Supply tightness aids cyclical commodities

Commodity prices gained 1.3% last month, lifted higher by the cyclical sectors, energy and industrial metals. Meanwhile gold prices stabilised, removing a prior source of negative weight on the commodity complex. The US Dollar basket has depreciated by close to 1%, aiding the commodity rebound. As Federal Reserve rate hikes appear well anticipated, we could see a period of US Dollar stability, which will help commodity prices.

Although trade wars are ratcheting higher, with the US announcing a further US$200bn of Chinese imports subject to tariffs, the market expressed relief that a less punitive 10% tariff was applied (instead of 25%). Industrial metal prices led a relief rally with the Bloomberg Commodity Industrial Metals Sub-index posting a 2.8% gain. We have long argued that trade wars will do more to damage supply chains than they will to destroy demand. We are likely seeing an upside correction take place. Palladium, one of the most industrial of the precious metals, posted a 17% increase over the month as prior pessimism was shaken off and markets paid heed to the metal’s strong fundamentals. Most metals are in supply deficit and we expect inventories to continue to decline as a result.

We believe that gold and silver have reached extreme bearishness and are ripe for a short-covering rally. These defensive metals could join the rest of the metal complex in an upside correction.

  • Polarised agricultural sector: livestock and softs rebound, while grains slump. Sugar and coffee posted a relief rally as negative sentiment has been priced in for a while. The latest World Agricultural Supply and Demand Estimates (WASDE) report has once again upwardly revised its estimates on the grains a market, driving prices lower.
  • Industrial metal prices reflect tighter fundamentals. The industrial metals complex was the second-best performing sector within commodities as investors shifted focus on tighter fundamentals across key industrial metals as opposed to trade war concerns. While the sector is likely to remain volatile, given a the ongoing trade spat, we expect industrial metal prices to recover, owing to stronger fundamentals.
  • Oil outlook remains positive. Oil prices are continuing to stride higher as the Organization of Petroleum a Exporting Countries refuses to expand the group’s quota. With both Brent and WTI curves in backwardation, the near-term outlook for oil appears positive.
  • Palladium led the recovery in the precious metals space, while silver remained a laggard. We expect the long term negative positioning in gold and silver futures to rebound and drive a short-covering rally.

Please find ETF Securities' full Commodity Monthly Monitor attached on the left.

Zuflüsse in Industriemetalle nehmen trotz des Handelsstreits zwischen den USA und China wieder zu

Trotz des anhaltenden Säbelrasselns erholen sich die Zuflüsse in Industriemetalle auf ein 15-Wochen-Hoch, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Gold-ETPs kam es im Vorfeld der Sitzung der Federal Reserve die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Die Anleger verringerten im Zuge der zunehmenden Brexit-Risiken die Positionen bei Long-EUR-/Short-USD-ETPs.

Die Zuflüsse in Industriemetall-ETPs (A0SVX7) stiegen auf ein 15-Wochen-Hoch. Die Anleger scheinen der Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China wenig Beachtung zu schenken, da es bei Industriemetall-ETPs mit 45 Mio. USD zu den höchsten Zuflüssen in 15 Wochen kam. Der Bloomberg Industrial Metals Sub-Index legte vergangene Woche um 5,8 Prozent zu, was darauf hindeutet, dass sich die Anleger mittlerweile damit abgefunden haben könnten, dass die bilateralen Handelsgespräche zwischen dem weltweit größten Industrieland (USA) und dem weltweit größten Schwellenland (China) einen langwierigen Prozess darstellen dürften. Zwar wurden bislang nur wenige Fortschritte erzielt. Dennoch finden die Anleger Trost in der Tatsache, dass die USA nach wie vor zu Verhandlungen bereit sind. Letzte Woche kündigte Präsident Trump an, dass chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. USD unmittelbar mit Zöllen in Höhe von 10 Prozent belegt würden, die bis Ende des Jahres auf 25 Prozent angehoben würden. Die Sorgen der Anleger wurden durch die niedrigen anfänglichen Zölle gemindert, die ebenfalls als Basis für weitere Verhandlungen seitens der US-Regierung aufgefasst wurden. Im Gegenzug kündigten die Behörden in China eine Reihe von Maßnahmen zur Öffnung der chinesischen Märkte für ausländische Waren an. Zudem deuteten die offiziellen Stellungnahmen darauf hin, dass keine weitere Abwertung des Yuan toleriert würde. Nach der Einführung der letzten Runde an Handelszöllen unterliegen nur rund 12 Prozent der US-Importe höheren Zöllen, und die durchschnittliche Zollerhöhung für alle Importe beträgt lediglich etwa 1,6 Prozent. Dies dürfte sich unseres Erachtens nur begrenzt auf das allgemeine BIP-Niveau beider Volkswirtschaften auswirken. China wirkt etwaigen wirtschaftlichen Folgen der Zölle zudem mit geldpolitischen Stimulusmaßnahmen entgegen. 

Die Zuflüsse in Nickel-ETPs (A0KRJ4) nehmen an Fahrt auf und erreichen mit 18 Mio. USD ein 6-Wochen-Hoch. Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen sowie der damit verbundenen Reinluft-Batterietechnologie scheint die Nachfrage nach Nickel zu beflügeln. Zwar entfielen laut Angaben der International Nickel Study Group (INSG) lediglich 3 Prozent der gesamten Nickelnachfrage im Jahr 2017 auf Batterien. Dieser Wert dürfte allerdings zunehmen, da Nickel aufgrund der günstigen Eigenschaften des Metalls verstärkt bei der Batterieherstellung zum Einsatz kommt. Der deutliche Anstieg der Neuwagenzulassungen in der Europäischen Union (EU) im Juli (+10,5 Prozent) und August (+31,2 Prozent) verlieh den Nickelpreisen ebenfalls Auftrieb.

Bei Gold-ETPs (A0LP78) kam es im Vorfeld der Sitzung der Federal Reserve die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Die Anleger zogen 26,3 Mio. USD aus Gold-ETPs ab, da die Zinsentscheidung in den USA diese Woche im Mittelpunkt steht.    

Die Anleger verringerten im Zuge der zunehmenden Brexit-Risiken das Exposure bei Long-EUR-/Short-USD-ETPs um 24,4 Mio. USD. Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit nahm vergangene Woche zu, da die britische Premierministerin Theresa May und die führenden EU-Politiker auf dem Gipfeltreffen in Salzburg nur wenige Fortschritte erzielten. Die EU wünscht eine Zollgrenze in der Irischen See zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinten Königreichs. Diese Forderung wurde aber bereits in der Vergangenheit von May zurückgewiesen.

Anleger befürchten neuerliche Zölle auf chinesische Güter

Erste Abflüsse aus Gold-ETPs seit fünf Wochen. Bei Industriemetallkorb-ETPs kam es zu den höchsten Abflüssen seit Februar 2018. Bei Kaffee-ETPs hielten die Zuflüsse die siebte Woche in Folge an, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichnen erstmals seit fünf Wochen wieder Abflüsse. In der letzten Woche kam es bei Long-Gold-ETPs zu Abflüssen in Höhe von 44,8 Mio. USD. Die Stabilisierung des Goldpreises könnte einige Anleger dazu veranlasst haben, Gewinne mitzunehmen. Gold legte vergangene Woche um 0,2 Prozent (2,0 Prozent im letzten Monat) zu, da der US-Dollar abwertete. Die spekulative Positionierung bei Gold-Futures, die sich auf dem niedrigsten Stand seit 2001 bewegt, scheint übertrieben pessimistisch. Grund hierfür könnte der Unmut darüber sein, dass der Goldpreis nicht auf die Verkaufswelle in den Schwellenländern reagiert hat. Während Schwellenmarktaktien in den letzten Monaten von Turbulenzen betroffen waren, entwickelten sich ihre Pendants aus den Industrieländern gut. Die ausbleibende Reaktion der Goldpreise auf den Marktstress in den Schwellenländern lässt sich somit dadurch erklären, dass es bislang noch nicht zu Ansteckungsgefahren in den Industrieländern gekommen ist. Sollten die spekulativen Short-Positionen am Futures-Markt gedeckt werden, könnte dies dem Goldpreis Auftrieb verleihen.

Bei Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) kam es zu den höchsten Abflüssen seit Februar 2018. Diese beliefen sich in der vergangenen Woche auf 71,4 Mio. USD. Die Anleger scheinen nach wie vor einen Nachfrageeinbruch infolge des schwelenden Handelskrieges zu befürchten. Pressequellen zufolge plant Präsident Trump, neuerliche Zölle auf chinesische Güter im Wert von 200 Mrd. USD zu verhängen. Derzeit sind bereits Güter im Wert von 50 Mrd. USD mit Zöllen belegt. Eine entsprechende Ankündigung könnte laut Presseangaben heute erfolgen. Eine derartige Ankündigung könnte die Chancen des US-Finanzministers Steven Mnuchin, die Handelsgespräche mit China wieder aufzunehmen, gänzlich zunichtemachen. Die Anleger befürchten, dass sich ein Handelskrieg, bei dem Gleiches mit Gleichem vergolten wird, auf die globale Nachfrage in der Wirtschaft auswirken könnte. Ende der Woche legt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum vor. In ihrem im Mai 2018 veröffentlichten Zwischenbericht stellte die Gruppe an Industrieländern ein stärkeres Wirtschaftswachstum in diesem Jahr in Aussicht, warnte aber auch vor Risiken, darunter ein Handelskrieg. Es wird interessant sein, zu erfahren, ob die Organisation diesen Risiken mittlerweile eine höhere Wahrscheinlichkeit beimisst.

Bei Kaffee-ETPs (A0KRJT) hielten die Zuflüsse die siebte Woche in Folge an. Die Kaffeepreise gaben vergangene Woche um 2,7 Prozent (27 Prozent seit Jahresbeginn) nach. Die Zuflüsse in Höhe von 3,8 Mio. USD scheinen auf eine Schnäppchenjagd seitens der Anleger zurückzuführen zu sein. Verantwortlich für den Preisrückgang scheinen die umfangreiche Produktion und die Abwertung des brasilianischen Real (die Verkäufe von brasilianischem Kaffee an einem globalen in US-Dollar denominierten Markt begünstigt). Zahlreiche Anleger sind allerdings der Auffassung, dass Kaffee überverkauft ist. Das letzte Mal gaben die Preise 2013 auf ein derart niedriges Niveau nach. Damals kam es kurz darauf zu einer deutlichen Preisrally (115 Prozent zwischen November 2013 und Oktober 2014). Da die Positionierung am Futures-Markt heute deutlich negativer ausfällt als noch 2013, besteht ein erhebliches Risiko einer durch Deckung von Short-Positionen ausgelösten Rally. Zwar fallen die Renditen dieses Jahr stark aus. Die Lagerbestände sind nach den Produktionsdefiziten im letzten Jahr heute allerdings niedriger als 2013.

Energiekorb-ETPs (A0KRKD) verzeichnen Zuflüsse in Höhe von 7,6 Mio. USD. Die Sorgen in Bezug auf Hurricane Florence haben die Energiepreise in der vergangenen Woche in die Höhe getrieben. Wir halten die Zugewinne der Benzinpreise angesichts der höheren Kraftstoffnachfrage zwar für gerechtfertigt. Der geringere Stromverbrauch der Haushalte (in evakuierten Häusern und Unternehmen) dürfte einen Teil der Gewinne bei Erdgas und WTI-Öl wieder umkehren.

Precious metals ripe for a short-covering rally

Over the past two months, equity markets have been hitting new highs—exhibiting a “risk on” sentiment. With the exception of energy, commodity markets have been quite the opposite. Fears of a trade war have driven a “risk off” sentiment in commodities with intermittent US Dollar strength acting as another headwind. We believe the markets have been overly focused on demand destruction and have ignored the impact on supply chains from burgeoning trade protectionism. As a result, we believe many commodities are ripe for an upward correction in price.

