Die Stärke von Mid Cap-Anlagen

der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Während viele Investoren dazu neigen, bei der Aktienallokation an Large Caps und Small Caps zu denken, sollten sie unserer Meinung nach auch Mid Caps in Betracht ziehen. Sowohl die historische Performance als auch die Sektordiversifizierung legen nahe, dass Mid Caps einen Platz im breiteren Portfolio eines Anlegers haben sollten.

Mid Caps: ein Bereich, den man leicht vergisst

Obwohl viele Anleger bei ihren US-Aktienallokationen an Large Caps gegenüber Small Caps denken, gibt es ein Marktsegment, das tendenziell weitgehend übersehen wird: die Mid Caps. Im europäischen ETF-Bereich haben Investoren mehr als 220 Milliarden US-Dollar in US Large Cap-ETFs gesteckt, während Mid Cap-Strategien nur 1,4 Milliarden* US-Dollar angezogen haben.

Wir sind der Meinung, man sollte dem Mid Cap-Bereich mehr Aufmerksamkeit schenken und nennen dafür zwei Hauptgründe: Performance und Diversifizierung. 

Performance

Langfristig bieten Mid Caps tendenziell höhere risikobereinigte Renditen als Large Caps und Small Caps. Und selbst in absoluten Zahlen, wenn wir die rollierenden 5-Jahres-Renditen seit dem Start des Index im Jahr 1995 betrachten, hat der S&P MidCap 400 Index den S&P 500 in 73 %** der Zeiträume übertroffen.

Diversifizierung

Anleger, die weiterhin in US-Aktien investieren möchten, aber wegen der Konzentration auf Technologiewerte innerhalb des S&P 500 Index beunruhigt sind, können auch den S&P MidCap 400 Index als Möglichkeit zur Diversifizierung ihres Engagements nutzen. 

Der S&P MidCap 400 Index ist weitaus diversifizierter als der S&P 500, wobei der größte Sektor, die Industrieunternehmen, nur 18,3 % des Index ausmachen. Die Gewichtung des Technologiesektors ist massiv reduziert und macht nur 14,3 % des Gesamtindex aus, verglichen mit mehr als einem Viertel der Gewichtung im S&P 500. Der Mid-Cap-Index ist auch viel stärker in anderen zyklischen Sektoren engagiert, wobei der Finanzsektor mit 15,8 % und der zyklische Konsumgütersektor mit 14,6 % den zweitgrößten Anteil ausmachen.

Aufgrund dieser geringeren Gewichtung des Technologiesektors und der höheren Gewichtung der stärker zyklisch ausgerichteten Sektoren könnte der S&P MidCap 400 Index besser positioniert sein, um eine Outperformance zu erzielen, wenn die valueorientierte und zyklische Rotation im weiteren Verlauf des Jahres weiter an Fahrt gewinnt.

Zugang zu diesem Engagement mit SPDR ETFs

Anleger können über den SPDR S&P 400 U.S. Mid Cap UCITS ETF, den größten und kostengünstigsten in Europa verfügbaren S&P MidCap 400 ETF, ein Engagement im S&P MidCap 400 Index aufbauen. Um mehr über diesen ETF zu erfahren und die vollständige Performance-Historie zu sehen, besuchen Sie bitte die Fondsseite.


*Quelle Morningstar Direct zum 31. März 2021
**Quelle: State Street Global Advisors, Morningstar Direct, Stand: 31. März 2021

"Widerstandsfähigkeit der Märkte wird weiter getestet"

State Street Global Advisors, die Vermögensverwaltungssparte der State Street Corporation (NYSE: STT), hat heute ihren Global Market Outlook 2021 veröffentlicht. Der Outlook prognostiziert, dass die Widerstandsfähigkeit der Märkte auch in Zukunft getestet werden dürfte. Denn die Welt steht vor möglichen weiteren Turbulenzen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und vor fiskalischer, wirtschaftlicher und politischer Volatilität.

Trotz den Herausforderungen gibt es aber einige Lichtblicke. So könnte das Wirtschaftswachstum Ende 2020 zurückkehren, ein skalierbarer Impfstoff eingesetzt und Volkswirtschaften wieder geöffnet werden. Die bevorstehende Verfügbarkeit eines Impfstoffs stimmt zwar zuversichtlich. Aber die Märkte stehen vor der Herausforderung, dass auf einen kurzfristigen Wachstumsschub einige Unsicherheiten folgen könnten, da die politischen Entscheidungsträger versuchen werden, die Volkswirtschaften von den monetären und fiskalischen Stimuli zu entwöhnen, welche die Märkte bisher gestützt haben.

Inmitten dieses Umfeldes bevorzugt State Street Global Advisors Wachstums- und Qualitätsanlagen, insbesondere in den USA und China, die für Anleger ein gewisses Aufwärtsrisiko bieten.

"Während wir mit einer starken wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 rechnen, richten wir unseren Blick zunehmend auf alles, was nach diesem Aufschwung kommt", sagt Rick Lacaille, Global Chief Investment Officer bei State Street Global Advisors. "Eine Kombination aus Wachsamkeit und Agilität wird sich für die Anleger wohl am ehesten auszahlen. Denn die Rezession dürfte einem kräftigen, aber vorübergehenden Aufschwung weichen, dem ein noch unbekanntes Basiswachstum folgen dürfte".

Erholung geht weiter

Der im August 2020 veröffentlichte Halbjahres-GMO von State Street Global Advisors verglich die COVID-19-Pandemie mit einem Staffellauf mit mehreren sich überschneidenden Phasen. Die Volkswirtschaften sind nun von einer erfolgreichen ersten Phase (die Injektion von monetären und fiskalischen Anreizen) zur zweiten Phase übergegangen – einer Wiedereröffnung der Wirtschaft. Den in der ersten Phase lancierten Konjunkturpaketen mangelte es unter den gegebenen Umständen an Zielgenauigkeit. Doch sie waren umfangreich ausgelegt, schnell implementiert und haben ihr Hauptziel – die Märkte zu stützen – erreicht.

Jetzt in der zweiten Phase haben die Regierungen weitgehend weniger belastende Restriktionen eingeführt als im Frühjahr. Dadurch konnten die Volkswirtschaften auf einem vergleichsweise höheren Niveau laufen. Quantitative Lockerung (QE) ist einer der Schlüsselfaktoren, welche die Aktienmärkte im Jahr 2020 beflügelt haben, auch wenn die Jahreszahlen der Unternehmen noch ausstehen. Darüber hinaus und im Gegensatz zu dem, was wir in der Vergangenheit beobachten konnten, scheint die quantitative Lockerung die Anleiherenditen trotz steigender Inflationserwartungen zu begrenzen.

Da die Aussichten für einen Impfstoff zunehmend positiv sind und erste Impfungen bald bevorstehen, erscheint ein Ende der zweiten Phase immer wahrscheinlicher. Während eine kurzfristige Marktbelebung wahrscheinlich ist, nachdem sich die Volkswirtschaften vollständig öffnen und die Bewegungsbeschränkungen aufgehoben werden, sind die längerfristigen Aussichten weniger sicher.

Lori Heinel, Deputy Global Chief Investment Officer von State Street Global Advisors, kommentiert: "Irgendwann müssen die Volkswirtschaften unabhängig von monetären und fiskalischen Anreizen wieder zu eigenständigem Wachstum zurückfinden. Es bleibt abzuwarten, wie perfekt oder wie unvollkommen ein Ersatzwachstum für die Stimulierung sein wird. Es wird sicherlich eine komplexe Anpassung sein, die über die Zeit hinweg einige Marktturbulenzen auslösen könnte. Kurz gesagt: 2021 ist ein Jahr, in dem die Widerstandsfähigkeit von Regierungen, Volkswirtschaften und Unternehmen erneut auf die Probe gestellt werden wird".

Die Vereinigten Staaten und China dürften am ehesten besser abschneiden

Trotz dieser Herausforderungen bieten sich den Investoren im nächsten Jahr Chancen auf den Märkten, höchstwahrscheinlich in den Vereinigten Staaten und in China. China war die erste Nation, in der COVID-Fälle auftraten, aber die strengen und weitreichenden Massnahmen scheinen zur Eindämmung des Virus beigetragen zu haben. So konnte sich der Erholungsprozess bisher weitgehend ununterbrochen fortsetzen und erneute Shutdowns vermieden werden.

"China wird die einzige grosse Volkswirtschaft sein, die im Jahr 2020 ein positives Wirtschaftswachstum, wahrscheinlich um 2,5 Prozent, verzeichnen wird. Allerdings sollten diese positiven Aussichten angesichts der hohen Verschuldung, der sich verschlechternden demografischen Situation und der anhaltenden geopolitischen Spannungen mit Vorsicht betrachtet werden", sagt Kevin Anderson, Head of Investments Asia Pacific bei State Street Global Advisors. "Wir erwarten, dass das Gewinnwachstum in China besonders widerstandsfähig sein wird. Die chinesischen Wachstums- und Konsumaktien sind die attraktivsten. Wir glauben weiter, dass chinesische festverzinsliche Anlagen und der Renminbi, angesichts des Renditeanstiegs und weil wir Raum für eine weitere Währungsaufwertung sehen, sehr attraktiv sind".

Unterdessen wird für die USA mit -3,7 Prozent ein weniger ausgeprägter BIP-Rückgang prognostiziert als für viele andere entwickelte Volkswirtschaften, etwa -9 Prozent  in Grossbritannien und -7 Prozent in der Eurozone. Der Wahlsieg von Joe Biden hat neue Spekulationen über Umfang, Zeitpunkt und Ausgestaltung weiterer Konjunkturpakete entfacht. Wir gehen davon aus, dass ein kleineres, aber baldiges Unterstützungspaket am wahrscheinlichsten ist. Dessen Umfang wird irgendwo zwischen den 0,5 Billionen Dollar, die der Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, vorgeschlagen hat, und den 2,2 Billionen Dollar der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, liegen. Ein grösser als erwartetes Paket könnte Bedenken auslösen, dass die Inflation zunehmen wird.

