Myanmar: Positive Aussichten für Mikrofinanz trotz Staatsstreich

von Dr. Carlos De las Salas Vega, Chief Investment Officer der Invest in Visions GmbH. 

Am 1. Februar 2021 hat in Myanmar das Militär durch einen Staatsstreich die Kontrolle übernommen. Ein einjähriger Ausnahmezustand wurde verhängt, zahlreiche PolitikerInnen der Partei „National League for Democracy“ (NLD) verhaftet. Die anfangs friedlichen Demonstrationen von NLD-AnhängerInnen verschärfen sich derzeit. Dennoch scheint das alltägliche Leben der Bevölkerung von diesen Ereignissen bis jetzt relativ unberührt, da beispielsweise Banken zum Großteil geöffnet sowie Internet- und Datenverbindungen größtenteils verfügbar sind. Soziale Medien sind jedoch weiterhin blockiert.

Wir sind mit unserem IIV Mikrofinanzfonds seit 2018 in Myanmar aktiv. Wir beobachten die aktuelle Situation aufmerksam, um unsere Aktivitäten im Land möglichst weiterführen zu können. Zum einen sehen wir ein großes Wachstumspotenzial für den dortigen Mikrofinanzsektor. Sollte sich die Wirtschaft von den Auswirkungen durch die Corona-Pandemie wie erwartet in den kommenden Monaten erholen, wird auch der Bedarf an Finanzierungen steigen. Zum anderen ist es gerade in Krisensituationen wie dieser wichtig, den Menschen vor Ort eine Hilfestellung zu bieten. Mikrofinanz ist ein leistungsfähiges Instrument, um Armut zu verringern und Lebensbedingungen zu verbessern. Mit Hilfe von Mikrokrediten können einkommensschaffende Aktivitäten aufgenommen und notwendige soziale Ausgaben wie beispielsweise für Bildung finanziert werden.

Nicht nur aufgrund der momentanen prekären Lage und um auf Herausforderungen, die daraus resultieren, gemeinsam reagieren zu können, sind wir im ständigen Austausch mit unseren Partnern vor Ort. Wir sprechen auch mit weiteren Mikrofinanzinstituten (MFIs), um auf eine steigende Finanzierungsnachfrage in Myanmar reagieren zu können. Wir werden neue Investitionen jedoch erst tätigen, wenn die politische Situation und die Auswirkungen des Putsches genauer einzuschätzen sind.

IIV Mikrofinanzfonds in Myanmar

In der Länderdiversifikation macht das Land mit einer Investitionssumme von 6 Millionen Euro derzeit 0,67 Prozent des Fondsvermögens aus. Erst im Dezember 2020 hat Invest in Visions ein Darlehen an das MFI LOLC Myanmar Microfinance Co Ltd. vergeben. Es bestehen außerdem Darlehensverträge mit dem MFI Alliance for Microfinance in Myanmar. Beide MFIs berichten uns, dass ihre Filialen weitgehend geöffnet sind. Zwar wurden Auszahlungen als Vorsichtsmaßnahme reduziert, Rückzahlungen werden jedoch weiterhin angenommen.

Der Fokus der von uns unterstützen MFIs in Myanmar liegt auf dem Zugang zu Krediten für Frauen. Zusammen bedienen beide MFIs mehr als 450.000 KundInnen im Land (86 Prozent Frauen), die Mehrheit ihrer MitarbeiterInnen sind Frauen (66 Prozent), auch auf der Management-Ebene (64 Prozent). Die MFIs vergeben Kredite von durchschnittlich 380 US-Dollar. Die Mehrheit der Kredite wird in ländlichen Gebieten vergeben (60 Prozent). Die dadurch geförderten wirtschaftlichen Aktivitäten finden größtenteils im Sektor Dienstleistungen und Handel (62 Prozent), gefolgt vom Bereich Landwirtschaft (29 Prozent) statt.


Über INVEST IN VISIONS

Die Invest in Visions GmbH wurde 2006 von Edda Schröder mit der Vision gegründet, institutionellen und privaten Anlegern den Zugang zu Impact Investments zu ermöglichen, also zu Anlagen, die neben finanziellen Erträgen auch positive gesellschaftliche Auswirkungen bieten. Wir haben uns als Mikrofinanzinvestor der ersten Stunde einen Namen gemacht und im Jahr 2011 mit der Auflegung des IIV Mikrofinanzfonds als erstem Fonds dieser Anlageklasse in Deutschland für private und institutionelle Anleger einen wichtigen Meilenstein erreicht.
Neben Mikrofinanz beschäftigen wir uns mit den Bereichen Bildung, erneuerbare Energien (dezentrale Projekte) und nachhaltige Agrarwirtschaft sowie mit der Finanzierung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) und ganz allgemein mit sozialen Projekten und Wirkungskrediten. Unsere Produktlösungen sind dabei Fonds und eine Inhaberschuldverschreibung (IIV Mikrofinanz-Anleihe).
Die Invest in Visions GmbH verwaltet per 05.01.2021 ein Vermögen von über 851 Millionen Euro in drei Impact-Investment-Fonds.
Aufgrund der langjährigen Erfahrung unseres internationalen mehrköpfigen Portfoliomanagement-Teams und unseres spezialisierten Netzwerks verfügen wir über umfassende Expertise in der Auswahl und Bewertung nachhaltiger und sozialer Investmentprodukte.

Wachsende Biotech-Erfolge bei Seltenen Krankheiten

von Mario Linimeier, Geschäftsführender Gesellschafter und Portfoliomanager der Medical Strategy GmbH, an der die apoAsset beteiligt ist.

In der EU gilt eine Krankheit als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Von diesen Seltenen Krankheiten (Orphan-Erkrankungen) gibt es weltweit rund 7.000. Forschungserfolge in der Medizin ermöglichen immer häufiger ihre Behandlung. Es handelt sich um einen Bereich des Gesundheitssektors mit sehr guten Wachstumsperspektiven.

Die Zahlen machen den Handlungsbedarf deutlich: In rund 50 Prozent der Fälle sind Kinder von Orphan‐Erkrankungen betroffen. Rund 30 Prozent von ihnen sterben, bevor sie fünf Jahre alt sind. Es handelt sich also häufig um sehr schwerwiegende und lebensbedrohliche Krankheiten.

Bislang sind erst fünf Prozent dieser Seltenen Erkrankungen mit zugelassenen Medikamenten behandelbar. Es besteht somit ein enormer Bedarf an neuen und innovativen Therapien. Allein in den USA, dem größten Healthcare‐Markt der Welt, leiden schätzungsweise 25 bis 30 Millionen Menschen unter Orphan‐Krankheiten und benötigen wirksame Behandlungsoptionen. In der EU leben ähnlich viele Menschen mit einer Seltenen Krankheit, allein in Deutschland sind es vier Millionen Menschen, so das Bundesministerium für Gesundheit.

Staatliche Unterstützung

Die Seltenheit der verschiedenen Krankheiten erschwert medizinisch und wirtschaftlich die Entwicklung neuer Medikamente und ihre Behandlung. Daher haben die Staaten für die Arzneimittelhersteller verschiedene Anreize geschaffen, damit für diese Nischen‐Indikationen neue Therapien entwickelt werden. So gilt in den USA eine siebenjährige Marktexklusivität. In Europa ist der Schutz sogar zehn Jahre lang gültig. Die Forschung ist aufwendig und von Rückschlägen begleitet, das Skalierungspotenzial erfolgreicher Therapien ist begrenzt. Die Behandlungskosten sind daher nicht mit anderen Medikamenten vergleichbar und können durchaus im sechsstelligen US‐Dollar‐Bereich liegen.

Die öffentliche Hand unterstützt Unternehmen in diesem Bereich mit steuerlichen Vergünstigungen und kurzen Zulassungswegen. In der Regel reichen positive Ergebnisse in kleinen Studien mit wenigen Patienten aus, um eine Zulassung zu erhalten. Für die entsprechenden Biopharma‐Unternehmen bringt das spürbare Vorteile. Die Entwicklungszeiten sind tendenziell kurz, was sich auch positiv auf die Kosten auswirkt.

Schließlich gelten die Patienten als gut informiert und untereinander eng vernetzt, um sich über Therapieansätze und ‐erfolge schnellstmöglich auszutauschen. Diese Diskussion hilft auch den Unternehmen bei der Entwicklung, Verbreitung und Optimierung der Therapien.

Aussichtsreicher Wachstumsmarkt

Angesichts der genannten Anreize ist die Entwicklung von Orphan‐Arzneimitteln für die Biopharma‐Industrie ein wichtiges Segment. Darüber hinaus ermöglichen neue Erkenntnisse in der molekularbiologischen Forschung die Entwicklung neuer, hochwirksamer Behandlungsansätze ‐ zum Beispiel von Gentherapien oder RNA‐basierten Therapien.

Dies schlägt sich auch in den Umsatz‐Prognosen für das Orphan‐Segment nieder: Der Umsatz für Arzneien zur Behandlung Seltener Krankheiten soll von 150 Milliarden US‐Dollar im Jahr 2020 auf mehr als 240 Milliarden US‐Dollar in 2024 wachsen. Das bedeutet einen Anstieg von 60 Prozent in gerade einmal vier Jahren beziehungsweise von 12,3 Prozent per annum. Zum Vergleich: Der Markt für herkömmliche Medikamente wächst jährlich um sechs Prozent.

Und noch eine Prognose weist auf die stark zunehmende Bedeutung von Therapien zur Behandlung Seltener Krankheiten hin: Der Anteil der Arzneimittel zur Behandlung von Orphan‐Krankheiten am gesamten Medikamentenmarkt soll sich bis 2024 im Vergleich zum Jahr 2010 auf 20 Prozent verdoppeln.

Aktien‐Segment mit Potenzial

Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Wachstum dieses Marktsegments. Seltene Krankheiten sind für die entsprechenden Biopharma‐Unternehmen kein Randthema mehr, sondern ein zunehmend wichtiger Teil ihrer Aktivitäten. Sind diese Unternehmen börsennotiert, bieten sie Anlegern die Chance, an diesem medizinisch und sozial wichtigen Marktsegment wirtschaftlich teilzuhaben. Investoren sollten jedoch auch immer bedenken, dass es nicht unerhebliche Rückschlagrisiken gibt, wenn ein neuer und innovativer Wirkstoff nicht die Marktreife erlangt. Daher ist eine breite Streuung anzuraten. Angesichts der Fülle an potenziell bahnbrechenden Medikamenten, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, gibt es zahlreiche Investmentopportunitäten.


Über Mario Linimeier

Mario Linimeier ist Geschäftsführender Gesellschafter und Portfoliomanager der Medical Strategy GmbH, an der die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) beteiligt ist. Der Betriebswirt und Molekularbiologe ist Co-Manager der Biotechnologie-Fonds von Medical Strategy sowie des Gesundheitsfonds apo Medical Opportunities, den apoAsset und Medical Strategy gemeinsam managen. Er ist seit 2013 bei Medical Strategy, zuerst als Healthcare-Analyst und seit 2016 als Geschäftsführer. Er studierte an der Universität Wien Genetik / Molekularbiologie sowie an der Johannes Kepler Universität Linz und der Seoul National University Wirtschaftswissenschaften.

Über Medical Strategy GmbH

Die Medical Strategy GmbH gehört zu den führenden unabhängigen Healthcare-Investmentberatern Europas und ist seit über 25 Jahren am Markt. Ihre Gesundheitsfonds umfassen ein Anlagevermögen von rund 1,4 Mrd. Euro und erhielten zahlreiche Preise. Das interdisziplinäre Expertenteam verfügt über ein tiefes biowissenschaftliches und anlagerelevantes Know-how. apoAsset und Medical Strategy sind seit 2005 Partner, seit 2019 ist apoAsset auch Mitgesellschafter. Weitere Informationen unter www.medicalstrategy.de.

Über Apo Asset Management GmbH

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) wurde 1999 gegründet und verwaltet ein Anlagevermögen von rund 3,5 Milliarden Euro. Die Schwerpunkte sind ihre vielfach ausgezeichneten Gesundheitsfonds und Multi-Asset-Fonds. Das Unternehmen verfügt über ein europaweit einzigartiges Netzwerk für Gesundheits-Investments. Dazu gehören neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung an der Medical Strategy GmbH und ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat. Die Gesellschafter sind die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und die Deutsche Ärzteversicherung AG. Weitere Informationen unter www.apoasset.de.

EU-Kommission senkt Wachstumsprognosen für 2021, ist aber optimistischer für 2022

Angesichts der weiter grassierenden Corona-Pandemie hat die EU-Kommission zuletzt ihre Wachstumsprognosen für 2021 gesenkt. Mit den Verzögerungen bei den Impfkampagnen einiger EU-Ländern könnten sich auch die Lockdowns weiter in die Länge ziehen und damit auch die erwartete Wirtschaftserholung verzögern, heißt es in der Begründung der Kommission.

Im laufenden ersten Quartal dürfte die Wirtschaft der Eurozone vor diesem Hintergrund noch schrumpfen, mit dem Anlaufen der Impfaktionen aber dann in Folge anziehen. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass es gegen Ende des zweiten Quartals zu ersten Öffnungsmaßnahmen und in der zweiten Jahreshälfte dann zu spürbareren Lockerungen kommen wird. „Auch ein verbesserter Ausblick für die Weltwirtschaft dürfte der Konjunktur Auftrieb geben“, so die Kommission.

Im Gesamtjahr dürfte die Wirtschaft im Euroraum laut der aktuellen EU-Prognose damit aber nur um 3,8 Prozent wachsen. Zuletzt war die Kommission noch von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,2 Prozent ausgegangen. Für die gesamte EU prognostiziert sie nun ein BIP-Wachstum von 3,7 Prozent.

Optimistischer ist hingegen der Ausblick auf das kommende Jahr. Die Kommission erwartet für 2022 nun ein Wachstum von 3,8 Prozent in der Eurozone. Bei ihrer letzten Prognose im Herbst hatte sie noch ein Plus von 3,0 Prozent vorhergesehen. Auch im abgelaufenen Jahr 2020 dürfte die Eurozone etwas glimpflicher davon gekommen sein als erwartet. Nachdem die EU zuletzt noch ein Minus von 7,8 Prozent prognostiziert hatte, zeigten erste Schätzungen der Statistikbehörde Eurostat nun einen Konjunktureinbruch von nur 6,8 Prozent.

Hinweis: Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Prognose für Österreich halbiert

Die Aussichten für Österreichs Wirtschaft haben sich laut der EU-Prognose etwas verschlechtert. Für 2021 hat die EU ihre Wachstumsprognose von zuletzt 4,1 auf jetzt 2 Prozent halbiert. Die Kommission begründet ihre Revision mit dem Lockdown im ersten Quartal und den Auswirkungen der Reisebeschränkungen auf den Wintertourismus. 2022 dürfte Österreichs Wirtschaft den Prognosen zufolge aber wieder in Schwung kommen und 5,1 Prozent zulegen.

Für Deutschlands Wirtschaft erwartet Brüssel ein Wachstum von 3,2 Prozent im Jahr 2021 und von 3,1 Prozent im Folgejahr. In Deutschland hatte zuletzt eine Verlängerung des Lockdowns neue Konjunktursorgen geschürt. Denn die Einschränkungen wegen der Pandemie kommen der deutschen Wirtschaft teuer zu stehen. Pro Woche entgeht Deutschland laut aktuellen Umfragedaten und Berechnungen des Münchner Forschungsinstituts ifo eine Wertschöpfung von 1,5 Milliarden Euro.

Die Corona-Rezession bei wichtigen Handelspartnern hat der deutschen Wirtschaft zudem den schwersten Exporteinbruch seit der Finanzkrise 2009 eingebrockt. Die Ausfuhr von Waren sank 2020 um 9,3 Prozent auf 1.204,7 Mrd. Euro, wie das Statistische Bundesamt zuletzt mitteilte.

Deutliche Erholung in Spanien und Italien

Eine deutliche Wirtschaftserholung könnten laut den Prognosen der EU-Kommission 2021 die von der Krise schwer getroffenen Länder Italien und Spanien sehen. Für Italien erwartet die Kommission nach einem Minus von 8,8 Prozent im abgelaufenen Jahr eine Erholung von 3,4 Prozent. Für Spanien prognostiziert die EU nach dem Rekordeinbruch von 11 Prozent im Vorjahr ein Wachstum von 5,6 Prozent. Spaniens Wirtschaft hatte bereits im vierten Quartal 2020 mit einem kleinen Wachstum von 0,4 Prozent positiv überrascht. Für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, Frankreich erwartet die Kommission ein Wachstum von 5,5 Prozent im laufenden Jahr und von 4,4 Prozent 2022.

Insgesamt sieht die EU-Kommission die Risiken ihrer Prognosen ausgewogener als noch im Herbst, aber weiter hoch. Das tatsächliche Ausmaß der Wirtschaftserholung dürfte vor allem mit der weiteren Entwicklung der Pandemie und dem Erfolg der Impfkampagnen abhängen. So könnten Impfstoff-Fortschritte unerwartet schnelle Lockerungen und damit eine kräftigere Erholung bringen. Auf der anderen Seite könnte eine unerwartet hartnäckige Pandemie-Entwicklung oder etwaige Impfstoffverzögerungen sich auch negativ niederschlagen.

„Außerdem besteht das Risiko, dass die Krise im wirtschaftlichen und sozialen Gefüge der EU tiefere Narben hinterlassen könnte, insbesondere wenn es verbreitet zu Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten kommt“, schreibt die Kommission. Dies würde auch den Finanzsektor treffen, die Langzeitarbeitslosigkeit erhöhen und Ungleichheiten verschärfen.