Remarkably, if an investor looked at the US Dollar (measured by the US Dollar Index, DXY) at the start of August 2018 and the end of August 2018, they wouldn’t see much change. Of course, this would mask a move from approximately 94.5 to almost 97 and then back towards a range from 94.5 to 95.0. The move toward 97.0 was very sharp, leading to the strong US Dollar story gaining a lot of attention—very important for the prospects of commodities priced in Dollars.

We would also note that in the US Treasury market the difference between the yield of the 10 Year and 2 Year interest rates dropped below 20 basis points—to a level of 18.75 on 24th August. Historically, times when the 2 Year interest rate has eclipsed the 10 Year interest rate have presaged economic recessions in the next 12 to 18 months. Given the relative positioning of these rates, the next move by the Fed, should it occur in September, could lead to an inverted yield curve. Fed Chair Jerome Powell’s speech at Jackson Hole led market participants to believe that this rate hike is all but a foregone conclusion. Does this have to lead to US economic recession over the coming 12 to 18 months? It’s an interesting question to consider. As of this writing, the gold price is hovering back around the $1,195 level, representing a bit of recovery from recent lows around $1,175. The US Dollar’s drop during the latter half of August was definitely a contributory factor—we also continue to monitor the global geopolitical risk environment. Currently, we’re getting a lot of movement as it relates to different trade agreements, but as of yet there is insufficient clarity on the negotiated deals. We also are entering the home stretch before the US midterm elections.

Agricultural commodities struggle amidst trade war uncertainty. With the exception of cocoa, agricultural commodities posted a negative performance over the period. The weaker Brazilian Real and higher coffee crop expectations remain headwinds for coffee prices. Wheat is also expected to suffer a pull-back as higher supply from the US and Russia is expected to partially offset lower supply from the EU.

Industrial metals weighed down by persistent trade war concerns and risk off mode. The strong US Dollar, trade war concerns and weak Chinese economic data have been contributing to negative sentiment towards the sector. However, tighter fundamentals across key industrial metals illustrates athe extent to which the trade war concerns have distorted prices and highlight the scope for recovery within the industrial metals sector when the uncertainty fades away.

Energy markets buck commodity price capitulation as supply disruptions and unabated demand a support energy prices. A combination of global warm weather and a continued economic recovery has helped on the demand front. Supply of oil has been constrained due to the economic collapse of Venezuela.

Sentiment towards gold fell further after the yellow-metal failed to post any gains despite an emerging market sell-off. Gold’s lack of response is less worrying when viewed in light of continued strong developed market equity market performance. Short-covering could aid gold’s recovery if excessive negative sentiment abates.

Den monatlichen Rohstoff-Monitor von ETF Securities finden Sie links als PDF.

Die Zuflüsse in Gold-ETPs nehmen an Fahrt auf, da sich die Anleger für eine Erholung positionieren

Die Zuflüsse in Gold-ETPs nehmen an Fahrt auf, da sich die Anleger für eine Preisumkehr beim Edelmetall positionieren, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Aluminium-ETPs kam es zu den höchsten Abflüssen seit vier Jahren. Höherer Überschuss am Platinmarkt hat Abflüsse aus Platin-ETPs zur Folge.

Die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78) nehmen die fünfte Woche in Folge an Fahrt auf und belaufen sich diesmal auf 54,9 Mio. USD. Die stärkeren Zuflüsse in Gold-ETPs deuten darauf hin, dass sich die Anleger für eine Erholung der Goldpreise positionieren. Angaben der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zufolge fiel die spekulative Netto-Position auf Gold-Futures zum 28. August 2018 auf ein 17-Jahres-Tief, worin die negative Stimmung am Goldmarkt zum Ausdruck kommt. Letztere hat sich unseres Erachtens übermäßig stark eingetrübt, weshalb wir mit einer Aufwärtskorrektur rechnen. Unsere Einschätzung wird von den Mittelflüssen bei Gold-ETPs in der vergangene Woche bestätigt. Gleichwohl hatte der Goldpreis letzte Woche aufgrund zweier wesentlicher Belastungsfaktoren mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum einen der stärkere US-Dollar und zum anderen die unerwartet guten Arbeitsmarktdaten in den USA, die es der Federal Reserve erlauben dürften, an ihren Zinserhöhungsplänen festzuhalten. Zwar dürften sich die Preise auf kurze Sicht weiter volatil entwickeln. Langfristig gehen wir aber von einer Aufwärtsbewegung der Goldpreise aus.

Bei Aluminium-ETPs (A0KRJS) kam es im Vorfeld der jährlichen Angebotsvertragsverhandlungen auf der Metal-Bulletin-Konferenz in Berlin zu den höchsten Abflüssen seit vier Jahren. Der Aluminiumpreis gab vergangene Woche deutlich um 2,76 Prozent nach, was auf die Eskalation der anhaltenden Handelsstreitigkeiten zurückzuführen ist. Darüber hinaus wurde berichtet, dass die USA eine wohlwollendere Haltung gegenüber den Kunden von Rusal (Russlands größter Aluminiumhersteller) eingenommen haben und diesen einen Aufschub bis zum 23. Oktober gewähren. Dies bedeutet, dass Kunden von Rusal mit bestehenden Angebotsverträgen bis zum 23. Oktober 2018 weiterhin Geschäfte mit dem Unternehmen tätigen dürfen. Zwar ist fürs Erste wieder Ruhe am Markt eingekehrt. Allerdings könnte es zu neuerlichen Turbulenzen kommen, falls es Rusal nicht gelingt, sich mit dem US-Finanzministerium zu einigen. Zudem besteht die Sorge, dass es im Vorfeld der Kongresswahlen im November aus politischer Sicht zu schwer für das Finanzministerium sein könnte, die Sanktionen vor Fristablauf im Oktober aufzuheben. 

Bei Platin-ETPs (A0N62D) setzten sich die Abflüsse die zweite Woche in Folge fort. Der Ausblick für den Platinmarkt gestaltete sich vergangene Woche pessimistischer, nachdem das World Platinum Investment Council für das 2. Quartal einen Rückgang der Platinnachfrage um 8 Prozent relativ zum Vorjahr auswies, der auf die schwache Nachfrage seitens der Automobilbranche sowie das verhaltene Anlegerinteresse zurückgeht. Hinzu kommt, dass das Angebot leicht gestiegen ist und für das 2. Quartal somit ein Überschuss von 340.000 Kontrakten besteht. Letzte Woche wurde zudem ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Frankfurt beschlossen, welches im Februar 2019 in Kraft treten soll, was zusätzlichen Druck auf den Platinmarkt ausübt. 

Energie-ETPs (A0KRKD) verzeichnen die zweite Woche in Folge Rücknahmen. Die Energiepreise gaben vergangene Woche nach, da die US-Bestände laut API-Daten mit 1,17 Mio. Barrel stärker gestiegen waren als erwartet. Das US-Energieministerium zeichnete hingegen ein optimistischeres Bild, da die US-Rohölbestände um 4,3 Mio. Barrel und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar 2015 sanken. Wir glauben, dass der Preiseinbruch zum Großteil auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen ist und gehen davon aus, dass die Risikobereitschaft infolge des starken Arbeitsmarktberichts in den USA einen Anstieg der Energiepreise in dieser Woche bedingen wird.

Zuflüsse in Silber-ETPs setzen sich fort, da die Preisrückgänge überzogen scheinen

Bei Long-Silber-ETPs kam es zu den stärksten Zuflüssen in 14 Wochen, da die Preisrückgänge überzogen erscheinen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Kupfer-ETPs verbuchten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen, da sich die Anleger Kursrückschläge zunutze machen. Gold verzeichnet erstmals seit vier Wochen wieder Abflüsse.

Bei Long-Silber-ETPs (A0N62F) kam es zu den stärksten Zuflüssen in 14 Wochen, da die Preisrückgänge überzogen erscheinen. Die Zuflüsse in Long-Silber-ETPs in Höhe von 32,9 Mio. USD in der vergangenen Woche glichen die anhaltenden Abflüsse in den vorangegangenen drei Wochen mehr als aus. Die Silberpreise sind in diesem Jahr deutlich stärker gefallen als die Goldpreise. Erstere gaben seit Jahresbeginn bislang um 13 Prozent nach, Letztere um 8 Prozent. Das Verhältnis der Gold- und Silberpreise ist auf den höchsten Stand seit März 2016 gestiegen, was darauf hindeutet, dass Silber im Vergleich zu Gold günstig bewertet ist, und einige Anleger scheinen sich für eine Erholung der Silberpreise zu positionieren.   

Kupfer-ETPs (A0KRJU) verbuchten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen. Nach drei Wochen von Abflüssen in Folge kam es vergangene Woche zu Zuflüssen in Long-Kupfer-ETPs von 13,3 Mio. USD. Die Kupferpreise entwickelten sich in den letzten Monaten volatil. Nach dem Preiseinbruch bei Kupfer von beinahe 22 Prozent zwischen dem 8. Juni und dem 15. August 2018 erholten sich die Preise zwischen dem 15. und 28. August wieder um über 5 Prozent. Vom 28. bis 31. August gaben die Preise dann abermals um 2 Prozent nach. Die jüngsten Zuflüsse deuten möglicherweise darauf hin, dass sich einige Anleger Kursrückschläge zunutze machen. Trotz der anhaltenden Sorge, dass ein aufkommender Handelskrieg die globale Kupfernachfrage dämpfen könnte, fallen die Fundamentaldaten für das Metall unseres Erachtens weiter solide aus. Das Angebot an raffiniertem Kupfer dürfte infolge der Schließung der Schmelzanlage von Vedanta im Mai 2018 (Indiens zweitgrößter Schmelzbetrieb) weiterhin knapp ausfallen. China wird die Verhüttungsaktivitäten wohl auch in diesem Winter wieder begrenzen, um die Verschmutzung zu reduzieren, was ebenfalls zur Angebotsverknappung beiträgt. Die jüngsten Daten der International Copper Study Group zeigen, dass raffiniertes Kupfer nach einem Überschuss von Januar bis März im April und Mai ein Angebotsdefizit aufwies.

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichnen erstmals seit vier Wochen wieder Abflüsse. Trotz der Zuflüsse zu Beginn der Woche kam es bei Long-Gold-ETPs auf Wochensicht insgesamt zu Abflüssen in Höhe von 8,8 Mio. USD. Die Goldpreise setzten ihre Erholung in der vergangenen Woche fort und stiegen relativ zur Vorwoche um 0,4 Prozent. Die Zugewinne beim Edelmetall wurden allerdings durch eine Aufwertung des US-Dollars um 0,6 Prozent am Freitag begrenzt. Grund für die Verkäufe von Gold-ETPs am Freitag dürften die Sorgen sein, dass der US-Dollar wieder auf Werte steigen könnte, die zuletzt Anfang August verzeichnet worden waren.

Die Abflüsse aus Aluminium-ETPs (A0KRJS) erreichen ein Acht-Wochen-Hoch. Eine Erholung der Aluminium-Preise, die am 17. August eingesetzt hatte, dürfte potenzielle Gewinnmitnahmen nach sich ziehen. Mit dem Preisumschwung fielen Abflüsse aus Long-Aluminium-ETPs in Höhe von 6,4 Mio. USD in der letzten Woche und 0,9 Mio. USD in der Woche davor zusammen. Das Aluminiumangebot fällt im bisherigen Jahresverlauf aufgrund von Sanktionen gegen einen großen Aktionär vom weltweit größten Aluminiumhersteller Rusal begrenzt aus. Darüber hinaus haben auch die von den USA auferlegten Zölle auf Aluminium-Importe für Störungen in den Lieferketten gesorgt.

ETP-Anleger scheinen Möglichkeiten zur Schnäppchenjagd bei Gold entdeckt zu haben

Long-Gold-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit Juni 2018, da die Anleger auf Schnäppchenjagd zu sein scheinen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Long-Nickel-ETPs hielt der Mittelzustrom die achte Woche in Folge an, obwohl sich die Preissituation vergangene Woche entspannt hat. Dagegen hielten die Abflüsse aus Long-Kupfer-ETPs an, während beim Arbeitskampf in der Escondida-Mine eine Lösung in Sicht ist.