Gemischte Aussichten bei übrigen Volkswirtschaften

Jenseits der USA und Chinas ist das globale Gesamtbild uneinheitlich. Das Vereinigte Königreich scheint ein bemerkenswerter Underperformer zu sein – es musste in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 einen Rückgang des BIP um -11 Prozent im Jahresvergleich hinnehmen, verglichen mit einem Rückgang von -5,9 Prozent  für die deutsche Wirtschaft im gleichen Zeitraum. Mit einer vergleichsweise glanzlosen Reaktion auf den COVID-19-Ausbruch und der heranrückenden Frist zum Brexit, über den noch keine Einigung erzielt wurde, sieht sich das Vereinigte Königreich für die kurzfristige Wirtschaftsleistung eher ungünstigen Umständen gegenüber.

Obwohl die Eurozone derzeit mit verstärkten COVID-19-Einschränkungen konfrontiert ist, hat sie eine kohärente und unterstützende makroökonomische Reaktion auf die Pandemie entwickelt. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal scheint jedoch für die Region wahrscheinlich. Wir hoffen weiterhin, dass eine ausreichend antizyklische Fiskalpolitik dazu beitragen kann, interne Friktionen und problematische institutionelle Beschränkungen des Wachstums im Jahr 2021 zu bekämpfen.

Schwellenländer sind mit einer Vielzahl unterschiedlicher Entwicklungen konfrontiert. Ein Impfstoff kann für diese Volkswirtschaften grosse Erleichterung bedeuten – angesichts der starken Abhängigkeit der Schwellenländer von Exporten, insbesondere von Rohstoffen. Anleger sollten diese positiven Aussichten gegen makroökonomische und institutionelle Fundamentaldaten der einzelnen Volkswirtschaften abwägen, um die besten Kandidaten zu finden.

Quantitative Lockerung und Aussicht auf Inflation

Wir ermahnen die Anleger, die Aussichten bis Ende 2020 und darüber hinaus im Auge zu behalten, da sich die Märkte von den in diesem Jahr aufgelegten Konjunkturpaketen entwöhnen. Nichtdestotrotz bleibt die Geldpolitik weltweit noch eine Weile unterstützend. Die Verabschiedung eines durchschnittlichen Inflationsziels (Average Inflation Targeting Framework, AIT) durch die US-Notenbank hat sich als einflussreich erwiesen und zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik in den USA und auf der ganzen Welt geführt, darunter in Kanada, Australien und Grossbritannien. Wir haben unsere Inflationsprognosen sowohl für dieses als auch für das nächste Jahr angehoben, wenn auch nur geringfügig. Die Kombination von mehr QE und niedrigen Zinssätzen dürfte wirksam sein, um zu verhindern, dass die Anleiherenditen zu stark ansteigen. Aber eine der schwierigsten Fragen während dieser Pandemie ist, ob sich COVID-19 mittelfristig als inflationärer oder deflationärer Schock erweisen wird.

"Auf dem Weg ins Jahr 2021 herrschen an verschiedenen Fronten weiterhin Unsicherheiten", sagt Lori Heinel. "Wir haben viele offene Fragen, aber wenige klare Antworten. Inwieweit werden als Reaktion auf die steigenden Infektionsraten wieder Beschränkungen eingeführt? Wird zusätzliche quantitative Lockerung zu Inflation führen? Wie wird sich die politische Landschaft nach der Stichwahl für den US-Senat verändern? Gelingt es Grossbritannien, ein Brexit-Abkommen abzuschliessen, und wenn nicht, wie wird es den Übergang bewältigen? Und natürlich besteht die Frage, wie und wann auf breiter Front geimpft wird. Während die Welt auf eine medizinische Antwort auf COVID-19 wartet und sich die Volkswirtschaften für die bevorstehenden Herausforderungen wappnen, glauben wir weiterhin, dass sich die USA und China am widerstandsfähigsten erweisen werden".


Über State Street Global Advisors

Seit vier Jahrzehnten betreut State Street Global Advisors die Regierungen, Institutionen und Finanzberater dieser Welt. Wir entwickeln kostengünstige Lösungen aus einem breiten Universum aktiver Anlage- und Indexstrategien, unsere Entscheidungen treffen wir dabei auf der Grundlage von Forschung, Analysen und einschlägiger Erfahrung – diszipliniert und risikobewusst. Wir sind Treuhänder und zeigen den im Portfolio gehaltenen Unternehmen, dass sich nachhaltiges Handeln gegenüber Mensch und Umwelt oftmals auch im wirtschaftlichen Sinne lohnt. Und wir sind Innovation gewohnt: Wir sind die Pioniere der Index- und ETF-Anlage sowie des nachhaltigen Investments und schaffen immer wieder neue Anlagemöglichkeiten. Als drittgrösster Asset Manager der Welt verwalten wir für unsere Kundinnen und Kunden fast 3,15 Billionen US-Dollar*.

* Per 30. September 2020, beinhaltet Vermögenswerte in Höhe von rund 80,51 Milliarden US-Dollar in SPDR-Produkten, für die State Street Global Advisors Funds Distributors, LLC (SSGA FD) ausschliesslich als Marketing-Agent tätig ist. SSGA FD und State Street Global Advisors sind verbundene Unternehmen.

Die nächste Etappe für Schwellenländeranleihen

Der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors:

Seit die US-Wahlergebnisse bekannt wurden, gingen die Marktteilnehmer wieder mehr Risiko in ihren Portfolios ein, da die liquiden Mittel bereits im Hinblick auf das Jahresende eingesetzt wurden. Diese Marktbewegung wurde durch die Ankündigung, dass ein Impfstoff kurz vor dem Abschluss steht, noch verstärkt. Diese Entwicklungen waren besonders vorteilhaft für die Schwellenländer (EM), wo der designierte Präsident Joe Biden als Globalisierer gilt und daher wahrscheinlich einige der durch die Trump-Administration verursachten Verwerfungen rückgängig machen wird. Von der Nachricht, dass ein asiatisches Freihandelsabkommen - die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) - unterzeichnet worden ist, wird der Welthandel zusätzlich profitieren.

Die Welt sieht also nach einem etwas freundlicherem Ort für die Schwellenländer aus, da für 2021 mit Wachstums gerechnet wird. Bisher gibt es auch nur vereinzelte Anzeichen für eine Inflation. Die PriceStats®-Indikatoren, die von State Street Global Markets entwickelt wurden, deuten darauf hin, dass die Inflationsfront in den Schwellenländern außerhalb Brasiliens und der Türkei kaum unter Druck steht. Daher erwarten wir eine Periode mit einer ausgewogeneren Geldpolitik, in der einige Zentralbanken, wie die Türkei, die Zinssätze anheben, während andere, wie Indonesien, im Modus der Lockerung bleiben. Das Rätsel in der Welt der Schwellenländer ist nach wie vor China, wo eine expandierende Wirtschaft im Jahr 2020 dazu geführt hat, dass die Rendite 10-jähriger Anleihen von den Tiefstständen unmittelbar nach der COVID-19-Krise um 80 Basispunkte gestiegen ist. Dies trotz der Anzeichen, dass die Inflation eingedämmt bleibt, und trotz einer Stärkung des Yuan.

Die besseren Wachstumsaussichten könnten einige Anleger dazu veranlassen, Hartwährungsfonds zu bevorzugen, bei denen die Renditen mehr von der Kreditwürdigkeit abhängen und bei denen ein stärkeres Wachstum dafür sorgen dürfte, dass die Länder ihre Schulden besser bedienen können. In der Tat hat der ICE BofA 0-5 Year EM USD Government Bond ex-144a Index trotz seiner niedrigen Laufzeit von weniger als 2,5 Jahren bis heute eine Rendite von 2% in USD ohne Absicherung erzielt.1 Bei einer Rendite von mehr als 2,3% bis zum Tiefststand ist dies eine Möglichkeit, einem Portfolio einen Anstieg der laufenden Rendite zu verschaffen und gleichzeitig das Durationsrisiko gering zu halten.

Höhen und Tiefen eines sinkenden USD

Nichtsdestotrotz ist eine zentrale Ansicht von State Street Global Markets, dass der USD seine Abwertung fortsetzen wird. Die Kombination aus der Tatsache, dass der USD nur wenig Unterstützung durch Zinsunterschiede genießt, gepaart mit der Hoffnung auf eine Rückkehr zu einem normaleren Umfeld, könnte die Attraktivität des USD als sicherer Hafen untergraben. Es besteht eine besonders enge inverse Beziehung zwischen den Veränderungen des handelsgewichteten USD (DXY) und den Renditen des Lokalwährungsindexes, aber viel weniger für den Hartwährungsindex.

Um die Bedeutung der Währung in Relation zu setzen: Wie bereits erwähnt, sind die Renditen chinesischer Anleihen seit Anfang April zwar gestiegen, die Gesamtrenditen waren jedoch immer noch positiv (+4,5%), da die kombinierten Währungs- (+7,2%) und Kuponrenditen (+2,0%) die Anleiheverluste (-4,5%) ausgeglichen haben.2 Darüber hinaus erscheintdie unterschiedlichen Währungen, diedurch den Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Govt Index repräsentiertwerden, aus historischer Sicht gegenüber dem USD weiterhin um 7,3% unterbewertet.3

Die seit den US-Präsidentschaftswahlen gestiegenen Renditen in Landeswährung gegenüber dem Hartwährungsindex (ebenfalls auf dem Schaubild zu sehen)4 deuten darauf hin, dass die Anleger jetzt eine positivere Einstellung zum Eingehen von Risiken haben. Der Nachfrageschub könnte auch ein Produkt der angebotenen höheren Rendite sein, wobei der Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Govt Index eine Rendite von über 3,7% auf den schlechtesten Wert lieferte.

