Vier Gründe in Japan zu investieren

Über japanische Aktien gibt es viele Mythen und Missverständnisse. Japan verbinden viele Investoren mit schwachem Wachstum, alternder Bevölkerung und Deflation und erwarten daher geringe Investmentchancen – zu Unrecht. Die vier größten Mythen über den japanischen Aktienmarkt deckt Sophia Li, Portfoliomanagerin bei First State Stewart Asia, auf.

„Der japanische Aktienmarkt ist kaum erforscht. Deshalb ist ein Großteil seiner ‚verborgenen Juwelen‘ unentdeckt, hochqualitative Unternehmen, die nachhaltig wachsen. Wer diese finden will, muss hinter die Mythen blicken und die Eigenschaften des japanischen Aktienmarktes kennen.

Mythos 1: Stagnierendes Wirtschaftswachstum drückt Renditen

Investoren befürchten, dass geringes Wirtschaftswachstum mit geringen Aktienrenditen einhergeht. Doch Unternehmen können auch in einer stagnierenden Wirtschaft wachsen. Zwar korrelieren Unternehmensgewinne und Aktienpreise meist mit dem Bruttoinlandsprodukt, japanische Unternehmen aufgrund des geringen Wachstums der Volkswirtschaft zu meiden, ist jedoch unbegründet.

Seit den späten 90er Jahren ist das japanische Bruttoinlandsprodukt nur um vier Prozent gewachsen, die Unternehmensgewinne im gleichen Zeitraum jedoch um 180 Prozent. Lukrative Titel können sogar in schrumpfenden Sektoren gefunden werden. Das macht es für Bottom-up-Investoren, die recherchebasiert investieren, einfacher, Alpha zu generieren.

Mythos 2: Alternde Bevölkerung behindert Wachstum

Der zweite Mythos ist eng mit dem ersten verknüpft. Investoren fürchten, dass das hohe Durchschnittsalter in Japan die Produktivität und Investitionsquote der Volkswirtschaft reduziert und gleichzeitig die Sozial- und Gesundheitsausgaben treibt. Es stimmt, dass Japans Bevölkerung überdurchschnittlich alt ist. Die Vereinten Nationen erwarten, dass bis 2050 38 Prozent der Japaner älter als 65 Jahre sein werden. Schon heute liegt ihr Anteil bei 28 Prozent.

Diese vermeintliche Zeitbombe wird jedoch nicht zünden, denn sie ist Politik und Wirtschaft gut bekannt, sodass sie entschärft werden kann. Sie wissen, dass der Anteil der Ruheständler steigt, während derer der Arbeitnehmer sinkt. Japans Regierung und Unternehmen hatten genug Zeit, um Lösungen zu finden, von denen andere alternde Volkswirtschaften lernen können.

Beispielsweise konzentrieren sich japanische Hersteller in der Regel nicht auf den Binnenmarkt. Ihre Produkte stehen weltweit für Innovation und Qualität. Besonders hoch ist der Marktanteil japanischer Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum, wo 60 Prozent der Weltbevölkerung leben – mit stark wachsendem Einkommen.

Zudem gibt es einige Sektoren, die von der demografischen Entwicklung profitieren, und die damit auch für Investoren interessant sind. So ist Japan weltweit führend in der Automatisierung. Mehr als die Hälfte aller Industrieroboter und computergesteuerten Systeme werden dort hergestellt.

Mythos 3: Geringes Unternehmertum verringert Anlagechancen

Der dritte Mythos ist, dass sich aufgrund der geringen Zahl von Unternehmensgründungen wenig Chancen für Investoren finden. In Japan ist das Gegenteil der Fall. Richtig ist, dass es Venture-Capital-Investoren in Japan schwer haben. Die jüngeren Generationen arbeiten lieber in einem sicheren Job in einem typisch japanischen Großunternehmen, als das Risiko einzugehen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das deflationäre Umfeld scheint das Bedürfnis der Gesellschaft nach Sicherheit zu verstärken. Die geringe Nachfrage nach Venture Capital reduziert das Angebot, was Unternehmensgründungen wiederum erschwert – ein Teufelskreis.

Für Investoren kann dieser unterentwickelte Kapitalmarkt aber von Vorteil sein. Besonders in Nischensektoren mit geringer Marktgröße gibt es oft nur ein oder zwei dominante Unternehmen und keinen drohenden Wettbewerb. Aktieninhaber können daher konstant hohe Cashflows erwarten.

Mythos 4: Japan hat keine qualitativen Unternehmen

Der vierte Mythos über den japanischen Aktienmarkt basiert darauf, dass dieser unterdurchschnittlich gut erforscht ist. Die japanische Managementphilosophie unterscheidet sich deutlich, sodass es verfehlt wäre, Aktien nach westlichen Qualitätskriterien zu selektieren. Investoren brauchen tiefe Kenntnisse und müssen Kultur und Gesellschaft verstehen, um japanische Geschäftsmodelle analysieren zu können.

So handelt das Management nicht primär im Sinn der Aktionäre, indem es ihre langfristigen Renditen maximiert, sondern im Sinn der Stakeholder. Es wird durch tiefere Ziele als finanzielle Anreize motiviert. Diese nachhaltig orientierte Unternehmensführung führt zu langfristig erfolgreichen Unternehmen, die qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen bieten und ihren internationalen Marktanteil kontinuierlich steigern. Das begünstigt wiederum stabile und hohe Renditen. Dafür müssen Investoren aber hinter die üblichen Finanzkennzahlen schauen.

Die Existenz dieser Mythen illustriert, wie wenig der japanische Aktienmarkt erforscht ist. Dass sie sich leicht widerlegen lassen, deutet auf zahlreiche vielversprechende Titel hin. Genau diese Kombination bietet Investoren die Chance, Alpha zu generieren – vorausgesetzt sie sind bereit, langfristig und forschungsbasiert zu investieren.“


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State Investments mittlerweile unter dem Namen First Sentier Investors tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten.

"Der EZB bleibt nur die Hoffnung, dass der Euro abwertet"

Anthony O'Brien, European Rates and Currency Strategist, First State Investments, kommentiert die für Donnerstag anberaumte Leitzins-Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB):

Von der Sitzung der EZB am Donnerstag werden wenige geldpolitische Neuigkeiten erwartet. Der zuletzt gestiegene Euro bereitet der EZB Sorge und manch einer glaubt, die Maßnahmen könnten einen Fall der Währung auslösen. Kann die EZB also den Euro schwächen? Wir glauben das nicht. Die Zurückhaltung der EZB wird entweder als harter geldpolitischer Kurs oder – noch schlimmer – als machtlos gewertet werden. Die jüngste Inflationsrate der Eurozone von minus 0,2 Prozent ist zum ersten Mal seit Mai 2016 wieder deflationär. Es wird erwartet, dass die neuen Prognosen der EZB-Experten für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI, Harmonised Index of Consumer Prices) deutlich unter dem Zielwert liegen werden.

Das würde normalerweise eine weitere Lockerung durch den EZB-Rat bedeuten. Doch hat die EZB noch nicht einmal die Hälfte des 1.350 Milliarden Euro schweren Pandemie-Notfallkaufprogramms (PEPP, Pandemic Emergency Purchase Programme) ausgeschöpft und scheint ihre Ankäufe auch nicht beschleunigen zu wollen. Deshalb gehen wir nicht davon aus, dass das Programm in nächster Zeit aufgestockt wird. Da der Offenmarktausschuss der US Notenbank Federal Reserve (FOMC, Federal Open Market Committee) sein neues geldpolitisches Rahmenprogramm nächste Woche mit zusätzlichen Lockerungen unterstreichen könnte, bleibt der EZB nur die Hoffnung, dass der Euro abwertet.

Wachstumschancen in Asien trotz Covid-19

Die Corona-Pandemie hat eine globale Wirtschafts- und Finanzkrise ausgelöst. Davon sind auch die asiatischen Märkte betroffen. Dennoch bieten sich dort Anlagechancen für Investoren, die sich nicht verunsichern lassen.

„Für die asiatischen Märkte hat Covid-19 tiefgreifende Folgen gehabt. Volatile und sinkende Kurse verunsichern Investoren“, sagt Alistair Thompson, Senior Portfolio Manager bei FSSA Investment Managers (First State Investments). „Verluste sind jedoch anders zu bewerten als noch zu Jahresanfang. Da die meisten Unternehmen von der Krise betroffen sind, können auch gesunde Geschäftsmodelle leiden. Generell scheinen die Bilanzen der Unternehmen stabiler zu sein, als es ihre Kurse vermuten lassen. Unternehmen richtig zu bewerten, ist für Investoren eine der großen Herausforderungen in der Krise. Hinzu kommt, dass die Märkte für Währungen, Gold und Immobilien ebenfalls instabil sind.

Doch bieten die asiatischen Finanzmärkte auch Chancen. Viele Aktien folgen während der Krise einem positiven Trend und Investoren können langfristig positive Renditen erwarten. Der Technologiesektor ist dafür ein Paradebeispiel: Kontaktloses Bezahlen, E-Commerce und das Arbeiten aus dem Homeoffice fördern den Ausbau des Mobilfunk- und Internet-Netzes. Besonders Asien ist ein Vorreiter in der Technologisierung und Digitalisierung. Investoren könnten von der beschleunigten Entwicklung in diesen Wachstumsmärkten profitieren.

