Indien: Wahlergebnisse mit wenig Auswirkung auf Aktienmarkt

Der Wahlausgang in Indien wird langfristig keinen nennenswerten Einfluss auf indische Unternehmen haben. Gründe hierfür sind einerseits ununterbrochene Reformprozesse, andererseits die föderal-staatlichen Strukturen des Landes. Sie sind zugleich wirtschaftlicher Treiber und somit ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg Indiens.

„Aus unserer Sicht wird die Rolle der Zentralregierung Indiens im wirtschaftlichen Kontext oftmals überschätzt“, sagt Vinay Agarwal, Portfoliomanager des First State Indian Subcontinent Fund, bei First State Stewart Asia. „Wir sind daher überzeugt, dass die Wahlergebnisse in Indien auf lange Sicht kaum Einfluss auf den indischen Aktienmarkt haben werden.

Seit der Liberalisierung der indischen Wirtschaft im Jahr 1991 gab es mehrere Regierungen, die jeweils unterschiedlichste Ideologien verfolgten und über verschiedene politische Stärken verfügten. Während eine Regierung lediglich 16 Tage Bestand hatte, dauerte eine andere vom Jahr 2004 bis zum Jahr 2014. Es gab Regierungen mit einer absoluten Mehrheit im Unterhaus, während eine frühere Regierung mit bis zu 27 Partnern koalieren musste, von denen jeder eine eigene Agenda verfolgte. Trotz dieser politisch volatilen Historie besteht seit längerem eine wichtige Konstante: der ununterbrochene Reformprozess. Neue Regierungen haben nach der Umsetzung einer Reform ihren Kurs dahingehend nie geändert, unabhängig von der eigenen Ideologie. Das wäre unseres Erachtens auch dieses Mal nicht der Fall gewesen.

Die insgesamt 29 Bundesstaaten Indiens spielen eine dominante Rolle, wenn es darum geht, Bevölkerung und Unternehmen mit staatlichen Diensten zu unterstützen. Denn gut 95 Prozent der Verwaltungsangestellten in Indien stehen im Dienst der Bundesstaaten und der Zentralregierung. Auch Zweidrittel der Staatsausgaben werden auf bundesstaatlicher Ebene finanziert und kontrolliert – auch hier spielt die Zentralregierung eine untergeordnetere Rolle. So hätte selbst ein Wechsel in der Zentralregierung nur begrenzte Auswirkungen auf die indische Bevölkerung gehabt. Wir sind daher zurückhaltend bei Investitionen in Unternehmen, die vom zentralpolitischen Wandel abhängig sind sowie von hochgradig regulierten Industrien.

Im Zuge der Wahlergebnisse können sich die Aktienmärkte zwar kurzfristig volatiler verhalten. Ein negativer Einfluss auf den Unternehmenserfolg und die langfristigen Renditen dürfte unserer Ansicht nach jedoch nicht bestehen und wir erwarten daher langfristig solide Ergebnisse.“

Langzeitinvestments als Schlüssel zu Japans volatiler Wirtschaft

Die Unstetigkeit des japanischen Marktes im Jahr 2018 bedeutete für Investoren vor allem zweierlei. Einerseits ergab sich die Möglichkeit, die relativ günstigen Bewertungen japanischer Firmen zur Investition in den Markt auszunutzen. Andererseits machte die Volatilität des Marktes deutlich, dass langfristige (drei- bis fünfjährige) Investmentstrategien insbesondere in Japan wichtiger und profitabler sind, als die Reaktion auf kurzfristige Marktschwankungen.

„Das Jahr 2018 war eine Herausforderung für japanische Kapitalmärkte“, sagt Sophia Li, Portfoliomanagerin bei First State Stewart Asia. „Wir vertreten die Position, dass es in Zeiten von Marktschwankungen umso wichtiger ist, an langfristigen Investmentstrategien festzuhalten, anstatt sich zu Reaktionen auf kurzfristige Volatilitäten des Marktes hinreißen zu lassen. Firmen mit guter Führung, dominanter Marktposition und solider Finanzplanung erholen sich für gewöhnlich schnell, sobald sich der Markt wieder einpendelt.

Darüber hinaus ergaben sich aus den Schwankungen im Jahr 2018 zahlreiche Möglichkeiten, attraktive Firmen zu relativ günstigen Konditionen zu kaufen. Ein Beispiel dafür ist eine führende Online-Marketing-Plattform für den Healthcare-Bereich, deren Bewertung im Jahr 2018 auf ein Siebenjahrestief gesunken war. Dies gab Langzeitinvestoren die Möglichkeit, verhältnismäßig günstig ihr Portfolio zu erweitern. Das Unternehmen wirkte trotz der niedrigen Bewertung zukunftsfähig, das Geschäftsmodell vielversprechend: Japanische Pharmakonzerne verwenden noch immer den Großteil des Marketing-Budgets auf traditionelle Handelsvertreter und deren Provision. Lediglich 2 Prozent des Budgets entfallen derzeit auf Online-Marketing. Währenddessen verbringen Ärzte bei der Suche nach Informationen über Medikamente doppelt so viel Zeit im Internet wie mit Vertriebsmitarbeitern.

Neben der Zunahme digitaler Geschäftsmodelle, spielt unter anderem das wachsende Interesse an Arbeitnehmerzufriedenheit eine Rolle – insbesondere im Hinblick auf Service-Anbieter von Sondervergünstigungen und Lohnnebenleistungen für Firmenkunden. Wegen der Skalierbarkeit werden Vergünstigungen wie beispielsweise Fitnessclub-Mitgliedschaften oft an Drittanbieter outgesourct. Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels und Richtlinien bezüglich der Work-Life-Balance von Mitarbeitern, dürfte der Markt in nächster Zeit um rund 15 bis 20 Prozent pro Jahr wachsen, da Unternehmen versuchen, für Mitarbeiter interessant zu bleiben. Dabei ist der Markt vor allem in Bezug auf kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) interessant, da einerseits zwei Drittel der Japaner für KMU arbeiten und andererseits lediglich 10 Prozent des Marktes für Nebenleistungen erschlossen sind – trotz relativ geringer Eintrittsbarrieren.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass japanische Firmen im Gegensatz zu US-amerikanischen Unternehmen trotz sinkender Zinsen starke Bilanzen mit niedriger Verschuldungsquote aufrechterhalten haben. Aktienrückkäufe haben Anfang dieses Jahres bereits einen Rekordstart hingelegt, während Eigenkapitalrenditen annähernd an die Hochstände vor der Krise anknüpfen.“

Älter werdende Bevölkerung Asiens treibt Anleihenachfrage

Asien wird aller Voraussicht nach die älteste Region der Welt werden. Es wird prognostiziert, dass dort bis in die 2030er Jahre rund 60 Prozent der Menschen im Seniorenalter leben. Diese demografische Veränderung wird in den kommenden zehn Jahren erhebliche Auswirkungen auf die Nachfrage auf den asiatischen Anleihemärkten haben.

„Viele der bestehenden Rentensysteme Asiens scheinen derzeit nicht auf die rasante Bevölkerungsalterung vorbereitet zu sein“, sagt Jamie Grant, Head of Emerging Markets Debt and Asian Fixed Income bei First State Investments. „Es sei daran erinnert, dass sich eine vergleichbare demografische Veränderung in Europa und Nordamerika über ein Jahrhundert entwickelt hat. In Asien findet dieser Prozess binnen einer einzigen Generation statt.

Die Asian Development Bank hat prognostiziert, dass bis 2030 an die 500 Millionen Sparer in Asien zum ersten Mal eine Altersvorsorge abschließen werden. Diese rasante Entwicklung der Rentensysteme in der gesamten Region wird voraussichtlich die Nachfrage nach verschiedenen Anlageformen in Asien, einschließlich festverzinslicher Anlagen, deutlich erhöhen.

Im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ist der Anteil der Asiaten, die zur Rente beitragen, derzeit gering. Zwar sind Hongkong und Singapur die am weitesten entwickelten Rentensystem in der Region. Die anderen großen Volkswirtschaften Asiens haben jedoch eine deutlich niedrigere Ausgangsposition. Wir gehen derzeit davon aus, dass das Wachstumstempo und die Entwicklungsdynamik dieser Volkswirtschaften höher sein werden, was für Investoren interessante Chancen bieten könnte.

Asien wird immer wohlhabender und älter. Neben soliden Wirtschaftswachstumsraten wird das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Asien voraussichtlich deutlich steigen. Dies unterstützt das Wachstum der Mittelschicht in der gesamten Region, das für die Bevölkerung von Bedeutung ist. Langfristig erwarten wir, dass dadurch die Nachfrage nach asiatischen Anleihen und anderen Assetklassen angekurbelt wird.

Das prognostizierte Rentenwachstum dürfte in den kommenden Jahren asiatische Unternehmensanleihen mit Investment Grade stützen. Wir sind daher der Ansicht, dass Investoren, die bislang noch keine asiatischen Anleihen halten, diese als festen Bestandteil innerhalb eines diversifizierten Portfolios betrachten sollten. Der Markt hat eine zunehmende Reife erreicht und in der Vergangenheit risikoadjustierte Renditen erzielt, die im Vergleich zu den anderen Anlageklassen günstig sind.


Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Chinesische A-Shares – eine Option für diversifizierte Portfolios, trotz regulatorischer Hürden

Der chinesische Aktienmarkt teilt sich in zwei Anlageklassen: Während die ‚Offshore‘-Aktien an ausländischen Börsen in Fremdwährungen ausgegeben werden, sind die ‚Onshore‘-Titel an den Börsen auf dem chinesischen Festland gelistet und in Renminbi (A-Shares) oder US-Dollar (B-Shares) aufgelegt. Der Onshore-Markt mit circa 3.600 notierten Unternehmen entspricht einem Dreifachen des Offshore-Angebots. Dennoch sind chinesische Onshore-Aktien in globalen Portfolios weitestgehend unterrepräsentiert. Mit Blick auf den Gewinn pro Aktie, bieten sie jedoch historisch starke Wachstumsraten.

