ThirdYear Capital: Fortsetzung des Aufschwungs bei hoher Inflation und steigenden Zinsen im Jahr 2022

Aus ökonomischer Sicht war das vergangene Jahr nicht nur von ungewöhnlich hoher Inflation, sondern auch von Divergenzen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften geprägt. Dem Immobilienboom und Inflationsanstieg auf 7 Prozent in den USA standen Insolvenzrisiken beim Immobilienkonzern Evergrande und stabile Inflation bei aktuell 1,5 Prozent in China entgegen. Entsprechend niedrig die Korrelation zwischen wichtigen Finanzmärkten im Vergleich zu den Jahrzehnten vor der Pandemie. Aktienmärkte, die auch über Länder hinweg meist deutlich positiv korreliert sind, verliefen zeitweise sogar gegenläufig. Dem spekulativen Boom in sogenannten „Meme-Stocks“ und unprofitablen Internetfirmen in den USA standen zwischenjährlich Kursverluste von 60 Prozent in chinesischen Technologie-Indizes entgegen. Die Wachstumserwartungen in Volkswirtschaften wie Brasilien, die besonders von chinesischer Nachfrage abhängen, wurden ebenfalls nach unten korrigiert.

Dieses Marktumfeld beinhaltet ein erhebliches Normalisierungspotential und erzeugt in 2022 deswegen Chancen für über Länder und Anlageklassen hinweg diversifizierte Portfolios. Die vermehrt auf Inflationsbekämpfung ausgerichtete Geldpolitik in den USA trifft nämlich auf einen weit höheren Spielraum für politische Unterstützung von Wachstum in Asien, insbesondere in China. Dieser Umstand erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Aufschwung dieses Jahr selbst bei unerwarteten Rückschlägen im Pandemieverlauf fortsetzt. Für die eigene Global-Macro-Strategie gibt es deswegen außerhalb der USA neue Investmentchancen, auch in ausgewählten Entwicklungsländern.

Nowcasting-Indikatoren, die von der Global-Macro-Strategie für kurzfristige Vorhersagen von Wachstum und Inflation genutzt werden, zeigen allerdings weiterhin ein vorhandenes Potenzial für überhöhte Inflationsraten in den westlichen Volkswirtschaften. Die von Zentralbanken erwartete Normalisierung von Inflationsraten im zweiten Halbjahr wäre zu optimistisch, falls bei einer möglichen nachhaltigen Überwindung der Pandemie die aufgestaute Nachfrage eine Dienstleistungsinflation erzeugt. Auch der angebotsbeschränkte Arbeitsmarkt wird die Dienstleistungsinflation über Lohnsteigerungen von um die 5 Prozent auf absehbare Zeit weiter anheizen. In den USA macht der Dienstleistungssektor circa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung und Inflationsberechnung aus. Aktuell sind die hohen Inflationsraten noch von untergewichteter Konsumgüterinflation getrieben.

Für den wahrscheinlichen Fall, dass die Inflation auch im zweiten Halbjahr weit über dem 2-Prozent-Ziel bleibt, hat die Fed bereits Zinserhöhungen angekündigt. Für die Ausrichtung von Investmenportfolios empfiehlt sich deswegen weiterhin keine Übergewichtung von zinssensitiven und besonders spekulativen Märkten.

AGATHON Capital

Die AGATHON CAPITAL GmbH ist ein Spezialist für innovative und nachhaltige Fondsstrategien. Mit einem betreuten Volumen von über 1,8 Mrd. Euro gilt AGATHON seit mehr als 12 Jahren als unabhängiger und verlässlicher Partner für liquide Finanzprodukte im Bereich Spezial- und Publikumsfonds.

Das altgriechische Wort „agathon“ steht für „das Gute, das Nützliche“. Der Name ist zugleich Verpflichtung. Als Bindeglied hilft AGATHON institutionellen und semi-institutionellen Investoren Renditen zu sichern, Risiken zu steuern und mit innovativen Fondslösungen die Kapitalanlage zu diversifizieren. AGATHON bündelt finanzwissenschaftliches Know-how mit leistungsstarken Produkten ihrer Fondspartner und legt so die Grundlage für ein umfassendes Leistungsspektrum mit bestmöglicher Performance für ihre Kunden. Seit 2016 ist AGATHON Fondsinitiator der ART Fonds-Familie. Ziel ist es, spezialisierte Asset Manager zu finden und zu entwickeln, die in jedem Börsenzyklus eine attraktive Rendite generieren können. Im Rahmen des Core-Satellite-Ansatzes erhalten somit professionelle Investoren maßgeschneiderte Satelliten-Lösungen.

Weitere Informationen unter www.agathon-capital.de

Martin Roßner / ThirdYear Capital

Martin Roßner ist seit März 2015 Gründer und Geschäftsführer von ThirdYear Capital. Zuvor sammelte er über 8 Jahre Erfahrung bei der Man Group in verschiedenen Bereichen wie Global-Macro-Research, Risikomanagement und Asset Allokation. Er ist Träger eines Master-Abschlusses in Quantitative Economics der Universität St. Gallen und hat zahlreiche Weiterbildungsexamen wie CFA, CAIA und FRM bestanden.

Die Third Year GmbH ist bankenunabhängiger Anbieter „quantamentaler“ Makro-Strategie und Absoluter Returns mit Sitz in München. Das Team vereint langjährige Global Macro-Research und Investment Erfahrung bei einem führenden alternativen Asset Manager mit akademischer Präzision. Die Firma nutzt Daten und Technologien, um ein tiefes Verständnis der Volkswirtschaft systematisch und in Echtzeit auf liquide Anlageklassen anzuwenden. Das Unternehmen begann im Jahr 2015 mit der Strategie-Entwicklung und der Publikation ökonomischer Analysen. Seit August 2020 wird die Strategie systematisch im ART Global Macro (UCITS) Fonds angewendet und stetig optimiert.

Weitere Informationen unter www.third-year.com 

Das Metaversum bietet neue Chancen: Ein Megatrend, an dem man 2022 nicht vorbeikommt

Im neuen Jahr werden wir viel mehr über das Metaversum hören. Nicht im Zusammenhang mit dem neuen Namen von Facebook, sondern in Bezug auf den technologischen Nachfolger des Internets und der Mobilfunk- und Cloud-Computing-Ära. Im Metaversum können wir unser reales und unser analoges Leben mit unseren virtuellen Avataren kombinieren. Geräte für virtuelle und erweiterte Realität werden es uns ermöglichen, in einer programmierten und entwickelten Welt per Video zu interagieren. Bisher war dies nur ein Phänomen der Generation Z. Wir erwarten jedoch, dass auch andere Generationen im Jahr 2022 ins Metaversum einsteigen. Technologieplattformen und Hardware-Hersteller werden offensichtlich davon profitieren. Doch andere Unternehmen beginnen ebenfalls bereits, die Chancen zu erkennen, die das Metaversum bietet – zumal einige Enthusiasten der Generation Z jetzt schon virtuelle Produkte als wertvoller ansehen als physische Güter.

