist dazu auf eine vom WWF beauftragte market-Umfrage.

Demnach fordern knapp 60 Prozent der heimischen Bevölkerung, dass Finanzinstitute ihre Geschäfte klima- und naturverträglich ausrichten. Als wichtigstes Entscheidungskriterium für „grüne“ Finanzprodukte nennen die Befragten eine transparente Kennzeichnung.

Umweltaktienfonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT

Seit Oktober 2006 gibt es beim Management des Umweltaktienfonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT eine enge Kooperation mit dem WWF Österreich. Kernstück ist der durch den WWF Österreich initiierte Umweltbeirat, der das Fondsmanagement bei den Investitionsentscheidungen unterstützt. Gleichzeitig spendet die Erste AM einen Teil ihrer Verwaltungsgebühr des Fonds. Mit diesen Mitteln werden seitdem Wasser-, Klima- und Naturschutzprogramme des WWF unterstützt.

Eine messbare positive Auswirkung (Impact) auf Umwelt beziehungsweise Gesellschaft steht bei der Investmententscheidung im Vordergrund. Seit Beginn der Kooperation vor 15 Jahren sind mehr als 3,6 Mio. Euro in Naturschutzprojekte des WWF Österreich geflossen.

Die folgenden Zahlen verdeutlichen den positiven Beitrag zum Umweltschutz, den die Unternehmen im Fonds jedes Jahr erzielen:

Quellen: Erste AM, ESG+, Unternehmensdaten; siehe unten*

Einsatz von Stimmrechten für Transformation

Die Erste Asset Management setzt ihre Stimmrechte bei Unternehmen gezielt ein, um sie zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. Dabei hält sie sich an eine nachhaltige Abstimmungsrichtlinie bei Hauptversammlungen, die öffentlich einsehbar ist und für sämtliche ihrer Publikumsfonds gilt. Letztes Jahr wurde unter diesen Voraussetzungen in 363 Hauptversammlungen für über 3 Milliarden Euro abgestimmt. „Nachhaltige Investments sind der größte Hebel, um die so notwendige Transformation der Wirtschaft zu schaffen“, so Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste Asset Management.

Mit einem nachhaltig veranlagten Volumen von bisher 14,2 Milliarden Euro (10.2021) in insgesamt über 50 nachhaltigen Publikumsfonds und mehreren Spezialfonds ist die Erste Asset Management Pionierin und Marktführerin in Österreich im Nachhaltigkeitsbereich.


Mehr zum Thema nachhaltig investieren finden sie unter: www.nachhaltiginvestieren.at

Warnhinweis Erste WWF Stock Environment

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Kann Facebook vom Metaverse-Boom profitieren?

von Eliézer Ndinga, Research Lead bei 21Shares.

Vergangene Woche gleich der Kryptomarkt einer Achterbahnfahrt der Emotionen. Am 27. Oktober wurden innerhalb von 24 Stunden über 170.000 Händler liquidiert, da die meisten Marktkategorien mit Ausnahme der Metaverse-Token im fast zweistelligen Prozentbereich fielen. Insgesamt wurden Long-Liquidationen in Höhe von knapp 900 Millionen Dollar an Derivatebörsen ausgelöst. Bitcoin fiel kurzfristig unter die Marke von 60.000 US-Dollar, machte aber die Sieben-Tage-Verluste wieder gut. Das Krypto-Asset wird derzeit bei 63.000 Dollar gehandelt, während der Handel von Ethereum sich im Preisfindungsmodus befindet und sein bisheriges Allzeithoch von 4.300 USD durchbrochen hat. Die Rallye von Ethereum könnte durch die Ankündigung1 von Micro Ether Futures durch Chicago Mercantile Exchange (CME), US-amerikanischer Derviate-Handelsplatz, angetrieben worden sein. Kleinere Futures-Kontrakte werden den Zugang zu Ether-Futures mit Barausgleich für ein breites Spektrum professioneller Anleger erweitern und das Bewusstsein für Ethereum als Anlageklasse schärfen.

Die Ausreißer der letzten sieben Tage waren Virtual & Augmented Reality Token, oder auch Metaverse Token genannt (+576 Prozent), und Polkadot (+16 Prozent).

Facebook benennt sich um und steigt in das Metaverse ein

Facebook kündigte in Bezug auf seine Strategie, sich auf die nächste Generation von sozialen Netzwerken in der virtuellen Realität zu konzentrieren, eine Umbenennung des Unternehmens in “Meta” an. Darüber hinaus gab das Unternehmen die Absicht bekannt, NFTs beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen in der virtuellen Welt zu unterstützen. „Dies wird es den Leuten erleichtern, digitale Objekte in limitierter Auflage wie NFTs zu verkaufen, sie in ihren digitalen Räumen auszustellen und sie sogar sicher an die nächste Person weiterzuverkaufen“, verkündete Vishal Shah, Facebook Head of Metaverse Products.