Long-Gold-ETPs (A0LP78)verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit Juni 2018, da die Anleger auf Schnäppchenjagd zu sein scheinen. Nachdem der Goldpreis vergangene Woche um 3,0 Prozent gefallen war, tätigten die Anleger die stärksten Käufe seit Juni 2018 und engagierten sich in einem Umfang von 85,5 Mio. USD bei Gold-ETPs (A0N62G). Anscheinend stimmen viele ETP-Anleger mit uns darin überein, dass Gold überverkauft ist. Wie wir bereits dargelegt haben, ist die zunächst nur schwache Reaktion von Gold auf die Situation in der Türkei vermutlich nicht überzubewerten. Das Metall reagiert möglicherweise mit Verzögerung auf die Wirtschaftskrise in der Türkei. Gold wurde letzte Woche durch die Dollar-Aufwertung niedrig gehalten. In Stressphasen löst sich üblicherweise die negative Korrelation von Gold mit dem US-Dollar auf. Allerdings könnte die Drohung der türkischen Zentralbank, aufgrund des Drucks auf die Lira Gold verkaufen zu wollen, maßgeblich für den Abwärtsdruck auf den Goldpreis verantwortlich sein. Unserer Einschätzung nach dürfte Gold in der derzeitigen turbulenten Phase zu einem begehrten Vermögenswert für türkische Haushalte und Anleger avancieren. Hinzu kommt, dass die politische Prämie bei Gold steigen könnte, falls die türkische Regierung mit der Kontrolle von Devisen- oder Goldpreisbewegungen drohen sollte.

Silber- und Platin-ETPs (A0N62F bzw. A0N62D) verzeichnen im Zuge von Preiseinbrüchen starke Abflüsse. Silber und Platin verbilligten sich vergangene Woche um 4,7 Prozent bzw. 5,9 Prozent. Die beiden Metalle gaben deutlich stärker nach als Gold, da sie anders als das gelbe Metall nicht vom Status eines sicheren Hafens profitieren. Die Anleger trennten sich von diesen konjunktursensibleren Metallen, wobei die Abflüsse aus Silber-ETPs 19,1 Mio. USD erreichten (so viel wie seit Juni 2018 nicht mehr), während aus Platin-ETPs 25,9 Mio. USD abflossen (so viel wie seit August 2016 nicht mehr).

Bei Long-Nickel-ETPs (A0KRJ4) hielt der Mittelzustrom die achte Woche in Folge an, obwohl sich die Preissituation vergangene Woche entspannt hat. Long-Nickel-ETPs verzeichneten letzte Woche einen Mittelzustrom von 53 Mio. USD. Nachdem die Nickelpreise vor zwei Wochen das Stigma des Handelskrieges abzuschütteln schienen, brachen die Preise vergangene Woche im Rahmen eines neuerlichen Ausverkaufs zyklischer Vermögenswerte wieder ein. Die Industriemetall- und Energiepreise bewegten sich allesamt nach unten, da die Risikoaversion am Markt zunahm. Wir rechnen allerdings wieder mit einer Erholung, falls die Situation in der Türkei unter Kontrolle bleibt. Darüber hinaus glauben wir, dass die Metallpreise letztlich von Handelskriegen profitieren, denn der Einfluss von Störungen in den Lieferketten dürfte gegenüber dem Effekt des Nachfragerückgangs überwiegen (siehe auch Handelskriege: günstig für die Metallpreise?).

Die Abflüsse aus Long-Kupfer-ETPs (A0KRJU) hielten an, während beim Arbeitskampf in der Escondida-Mine eine Lösung in Sicht ist. Nach den von der Regierung geleiteten Gesprächen akzeptierten die Gewerkschaft und ihre Mitglieder einen neuen Vertrag von BHP Billiton. Dadurch wird eine seit Jahren andauernde Pattsituation beendet, in deren Zuge die Minenarbeiter vergangenes Jahr 44 Tage lang gestreikt hatten. ETP-Anleger veräußerten Kupfer-ETPs im Umfang von 20,2 Mio. USD. Wir sind aber nicht davon überzeugt, dass das Kupferangebot infolge der Vereinbarung wesentlich zunehmen wird. Störungen der globalen Lieferkette infolge der Handelskriege werden das Angebot vermutlich begrenzen. 

Anleger veräußern Short-USD-/Long-EUR-Positionen im Umfang von 10,2 Mio. USD. Vergangene Woche waren Short-USD-/Long-EUR-ETPS von Abflüssen im Umfang von 10,2 Mio. USD betroffen, wodurch die Zuflüsse der vorangehenden beiden Wochen in Höhe von 11,6 Mio. USD wieder weitgehend neutralisiert wurden. Der Euro hat in den letzten beiden Wochen fast 2 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet, da von der Türkei ausgehende Ansteckung befürchtet wurde.

Bei Nickel- und Aluminium-ETPs kam es zu Zuflüssen, da die Sanktionen gegen Industriemetalle im Rahmen des Handelskrieges gelockert wurden

Long-Nickel- und -Aluminium-ETPs verbuchten infolge der allmählichen Preiserholung die höchsten Zuflüsse seit Februar 2018, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Gold-ETPs kam es erstmals seit sechs Wochen wieder zu Zuflüssen. Die Sorgen um die Türkei üben Druck auf den Euro aus.

Long-Nickel- (A0KRJ4) und -Aluminium-ETPs (A0KRJS) verbuchten infolge der allmählichen Preiserholung die höchsten Zuflüsse seit Februar 2018. Die Preise für Nickel zogen letzte Woche um 2,5 Prozent, jene für Aluminium um 4,2 Prozent an, da der Markt den Fokus auf die Angebotsstörungen zu verlagern scheint, die sich wahrscheinlich aus dem US-Protektionismus ergeben dürften. Die Zuflüsse bei Long-Nickel- und Long-Aluminium-ETPs beliefen sich auf 31,2 Mio. USD bzw. 6,5 Mio. USD. Wie bereits in unserem Beitrag Handelskriege: günstig für die Metallpreise? erwähnt, scheint der Markt unschlüssig darüber zu sein, ob sich der Protektionismus positiv oder negativ auf die Preise auswirkt. Nach der ersten Runde an Zollankündigungen im Februar 2018 gaben die Preise nach. Zwischen April und Juni kam es dann zu einer Preisrally, da die Angebotsstörungen in den Fokus rückten. Nachdem die Regierung Trump weitere protektionistische Maßnahmen angedroht hatte, kamen am Markt Sorgen über die negativen Auswirkungen auf das globale Wachstum auf, was in Preisrückgängen über weite Strecken des Juni und Juli zum Ausdruck kam. Die Wiedereröffnung mehrerer Minen auf den Philippinen im Juni, die im Februar 2017 aufgrund von Umweltverstößen geschlossen worden waren, belastete die Entwicklung der Metalle zusätzlich. Seit letzter Woche legt der Markt den Schwerpunkt allerdings wieder auf die Angebotsstörungen, ungeachtet der verschärften Tonart des US-Präsidenten im Hinblick auf einen Handelskrieg. Kupfer konnte lediglich um 0,1 Prozent zulegen, nachdem der Streik bei Escondida (die weltweit größte Kupfermine) in letzter Minute abgewendet werden konnte. Dies war der chilenischen Regierung zu verdanken, die mittlerweile als Schlichter zwischen der Gewerkschaft und BHP Billiton auftritt. Sollten sich die Parteien jedoch bis zum 14. August 2018 nicht einigen können, ist ein neuerlicher Streik nicht auszuschließen.

Bei Long-Gold-ETPs (A0LP78) kam es erstmals seit sechs Wochen wieder zu Zuflüssen, und zwar in Höhe von 26 Mio. USD. Zwar fallen die Goldpreise weiter verhalten aus. Einige Anleger sind allerdings mittlerweile der Ansicht, dass der Preisrückgang überzogen war. Wir teilen diese Auffassung. Trotz der Aufwertung des US-Dollars sind die US-Treasury-Renditen weniger stark gestiegen, als wir dies im Juni erwartet hatten, und die US-Inflation bewegt sich auf einem 6-Jahres-Hoch. Die schwache Wertentwicklung ist auf die übermäßig verhaltene Anlegerstimmung in Bezug auf das Edelmetall (sowohl an den Futures- als auch den ETP‑Märkten) zurückzuführen. Sollte sich die Stimmung wieder verbessern, könnten die Goldpreise zu einer Aufholjagd ansetzen. Unser Basisszenario geht bis Juni 2019 ausgehend von den heutigen Niveaus von einem Goldpreisanstieg um 8 Prozent auf 1307 USD/oz. aus (vgl. Gold-Ausblick). Die wirtschaftlichen Turbulenzen in der Türkei, in deren Rahmen die Lira deutlich abwertete (was sich letzte Woche auch beim Euro bemerkbar machte), könnte die Nachfrage nach als „sichere Häfen“ geltenden Anlagen ankurbeln. Gold fungiert traditionell als sicherer Anlagewert in zahlreichen Anlegerportfolios.

Auf Landwirtschafts-ETPs entfällt der Löwenanteil der Mittelflüsse

Landwirtschafts-ETPs verbuchten vergangene Woche die höchsten Zuflüsse seit neun Jahren, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Gold-ETPs kam es die fünfte Woche in Folge zu Abflüssen und breit aufgestellte Rohstoffkorb-ETPs verzeichnen die dritte Woche in Folge Rücknahmen.

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) verbuchen die höchsten Zuflüsse seit Oktober 2009. Seit Jahresbeginn verzeichnen Agrarrohstoffe, allen voran Weizen, Mais, Baumwolle und Soja, die stärksten Gewinne im Rohstoffkomplex. Grund sind die günstigen Fundamentaldaten sowie die unerwartet extremen Wetterbedingungen. Im Falle von Weizen haben das heiße und trockene Wetter, das in den Hauptanbaugebieten zu beobachten war, Sorgen über einen Rückgang der globalen Weizenproduktion geschürt. Laut den letzten, im Juli veröffentlichten World Agricultural Supply and Demand Estimates (WASDE) dürfte das globale Weizenangebot für die Saison 2018/19 infolge der geringeren Produktion um 9,3 Mio. Tonnen sinken und damit das niedrigste Niveau seit drei Jahren erreichen. Letzte Woche kamen den Weizenpreisen außerdem Meldungen zugute, dass das ukrainische Landwirtschaftsministerium eine Begrenzung der Exporte von Mahlweizen in Erwägung zieht. Bei Mais sorgt die positive Nachfrageentwicklung für anhaltend hohe Preise. Nach fünf Jahren mit Überschüssen wird nunmehr mit einem Defizit am Maismarkt gerechnet, da der Verbrauch das Angebot übersteigt. In der Folge sanken die Lagerbestände bei Mais laut dem US‑Landwirtschaftsministerium (USDA) auf ein Sechs-Jahres-Tief von 152 Mio. Tonnen. Unterdessen scheint der Sojamarkt vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen. Dennoch bewirken die Sorgen in Bezug auf das trockenere Wetter und die rückläufige Bodenfeuchte zu einer wichtigen Zeit für die Bohnenentwicklung weitere Anstiege am Sojamarkt. Der Baumwollmarkt scheint ebenfalls von den jüngsten Schätzungen des USDA zu profitieren, das mit einem niedrigeren globalen Angebot, gleichzeitig aber mit einem höheren Verbrauch rechnet. Trotz der anhaltenden Handelsspannungen scheinen sich Anleger über diversifizierte Körbe für Agrarrohstoffe zu engagieren, da sich der fundamentale Ausblick für die meisten dieser Rohstoffe aufhellt. 