In der Krise wird es wichtiger denn je, den Fokus auf langfristiges Wachstum zu legen. Besonders in Zeiten, in denen die Bewertungen unzuverlässig sind, sollten Investoren auf die Qualität der Unternehmensführung achten und Geschäftsmodelle mit profitablen Wachstumsaussichten identifizieren. Vorschnelles Reagieren auf kurzfristige Marktereignisse kann einem langfristigen Erfolg im Weg stehen. Stattdessen gilt es, mehrere Jahre im Voraus zu denken. Ebenso reduziert ein divers aufgestelltes Portfolio die Verlustrisiken.

Trotz außergewöhnlich volatiler Kursverläufe asiatischer Aktien, ist die tatsächliche Performance vieler Unternehmen deutlich stabiler. Deshalb ist der enge Vergleich des Portfolios mit einer Benchmark meist wenig sinnvoll. Stattdessen sollten Investoren in volatilen Zeiten vermehrt auf absolute – statt relative – Erträge setzen. Das kann gelingen, wenn sie ihre Portfolios nach einem Bottom-up-Ansatz aufbauen, der sich auf die Analyse einzelner Unternehmen konzentriert. Makroökonomische Faktoren beeinflussen die Bewertung kaum. Dies erfordert, profitable Geschäftsmodelle sowie langfristige Wachstumschancen zu erkennen, und diese stärker als Kursverläufe zu gewichten.“


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State Investments mittlerweile unter dem Namen First Sentier Investors tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten.

Flughäfen – Einstiegschancen durch Covid-19

Ruhig und leer ist es am Himmel geworden. Wie lange Flughäfen noch auf Minimalbetrieb laufen ist offen. Sicher ist jedoch: Investoren bieten sich jetzt Kaufgelegenheiten, so Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments.

„Covid-19 hat den Flugverkehr in eine Art Winterschlaf versetzt“, sagt Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments. „Die Pandemie, genauer die damit verbundene Unsicherheit, Reisebeschränkungen und geschlossenen Grenzen haben die Passagierzahlen um 97 Prozent einbrechen lassen. Als Antwort darauf haben Flughäfen ihre Kapazitäten um 90 Prozent reduziert.

Passagiere sind ihre größte Einkommensquelle, weshalb Flughäfen als zyklisch, aber dennoch resilient gelten. Abhängig vom Geschäftsmodell macht der Flugbetrieb zwischen 40 Prozent und 60 Prozent des Umsatzes eines Flughafens aus, der Einzelhandel an den Terminals zwischen 20 Prozent und 30 Prozent und Eigentum, Parkplätze und andere Investments die restlichen 10 Prozent bis maximal 40 Prozent.

Puffer für die Schwankungen im Flugbetrieb war historisch der Einzelhandel, der in Flughäfen von geringen Mieten und hohen Margen profitiert. Doch auch diese Einnahmequelle ist in den vergangenen Wochen entfallen.

Wann sich die Lage bessert, ist offen. Die größte Unbekannte ist, wann das Covid-19-Virus so weit unter Kontrolle ist, dass Regierungen und Passagiere die Lage wieder als sicher genug zum Reisen einschätzen. Und so ist es auch noch zu früh, um beurteilen zu können, wie langfristig der aktuelle Nachfrageschock Flughäfen schadet.


Source: BITRE, Union Pacific, First Sentier Investors.

Hoffen lässt der Blick auf die vergangenen Jahrzehnte, in denen sich der Sektor von mehreren Krisen erholt hat. Darunter waren Kriege, Pandemien und Terroranschläge. Der Terroranschlag auf das World Trade Center 2001 senkte die Nachfrage nach Flügen für zwei bis drei Jahre. Nachdem die Sars-Pandemie im Jahr 2003 abgeklungen war, dauerte es jedoch nur drei Monate bis die Passagierzahlen ihr Vorkrisenniveau erreichten. Gesunkene Ticketpreise und steigende Haushaltseinkommen haben die Nachfrage nach Flügen nach Krisen beschleunigt.

Kein Flughafen ist gegen die Folgen der Corona-Pandemie immun, doch werden einige sie besser überstehen als andere. Am besten positioniert für diese lange Periode der Unsicherheit sind Objekte mit einer stabilen Bilanz, an einem wirtschaftlich starken Standort und einem attraktiven Passagiermix. Durch breite Ausverkäufe sind in der Krise dort Kaufgelegenheiten entstanden. Investoren können die günstigen Kurse nutzen, um Qualität in ihren Portfolios stärker zu gewichten.“


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Warum Infrastrukturinvestitionen trotz Covid-19 lohnen

Leere Autobahnen, Flughäfen und Züge sowie unterbrochene Lieferketten, haben das Interesse an Infrastrukturinvestments in den letzten Wochen gedrückt. Das ist nicht immer berechtigt. Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments, erklärt, in welchem Segment der Sektor Chancen bietet und warum.

„Unser Alltag findet jetzt online statt“, sagt Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments. „Virtuelle Calls mit Kollegen und Kunden unterteilen den Arbeitstag und nach Feierabend erholen wir uns mit Videospielen, Skype und Netflix. Während die Straßen leer sind, ist die Datenautobahn überlastet. Nach Angaben einiger Telekommunikationsanbieter hat der Internetverkehr seit Ausbruch der Covid-19 Pandemie um bis zu 60 Prozent zugenommen, wie aus einem Bericht der OECD hervorgeht.

Damit Mobilfunknetze und Internetverbindungen trotz des steigenden Datenverbrauchs stabil bleiben, müssen Telekommunikationsdienstleister ihr Netzwerk ausbauen. Wir sind überzeugt, dass die Umsätze der Anbieter der entsprechenden Infrastruktur spätestens in der mittleren Frist steigen werden. So wird die Nachfrage nach Funktürmen wachsen, wenn dort mehr Flächen angemietet werden, um beispielsweise Antennen anzubringen. Eigentümer von Telekommunikationsinfrastruktur können daher sogar von Kontakt- und Ausgehbeschränkungen sowie Büroschließungen profitieren, im Gegensatz zu vielen anderen Infrastrukturunternehmen.

Auch unabhängig davon, wann und wie stark Regierungen die Vorgaben lockern, sind die Aussichten für Vermieter von Funktürmen positiv. Der steigende Datenverbrauch ist ein langfristiger Trend, besonders die Nachfrage nach mobilen Daten wächst stetig. Seit Jahren verlagern wir unseren Alltag ins Internet: Streaming statt Fernsehen, Online-Banking statt Filialbesuch und Online-Shopping statt Einkauf im Laden. Der Ausbruch des Coronavirus hat diese Entwicklung nur beschleunigt, nicht ausgelöst.

Zum Wachstum des Sektors trägt auch der anstehende Umstieg auf 5G bei, die neue Generation des Mobilfunknetzes, die ein dichteres Netz an Funktürmen benötigt. Positiv für Unternehmen und ihre Investoren ist dabei, dass die Einstiegshürden hoch sind und die Mietverträge mit fünf bis zehn Jahren lange Laufzeiten haben. Daher haben Eigentümer von Funktürmen eine hohe Preissetzungsmacht. Pro Jahr können sie die Mieten um durchschnittlich drei Prozent anheben. Wir erwarten, dass das US-Kerngeschäft dieses Jahr um fünf Prozent wachsen wird, was einen Anstieg der Cashflows um acht bis neun Prozent wahrscheinlich macht.“


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State Investments mittlerweile unter dem Namen First Sentier Investors tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten.

Emerging Markets: Wo der Einbruch des Ölpreises die politische Stabilität gefährdet

Auch im zweiten Quartal 2020 steht Covid-19 im Zentrum der Aufmerksamkeit, während die Weltwirtschaft schrumpft. Die Trends, die die gegenwärtige Krise auslöst, schwächen die Volkswirtschaften der Schwellenländer unterschiedlich stark, zum Beispiel ihre Schuldentragfähigkeit oder Leistungs- und Steuerbilanzen. Das gilt auch für die politische Stabilität. Sobald die Welle des blindwütigen Verkaufens abklingt, sollten Investoren daher zwischen festverzinslichen Wertpapieren unterschiedlicher Länder differenzieren.

Der Ausbruch von Covid-19 hat die politischen und wirtschaftlichen Probleme im asiatisch-pazifischen Raum verschärft. Noch hält die erste Phase des Handelsabkommens zwischen China und den USA. Wahrscheinlich steht auch die Tür für weitere Verhandlungen im Laufe des Quartals offen. Doch ist fraglich, ob China die vereinbarten Importe abkaufen kann und ob die USA diese überhaupt liefern können. China versucht, seine Wirtschaft mithilfe der Geldpolitik und gezielter Maßnahmen für Schlüsselindustrien anzukurbeln. Angesichts des tiefen Wachstumseinbruchs zu Beginn dieses Jahres und den Herausforderungen, die auf die exportorientierte Wirtschaft zukommen, scheint eine rasche Erholung jedoch unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass andere asiatische Länder versuchen, die Gelegenheit zu nutzen, dass westliche Unternehmen ihre Lieferketten von China weg diversifizieren wollen. Die Gefahr eines erneuten, vom Ausland ausgehenden Corona-Ausbruchs – wie in Japan oder Hongkong – ist ein weiteres Risiko für das Wachstum Chinas.