Inflationsausblick weiter gedämpft

Die Inflationsentwicklung dürfte laut der aktuellen EU-Prognose verhalten bleiben. Die Kommission erwartet eine Inflation von nur 0,3 Prozent im Jahr 2020. Im laufenden Jahr 2021 dürfte die Teuerung dann auf 1,4 Prozent ansteigen. Gegenüber der Herbstprognose wurde die Inflationserwartung für den Euroraum und die EU damit für 2021 leicht hochgeschraubt, bleibt insgesamt aber weiterhin niedrig. „Da sich die Erholung verzögert, dürfte der von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ausgehende Preisdruck gering bleiben“, schreibt die Kommission. Die Teuerung liegt damit weiter klar unter dem mittelfristig angestrebten Inflationsziel von 2,0 Prozent der Europäischen Zentralbank (EZB).


Quelle für die angegebenen Prozentzahlen: EU-Kommission

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Verantwortungsvolle Goldbeschaffung: Berücksichtigung von ESG-Standards

Gold sollte ein fester Bestandteil in jedem Portfolio sein. Denn in Zeiten wirtschaftlichen Schocks verhält sich das Edelmetall typischerweise defensiv, und bietet auch eine Absicherung im Fall einer Inflation, was in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums von Vorteil sein kann. Nitesh Shah, Director, Commodity Strategist bei WisdomTree, erklärt im folgenden Kommentar, wie ESG-Faktoren bei Gold-ETPs berücksichtigt werden.

Die überwiegende Mehrheit der institutionellen Investitments in physisches Gold erfolgt über die Good Delivery Bars der London Bullion Metals Association (LBMA). Anleger können so über Finanzinstrumente wie Exchange Traded Products (ETPs) in Gold mit den höchsten ethischen Standards investieren, die einst großen Instituten vorbehalten waren. Das Liefersystem der LBMA setzt Maßstäbe in Bezug auf die Qualität des Edelmetalls, den ethischen Handel und die verantwortungsvolle Beschaffung. Anleger, die LBMA Good Delivery Bars kaufen, können sicher sein, dass ein gemeinsamer Standard erfüllt wurde. Darüber hinaus drängt die Organisation kontinuierlich darauf, dass jedes Jahr höhere Standards eingehalten werden. 

Verantwortungsbewusstes Sourcing

Die LBMA führte 2012 erstmals ein Responsible Sourcing-Programm für Gold ein, das einen gemeinsamen Standard für alle Raffinerien festlegt, obwohl viele der Standards bereits von Mitgliedern erfüllt wurden. Der anfängliche Schwerpunkt lag auf folgenden Bereichen: Menschenrechte, Konflikte und Regierungsführung. Ihre Standards stellten sicher, dass schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Gewinnung, dem Transport oder dem Handel mit Gold vermieden werden. Die Goldproduktion sollte bei Konflikten weder direkt noch indirekt nichtstaatliche bewaffnete Gruppen unterstützen. In Bezug auf die Governance legen die Standards Verfahren fest, um Bestechung, Betrug und Geldwäsche zu vermeiden.

Die Mitglieder der LBMA sind hauptsächlich Goldraffinerien. Die Raffinerien müssen nicht nur nachweisen, dass sie die Standards einhalten, sondern auch einen Due-Diligence-Prozess durchführen, um sicherzustellen, dass das Material, das sie entweder aus Minen oder aus recycelten Quellen verwenden, auch den Standards entspricht. Die LBMA verfügt über ein Netzwerk von Wirtschaftsprüfern, die von der LBMA speziell geschult wurden. 

ESG-Faktoren

Im Laufe der Jahre haben sich die Standards der LBMA für verantwortungsbewusstes Sourcing verschärft. Im Jahr 2019 wurden die erweiterten Standards implementiert und erstmals ESG-Bewertungen eingeführt. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie eine Goldraffinerie ihre ESG-Verantwortlichkeiten demonstrieren kann:

  1. durch ihre Tätigkeit als Raffinerie; oder 
  2. ihre verantwortungsvollen Beschaffungspraktiken mit der vorgelagerten Lieferkette

Raffinerien werden ermutigt, das unternehmerische Engagement mit dem liefernden Goldbergbau zu stärken, und diese Unternehmen beim Aufbau ihrer eigenen Due-Diligence-Kapazitäten zu unterstützen. Raffinerien müssen das Risiko in der gesamten Lieferkette einschließlich der Umweltpolitik und -praktiken der Minenarbeiter bewerten.

Maximieren von verantwortungsbewusstem Sourcing über WisdomTree

Bei WisdomTree erkennen wir die schrittweise Umsetzung der hohen Standards der LBMA an. 2012 war der Wendepunkt, an dem verantwortungsbewusstes Sourcing ein Merkmal des Goldmarktes wurde und 2019 das Jahr, in dem ESG-Faktoren zu einem formalen Standard auf dem Goldmarkt wurden.  Das gesamte physisch abgesicherte Gold-ETP-Sortiment von WisdomTree wird von LBMA Good Delivery Bars gesichert, die nach 2012 hergestellt wurden. Wir wechseln  in unserem Gold-ETP-Sortiment jedoch zunehmend zu Goldbarren, die nach 2019 hergestellt wurden.

Wir gehen davon aus, dass die Leitlinien für verantwortungsbewusstes Sourcing der LBMA die ESG-Anforderungen weiter stärken werden. Möglicherweise werden auch die Standards für recyceltes Gold verschärft. Das Ziel von WisdomTree ist es, Kunden die Einhaltung der höchstmöglichen ethischen Standards zu ermöglichen, wobei die Liquidität und Verfügbarkeit der neuesten Goldbarren berücksichtigt werden.


Weitere Informationen zu Investitionen in Gold finden Sie unter: wisdomtree.eu/gold

Infrastruktur als wesentlicher Treiber für nachhaltiges Wachstum in Schwellenländern

Die Folgen der Covid-19-Pandemie sind auch in manchen Infrastruktursektoren in den Entwicklungsländern zu spüren. Andererseits sind Megatrends wie die Energiewende, Urbanisierung und Digitalisierung jedoch ungebrochen und werden sich weiter in Infrastrukturinvestitionen niederschlagen. Gianfranco Saladino, Head of Sustainable Infrastructure Investments bei BlueOrchard, erläutert, warum Infrastrukturinvestments nach der Pandemie für nachhaltiges Wachstum in den Schwellenländern sorgen werden.

Die Infrastruktursektoren in Schwellenländern wurden unterschiedlich von der Corona-Pandemie getroffen. Vermögenswerte, die maßgeblich vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) abhängen, verloren an Wert, BIP-korrelierte Vermögenswerte im Transportwesen wie Flughäfen, Häfen und Mautstraßen gerieten unter Druck. Im Vergleich dazu erwiesen sich als relativ widerstandsfähig vertraglich festgeschriebene Vermögenswerte des Güterverkehrs, die im globalen Handels- und Warenflusses eingesetzt werden, wie Container, Eisenbahnwaggons und Flussschiffe. Weniger von der Pandemie betroffen waren soziale Infrastruktur, erneuerbare Energien und Telekommunikation, da sie von makroökonomischen Veränderungen geringer beeinträchtigt werden.

Erneuerbare Energien, Transportgüter und digitale Infrastruktur im Fokus

Viele Schwellenländer haben in den vergangenen Jahren bedeutende Infrastrukturprogramme aufgelegt, insbesondere im Energiesektor. Diese Investitionen dürften nicht in dem Maße zurückgehen wie in früheren Krisenzeiten. Daher werden sich Investoren weiterhin auf den Energiesektor und hier vor allem auf erneuerbare Energien fokussieren. Generell wird vermutlich mehr internationales Privatkapital in erneuerbare Energien in den Schwellenländern fließen. Grund dafür ist eine Kombination aus Spillover- und Lerneffekten in diesen Ländern, weiter sinkende Investitions- und Lebenszykluskosten für Anlagen erneuerbarer Energien sowie der zunehmenden politischen Bedeutung von Klimaschutz in Schwellenländern. Dies könnte zu einem zunehmenden Wettbewerb in bestimmten Ländern führen, was wiederum den Druck auf die Renditen erhöht. Hinsichtlich der Transportgüter dürfte die Bewertung von weniger BIP-bezogenen Anlagen 2021 relativ hoch bleiben, da Investoren deren Attraktivität und Stabilität über Zyklen hinweg erkennen. Darüber hinaus hat die Covid-19-Pandemie gezeigt, wie wichtig die digitale Konnektivität für die gesellschaftliche Resilienz und die Geschäftskontinuität in Krisenzeiten ist. Bereits 2020 stieg das Transaktionsvolumen im Bereich der Kommunikationsinfrastruktur in den Schwellenländern an. Dies wird sich 2021 vermutlich noch beschleunigen.

Schwerpunkt Asien

Ein Großteil der Infrastrukturausgaben könnte in Zukunft auf Asien entfallen. Steigende Einkommen und ein anhaltender Trend zur Urbanisierung werden zu einem wachsenden Bedarf an Infrastruktur führen, wie beispielsweise Smart Cities, Telekommunikationsinfrastruktur und städtische Mobilität. Die Stromnachfrage wird sich vermutlich weiterhin deutlich erhöhen. Angetrieben wird diese Nachfrage von der demografischen Entwicklung, der zunehmende Industrietätigkeit und der anhaltenden Kostensenkung für erneuerbare Energien. Die Renditen werden wahrscheinlich sinken, da internationale Investoren zunehmend in der Region, insbesondere in Südostasien, investieren.

Warum Infrastrukturinvestitionen in Schwellenländern lohnen

Schwellenländer bieten viele attraktive Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Infrastruktur, die es Investoren ermöglichen, robuste risikoadjustierte Renditen zu erzielen. Darüber hinaus bieten Investitionen in diesem Bereich die Möglichkeit, nicht nur zum Bau wichtiger Infrastruktur in Schwellenländern beizutragen, sondern auch zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Zukunft, zum Wirtschaftswachstum und zum Generieren von Arbeitsplätzen. Für dieses Jahr sehen wir eine Beschleunigung der Deal-Aktivitäten in widerstandsfähigen Infrastruktursektoren wie der erneuerbaren Energieerzeugung sowie der Dateninfrastruktur. Angetrieben werden diese Aktivitäten durch sich verbessernde Fundamentaldaten des Sektors sowie die steigende Nachfrage der Investoren nach stabilen, vertraglich gebundenen Vermögenswerten, die einen positiven Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen liefern.


Über Blue Orchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 8 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com.

„Umweltfreundliche Technologien werden auf Jahre hinaus wachsen“

Technologie und speziell umweltfreundliche Technologien waren die Börsenthemen schlechthin im letzten Jahr. Durch die klaren politischen Vorgaben hält der Aufwärtstrend bei diesen Aktien an. Die beiden Umweltfonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT sowie ERSTE GREEN INVEST bzw. ERSTE GREEN INVEST MIX konnten im abgelaufenen Jahr (Stand Ende Dezember 2020) eine erfreuliche Entwicklung verzeichnen – mit überdurchschnittlichen Wertzuwächsen für die InhaberInnen von Fondsanteilen. Clemens Klein, Senior Professional Fondsmanager der Erste AM, spricht über das abgelaufene Jahr, die Bewertungen und Zukunftsaussichten von Aktien der Umwelttechnologie.

Das Jahr 2020 ist für die Umweltaktienfonds und nachhaltige Investitionen generell sehr positiv gelaufen. Worauf führen Sie die Entwicklung zurück?

Aktien aus dem Technologie-Bereich standen im Fokus der AnlegerInnen. Der Bereich der Umwelttechnologie mit seinen vielen Innovationen war dabei federführend. Wenn man die einzelnen Segmente betrachtet, so standen Aktien der Solarenergie an der Spitze der Wertzuwächse. Aber auch alles, was mit Wasserstoff und Windenergie zu tun hatte, verzeichnete ein positives Jahr. Weniger stark zeigte sicher der Bereich Mobilität und vor allem das Thema Wasser, das deutlich hinter der Gesamtmarktentwicklung zurück blieb.

Man konnte also nicht viel falsch machen?

Sagen wir so: Die Kapitalströme sind trotz der weltweiten Pandemie nicht „abgerissen“. Die AnlegerInnen zeigten sich wenig beeindruckt und sehen die Umwelttechnologie als klare Zukunftsinvestition. Aber ja: Schiefgehen kann immer etwas – zum Beispiel, wenn man alles auf eine Karte setzt. Wenn man sein Geld in Aktien der Umwelttechnologie anlegen möchte, so empfiehlt sich eine Streuung über möglichst viele verschiedene Aktien und Geschäftszweige. Und diese Aufgabe erfüllt nun einmal ein Fonds hervorragend. Klar man sich auch selbst schlau machen und sich einige Titel herauspicken, die man selbst als chancenreich erachtet. Aber unter all den investierbaren Aktien – da sprechen wir immerhin von mehreren hundert Unternehmen, mag sich das eine oder andere befinden, das möglicherweise die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllen kann. Wenn es dann möglicherweise rasch zu einem Kursverfall kommt, so können in einem Fonds die anderen Titel, die sich gut bzw. hervorragend entwickeln, den gefallenen Wert “auffangen“ Von daher ist ein Fonds auch immer unter dem Aspekt der Risiko-Streuung zu sehen. Abgesehen davon brauchen wir uns mit der Wertentwicklung nicht verstecken.

Welche Aktien liefen besonders gut in den Umwelttechnologie-Fonds?

Die Auswahl der Titel, die „richtige“ Selektion – wenn man so will „ein gutes Händchen“ – spielt eine entscheidende Rolle. Das gelingt nicht in jedem Jahr, aber wir freuen uns, dass wir zum wiederholten Male mit der Auswahl der Titel eine überdurchschnittliche Wertentwicklung für unsere KundInnen generieren konnten. Im Solarbereich war die Aktie Enphase Energy der Top-Performer. Aber auch andere Titel wie SunrunSunpower Daqo oder Sunnova lieferten wesentliche Beiträge zur Performance der Fonds (Quelle: Bloomberg). Daneben zeigten Titel aus dem Bereich Brennstoffzellen/Wasserstoff (Plug PowerCeres PowerNel ASABallard Power) sowie Spezialwerte im Bereich E-Mobilität (WorkhorseNiu Technologies) und Windenergie (TPI Composites) deutliche Zugewinne.

Wie sind die Zukunftsaussichten für den Bereich Umwelttechnologie? Warum könnten die Aktien weiter steigen?

Die Aussichten für Investments in den Bereichen Ökologie und Umwelttechnologie bleiben auch für 2021 unverändert positiv. Der Wahlsieg Joe Bidens in den USA wird, neben dem European Green Deal, für zusätzlichen politischen Rückenwind in vielen Bereiche der Umweltbranche sorgen. Im Fokus stehen dabei Themen wie Elektromobilität, Energieeffizienz, Wasserstoff sowie Erneuerbare Energie. So sollen allein in Europa bis 2025 zwei Millionen Ladestationen installiert werden, um den Umstieg auf Elektroautos voran zu bringen. In den USA sieht der Klimaplan des neuen Präsidenten die Sanierung von 4 Millionen Gebäuden vor: mit den Schwerpunkten Beleuchtung, Wärmedämmung sowie Heizung und Klimatisierung. Und auch in Europa soll die Renovierungsrate von Altbauten verdoppelt werden. Sowohl in den USA als auch in Europa aber vor allem in China werden in den kommenden Jahren hunderte Milliarden Euro in den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur investiert. Und natürlich bleibt Erneuerbare Energie weltweit eines der bestimmenden Themen im Umweltbereich. Wir haben in den vergangenen Monaten unsere Gewichtungen in allen angeführten Themen erhöht, um diese politischen Maßnahmen verstärkt abzubilden.

Aber man sagt, dass politische Börsen kurze Beine haben. Letztendlich muss sich das am Ende „rechnen“ – klarerweise für die Umwelt- und Klimabilanzen und die Investoren. Werden dabei beide Seiten auf ihre Rechnung kommen?

Neben der politischen Unterstützung sind es zunehmend aber vor allem auch wirtschaftliche Gründe, die für die positiven langfristigen Perspektiven von Investitionen in umweltfreundliche Technologien sprechen. In vielen Teilen der Welt ist die Solarenergie heute eine der billigsten Formen der Stromerzeugung, wodurch Subventionen überflüssig werden. Das ist insgesamt sehr positiv zu bewerten. Der deutliche Rückgang der Batteriepreise in den letzten Jahren (minus 80% seit 2010, minus 50% seit 2015) verhilft nicht nur der E-Mobilität zum Durchbruch, sondern wird in absehbarer Zeit dazu führen, dass Sonnen- oder Windenergie einschließlich der Speicherung die billigste Form der Stromerzeugung sein werden. Dies wird unweigerlich zu einer weiteren Beschleunigung der Nachfrage führen. Aber auch andere Bereiche der Fonds wie Recycling (Stichwort: Kunststoffe) oder Wasser werden in vielen Teilen der Welt immer wichtigere Themen und sollten deshalb auf Jahre hinaus deutlich überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen.

Fazit

Die Kursentwicklung von Aktien der Umwelttechnologie wird auch im Jahr 2021 stark davon abhängen, wie sich die internationalen Aktienmärkte entwickeln. In einem anhaltend freundlichen Umfeld sind auch die Aussichten für den ERSTE GREEN INVEST und den ERSTE GREEN INVEST MIX positiv einzuschätzen. Angesichts der gestiegenen Bewertungsniveaus an den Börsen sind zwischenzeitliche Korrekturen jederzeit möglich und „gesund“. Die überdurchschnittlichen Wachstumsraten der „grünen Unternehmen“ sollten sich langfristig in besseren Ertragsmöglichkeiten für Fonds mit einem Fokus auf Ökologie und Umwelttechnologie niederschlagen.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Warnhinweis Erste WWF Stock EnvironmentWarnhinweis Erste Green Invest

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Made in Emerging Markets

von Leopold Quell, Fondsmanager bei der Raiffeisen KAG.