Da sowohl die EM-Anleihen in Lokal- als auch in Hartwährung den USD als Basiswährung haben, ist eine Absicherung des Risikos einer USD-Abwertung sinnvoll. Die auf Jahresbasis umgerechneten Kosten für die Absicherung des EUR-USD mit 1-Monats-Forwards lagen im Dezember 2019 bei ca. 3% und liegen jetzt bei ca. 0,8%, so dass die Möglichkeit, zwischen EUR-abgesicherten und nicht abgesicherten Schuldtiteln aus Schwellenländern zu wechseln, weniger Anlass zur Sorge um die Performance gibt.

Wie man dieses Thema spielt

State Street Global Advisors hat in Zusammenarbeit mit Bloomberg Barclays eine für den ETF-Markt neue Methode zur Währungsabsicherung eingeführt, bei der nur die USD-Basiswährungsrendite des Index gegenüber dem EUR abgesichert wird. Es handelt sich derzeit um den einzigen ETF mit dieserBesonderheit, der es Anlegern ermöglicht, das volle Potenzial der lokalen Währung von Schwellenländeranleihen im Jahr 2020 auszuschöpfen.

Sollten sich die längerfristigen Prognosen eines schwächeren Dollars bewahrheiten, könnte dies Vermögenswerte aus Schwellenländern unterstützen. Die Möglichkeit, dieses Risiko abzusichern, könnte auch EUR-basierten Anlegern sehr helfen.

Um mehr über die Fonds zu erfahren, die ein Engagement in den oben beschriebenen Themen bieten können, und um die vollständige Performance-Historie dieser Fonds einzusehen, folgen Sie bitte den untenstehenden Links: 


1) Quelle: Bloomberg Finance L.P., Stand: 13. November 2020
2) Renditen chinesischer Anleihen im Bloomberg Barclays EM Local Currency Liquid Govt Index zwischen 31. März und 13. November, Quelle: Bloomberg Finance L.P.
3) Stand: 31. Oktober 2020.
4) Ein Teil der Underperformance des ICE BoA 0-5 Year EM USD Government Bond ex-144a Index kann auf seine niedrigere Duration zurückgeführt werden, aber selbst unter Berücksichtigung dieser Tatsache war die Erholung der Erträge aus der Lokalwährung seit Ende Oktober 2020 größer als bei den Hartwährungsindizes.

Core investment conditions won’t be reversed by volatility

by Rick Lacaille, Global Chief Investment Officer at State Street Global Advisors.

The US election has seen a tremendously large turnout, great participation is a great result. Both candidates at this stage often claim victory, but it’s rare that we see an invocation of the court system at this point, and we expect quite a lot of market volatility. However, the core investment conditions that we see for the next 12 months won’t be reversed by this volatility. The monetary and fiscal stimulus that we’ve seen so far to counter the pandemic is yet to work its way fully through the system, and we expect that it will be one of the big influences on investment conditions in the next 12 months.

From an investment perspective high quality equities and staples are expected to do better. While areas like healthcare may still do well, particularly if Congress is likely to be split and there is a need for a lot of consensus building before more radical policies take root, we should avoid outright bets, for example, on renewables or the oil and gas sector.

We should also position ourselves for a bit of a lower dollar and a little bit more in terms of medium term inflation, as we are in a deflationary environment. These are conditions which, with monetary and fiscal stimulus in place, are favourable toward equity investment in the medium term. We should also bear in mind that the volatility that this presidential election still can cause as we wait patiently for a final result, and a risk budget is very important.

Positionierung für Unsicherheiten bei globalen Aktien: Sind die Märkte zu schnell gestiegen?

der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Die globalen Aktienmärkte hatten im Jahr 2020 im Zusammenhang mit der weltweiten Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Abschwächung einen erheblichen Rückgang erlebt. Letzte Woche haben globale Aktien (MSCI World) jedoch wieder auf 1,5% ihres Allzeithochs vor der Krise angezogen (MXWO 2436.60 - 19. Februar 2020).1

Wir glauben, dass diese Erholung Aktienanleger ermutigen sollte, insbesondere nach einer Gewinnsaison im zweiten Quartal, welches eigentlich die extrem negativen Auswirkungen der globalen COVID-19-Pandemie auf US-Unternehmen hätte widerspiegeln sollen. Trotz der Ermutigung gibt es einige hervorstechende Merkmale der Erholung und nach wie vor bestehende Unsicherheiten, die eine vollständige Rückkehr zur "Risikofreudigkeit" verhindern und in allen Anlegersegmenten große Mengen an Bargeldbeständen zurückhalten.

Seitdem der MSCI World Index am 23. März 2020 seinen Tiefststand erreicht hatte (MXWO 1609,57), hat der Index bis zum 18. August 2020 um 49% zugelegt und damit fast den gesamten am Ende des ersten Quartals verlorenen Boden wieder gutgemacht.2 Genau an diesem Tag hatte die US-Notenbank unbegrenzte Anleihekäufe angekündigt.

Während die Investoren die Erholung der Preise für Vermögenswerte begrüßten, sollte nicht vernachlässigt werden, dass diese zum Teil durch noch nie dagewesene politische Unterstützung seitens der Regierungen und Zentralbanken gefördert wurde. Neben der akkommodierenden Politik der US-Notenbank erließ die US-Regierung am 27. März 2020 das CARES-Gesetz zur Unterstützung von Unternehmen und Einzelpersonen durch Mechanismen wie das Paycheck Protection Program ("PPP"). Die Unterstützung für das PPP wurde im April (zusätzliche Mittel in Höhe von 321 Milliarden US-Dollar) und Juni (zusätzliche Laufzeit und Zwecke für die Verwendung der Mittel) weiter ausgeweitet.3 Allerdings beginnt sich der Optimismus hinsichtlich weiterer Unterstützung - wie z.B. des 3 Billionen US-Dollar schweren HEROES Act - nach der Erholung des Aktienmarktes und angesichts der bevorstehenden Wahlen zu drehen.

Eine ähnliche Geschichte spielt sich an anderen größeren Aktienmärkten ab. Japan hat eine deutliche Erholung erlebt, der Nikkei 225 liegt innerhalb von 2% seines Vorkrisenhochs (NKY 24.083,51 - 20. Januar 2020).4 Die Ausreißer könnten sich in der Eurozone befinden, wo entschlossene fiskalische Maßnahmen sich verzögerten, sowie in den Vereinigte Königreich, das immer noch mit einer drohenden Brexit-Resolution zu kämpfen hat.

Die Anleger zeigen sich weiterhin verhalten optimistisch, was die Aussicht auf eine anhaltende Aufwärtsbewegung der globalen Aktien betrifft – vorausgesetzt, die fiskalische und monetäre Unterstützung bleibt bestehen und die Stimmung, dass eine medizinische Lösung kommt, bleibt optimistisch.

Die relativen Chancen für Aktieninvestoren nehmen bei den derzeitigen Bewertungen ab. Infolgedessen könnten vorsichtige Investoren beginnen, einen Ansatz mit niedriger Volatilität zu bevorzugen. Anleger, die einen diversifizierten Ansatz anstreben, um lange bei diesen Bewertungen zu bleiben, könnten eine Global Low Volatility-Allokation in Erwägung ziehen, um sich gegen die negativen Auswirkungen der anhaltenden Unsicherheit zu positionieren.


 

1) Quelle: Bloomberg Finance L.P., Stand 21. August 2020.
3) Quelle: Bloomberg Finance L.P., Stand 21. August 2020
3) Quelle: EY Tax, COVID-19 Response Tracker, Stand 20. August 2020
4) Quelle: Bloomberg Finance L.P., Stand 21. August 2020

Rückkehr der Inflation: Jetzt über TIPS nachdenken?

der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Zwar bleiben viele Kernfragen zur Beständigkeit des Wiederaufschwungs beim Wirtschaftswachstum weiterhin ungeklärt, trotzdem gehen die Befürchtungen hinsichtlich einer rezessionsbedingten Deflation rasch zurück. Die TIPS 5Y-Breakevens in den USA haben einen großen Teil ihres Einbruchs von Anfang des Jahres 2020 ausgleichen können und liegen mit 1,4 Prozent wieder innerhalb von 20 Basispunkten ihres 5-Jahres-Durchschnitts. Dabei waren mehrere Faktorenausschlaggebend:

  • Die Wirtschaftsindikatoren haben sich rasch erholt und die Rohstoffpreise, insbesondere für Öl, wurden in die Höhe getrieben. Dies war ein Schlüsselfaktor dafür, dass der State Street Global Markets PriceStats®-Indikator wieder normalere Inflationsniveaus signalisiert (siehe „Inflation in Focus: Normality in Sight“).
  • Ein weiterer Faktor ist der schwächere USD mit einem Rückgang des handelsgewichteten DXY-USD-Index um fast 4 Prozent seit Ende Juni. Da die Unterstützung für den USD durch höhere Zinssätze nicht mehr gegeben ist, wird erwartet, dass diese Schwäche anhält. Darüber hinaus sprechen der hohe Tribut, den die Pandemie in den USA zu fordern scheint und die Anzeichen einer Blockade im Kongress ebenfalls gegen eine kurzfristige Erholung des USD.
  • Die State Street-Daten zeigen, dass die Positionierung in US TIPS bis zum Ende des zweiten Quartals stark untergewichtet war (siehe SPDR Bond Compass für das dritte Quartal). Da sich die Inflationserwartungen wieder erholt haben, ist ein Teil dieser Untergewichtung sicherlich gedeckt worden.
  • Außerdem gibt es auch längerfristige Bedenken: Das neue Rekordhoch des Goldpreises, das oft als Absicherung gegen die Inflation angesehen wird, ist ein Anzeichen dafür, dass die Marktteilnehmer das Gefühl haben, dass die Risiken zunehmen. Während die demografische Bevölkerungsalterung weiterhin einen Abwärtsdruck auf die Inflation ausüben könnte, hat der Prozess der globalen Handelsliberalisierung hingegen eine wichtige Rolle beim strukturellen Abwärtstrend der Inflation seit den 1980er Jahren gespielt. Da die globalen politischen Spannungen zunehmen und der liberale Konsens, dass "mehr Handel immer besser ist", sich in der Auflösung befindet, scheint sich dieser Trend umzukehren. In der Tat werden in den nächsten Jahren wahrscheinlich mehr Handelsbarrieren, weniger Einwanderung und eine stärkere Verlagerung der Produktion zu verzeichnen sein, was den Kostendruck auf die Unternehmen erhöhen dürfte.