Bei Gold ETPs (A0LP78)kam es die fünfte Woche in Folge zu Abflüssen. Die Goldpreise sahen sich letzte Woche weiterhin einigen Belastungsfaktoren gegenüber, darunter der stärkere US-Dollar, der optimistischere Ausblick, den die Federal Reserve auf ihrer letzten Sitzung zeichnete, und die positive Entwicklung am US-Arbeitsmarkt (ohne Landwirtschaft). Angaben der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zufolge wies die spekulative Positionierung bei Gold-Futures zum 31.Juli 2018 ein Netto-Short-Exposure von 41.987 Kontrakten auf und befindet sich damit unseres Erachtens in überverkauftem Terrain. Wir rechnen daher mit einer Kehrtwende bei den Goldpreisen.

Bei breit aufgestellten Rohstoffkorb-ETPs (A0KRKC) kam es die dritte Woche infolge zu Rücknahmen, da sich die Handelsspannungen verschärfen. Die Vergeltungsmaßnahmen in Form von gegenseitigen Zöllen zwischen den USA und China hielten letzte Woche unvermindert an. Die chinesische Regierung bestätigte, Zölle auf US-Güter im Wert von 60 Mrd. USD erheben zu wollen, falls die Regierung Trump ihre Drohung, Abgaben für chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. USD einzuführen, nicht zurücknimmt. Die Rohstoffpreise sahen sich angesichts der trüberen Stimmung im Komplex weiterhin Schwankungen ausgesetzt.

 

Zuflüsse in Öl-ETPs halten angesichts von Angebotsstörungen an

Bei Long-Öl-ETPs kam es die dritte Woche in Folge zu Zuflüssen, da die Angebotsunterbrechungen für weitere Preisanstiege sorgen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Die Abflüsse bei Gold haben weiter Bestand, verlangsamen sich aber. Gewinnmitnahmen scheinen für die höchsten Abflüsse bei Baumwolle-ETPs seit 2016 verantwortlich zu sein.

Bei Long-Öl-ETPs (A1N49P) kam es die dritte Woche in Folge zu Zuflüssen, da die Angebotsunterbrechungen für weitere Preisanstiege sorgen.Dies stellt somit den längsten Zeitraum anhaltender Zuflüsse seit Juni 2017 dar. Infolge des Ölpreisanstiegs um 2,4 Prozent flossen vergangene Woche 8,6 Mio. USD in entsprechende ETPs. Während die Zuflüsse in der Vorwoche von einer Schnäppchenjagd im Zuge fallender Preise bedingt schienen, stiegen die Ölpreise in der letzten Woche als Reaktion auf Angebotsstörungen. Saudi-Arabien setzte vorübergehend alle Öllieferungen über die Bab el-Mandab-Meerenge infolge von Angriffen auf zwei Rohöltanker durch Huthi-Rebellen im Jemen aus. Beinahe 8 Prozent des globalen Ölhandels auf dem Seeweg erfolgen über diese Meerenge (knapp unter 5 Prozent des globalen Öl- und Flüssigkraftstoffangebots). Anhaltende Ausfälle könnten eine Angebotsverknappung nach sich ziehen. Die meisten Exporte aus dem Persischen Golf, die über den Suezkanal und die SUMED-Pipeline (ein weiterer wichtiger Engpass) schließlich an die europäischen Märkte gelangen, passieren den Bab el-Mandab. Bei einer Umleitung müssen die Öltanker um die südliche Spitze Afrikas herumfahren, was die Kosten erhöht. Gleichzeitig kommt es auch bei schweren Rohölsorten aus Kanada und Venezuela zu Ausfällen. Der im internationalen Fokus stehende Referenzindex für Brent-Öl verzeichnete dabei eine stärkere Kursreaktion als der US-lastige WTI-Referenzindex.

Die Abflüsse bei Gold (A0LP78) haben weiter Bestand, verlangsamen sich aber.Vergangene Woche kam es mit 41,7 Mio. USD die dritte Woche in Folge zu Abflüssen bei Gold-ETPs (A0LP78), womit sie sich aber erstmals innerhalb dieses Zeitraums auf unter 100 Mio. USD beliefen. Die Abflüsse aus ETPs stehen im Einklang mit den rückläufigen spekulativen Positionen am Gold-Futures-Markt. Trotz eines starken Jahresauftakts hat Gold im bisherigen Jahresverlauf 5,8 Prozent eingebüßt. Wir halten den Preisrückgang für überzogen. Zwar dürften die Zinsen weiter steigen und könnte der US-Dollar aufwerten (in der Regel Ereignisse, die sich negativ auf den Goldpreis auswirken). Wir sind allerdings der Ansicht, dass diese Risiken bereits mehr als eingepreist sind. Im Gegensatz dazu scheinen die erhöhten geopolitischen Risiken (üblicherweise ein Positivfaktor für Gold) nicht angemessen im Kurs des Edelmetalls berücksichtigt. Unser Basisszenario für Gold geht von einem Anstieg auf 1307 USD/oz. bis Mitte 2019 aus (vgl. Gold-Ausblick Juni 2018). Dies entspräche einer Aufwärtsbewegung um 7 Prozent ausgehend von den heutigen Niveaus.

Gewinnmitnahmen scheinen für die höchsten Abflüsse bei Baumwolle-ETPs (A0KRJW) seit 2016 verantwortlich zu sein.Baumwolle stellt angesichts eines Anstiegs um 14 Prozent seit Jahresbeginn den Spitzenreiter unter den Agrarrohstoffen dar. Das US-Landwirtschaftsministerium hat kürzlich seine globale Angebotsprognose nach unten korrigiert und geht gleichzeitig von einem erhöhten Verbrauch aus. Obwohl Baumwolle von den chinesischen Zöllen auf US-Waren betroffen ist, könnte die zunehmende Bedeutung Vietnams bei den Baumwollimporten die rückläufige Baumwollnachfrage abfedern. Vietnam ist das Hauptziel für US-Baumwollexporte sowie ein wichtiger Garnproduzent, der die Garnproduktion Chinas zu verdrängen scheint (die Garnexporte von Vietnam nach China sind seit 2012/13 um das Fünffache gestiegen). Die Abflüsse aus Baumwoll-ETPs (A0KRJW) in Höhe von 10,6 Mio. USD scheinen auf Gewinnmitnahmen infolge des jüngsten Preisanstiegs zurückzugehen.

Protektionismus enthüllt Potenzial für japanische Small-Cap-Aktien

von Aneeka Gupta, Equity & Commodities Strategist bei ETF Securities.

Handelskonflikte eskalieren und der Protektionismus scheint wieder im Spiel zu sein. Die Unsicherheit im Hinblick auf die Handelspolitik spiegelt sich auch in den aktuellen Kapitalflüssen von Exchange-Traded Funds (ETF) wider, die häufig zur Einschätzung der Investorenstimmung herangezogen werden. Es überrascht nicht, dass sich die Spanne zwischen den globalen ETF-Kapitalflüssen von Small-Caps gegenüber denen von Large-Caps im zweiten Quartal 2018 mit 9,1 Milliarden USD1 am stärksten erweitert hat und damit ihren höchsten Stand in mehr als vier Jahren erreicht. Die zunehmende Abweichung bei den ETF-Kapitalflüssen zwischen Small- und Large-Caps spiegelt eine inländische Ausrichtung unter den Investoren wider. Das sich daraus ergebende Umfeld sorgt bei Small-Cap-Aktien für potenzielle Chancen, da sie typischerweise stärker vom zugrunde liegenden inländischen Wachstum profitieren und Investoren vor den protektionistischen Belastungen schützen, unter denen das globale Wachstum leidet. Small-Caps bieten unabhängig vom breiteren wirtschaftlichen Hintergrund Potenzial für Anlagerenditen.

Sind japanische Small-Caps derzeit günstig?

Seit Anfang 2000 schneiden japanische Small-Cap-Aktien durchweg besser ab als japanische Large-Cap-Aktien und die Differenz dieser Outperformance befindet sich derzeit auf einem Rekordhoch (siehe Chart unten). Ironischerweise ist japanischen Small-Caps dieses Kunststück mit einer durchschnittlichen Volatilität von 12,4 % gelungen, im Vergleich zu den 10,9 % für japanische Large-Cap-Aktien. Damit widersetzen sie sich dem verbreiteten Irrtum, dass eine Small-Cap-Strategie die zusätzliche Belastung einer höheren Volatilität mit sich bringt. Für eine Small-Cap-Strategie verzeichnen japanische Small-Caps derzeit eine sehr viel geringere Volatilität (13 %) als ihre Pendants in den USA (15 %) und in Europa (12 %). Aus Sicht der Vermögensallokation bieten sie sich dadurch als zusätzliche Position im Portfolio an (Quelle: Bloomberg). Der japanische Aktienmarkt ist einzigartig, da die Renditen aus Aktien und der lokalen Währung historisch gesehen negativ korreliert sind und dadurch die Volatilität gesenkt wird.  

Abbildung 1: Historische Outperformance von japanischen Small- gegenüber Large-Cap-Aktien

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 10. Juli 2018. Die historische Performance ist kein Anhaltspunkt für die künftige Performance und jedes Investment kann im Wert sinken.

Dadurch eröffnet sich ein interessanter Investment Case für japanische Small-Cap-Aktien, die aktuell (Stand: 30. Juni 2018) trotz ihrer starken Performance die niedrigste Bewertung unter den Small-Cap-Aktien weltweit für sich beanspruchen. Japanische Small-Cap-Aktien sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,6 gegenüber vergleichbaren Aktien nicht nur günstiger, sie werden zudem mit einem Abschlag von 40 % gegenüber ihrem historischen Durchschnitt (von 29) gehandelt. Das Wachstum beim Betriebsgewinn von japanischen Small-Cap-Aktien hat in den vergangenen 12 Jahren jährlich im Durchschnitt 15 % betragen, das von japanischen Large-Cap-Aktien 11 %. Japanische Small-Caps verdienen aufgrund ihrer höheren Wachstumsgeschwindigkeit eine höhere Bewertung.

Abbildung 2: Vergleich der globalen Small-Cap-Aktienbewertung gegenüber ihrem langfristigen Durchschnitt

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 9. Juli 2018. Hinweis: Das langfristige historische durchschnittliche KGV entspricht dem durchschnittlichen KGV vom 01.01.2002 bis zum 29.06.2018. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich. Die historische Performance ist kein Anhaltspunkt für die künftige Performance und jedes Investment kann im Wert sinken.

Strukturelle Reformen für weitere Wachstumsimpulse?

Im Gegensatz zu früheren Booms auf dem japanischen Aktienmarkt, wie die in den Jahren 1999 oder 2003, beruht der aktuelle Aufschwung am Aktienmarkt, der 2012 seinen Anfang nahm, unseres Erachtens auf einem starken Gewinnwachstum anstatt auf der Entwicklung der Kurskennzahlen. Japans Premierminister Shinzō Abe veränderte das politische Umfeld in Japan nach seiner Rückkehr an die Regierungsspitze im Jahr 2012 und kehrte damit zu Wirtschaftswachstum und politischer Stabilität zurück. Japan erholt sich langsam von seiner langen Periode der Deflation – die Produktionslücke schließt sich und der Arbeitsmarkt zieht an. Abes dreigleisiger Ansatz, durch den die wirtschaftlichen Grundlagen verbessert werden sollten, konzentrierte sich auf: (1) geldpolitische Lockerung, (2) finanzielle Anreize und (3) strukturelle Reformen. Bisher hat die japanische Wirtschaft von den Vorteilen sowohl der geldpolitischen als auch der finanziellen Impulse profitiert. Unseres Erachtens befinden sich die strukturellen Reformen noch in Arbeit und werden wahrscheinlich für ein binnenwirtschaftliches Wachstum sorgen. In kleineren Unternehmen werden derzeit Tarifverhandlungen geführt und es ist gut möglich, dass sie den Weg für allseits erwartete Lohnerhöhungen ebnen werden. Trotz der Unsicherheit um Abes politische Situation – aktuelle Skandale drohen zurzeit, den politischen Fortschritt der Regierung scheitern zu lassen – erwarten wir, dass die Reformen unabhängig davon, ob Abe zurücktreten muss oder nicht, weitergehen werden.