Die Online-Spiele-Plattform Roblox ist ein gutes Fallbeispiel aus dem Jahr 2021. Sie hat über 200 Millionen aktive Nutzer pro Monat – ungefähr die Hälfte davon unter 13 Jahren – und bietet Hundertausende virtueller Spiele. Das Gucci Garden Experience, ein virtueller Erlebnispark, der nur für zwei Wochen im Mai geöffnet ist, bietet ein Umfeld, in dem die Nutzer ihre Konsumfreude ausleben und bereits ab USD 1.20 sammelbare, in begrenzter Auflage verfügbare virtuelle Accessoires der Luxusmarke erwerben können.

von Henk Grootveld, Head of Trends Investing bei Lombard Odier Investment Managers

 

Keine Renaissance der Atomkraft

Matthias Fawer, Analyst ESG & Impact Assessment bei Vontobel:

Die Pläne der EU-Kommission, Erdgas und Atomenergie im Rahmen der EU-Taxonomie als klimafreundliche Energieträger zu klassifizieren, dürften unserer Ansicht nach die Wahrnehmung von Mainstream-Anlegern, denen es um nachhaltige Anlageprodukte geht, nicht verändern. Atomkraft wird von Anlegern mit Fokus auf Nachhaltigkeit allgemein als Ausschlusskriterium für ihre nachhaltigen Produkte ausgelegt, ebenso wie Kohle, Öl und andere fossile Energieträger, einschließlich Erdgas. In der Regel werden für die Investitionen Schwellenwerte von fünf bis zehn Prozent festgelegt. Bislang haben wir von unseren Kunden noch keinerlei Hinweise erhalten, dass sich diese Positionierung maßgeblich ändern könnte.

Wie auch immer am Ende das Ergebnis für die Taxonomiebestimmungen sein wird: Wir erwarten, dass Vermögensverwalter unter Umständen zwei verschiedene Werte für ihre Taxonomiekonformität melden werden – einen mit und einen ohne Atomkraft und Erdgas. So wäre die Transparenz gegenüber ihren Kunden gewahrt, die dann wiederum die Möglichkeit hätten, zu entscheiden, was aus ihrer Sicht „grüne“ Anlagen sind. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil vermieden werden muss, dass das Vertrauen in die Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) insgesamt erschüttert wird.

Der kontroverse Vorstoß zum Jahreswechsel hat aber auch einen positiven Aspekt. Die Debatte über die Gestaltung der schwierigen und heiklen Übergangsphase, bis erneuerbare Energien den gesamten Strombedarf abdecken können, ist damit eröffnet.

Vor diesem Hintergrund werden wir weiter in Stromversorger investieren, die eine verantwortungsvolle Übergangsstrategie aufweisen. Eine solche Strategie beinhaltet unserer Ansicht nach, den Großteil der Investitionen (CAPEX) in neue Kapazitäten für erneuerbare Energien fließen zu lassen und dabei konventionelle Kraftwerke – hauptsächlich Gas und Atomkraft, da Kohlekraft als erste Energieform abgewickelt wird – als notwendige Reserve für einzelne Regionen so lange wie nötig in Betrieb zu belassen.

Wir sind der Auffassung, dass die Diskussion sich mehr auf die Planung einer sinnvollen und sicheren Abwicklungsphase für Atomkraftwerke konzentrieren sollte als auf die Investition in teure und langwierige neue Projekte. Diese werden ohnehin zu spät kommen, um diverse aktuelle Engpässe zu überbrücken. Als einzige Investitionen machen vielleicht einige Gaskraftwerk-Projekte Sinn, die als Notreserve und zur Deckung von Bedarfsspitzen dienen, gegebenenfalls in Kombination mit der Abscheidung, Nutzung oder Speicherung von CO2.

Aus wirtschaftlicher Sicht steht für uns außer Zweifel, dass es nicht zu einer Renaissance der Atomkraft kommen wird. Das Potenzial zur Kostensenkung und Skalierbarkeit von Solar- und Windenergie ist – auch unter Berücksichtigung von Verbesserungen am Batterie- und Energiemanagement – zu solide und die Projektrealisierung geht viel zügiger voran, weshalb kein Bedarf an neuen risikoreichen Atomkraftprojekten besteht.

It is Important to Improve the Impact Measurement

The 17 Sustainable Development Goals (SDGs) outlined by the UN in 2015 provide a blueprint for a just and sustainable world. While actors across a range of professional arenas are rushing to catch up with the SDGs, the term “impact” is being thrown around loosely to give the impression that the desired goals have been reached. It is tempting to assume certain businesses have a positive impact on the SDGs, simply based on intuition. However, some might negatively impact the SDGs or elicit both positive and negative outcomes in the long run. Without proper tools for impact measurement and assessment, we can only get so far!

Agents for Impact (AFI) understands how essential it is to improve the practice of impact measurement through stable and coherent frameworks. To deliver on this promise, we have designed a specialized investment approach to support microfinance institutions (MFIs) that exhibit strong commitment and proven track records of progress toward the SDGs. To evaluate an MFI’s performance, AFI peels back the surface to deploy a strong assortment of cohesive and rigorous assessment tools, including financial analysis and addressing social performance indicators; sustain- ability factors; and environmental, social and governance (ESG) risks. We assess the MFI’s sustainability performance and its alignment to the SDGs using our in-house Sustainability Alignment Rating (AFISAR©) Tool. Through a holistic approach combining ESG indicators in consonance with a range of internationally agreed-upon standards, the AFISAR© Tool helps make impact measurable, quantifiable and transparent.

Leaving No One Behind

The Asian Development Bank estimated this year that close to USD 4.9 trillion must be injected into the economy of the Global South annually to meet the SDGs by 2030. However, investments are running 69 percent short of this target. Therefore, we argue that, based upon the SDG principle of “Leaving No One Behind,” challenges such as unemployment, poverty, gender inequality and climate change can only be addressed adequately through a unified global effort. With AFI’s unique approach to measuring impact and our exceptional research quality, we tackle business and finance problems in a manner that serves people and positively contributes the wellbeing of the planet.

Measuring Impact

Amid the ongoing buzz about impact investment, many investors not only are looking to reduce ESG risks in their investment portfolios but are eager to understand how they can be proactive in creating positive impacts on society and the environment. This paradigm shift has created the potential for significant expansion and changes to reach underserved populations with financial access. Therefore, AFI focuses its operations in Eastern Europe, the Caucasus and Central Asia (EECCA); South Asia; and Southeast Asia (SEA); and it has most recently set foot in Sub-Saharan Africa (SSA). in the geographic direction of capital to where it is required most. For example, MFIs in emerging economies can be significant drivers for promoting inclusive, sustainable development. They do this by giving small loans to microentrepreneurs, providing finance for housing, education, food security, clean energy, etc. With over a billion people in Asia living below the poverty line, microfinance offers tremendous potential to reach underserved populations with financial access. Therefore, AFI focuses its operations in Eastern Europe, the Caucasus and Central Asia (EECCA); South Asia; and Southeast Asia (SEA); and it has most recently set foot in Sub-Saharan Africa (SSA).