Der andauernde Ölpreiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien in Verbindung mit der Pandemie wird erdölproduzierende Länder im Nahen Osten und Nordafrika belasten. Auch dort gibt es Unterschiede: Während die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait ihre Sozialausgaben voraussichtlich nur leicht kürzen müssen und negative politische Folgen vermeiden können, sind Länder mit weniger Energie- und Finanzreserven wie Oman und Bahrain dazu gezwungen, die Ausgaben stärker als ihre wohlhabenderen Nachbarn zu senken. Wir erwarten jedoch nicht, dass dies soziale Unruhen provoziert.

In Ecuador hingegen gefährden die niedrigen Ölpreise die Haupteinnahmequelle der Regierung. Das Land kämpft, um seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Das bietet der Opposition und den indigenen Demonstranten eine erneute Gelegenheit, die Regierung herauszufordern. Mit seinen Schulden kämpft auch Argentinien, dessen Wirtschaft zusammenbricht. Die neue Regierung hat die selbst gesetzte Frist versäumt, bis zum 31. März einen Schuldenrestrukturierungsplan auszuarbeiten. Die Shutdowns wegen Covid-19 verlangsamen diesen Prozess zusätzlich. Ebenso eingetrübt sind die Konjunkturaussichten Chiles. Rund die Hälfte der Gesamtexporte des Landes bestehen aus Kupfer, wovon der größte Teil wiederum nach China geht. Der Ausbruch des Virus hat weitere soziale Unruhen verhindert, aber wirtschaftliche Sorgen und das Verfassungsreferendum (das auf Q4 verschoben wurde) verstärken die Probleme.

Russland wird seine Rücklagen anzapfen und damit die Sozialausgaben auf dem bisherigen Niveau halten können. Trotz des niedrigen Ölpreises kann Moskau dies für ein Quartal durchhalten. Das wird der Regierung helfen, das gewünschte Ergebnis bei der Volksabstimmung über die Verfassungsänderung zu erzielen, sobald Covid-19 nachlässt. In Eurasien hingegen werden die meisten erdölproduzierenden Länder mit großen Ausfällen konfrontiert, die sie zwingen werden, ihre Ausgaben zu kürzen oder ihre Schulden zu erhöhen. Aserbaidschan, das ebenfalls über hohe Raffineriekapazitäten verfügt, wird die wirtschaftlichen Folgen der Krise möglicherweise besser bewältigen können als andere Länder in der Region.

Der Einbruch des Ölpreises ist auch für die erdölproduzierenden Länder in Subsahara-Afrika, darunter Ghana, Gabun und Angola, verheerend. Um die dadurch entstehende Haushaltslücke zu schließen, müssen sich die Länder entweder um höhere Schuldenfinanzierung bemühen oder zusätzliche Hilfen beim IWF und anderen internationalen Organisationen beantragen. Nigeria wird zu Sparmaßnahmen gezwungen sein, wie etwa öffentliche Ausgaben und Subventionen zu kürzen. Auch Privatisierungspläne muss es überdenken. Bleibt der Ölpreis unter 30 bis 40 US-Dollar pro Barrel, wird das Land seine Währung in diesem oder im kommenden Quartal wahrscheinlich abwerten müssen. Der Druck der Opposition auf den nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari wird zwar zunehmen, was sich aber nur geringfügig auf die politische Stabilität auswirken wird, da die nächste Wahl planmäßig im Jahr 2023 stattfindet. Während die Weltwirtschaft mit den Folgen des Coronavirus kämpft, bleibt auch Südafrikas Konjunktur schwach. Die Regierung wird vorschlagen, die Lohn- und Gehaltskosten des öffentlichen Dienstes deutlich zu reduzieren. Doch werden die Gewerkschaften drohen, gegen Kürzungen zu streiken.


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State Investments mittlerweile unter dem Namen First Sentier Investors tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten.

Multi-Asset-Ausblick für das Jahr 2020

von Andrew Harman, Senior Portfolio Manager, Fixed Income and Multi Asset Solutions bei First State Investments.

“Für das Jahr 2020 erwarten wir ein weiterhin unregelmäßiges Wirtschaftswachstum, anhaltende Handelsstreitigkeiten sowie geopolitische Spannungen. Für Anleger bedeutet dies, dass diese Risiken gegenüber den Vorteilen einer zunehmend lockeren Geldpolitik, einem starken Konsumverhalten sowie dem Potenzial eines sich beruhigenden Handelsstreits zwischen China und den USA während der US-Wahlen abgewogen werden müssen.

Mit Blick auf die US-Wirtschaft gehen wir davon aus, dass die bislang historisch betrachtet längste Wirtschaftswachstumsperiode auch in diesem Jahr anhalten wird. Zudem erwarten wir, dass China seine Wirtschaft weiter stabilisiert - sofern keine signifikanten externen Ereignisse dies beeinflussen. Zusätzlich dürften die verzögert eintretenden Auswirkungen der globalen geldpolitischen Lockerung Rückenwind für die finanziellen Rahmenbedingungen schaffen und die Konjunktur weiter fördern.

Wenngleich wir keine Zunahme von Unternehmensinvestitionen erwarten, wird der starke Konsum in den USA weiter anhalten und die Wirtschaft des Landes stützen. Zudem haben die Verbraucher zuletzt ihren Verschuldungsgrad weiter reduzieren können, erleben ein starkes Beschäftigungs- und Lohnwachstum und profitieren derzeit von steigenden Vermögenswerten. Im Hinblick auf die globale Wirtschaft gehen wir von einer weiterhin gedämpften Inflation aus. Dabei haben wir unsere Erwartungen für Schwellenländer jüngst gesenkt. Europa hofft auf ein rasches Beilegen der Handelsstreitigkeiten mit den USA, um seine Wachstumsprognosen anheben zu können, da die Europäische Zentralbank keine tragfähigen fiskalpolitischen Optionen zu haben scheint. Wir halten es auch für unwahrscheinlich, dass es Europa gelingen wird, ein wirksames QE-Programm aufzulegen.

Was unsere Portfolioallokation für das Jahr 2020 betrifft, so fokussieren wir uns primär auf globale Aktientitel in entwickelten Märkten sowie Anleihen mit kurzer Laufzeit und Schuldtitel. Während die Aktienmärkte global auch weiterhin ein Allzeithoch verzeichnen dürften, konzentrieren wir uns nach wie vor auf Fundamentaldaten und rufen uns in Erinnerung, dass Bullenmärkte nicht aus Altersschwäche sterben. Daher gehen wir davon aus, dass globale Aktien ein Renditewachstum nahe dem historischen Trendniveau erreichen werden, wobei die Schwellenländer von einer möglichen Schwäche des US-Dollars nach der geldpolitischen Wende profitieren könnten. Bei globalen Staatsanleihen und dem Rohstoffsektor bleiben wir weiterhin zurückhaltend.

Im Laufe des Jahres 2019 haben wir unser Engagement in längerfristigen Staatsanleihen reduziert, da der betreffende Wertpapierhandel die Wachstumsaussichten belastete und die Renditen sanken. Negative Renditen, insbesondere in Europa, verdeutlichen das Ausmaß der negativen Wachstums- und Inflationserwartungen. Wir gehen davon aus, dass die verbesserten Konjunkturaussichten die langfristigen Zinssätze anheben, ihre Zinskurven dadurch steiler werden und in der kommenden Zeit zu negativen Renditen für die Anleger führen wird. Wir bevorzugen festverzinsliche Anlagen in Schwellenländern, von denen wir glauben, dass sie eine Diversifizierung zu attraktiven Renditen bei höherem Wachstum bieten, trotz einer sich verlangsamenden Wirtschaft."

Ausblick auf das Jahr 2020 für börsennotierte Infrastruktur

Für das Jahr 2020 erwartet First State Investments eine positive Entwicklung und attraktive Investitionschancen im Bereich börsennotierter Infrastruktur. Zwar sei nicht mit dem gleichen Rückenwind von den Zinsen wie im Jahr 2019 zu rechnen, die hohen Eintrittsbarrieren für Wettbewerber, die starke Preissetzungsmacht sowie das nachhaltige Wachstum des Sektors sind jedoch nach wie vor die Stärke dieser Assetklasse.

Folgende sechs Trends hat das Team um Rebecca Myatt, Portfoliomanagerin des Sustainable Listed Infrastructure Fund bei First State, für das kommende Jahr identifiziert:

1. Die Suche nach Rendite

Das anhaltend niedrige oder negative Zinsumfeld stellt Investoren, die nach Rendite suchen, auch weiterhin vor Herausforderungen. Ein essenzieller Vorteil börsennotierter Infrastruktur ist die Höhe der Erträge, die sie generiert, denn die Anlageklasse hat in der Vergangenheit eine verlässliche Dividende zwischen drei und vier Prozent gezahlt – und die Ausschüttungen können mit der Zeit sogar noch steigen.