Der besondere, nach Dividenden gewichtete Ansatz von WisdomTree

Der WisdomTree Japan SmallCap Dividend Index bietet einen charakteristischen Mechanismus zur Gewichtung nach Dividenden, um Zugang zum Wachstum japanischer Small-Caps zu erhalten. Der Index nutzt einen fundamentalen Ansatz, um die Komponenten des qualifizierten Universums nach ihren ausgeschütteten Bardividenden anstatt nach ihrer Marktkapitalisierung neu zu gewichten. Der Wechsel weg von der Gewichtung nach Marktkapitalisierung und hin zur Gewichtung nach Dividenden hilft dabei, Unternehmen mit höheren Dividendenrenditen (günstiger) überzugewichten und Unternehmen mit niedrigerer Dividendenrendite (teurer) unterzugewichten. Die durchschnittliche Dividendenrendite des WisdomTree Japan SmallCap Dividend Index lag bei 2,24 %, im Vergleich dazu verzeichnete der MSCI Japan Small-Cap Index 1,84 % (Stand: 29. Juni 2018). Unserer Ansicht nach war diese Differenz der Hauptgrund für die Outperformance des WisdomTree SmallCap Dividend Index gegenüber dem MSCI Japan Small-Cap Index (1,68 %) und dem Large-Cap MSCI Japan Index (3,37 %) im Zeitraum vom 31. Mai 2006 bis zum 31. Mai 2018. Auch die Aufschlüsselung der Umsätze der Komponenten beider Indizes zeigt, dass der WisdomTree Japan SmallCap Dividend Index über eine höhere Allokation in der japanischen Binnenwirtschaft verfügt und dadurch die Portfolios der Investoren vor den fortwährenden Handelskriegen und den Tücken des Yen schützt.

Abbildung 3: WisdomTree Japan SmallCap Dividend Index bietet höheres Engagement in der inländischen Wirtschaft

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 10. Juli 2018

Japan ist hervorragend positioniert, um mit dem Fortschritt der Automation zurechtzukommen. Da der Bevölkerungsanteil im erwerbsfähigen Alter sinkt, muss Japan die Entwicklung von Robotern beschleunigen, um sich einen Vorsprung gegenüber konkurrierenden Ländern zu sichern. Um diesen sich entwickelnden Trend auszunutzen, vergibt der WisdomTree Japan SmallCap Dividend Index eine Allokation von 37 % an Informationstechnologie und Industriesektoren, die ein Engagement in Automation, dem sogenannten Internet of Things (IoT) und Elektrofahrzeugen bereitstellen.


1) Quelle: Bloomberg, Stand: 2. Quartal 2018.

Rohstoff-ETPs leiden unter Handelsspannungen

Die Abflüsse aus Gold-ETPs nehmen zu und erreichen den höchsten Stand in acht Wochen. Die Zuspitzung der Handelskonflikte zieht die vierte Woche in Folge Abflüsse bei Industriemetallkorb-ETPs nach sich, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Schnäppchenjäger scheinen für Zuflüsse in Öl-ETPs verantwortlich, da die Rohölpreise sinken.

Die Abflüsse aus Gold-ETPs (A0LP78) erreichten mit 113,9 Mio. USD ein Acht-Wochen-Hoch. Die Goldpreise gaben die dritte Woche in Folge nach und sanken vergangene Woche auf 1252,6 USD. Seit Jahresbeginn kam es in 15 von 28 Wochen bei Gold-ETPs (A0LP78) zu Abflüssen, die sich insgesamt auf 517 Mio. USD belaufen. Dies unterstreicht die negative Stimmung in Bezug auf das Edelmetall vor dem Hintergrund steigender Zinsen. Die jüngste Wertentwicklung bei Gold scheint sich von den bekannten Makrotreibern abgekoppelt zu haben, da das Edelmetall nicht von der höheren Inflation in den USA und den erhöhten politischen Risiken profitieren konnte. Die im Juni ausgewiesene US-Inflation fiel so hoch aus wie seit 6 ½ Jahren nicht mehr und hatte einen weiteren Rückgang der realen Zinsen zur Folge. Aus historischer Sicht würden die Goldpreise von dieser Meldung profitieren, da sie keine Rendite abwerfen und somit einen Schutz vor Verlust der Kaufkraft bieten. Darüber hinaus konnten auch die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China die Nachfrage nach Gold, das traditionell als sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit gilt, nicht ankurbeln. Unseres Erachtens wird die negative Stimmung vom stärkeren US-Dollar vor dem Hintergrund des von steigenden Zinsen geprägten Umfelds in den USA dominiert und übt damit Verkaufsdruck auf die Goldpreise aus. Wir rechnen mit einer Erholung der Goldpreise in der zweiten Hälfte des Jahres.

Die Zuspitzung der Handelskonflikte zieht die vierte Woche in Folge Abflüsse bei Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) nach sich. Diese belaufen sich auf 20,1 Mio. USD, verlangsamen sich aber. Letzte Woche veröffentlichte die US-Regierung eine weitere Liste an chinesischen Gütern im Wert von 200 Mrd. USD, die ab dem 30. August ebenfalls mit Zöllen in Höhe von 10 Prozent belegt werden. Die US-Regierung befindet sich zudem in Pattsituationen mit der Europäischen Union, Mexiko und Kanada. Die Abflüsse aus Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) sind angesichts ihrer Konjunkturabhängigkeit auf die Belastung der Metallpreise durch die Zuspitzung der Handelskonflikte zurückzuführen. Unter den Anlegern macht sich zunehmend die Sorge breit, dass die Unsicherheit in Bezug auf den Handelskrieg das globale Wirtschaftswachstum bremsen und so die Nachfrage nach Industriemetallen schmälern könnte. Zwar lässt sich nicht abstreiten, dass die Handelsstreitigkeiten, bei denen Gleiches mit Gleichem vergolten wird, für Unsicherheit sorgen. Gleichwohl rechnen wir mit einer Beilegung der Konflikte noch vor den Zwischenwahlen in den USA im November. Bis dahin dürften sich Industriemetalle volatil entwickeln und die langfristigen Fundamentaldaten weiter günstig ausfallen.

Nach drei Wochen mit Abflüssen kam es bei Rohöl-ETPs (A1N49P) erneut zu Zuflüssen in Höhe von 9,4 Mio. USD, da die Schnäppchenjäger die rückläufigen Rohölpreise für Käufe zu nutzen schienen. Die Brent-Rohölpreise verzeichneten im Verlauf der letzten Woche den größten Tagesverlust in beinahe 2 ½ Jahren, da befürchtet wurde, dass libysches Öl früher als erwartet den Weg an den Markt zurückfinden könnte. Grund waren Meldungen darüber, dass die Ölterminals im Osten Libyens, die für vier Wochen geschlossen waren, ihren Betrieb wieder aufnehmen, nun da sie wieder an das staatliche Ölunternehmen NOC übergegangen sind. Die Stilllegung der Produktion in Libyen verringerte das Ölangebot am Markt um rund 800.000 Barrel pro Tag. Der Markt dürfte sich allerdings wieder entspannen, da nunmehr mit einer Normalisierung der libyschen Ölproduktion gerechnet wird. Negative Monatsberichte seitens der Energieinformationsbehörde (EIA) und der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die beide ein starkes Angebotswachstum außerhalb der OPEC für 2019 signalisieren, sorgten für zusätzlichen Druck auf den Ölpreis.

Kollateralschäden auf dem Sojabohnenmarkt

von Aneeka Gupta, Equity & Commodities Strategist bei ETF Securities.

China ist der weltweit größte Importeur und Amerikas größter Abnehmer von Sojabohnen. Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und steigende Einkommen haben den Weg für einen stetigen Anstieg der chinesischen Sojaimporte in den letzten Jahrzehnten geebnet. Im vergangenen Jahr importierte China 57% der US-Sojabohnen, was einem Drittel der weltweiten Lieferungen entspricht. Seit dem Inkrafttreten der US-Importzölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Mrd. US$ am 6. Juli 2018 hat China mit der Einführung eines Importzolls von 25 % auf US-Sojabohnen reagiert. Der Handelskrieg hat sich verschärft, nachdem die Trump-Administration sagte, dass sie 10% Zölle auf zusätzliche chinesische Importe im Wert von 200 Mrd. USD erheben würde. Dieser Handelskrieg hat sich spürbar auf den Sojamarkt ausgewirkt. Nicht nur die Sojapreise sind seit Anfang Juni dieses Jahres um 15% gesunken, auch der Preisunterschied zwischen Sojabohnen aus den USA und denen aus Brasilien hat sich auf ein Fünfjahreshoch ausgeweitet - das entspricht 70 US-Dollar pro Tonne.

Das chinesische Landwirtschaftsministerium hat seine Prognose für Sojaimporte im Erntejahr 2018/19 (das am 1. Oktober beginnt) gegenüber dem Vormonat um 2% auf 94 Millionen Tonnen gesenkt. Der Direktor der China National Cereals, Oils and Foodstuffs Corporation (COFCO), der für Getreideimporte zuständigen Behörde, sagte, dass China plant, mehr Sojabohnen aus anderen Ländern zu importieren, um seine Abhängigkeit von den USA als Reaktion auf die Strafzölle der USA zu verringern.  Kurzfristig dürfte China mehr Sojabohnen aus Lateinamerika importieren. In Anbetracht des Preisgefälles haben wir dies bisher zum Nachteil Chinas dargestellt, da es Soja zu einem höheren Preis kaufen würde. Dies würde die Kosten für die Landwirte in die Höhe treiben und möglicherweise die Einzelhandelspreise für Lebensmittel erhöhen, was die Inflation anheizen würde. Wir halten es nach wie vor für unwahrscheinlich, dass China in der Lage sein wird, die gesamte Menge seiner US-Importe von anderen großen Exporteuren wie Brasilien und Argentinien zu ersetzen.

Über Nacht (Stand: 12. Juli 2018) revidierte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) auch seine bisherige Schätzung der chinesischen Sojaimporte 2018/19 um 8 Mio. Tonnen auf 95 Mio. Tonnen in diesem Monat. Unterdessen wurden die US-Exporte im Erntejahr 2018/19 um 6,8 Mio. Tonnen reduziert, was zu einem Anstieg der US-Sojabohnenbestände am Ende des Erntejahres um 5,3 Mio. auf 15,8 Mio. Tonnen führte. Damit dürfte das bisherige Rekordniveau aus dem Erntejahr 2006/07 übertroffen werden. Dies entspricht den Schätzungen des chinesischen Landwirtschaftsministeriums. Bislang sind Chinas Einfuhren im Juni um 10% niedriger. Sofern in den aktuellen Handelsstreitigkeiten nicht eine Lösung ausgehandelt wird, erwarten wir weiteren Druck auf die US-Sojapreise.

Kapitalflüsse bei Industriemetall-ETPs werden am stärksten durch den Handelskrieg in Mitleidenschaft gezogen

Platin-ETPs verbuchten die höchsten Zuflüsse seit 37 Wochen, begünstigt durch den starken US-Automobilabsatz und die Handelszollverhandlungen in der EU, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Angesichts der Handelskriege kam es bei Industriemetallkorb-ETPs die dritte Woche in Folge zu Abflüssen. Die Zuflüsse in Kaffee-ETPs erreichten den höchsten Stand seit September 2013, nachdem das globale Kaffeedefizit gestiegen war.