„Der gesamte chinesische Aktienmarkt enthält aus unserer Sicht viele qualitativ hochwertige Unternehmen und Anlagemöglichkeiten für Investoren, die einen bottom-up Ansatz verfolgen“, sagt Martin Lau, Managing Partner bei First State Stewart Asia. „Chinesische Unternehmen haben bislang ein starkes Gewinnwachstum gezeigt – im Vergleich zu Märkten wie den USA, Europa, Japan und anderen Ländern im asiatisch-pazifischen Raum. Laut Expertenschätzungen liegt das 12-Monats-Gewinnwachstum für den Shanghai Composite bei 13,4 Prozent1 – bei einer Bewertung von einem Kurs-zu-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit dem Faktor 11,9. Insbesondere A-Shares lieferten in den letzten zehn Jahren eine stetige positive Entwicklung beim Gewinn pro Aktie2. Sie fallen in die Kategorie ‚Onshore‘ und werden von chinesischen Unternehmen mit Sitz auf dem chinesischen Festland, an den Börsen in Shanghai oder Shenzhen in Renminbi herausgegeben und gehandelt. H-Aktien von chinesischen Unternehmen, die ebenfalls auf dem chinesischen Festland sitzen, werden hingegen an der Hongkonger Börse in Hong Kong-Dollar gehandelt und der Offshore-Kategorie zugeordnet. Mit dem zunehmenden Öffnen des chinesischen Finanzmarktes für ausländische Investoren, sehen wir ein steigendes Interesse an A-Shares. Handelsvolumina haben mittlerweile Rekordhöhen erreicht. A-Shares decken mehr Sektoren ab als H-Aktien. Sie sind unserer Ansicht nach somit insgesamt repräsentativer für die chinesische Wirtschaft. Der MSCI hat erst im Jahr 2018 230 A-Shares in seinen Emerging-Markets-Index aufgenommen. FTSE Russell, ein weiterer wichtiger Indexanbieter, gab erst kürzlich an, dass seinen Indizes von Juni 2019 bis März 2020 A-Shares in drei Tranchen hinzugefügt werden sollen. Die prominentere Aufnahme in Indizes bietet Anlegern eine höhere Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit. Des Weiteren unterstreicht diese Entwicklung unserer Ansicht nach die wachsende Bedeutung von A-Shares im globalen Handel.

Der chinesische A-Share-Markt ist jedoch noch relativ jung. Wie die restliche chinesische Wirtschaft wird er stark von der Regierung beeinflusst. Daher sollten sich Investoren einiger Marktbesonderheiten bewusst sein. Circa 80 Prozent dieses Marktes bestehen aus Kleinaktionären und Tageshändlern. Unserer Einschätzung nach neigen diese dazu, spekulativer und mit einem kürzeren Zeithorizont zu handeln. Dies ist unserer Meinung nach einer der Hauptgründe für die hohe Volatilität von A-Shares. Um dem entgegenzuwirken, unterliegen Aktien, die an den chinesischen Börsen gelistet sind, täglichen Handelsgrenzen. Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens die Kursgrenzen von plus oder minus zehn Prozent überschreitet, beziehungsweise unterschreitet, wird der Handel automatisch bis zum nächsten Tag ausgesetzt. Zudem können Unternehmen den Handel ihrer Aktien auch freiwillig einstellen. Dadurch sollen sie Marktschwankungen besser abfangen und Aktienverkäufe ihrer Anleger verhindern können. In Zeiten volatiler Kurse werden darüber hinaus häufig staatseigene Banken und Makler zu einem sogenannten ‚nationalen Dienst‘ aufgerufen – durch diesen staatlich vorgeschriebenen Handel sollen Aktienkurse zusätzlich gestützt werden. Diese Art der Interventionen verzerren jedoch unserer Ansicht nach den Preisfestsetzungsmechanismus am Kapitalmarkt und führen, kurzfristig betrachtet, zu einem ineffizienten Markt. Allerdings sind wir auch der Ansicht, dass sich daraus attraktive Möglichkeiten für aktive Investoren bieten, Alpha zu generieren. Hierbei sind für uns jedoch folgende Aspekte von Bedeutung: ein längerfristiger Anlagehorizont, ein Investitionsansatz, der auf der Analyse von Fundamentaldaten basiert, sowie der Einsatz robuster Bewertungsmodelle, um fehlbewertete Aktien zu ermitteln.“


1) Quelle: UBS Securities, Go-goal, IBES, November 2018
2) Quelle: FactSet

Asiatische Aktien: Marktschwäche für den Einstieg in wachstumsstarke Unternehmen nutzen

Bei Investitionen in Asien steht China seit langem mit Mittelpunkt. Die hauptsächlich inländische und konsumgetriebene Marktwirtschaft Indien ist hingegen bei vielen Investoren noch nicht im Fokus. Dabei bietet sie derzeit gute Anlagealternativen, wenngleich die Bewertungen verhältnismäßig hoch sind. Für Investoren bedarf es daher bei ihrer Aktienauswahl einer genauen Analyse der Fundamentaldaten, um potenzielle Wachstumskandidaten zu identifizieren.

„Chinas Finanzsystem erinnert oft an den berühmten Churchill-Aphorismus über Russland: ‚Es ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium.‘ Es gibt nur wenige Anzeichen dafür, wohin sich der Markt entwickelt“, sagt Richard Jones, Portfoliomanager bei First State Stewart Asia. „Wie Amerika hat auch China eine entsprechende Größe, sodass man immer Geschichten oder Beweise findet, die sowohl verschiedenste, als auch teils widersprechende, wirtschaftliche Ansichten bestätigen. Die Angst vor einer Rezension ist bereits alltäglich. Die Wahrscheinlichkeit ist somit sehr hoch, dass wir tatsächlich einen bedeutenden und langanhaltenden wirtschaftlichen Abschwung sehen werden. Es besteht nur eine sehr geringe Sicherheitsmarge im System, egal ob man es top-down oder bottom-up betrachtet. Zwar ist unseres Erachtens die wirtschaftliche Lage relativ ruhig. Das allgemeine Wachstum der Gewinne pro Aktie verläuft in Asien sogar eher besser als erwartet. Wir haben jedoch den Eindruck, dass sich die ‚Makroplatten‘ verschieben. Wir vertreten daher derzeit die Position, dass der seit dem Jahr 2008 ziemlich langwährende Bullenmarkt zunehmend erschöpft ist.

Die anhaltende Marktschwäche haben wir in jüngster Zeit genutzt, um in wachstumsstarke Unternehmen zu investieren – insbesondere in Indien. So haben wir beispielsweise Anteile an Cognizant Technology erworben. Die Gruppe ist zwar in den USA notiert, ist jedoch ein asiatisches Unternehmen. Cognizant bietet IT-Dienstleistungen an und steht im Wettbewerb mit Tata Consultancy Services (TCS) sowie Infosys. Wie bei anderen IT-Unternehmen hat der Mangel an Ausgaben im Bankensektor auch das Umsatzwachstum von Cognizant beeinträchtigt. Der Anteil der Finanzdienstleistungen am Umsatz beträgt 40 Prozent. Insbesondere das kurzfristige Wachstum der Gruppe wurde durch eine Reihe von europäischen Bankkunden gedämpft, die einige Geschäfte verlagerten und nun wieder hausintern betreuen. Solche Entwicklungen sind weitgehend deflationär. Unserer Ansicht nach sind sie jedoch nur von kurzfristiger Natur. Die längerfristigen Treiber der Digitalisierung hingegen sorgen für einen starken strukturellen Rückenwind für die Branche und das Unternehmen. Banken und Versicherungen geben circa 5 bis 6 Prozent ihres Umsatzes für Technologie aus, während der Unternehmensdurchschnitt nur 1 bis 2 Prozent beträgt. Wir schätzen die längerfristigen Wachstumschancen daher derzeit recht groß ein. Cognizant ist zudem im Gesundheitswesen stark vertreten – ein Sektor, der auf umfassende Digitalisierung setzt. Er macht 30 Prozent des Umsatzes aus. Darüber hinaus hat sich die Gruppe öffentlich zur Margenerhöhung verpflichtet. Eine positive Geschäftsentwicklung getrieben durch die digitale Transformation haben wir bereits bei der indischen TCS erlebt. Wir vertreten die Ansicht, dass TCS im Vergleich zu seinen Wettbewerbern Marktchancen am besten nutzt. Dies zeigen beispielsweise die 1-Milliarde-Dollar-Deals, die mit Marks & Spencer oder Transamerica abgeschlossen wurden. In den letzten zwölf Monaten hat sich TCS zu einer unserer größten Beteiligungen entwickelt.“

Ansichten für einen Bullenmarkt

  • Trotz gegenwärtiger Marktschwäche in Asien bestehen für Bottom-up-Investoren mit längerfristigem Engagement immer noch Anlagemöglichkeiten.
  • Bei einer eventuellen Abwärtskorrektur erwarteten wir derzeit, dass das Ergebniswachstum

Ansichten für einen Bärenmarkt

  • Mit einem längeren Anhalten des Handelskrieges zwischen den USA und China, rechnen wir aktuell mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum Chinas.
  • Die Zinsen in den USA dürften steigen und auf die Schwellenländerwährungen Druck ausüben.

Chinesische Unternehmen trotzen dem Handelskrieg

Gemessen am nominalen BIP ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Im Laufe des kommenden Jahrzehntes soll das Land die Vereinigten Staaten überholt haben. Bezogen auf die Kaufkraft hat China die USA sogar bereits übertroffen. Im Vergleich zwischen den relativen Bevölkerungsgrößen der beiden Länder scheint dies jedoch selbstverständlich.

Das Ertragsniveau chinesischer Konsumenten steigt weiter an, was ihnen erlaubt mehr Geld ausgeben zu können - sowohl im In- als auch Ausland. Im Jahr 2018 dürfte das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik primär durch das Einkommenswachstum und dem Wunsch nach hochwertigen Qualitätsprodukten angetrieben werden. Die Angst vor einer möglichen Abkühlung des Marktes spielt dabei gegenwertig keine Rolle. Dies spiegelt sich derzeit auch in den chinesischen Aktien von gelisteten Unternehmen wider, die momentan zu den beliebteren Investitionsobjekten zählen.