2. Kontinuierliche Weiterentwicklung im Bereich erneuerbare Energien

Die Rentabilität von neuen Anlagen im Bereich erneuerbare Energien sind schon heute weitaus attraktiver als die Stromerzeugung durch Kohle, sodass wir im kommenden Jahr mit weiteren Stilllegungen von Kohlekraftwerken rechnen. Seit dem Jahr 2010 wurden in den USA bereits 102 Gigawatt Erzeugungskapazität durch Kohle vom Netz genommen – bis Ende des Jahres 2025 dürfte sich dieser Wert sogar auf 119 Gigawatt erhöhen. An deren Stelle treten vor allem Solar- und Batterieanlagen. Nachdem sich die Solarenergie in einigen sonnigen Teilen der Welt zur kostengünstigsten Lösung entwickelt hat, erwarten wir, dass deren Wachstumsraten die der Windenergie übertreffen. Wenn zudem Batteriehersteller ihre ohnehin schon beeindruckenden Kostensenkungen fortsetzen, werden sie dazu beitragen, einerseits die Intermittenz erneuerbarer Energien weiter zu verringern und andererseits die Kosten für erneuerbare Energie zu senken.

3. Mehr Aufmerksamkeit auf den Transportsektor

Mit der bereits begonnenen Dekarbonisierung des Energiesektors richtet sich das Augenmerk nun auf den Transportsektor, der heute die größte Quelle für Kohlenstoffemissionen darstellt. Regierungen auf der ganzen Welt fördern den Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (EV), um das Einführen von EV in der Öffentlichkeit zu ermöglichen und auf das Erreichen der Netto-Null-Energieverbrauchsziele hinzuarbeiten. Von dieser Entwicklung können regulierte Versorgungsunternehmen profitieren, da eine zunehmende Elektrifizierung zu einer höheren Auslastung führt. Zudem erzielen sie in der Regel eine zulässige Rendite auf die Investitionen, die für die EV-Ladeinfrastruktur und die intelligenten Netze erforderlich sind, die gebaut werden müssen, um die höhere Auslastung effizient zu steuern.

4. Höheres Ansehen von Sustainable Development Goals

Der einst ambivalente US-Finanzmarkt beginnt nun zu erkennen, dass bei Investoren die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) – sowie ESG-Richtlinien im weiteren Sinne – von Bedeutung sind. Im Jahr 2020 werden wir daher weiterhin eng mit Unternehmen zusammenarbeiten, die wir beobachten und in die wir investieren, um sowohl eine bessere Offenlegung ihrer nachhaltigen Entwicklung als auch die Verantwortung in Bezug auf das Einhalten ihrer SDG-Ziele zu fördern. Wir gehen davon aus, dass sich dadurch die Unternehmen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen, noch stärker von denen unterscheiden werden, die erst am Anfang ihrer Überlegungen zu diesen Themen stehen.

5. Investitionen in Infrastruktur durch den privaten Sektor nehmen weiter zu

Angesichts der weiter steigenden Staatsverschuldung sehen wir eine zunehmende Bedeutung für Infrastrukturfinanzierung durch den privaten Sektor. Für das kommende Jahr erwarten wir daher eine Vielzahl neuer Investitionsmöglichkeiten: Erstens in Form von Aktienemissionen von Unternehmen, die neue Investitionen finanzieren möchten, zweitens durch Restrukturierungen von Unternehmen, die nicht zum Kerngeschäft gehörende Anlagen veräußern und drittens durch das Privatisieren von Strom- und Gasversorgern, Mautstraßen, Flughäfen und Wasser-/Abwasserunternehmen.

6. Das politische Umfeld bleibt unsicher – zumindest bis zu einem gewissen Grad

Während politische und rechtliche Risiken nach wie vor die größte Bedrohung für den Infrastruktursektor darstellen, sind sich Politiker aller Couleur bezüglich der Notwendigkeit einig, dass veraltete Infrastruktur ersetzt oder erneuert werden muss. Dies ist nicht nur für ein reibungsloses Funktionieren von Städten von Bedeutung, sondern auch für eine prosperierende Gesellschaft. Und auch wenn der Klimawandel ein kontroverses politisches Thema bleiben dürfte, steht das wirtschaftliche Argument für den Austausch älterer, ineffizienter Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien.“

"Erwarten von der Fed die dritte Zinssenkung in diesem Jahr"

von Andrew Harman, Senior Portfolio Manager bei First State Investments, zur heutigen Fed-Sitzung.

Wir erwarten von der Fed die dritte Zinssenkung in diesem Jahr, und zwar um 25 Basispunkte. Die Wirtschaftsdaten deuten weiterhin auf eine Abkühlung der Konjunktur hin, insbesondere in den Bereichen Unternehmensinvestitionen und der produzierenden Industrie. Wenngleich das Konsumverhalten hoch war, weisen die Einzelhandelsumsätze im September auf eine Abkühlung hin. Wir haben unsere Exposure in US-Aktien aufgrund ihrer Bewertungen reduziert und eine Reallokation zugunsten japanischer und britischer Aktien vorgenommen. Zudem haben wir kürzlich unsere langjährige Exposure zum US-Dollar aufgegeben, da wir attraktivere Optionen in den Schwellenländern, insbesondere in Europa, sehen.

Wenige Katalysatoren, die das Wirtschaftsklima im Euroraum verbessern

Ein Kommentar zur EZB-Sitzung von Andrew Harman, Senior Portfolio Manager bei First State Investments:

„Wir erwarten, dass Draghis letzte Pressekonferenz an der Spitze der EZB ohne besondere Vorkommnisse und Zinsänderungen verläuft. Die Wirtschaftsdaten spiegeln weiterhin eine grundlegende Schwäche des Euroraums wider und die EZB dürfte abermals auf die bestehenden Abwärtsrisiken hinweisen. Die neue Präsidentin Lagarde steht vor der Herausforderungen, Länder wie Deutschland und die Niederlande davon zu überzeugen, Wachstumschancen über die Fiskalpolitik zu unterstützen, anstatt sich ausschließlich auf die Geldpolitik zu verlassen. Kurzfristige Erfolge scheinen hier jedoch gering, da die von den Ländern im Verlauf dieses Monats in Brüssel vorgelegten Haushaltspläne nur einer leichten fiskalischen Expansion dienen. Wir haben uns daher für eine anhaltende Schwäche des Euros und eine Verengung der Peripherie-Spreads positioniert, da wir derzeit nur wenige Katalysatoren sehen, die das Wirtschaftsklima im Euroraum verbessern.“

Indien: Wahlergebnisse mit wenig Auswirkung auf Aktienmarkt

Der Wahlausgang in Indien wird langfristig keinen nennenswerten Einfluss auf indische Unternehmen haben. Gründe hierfür sind einerseits ununterbrochene Reformprozesse, andererseits die föderal-staatlichen Strukturen des Landes. Sie sind zugleich wirtschaftlicher Treiber und somit ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg Indiens.

„Aus unserer Sicht wird die Rolle der Zentralregierung Indiens im wirtschaftlichen Kontext oftmals überschätzt“, sagt Vinay Agarwal, Portfoliomanager des First State Indian Subcontinent Fund, bei First State Stewart Asia. „Wir sind daher überzeugt, dass die Wahlergebnisse in Indien auf lange Sicht kaum Einfluss auf den indischen Aktienmarkt haben werden.

Seit der Liberalisierung der indischen Wirtschaft im Jahr 1991 gab es mehrere Regierungen, die jeweils unterschiedlichste Ideologien verfolgten und über verschiedene politische Stärken verfügten. Während eine Regierung lediglich 16 Tage Bestand hatte, dauerte eine andere vom Jahr 2004 bis zum Jahr 2014. Es gab Regierungen mit einer absoluten Mehrheit im Unterhaus, während eine frühere Regierung mit bis zu 27 Partnern koalieren musste, von denen jeder eine eigene Agenda verfolgte. Trotz dieser politisch volatilen Historie besteht seit längerem eine wichtige Konstante: der ununterbrochene Reformprozess. Neue Regierungen haben nach der Umsetzung einer Reform ihren Kurs dahingehend nie geändert, unabhängig von der eigenen Ideologie. Das wäre unseres Erachtens auch dieses Mal nicht der Fall gewesen.

Die insgesamt 29 Bundesstaaten Indiens spielen eine dominante Rolle, wenn es darum geht, Bevölkerung und Unternehmen mit staatlichen Diensten zu unterstützen. Denn gut 95 Prozent der Verwaltungsangestellten in Indien stehen im Dienst der Bundesstaaten und der Zentralregierung. Auch Zweidrittel der Staatsausgaben werden auf bundesstaatlicher Ebene finanziert und kontrolliert – auch hier spielt die Zentralregierung eine untergeordnetere Rolle. So hätte selbst ein Wechsel in der Zentralregierung nur begrenzte Auswirkungen auf die indische Bevölkerung gehabt. Wir sind daher zurückhaltend bei Investitionen in Unternehmen, die vom zentralpolitischen Wandel abhängig sind sowie von hochgradig regulierten Industrien.