Schnäppchenjäger zu sein, nachdem Platin-ETPs (A0N62D) letzte Woche unter die Marke von 800 USD/oz. nachgegeben hatten. Dies ist der niedrigste Stand seit Dezember 2008. Aus fundamentalen Gesichtspunkten dürfte der Platinmarkt dieses Jahr erneut einen Überschuss aufweisen, was die Stimmung in Bezug auf das Metall belastet. Allerdings scheint der Preisabschlag bei Platin übertrieben, da der Abschlag gegenüber Gold letzte Woche auf ein Rekordhoch von 440 USD gestiegen ist. Gegenüber seinem Schwestermetall Palladium weist Platin einen Abschlag von 140 USD/oz. auf. Aufgrund des umfangreichen Einsatzes in Kfz-Katalysatoren dürften die Platinpreise vom starken US-Automobilabsatz profitieren, der Angaben der Ward’s Automotive Group zufolge um 4,8 Prozent relativ zum Vorjahr zugelegt hat. Hinzu kommt, dass die EU laut Medienberichten multilaterale Vereinbarungen mit anderen wesentlichen Automobilexporteuren in den USA, Südkorea und Japan zur Senkung der Importzölle auf Automobile in Erwägung zieht. Sollte es zu einer Einigung kommen, dürfte dadurch das Risiko eines Nachfragerückgangs bei Platin infolge der Handelsstreitigkeiten, die sich mittlerweile auch auf den Automobilbereich erstrecken, verringert werden.

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten vergangene Woche Abflüsse in Höhe von 16,5 Mio. USD und glichen damit die Zuflüsse aus der Vorwoche aus, da der starke US-Arbeitsmarktbericht in den Mittelpunkt rückte. Die Goldpreise gerieten gegen Ende letzter Woche unter Druck, da der Stellenaufbau in den USA im Juni laut dem jüngsten Beschäftigungsbericht unerwartet stark ausfiel, sodass die Fed an ihrem Straffungszyklus in diesem Jahr festhält. Zwar wäre eigentlich zu erwarten, dass die eskalierenden Handelsstreitigkeiten die Goldpreise stützen. In Wirklichkeit wird der historische Reiz des Edelmetalls als sicherer Hafen dieses Jahr aber durch den stärkeren US-Dollar in Mitleidenschaft gezogen.

Die weitere Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China belastet auch die Stimmung in Bezug auf breit aufgestellte Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7), bei denen es letzte Woche mit 64,1 Mio. USD die dritte Woche in Folge zu Rücknahmen kam. Vergangene Woche wurden US-Importzölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Mrd. USD verhängt, auf die China mit vergleichbaren Vergeltungszöllen auf US-Güter reagieren dürfte. Damit ist es allerdings noch nicht getan, denn es stehen weitere US-Zölle auf chinesische Importgüter in Höhe von 16 Mrd. USD zu erwarten. Neben der erhöhten Unsicherheit infolge der Handelsstreitigkeiten läuft auch das Risiko eines ausufernden Konflikts zwischen den USA und China Gefahr, das globale Wirtschaftswachstum ins Schwanken zu bringen. Der offensichtlichen Unsicherheit unter den Anlegern tragen Industriemetalls-ETPs (A0SVX7) angesichts ihrer prozyklischen Natur mit Abflüssen Rechnung. Trotz der starken fundamentalen Verfassung der meisten Metallmärkte dürften die Preise infolge der Handelsspannungen weiter fallen, solange keine Einigung erzielt wurde. Aluminium-ETPs (A0KRJS) verzeichneten Abflüsse in Höhe von 18 Mio. USD und fielen auf den niedrigsten Stand seit Juni 2016.

Das Risiko einer Stilllegung des Bergbaubetriebs auf den Philippinen, die als der weltweit zweitgrößte Nickelerzproduzent gelten, aus ökologischen Gründen hatte mit 5,3 Mio. USD die zweite Woche in Folge Zuflüsse in Nickel-ETPs (A0KRJ4) zur Folge.

Kaffee-ETPs (A0KRJT) zogen mit 11,9 Mio. USD die höchsten Zuflüsse seit September 2013 an, nachdem die International Coffee Organisation (ICO) das Defizit nach oben korrigiert hatte. Die Preise für Arabica-Kaffee stiegen am Freitag letzter Woche sprunghaft um 4,54 Prozent an. Dies entspricht dem höchsten Tagesanstieg seit dem 23. Juni 2017. Grund war die Aufwärtskorrektur des geschätzten globalen Kaffeedefizits seitens der ICO. Die Organisation rechnet nach einem Überschuss in der Saison 2016/17 nunmehr für die Saison 2017/18 mit einem Defizit von 1,4 Mio. Säcken (zuvor: 254.000 Säcke).

Neuerliche Risikoerholung nach Einigung der EU in der Migrationspolitik

Die Zuflüsse in Gold-ETPs erholten sich, da die Schnäppchenjäger die niedrigen Preise für Käufe zu nutzen schienen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Angesichts der Handelskriege kam es bei Industriemetallkorb-ETPs die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Long-Yen-Short-EUR-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen, da die führenden EU-Politiker eine Einigung in der Migrationsfrage erzielte.

Die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78) in Höhe von 73,3 Mio. USD kehrten die Abflüsse der vergangenen beiden Wochen um, da die Schnäppchenjäger die niedrigen Preise für Käufe zu nutzen schienen. Die Goldpreise beendeten das zweite Quartal bei 1252,60 USD/oz. und damit auf dem niedrigsten Stand seit beinahe sechs Monaten. Trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen, der Handelskriege und der Korrektur an den globalen Aktienmärkten war Gold, das aus historischer Sicht für seinen Status als sicherer Hafen bekannt ist, nicht in der Lage, von der Risikoaversion zu profitieren. Dies ist insofern logisch, als Gold seit jeher als langfristige Absicherung anstatt eines vorübergehenden sicheren Hafens für kurzfristige Marktvolatilität angesehen wird. Eine anhaltende und langfristige Korrektur an den Aktienmärkten würde sich vermutlich günstig auf die Goldpreise auswirken. Bislang war in diesem Jahr der starke US-Dollar infolge des von steigenden Zinsen geprägten Umfelds in den USA für den Großteil der Schwäche bei Gold verantwortlich, was der antizyklischen Beziehung der Währung zum Edelmetall geschuldet ist. Die Stimmung in Bezug auf Gold fällt weiter äußerst verhalten aus, wenngleich die Zuflüsse in der vergangenen Woche nahelegen, dass sich die Anleger für eine Wende bei den Goldpreisen positionieren.

Aus Rohöl-ETPs (A1N49P) wurde mit 21 Mio. USD die zweite Woche in Folge Kapital abgezogen, was auf Gewinnmitnahmen infolge der höheren Ölpreise hindeutet.Die Ölpreise legten in der vergangenen Woche aufgrund weiterer Angebotsausfälle, rückläufiger US-Lagerbestände und der Berichte, die Regierung Trump wolle bis zum 4. November alle Rohölimporte aus dem Iran einstellen, deutlich zu. Hauptgründe für den unerwartet starken Rückgang der US-Rohölbestände, der sich laut US Department of Energy auf 9,9 Mio. Barrel in der vergangenen Woche belief, waren die Rohölförderung in Rekordhöhe sowie der deutliche Anstieg der US-Rohölexporte. Die Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI verringerte sich weiter von 10 USD auf 5 USD pro Barrel, was auf die aktuellen Produktionsausfälle einer Ölfördereinrichtung in der kanadischen Provinz Alberta zurückzuführen ist. Die Anlage verfügt über eine Produktionskapazität von beinahe 350.000 Barrel pro Tag und wird voraussichtlich bis Ende Juli außer Betrieb bleiben, sodass weniger Rohöl aus Kanada die USA erreicht. Da die rückläufige Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI US-Exporte weniger attraktiv macht, dürften die US-Rohölbestände in den kommenden Monaten erhöht bleiben.

Bei Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) kam es mit 38,9 Mio. USD die zweite Woche infolge zu Rücknahmen, da die anhaltenden Handelsspannungen die Stimmung belasten. Die Industriemetallpreise waren angesichts der fortwährenden Handelskriege Schwankungen unterworfen. Die Regierung Trump kündigte an, ihr Vorhaben, chinesische Investitionen in den USA einschränken zu wollen, voranzutreiben, dabei aber von den strengsten Maßnahmen abzusehen. Gleichzeitig kam es bei Kupfer-ETPs (A0KRJU) die dritte Woche in Folge zu Abflüssen, die mit 31,8 Mio. USD so hoch ausfielen wie seit 39 Wochen nicht mehr.

 

Long-Yen-Short-EUR-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen (9,1 Mio. USD), nachdem die führenden EU-Politiker beim EU-Gipfeltreffen eine Einigung in der Migrationsfrage erzielten. Infolge der viel beachteten Einigung gab der Yen um 0,94 Prozent gegenüber dem Euro nach, sodass die Zuflüsse in Long-Yen-Short-EUR-ETPs allem Anschein nach Schnäppchenjägern geschuldet sind.

Die Abflüsse aus US-Dollar-ETPs erreichten mit 15,9 Mio. USD den höchsten Stand seit 20 Wochen.

OPEC sorgt für Volatilität an den Ölmärkten

Die Ankündigung der OPEC hat die Preise in die Höhe getrieben. Unseres Erachtens beginnt damit aber eine äußerst volatile Phase für Öl, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Silber verzeichnete letzte Woche mit 107 Mio. USD die stärksten Abflüsse seit September 2017 und die Sorgen um einen Handelskrieg haben eine rückläufige Nachfrage nach Industriemetall-ETPs zur Folge.

Die Ölpreise verzeichneten am Freitag eine Intraday-Rally auf 6 Prozent, nachdem die Märkte infolge der mangelnden Transparenz seitens der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) Spekulationen über die Höhe der Produktionssteigerungen in diesem Jahr angestellt haben. Die Anleger verkauften letzte Woche Long-Rohöl-ETPs (A1N49P) im Wert von 9,6 Mio. USD und Short-Rohöl-ETPs in Höhe von 5,7 Mio. USD, um ihre potenziellen Verluste zu minimieren. Obgleich dies aus der Kommunikation nicht klar hervorgeht, sind wir der Ansicht, dass die OPEC jenen Mitgliedern grünes Licht gegeben hat, die in der Lage sind, Produktionssteigerungen vorzunehmen. Die Abschaffung der Quoten für einzelne Länder bedeutet, dass Letztere so viel Öl fördern können, wie sie wollen, und dabei keine Quote verletzen – diese muss nur die Gruppe als Ganzes einhalten. Dies könnte innerhalb der Organisation dazu führen, dass die Förderbegrenzungen nicht mehr eingehalten werden, nachdem sie eine Zeit lang übererfüllt wurden. Die individuellen Quoten hatten zumindest für Transparenz gesorgt. Gruppenweite Förderbegrenzungen sehen sich dem unter Spieltheoretikern als „Gefangenendilemma“ bekannten klassischen Problem gegenüber, bei dem „Verrat“ zwar zu einem Gleichgewicht führt, Kooperation allerdings dazu beitragen würde, dass es der Gruppe als Ganzes besser ergeht. Vor 2014, als die OPEC nur eine gruppenweite Quote aufwies, fiel die Vertragstreue schwach aus. Wir rechnen mit einem Anstieg der Ölproduktion, wodurch die Gewinne vom Freitag aller Wahrscheinlichkeit nach wieder aufgezehrt werden. Die mangelnde Transparenz seitens der OPEC dürfte starke Schwankungen bei den Ölpreisen nach sich ziehen.

Silber (A0N62F) verzeichnete letzte Woche mit 107 Mio. USD die stärksten Abflüsse seit September 2017. Damit wurden die Zuflüsse im vergangenen Monat in Höhe von 95 Mio. USD wieder vollständig aufgezehrt. Die spekulativen Positionierungen am Terminmarkt haben sich zuletzt erholt, nachdem sie auf eine Allzeittief gefallen waren. Silber hatte allmählich gegenüber Gold aufgeholt, wobei die Gold-Silber-Ratio am 14. Juni auf 76 und damit den niedrigsten Stand seit November 2017 fiel. Als die Goldpreise am 15. Juni jedoch einbrachen, konnte sich auch Silber aufgrund der Korrelation zum gelben Edelmetall der Abwärtsbewegung nicht entziehen und büßte vergangene Woche 5,7 Prozent ein. Da Silber stärker nachgegeben hat als Gold, kam es zu neuerlichen Abflüssen.