AFI’s diverse team, headquartered in Frankfurt, Germany - with Agents in India, Bangladesh, Ukraine, Philippines, Kenya and Indonesia - builds bridges between finance and impact. One of our main goals is to enable a conducive environment for investments to achieve the SDGs. Since its inception, AFI has facilitated investments totaling over USD 200 million to 25 MFIs. The biggest chunk of the portfolio – around USD 100 million - is allocated to the Indian microfinance sector, reaching 6.9 million clients.

AFI recognizes the potential of microfinance to contribute to reducing inequalities, promoting entrepreneurship, and making women more economically resilient, helping them be more optimistic when planning their future and futures of their children. Accordingly, 97 percent of our end-clients are female entrepreneurs from low-income households.

https://www.agentsforimpact.com/

Corona-bedingte Verwerfungen bieten Relative-Value-Chancen in Schwellenländeranleihe-Portfolios

Die durch das Coronavirus ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen sind immer noch spürbar. Sie haben nicht nur die Kluft zwischen Industrie- und Schwellenländern vergrößert, sondern auch die Streuung innerhalb der Schwellenländer verbreitert. Lesen Sie im Folgenden einen Kommentar von Michael Wehrle, Evariste Verchere und Florence Birkett aus dem Investment Solutions-Team von BlueOrchard zu der Frage, weshalb das Umfeld in den kommenden Monaten zahlreiche Relative-Value-Chancen für aktive Portfoliomanager bieten sollte.

Breitere Streuung spricht für aktives Management

„Die durch das Coronavirus ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen sind immer noch spürbar. Sie haben nicht nur die Kluft zwischen Industrie- und Schwellenländern vergrößert, sondern auch die Streuung innerhalb der Schwellenländer verbreitert“, sagt Michael Wehrle, Head of Investment Solutions bei BlueOrchard. „Unserer Ansicht nach hat die expansive Geldpolitik der vergangenen zwei Jahre die Märkte mit Liquidität überflutet und Unterschiede zwischen Marktsegmenten verringert. Angesichts der hohen Liquidität Bestand für Kreditgeber ein Anreiz, Kreditnehmer aus dem gesamten Qualitätsspektrum zu unterstützen – und damit auch schwächeren Kreditnehmern Finanzierungen zu gewähren. Unserer Ansicht nach hat dieser Prozess die Kluft zwischen den unterschiedlichen Profilen
der Kreditnehmer tendenziell verringert. Eine straffere Geldpolitik (auf Englisch: Tapering) dürfte jedoch den gegenteiligen Effekt haben, da es die im System verfügbare Liquidität wohl verringern wird. Infolgedessen erwarten wir für das kommende Jahr eine breitere Streuung zwischen den Emittenten, die sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen sollte. Das Tempo des Impffortschritts ist in den einzelnen Schwellenländern  unterschiedlich hoch. Klar ist, dass die Erholung der Weltwirtschaft in hohem Maße von der Geschwindigkeit abhängt, mit der Regierungen ihre Bevölkerung impfen können. Darüber hinaus hat das Exportvolumen 2021 Exportländern und insbesondere Rohstoffexporteuren enorme Vorteile gebracht. Kolumbien als rohstoffexportierendes Land hat beispielsweise in einer Zeit Zugang zum US-Dollar erhalten, als diese Währung stark war. Demgegenüber waren Länder mit einer eher dienstleistungsorientierten Wirtschaft, die stark vom Tourismus abhängig sind, im Laufe des vergangenen Jahres eher benachteiligt. Das ist zum einen auf die verhaltene Tourismusaktivität zurückzuführen, die das Wachstum belastete, und zum anderen auf den begrenzten Zugang zu US-Dollars. Problematisch ist weiterhin, dass Schwellenländer mit einer schwächeren wirtschaftlichen Ausgangslage ihre Geld- und Finanzpolitik bereits jetzt straffen, obwohl sich ihre Wirtschaft noch nicht vollständig von dem durch die Corona-Krise verursachten Abschwung erholt hat. Hinzu kommt, dass die politische Agenda vorallem in Lateinamerika auch in den kommenden Monaten für Volatilität und Unsicherheit sorgen dürfte. Wir erwarten daher, dass sich die Streuung innerhalb der Schwellenländer in diesem Jahr verbreitern wird. In einem solchen Umfeld sind wir der Meinung, dass ein selektiver Ansatz und aktives Handeln 2022 entscheidend sein werden, um Mehrerträge gegenüber der breiten Marktrendite (Alpha) zu erzielen.“

Fremdfinanzierte Unternehmen am stärksten durch höhere US-Zinsen gefährdet

Florence Birkett, Portfoliomanagerin bei BlueOrchard, fügt hinzu: „Eine der großen Herausforderungen für Schwellenländermärkte wird 2022 wahrscheinlich der Straffungszyklus der US-Notenbank Fed sein. Für Emittenten, die einen Teil ihrer Schulden in US-Dollar finanzieren, dürften die Refinanzierungskosten steigen. Länder und Unternehmen, deren Schulden nicht auf US-Dollar lauten, dürften ebenfalls leiden. Denn höhere US-Zinsen werden vermutlich auch die Zinssätze in Schwellenländern nach oben treiben.

Der derzeitige Straffungszyklus in den USA unterscheidet sich jedoch drastisch von dem sogenannten Taper Tantrum 2013. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Schwellenländer in diesen Zyklus mit wesentlich solideren Fundamentaldaten gehen als vor fast einem Jahrzehnt. Unternehmen mit hohem Verschuldungsgrad und einer starken Abhängigkeit von Großkrediten dürften zwangsläufig am meisten von höheren Zinssätzen betroffen sein. Wir glauben daher, dass es im kommenden Jahr entscheidend sein wird, sich auf Emittenten mit angemessener Bonität zu konzentrieren.

In Industrieländern hängen die High-Yield-Ratings (Non-Investment Grade Rating) der Emittenten von Hochzinsanleihen in der Regel mit der hohen Verschuldung der Unternehmen zusammen. In Schwellenländern muss dies unserer Meinung nach jedoch nicht unbedingt der Fall sein. Unserer Ansicht nach gibt es viele Gründe, die dazu führen können, dass Unternehmen in Schwellenländern ein High-Yield-Rating erhalten – auch unbeachtet des Kreditprofils des Unternehmens. Sitzt beispielsweise ein Unternehmen mit solidem Kreditprofil in einem Land mit Hochzins-Rating, ist das Rating dieses Unternehmen sehr oft durch das Rating seines Heimatlandes eingeschränkt. Ein Beispiel dafür ist die IHS Holding, ein Betreiber von Sendemasten mit High-Yield-Rating, der in mehreren Schwellenländern tätig ist. Trotz guter Fundamentaldaten wird das Unternehmen durch Nigerias Rating von B- negativ beeinträchtigt und hat nur ein Rating von B+.