Im Zuge der Wahlergebnisse können sich die Aktienmärkte zwar kurzfristig volatiler verhalten. Ein negativer Einfluss auf den Unternehmenserfolg und die langfristigen Renditen dürfte unserer Ansicht nach jedoch nicht bestehen und wir erwarten daher langfristig solide Ergebnisse.“

Langzeitinvestments als Schlüssel zu Japans volatiler Wirtschaft

Die Unstetigkeit des japanischen Marktes im Jahr 2018 bedeutete für Investoren vor allem zweierlei. Einerseits ergab sich die Möglichkeit, die relativ günstigen Bewertungen japanischer Firmen zur Investition in den Markt auszunutzen. Andererseits machte die Volatilität des Marktes deutlich, dass langfristige (drei- bis fünfjährige) Investmentstrategien insbesondere in Japan wichtiger und profitabler sind, als die Reaktion auf kurzfristige Marktschwankungen.

„Das Jahr 2018 war eine Herausforderung für japanische Kapitalmärkte“, sagt Sophia Li, Portfoliomanagerin bei First State Stewart Asia. „Wir vertreten die Position, dass es in Zeiten von Marktschwankungen umso wichtiger ist, an langfristigen Investmentstrategien festzuhalten, anstatt sich zu Reaktionen auf kurzfristige Volatilitäten des Marktes hinreißen zu lassen. Firmen mit guter Führung, dominanter Marktposition und solider Finanzplanung erholen sich für gewöhnlich schnell, sobald sich der Markt wieder einpendelt.

Darüber hinaus ergaben sich aus den Schwankungen im Jahr 2018 zahlreiche Möglichkeiten, attraktive Firmen zu relativ günstigen Konditionen zu kaufen. Ein Beispiel dafür ist eine führende Online-Marketing-Plattform für den Healthcare-Bereich, deren Bewertung im Jahr 2018 auf ein Siebenjahrestief gesunken war. Dies gab Langzeitinvestoren die Möglichkeit, verhältnismäßig günstig ihr Portfolio zu erweitern. Das Unternehmen wirkte trotz der niedrigen Bewertung zukunftsfähig, das Geschäftsmodell vielversprechend: Japanische Pharmakonzerne verwenden noch immer den Großteil des Marketing-Budgets auf traditionelle Handelsvertreter und deren Provision. Lediglich 2 Prozent des Budgets entfallen derzeit auf Online-Marketing. Währenddessen verbringen Ärzte bei der Suche nach Informationen über Medikamente doppelt so viel Zeit im Internet wie mit Vertriebsmitarbeitern.

Neben der Zunahme digitaler Geschäftsmodelle, spielt unter anderem das wachsende Interesse an Arbeitnehmerzufriedenheit eine Rolle – insbesondere im Hinblick auf Service-Anbieter von Sondervergünstigungen und Lohnnebenleistungen für Firmenkunden. Wegen der Skalierbarkeit werden Vergünstigungen wie beispielsweise Fitnessclub-Mitgliedschaften oft an Drittanbieter outgesourct. Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels und Richtlinien bezüglich der Work-Life-Balance von Mitarbeitern, dürfte der Markt in nächster Zeit um rund 15 bis 20 Prozent pro Jahr wachsen, da Unternehmen versuchen, für Mitarbeiter interessant zu bleiben. Dabei ist der Markt vor allem in Bezug auf kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) interessant, da einerseits zwei Drittel der Japaner für KMU arbeiten und andererseits lediglich 10 Prozent des Marktes für Nebenleistungen erschlossen sind – trotz relativ geringer Eintrittsbarrieren.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass japanische Firmen im Gegensatz zu US-amerikanischen Unternehmen trotz sinkender Zinsen starke Bilanzen mit niedriger Verschuldungsquote aufrechterhalten haben. Aktienrückkäufe haben Anfang dieses Jahres bereits einen Rekordstart hingelegt, während Eigenkapitalrenditen annähernd an die Hochstände vor der Krise anknüpfen.“

Älter werdende Bevölkerung Asiens treibt Anleihenachfrage

Asien wird aller Voraussicht nach die älteste Region der Welt werden. Es wird prognostiziert, dass dort bis in die 2030er Jahre rund 60 Prozent der Menschen im Seniorenalter leben. Diese demografische Veränderung wird in den kommenden zehn Jahren erhebliche Auswirkungen auf die Nachfrage auf den asiatischen Anleihemärkten haben.

„Viele der bestehenden Rentensysteme Asiens scheinen derzeit nicht auf die rasante Bevölkerungsalterung vorbereitet zu sein“, sagt Jamie Grant, Head of Emerging Markets Debt and Asian Fixed Income bei First State Investments. „Es sei daran erinnert, dass sich eine vergleichbare demografische Veränderung in Europa und Nordamerika über ein Jahrhundert entwickelt hat. In Asien findet dieser Prozess binnen einer einzigen Generation statt.

Die Asian Development Bank hat prognostiziert, dass bis 2030 an die 500 Millionen Sparer in Asien zum ersten Mal eine Altersvorsorge abschließen werden. Diese rasante Entwicklung der Rentensysteme in der gesamten Region wird voraussichtlich die Nachfrage nach verschiedenen Anlageformen in Asien, einschließlich festverzinslicher Anlagen, deutlich erhöhen.

Im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ist der Anteil der Asiaten, die zur Rente beitragen, derzeit gering. Zwar sind Hongkong und Singapur die am weitesten entwickelten Rentensystem in der Region. Die anderen großen Volkswirtschaften Asiens haben jedoch eine deutlich niedrigere Ausgangsposition. Wir gehen derzeit davon aus, dass das Wachstumstempo und die Entwicklungsdynamik dieser Volkswirtschaften höher sein werden, was für Investoren interessante Chancen bieten könnte.

Asien wird immer wohlhabender und älter. Neben soliden Wirtschaftswachstumsraten wird das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Asien voraussichtlich deutlich steigen. Dies unterstützt das Wachstum der Mittelschicht in der gesamten Region, das für die Bevölkerung von Bedeutung ist. Langfristig erwarten wir, dass dadurch die Nachfrage nach asiatischen Anleihen und anderen Assetklassen angekurbelt wird.

Das prognostizierte Rentenwachstum dürfte in den kommenden Jahren asiatische Unternehmensanleihen mit Investment Grade stützen. Wir sind daher der Ansicht, dass Investoren, die bislang noch keine asiatischen Anleihen halten, diese als festen Bestandteil innerhalb eines diversifizierten Portfolios betrachten sollten. Der Markt hat eine zunehmende Reife erreicht und in der Vergangenheit risikoadjustierte Renditen erzielt, die im Vergleich zu den anderen Anlageklassen günstig sind.


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Chinesische A-Shares – eine Option für diversifizierte Portfolios, trotz regulatorischer Hürden

Der chinesische Aktienmarkt teilt sich in zwei Anlageklassen: Während die ‚Offshore‘-Aktien an ausländischen Börsen in Fremdwährungen ausgegeben werden, sind die ‚Onshore‘-Titel an den Börsen auf dem chinesischen Festland gelistet und in Renminbi (A-Shares) oder US-Dollar (B-Shares) aufgelegt. Der Onshore-Markt mit circa 3.600 notierten Unternehmen entspricht einem Dreifachen des Offshore-Angebots. Dennoch sind chinesische Onshore-Aktien in globalen Portfolios weitestgehend unterrepräsentiert. Mit Blick auf den Gewinn pro Aktie, bieten sie jedoch historisch starke Wachstumsraten.

„Der gesamte chinesische Aktienmarkt enthält aus unserer Sicht viele qualitativ hochwertige Unternehmen und Anlagemöglichkeiten für Investoren, die einen bottom-up Ansatz verfolgen“, sagt Martin Lau, Managing Partner bei First State Stewart Asia. „Chinesische Unternehmen haben bislang ein starkes Gewinnwachstum gezeigt – im Vergleich zu Märkten wie den USA, Europa, Japan und anderen Ländern im asiatisch-pazifischen Raum. Laut Expertenschätzungen liegt das 12-Monats-Gewinnwachstum für den Shanghai Composite bei 13,4 Prozent1 – bei einer Bewertung von einem Kurs-zu-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit dem Faktor 11,9. Insbesondere A-Shares lieferten in den letzten zehn Jahren eine stetige positive Entwicklung beim Gewinn pro Aktie2. Sie fallen in die Kategorie ‚Onshore‘ und werden von chinesischen Unternehmen mit Sitz auf dem chinesischen Festland, an den Börsen in Shanghai oder Shenzhen in Renminbi herausgegeben und gehandelt. H-Aktien von chinesischen Unternehmen, die ebenfalls auf dem chinesischen Festland sitzen, werden hingegen an der Hongkonger Börse in Hong Kong-Dollar gehandelt und der Offshore-Kategorie zugeordnet. Mit dem zunehmenden Öffnen des chinesischen Finanzmarktes für ausländische Investoren, sehen wir ein steigendes Interesse an A-Shares. Handelsvolumina haben mittlerweile Rekordhöhen erreicht. A-Shares decken mehr Sektoren ab als H-Aktien. Sie sind unserer Ansicht nach somit insgesamt repräsentativer für die chinesische Wirtschaft. Der MSCI hat erst im Jahr 2018 230 A-Shares in seinen Emerging-Markets-Index aufgenommen. FTSE Russell, ein weiterer wichtiger Indexanbieter, gab erst kürzlich an, dass seinen Indizes von Juni 2019 bis März 2020 A-Shares in drei Tranchen hinzugefügt werden sollen. Die prominentere Aufnahme in Indizes bietet Anlegern eine höhere Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit. Des Weiteren unterstreicht diese Entwicklung unserer Ansicht nach die wachsende Bedeutung von A-Shares im globalen Handel.