Reale Renditen auf neuen Tiefstständen und weiter fallend

Trotz eines beträchtlichen Abwärtsdrucks auf die nominalen Erträge wurde die Ausweitung der Breakevens erreicht. Die Realrenditen sind auf Allzeittiefs eingebrochen und scheinen mit -95bp für zehnjährige Realrenditen nicht viel Wert zu bieten. Im internationalen Vergleich sind diese Zahlen allerdings nicht unbedingt so niedrig, da die Realrenditen im Euro-Währungsgebiet im 10-Jahres-Zeitraum bei -1,3% und der Extremwert in UK bei -3% liegen (obwohl dies durch die Tatsache verzerrt wird, dass die britischen Linker den RPI als Index verwenden, der in der Regel etwa 100 bp über dem CPI liegt – was bedeutet, dass eine nähere Annäherung wahrscheinlich -2% beträgt). 

Niedrige Realrenditen könnten auch das Urteil des Marktes über die Post-COVID-19-Wirtschaft sein. Es ist sicherlich plausibel, dass der Kompromiss zwischen Wachstum und Inflation durch die Pandemie negativ beeinflusst werden könnte. Das Wachstum dürfte durch die Produktivitätsschwäche von "Zombie"-Unternehmen, die mit hohen Schuldenständen zu kämpfen haben, belastet werden, während die Inflation aus den bereits dargelegten Gründen steigen könnte.

Angesichts der Anzahl der Faktoren, die die Inflation in die Höhe treiben, erscheint es höchst unwahrscheinlich, dass die Inflationserwartungen wieder auf das Niveau vom März 2020 zurückfallen werden. TIPS bieten einen gewissen Schutz vor einem Aufflammen der US-Inflation und sollten weiterhin von den Käufen der Fed profitieren. Wie bereits erwähnt, sind sie im Vergleich zu den nominalen Staatsanleihen bereits gestiegen – was außerdem auffällt, ist, dass der Anstieg der Spot-Breakevens zwar zugenommen hat, der Anstieg der „5Y5Y forward inflation swap rate“ jedoch eher bescheiden ausfiel. Im Vergleich zu ihrer zehnjährigen Geschichte und im Verhältnis zu Preisdruckindikatoren – wie der Komponente der von der National Association of Purchasing Managers gezahlten Preise – ist sie nach wie vor niedrig. Es besteht also Spielraum für eine weitere Ausweitung der Gewinnschwellen, wenn die Befürchtungen zunehmen, dass die Inflation stärker verankert wird.

Chancen bei Eurozonen-Aktien mit Low-Volatility und Dividenden spielen

der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Die globalen Aktienmärkte haben im Jahr 2020 im Zusammenhang mit COVID-19 und der damit verbundenen wirtschaftlichen Abschwächung einen erheblichen Rückschlag erlebt. Angesichts des Zeitpunkts und der Schwere, mit der die Pandemie kritische Länder wie Frankreich und Italien traf, sowie der Sektorzusammensetzung der europäischen Indizes war der Rückgang bei den Aktien der Eurozone besonders stark. Diese reagieren sehr empfindlich auf Ölpreise, Konsumgüter und Tourismus/Reisen und korrelieren viel weniger mit dem Technologiesektor (der verhältnismäßig stark vom Handel mit der "virtuellen Wirtschaft" profitiert hat). Das hat zu einer relativen Erholung der Aktien der Eurozone geführt, die aus der Sicht der Wertpapierpreise hinter den USA zurückbleiben – obwohl die großen europäischen Volkswirtschaften etwas früher wieder geöffnet haben.

Wie wir schon seit geraumer Zeit diskutieren, bereiten sich die Anleger angesichts der sich weiter stabilisierenden Aktienvolatilität zunehmend auf einen Markt vor, der wieder auf der Grundlage von Fundamentaldaten handeln wird. Die Erholung verläuft nach wie vor langsam und es ist wahrscheinlich, dass sich die Unternehmen infolge der globalen Pandemie strukturellen Veränderungen unterziehen werden. Wir sind noch weit davon entfernt, Klarheit über eindeutige Gewinner zu haben, aber die Märkte erholen sich weiter. Der US-Markt hat fast alle Verluste der letzten Jahre wieder wettgemacht, und die wichtigsten Indizes nähern sich wieder ihren Allzeithochs von vor der Krise. Die Indizes der Eurozone werden weiterhin von Anlegern verkauft.

Die relative Möglichkeit, diese Erholung durch Aktien der Eurozone mitzuspielen, ist für Anleger nach wie vor attraktiv, vorausgesetzt, sie können das Portfolio durch das Eingehen von Long-Positionen in Aktien mit niedriger Volatilität und stabilen Dividendenstrategien schützen. Während viele Indizes auf risikoärmere, weniger volatile Aktien abzielen, bietet SPDR-ETFs eine Strategie mit geringer Volatilität, die einer einfachen, aber effektiven Methodik folgt.

Die von unserem SPDR ETF verfolgte Low-Volatility-Strategie in der Eurozone bietet zwei wichtige Merkmale, die sie von den Minimum-Volatility-Indizes unterscheiden. Indizes mit geringer Volatilität sind weitgehend "uneingeschränkt", was ihnen mehr Flexibilität bei der Ausrichtung ermöglicht und sie sind "dynamischer", da sie häufiger ein Rebalancing vornehmen. Diese Unterscheidungen tragen dazu bei, dass niedrige Volatilität im Vergleich zu Minimum-Volatility-Strategien oft die geringste Volatilität (d.h. das höchste Faktorrisiko) aufweist. Wie die Abbildung 1 zeigt, bietet der EURO STOXX Low Risk Weighted 100 Index (den unser ETF nachbildet) das stärkste Exposure gegenüber dem (niedrigen) Volatilitätsfaktor.

Abbildung 1: Vergleich des aktuellen FaCS-Aktiv-Exposure (vs. EURO STOXX Index)

US-Wahlen: Die Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf den Markt

von Elliot Hentov, Leiter des Policy Research EMEA bei State Street Global Advisors.

"Obwohl die amerikanisch-koreanischen Spannungen im Vorfeld der US-Wahlen wahrscheinlich zunehmen werden, können die Märkte diese Belastung ignorieren, da Nordkorea zwar eine Gelegenheit verspüren könnte, die Zugeständnisse der USA zu nutzen, aber es ist unwahrscheinlich, dass es die Kurse wichtiger Vermögenswerte dauerhaft beeinflussen wird. Daher sollte jeder Anstieg der Risikoprämien abgezinst werden.

Im Gegensatz dazu sind die Beziehungen zwischen den USA und China wesentlich und bieten nach wie vor sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken. Wir gehen davon aus, dass die Eskalation vor der Wahl im November eingedämmt werden kann, da Präsident Trump versucht, die Stimmung an den Aktienmärkten während der Wahlkampf-Hauptsaison zu stabilisieren und seine Anti-China-Position daher auf die Wahlkampfrhetorik beschränkt. Der Iran, dessen Wirtschaftskrise ohne eine geopolitische Neuausrichtung unhaltbar ist, bleibt ein weiterer geopolitischer Risikofaktor. Trumps Zurückhaltung gegenüber einer militärischen Beteiligung könnte zu Fehlkalkulationen führen, die überraschend bärischen Gegenwind erzeugen könnten".