Bekleidung und insbesondere Fast-Fashion-Bekleidung wird fast ausschließlich in Emerging Markets gefertigt. Die personalintensive Produktion kann nur dort zu konkurrenzfähigen Kosten bewerkstelligt werden. So verwunderrt es nicht, dass von den 1.300 Zulieferern, mit denen H&M zusammenarbeitet, zwei Drittel aus Asien stammen. Insgesamt sind 1,6 Millionen Menschen in die gesamte Lieferkette des schwedischen Fast-Fashion-Pioniers involviert. Im Falle von Inditex, dem größten Konkurrenten von H&M, sind es sogar 1.800 Zulieferer. Zwei Millionen Menschen helfen mit, jene Kleidung herzustellen, die von Inditex’ Ketten (allen voran Zara) verkauft wird. Auch in diesem Fall dominieren Emerging Markets ganz klar (neben asiatischen Ländern vor allem Marokko und die Türkei).

Spätestens durch den Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch, der 2013 mehr als 1.100 Menschenleben kostete, kam die Bekleidungsbranche in Verruf, weil im Zuge der Aufklärung dieser Katastrophe die schlechten Arbeitsbedingungen der – mehrheitlich weiblichen – Mitarbeiter einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen geführt wurden. Große Fast-Fashion-Labels versuchen aktiv gegen diesen schlechten Ruf vorzugehen und sicherzustellen, dass ihre Geschäfte mit billigen Zulieferern nicht in einem PR-Desaster enden. Dies tun sie einerseits, indem lokale Unternehmen sich nur dann für eine Zusammenarbeit qualifizieren können, wenn sie die Einhaltung eines detaillier ten Code of Conduct gewährleisten, der die Arbeitsbedingungen der lokalen Angestellten regelt (und der auch regelmäßig überprüft wird). Andererseits setzen sie darauf, dass Transparenz Vertrauen schafft. Insbesondere die Branchenführer H&M und Inditex haben es in den letzten Jahren wesentlich leichter gemacht, nachzuprüfen, wo und unter welchen Bedingungen sie ihre Ware produzieren (lassen).

Durchschnittliche Monatslöhne (exkl. Überstunden) liegen in Fabriken, die Bekleidung für H&M produzieren, laut deren Sustainability Report über dem lokalen Mindestlohn.

INSTAGRAM ALS GAMECHANGER

Die Rahmenbedingungen im Bekleidungseinzelhandel haben sich spürbar verändert. Selbst große Anbieter sind durch die immer größer werdende Bedeutung von Social Media in die Defensive gedrängt worden. Die Zeiten, in denen Fast-Fashion-Labels durch entsprechend großen Werbeeinsatz Modetrends (mit)bestimmen konnten, sind vorbei. An die Stelle von umjubelten Chefdesignerinnen und -designern ist plötzlich eine Vielzahl von Influencern getreten. Was hip ist bzw. demnächst hip sein wird, ist selbst für die Branchenführer somit kaum noch vorherzusagen, geschweige denn zu beeinflussen. Fast-Fashion-Labels mussten sich anpassen, indem sie kleinere Mengen vorproduzieren und stattdessen während der Saison flexibel und kurzfristig darauf reagieren, was sich als Trend etabliert. Entsprechend den Verkaufszahlen wird die Produktion also intrasaisonal gesteuert.

Lokale Store Manager spielen dabei eine sehr wichtige Rolle, da sie nicht nur die quantitativen Absätze im Auge haben, sondern auch qualitatives Feedback liefern können, wohin sich die Nachfrage gerade entwickelt. Daher verwundert es nicht, dass laut dem Investmenthaus Barclays Inditex nur noch rund 25 % der Ware vorproduziert. Die restlichen 75 % werden während der Saison entsprechend dem Verkaufserfolg und dem Vor-Ort-Feedback hergestellt und geliefert. Die Vorlaufzeiten können dabei unter einen Monat und in manchen Fällen auf nur zwei Wochen gedrückt werden. Auf diese Weise kann das Unternehmen verhindern, dass am Markt vorbei produziert wird und liegengebliebene Ware mit hohen Rabatten verschleudert werden muss.

ZULIEFERER 2.0

Um so flexibel reagieren und produzieren zu können, muss die Lieferkette so effizient wie möglich sein. Möglich machen das Zulieferer, die sich von reinen Auftragsfertigern zu Lieferketten-Co-Managern entwickelt haben. Allen voran ist hier Shenzhou International zu nennen. Das an der Hongkonger Börse gelistete chinesische Unternehmen schaffte es, sich durch vertikale Integration neu zu erfinden. Das heißt, es kann nahezu alle Schritte der Lieferkette auf wettbewerbsfähigem Niveau und zu hohen Stückzahlen anbieten und damit Kunden wie adidas, Puma und Uniqlo überzeugen bzw. binden. Mehr noch: Durch umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung verfügt Shenzhou über modernste Fertigungsmethoden und -anlagen, die auch aufwendige und komplexe Aufträge effizient erfüllen können. Selbst der Handelskonflikt zwischen China und den USA konnte dem Unternehmen nicht schaden. Durch die breite geographische Aufstellung (neben China auch in Kambodscha und Vietnam) war es Shenzhou möglich, Orders von US-Kunden auf Standorte in Ländern zu verlagern, die von den Handelsbeschränkungen nicht betroffen sind.

GRÖSSERES KUCHENSTÜCK FÜR EMERGING MARKETS

Wie erfolgreich das Unternehmen ist, zeigt nicht nur der wachsende Börsenkurs, sondern auch die Marktkapitalisierung von rund 27 Milliarden US-Dollar. Damit ist das Unternehmen nur noch unwesentlich kleiner als H&M. Ein klarer Hinweis darauf, dass sich die Machtverhältnisse verschoben haben. Lange Zeit waren die dominierenden Fast Fashion Player gegenüber ihren Zulieferern aus den Emerging Markets in einer Position der Stärke. Versuchte ein Zulieferer, höhere Preise durchzusetzen, lief er Gefahr, durch einen anderen ersetzt zu werden. Shenzhou konnte diese Hackordnung als eines der ersten Unternehmen durchbrechen, indem es eher die Rolle eines strategischen Partners für den Abnehmer einnimmt und damit die so wichtige Flexibilität am Point of Sale garantiert. Shenzhou ist daher nicht so leicht austauschbar und kann sich so einen wesentlich größeren Teil vom Kuchen sichern.

Italien: Regierungsbildung mit einem alten Bekannten

In Italien haben die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien innerhalb der Koalitionsregierung zum Thema Inanspruchnahme und Verwendung von EU-Hilfsgeldern eine Staatskrise ausgelöst. Es geht dabei auch um nicht weniger als die Verteilung von rund 210 Mrd. Euro an Hilfsgeldern. Mittendrin ist ein alter Bekannter: der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi.

Die Kleinpartei in der Regierung „Italia Viva“ rund um den ehemaligen Premierminister Renzi bestand auf ihrer Forderung zusätzlich zu den Geldern aus dem EU-Wiederaufbaufonds die Aktivierung der Pandemie-Krisenhilfe des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in Anspruch zu nehmen, was von anderen Koalitionspartnern mit dem Hinweis auf Auflagen der EU bezüglich Verwendung der Mittel und Verlust an Souveränität abgelehnt wurde.

„Italia Viva“ steigt aus Koalition aus

Renzis Partei „Italia Viva“ stieg als Konsequenz daraus aus der Vierparteien-Regierungskoalition aus und die von ihr gestellten zwei Minister traten zurück.

Alle Versuche diese Krise über Zugeständnisse in dieser Frage oder über eine Kabinettsumbildung zu lösen sind gescheitert.

Premierminister Conte stellte sich einer Vertrauensabstimmung im Parlament. Dabei konnte er zwar die Vertrauensabstimmung in beiden Kammern des Parlaments gewinnen, verfehlte aber im Senat die absolute Mehrheit, woraufhin er nur mehr mit einer Minderheitsregierung weiter regieren konnte. Daraufhin reichte Premierminister Conte seinen Rücktritt ein und eröffnete damit offiziell diese Regierungskrise.

Damit stand auch die Möglichkeit von sofortigen Neuwahlen im Raum, was den Markt besonders beunruhigte, denn laut aktuellen Umfragen bestünde in diesem Fall die Möglichkeit, das ein Regierungswechsel hin zum EU-kritischen rechten Parteienspektrum rund um Salvini erfolgen könnte.

Spread italienischer Anleihen steigt an

Diese Aussicht ließ die Zinsdifferenz italienischer Staatsanleihen zu anderen europäischen Staatsanleihen vorübergehend empfindlich steigen. Die Marktunsicherheit kam auch in Form einer zunächst erhöhten Volatilität, je nach Nachrichtenlage, zum Ausdruck.

Neuerliche Versuche von Conte ein pro europäisches Regierungsbündnis zustande zu bringen scheiterten.

Sofortige Neuwahlen dürften jedoch für die allermeisten Beteiligten nicht die bevorzugte Lösung sein. Angesichts der Ergebnisse der Wahlumfragen riskieren die regierenden Parteien einen Sieg des Mitte-Rechts-Blocks, insbesondere wegen der deutlich geringeren Unterstützung für die größte Regierungspartei der Fünf Sterne Partei.

Mario Draghi mit Regierungsbildung beauftragt

Nachdem auch Staatspräsident Mattarella eigenen Aussagen zufolge sofortige Neuwahlen in Pandemie-Zeiten vermeiden möchte, beauftragte er Mario Draghi mit der Bildung einer neuen Regierung.

Der Staatspräsident dürfte der Marktreaktion zu Folge die richtige Wahl mit der als überparteilich geltenden Persönlichkeit getroffen haben. Der italienische Staatsanleihenmarkt reagierte darauf äußerst positiv indem die Zinsdifferenz 10-jähriger italienischer Staatsanleihen zu anderen europäischen Staatsanleihen auf historische Tiefststände gefallen ist.

Den ersten Reaktionen zu Folge stehen die Chancen gut, dass es Mario Draghi gelingt eine pro-europäische Regierung bzw. Expertenregierung zu bilden und damit die politische Unsicherheit in Pandemiezeiten zu beenden. Es wird ihm allgemein zugetraut, die notwendigen Reformen des Landes mit den zur Verfügung stehenden EU-Milliarden voran zu treiben und damit die aktuell vorherrschende Investorenzuversicht zu rechtfertigen und den mittelfristig positiven Ausblick auch mit Hilfe der Kaufprogramme der EZB bis zur nächsten regulären Parlamentswahl 2023 zu erhalten.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Rentenmärkte: Zu Jahresbeginn etwas schwächer

Die Rentenmärkte tendierten in den ersten Wochen des neuen Jahres etwas schwächer, so Raiffeisen Capital Management in der neusten Ausgabe von märkte | unter uns. Verhältnismäßig stärker waren von dieser Entwicklung US-Staatsanleihen betroffen. Hier ist die Rendite der zehnjährigen Anleihe um über 0,1 % angestiegen, was entsprechende Kursverluste zur Folge hatte. Nicht zuletzt deshalb haben auch Schwellenländeranleihen in Hartwährung etwas gelitten, weil diese stark von den Entwicklungen am US-Markt beeinflusst werden. In geringerem Ausmaß sind auch die Renditen deutscher und österreichischer Staatsanleihen gestiegen. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone waren etwas höhere Inflationserwartungen hauptverantwortlich für die leichte Marktschwäche. Unterdessen gab es in Italien – wie so oft – politische Turbulenzen. Die negativen Auswirkungen auf italienische Staatsanleihen waren zwar spürbar, hielten sich jedoch in Grenzen. Positiver Ausreißer an den Rentenmärkten waren Hochzinsanleihen. Dieses Segment wurde von der guten Stimmung an den Aktienmärkten unterstützt und konnte daher seit Jahresbeginn eine positive Wertentwicklung erzielen.

Geld-/Kapitalmarkt: Inflation weiterhin unter EZB-Zielwert

Wie sensibel die Märkte in Bezug auf Aussagen der Notenbanken sind, sieht man an der jüngsten Reaktion auf die Pressekonferenz der EZB-Präsidentin Lagarde. In der Nuance war sie nicht so „taubenhaft“, wie der Markt sich das erwartet hatte, und schon gingen die Anleihekurse in die Knie.

Die Befürchtungen sind aber unbegründet, denn die Notenbanken werden ihren Aussagen zufolge noch für sehr lange Zeit am Nullzins festhalten. Sie wollen zum einen nicht durch voreiliges Handeln die Wirtschaftserholung, die noch nicht einmal richtig begonnen hat, abwürgen, zum anderen auch die guten Finanzierungsbedingungen für Staaten und Unternehmen aufrechterhalten. Nur ein schneller Anstieg der Inflation über die Zielwerte könnte hier ein Umdenken auslösen. Ein Blick auf die gepreisten Inflationserwartungen in der Eurozone zeigt jedoch, dass eine solche Entwicklung wohl nicht ansteht.

Staats- und Unternehmensanleihen: Die Luft wird dünn

Die Renditen von Euro-Staats- und Unternehmensanleihen haben das Niveau von vor Covid-19 wieder erreicht. Das bedeutet, dass Euro-Staat im Schnitt über die Länder und Laufzeiten an der Nulllinie schrammt und Unternehmensanleihen nicht wesentlich darüber rentieren.

Für den Ertragsausblick bedeutet das: die Luft wird dünn. Soll heißen, dass heuer aus diesen Kategorien nicht viel zu erwarten ist. Dies gilt umso mehr, weil Wirtschaftserholung und leicht steigende Inflation für etwas höhere Renditen sprechen. Etwas besser sieht es im Hochzinsbereich aus. Hier liegt die Rendite aber auch schon wieder unter 3 %, was für die schlechte Qualität dieser Schuldner sehr wenig ist. Genau genommen wird man fürs Risiko nicht mehr ausreichend belohnt. Trotzdem könnte sich dieses Segment im Jahr 2021 noch gut entwickeln, weil Konjunkturerholung, positive Aktienmärkte sowie die anhaltende Suche nach positiven Renditen als Unterstützungsfaktoren dienen können.

Emerging Markets: Anleihen attraktiv

Schwellenländeranleihen gehören zu jenem Marktsegment, in dem auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld noch positive Renditen zu finden sind. Dies gilt sowohl für Anleihen in Lokalwährung als auch für Papiere in Hartwährung. Der Ausblick für diese Marktsegmente ist aber nicht nur aufgrund des positiven laufenden Ertrages konstruktiv. Wirtschaftsausblick und das erwartete Marktumfeld, in dem ertragreiche Anlagekategorien begünstigt sein werden, sprechen auch für Emerging-Market-Anleihen.

„2021 ist ein regulatorisches Hammer-Jahr!“

Anlässlich des 181. Hedgeworks haben die BAI-Verantwortlichen Frank Dornseifer und Philipp Bunnenberg Ergebnisse aus dem BAI Investor Survey 2020 vorgestellt und die Konsequenzen für die institutionelle Kapitalanlage erläutert. Im Interview mit Hedgework präzisieren sie ihre wichtigsten Aussagen. 

Hedgework: Sie wollen anlässlich des Jahreswechsels eine regulatorische und eine allokatorische Bestandsaufnahme der Alternative-Investments-Branche machen. Lassen Sie uns mit der allokatorischen anfangen. Was gibt es hierzu Interessantes zu berichten?

Philipp Bunnenberg: Institutionelle Investoren gleichen ihre Portfolioaufteilung zwischen traditionellen und alternativen Kapitalanlagen immer mehr an. Natürlich forciert das Niedrigzinsumfeld Investoren, ihre Suche nach Alternativen zu den negativ verzinsten Anleihen als auch den hoch bewerteten Aktienmärkten zu intensivieren. Alternative Investments erfahren vor allem aber auch aufgrund positiver Erfahrungswerte der letzten Jahre Zulauf.

Hedgework: Wie zeigt sich das?

Bunnenberg: Aufgrund steigender Nachfragen sehen wir eine deutliche Ausweitung der Palette an Private-Markets-Produkten. Zugangswege und Strategien, die bisher eher ein Nischendasein geführt haben, evolvieren. Zu nennen sind hier insbesondere Co-Investment-Strategien, die durch direkte Co-Investments, Co-Investment-Fonds, Sidecars oder AIFs mit Co-Investments als Substrategie umgesetzt werden können. Zudem erfahren die Private Secondary Markets immensen Zulauf. Insbesondere auch abseits der vertrauten Corporate-Private-Equity Secondary-Fonds nimmt das Fundraising deutlich zu – und COVID-19 beschleunigt den Trend zusätzlich.

Hedgework: Der BAI hat unlängst den Investor Survey 2020 vorgestellt. Welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Ergebnisse daraus?

Bunnenberg: Im Rahmen der Befragung deutscher institutioneller Endinvestoren – also Versicherer, Pensionskassen, Versorgungswerke, etc. – wird deutlich, dass dieser Schritt für Schritt zu ihren internationalen Vergleichsgruppen aufschließen. Immobilieninvestments hinzugenommen allokieren die befragten Investoren derzeit durchschnittlich 22 Prozent in Alternative Investments.

Hedgework: Wie geht das weiter?

Bunnenberg: Ausgehend von den Umfrageergebnissen gehen wir in den nächsten drei bis fünf Jahren von einer jährlichen Wachstumsrate des Anteils alternativer Investments in den Portfolios deutscher institutioneller Investoren von drei bis sechs Prozent aus. Das kann sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen. Diese erfreuliche Wachstumsrate ist unter anderem stark getrieben durch Erstinvestitionen in Private-Debt-Produkte – sprich: die Bereitstellung von Kapital durch Nicht-Banken. Viele Investoren sind bereits über Eigenkapitalinvestments an Infrastrukturprojekten, Unternehmen und Immobilien beteiligt und suchen nun beispielsweise über Kreditfonds zusätzliche Fremdfinanzierungsalternativen.

Hedgework: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die institutionelle Kapitalanlage?