Der chinesische A-Share-Markt ist jedoch noch relativ jung. Wie die restliche chinesische Wirtschaft wird er stark von der Regierung beeinflusst. Daher sollten sich Investoren einiger Marktbesonderheiten bewusst sein. Circa 80 Prozent dieses Marktes bestehen aus Kleinaktionären und Tageshändlern. Unserer Einschätzung nach neigen diese dazu, spekulativer und mit einem kürzeren Zeithorizont zu handeln. Dies ist unserer Meinung nach einer der Hauptgründe für die hohe Volatilität von A-Shares. Um dem entgegenzuwirken, unterliegen Aktien, die an den chinesischen Börsen gelistet sind, täglichen Handelsgrenzen. Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens die Kursgrenzen von plus oder minus zehn Prozent überschreitet, beziehungsweise unterschreitet, wird der Handel automatisch bis zum nächsten Tag ausgesetzt. Zudem können Unternehmen den Handel ihrer Aktien auch freiwillig einstellen. Dadurch sollen sie Marktschwankungen besser abfangen und Aktienverkäufe ihrer Anleger verhindern können. In Zeiten volatiler Kurse werden darüber hinaus häufig staatseigene Banken und Makler zu einem sogenannten ‚nationalen Dienst‘ aufgerufen – durch diesen staatlich vorgeschriebenen Handel sollen Aktienkurse zusätzlich gestützt werden. Diese Art der Interventionen verzerren jedoch unserer Ansicht nach den Preisfestsetzungsmechanismus am Kapitalmarkt und führen, kurzfristig betrachtet, zu einem ineffizienten Markt. Allerdings sind wir auch der Ansicht, dass sich daraus attraktive Möglichkeiten für aktive Investoren bieten, Alpha zu generieren. Hierbei sind für uns jedoch folgende Aspekte von Bedeutung: ein längerfristiger Anlagehorizont, ein Investitionsansatz, der auf der Analyse von Fundamentaldaten basiert, sowie der Einsatz robuster Bewertungsmodelle, um fehlbewertete Aktien zu ermitteln.“


1) Quelle: UBS Securities, Go-goal, IBES, November 2018
2) Quelle: FactSet

Asiatische Aktien: Marktschwäche für den Einstieg in wachstumsstarke Unternehmen nutzen

Bei Investitionen in Asien steht China seit langem mit Mittelpunkt. Die hauptsächlich inländische und konsumgetriebene Marktwirtschaft Indien ist hingegen bei vielen Investoren noch nicht im Fokus. Dabei bietet sie derzeit gute Anlagealternativen, wenngleich die Bewertungen verhältnismäßig hoch sind. Für Investoren bedarf es daher bei ihrer Aktienauswahl einer genauen Analyse der Fundamentaldaten, um potenzielle Wachstumskandidaten zu identifizieren.

„Chinas Finanzsystem erinnert oft an den berühmten Churchill-Aphorismus über Russland: ‚Es ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium.‘ Es gibt nur wenige Anzeichen dafür, wohin sich der Markt entwickelt“, sagt Richard Jones, Portfoliomanager bei First State Stewart Asia. „Wie Amerika hat auch China eine entsprechende Größe, sodass man immer Geschichten oder Beweise findet, die sowohl verschiedenste, als auch teils widersprechende, wirtschaftliche Ansichten bestätigen. Die Angst vor einer Rezension ist bereits alltäglich. Die Wahrscheinlichkeit ist somit sehr hoch, dass wir tatsächlich einen bedeutenden und langanhaltenden wirtschaftlichen Abschwung sehen werden. Es besteht nur eine sehr geringe Sicherheitsmarge im System, egal ob man es top-down oder bottom-up betrachtet. Zwar ist unseres Erachtens die wirtschaftliche Lage relativ ruhig. Das allgemeine Wachstum der Gewinne pro Aktie verläuft in Asien sogar eher besser als erwartet. Wir haben jedoch den Eindruck, dass sich die ‚Makroplatten‘ verschieben. Wir vertreten daher derzeit die Position, dass der seit dem Jahr 2008 ziemlich langwährende Bullenmarkt zunehmend erschöpft ist.

Die anhaltende Marktschwäche haben wir in jüngster Zeit genutzt, um in wachstumsstarke Unternehmen zu investieren – insbesondere in Indien. So haben wir beispielsweise Anteile an Cognizant Technology erworben. Die Gruppe ist zwar in den USA notiert, ist jedoch ein asiatisches Unternehmen. Cognizant bietet IT-Dienstleistungen an und steht im Wettbewerb mit Tata Consultancy Services (TCS) sowie Infosys. Wie bei anderen IT-Unternehmen hat der Mangel an Ausgaben im Bankensektor auch das Umsatzwachstum von Cognizant beeinträchtigt. Der Anteil der Finanzdienstleistungen am Umsatz beträgt 40 Prozent. Insbesondere das kurzfristige Wachstum der Gruppe wurde durch eine Reihe von europäischen Bankkunden gedämpft, die einige Geschäfte verlagerten und nun wieder hausintern betreuen. Solche Entwicklungen sind weitgehend deflationär. Unserer Ansicht nach sind sie jedoch nur von kurzfristiger Natur. Die längerfristigen Treiber der Digitalisierung hingegen sorgen für einen starken strukturellen Rückenwind für die Branche und das Unternehmen. Banken und Versicherungen geben circa 5 bis 6 Prozent ihres Umsatzes für Technologie aus, während der Unternehmensdurchschnitt nur 1 bis 2 Prozent beträgt. Wir schätzen die längerfristigen Wachstumschancen daher derzeit recht groß ein. Cognizant ist zudem im Gesundheitswesen stark vertreten – ein Sektor, der auf umfassende Digitalisierung setzt. Er macht 30 Prozent des Umsatzes aus. Darüber hinaus hat sich die Gruppe öffentlich zur Margenerhöhung verpflichtet. Eine positive Geschäftsentwicklung getrieben durch die digitale Transformation haben wir bereits bei der indischen TCS erlebt. Wir vertreten die Ansicht, dass TCS im Vergleich zu seinen Wettbewerbern Marktchancen am besten nutzt. Dies zeigen beispielsweise die 1-Milliarde-Dollar-Deals, die mit Marks & Spencer oder Transamerica abgeschlossen wurden. In den letzten zwölf Monaten hat sich TCS zu einer unserer größten Beteiligungen entwickelt.“

Ansichten für einen Bullenmarkt

  • Trotz gegenwärtiger Marktschwäche in Asien bestehen für Bottom-up-Investoren mit längerfristigem Engagement immer noch Anlagemöglichkeiten.
  • Bei einer eventuellen Abwärtskorrektur erwarteten wir derzeit, dass das Ergebniswachstum

Ansichten für einen Bärenmarkt

  • Mit einem längeren Anhalten des Handelskrieges zwischen den USA und China, rechnen wir aktuell mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum Chinas.
  • Die Zinsen in den USA dürften steigen und auf die Schwellenländerwährungen Druck ausüben.

Chinesische Unternehmen trotzen dem Handelskrieg

Gemessen am nominalen BIP ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Im Laufe des kommenden Jahrzehntes soll das Land die Vereinigten Staaten überholt haben. Bezogen auf die Kaufkraft hat China die USA sogar bereits übertroffen. Im Vergleich zwischen den relativen Bevölkerungsgrößen der beiden Länder scheint dies jedoch selbstverständlich.

Das Ertragsniveau chinesischer Konsumenten steigt weiter an, was ihnen erlaubt mehr Geld ausgeben zu können - sowohl im In- als auch Ausland. Im Jahr 2018 dürfte das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik primär durch das Einkommenswachstum und dem Wunsch nach hochwertigen Qualitätsprodukten angetrieben werden. Die Angst vor einer möglichen Abkühlung des Marktes spielt dabei gegenwertig keine Rolle. Dies spiegelt sich derzeit auch in den chinesischen Aktien von gelisteten Unternehmen wider, die momentan zu den beliebteren Investitionsobjekten zählen.