Einige Kritiker führen diesen Schritt auf eine verstärkte behördliche Kontrolle aufgrund von Skandalwellen zurück, wie zum Beispiel die durchgesickerten Dokumente von Frances Haugen, einer ehemaligen Mitarbeiterin von Facebook, welche die Diskriminierung und Unterdrückung von Algorithmen2 beschreiben. Wir bei 21Shares sehen die Ankündigung von Facebook jedoch als wesentliches Signal der Stärkung des Virtual- und Augmented-Reality-Sektors der Kryptoindustrie. Das angeschlagene Image des Social-Media-Riesen ist einer der Hauptgründe dafür, dass dezentrale Anwendungen existieren: Sie wurden geschaffen, um die Macht zu schwächen, die ein Unternehmen wie Facebook über seine Nutzer ausübt.

Als Folge der Verlautbarung von Facebook standen Krypto-native Virtual-Reality-Anwendungen bei Investoren im Rampenlicht und erlebten – da diese nach Alternativen zu Facebook suchen – einen Kursanstieg. Laut Statistawird der globale Markt für Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und Mixed Reality (MR) im Jahr 2021 in seiner Gesamtheit voraussichtlich 30,7 Milliarden US-Dollar erreichen und bis 2024 auf fast 300 Milliarden US-Dollar steigen. Virtuelle Spiele wie Sandbox (Ticker: SAND) und Decentraland (Ticker: MANA), in denen Spieler virtuelle Existenzen besitzen, aufbauen, spielen und sogar monetarisieren können – stiegen in den letzten sieben Tagen um mehr als 263 Prozent bzw. 275 Prozent. Beide Anwendungen bringen es zusammen auf eine Marktkapitalisierung von sieben Milliarden US-Dollar – das sind 22 Prozent des Weltmarktes.

Wir können davon ausgehen, dass sowohl Krypto-native Anwendungen als auch der Metaverse-Sektor mit dieser Akzeptanz und Bekanntheit Schritt halten werden, da viele Benutzer Facebook weiterhin misstrauen. Andererseits hat Facebook einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf seiner Seite: es besitzt das Virtual Reality-Unternehmen Oculus, Hersteller von VR-Brillen. Im Jahr 2014 gab Facebook die Übernahme dieses führenden Anbieters von immersiver Virtual-Reality-Technologie für rund zwei Milliarden US-Dollar bekannt. Es wird wichtig sein, das Zusammenspiel und Verhältnis zwischen Software und Hardware in den VR (Virtual Reality)- und AR (Augmented Reality)-Sektoren weiterhin zu beobachten– vor allem, da sich beide Sektoren über Gaming hinaus in den Mainstream bewegen. Das ist bereits jetzt in Bereichen wie der Luftfahrt und dem Gesundheitswesen der Fall. Das Bullen-Szenario für Facebook bzw. Meta besteht aus der Annahme, dass das Unternehmen durch den Besitz von Oculus zum größten Nutznießer der Etablierung des Metaverse-Sektors werden könnte – schließlich werden Benutzer in Zukunft Immersions-VR-Brillen, mit denen User tief in die neue Welt der Virtual Reality eintauchen können - wahrscheinlich deutlich mehr verwenden.

Meta könnte, wenn es um die Hardware geht, als Sieger aus dem VR/AR-Wettlauf hervorgehen, aber zugleich nicht unbedingt zum Marktführer in Sachen Applikationen/ Software werden. Während Metas virtueller Raum Milliarden Menschen zur Verfügung stehen wird, werden viele Benutzer aufgrund des Misstrauens gegenüber Facebook höchstwahrscheinlich auf Krypto-native Anwendungen wie Sandbox und Decentraland umsteigen. Entweder wird Facebook diese virtuellen Krypto-Räume neben seiner internen Anwendung für Oculus verfügbar machen oder die entgegengesetzte Richtung einschlagen: ihnen den Zugang verwehren. Eines ist jedenfalls klar: Sollte Facebook Oculus für dezentrale VR- und AR-Anwendungen zur Verfügung stellen, käme das einer Revolution gleich. Facebook / Meta könnte sich damit einmal mehr «neu erfinden».