Unserer Ansicht nach werden sich 2022 attraktive Chancen in Schwellenländern bieten. Aktive Portfoliomanager werden in ausgewählte Hochzinsanleihen investieren und gleichzeitig ihr Engagement in Emittenten mit hohem Fremdkapitalanteil begrenzen können, die durch den US-Zinsstraffungszyklus besonderen Risiken ausgesetzt sein dürften. Schließlich sind wir der Meinung, dass ein Portfolio aus verschiedenen Anleihen, die idiosynkratische, unkorrelierte Risiken aufweisen, eine bessere Diversifizierung und attraktivere risikobereinigte Renditen bietet als ein Portfolio, das sich stark auf einige wenige Emittenten mit hohem Fremdkapitalanteil konzentriert.“

Festverzinsliche Wertpapiere wieder als Diversifizierungsinstrument eingesetzt

„Während der Corona-Krise bauten viele Zentralbanken weltweit auf eine expansive Geldpolitik, um ihre Volkswirtschaften zu stützen“, sagt Evariste Verchere, Portfoliomanager und Head of Public Debt bei BlueOrchard. „Dadurch sanken die Renditen festverzinslicher Wertpapiere, so wie beabsichtigt. In den vergangenen Jahrzehnten kamen Anleihen in Multi Asset-Portfolios als Instrumente zur Risikostreuung zum Einsatz. Dahinter stand die Überlegung, dass Anleihen und Aktien tendenziell negativ korreliert sind, ihre Kurse sich also in der Regel in entgegengesetzte Richtungen bewegen. 2020 sanken die Renditen für Anleihen jedoch so stark, dass diese ihre Diversifizierungsfunktion nicht mehr erfüllen konnten. Mit anderen Worten: Der Spielraum für weiter fallende Anleiherenditen, um eine Abwärtsbewegung der Aktienkurse auszugleichen, war begrenzt. Im Dezember 2021 sahen wir uns jedoch mit einem drastisch anderen Umfeld konfrontiert. Denn die US-Notenbank begann, ihr Anleihekaufprogramm zu drosseln, und die Märkte preisten für 2022 mehrere Zinserhöhungen ein. Anfänglich dürfte ein Anstieg der Renditen die Anleihekurse belasten. Durationsmanagement wird für den Schutz von Anleiheportfolios besonders wichtig sein. Wir sind jedoch der Ansicht, dass höhere Gesamtzinsen bei festverzinslichen Wertpapieren die Anlageklasse auf lange Sicht wieder als Diversifizierungsinstrument etablieren sollten.

Unserer Ansicht nach wird das Umfeld in den nächsten zwölf Monaten zahlreiche Relative-Value-Chancen für aktive Portfoliomanager bieten. Anleger werden vor allem dazu angehalten sein, noch stärker zwischen den Emittenten zu differenzieren. Die Fähigkeit, in ausgewählte Emittenten zu investieren und die Duration aktiv zu steuern, wird zentral sein, um 2022 solide, risikobereinigte Renditen zu erzielen.“

Über BlueOrchard

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact-Investment-Manager und Mitglied der Schroders Group. Als Pionier unter den Impact-Investoren hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, einen dauerhaften positiven Einfluss auf Gemeinschaften und die Umwelt zu generieren und gleichzeitig attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet das Unternehmen Impact-Investment-Lösungen über alle Anlageklassen hinweg an und verbindet Millionen von Unternehmern in Schwellen- und Grenzmärkten mit Investoren mit dem Ziel, Impact-Investment-Lösungen für alle zugänglich zu machen und den bewussten Umgang mit Kapital zu fördern. Als professioneller Investmentmanager und Experte für innovative Blended-Finance-Mandate verfügt BlueOrchard über eine anspruchsvolle internationale Investorenbasis und ist ein
vertrauensvoller Partner führender globaler Institutionen für Entwicklungsfinanzierung. Bis heute hat BlueOrchard mehr als 8 Milliarden US-Dollar in mehr als 90 Ländern investiert. Über 223 Millionen arme und gefährdete Menschen in Schwellen- und Grenzmärkten erhielten mit Unterstützung von BlueOrchard Zugang zu Finanz- und verwandten Dienstleistungen (Stand Juni 2021). 

www.blueorchard.com

2022 – Schritt Richtung Normalisierung

Das Wirtschaftswachstum dürfte 2022 geringer ausfallen als im Vorjahr, sollte aber dennoch über dem historischen Schnitt zu liegen kommen. Die Notenbanken werden die geldpolitischen Zügel zwar anziehen, dies sollte die Märkte aber nicht sonderlich überraschen. In der Januar-Ausgabe von „märkteunteruns“ gibt die Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft in einer e-Publikation einen Ausblick.

Rückblick auf 2021 – Krypto-Erwartungen für 2022

von Eliézer Ndinga und Adrian Fritz, 21Shares Research.

2021 war ein ereignisreiches Jahr - geprägt durch besondere Kräfte, die entscheidend dazu beitrugen, das Innovations- und Adoptionstempo der Kryptoindustrie zu beschleunigen. Während 2020 insbesondere vom institutionellen und unternehmerischen Engagement und vom Aufstieg von DeFi bestimmt wurde, brachte das beispiellose Interesse an Krypto im abgelaufenen Jahr eine ganz neue Generation von Unternehmern und Investoren hervor. Viele dieser neuen Player haben Bitcoin und Ethereum übersprungen, um die erste Generation von Web-3-Anwendungen zu entwickeln und zu verwenden.

Bei 21Shares freuen wir uns, unseren Jahresrückblick und unsere Erwartungen für das Jahr 2022 vorzustellen. Eine der großen Herausforderungen dieses Berichts besteht darin, ihn in eine fortlaufende Geschichte zu verwandeln, die mit einer Zusammenfassung gleichzeitig in die Zukunft weist. Wenn wir das Jahr 2021 beschreiben müssten, würden wir folgende Merkmalen herausstellen:

  1. Das kontinuierliche institutionelle Engagement: Die institutionelle Akzeptanz, die mit Tesla begann, wurde durch die öffentliche Notierung von Coinbase gesteigert
  2. Das China-Verbot: Chinas Verbot von Kryptoasset-Mining und -Trading
  3. Der DeFi-Bärenmarkt: Die Diskrepanzen zwischen Fundamentaldaten und Preisentwicklungen für Ethereum-basierte DeFi-Anwendungen
  4. Die Web-3-Bewegung: Das Wiederaufleben von NFTs, die Erweiterung ihrer verschiedenen Anwendungsfälle für Musik, Spiele und Filme neben dem Aufstieg des Metaverse
  5. Die Ethereum-Konkurrenten: Die Entwicklungen der Krypto-Infrastruktur mit Ethereum-Konkurrenten im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit
  6. Die Entwicklungen der Krypto-Infrastruktur: Interoperabilitäts- und Skalierbarkeitslösungen, auch als Layer 2s bezeichnet
  7. Die noch weitgehend unbeachteten Anwendungen, die man 2022 im Auge behalten sollte (Erwartungen 2022)