Bunnenberg: Perspektivisch, nach überstandener Pandemie, sollten vor allem Infrastrukturinvestitionen profitieren, denn die Finanzierungslücke ist hier weiterhin eklatant, sodass attraktive Rendite-Risiko-Opportunitäten bestehen bleiben. Davon ausgehend, dass uns das Niedrigzinsumfeld auch in den kommenden Jahren erhalten bleibt, müssen Investoren, unter Berücksichtigung ihrer Sorgfaltspflicht, ihre Portfolios alternativ diversifizieren, vor möglicher Inflation schützen und weiterhin angemessene Renditen, etwa über Illiquiditätsprämien, erzielen. Kein Wunder also, dass Private-Debt-Fonds, die stetige und stabile Cash-Flows bieten, einen beispiellosen Zulauf erfahren. Das gilt natürlich auch abseits der Infrastrukturinvestments für Real Estate Debt und Corporate Private Debt.

Zudem hat sich mehr als einmal gezeigt, dass die Private-Equity-Branche in diffizilen, volatilen Marktphasen, wie es zum Beispiel in den Jahren nach der globalen Finanzkrise der Fall war, langfristig besser abschneidet als die öffentlichen Märkte. Daran dürfte sich, unter Berücksichtigung des großen Dry Powders – was für jeden zweiten befragten Investor mittelfristig durchaus eine Herausforderung darstellt – nichts ändern.

Hedgework: Lassen Sie uns zur regulatorischen Bestandsaufnahme kommen – was steht hier für die Alternative-Investments-Branche an und worauf müssen sich die Manager einstellen? 

Frank Dornseifer: 2021 ist ein regulatorisches Hammer-Jahr! Zum einen steht bei diversen europäischen Fundamentalrechtsakten ein Review-Prozess an – beispielsweise bei der AIFM-Richtlinie nebst ELTIF-Verordnung, dem Baukasten für unsere Alternative-Investments-Branche. Im Großen und Ganzen hat sich das Konzept bewährt, auch wenn es punktuell durchaus Verbesserungsbedarf gäbe, zum Beispiel eine Vereinfachung des Reportings, ein EU-Passport für kleine AIFMs, etc. Aber hier gilt es sorgfältig abzuwägen. Denn die Kommission hat einen umfangreichen Themenkatalog zur Konsultation gestellt und es besteht jetzt die Gefahr, dass dies zu vielen aufreibenden Diskussionen führen wird, die unter Umständen dann sogar Rückschritte mit sich bringen könnten und keine Fortschritte. Deshalb plädieren wir hier für ein minimalinvasives Vorgehen, vor allem müssen auch nationale Privatplatzierungsregime erhalten bleiben, gerade weil aktuell ein Drittstaatenpass in weite Ferne gerückt ist. Auch ein moderater Review kann als Erfolg verbucht werden. Das ist unsere Botschaft an die EU-Kommission. 

Hedgework: Und zum andern?

Dornseifer: Zum andern sind auch bei den Investoren die Zeichen auf Review gestellt. Hier sind Solvency-Review und CRR-Review schon weiter als der AIFMD-Review. Es geht um den effizienten Zugang zu Alternativen Investments, und zwar diskriminierungsfrei und vor allem ohne überbordende Bürokratie bei Durchschau, Reporting, etc. Hier diskutieren wir noch mit der EU-Kommission oder EIOPA über die konkrete Ausgestaltung der Anforderungen beispielsweise an die sogenannten Long Term Equities (LTE), die erstmalig mit einer risikoadäquaten Eigenmittelunterlegung von 22 Prozent versehen sind. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.

Hedgework: Was bringt das Hammer-Jahr sonst noch mit sich?

Dornseifer: Beispielsweise, dass nicht nur bestehende Regelwerke auf dem Prüfstand stehen, sondern ist die Gesetzgebungspipeline auch mit diversen neuen Initiativen gefüllt ist, die volle Aufmerksamkeit erfordern. Allen voran sind da natürlich die Sustainable-Finance-Initiative mit ihren 10 Regulierungsmaßnahmen bezüglich Taxonomie, Offenlegungen, Benchmark, etc. zu nennen sowie das Digital Finance Package mit den Rechtsakten MiCAR, Pilot Regime, DORA, etc., was der gesamten Finanzbrache und insbesondere Investoren einen Technologieschub verschaffen wird.

Hedgework: Damit sind wir in Tat bei zwei spannenden Fragestellungen: Welche Auswirkungen wird der Trend zur Nachhaltigkeit sowie die fortschreitende Digitalisierung auf Alternative Investments haben. Wie ist das aus Verbandssicht zu beurteilen und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

Dornseifer: Zunächst zum Thema Nachhaltigkeit. Alle Produkte, alle Assets und die ganze Wertschöpfungskette vom Front- bis zum Backoffice, dem Vertrieb, etc. sind betroffen. Dabei lassen einen nicht nur der Umfang und der Detaillierungsgrad der noch nicht annähernd vollständigen Taxonomie, sondern auch die absehbaren Offenlegungspflichten gegenüber Aufsicht und Investoren schwindelig werden. Hinzu kommt jetzt noch die praktische Implementierung – und hier zeigt sich, dass der Teufel – wie immer – im Detail steckt. Spätestens jetzt haben alle Insider Schweißperlen auf der Stirn und verstehen, dass Nachhaltigkeit mit Anstrengung verbunden ist! Vor allem wacht jetzt auch die Realwirtschaft auf und beschwert sich lautstark, welche Prüf- und Reportingpflichten auf sie zukommen. Auch die Diskussion über das Lieferkettengesetz zeigt, dass sich die Politik die Finanzbranche als den Überbringer der unangenehmen Botschaften ausgesucht hat, denn indirekt ist natürlich auch die Asset- bzw. Unternehmensseite in der Pflicht. Bis hier die Dinge geschmeidig laufen, wird noch viel Zeit vergehen.

Hedgework: Und wie steht es um die Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung?

Dornseifer: Das ist ebenfalls ein Megathema – die Digitalisierung in der Finanzbrache. Was Anfang des Jahrtausends die MiFID-Richtlinie war, ist jetzt die MiCA-Verordnung, was für Markets in Crypto Assets Regulation steht. Krypto-Assets werden Bestandteil des Finanz- und Investmentuniversums. Diese werden zum Teil auch von MiFID aufgenommen, eben wo es sich um digitale Finanzinstrumente handelt. Daneben gibt es aber auch die echten neuen Krypto-Assets, die ein eigenständiges Regulierungsregime erhalten. Flankierend dazu bedarf es Regelungen für die neue Infrastruktur, die eben die Blockchain- bzw. Distributed-Ledger-Technologie einsetzt. Dies ist das sogenannte Pilot-Regime auf der einen Seite bzw. der Digital Operational Resilience Act – kurz: DORA – auf der anderen Seite, um eine sichere Infrastruktur bzw. den sicheren Umgang mit den sogenannten ICT-Risiken – also Information, Communication and Technology Risks – sicherzustellen.

Hedgework: Das sieht nach einer echten Herausforderung für die Branche wie auch den Verband aus.

Dornseifer: Beide Beispiele verdeutlichen, vor welcher Mammutaufgabe die AI-Branche derzeit steht. Sowohl auf der Nachhaltigkeitsseite als auch bei der Digitalisierung ist das Jahr 2021 aus meiner Sicht eine Zeitenwende. Die Veränderungen und Herausforderungen sind gewaltig und auch deswegen gilt es, etwa bei den eingangs erwähnten Review-Prozessen behutsam vorzugehen und immer auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und auch der europäischen Branche im Auge zu halten. Dazu bedarf es natürlich auch deutlich mehr, als die Bundesregierung gerade im sogenannten Fondsstandortgesetz vorgelegt hat.

Hedgework: Was könnten Sie sich diesbezüglich vorstellen?

Dornseifer: Im Kern geht es darum, tiefgreifende strukturelle Unzulänglichkeiten zu beseitigen – und zwar im Aufsichtsrecht, im Investmentsteuerrecht, aber auch im Investorenaufsichtsrecht. Hier ein paar Beispiele: Im Aufsichtsrecht stellt Deutschland nur eine überschaubare Anzahl von Organisationsformen bereit, die zudem häufig nicht praxistauglich ausgestaltet sind. Dieser Baukasten ist in anderen Jurisdiktionen nicht nur deutlich größer, sondern vor allem auch praxisgerecht ausgestaltet.

Hedgework: Im Investmentsteuerrecht?

Dornseifer: Im Investmentsteuerrecht gilt für Spezial-Investmentfonds ein Numerus Clausus der zulässigen Vermögensgegenstände, der deutlich enger gefasst ist als im Aufsichtsrecht. Dort sind beispielsweise die europäischen Fondsvehikel ELTIF, EuVECA und EuSEF ausgeschlossen, sodass es im Ergebnis zu einer deutlichen Divergenz in den Anlagemöglichkeiten gemäß Aufsichts- und Investmentsteuerrecht kommt. Ein weiteres frappierendes Beispiel für die Inkonsistenz von Aufsichts- und Steuerrecht sind die divergierenden Definitionen von offenen und geschlossenen Fonds. Es ist in der Praxis nicht nachvollziehbar, dass etwa im InvStG nicht die einschlägige Abgrenzung bzw. Definition aus dem Aufsichtsrecht (AIFM-RL) akzeptiert und übernommen werden kann. 

Hedgework: Also reichlich Nachbesserungsbedarf? 

Dornseifer: Sicherlich, aber das war noch nicht alles. So bereitet VAG-Investoren immer noch die Anlageverordnung (AnlV) gewisse Probleme. Auch hier wird bei den einschlägigen Erwerbbarkeitsregelungen abweichend vom Aufsichtsrecht für Fonds definiert, wann ein Fonds offen bzw. geschlossen ist. Dadurch wird das zulässige Anlageuniversum eingeschränkt bzw. die Erwerbbarkeit deutlich erschwert. Zudem werden Anlagen in Nicht-EU-Fonds – außerhalb von Private Equity – auch faktisch unmöglich gemacht, was gerade in globalisierten Märkten und unter Diversifizierungsgesichtspunkten aus Investorensicht schlichtweg kontraproduktiv ist. Sodann sind in der AnlV bzw. im dazu ergangenen Rundschreiben die Erwerbbarkeitsregelungen für Kreditfonds eher misslungen und führen in der Praxis zu vielen Rechtsfragen, was einschlägige deutsche Investoren in ihrer Anlagetätigkeit eher behindert als unterstützt. Kurzum: von einem zukunftsweisenden Fondsstandortgesetz hätte ich an erster Stelle erwartet, dass derartige Grundsatzthemen angegangen werden. Die Strukturen müssen halt stimmen. Mal sehen, ob und welche Verbesserungen im Finanzausschuss noch zu erzielen sind!


Dieser Beitrag erschien zuerst auf Hedgework.

Frank Dornseifer

ist Geschäftsführer beim Bundesverband Alternative Investments e.V., Bonn, und für die Verbandsaktivitäten Recht, Regulierung, Politik und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Er ist seit über 18 Jahren in unterschiedlichen Funktionen im Investment-, Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht aktiv. Nach seinem Studium in Bonn, Dublin und Lausanne arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt in einer internationalen Anwaltssozietät in den Gebieten Gesellschafts- und Wertpapierrecht. Es folgte eine mehrjährige Tätigkeit als stellvertretender Referatsleiter bei der BaFin im Grundsatzreferat Investmentaufsicht und als Repräsentant im Investment Management Committee der Organisation der internationalen Wertpapieraufsichtsbehörden IOSCO, bevor er im Jahre 2007 zum BAI wechselte.
Dornseifer ist auch Autor zahlreicher Fachpublikationen zum Investment- und Gesellschaftsrecht und Herausgeber von Kommentaren zum KAGB/InvG und zur AIFM-Richtlinie. Der Finanzausschuss des Bundestages und das Europaparlament haben ihn mehrfach als Sachverständigen in Gesetzgebungsverfahren zum Kapitalmarktrecht benannt.

Philipp Bunnenberg

ist seit Januar 2020 beim BAI als Referent in den Bereichen Markt, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaft tätig. Er ist Volks- (B. Sc.) und Betriebswirt (M. Sc.) und absolvierte sein Studium an der Universität Münster, der Universidad de Vigo (Spanien) und der Universität Potsdam. Vor seiner Tätigkeit beim BAI arbeitete er mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzierung & Banken an der Universität Potsdam. Derzeit befindet sich Bunnenberg in der Endphase seiner Promotion über Closet Indexing und Risiken im ETF-Markt.

Der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI)

ist die assetklassen- und produkt-übergreifende Interessenvertretung für Alternative Investments in Deutschland und hat zum Ziel, den Bekanntheitsgrad alternativer Anlagestrategien und -klassen in der Öffentlichkeit zu verbessern. Der BAI wurde 1997 in Bonn gegründet, der Kreis der Verbandsmitglieder setzt sich aus allen Bereichen der professionellen Alternative Investment-Branche zusammen.

Digitale Infrastruktur und langfristig vermietete Immobilien bieten beste Wachstumschancen

Aviva Investors, die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc., erwartet die höchsten Renditen beim Aufbau digitaler Infrastrukturen. Dabei rechnet der Vermögensverwalter damit, dass Großbritannien mittelfristig in mehreren Real-Asset-Sektoren und -Strategien besser abschneiden wird als Europa. Das geht aus dem zweiten jährlichen Real Assets House View-Ausblick von Aviva Investors hervor, der heute veröffentlicht wurde.

Der Real Assets House View bündelt die Ansichten und Analysen der Investmentteams von Aviva Investors in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und Private Debt und dient als Grundlage für Relative-Value-Entscheidungen bei Multi-Asset-Allokationen.

Aviva Investors erwartet demnach die höchste Gesamtrendite über fünf Jahre für institutionelle Investoren beim Aufbau digitaler Infrastruktur, wie Glasfaser-Breitband in ländlichen Gebieten. Das entspricht den Ergebnissen der Real Assets Studie von Aviva Investors aus 2020. Dort gaben die befragten Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften an, Kapitalwachstum zunehmend als "integralen" oder "wichtigen" Bestandteil ihrer Sachwertinvestitionen anzusehen.

Mark Versey, Chief Executive Officer bei Aviva Investors, kommentiert: „Während Widerstandsfähigkeit und Cashflow-Matching nach wie vor stark favorisierte Eigenschaften von Real Assets sind, sind sich die Investoren zunehmend der Vorteile einer Renditediversifizierung bewusst. Das spiegelt sich bei der Entwicklung der Anlagestrategien wider. Digitale Infrastruktur ist ein gutes Beispiel für diesen Trend, der auch einen erheblichen gesellschaftlichen Nutzen mit sich bringt. Dazu zählt eine bessere Anbindung von Gemeinden sowie die Unterstützung von Unternehmen in ländlichen Gebieten."

Aviva Investors geht außerdem davon aus, dass fremdfinanzierte Immobilien mit langer Laufzeit in Großbritannien einen hohen relativen Wert liefern werden. Die Cashflow-Stabilität des Sektors und die Verfügbarkeit von wettbewerbsfähigen, langlaufenden Anleihen ermöglichen es, hochwertige Vermögenswerte fremd zu finanzieren, ohne das Risiko übermäßig zu erhöhen. In der Folge profitierten Long-Income-Strategien in den letzten zwölf Monaten von relativ sicheren Erträgen und Renditen. Auf einer risikobereinigten Basis hält Aviva Investors die Logistikbranche für einen besonders attraktiven Immobiliensektor, was sowohl von zyklischen als auch strukturellen Faktoren getrieben wird.

Chris Urwin, Director of Research, Real Assets, bei Aviva Investors, sagt: „Langfristig vermietete Immobilienanlagen, die an bonitätsstarke Mieter vermietet sind, haben in den letzten zwölf Monaten ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen. Mit Blick auf die Zukunft lassen niedrige Investitionsausgaben und inflationsgebundenes Mietwachstum den Sektor attraktiv erscheinen. Da immer mehr Investoren die Attraktivität langfristiger Einnahmen erkennen, sehen wir einen größeren Wettbewerb um kleinere Assets. Infolgedessen könnten größere Assets in vielen Sektoren einen relativen Wert bieten. Deshalb erwarten wir, dass lang vermietete Anlagen eine wichtige Rolle bei Immobilienportfolios spielen werden. Die Pandemie hat außerdem das Augenmerk auf den Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten und den Wert der Vorratshaltung gelenkt. Wir gehen von einer weiteren Entwicklung dieses Trends aus und sind mittel- bis langfristig sehr positiv für den Logistiksektor gestimmt."

Die Dekarbonisierung von Gebäuden ist wesentlich, um das Netto-Null-Emissionen-Ziel zu erreichen. Die Herausforderung für die Immobilienbranche besteht darin, dass die Vorteile dieser Initiativen über längere Zeiträume als die typischen Mietvertragslaufzeiten zum Tragen kommen. Dadurch wissen Vermieter nicht, ob sie für solche Investitionen entschädigt werden. Aviva Investors ist der Ansicht, dass Investoren in Immobilien mit langfristigen Mietverträgen gut positioniert sind, um diese Schieflage zu beheben: Da viele Mieter die Gebäude langfristig bewohnen, haben sie oft ein größeres Interesse an den Nachhaltigkeitskriterien der Immobilie, denn diese sorgen wiederum für niedrigere Energiekosten im Laufe der Zeit.

Aviva Investors geht außerdem davon aus, dass kohlenstoffarme Anlagen weiterhin einen Mehrwert für Infrastrukturinvestoren liefern werden. Der Sektor hat sich durch die Pandemie als widerstandsfähig erwiesen und bietet eine wachsende Bandbreite an Investitionschancen. Eine Wertschöpfung erwartet der Asset Manager zudem bei komplexeren Bereichen, wobei Investoren, die über Expertenwissen in diesen Sektoren und Technologien verfügen, wahrscheinlich den größten Vorteil haben werden.