1) https://www.cmegroup.com/articles/2021/micro-ether-futures-frequently-asked-questions.html
2) https://www.wsj.com/articles/facebook-whistleblower-frances-haugen-says-she-wants-to-fix-the-company-not-harm-it-11633304122#refreshed
3) https://www.statista.com/statistics/591181/global-augmented-virtual-reality-market-size/

Über 21Shares

21Shares verfügt über die weltweit größte Palette an börsengehandelten Kryptowährungsprodukten (ETPs). Mit der Notierung des ersten Kryptowährungsindices an der SIX Swiss Exchange im Jahr 2018 leistete 21Shares Pionierarbeit und erweitert sein Produktportfolio seitdem konsequent mit innovativer Forschung und zukunftsweisenden Ansätzen. 21Shares möchte allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit für den Kauf, Verkauf und Leerverkauf von Kryptowährungen über bestehende Bank- und Maklerkonten bieten. Onyx, die Emissionsplattform von 21Shares wird sowohl von 21Shares als auch von Drittpartnern für die Emission und das operative Geschäft mit Kryptowährungs-ETPs weltweit genutzt. 
Weitere Informationen: https://21shares.com/

Passive und aktive Krypto-Indizes – Ein Konstruktionsbeispiel

Felix Fernandez, CEO von OpenMetrics und Referent beim 189. Hedgework, beschreibt Varianten von aktiven Krypto-Indizes, die regelbasiert bzw. mit einer taktischen Allokation sowohl Volatilität als auch maximale Verluste signifikant reduzieren können. Dies ermögliche, sinnvoll an der Entwicklung dieser Assetklasse zu partizipieren und gleichzeitig effizient die Risiken zu managen.

Kryptowährungen werden zunehmend als eigenständige Assetklasse anerkannt, wobei sich bisher viele Krypto-Indizes bzw. die darauf basierenden Investmentprodukte auf relativ wenige Währungen konzentrieren. Abgesehen davon, dass damit nur ein Teil des Krypto-Universums abgebildet wird, zeigen diese Indizes oft einen starken Fokus auf Markt-Kapitalisierung und damit eine zu hohe Konzentration in wenige Währungen, beispielsweise in Bitcoin und Ethereum.

Das ist vergleichbar mit einem Aktienfonds, welcher nur aus einigen wenigen Aktien bestünde und primär nach der jeweiligen Marktkapitalisierung gewichtet würde. Die meisten Investoren würden in so einen Index zumindest mit einer gewissen Vorsicht investieren, denn bei hoch konzentrierten Portfolios innerhalb einer Assetklasse ist grundsätzlich das Konzentrationsrisiko hoch und der Diversifikations­nutzen gering. Insofern ist es sehr sinnvoll, in einen breit diversifizierten Krypto-Index zu investieren

Die Frage, die sich nun stellt, ist, wie man aus dem unübersichtlichen Krypto-Universum einen Index konstruiert der nicht nur repräsentativ, sondern auch breit diversifiziert, nicht zu stark konzentriert und auch tatsächlich investierbar ist?

Ansatz für einen funktionierenden Selektionsprozess

Man könnte zum Beispiel einfach die Top-200-Kryptowährungen (Coins) nach Marktkapitalisierung gewichtet in einem Index kombinieren. Dieser Index wäre aber kaum physisch replizierbar, da das Index-Universum Währungen enthalten würde, die nicht an etablierten, vertrauenswürdigen und liquiden Börsen handelbar wären. 

Zudem sind einige Coins keine reinsortigen Kryptowährungen, sondern beispielsweise Stablecoins, Wrapped Coins und Synths, sowie tokenized Assets (z. B. Gold, Aktien, …). Insofern ist es wichtig, einen strukturierten Selektions- bzw. Filterprozess zu definieren, um das physisch replizierbare Gesamtmarktuniversum zu definieren:

  1. Selektion aller Börsen, die zentralisiert, vertrauenswürdig, etabliert und liquide sind.
  2. Identifikation aller Coins, die als reinsortige Kryptowährungen klassifiziert werden können, sowie Auswahl aller Coins, die hinsichtlich Verfügbarkeit, Liquidität und Historie über eine ausreichende Reife verfügen, um als Investment berücksichtigt werden zu können.