„Trotz der Fortschritte Chinas auf dem Weg zu einer marktorientierten Wirtschaft werden Unternehmen oder Sektoren, die im Zentrum der nationalen Wirtschaftssicherheit stehen oder von nationaler Bedeutung sind, weiterhin unter staatliche Kontrolle gestellt,“ sagt Martin Lau, Managing Partner bei First State Stewart Asia, an. „Auch in Zukunft wird die chinesische Regierung eine größere Rolle bei wirtschaftlichen Entscheidungen des Landes spielen. Das Ziel: Die Marktmacht soll in einigen wenigen einheimischen Unternehmen gebündelt werden, damit diese ‚Mega-Firmen‘ in der Lage sind, mit internationalen Wettbewerbern zu konkurrieren.

Auf den ersten Blick sieht dies nach einem Rückschritt aus. Jedoch ist das Durchsetzen marktorientierter Reformen im staatlichen Sektor durch gemischte Eigentumsverhältnisse eine positive Entwicklung. Auf diesem Weg kann der Privatsektor bewährte Praktiken der Unternehmensführung etablieren, die Entscheidungsfindung beeinflussen, die Effizienz steigern und die Erträge der Aktionäre verbessern. Gleichzeitig erhält der Staat nützliche Zinsen.

Erste Resultate zeigen sich bereits: Die Marktkonsolidierung hat zu Kosteneinsparungen und weiteren Synergien geführt, während die Verkäufe von Assets die Produktivität erhöht haben. Im vergangenen Jahr meldeten Chinas bedeutendste Staatsunternehmen, welche ein geschätztes Gesamtvermögen von rund 9 Billionen US-Dollar haben, Profite in Rekordhöhe und ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 15 Prozent – das höchste in fünf Jahren.

Zum Jahresbeginn wurde es aus unserer Sicht zunehmend schwieriger Qualitätsunternehmen zu einem angemessenen Kurs zu kaufen, da die Marktrally chinesische Aktienbewertungen angetrieben hat. An der Börse in Shanghai gelistete Blue-Chips waren besonders gefragt. Insbesondere die augenscheinliche wirtschaftliche Erholung und die Aussicht auf eine Aufnahme von auf Renminbi lautende Aktien in MSCI-Indizes haben die Situation begünstigt. Wir profitierten derzeit von Gewinnen aus vorteilhaft bewerteten Aktien und verwenden liquide Mittel für Investitionen in qualitativ hochwertige und gut geführte Unternehmen, die an den Börsen in Hongkong und Taiwan notiert sind.

Der Margendruck auf Mid- und Downstream-Unternehmen hat sich unseres Erachtens aufgrund eines starken Anstiegs der Rohstoffpreise intensiviert. Vor diesem Hintergrund zeigen vor allem Unternehmen mit starken Marken eine gute Entwicklung, die diese Kosten verkraften.

An der Oberfläche sieht es so aus, als wäre China durch einen Handelskrieg stärker gefährdet als die USA. Heute ist die chinesische Wirtschaft jedoch weniger abhängig von Exporten. Infolge steigender Einkommen und dem Bestreben, die Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen, trägt der Binnenkonsum derzeit am stärksten zum chinesischen Wirtschaftswachstum bei. Die von den USA erlassenen Einfuhrzölle auf über 800 chinesische Waren1, die bereits Anfang Juli in Kraft getreten sind, machen allerdings nur einen Bruchteil des chinesischen BIP und wenige Prozent des Gesamtexportes des Landes aus. Unserer Ansicht nach könnten amerikanische Strafzölle gegen China – und umgekehrt – das weltweite Handelsvolumen senken. Dies gilt nicht nur für China, sondern würde auch zu einem gedämpften Geschäftsklima und Investitionen auf den globalen Märkten führen.“


1) Bloomberg, 06.07.2018

Globale Infrastrukturinvestments: US-Energiebranche im Aufwind

Die boomende nordamerikanische Wirtschaft unterstützt die Erholung des Energiesektors. Eine steigende Nachfrage und die zunehmende Ausrichtung der Energieversorgung auf Umweltfreundlichkeit sind starke Treiber für den weiteren Ausbau der notwendigen Infrastruktur. Hieraus dürften attraktive Anlagechancen in Infrastrukturinvestments erwachsen.

„Nach dem starken Einbruch der Ölpreise in den Jahren 2014 und 2015 hat sich der Energiesektor wieder erholt und scheint nun bereit zu sein, weiter zu expandieren“, sagt Andrew Greenup, Deputy Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „Die Fundamentaldaten des Sektors bewegen sich wieder in einem vernünftigen Bereich. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich für die Energieunternehmen aufgrund der höheren Öl- und Erdgaspreise im vergangenen Jahr erheblich verbessert. Darüber hinaus sehen wir, dass private US-Energieunternehmen im globalen Vergleich große Wettbewerbsvorteile hinsichtlich Energieerzeugung und der dafür benötigten Infrastruktur besitzen. Diese resultieren aus fortlaufenden Verbesserungen der Bohrtechniken, niedrigeren Produktionskosten und einem allgemein stabilen geopolitischen Umfeld. Schließlich können diese Unternehmen vergleichsweise zügig auf umfangreiche Ressourcen an Arbeitskräften sowie Kapital zurückgreifen. Die USA sind heute bereits der weltweit größte Produzent an flüssigen Energieträgern, wie Rohöl, Flüssiggas oder Biokraftstoffen. Das massive Produktionswachstum in Regionen wie beispielsweise dem Permischen Becken in West- Texas erfordert dringend weitere Investitionen in Infrastruktur. Nur so können Rohöl und Flüssiggas die Endmärkte besser und schneller erreichen. In der Folge erwarten wir beispielsweise eine starke Pipeline-Nachfrage sowohl von Seiten der Energieproduzenten als auch von Stromerzeugern, Gasversorgern, Petrochemie-Unternehmen oder Exporteuren. Eine weitere vielversprechende Entwicklung des Energiesektors zeigt sich unseres Erachtens in den kontinuierlichen Infrastrukturinvestitionen in erneuerbare Energien. Dies dürfte neue Anlagechancen eröffnen. Trotz der Bemühungen der US-Regierung, Umweltvorschriften zu lockern und unwirtschaftliche Kohle- und Atomkraftwerke zu fördern, beobachten wir eine Strukturverschiebung der Branche hin zu grünen Energieformen. Der Finanzvorstand eines kürzlich von uns besuchten Energieunternehmens bezeichnete West-Texas und Kansas gar als ‚das Saudi-Arabien des Windes‘. Viele Bundesstaaten unterstützen derzeit Strom- und Gasversorgungsunternehmen, wenn sie ihr Kapital für die Modernisierung ihrer Anlagen oder den Ausbau grüner Energieinitiativen aufwenden. So finden Investitionen in Windenergie, Batteriespeicher oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge großen Zuspruch. Wir gehen weiterhin von einer positiven Entwicklung von US-Infrastrukturinvestments aus. Wir betreuen diese Anlageklasse nun seit elf Jahren. In dieser Zeit haben wir die nordamerikanische Wirtschaft noch nie so stark und die Führungsteams von Infrastrukturunternehmen noch nie so optimistisch wie heute erlebt.“

Asiatische Hochzinsanleihen trotz jüngster Ausfälle attraktiv

In den ersten fünf Monaten 2018 hat der asiatische Anleihemarkt insbesondere bei chinesischen Emittenten einige Ausfälle verzeichnen müssen. Trotz dieser Entwicklung und geopolitischer Unsicherheiten wird dem Segment eine positive Entwicklung auf Jahressicht prognostiziert. Denn im Vergleich zum globalen Markt für High Yield- Anleihen sind die Ausfallraten nach wie vor niedrig. Hinzu kommt: Gerade mit Blick auf die relative Liquidität könnten asiatische Fixed Income-Märkte unserer Meinung nach für die Anlagestrategie von Vorteil sein.

„Die Neubewertung der globalen Anleihemärkte ist kein Zufall“, sagt Jamie Grant, Head of Emerging Markets and Asian Fixed Income bei First State Investments. „Die solide Verfassung der Märkte wird seit Januar durch eine Flut politischer und wirtschaftlicher Ereignisse gedämpft: Neueste Beschlüsse der Trump-Administration, drohende Handelskriege, steigende US-Zinsen, das Ende der expansiven Geldpolitik in Europa und nicht zuletzt die politischen Unklarheiten in Italien sind hier vorrangig zu nennen. In Anbetracht dieser zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten scheint es unserer Ansicht nach unwahrscheinlich, dass sich die Märkte in nächster Zeit beruhigen. Daraus resultierend sehen wir seit einigen Monaten ein verändertes Anlegerverhalten. Verglichen mit den eher willkürlich getätigten Investitionen der Vorjahre, zeigen sich Investoren im Bereich asiatischer Anleihen 2018 merklich anspruchsvoller in ihrer Titelauswahl. Darüber hinaus hatte der asiatische Anleihemarkt – wenn auch in geringerem Ausmaß – mit einigen Ausfällen chinesischer Emittenten zu kämpfen. Von Januar bis Mai gab es hier insgesamt 20 Bond-Defaults. Die Ausfallrate ist jedoch im Vergleich zu den leistungsgestörten Krediten chinesischer Banken nach wie vor niedriger und liegt zudem deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. Zwar erwarten wir noch weitere Ausfälle, betrachten dies jedoch als gesunde Entwicklung hin zu einem effizienteren Markt. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass sich das jüngste Tempo der Ausfälle chinesischer Anleihen fortsetzen wird und wir dies stellvertretend für die Entwicklung von asiatischen High Yield-Anleihen insgesamt betrachten, erscheint uns der Ausblick für die asiatischen Anleihemärkte nach wie vor vorteilhafter als die Entwicklung des globalen Marktes für Hochzinsanleihen. Asiatische High Yield-Anleihen bleiben nach unserer Einschätzung weiterhin eine solide Anlageklasse für Investoren. Die Ausfälle scheinen jedoch eine ausgereiftere Titelauswahl notwendig zu machen. Unserer Meinung nach haben Anleger bisher einen zu großen Fokus auf die Rendite gelegt. Neben der Betrachtung der Rendite und Fundamentaldaten sollte die relative Liquidität des asiatischen Marktes stärker in den Fokus rücken. So haben sich allein seit Anfang des Jahres die asiatischen High Yield Spreads stark ausgeweitet. Der Tiefpunkt Mitte Januar lag bei 277 Basispunkten, Ende Mai wurden 469 Basispunkte erreicht. Die alleinige Verwendung des Index-Spreads als Maß für die Bewertung der Performance ist jedoch nicht ausreichend. Vielmehr sollte eine Kombination aus qualitativer Analyse, aktivem Management und nicht-traditioneller Risikobewertungskriterien, wie zum Beispiel ESG, eingesetzt werden.“

Über First State Investments

First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. März 2018 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 137.2 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Emerging Market Debt: Solide Aussicht trotz möglicher politischer Unwägbarkeiten

Für Schwellenländermärkte sind die Aussichten in 2018 solide. Dennoch könnten Wahlen und damit einhergehend mögliche finanzpolitische Richtungsänderungen in den kommenden Monaten Herausforderungen liefern.

„Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das globale Umfeld in 2018 weiterhin positiv auf die Schwellenländer auswirken wird“, so Helene Williamson, Head of Emerging Market Debt bei First State Investments.

„Durch die zeitgleiche globale Erholung der Märkte sehen wir momentan das Potential eines ansteigenden Wachstums für Schwellenländer sowie die Möglichkeit stabiler oder gar steigender Rohstoffpreise. Zum jetzigen Zeitpunkt profitieren die Schwellenländermärkte von einer steigenden Exportnachfrage und dem Anstieg des globalen Handelsvolumens.

Trotz der Erwartung, dass die G3 Zentralbanken (EZB, Bank of Japan und FED) ihre expansive Geldpolitik verlassen werden, ist unsere derzeitige Grundannahme, dass die globalen Zinssätze nicht drastisch ansteigen werden und wohl eher eine langsame und vorsichtige Anpassung ihrer Geldpolitik einleiten. Jedoch könnte ein schneller als erwarteter Anstieg der Inflation in den Vereinigten Staaten diese Grundannahme untergraben. In diesem Fall dürften die globalen Zinssätze zügiger ansteigen.

Auf diesen Annahmen fußend, ist unser Blick auf Schwellenländer in 2018 weiterhin positiv. Zwar sind die Bewertungen und Spread-Levels momentan weniger attraktiv als Anfang 2017. Dennoch erwarten wir ein weiteres positives Jahr. Im Gegensatz zu 2017 gehen wir dieses Jahr davon aus, dass die Marktrendite von einer fallenden Risikoprämie bei Schwellenländern getrieben wird und inmitten steigender U.S.-Staatsanleihen weiter getragen wird. Mögliche Herausforderungen für die Performance der Schwellenländer sehen wir dieses Jahr vordergründig durch die protektionistische Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Falls die Trump-Administration an einer solchen Politik festhält, könnte dies nachteilige Effekte für diverse Staaten, insbesondere Mexiko, mit sich bringen.

Schwellenländeranleihen verzeichneten in 2017 aufgrund der guten Fundamentaldaten Rekordzuflüsse. Durch das weiterhin solide globale Umfeld gehen wir davon aus, dass auch in 2018 die Zuflüsse konstant bestehen werden. Für Staatsanleihen aus Schwellenländern erwarten wir auf der Angebotsseite weniger Emissionen als in 2017 und gehen aktuell von einer positiven Balance zwischen Angebot und Nachfrage aus. Bei Quasi-Staatsanleihen sehen wir momentan verbesserte Finanzkennzahlen sowie einen positiven Rating-Trend. Unternehmen reduzieren derzeit Investitionen und Dividenden, verschieben M&A- Transaktionen, bilden Kapitalreserven und verlängern die Laufzeiten ihrer Schuldtitel.

So sind in 2018 die Schwellenländer-Bewertungen weniger stichhaltig als zum Jahresbeginn 2017. Jedoch relativ gesehen, vergleichend mit anderen Fixed-Income-Assetklassen, sind wir der Ansicht, dass die Spreads in den Schwellenländern weiterhin attraktiv sind – insbesondere im Umfeld steigender Rohstoffpreise sowie sich weiter verbessernden Fundamentaldaten. Unserer soliden Prognose zum Trotz, blicken wir dennoch auch auf die diversen politischen

Ereignisse in den Schwellenländern. Vor allem die in 2018 anstehenden Wahlen in einigen Schwellenländern könnten Auswirkungen auf die damit im Zusammenhang stehenden Reformausrichtungen haben.

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. Dezember 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143,6 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Kann Präsident Trump dem US-Infrastruktur-Sektor helfen?

In diesen Wochen befasst sich US-Präsident Donald Trump mit den Straßen, Brücken, Tunneln und Flughäfen in den Vereinigten Staaten. Milliarden sollen in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt werden. Jedoch müssen sich Republikaner und Demokraten im Kongress zusammenraufen, um dieses Mammutprojekt finanziell zu stemmen. Dabei sind zwei Faktoren entscheidend: Investitionen aus dem Privatsektor und die Entscheidungsfindung auf Kommunal- und Länderebene. Global gelistete Infrastruktur-Unternehmen könnten davon profitieren.

„Wir sind der Meinung, dass die Präsidentschaft von Donald Trump positive Auswirkungen auf Investments in US-Infrastruktur aus dem privaten Sektor haben wird“, sagt Andrew Greenup, Portfolio Manager, Deputy Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „Unserer Meinung nach dürfte dies keinen wirtschaftlichen Boom bei privaten Infrastrukturunternehmen auslösen, wir gehen jedoch aktuell davon aus, dass Investitionen aus diesem Sektor tendenziell ansteigen könnten. Dies führen wir darauf zurück, dass die meisten Entscheidungen auf Kommunal- oder Landesebene und nicht bundesstaatlich getroffen werden. Das liegt beispielsweise auch daran, dass 96 Prozent der US Highways und 98 Prozent der Brücken im Besitz der Kommunen und Länder sind. Erst kürzlich hat ein Chief Financial Officer aus dem Infrastrukturbereich uns gegenüber erwähnt, dass ‚die Nachfrage nach Infrastruktur in den USA stark, aber der Entscheidungsprozess unglaublich fragmentiert sei‘. Deshalb kann auch ein langsamer Anstieg von Investitionen aus dem Privatsektor in diesem enorm großen Markt sehr bedeutsam für globale börsengelistete Infrastrukturunternehmen sein. Derzeit gehen wir davon aus, dass die Trump-Administration vier wesentliche Auswirkungen auf den Infrastruktursektor haben könnte:

Erstens hat Trump ein politisches und regulatorisches Umfeld geschaffen, das sich aktuell positiv auf Unternehmen auswirkt und die Investitionsschwellen herabgesenkt hat. Positiv für Unternehmen sind zudem Trumps jüngste Personalentscheidungen in der Federal Communications Commission (FCC) und der Environmental Protection Agency (EPA).

Zweitens hat die Regierung durch Steuersenkungen – und damit einem wahrscheinlichen Anstieg des US-Defizits – weniger Einnahmen, um diese auf Infrastrukturprojekte zu verteilen. Daraus resultiert unserer Ansicht nach, dass Kapital aus dem Privatsektor für diese Projekte noch wichtiger werden dürfte.

Drittens nehmen wir weithin an, dass Präsident Trump noch im ersten Halbjahr 2018 seine Infrastrukturagenda bekanntgeben wird. Aus dieser Agenda ist bereits eine Prioritätsliste durchgesickert, die namentlich einige Infrastrukturprojekte umfasst. Obwohl wir niedrige Erwartungen in die Agenda setzen, sollte sie zumindest kostengünstige Finanzierungen, Steuerfreibeträge und Rahmenbedingungen für die Nutzung von mehr Kapital aus dem Privatsektor enthalten. Allerdings sind wir der Meinung, dass Trump lediglich mehr Finanzierungen anbieten kann, aber letztendlich Endscheidungen auf Länderebene getroffen werden müssen.

Viertens kann eine engagierte Bundesregierung mit den Ländern zusammen arbeiten, zumindest mit den republikanischen, um Lösungen zu finden und Widerstände gegen neue Infrastruktur-Investments aus dem Weg zu räumen.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 30. September 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

China – Positiver Ausblick trotz anhaltend steigender Schulden

Nach dem 19. Nationalkongress der Kommunistischen Partei in China und die damit verbundene erneute Ernennung von Xi Jinping zum Staatspräsidenten der Volksrepublik, war zu erwarten, dass sich die Dinge wieder im Sinn der Parteiführung entwickeln dürften. In gewisser Weise haben sie das auch – bis auf eine weiter ansteigende Staatsverschuldung sowie einem verlangsamten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Einige Monate nach dem Nationalkongress wird weiterhin hart gegen Investoren vorgegangen, die übertriebene Investmentambitionen im Ausland hegen. Ebenso gegen Versicherungen, die zu Ponzi-esque agieren. Dies hat sowohl zu einer starken Erholung des Yuan als auch der Aktienkurse geführt.

„Trotz der steigenden Verschuldung ist unser Ausblick für China zuversichtlich“, sagt Richard Jones, Portfolio Manager, First State Stewart Asia, First State Investments. „Das Schuldenniveau im Bereich von 250 bis 300 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hat zwar historisch betrachtet bereits einige Länder in ernste Schwierigkeiten gebracht – China scheint jedoch zumindest im ökonomischen Sinn anders zu sein. Wie in Japan spielt sich ein Großteil der Verschuldung auf lokaler Ebene ab, China ist jedoch bislang effektiv auf beiden Seiten der Bilanz. Vor allem bei Banken ist dies der Fall. Allerdings liegen die Risiken weiterhin im Schuldenniveau des Landes. Diese könnten unserer Meinung nach weiter ansteigen. Deshalb verfolgen wir bei Investments in China einen pragmatischen Ansatz und bewerten Unternehmen mit einem ähnlichen Regulierungsrahmen wie die restlichen asiatischen Länder. Obwohl die chinesische Wirtschaft der Politik klar untergeordnet ist, sehen wir uns derzeit in der Lage, auch weiterhin aus unserer Perspektive attraktive Investments zu finden. Insbesondere konzentrieren wir uns auf Unternehmen mit internationaler Ausrichtung und Exporteinnahmen.