Die Dollar-Aufwertung belastet die Goldnachfrage. Der US-Dollar-Korb legte vergangene Woche auf ein 11- Monats-Hoch zu. In der Folge gab der Goldpreis um 1,3 Prozent nach. Bei Gold-ETPs (A0LP78) kam es mit 32,7 Mio. USD die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Die Anleger verkauften Long-USD-Short-EUR-ETPs im Wert von 5,4 Mio. USD und engagierten sich im Gegenzug bei Long-EUR-Short-USD-ETPs im Umfang von 7,1 Mio. USD.

Die Sorgen um einen Handelskrieg haben eine rückläufige Nachfrage nach Industriemetall-ETPs zur Folge. Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) verzeichneten letzte Woche mit 36 Mio. USD die höchsten Abflüsse seit Februar 2018. Dies gleicht die Zuflüsse in Höhe von 53 Mio. USD in der Vorwoche oder in Höhe von 39 Mio. USD in der Woche davor zwar nicht vollständig aus, deutet aber auf einen möglichen Stimmungseinbruch unter den Anlegern hin. Die Industriemetallpreise gaben vergangene Woche um 2,5 Prozent nach, da die Anleger besorgt schienen, dass ein sich anbahnender Handelskrieg die Metallnachfrage belasten würde. Unseres Erachtens ziehen die Handelsspannungen vielmehr die Lieferketten in Mitleidenschaft anstatt des globalen Wachstums. Daher dürften sich Erstere eher positiv als negativ auf die Industriemetallpreise auswirken. Höchstwahrscheinlich stellt dies eine reflexartige Korrektur dar, ähnlich der Reaktion der Industriemetalle auf die von den USA im März angekündigte erste Runde von Strafzöllen gegen China. Nach dem anfänglichen Einbruch erholten sich die Metallpreise im April wieder deutlich.

Aktien und Anleihen machen dieses Jahr zum Jahr der Rohstoffe

Die 2018 wieder aufgekommene Volatilität, die von geopolitischen Risiken geschürt wird, hat bei den Kapitalflüssen von Exchange Traded Products (ETP) im ersten Halbjahr (1. HJ) 2018 für eine erstaunliche Trendwende gesorgt. Obwohl frühere Kapitalflüsse nicht als Vorboten für künftige Trends herangezogen werden können, lässt sich mit ihnen jedoch die Stimmung unter den Investoren einschätzen. Im 1. HJ 2018 sind die Kapitalflüsse in Rohstoff-ETPs am stärksten angestiegen, woraus die Kapitalflüsse in Aktien- und Fixed-Income-ETPs als Verlierer hervorgingen.

Abbildung 1: Rotation der Anlageklassen

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 31. Mai 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Rohstoff-Hausse ist dieses Mal breit aufgestellt

ETPs mit breiten Rohstoffkörben verzeichneten im 1. HJ 2018 mit einem Anstieg von 19 % die höchsten Zuflüsse. Starke Zuflüsse in Gold-ETPs sind aus historischer Sicht Vorboten für Zuflüsse in breite Rohstoffe, vor allem in unsicheren Zeiten. Dieses Jahr konnten wir jedoch eine breit angelegte Erholung bei Rohstoffen in den Bereichen Energie, Industriemetalle und Landwirtschaft beobachten. Rohöl (+12 %), Weizen (+24 %), Baumwolle (+16 %) und Nickel (+23 %) (Stand: 6. Juni 2018) leisteten einen Beitrag zu den Zuflüssen in ETPs mit diversifizierten Rohstoffkörben. Ebenso trug angesichts einer steigenden Inflation der zusätzliche Vorteil der Diversifizierung zur Angleichung der Interessen von Investoren bei, die ein höheres Engagement in langfristigeren Rohstoffkörben befürworten. Die Kapitalflüsse in Edelmetall-ETPs, dominiert von Gold-ETPs, verzeichneten die zweithöchsten Zuflüsse, da die Investoren inmitten der fortgesetzten Erhöhung von Handelszöllen und dem politischen Chaos in Italien Zuflucht in einem sicheren Hafen suchten. Obwohl Gold in unsicheren Zeiten als Zufluchtsort Nummer eins bekannt ist, entwickelte sich sein Kurs in der ersten Jahreshälfte nur schleppend, da das Umfeld steigender Zinsen in den USA die Performance belastete. Wir erwarten weiterhin, dass sich die Goldkurse innerhalb einer engen Spanne bewegen und angesichts des Aufs und Abs bei den Handelszöllen und der Unsicherheit künftiger Zinserhöhungen in den USA volatil sein werden. Die Rekordtemperaturen bescherten Agrar-ETPs die dritthöchsten Zuflüsse. Trotz einer starken Performance von Energie-Rohstoffen, kam es bei Energie-ETPs zu den meisten Rückkäufen. Die Kapitalflüsse von Energie-ETPs verhalten sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Rohstoffen, historisch gesehen invers zu ihren Kursen. Dieses Jahr scheint sich dieser Trend fortzusetzen, da die Investoren von einer weiteren Erholung der Ölpreise offensichtlich weniger überzeugt sind.

Abbildung 2: Rohstoffkapitalflüsse 1. HJ 2018

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 31. Mai 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Qualität und Small Caps beeinflussen die Kapitalflüsse

Im Gegensatz zu den USA kam es bei europäischen Aktien-ETPs zu den höchsten Abflüssen. Darin spiegelt sich die nachlassende Wirtschaftsdynamik und die fortgesetzte politische Unsicherheit wider. Nach der vor Kurzem erfolgten Marktkorrektur bieten europäische Aktienbewertungen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16,3 sowie einer höheren Dividendenrendite einen besseren Investment Case gegenüber den USA mit einem KGV von 21. Inmitten des Umfelds steigender Zinsen in den USA erwarten wir, dass sich der starke US-Dollar und das Lohnwachstum negativ auf die US-Gewinne auswirken wird, die im 1. Quartal 2018 ihren Höhepunkt erreicht zu haben scheinen. Es ist hingegen wahrscheinlich, dass eine entgegenkommende Geldpolitik, eine niedrige Inflation und ein schwacher Euro das langfristige Wachstum in Europa unterstützen werden.

Abbildung 3: Stilneigungen bei Aktien im ersten Halbjahr 2018

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 6. Juni 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Bei Aktien verzeichneten Small Caps den Hauptanteil der globalen Zuflüsse. Dies wurde durch die zunehmend protektionistische Rhetorik ausgelöst, da der Großteil der Geschäfte von Small Caps im Inland getätigt werden. Technologiebasierte ETPs verzeichneten mit 19 % im Bereich Aktien die höchsten Zuflüsse. Es überraschte nicht, dass Momentum als Stilfaktor auch im ersten Halbjahr 2018 aufgrund einer hohen Allokation in Technologie-Aktien weiterhin für eine Outperformance sorgte. Es ist jedoch erwähnenswert, dass der Stilfaktor Qualität im Vergleich zu Momentum-ETFs, bei denen es im März und April zu starken Abflüssen gekommen war, im gesamten ersten Halbjahr 2018 starke und kontinuierliche Zuflüsse verzeichnete.

Rotation bei Fixed Income sorgt am kurzen Ende für Vorteile

Die Kapitalflüsse bei Fixed-Income-ETPs hinken im 1. HJ 2018 Aktien und Rohstoffen hinterher. Innerhalb der Fixed-Income-ETPs kam es zu einer tieferen Rotation von Unternehmen hin zu Staatsanleihen. Investoren haben sich auf ETPs für festverzinsliche Anlagen in Schwellenmärkten gestürzt, da die Fundamentaldaten dort weiterhin freundlich sind. Seit August 2017 haben Hochzins- ETPs, anstelle von erstklassigen Anleihen-ETPs, Abflüsse in fünf aufeinanderfolgenden Monaten verzeichnet, die Zuflüssen haben sich seitdem jedoch stabilisiert. Das Umfeld steigender Zinsen hat auf Kosten des langen Endes der Zinsstrukturkurve am kurzen Ende zu höheren Zinsen geführt.

Abbildung 4: Rotation innerhalb des Fixed-Income-Bereichs im 1. HJ 2018

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom Donnerstag, 31. Mai 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Investing in gold in uncertain times

Of all the precious metals, gold is the most popular as an investment. However, it is extremely scarce. Above ground stocks are estimated to be over 180,000 metric tons which, if distributed equally to everyone in the world, would equate to less than 1-oz per person1.

In turbulent times, such as geopolitical upheavals, preserving capital can be an even more important concern than growing capital. This historically safe haven asset usually becomes even more popular and gold prices tend to rise, as it can hold its worth over the long term.

Why should investors consider an exposure to gold?

  • Gold is a potential diversifier to equities and bond portfolios due to a low correlation to the economy and other financial assets
  • Serves as a store of value to help preserve purchasing power over time + Reduced performance drawdowns during equity market volatility
  • Hedge against extreme events and market turmoil

Figure 1 shows the correlation of gold and equity prices

Figure 1: Gold vs Equities—Geopolitical events

Source: Bloomberg, WisdomTree as of close 07/06/2017. NB: We have focused on events with a defined start and end date.
Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Gold prices tend to rise in low interest rate environments, often because of the associated fear that low rates are driven by expansion of the money supply of other currencies. Higher inflation also tends to support gold prices as investors seek a hard asset when the value of other assets is eroded by inflation.

In general, gold acts as a defensive asset, in that it helps with downside protection of a portfolio of assets. Market turbulence that often sends equity prices lower tends to send gold prices higher.

Another instance when the gold price tends to rise is during low real interest rates and high monetary expansion periods, as they are often associated with currency debasement and systemic financial failures. The gold price peaked at US$1,900/oz in September 2011 as successive Euro leader summits, bailouts and bond stability funds failed to staunch both sovereign debt and banking sector solvency concerns in Europe.

Since that peak, gold fell 44% to the end of 2015 as the US Dollar strengthened and real US interest rates rose with the economy showing signs of improvement. In 2016 gold prices rose once again as US interest rates did not rise as much as initially anticipated and a number of political shocks led investors to access this popular safe haven asset. Gold prices fell once again the fourth quarter of 2016, as investors grew optimistic about pro-growth economic policies that were promised by the new US President. However, setbacks in designing and implementing policies and periodic geopolitical events had seen gold prices rise in 2017 and 2018.

How can investors access gold?

There are a number of ways to add gold to a portfolio. Gold can be held physically; via exchange traded products (ETPs), many of which are physically backed by gold; by using sophisticated derivatives such as gold futures; or by holding gold mining equities, which are affected by gold prices.


1) Thomson Reuters GFMS, World Bank, WisdomTree. Report published March 2017.

OPEC signalisiert Bereitschaft für Erhöhung der Fördermenge

von Nitesh Shah, ETF Securities by WisdomTree.

Nach einem Anstieg auf über USD 80/Barrel am 22. Mai 2018 fällt der Brent-Ölpreis wieder. Das Erreichen dieser psychologischen Marke hat am Gesamtmarkt eine Frage aufgeworfen: Ist die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) mit ihren Drosselungen zu weit gegangen? Der jüngste Monatsbericht der OPEC vom 12. Juni zeigt, dass die venezolanische Ölförderung rückläufig ist. Das Land produziert 580.000 Barrel weniger als seine zugeteilte Quote und hat den größten Beitrag zum Rückgang der gesamten OPEC-Förderung geleistet. Dies ist auf die wirtschaftliche Implosion im Land zurückzuführen, mit der das Land zu kämpfen hat und die es davon abhält, seine Förderung zu steigern. Etwas mehr als die Hälfte der OPEC-Mitglieder konnte im vergangenen Monat die Produktion steigern, angeführt von Saudi-Arabien mit einer Produktionssteigerung von 86.000 Barrel m-o-m. Da die OPEC nach ihrem Treffen am 22. Juni einen weiteren politischen Wendepunkt erreicht hat, erwarten wir, dass Saudi-Arabien bei den Produktionssteigerungen führend sein wird, da das Land die meisten freien Kapazitäten zur Verfügung hat.