Das sind unsere Erwartungen für 2022 

Makro: Hohes Tempo bei Innovation und Finanzierung

  • Das Verhältnis von Ether zu Bitcoin (ETH:BTC) Marktwertindikator hat 2021 zum ersten Mal seit drei ​​Jahren die 50 Prozent-Marke überschritten. Ethereum nimmt demzufolge inzwischen 50 Prozent der Marktkapitalisierung von Bitcoin ein. Der Aufwärtstrend begann im vergangenen Sommer, der hauptsächlich durch den Anstieg der NFTs(Non-fungible Tokens - nicht veränderbare, digital verschlüsselte Gegenstände) angetrieben wurde. Noch ist es zu früh, um zu sagen, ob Ethereum den Marktwert von Bitcoin in naher Zukunft überholen wird. Allerdings macht das Innovationstempo, mit dem Ethereum aktuelle Probleme wie Marktmanipulation und hohe Transaktionsgebühren löst, deutliche Fortschritte.
  • PoW-Miner (Miner, die den Proof-of-Work als Konsensmechanismus bei der Validierung und Generierung neuer Blöcke einer Blockchain nützen) könnten außerhalb Chinas auf mehr Widerstand stoßen. Bei einigen Politikern zeigen sich wegen des Energieverbrauchs von PoW-Netzwerken wie Bitcoin zunehmend besorgt. Länder könnten versuchen, das Mining einzudämmen, indem sie den Zugang zu Minern sperren oder versuchen, diese Praktiken vollständig zu verbieten. Politiker in Norwegen und Schweden würden Letzteres bevorzugen, obwohl Miner erneuerbare Energien nutzen. Iran und Kasachstan hingegen haben sich für Ersteres entschieden. Nachdem am 14. Oktober drei große Kohlekraftwerke abgeschaltet wurden, beschloss die kasachische Regierung, die Stromversorgung einiger Verbraucher zu beschränken, darunter die kasachischen Krypto-Miner, die 18 Prozent der weltweiten Bitcoin-Hashrate ausmachten.
  • Einer der anderen Gründe, warum wir im Vergleich zu den letzten Zyklen optimistisch in die Zukunft dieser Branche blicken, ist das Innovationstempo und die finanzielle Unterstützung, die Krypto-Unternehmer nicht nur von VC-Firmen erhalten, sondern auch aus dem Crowdsourcing-Netzwerk von Talenten und Ressourcen mit Initiativen wie jene von Braintrust. Ein gutes Indiz für diese neue Ära sind die in dieser Branche getätigten VC-Investitionen, die im Jahresvergleich um mehr als 300 Prozent gestiegen sind.
  • VCs werden sich neu erfinden müssen, um relevant zu bleiben und in diesem Jahrzehnt so viele Unternehmer wie möglich anzuziehen. Sie müssen der Community und den Teams einen nicht monetären Wert bieten, von denen viele - beispielsweise Paradigm - begonnen haben, große Schwachstellen in DeFi zu beheben.

DeFi: Verbesserte Nutzererfahrungen und stärkerer Lobbyismus angesichts zunehmender Regulierung

  • Die Verbreitung benutzerfreundlicher DeFi-Anwendungen wird im Jahr 2022 an Geschwindigkeit gewinnen, da eine neue Welle chinesischer Nutzer von den zentralisierten Börsen ausgeschlossen ist. Die dominantesten DeFi-Anwendungen erwägen Integrationen in Layer 2 wie StarkNet, Aribitrum und Optimism, um die Benutzererfahrung zu verbessern. Nichtsdestotrotz könnte Polygon PoS der größte Nutznießer für das erste Halbjahr 2022 sein. Es sei denn, Layer 2s führen ihre eigenen Token ein und finden relevante Partnerschaften und Marketinginitiativen, um Entwickler nachhaltig zu einer schnellen Migration zur Bootstrap-Nutzung anzuregen. Uniswap und ParaSwap sind bereits auf Polygon gestartet.
  • Viele Krypto- und DeFi-Projekte mit Sitz in den USA könnten sich entweder für kryptofreundlichere Umgebungen entscheiden, um ohne regulatorische Hemmnisse zu wachsen oder US-Kunden daran hindern, mit ihren Interfaces wie beispielsweise bei dYdX zu interagieren.
  • Große Kryptofirmen werden massive Lobbyarbeit leisten, um mehr regulatorische Klarheit zu erlangen. Der Anfang dieses Jahres ins Leben gerufene Crypto Council for Innovation wird die Interessen der Branche bei politischen Entscheidungsträgern wahrnehmen, Forschungsprojekte aufnehmen und als Stimme der aufstrebenden Industrie für die wirtschaftlichen Vorteile digitaler Währungen und verwandter Technologien fungieren. FTX.US wird wohl dank der großen Spenden seines CEO für Joe Bidens Kampagne zu einem der wichtigsten Unternehmen an der Lobbyfront.
  • Binance begrenzte das Leverage-Level auf 20 Mal statt auf plus 100 und stellte den Margin-Handel für verschiedene Fiat-Währungen wie den Euro, den australischen Dollar und das britische Pfund ein. Daher sollten wir davon ausgehen, dass sich der Derivatehandel von krypto-nativen Produkten in DeFi wie Dydx und Perpetual Protocol, Ribbon usw. verlagern wird.
  • Angesichts eines Kommentars des SEC-Vorsitzenden Gary Gensler zur Forderung nach Einhaltung der US-Wertpapiergesetze sowohl für zentrale als auch für dezentrale Kryptodienste ist mit einer zunehmenden behördlichen Kontrolle zu rechnen. Daher könnten in den USA Beschränkungen oder die Streichung von Krypto-Assets in Kraft treten, die als nicht registrierte Wertpapiere gelten.
  • Uniswap, die führende dezentrale Börse innerhalb von DeFi, entfernte solche Security Token von ihrer Schnittstelle (nicht aus dem Protokoll selbst), die sich im Besitz von Uniswap Labs, ihrem in den USA registrierten Unternehmen, befindet. Uniswap beschäftigte aus Compliance-Gründen auch TRM, ein Blockchain-Analyseunternehmen. Andere DeFi-Anwendungen könnten nachziehen.
  • Die Anleger sind im letzten Jahr viel sachkundiger geworden und werden mehr denn je an DeFi und Web-3 teilnehmen. Viele Protokolle wie Aave, MetaMask, Hashflow, Compound usw. haben damit begonnen, institutionelle Optionen zu entwickeln, um diese Investorenkohorte zu bedienen.

Stablecoins: Viel Unterstützung aus der klassischen Finanzwelt, Gegenwind aus Russland und China

  • Regierungsbeamte auf der ganzen Welt haben Bedenken hinsichtlich der USD-gebundenen Stablecoins geäußert, darunter der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell. In diesem Zusammenhang könnten strengere Vorschriften für in den USA ansässige Stablecoin-Emittenten gelten. Entweder könnten diese Regeln eine Bankcharta vorschreiben oder Emittenten verpflichten, Staatsanleihen zu halten.
  • Traditionelle Dienstleister nutzen bereits Technologien aus der Kryptoindustrie. Visa wird es seinem Netzwerk von Verbrauchern, Unternehmen, Banken und Regierungen schließlich ermöglichen, USDC zu verwenden. Dieses Bestreben ist ein Beweis dafür, dass die konventionelle Finanzierung versucht, die Innovation hinter der Krypto-Infrastruktur zu erschließen.
  • Angesichts der Tatsache, dass Stablecoins die Dominanz des US-Dollars auf der ganzen Welt stärken, könnten viele Länder wie Russland und China, die Teile ihres Finanzsystems de-dollarisieren, ihre lokalen Banken daran hindern, Stablecoin-Einlagen anzunehmen, wenn sie versuchen, ihre eigene CBDC aufzubauen. Russland beispielsweise hat den Dollaranteil seiner Devisenreserven von 45 auf 24 Prozent gesenkt.
  • Algorithmische Stablecoins werden eine wichtige Vertikale sein, die man im Auge behalten sollte. UST könnte de facto zum Tauschmittel in DeFi werden, da das Terra-Ökosystem über IBC mit anderen Ketten interagiert. Andere Anleger werden sich wohler fühlen, weiterhin USDC oder USDT zu verwenden, um im Falle eines Hacks von schwarzen Listen mit Wallet-Adressen zu profitieren.