Schritt 1: Selektion von Krypto-Börsen

Anhand der Metadaten und Zeitreihen von zurzeit 314 Krypto-Börsen wird eine Auswahl nach den folgenden Kriterien getroffen:

  1. Die Börse sollte zentralisiert sein, keine eigenen Handelsaktivitäten haben und es muss ein Trust-Score existieren.
  2. Die Bewertung der Vertrauenswürdigkeit sollte mindestens Level 9 betragen und jede Börse unterhalb dieses Niveaus sollte seit mindestens 2019 bestehen.
  3. Es sollten mindestens 10 Trusted Coins vorhanden sein.
  4. Die Datenqualität der täglichen Handelsvolumina aus dem letzten Quartal (Periode) sollte folgenden Kriterien genügen:
    1. Die Daten sollten zu Beginn und/oder Ende des Zeitraums wenige fehlende Datenpunkte aufweisen.
    2. Es sollten nicht zu viele interpolierte Werte bzw. Cluster interpolierter Daten vorhanden sein.
  5. Das durchschnittliche Tagesvolumen des letzten Quartals sollte nicht kleiner als das niedrigste Volumen aller vertrauenswürdigen Börsen sein.

Im Ergebnis erhalten wir eine Auswahl von 16 Krypto-Börsen, die nach diesem Filterprozess noch übrigbleiben: 

Nur die Kryptowährungen, die an den mit „True“ gekennzeichneten Börsen gehandelt werden, können in einen repräsentativen Marktindex einfließen.

Schritt 2: Auswahl von Kryptowährungen

Anhand der Metadaten und Zeitreihen aus 2651 Coins wird eine Endauswahl nach den folgenden Kriterien getroffen:

  1. Die Kryptowährung sollte keiner der folgenden Kategorien angehören: Stablecoin, Wrapped, Synth, Tokenized Gold oder Tokenized Bitcoin.
  2. Der Coin sollte vertrauenswürdig an mindestens zwei der ausgewählten Börsen gehandelt werden.
  3. Die Datenqualität der Tageskurse, Markt-Kapitalisierungen und Volumina der letzten 90 Tage sollte folgenden Kriterien genügen:
    1. Die Daten sollten zu Beginn und/oder am Ende des Zeitraums keine fehlenden Datenpunkte aufweisen.
    2. Es sollten nicht zu viele interpolierte Werte bzw. Cluster interpolierter Daten vorhanden sein.

Im Ergebnis erhalten wir insgesamt eine Auswahl von 408 Coins, die den Filterprozess erfolgreich durchlaufen haben.


Die Tabelle zeigt eine mit „True“ gekennzeichnete Auswahl von insgesamt 408 Coins, die den Filterprozess erfolgreich durchlaufen haben.

Index-Konstruktion

In der aktuellen Implementierung haben wir speziell auf Ausreißer innerhalb der Marktkapitalisierung, sowie auf die Vermeidung einer Single-Coin-Dominanz geachtet.

Ausreißer innerhalb der Marktkapitalisierung können insbesondere dann zum Problem werden, wenn neue Coins während des periodischen Auswahlprozesses hinzugefügt oder aus der Auswahl entfernt werden. Beispiel: Ein Coin schafft es möglicherweise nur für ein paar Tage in die Top 10 der Coins nach Marktkapitalisierung, erlebt dann aber einen massiven Verlust und verschwindet wieder aus der Auswahl.

Wir empfehlen daher, eine geglättete Version der Marktkapitalisierung (bereinigte Markt­kapitalisierung) zu verwenden. In unserer aktuellen Implementierung verwenden wir einen exponentiellen gleitenden Durchschnitt für jeden Coin.

Historisch wurde das Krypto-Universum stark von der Marktkapitalisierung des Bitcoin dominiert. Die übliche Herangehensweise, Gewichte so zu berechnen, dass sie die Marktkapitalisierung repräsentieren, würde zu Indizes führen, die dem Bitcoin sehr ähnlich sind. Wir empfehlen daher, bei der Berechnung der Gewichte einen Dämpfungsfaktor zu verwenden. Dies entschärft die Bitcoin-Dominanz und führt zu breiteren Allokationen innerhalb des aufstrebenden Krypto-Universums.

Ergebnisse für einen passiven Index

Die Ergebnisse unseres Konstruktionsansatzes sind sehr vielversprechend, wenn man sich die Index-Simulationsergebnisse des passiven Index ansieht:


Vergleich der passiven OpenMetrics Krypto-Indexfamilie vs. Bitcoin.
Im oberen Chart ist die Preisentwicklung der sechs passiven Indizes im Vergleich zum Bitcoin (schwarze Kurve) dargestellt. Wesentlich ist der Vergleich der annualisierten Renditen (annRet), sowie der risikoadjustierten Renditen (sharpe).

  1. Man kann gut beobachten, dass sich Ende 2016 das Krypto-Universum deutlich von Bitcoin absetzt. 
  2. Der Nutzen der Diversifikation zeigt sich in steigenden risikoadjustieren Renditen (Sharpe Ratio) umso „breiter“ der Index wird.