Mark Versey ergänzt: „Als wir vor einem Jahr unseren ersten Real Assets House View veröffentlicht haben, war die Konjunkturlage ganz anders als heute. In Anbetracht der veränderten Wirtschaftsaussichten gehen wir davon aus, dass die Bedeutung von ESG-Kriterien für die langfristige Performance steigt. Da sich Unternehmen, Industrien und Nationen dazu verpflichten, ihre Emissionen bis spätestens 2050 auf Null zu reduzieren, sind Investitionen in die Dekarbonisierung von Gebäuden unerlässlich. Bislang preisen die Immobilienmärkte die Unterschiede in der Nachhaltigkeit von Gebäuden allerdings noch nicht ausreichend ein. Mit einer steigenden Nachfrage nach realen Vermögenswerten, sehen wir auch mehr Kunden, die Zugang zu komplexeren oder Nischensektoren suchen. Dies wiederum erhöht die Bedeutung von Fachwissen, anspruchsvoller Portfoliobildung und Research-basierten Investmentansätzen."


Den aktuellen Aviva Investors Real Assets House View finden Sie unter folgendem Link: https://www.avivainvestors.com/en-gb/views/real-assets-house-view/

AVIVA INVESTORS

Aviva Investors ist die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc. Das Unternehmen liefert seinen Kunden weltweit Investmentmanagementlösungen, Dienstleistungen und kundenorientierte Performance. Aviva Investors ist in 14 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, Nordamerika und Großbritannien tätig und verwaltet ein Vermögen von 389 Milliarden Euro per 30. Juni 2020.

10 Thesen für 2021 – Teilweise Erholung mit Risiken

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste AM.

Die angelaufenen Impfstoffprogramme und die sehr große Unterstützung von der geld- und fiskalpolitischen Seite haben zu Erwartungen einer anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft geführt und die Preise von risikoreichen Wertpapierklassen aufwärts befördert. Wie kann es weitergehen? Im Folgenden werden anhand von zehn Thesen die Eckpunkte für dieses Jahr abgesteckt.

1. Das Rennen zwischen den Virusinfektionen auf der einen Seite und Impfungen auf der anderen Seite wird uns auch in einem Jahr noch beschäftigen.

Die Infektionen sind nach wie vor hoch. Die Welt befindet sich inmitten der zweiten Infektionswelle. In einigen Ländern gibt es Anzeichen für rückläufige Neuinfektionen. Die angelaufenen Impfstoffprogramme geben Anlass zur Hoffnung. Doch Produktions- und Verteilungsprobleme verlangsamen die Durchimpfung. Zudem sind die neuen Virusvarianten Besorgnis erregend. Sie sind infektiöser und reduzieren die Effektivität mancher Impfstoffe. Weitere Mutationen könnten zu neuerlichen Infektionswellen führen. Darüber hinaus haben die weniger entwickelten Länder nur einen eingeschränkten Zugang zu Impfstoffen. Auch die fallende Akzeptanz von Lockdown Maßnahmen behindert die Eindämmung von COVID-19. Das heißt, eine Immunisierung der Bevölkerung kann in diesem Jahr in einigen Ländern erreicht werden; aber nicht so schnell auf globaler Ebene und Mutationen können zu neuerlichen Ausbrüchen führen.

2. Die wirtschaftliche Erholung wird stattfinden, aber die Entwicklung bleibt ruppig, sektoral und geografisch uneinheitlich und unvollständig.

In der Rückschau war das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2020 höher als noch vor einigen Monaten erwartet. Die Lockdown Maßnahmen reduzierten das Bruttoinlandsprodukt in einem geringeren Ausmaß als im Frühjahr 2020. Zahlreiche Monatsindikatoren deuten jedoch auf eine deutliche Verlangsamung des globalen Wachstums ab dem Dezember 2020 hin. Dabei fallen vor allem zwei divergente Trends auf. A) In den USA hält sich die wirtschaftliche Aktivität besser als in anderen Ländern. Das liegt vor allem an den fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen. Im Unterschied zu den USA werden zahlreiche Länder in Europa sowohl im vierten als auch im ersten Quartal schrumpfen. B) Der Dienstleistungssektor ist deutlich stärker als der Produktionssektor betroffen. Tatsächlich hat die globale Industrieproduktion Ende 2020 bereits das Niveau von Jänner 2020 erreicht. Mit der wahrscheinlichen Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen ab dem Ende des ersten Quartals wird es, ähnlich wie im vergangenen Jahr, zu einer mechanistischen Erholung der wirtschaftlichen Aktivität kommen. Aufgrund der Impfstoffprogramme wird der Zusammenhang zwischen Virusentwicklung und Mobilität zusehends reduziert werden. „Nur“ die USA und China könnten Ende 2021 das Trendwachstum erreicht haben. Die Mehrzahl der entwickelten Länder wird erst in den Folgejahren die Erholung abgeschlossen haben. Jüngste Forschungen deuten auf eine „98%-Wirtschaft“ hin. Das heißt, durch die Pandemie könnten im Länderdurschnitt zwei Prozent des Produktionspotenzials nachhaltig zerstört worden sein.

3. Die Inflationsraten werden nur temporär überdurchschnittlich ansteigen.

Die Inflationsraten werden schon allein deshalb im Jahresabstand ansteigen, weil im vergangenen Jahr mit dem Ausbruch der Pandemie zahlreiche Preise gefallen sind. Aber auch die Preise für Nahrungsmittel, Energie und Industriemetalle sind angestiegen und sorgen für überdurchschnittliche Wachstumsraten der Preise im Monatsabstand. Zudem sorgen Lieferengpässe für zunehmenden Preisdruck im Transport (Container) und Produktion. Diese Entwicklung könnte sich verstärken, wenn die Eindämmungsmaßnahmen aufgehoben werden. Denn der dann einsetzende Nachholeffekt bedeutet einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage. All diese Effekt wären jedoch nur temporärer Natur und würden im Jahresverlauf verschwinden. Der zugrundeliegende Inflationsdruck wird niedrig bleiben. Dafür werden sowohl die anhaltend negative Produktionslücke (es wird unter dem Potenzial produziert) als auch die flache Philips-Kurve (geringer Zusammenhang zwischen Arbeitslosenrate und Lohnveränderungen) sorgen. Für ein Risikoszenario liegt ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung in den USA. Sollten die Fiskalpakete in den USA zu einer vorzeitigen Überhitzung führen, könnte die Inflation mit Zeitverzögerung überraschend ansteigen.

4. Die Geldpolitik wird ultra-expansiv bleiben.

Die wichtigen Zentralbanken in den entwickelten Volkswirtschaften (zum Beispiel die Fed in den USA und die Europäische Zentralbank) signalisieren eine anhaltend expansive Geldpolitik, auch wenn es zu einer wirtschaftlichen Erholung und zu einem Inflationsanstieg kommen sollte. Das betrifft alle Bereiche, also die Leitzinsen, die Ankaufsprogramme, die Liquiditätsversorgung der Banken und die Steuerung der Markterwartungen (Forward Guidance). Die Fed hat diese neue Politik bereits offiziell gemacht. Das durchschnittliche Inflationsziel von zwei Prozent auf die lange Sicht hat eine Überhitzung am Arbeitsmarkt (maximum employment) und ein moderates Überschießen der Inflation auf die mittlere Sicht zum Ziel.

5. Die Fiskalpalpolitik wird keynesianisch geprägt sein, insbesondere in den USA.

Anfang 2021 hat die Demokratische Partei in den USA die Mehrheit im US-Senat errungen. Damit kann Präsident Biden eine keynesianisch geprägte Fiskalpolitik (erhöhte Staatsausgaben für längere Zeit) betrieben. Tatsächlich hat er bereits ein zusätzliches Fiskalpaket in der Höhe von USD 1900 Milliarden vorgeschlagen, um die Pandemie zu bekämpfen. Weitere Fiskalpakete für die Bereiche Infrastruktur, Gesundheit und saubere Energie sind bereits angedacht. Natürlich wird es auch Steuererhöhungen geben, aber der Kernpunkt ist, dass im Unterschied zu vor zehn Jahren (nach der Großen Rezession) unmittelbar keine Konsolidierung des Staatsbudgets stattfinden wird. Das bedeutet einen zusätzlichen Impuls für das Wirtschaftswachstum mit Vorbildwirkung für andere Länder.

6. Die Ungleichgewichte haben zugenommen und üben einen negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum und die Märkte aus.

6.1 Die überdurchschnittliche Bewertungen von Wertpapierklassen als Ergebnis der zunehmenden überschüssigen Liquidität a) reduzieren die langfristigen Ertragserwartungen, b) erhöhen das Risiko von zukünftigen Verwerfungen (Korrekturen, Krisen) und c) limitieren den Handlungsspielraum der Wirtschaftspolitik (Mehr Liquidität könnte die Finanzmarktstabilität gefährden).
6.2. Ähnlich ist es mit den hohen Verschuldungsquoten. Diese a) dämpfen das Wirtschaftswachstum auf die lange Sicht, b) erhöhen das Risiko von zukünftigen Krisen und c) schränken den Handlungsspielraum der Wirtschaftspolitik ein (Wie stark kann die Verschuldung noch zunehmen?).
6.3 Die Einkommens- und Vermögensungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern nimmt weiter zu. Dadurch steigen auch die Risiken für das liberale, demokratische und rechtsstattliche System an.

7. Die politischen Effekte, die von der Pandemie ausgehen, sind zugegeben schwer abschätzbar aber wahrscheinlich negativ.

Darauf deuten einige historische Beispiele hin, wo wirtschaftliche Schocks zu politischen Umwälzungen geführt haben. Es wird vielfach argumentiert, dass ein wichtiger Katalysator für den Aufstieg des Populismus und der Anti-Establishment Bewegungen die Große Finanzkrise 2008 / 2009 war. Denn die Ungleichheit der Einkommensverteilung hatte weiter zugenommen. Die Folgen waren unter anderem der Brexit und die Trump-Präsidentschaft. Auch deshalb ist der Anreiz für die Regierungen angestiegen, die Staatsdefizite nicht schnell zu konsolidieren. Auf der positiven Seite sticht vor allem der neue US-Präsident Biden hervor. Dieser steht klar für Multilateralismus. Internationale Organisationen wie die WTO (Welthandelsorganisation), die WHO (Weltgesundheitsorganisation) und die NATO sowie das Pariser Klimaschutzabkommen werden dadurch gestärkt. Gleichzeitig wird die Rivalität zwischen den beiden Supermächten USA und China bestehen bleiben, auch wenn der Umgangston ein anderer sein wird. Es zeichnet sich bereits ab, dass ein wesentlicher Konfliktpunkt die Vorherrschaft in der Halbleitertechnologie sein wird.

8. Der Handlungsspielraum der Wirtschaftspolitik ist (wie bereits erwähnt) gesunken.

Neben den hohen Bewertungen der Wertpapierklassen und der hohen Verschuldung stoßen viele Leitzinsen an der Untergrenze an und sind die Zentralbankbilanzen massiv angestiegen. Damit kann die Wirtschaftspolitik weniger effektiv auf zukünftige Krisen reagieren. Ebenso wichtig wird die Inflationsentwicklung in den kommenden Jahren sein (wahrscheinlich kein Thema für dieses Jahr). Solange die Geld- und Fiskalpolitik dieselben Ziele verfolgen (Vollbeschäftigung, Inflation bei zwei Prozent) ist alles in Ordnung. Was passiert jedoch, wenn diese Ziele tatsächlich erreicht werden sollten, die Zentralbank die Leitzinsen deshalb anheben möchte, aber die Fiskalpolitik aufgrund der hohen Verschuldung für anhaltend niedrige Zinsen argumentiert? (Erst) dann könnte die Inflation tatsächlich deutlich ansteigen, wenn die Zentralbank die Zinsen bei null Prozent belässt (Fiscal Dominance).

9. Der Klimawandel beeinflusst zunehmend unmittelbar das Geschehen auf der wirtschaftlichen, politischen und Marktebene.

Der Einfluss des Klimawandels wird von Jahr zu Jahr sichtbarer. Das wiederum hilft, die Umstellung auf ein klimafreundliches Wirtschaften zu beschleunigen. Beide Trends haben Implikationen für die Wirtschaft, die Politik und die Märkte. Dabei werden drei Dimensionen berührt: a) Adäquate Bepreisung von fossilen Brennstoffen. b) Mehr und transparentere Informationen zu Handlungen, die den Klimawandel beeinflussen, erhöhen die Anreize für eine Umstellung. c) Substanzielle Förderung von Innovationen und Investitionen. Die Europäische Zentralbank argumentiert, dass beide Trends (Klimawandel und Politikumstellung) einen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation und damit auf das Primärziel Preisstabilität, aber auch die Finanzstabilität und die Bankenaufsicht sowie die (sehr große) Zentralbankbilanz haben. Aus diesem Grund sind Überlegungen zum Klimawandel integraler Bestandteil der laufenden Überprüfung der geldpolitischen Strategie der EZB. (Quelle: Rede von EZB-Präsidentin Lagarde vom 25. Jänner 2021). Eine Konsequenz: Der Anteil an „grünen“ Finanzierungen (Kredite, Anleihen, Aktien) und Investitionen (EU-Wiederaufbaufonds) wird weiter zunehmen.

10. Die Marktentwicklung wird von zunehmenden Schwankungen aber einer insgesamt positiven Entwicklung an den Risikomärkten geprägt sein.

Die Preise der meisten risikoreichen Wertpapierklassen sind seit Ende März 2020 kräftig angestiegen. In den Marktpreisen ist bereits zu einem guten Teil eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft reflektiert. Das liegt an der sehr großen Unterstützung der Geld- und Fiskalpolitik und den angelaufenen Impfstoffprogrammen. Ein wichtiger Kurstreiber wird jedoch wahrscheinlich wegfallen. Die Renditen von Staatsanleihen werden im wahrscheinlichsten Szenario nicht mehr fallen. Generell wird das Investmentregime „Suche nach Rendite“ wahrscheinlich bestehen bleiben. Ein hohes und zunehmendes Ausmaß an Liquidität trifft auf ein begrenztes Angebot an Assets mit einer positiven Ertragserwartung. Das hält die Wertpapierkurse auf einem überdurchschnittlichen Niveau, impliziert aber auch ein erhöhtes Risiko für Kurskorrekturen. Das könnte bedeuten a) eine moderat positive Ertragsentwicklung an den Aktienmärkten und bei den Rohstoffen (Industriemetalle, Energie); b) anhaltend enge Renditeaufschläge für das Kreditrisiko; c) moderate Renditeanstiege von kreditsicheren Staatsanleihen, vor allem in den USA; d) teilweise Abschwächung des US-Dollar (gegenüber dem Chinesischen Renminbi und zyklischen Währungen wie dem Australischen Dollar), aber Seitwärtsentwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Zu den angesprochenen Kurskorrekturen: Solange die Inflation niedrig bleibt, werden Staatsanleihen zum einen nach wie vor ein gutes Absicherungsinstrument gegenüber Kurskorrekturen bei Aktien sein und zum anderen (im Gleichgewicht) die Bewertungsniveaus von Risikowertpapierklassen auf einem hohen Niveau halten. Das könnte sich mittelfristig ändern, wenn die Inflation tatsächlich ansteigen sollte (ein großes Wenn). Aus diesem Grund wird auch die Nachfrage nach Gold erhöht bleiben. Weil das Systemrisiko generell angestiegen ist (siehe Ungleichgewichte), könnte auch die Nachfrage nach digitalem Gold (Bitcoin) tendenziell zunehmen, auch wenn die Volatilität von Bitcoin sehr groß ist.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Sind Aktien schon zu teuer?

In den letzten Wochen gab es aus der Perspektive der Finanzmärkte überwiegend positive Entwicklungen. Angesichts der vielen Kranken und Toten infolge der Covid-19-Pandemie mag das zynisch klingen. Die Märkte preisen aber nicht das aktuelle Geschehen, sondern die Erwartungen für die Zukunft, so Raiffeisen Capital Management in der neusten Ausgabe von märkte | unter uns. Diese wurden durch die Zulassung der ersten Impfstoffe sowie den Beginn der Impfungen positiv beeinflusst. Auch wenn es dieser Tage angesichts immer längerer Lockdowns schwer vorstellbar ist, wird im Verlauf des zweiten Halbjahres eine Normalisierung des Lebens eintreten. Damit im Einklang wird es eine starke Erholung von Wirtschaft und Unternehmen geben. Und darauf fußt im Wesentlichen die aktuell sehr gute Stimmung, insbesondere an den Aktienmärkten. Dass es in dem einen oder anderen Segment bereits eine Übertreibung gibt, ist zwar richtig. Für den breiten Markt ist bei aller Vorsicht jedoch ein bestimmtes Ausmaß an Zuversicht gerechtfertigt.

Oft wird als negatives Argument für die Aktienmärkte die teure Bewertung genannt. Dieser Einwand ist zum Teil berechtigt, nämlich bei einigen defensiven Titeln. In der aktuellen Phase des Zyklus‘ ist das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den breiten Markt aber nicht überraschend. Der Quotient Kurs durch Gewinn ist hoch, weil die Kurse (K) schon gestiegen sind, die Gewinne (G) aber noch nicht. In einer späteren Phase des Kapitalmarktzyklus‘ werden die Gewinne stärker steigen als die Kurse, was das KGV wieder senkt. Später beginnen die Kurse dann den nächsten Abschwung vorwegzunehmen, normalerweise bevor die Unternehmensgewinne tatsächlich zu sinken beginnen. In dieser Phase sieht der Markt, gemessen am KGV, billig aus, was aber nicht bedeutet, dass dies ein guter Kaufzeitpunkt für Aktien ist. Daher: Bewertung ist kein guter Indikator, wenn es um den günstigen Einstiegszeitpunkt geht.

Aktien: Das neue Jahr beginnt so, wie das alte geendet hat

Die letzten Wochen des vergangenen Jahres waren von einer guten Stimmung an den Aktienmärkten gekennzeichnet. An den herausragenden November konnte im Dezember mit weiteren Zuwächsen angeschlossen werden. Der positiven Tendenz konnte auch der Jahreswechsel nichts anhaben.