"China und die Folgen der Krise"

von Elliot Hentov, Leiter des Policy Research EMEA bei State Street Global Advisors:

"Wir haben vielleicht zwei Monate länger auf den Nationalen Volkskongress Chinas warten müssen, aber er hat uns nicht enttäuscht. Erstens ist die Entscheidung, Hongkong ein neues Sicherheitsgesetz aufzuerlegen, ein ziemlich starkes Signal des Selbstvertrauens und zeigt deutlich, dass Peking glaubt, gegenüber den USA in der Welt nach der COVID-Krise stärker aufzutreten. Die gleichzeitige Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des Handelsabkommens der Phase Eins ist jetzt nur noch ein Feigenblatt, um Zeit für eine geopolitische Eskalation bis zum Jahresende zu gewinnen. Trotz der bevorstehenden US-Strafmaßnahmen wird die relative Leistung des chinesischen Aktienmarktes stärker davon abhängen, wie geschickt die entwickelten Volkswirtschaften ihren Ausstieg aus dem Lockdown bewerkstelligen. Zweitens teilen wir das Bedauern des Marktes darüber nicht, dass China sich von seinem BIP-Wachstumsziel verabschiedet hat und begrüßen die Konzentration auf die Schaffung von Arbeitsplätzen. In einer Welt der fiskalischen Flexibilität ist es leichter, Beschäftigungsziele zu erreichen und es ist weniger wahrscheinlich, dass es zu Ungleichgewichten früherer Zeiten kommt. Als Folge davon winken höhere Anleiherenditen. All dies spricht zwar für eine weitere Abweichung von den entwickelten Volkswirtschaften, aber der Diversifizierungsvorteil untermauert weiterhin die Attraktivität chinesischer Vermögenswerte.“

Den Nutzen der Dividendenstabilität erkennen

der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Unserer Meinung nach sollten sich Faktorinvestoren für einen Markt positionieren, der sein Augenmerk auf langfristige Fundamentaldaten legt. Da COVID-19 weiterhin die Wirtschaft bedroht, eignet sich die Methode der Dividendenaristokraten gut, um die stabilsten Dividendenauszahler ins Visier zu nehmen.

Die Geschwindigkeit und Enge des jüngsten Marktabschwungs sowie die große Anhäufung von Bargeldbeständen lassen auf einen Markt schließen, der nicht auf Fundamentaldaten basiert. Seit Ende Februar sind die Anlegerportfolios gezwungen, den Belastungen, die durch den weltweit koordinierten gesellschaftlichen Lockdown verursacht werden, standzuhalten. Während die Auswirkungen auf die entwickelten Marktwirtschaften noch lange nicht überwunden sind, scheinen die Aktien der Industrieländer den ersten Schock verdaut zu haben.

Portfolios, die zur Erzielung von Einkommen investieren, sehen sich in einem Umfeld, in dem soziale Umbrüche die Realwirtschaft erschüttert haben, besonders mit der Frage „Wie stabil sind die Dividenden?“ konfrontiert. Der Rückgang der Verbrauchernachfrage in einer Zeit hoher Unternehmensverschuldung hat viele Anleger dazu veranlasst, sich die Frage zu stellen, ob die Unternehmen weiterhin die erforderlichen Cashflows generieren werden, um regelmäßige Bardividenden an die Aktionäre auszuschütten.

Da die wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Pandemie die Dividenden weiterhin bedrohen, ist die Investment-Methode der Dividendenaristokraten besonders gut geeignet, die stabilsten Dividendenzahler ins Visier zu nehmen. Primäre Komponente bei der Aktienauswahl in dieser Strategie ist die langfristige Erfolgsbilanz (5-20 Jahre in Folge) bei der Aufrechterhaltung (oder Erhöhung) der regelmäßigen Bardividende, die an Aktionäre ausgeschüttet wird. Unternehmen, die in der Lage sein werden, ihre Dividendeneinnahmen aufrechtzuerhalten, werden dies in ihren Gewinnberichten bekräftigen wollen. Daher stellt die Gewinnsaison des 1. Quartals eine interessante Gelegenheit für Strategien wie die der Dividendenaristokraten dar, da sie auf diese Firmen abzielen.

Was das regionale Exposure anbelangt, so bevorzugen wir weiterhin die USA auf einer relativen Basis für Aktienanleger. Die USA hinken zwar einigen entwickelten europäischen Volkswirtschaften (z.B. Deutschland) hinterher und weisen auch zu einigen asiatischen Ländern (z.B. China und Südkorea) bereits einen Rückstand bei der Wiederöffnung auf, dennoch glauben wir, dass die zugrundeliegende fundamentale Stärke (vor der Pandemie) die Widerstandsfähigkeit und Erholung der US-Aktienpreise unterstützen wird, sobald der Markt zu seinen Fundamentaldaten zurückkehrt. Nach der Neugewichtung der US-Dividendenaristokraten im Januar hat ein durchschnittliches Unternehmen seine Dividende 37 Jahre in Folge erhöht. Darüber hinaus haben 51 Titel ihre Dividende seit über 40 Jahren erhöht (siehe Abbildung 1).

Anlegern, die über eine Überbewertung des US-Dollars besorgt sind - die zum Teil durch eine zunehmende Anhäufung von auf Dollar lautenden Bargeldbeständen verursacht wird - bietet der SPDR® S&P® U.S. Dividend Aristocrats EUR Hdg UCITS ETF Zugang zur US-Aktien-Dividendenstory mit einem Exposure, das vollständig gegenüber dem Euro abgesichert ist.

Die Grundlage der Strategien der Dividendenaristokraten ist die langfristige Dividendenbilanz. Aus diesem Grund ist man in diesen Strategien zwar nicht vor Dividendenkürzungen gefeit, doch ist es nach wie vor wichtig, dass die Anleger den Wert der Dividendenstabilität erkennen. Diese Indexfamilie ist für das aktuelle Umfeld einzigartig positioniert, da sie Unternehmen auswählt, deren Managementteams nachweislich bestrebt sind, regelmäßige Bardividenden zu erhalten.


1) Siehe Indexbeschreibung in der Tabelle im Original für eine Erklärung der Hedging-Methodologie. Bitte lesen Sie die vollständige Index-Methodologie für vollständige Details.

In der Zwischenzeit dürften die Ölpreise schwanken

von Elliot Hentov, Leiter des Policy Research EMEA bei State Street Global Advisors.

Wir hatten damit gerechnet, dass es im späteren Verlauf dieses Frühjahrs zu größeren Lieferengpässen kommen würde, aber das beispiellose OPEC+ Abkommen tritt erst am 1. Mai in Kraft. Das ist fast zwei Monate nach dem Beginn des Coronavirus-Schocks, der die Nachfrage seither um etwa 20 Prozent reduziert hat. Infolgedessen wurden die Lagerbestände massiv aufgestockt, und auch in den kommenden Monaten wird es ein erhebliches Überangebot geben. Auch wenn die OPEC+ Vereinbarung hilfreich ist, wird ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erst dann wiederhergestellt werden können, wenn Klarheit über die Erholung der Nachfrage herrscht. In der Zwischenzeit dürften die Ölpreise schwanken und weiterhin mit Abwärtsrisiken behaftet sein, bis sie in der zweiten Hälfte dieses Jahres einen starken Aufschwung erleben und sich dann bei etwa 25 Prozent unter ihrem Niveau vor der Krise einpendeln dürften.

Bedenken hinsichtlich der Veräußerung von Vermögenswerten der an Öl gebundenen Staatsfonds sind nicht marktrelevant, aber der große Finanzierungsbedarf dürfte dazu beitragen, die Renditen aller ölproduzierenden Schuldner in den Schwellenländern hoch zu halten. Dies könnte sich durch eine wahrscheinliche Rückkehr der herkömmlichen geopolitischen Risiken nach der Coronavirus-Krise mit einer Flucht der Anleger in sichere Werte und einer anhaltenden Dollar-Stärke noch verschärfen.

Liquidity conditions slowly improve

by Altaf Kassam, Head of Investment Strategy & Research EMEA at State Street Global Advisors.

Across regions and asset classes we are seeing liquidity conditions slowly improve, although there’s still a lot of healing needed.

In equities, markets are slowly improving, with spreads starting to narrow in some areas. General liquidity is still challenged, however, and may remain that way as long as overall volatility remains higher.

In fixed income, investors have shifted their buying interest back toward risk, corporate issuers have been locking in financing at low Treasury rates (albeit high spreads) to secure liquidity for the next phase in the cycle, as the Fed has been easing off on purchases. The effort to improve liquidity is working: where transacting in Treasuries cost 10 times its ‘normal’ rate through much of the month of March we’ve now come down to a level about 5 times normal. Agency MBS too have seen much more stability and improved liquidity that is working through the system.

In foreign exchange, the positive risk environment has continued to support improved liquidity and a slight improvement in bid-ask spreads, as well as order book depth. Trading spreads are now much more attractive than most of March, but still much higher than in early January. USD carry is stable near 12bps against the G10 average while the cross-currency basis continues to point to a saturation of USD liquidity in currency forward markets. USD forward market yields are below USD Libor yields.

Zeit, sich wieder ins Wasser zu trauen? Möglicherweise - mit Wandelanleihen

der aktuelle SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Nachdem die Composite PMIs zu Beginn des Monats auf 27,5 abgestürzt waren, folgten europäische und US-amerikanische PMIs dem gleichen Weg mit Werten zwischen 30 und 40, zusammen mit miserablen Vertrauenszahlen. Ein guter Teil der entwickelten Volkswirtschaften "bleibt zu Hause", mit Ausnahme der grundlegenden Bereiche – wenn die Situation andauert, könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen katastrophale Ausmaße erreichen. Während China auf der anderen Seite des Peaks zu stehen scheint, sieht sich das Land immer noch mit einem Mangel an Nachfrage konfrontiert, was eine Belebung der Aktivität verzögern könnte.

Dennoch hat die Koordinierung auf der Währungs- und Steuerseite in den letzten 10 Tagen die Märkte etwas beruhigt. Wie unsere Kollegen in ihrer jüngsten Notiz hervorgehoben haben, ist eine kontinuierliche Koordinierung an vielen Fronten erforderlich: Bereitstellung von Ressourcen und Richtlinien zur Unterdrückung der Epidemie, Unterstützung der Einnahmen durch Steuerpakete, Liquiditätsspritzen über QE (Quantitative Easing), Koordinierung multilateraler Organisationen und die Ermöglichung der Unterstützung der Schwellenländer durch die Entwicklungsbanken.