Einführung von aktiven Indizes

Bei einem aktiven Index werden die Gewichte zwischen dem Index-Universum und einem anderen Universum (z.B. Cash, Stablecoins oder andere Assetklassen) – gesteuert durch eine taktische Allokation – dynamisch verschoben.

Hierzu nutzen wir die OpenMetrics eigene Strukturbruchanalyse bzw. die daraus abgeleiteten Stabilitätssignale, die zuverlässig wechselnde Regimes in Zeitreihen erkennt, um die Allokation zwischen dem Krypto-Universum und etwa einem Stablecoin aktiv zu steuern.

Im Folgenden sehen wir ein Beispiel für eine solche Stabilitätsmatrix für einige ausgewählte Coins:

Die obige Matrix zeigt die auf den OpenMetrics-Technologien basierenden Stabilitätssignalefür eine Auswahl von zehn Kryptowährungen (Coins). Diese Stabilitätssignale bewegen sich zwischen 0 und 1, wobei 0 für einen „instabilen“ und 1 für einen „stabilen“ Markt im jeweiligen Asset stehen. In einem instabilen wäre man z.B. zu 0% investiert und in einem stabilen zu 100%.

Die 1:1-Anwendung der Stabilitätssignale für die Steuerung der Allokation führt Im Ergebnis zu einer deutlichen Reduktion der maximalen Verluste, sowie einer weiteren Erhöhung der risikoadjustieren Renditen (Sharpe Ratio).


Vergleich der aktiven OpenMetrics Krypto-Indexfamilie vs. Bitcoin.
Im oberen Chart ist die Preisentwicklung der sechs aktiven Indizes im Vergleich zum Bitcoin (schwarze Kurve) für einen aktiven Index dargestellt, der im Bereich von 10% bis 90% investiert ist. Während die Renditen im Bereich von Bitcoin bleiben, verbessert sich einerseits die risikoadjustierte Rendite (sharpe), andererseits werden die maximalen Verluste deutlich reduziert.
Im Vergleich zu den passiven Indizes verliert man etwas Performance, dafür erhält man aber ein deutlich „ruhigeres Fahrwasser“ mit einer eingebauten „Crash-Protection“.

Fazit

In einem hochdynamischen Umfeld, wie im Bereich von Kryptowährungen, sind traditionelle Index-Konstruktionsprinzipien nur bedingt sinnvoll. Wenn man als Investor einen wirklich diversifizierten und liquiden Zugang zu dieser neuen Asset-Klasse sucht, dann sollte man unbedingt darauf achten, dass der dem Index zugrundeliegende Selektions- und Konstruktionsprozess mit der Dynamik des zugrundeliegenden Universums mithalten kann.


1) Siehe: https://www.openmetrics.ch/post/introduction-of-the-sbx-structural-break-index

Felix Fernandez hat kürzlich die Rolle des CEO der 21e6 Capital AG übernommen, einem neu gegründeten Schweizer Anlageberater mit Fokus auf Krypto-Investitionen, insbesondere in Krypto-Dachfonds. Felix arbeitet parallel als CEO für OpenMetrics Solutions in Zürich. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche und war zuvor in Top-Management-Positionen der Gruppe Deutsche Börse tätig. Nach seiner langjährigen Karriere im Firmenkundengeschäft, ging er 2016 als Research Fellow zur Rmetrics Association die von Prof. Diethelm Würtz an der ETH Zürich geleitet wurde. Im selben Jahr war er Mitbegründer von OpenMetrics Solutions, einem Spin-Off der ETH Zürich mit einem ausgezeichneten Ruf als Anbieter von modernsten Risikomanagement- und Financial-Engineering-Lösungen über alle Anlageklassen hinweg. Felix hat einen Abschluss als Dipl. Ing. in Informatik mit Spezialisierung auf Software-Simulationsumgebungen.

OpenMetrics ist ein 2016 gegründetes ETH Spin-Off mit Schwerpunkt auf fortschrittlichen statistischen Methoden und Financial Engineering, das führende institutionelle Investoren und Vermögensverwalter in den Bereichen Risikosteuerung und Portfoliomanagement berät. Die Methoden und Verfahren werden als Saas Risiko- und Portfoliomanagement angeboten, damit können Marktteilnehmer diese sehr schnell in ihre internen Prozesse und Systeme integrieren. Die Basistechnologien von OpenMetrics basieren auf der neuesten wissenschaftlichen Forschung der ETH Zürich und angeschlossener Universitäten. Großer Wert wird dabei auf einen kontinuierlichen Transfer von akademischer Forschung in finanzmarktrelevante Produkte und Dienstleistungen gelegt.