Weiterhin sind Aktien gefragt und hier vor allem jene aus den Schwellenländern. Angeführt von asiatischen Märkten wie beispielsweise China, Korea und Taiwan, wo die aktuell favorisierten Branchen Technologie, Kommunikation und Konsum stark vertreten sind, konnten Emerging-Market-Aktien ihre Pendants aus den entwickelten Märkten ein gutes Stück hinter sich lassen. An diesen Märkten gibt es in den ersten Wochen des Jahres einen Überraschungssieger: Energie-Aktien führen hier die Tabelle an, nachdem sie in den letzten Jahren durchaus spürbar hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben waren. Zugegebenermaßen ist das Jahr aber noch jung und eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Unterdurchschnittlich entwickelten sich hingegen zuletzt die defensiven Konsumwerte.

Globale Konjunktur: Covid-19 ist weiterhin die große Unbekannte

Weiterhin werden die Hoffnungen der Weltbevölkerung nicht erfüllt, dass sich Covid-19 von der Pandemie zur saisonalen Erkrankung entwickelt. Nach wie vor sind die Zahlen der Ansteckungen, schweren Verläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle viel zu hoch. Deshalb müssen die Maßnahmen laufend verlängert und verschärft werden. Dieser düstere Befund würde landläufig wohl Schlimmes für den Wirtschaftsausblick befürchten lassen. Weit gefehlt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seiner jüngsten Prognose das erwartete Wirtschaftswachstum nicht nach unten, sondern nach oben revidiert. Demgemäß wird die Weltwirtschaft heuer um 5,5 % wachsen, nachdem im Oktober noch ein Wert von 5,2 % erwartet worden war. Der größte Teil dieser Revision geht auf das Konto der USA, wo der neue Präsident mit seiner Mehrheit im Kongress die Fiskal-Bazooka auspacken wird. Die Eurozone wird vom IWF hingegen schwächer gesehen. In Summe stehen die Zeichen aber auf Erholung im weiteren Jahresverlauf, vorausgesetzt die Impfung ist verfügbar und wird angenommen.

Aktien: Weiterhin gutes Umfeld

Die Unternehmen haben sich einmal mehr weit besser durch die Krise gekämpft, als nach den ersten dramatischen Gewinneinbrüchen im Frühjahr zu erwarten war. Seit dem zweiten Quartal des letzten Jahres überwiegen klar die positiven Überraschungen bei den Gewinnberichten. Diese Entwicklung hat – neben den beispiellosen Maßnahmen der Notenbanken – zu der sehr guten Aktienperformance der letzten Monate beigetragen.

Unterdessen ist aber auch der Anteil der Börsenbullen nach oben geschnellt und jener der Bären immer geringer geworden. Dies deutet schon eine gewisse Überhitzung der Anlegerstimmung an. Der Ausblick für die Aktienmärkte wird dadurch aber nicht beeinträchtigt. Die erwartete Erholung von Konjunktur und Unternehmensgewinnen ergibt gemeinsam mit einer lockeren Geld- und Fiskalpolitik ein gutes Umfeld für die Aktienmärkte.

Emerging Markets: Aktien attraktiv

Die Aktien der Emerging Markets konnten aus dem turbulenten Jahr 2020 als einer der klaren Gewinner hervorgehen. Dies ist zu einem großen Teil dem asiatischen Raum zu verdanken, der anfangs im Zentrum des Corona-Sturms lag, diesen aber global am besten zu managen verstand. Daher war das zweite Halbjahr 2020 von einer erstaunlichen Erholung geprägt. Die Prognosen für 2021 deuten darauf hin, dass diese Entwicklung eine Fortsetzung erfahren könnte. Das betrifft vor allem den erwarteten globalen Konjunkturaufschwung, von dem die Emerging Markets überdurchschnittlich profitieren werden.

Nachhaltig investieren – aktiv oder passiv? Am besten beides!

Während die Welt um Lösungen für mehr Nachhaltigkeit ringt, ist die Börsenwelt zusätzlich in zwei weitere Lager gespalten: aktive Investoren einerseits und passive ETF-Fans andererseits. Sollte nachhaltiges Investieren also eher mit aktiven Fonds oder passiven Indexfonds erfolgen? Marc Momberg, Leiter Portfoliomanagement bei der Apo Asset Management GmbH (apoAsset), plädiert in seiner Börsen-Visite für Dialog und gesunden Menschenverstand.

Aktive Fondsmanager suchen gezielt nach besonders aussichtsreichen Wertpapieren oder Zielfonds, um für ihre Anleger mehr Werte als reine Börsenindizes zu schaffen. Dafür gibt es sehr erfolgreiche Beispiele. Dagegen bilden passive börsengehandelte Indexfonds (ETFs) Indizes nach und können damit – unter bestimmten Voraussetzungen – ebenfalls Erfolg haben. Beim Thema Nachhaltigkeit – kurz ESG (Environment, Social, Governance) – gibt es gute Argumente für beide Seiten. In beiden Fällen geht es letztlich darum, das Leben für alle Lebewesen auf dem Planeten so zu beeinflussen, dass es möglichst vielen langfristig gut geht. Doch bei der Entscheidung sollten Anleger die Vor- und Nachteile beider Varianten in Betracht ziehen.

ETFs: Günstiger, aber statisch und weniger Einfluss auf Unternehmen

Passiv nachhaltig investieren können Anleger am einfachsten mit ETFs, die ESG-Indizes abbilden. So werden jene Unternehmen mit mehr Kapital belohnt, die gemäß den jeweiligen Index-Kriterien nachhaltig wirtschaften. Zu empfehlen ist dabei, nicht nur einen beliebigen Nachhaltigkeits-ETF zu kaufen, sondern auf Qualität und eine gute Mischung zu achten. Zum einen gibt es hier große Unterschiede bei Kosten und Handelbarkeit. Zum anderen sollten möglichst mehrere ETFs kombiniert werden, zum Beispiel für unterschiedliche Anlageklassen und Regionen. Dadurch kann die Geldanlage robuster und somit erfolgreicher werden. Passive Fonds verzichten allerdings auf einen wichtigen Einflussfaktor, den aktive Fondsmanager haben: der Dialog mit dem Management der Unternehmen und die aktiven Bemühungen, den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit zu begleiten.

Zwar nehmen auch große ETF-Anbieter Stimmrechte wahr. Aber sie sind trotzdem abhängig von den starren Regeln der Indexanbieter.

Aktive Fonds: Flexibler und mehr Druck auf Unternehmen möglich

Aktive Fondsmanager hingegen können bei Unternehmen, mit denen sie als Investoren im Dialog stehen, langfristig erfolgreiche Veränderungen verfolgen. Auf dieser Basis können sie auch einmal eine temporäre Schwächephase durchhalten oder diese sogar aktiv zum Ausbau von Positionen nutzen. Unternehmen, die sich langfristig nachhaltig verbessern, erhalten dadurch positive Anreize. Einige aktive Fondsgesellschaften übernehmen sogar die Aktionärsinteressen für ETF-Anbieter und verleihen somit dem konstruktiven Dialog noch mehr Gewicht. Die etwas höheren Gebühren sind aus Anlegersicht also eine Investition in Veränderung und schaffen einen Mehrwert, der über die reine Rendite hinausgeht. Hinzu kommt: Indizes enthalten nicht zwangsläufig die Unternehmen mit dem größten Entwicklungspotenzial. Das gilt vor allem für Zukunftsthemen wie Gesundheit, Umwelt, Klima und Technologien. Dafür bevorzugen wir eher aktive Fonds, die aufgrund ihrer Flexibilität und Expertise den ETFs oft überlegen sind.


Über Marc Momberg

Marc Momberg ist Leiter Portfoliomanagement der Apo Asset Management GmbH (apoAsset). Er verwaltet ein Anlagevermögen von rund 3,5 Mrd. Euro, darunter die Multi-Asset-Dachfonds apo Piano INKA, apo Mezzo INKA und apo Forte INKA, die vor rund 20 Jahren aufgelegt wurden. Das britische Fachmagazin Citywire kürte ihn 2019 und 2020 zu einem der führenden Fondsselektoren Europas. Seine Karriere startete er einst bei den VGH Versicherungen und der tecis Asset Management GmbH. Marc Momberg verfügt über einen Abschluss als Dipl.-Wirtschaftsjurist (FH).

Über die Apo Asset Management GmbH

Die Apo Asset Management GmbH (apoAsset) wurde 1999 gegründet und verwaltet ein Anlagevermögen von rund 3,5 Milliarden Euro. Ihre Schwerpunkte sind globale Gesundheitsfonds und Multi-Asset-Fonds. Das Unternehmen verfügt über ein europaweit einzigartiges Netzwerk für Gesundheits-Investments. Dazu gehören neben dem eigenen Fondsmanagement-Team auch die Beteiligung am Biotech-Investment-Spezialisten Medical Strategy GmbH und ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat. Die Gesellschafter sind die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) und Deutsche Ärzteversicherung AG. Weitere Informationen unter www.apoasset.de

Stabile Entwicklung für Mikrofinanzinvestments

„2020 war aufgrund der Corona-Pandemie ein schwieriges Jahr und die Auswirkungen weltweit waren herausfordernd – vor allem auch für die Emerging Markets“, sagt Dr. Carlos De las Salas Vega, Chief Investment Officer (CIO) der Invest in Visions GmbH. Die Weltbank geht davon aus, dass durch die Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens weltweit bis zu 115 Millionen Menschen zusätzlich von extremer Armut bedroht sein werden. Invest in Visions rechnet jedoch damit, dass sich die kontinuierliche Aufhebung der Lockdown-Regelungen positiv auf den Mikrofinanzsektor auswirken wird.

Maßnahmen greifen in Ecuador

„Die Umstände, die sich durch die Pandemie in den Emerging Markets ergeben hatten, waren nicht einfach“, so De las Salas Vega. So wurde Ecuador* im Vergleich zu anderen Ländern Lateinamerikas schwer getroffen, erholt sich davon aber beständig. Für den 7. Februar 2021 sind Präsidentschaftswahlen geplant, die den politischen Trend des Landes in den nächsten vier Jahren bestimmen werden, ist der Mikrofinanz-Experte überzeugt.

Die bisherige Regierung Ecuadors hat mehrere geldpolitische Maßnahmen getroffen. Im Bankensektor wurde unter anderem die Einziehung von Kreditraten für kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen bis zu 90 Tage aufgeschoben. Zur Unterstützung der Bevölkerung wurden beispielsweise die Lohn- und Gehaltsabgaben gestundet und außerordentliche Bargeldtransfers an mittellose Bevölkerungsgruppen in Höhe von 250 Millionen US-Dollar gewährt. Weitere Entlastungen im Privatsektor waren steuerliche Anreize und ein Konzessionsprogramm. De las Salas Vega sieht einen weiteren Hinweis für Stabilität: „Nachdem der Verfall der Rohölpreise durch die Corona-Pandemie starke Auswirkungen auf die ecuadorianische Wirtschaft hatte – Schätzungen zufolge ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2020 um 11,0 Prozent geschrumpft – haben sich diese nun auf einem höheren Niveau stabilisiert. Gleichzeitig wird erwartet, dass sich das BIP-Wachstum 2021 aufgrund der Reaktivierung der Exporte und einem Anstieg der Inlandsnachfrage um 4,8 Prozent wieder erholen wird.“ Und auch die Ratingagenturen Fitch und S&P haben Ecuadors Bonität im September 2020 wieder auf den vorherigen Wert gesetzt, nachdem diese im April herabgestuft wurde.

„Unser IIV-Portfolio in Ecuador ist weiterhin stabil. Derzeit werden elf Mikrofinanzinstitute (MFIs) mit Darlehen bedient. Diese haben insgesamt mehr als 1,6 Millionen KundInnen, davon sind 48 Prozent Frauen. Seit Beginn der Corona-Pandemie gab es keine Darlehensausfälle und seit Juni 2020 keine neuen Stundungsanfragen. Die MFIs bleiben profitabel und gut kapitalisiert“, berichtet De las Salas Vega. Zudem bestehen hier keine Währungsrisiken, da der US-Dollar die Währung Ecuadors ist.

Letzteres gilt jedoch nicht für alle Länder. „Wir gehen aber davon aus, dass die Kosten zur Absicherung von Währungsschwankungen zwischen Euro und US-Dollar auch im Jahr 2021 gering bleiben werden“, so der CIO.

Geringe Exporte beeinträchtigen Mexiko

Auch Mexiko* wurde stark von der Corona-Pandemie getroffen. Im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern wie Peru, Kolumbien und Bolivien, in denen die Wirtschaft vollständig heruntergefahren wurde, gab es in Mexiko vergleichsweise geringe öffentliche Einschränkungen. Mexikos Wirtschaft wurde jedoch durch einen Rückgang der Exportnachfrage beeinträchtigt. Laut der Ratingagentur Fitch Ratings ist das Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 um 10,3 Prozent zurückgegangen. Jüngste Daten zeigen jedoch, dass das Schlimmste überstanden sein könnte. Insbesondere die Aussichten des Produktionssektors sind optimistisch, da dieser stark in die Lieferketten in Richtung USA integriert ist.

„In Mexiko bedienen wir mit dem IIV-Portfolio derzeit vier MFIs mit Darlehen, die insgesamt ungefähr 580.000 KundInnen haben. Davon sind 80 Prozent Frauen. Um auf eventuelle weitere Herausforderungen durch die Corona-Pandemie rechtzeitig reagieren zu können, sind wir auch mit diesen MFIs in stetigem Kontakt“, sagt De las Salas Vega.

Austausch zahlt sich aus

Auch Invest in Visions hat rechtzeitig Maßnahmen getroffen, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Fonds-Aktivitäten so gering wie möglich zu halten. „Die gute Wertentwicklung unserer Fonds im letzten Quartal hat gezeigt, dass der enge Austausch mit den MFIs und ein Entgegenkommen bei der Rückzahlung von Darlehen die richtige Strategie bei der Krisenbewältigung war. Wir standen unseren Partnern in dieser schwierigen Zeit zur Seite und konnten damit auch unserem sozialen Wirkungsanspruch als Impact Investor gerecht werden“, so De las Salas Vega. 2020 konnte der IIV Mikrofinanzfonds (ISIN: DE000A1H44T1 (R), DE000A1H44S3 (I)) positiv abschließen: In der I-Klasse lag die YTD-Rendite** bei 1,32 Prozent, in der R-Klasse bei 0,92 Prozent.

Der Experte ist optimistisch: „Eine Aufhebung der Reiseeinschränkungen wird sich positiv auf die Entwicklung unseres Portfolios auswirken, da wir neue MFIs aufzunehmen können. Dies wird auch positive Effekte für die Länderverteilung und somit Diversifizierung unseres Portfolios mit sich bringen.“ Nachdem Invest in Visions Ende des vergangenen Jahres einen Investitionsgrad von fast 80 Prozent erreichte, soll dieser im kommenden Jahr erhöht werden. „Die gute Kapitalisierung der MFIs hat dazu beigetragen, dass das Darlehensportfolio des IIV Mikrofinanzfonds für die Pandemie-Herausforderungen gut gewappnet war. Wir gehen davon aus, dass die MFIs auch im kommenden Jahr gesunde Eigenkapitalquoten halten werden. Auf diese Weise wird sich unsere Portfolioqualität und Profitabilität positiv entwickeln“, fasst De las Salas Vega zusammen.


*In der Länderdiversifikation des IIV Mikrofinanzfonds machen Ecuador 9,8 Prozent und Mexiko 6,9 Prozent des Portfolios aus (Stand Dezember 2020).
**31. Dezember 2020

8 Technologietrends für 2021

von Aleksandra Gadzala Tirziu, Head of Research, The Singularity Group.

Die heutige Technologielandschaft ist komplex und befindet sich kontinuierlich im Umbruch. Das macht es zu einer spannenden Zeit für Innovationsinvestoren. Wir haben acht Technologiethemen identifiziert, die in diesem Jahr besonders aussichtsreich sind. Einige folgen direkt aus der COVID-19-Krise, während andere sich schon seit einiger Zeit entwickeln und nun an ihrem Wendepunkt stehen.

1 - Ausbau der E-Commerce-Ökosysteme

E-Commerce wächst schon seit einiger Zeit stetig, aber die COVID-19-Pandemie hat diesen Trend noch einmal beschleunigt. In nur wenigen Monaten ist die globale E-Commerce-Branche in einem Tempo expandiert, für das sie normalerweise etwa fünf Jahre gebraucht hätte. Es gab nie einen kritischeren Moment für Unternehmen, ihr Publikum zu kennen – und ihre Prozesse zu optimieren, von der Art und Weise, wie Kunden bezahlen, bis hin zur Lieferung von Waren. Die Verbraucher von heute erwarten einfach zu bedienende, intuitive digitale Erlebnisse über alle Kanäle und Geräte hinweg. Marken, die diese Erlebnisse bieten können, erzielen die größten Gewinne. Laut Daten von Shopify ersetzten Händler mit einer Omnichannel-Strategie 94% der im ersten Monat der COVID-19-Pandemie verlorenen Point-of-Sale-Käufe (POS) durch Online-Verkäufe.

Unternehmen kombinieren zunehmend verschiedene Tools und Plattformen, darunter Daten, Marketing, digitale Vermittler, Finanzdienstleistungen und Handel, um ausgedehnte digitale Ökosysteme zu schaffen. Diese schaffen Netzwerke, die ein integriertes Nutzererlebnis ermöglichen, das Engagement der Verbraucher steigern, die Verweildauer auf einer bestimmten Plattform erhöhen und die Wechselkosten in die Höhe treiben. Zum Beispiel können Nutzer auf Instagram durch die Integration von PayPal-Funktionen Produkte in der App kaufen. Die "Pay-by-Link"-Lösung von Adyen ermöglicht es Nutzern von Plattformen wie Spotify und Groupon, Artikel zu kaufen, die sie in der App entdecken. Technologien wie KI, IoT und Robotik bieten Einzelhändlern und Marken die Möglichkeit, auf diese Dynamik zu reagieren.