Aktuell sind wir mit 2 Milliarden US-Dollar in den Markt investiert. Allerdings halten wir momentan von 3.200 möglichen Aktien, nur 23. Dies spiegelt unseren Ansatz einer strengen Titelauswahl wider. Um eine Vorstellung von unserer Exposition in China zu bekommen, müssen Hongkong und Taiwan in die Gleichung einbezogen werden, denn nur so lässt sich unseres Erachtens die Wirtschaftsleistung vollumfänglich erfassen. So stammen beispielsweise 50 Prozent des Gewinns von Gasanbieter Hong Kong and China Gas (HKCG) aus der Volksrepublik. Gleiches gilt für den taiwanesischen und international agierenden Lebensmittelkonzern Uni-President, und auch für den pan-asiatischen Versicherungskonzern AIA sind China und Hongkong die Wachstumstreiber.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. Dezember 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143,6 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Globales Wirtschaftswachstum könnte 2018 anhalten

„In 2017 haben wir ein starkes globales Wachstum gesehen“, sagt Andrew Harman, Portfoliomanager des First State Diversified Growth Fonds. „Das spiegeln auch die Arbeitsmärkte in den USA, Großbritannien, Japan und Deutschland wider, deren Lage weiterhin angespannt ist. Lediglich in Südeuropa sehen wir nach wie vor einen gewissen Nachholbedarf. Des Weiteren haben die niedrigen Rohstoffpreise dazu beigetragen, die Produktionslücke zu schließen und auch die Kerninflation ist niedrig. Auf dieser Basis gehen wir derzeit davon aus, dass diese Entwicklung in 2018 anhalten wird, da die finanziellen Voraussetzungen sowie die fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen unserer Ansicht nach weiter zunehmen werden. Einer der wichtigsten Parameter, die wir genau beobachten werden, ist das Lohnwachstum. Solange Lieferengpässe keinen Aufwärtsdruck auf die Löhne ausüben, dürfte es unserer Meinung nach für die Zentralbanken keinen Anlass geben, ihre Fiskalpolitik zu straffen.

Für die Weltwirtschaft sehen wir in diesem Jahr einige Herausforderungen mit aufgrund von hohen Bewertungen anfälligen Anlagemärkten. Einige der aus unserer Sicht ‚bekannten Unbekannten‘ sind die Zukunft des nordamerikanischen Freihandelsabkommens und der Welthandelsorganisation, die Wahlen in Italien sowie ein möglicher Konflikt auf der koreanischen Halbinsel. In diesen Bereichen könnten wir uns dazu entscheiden, Schutzstrategien innerhalb des Fonds einzuziehen – insbesondere, weil eine geringe implizite Volatilität die Kosten dieser Strategien über das gesamte Spektrum der Aktien und festverzinslichen Wertpapiere hinweg senkt.

Mit Blick auf die USA hat die restriktivere Geldpolitik noch immer nicht zu höheren Renditen bei Anleihen mit langer Laufzeit geführt – will heißen, die Diskontsätze sind immer noch niedrig. Das hat weitestgehend die Bewertungen einer Reihe von Anlageklassen untermauert. Eine der zentralen Lehren des letzten Jahrzehnts war, dass eine lockere Zentralbankpolitik Risikoaktiva wie Aktien und Kredite unterstützt hat. Wenn Trumps finanzpolitische Pläne, wie etwa die erhöhten Infrastrukturausgaben, sich als inflationär erweisen, könnten die Renditen von US-Anleihen vor dem Hintergrund steigender Laufzeitprämien deutlich steigen – und die Volatilität erhöhen.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 30. September 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Mautstraßen und Eisenbahnnetze sind lohnende Investments

„Wir sind der Ansicht, dass Mautstraßen auch im kommenden Jahr ein attraktives Investment für Investoren darstellen könnten“, sagt Andrew Greenup, Deputy Head of Global Listed Infrastructure. “Der Sektor umfasst unserer Meinung nach eine Reihe von qualitativ hochwertigen Unternehmen mit robusten Cashflows, hohen operativen Margen und effektiven Eintrittsbarrieren. Der Umfang, in dem Mautstraßenbetreiber mit Regierungen über zusätzliche Kompensationen gegen höhere Investitionen verhandeln, verleiht dem Sektor eine zusätzliche Wachstumskomponente, die häufig vom Markt unterschätzt wird. Mit Blick auf die europäischen Mautstraßen durchleben wir derzeit einen Gewinnsteigerungszyklus. Dieser wird vor allem von einer besseren Wirtschaftslage in Frankreich, Spanien und Italien gestützt, die zu einem konstanteren Volumenwachstum führt.

Im Bereich Eisenbahnnetze sehen wir im kommenden Jahr ebenfalls Potential. Japanische Unternehmen im Personenverkehr wie East Japan Railway und Central Japan Railway besitzen einzigartige Assets, die einen stabilen Cashflow garantieren. Diese Unternehmen wurden unserem Erachten nach dieses Jahr übersehen, weil Investoren sich stärker auf risikoreichere Marktbereiche konzentriert haben. Diese Unternehmen werden trotz hoher Pendlerzahlen, die zugleich die niedrigste Arbeitslosenquote seit 23 Jahren in Japan widerspiegeln, mit attraktiven Bewertungs-Multiples gehandelt.

Generell können wir sagen, dass die Assetklasse Global Listed Infrastruktur in den vergangenen Jahren eine solide Gesamtrendite für ihre Investoren erwirtschaftet hat und unser Ausblick auf das Jahr 2018, unter Berücksichtigung der gegenwertigen Umstände, positiv ist. Jedoch halten wir die Bewertungen einiger Sektoren, insbesondere Flughäfen und amerikanische Versorger, mit Blick auf ihre Fundamentaldaten für problematisch.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 30. September 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Moderate Zinsanstiege dürften Immobilienbewertungen nicht wesentlich beeinflussen

„Unser Ausblick für den Vermietungsstand von Immobilien mit Investmentgrade ist positiv“, sagt Stephen Hayes, Head of Global Property Securities bei First State Investments. „ Dies führen wir einerseits auf die verbesserte Weltwirtschaft andererseits auf die sinkenden Arbeitslosenzahlen in den meisten Industrienationen zurück. Das bestehende Niedrigzinsumfeld hat die privaten Marktwerte gestützt. Während das Immobilienangebot in einigen Märkten wieder steigt, sind Projektentwickler und Vermieter jedoch immer noch in der Lage, neue Vorhaben zu realisieren. In den meisten Märkten erzeugt die Kombination aus starker Mietnachfrage und neuen Angeboten ein Marktgleichgewicht. Ein moderater Zuwachs auf dem Mietmarkt sowie hohe Vermietungsstände unterstützen zudem den Anstieg des Cashflows. Wir erwarten daher, dass die Zinsen in 2018 leicht ansteigen, was eine kurzfristige Volatilität im Markt auslösen könnte. Allerdings rechnen wir insgesamt nicht mit veränderten Bewertungen aufgrund leichter Zinsanstiege.

In den Vereinigten Staaten dürfte der Mietsektor für Einfamilienhäuser (freistehende Objekte) durch anstehende Steuerreformen und leicht steigender Zinsen weiter in guter Form bleiben. Auch Hotels sollten von einer verbesserten Wirtschaft und steigenden Unternehmensausgaben profitieren. Dem Büromarkt an der Westküste könnte indes ein starkes Beschäftigungswachstum zugutekommen.

Innerhalb Europas könnte sich hingegen der Büromarkt in Paris und Madrid verschärfen. Leerstandsquoten auf den Märkten dürften auf ein niedriges Niveau absinken und einem deutlichen Mietwachstum gegenüberstehen. Der deutsche Wohnungsmarkt ist unserer Ansicht nach für anhaltenden Cashflow gut aufgestellt, vor allem in Berlin.

In Großbritannien erwarten wir, dass sich das Wirtschaftswachstum in 2018 weiter verlangsamen wird, da Entscheidungsprozesse bis zur finalen Ausfertigung des BREXIT auf Eis liegen. Der Büromarkt in London wird voraussichtlich einen leichten Anstieg der Leerstandsquote spüren. Die Einzelhandelsumsätze dürften aufgrund der importierten Inflation, die sich auf die Haushaltsfinanzen auswirkt, gedämpft werden.

Die verbesserte Wirtschaftslage in Japan wird voraussichtlich den Büromarkt in Tokio unterstützen. Dies wird unserer Meinung nach durch hohe Mietnachfragen ausgelöst, die über dem Angebot liegt. Somit könnten die Leerstandsquoten weiterhin niedrig bleiben. Die Immobilienmärkte in Singapur und Hongkong sind unserer Ansicht nach für 2018 gut positioniert, da die Regionalwirtschaft durch den verbesserten Welthandel unterstützt wird.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 30. September 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Emissions-Boom am indischen Aktienmarkt

Viele Unternehmen nutzen den aktuellen Aufschwung der indischen Wirtschaft und gehen mit großem Erfolg an die Börse. Deutliche Überzeichnungen der Neuemissionen zeigen das starke Interesse der Investoren an Aktien, da die Renditen traditioneller Anlageklassen wie Real Estate oder Fixed Income derzeit stagnieren.