„Trotz der Fortschritte Chinas auf dem Weg zu einer marktorientierten Wirtschaft werden Unternehmen oder Sektoren, die im Zentrum der nationalen Wirtschaftssicherheit stehen oder von nationaler Bedeutung sind, weiterhin unter staatliche Kontrolle gestellt,“ sagt Martin Lau, Managing Partner bei First State Stewart Asia, an. „Auch in Zukunft wird die chinesische Regierung eine größere Rolle bei wirtschaftlichen Entscheidungen des Landes spielen. Das Ziel: Die Marktmacht soll in einigen wenigen einheimischen Unternehmen gebündelt werden, damit diese ‚Mega-Firmen‘ in der Lage sind, mit internationalen Wettbewerbern zu konkurrieren.

Auf den ersten Blick sieht dies nach einem Rückschritt aus. Jedoch ist das Durchsetzen marktorientierter Reformen im staatlichen Sektor durch gemischte Eigentumsverhältnisse eine positive Entwicklung. Auf diesem Weg kann der Privatsektor bewährte Praktiken der Unternehmensführung etablieren, die Entscheidungsfindung beeinflussen, die Effizienz steigern und die Erträge der Aktionäre verbessern. Gleichzeitig erhält der Staat nützliche Zinsen.

Erste Resultate zeigen sich bereits: Die Marktkonsolidierung hat zu Kosteneinsparungen und weiteren Synergien geführt, während die Verkäufe von Assets die Produktivität erhöht haben. Im vergangenen Jahr meldeten Chinas bedeutendste Staatsunternehmen, welche ein geschätztes Gesamtvermögen von rund 9 Billionen US-Dollar haben, Profite in Rekordhöhe und ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 15 Prozent – das höchste in fünf Jahren.

Zum Jahresbeginn wurde es aus unserer Sicht zunehmend schwieriger Qualitätsunternehmen zu einem angemessenen Kurs zu kaufen, da die Marktrally chinesische Aktienbewertungen angetrieben hat. An der Börse in Shanghai gelistete Blue-Chips waren besonders gefragt. Insbesondere die augenscheinliche wirtschaftliche Erholung und die Aussicht auf eine Aufnahme von auf Renminbi lautende Aktien in MSCI-Indizes haben die Situation begünstigt. Wir profitierten derzeit von Gewinnen aus vorteilhaft bewerteten Aktien und verwenden liquide Mittel für Investitionen in qualitativ hochwertige und gut geführte Unternehmen, die an den Börsen in Hongkong und Taiwan notiert sind.

Der Margendruck auf Mid- und Downstream-Unternehmen hat sich unseres Erachtens aufgrund eines starken Anstiegs der Rohstoffpreise intensiviert. Vor diesem Hintergrund zeigen vor allem Unternehmen mit starken Marken eine gute Entwicklung, die diese Kosten verkraften.

An der Oberfläche sieht es so aus, als wäre China durch einen Handelskrieg stärker gefährdet als die USA. Heute ist die chinesische Wirtschaft jedoch weniger abhängig von Exporten. Infolge steigender Einkommen und dem Bestreben, die Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen, trägt der Binnenkonsum derzeit am stärksten zum chinesischen Wirtschaftswachstum bei. Die von den USA erlassenen Einfuhrzölle auf über 800 chinesische Waren1, die bereits Anfang Juli in Kraft getreten sind, machen allerdings nur einen Bruchteil des chinesischen BIP und wenige Prozent des Gesamtexportes des Landes aus. Unserer Ansicht nach könnten amerikanische Strafzölle gegen China – und umgekehrt – das weltweite Handelsvolumen senken. Dies gilt nicht nur für China, sondern würde auch zu einem gedämpften Geschäftsklima und Investitionen auf den globalen Märkten führen.“


1) Bloomberg, 06.07.2018

Globale Infrastrukturinvestments: US-Energiebranche im Aufwind

Die boomende nordamerikanische Wirtschaft unterstützt die Erholung des Energiesektors. Eine steigende Nachfrage und die zunehmende Ausrichtung der Energieversorgung auf Umweltfreundlichkeit sind starke Treiber für den weiteren Ausbau der notwendigen Infrastruktur. Hieraus dürften attraktive Anlagechancen in Infrastrukturinvestments erwachsen.

„Nach dem starken Einbruch der Ölpreise in den Jahren 2014 und 2015 hat sich der Energiesektor wieder erholt und scheint nun bereit zu sein, weiter zu expandieren“, sagt Andrew Greenup, Deputy Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „Die Fundamentaldaten des Sektors bewegen sich wieder in einem vernünftigen Bereich. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich für die Energieunternehmen aufgrund der höheren Öl- und Erdgaspreise im vergangenen Jahr erheblich verbessert. Darüber hinaus sehen wir, dass private US-Energieunternehmen im globalen Vergleich große Wettbewerbsvorteile hinsichtlich Energieerzeugung und der dafür benötigten Infrastruktur besitzen. Diese resultieren aus fortlaufenden Verbesserungen der Bohrtechniken, niedrigeren Produktionskosten und einem allgemein stabilen geopolitischen Umfeld. Schließlich können diese Unternehmen vergleichsweise zügig auf umfangreiche Ressourcen an Arbeitskräften sowie Kapital zurückgreifen. Die USA sind heute bereits der weltweit größte Produzent an flüssigen Energieträgern, wie Rohöl, Flüssiggas oder Biokraftstoffen. Das massive Produktionswachstum in Regionen wie beispielsweise dem Permischen Becken in West- Texas erfordert dringend weitere Investitionen in Infrastruktur. Nur so können Rohöl und Flüssiggas die Endmärkte besser und schneller erreichen. In der Folge erwarten wir beispielsweise eine starke Pipeline-Nachfrage sowohl von Seiten der Energieproduzenten als auch von Stromerzeugern, Gasversorgern, Petrochemie-Unternehmen oder Exporteuren. Eine weitere vielversprechende Entwicklung des Energiesektors zeigt sich unseres Erachtens in den kontinuierlichen Infrastrukturinvestitionen in erneuerbare Energien. Dies dürfte neue Anlagechancen eröffnen. Trotz der Bemühungen der US-Regierung, Umweltvorschriften zu lockern und unwirtschaftliche Kohle- und Atomkraftwerke zu fördern, beobachten wir eine Strukturverschiebung der Branche hin zu grünen Energieformen. Der Finanzvorstand eines kürzlich von uns besuchten Energieunternehmens bezeichnete West-Texas und Kansas gar als ‚das Saudi-Arabien des Windes‘. Viele Bundesstaaten unterstützen derzeit Strom- und Gasversorgungsunternehmen, wenn sie ihr Kapital für die Modernisierung ihrer Anlagen oder den Ausbau grüner Energieinitiativen aufwenden. So finden Investitionen in Windenergie, Batteriespeicher oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge großen Zuspruch. Wir gehen weiterhin von einer positiven Entwicklung von US-Infrastrukturinvestments aus. Wir betreuen diese Anlageklasse nun seit elf Jahren. In dieser Zeit haben wir die nordamerikanische Wirtschaft noch nie so stark und die Führungsteams von Infrastrukturunternehmen noch nie so optimistisch wie heute erlebt.“

Asiatische Hochzinsanleihen trotz jüngster Ausfälle attraktiv

In den ersten fünf Monaten 2018 hat der asiatische Anleihemarkt insbesondere bei chinesischen Emittenten einige Ausfälle verzeichnen müssen. Trotz dieser Entwicklung und geopolitischer Unsicherheiten wird dem Segment eine positive Entwicklung auf Jahressicht prognostiziert. Denn im Vergleich zum globalen Markt für High Yield- Anleihen sind die Ausfallraten nach wie vor niedrig. Hinzu kommt: Gerade mit Blick auf die relative Liquidität könnten asiatische Fixed Income-Märkte unserer Meinung nach für die Anlagestrategie von Vorteil sein.