NFTs mit enormem Potential für die Games- und Musikbranche -  Schuh- und Bekleidungsindustrie bereits in den Startlöchern, mehr Wettbewerb der Marktplätze

  • Mit dem besten Rating ausgestattete, sogenannte AAA-krypto-native Spiele werden mehr Zeit brauchen, um sich so zu entwickeln wie erwartet, und könnten möglicherweise Erwartungen verfehlen oder nur mithilfe weiterer Finanzierungsrunden erfüllen.
  • Spiele, die viel Anklang finden werden, werden diejenigen sein, die einfacher und schneller bereitzustellen sind oder wenn es sich um Projekte handelt, die in den letzten Jahren im Stillen aufgebaut wurden.
  • Musik-NFTs gehören aller Voraussicht nach zu den interessantesten Branchen, in denen Künstler die Kontrolle über ihren Werdegang übernehmen. Die Dimension dieser Innovation kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mikel Jollett veranschaulicht das Potential so: „1.000.000 Streams auf Spotify bringen 3.000 US-Dollar ein. Davon gehen 84 Prozent an das Label (wenn der Künstler in einem Major ist, 50 Prozent bei Indies) und satte 480 US-Dollar gehen an den Künstler.“ Mit Musik-NFTs können Fans über lizenzpflichtige NFTs Songs besitzen, Musiker können Songs auf zensurfreien Plattformen wie Audius hochladen oder ihre Videos auf Glass Protocol tokenisieren. Die Fangemeinde kann sogar Künstler durch dezentrale Plattenlabels wie Good Karma DAO unterstützen.
  • Solana dürfte über den FTX NFT-Marktplatz mehr NFT-Künstler und Prominente wie Stephen Curry anziehen.
  • Der NFT-Marktplatz Opensea wird möglicherweise Marktanteile verlieren, da er dem starken Wettbewerb mit Coinbase, FTX Rarible, Zora, SupeRare, Nifty Gateway usw. ausgesetzt ist.
  • Cloud-Speicherlösungen wie Arweave und IPFS haben die Chance, ins Rampenlicht zu treten, wenn die Besorgnis über Ausfälle zentralisierter Webhosting-Dienste wie AWS aufkommen wird.
  • Wie bereits Anfang des Jahres 2021 vorhergesagt, werden viele NFT-Avatare zu Musikbands, Film- und Zeichentrickfiguren wie Crypto Punks, Bored Apes und MetaHero. PUNKS Comic und Universal Music Group sind großartige Beispiele für diesen Trend.
  • Im Jahr 2022 werden mehr Marken, insbesondere Schuhhersteller und Bekleidungsunternehmen, das Metaverse und NFTs nutzen, um Artikel auszustellen und physisch an NFT-Mitglieder zu liefern. Adidas und Nike sind die führenden Marken in dieser Hinsicht.
  • NFT-Projekte und -Promoter werden nicht immun gegen behördliche Aufsicht sein, Das gilt insbesondere für NFTs, die als nicht registrierte Wertpapiere eingestuft werden könnten und für offenen Betrug wie beispielsweise Pyramidensysteme, die auf Social-Media-Kanälen wie TikTok oder Instagram beworben werden.

DAOs – Blockchain-User bilden zentrale autonome Organisationen, vorwiegend bei Finanzierungsfällen

  • Die Anwendungsfälle, die wahrscheinlich an Dynamik gewinnen werden, sind erstens quadratisches Funding mit Gitcoin (GTC), eine neue Form der dezentralen Finanzierung, die zum Ziel hat, Fairness zwischen Kapital und Mensch herzustellen und zweitens Crowdfunding mit Syndicate Protocol, einer Mischung aus dezentralisiertem Investitionsprotokoll und sozialem Netzwerk. Diese Anwendungsfälle werden das Investitionsfeld von Krypto erweitern, Forschungs- und Entwicklungsinitiativen zur Lösung realer Probleme unterstützen und mit der Kryptowährung ImpactMarket (PACT) ein universelles Grundeinkommen für bedürftige Menschen bieten.

Infrastruktur: Terra mit Vorsprung vor Polkadot, global drahtlos mit Helium Network

  • Die beiden Ökosysteme Cosmos und Polkadot sollte man 2022 auf dem Radar haben. Beide Blockchains müssen Projekte und Netzwerke mit der größten Nutzertraktion anziehen, um schnelle Erfolge zu erzielen. Terra kam im Oktober zu Cosmos und könnte daher der Polkadot-Blockchain in Bezug auf die Interoperabilitätsvertikale aus Benutzersicht weiterhin meilenweit voraus sein. Interoperabilitätslösungen werden eine wichtige Komponente zur Verbesserung der Liquiditätsbereitstellung, Zusammensetzbarkeit und Effizienz in DeFi darstellen.
  • Helium Network wird unseren Erwartung nach zu einem wichtigen Bestandteil der Web-3-Infrastruktur mit der Mission, die Welt durch ein allgegenwärtiges, globales drahtloses Netzwerk zu einem vernetzteren Ort zu machen. Die Partnerschaft mit FreedomFi, einem Konnektivitätsunternehmen, das Open-Source-5G-Geräte herstellt, könnte im Jahr 2022 mehr Akzeptanz finden.
  • Layer 2s (L2s) werden kettenunabhängig, Optimism und StarkWare haben dieses Bestreben bereits signalisiert. Die jahrelange Forschung und Entwicklung von L2s wird Nicht-ETH-Blockchains wie Avalanche, Solana, Fantom und NEAR zugutekommen, um als Abwicklungsschichten für das Internet of Value (Web-3) zu skalieren.

Das ausführliche Dokument (Jahresrückblick und Erwartungen 2022) steht HIER zum Download bereit.


Über 21Shares

21Shares hat die weltweit größte Auswahl von börsengehandelten Kryptowährungsprodukten basierend auf ETPs. Im Jahr 2018 leistete das Unternehmen Pionierarbeit bei der Notierung des weltweit ersten Kryptowährungs-Index an der SIX Swiss Exchange. Im November 2021 verwaltet 21Shares knapp drei Milliarden Dollar in 20 Kryptowährungs-ETPs und 80 Notierungen. Darunter das weltweit einzige ETP-Produkt auf Binance sowie mit Tezos und Solana zwei ETPs, bei denen Anleger Staking-Erträge genieren können. Drei Krypto Baskets, HODL, HODLV und HODLX runden die aktuelle ETP-Suite ab. Die Krypto-ETPs sind an acht regulierten europäischen und schweizerischen Handelsplätzen notiert.
Die Vision von 21Shares ist es, allen Anlegern eine einfache, sichere und regulierte Möglichkeit zu bieten, um über ein Bankkonto in Kryptowährungen zu investieren.
Weitere Informationen: https://21shares.com/

Neue deutsche Ampelregierung startet Klima- und Wirtschaftsprogramm in schwieriger Phase

Deutschlands erste rot-grün-gelbe Bundesregierung ist nun seit knapp zwei Wochen im Amt und startet in einer denkbar schwierigen Zeit mit ihrer geplanten Erneuerung des Landes: Zur Bewältigung der Corona-Pandemie und umfangreichen Klimazielen kommt auch eine wirtschaftlich schwierige Situation. Eine mögliche weitere Corona-Welle und die anhaltenden Lieferkettenprobleme könnten Deutschlands Erholung ausbremsen.