2 - Blockchain treibt neue Generation von Tech-Unternehmen an

In Anbetracht des Bitcoin-Preisrausches Ende 2020, bei dem der Kurs um 300 % gestiegen ist, könnte man leicht annehmen, dass die Distributed-Ledger-Technologie (DLT)/Blockchain, die ihr zugrunde liegt, wieder eine Blase ist, die auf das Platzen wartet. Neue Entwicklungen rechtfertigen jedoch, diesem Sektor mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die kollektive Stimmung über Blockchain steigt, zum Teil angetrieben durch sinnvolle Implementierungen im öffentlichen und privaten Sektor und das Experimentieren mit neuen Anwendungsfällen, die von Smart Contracts bis hin zu Blockchain-basiertem IoT, Logistik und Medien reichen. Im Medienbereich ist Steemit zum Beispiel eine Blockchain-basierte Blogging- und Social-Media-Website, die Nutzer mit der Kryptowährung STEEM für das Veröffentlichen und Kuratieren von Inhalten belohnt. Indem sie über Beiträge und Kommentare abstimmen, entscheiden die Nutzer über die Auszahlung dieser Beiträge. Die österreichische Blockchain-basierte IoT-Lösung Riddle&Code bietet kryptografische Tagging-Lösungen für Blockchains in der Smart Logistics und im Supply Chain Management.

Die stetige Entwicklung hin zu dezentralen Technologien gewann im Jahr 2020 durch das wachsende öffentliche Misstrauen gegenüber zentralisierten Institutionen an Dynamik. Sie wurde durch die Ereignisse Anfang 2021 weiter angeheizt, als die großen Technologiekonzerne Facebook, Amazon, Apple und Google Nutzerprofile und Apps von ihren Plattformen und Betriebssystemen sperrten und entfernten, was Bedenken über ihren übergroßen Einfluss auf die Infrastruktur des täglichen Lebens aufkommen ließ.

Wir treten in eine neue Ära ein, in der sich Kommunikation, Zahlungen und andere kritische Systeme von zentralisierten Strukturen weg entwickeln. Wir werden dezentralisierte Websites, dezentralisierte mobile Apps, dezentralisierte soziale Netzwerke und vieles mehr sehen. Diese Transformation wird nicht über Nacht geschehen. 2021 wird aber dennoch ein Wendepunkt für neue, dezentralisierte Technologieunternehmen sein, für die Blockchain unverzichtbar wird.

3 - Sputnik-Moment für Quantencomputing

Unternehmen müssen anfangen zu planen, wann und wie sie Quantencomputing-Funktionen nutzen werden. Obwohl der weit verbreitete Einsatz von Quantencomputern noch in weiter Ferne liegt, gab es im Jahr 2020 eine Reihe von Meilensteinen von zahlreichen Quantenindustrieführern, darunter IBM, Amazon und Google. Verschiedene Unternehmen und Institutionen haben Ansprüche auf Quantenvorteil oder -überlegenheit erhoben. Unter anderem hat China behauptet, dass es den "Quantenvorteil" mit seinem Photonen-basierten Quantencomputer demonstriert hat, der in der Lage ist, in Minuten zu berechnen, wofür der drittstärkste Supercomputer der Welt mehr als zwei Milliarden Jahre an Arbeit benötigen würde. Kurzum, das Rennen läuft.

Die Leistung und Skalierung von Quantencomputern dürfte weiter schnell zunehmen – mit der Möglichkeit, dass im Jahr 2021 ein Quantenprozessor mit über 100 Qubits entwickelt wird, der echte Quantenüberlegenheit erreichen würde. Gleichzeitig treiben signifikante Fortschritte in der Quantenforschung immer mehr Unternehmen dazu, nach konkreten Anwendungsfällen zu suchen. Die chemische Industrie ist bereit, ein früher Nutznießer der enormen Fähigkeiten des Quantencomputers zu sein, die die Möglichkeit eröffnen, quantenmechanische Systeme wie Moleküle, Polymere und Festkörper mit einer ganz anderen Präzision zu modellieren. Damit wäre es möglich, die effektivsten Moleküldesigns oder Strukturen zu identifizieren, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen und gewünschte Effekte zu erzielen – noch bevor ein einziges Molekül im Labor synthetisiert wird. Der Zugang zu dieser Art von Berechnungsressourcen könnte die Effektivität von F&E-Abteilungen dramatisch steigern und die Art und Weise, wie neue Produkte entwickelt werden, verändern.

4 - Gesundheitsdaten sind das neue Gold

Die COVID-19-Krise hat die digitale Transformation im Gesundheitswesen dramatisch beschleunigt. Unternehmen beeilen sich, neue Fähigkeiten zu entwickeln, um ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und sich für die Zeit nach der Pandemie umzurüsten. Für sie ist es entscheidend, mit neuen Technologien Schritt zu halten. In der gesamten Wertschöpfungskette des Gesundheitswesens werden Fortschritte erwartet – und Gesundheitsdaten sind entscheidend.

Der Big-Data-Markt des Gesundheitswesens dürfte im Jahr 2025 etwa 70 Milliarden US-Dollar erreichen, fast das Sechsfache des Wertes von 2016. Die rasante Beschleunigung der Gesundheitsdatenerfassung bietet der Branche eine beispiellose Chance, verschiedene digitale Fähigkeiten wie KI, Blockchain und IoT zur Verbesserung der Behandlung zu nutzen und einzusetzen. Die intelligente Nutzung von Gesundheitsdaten hat zudem Potenzial, die Patientenversorgung dramatisch zu verbessern.

Die Versorgung könnte mit der zunehmenden Anzahl von Touchpoints und Dateneingaben (z.B. Hauszustellung von verschreibungspflichtigen Medikamenten, Gesundheits-Wearables) patientenzentrierter werden. Dadurch können Pflegeteams eine einheitliche Sicht auf die gesamte Patientenakte entwickeln. Dies könnte beispielsweis zu einer geringeren Rate an Medikationsfehlern führen: durch die Analyse der Patientenakte kann die KI-Software Unstimmigkeiten zwischen dem Gesundheitszustand eines Patienten und den Medikamentenverordnungen aufzeigen und das medizinische Personal warnen, wenn ein potenzielles Fehlerrisiko besteht. Regulierungsbehörden in den USA dürften in diesem Jahr ihren Ansatz für die Medikamentenentwicklung unter Verwendung von Real-World-Daten (RWD) erklären. Der Einsatz von RWD könnte dazu beitragen, eine fortschrittlichere Medikamentenentdeckung und -entwicklung zu ermöglichen. Prävention: Die Fähigkeit, den kompletten Datensatz eines Patienten zu analysieren, bevor er krank wird, wird einen enormen Einfluss auf die frühzeitige Erkennung und Prävention von Krankheiten haben.

5 - On-Orbit-Servicing von Raumfahrzeugen macht Fortschritte

Der Raumfahrtsektor befindet sich im Umbruch und es besteht ein wachsendes Interesse an alternativen Ansätzen für zukünftige Raumfahrtarchitekturen, die nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Fähigkeiten im Weltraum verbessern. Staaten sowie private und internationale Unternehmen investieren zunehmend in On-Orbit-Aktivitäten, einschließlich Wartung, Montage und Fertigung, zusammenfassend als OSAM bezeichnet. Die USA verfügen über die größte Bandbreite an OSAM-Aktivitäten, gefolgt von Russland und China. Einige europäische Länder, wie z.B. Deutschland, verfügen zwar über die erforderlichen Basistechnologien oder entwickeln diese zügig weiter, sind aber noch nicht aktiv an OSAM-Missionen beteiligt.

Der On-Orbit-Servicemarkt ist derzeit der am weitesten fortgeschrittene unter den OSAM-Aktivitäten. Obwohl er noch klein ist, soll er bis 2028 auf etwa 4,5 Mrd. USD anwachsen, wobei auch für 2021 ein deutliches Wachstum erwartet wird. On-Orbit-Satellitenservice bezieht sich auf das Betanken oder Reparieren von Weltraumsatelliten, während sie sich in der Umlaufbahn befinden. Das wachsende kommerzielle Interesse liegt daran, dass Unternehmen nun bestehende Anlagen länger in der Umlaufbahn halten und so teure Rekapitalisierungskosten hinauszögern können. Unternehmen wie Maxar Technologies, Made in Space, Orbit Fab und SpaceLogistics LLC gehören zu den führenden Akteuren in dieser Branche. Fortschritte bei OSAM-Fähigkeiten treiben aber auch Entwicklungen in Technologien wie IoT und 5G-Netzwerke voran.

6 - Wendepunkt für Technologien zur Verbesserung des Datenschutzes

Da sich immer mehr Aspekte des täglichen Lebens ins Internet verlagern – und immer mehr Regierungen Datenschutzgesetze wie die europäische GDPR einführen – steigt auch die Nachfrage nach Technologien, die den Datenschutz verbessern, und nach vertrauenswürdigen Geschäftsmodellen. Die Technologien (Privacy-enhancing technologies, PETs) sind Software- und Hardware-Lösungen, die dazu dienen, Daten bei der Verwendung zu schützen und die Privatsphäre und Sicherheit zu erhöhen, während Suchen oder Analysen durchgeführt werden. Zu diesen Technologien gehören Nutzungsbeschränkung (z. B. e-Consent-System), Verschlüsselung (z.B. homomorphe Verschlüsselung), Pseudonymisierung (z.B. Tokenisierung) und Anonymisierung (z.B. sichere Mehrparteienberechnung, differentielle Privatsphäre). Viele dieser Lösungen überschneiden sich und können, je nach Anwendungsfall, in Verbindung miteinander verwendet werden.

Vollständig homomorphe Verschlüsselung (FHE) ist keine neue Technologie, sie wird seit mehr als 30 Jahren erforscht. Und während sie in der Vergangenheit sehr rechenintensiv war, machen die jüngsten Durchbrüche in der KI und im maschinellen Lernen sie für eine wachsende Anzahl kommerzieller Anwendungen zunehmend praktikabel. Etwa in stark regulierten Branchen, um Daten sicher in Cloud-Umgebungen auszulagern und Daten mit Partnern für Forschung und Analyse auszutauschen. Dies wirkt sich auf viele Branchen aus, darunter Finanzdienstleistungen, Informationstechnologie, Gesundheitswesen und weitere. Eines der Hindernisse für die breite Einführung von FHE ist, dass sie immer noch sehr langsam ist. Doch Unternehmen wie Microsoft und IBM arbeiten daran, die Prozesse so zu beschleunigen, sodass FHE mittlerweile "einen Wendepunkt erreicht hat, an dem ihre Leistung praktisch wird." Dies hat das Potenzial, den Datenschutz sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen zu revolutionieren.

7 - Kernfusion erregt Aufmerksamkeit bei Investoren

Die Kernfusion hat sich still und leise zum vielversprechendsten Thema in der Kernenergie entwickelt. Im Gegensatz zur Kernspaltung produziert die Kernfusion keine langlebigen radioaktiven Abfälle und erzeugt dennoch eine enorme Energiemenge – deutlich mehr als die Kernspaltung. Der Erfolg der Kernfusion würde eine leistungsstarke, saubere Energiequelle mit praktisch unbegrenztem Brennstoffvorrat freisetzen. Das wäre revolutionär für die gesamte Gesellschaft und Industrie.

Das Vereinigte Königreich plant den Bau seines Kernfusionskraftwerks, welcher bereits 2032 beginnen könnte, Inbetriebnahme bis 2040. Das ITER-Fusionsprojekt, das derzeit in Südfrankreich gebaut wird – und von 35 Nationen, darunter die EU, Indien, China, Japan, Südkorea, Russland und die USA, unterstützt wird – soll bereits 2030 Ergebnisse liefern. China hat im letzten Jahr seinen HL-2M Tokamak-Reaktor erfolgreich in Betrieb genommen, was einen großen Fortschritt in seiner Kernforschungskapazität darstellt. Auch Investitionen in private Fusionsprojekte sind in den letzten Jahren gestiegen und werden weiter zunehmen. Gemessen an der Höhe des eingeworbenen Kapitals führt TAE Technologies in Kalifornien mit 750 Mio. USD das Feld an.

Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass wir im Jahr 2021 konkrete Beiträge sehen werden, die die Kernfusion freisetzen, so deuten Fortschritte der Regierungen darauf hin, dass sie ein Hauptschwerpunkt für öffentliche und private Finanzierung sein wird.

8 - Steigende Nachfrage nach Bildungstechnologie wird Pandemie überdauern

Selbst wenn sich die Pandemie zurückzieht und die logistische Notwendigkeit von Fernunterricht schwindet, wird die Bildungstechnologie (EdTech) bleiben. Früher im Westen als Ergänzung zu den traditionellen Bildungssystemen gesehen, ist EdTech heute für die weitere soziale und wirtschaftliche Entwicklung aller Länder unerlässlich geworden. Die Weltbank hat ein EdTech-Team beauftragt, globale politische Entscheidungsträger bei der Erleichterung des Zugangs zu Bildung durch die Integration von Technologien wie Virtual Reality, KI und IoT zu unterstützen.

Der globale EdTech-Markt wurde 2019 auf 5,9 Billionen US-Dollar geschätzt und wird bis 2025 voraussichtlich 7,8 Billionen US-Dollar erreichen, was vor allem auf das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern zurückzuführen ist. In Ländern wie Indien und China, die den Sektor anführen, hatte der kulturelle Schwerpunkt auf Bildung und außerschulischen Programmen schon vor der Pandemie eine Nachfrage nach Lernen von zu Hause geschaffen. In westlichen Märkten wie den USA, wo das Wachstum von EdTech stabil, aber relativ flach war, hat sich die Adaption in den letzten Monaten direkt proportional mit dem pandemiebedingten Aufenthalt zu Hause entwickelt. Während des letzten Jahrzehnts war der europäische EdTech-Markt weitgehend auf Großbritannien konzentriert, aber auch dieser Schwerpunkt beginnt sich zu verschieben. COVID-19 hat die Nachfrage nach Bildungsdienstleistungen in ganz Europa beschleunigt. Da immer mehr Schüler, Familien und Pädagogen mit Fernunterricht vertraut werden, wird die Nachfrage nach Bildungstechnologien weiter steigen.


Über The Singularity Group (TSG)

The Singularity Group ist ein unabhängiger Research-Spezialist und Anlageberater für Investitionen in weltweite Innovation. Die Investment-Boutique mit Sitz in der Schweiz wird von Mitbegründerin Evelyne Pflugi geführt und greift auf ein umfangreiches Netzwerk an Wissenschaftlern, Professoren und Praktikern zu, die sich zu einem weltweiten Think Tank für Innovationstrends vereinen. Der unternehmerisch geprägte Verwaltungsrat, bestehend aus Innovationsinvestor Eric G. Sarasin und Nachhaltigkeitspionier Dr. Tobias Reichmuth (Vorstand SUSI Partners AG) steht TSG beratend zur Seite.
The Singularity Group verfolgt das Ziel, exponentielle Innovationen investierbar zu machen. Hierfür hat TSG ein innovatives Klassifizierungssystem für Aktien entwickelt, welches die exponentielle Innovation von börsennotierten Unternehmen weltweit, über alle Marktkapitalisierungen und Branchen erfasst. Auf Basis dieser einzigartigen Datenbank lassen sich diejenigen Unternehmen identifizieren und filtern, die zu Innovationen in 12 Singularity-Sektoren beitragen und davon bereits heute profitieren. Dahinter steht die Philosophie, dass Innovation nicht nur in Technologieunternehmen stattfindet, sondern als Schlüssel zum Erfolg über alle Branchen und Wertschöpfungsketten hinweg anerkannt und entwickelt wird. Im Dezember 2017 lancierte TSG den Singularity Index™ (Bloomberg Ticker: NQ2045). Ein Jahr später folgte mit dem Singularity Fund das entsprechende Anlagevehikel, welches basierend auf dem SI in die weltweit innovativsten Unternehmen investiert.
Der SI ist ein revolutionäres Indexkonzept auf Basis der einzigartigen Datenbank von TSG und bildet die Singularity-Strategie ab. Als erster und einziger Aktienindex erfasst er die Wertschöpfung von börsennotierten Unternehmen durch exponentielle Innovationen über alle Länder, Branchen und Marktkapitalisierungen hinweg. Das SI-Portfolio wird zwei Mal im Jahr überprüft und neu zusammengesetzt. Das nächste Rebalancing findet im Mai 2021 statt.
Mehr unter: www.singularity-group.com

Deflation – das eigentliche Normal

von Ariel Bezalel, Head of Strategy, Fixed Income bei Jupiter Asset Management.

Vor einem Jahr waren die Märkte so euphorisch wie zuletzt 1999 und unsere Hauptsorgen galten einer möglichen Eintrübung der makroökonomischen Daten sowie politischen Risiken – nicht einer globalen Pandemie. Seither haben sich unsere Welt und unser Lebensalltag dramatisch verändert. Doch je mehr sich die Dinge verändern, desto mehr bleiben einige Dinge gleich. Ein Blick auf die Finanzmärkte scheint diese alte Lebensweisheit zu bestätigen. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie sind die Märkte wieder in Partystimmung. Die begonnenen Massenimpfungen sorgen für Euphorie. Der Optimismus ist groß, dass es zu einem kräftigen Aufschwung kommt, wenn die Wirtschaft erst wieder hochgefahren werden kann und die aufgestaute Nachfrage einen Konsumrausch auslöst. Untermauert wird dieser Optimismus durch Konjunkturpakete wie das der neuen Biden-Regierung in den USA und die anhaltend expansive Geldpolitik der Zentralbanken.

Ende des „Zeitalters der Inflation“ in Sicht?