Während die Wirtschaftsdaten weiterhin enttäuschend ausfallen werden, wurden von den G4-Zentralbanken (und anderen) viele Maßnahmen angekündigt, die zur Erholung der Märkte und zur Spread-Einengung beigetragen haben. Doch die Rating-Herabstufungen werden allmählich die Upgrades übersteigen und Gewinnrevisionen könnten die am 24. März begonnene Erholung unter Druck setzen.

Ist es also schon Zeit, wieder in die Märkte zu gehen?

Diese Gründe sprechen dafür:

  • Fiskalische Maßnahmen sind sowohl in den USA als auch in Europa in Größe und Umfang beträchtlich und werden bald auch in Japan ergriffen werden.
  • Die Zentralbanken haben alles auf COVID-19 abgefeuert, was sie können.
  • EZB: 750 Mrd. € PEPP (pandemic emergency purchase programme) und OMT (outright monetary transactions) könnten aktiviert werden, wodurch die Zentralbanken möglicherweise vom Kapitalschlüssel (d.h. dem Umfang der jedem Land zugeteilten Käufe) abweichen und die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone in Schach halten könnten.
  • Das QE der Fed geht so weit, dass es auch ETFs für Unternehmensanleihen einschließt und mindestens bis September dauern wird - es kommt zu den bereits angekündigten 700 Milliarden Dollar hinzu - und es wird bis zu 300 Milliarden Dollar an neuen Finanzierungen für Arbeitgeber und Verbraucher bereitstellen. Es werden zwei Einrichtungen geschaffen, um großen Arbeitgebern Kredite zur Verfügung zu stellen - die Primary Market Corporate Credit Facility (PMCCF) für die Ausgabe neuer Anleihen und Darlehen und die Secondary Market Corporate Credit Facility (SMCCF) zur Bereitstellung von Liquidität für ausstehende Unternehmensanleihen.
  • Die Zahl der COVID-19-Fälle und Todesfälle ist zwar hoch und steigt weiter an, doch in Ländern, die bereits früher mit dem Lockdown begonnen haben, wie z.B. Italien, gibt es einige Anzeichen für eine Eindämmung.

Diese Gründe sprechen dagegen:

  • Einige fiskalische Maßnahmen sind zwar vorhanden, aber möglicherweise zu langsam, um einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Zahlungsausfälle zu vermeiden, die die Stimmung und die Verbraucherausgaben belasten würden.
  • Die Ausfallraten werden steigen und Gewinnrevisionen möglicherweise nicht vollständig eingepreist, was in Frage stellt, ob Vermögenswerte in Hochzins- und Aktienwerten billig sind.
  • Die Zahl der COVID-19-Fälle könnte sich in den ursprünglich betroffenen Ländern verlangsamen, aber in den USA, Großbritannien und Deutschland wird sie vermutlich später ihren Höhepunkt erreichen. Und ohne globale Koordination verschließen sich die Länder auf der anderen Seite der Kurve nun für Ausländer, wie z.B. von China diese Woche angekündigt. Daher könnten die Blockaden länger als erwartet andauern.

Was haben Wandelanleihen bisher getan und was können sie für ein vorsichtiges Comeback an den Märkten bieten?

Seit Beginn der jüngsten Marktturbulenzen haben globale Wandelanleihen ihre Rolle als Schutz gegen die negativen Auswirkungen von Aktienengagements gespielt. Und dank eines geringeren Exposures im Energiebereich haben Wandelanleihen die hochverzinslichen Unternehmensanleihen, insbesondere die US-amerikanischen Hochzinsanleihen, übertroffen.

"Immer noch wenig Zuversicht auf eine Wende"

von Amlan Roy, Leiter des Global Policy Research bei State Street Global Advisors.

"Zusätzlich zu den fiskalischen Maßnahmen, die bereits in Vorbereitung sind, um benachteiligte Haushalte, Arbeitnehmer und Kleinunternehmen direkt zu unterstützen, haben die People's Bank of China, die Bank of Korea und die Währungsbehörde von Singapur weitere Schritte zur Stärkung der Wirtschaft signalisiert. Eine koordinierte Finanz- und Geldpolitik ist neben guten Nachrichten an der Gesundheitsfront erforderlich. Die frustrierten Rufe von Ärzten und Krankenschwestern begannen in China, aber sie hallen immer noch in Italien, Spanien, Großbritannien und den USA wider. Die Ankündigung von Erleichterung ist wie die Ankündigung einer Rettung, aber solange die Rettung nicht greifbar ist, wird sie nicht mehr als eine leere Versprechung bleiben."

"Erkenntnisse aus Korea, China, Singapur und Japan sollten uns warnen, dass einer zweiten Runde von Ausbrüchen frühzeitig vorgesorgt werden sollte. Angesichts des am Terminmarkt auf ein Allzeittief gesunkenen Ölpreises, hoher Credit-Default-Swap (CDS)-Spreads und hoher Volatilität, gemessen sowohl am Volatilitätsindex (VIX) als auch am MOVE-Index, gibt es immer noch wenig Zuversicht auf eine Wende - aber vielleicht sind wir nicht weit von der Talsohle entfernt. Sektorale Wetten und einige risikobegrenzte Schritte wären beim Rebalancing am Quartalsende willkommen."

Investitionsmöglichkeiten im Gesundheitssektor

der aktuellen SPDR Strategie Espresso von State Street Global Advisors.

Nach den jüngsten und in diesem Ausmaß beispiellosen Maßnahmen der Zentralbank sowie dem Versprechen auf fiskalische Stimulierung durch viele große Volkswirtschaften hoffen wir, dass die Aktienmärkte eine gewisse Unterstützung erfahren werden. Für Anleger, die nach relativ sicheren Einstiegsmöglichkeiten in den Markt suchen, sind Investitionen in denGesundheitssektor eine Überlegung wert. Der Sektor hat sich an den meisten Tagen der aktuellen Krise relativ gut entwickelt und Zuflüsse von Anlegern gesammelt (wie in den Grafiken HIER zu sehen ist).

Unter den aktuellen Themen dieses Sektors ist der Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus sicherlich das auffälligste. Investitionen in den gesamten Sektor sind  eine Möglichkeit, den erhofften Erfolg dieses Vorhabens zu sichern.

Ängste vor US-Regulierung gesunken

Die Entwicklungen während der Vorwahlen der US-Demokraten konnten das Risiko verringern, dass einige der härtesten Regulierungsvorschläge in Kraft treten. Nachdem der ehemalige Vizepräsident Joe Biden zum Spitzenreiter der Demokratischen Partei avancierte, stiegen die US-Gesundheitsaktien sprunghaft an, was darauf hindeutet, dass die Investoren Bidens Vision einer Ausweitung des Affordable Care Act dem Plan von Bernie Sanders für die allgemeine Gesundheitsversorgung (Medicare for All) vorziehen.

Es gibt nach wie vor Bedrohungen durch die derzeitige Regierung, aber auch diese könnten nun verringert werden. Die Regierung von Trump hat mehrere Ideen vorgeschlagen, die darauf abzielen, die Kosten für Medikamente durch Medicare zu senken. Diese Bemühungen waren aber aufgrund des heftigen Widerstands der Pharmaunternehmen und der Mitglieder beider politischer Parteien im Kongress vorerst zum Stillstand gekommen. Nun aber gibt die Notwendigkeit einer schnellen Reaktion auf die Bedrohung durch das Coronavirus der Industrie ein starkes Argument gegen den Preisdruck.

Weltweit könnte staatliche Soforthilfe direkt in die Gesundheitsversorgung fließen

Es wird wohl viele Schlagzeilen über die Ausgaben zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie geben, jedoch werden diese nicht zwingend dem gesamten Gesundheitssektor zugutekommen. Die Branchen innerhalb des Sektors haben unterschiedliche Triebkräfte und wirtschaftliche Empfindlichkeiten – die Aufschlüsselung zeigt das Tortendiagramm (LINK).

Viele Unternehmen werden von den Auswirkungen des Coronavirus negativ betroffen sein, wie z.B. durch den Ausfall von Routine-Operationen sowie Verzögerungen bei den klinischen und regulatorischen Zeitplänen und Forschungsausgaben. Die Unterbrechung der Lieferkette im Gesundheitswesen (es gibt bereits einen Mangel an Mustertests, Masken, Kitteln usw.) und die geringere Verfügbarkeit von Generika sind angesichts der starken Abhängigkeit von China bei der Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen ebenfalls problematisch.

Für Unternehmen der Gesundheitstechnologie könnte die Pandemie jedoch Wachstum generieren. Krankenhäuser und Vertriebspartner könnten von den steigenden Zulassungen und Verschiffung von Hilfsgütern profitieren.

Zwei Bereiche im Zusammenhang mit COVID-19 sind besonders interessant: Die Lieferung von COVID-19-Testsätzen und die Entwicklung von Impfstoffen für das Virus. Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, könnten den Gesundheitssektor vorantreiben, die überwiegende Mehrheit von ihnen ist im MSCI World Health Care Index notiert.

Ein defensiver Sektor

Das Gesundheitswesen ist angesichts der bereitgestellten Produkte und Dienstleistungen defensiv aufgestellt, was sich in einem relativ stabilen Einkommenswachstum niederschlägt. Der Sektor hat in diesem Jahr im Vergleich zum übrigen Markt relativ geringe Anpassungen der Gewinnprognosen erfahren. Diese Defensivität lässt sich auch durch das niedrige Beta der Aktienkurse verdeutlichen.

Der Sektor wird oft als sicheres Spiel mit hohen Renditen und relativ geringer Verschuldung/Eigenkapital angesehen. Die meisten Unternehmen scheinen über einen ausreichend robusten Cashflow zu verfügen, um die Dividenden weiterhin zu bedienen – was nicht in allen Sektoren der Fall sein wird.