Vor diesem Hintergrund hat etwa das deutsche ifo-Institut seine Wachstumsprognose zuletzt von 5,1 auf 3,7 Prozent für 2022 revidiert. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognose kürzlich von 5,1 auf 4,0 Prozent reduziert. Zu den Wachstumssorgen kommen Inflations- und Zinsängste. So sprang die Inflation angeheizt von steigenden Energiepreisen im November auf 5,2 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit 1992.

Beschleunigter Umstieg auf Ökostrom und Erweiterung der Stromnetze

Positive Impulse erhofft die Wirtschaft aber von den im Koalitionsvertrag vereinbarten umwelt- und wirtschaftspolitischen Zielen der Ampelregierung. Höchste Priorität hat für die neue Regierung der Klimaschutz und die im Pariser Abkommen vereinbarte Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad. Deutschland soll dafür bis 2045 klimaneutral werden. Ein wichtiger Eckpunkt dieses Plans ist die Energiewende: 80 Prozent des Strombedarfs soll 2030 aus Erneuerbaren Energien stammen. Der Umstieg auf umweltfreundliche Energieformen, sowie der Ausbau der dafür nötigen Stromnetze soll damit beschleunigt werden.

Konkret sollen etwa die Genehmigungsverfahren von Stromnetzen und Windrädern schneller abgewickelt werden. Die großen Stromkonzerne begrüßten in ersten Reaktionen die Pläne der Ampelregierung. Davon profitieren dürfte naturgemäß der größte Netzbetreiber des Landes, E.ON. Das Netzgeschäft ist der größte Gewinnbringer des Stromkonzerns. Dem Ökostromriesen RWE dürfte die geplante schnellere Genehmigung der Windenergieanlagen in die Hände spielen, ebenso wie der Ausbau des Ökostromanteils. Davon profitieren sollten auch die Bauer derartiger Anlagen wie Nordex oder Siemens Energy. Negativ könnte sich auf RWE hingegen der geplante beschleunigte Kohleausstieg bis 2030 statt wie bisher geplant bis 2038 auswirken.

Transformation der Autobranche soll beschleunigt werden

Aktiv unterstützen will die neue Regierung auch die Transformation der Automobilbranche in Richtung Elektromobilität. „Unser Ziel sind mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw bis 2030“, heißt es im Koalitionsvertrag. Deutschlands große Automobilkonzerne äußerten sich bereits positiv zu den Regierungsplänen. So hob BMW das Bekenntnis zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos hervor. Die Automobilbranche spielt für Deutschlands Konjunktur traditionell eine besonders wichtige Rolle, litt zuletzt aber stark unter Lieferkettenproblemen und speziell dem Halbleitermangel.

Auch andere Branchen und Unternehmen könnten von den Plänen der neuen Regierung profitieren. Die Koalition will etwa faire Rahmenbedingungen für einen wirksamen Klimaschutz im internationalen Luftverkehr schaffen. Das ist eine gute Nachricht für die Lufthansa, da eine rein deutsche Kerosinsteuer ihr einen Wettbewerbsnachteil beschert hätte. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen begrüßte die Pläne der Koalition, pro Jahr 400.000 Wohnungen zu bauen und die Baugenehmigungs- und Planungsprozesse zu vereinfachen. Kritik gibt es dagegen am Vorhaben, die Mietpreisbremse bis zum Jahr 2029 zu verlängern. Positive Impulse erhofft sich auch die Kultur- und Kreativwirtschaft des Landes, etwa im Bereich des Urheberrechts.

Kritik an geplantem Nachtragshaushalt

Kritik gab es hingegen von mehreren Stellen an den Ausgaben- und Finanzierungsplänen der neuen Regierung. Die Ampel-Parteien haben sich auf den „teuersten gemeinsamen Nenner geeinigt“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger. „Die Zeche dafür werden die Betriebe und Bürger zahlen.“ Die verschiedenen Vorhaben, etwa der Ausbau erneuerbarer Energien, seien ohne Steuererhöhungen nur durch Neuverschuldung zu finanzieren, so Jerger.

Die Pläne zu Klimawende und Pandemie-Bekämpfung erfordern zwar umfangreiche Ausgaben, die Ampelregierung will aber gleichzeitig die Schuldengrenze einhalten und auch auf Steuererhöhungen verzichten. Erreicht werden soll dies vorerst durch eine Reihe politisch umstrittener Maßnahmen. So will die Regierung am Montag einen Nachtragshaushalt im Umfang von 60 Milliarden Euro verabschieden lassen.

Wegen der Corona-Krise hat der Haushalt für 2021 eine rekordhohe Neuverschuldung des Bundes von 240 Mrd. Euro vorgesehen. Davon wurden Kredite in Höhe von 60 Mrd. allerdings nicht benötigt und daher nicht aufgenommen. Statt weniger Schulden zu machen, soll diese Summe jetzt dem Energie- und Klimafonds für Investitionen in den kommenden Jahren zur Verfügung gestellt werden, damit sie nicht verfällt. Mehrere Oppositionspolitiker sehen in der Transaktion nun einen verfassungswidrigen Trick um die Schuldenobergrenze auszuhöhlen. Der deutsche Bundesfinanzminister Christian Lindner hat den Nachtragshaushalt hingegen als nötigen Weg um wichtige ausgefallene Investitionen nachzuholen verteidigt.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Börsen beenden zweites Corona-Jahr mit starken Gewinnen

Die Weltbörsen haben das zweite Corona-Jahr mit teilweise fulminanten Gewinnen beendet. So schlossen die US-Börsen in der Nähe ihrer zuletzt erreichten Rekordhochs. Der Dow Jones legte im Jahresverlauf knapp 19 Prozent zu, der S&P-500 machte 2021 rund 27 Prozent gut. Auch in Europa ging es deutlich nach oben: Der Euro-Stoxx-50 beendete das Jahr mit einem starken Plus von 21 Prozent. Deutliche Gewinne verbuchten auch der deutsche DAX (plus 16 Prozent Prozent) und der britische FTSE (plus 15 Prozent). Noch kräftiger nach oben ging es in Wien, der ATX war mit einem Plus von 38 Prozent einer der performancestärksten Indizes in Europa.

Etwas schwächer fielen die Gewinne in China aus, der Shanghai Composite legte im abgelaufenen Jahr knapp 5 Prozent zu. Gebremst wurde China unter anderem von temporären Stromengpässen, Produktionsstopps und einer Immobilienkrise in Folge der Zahlungsschwierigkeiten des hochverschuldeten Immo-Konzerns Evergrande.