Abbildung 1: Brent-Ölpreis

Quelle: Bloomberg, WisdomTree. Daten zum Handelsschluss am 30. Mai 2018, stündliche Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die künftige Wertentwicklung. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Nach dem Anstieg des Ölpreises auf USD 80/Barrel waren die OPEC und ihre Nicht-OPEC-Partner gezwungen, ihre Strategie zu überdenken. Im Mai 2018 hatten die Ölpreise eine Spitze erreicht, nachdem die Förderung Venezuelas weiter rückläufig war und vom Markt allgemein erwartet wurde, dass das Damoklesschwert der – bei den Handelspartnern unbeliebten – extraterritorialen US-Sanktionen gegen den Iran das Ölangebot verringern wird. 2014 hatte die OPEC die Fördermenge erhöht, um kostenintensiven Produzenten wie den USA Marktanteile abzunehmen. Die Rückkehr zur Steuerung des globalen Outputs 2017 hat das 2014 vorhandene Problem wieder zutage gefördert: Die OPEC verliert Marktanteile und damit Einnahmen aus dem Ölgeschäft.

Dass es dem 14 Mitglieder starken und zehn weitere Länder umfassenden Kartell gelang, sich derart einhellig auf ein Programm zur Produktionsdrosselung zu einigen, galt als Meilenstein. Mit Geschlossenheit hatte sich die OPEC in der Vergangenheit schwergetan, obschon der „Übereifer“ dieses Mal zu einem großen Teil auf die wirtschaftliche Implosion Venezuelas zurückzuführen war. Inzwischen spüren Saudi-Arabien und Russland den Druck, das Förderdefizit ausgleichen zu müssen, das Venezuela und der Iran hinterlassen dürften.

Abbildung 2: Quoteneinhaltung seitens der OPEC vor 2014 uneinheitlich

Quelle: Bloomberg, WisdomTree. Daten zum Handelsschluss am 30. Mai 2018. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die künftige Wertentwicklung. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Abbildung 3: Einhaltung des aktuellen Deals

Quelle: OPEC (auf Basis sekundärer Kommunikation), WisdomTree. Daten zum Handelsschluss am 30. Mai 2018. Die Grafik zeigt das Ausmaß der Einhaltung der im November 2016 vereinbarten Drosselungen in Prozent. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die künftige Wertentwicklung. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Natürlich beruht die Wiederherstellung des Marktgleichgewichts für die OPEC-Mitgliedstaaten nicht auf rein uneigennützigen Motiven. Fakt ist, dass zahlreiche OPEC-Nationen 2017 eine konjunkturelle Abkühlung verbucht haben und demgemäß auf höhere Öleinnahmen angewiesen sind, um in diesem und im nächsten Jahr eine Erholung herbeizuführen. Statt weitere Preiserhöhungen abzuwarten, ist dies für Länder, die die Fördervolumen erhöhen können, eine einfachere Strategie zur Steigerung der Einnahmen.

Da die USA die Förderung dieses Jahr um 1,4 Millionen Barrel pro Tag erhöhen dürften (Quelle: U.S. Energy Information Administration), muss die OPEC die Gelegenheit beim Schopf packen und den Marktanteil absorbieren, bevor die USA die Produktion so stark erhöhen, dass OPEC-Öl aus dem Markt gedrängt wird. Zum Vergleich: Im letzten Jahr wurde die US-Produktion um 0,5 Millionen Barrel pro Tag erhöht.

Abbildung 4: Prognose zur US-Ölförderung

Quelle: EIA, WisdomTree. Daten zum Handelsschluss am 30. Mai 2018. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die künftige Wertentwicklung. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Auch wenn gemeinhin angenommen wird, dass sich die OPEC unter Verweis auf den fiskalischen Breakeven-Preis (Ölpreis, bei dem sich Einnahmen und Ausgaben eines Staates ausgleichen) eine Fortsetzung der Hochpreisära wünscht, ist festzustellen, dass der gegenwärtige Ölpreis in vielen Ländern über diesen Breakeven-Preisen liegt (unter anderem im Iran, dem Irak sowie in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten). Zahlreichen OPEC-Nationen konnten Ölpreise, die jahrelang deutlich unter den fiskalischen Breakeven-Preisen lagen, nichts anhaben. Tatsächlich hat die Ära der niedrigeren Ölpreise von 2014–2017 diesen Ländern ermöglicht, sich in Sparmaßnahmen zu üben (z. B. in der Kürzung der Subventionen für petrochemische Verbraucherprodukte) und den Fokus stärker auf die Diversifizierung ihrer Volkswirtschaften zu richten. Indes hat Saudi-Arabien unter Führung des Kronprinzen Mohammad bin Salman bin Abdulaziz al-Saud (MbS) das Projekt „Vision 2030“ angestoßen, das Wirtschaftsreformen mit Schwerpunkt auf Umstrukturierung und Diversifizierung vorsieht.

Abbildung 5: Fiskalische Breakeven-Preise

Quelle: IWF, WisdomTree. Daten zum Handelsschluss am 30. Mai 2018. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die künftige Wertentwicklung. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Häufig wurde angenommen, dass Saudi-Arabien auch deswegen höhere Ölpreise will, um die angestrebte Bewertung von Saudi Aramco (die Regierung bezifferte den Wert auf USD 2 Bio.) vor deren Börsengang zu erreichen. Nach den uns vorliegenden Informationen liegt der internationale Börsengang derzeit jedoch auf Eis und der inländische Börsengang an der saudiarabischen Tadawul- Börse wird frühestens 2019 erfolgen. Für eine gleichzeitige oder nachfolgende Notierung an einer ausländischen Börse sind die Voraussetzungen derzeit nicht vorhanden. Bislang haben die saudischen Verantwortlichen nicht einmal entschieden, ob sie den Börsengang in London oder New York durchführen wollen. Es kann also nicht länger das Leitmotiv von Saudi-Arabien und der OPEC sein, aus diesem Grund die Ölpreise nach oben zu treiben.

Der De-facto-OPEC-Führer Saudi-Arabien und Russland, der größte Nicht-OPEC-Partner im Programm zur Produktionsdrosselung, führten am letzten Wochenende Gespräche und brachten die Idee ins Spiel, die Fördermenge um 1 Million Barrel pro Tag zu erhöhen. Angesichts der gesamten OPEC-Reservekapazität von rund 2 Millionen Barrel könnten die politischen Gespräche der Gruppe am 22. Juni in eine weitere Erhöhung der Förderung münden.

Abbildung 6: OPEC-Reservekapazität

Quelle: EIA, WisdomTree. Daten zum Handelsschluss am 30. Mai 2018. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die künftige Wertentwicklung. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Industriemetallkorb-ETPs profitieren am stärksten vom sich verschärfenden Handelskrieg

Auf Industriemetallkorb-ETPs entfiel der Löwenanteil der Zuflüsse, die so hoch ausfielen wie seit Dezember 2017 nicht mehr, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Gold-ETPs verzeichneten nach restriktiven Stellungnahmen seitens der Federal Reserve letzte Woche Abflüsse. Die Schnäppchenjäger scheinen im Vorfeld der OPEC-Sitzung am 22. Juni für Zuflüsse in Rohöl-ETPs zu sorgen.

Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) verzeichneten mit 52,8 Mio. USD die stärksten Zuflüsse und setzten damit ihren Positivtrend aus der Vorwoche fort.Angesichts der Turbulenzen im Zuge geopolitischer Handelskriege gaben Industriemetalle als Ganzes vergangene Woche um 3,77 Prozent nach. Auch die schwachen Wirtschaftsdaten aus China stellten eine Belastung für die Industriemetallpreise dar. Laut Daten des chinesischen Statistikbüros nahm die Investitionstätigkeit im Mai lediglich um 6,1 Prozent zu, während die Industrieproduktion um 6,8 Prozent wuchs. Schnäppchenjäger scheinen sich die Preisschwäche zunutze gemacht zu haben, da die Kapitalflüsse bei Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) so hoch ausfielen wie seit Dezember 2017 nicht mehr. Als Gegenmaßnahme zu den US-Zöllen verhängt das chinesische Finanzministerium mit Wirkung zum 6. Juli zusätzliche Handelszölle in Höhe von 25 Prozent auf eine Liste von 545 Produktkategorien, auf die knapp 34 Mrd. USD der US-Importe entfallen. Die Liste umfasst auch Produkte für den Automobil- und den Landwirtschaftssektor, was sich potenziell auf die Hersteller auswirken kann. Die meisten Metallmärkte weisen nach wie vor ein Defizit auf, und wir gehen davon aus, dass die aktuellen Handelszölle weiterhin für deutliche Unsicherheit innerhalb der Lieferkette sorgen werden. 

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten nach restriktiven Stellungnahmen seitens der Fed Abflüsse in Höhe von 41,4 Mio. USD, wodurch die Zuflüsse aus den vorangegangen zwei Wochen ausgeglichen wurden.Der stärkere US-Dollar war zusammen mit der restriktiveren Haltung der Fed verantwortlich für die schwachen Goldpreise, die letzte Woche um 1,81 Prozent nachgaben. Die geopolitischen Risiken, die zuletzt für Unterstützung bei Gold gesorgt hatten, ließen nach, da die auf den Sitzungen der wichtigen Zentralbanken in der letzten Woche veröffentlichten unterschiedlichen Zinsprognosen in den Mittelpunkt rückten. Zwar hob der Offenmarktausschuss (Federal Open Market Committee, FOMC) die Fed Funds Rate um einen weiteren Viertelprozentpunkt an. Dies wurde von den Märkten aber weitgehend erwartet. Für Überraschung sorgte hingegen die Forward Guidance der Fed in Bezug auf den künftigen Zinsverlauf. Das Dotplot-Streudiagramm spricht nunmehr für zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr (somit insgesamt vier Zinsschritte). Darüber hinaus rechnet der FOMC 2019 mit drei Zinsanhebungen um jeweils 25 Bp, da der Wirtschaftsausblick für die USA weiterhin positiv ausfällt. Gold, das keine Zinsen abwirft, geriet angesichts des verhalteneren Inflationsausblicks der Fed deutlich unter Druck. Der Renditespread zwischen 2- und 10-jährigen US-Papieren sank auf 38 Bp und damit den niedrigsten Stand seit 2007. Darin kommt die Überzeugung des Marktes hinsichtlich der kurzfristigen Wachstumsprognosen im Vergleich zum künftigen Ausblick zum Ausdruck. In starkem Kontrast dazu präsentierte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi einen Tag später eine gemäßigtere Forward Guidance, die bis Sommer 2019 keine Zinsänderungen vorsieht. Die EZB ist noch weit von einer Normalisierung der Geldpolitik entfernt, was dem US-Dollar weiteren Auftrieb verlieh, da der Euro abwertete, wodurch die Goldpreise weiter unter Druck gerieten.

Rohöl-ETPs (A1N49P) verbuchten vergangene Woche Zuflüsse in Höhe von 9 Mio. USD und beendeten damit den Negativtrend, der in den letzten neun Wochen in Folge zu beobachten war. Die Ölpreise sind geprägt von Gerüchten über eine mögliche Ankündigung von Produktionssteigerungen auf der OPEC-Sitzung in Wien am 22. Juni. Saudi-Arabien dürfte die Produktion schrittweise erhöhen. Venezuela und der Irak sprechen sich laut Quellen, die der OPEC nahestehen, allerdings gegen eine Ausweitung der Produktion aus.  

Bei europäischen Aktien-ETPs kam es mit 9 Mio. USD die dritte Woche in Folge zu Abflüssen. Entgegenkommende Signale seitens der EZB hatten vergangene Woche eine Erholung bei europäischen Aktien um 1,04 Prozent zur Folge. Die Abflüsse aus europäischen Aktien-ETPs scheinen auf Gewinnmitnahmen zurückzugehen. Der Euro wertete letzte Woche um 1,35 Prozent gegenüber dem US-Dollar ab, was die Erholung europäischer Aktien begünstigte, da die in den europäischen Indizes vertretenen Unternehmen beinahe 50 Prozent ihres Umsatzes weltweit erwirtschaften.