Die aktuellen Flows  bei Sektor-ETFs zeigen, dass   europäischdomizilierten Health Care ETFs (die analysierten Fonds tracken europäische, US und weltweite Healtcare Indizes) die zweitstärksten im Vergleich mit allen Sektoren seit Beginn des Jahres waren. Die von State Street Global Markets in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten zeigten, dass institutionelle Anleger relative Nettokäufer von Gesundheitstiteln in Europa, den USA und auch weltweit waren, und dass sie im Durchschnitt aus stark untergewichteten Positionen stammten.

Wie man dieses Thema spielt

Es gibt drei ETFs, über die das Thema Health Care  gespielt werden kann. Um mehr über diese ETFs zu erfahren, einschließlich ihrer vollständigen Performance Geschichte, folgen Sie bitte den untenstehenden Links:

SPDR MSCI World Health Care UCITS ETF
SPDR S&P U.S. Health Care Select Sector UCITS ETF
SPDR MSCI Europe Health Care UCITS ETF

"Weltweite Ausgangssperren führen zu globaler Rezession"

von Amlan Roy, Leiter des Global Policy Research bei State Street Global Advisors.

"Der Präsident der Federal Reserve von St. Louis, James Bullard, rechnet mit einem Anstieg der US-Arbeitslosenquote um 30 Prozent und einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 50 Prozent im zweiten Quartal. Eine ganze Palette von schlechten Prognosen zum BIP. Die US-Regierung kann den Rückgang der Verbraucherausgaben und der Investitionen nicht ausgleichen und der Kongress und der Senat müssen sich darauf einigen, wie die zwei Billionen US-Dollar ausgegeben werden, um diejenigen zu erreichen, die sie benötigen - Einzelpersonen wie Unternehmen.

"Sorgen bereitet jedoch nach wie vor die Liquidität. Die Regulierung muss für die Market-Maker gelockert werden und die Fed sollte die Liquidität und das Vertrauen durch erweiterte Befugnisse des Kongresses stärken. Die Volatilität scheint aufgrund der nach wie vor bestehenden Unsicherheit stetig hoch zu sein, da die totalen Lockdowns eine Ausnahmesituation darstellen. Die Kapitalabflüsse aus den Schwellenländern deuten darauf hin, dass die aktuelle Krise für die Entwicklungsländer schlimmer ist als die Asienkrise und die globale Finanzkrise. Das Ausmaß und der Umfang dürfte aufgrund der Auswirkungen auf Gesundheit, Sozialfürsorge und Beschäftigung noch viel schlimmer sein. Auch wenn dies besorgniserregend sein kann, sollten wir alles tun, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, und versuchen, nicht in Panik zu geraten".

"Europa macht nur in der Krise spürbare Fortschritte"

von Elliot Hentov, Leiter des Policy Research EMEA bei State Street Global Advisors.

"Europa macht nur in einem Krisenmoment spürbare Fortschritte. Bei aller Kritik an der Zögerlichkeit der europäischen Staats- und Regierungschefs und der bürokratischen Natur der Politikgestaltung des Kontinents hat Europa schnell reagiert. Darüber hinaus ist die Reaktion breit und aussagekräftig, was die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen des virusbedingten 'Shutdowns' begrenzen dürfte. Mit Blick auf die Zukunft werden dadurch auch letztendlich die Erholung vom Virus und das künftige Krisenmanagement verbessert. Die Sorgen um die langfristige Finanzlage Italiens und der Teufelskreis der Staatsfinanzen sollten weniger akut werden, wenn wir den gegenwärtigen Krisenmoment verlassen."

Markterholung oder mehr Volatilität? Ziehen Sie Wandelanleihen in Betracht

Im gegenwärtigen Umfeld schützen globale Wandelanleihen vor Volatilität in den Portfolios der Anleger, so State Street Global Advisors im aktuellen SPDR Strategie Espresso. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit in Bezug auf das Coronavirus könnten Wandelanleihen auch in den kommenden Monaten einen wichtigen Schutz darstellen.

Der chinesische Caixin-Composite-PMI ist letzte Woche auf 27,5 gestürzt. Zudem sahen wir überraschend positive Zahlen des US-ISM-Manifacturing Index bei 57,3 (gegenüber den prognostizierten 54,8). Auch die europäischen PMIs, gestützt durch eine Notfallkürzung um 50 Basispunkte durch die US-Notenbank am Dienstag, den 3. März, gefolgt von der Bank of Canada am 4. März, zeigten sich besser als erwartet. Die Märkte haben sich nach der Wiederbelebung des demokratischen Kandidaten Joe Biden und seinen starken Ergebnissen des „Super Tuesday“ weiter erholt.

Die Anleger begrüßten die Verschnaufpause nach einem herausfordernden Ende im Februar, wo wir an sechs aufeinanderfolgenden Tagen fallende Aktienmärkte und Abflüsse von Hochzins- als auch von Unternehmensanleihen-ETFs (ca. 7 Milliarden USD in der Woche vom 24. bis 28. Februar) erlebten.

Im gegenwärtigen Umfeld schützen globale Wandelanleihen vor Volatilität in den Portfolios der Anleger. Die Unsicherheit über die Schwere des Coronavirus und seine Auswirkungen auf das globale BIP-Wachstum bleibt aber auch weiterhin bestehen. Wir gehen daher davon aus, dass Wandelanleihen aufgrund ihres Profils weiterhin helfen können, wenn die Märkte mit mehr Volatilität zu kämpfen haben. Es könnte sein, dass wir in den kommenden Wochen beunruhigende Wirtschaftsdaten zu sehen bekommen, da die Wachstumserwartungen angepasst werden und die Märkte weiterhin auf die Coronavirus-Schlagzeilen reagieren.

Globale Wandelanleihen: Update 2020

  • Ein zentrales Thema unter Anlegern ist die Verringerung des Exposures und des Delta-Risikos, während man gleichzeitig in den zugrunde liegenden Wandelaktien investiert bleibt, die auch in diesem Jahr Widerstandsfähigkeit und Wachstumschancen gezeigt haben.
  • Im bisherigen Jahresverlauf haben sich die globalen Wandelanleihen um -0,20% gegenüber -9,09% (Thomson Reuters Qualified Global Convertible Bond Index USD gegenüber MSCI ACWI Index USD) per Ende Februar 2020 entwickelt.
  • Wandelanleihen haben die Anleger auch teilweise gegenüber High Yield geschützt und den USD-Index um 120 Basispunkte übertroffen.
  • Der Ausverkauf auf dem Markt hat es ermöglicht, dass die Prämien sich verringern und den Anlegern die Möglichkeit geboten, sich zu einem reduzierten Delta-Niveaueinzukaufen, was einen weiteren Schutz gegen Markt-/Makrovolatilität bietet.
  • Insgesamt hat die Anlageklasse dazu beigetragen, die Anleger vor dem Rückzug aus Aktien zu bewahren, wobei die Anleihen seit Jahresbeginn eine überdurchschnittliche Performance aufweisen. Zu den Namen gehören Tesla (+47,2%), Semiconducting Manufacturing (+22,3%), Ring Central (+34,9%) und Service Now (+12,4%).
  • Auf der anderen Seite wurden einige Unternehmen durch die aktuellen Marktbedingungen belastet, wie z.B. NMC Health Jersey Ltd (-40,1%), Intelsat (-36,1%) und Chesapeake Energy (-2,2%). Ihr Beitrag war jedoch geringer, da sie nur 0,33% des Portfolios ausmachen, gegenüber 4,85% bei den drei oben genannten Top-Emittenten.
  • Schließlich haben Wandelanleihen in jeder der vergangenen Perioden, in denen der Volatility Index (VIX) 25 durchbrochen hat (ca. +1 Standardabweichung), den besonderen Schutz gezeigt, den sie durch ihre Konvexität bieten. In der letzten Februarwoche fiel der von unserem ETF nachgebildete Thomson Reuters Qualified Global Convertible Index nur um -4,8% gegenüber -10,4%, die der MSCI ACWI (globaler Aktienindex) fiel. Die Grafik zeigt die wöchentliche Performance des Wandelanleihenindex in USD unhedged gegenüber dem globalen Aktienindex für jede Stufe des VIX.

Coronavirus-Update: Angst vor dem Unbekannten belastet die Marktstimmung

von Stefan Kuhn, Managing Director und Head of SPDR ETF Deutschland.

Die Furcht vor einer Pandemie hat die globalen Aktienmärkte in dieser Woche hart getroffen, den MSCI-World-Index negativ beeinflusst und mehrere Marktindizes, darunter den S&P 500, in den Korrekturbereich gestürzt. Langfristige Staatsanleihen erreichten rekordtiefe Renditeniveaus und der Goldpreis stieg stark an, da sich die Anleger auf sichere Anlagen konzentrierten. Es ist zwar schwer zu sagen, ob sich diese Trends fortsetzen werden, aber wir gehen davon aus, dass die Märkte in den nächsten Wochen unruhig bleiben werden.

Steigende Abwärtsrisiken verunsichern die Märkte

Nur wenige Dinge können die Marktstimmung stärker negativ beeinflussen als eine rasch steigende Unsicherheit. Während China die Eindämmung der Krankheit in den Griff zu bekommen scheint und sich die Zunahme der Neuinfektionen verlangsamt, sorgt die Übertragung der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) weltweit für zusätzliche Unsicherheit. Immer mehr Behörden haben Eindämmungsmaßnahmen eingeführt oder ziehen diese in Betracht, was auch die wirtschaftliche Aktivität einschränken kann. Auch die Stimmung und das Verhalten der Verbraucher dürften dadurch beeinträchtigt werden. Das bedeutet, dass Investoren Szenarien in Betracht ziehen müssen, in denen sich die Geschäftstätigkeit an mehreren Orten verlangsamt und Unternehmen größere Einnahmeverluste erleiden als ursprünglich angenommen.