Wertentwicklung ausgewählter Aktienindizes 2017-2021 in %

Index 2021 2020 2019 2018 2017
Dow Jones 18,9 9,7 25,3 -3,5 28,1
Eurostoxx 21,2 -2,6 29,3 -11,3 10,1
DAX 15,8 3,6 25,5 -18,3 12,5
FTSE-100 14,6 -11,6 17,3 -8,7 11,9
Shanghai Composite 4,8 13,9 22,3 -24,6 6,6
ATX 38,3 -10,8 20,5 -17,4 34

Auf Basis lokaler Währung
Quelle: Refinitiv Eikon Datastream

Konjunktur erholte sich 2021 deutlich

Angetrieben wurden die Weltbörsen von einer Konjunkturerholung nach dem Krisenjahr 2020. So wuchs das US-Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,3 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt sogar um 6,7 Prozent zugelegt. Ökonomen erwarten nun für das Gesamtjahr ein BIP-Plus von deutlich über 5 Prozent, das wäre das höchste Tempo seit 1984. Im Corona-Jahr 2020 war die US-Wirtschaft um 3,4 Prozent eingebrochen. Auch die Wirtschaft im Euroraum hat wieder kräftig Boden gut gemacht. Das BIP der Eurozone kletterte von Juli bis September um 2,2 Prozent zum Vorquartal, im zweiten Quartal hatte es in der Eurozone ebenfalls 2,2 Prozent Wachstum gegeben.

Weiter gebremst werden viele Branchen aber von hohen Energiepreisen und Lieferkettenproblemen. Der mit der Erholung stark anziehenden Nachfrage nach vielen Produkten standen Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten gegenüber, da die Lockdowns Produktionsdrosselungen oder sogar Werkschließungen zur Folge hatten. Besonders stark ist der Mangel an Computerchips. Die starke Nachfrage nach Technologie in Zeiten von Lockdowns und Homeoffice haben den Bedarf nach Chips unerwartet stark in die Höhe schnellen lassen. Vor allem der zuletzt wieder anziehenden Auto-Produktion fehlten damit die wichtigen Chips. Trotz voller Auftragsbücher standen die Fließbänder zeitweise still.

Rasante Energiepreisanstiege schüren Inflations- und Zinsängste

Die Energiepreise haben mit dem Konjunkturaufschwung und einer damit stärkeren Energienachfrage 2021 massiv zugelegt. Der Preis für Rohöl der wichtigen Referenzsorte Brent notierte zu Jahreswechsel knapp unter 80 Dollar, seit Jahresbeginn hat der Ölpreis damit rund 58 Prozent zugelegt.

Noch stärker fiel der Anstieg der Erdgaspreise aus. Hier traf ein starker Anstieg der Nachfrage – allen voran aus China – auf Produktionsausfälle und damit eine Verknappung des Angebots. Die Gaspreisanstiege und ein mit der Wirtschaftserholung wachsender Stromhunger führten in Folge zu einer Verschiebung der Nachfrage zu Kohle und damit auch hier zu steigenden Preisen. Laut der internationalen Energieagentur (IEA) dürfte die globale Stromerzeugung aus Kohle heuer ein Rekordniveau erreichen.

Die Energiepreisanstiege und Lieferkettenprobleme haben sich deutlich in den Inflationsstatistiken niedergeschlagen. So stieg die Inflationsrate in der Eurozone im November auf 4,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1997. Die jährliche Teuerung ist damit mehr als doppelt so hoch wie die von der Europäischen Zentralbank angepeilte Zielmarke von zwei Prozent. Noch stärker fiel der Anstieg zuletzt in den USA aus. Im November kosteten Waren und Dienstleistungen in dem Land um 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist der höchste Wert seit 1982.

Mit den hohen Inflationsraten mehren sich an den Börsen auch die Ängste vor gegensteuernden Zinserhöhungen der Notenbanken und damit einem baldigen Ende der konjunkturstützenden lockeren Geldpolitik. Die Bank of England hat die Zinswende im Dezember bereits eingeleitet und ihren Leitzinssatz überraschend von 0,1 auf 0,25 Prozent angehoben.

Notenbanken leiten Ende des Krisenmodus ein

Auch die US-Notenbank Fed hat zuletzt den Abschied vom Krisenmodus eingeleitet. Ab Jänner soll das Abbautempo der konjunkturstützenden Wertpapierkäufe erhöht werden, im März sollen die Konjunkturspritzen vollständig eingestellt werden. Für 2022 signalisierte die Fed zuletzt mehrere Zinserhöhungen. Fed-Chef Jerome Powell machte deutlich, dass die Wirtschaft die Hilfen nicht mehr benötigt und die Zeiten des billigen Geldes bald gezählt sind: Angesichts der hohen Inflation und der raschen Fortschritte am Arbeitsmarkt sei die Fed „sehr, sehr gut aufgestellt für Zinserhöhungen“. Einige Indikatoren für die Verbraucherstimmung und das Konsumklima in den USA zeigten zuletzt ebenfalls überraschend deutlich nach oben.

Euro gab 2021 gegen den Dollar nach

Auch die Europäische Zentralbank will die Anleihenkäufe im Rahmen ihres Corona-Notprogramms PEPP mit Ende März beenden, den rekordtiefen Leitzins von 0,0 Prozent dürfte die EZB aber vorerst nicht anheben. Nach Einschätzung der Notenbank dürfte die Inflation zwar vorerst hoch bleiben, insgesamt aber ein vorübergehendes Phänomen bleiben.

Die Erwartung einer schnelleren geldpolitischen Straffung in den USA hat sich im abgelaufenen Jahr auch am Devisenmarkt niedergeschlagen. Die Aussicht auf höhere US-Zinsen stützte den US-Dollar, der Euro kam im Gegenzug von rund 1,20 Dollar zu Beginn des Jahres auf 1,13 Dollar zum Jahresausklang zurück.

Konjunkturerholung dürfte 2022 weitergehen

Unterm Strich dürfte die Konjunkturerholung aber im neuen Jahr weitgehen, wenn auch nicht mehr ganz so schnell. So hat die EZB ihre Prognose für das BIP-Wachstum der Eurozone zuletzt von 4,6 auf 4,2 Prozent gesenkt. Für Unsicherheit sorgte zu Jahresende die rasante Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus. Jüngste Meldungen machen zwar Hoffnung auf einen im Vergleich zur Delta-Variante milderen Krankheitsverlauf, dem stehen aber hohe Infektionszahlen gegenüber. Dies könnte auch weitere Verschärfung der Eindämmungsmaßnahmen mit sich bringen. Schließlich werden auch die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine in Europa und den USA aufmerksam verfolgt. Ein bestimmendes Thema dürften auch die fortschreitende Digitalisierung und der Kampf gegen den Klimawandel bleiben.

FAZIT

Die Börsen-Erträge des Jahres 2021 waren Großteils fulminant. Die Wiener Börse glänzte mit einem Spitzenwert in Europa. Die Konjunkturerholung dürfte 2022 weiter gehen, möglicherweise nicht mehr in dem Tempo des Vorjahres. Die Pandemie und politische Spannungen bleiben Risiko-Faktoren.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.