Der „Reflation Trade“ – die Positionierung für einen bevorstehenden Aufschwung mit anziehender Inflation nach dem Ende der Pandemie – spräche für den Verkauf von US-Dollar und US-Staatsanleihen und den Kauf von Rohstoffen. Doch wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die deflationären und nicht die inflationären Kräfte überwiegen. Wir rechnen nicht mit einem Anstieg, sondern eher noch mit einem weiteren Rückgang der Staatsanleihenrenditen, und glauben, dass sich der US-Dollar stabilisieren wird und die Rohstoffpreise volatil bleiben werden.

Durch den pandemiebedingten Wachstumseinbruch und den entsprechenden Basiseffekt werden die Wachstums- und Inflationsraten hochschnellen, wenn die Wirtschaft wieder hochgefahren wird. Nach ein oder maximal zwei Quartalen dürfte dieser Effekt aber verpuffen. Den Beginn eines neuen Inflationstrends werden wir dadurch sicherlich nicht sehen. Selbst in China, wo die Wirtschaft seit Beginn ihrer Erholung von der Covid-19-Krise deutlich an Dynamik gewonnen hat, ist dies nicht mit einer höheren Inflation verbunden gewesen. Das liegt daran, dass die Inflation überall durch strukturelle Faktoren ausgebremst wird: die zu hohe Verschuldung, die alternden Bevölkerungen und die disruptiven Auswirkungen der Globalisierung, des technologischen Fortschritts und der Niedriglohnarbeit. Auch die gesellschaftliche Alterung in den entwickelten Volkswirtschaften wirkt langfristig deflationär. Die Abbildung (siehe Anhang) verdeutlicht die Korrelation zwischen dem Medianalter einer Bevölkerung und den langfristigen Staatsanleihenrenditen des entsprechenden Landes.

Abgesehen vom demographischen Wandel hat Covid-19 alle diese Trends beschleunigt. Auch die Überkapazitäten auf dem Arbeitsmarkt und die Inflationserwartungen der Verbraucher deuten derzeit auf eine längerfristig schwache Inflation hin. Ein über vier Jahrzehnte nur geringes Lohnwachstum hat die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer in den Industrieländern geschwächt. In Verbindung mit der hohen, pandemiebedingten Arbeitslosigkeit wird die wachsende Macht der globalen Monopole die Löhne noch länger deckeln.

Außerdem befinden wir uns an der Schwelle zu einer technologischen Revolution, die von Natur aus deflationär wirkt. Einen ersten Vorgeschmack dieser Entwicklung haben wir im zurückliegenden Jahr erhalten. Während der Pandemie fanden die Unternehmen immer neue Wege, um noch effizienter zu wirtschaften – mit negativen Auswirkungen auf die Löhne und die Beschäftigung. Und wir alle nutzten in allen Lebensbereichen günstige Onlinedienste und Apps – von Unterhaltungsangeboten über Gesundheitsleistungen bis hin zur Deckung unseres Grundbedarfs. Disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung werden das schwache Lohnwachstum verstetigen. Ihre deflationäre Wirkung ist so ausgeprägt, dass der Technologieunternehmer Jeff Booth in seinem Buch „The Price of Tomorrow“ bereits das Ende des „Zeitalters der Inflation“ voraussagt.

Schulden, Demokraten und das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs

Bei der letzten Zählung lag die weltweite Verschuldung bei 280 Billionen Dollar, Tendenz steigend. Angesichts einer so hohen – und zu großen Teilen unproduktiven – globalen Schuldenlast wird jeder Anstieg der Staatsanleihenrenditen zu Kursausschlägen bei risikoreicheren Vermögenswerten führen und damit wieder auf die Renditen drücken. Der Anstieg der Anleihenrenditen ist nicht förderlich für die Erfüllung der langfristigen Inflationsziele der US-Notenbank Fed. Wie die Investmentbank HSBC kürzlich feststellte, entspricht ein Zinsanstieg von einem Prozent heute einem Zinsanstieg von drei bis vier Prozent vor 20 Jahren.

Aber in einer hochverschuldeten Welt ist es extrem schwierig, Wachstum zu generieren. Die ökonomische Theorie besagt: Wenn einer der Produktionsfaktoren (Land, Arbeit oder Kapital) überbeansprucht wird, greift früher oder später das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs. In diesem Fall haben wir das Fremdkapital überstrapaziert. Dadurch verliert die Fiskalpolitik an Wirkung – in den 1950er Jahren erzeugte 1 US-Dollar Schulden eine Wirtschaftsleistung (BIP) von rund 0,80 US-Dollar. Heute ist es weniger als 0,40 US-Dollar. Das ist einer von vielen Gründen, warum wir skeptisch sind, dass große Konjunkturpakete der Demokraten in den USA zu einer höheren Inflation führen werden.

Auf politischer Ebene bleibt der Kongress bei aller Euphorie über den klaren Sieg von Präsident Biden und den Demokraten gespalten. Die faktische Mehrheit im Senat haben die mit den Republikanern stimmengleichen Demokraten nur dadurch, dass Vizepräsidentin Harris als Präsidentin des Senats ein Patt mit ihrer Stimme zu Gunsten der Demokraten auflösen kann. Dadurch kann es für die neue US-Regierung schwieriger sein, große Konjunkturpakete durchzusetzen, als manche Verfechter des „Reflation Trade“ meinen. Zudem wird es in einem von so viel Bürokratie und Lobbyismus geprägten Land wie den USA vermutlich Jahre dauern, bis Infrastrukturprogramme umgesetzt werden und zu mehr Wachstum und Inflation führen.

Viele gute Anlagemöglichkeiten – aber sorgfältige Kreditanalyse entscheidend

Angesichts der weiterhin großzügigen geldpolitischen Unterstützung spricht immer noch viel für Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen. Allerdings sollten Anleger sehr selektiv vorgehen. Gründliche Kreditanalysen sind unverzichtbar, da viele Geschäftsmodelle in einem schwierigeren Wachstumsumfeld scheitern könnten. Das gilt insbesondere für konjunkturabhängige und hoch verschuldete Sektoren. In den USA dürfte sich der bereits eingesetzte Anstieg der Ausfallraten fortsetzen.

Unsere Strategie hat eine Allokation von über 40 Prozent in Hochzinsanleihen vorwiegend defensiv aufgestellter Unternehmen, von denen wir glauben, dass sie auch eine längere Phase wirtschaftlicher Unsicherheit gut überstehen können. Zu diesen konjunkturresistenten Unternehmen gehören Fast-Food-Anbieter und Lebensmittellieferanten, Supermärkte, Pharmaanbieter und Streamingdienste, die während der Pandemie allesamt einem Boom erlebt haben. Viele dieser Unternehmen haben ein BB-Rating. Dadurch erhalten wir Renditen von drei Prozent bis in den zweistelligen Bereich aus Titeln, die sowohl eine attraktive Kuponverzinsung als auch eine Kapitalrückzahlung versprechen. Außerdem haben wir eine Allokation von fünf Prozent in Öl- und Gasanleihen aufgebaut, da wir hier interessante Einstiegschancen bei ausgewählten High-Yield- und Investment-Grade-Anleihen US-amerikanischer und europäischer Produzenten aufgetan haben. Die Ölförderung wird in diesem Jahr voraussichtlich zurückgehen. Das sollte den Ölpreis stärken.

Darüber hinaus haben wir unlängst eine neue Position in 10-jährigen chinesischen Staatsanleihen aufgenommen – mit einer Rendite von 3,15 Prozent gegenüber 1,1 Prozent für US-Staatsanleihen bot sich uns hier eine attraktive Anlagechance. Wie bereits erwähnt, wächst die chinesische Wirtschaft wieder kräftig, ohne irgendwelche Anzeichen einer höheren Inflation zu zeigen. Ähnlich wie die Industrieländer zeichnet sich China dabei durch eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung, ein stagnierendes Bevölkerungs- und Produktivitätswachstum und eine Kreditblase aus. Daher ist auch in China mit einem im Trend schwächeren Wirtschaftswachstum zu rechnen. Vor diesem Hintergrund erscheint die positive Realverzinsung in China vergleichsweise attraktiv.

Was steckt hinter dem Höhenflug von Bitcoins?

von Harald Egger, Chief Analyst und Crypto Asset Specialist der Erste AM.

Bitcoin hat in den letzten 5 Jahren im Durchschnitt eine Performance von 142% p.a. erzielen können. Allein in den letzten 4 Monaten hat Bitcoin um 190% zulegen können. Am 10.1.2021 wurde ein neues All Time-High bei knapp $42,000 (€34,139) markiert, bevor eine gesunde Korrektur einsetzte. Manche kritisieren die hohe Volatilität, vernachlässigen dabei aber das enorme Potenzial. Viele fragen sich nach dem starken Anstieg, kann man jetzt noch einsteigen oder ist es bereits zu spät. Im Folgenden will ich Gründe diskutieren, die zum Anstieg des Bitcoin Preises in den letzten Monaten geführt haben.

Quelle: Bloomberg

1. Halving

Das Blockchain System bei Bitcoin basiert auf einem Wettbewerb zwischen den „Minern“. Dabei werden Blöcke mit Transaktionen generiert und mit einer Verschlüsselungsmethode ein sogenannter Hash gebildet, der eine bestimmte Nebenbedingung erfüllen muss. Die Berechnung dauert im Schnitt 10min. Jener Miner der zuerst einen gültigen Block generiert bekommt alle Transaktionskosten und als Reward 6,25 neue Bitcoins. Nachdem ein Block an die Kette (Blockchain) angehängt wurde, beginnt der Wettlauf von vorne. Zuvor muss aber jeder Teilnehmer die komplette Datenbank auf den aktuellen Stand bringen. Alle 4 Jahre halbiert sich der Reward. Es kommen somit immer weniger neue Bitcoins auf den Markt. Bei gleichbleibender Nachfrage und halbierten Angebot ergibt sich zwangsläufig ein Preisdruck nach oben. Im Mai letzten Jahres hat wieder ein Halving (das dritte in der Geschichte von Bitcoin) stattgefunden, drei-vier Monate später begann in der Vergangenheit ein neuer Aufwärtstrend, so auch diesmal seit September 2020.

2. Fortschritte in der Regulierung

Vor allem Institutionelle Investoren brauchen Rechtssicherheit und Klarheit bezüglich ihrer Investments. Der Vorschlag der EU-Kommission im September 2020 Crypto Asset zu regulieren hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, wenngleich es sich vorerst um einen Vorschlag und nicht um ein Gesetz handelt. Nichtsdestotrotz wird die EU unter MiCA (Markets in Crypto Assets) eine an MiFID angelehnte Regulierung vornehmen. Diese Maßnahmen sollten wesentlich dazu beitragen, dass Bitcoin das Image einer Geldwäschewährung ablegen kann. Schon heute kontrolliert Interpol alle Bitcoin-Transaktionen auf der Blockchain und kann entsprechende Maßnahmen setzen, um kriminelle Aktivitäten zu unterbinden.

3. QE, ZIRP und hohe Staats-Verschuldung

Aufgrund der Corona Krise haben die Notenbanken mit einer massiven Ausweitung der Geldmenge reagiert (QE-Quantitative Easing) und gleichzeitig die Zinsen weiter Richtung Null reduziert mit der Absicht sie in naher Zukunft nicht zu erhöhen (ZIRP zero interest rate policy). Viele Staaten haben zudem mit enormen Hilfspaketen auf einen drohenden Kollaps der Wirtschaft reagiert. Damit sind die Schulden vieler Länder auf über 100% zum GDP gestiegen.

Diese Maßnahmen waren sicher notwendig, doch immer mehr Anleger fürchten aufgrund dessen eine Geldentwertung und flüchten in Sachwerte. Von diesem Trend profitiert auch Bitcoin, da deren Menge nach oben begrenzt ist (12Mio.) und durch keine Institution verändert werden kann. D.h. Bitcoin ist für viele Anleger ein Inflationsschutz bei langfristiger Betrachtung.

4. Institutionelle steigen ein

Durch die Nullzinspolitik sind auch viele Institutionelle Anleger verzweifelt auf der Suche nach Rendite. Immer mehr Anleger stoßen dabei auf Bitcoin. Bitcoin wurde zwar als Zahlungsmittel konzipiert, entwickelt es sich immer mehr zu einem Finanz-Asset. Obwohl die Volatilität hoch ist, kann eine kleine Beimischung von 1-3% in ein traditionelles Portfolio Sinn machen. Aufgrund der niedrigen Korrelation zu anderen Asset Klassen erhöht sich das Gesamtrisiko eines Portfolios kaum, die Rendite kann aber spürbar höher sein. Zu diesem Schluss kommt auch Fidelity, die dazu ein viel beachtetes Research verfasst hat.

Bitcoin hat sich somit von einem Zahlungsmittel zu einem Asset entwickelt und wird immer mehr mit Gold verglichen. Manche sprechen gar von Gold 2.0. Dabei hat Bitcoin viele Vorteile wie leichtere Lagerung oder Transportfähigkeit.

Anzeichen dafür, dass Institutionelle Anleger das Marktgeschehen prägen, ist der sprunghafte Anstieg der Assets under Management von Bitcoin Tracker, die vorwiegend von dieser Investorengruppe gekauft wird. Ein Beispiel dafür ist der Grayscale Unit Trust der innerhalb eines Jahres das Volumen von 2Mrd auf 25Mrd. steigern konnte.

5. Investmentbanken starten mit Research und Prognosen

Immer mehr Investmentbanken covern Kryptowährungen, allen voran Bitcoin und versuchen die steigende Nachfrage von Institutionellen Anlegern mit entsprechendem Research zu begleiten. Es hat sich noch kein allgemein anerkanntes Modell etabliert wonach man den Wert von Bitcoin erfassen kann. Im Folgenden möchte ich aber drei Ansätze vorstellen, die von Researchern immer wieder verwendet werden.

Mining Cost (Herstellungskosten)

Bei dieser Methode wird der Preis von Bitcoin in Relation zu den Herstellungskosten (Strom, Hardwarekosten) gesetzt. Aktuell liegt das Verhältnis bei 2,8, verglichen mit einem Durchschnittswert von knapp unter 2 wäre Bitcoin somit überbewertet.

Vergleich mit Gold

JP Morgan hat in einem Research Report1 ein Vergleich Bitcoin mit Gold hergestellt. Die Analysten trauen Bitcoin zu langfristig das Volumen zu erreichen, das Privatanleger (ausgenommen Zentralbanken) in Gold (Barren, Münzen, ETFs) angelegt haben. Daraus ergibt sich ein theoretischer Preis von $146,000. Das Investmenthaus stellt aber klar, dass es sich hier um eine langfristige Schätzung handelt und dass der Wert nur dann erreicht werden kann, wenn die Volatilitäten der beiden Asset Klassen sich angenähert haben.

Stock to Flow Modell

Das Stock to Flow Modell ist sehr populär und wird von vielen Analysten zitiert. Diese Bewertungsmethode wird generell bei Commodities sehr gerne angewandt. Bei dieser Methode wird die jährlich neu geschürfte Menge von Bitcoins in Relation zu den bestehenden Bitcoins gesetzt. Nachdem das neue Angebot alle 4 Jahre halbiert wird, gibt es einen entsprechenden Sprung im „Fair Value“. Nach diesem Modell müsste der Bitcoin Preis bis zum nächsten Halving (2024) sich bei etwas über $100,000 einpendeln. Zur Illustration habe ich das Modell nachgebaut.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen

Neben Investmentbanken beschäftigen sich aber zahlreiche spezialisierte Analysten mit der Bewertung von Bitcoin. Als ein Beispiel sei hier Swissrex mit einem Prognosemodell erwähnt. Dabei wird das Stock To Flow Modell etwas adaptiert, daraus resultieren etwas niedrigere Prognosen.

6. Traditionelle Plattformen ermöglichen den Kauf von Bitcoin

Das Unternehmen Paypal, ein wichtiger Zahlungsabwickler hat bekanntgegeben, dass es den Erwerb und den Handel von Bitcoin auf ihrer Plattform ermöglichen wird (Start USA 2020). Zudem soll es möglich sein Rechnungen mit Bitcoin zu bezahlen. Der Händler bekommt nach wie vor Dollar, Paypal wechselt im Hintergrund die Bitcoins gegen eine entsprechende Fiat-Währung. Dazu gesellen sich diverse Online Broker (z.B. Swissquote), die den Kauf von Bitcoins ermöglichen. Ein Halten und Verwahren der Private Keys ist nicht mehr notwendig. Damit wird eine neue weniger Technik-affine Kundengruppe als Bitcoin Käufer gewonnen.

Fazit

Der Markt für Kryptowährungen wird von Bitcoin und Ethereum dominiert. In Summe wurde das Volumen von 1000 Milliarden (1 Billion) US-Dollar überschritten und ist daher auf den Radarschirm auch von institutionellen Anlegern gekommen. Neben den Chancen müssen Anleger aber auch Risiken berücksichtigen. In erster Linie ist die sehr hohe Schwankungsfreudigkeit zu nennen. Es handelt sich aber noch um eine junge, weitgehend unregulierte Veranlagung mit mangelnder Transparenz. In vieler Hinsicht muss Bitcoin auch noch an einer Imagekorrektur arbeiten. Viele sehen Bitcoin als Geldwäscheinstrument und als bevorzugte Währung im Darknet. Gerade in dieser Hinsicht haben aber Regulierungen und Exekutive viel dazu beigetragen, dass Kriminelle auf Kryptowährungen mit höherem Anonymisierungsfaktor übergehen (z.B. Monero).

Obwohl Bitcoin als Zahlungsmittel ohne Intermediäre konzipiert wurde, entwickelt sich Bitcoin immer mehr als eine eigene Asset Klasse. Wir gehen davon aus, dass Bitcoin in immer mehr Asset-Allokation Mandaten oder in der Vermögensverwaltung Einzug halten wird. Große Investmenthäuser wie Fidelity oder BlackRock haben bereits erste Schritte gesetzt. Auch beginnen diverse Unternehmen damit einen Teil ihrer Cash Bestände in Bitcoin zu tauschen.


1) JP Morgan, Flows & Liquidity, 4.1.2021

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.