Beunruhigender sind jedoch Fälle von Menschen, die weder nach China gereist sind noch mit jemandem in Kontakt waren, der dort war und sich dennoch mit dem Virus infiziert haben. Da das Gesundheitspersonal nicht vollständig versteht, wie das Virus übertragen wird, kann es überall auf der Welt zu überraschenden Ausbrüchen kommen. Unklar ist auch, wie lebensfähig das Virus bei wärmerem Wetter sein wird. Es ist mehr Unsicherheit auf den Markt gekommen und die Bandbreite der möglichen negativen Auswirkungen hat sich erweitert. 

Marktteilnehmer arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten

Es ist schwierig, starke Meinungen zu entwickeln, wenn so wenig über das Virus bekannt ist. Wir waren der Ansicht, dass sich das globale Wachstum im Jahr 2020 nur leicht gegenüber 2019 beschleunigen würde. Der Ausbruch des Virus bedeutet, dass die Wirtschaftsdaten im besten Fall über das erste Quartal hinweg verzerrt bleiben und im schlimmsten Fall die Abwärtsrisiken stark zunehmen werden. Am meisten beunruhigt uns, dass wir weder den Zeitrahmen noch die vollen Auswirkungen vorhersagen können.

Analysen früherer Virenausbrüche liefern einige Hinweise auf mögliche Ergebnisse, aber wir empfehlen größte Vorsicht bei solchen Überlegungen. Chinas Wirtschaft hat sich seit 2003 erheblich verändert, sowohl in Bezug auf ihre Größe, den Mix aus Dienstleistungen/Produktion und ihre Rolle in der Weltwirtschaft. China macht heute 17% des globalen BIP aus, zum Zeitpunkt des SARS-Ausbruchs waren es nur 4%. Innerhalb Chinas ist der Anteil der Dienstleistungen am BIP nach Angaben der Weltbank heute um zehn Prozentpunkte höher als 2003. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen ist die Vergangenheit vielleicht kein hilfreicher Ratgeber.

Daher erwarten wir, dass der Markt vermehrt auf Nachrichten reagiert und sich auf Expertenmeinungen und Fakten konzentriert, wenn sich die Situation weiterentwickelt. Dies gilt sowohl für gute als auch für schlechte Nachrichten. Wenn zum Beispiel der Ausbruch in Europa aufgrund des fortgeschrittenen Gesundheitssystems kleiner bleibt als derzeit befürchtet, sinken die Wahrscheinlichkeiten für sehr negative Szenarien. In diesem Fall hätten Investoren wahrscheinlich einen besseren Appetit auf Risikoanlagen. Erinnern Sie sich daran, dass der S&P 500 vor knapp zwei Wochen auf einem Rekordhoch stand, bis ihn die schlechte Stimmung zu Fall brachte. Die Stimmung könnte genauso schnell wieder ins Positive drehen, wie sie gefallen ist.

Beobachten Sie das Verbraucherverhalten und die Fed

Der US-Konsum hatte vor den Ausbrüchen in China und Europa eine sehr positive Dynamik. Der Beschäftigungsbericht vom Januar in Verbindung mit einem soliden Verbrauchervertrauen sollten Ausgaben und Wirtschaftswachstum unterstützen, sobald der Ausbruch in den Vereinigten Staaten gedämpft wird. Ein Rückgang der Verbraucherausgaben, der durch die Angst vor Reisen oder dem Versammeln an öffentlichen Orten ausgelöst wird, könnte jedoch zu einem vorübergehenden Rückgang des BIP führen. Von größerer Sorge wäre alles, was dem Gesamtbild der Beschäftigung schadet. In den kommenden Monaten werden wir mehrere Frühwarnindikatoren sehr genau beobachten, darunter:

  • Die Anzahl der Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen eine Teilzeitbeschäftigung angeben
  • Der Index der durchschnittlichen Arbeitswoche und der Gesamtstundenzahl
  • Entlassungen, Arbeitslosenansprüche und Dauer der Arbeitslosigkeit 

Die Chancen für eine Lockerung der Fed in diesem Jahr sind stark gestiegen - die Fed-Funds Futures preisen bereits eine Zinssenkung bis zum April ein.. Die bislang im ersten Quartal eingegangen Daten waren jedoch im Großen und Ganzen besser als erwartet. Auf der Grundlage der gemeldeten Daten gäbe es für die Fed keinen Grund zum Handeln. Das Problem ist, dass keine dieser Veröffentlichungen die schnell wachsenden Risiken des COVID-19-Ausbruchs erfasst hat.

Für umsichtige Anleger - taktische Absicherungen und Liquidität

Das hohe Maß an Unsicherheit führt zu einigen Umstellungen in unseren Portfolien. Innerhalb unserer langfristigen Portfolios haben wir selektiv die Positionierung in zyklischen Konsumgüterherstellern sowie im Energiesektor reduziert und teilweise die Positionen in nicht-zyklischen Konsumgütern und Versorgungsunternehmen erhöht. Stimmungsbedingte Ausverkäufe führen tendenziell zu wahllosen Verkäufen, was im Allgemeinen Kaufgelegenheiten schafft. Aus diesem Grund haben wir unsere Kassebestände leicht erhöht. 

Auch an den Rentenmärkten verfolgen wir einen konservativen Ansatz. Sowohl die Investment Grade- als auch die High Yield Renditen haben sich gegenüber den jüngsten Niveaus ausgeweitet. Dies hat zwar zu etwas attraktiveren Bewertungen geführt, trotzdem ändern wir unsere Positionierung derzeit nicht. An den Devisenmärkten haben wir im Gegensatz zu anderen Bereichen keine nennenswerten Bewegungen erkennen können. Wir vermuten, dass die Schocks angesichts ihres globalen Charakters die Divergenzen zwischen den einzelnen Ländern nicht verstärkt haben. Bis heute haben wir unsere Währungspositionierung nicht angepasst. 

Innerhalb unserer Portfolios, die sich auf mehrere Anlageklassen und Regime stützen, haben wir Positionen in risikoreicheren Anlagen wie Aktien abgebaut und in traditionell sichere Häfen wie Gold und langlaufende Treasuries umgeschichtet.

Schlussfolgerung

Wir beobachten diese sehr unbeständige Situation weiterhin. Kurzfristig dürfte das Risiko in allen Anlageklassen weiterhin erhöht sein. Aber je länger der Ausbruch andauert, desto höher sind die wirtschaftlichen Kosten. Der Silberstreif am Horizont ist, dass die Wirtschaftstätigkeit rasch wieder aufgenommen werden könnte, sobald das Virus abklingt. In der Zwischenzeit könnte eine unterstützende Reaktion der Zentralbanken die Auswirkungen zumindest teilweise auffangen.

Dividendenstrategien in europäischen Aktienmärkten

von Stefan Kuhn, Managing Director und Head of SPDR ETF Deutschland.

Trotz potentiell erhöhter Volatilität sehen wir immer noch gute Chancen an den europäischen Aktienmärkten. Für Investoren, die langfristig in europäische Aktien investieren möchten - aber auch für Investoren mit einem defensiveren Ansatz, können Dividendenstrategien mit eingebautem Qualitätsfilter ein hilfreicher Ansatz sein.

Das produzierende Gewerbe der Eurozone (z.B. Deutschland und Frankreich) scheint 2019 einen kurzfristigen Tiefpunkt erreicht zu haben. Darüber hinaus lagen die PMIs der Eurozone am Freitag, den 21. Februar, über den Erwartungen, angeführt vom deutschen Industriesektor, der ein 13-Monatshoch von 47,8 gegenüber dem Analysten-Konsens von 45,0 (und dem vorherigen Niveau von 45,3) verzeichnete.

Darüber hinaus hat die EZB den Technokraten Mario Draghi durch die diplomatische Christine Lagarde ersetzt. Mit diesem Wechsel werden die Marktteilnehmer immer optimistischer, dass Lagarde in Ländern wie Deutschland erfolgreich für fiskalische Stimulierungsmaßnahmen und so für eine Förderung des Wachstums eintreten kann. Während negative Zinssätze in Europa zur Stabilisierung des Produktionssektors beigetragen haben, suchen die Marktakteure nach neuen (fiskalischen) Investitionen zur Steigerung der Nachfrage und Förderung des Wachstums.

Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob das Jahr 2020 die lang erwartete Angleichung in der Eurozone (im Vergleich zu den USA) bringt. Da der Großteil des verbleibenden Gegenwinds in den aktuellen Bewertungen steckt, könnte dies eine Chance für europäische Aktien darstellen.

Um mehr darüber zu erfahren, warum einkommensorientiertes Investieren im aktuellen Umfeld sinnvoll ist, lesen Sie bitte unsere aktuelle Studie.

Wie man dieses Thema spielen kann

Die Familie der S&P Dividend Aristocrats Indizes wählt aus einer breit gefächerten Basis von Qualitätsunternehmen aus, die regelmäßig ihre Bardividenden angehoben haben und kombiniert Dividendenwachstum mit Dividendenrendite, um Anlegern durch eine defensivere Portfoliohaltung zu helfen, sich gegen Unsicherheiten zu wappnen. Hier finden Sie Einzelheiten zum Europe Dividend Aristocrats-Fonds, der Anlegern diese defensiven Eigenschaften bietet und gleichzeitig die Investitionsquote in Aktien hoch hält.