„Wir erleben derzeit einen regelrechten Run auf das indische Börsenparkett“, sagt Vinay Agarwal, Portfolio Manager bei First State Stewart Asia. „Seit 2016 haben rund 50 indische Unternehmen ihre Börsennotierung aufgenommen. Unserer Ansicht nach ist diese Entwicklung auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Historisch gesehen war die Sparquote der Haushalte in Indien schon immer relativ hoch (500 Mrd. US-Dollar). Allerdings war davon lediglich ein kleiner Teil in Finanzinstrumente investiert – ganz zu schweigen von Aktien. Die Bargeldreform im November 2016 führte jedoch dazu, dass private Anleger und Unternehmen ihre Ersparnisse zunehmend in Finanzwerte investieren. Die Assetklassen Fixed Income und Real Estate standen hier von je her im Fokus – nicht zuletzt, weil beide über eine Dekade hinweg solide Renditen erwirtschafteten. Nun stagnieren diese im Bereich Real Estate in den meisten indischen Städten, und auch Benchmark-Anleihen sind in den letzten drei Jahren von 9 Prozent auf 6,4 Prozent gefallen. Diese Entwicklung führt bei Privatanlegern und Unternehmen gleichermaßen zu einer erhöhten Nachfrage nach Aktien. Dadurch herrscht an den indischen Aktienmärkten, angetrieben durch die vorhandene Liquidität, eine spürbare Euphorie. Jene Situation versuchen derweil Unternehmen durch einen Börsengang für sich zu nutzen, um ihr Wachstum zu finanzieren oder ihre Bilanzen zu bereinigen. Diese Kombination spiegelt sich in einer deutlichen Überzeichnung der Börsenneulinge wider. So war das Wertpapier eines erst vor fünf Jahren gegründeten Bauunternehmens 186-fach überzeichnet – die höchste Überzeichnung in Indien seit dem Jahr 2000. In einem anderen Beispiel war die staatlich kontrollierte Wertpapiersammelbank Central Depository Services bei ihrem Börsengang mit einem Faktor von 170 überzeichnet und erfuhr zudem am ersten Handelstag einen Kursanstieg von 80 Prozent. Zudem werden indische Unternehmen trotz besserer Wachstumsraten im Vergleich zu internationalen Playern mit Geschäft in Indien, wie beispielsweise Unilever oder Nestlé, meist schlechter bewertet. Dies führt zu verhältnismäßig niedrigen Einstiegspreisen und das von Investorenseite daraus abgeleitete Renditepotenzial zu den hohen Überzeichnungen. Bullisch gestimmte Investoren würden wohl argumentieren, dass derzeit nur circa 10 Prozent der Ersparnisse seitens privater Haushalte in Aktien investiert sind. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass sich dieser Wert noch vor zwei Jahren bei 5 Prozent befand. Es gibt zwar durchaus Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend zu einem strukturell langfristig höheren Investment in Aktien seitens privater Haushalte erhöhen wird, jedoch haben wir derzeit das Gefühl, dass die derzeitige Stimmung am indischen Aktienmarkt erwartet, dass sich der Anteil über Nacht sprunghaft erhöht. Diesen Enthusiasmus haben wir in der Vergangenheit schon an anderer Stelle gesehen und leider endete dies nie im Guten.“

Brasilien ebnet Weg für private Infrastrukturinvestments

Alles ist groß in Brasilien, das Land, die Bevölkerung, die Städte und so auch das Bedürfnis nach einer effektiven und gut ausgebauten Infrastruktur. Aktuelle politische Maßnahmen zur Öffnung des Infrastruktursektors für Investitionen aus privater Hand sowie die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung begünstigen das Wachstum des Sektors.

„Brasiliens Politik hat sich die Erneuerung und den Ausbau der Infrastruktur des Landes auf die Agenda gesetzt“, sagt Andrew Greenup, Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „So sehen wir derzeit trotz politischer, rechtlicher und regulatorischer Herausforderungen im Infrastruktursektor eine Zunahme an Programmen, die private Infrastrukturinvestments vereinfachen sollen. Die Regierung treibt dieses Vorhaben hauptsächlich durch einen bereits etablierten Konzessionsvergabeprozess sowie umfassende Anlageverkäufe an private Kapitalgeber voran. Das bietet nationalen und internationalen Investoren eine große Vielfalt an Investmentmöglichkeiten in Brasilien, beispielsweise in Mautstrecken, Flughäfen oder im Güterverkehr. Wir gehen derzeit davon aus, dass bis spätestens 2018 die Konzessionen für sechs weitere Mautstraßen durch die Regierung an Privatunternehmen versteigert werden. Zusätzlich erwarten wir, dass finanziell in Bedrängnis stehende Straßenbauunternehmen innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre ihre Assets teilweise veräußern. Auch der Luftverkehr in Brasilien befindet sich im Moment im Umbruch. Waren 2012 noch alle Flughäfen in Regierungsbesitz, so sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits 51 Prozent der Anteile an neun Flughäfen in privater Hand. Der Einstieg privater Investoren verspricht aus unserer Sicht eine Verbesserung der Produktivität sowie anhaltendes strukturelles Wachstum. Infrastrukturinvestments stellen einen Teil der Lösung sozialer, politischer und ökonomischer Herausforderungen Brasiliens dar. Die aktuellen positiven Rahmenbedingungen untermauern das zukünftige Potential dieses Sektors. Bei allen Wachstumsaussichten sollten jedoch einige Risiken nicht außer Acht gelassen werden: eine skandalbehaftete Regierung in den letzten Zügen ihrer Amtsperiode, Neuwahlen in 2018, ein von Unsicherheit geprägtes Vergabesystem der Konzessionen, sowie ein eher träges Rechtssystem, das zur Verzögerung nötiger Reformen führen kann.“

Infrastrukturinvestments gewinnen an Bedeutung

Wirtschaftliche und demografische Herausforderungen stellen Schwellenländer und etablierte Volkswirtschaften bei notwendigen Investitionen in ihre Infrastruktur vor Herausforderungen. Für Investoren könnten daher das derzeitige Marktumfeld und eine zunehmende Privatisierung des Infrastruktursektors Gelegenheiten bieten, sich an der Assetklasse zu beteiligen. Kernattribute von Infrastruktur, wie einfache aber essenzielle Geschäftsmodelle, ein eher strukturelles als zyklisches Wachstum sowie eine gewisse Preissetzungsmacht als relative Absicherung vor Inflation sind da adäquate Fürsprecher.

„Staatliche Subventionen gewinnen im Bereich Infrastruktur zunehmend an Bedeutung und führen unserer Einschätzung nach zu einer weiteren Expansion dieser Assetklasse“, sagt Peter Meany, Head of Global Infrastructure Securities bei First State Investments. „Wir beobachten derzeit eine akute Nachfrage sowohl in Schwellenländern als auch in den entwickelten Märkten, die wir auf die anhaltend hohen strukturellen Herausforderungen für Staaten und Kommunen zurückführen, wie beispielsweise städtische Überlastung, Globalisierung des Handels, entfaltende Energiemärkte und Mobilkommunikation. Sie alle üben eine enorme Belastung auf bereits bestehende Infrastrukturnetzwerke aus. Ein aus unserer Sicht weiterer Aspekt ist die fortschreitende Privatisierung von staatlich organisierter Infrastruktur als Folge der Finanzkrise, die in vielen Ländern die Staatsverschuldung drastisch ansteigen lies. Kombiniert mit einer Erhöhung der staatlichen Ausgaben für Gesundheit und Soziales erleben wir, dass Regierungen versuchen, kostenintensive Infrastrukturprojekte, die einem stetigen Erneuerungs- und Modernisierungszyklus unterliegen, an Investoren zu verkaufen. Hier sind vor allem Straßen, Brücken oder Wasser- , Elektrizitäts- und Gasanlagen zu nennen. Darüber hinaus sind wachsende Investments im Personenverkehr für Mautstrecken und ähnliche essenzielle Dienstleistungen aufgrund der zunehmenden Urbanisierung und stark wachsenden Megacitys, insbesondere in Nordamerika, unabwendbar.

Die wirtschaftliche Entwicklung und Integration von Schwellenländern in die Weltwirtschaft könnte zudem weitere umfangreiche Investitionen in Infrastruktur auslösen. Gerade Chinas „One Belt, One Road“-Strategie, die eine umfassende Erschließung Eurasiens und Afrikas durch See- und Landwege vorsieht, hat das Potenzial für großvolumige Investments. Wir erwarten darüber hinaus, dass Investments in erneuerbare Energien und Batteriespeicher über die kommende Dekade weiter ansteigen werden, wenn auch langsamer als in den vergangenen Jahren.

Wir spüren gegenwertig einen Paradigmenwechsel in der Asset-Allokation von Bonds mit geringen Erträgen und volatilem Eigenkapital zu realen Assets. Einer der Schlüsselqualitäten von Real Assets ist die Fähigkeit, Investoren vor Inflationseffekten möglichst zu isolieren. Gelistete Infrastrukturunternehmen sind in der Lage, Inflationseffekte an Kunden weiterzureichen. Davon könnten auch die Aktionäre profitieren. Generell manifestieren sich Gewinne im Infrastrukturbereich eher strukturell statt zyklisch und können dadurch robuste und steigende Ertragsströme generieren, die immun gegen sonstige Wirtschaftszyklen sein könnten.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments verwaltete zum 30. September 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 143 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset- Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

19. Nationalkongress stellt Weichen für Chinas Wachstum

Ende des Jahres findet der 19. Nationalkongress der kommunistischen Partei in China statt, bei dem substantielle Veränderungen in der Landesführung erwartet werden. Um einen erfolgreichen Kongress zu gewährleisten ist davon auszugehen, dass die Regierung an der derzeitig stabilen ökonomischen Entwicklung festhält. Das offizielle Bruttoinlandsprodukt zeigt ein Wachstum von 6,9 Prozent im ersten Halbjahr 2017. Damit ist die chinesische Wirtschaft auf gutem Wege das Wachstumsziel von 6,5 Prozent für das laufende Jahr deutlich zu übertreffen. Es ist somit davon auszugehen, dass der wirtschaftliche Reformprozess erst in der zweiten Amtszeit des chinesischen Präsidenten Xi Jinping angestoßen wird.