„Die Neubewertung der globalen Anleihemärkte ist kein Zufall“, sagt Jamie Grant, Head of Emerging Markets and Asian Fixed Income bei First State Investments. „Die solide Verfassung der Märkte wird seit Januar durch eine Flut politischer und wirtschaftlicher Ereignisse gedämpft: Neueste Beschlüsse der Trump-Administration, drohende Handelskriege, steigende US-Zinsen, das Ende der expansiven Geldpolitik in Europa und nicht zuletzt die politischen Unklarheiten in Italien sind hier vorrangig zu nennen. In Anbetracht dieser zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten scheint es unserer Ansicht nach unwahrscheinlich, dass sich die Märkte in nächster Zeit beruhigen. Daraus resultierend sehen wir seit einigen Monaten ein verändertes Anlegerverhalten. Verglichen mit den eher willkürlich getätigten Investitionen der Vorjahre, zeigen sich Investoren im Bereich asiatischer Anleihen 2018 merklich anspruchsvoller in ihrer Titelauswahl. Darüber hinaus hatte der asiatische Anleihemarkt – wenn auch in geringerem Ausmaß – mit einigen Ausfällen chinesischer Emittenten zu kämpfen. Von Januar bis Mai gab es hier insgesamt 20 Bond-Defaults. Die Ausfallrate ist jedoch im Vergleich zu den leistungsgestörten Krediten chinesischer Banken nach wie vor niedriger und liegt zudem deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. Zwar erwarten wir noch weitere Ausfälle, betrachten dies jedoch als gesunde Entwicklung hin zu einem effizienteren Markt. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass sich das jüngste Tempo der Ausfälle chinesischer Anleihen fortsetzen wird und wir dies stellvertretend für die Entwicklung von asiatischen High Yield-Anleihen insgesamt betrachten, erscheint uns der Ausblick für die asiatischen Anleihemärkte nach wie vor vorteilhafter als die Entwicklung des globalen Marktes für Hochzinsanleihen. Asiatische High Yield-Anleihen bleiben nach unserer Einschätzung weiterhin eine solide Anlageklasse für Investoren. Die Ausfälle scheinen jedoch eine ausgereiftere Titelauswahl notwendig zu machen. Unserer Meinung nach haben Anleger bisher einen zu großen Fokus auf die Rendite gelegt. Neben der Betrachtung der Rendite und Fundamentaldaten sollte die relative Liquidität des asiatischen Marktes stärker in den Fokus rücken. So haben sich allein seit Anfang des Jahres die asiatischen High Yield Spreads stark ausgeweitet. Der Tiefpunkt Mitte Januar lag bei 277 Basispunkten, Ende Mai wurden 469 Basispunkte erreicht. Die alleinige Verwendung des Index-Spreads als Maß für die Bewertung der Performance ist jedoch nicht ausreichend. Vielmehr sollte eine Kombination aus qualitativer Analyse, aktivem Management und nicht-traditioneller Risikobewertungskriterien, wie zum Beispiel ESG, eingesetzt werden.“

Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. März 2018 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 137.2 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Emerging Market Debt: Solide Aussicht trotz möglicher politischer Unwägbarkeiten

Für Schwellenländermärkte sind die Aussichten in 2018 solide. Dennoch könnten Wahlen und damit einhergehend mögliche finanzpolitische Richtungsänderungen in den kommenden Monaten Herausforderungen liefern.

„Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das globale Umfeld in 2018 weiterhin positiv auf die Schwellenländer auswirken wird“, so Helene Williamson, Head of Emerging Market Debt bei First State Investments.

„Durch die zeitgleiche globale Erholung der Märkte sehen wir momentan das Potential eines ansteigenden Wachstums für Schwellenländer sowie die Möglichkeit stabiler oder gar steigender Rohstoffpreise. Zum jetzigen Zeitpunkt profitieren die Schwellenländermärkte von einer steigenden Exportnachfrage und dem Anstieg des globalen Handelsvolumens.

Trotz der Erwartung, dass die G3 Zentralbanken (EZB, Bank of Japan und FED) ihre expansive Geldpolitik verlassen werden, ist unsere derzeitige Grundannahme, dass die globalen Zinssätze nicht drastisch ansteigen werden und wohl eher eine langsame und vorsichtige Anpassung ihrer Geldpolitik einleiten. Jedoch könnte ein schneller als erwarteter Anstieg der Inflation in den Vereinigten Staaten diese Grundannahme untergraben. In diesem Fall dürften die globalen Zinssätze zügiger ansteigen.

Auf diesen Annahmen fußend, ist unser Blick auf Schwellenländer in 2018 weiterhin positiv. Zwar sind die Bewertungen und Spread-Levels momentan weniger attraktiv als Anfang 2017. Dennoch erwarten wir ein weiteres positives Jahr. Im Gegensatz zu 2017 gehen wir dieses Jahr davon aus, dass die Marktrendite von einer fallenden Risikoprämie bei Schwellenländern getrieben wird und inmitten steigender U.S.-Staatsanleihen weiter getragen wird. Mögliche Herausforderungen für die Performance der Schwellenländer sehen wir dieses Jahr vordergründig durch die protektionistische Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Falls die Trump-Administration an einer solchen Politik festhält, könnte dies nachteilige Effekte für diverse Staaten, insbesondere Mexiko, mit sich bringen.

Schwellenländeranleihen verzeichneten in 2017 aufgrund der guten Fundamentaldaten Rekordzuflüsse. Durch das weiterhin solide globale Umfeld gehen wir davon aus, dass auch in 2018 die Zuflüsse konstant bestehen werden. Für Staatsanleihen aus Schwellenländern erwarten wir auf der Angebotsseite weniger Emissionen als in 2017 und gehen aktuell von einer positiven Balance zwischen Angebot und Nachfrage aus. Bei Quasi-Staatsanleihen sehen wir momentan verbesserte Finanzkennzahlen sowie einen positiven Rating-Trend. Unternehmen reduzieren derzeit Investitionen und Dividenden, verschieben M&A- Transaktionen, bilden Kapitalreserven und verlängern die Laufzeiten ihrer Schuldtitel.

So sind in 2018 die Schwellenländer-Bewertungen weniger stichhaltig als zum Jahresbeginn 2017. Jedoch relativ gesehen, vergleichend mit anderen Fixed-Income-Assetklassen, sind wir der Ansicht, dass die Spreads in den Schwellenländern weiterhin attraktiv sind – insbesondere im Umfeld steigender Rohstoffpreise sowie sich weiter verbessernden Fundamentaldaten. Unserer soliden Prognose zum Trotz, blicken wir dennoch auch auf die diversen politischen

Ereignisse in den Schwellenländern. Vor allem die in 2018 anstehenden Wahlen in einigen Schwellenländern könnten Auswirkungen auf die damit im Zusammenhang stehenden Reformausrichtungen haben.

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. Dezember 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143,6 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Kann Präsident Trump dem US-Infrastruktur-Sektor helfen?

In diesen Wochen befasst sich US-Präsident Donald Trump mit den Straßen, Brücken, Tunneln und Flughäfen in den Vereinigten Staaten. Milliarden sollen in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt werden. Jedoch müssen sich Republikaner und Demokraten im Kongress zusammenraufen, um dieses Mammutprojekt finanziell zu stemmen. Dabei sind zwei Faktoren entscheidend: Investitionen aus dem Privatsektor und die Entscheidungsfindung auf Kommunal- und Länderebene. Global gelistete Infrastruktur-Unternehmen könnten davon profitieren.

„Wir sind der Meinung, dass die Präsidentschaft von Donald Trump positive Auswirkungen auf Investments in US-Infrastruktur aus dem privaten Sektor haben wird“, sagt Andrew Greenup, Portfolio Manager, Deputy Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „Unserer Meinung nach dürfte dies keinen wirtschaftlichen Boom bei privaten Infrastrukturunternehmen auslösen, wir gehen jedoch aktuell davon aus, dass Investitionen aus diesem Sektor tendenziell ansteigen könnten. Dies führen wir darauf zurück, dass die meisten Entscheidungen auf Kommunal- oder Landesebene und nicht bundesstaatlich getroffen werden. Das liegt beispielsweise auch daran, dass 96 Prozent der US Highways und 98 Prozent der Brücken im Besitz der Kommunen und Länder sind. Erst kürzlich hat ein Chief Financial Officer aus dem Infrastrukturbereich uns gegenüber erwähnt, dass ‚die Nachfrage nach Infrastruktur in den USA stark, aber der Entscheidungsprozess unglaublich fragmentiert sei‘. Deshalb kann auch ein langsamer Anstieg von Investitionen aus dem Privatsektor in diesem enorm großen Markt sehr bedeutsam für globale börsengelistete Infrastrukturunternehmen sein. Derzeit gehen wir davon aus, dass die Trump-Administration vier wesentliche Auswirkungen auf den Infrastruktursektor haben könnte:

Erstens hat Trump ein politisches und regulatorisches Umfeld geschaffen, das sich aktuell positiv auf Unternehmen auswirkt und die Investitionsschwellen herabgesenkt hat. Positiv für Unternehmen sind zudem Trumps jüngste Personalentscheidungen in der Federal Communications Commission (FCC) und der Environmental Protection Agency (EPA).

Zweitens hat die Regierung durch Steuersenkungen – und damit einem wahrscheinlichen Anstieg des US-Defizits – weniger Einnahmen, um diese auf Infrastrukturprojekte zu verteilen. Daraus resultiert unserer Ansicht nach, dass Kapital aus dem Privatsektor für diese Projekte noch wichtiger werden dürfte.

Drittens nehmen wir weithin an, dass Präsident Trump noch im ersten Halbjahr 2018 seine Infrastrukturagenda bekanntgeben wird. Aus dieser Agenda ist bereits eine Prioritätsliste durchgesickert, die namentlich einige Infrastrukturprojekte umfasst. Obwohl wir niedrige Erwartungen in die Agenda setzen, sollte sie zumindest kostengünstige Finanzierungen, Steuerfreibeträge und Rahmenbedingungen für die Nutzung von mehr Kapital aus dem Privatsektor enthalten. Allerdings sind wir der Meinung, dass Trump lediglich mehr Finanzierungen anbieten kann, aber letztendlich Endscheidungen auf Länderebene getroffen werden müssen.

Viertens kann eine engagierte Bundesregierung mit den Ländern zusammen arbeiten, zumindest mit den republikanischen, um Lösungen zu finden und Widerstände gegen neue Infrastruktur-Investments aus dem Weg zu räumen.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 30. September 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.