„Über die Stichhaltigkeit des chinesischen Bruttoinlandprodukts (BIP) herrscht aufgrund der schnellen Datenerhebung seit längerem Skepsis“, sagen Stephen Halmarick, Chief Economist, und Belinda Allen, Senior Analyst for Economic and Market Research bei First State Investments. „Tatsächlich wurde berichtet, dass Premierminister Li Keqiang das offizielle Bruttoinlandsprodukt als unzuverlässig bezeichnet hat. Premier Li zieht aus diesem Grund Kennzahlen wie Rail-Cargo-Volumen, Stromverbrauch und die Vergabe von Bankkrediten heran, um das Wirtschaftswachstum zu bewerten. Diese drei Kennzahlen lässt Bloomberg in den ‚Li-Keqiang-Index‘ einfließen. Dieser Index zeigt eine höhere Volatilität als das offizielle BIP des Landes. Trotz des augenscheinlichen Peaks des Li-Keqiang-Index im Frühjahr 2017, zeigen aktuelle Wirtschaftsdaten ein solides Momentum im Reich der Mitte. Die industrielle Produktion lag im Jahresverlauf bis Ende Juli bei 6,8 Prozent und wurde sowohl durch gestiegene Exporte als auch dem zyklischen Aufwärtstrend der globalen Wirtschaft unterstützt. Diese Entwicklung wird außerdem von einer moderaten Inflation von unterjährig 1,4 Prozent im Juli begleitet, statt der prognostizierten 1,8 Prozent für das Gesamtjahr. In 2018 könnte die Inflation unserer Meinung nach einen leichten Anstieg auf 2 Prozent im Jahresverlauf verzeichnen. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte auf den 19. Nationalkongress am Ende des Jahres. Es wird erwartet, dass fünf der sieben Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros des Zentralkomitees, das oberste chinesische Entscheidungsgremium, in den Ruhestand gehen. Diese Posten müssten neu besetzt werden. Von Präsident Xi, der zusammen mit Premier Li auch Teil des ständigen Ausschusses ist, wird erwartet, dass er seine politische Macht ausbauen wird. Präsident Xi dürfte sich in seiner zweiten Amtszeit vor allem mit dem Reformbedarf des Landes befassen. Staatliche Unternehmen sehen sich mit einer steigenden Verschuldung konfrontiert. Darüber hinaus soll das Wirtschaftswachstum Chinas zukünftig primär durch Konsumausgaben, statt durch Produktions- und Infrastrukturinvestments getrieben werden. Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum des Landes in den kommenden Jahren auf durchschnittlich circa 6 Prozent pro Jahr verlangsamen könnte, obwohl der Internationale Währungsfonds die mittelfristige Wachstumsprognose von 6 Prozent auf 6,4 Prozent erhöht hat. Das nominale Wirtschaftswachstum dürfte jedoch stark bleiben und die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik für die Weltwirtschaft auch weiterhin von großer Bedeutung sein.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. März 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 147,6 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Interesse an Investments in Infrastruktur bleibt hoch

Alternative-Investment-Manager sehen nach wie vor ein steigendes Interesse von konservativen Investoren beim Thema Infrastruktur. Dafür spricht nicht zuletzt die Vorankündigung von US-Präsident Trump, 1 Billion US-Dollar in die Infrastruktur der Vereinigten Staaten investieren zu wollen. Dass dies notwendig ist, zeigt ein diesjähriger Bericht des amerikanischen Verbands der Bauingenieure (ASCE), der dem amerikanischen Infrastruktursektor ein kumuliertes Investment Grade von D+ verleiht. So seien allein rund 60.000 der insgesamt 600.000 Brücken im Land statisch mangelhaft. Auch die chinesische und australische Regierung haben jüngst ihr Investitionsversprechen in Infrastrukturprojekte erneuert. So scheint es, dass auf der einen Seite viel Geld für Infrastruktur zur Verfügung steht und auf der anderen Seite Notwendigkeit für Investitionen. Dennoch sehen sich Investoren fortwährend vor der Herausforderung, passende Infrastrukturprojekte für ihre Investitionen zu finden.

„Es ist ein Trugschluss, wenn man der Meinung ist, dass nur weil sich viele Investoren für den Infrastruktursektor interessieren, das Durchführen von Infrastrukturprojekten einfach ist“, sagt Andrew Greenup, Deputy Head of Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „Denn die große Herausforderung dieser Assetklasse besteht derzeit nicht darin, Geld für ein Infrastrukturprojekt zu bekommen, sondern es letztlich zu finanzieren. Das mag zunächst nach einer ungewöhnlichen Unterscheidung klingen. Es ist aber wichtig, wenn wir die Herausforderungen für die Beteiligung des privaten Sektors an Infrastrukturprojekten verstehen wollen. Wir müssen wissen, wonach sie konkret suchen und welche Eigenschaften ein Projekt mitbringen muss, um ihre Fähigkeit viel Kapital zu investieren effektiv nutzen zu können. Gerade Public Private Partnerships (PPPs), also vertraglich geregelte Partnerschaften zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen, benötigen einen konstanten Cashflow um den Bau und Betrieb von Infrastrukturprojekten zu finanzieren. Meist wird dies durch staatliche Zahlungen, wie Steuereinnahmen, oder einem sogenannten Nutzungsentgelt wie Mautgebühren gewährleistet. Wobei sich unserer Meinung nach eine Einführung von Mautgebühren nur für neue Projekte eignet, da sie insbesondere bei zuvor kostenfreien Straßen politisches Konfliktpotenzial haben. Am Beispiel von Präsident Trumps angestrebtem Infrastruktur-Boom besteht der Kern des Problems darin, dass 64 Prozent der Ausgaben für Infrastruktur aus dem öffentlichen Sektor kommen. Jedoch gibt es in den Vereinigten Staaten seit jeher eine starke Opposition gegen die Einführung von Mautgebühren oder die Erhöhung von Steuern zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Diesen Unwägbarkeiten zum Trotz glauben wir weiterhin an steigende Investitionen in diesem Sektor. Dennoch raten wir, nicht einem übertriebenem Optimismus im Hinblick auf einen Boom bei PPPs in Kombination mit Infrastrukturprojekten zu verfallen. Unserer Ansicht nach ist es für Investoren wichtig, sich auf die wesentlichen Merkmale von Infrastruktur- Assets zu konzentrieren. Diese sollten gut reguliert sein sowie einen langfristigen Cashflow mit stabiler Marktstruktur und vertretbaren Eigenschaften ermöglichen.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. März 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 147,6 Milliarden US-Dollar. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Schwellenländeranleihen – Bullisch oder bärisch?

Steigen die Kurse weiter, oder ist es Zeit erst einmal Gewinne mitzunehmen und auf die nächste Einstiegsgelegenheit zu warten? Wenn Investitionen innerhalb eines Jahres zweistellige Renditen erzielen, ist es bei Investoren Usus die zukünftige Entwicklung der Assetklasse neu zu bewerten. Nach sehr erfreulichen Erträgen im vergangenen Jahr, befindet sich die Assetklasse der Schwellenländeranleihen (Emerging Market Debt) genau an diesem Punkt.

„Interessanterweise neigen Investoren dazu ihr Engagement in eine Assetklasse zu erhöhen, wenn sie diese neu bewertet haben, anstelle es zu reduzieren“, sagt Helene Williamson, Head of Emerging Market Debt bei First State Investments. „Die starken Mittelzuflüsse in Schwellenländeranleihen gepaart mit der derzeitigen Risikobereitschaft der Investoren hat es dem Markt für Hochzinsanleihen ermöglicht, den für Investment-Grade zu übertreffen. Unserer Ansicht nach ist es jedoch wichtiger, dass die derzeitigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Stimmung an den Kapitalmärkten weiter trägt. So sehen wir stete Wachstumsraten und auch die Differenz zwischen Industrie- und Schwellenländern dürfte unserer Meinung nach weiterhin attraktive Investitionsmöglichkeiten aufzeigen. Die US- Zentralbank FED erhöht zwar nach und nach ihren Leitzins, die Renditen von US- Staatsanleihen sind jedoch im historischen Vergleich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Kurz gesagt, Hochzinsalternativen bleiben aus unserer Sicht attraktiv.

Unseres Erachtens war die geopolitische Entwicklung allgemein günstig. Vor der US-Wahl Ende 2016 haben Vorankündigungen von Präsident Trump bei EM-Investoren für eine gewisse Verunsicherung gesorgt; könnten Neuverhandlungen von Handelsabkommen mitunter schwerwiegende Folgen für Länder haben, die vom US-Handel abhängig sind. Auch wenn Trump bislang nur wenig Fortschritt hinsichtlich seiner Vorwahlversprechen zu verzeichnen hat, sind wir dennoch davon überzeugt, dass er jederzeit die Umsetzung seiner Wirtschaftsagenda – oder Teile davon – wieder stärker verfolgen könnte.

Diesen Unwägbarkeiten zum Trotz kann Emerging Market Debt bei einer geschickten Titelauswahl Investoren einen echten Mehrwert liefern. Auch wenn makrowirtschaftliche Treiber und geopolitische Einflussnahme sich durchaus auf die Risikoaffinität der Investoren auswirken können, so sollte man sich dennoch stets ins Gedächtnis rufen, dass die Assetklasse ziemlich heterogen ist. So sind beispielsweise mexikanische, südafrikanische und philippinische Anleihen nicht zwingend miteinander vergleichbar. Die Bedingungen können sich in diesem Segment im Laufe der Zeit immer ändern. Daher ist für uns das Wissen über besondere Einflussfaktoren und die Emittenten für ein gutes aktives Portfoliomanagement absolut ausschlaggebend.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. März 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 147,6 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Chinas Silicon Valley: Innovative Unternehmen statt Copycats

Viele der innovativsten Unternehmen in China haben sich in Shenzhen niedergelassen. Das sogenannte chinesische „Silicon Valley“ beheimatet eine Reihe von schnell wachsenden High-Tech-Unternehmen, die sich vom Image der Copycats losgesagt haben. Diese stellen eine attraktive Investmentmöglichkeit für ein langfristiges Engagement für Investoren dar.

„Als langfristig orientierter Investor halten wir es für möglich, dass in China weiterhin einige interessante Assets zu finden sind,“ erklärt Martin Lau, Managing Partner bei First State Stewart Asia. „Obwohl wir makroökonomische und -politische Entwicklungen in der Gegend sehr genau beobachten, wird unser Portfolio nicht völlig durch diese beeinflusst. Stattdessen konzentrieren wir uns auf langfristige Investmentbereiche, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren oder darüber hinaus profitabel sein könnten. Für die positive Entwicklung in Shenzhen sprechen zwei Assets, in die wir bereits investiert sind. Beispielsweise profitiert die Internetfirma Tencent massiv vom Boom der High-Tech-Branche. Tencent entwickelt smarte Technologien und passt somit in die Bandbreite unserer Investmentstrategie. Die Internet Firma konnte ihr Produktportfolio immer wieder fortentwickeln und damit im sich schnell veränderten Tech-Sektor ein relevanter Wettbewerber bleiben. Tencent hat beispielsweise den Instant-Messenger WeChat geschaffen, der 800-900 Millionen aktive Nutzer im Monat hat. Als wir uns vor über zehn Jahren an dem Unternehmen beteiligten, wurde es zum 15-fachen seiner ursprünglichen Bewertung gehandelt, was wir für angemessen im Hinblick auf das Wachstumspotential hielten. Seit damals ist Tencent stetig gewachsen und notiert momentan beim 35-fachen Wert mit einer Marktkapitalisierung von fast 250 Milliarden US-Dollar. Ein weiteres interessantes Unternehmen ist Shenzhen Inovance, ein Marktführer in der chinesischen Automatisierungsindustrie. Das Unternehmen fertigt Produkte für Anlagenhersteller im mittleren und oberen Marktsegment. Insbesondere aufgrund des Mangels an Facharbeitern und steigender Arbeitslöhne ist Automatisierung ein signifikanter Trend in China geworden. Das Land der Mitte beherbergt zurzeit den größten Markt für den Einsatz von industriellen Robotern weltweit. Dieser Markt hat derzeit ein Volumen von 144 Milliarden RMB (rund 18,8 Milliarden Euro) mit einem Umsatzwachstum von jährlich 20 Prozent und einer relativ niedrigen Markteintrittsquote zwischen 20 und 30 Prozent. Insgesamt gibt es nur eine Handvoll Unternehmen in China, die derartige Produkte überhaupt fertigen können. Als wir 2014 bei Inovance einstiegen, bewegte sich der Aktienpreis gerade wieder auf ein für uns zum Einstieg vernünftiges Niveau – lag damit aber immer noch beim ungefähr 24-fachen der ursprünglichen Bewertung des Unternehmens. Beide Unternehmen sind Beispiele nicht nur für die Erfolgsgeschichte ‚Shenzhen‘ sondern auch für die Investmentpotenziale dort ansässiger Unternehmen.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. März 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von EUR147,6 Milliarden. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

USA: Goldene Zeiten für die Infrastrukturbranche

US-Infrastrukturunternehmen genießen derzeit ruhmvolle Tage. Der Energiemarkt glänzt mit Energieexporten und sinkenden Kosten. Dies ermöglicht Versorgungsunternehmen Investitionen in ihr Wachstum. Auch der Übergang zu erneuerbaren Energien wird stetig vorangetrieben. Führungskräfte von Energieversorgern sind sich einig: Sowohl gesetzliche Vorgaben, als auch die neue US-Regierung werden diesen Wandel nicht negativ beeinflussen. Die Euphorie hat jedoch ihren Preis und spiegelt sich aktuell in hohen Aktienkursen wider.

„Sinkende Kosten bescheren dem amerikanischen Infrastrukturmarkt momentan goldene Zeiten und ermöglichen vor allem Energieversorgern eine gute Ausgangslage für Wachstum“, sagt Andrew Greenup, Deputy Head des Bereichs Global Listed Infrastructure bei First State Investments. „Die größten Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich liegen aktuell im Export von Flüssigerdgas sowie Erdöl- und Raffinerieerzeugnissen. So werden beispielsweise derzeit bestehende Pipelines ausgebaut, um einerseits Gasquellen in der Marcellus/Utica-Region an der Ostküste zu nutzen sowie Öl aus der Permian-Region zwischen Texas und New Mexico, zu verteilen. Auch der Übergang hin zu erneuerbaren Energien ist in den USA deutlich zu spüren. Dank staatlicher Subventionierungen werden beispielsweise in Texas Windparkanlagen – die größten in den USA – weiter ausgebaut. Obwohl der Bundesstaat nicht dem Renewable Portfolio Standard unterliegt, der die Nutzung erneuerbarer Energien vorschreibt, ist die Nachfrage nach Windkraft hoch – jedoch mehr aus wirtschaftlichen als aus ideologischen Gründen. Versorger wie NextEra Energy, einer der größten Betreiber von Windkraftanlagen in den USA, sowie Iberdrola USA, die Pipelines an der Ostküste unterhalten, könnten unserer Ansicht nach von diesem Trend profitieren. Auch Massachusetts hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 1.600 MW durch Offshore-Wind zu generieren und unternimmt damit zugleich den ersten ernsthaften Offshore-Versuch der USA. Vor diesem Hintergrund sind sich die von uns jüngst besuchten Versorgungsunternehmen in den USA einig, dass Trumps Regierung den Wandel zu erneuerbaren Energien nicht zwingend beeinflussen wird. Zudem herrscht derzeit große Zuversicht darüber, dass in absehbarer Zeit bundesstaatenübergreifend regulatorische Vorschriften reduziert werden. Dies könnte die Kosten für neue Infrastrukturprojekte senken und die Zeitpläne entspannen. Aufgrund dieses optimistischen Ausblicks sehen wir bei den entsprechenden Unternehmen derzeit aber auch hohe Aktienkurse. Dieser Entwicklung stehen wir trotz aller Euphorie skeptisch gegenüber, da unserer Ansicht nach eventuelle Risiken in der Bewertung unberücksichtigt bleiben. Was uns wiederum veranlasst, die USA im Rahmen unserer Investmentstrategie unterzugewichten.“

Sonniger Ausblick mit Schatten

Schwellenländer haben im vergangenen Jahr trotz vieler geopolitischer Ereignisse wie den US-Wahlen solide Renditen erwirtschaftet. Für 2017 wird daher erwartet, dass diese Länder womöglich abermals das Wirtschaftswachstum der etablierten Volkswirtschaften übertreffen werden. Ein steigender Ölpreis sowie die anhaltend hohe Nachfrage nach Neuemissionen von Schwellenländeranleihen könnten diese Entwicklung stützen. Die Wachstumsprognose für Schwellenländer dürfte jedoch gerade bei den Ländern, deren Wirtschaft primär von den Handelsbeziehungen zu den USA profitiert, auch davon abhängen, wie die Trump-Regierung den angedachten US- Protektionismus weiter vorantreibt. Die eventuell daraus resultierende Volatilität an den Anleihemärkten könnte hingegen auch Investoren interessante Einstiegsmöglichkeiten in diese Assetklasse bieten.

„Nach unbefriedigenden Jahren sehen wir bei Schwellenländern wieder eine konjunkturelle Erholung“, sagt Helene Williamson, Head of Emerging Markets Debt bei First State Investments. „Wir erwarten daher, dass diese Länder im Jahr 2017 die entwickelnden Volkswirtschaften in ihrem Wachstum übertreffen könnten. Hervorzuheben wären hier beispielsweise in Lateinamerika Brasilien und Argentinien, deren Wirtschaft sich aufgrund ihrer aktuellen fiskalpolitischen Strategie wieder stabilisiert. Ebenso erwarten wir in Russland und Kasachstan ein stärkeres Wachstum, da beide Länder vom derzeit hohen Ölpreis profitieren dürften. Bereits im vergangenen Jahr war der steigende Ölpreis teilweise für die positive Renditeentwicklung der Assetklasse Emerging Markets Debt (EMD) mitverantwortlich. So erwirtschafteten Anleihen von Öl fördernden Schwellenländern wie Venezuela und Ecuador Renditen von mehr als 30 Prozent, da die Kreditwürdigkeit dieser Länder im Hinblick auf ihre viel höheren Öleinnahmen neu bewertet wurde. Sollten sich die OPEC-Mitgliedstaaten an die im vergangenen Jahr beschlossene Drosselung der Ölfördermenge halten, könnte dies zu einem weiteren Anstieg der globalen Ölpreise und somit zu abermals hohen Anleiherenditen vereinzelter Ölfördernationen führen. Über die Zeit betrachtet korrelieren die Emerging Market Spreads mit dem Ölpreis. Dies ist bei der hohen Anzahl an Öl exportierenden Ländern im EMD-Anlageuniversum nicht überraschend. Ein weiterer positiver Faktor ist die aktuell sehr hohe Nachfrage nach Neuemissionen dieser Anlageklasse. Allerdings dürften unserer Einschätzung nach Schwellenländer, die überwiegend Industriegüter exportieren, unter Druck geraten, wenn Donald Trump seine Idee des US-Protektionismus tatsächlich durchsetzen sollte. Dies dürfte insbesondere Mexiko aber auch die großen asiatischen Produktionsländer treffen. Wir sehen in 2017 vor allem die Beziehung zwischen China und den USA als einen der bedeutendsten politischen Einflussfaktoren für Schwellenländeranleihen sowie für die globalen Märkte insgesamt. Da der politische Kurs Trumps nun klarer zu werden scheint, erwarten wir wieder mehr Volatilität auf dem Markt. Unserer Ansicht nach könnte das jedoch im Gegenzug auch zu attraktiven Einstiegsmöglichkeiten für Investoren in die Assetklasse führen.“

China: Stabiler Gasmarkt trotz strenger Regulierung

Chinesische Gasversorger erwirtschaften aktuell starke Eigenkapitalrenditen. Ein schwaches Wirtschaftswachstum, niedrige Ölpreise sowie Margendeckelungen durch Marktregulatoren sorgen jedoch derzeit für deutlichen Gegenwind. Das Bestreben der Regierung, die Luftverschmutzung im Land zu reduzieren, und die damit verbundene Förderung von Gas als primären Energielieferanten könnte den Gasversorgern dennoch ausreichend Oberwasser verleihen, weiterhin profitabel zu sein.

„Chinesische Gasversorger liefern aktuell innerhalb des globalen Versorgersektors einige der besten Eigenkapitalrenditen“, sagt Jessica Johnson, Analystin für den Bereich Global Listed Infrastructure Securities bei First State Investments. „Hintergrund ist das Bestreben der chinesischen Regierung, die Luftverschmutzung im Land deutlich zu reduzieren. Bürger und Unternehmen werden dazu angehalten, Gas anderen Brennstoffalternativen vorzuziehen, was sich positiv auf die Nachfrage auswirkt. Gegenwärtig leidet der industrielle Gasabsatz jedoch unter der schwachen Wirtschaftslage des Landes sowie den niedrigen Ölpreisen. Diesem Gegenwind zum Trotz dürfte die jährliche Absatzmenge für Industriegas anstelle der prognostizierten 20 Prozent pro Jahr jedoch immer noch ordentliche 10 Prozent pro Jahr zulegen. Aus dieser Gemengelage könnten sich Einstiegspotenziale für Investoren ergeben. Anzumerken ist allerdings, dass in einigen Provinzen des Landes Marktregulatoren begonnen haben, die Höhe der Margen für Gasversorger zu deckeln. Sollte diese Entwicklung im ganzen Land stattfinden, könnte dem Sektor ein Ertragsrückgang von bis zu 30 Prozent bevorstehen. Doch selbst wenn die Regierung eine flächendeckende Deckelung der Margen beschließt, dürften unserer Meinung nach die Gasversorger immer noch in der Lage sein, solide Renditen zu erwirtschaften.“